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Offene Hochschule
Die Uni entwickelt ein neues Konzept
AUS DEM INHALT
Vom Funktionieren der Sinne Der Kognitionswissenschaftler Prof. Dr. Peter König bekommt eine der höchstdotierten EU-Förderungen SEITE 4 Studieren mit Kind Alles für das Kind: Das Studentenwerk Osnabrück errichtet eine neue Kindertagesstätte. SEITE 20 Physik der Bewegung Maik Wissing ist Physiker. Spezialgebiet: Ionen. Darüber hinaus ist er erfolgreicher Standardturniertänzer. SEITE 27

2 Inhalt | Impressum | Editorial

unizeit 2011 |1 Universität Osnabrück

Inhalt
Forschung | Lehre | Studium Studentisches Studentenwerk aktuell Uni intern Namen | Nachrichten Uni-Spiegel 3 6 20 23 26 27

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser, das Schwerpunktthema der ersten »Unizeit«-Ausgabe in diesem Jahr widmet sich der »Offenen Hochschule«. Darunter ist die Verbesserung der Durchlässigkeit unserer Bildungssysteme mit speziellem Fokus auf die Hochschulen zu verstehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dazu aufgerufen, mit eigenen Konzepten an der inhaltlichen Ausgestaltung der »Offenen Hochschule« mitzuwirken. Unsere Universität beteiligt sich zusammen mit der Hochschule Osnabrück an dem Wettbewerb des BMBF, wobei im Mittelpunkt des Antrags die enge regionale Vernetzung mit externen Partnern wie der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer steht. Näheres zu unseren Überlegungen finden Sie auf den Seiten 16 bis 18 in diesem Heft. Ebenfalls berichten wir in dieser Ausgabe über einen großartigen Erfolg von Prof. Dr. Peter König. Zusammen mit Prof. Dr. Andreas Engel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, erhielt der Osnabrücker Kognitionswissenschaftler den »Advanced Investigator Grant« des Europäischen Forschungsrats (ERC). Für das von ihnen initiierte und geleitete interdisziplinäre Projekt stellt die EU fast 3,5 Millionen Euro bereit, eine der höchstdotierten Förderungen in der europäischen Forschungslandschaft. Thematisch geht es um ein besseres Verständnis bei der Integration von Signalen aus verschiedenen Sinnessystemen, eine hochkomplexe Aufgabe, die unser Gehirn täglich in fast spielerischer Weise bewältigt. Eine solche Förderung ist von einer positiven Strahlkraft, die der gesamten Universität zugute kommt. Deutlich zeigt sich unser Renommee auch in der Ausrichtung zweier internationaler Tagungen, die vor wenigen Wochen hier stattfanden. Der Kongress »Bewegte Kindheit«, der von Bundespräsident Christian Wulff eröffnet wurde, mit dreitausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern, und die 16. Hochschultage Berufliche Bildung mit knapp zweitausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern, waren großartige Erfolge, die auch überregional große Beachtung fanden. Hier gilt mein Dank den Veranstaltern Renate Zimmer und Thomas Bals und nicht zuletzt den vielen Helferinnen und Hel-

Titelthema »Offene Hochschule« 16

Impressum
ISSN 1869-1102 Herausgeber: Der Präsident der Universität Osnabrück Redaktion: Oliver Schmidt (os) Redaktionsteam: Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger · Dr. Utz Lederbogen (ul) · Dr. Jürgen Wermser · Prof. Dr. Mirco Imlau · Prof. Dr. Beate Wischer · Melanie Gierschner Mitarbeit: Elena Scholz (Fotografie) Annika Reuwand (Praktikantin) Redaktionsanschrift: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Neuer Graben/Schloss, 49069 Osnabrück Tel.: (0541) 969 4516, Fax: (0541) 969-4570 E-Mail: oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de Foto Titel: Manfred Pollert, Michael Münch, Elena Scholz, Gisbert Gramberg, Collage: Rothe Grafik Druck: Druckerei Grote, Bad Iburg Auflage: 5.000 Exemplare Nächste Ausgabe: Juli 2011 Redaktionsschluss: 5. Juni 2011
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder, nicht unbedingt die des Herausgebers oder die der Redaktion.

Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger

fern, die weit über das übliche Engagement hinaus solche Großveranstaltungen erst ermöglichen. Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Start ins neue Semester und viel Freude bei der Lektüre unserer »Unizeit«. Ihr Claus Rollinger Präsident

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Foto: Manfred Pollert

Universität Osnabrück

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Forschung | Lehre | Studium 3

Ohne Bewegung ist alles nichts
Bundespräsident eröffnete Kongress »Bewegte Kindheit« – 3.000 Teilnehmer
(ul) Vor 3.000 begeisterten Teilnehmern eröffnete Bundespräsident Christian Wulff am 17. März den 7. Kongress »Bewegte Kindheit« in Osnabrück. In 180 Vorträgen, Seminaren und Workshops wurden neue Erkenntnisse über die Entwicklung, Bildung und Erziehung von Kindern vorgestellt und praktische Anregungen für die Gestaltung einer »bewegten Kindheit« gegeben. Initiatorin des dreitägigen Kongresses war die Osnabrücker Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer. Die bundesweit größte Veranstaltung zur frühkindlichen Bildung wurde gemeinsam von der Universität und dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) ausgerichtet. Bundespräsident Wulff führte in seiner Eröffnungsrede aus: »Bewegung schult die Erfahrung von Freiheit, von Persönlichkeit, von Grenzen, von Gemeinschaft, also Miteinander. Das sind Lebenserfahrungen, die wir alle brauchen, um ganzheitliche, zufriedene, gemeinschaftsfähige, ja glückliche Menschen zu werden. Empathie wird wichtiger denn je.« Und Wulff unterstrich: »Ich finde es besonders wichtig, dass dieser Kongress unter den Wissenschaftlern und Praktikern den Austausch und Netzwerke fördert. Die Entdeckung der frühen Kindheit als herausragender Abschnitt in der Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit bringt neue wichtige Erkenntnisse. Die entscheidende Frage ist: Wie können wir die besten Bedingungen für das Aufwachsen unserer Kinder schaffen? Wir brauchen alle Kinder gut qualifiziert und gefördert. Dazu muss aus guter Wissenschaft gute Praxis werden«, sagte Wulff. Es war der erste Besuch als Bundespräsident an seiner früheren Alma Mater. Von 1980 bis 1986 studierte Wulff Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück. Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger wertete die Eröffnung des Kongresses durch den Bundespräsidenten als Anerkennung für die in Osnabrück geleistete Arbeit: »Seit

Spielerisch: Aus erster Hand ließ sich der Bundespräsident über das Thema »Bewegte Kindheit« informieren.

Bewegung: Schülerinnen und Schüler zeigten zur Eröffnung des Kongresses eindrucksvolle Jonglierszenen.

mehr als zwei Jahrzehnten wird die Frühkindliche Bildung an der Universität Osnabrück als wichtiges Thema betrachtet, lange bevor sie Hauptthema in der Bildungspolitik und den Medien war.« Wichtig sei, dass die in der Wissenschaft gewonnenen Erkenntnisse auf schnellstem Wege bei denjenigen ankommen, die täglich mit Kindern arbeiten. Aber auch die Wissenschaft dürfe sich nicht den Erfahrungen aus der Praxis verschließen. »Der Kongress Bewegte Kindheit bietet dafür seit nunmehr 20 Jahren die ideale Plattform, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu vertiefen«, so der Universitätspräsident. »Bindung, soziale Interaktion, Bewegung, Spiel und Freiräume sind grundlegend für die Entwicklung und Bildung der Kinder«, resümierte die Sportwissenschaftlerin Prof. Zimmer, die auch Direktorin des nifbe ist. Bewegung sei als elementare Handlungs- und Ausdrucksform der Kinder ein idealer Katalysator für die Entwicklung sozialer, emotionaler und kognitiver Basis-Kompetenzen. Zimmer forderte, die Bewegung ebenso wie die Sprache als Querschnittthema in die Kita-Bildungspläne der Länder aufzunehmen und entsprechende Schwerpunkte in

der Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen zu setzen. »Nur so bekommen wir starke und kompetente Kinder.« Die Bedeutung der Bewegung auch für geistige Leistungen untermauerte der international bekannte Neurowissenschaftler Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Universitätsklinikum Ulm) in seinem Eröffnungsvortrag. Er zeigte auf, dass Bewegung die Neuronen und Synapsen wachsen lässt und dass ein Lernen in und mit Bewegung – zum Beispiel beim Lernen von Vokabeln – wesentlich effektiver ist. Aus bildungspolitischer Sicht sah Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis (Freie Universität Bozen) das »Bildungssystem vor der größten Herausforderung seiner Geschichte«. Er plädierte für einen bundesweiten Bildungsplan für die Kindertagesstätten, der dann in föderaler Verantwortung »im Wettkampf um die besten Ressourcen und Ideen« umzusetzen sei. Er verwies auf eine gravierende Schieflage bei der Finanzierung des deutschen Bildungssystems: »Dort, wo die volkswirtschaftliche Rendite am höchsten ist, nämlich in der frühkindlichen Bildung, wird am wenigsten investiert.« Weitere Informationen: www.bewegtekindheit.de

Foto: Michael Münch

Foto: Elena Scholz

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Vom Funktionieren unserer Sinne
Prof. Dr. Peter König erhält eine der höchstdotierten europäischen Förderungen
(ul) Mit dem »Advanced Investigator Grant« des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhielt Prof. Dr. Peter König, Kognitionswissenschaftler an der Universität Osnabrück, zusammen mit Prof. Dr. Andreas Engel vom Universitätsklinikum HamburgEppendorf, eine der höchstdotierten Förderungen in der europäischen Forschungslandschaft. In ihrem interdisziplinären Projekt, das die EU mit fast 3,5 Millionen Euro fördert, geht es um ein besseres Verständnis bei der Integration von Signalen aus verschiedenen Sinnessystemen, eine hochkomplexe Aufgabe, die unser Gehirn täglich in fast spielerischer Weise bewältigt. Die Nachricht aus Brüssel sorgte in der Universität Osnabrück für große Freude. »Ich gratuliere Prof. König zu der hochdotierten Auszeichnung, die erstmalig ein Wissenschaftler unserer Universität erhält. Die Förderung ist gleichzeitig auch ein großartiger Erfolg für die Universität Osnabrück bei der Einwerbung von Drittmitteln im internationalen Wettbewerb«, so Universitätspräsident Prof. Dr.Ing. Claus Rollinger. Der Europäische Forschungsrat vergibt seine Grants ausschließlich an exzellent bewertete Forschungsvorhaben. Die geförderten Projekte müssen erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgehen und neue Forschungsgebiete erschließen. Alleinige Auswahlkriterien in der Begutachtung sind die er-

Lehrend: Prof. Dr. Peter König erforscht die Integration unserer Sinnesorgane.

info
Mentoren-Projekt »Balu und Du« lädt zur Diskussion ein
(os) Am Freitag, 27. Mai, wird das Mentorenprojekt »Balu und Du« in der Schlossaula erste Ergebnisse einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Evaluationsstudie präsentieren. Anmeldungen sowie weitere Informationen zum Programm unter: www. balu-und-du.de, Tel.: (0541) 969-6176, E-Mail: sdrexler@uni-osnabrueck.de. »Balu und Du« ist ein ehrenamtliches Programm, das Kinder im Grundschulalter fördert. Die teilnehmenden Kinder (Moglis) treffen sich ein Jahr lang regelmäßig mit ihrem Balu (überwiegend Studierende) für gemeinsame Aktivitäten. Die Ergebnisse der Evaluationsstudie des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften zu gesundheitlichen Auswirkungen des Projektes präsentieren Prof. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg, Sibylle Drexler sowie Dr. Brigitte Borrmann. Studierende der Universität, die im Rahmen des Projekts mit ihren Moglis vielfältige Aktivitäten durchgeführt haben – wie Kochen, Schlittschuhlaufen oder Fußballspielen – werden von ihren Projekterfahrungen berichten. Zum Tagungsschwerpunkt, der Förderung von Basiskompetenzen bei Grundschulkindern, werden unter anderem Prof. Dr. Peter Paulus, Leuphana Universität Lüneburg, Dr. Uwe Büsching, Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Sibylle Fischer, Evangelische Hochschule Freiburg, Dr. Antja Hebestreit, Bremer Institut für Sozialforschung und Sozialmedizin (BIPS), Prof. Dr. Arnold Lohaus, Universität Bielefeld, Prof. Dr. Manfred James Müller, ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel, sowie Dr. Hanna Permien vom Deutschen Jugendinstitut referieren. Moderieren wird Prof. Dr. Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig. »Wir hoffen, durch die Expertengespräche auch Möglichkeiten zu identifizieren, wie Herausforderungen bei der Gesundheitsförderung von Kindern – wie etwa die Erreichbarkeit der Familien oder die nachhaltige Veränderung von Lebenswelt und Verhalten – besser bewältigt werden können«, so Prof. Dr. Müller Kohlenberg.

wiesene herausragende wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie die Originalität und Stimmigkeit der Projektvorschläge. Das ERC-Forschungsprojekt »The merging of the senses: understanding multisensory experience« ist auf fünf Jahre angelegt. Die beiden Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Interaktion zwischen verschiedenen Sinnessystemen im Gehirn dadurch erfolgt, dass die beteiligten Nervenzellen ihre Aktivität synchronisieren, also in einen Gleichtakt bringen. Diese dynamische Kopplung könnte, so ihre Hypothese, die Grundlage für die Einheit unserer Wahrnehmungseindrücke bilden. Das interdisziplinäre Projekt vereint psychologische Forschungsansätze mit Neurobildgebung und computergestützter Modellbildung. Über die Grundlagenforschung im Bereich der kognitiven Neurowissenschaften hinaus schlägt das Projekt die Brücke zu anwendungsbezogenen Fragestellungen. So sollen Störungen der multisensorischen Wahrnehmung bei Patienten untersucht und mögliche Strategien zur Verbesserung von Wahrnehmungsleistungen exploriert werden.

info
Europäischer Forschungsrat
(ul) Der Europäische Forschungsrat (ERC) wurde durch die Europäische Union im Jahr 2007 geschaffen. Er ist die erste europäische Körperschaft, die »frontier research«-Projekte fördert. Bei der Auswahl dieser Projekte ist das einzige Kriterium die wissenschaftliche Exzellenz des Forschers und das innovative Potential der Forschungsidee. Die Nationalität, das Alter des Forschers oder das Forschungsfeld spielen bei der Auswahl keine Rolle. Der ERC vergibt jährlich signifikante Fördermittel an Nachwuchswissenschaftler (ERC Starting Grants) und an bereits als in ihrem Feld führend etablierte Wissenschaftler (ERC Advanced Grants). Wissenschaftler bewerben sich dazu ausschließlich auf Ausschreibungen des ERC und müssen das geplante Forschungsprojekt bei einer Universität, einem Wissenschaftszentrum oder privatem Labor durchführen. Weitere Informationen: http://erc.europa.eu/

Foto: privat

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Forschung - Lehre - Studium 5

