KÖNIG JESUS

Vom König der kein Herrscher sein wollte

Seit Jahrhunderten streiten die Menschen darüber, wer dieser Mann, der dereinst in Israel gelebt hat, das zeigt uns das Turiner Leichentuch, wirklich gewesen ist. Die einen suchen sein Grab, um zu beweisen: Jesus ist tot, die anderen suchen nach dem heiligen Gral, dem Becher des letzten Abendmahls, der unendliches Leben schenken soll, die dritten verehren ihn als gekreuzigten Gott der für ihre Sünden gestorben ist (Schade nur, dass niemand sich daran erinnern kann, dass Jesus meinte: nehme dein Kreuz auf Dich und folge mir nach) So ist Jesus die bis heute meist umstrittene Person. Prophet wie es die Moslems sagen, Erzengel, wie es die Zeugen meinen, oder Mensch gewordener Gott, wie es die anderen Christen behaupten? Als Grundlage unseres Wissens über Jesus von Nazareth, König der Juden (I.N.R.I.) dient uns das neue Testament (die Bibel) und an genau dieser möchte ich mich in diesem Werk orientieren. Kapitel 2: Die Ausgangssituation

Wir schreiben dass Jahr null. In Israel herrschen seid 52 Jahren (sprich einem halben Jahrhundert die Römer). Der alte Tempelbereich ist zerstört, nur noch Teile sind in Betrieb und so dienen im Tempel auch nur noch die Pharisäer und Sadduzäer, römerfreundliche Priester die sich mit der Regierung arrangieren. Im Land brodelt es, denn das Joch, dass die Römer den Israeliten auferlegen ist hart. Hohe Steuern und wenn einer diese nicht bezahlen kann, so wird er als Sklave nach Rom verkauft oder gekreuzigt. Religiös motivierte Freiheitsorganisation durchziehen das Land und überlegen, wie man den Feind am Besten treffen kann, ihn dazu bewegt, Israel endlich zu verlassen. Die Römer sind aber nicht das einzige Problem. Ein fremder König, Herodes, der Große, sitzt auf Geheiß des römischen Kaisers Augustus auf dem Thron Davids. Man hat ihn dort hingesetzt, in der Hoffnung, dass die Israeliten dann ihren Glauben an das Königshaus Davids vergessen würden. Nur Herodes ist bei Gott kein guter König. Teure Feste auf Basis neuerlicher Steuern erschweren den Menschen noch zusätzlich das Leben. Zuletzt verlangt dann noch der Tempel seinen Tribut. Zahlen, Zahlen, Zahlen.

So tauchen immer mehr Menschen in die Wüste ab. In Qumran bildet sich eine gedeckte Gemeinschaft und die Verwandten der Maria leben auch bei ihnen. Um fest zu stellen, wie viele Menschen sich der Steuerlast entziehen, ordnet Quirinius, der römische Stadthalter, um das Jahr null eine Volkszählung an. In dieser Zeit wird Maria von Josef schwanger. Eine harte Zeit für Königskinder. Kapitel 3: Das Versprechen

Das ganze alte Testament ist immer und immer wieder damit beschäftigt, auf einen kommenden Erlöser, einen Retter, einen Messias hin zu weisen. Einen kommenden König, der das Leiden dieser Welt beenden wird. Über die Jahrtausende hinweg entwickelte sich aber der Glaube, dass wenn er kommen würde, er alles richten würde und wir erlöst wären (fast wie in einem Märchen). Niemand stellte sich darauf ein, dass das Erscheinen des Messias erst der Beginn eines langen Weges hin zum Frieden sein würde. Niemand erkannte, dass es bei dem Weg Jesu auch um uns geht. Gläubige und Geistliche die auf den Umstand hinwiesen, wurden in der Geschichte gejagt, verfolgt, gefoltert, verspottet u. a. Und so stehen wir heute 2000 Jahre nach dem Erscheinen des Messias noch genauso weit entfernt und harren der Erfüllung der Worte: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit Dir! Fürchte Dich nicht, Maria, Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.

