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1.

Relevanz des Themas

Sollen gleichgeschlechtliche Partner heiraten dürfen? Soll diese


Lebensgemeinschaft einer Ehe gleichgesetzt werden? Diese Fragen
beschäftigen aktuell Politik, Medien und die Gesellschaft. Im öffentlichen
Diskurs nimmt man sowohl ablehnende als auch zustimmende Meinungen
zur Homo-Ehe wahr. Interessant ist in diesem Zusammenhang, welche
Einstellung die Bevölkerung zur Homo-Ehe hat. Dabei liegt der
Forschungsschwerpunkt dieser Arbeit auf dem Vergleich der Einstellungen
von den Generationen der unter 30jährigen zu über 60jährigen. Es soll
herausgefunden werden, ob es Aufklärungsbedarf zur Homosexualität und
zur Homo-Ehe in der Bevölkerung gibt. Dabei soll auch erhoben werden,
welche Einflussfaktoren die Einstellung zur Homo-Ehe beeinflussen. Solche
Einflussfaktoren können Religion oder Bildung sein. Wir möchten
genaueres erfahren über die Ängste und Motive der Gegnerinnen und
Gegner der Homo-Ehe. Durch unsere Arbeit wollen wir den Ist-Zustand der
Einstellungen zur Homo-Ehe beschreiben. Dabei ist es aus soziologischer
Sicht interessant, ob die aktuelle Gesetzgebung den Einstellungen
hinterherhinkt oder die Gesellschaft noch nicht bereit ist für gesetzliche
Regelungen zu alternativen Lebensformen neben der Ehe. Dabei stellt sich
die Frage, ob die sich die Meinung der Gesellschaft im Recht widerspiegelt
oder ob das Recht die Ansicht der Bevölkerung prägt bzw. beeinflusst.
Denn es ist uns bewusst, dass

„die Diskriminierung von Minderheiten immer auf einem breiten Konsens


der Gesellschaft beruht. Gegen diese gesellschaftlichen
Ordnungsvorstellungen können Gesetze nichts ausrichten. Die
Emanzipation von Minderheiten kann nicht von oben her befohlen werden.
Sie ist nur durchsetzbar, wenn die gesellschaftlichen
Ordnungsvorstellungen in Bewegung geraten. Erst dann kann
Minderheiten mit Gesetzen geholfen werden.“

(Lesben.Schwule.Standesamt, Manfred Bruns, Volker Beck; 1. Auflage,


September 1991, S 112, Ch.Links Verlag, Berlin)

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2. Definitionen

Der Begriff Homo-Ehe setzt sich aus zwei Begriffen zusammen,


Homosexualität und Ehe. Daher müssen zuerst beide Begriffe definiert
werden.

„Homosexualität bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der das


sexuelle Verlangen überwiegend auf Personen des gleichen Geschlechts
gerichtet ist.“
(http://www.onmeda.de/lexika/sexualität/homosexualität.html)

Ehe ist „eine sozial anerkannte und vertraglich fixierte


Lebensgemeinschaft zwischen mindestens zwei Personen
unterschiedlichen Geschlechts, welche ökonomische sowie sexuelle
Rechte und Pflichten beinhaltet und durch den unmittelbaren
Heiratsvollzug eine öffentliche Bestätigung erfährt. Die Nachkommen aus
dieser Verbindung werden von den übrigen Gesellschaftsmitgliedern als
legitim anerkannt.“ (http://www.univie.ac.at/ksa/cometh/glossar/heirat/d-
l.htm)

Unter Homo-Ehe verstehen wir eine Eheschließlung wie die der


heterosexuellen Paare mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten
inklusive einer dementsprechenden Zeremonie auf dem Standesamt.

3. Geschichte der Homo-Ehe

Zu allen Zeiten und überall auf der Welt gab es Homosexualität. Je nach
Kultur waren diese Beziehungen toleriert, akzeptiert aber auch verpönt
oder wurden sogar gerichtlich geahndet. (vgl. Aldrich: 1). In früheren
Zeiten machte die soziale Kontrolle ein Zusammenleben zwischen
gleichgeschlechtlichen Paaren unmöglich. Die Ehe war ausschließlich
heterosexuell. Da die Ehe aber nicht nur ein Arrangement zum Zwecke der
Fortpflanzung ist, sondern auch zur wirtschaftlichen Absicherung dient,
wurde die Ehe auch für Lesben und Schwule interessant (vgl. ebd.: 360).
Dänemark hat als erstes Land 1989 gleichgeschlechtliche Beziehungen
legalisiert, das Recht auf Kindererziehung oder eine kirchliche Zeremonie

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waren aber ausgenommen. 2001 hat die Niederlande als erstes Land
gleichgeschlechtlichen Paaren volle Eherechte eingeräumt (vgl. ebd.: 362).