Einfach ein Paradies für Pflanzen und Tiere
Botanischer Garten wurde um einen zweiten Steinbruch erweitert
(ul) Rechtzeitig vor Ostern wurde der Zugang zum zweiten Steinbruch des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück für die Öffentlichkeit freigegeben. Dank der Aktivitäten des Freundeskreises, mehrerer Stiftungen und ehrenamtlicher Helfer lassen sich nun heimische Tier- und Pflanzenarten stadtnah auf dem Westerberg erleben. »Die Erweiterung des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück ist für Wissenschaftler und Studierende, aber besonders auch für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ein wertvoller Zugewinn«, so Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger. Auf dem Westerberg befinden sich zwei ehemalige Kalksteinbrüche. Einer dieser Steinbrüche beheimatet seit 1984 den Botanischen Garten. Der zweite Steinbruch ist seit seiner Nutzungsaufgabe vor etwa 50 Jahren sich selbst überlassen geblieben. Durch Verträge zwischen der Stadt, dem Freundeskreis des Botanischen Gartens und der Universität Osnabrück konnte die weitere Entwicklung dieses Steinbruchs für die Zukunft gesichert werden. Vorrangiges Ziel war es in den vergangenen Monaten, den zweiten Steinbruch an den Botanischen Garten anzubinden und zu schützen. Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie, das Umweltkonzept, den Wegebau und die Unterführung des Edinghäuser Weges wurden großzügig von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung sowie dem Freundeskreis übernommen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 445.000 Euro. Auf dem Gelände des zweiten Steinbruches befinden sich geschützte Magerrasen-Pionierstadien und Laubgebüsche trockenwarmer Kalk-Standorte. 190 Gefäßpflanzenarten und 56 Moosarten wurden dokumentiert. Fünf Arten stehen auf der »Ro-

Freuen sich über die Erweiterung des Botanischen Gartens: Prof. Dr. Sabine Zachgo (Botanischer Garten), Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger, Hon.-Prof. Dierk Meyer-Pries (Freundeskreis Botanischer Garten), DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Bürgermeister Burkhard Jasper und Franz-Josef Hillebrandt (Bohnenkamp-Stiftung).

ten Liste« aussterbender Moose in Niedersachsen. Mit Unterstützung der Haarmannstiftung konnte ein Stollenstumpf als Fledermausquartier reaktiviert und ein neues »Insektenhotel« gebaut werden. »Die geschützten Lebensräume im Steinbruch waren akut gefährdet durch Vandalismus, den Eintrag von Nährstoffen, Feuerstellen und die Ausbreitung aggressiver Neophyten, also Pflanzen, die hier nicht ursprünglich beheimatet sind«, so Prof. Dierk Meyer-Pries, Vorsit-

zender des Freundeskreises des Botanischen Gartens, der sich sehr für die Zusammenführung beider Steinbrüche eingesetzt hat. »Das Gelände wird in das Umweltbildungskonzept der Grünen Schule eingebunden, um ein Bewusstsein zu schaffen, wie wichtig es ist, unsere heimische Artenvielfalt zu bewahren und zu erhalten, erklärte die Direktorin des Botanischen Gartens, Prof. Dr. Sabine Zachgo. Die Grüne Schule des Botanischen Gartens wird seit mehre-

ren Jahren von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte gefördert. »Beide Steinbrüche sind sehr unterschiedlich«, erläuterte die Biologin Zachgo den Gästen in ihrem Eröffnungsvortrag. »Die Biodiversität der Arten aus vielen Ländern der Erde im Botanischen Garten einerseits und der Naturschutz und die Erhaltung von einheimischen Pflanzen und Tieren andererseits, können hier unmittelbar nebeneinander betrachtet werden.«

Ein Haus zum Lernen und Forschen
Grundsteinlegung für neues Informationszentrum
(ul) Mit einer feierlichen Grundsteinlegung gab die Ehefrau des niedersächsischen Ministerpräsidenten, Dunja McAllister, Mitte Februar den offiziellen Startschuss für den Bau des Biologischen Informations- und Transferzentrums (BITZ) im Botanischen Garten der Universität. Das Haus der Bildung und Begegnung mit einem Bauvolumen von zwei Millionen Euro soll zum Jahresende bezugsfertig sein. Neben dem Land Niedersachsen und der Universität Osnabrück beteiligt sich die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung mit einer Million Euro an der Finanzierung des Projektes. Das Informationszentrum wird künftig den Namen »Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten« tragen. »In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es außerordentlich lobenswert, dass sich verantwortungsbewusste Unternehmen für eine praxis- und schülernahe Umweltbildung engagieren«, betonte Prof. Dr. Martina BlasbergKuhnke, Vizepräsidentin der Universität Osnabrück, in ihrer Begrüßung und dankte der Stiftung nochmals für die großzügige Förderung. »Die Grüne Schule im Botanischen Garten mit ihrem deutlich erweiterten und wissenschaftlich begleiteten Konzept für soziale Umweltbildung und Integration passt wunderbar in unser Förderkonzept«, betonte Franz-Josef Hillebrandt, Vorsitzender des Kuratoriums der BohnenkampStiftung. »Wir freuen uns sehr, dass sich hier künftig generationsübergreifend die Menschen mit Fragen der Natur und der Umwelt beschäftigten. Hier im Botanischen Garten entsteht ein Haus der Bildung und Begegnung.« Bislang stand für die Umweltbildungsaktivitäten der »Grünen Schule« nur ein Container in der Nähe des Tropenhauses zur Verfügung, eine unzureichende Übergangslösung. »Mit dem Bohnenkamp-Haus wird nun im Fortsetzung nächste Seite

Foto: Elena Scholz

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Museumsmacher
Studierende entwickeln eine Ausstellung
Von Constanze Kronisch Jeder kennt ihn – den klassischen Museumsbesuch. Respektvolles Innehalten vor den Werken in den großen oder kleineren Kulturtempeln. Stille – schließlich möchte man die anderen Besucher nicht stören. Später folgt das Nachsinnen über das Gesehene, die Reflexion. Welcher Schritte bedarf es, damit auch der jüngere Museumsbesucher in eine faszinierende und fesselnde Welt abtauchen kann? Und wie entsteht eine erfolgreiche Ausstellung? In Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Osnabrück begaben sich etwa 20 Kunstgeschichtsstudenten der Universität vor über einem Jahr auf den Weg, eine interaktive Architekturausstellung für Schüler, Studenten und Erwachsene zu konzipieren. Die Ausstellung »In die Wüste gebaut – 1000 Jahre St. Johann« ist Teil einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums des Stifts St. Johann. Anhand von vier Osnabrücker mittelalterlichen Kirchen soll sie mittelalterliche Sakralarchitektur auf spannende Weise »erfahrbar machen« und Grundbegriffe wie Romanik und Gotik beleuchten. Auf ihrer kreativen Reise kamen und kommen die angehenden Kunsthistoriker mit den verschiedenen Bereichen der Museumsarbeit, Ausstellungskonzeption und -gestaltung in Kontakt. Von Beginn an ist klar: Das rege Erforschen des Museums, interaktive Stationen, Mechanismen und bunte Farben müssen im Mittelpunkt ihrer Schau stehen, denn all das bereitet jungen Museumsbesuchern Freude. Dies stets im Hinterkopf und eingeteilt in Arbeitsgruppen mit thematischen Schwerpunkten startete im Oktober 2009 die studentische Arbeit an einem facettenreichen Ausstellungskonzept: Ideen sammeln, verwerfen oder entwerfen, verbessern, perfektionieren – neben dem Kopf benötigen die Studenten vor allem ein Händchen fürs Entwickeln. Ob klassische Kirchenmodelle, faszinierende 3-D-Visualisierungen, ein Klappenquiz oder das schrille und abstrakte Stadtmodell – mit viel Kreativität nehmen sie die Planung verschiedener Ausstellungsobjekte in Angriff. Immer wieder gibt es

Was braucht eine gelungene Austellung? Diese Studierenden wollten es erfahren.

Gespräche mit dem Kunsthistorischen Museum, das stets den Kostenplan und die Kalkulation der Ausstellung im Auge behält, aber auch im »Ideen-Austausch« mit den Studenten steht. Es folgt das Kontakteknüpfen. Mithilfe einer nach und nach entstandenen Sponsorenmappe machen sich die Studenten auf die Suche nach finanzieller Unterstützung. Auch Institutionen oder kreative Köpfe, die die entworfenen Ausstellungsobjekte praktisch umsetzen, müssen gefunden werden. Verschiedene soziale Werkstätten und (Berufs-) Schulen Osnabrücks erklären sich zur Kooperation bereit, sodass die angehenden Kunsthistoriker derzeitig die Entstehung der Objekte begleiten. Momentan stehen zudem Überlegungen

zur Ausstellungsgestaltung an: Ein Ausstellungsdesign muss gefunden, die Unterbringung der Objekte auf relativ kleinem Raum gut durchdacht werden. Am Ende der Reise werden die Studenten Ausstellungstexte, Werbematerial und museumspädagogische Begleitmaterialien erstellen. Bis zur Eröffnung der Schau »In die Wüste gebaut – 1000 Jahre St. Johann« am 11. Mai 2011 im Akzisehaus des Kulturgeschichtlichen Museums heißt es also: kreativ bleiben! Weitere Infos unter: Hanna Dornieden (Kunsthistorisches Institut): hdornied@uni-osnabrueck.de. Die Autorin studiert Kunstgeschichte an der Universität Osnabrück.

Fortsetzung: Ein Haus zum Lernen und Forschen
Botanischen Garten ein festes Umweltbildungszentrum mit Informationsbereichen, Experimentierräumen und Gruppenräumen geschaffen«, so Prof. Dierk Meyer-Pries, Vorsitzender des Freundeskreises des Botanischen Gartens. »Mit 900 Quadratmetern Nutzfläche bietet das BITZ auch Platz und den passenden Rahmen für Seminare, Lesungen oder Musikveranstaltungen«, erläuterte Architekt Rainer Sökeland (Büro Sökeland & Leimbrink – Architektur & Design) beim Rundgang durch den Rohbau. Zentrales Anliegen des Botanischen Gartens ist es, die Artenvielfalt zu erforschen, zu erhalten und der Bevölkerung näher zu bringen. »Durch ein aktives Erleben und Beobachten sollen bei uns Kleinkinder, Schüler, Studierende und Erwachsene für die Vielfalt der Pflanzen sensibilisiert werden«, erläutert Prof. Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Botanischen Gartens. »Wir erklären naturwissenschaftliche Zusammenhänge und schaffen so ein Bewusstsein für die Erhaltungswürdigkeit der biologischen Vielfalt.« »Die Rohbauarbeiten des neuen Informationszentrums sind trotz der Winterpause weit fortgeschritten, so dass wir im abgestimmten Terminplan liegen«, so Richard-Wilhelm Bitter, Leiter des Staatlichen Baumanagement Osnabrück-Emsland, der mit seinem Team für die Projektsteuerung verantwortlich zeichnet. Die bautechnische Übergabe des »BohnenkampHauses« ist im Dezember 2011 vorgesehen.

Dunja McAllister bei der Grundsteinlegung des BITZ

Foto: Elena Scholz

Foto: privat

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Nachhaltige Übergänge ermöglichen
1.700 Expertinnen und Experten bei den 16. Hochschultagen Berufliche Bildung
(os) »Übergänge in der Berufsbildung nachhaltig gestalten: Potentiale erkennen – Chancen nutzen« war das Motto der 16. Hochschultage Berufliche Bildung, die in diesem Jahr zwischen dem 23. und 25. März von der Universität ausgerichtet wurden. Fast 1.700 Berufsbildungsexpertinnen und -experten kamen bei der Tagung zusammen, um sich im Rahmen des vielfältigen Programms auszutauschen und gemeinsam Ideen für eine bessere Gestaltung der Übergänge im Berufsbildungssystem zu erarbeiten. Die große gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Thematik unterstrich auch der niedersächsische Kultusminister und derzeitige Präsident der Kultusminsterkonferenz, Dr. Bernd Althusmann, in seiner Rede zur Eröffnung der Tagung: die Übergangsproblematik im Bildungswesen sei das Kernthema seiner Amtszeit als KMK-Vorsitzender. Prof. Dr. Thomas Bals vom Fachgebiet Berufspädagogik, der für die Ausrichtung der Hochschultage zuständig war, zieht eine positive Bilanz: »Während der drei Tage konnten das Expertenwissen aus den Hochschulen und die Erfahrungen von Fachleuten aus unterschiedlichsten Handlungs- und Praxisfeldern der beruflichen Bildung erfolgreich zur Entwicklung neuer Ideen und Lösungsansätze zum Übergangsmangement zusammengetragen und diskutiert werden. Dies ist zum einen eine Voraussetzung für die Qualitätssicherung der verschiedenen Initiativen und dient zum anderen ihrer nachhaltigen Vernetzung«, resümiert der Wissenschaftler. Unterstützt wurde die Tagung vor allem durch die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, die sich mit 100.000 Euro an der Finanzierung beteiligte. Die Schirmherrschaft hatte der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister übernommen. Das Rahmenthema der besonders bedeutsamen Übergänge in der Berufsbildung wurde in 19 Fachtagungen, 29 Workshops, vier Vortragsreihen, Posterpräsentationen sowie Kurzexkursionen in Betriebe und Bildungseinrichtungen aufgegriffen und bearbeitet. Ein besonderes Highlight der diesjährigen Tagung war die sogenannte Open-SpaceVeranstaltung am Donnerstag im Osnabrücker Schloss: Die Experten tauschten sich in Gruppen in zwangloser Atmosphäre über Themen aus, die zuvor in einem Plenum zur Vertie-

Freundliche Worte: Der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann begrüßte die Tagungsteilnehmer.

fung vorgeschlagen wurden. »Es war wirklich erfreulich zu erleben, wie die Teilnehmer in dynamischen Gesprächsrunden diskutiert haben und dabei zu interessanten und kreativen Ergebnissen gekommen sind«, so Bals. Auch in den Workshops am Donnerstag und Freitag wurden relevante Fragen rund um die Übergänge in der Berufsbildung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert. Um die Situation und Gestaltung beruflicher Übergangssysteme in bestimmten beruflichen Fach-

Foto: Michael Münch

Bewegungstheater StudiOSi zeigte berufliche Übergänge in Form einer tänzerischen Einlage.

richtungen ging es in den Vorträgen, Referaten und Diskussionen der einzelnen Fachtagungen. Ebenfalls beteiligt am Programm waren Schülerinnen und Schüler der berufsbildenden Schulen aus der Region, indem sie vor allem bei der Organisation Unterstützung leisteten. So verschönerte zum Beispiel Blumenschmuck der Schülerinnen der BBS Haste die Veranstaltungsräume und die Tageszeitung der Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der BBS Schölerberg berichtete über die neuesten Ergebnisse und Highlights der Tagung. Zwei Berufsfachschulklassen von der BBS Brinkstraße in Osnabrück betreuten außerdem die Hardware und leisteten technische Unterstützung in den Veranstaltungsräumen und die »Pic Pen AG« der BBS Melle kümmerte sich um die Bilddokumentation der Hochschultage. »Wir sind allen Helferinnen und Helfern sehr dankbar für ihr fantastisches Engagement«, betont Bals. »Die Tagung konnte nur durch ihre Unterstützung ein so großer Erfolg werden. Insgesamt sind wir außerordentlich zufrieden«, so Prof. Dr. Thomas Bals. Eine Bildergalerie findet sich unter: www.uni-osnabrueck.de/ 17599.htm

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Renommierter Gast
Friedensgastprofessur für Neville Alexander
(ul) Prof. Dr. Neville Alexander aus Kapstadt erhält zum Sommersemester die zweite Friedensgastprofessur an der Universität Osnabrück. Der in Deutschland promovierte Literaturwissenschaftler war zehn Jahre lang wegen seines Engagements gegen das Apartheid-Regime als politischer Häftling auf der Gefängnisinsel Robben Island interniert und diskutierte dort zusammen mit Nelson Mandela und anderen führenden Mitstreitern Konzepte zur Überwindung der Rassentrennung in Südafrika. Heute ist Prof. Alexander Direktor des Studienprogramms »Alternative Erziehung« an der Universität Kapstadt. »Die Gastdozentur von Prof. Alexander ist eingebettet in das auf vier Jahre angelegte Programm ›Gastprofessur Frieden und globale Gerechtigkeit‹, das an die Friedenstradition der Stadt Osnabrück anknüpfen und die Friedensforschung an der Universität Osnabrück Profil gebende Impulse vermitteln soll«, erläutert Programmkoordinator Prof. Dr. Arnulf von Scheliha. Das Programm wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Stiftung Westfalen-Initiative und der Deutschen Stiftung Friedensforschung unterstützt. Langfristiges Ziel ist es, eine eigene Osnabrücker Friedensforschung an der Universität zu etablieren. Die erste Gastprofessorin Prof. Dr. Dr. h.c. Eveline GoodmanThau (Jerusalem) beschäftigte sich mit dem der Tradition des Westfälischen Friedens unmittelbar verknüpften Forschungsschwerpunkt »Friede zwischen den Religionen«. Prof. Alexander wird im Sommersemester unter anderem im internationalen Masterstudiengang »Demokratisches Regieren und Zivilgesell-