Kapitel 4: Der Stambaum Jesu

Wer das neue Testament aufschlägt, der stößt gleich am Anfang des Matthäusevangeliums auf den Stammbaum Jesu. Dieser lautet so:
Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugt Isaak. Isaak zeugt Jakob. Jakob zeugte Juda und seine Brüder. Juda zeugt Perez und Serach mit der Tamer. Perez zeugte Hezron, Hezron zeugte Ram.Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon. Nachschon zeugte Salmon. Salmon zeugte Boas mit der Rahab. Boas zeugte Obed mit der Rut. Obed zeugte Isai. Isai zeugte den König David. David zeugte Salomo mit der Frau des Uria. Salomo zeugte Rehabeam. Rehabeam zeugte Abija. Abija zeugte Asa. Asa zeugte Joschafat. Joschafat zeugte Joram. Joram zeugte Usija. Usija zeugte Jotam. Jotam zeugte Ahas. Ahas zeugte Hiskia. Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Josia. Josia zeugte Jojachin und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jojachin Schealtiel. Schealtiel zeugte Serubbabel. Serubbabel zeugte Abihud. Abihud zeugte Elijakim. Elijakim zeugte Asor. Asor zeugte Zadok. Zadok zeugte Achim. Achim zeugte Eliud. Eliud zeugte Eleasar. Eleasar zeugte Mattan. Mattan zeugte Jakob. Jakob zeugte Josef, den Mann der Maria von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus. ??? JOSEF ZEUGTE ALSO NICHT JESUS ???

Fast eine Seite Stammbaum um zu erklären, dass Jesus nicht Josefs Sohn, sondern der Sohn des heiligen Geistes ist, gezeugt durch den Erzengel Gabriel? Und was fangen wir mit der Information an, wer Josef wirklich war? In der weiteren Lebensgeschichte des Jesus spielt Josef kaum noch eine entscheidende Rolle. Oder doch? War es wirklich so unwichtig, dass Jesus in einem Königshaus zur Welt gekommen war. Zählte Josef in seinem Leben wirklich so wenig und war Josef nun Zimmermann, Tischler oder Zeltmacher (wie viele behaupten). Wir werden es nie wirklich genau wissen. Daher habe ich für dieses Buch die Form des Romans gewählt. Es soll ein Werk über einen König sein, der sich entschloss ein normaler Mensch zu sein. Nicht anzweifelnd, dass Jesus ein Ebenbild Gottes und ein Licht in dieser Welt ist. Nicht bezweifelnd, dass er durch unsere Schuld starb und auferstand. Und dennoch eine ganz andere Geschichte.

Kapitel 5: Es begann in dunkler Nacht

Kalt muss es in dieser Nacht gewesen sein und unruhig, als Josef und Maria in der Weihnachtsnacht (ob es wohl der 24. Dezember oder der 6. Jänner gewesen ist) des Jahres 0 in Bethlehem eintrafen. Sie waren auf der Flucht. Denn was Maria unter ihrem Herzen trug, hatte das Recht, sich wahrlich der König der Juden zu nennen. Bethlehem war Königsstadt, die Geburtsstadt des Königs David, dem Geschlecht Israels welches bis 52 vor Christus, vor dem Einmarsch der Römer das Land Israel in Ruhe und Frieden regiert hatte. Die Menschen sehnten sich nach der Herrschaft des Hauses David und Josef lebte hier. Er war hier geboren und aufgewachsen, nachdem man seine Familie aus Jerusalem vertrieben hatte. Oft noch erzählt ihm sein Großvater als Kind von dem schönen Palast, den man bewohnt hatte und in welchem nun der Stadthalter untergebracht war. Oft davon, wie man früher zusammengehalten hatte. Heute da schaute jeder nur noch auf sich, versuchte schlichtweg einfach zu überleben. Überfielen Räuber einen Kaufmann auf offener Strasse, so war es in diesen Tagen besser an ihm vorbei zu reiten. Egal ob dieser blutete oder halbtot war. Sonst riskierte man einen Ärger mit den Römern. Nicht erst einmal war hierauf jemand unschuldig hingerichtet worden. (Später die Basis für ein Gleichnis Jesu:
Ein Schriftgelehrter stand auf und fragte: Herr wer ist mein Nächster? Jesus antwortete:
Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. Es traf sich, dass ein Priester die selbe Strasse hinab zog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit; als er zu der Stelle kam, ging er vorüber; Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und ging zu ihm und goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, so will ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen Dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der der Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: Dann gehe hin und tue genauso. )