4. Die momentane rechtliche Lage für homosexuelle


Paare in Österreich

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es in Österreich für homosexuelle Paare nur


die Lebensform der Lebensgemeinschaft. Diese Lebensgemeinschaft wird
allerdings nirgends eingetragen und ist mit keinerlei Rechten und Pflichten
für die Partner verbunden. Dadurch sind sie in vielen rechtlichen Bereichen
deutlich benachteiligt gegenüber verschiedengeschlechtlichen
Ehepartnern.

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Bestrebungen die


gleichgeschlechtlichen Paare in gewissen rechtlichen Bereichen mit den
heterosexuellen Paaren gleichzustellen. Man gewinnt allerdings den
Eindruck, dass sie nur dort gleichgestellt werden, wo es eher negative
bzw. unangenehme Folgen für die Partner hat. Paradebeispiel hierfür ist
die Entscheidung des OGH 6 Ob 28/07 x. Diese Entscheidung besagt, dass
der Unterhaltsanspruch einer geschiedenen Person gegenüber dem Ex-
Ehepartner ruht, wenn dieser eine Lebensgemeinschaft eingeht. Dies gilt
ebenfalls für eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft. Seit 2008
wird über einen Gesetzesentwurf über das Lebenspartnerschaftsgesetz
diskutiert. Im November 2009 einigte man sich, dass ab 2010
eingetragene Partnerschaften erlaubt werden.

5. Aktuelle politische Debatte in Österreich

Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass eine wechselseitige Beziehung
zwischen Medien und der Politik einerseits besteht und dass andererseits
diese politischen Medieninhalte auch Auswirkungen auf ihre Zuseher bzw.
–hörer haben. Aus diesem Grund wollen wir in diesem Abschnitt einen
kurzen Einblick über die derzeitige Einstellung der 6 stärksten Parteien in
Österreich zum Thema Homo-Ehe geben.

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Die SPÖ steht lt. Parteiprogramm auf dem Standpunkt, dass es in der
heutigen Zeit viele verschiedene Formen des Zusammenlebens gibt und
dass diese auch unterstützt gehören. Diese Partei setzt sich auch für
gleichgeschlechtliche Paare ein und will durchsetzen, dass auch diese Art
des Zusammenlebens die gleiche Anerkennung und den gleichen Status
erhält wie es bei Paaren verschiedenen Geschlechts der Fall ist. (vgl.
http://www.spoe.at)

Für die ÖVP wiederum besteht eine Partnerschaft lt. ihrem Parteiprogramm
zwischen Mann und Frau. Eine solche Partnerschaft wird auch mit allen
verfügbaren Mitteln unterstützt. In diesem Parteiprogramm wirft man zwar die
Frage der Benachteiligung der Frauen auf, jedoch geht man nicht weiter auf das
Thema Homo-Ehe ein. (vgl. http://www.oevp.at)

Die FPÖ sieht die Familie als wichtigste Grundlage einer Gesellschaft. Artikel 1 (1)
besagt, dass Familie einzig und allein „auf einer Lebensgemeinschaft von Mann
und Frau“ beruht und dass „deren besondere gesellschaftliche Anerkennung
durch das Institut der Ehe ausgedrückt wird“. (http://www.fpoe.at)

Die Frage der rechtlichen und gesellschaftlichen Anerkennung


gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wird nicht thematisiert. Wir gehen davon
aus, dass die FPÖ einer rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung der
Homo-Ehe zur herkömmlichen Ehe sehr skeptisch gegenübersteht.

Die Grünen wiederum haben ein eigenes Konzept für einen so genannten
Zivilpakt (kurz Zip) entwickelt. Dies ist lt. den Grünen eine rechtliche Absicherung
einer Partnerschaft egal in welcher Form diese Partnerschaft eingegangen wird.
Das heißt genauer, dass nicht unbedingt ein Standesbeamter oder Priester den
Segen zu dieser Ehe geben muss und sie dennoch rechtliche Absicherung findet
(zB Sorgerechtstreit, Pensionsrecht, etc.).