Begeistert von der Uni Osnabrück: Prof. Dr. Neville Alexander wurde von den Professoren Dr. Roland Czada und Dr. Arnulf von Scheliha (l.) begrüßt.

schaft« zu afrikanischen Themen lehren. »Wir freuen uns außerordentlich, diese Persönlichkeit für die zweite Friedensgastprofessur an der Universität gewonnen zu haben«, so Politikwissenschaftler Prof. Dr. Roland Czada, der den Gast an der Universität Osnabrück mit betreuen wird. Am Montag, 18. April, wurde Prof. Alexander offiziell begrüßt und der Hochschulöffentlichkeit vorgestellt. Für Hörerinnen und Hörer aller Fakultäten hielt Alexander eine Vorlesung zum Thema »Ethik und Politik in Transfor-

info
Auf ins Ausland – aber wie? Infoveranstaltungen des Akademischen Auslandsamtes (os) Wer ins Ausland will, sollte sich frühzeitig informieren. Das Akademische Auslandsamt bietet dafür eine Viezahl an Veranstaltungen, von denen wir hier eine Auswahl näher vorstellen. Eine vollständige Liste findet sich unter www.uni-osnabrueck.de/3937.html Weitere Informationen: Akademisches Auslandsamt, Beate Teutloff, Tel. 969-4126
Förderungsmöglichkeiten für Studienaufenthalte in Frankreich, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien, Lateinamerika (einschl. Partneruniversitäten und ERASMUS-Programm) jeweils mittwochs, 12 bis 13 Uhr 18.5. und 8.6. StudiOS, Neuer Graben 27, Raum 19/107 (Sitzungszimmer 11) Diese Veranstaltung setzt den Besuch der Erstberatung voraus. Wie bewerbe ich mich richtig um ein Stipendium beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)? Dienstag, 28.6., 12 bis 13 Uhr StudiOS, Neuer Graben 27, Raum 19/107 (Sitzungszimmer 11) Workshop: Erfolgreich im europäischen Ausland studieren – Interkulturelle Kommunikation in der Praxis Freitag, 1.7., 9 bis 17 Uhr max. 20 Teilnehmer, Anmeldung per E-Mail erforderlich: angela.schubert@uni-osnabrueck.de Workshop: Studium in den USA und Kanada – Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt Samstag, 18.6., 9 bis 17 Uhr max. 20 Teilnehmer, Anmeldung per E-Mail erforderlich: angela.schubert@uni-osnabrueck.de

Erstberatung zum Auslandsstudium inkl. Übersicht über die Bewerbungstermine jeweils dienstags, 12 bis 13 Uhr 17.5., 7.6. und 21.6. StudiOS, Neuer Graben 27, Raum 19/107 (Sitzungszimmer 11)

Förderungsmöglichkeiten für Studienaufenthalte in Großbritannien, Irland, USA, Kanada, Australien, Neuseeland (einschl. Partneruniversitäten und ERASMUS-Programm) jeweils mittwochs, 12 bis 13 Uhr 20.4., 25.5. und 22.6. StudiOS, Neuer Graben 27, Raum 19/107 (Sitzungszimmer 11) Diese Veranstaltung setzt den Besuch der Erstberatung voraus.

mationsgesellschaften«, in der Wandel in Südafrika reflektiert und mit den Entwicklungen in den Staaten Mittel- und Osteuropas verglichen werden soll. Am Mittwoch, 4. Mai, wird der südafrikanische Germanist und Sprachwissenschaftler zusammen mit Prof. Dr. Klaus Töpfer Gast der Osnabrücker Friedensgespräche sein. Neben der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit den Friedensforschern an der Universität Osnabrück sind im Rahmen der Gastprofessur auch Begegnungen mit Oberstufenschülerinnen und -schülern des Ratsgymnasiums und des Gymnasiums »In der Wüste« vorgesehen. Prof. Alexander: »Die Gastprofessur gibt mir die wunderbare Gelegenheit, grundsätzliche Fragen der Demokratie und des gesellschaftlichen Wandels im 21. Jahrhundert mit interessierten Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden zu diskutieren. Darüber freue ich mich sehr.« Prof. Alexander gehört zu den angesehensten Intellektuellen Südafrikas. Er wurde 1936 in Südafrika geboren, studierte zunächst an der Universität Kapstadt und wechselte durch ein Stipendium der Humboldt-Stiftung 1958 an die Universität Tübingen, wo er 1961 in Literaturwissenschaft promovierte. Kurz nach seiner Heimkehr wurde er 1963 verhaftet und trotz massiver internationaler Proteste zehn Jahre auf Robben Island interniert. Dort traf er Nelson Mandela. Nach der gewaltfreien Regierungsübernahme Mandelas entwickelte Alexander unter anderem mit den ANC-Führern Konzepte einer zukünftigen Bildungspolitik Südafrikas.

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Neu im Amt
Zwei neue Mitglieder im Hochschulrat
(ul) Auf Vorschlag einer Findungskommission hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Einvernehmen mit dem Senat Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar W. Weiler, Rektor der Ruhr-Universität Bochum, zum neuen Mitglied des Hochschulrates bestellt. Als neues Mitglied der Hochschule im Hochschulrat wählte der Senat Prof. Dr. Andrea Lenschow, seit 2007 Professorin für »Europäische Integration« am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität. Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger dankte den bisherigen Mitgliedern Heinz-Eberhard Holl (Oberkreisdirektor a. D. des Landkreises Osnabrück) und Prof. Dr. Claudia Solzbacher für ihr großes Engagement zugunsten der Universität. Die übrigen bisherigen Mitglieder des Hochschulrates werden weiterhin in ihrer Funktion tätig sein. Die dritte Amtszeit des Hochschulrates begann am 1. April 2011 und endet am 31. März 2015. Ein ausführlicher Bericht folgt in der kommenden Ausgabe der Unizeit. Das Niedersächsische Hochschulgesetz stellt den einzelnen Universitäten mit den Hochschulräten externe Beratungsgremien zur Seite. Der Hochschulrat der Universität Osnabrück besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern, von denen fünf im Einvernehmen mit dem Senat vom Ministerium

Foto: Elena Scholz

Neu im Hochschulrat: Prof. Dr. Andrea Lenschow und Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar W. Weiler.

für Wissenschaft und Kultur bestellt werden, eines vom Senat gewählt wird und eines eine Vertreterin oder ein Vertreter des Ministerium für Wissenschaft

und Kultur ist. Der Hochschulrat ist ehrenamtlich tätig und an Aufträge und Weisungen nicht gebunden. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre.

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10 Studentisches

unizeit 2011 | 1 Universität Osnabrück

Kulturen kennen lernen
»Interkulturelles Mentoring« an der Universität Osnabrück geht in die nächste Runde
Von Annika Reuwand Stellt euch vor, ihr entscheidet euch für ein Studium im Ausland. Auf welche Probleme und Unsicherheiten stoßt ihr, wenn ihr in Kontakt mit der fremden Kultur tretet? Was vermisst ihr, was ist euch fremd? Kann man Betroffenen selbst dabei helfen, die Herausforderungen des Kulturschock-Alltags zu überwinden? Derartige Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts »Interkulturelles Mentoring« an der Universität Osnabrück (»imos«), das in diesem Sommersemester in die dritte Runde geht. Wer mitmachen möchte, kann sich noch bis zum 30. April anmelden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. »Hauptziel des Projektes ist es, ausländische Studierende durch kompetente und einfühlsame

Verstehen sich super: Mentorin Lena und ihr Mentee Jimmy aus Uganda.

info
Jetzt anmelden für den Unisport
(os) Es wird Zeit: Noch bis zum 7. Mai läuft die Anmeldefrist für die kostenpflichtigen Kurse des Sportprogramms. Das Zentrum für Hochschulsport von Universität und Hochschule hat,

wie auch in den Vorjahren, ein sehr attraktives Angebot zusammengestellt, das für jeden Sportbegeisterten (und solche, die es noch werden wollen) eigentlich keine Wünsche offen lässt. Das Programm findet sich im Internet unter www.zfh.uni-osnabrueck.de

Beratung in ihren ersten Monaten an der Uni Osnabrück zu unterstützen, um ihnen den Einstieg in die deutsche Kultur und das Osnabrücker Studentenleben zu erleichtern«, erklärt der Diplompsychologe Steffen Kötter, ehemaliger Student der Uni Osnabrück und Leiter des Projekts. Dafür werden ihnen jeweils zwei Helfer zur Verfügung gestellt: Lehrende oder Nachwuchswissenschaftler übernehmen die Rolle des wissenschaftlichen Mentors, der den Studenten in Hinblick auf fachspezifische Fragen betreut, ihm also bei der Bewältigung der Anforderungen seines Studiums zur Seite steht. Im Unterschied dazu hilft der studentische Mentor seinem »Mentee« bei persönlichen Problemen, die sich beim Aufeinandertreffen mit der fremden Kultur und Lebensweise ergeben können. Wer sich in Sachen interkulturelle Kompetenz weiterentwikkeln und die erworbenen Kenntnisse bei der Betreuung eines »Mentee« umsetzen und vertiefen will, kann sich für den neu einsetzenden Durchgang des Programms anmelden. Zum Ablauf: Im Semester vor der Ankunft der ausländischen Studierenden werden die angehenden Mentoren zunächst in zwei Workshops auf die Begeg-

nung mit ihrem Mentee vorbereitet. In Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten und durch Vorträge der Workshop-Leiter lernen sie etwas über die verschiedenen Dimensionen von Kultur und versetzen sich in die Situation eines ausländischen Studierenden: Wie fühlt es sich an, sich fern von allem Vertrauten auf einmal in einer völlig fremden kulturellen Umgebung wiederzufinden? Außerdem werden sie für die Merkmale des eigenen Kulturkreises im Unterschied zu anderen sensibilisiert und sprechen über mögliche Probleme, die ein Zusammenstoß verschiedener Kulturen mit sich bringen kann. Davon ausgehend entwerfen sie Leitlinien für die Gestaltung der MentorMentee-Beziehung. Mit der Ankunft der ausländischen Studierenden im folgenden Semester beginnt dann der Kernteil des Programms: Mentor und Mentee lernen sich kennen und legen gemeinsam die Bedingungen ihrer Treffen fest, in denen sie die Erfahrungen des Mentees mit der deutschen Kultur reflektieren, gemeinsam etwas unternehmen oder einfach nur ein bisschen quatschen. Gleichzeitig werden im Rahmen des Projektes gemeinsame Workshops für Mentoren und Mentees veranstaltet: Die Teilnehmer

aus verschiedensten Regionen der Welt, zum Beispiel aus China, Afrika und Osteuropa, können sich hier kennenlernen und austauschen. Auf der Grundlage kleiner Gruppenarbeiten und Spiele werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen veranschaulicht und Methoden für den Umgang mit diesen Unterschieden erarbeitet. Ein besonderes Highlight des letzten imosProjektes war der sogenannte »Kultur-Basar«, in dem jeder etwas für seine Heimat Typisches mitbringen und vorstellen konnte. Neben Tanzeinlagen zu afrikanischen Rhythmen gab es an diesem Abend unter anderem einen chinesischen KalligraphieKurs, einen kulinarischen Streifzug durch Schweden, Volksmusik aus Armenien und auch ein traditionelles chinesisches Gericht stand zum Probieren bereit. Alles in allem: die Teilnahme am Projekt »imos« bringt dich in Kontakt mit interessanten Menschen anderer Kulturen und ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung für künftige interkulturelle Begegnungssituationen. Also der Tipp für alle: Macht mit, werdet Mentoren, es lohnt sich! Die Autorin war Praktikantin in der Stabsstelle Kommunikation und Marketing.

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Universität Osnabrück unizeit 2011 |1

Studentisches 11

Kultur pur und manches mehr
Der Allgemeine Studierenden Ausschuss verplant den Sommer
Von Paul Lücke Die zweite Hälfte der Amtszeit des 37. AStA der Universität Osnabrück bricht an – ein kulturell wertvoller Sommer steht bevor. Zunächst ein Rückblick: Im Fokus der vergangenen Arbeit des AstA stand sicherlich die »Baracke«. Dabei handelt es sich um ein Gebäude, das den Studierenden von der Universität zur freien Verfügung gestellt wurde. Viel Raum für Ideen also, den es zu nutzen gilt. Schnell gründete sich das »Barackenplenum«, das mit Unterstützung des AStA Ideen und Vorschläge für die Nutzung sammelte. Heute ist die Baracke ein Treffpunkt am Westerberg (Gebäude 93, Barbarastraße 22c) und auch aktuell sind Studenten, die eine Nutzungsidee für die Räume haben, herzlich willkommen – und alle anderen ebenso. Das neue Büro des AStA in der Baracke soll es Studenten im Sommersemester 2011 erleichtern, mit der studentischen Selbstverwaltung auch am Westerberg Kontakt aufzunehmen. Eine Sprechstunde ist einmal wöchentlich geplant. Leider gibt es schlechte Nachrichten im Bezug auf das Seme-

Die Referentinnen und Referenten des AStA.

sterticket. Durch die Abgabe des Regionalstreckennetzes der Bahn rund um Bremen, konnte dieses leider nicht mehr in das Semesterticket aufgenommen werden. Das heißt, man kommt mit dem Regionalexpress noch von Osnabrück bis nach Bremen. Das Umland ist jedoch nicht mehr umsonst mit dem Ticket befahrbar. Wir bedauern diese Einschränkung sehr und fragen uns ebenso, warum es im Zuge dessen keinen Preisnachlass auf das Semesterticket seitens der DB gegeben hat. Unsere Beschwerden blieben aber bis auf weiteres ungehört. Nun aber zumSommer 2011: Nachdem die aktuelle Besetzung

info
Pressearbeit hautnah erleben
(os) Wie lassen sich die Erfolge der Universität möglichst medienwirksam und dennoch informativ in der Öffentlichkeit verbreiten? Durch eine zielgruppenorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Doch was verbirgt sich hinter diesen Schlagworten? Studierende, die an Antworten auf diese Frage interessiert sind, bietet die Stabsstelle Kommunikation und Marketing der Uni die Möglichkeit, ein sechswöchiges Praktikum zu absolvieren. Neben den täglich anfallenden Aufgaben wie dem Verfassen von Pressemitteilungen und Artikeln, dem Erstellen eines Pressespiegels oder der Online-Redaktion besteht die Möglichkeit, selbstständig ein Projekt zum Bereich Pressearbeit zu bearbeiten. Für weitere Informationen: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de, Tel. (0541) 969-4370.

nach einer kleinen Umstellung im Referat für Öffentlichkeit den Winter(-schlaf ) gut überstanden hat, steht ein heißer Sommer bevor. Momentan steht alles unter dem Zeichen des diesjährigen SchlossinnenhofFestivals – welches am Wochenende des 24./25. Juni stattfindet. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. Nicht nur das Festival selbst, sondern auch der dazugehörige Bandcontest am 26. Mai will organisiert werden. Die Gewinnerband des Contest wird wie immer die SchossinnenhofParty eröffnen dürfen. Daneben winkt ein attraktiver Sachpreis. Bewerben könnt ihr euch noch bis zum 30. April beim AStA. Aktuelle Informationen gibt es auch unter www.asta.uos.de. Neben der musikalischen Performance soll das Festival ein kulturelles und gesellschaftspolitisches Rahmenprogramm bekommen. Wir wünschen uns eine aktive Mitgestaltung des Festivals durch EUCH. Eine möglichst große Beteiligung verschiedener Fachschaften, Hochschulgruppen, Initiativen und allen anderen interessierten Studierenden soll dazu beitragen, die Identifikation zwischen Universität und Studierendenschaft, zumindest aber zwischen Studentischer-Selbstvertretung und den Studierendenvertretern, zu befördern. Wir hoffen mit dem diesjährigen Schlossinnenhof-Festival nicht nur erneut

einen Beitrag zum kulturellen Leben in Osnabrück, sondern auch einen Beitrag zur politischen Bildung gemäß unserer Verantwortung als Hochschulangehörige leisten zu können. Was heißt das nun? Gemeinsam mit euch möchten wir uns den Kopf darüber zerbrechen, wie wir Themenkomplexe wie »Kunst zwischen Individualität und Verwertbarkeit«, »Wissenschaft zwischen Erkenntnis und Markt« oder »Subkultur vs. Hochkultur« in Form von Workshops, Diskussionen, Vorträgen, Aufführungen und allem, was uns sonst noch einfällt, bearbeiten können. In der Woche vor und an den Nachmittagen des Festivals sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Wir möchten euch deshalb bitten, euch schon jetzt zu überlegen, was euch als Einzelne sowie als angehende Wissenschaftler bewegt, interessiert, beschäftigt. Mit welchen gesellschaftlich relevanten Fragestellungen setzt ihr euch im Rahmen eures Studiums auseinander? Stellt eure Projekte oder die Arbeit eurer Initiativen vor. Von der Theateraufführung bis zum wissenschaftlichen Vortrag soll ein möglichst vielfältiges Angebot geschaffen werden. Die Universität, das sind vor allem WIR. Der Autor ist Referent für Kultur im AStA.