Man erzählte Josef auch davon, wie die Männer früher in Raststätten beieinander gesessen waren und über Gott gesprochen hatten. Gott war ein wichtiger Teil der Gesellschaft gewesen. Priester und Tempeldiener hatten anders als in diesen Tagen von ihrem Glauben erzählt. Heute war der Tempel nur noch ein reines Geschäft. Man kaufte halt, Tauben, Lämmer, Ziegen, damit es die Nachbarn sahen. Nicht wirklich um Gott zu dienen. Denn Gott war tot. Das war man sich sicher. Josef war immer anders gewesen. Er hatte es schon als Kind traurig empfunden, dass die Menschen den Glauben verloren hatten. Oft wanderte er die drei Tagesmärsche rauf nach Jerusalem zum Tempel um bei Gott zu sein. Und bei einem seiner Besuche traf er dann auch auf Maria seine spätere Frau. Josef war froh sein Heimatdorf erreicht zu haben. Draußen lag der Schnee und seine Frau war hochschwanger. Hier bei seinen Verwandten würde man ihn aufnehmen. Seit seine Frau nämlich schwanger geworden war waren die Römer unaufhaltbar hinter Josefs Familie her, so groß war die Angst vor einem neuen König. Zwar war das Haus Davids schon lange besiegt. Doch wovor sich die Römer immer noch fürchteten, war der Glaube an einen Messias. Dieser würde kommen und das alte System wieder herstellen. Wie viele falsche Messiasse hatte man inzwischen gekreuzigt. Das Kind Josefs aber, war eine besondere Gefahr. Aufgefallen war das Problem, als Quirinius 12 Monate zuvor eine Volkszählung veranlasst hatte. Alle Menschen mussten nach Jerusalem kommen, um über ihre Familienverhältnisse zu berichten. So würde man eine geeignete Steuer für jeden Einzelnen ermitteln. Stand und Beruf und Herkunft waren hierfür maßgeblich. Und da fiel es zum ersten Male auf. Josef aus dem Hause Davids hatte Maria die Tochter eines Leviten, der höchsten Kaste der Tempeldiener geheiratet. Wenn aus dieser Familie ein Kind entspringen würde, so würde es die Welt als Priesterkönig verehren. Ein Mensch geboren dafür Messias zu sein. Man hatte zwar Maria und Josef vor Problemen gewarnt, aber sie wissen selbst, wo die Liebe hinfällt.

Josef war froh seinen Heimatort erreicht zu haben. Er hoffte, dass seine Frau hier sein Kind in Ruhe zur Welt bringen könnte. Zacharias der Mann von Marias Schwester hatte ihnen geraten den Tempelbezirk Qumran, von wo aus er die Essener leitete und wo sie die letzten Monate Unterkunft gefunden hatten zu verlassen. Zwar lag dieser Ort mitten in der Wüste und Römerüberfälle waren Dank der Festung welche die Zeloten dorthin gebaut hatten, auch eher schwierig, Elisabeth aber Zacharias Frau war selbst schwanger und er befürchtete sie würde sich wohl zu sehr aufregen. So versprach Zacharias nichts zu sagen, bat Josef aber nach Bethlehem weiter zu ziehen. In diesem kleinen Ort, mitten in der Steinwüste könnte man sicher in Ruhe leben. Kapitel 6: Ein Gespräch im Hause Davids

Eigentlich hätte sich Josef über einen herzlichen Empfang in seinem Elternhaus gefreut. Doch angesichts der großen Gefahr die Josef durch seine Anwesenheit über seine Familie brachte, konnte er froh sein, wenn man ihn stillschweigend in einem Stall unterbrachte. Von Jerusalem her hatte man inzwischen erfahren, dass weise Männer aus dem Morgenland König Herodes darauf hingewiesen hatten, dass Maria schwanger war, so dass nur wenig Zeit verbleiben würde, bis mit römischen Truppen in Bethlehem zu rechnen wäre. Am Abend lud man Josef dann folglich zu einem Familienrat. Sein Vater Jakob erhob das Wort: „Josef, du weißt, dass wir Dich alle lieben und uns über die Schwangerschaft Deiner Frau herzlich freuen. Dennoch zwingen uns Umstände dazu, Dich zu warnen. Herodes hat, weiß der Teufel wie, erfahren, dass Maria schwanger ist, sodass Ihr auch hier nicht wirklich sicher seid. Trotz unserem großen Glaubens an Gott und unsere jahrhunderte langen Erfahrungen glauben wir, dass es besser wäre, wenn ihr weiterzieht. Geht nach Ägypten. Nahe Kairo lebt der Onkel Mördok Deiner Frau als Priester. Dort seid ihr von den Ägyptern beschützt. Möge Gott mit Euch sein.“ Dann sprach man noch einige Stunden über den Weg und das Ziel und plante den Aufbruch für den nächsten Morgen. Spätabends kehrte Josef zurück in den Stall.