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sollen ferner den


verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften gleichgestellt werden und
es soll das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare gänzlich abgeschafft
werden.

In dem Parteiprogramm der Grünen kann man deutlich erkennen, dass sie stark
für eine Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben eintreten und sich noch für die

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Beseitigung anderer Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Partnerschaften
einsetzt. (vgl. http://www.gruene.at)

Das Parteiprogramm der BZÖ (Orange) steht hinter den Familien und unterstützt
auch alternative Lebens- und Partnerschaften. Das heißt für uns, dass diese
Partei auch für eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Homo-Ehe
gegenüber der verschiedengeschlechtlichen Ehe eintritt. (vgl.
http://www.bzoe.at)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass aus diesen Angaben erkennbar ist,
dass die FPÖ gänzlich gegen eine Gleichstellung der Homo-Ehe ist. Die ÖVP gibt
sich weiterhin skeptisch gegenüber einer Gleichstellung der Homo-Ehe, ist aber
aufgrund der momentanen politischen Situation eher für Kompromisse bereit.

6. Forschungsfrage

Wie sind die Unterschiede der Einstellungen zur Homo-Ehe von unter
30jährigen und über 60jährigen und welche Faktoren beeinflussen sie?

7. Hypothesen

• Je höher das Alter, desto ablehnender ist die Einstellung zur Homo-
Ehe.

Wir gehen davon aus, dass ältere Menschen aufgrund von Erziehung und
von Werten, die sie vermittelt bekommen haben, die Homo-Ehe großteils
ablehnen. Wir glauben, dass sie in ihren Ansichten festgefahrener und
nicht sehr aufgeschlossen sind gegenüber alternativen Lebensformen wie
der Homo-Ehe im Vergleich zu den unter 30jährigen.

• Wenn Personen am Land leben, dann lehnen sie die Homo-Ehe ab.

Diese Hypothese basiert auf dem Gedanken, dass Personen am Land öfter
die Kirche aufsuchen, als Personen, die in der Stadt leben und deshalb
mehr von der Religion beeinflusst werden. Unter „am Land“ verstehen wir
Orte mit bis zu 5.000 Einwohnern.

• Je höher die Bildung, umso positiver ist die Einstellung zur Homo-
Ehe.

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Wir sind der Ansicht, dass Menschen mit höherer Bildung allgemein
flexibler im Denken sind, da sie auch gegenüber neuem Wissen
aufgeschlossen sind.

8. Methoden

Wir haben uns für eine qualitative Form der Forschung entschieden, da wir
glauben dadurch mehr Informationen zu erhalten. Wir erstellen für
Interviews einen Leitfaden, der uns als Anhaltspunkt dient. Dadurch
werden die wichtigsten Punkte behandelt. Durch das Gespräch ist es uns
möglich auf die Interviewpartnerinnen und –partner einzugehen und bei
Unklarheiten sofort nach zu fragen.

8.1 Generation bis 30 Jahre

Um beide Altersgruppen, mit denen wir uns beschäftigen möchten,


abzudecken, befragen wir für die Gruppe bis 30 Jahre eine
Unterstufenschulklasse sowie eine Oberstufenschulklasse und
Berufsschulklasse. Weiters interviewen wir eine Gruppe von ca. 30
Studenteninnen und Studenten. Durch die Auswahl unserer Stichwahl ist
es uns wichtig einen repräsentativen Querschnitt der unter 30jährigen zu
erhalten. Außerdem legen wir Wert darauf, dass die Hälfte der
ausgewählten befragten Gruppen in der Stadt lebt und die andere Hälfte
am Land und das das Geschlechterverhältnis ungefähr ausgeglichen ist.

Bei den Interviews in den Schulklassen ist es uns wichtig eine angenehme,
offene Atmosphäre herzustellen. Deswegen bilden wir einen Sesselkreis
mit den Schülerinnen und Schülern, machen eine kurze Vorstellrunde und
geben einen kurzen objektiven theoretischen Input um die Diskussion
anzuregen. Der Interviewleitfaden soll verhindern, dass die Diskussion
vom eigentlichen Thema abschweift. Mit vorheriger Zustimmung zeichnen
wir die Diskussion auch auf Tonband auf um diese später transkribieren
und auswerten zu können.