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12 Forschung | Lehre | Studium

unizeit 2011 |1 Universität Osnabrück

Neue Publikationen Osnabrücker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Peter Hertel: Arbeitsbuch Mathematik zur Physik. SpringerVerlag, Heidelberg, 2011 Das Arbeitsbuch zu den Lehrbüchern Theoretische Physik P. Hertel und Mathematikbuch für Physik von Peter Hertel enthält 256 Aufgaben aus der Mathematik und ausführliche Lösungen. Für Studenten bietet das Buch, das auch als Aufgabensammlung mit Lösungen unabhängig vom Lehrbuch genutzt werden kann, vielfältige praxisnahe Anregungen. Mit Blick auf die wirklich benötigten Kenntnisse, mit Hilfe von mathematischem Handwerkszeug zu entdecken, auszuprobieren und einzuüben – und zwar mit Spaß und Erfolgsgarantie. Die Lösungen werden schrittweise ausgeführt und ermöglichen eine direkte Umsetzung. Dieses Buch ist geeignet für Haupt- und Nebenfachstudierende der Physik und verwandter Gebiete, die ihre mathematischen Kenntnisse vertiefen wollen. Wilfried Westheide/Otto Larink: Coastal Plankton. Photo Guide für European Seas. 2. erweiterte Auflage. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2011 Wer sich für Plankton-Organismen des Meeres interessiert, findet in diesem Buch einen hilfreichen Begleiter. Es eignet sich für Studenten und Lehrende der Zoologie und der Meeresbiologie ebenso wie für interessierte Laien, die einen genaueren Blick auf das Leben im Meer werfen wollen. Mit insgesamt 930 Abbildungen von lebenden Organismen enthält das neu erschienene Buch im Unterschied zur ersten Ausgabe fast 300 zusätzliche Fotografien, die bei Meeresexkursionen durch europäische Küstenregionen aufgenommen wurden. Im Besonderen wurden viele Arten des Mittelmeerraumes hinzugefügt. Die Abbildungen sind mit gut verständlichen Kommentaren und Erläuterungen versehen. Oliver Thomas/Peter Loos/ Markus Nüttgens (Hrsg.): Hybride Wertschöpfung. Mobile Anwendungssysteme für effiziente DienstleistungsprozesO. Thomas se im technischen Kundendienst. Springer Verlag, Berlin 2010 Die Grenzen zwischen Sach- und Dienstleistung verschwimmen zunehmend – Produkte

sind in der Regel hybrid. Obwohl über die Wettbewerbsvorteile und den ökonomischen Nutzen von hybriden Produkten weitgehend Einigkeit besteht, existieren kaum Ansätze zur integrierten Entwicklung von Sach- und Dienstleistungen. Die Tatsache, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Leistungsbündels maßgeblich von dessen Konzeption und kundenindividueller Gestaltung abhängt, wird damit vernachlässigt. In diesem Band werden neue Methoden zur Gestaltung hybrider Produkte vorgestellt. Dabei werden sowohl aktuelle Problemstellungen und Lösungsansätze als auch zukünftige Entwicklungsperspektiven betrachtet. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Hrsg.): Abschlussbericht der Präventionskampagne Haut 2007-2008 Die Haut ist ein Organ, das täglich gravierenden Belastungen ausgesetzt ist und daher besonders geschützt werden muss. Unter dem Motto »Deine Haut – die wichtigsten 2 m2 deines Lebens« schlossen sich daher Unfallversicherungsträger, AOK, BKK und andere Träger zusammen, um sich gemeinsam für die Prävention von Hauterkrankungen im Berufs- und Privatleben einzusetzen. Der Abschlussbericht informiert über Konzeption und Vorbereitung der Kampagne und stellt die Veranstaltungen und Projekte vor, die im Rahmen des Programms durchgeführt wurden: So war die Kampagne auf Messen und Fachveranstaltungen präsent, es gab einen Gesundheitstag im Düsseldorfer Landtag und auch die US-Army beteiligte sich an der Umsetzung. In einer abschließenden Evaluation werden die Ergebnisse der Kampagne zusammengefasst und ausgewertet. Kathrin Loer: Automobilhersteller ohne eigene Marke. Aufstieg, Krise und Perspektiven. Eine Branchenstudie für die Automobilindustrie, K. Loer VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011 Automobilhersteller ohne eigene Marke stellen in Europa im Auftrag großer Automobilkonzerne Fahrzeuge her und begleiten die Entwicklung der Branche mit ihrer Produktions- und vor allem Innovationstätigkeit. Kathrin Loer analysiert die Entwicklungen in der Automobilindustrie, durch die sich die Wettbewerbssituation dieser Gesamtfahrzeughersteller so gravierend verändert

hat, dass ihnen das Überleben erschwert oder gar unmöglich wird. Sie formuliert zunächst strategische Perspektiven (Szenarien) für die einzelnen Unternehmen und stellt ihre Entwicklungsgeschichte dar. Im empirischen Teil der Arbeit analysiert sie die spezifischen Ursachen der Krise sowie die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an die sich gravierend verändernden Marktbedingungen. Anschließend diskutiert sie die Ergebnisse aus theoretischer Perspektive, zeigt die Grenzen des ökonomischen Theorieangebots auf und schlägt eine Weiterentwicklung vor, um die Veränderungsprozesse zu erklären. Die Veröffentlichung stellt zum einen den Abschluss eines vom Land geförderten Forschungsprojektes, im Rahmen der Förderlinie »Pro Niedersachsen« dar. Hans J. Gießmann/Bernhard Rinke (Hrsg.): Handbuch Frieden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011. Das Handbuch Frieden beinhalB. Rinke tet das aktuelle Wissen zu Frieden, Friedenspolitik und zur Friedens- und Konfliktforschung. Die Beiträge behandeln den Friedensbegriff systematisch aus wissenschaftlicher und politischer Perspektive. Dabei werden die vielfältigen inhaltlichen Dimensionen und Bezüge des Begriffsgfeldes Frieden verdeutlicht. Die Befunde der insgesamt 51 AutorInnen bieten ein umfassendes Bild der aktuellen und künftigen Herausforderungen von Friedensforschung und Friedenspolitik und beziehen die Praxis der Friedensarbeit ein. Das Handbuch Frieden ist somit unverzichtbar für alle Lehrenden und Forschenden an einschlägigen universitären und außeruniversitären Einrichtungen, für Studierende, SchülerInnen sowie in der Erwachsenenbildung. Es richtet sich zugleich an friedenspraktisch Tätige, SoldatInnen sowie an eine allgemein an friedenspolitischen Themen interessierte Öffentlichkeit. Neue Publikationen? An dieser Stelle veröffentlichen wir regelmäßig Neuerscheinungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unserer Universität. Bitte senden Sie bibliografische Angaben sowie eine kurze Inhaltsangabe zu Ihrer Publikation an folgende E-Mail-Adresse: oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de

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Forschung - Lehre - Studium 13

Ein Blick aus nächster Nähe
»Elterntag 2011« war ein voller Erfolg: rund 1.100 begeisterte Besucher
(ul) Volles Haus beim dritten Elterntag der Universität: Rund 1100 Väter, Mütter, Verwandte und Freunde der Erstsemester waren am letzten Sonntag im Januar angereist, um die Universität Osnabrück aus nächster Nähe kennen zu lernen. Am Vormittag konnten sich die Eltern nach einem Begrüßungskaffee durch die Universitätsgesellschaft davon überzeugen, dass ihr Kind am Studienort Osnabrück gut aufgehoben ist. »Hier hört das Interesse an den Studierenden nicht mit der Einschreibung auf«, bringt es ein Familienvater aus Burgdorf bei Hannover auf den Punkt. »Das war in meinem Studium anders.« Und so freute sich Organisator Dr. Hans-Jürgen Unverferth über die vielen zufriedenen aus ganz Norddeutschland angereisten Gäste.
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»Wir sind beeindruckt von der Resonanz auf unsere Einladung«, erklärte die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke. »Damit zeigt sich, wie groß das Interesse der Eltern unserer Studierenden an unserer Universität mit ihren modernen Studienprogrammen ist.« Es folgten Informationen über das Beratungs-, Betreuungs- und Service-Angebot der Universität. Besonders interessant für die Eltern war ein Blick auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master, das in einem Haus vereinte Beratungsangebot der Studierenden Information Osnabrück (StudiOS) und das virtuelle Lehr- und Informationsangebot. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl fand die Vormittagsveranstaltung im Europa-Saal der OsnabrückHalle statt. In der Mittagszeit überzeugten sich die Eltern von der Qualität der

Einen Blick riskieren: Auch das Fach Kunst öffnete den Eltern seine Ateliers.

mehrfach prämierten Osnabrükker Mensa des Studentenwerks. Im Anschluss daran bestand die Möglichkeit, ausgewählte Studienbereiche kennen zu lernen. Und hier hatten sich die Fächer einiges einfallen lassen: Beinahe alle Fachbereiche gaben einen Einblick in ihre Studiengänge durch Führungen, Probevorle-

sungen und Präsentationen. Insgesamt zeigten die Eltern der Studierenden sich beeindruckt von dem Angebot. Jutta und Stefan Kuhn aus Neustadt am Rübenberge, deren Sohn im ersten Semester Wirtschaftsrecht studiert, sind sich einig: »Die Uni macht auf uns einen sehr sympathischen Eindruck.«

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Foto: Utz Lederbogen

14 Forschung | Lehre | Studium

unizeit 2011 | 1 Universität Osnabrück

v&r unipress/Universitätsverlag Osnabrück: Neue Publikationen
Nicola H. Bauer: Der Hebammenkreißsaal. Ein Versorgungskonzept zur Förderung der physiologischen Geburt, v&r unipress/ Universitätsverlag Osnabrück, Göttingen 2011 Hebammengeleitete klinische Versorgungskonzepte existieren international in verschiedenen Formen. Die vorliegende Arbeit untersucht das – in Deutschland neue – Versorgungskonzept Hebammenkreißsaal anhand einer prospektiv kontrollierten Studie. Ziel ist es, für Deutschland Aufschluss über die Auswirkungen des Versorgungskonzeptes Hebammenkreißsaal im Vergleich zum üblichen, ärztlich geleiteten Kreißsaalmodell zu erhalten. Die neue Betreuung besitzt positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind.
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Irena Lipowicz, Jens-Peter Schneider (Hrsg.): Perspektiven des deutschen, polnischen und europäischen Informationsrechts. Ergebnisse einer deutschpolnischen Alexander von Humboldt-Institutspartnerschaft, v&r unipress/Universitätsverlag Osnabrück, Göttingen 2011 Dieser Band versammelt Überlegungen deutscher und polnischer Rechtswissenschaftler zu den Perspektiven des Informationsrechts in ihrer jeweiligen nationalen Rechtsordnung sowie auf der europäischen Ebene. Die Untersuchungen widmen sich in einem ersten Block strukturellen Grundproblemen des nationalen Informationsrechts. Ein zweiter Abschnitt behandelt aktuelle Einzelprobleme und der abschließende dritte zeigt Perspektiven des Europäischen Informationsrechts unter Einschluss des Unionsrechts sowie des Rechts des Europarates auf.

Hans Ulrich Gumbrecht: Warum soll man die Geisteswissenschaften reformieren? Eine etwas amerikanische Frage, v&r unipress/Universitätsverlag Osnabrück, Göttingen 2010 Hans Ulrich Gumbrecht behandelt aus seiner 20-jährigen Erfahrung mit dem amerikanischen Universitätssystem die gegenwärtige Situation der deutschen Universitäten. Dabei geht er auf die Geschichte des deutschen Universitätswesens seit Humboldt ein und kritisiert die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte als eine immer stärkere Entfernung von den auch heute noch wertvollen Prinzipien der Humboldt’schen Universität. Gumbrecht fordert eine zukünftige Universität, die wieder ein Ort intellektueller Lebhaftigkeit und Kraft ist. Bülent Ucar, Danja Bergmann (Hrsg.): Islamischer Religionsunterricht in Deutschland.

Fachdidaktische Konzeptionen: Ausgangslage, Erwartungen und Ziele, v&r unipress/ Universitätsverlag Osnabrück, Göttingen 2010 Mit dem Islamischen Religionsunterricht in Deutschland ist ein im Gegensatz zu den historisch gewachsenen Nachbarfächern junges Schulfach auf dem Weg, sich selbst zu positionieren und diesen Platz entsprechend zu füllen – ein Schulfach im Prozess der Selbstfindung. Die Beiträge dieses Bandes führen in das Thema ein, vertiefen es und eröffnen Möglichkeiten und Wege der Umsetzung. Der Band behandelt rechtliche und gesellschaftliche Erwartungen an islamischen Religionsunterricht, Erfahrungen im Schulalltag aus Lehrer- und Lehrerinnen-Perspektive, Rahmenbedingungen, Inhalte, Bildungsund Erziehungsziele des Unterrichts sowie Unterrichtsmaterialien und -methoden.

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Seit 1995 mit dem Universitätsverlag Osnabrück, seit 2005 mit der Bonn University Press, seit 2007 mit der Vienna University Press.