Als Josef den Raum verlassen hatte, erhob Jakob noch einmal das Wort und sprach zu den Männern: „Wir werden das Leben des jungen Jesus beobachten. Sendet einen Boten zu Zacharias und sagt ihm, dass aus dem Haus Bethlehem ein König erstanden ist. Er soll uns mit seinen Zeloten hierbei helfen“, dann ging man für diesen Abend schlafen. Eine große Überraschung erlebte Josef, als er zurück in den Stall kam. Maria hatte inzwischen Jesus alleine geboren und er war Vater geworden. So sollte sich bewahrheiten, was schon in der Bibel geschrieben steht: Siehe, eine junge Frau, wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns Kapitel 7: Nazoräer - Essener und Zeloten

Wer in meinen Erzählungen bisher genau aufgepasst hat, der steht jetzt vor einem großen Rätsel. Zuerst erzählte ich, dass Zacharias der Chef der Essener in Qumran gewesen wäre. Diese sind uns wegen den Schriftrollen am toten Meer (zu besichtigen im Holly Land Museum in Jerusalem) wohl allen bekannt. Nunmehr sandte Jakob Boten zu Zacharias wegen den Zeloten. Diese kennen wir von Menschen wie Judas Iskariot (Soldaten die sich um die Befreiung Israels bemühten) Ich fühle mich folglich verpflichtet diesen Knoten auf zu lösen. Die Nazoräer waren nämlich wie in späteren Zeiten der Templer Ritterorden in eine kämpfende (die Zeloten) und eine geistige Gruppe (die Essener) unterteilt. Der Leiter dieser Organisation (sprich Abt) war Zacharias (der Vater von Maria). Wenn man dem Orden beitrat, so entschloss man sich, ob man den kämpfenden Truppen oder dem geistlichen Orden angehören wollte. Je nach dem bekam man seine Aufgaben zugewiesen. Das Ziel dieser Ordensgemeinschaft, war der unendliche Traum, dass Reich Gottes auf dieser Welt zu errichten und Israel von allem Bösen (dazu zählten auch die Römer, da sie den Tempel geschändet hatten, nicht ausschließlich wegen den Steuern) zu befreien. Der erste kämpfende Orden.

Kapitel 8: Ein Kindermord in Bethlehem

Zu der selben Zeit in welcher Josef um das Leben seines Sohnes kämpfte, spielten sich in Jerusalem furchtbare Dinge ab. Es war erst wenige Tage her, als drei Weise aus dem Morgenland, drei Astrologen und ihrer Arbeit wohl nicht wirklich gewachsen, an den Hof des Herodes, des Grossen, gekommen waren und dort nach der Geburt eines neuen Königs gefragt hatten. Sie behaupteten dieses Ereignis in den Sternen gesehen zu haben. Und das beunruhigte Herodes. Herodes war nämlich Syrier und mit dem Glauben der Israeliten nicht wirklich vertraut. Daher glaubte er viel mehr an Astrologie und Maggie als an Gott und Dinge die man in den Sternen sah, waren für ihn fast bindend. Er rief daher nach seinen jüdischen Beratern und fragte, wo ein neuer König geboren worden sein könnte. Er selber hatte nämlich zu dieser Zeit noch keine Kinder. Letztendlich halfen ihm die Pharisäer, der ihm mitteilten, dass es sich wohl um ein Ereignis in Bethlehem, im Hause Davis handeln müsse. Denn es stehe geschrieben: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll. Herodes überlegte nicht lange, dann meinte er: „Wenn das alte Haus Israel wirklich so ein Problem darstellt, so reitet und bringt alle männlichen Kinder unter 2 Jahren um. So ist dies das Ende des Hauses Israel.“ Und so geschah es, wie es geschrieben steht: In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweint ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Josef aber war bereits in der Nacht aus Bethlehem geflohen.