8.2 Generation über 60 Jahre

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Wir besuchen ein Seniorenzentrum in der Stadt und eines am Land um die
Einstellung der über 60jährigen zur Homo-Ehe zu erfahren. Wir werden
zunächst 20 Interviews mit Einzelpersonen dort durchführen, weil wir
glauben, dass ältere Menschen unter sozialem Druck in der Gruppe eher
allgemein anerkannte Antworten geben und nicht ihre eigene Meinung
vertreten. Die Personen wählen wir so aus, dass alle sozialen Schichten
abgedeckt sind und das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist. Danach
werden wir wie bereits bei den Schulklassen einen Sesselkreis bilden und
nach einer kurzen theoretischen Einleitung eine Diskussion leiten.

8.3 ExpertInneninterviews

In Linz gibt es verschiedene Einrichtungen, die sich mit dem Thema


Homosexualität genauer auseinandersetzen. Dazu gehört auch die
Homosexuelle Initiative Linz (ROSI). Diese Organisation berät und
unterstützt jeden, der in irgendeiner Art und Weise mit dem Thema
Homosexualität konfrontiert ist. Sie helfen vor allem beim Coming-Out,
soziale Kontakte zu finden und persönlichen Problemen jeder Art. Wir
möchten von HOSI eine Beraterin oder einen Berater befragen. Dabei liegt
der Fokus unseres Interviews herauszufinden welche Motive und Gründe
es in der Gesellschaft gibt, die Homo-Ehe abzulehnen und welche
Veränderungen notwendig wären um zu erreichen, dass Homosexuelle
Menschen weniger diskriminiert werden. Dazu gehört auch den Status
ihrer Partnerschaften mit den heterosexuellen gleichzustellen.

Weiters wollen wir eine Juristin oder einen Juristen mit Spezialisierung auf
Familienrecht befragen. Wir möchten mehr über die Benachteiligungen
homosexueller Lebensgemeinschaften im Vergleich zur heterosexuellen
Ehe aus juristischer Sicht erfahren. Dabei interessiert uns besonders
welche Benachteiligungen durch das Nicht-Eingehen-Dürfen einer Ehe
entstehen.

Wir möchten auch herausfinden welche Einstellung die Kirche vertritt und
werden deshalb einen liberalen und einen konservativen kirchlichen
Vertreter zur Homo-Ehe befragen. Wir gehen davon aus, dass die Kirche

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oder überhaupt Religion viele Menschen in ihrer Einstellung beeinflusst.
Darum ist es uns wichtig mehr über die Ansicht der Kirche zu erfahren.

9. Schlussbetrachtung

Die Ergebnisse unserer Arbeit zeigen sowohl die unterschiedliche


Einstellung der jungen und alten Generation und macht uns deutlich wo es
noch Aufklärungsbedarf gibt. In Zusammenarbeit mit dem Verein ROSI
können neue Aufklärungsprojekte entwickelt werden. Zum Beispiel könnte
eine didaktische Aufbereitung des Themas für Lehrerinnen und Lehrer zur
Verfügung gestellt werden, damit diese es in ihren Unterricht aufnehmen
können. Diese Ergebnisse können auch für die Politik hilfreich sein um
besser auf die Ängste und Motive der Bevölkerung eingehen zu können.

Ideen:

kurze Zusammenfassung der gesamten Arbeit

Probleme bei der Beantwortung der Forschungsfrage?

Wo kann die Forschung weitermachen?

Nichts Neues mehr hineinschreiben im letzten Teil .... ich glaube, dass es
besser wäre, den Teil mit dem Verein Rosi bei den Experteninterviews
reinzugeben, da ich es für gut halte, wenn auch Leute interviewt werden,
die direkt betroffen sind!

persönliche Bemerkungen ....

eventl. Ausblick – was wird sich ändern – was wäre noch zu tun (weitere
Forschung)

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Literaturverzeichnis

(http://www.onmeda.de/lexika/sexualität/homosexualität.html)

http://www.spoe.at/page.php?`P=104128, 25. November 2009

http://www.oevp.at/download/000298.pdf, 25. November 2009

(http://www.fpoe.at/dafuer-stehen-wir/partei-programm/12-familien-
gemeinschaft-der-generationen/ - Kapitel XII – Familie – Gemeinschaft der
Generationen, Artikel 1 (1) vom 25. November 2009)

http://www.gruene.at/lesbischwul_trans/zivilpakt/#prob vom 25. November 2009)

(vgl. http://www.bzoe.at/index.php?content=bzoe_programm vom 25. November


2009)

http://www.hosilinz.at/service/beratung/ 4.12.2009

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