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Forschung | Lehre | Studium 15

Im Auftrag der Forschungsförderung
Forschungsreferentinnen bieten Unterstützung bei Drittmittelanträgen
(os) Forschungsförderung ist ihr Metier: Seit mehr als zwei Jahren bilden Dr. Barbara Schwerdtfeger und Dr. Sonja Schmidt in diesem Bereich ein erfolgreiches Tandem an der Universität Osnabrück. Als Forschungsreferentinnen im Dezernat für Hochschulentwicklungsplanung ist es ihre Aufgabe, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Drittmittelanträgen zu unterstützen. Dies umfasst sowohl Anträge für Forschungsprojekte aller Größenordnungen als auch Anträge für Tagungen oder Auslandsaufenthalte. Während Barbara Schwerdtfeger Anträge bei nationalen Drittmittelgeber (wie Deutsche Forschungsgemeinschaft, Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen – MWK – oder ThyssenStiftung) begleitet, umfasst Sonja Schmidts Aufgabengebiet die Beratung bei der Antragstellung und Durchführung von europäischen Forschungsprojekten. Häufig nachgefragt von Wissenschaftlern ist die Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Drittmittelgeber und der passenden Förderlinien für geplante Projekte. »Die wichtigste und anspruchvollste Auf-

gabe, so mein Eindruck nach zwei Jahren«, meint Sonja Schmidt, »ist die Forscher zu beraten, wie der Einstieg in die europäische Forschung gelingen kann, und die am besten geeignete Fördermöglichkeit zu finden.« Mitunter stelle sich in Gesprächen heraus, dass statt der geplanten EU-Förderung ein nationales Förderprogramm besser passe oder umgekehrt. Ein weiteres Aufgabenfeld der Referentinnen ist die Begleitung

Forschungs-, Nachwuchsförderung und Antragsbetreuung ist ihr Metier: Dr. Barbara Schwerdtfeger und Dr. Sonja Schmidt

der Antragstellung und die Prüfung der Antragsentwürfe. »Natürlich können wir Anträge fachlich nicht beurteilen; zugleich wissen wir ziemlich gut, wie ein Antrag strukturell auszusehen hat,« erklärt Barbara Schwerdtfeger. »Wir wissen, was wichtig ist, was man besser nicht schreiben sollte und können bei der Finanzplanung helfen.« Schwerdtfeger ist über die Antragsbetreuung hinaus auch für die Nachwuchsförderung zuständig. Die beinhaltet insbesondere die Beratung von Nachwuchswissenschaftlern hinsichtlich ihrer Karriereplanung. Auch hier geht es häufig um Drittmittelanträge, aber auch Aspekte wie Publikationen, Auslandsaufenthalte und Aufbau von Netzwerken werden hier besprochen. Beide Forschungsreferentinnen führen regelmäßig Veranstaltungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität durch. Hierzu zählen beispielsweise ganztägige Workshops zur Einführung in die Antragstellung von Drittmittelprojekten, Veranstaltung zur Tagungsfinanzierung und zur Erstellung eines Exposés für die Promotion. Darüber hinaus laden sie regelmäßig auswärtige Referentinnen ein, beispielsweise

aus der Nationalen Kontaktstelle für Europäische Forschungsförderung, von der DFG oder aus verschiedenen Stiftungen. Ebenso engagieren sich die Forschungsreferentinnen in der Vernetzung von Antragstellern. So hat Sonja Schmidt ein regelmäßiges Treffen ins Leben gerufen, in welchem sich erfahrene und interessierte EU-Antragsteller austauschen. Auch der Austausch mit beispielsweise dem Finanzdezernat oder dem Akademischen Auslandsamt ist den Forschungsreferentinnen wichtig, da die Antragsberatung meist auch die Erstellung eines Kostenplans oder auch Kooperationen mit dem Ausland mit einschließt. Beide Forschungsreferentinnen haben selbst Erfahrungen in der Wissenschaft und der Forschungsförderung: Schwerdtfeger ist promovierte Amerikanistin und war vor ihrer Tätigkeit in Osnabrück bei der DFG in Bonn tätig. Schmidt hat während ihrer zehnjährigen wissenschaftlichen Anstellung in Kaiserslautern und Osnabrück promoviert, in europäischen Forschungsprojekten gearbeitet und dabei Erfahrung in der Antragstellung und Projektabwicklung gesammelt.

Foto: Elena Scholz

Foto: Elena Scholz

Karikatur: Dirk Meissner

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Offen für alle Interessierten
(os) Es ist ein ehrgeiziges Projekt, dessen Titel auf den ersten Blick vieles bedeuten kann: Unter dem Begriff »Offene Hochschule« hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ein Konzept entwickelt, um unter anderem den Zugang zur Hochschulausbildung neu zu ordnen. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ruft zu einem Wettbewerb um innovative Konzepte für die »Offene Hochschule« auf. An dieser Initiative beteiligt sich auch die Universität Osnabrück zusammen mit der Hochschule Osnabrück und mehreren regionalen Partnern. Der Hintergrund für das in den letzten Jahren gestiegene Interesse an einer Neuausrichtung der wissenschaftlichen Ausbildungspraxis ergibt sich sowohl aus dem gesellschaftspolitischen als auch soziokulturellen Wandel, der sich in den vergangenen Jahren immer schneller vollzieht. Umschreiben lässt er sich unter anderem durch eine zunehmend älter werdende Gesellschaft, die steigenden Anforderungen der Globalisierung sowie die Flexibilisierung der Berufslaufbahnen. Solcherart Begrifflichkeiten definieren die Auswirkungen dieses Wandels auf viele unterschiedliche Politikfelder, nicht zuletzt auf die Bildungspolitik im Allgemeinen und die Hochschulausbildung im Besonderen. So wird von Arbeitssoziologen aber auch von Vertretern der Wirtschaft schon seit Langem betont, dass die Fähigkeiten und Kenntnisse, die in jungen Erwachsenenjahren an der Universität oder im Unternehmen erworben wurden, heute nicht mehr ausreichen für ein Berufsleben von der Ausbildung bis zur Rente. Die Halbwertszeit einmal erworbener beruflicher Kompetenzen wird zunehmend geringer. Beispiele dafür finden sich zuhauf: Der Kraftfahrzeugmechaniker, der in den siebziger Jahren seine Ausbildung abschloss, steht heute ratlos vor der immer komplexer werdenden Elektronik im Motor eines neuen Kleinwagens. Dem modernen globalisierten Finanzwesen mit Hedgefonds und Bad Banks ist mit volkswirtschaftlichen Begrifflichkeiten aus den Achtzigern kaum noch beizukommen. Und eine Bibliotheksangestellte, die es über Jahre gewohnt war, mithilfe eines penibel geführten Zettelkastens Ordnung in ihrem Buchbestand zu halten, schreckt zunächst einmal zurück vor dem neu eingeführten Computerprogramm, das Tausende von Kärtchen fortan ersetzen soll. Ausgehend von diesen Erkenntnissen und einem sich immer deutlicher abzeichnenden Fachkräftemangel setzt das Konzept »Offene Hochschule« direkt bei den Bildungseinrichtungen an. Ziel ist es, für Berufstätige Zugangsmöglichkeiten an Universitäten und Hochschulen zu schaffen, um denen die Möglichkeiten einer akademischen (Weiter-)Qualifikation zu eröffnen. Das Modellvorhaben zur Öffnung der Hochschulen wurde durch das niedersächsische MWK vor einem Jahr bei der Novellierung des Hochschulgesetzes in die Normalität entlassen. »Kompetent mehr erreichen« lautete das Motto des Modellvorhabens. Im Vordergrund stand die Frage nach der Motivation der Zielpersonen: Wie können bislang Berufstätige für ein Studium und die individuelle Weiterbildung motiviert werden und wie kann das vielfältige Angebot in der niedersächsischen Bildungslandschaft stärker als bisher genutzt werden? Hier eine Antwort zu finden, ist alles andere als einfach. Hemmschwellen müssen insbesondere bei all jenen abgebaut werden, die bislang nie daran gedacht hätten, eine Hochschule zu besuchen. Die Universitäten und Hochschulen sind in diesem Zusammenhang gefordert. Daher hatte das MWK für ein Pilotprojekt drei Aufgabenbereiche definiert: »Öffnung der Hochschulen für andere Zielgruppen durch spezielle Studienangebote für Berufstätige, Erleichterung von

Übergängen zwischen beruflicher und Hochschulbildung durch Anrechnung von Qualifikationen und Kompetenzen sowie die Einbindung von Angeboten aus der Erwachsenen-/ Weiterbildung in die Hochschulbildung«, heißt es auf der Homepage des Ministeriums. Rund 3,2 Millionen Euro stellte Hannover dafür bereit, vier niedersächsische Hochschulstandorte beteiligten sich daran. Diese Standorte, zu denen Osnabrück nicht gehörte, bereiten sich nun auf den frisch eingeläuteten Wettbewerb des BMBF vor, andere tun dies aber auch. Die Universität Osnabrück wird sich gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück mit einem Antrag an diesem Wettbewerb des BMBF um zukunftsfähige Konzepte beteiligen. Ziele des BMBF sind hierbei: Die »dauerhafte Sicherung des Fach-

kräfteangebots, die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung, die schnellere Integration von neuem Wissen in die Praxis und die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftssystems durch nachhaltige Profilbildung im lebenslangen wissenschaftlichen Lernen und beim berufsbegleitenden Studium«. So heißt es in dem Ausschreibungstext des Ministeriums. Bewerben kann man sich um die Anschubfinanzierung für den Auf- und Ausbau von einschlägigen Studienangeboten. In ihrem Konzept setzen Universität und Hochschule Osnabrück insbesondere auf eine enge regionale Vernetzung mit verschiedenen Partnern wie Handwerkskammer und IHK. Was genau hier geplant ist, wird auf den folgenden Seiten näher erläutert.

TITELTHEMA

Universität Osnabrück unizeit 2011 | 1

Forschung | Lehre | Studium 17

Passgenau zugeschnitten
Die Uni plant mit Kooperationspartnern berufsbegleitende Studienprogramme
(ul) Die Novelle des niedersächsischen Hochschulgesetzes hat im vergangenen Jahr den Weg für die »Offene Hochschule« geebnet. Eine Ausbildung mit entsprechender Berufspraxis ermöglicht damit den Einstieg ins Studium an einer niedersächsischen Hochschule. Die Universität Osnabrück plant daneben berufsbegleitende Studienangebote, teils in enger Kooperation mit der Hochschule Osnabrück, die passgenau auf die Situation von berufstätigen Studierenden zugeschnitten werden. »Uns geht es zusätzlich darum, die ›Offene Hochschule‹ als fächerübergreifendes Konzept und strategische Leitbildposition zu verankern, Hochschulbildung als Wirtschafts- und Sozialraumförderung zu konzipieren und auf Bildungsbedarfe und gesellschaftliche Aufgaben professionell und proaktiv einzugehen«, so Prof. Dr. Martina BlasbergKuhnke, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Universität Osnabrück. Deutschland verfügt über ein anerkanntes Berufsbildungssystem, das aber mit dem Hochschulsystem noch vergleichweise gering vernetzt ist. Die Öffnung und stärkere Verzahnung der Bildungssysteme erfordert spezifische Angebote der »Offenen Hochschule«. Diese können nur als gemeinsame Gestaltungsaufgabe aller Beteiligten aus unterschiedlichen Bildungssystemen, der Wirtschaft und der Politik verwirklicht werden. Die Universität und die Hochschule Osnabrück etablieren deshalb einen »Verbund Offene Hochschulen Osnabrück«, an dem die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-EmslandGrafschaft Bentheim, die Handwerkskammer OsnabrückEmsland, die Stadt und die Wirtschaftsförderung Osnabrück sowie verschiedene Bildungsträger wie die Volkshochschule Osnabrück mitarbeiten. »Der Verbund Offene Hochschulen Osnabrück mit dem Leitbild der Hochschulbildung als Wirtschafts- und Sozialraumförderung ist die richtige Antwort auf die Herausforderungen gesellschaftlicher Entwicklungen«, unterstreicht Harald Schlieck, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland: »Der jetzt gewählte Ansatz ist fast schon eine bildungspolitische Revolution.« Die regionale Wirtschaft begrüße es, dass die Vertreter der Universität und der Hochschule die offene Hochschule leben und sich von Beginn an gemeinsam mit der Wirtschaft den Herausforderungen stellen. »Durch die Einbindung der Wirtschaft in das vorhandene Netzwerk werden auf der Basis von Transparenz und Vertrauen wichtige Synergieeffekte geschaffen«, so Schlieck. Natürlich gibt es auch für den stellvertretenden Geschäftsführer der Handwerkskammer noch viele offene Fragen. Da geht es um die Sorge einiger Betriebe, womöglich gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verlieren, wenn diese berufsbegleitend oder in Vollzeit ein Studium aufnehmen und dadurch höher qualifiziert werden. Andererseits ist eine berufsbegleitende Studienmöglichkeit ein wichtiges Argument für dringend benötigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der Region zu verbleiben, da sie Beruf und Weiterqualifizierung ideal kombinieren können. Auch über wechselseitige Anerkennungsfragen zu beruflichen und akademischen Qualifikationen müsse gesprochen werden, sagt Schlieck. »Denkbar ist die Anrechnung bestimmter beruflich erworbener Kompetenzen auf definierte Teile des Studiums«, erläutert Prof. Dr. Thomas Bals, Beauftragter der Universität Osnabrück für die Offene Hochschule. »Hierzu muss allerdings eine Gleichwertigkeit vorher festgestellt werden.« Diese Frage spiele derzeit auch in der landesweiten Debatte »Offene Hochschule« eine Rolle, an der die Universität Osnabrück als Mitglied in dem Arbeitskreis des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums beteiligt sei.

TITELTHEMA

Zugleich ist die Universität für Überlegungen offen, die den umgekehrten Weg beschreiben. »Für Studierende, die sich entscheiden, nach einer gewissen Studienzeit ohne Abschluss in die Berufstätigkeit zurückzukehren, könnte es durchaus von Nutzen sein, wenn ihnen vom Arbeitgeber einzelne Studienleistungen auf die Berufsaus- oder -fortbildung angerechnet würden«, so Vizepräsidentin Blasberg-Kuhnke. Bereits in Planung sind spezielle Brücken- und Einsteigerkurse, um die berufstätigen Studieninteressierten an das Studium an der Universität oder der Hochschule Osnabrück heranzuführen. »Wir beabsichtigen, Brückenkurse anzubieten, die Studieninteressierten den Zugang zum wissenschaftlichen Arbeiten erleichtern sollen«, erklärt Dr. Birgit Hegewald, Referentin für die Offene Hochschule an der

Universität Osnabrück. Außerdem sind »Self Assessments« in Vorbereitung, die Studieninteressierten eine Selbsteinschätzung darüber ermöglichen sollen, welche Studienangebote für ihre Interessen und Vorkenntnisse am besten geeignet erscheinen. Als erster Studiengang wird der bereits in erfolgreicher Kooperation von Universität und Hochschule Osnabrück etablierte Studiengang Elektrotechnik/ Metalltechnik (Lehramt) als berufsbegleitend konzipiertes Bachelor-/Masterstudienkonzept neu strukturiert. Des Weiteren wird über einen berufsbegleitenden BachelorStudiengang »Patientenschulung und -beratung« nachgedacht. Damit würde ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung im gesellschaftlich relevanten Aufgabenfeld der Prävention und Gesundheitsförderung geleistet.

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Es geht auch um Wettbewerbssicherung
Ein Gespräch mit IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf
(ul) Die Universität und Hochschule Osnabrück haben einen »Verbund Offene Hochschulen Osnabrück« gegründet, an dem auch die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-EmslandGrafschaft Bentheim (IHK) mitarbeitet. Denn bei der Entwicklung bedarfsgerechter Studiengänge im Rahmen der Offenen Hochschule ist die Kooperation zwischen regionaler Wirtschaft und den Hochschulen unerlässlich. Ein Gespräch mit IHKHauptgeschäftsführer Marco Graf. Was ist aus Ihrer Sicht die Motivation, die Hochschulen zu öffnen? Die Anforderungen an die Mitarbeiter in den Unternehmen steigen. Das liegt vor allem an der rasanten technischen Entwicklung, aber auch beispielsweise an der zunehmenden Internationalisierung. Deshalb ist es richtig, dass sich die Hochschulen für neue Zielgruppen öffnen. Die Öffnung für beruflich Qualifizierte ist dabei ein besonders wichtiger Schritt. Er hilft, mehr hoch qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Wo liegen die Chancen für die Unternehmen der Region? Wir eröffnen denjenigen einen Weg zur Hochschule, denen er bislang versperrt war, also insbesondere den beruflich Qualifizierten. Diese Menschen haben in der Praxis gelernt, ihre Qualitäten zu entwickeln und können diese durch ein Studium jetzt noch weiter ausbauen. Diese Absolventen sind später besonders gefragte Mitarbeiter. Was versprechen sich die Betriebe ganz konkret von dem Angebot, wenn sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berufsbegleitend studieren lassen? Die Betriebe möchten ihre besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter natürlich langfristig halten. Wird ihnen ein berufsbegleitendes Studium ermöglicht, entfällt der Anreiz für ein Vollzeitstudium, das immer auch die Aufgabe des Arbeitsplatzes bedeutet. Die Mitarbeiter bzw. Studierenden bleiben also im Unternehmen und behalten den Bezug zum Berufsalltag. Entscheidend wird sein, diesen Studierenden aktuelles theoretisches Wissen auf akademischem Niveau zu vermitteln, das ihr praktisches Können optimal ergänzt. Wie könnte die Anerkennung erbrachter Studienleistungen in den Betrieben aussehen, wenn der Studierende das Studium vorzeitig abbricht? Mitarbeiter, die berufsbegleitend ein Studium aufnehmen, sind häufig sehr engagiert und zielstrebig. Viele von ihnen entscheiden sich sehr bewusst und eigeninitiativ für ein Studium. Ein Studienabbruch dürfte also eher die Ausnahme sein. Ob im Fall des Falles einzelne Studienleistungen bei der weiteren beruflichen Entwicklung berücksichtigt werden können, liegt sicherlich im Ermessen der jeweils Personalverantwortlichen. Allgemeine Vorgaben halte ich hier nicht für den richtigen Weg. Welche Unterstützung, welches Engagement wird von der IHK ausgehen? Die IHK hat die Offene Hochschule politisch sehr unterstützt. Wir sind deshalb froh, dass sie nun Wirklichkeit ist. Inzwischen sind wir hier vor Ort im Gespräch mit den jeweiligen Hochschulleitungen und haben angeboten, die Entwicklung unternehmensnaher Studienangebote für beruflich Qualifizierte zu begleiten. Ein wichtiges Anliegen sind dabei die berufsbegleitenden Angebote. Außerdem sollten einzelne in der dualen Berufsaus-

IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf

bildung bzw. in der beruflichen Fortbildung erworbenen Qualifikationen auf ein solches Studium angerechnet werden können. Das spart Zeit und Geld.

TITELTHEMA

Aufstieg durch Bildung
Die Universität beteiligt sich an einem Verbundantrag
(ul) Die Universität beteiligt sich gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück in Form eines Verbundantrags an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen Wettbewerb »Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen«. Laut Ausschreibungstext geht es um die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftssystems durch nachhaltige Profilbildung im lebenslangen wissenschaftlichen Lernen und und das berufsbegleitende Studium. Dazu sollen den Hochschulen zusätzliche Mittel als Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt werden, die auf den Auf- und Ausbau von Studienangeboten zielen. Die Osnabrücker Hochschulen wollen die »Offene Hochschule« als fächerübergreifendes Konzept und strategische Leitbildposition verankern, die Hochschulbildung als Wirtschafts- und Sozialraumförderung konzipiert und auf Bildungsbedarfe und gesellschaftliche Aufgaben aktiv eingeht. Als erster Studiengang soll der bereits in erfolgreicher Kooperation zwischen Universität und Hochschule Osnabrück etablierte Studiengang Elektrotechnik/Metalltechnik (Lehramt) als berufsbegleitendes Bachelor-Masterkonzept neu strukturiert werden. Des Weiteren wird im Rahmen der Antragstellung über einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang »Patientenschulung und -beratung« nachgedacht. Die Antragsskizze muss bis 16. Mai eingereicht werden. Für die Finanzierung in den Jahren 2011 bis 2020 stehen insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung. In der ersten Wettbewerbsrunde werden bundesweit etwa 15 bis 20 Einzelvorhaben bzw. Verbundprojekte gefördert.

Beauftragter der Universität für die Offene Hochschule: Prof. Dr. Thomas Bals

Foto: privat

Foto: privat

Universität Osnabrück unizeit 2011 | 1

Forschung | Lehre | Studium 19

Ein Stück Geschichte zum Leben erwecken
Studenten machten verblasste Inschriften in Grabplatten wieder lesbar
Von Maria Bögemann und Sebastian Bondzio »Die Toten sind unter uns!« – Unter diesem Titel war eine Ausstellung in der Kirche St. Marien zu sehen, die Studierende der Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistik konzipierten und umsetzten. Zwei Semester lang hatten sie im Chorumgang der Marienkirche unter Anleitung von Matthias Bauer M.A. die dortigen, fast 50 Grabplatten nach den Regeln der Epigraphik, also der Inschriftenkunde, erfasst, transkribiert, fotografiert und damit zu großen Teilen wieder lesbar gemacht. Die älteste Grabplatte stammt von 1354, die jüngste von 1799. Zum ›harten Kern‹ des Teams, das dem Projekt bis zum Ende treu blieb, gehörten acht Studierende: Maria Bögemann, Sina Boldt, Sebastian Bondzio, Jan Brockmann, Sina Krumland, Astrid Menke, Christoph Terhorst und Swana Wilken. Seine Arbeitsergebnisse präsentierte das Epigraphikteam unter der Leitung von apl. Prof. Dr. Gudrun Gleba (HistoriAnzeige

sches Seminar) dann sowohl in der vierwöchigen Ausstellung als auch in einer Dokumentation, die künftig der Kirchengemeinde als dem Kooperationspartner dieses Projekts und der Universitätsbibliothek zur Verfügung stehen werden, sowie in einem Begleitband mit vielen Detailabbildungen, gestaltet von Jens Raddatz. Unterstützt wurde das Projekt von Seiten des Landschaftsverbandes Osnabrück, von der Stiftung St. Marien und der Sparkasse Osnabrück. In der Ausstellung, die im Rahmen des Stiftungstages der Stiftung St. Marien im Beisein von fast 200 Besuchern eröffnet wurde, gab es viel zu entdecken: Die erklärenden Tafeln informierten über einzelne Grabplatten sowie über einige bekannte Bürgerfamilien Osnabrücks.

Historisch: Mit viel Sachkenntnis gingen die Studierenden zu Werke.

Alter und Altern in Mittelalter und Früher Neuzeit wurden ebenso thematisiert wie dramatische Einzelschicksale, die Arbeit der Steinmetze und die Bedeutung von Wappen. An einer ausgewählten Grabplatte konnten die Besucher der Ausstellung im Stil eines »Tatortes« aktiv nachvollziehen, wie Epigrafiker an ihren Objekten vorgehen und Schritt für Schritt Texte und Bildmotive entschlüsseln.

Eine Audio-Station mit zwei Trauerbriefen aus dem 18. Jahrhundert für Gertrud Elverfeld, die Großmutter von Justus Möser, und den ehemaligen Bürgermeister Wilhelm von Blechen, eingelesen von Karl Kelschebach, ließ hören, wie Verwandte und Freunde ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Ein abschließendes Lesepult zeigte die wissenschaftliche Dokumentation mit den epigraphischen Daten.

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Alles für das Kind
Spatenstich für die neue Kindertagesstätte des Studentenwerks Osnabrück
(os) Das wird alle Studierenden mit Kind freuen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird im Herbst eine neue Kindertagesstätte an der Jahnstraße ihre Tore öffnen. Insgesamt werden damit 80 Plätze geschaffen, davon 30 für Kinder bis zu 3 Jahren. »Gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sind wichtige Voraussetzungen für studentische Eltern, um ein Studium überhaupt aufnehmen oder fortführen zu können«, betonte Birgit Bornemann, die Geschäftsführerin des Studentenwerks. »Das Studentenwerk leistet damit einen weiteren Beitrag, um das Studieren mit Kind zu erleichtern«. Mit Universitätspräsident Prof. Dr. Claus Rollinger, der das Projekt initiiert und das Studentenwerk als Bauherrn gewonnen hatte, ist sie sich einig: »Studierende Eltern und Hochschul- Freuen sich mit den Kindern aus dem Kindergarten Heilig Geist: Boris Pistorius, Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, bedienstete sollen sich am Studi- Birgit Bornemann, Geschäftsführerin Studentenwerk Osnabrück, Ursula Groskurt, MdL, Anette Meyer zu Strohen, MdL, Ulrich Sommer, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt Osnabrück, Prof. Dr. Renate Zimmer, Direktorin nifbe, Cleenstandort Osnabrück willkommens Lammerskitten, MdL und Afra Creutz, Plan | Concept (v.r.). men und unterstützt fühlen.« In der neuen KiTa sollen vorin der Alltagsarbeit einer Kinder- Der Entwurf und die Realisierangig Kinder von Studierenden Familienbündnis ›Zukunft tagesstätte bewähren können. und Mitarbeitern der Osnabrük- Osnabrück – Familie geht vor‹ rung der KiTa mit VerwaltungsForschung und Praxis können trakt erfolgen durch das Osnaker Hochschulen betreut werpasst«. sich hier auf Augenhöhe begegden. Die Kindertagesstätte wird in brücker Architekturbüro Die baurechtlichen Vorausset- sehr enger Kooperation mit dem nen und voneinander lernen.« Plan/Concept. zungen hat die Stadt Osnabrück Niedersächsischen Institut für geschaffen. Sie übernimmt auch frühkindliche Bildung und Entdie Personal- und Sachkosten. wicklung (nifbe) an der Univerinfo Darüber hinaus wird ein Teil der sität Osnabrück geplant, entwikWahl zur »Mensa des Jahres 2011« Kosten durch einen Zuschuss kelt und betrieben. Die KiTa aus dem wird mit einem Online-Voting 15. April bis 31. Mai 2011 BundeskrippenVerwaltungsprogramm getrakt aufgeStudium und Familie (os) Es darf geschmeckt und dadeckt. stockt, in dem nach abgestimmt werden: Die vereinbaren Oberbürgerauch ein Teil des Wahl zur »Mensa des Jahres meister Boris Instituts räum2011« steht an. Bei dem WettbePistorius freute lich untergewerb der Zeitschrift Unicum findet sich über die geplante neue Kin- bracht werden wird. das Online-Voting diesmal vom dertagesstätte. »Osnabrück ist eiProf. Dr. Renate Zimmer, die 15. April bis zum 31. Mai statt. Und ne familienfreundliche Stadt. Direktorin des nifbe, betrachtet wie in den Jahren davor steht viel Dennoch können und müssen diese Kooperation als große auf dem Spiel. Denn auch 2011 wir unsere Strukturen weiter ver- Chance: »Nachdem sich das nifwird wieder der Titel »Mensa des bessern. Gerade für die unter be in den letzten drei Jahren so Jahres« vergeben – und wir wolDreijährigen ist derzeit die erfolgreich im Bereich der frühlen den Titel! Sie können uns daNachfrage nach Betreuungsmög- kindlichen Bildung platzieren bei mit Ihrer Stimme unterstützen! lichkeiten noch höher als das konnte, ist es ein ganz wichtiger Angebot. Deshalb unterstützen Schritt, dass die in ForschungsMehr Info unter www.mensadesjahres.de wir dieses Projekt gern, zumal es und Transferprojekten gewonnevorzüglich zum Osnabrücker nen Erkenntnisse sich nun auch

Foto: Michael Münch

Universität Osnabrück unizeit 2011 | 1

Studentenwerk aktuell 21

Zertifizierte Leistungen
Auszeichnung für das Management des Studentenwerks Osnabrück
(os) Nach der erfolgreichen Einführung eines Qualitätsmanagementsystems hat das Studentenwerk Osnabrück als drittes Studentenwerk bundesweit die Zertifizierung nach ISO Norm 9001:2008 erhalten. Erst kürzlich war das Studentenwerk für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden. »Zuverlässigkeit in Verbindung mit einer hohen Qualität bei unseren Service- und Beratungsleistungen hatte für uns bisher schon Priorität«, betont Birgit Bornemann, die Geschäftsführerin des Studentenwerks Osnabrück. »Mit dem Zertifikat zeigen wir allen Partnern nach außen, dass unsere Prozesslandschaft durchgängig stimmt und Hochschulen und Studierende eine gleich bleibend hochwertige Leistung erhalten. Genauso wichtig ist für uns aber auch der mit dem Qualitätsmanagement verbundene interne Unternehmensgewinn. Damit steht das Studentenwerk für die Zukunft auf einem tragfähigen und weiter ausbaufähigen Fundament«, ist Bornemann überzeugt. Zur Einführung und wirksamen Anwendung eines QualiAnzeige

tätsmanagementprozesses gehört es, alle Abläufe und Verfahren im gesamten Unternehmen Studentenwerk strukturiert und transparent aufeinander abzustimmen, Verantwortlichkeiten eindeutig zu regeln und zu dokumentieren. Dabei werden kontinuierlich die Prozesse analysiert und gegebenenfalls gezielt verbessert. Die ISO-Regeln bilden ein System der Qualitätssicherung und umfassen einen ganzen Normenkatalog. Ein zertifiziertes Managementsystem ist daher der Nachweis für eine ordentliche Unternehmensführung. Stefan Kobilke, Personalleiter im Studentenwerk und Qualitätsmanagementbeauftragter, hebt hervor, dass die Einführung des Qualitätsmanagements zwar insgesamt sehr arbeitsintensiv war, aber andererseits nur deshalb in einem relativ kurzen Zeitraum bewältigt werden konnte, weil alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Projekt engagiert unterstützt haben. »Insgesamt hat die abteilungsübergreifende Betrachtung von Prozessen zu großen Erkenntnissen und mehr Effizienz geführt und zugleich das Miteinander und das Verständnis füreinander gefördert«, betont Kobilke.

Erfreut über das Zertifikat: Birgit Bornemann, Geschäftsführerin des Studentenwerks Osnabrück und Stefan Kobilke, Personalleiter im Studentenwerk und Qualitätsmanagementbeauftragter

In ihrem Zertifizierungsbericht heben die externen Gutachter der Firma bag cert auch hervor, dass »die hervorragende Arbeitsatmosphäre in allen Teilen des Unternehmens im gesamten Auditverlauf spürbar war.« »Das ist ein großes Kompliment an unsere Belegschaft, über das ich mich als Geschäftsführerin natürlich besonders freue«, ergänzt Bornemann.

Nach den Studentenwerken in Dresden und München ist das Studentenwerk Osnabrück das dritte bundesweit, das mit dem Zertifikat ausgezeichnet wurde und neben München das zweite bundesweit, das zugleich als familienfreundlich zertifiziert ist. Die Auszeichnung gilt bis 2013, wird regelmäßig überprüft und muss danach erneuert werden.

Foto: Michael Münch

22 Forschung | Lehre | Studium

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Lernort Bibliothek
Vermittlung von Informationskompetenz an der UB ist ein voller Erfolg
Von Dr. Anneke Thiel »Informationskompetenz« (IK) ist in der Wissensgesellschaft eine besonders wichtige Schlüsselqualifikation, die zum Studium befähigt, auf den künftigen Beruf vorbereitet und im Kontext lebenslangen Lernens auch jenseits der Campusmauern relevant bleibt. Es ist heute eine Kernaufgabe wissenschaftlicher Bibliotheken, diese Qualifikation zu vermitteln, die darin besteht, den eigenen Informationsbedarf erst einmal zu erkennen und dann imstande zu sein, die benötigte Information ausfindig zu machen, auf ihre Validität zu überprüfen und sie adäquat für die wissenschaftliche Arbeit zu nutzen. Auch die Universitätsbibliothek Osnabrück versteht sich hier als Dienstleisterin ihrer Hochschule und hält vielfältige Angebote für Studierende und Lehrende bereit. Im Zeitalter der Digitalisierung und Virtualisierung von Wissensressourcen, im Zeitalter der sogenannten »hybriden Bibliothek«, deren Bestände eben nur noch zu einem Teil im Regal stehen, während die Zahl und Bedeutung elektronischer Publikationen stetig wachsen, sind insbesondere sogenannte »E-Kompetenzen« gefragt, um die Fülle wissenschaftlicher Fachinformation in digitaler Form bewältigen und fruchtbar für Studium, Lehre und Forschung nutzen zu können. So findet sich in der 2009 beschlossenen Aktualisierung des ITKonzepts der Universität Osnabrück ein ausführlicher Passus zu diesem Thema, mit dem der Universitätsbibliothek ein entsprechendes Mandat erteilt wird. Nicht nur mit Online-Tutorials, die über die Bibliothekshomepage zu erreichen sind und E-Learning ermöglichen (IKOS und Bib@InfoLit), engagiert sich die Unibibliothek aktiv für die Vermittlung von Informationskompetenz: Die wissenschaftlichen Fachreferate und das Infoteam bieten eine Vielzahl von Veranstaltungen an, die kostenfrei besucht werden können. Das Spektrum reicht von der grundständigen Bibliotheksführung für Abiturienten oder Studierende im ersten Semester über Katalog- und Rechercheschulungen für ganz unterschiedliche Zielgruppen und Fächer bis zu stark spezialisierten fachwissenschaftlichen Datenbankangeboten und Workshops zum Literaturverwaltungsprogramm RefWorks oder elektronischen Publizieren für Promovierende und wissenschaftlich Beschäftigte der Universität Osnabrück. Ein großer Teil dieser Angebote findet in enger Kooperation mit den Fachbereichen statt, teils verpflichtend innerhalb regulärer Lehrveranstaltungen, teils eigenständig, aber im Curriculum verankert, andere Veranstaltungen sind frei zugänglich und offen für jedermann. Ein solches Angebot ist etwa die im Sommersemester 2010 erstmals abgehaltene Ringvorlesung der Fachreferate, die getreu ihrem Titel »Ihr Fach im Fokus« im Wochenturnus einen Überblicksvortrag zu Hilfs- und Informationsmitteln einzelner Disziplinen bietet, vor allem zu den maßgeblichen Datenbanken des jeweiligen Fachs. Seit 2008 nimmt die Bibliothek an der deutschlandweiten Online-Veranstaltungsstatistik des Portals »informationskompetenz.de« teil – und kann mit guten Zahlen aufwarten: Im Jahr 2010 haben Mitarbeiter der Universitätsbibliothek in 525 Unterrichtsstunden rund 6.000 Teilnehmer an 335 Informationskompetenz-Veranstaltungen ‚versorgt‘. Das heißt: An jedem Werktag im Jahr hat mehr als eine Schulung für Studierende oder andere Bibliotheksbenutzer stattgefunden. Und: Rund 60 Prozent der Studierenden haben vergangenes Jahr an einer solchen Veranstaltung teilgenommen. Die Autorin ist Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Universitätsbibliothek

Lernen in der Bibliothek setzt heutzutage umfangreiche Kenntnisse voraus.

Foto: Elena Scholz

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Uni intern 23

Ein engagierter Lehrer und Forscher
Prof. Dr. Wolfgang Lenzen mit Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet
(os) Wie lässt sich moralisches Handeln in Zeiten einer immer schneller voranschreitenden Wissensgesellschaft begründen? Das ist nur eines der vielen Themen, mit denen sich Prof. Dr. Wolfgang Lenzen an der Universität Osnabrück seit Jahren befasst hat. Anfang Februar, wurde der renommierte Philosophieprofessor in der Aula des Schlosses mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Die Laudatio vor zahlreichen geladenen Gästen hielt Prof. Dr. Georg Meggle von der Universität Leipzig. Lenzen wurde 1946 in Essen geboren und studierte Mathematik, Philosophie und Kunstgeschichte in Münster, Freiburg und München. 1972 promovierte er an der Universität Regensburg und 1979 folgte seine Habilitation. 1981 wurde Lenzen auf die Professur für Philosophie an der Universität Osnabrück berufen. Seine fachlichen Schwerpunkte sind unter anderem Logik, Analytische Philosophie, Angewandte Ethik, Philosophie des Geistes, Leibniz sowie einige Autoren des Englischen Empirismus. »Die Philosophie war für mich immer eine Herausforderung, alleine durch logisch klares Denken zur Lösung einiger großer Fragen der Menschheit beizutragen«, so Lenzen. In seinem bioethischen Hauptwerk (»Liebe, Leben, Tod«, 1999) charakterisierte er deshalb Philosophie als »die Kunst, gute von schlechten Argumenten zu unterscheiden«. Auch in hochschulpolitischer

info
Neuer Leiter Kommunikation und Marketing
(os) Dr. Jürgen Wermser ist neuer Leiter Kommunikation und Marketing an der Universität Osnabrück. Der bisherige Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung hat seinen Dienst am 15. Februar angetreten. Zu den Aufgaben der Stabsstelle Kommunikation und Marketing gehören neben der klassischen Pressearbeit nahezu alle Disziplinen der Hochschulkommunikation wie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation mit Hochschulmitgliedern, das Mitwirken an der kommunikationsstrategischen Positionierung, Entwickeln und Pflegen des Corporate Designs, Veranstaltungs- und Projektmanagement sowie die zielgruppenspezifische Ausrichtung des Internetauftritts.

Im akademischen Ruhestand, aber dennoch sportiv: Prof. Dr. Wolfgang Lenzen.

Fotos: privat

info
Wettbewerb »Mit dem Rad zur Arbeit« geht in eine neue Runde (os) Es ist ein Wettbewerb, bei dem eigentlich alle gewinnen, vor allem aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Denn sie betätigen sich sportlich und zeigen, dass sie körperlich fit sind. Glückliche Gewinnerin der Aktion »Mit dem Rad zur Arbeit« war Christine Kammler (r.). Die Mitarbeiterin aus dem Gleichstellungsbüro gewann den Hauptpreis 2010. An dieser von AOK und ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) durchgeführten Aktion nahmen ca. 150 Universitätsmitarbeitende teil. Christine Kammler kann sich nun über ein hochmoderne neues Fahrrad freuen, mit dem es ihr vermutlich nun noch mehr Freude machen wird, jeden Morgen den Weg an die Universität Osnabrück anzutreten. Die nächste Runde startet übrigens am 1. Juni. Und auch in diesem Jahr erwarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ganze Reihe wertvoller Sachgewinne. Infos und Anmeldung bei der Umweltkoordinatorin Jutta Essl, E-Mail: jutta.essl@uniosnabrueck.de, Tel. (05 41) 969 22 42

Hinsicht hat sich Lenzen über viele Jahre stark engagiert. So hat er sich vor allem für eine Neuausrichtung des Faches Philosophie mit Schwerpunkten in Angewandter Ethik und Philosophie des Geistes eingesetzt und bei der Etablierung des interdisziplinären Studiengangs Cognitive Science an der Universität Osnabrück mitgewirkt. Doch die wissenschaftliche und hochschulpolitische Arbeit an der Universität Osnabrück ist nur die eine Seite des engagierten Hochschullehrers: Lange Zeit war er Marathonläufer, Triathlet und Bergsteiger. »Ausdauersport war mehr als nur ein Hobby für mich – es war (und ist immer noch) Teil meines Lebens«, so Lenzen. Unter den vielen Werken, die Lenzen schrieb, findet sich auch ein Buch über seine sportliche Passion (»Magische Ziele«, 2007). Nach seiner Emeritierung strebt er ein weiteres großes Ziel an: Innerhalb eines Jahres die Welt (40.075 km) zu umradeln!

Foto: Elena Scholz

Foto: Elena Scholz

Wermser studierte an der Universität Hamburg Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht mit dem Abschluss Diplom-Politologe und promovierte anschließend bei Prof. Dr. Winfried Steffani. Parallel dazu war er mehrere Jahre für Prof. Dr. Michael Hereth an der Hochschule der Bundeswehr (heute: Helmut-Schmidt-Universität) wissenschaftlich tätig. Danach wechselte er in den Journalismus und kam über berufliche Stationen in Bielefeld und Lübeck im Jahr 1986 zur Neuen OZ nach Osnabrück.

Foto: Elena Scholz

24 Uni intern

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In memoriam: Prof. Dr. Michael Bommes
Renommierter Wissenschaftler verstarb nach langer Krankheit
Von Prof. Dr. Wolfgang L. Schneider und Prof. Dr. Andreas Pott Am 26. Dezember 2010 verstarb Prof. Dr. Michael Bommes nach schwerer Krankheit. Er arbeitete als Professor für Soziologie und interdisziplinäre Migrationsforschung am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Als Dekan des Fachbereichs trieb er dessen fachliche und strukturelle Reorganisation wirksam voran. Über beinahe zwei Jahrzehnte prägte er das renommierte Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität entscheidend mit. Der Verlust wird noch lange schmerzen. Wir verlieren mit Michael Bommes einen Kollegen und Freund, dessen leidenschaftliches Engagement, hohe fachliche Kompetenz, unermüdliche Tatkraft und stete Bereitschaft zur ebenso kritischen wie fairen Auseinandersetzung uns sehr fehlen werden. Er zählte zu den bekanntesten und produktivsten europäischen Migrationsforschern. Vor allem seine theoretischen Beiträge zur Migrationssoziologie haben die wissenschaftliche Diskussion weit vorangebracht. Der Aufbau des sehr erfolgreichen und in der Bundesrepublik einmaligen interdisziplinären Master-Studiengangs »Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen« war in erster Linie sein Werk. Michael Bommes, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Sprachwissenschaften an den Universitäten Marburg, Birmingham/Großbritannien und Osnabrück. 1990 promovierte er am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück und arbeitete anschließend als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Assistent an den Universitäten Bielefeld, Karlsruhe und Osnabrück. 1997/98 war er Jean Monnet Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz/Italien. Er habilitierte sich 1998 im Fach Soziologie an der Universität Osnabrück mit der Schrift »Migration und nationaler Wohlfahrtsstaat. Ein differenzierungstheoretischer Entwurf«. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Düsseldorf und der Propierung des Master-Studiengangs »Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen«, die Entwicklung und Durchführung zahlreicher Forschungsprojekte, eine breite akademische Lehrtätigkeit und eine hohe Präsenz in der Mediendiskussion zu den Themen Migration und Integration. Michael Bommes engagierte sich auf allen Ebenen der akademischen Selbstverwaltung. Als Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften von 2006 bis 2009 setzte er nicht nur wesentliche organisationsstrukturelle Reformen durch, sondern betrieb auch mit großem Nachdruck den Wiederaufbau des Fachgebiets Soziologie, der ohne ihn so nicht möglich gewesen wäre. Seine intensive und umfangreiche wissenschaftliche Tätigkeit erstreckte sich weit über Osnabrück hinaus. Zu nennen sind hier insbesondere seine Arbeit im Vorstand der Sektion »Migration und ethnische Minderheiten« der »Deutschen Gesellschaft für Soziologie«, der Vorsitz des bundesweiten »Rates für Migration« als Zusammenschluss deutscher Migrationsforscher, Mitglied des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration sowie im Leitungsgremium des von der EU geförderten »Network of Excellence« IMISCOE als Kooperationsprojekt der wichtigsten europäischen Migrationsforschungsinstitute. Michael Bommes verstand es in hervorragender Weise, Forschungsfragen der allgemeinen Soziologie und der Migrationssoziologie mit einer interdisziplinären Forschungsperspektive zu verknüpfen und den daraus gewonnenen Einsichten auch im Kontext der Politikberatung Geltung zu verschaffen. Wissenschaftliche Arbeit war für ihn eine Berufung, davon zeugt nicht nur die Intensität seiner Beschäftigung mit soziologischer Theorie, Migrations- und Integrationsforschung, sondern auch die Leidenschaft, mit der er die wissenschaftliche Debatte meinungsstark und sehr prononciert befruchtete. Diese Leidenschaft trug dazu bei, dass es ihm gelungen ist, viele Studierende für die Soziologie und eine soziologisch inspirierte Migrationsforschung zu begeistern sowie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachhaltig zu prägen. Prof. Dr. Andreas Pott ist Direktor des IMIS; Prof. Dr. Wolfgang Ludwig Schneider ist Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften.

info
Neuauflage
Über 25 Jahre lang forschte und lehrte Prof. Dr. Manfred Spieker an der Universität Osnabrück – vor Kurzem ist die neue Auflage seines Buches »Der verleugnete Rechtsstaat. Anmerkungen zur Kultur des Todes in Europa« erschienen, die der Wissenschaftler bei einem Besuch in Rom am 23. März Papst Benedikt XVI. überreichte. Spieker setzt sich darin mit sozialethischen und verfassungsrechtlichen Fragen des Lebensschutzes auseinander. Er analysiert die Gefährdungen der Menschenwürde und des Lebensrechts am Anfang und am Ende des Lebens. Als Professor am Institut für Katholische Theologie der Universität Osnabrück war der Wissenschaftler von 1983 bis 2008 im Fachgebiet der Christlichen Sozialwissenschaften tätig, wo er sich in Forschung und Lehre besonders mit Fragen der Sozialethik, der politischen Ethik, der Wirtschaftsethik und der Bioethik beschäftigte. Er war Gastprofessor an den Universitäten Valparaiso, der Universität Gabriela Mistral in Santiago de Chile sowie der Universität Vilnius. Von 1995 bis 2001 wurde er als Vertreter des Heiligen Stuhls in den Lenkungsausschuss für Sozialpolitik des Europarats entsandt. Von 2002 bis 2007 war er Präsident der Association Internationale pour l’Enseignement Social Chrétien.

Prof. Dr. Michael Bommes.

fessur für Soziologie an der PH Freiburg, wo er auch als Prorektor für Forschung und Auslandsbeziehungen im Leitungsgremium der Hochschule amtierte, folgte er 2003 dem Ruf an die Universität Osnabrück auf die Professur für Soziologie und interdisziplinäre Migrationsforschung. Schon als Wissenschaftlicher Assistent war Michael Bommes 1992 Mitglied des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) geworden, dessen Auf- und Ausbau er seither wesentlich mitgestaltete. Vor seinem Weggang nach Freiburg fungierte er als Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs »Migration im modernen Europa« am IMIS und verantwortete auch die umfangreiche Doktorandenausbildung des interdisziplinären Instituts. Nach seiner Rückkehr nach Osnabrück war seine Tätigkeit am IMIS als Mitglied des Vorstands und als Direktor unter anderem gekennzeichnet durch die Konzi-

Foto: Elena Scholz

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Uni intern 25

Musikalische Wiederentdeckung
Universität lud ein in das frisch sanierte Osnabrücker Schloss
(ul) Das Juwel der Universität im Herzen Osnabrücks erstrahlt in neuem Glanz. Nach einjähriger Sanierung wurde das größte Barockschloss Niedersachsens am zweiten Aprilsonntag offiziell eingeweiht. In Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und 200 Ehrengästen sagte Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger: »Die Universität Osnabrück ist stolz und glücklich, die fürstbischöfliche Residenz nutzen zu können und freut sich sehr, wenn die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und der Region Osnabrück diese Freude mit uns teilen und die vielen Gelegenheiten nutzen, zu denen wir die Öffentlichkeit in das Schloss einladen.« Die »Musikalische Schlosserkundung« begann mit der Stadt«. Er überbrachte seine Glückwünsche für die gelungene Sanierung, die während der Weltwirtschaftskrise Arbeitsplätze in der Region gesichert habe. »Insofern kam der Auftrag genau zum richtigen Zeitpunkt und wirkte wie ein kleines Konjunkturprogramm.« Nach einer umfangreichen Außensanierung hatte das Land 2009 noch einmal rund vier Millionen Euro für die dringend notwendigen Innensanierungen zur Verfügung gestellt. Der Leiter des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, Dipl.-Ing. RichardWilhelm Bitter, hob als Bauherr hervor: »Die Weiternutzung durch die Universität bedeutet für das Baudenkmal letztendlich eine Bestandssicherung, da nur genutzte Gebäude unterhalten und gepflegt werden«. So lebe die Universität und Schloss in einem symbiotischen Verhältnis: »Die Uni braucht das Schloss und das Schloss braucht die Uni.« Universitätspräsident Rollinger dankte dem Bauherrn, dem Architekturbüro Edmund Flatau sowie den Fachingenieuren und der Denkmalpflege für die gute Zusammenarbeit und die termingerechte Fertigstellung. In seinem Festvortrag »Schale und Kern – Das Osnabrücker Schloss« ließ der Kulturhistoriker Prof. Dr. Klaus Niehr (Universität Osnabrück) die wechselvolle Geschichte des Barockschlosses Revue passieren. Am Nachmittag öffneten sich dann die Schlosstüren für die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger. Auf allen Etagen wurde den 1.000 Besuchern ein abwechslungsreiches Kulturprogramm geboten.

Lobt die Renovierung: Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Ouvertüre von Mozarts »Zauberflöte«, gespielt von dem Sinfonieorchester der Universität. Oberbürgermeister Boris Pistorius sprach von einem »guten Tag für die Universität und somit auch von einem guten Tag für die

Foto: Elena Scholz

info
Ruf erhalten nach Osnabrück: Dr. Joost Holthuis, Utrecht University (NL), an den Fachbereich Biologie/Chemie, W2-Professur für Molekulare Zellbiologie Dr. Valeriya Dinger, Universität Bonn, an den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, W2-Professur für Makroökonomik PD Dr. Silja Vocks, Universität Bochum, an den Fachbereich Humanwissenschaften, W3-Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie Prof. Dr. Rauf Ceylan, Universität Osnabrück, an den Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften, W2-Professur für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Islamische Religionspädagogik Prof. Dr. Andreas Lienkamp, KHSB Berlin, an den Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften, W2-Professur für Katholische Theologie: Christliche Sozialwissenschaften Prof. Dr. Gunther Heidemann, Universität Stuttgart, an den Fachbereich Humanwissenschaften, W3Professur für Biologisch orientierte Computer Vision Prof. Dr. Nikola Kompa, Universität Bern, an den Fachbereich Humanwissenschaften, W3-Professur für Theoretische Philosophie Ruf erhalten aus Osnabrück: Prof. Dr. Inge Schwank, Fachbereich Mathematik/Informatik, an die Universität Paderborn, W3Professur für Mathematikdidaktik Prof. Dr. Katharina Bluhm, Fachbereich Sozialwissenschaften, an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, W3-Professur für Allgemeine Soziolgie/Makrosoziologie Prof. Dr. Dirk Verse, Fachbereich Rechtswissenschaften, an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, W3-Professur für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht und Wirtschaftsrecht Ruf abgelehnt aus Osnabrück: Prof. Dr. Peter Schneck, Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft, an die Universität Würzburg, W3-Professur für Amerikanistik Prof. Dr. Sabine Zachgo, Fachbereich Biologie/Chemie, an die LMU München, W3-Professur für Pflanzliche Entwicklungsgenetik Prof. Dr. Pascale Cancik, Fachbereich Rechtswissenschaften, an die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, W3-Professur für Verwaltungswissenschaft Prof. Dr. Pascale Cancik, Fachbereich Rechtswissenschaften, an die Universität Mainz, W2-Professur für Öffentliches Recht

Ruf angenommen nach Osnabrück: Prof. Dr. Karsten Müller, Universität Mannheim, an den Fachbereich Humanwissenschaften, W3Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie mit Schwerpunkt Interkulturelle Wirtschaftspsychologie Dr. Gordon Pipa, MPI für Hirnforschung Frankfurt, an den Fachbereich Humanwissenschaften, W3Professur für Neuroinformatik

Ruf angenommen aus Osnabrück: Prof. Dr. Alois Knobloch, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, an die Universität des Saarlandes, W3-Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft

Ruf abgelehnt nach Osnabrück: Prof. Dr. Birgit Richter, Universität Hamburg, an den Fachbereich Mathematik/Informatik, W3-Professur für Topologie

26 Namen | Nachrichten

unizeit 2011 |1 Universität Osnabrück

Kinder und Sprache
Prof. Dimroth arbeitet an der Schnittstelle zwischen Psychologie und Sprachwissenschaft
(os) Seit September vergangenen Jahres ist Dr. Christine Dimroth Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft des Deutschen an der Universität. Ihre Forschungsinteressen sind weit gespannt und bewegen sich unter anderem im Spannungsfeld zwischen Psychologie und Sprachwissenschaft. Ihre akademische Ausbildung hat die 1967 in Westberlin geborene Hochschullehrerin mit einem Lehramtsstudium der Romanistik und Germanistik in Marburg, Berlin und Poitiers begonnen, wobei die Beschäftigung mit der Sprachwissenschaft bereits früh einen breiten Raum einnahm. Im Vordergrund dabei: sogenannte Fokuspartikel, wie beispielsweise die Wörter »nur« oder »auch«. »Das sind
Foto: Elena Scholz

Prof. Dr. Christine Dimroth

Wörter, die Kinder schon sehr früh erlernen, von denen es aber schwierig zu sagen bleibt, wie sie mit anderen Teilen eines Satzes zusammenwirken und was für

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Neu eingestellt für allgemeine Verwaltungsaufgaben
(os) Endlich zurück in die Heimat, so oder so ähnlich wird Stefanie Husemann gedacht haben, als sie nach zwei Jahren im Düsseldorfer Finanzministerium am 1. November vergangenen Jahres die Stelle an der Universität Osnabrück annahm. Bereits während der Zeit auf dem Gymnasium war sich die gebürtige Herforderin sicher, dass sie gerne im Bereich der Verwaltung arbeiten würde. Also bewarb sie sich nach dem Abitur im Sommer 2005 bei der Stefanie Husemann Bezirksregierung Detmold und bekam dort die Möglichkeit, neben der Ausbildung zur Regierungsinspektorin zugleich an der Fachhochschule Bielefeld ein Studium zu absolvieren. Drei Jahre dauerte die Ausbildung und am Ende stand der Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin. In erster Linie versteht sie sich als Koordinationsstelle zwischen Personalrat auf der einen Seite und der Universität auf der anderen. Darüber hinaus ist sie zuständig für die allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten wie der Einrichtung von Telarbeitsplätzen oder der Änderung von Geschäftsverteilungsplänen. Zudem kümmert sie sich um verschiedene Gremien, wie beispielsweise den Senatsausschuss für Finanzen und Hochschulentwicklung und die Ethik Kommission. Also eine ganze Reihe an Aufgaben. Besonders erfreulich findet sie dabei, weniger mit Zahlen und stattdessen mehr mit Menschen als im Finanzministerium zu tun zu haben. Dies mag – neben der angenehmen Arbeitsatmosphäre - mit dazu beitragen, dass sie sich nach nur wenigen Monaten an ihrem neuen Arbeitsplatz so richtig wohl fühlt.
Foto: privat

len Forschungen im Grenzbeeinen Effekt das hat«, erklärt Dimroth. »Faszinierend sind da- reich zwischen Sprachwissenschaft und Psychologie eine grobei auch Unterschiede zwischen ße Rolle. In der ersten Untersuverschiedenen Sprachen. Zwar chung geht es um einen Verhaben die meisten Sprachen ein gleich der deutschen und franzöWort, dessen Bedeutung ungesischen Sprache. Dabei werden fähr unserem »auch« entspricht, wir Sprecher des Deutschen ver- Muttersprachler gebeten, die Inhalte von Filmclips nachzuerzähwenden es aber ungleich häufilen. Geachtet wird von den Wisger.« senschaftlern dabei insbesondere Das Erlernen von Sprachen ist auf Unterschiede in den Infordas eigentliche Forschungsintemationen, die die Teilnehmer resse der Wissenschaftlerin. Hat sie sich in ihrer 1998 eingereich- bei diesen Nacherzählungen verten Promotion noch mit den Fo- sprachlichen. Die Frage ist, in kuspartikeln an sich befasst, ging wie weit solche Präferenzen von der verwendeten Sprache abhänes in den folgenden zehn Jahren gen. am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen in Im zweiten Projekt steht der Spracherwerb im Mittelpunkt. erster Linie um den SpracherZum Versuchswerb des Menaufbau: Lerner schen. Die mit deutscher, Grundfrage, Forschungen zum englischer, frandie sich dabei Spracherwerb zösischer und stellte: niederländischer Warum können Kinder leichter eine Sprache Erstsprache, Erwachsene und Kinder jeweils getrennt, bekomerlernen als Erwachsene? Nach welcher Systematik vollzieht sich men 20 Stunden Unterricht in Polnisch, einer für sie bislang das Lernen, lassen sich verschiefremden Sprache. Später dann dene Vorgehensweisen unterscheiden? »Untersucht haben wir werden die auf Video aufgenommenen Lehreinheiten genau anainsbesondere die Unterschiede lysiert. »Im Vordergrund steht im Lernprozess, um auf diese dabei die Frage, inwieweit sich Weise herauszufinden, ob beim die Struktur der entstandenen Erlernen einer neuen GrammaLernergrammatiken durch Eitik ähnliche oder verschiedene genschaften des polnischen InZwischenstufen durchlaufen puts bzw. Eigenschaften der jewerden.« Ziel dabei war es, bestimmte Regelmäßigkeiten, nach weiligen Muttersprache erklären lässt«, erklärt Dimroth. »Das ist denen Lerner Grammatiken konstruieren, zu erfassen und zu ein Thema, welches ich auch hier an der Universität weitervererklären. Ein anspruchsvolles folgen möchte, und zwar nicht Thema, dem sich Dimroth mit allein in der Forschung, sondern ihren Kollegen in verschiedenen europäischen Forschungsprojek- darüber hinaus auch in der Lehre.« Neben der Arbeit im Fachten rund zehn Jahre widmete. bereich ist Dimroth auch im InDennoch blieb auch noch Zeit situt für Migrationsforschung für die Lehre. So übernahm sie und Interkulturelle Studien des Öfteren Lehraufträge, unter (IMIS) aktiv. »Hier kann ich insanderem an der Universität Osbesondere meine Erfahrungen nabrück, wo sie im Auftrag des mit der Funktion verschiedener Sprachwissenschaftlers Prof. Dr. Lernersprachen im Kontext der Utz Maas Veranstaltungen im Migration einbringen. Neben Bereich Spracherwerb und dem aktiven jungen Team im Mehrsprachigkeit anbot. Zwei größere Forschungsprojek- Fachbereich, bietet auch das IMIS mir die Möglichkeit, eigete hat die Psycholinguistin von ihrer bisherigen Tätigkeit in den ne Forschungsergebnisse unter Niederlanden mit an die Univer- einer neuen Perspektive zu besität gebracht. Und auch da spie- trachten.«

Universität Osnabrück unizeit 2011 | 1

Uni-Spiegel 27

Physik der Bewegung
Maik Wissing ist Naturwissenschaftler - und Turniertänzer
(os) Maik Wissing hat gerade seine Dissertation abgeschlossen. Darin beschäftigte sich der Physiker mit der Frage, was aus dem Weltraum einfallende Ionen, also elektrisch geladene Teilchen, in der Atmosphäre anrichten. Mit diesem Thema baut er auf seine Diplomarbeit auf, in der der Nachwuchswissenschaftler sich anhand von Satellitenbildern mit den verschiedenen Einfallsmustern solcherart Teilchen beschäftigt hatte. Ionen also. »Dieses Thema interessiert mich schon seitdem ich die ersten Aufnahmen vom Polarlicht – das auch durch eben diese Teilchen erzeugt wird – gesehen habe. Mittlerweile konnte ich mich auf einer Tagung im Norden Finnlands auch persönlich von der Schönheit dieses Schauspiels überzeugen«, erklärt der 31-Jährige. Von 2000 bis 2006 studierte der gebürtige Osnabrücker Physik an der Universität seiner Heimatstadt. Dass es unbedingt eine naturwissenschaftliche Disziplin sein sollte, war ihm indes bereits auf der Oberstufe klar geworden. »Biologie hätte ich mir auch vorstellen können, aber das Fach musste ich auf dem Gymnasium irgendwann abwählen, da blieb also nur Mathe oder Physik.« Ein weiterer Faktor für diese Studiengangswahl war es, dass Wissing selbst heute noch, wo er fachlich seinen ehemaligen Lehrern in bestimmten Bereichen so einiges vormachen dürfte, immer noch anzuerkennen weiß, dass sie es geschafft haben, ihm das Fach als spannend und facettenreich zu präsentieren. Bereits in den ersten Monaten des Studiums zog es ihn besonders in Richtung der Klimaphysik, ein Bereich der, wenngleich sehr interessant, für die Absolventen keine großen Verdienstmöglichkeiten nach sich zieht. Aber für Maik Wissing war dies kein Grund, sich umzuorientieren. Warum auch, denn die hervorragenden Noten geben ihm recht. Nun, nachdem der Stress mit der Promotion vorbei ist, will er sich zunächst einmal auf ge und die Berufung in den Lan- Da aber seine Tanzpartnerin inein neues Projekt konzentrieren. deskader ließen nicht lange auf zwischen in Celle lebt, kommt er Im Mittelpunkt auch dabei: die sich warten. Ihre besondere Stär- nur noch selten dazu, zu Tango-, Ionen. Ging es bislang darum, Samba- oder Slowfoxtakten das ke lag hierbei vor Ionisationsraten in der AtmoTanzbein zu schwingen. allem in der Lateinsektion. Irsphäre zu berechnen um somit Wie es nun weitergeht? Zugendwann jedoch ließ sich beidie Klimamodelle zu verfeinern, des, der Turniertanz und die wis- nächst einmal steht das neue so liegt der Fokus nun bei der senschaftliche Arbeit nicht mehr wissenschaftliche Projekt im Auswirkung auf die SignalüberMittelpunkt. Und dann wird so leicht miteinander vereinbatragung. »Wenn das gelingt, sich der Physiker entscheiden ren, verlangte der Sport doch in wird es möglich sein, beispielsmüssen, ob er eine HochschulSpitzenzeiten hartes Training an weise die Laufzeiten von GPSfünf Tagen der Woche. Heute ar- karriere anstrebt. »Ich könnte Signalen in stark ionisierter Atmir gut vorstellen, an einem Inbeitet Maik Wissing noch regelmosphäre zu korrigieren. Eine mäßig als Wertungsrichter, auch stitut zu arbeiten, das muss keine genauere Positionsbestimmung Uni sein, aber irgendwas in diewenn das eigene Tanzen, wie er wäre die Folge.« ser Richtung wäre nicht zugeben muss, ihm So viel also zur Physik. An schlecht.« Das Tanzen jedoch, da schon sehr fehlt. dieser Stelle könnte diese Geist sich Maik Wissing sicher, schichte hier beendet sein. Was wird er so ganz nie aufgeben, sie aber nicht ist. Denn Maik denn: »Das Schöne daran ist, Wissing ist nicht nur Physiker. dass dies der einzige Sport ist, Zugleich ist er auch über Jahre den man mit einem Partner hinweg ein bundesweit sehr ermacht und nicht gegen folgreicher Turniertänzer. Die ihn.« höchste Auszeichnung dabei: zusammen mit seiner ehemaligen Partnerin Natalie Wilson wurde er Niedersächsischer Meister über 10-Tänze, was sämtliche Standard- und Lateintänze einschließt. Und wer einmal gesehen hat, wie die beiden auf der Tanzfläche miteinander harmonieren, kann sich leicht vorstellen, dass für Maik Wissing auch das Tanzen eine berufliche Alternative hätte sein können. Angefangen hat dabei alles mit 15 Jahren und dem ersten Tanzkurs. »Da merkte ich schnell, dass mir diese Bewegungsabläufe Spaß machen und man viele nette Leute trifft. Später kam natürlich der sportliche Ehrgeiz auf Turnieren hinzu und der Aspekt, sich auf sehr angenehme Art und Weise fit zu halten.« Seine Tanzpartnerin lernte er in einer Formation in Herford kennen. Sieben Jahre tanzten die beiden in der Tanzsportabteilung des Osnabrücker Sportclubs (OSC). Erfol- Turniertänzer: Maik Wissing mit Tanzpartnerin Natalie Wilson.
Foto: privat

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