Kapitel 9: Die Beschneidung Jesu

Hätte Josef gewusst, was sich zur selben Zeit in Bethlehem abspielte, so wäre er bestimmt auf dem schnellsten Wege nach Ägypten gezogen. So aber wanderte er noch einmal zurück nach Qmran, um sich von den Verwandten seiner Frau für lange Zeit zu verabschieden. Er meinte nämlich, dass es wohl nunmehr auf einen Tag auf oder ab nicht mehr ankäme und außerdem war nach dem 8. Tag der Geburt eines Sohnes nach jüdischer Tradition die Beschneidung fällig. Josef blieb folglich 7 Tage lang noch nahe Jerusalem (was sicherlich ein Glück war, weil ihn genau dort Herodes bestimmt nicht vermutete) und begab sich dann in den Tempel. Im Tempel trafen sich häufig Menschen mit besonderen Begabungen (Seher, Magier (die Juden verehren nämlich die Kabbala), etc.) und auch diesmal, waren wieder einige Personen da, die die Zukunft voraussagten. So traf man auf Simeon, einen alten gottesfürchtigen und frommen Mann, der sein Leben lang auf den Trost Israels, den Messias gewartet hatte. Ihm war nämlich das Wort von Gott zu teil geworden, er würde nicht sterben, bevor der den Christus gesehen hätte. Als er Jesus sah, begann er zu sprechen: Herr nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Und zu Maria sprach er: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen - damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und nach der Beschneidung wanderte Josef mit Maria und Jesus weiter nach Ägypten.

Kapitel 10: Die Lehrjahre Jesu

Zwölf lange Jahre sollte es dauern, bis endlich die Kunde des Todes des Herodes zu Josef nach Ägypten erklang. Ein Bote des Zacharias hatte ihm die Botschaft überbracht und ihm mitgeteilt: Herodes ist tot, du kannst zurückkommen. Gehe aber nicht nach Bethlehem zurück, denn dort trauert man noch heute über die vielen Kinderleben, die dein Sohn gekostet hat. Glaube mir, man will dich dort nicht sehen. Es war kurz vor dem Paschafest, dass Fest nach welchem sich Josef so lange schon gesehnt hatte. So zog er gleich gegen Jerusalem. Und Jesus der in den Jahren in Ägypten den Talmud studiert hatte, ging mit ihnen. Am Ende der Feiertage aber, wurde es Josef bewusst, dass Jesus in großer Gefahr war. Vielleicht wäre es besser er würde ihn einfach im Tempel aufwachsen lassen, wo niemand wusste wer er war. Dort war es früher üblich Waise aufzunehmen. Er selber wanderte eine Tagesreise weiter hinunter nach Qumran. Die Bibel schreibt hierüber wie folgt:
Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten es nicht.(Oder wollten es nicht wissen) Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten und kamen eine Tagesreise weit und ließen ihn unter den Verwandten und Bekannten. Da reute es sie und sie kehrten um nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle die ihm zuhörten wunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als ihn seine Mutter fragte, antwortete er: Weißt du nicht, dass ich sein muss im Haus meines Vaters?

Dies war das erste Mal, dass Jesus davon sprach Geistlicher und nicht König zu werden.

Kapitel 11: Rückkehr nach Qumran

Als die Feiertage vorbei waren, zogen Josef, Maria und Jesus mit ihren Verwandten hinunter an das tote Meer. Dort lag die Festung Qumran der Nazoräer, bei welchen Maria aufgewachsen war. Ich habe schon kurz darüber berichtet, dass die Ordensgemeinschaft der Nazoräer, uns besser bekannt als Essener und Zeloten dort unten eine Festung für die Errichtung des Reiches Gottes aufgebaut hatten. Der Gedanke der Essener war es, dass ein jeder Mensch bei geeigneter Toleranz mit einem jeden Menschen in Frieden leben könne und dass Israel das auserwählte Volk wäre. Die Zeloten wiederum wollten in Israel einen Gottesstaat errichten. So war die Weisung, den Kaiser in Rom als Gott zu verehren für fromme Juden einfach nicht tragbar. Immer und immer wieder erhob man sich und versuchte die Römer aus dem Land zu vertreiben. Ein Mensch wie Jesus, der gleichzeitig ein Nazoräer und ein Kind des Hauses Davids war, ein Priesterkönig, so war man sich einig, würde das Volk nun erstmalig dazu beflügeln können sich ganz zu erheben. So bestanden die nächsten Jahre Jesu darinnen, ihn auf seine Führungsposition vor zu bereiten. Man brachte ihm das Kämpfen bei. Man lehrte ihn Wunder zu wirken (in der Anwendung der Kabbala waren die Essener nämlich sehr gut). Man lehrte ihm die Schriften. In der Bibel steht geschrieben: und nahm an Weisheit zu.

Kapitel 12: Der Nazoräer

Es war Jesu neunzehnter Geburtstag. Anders als andere Glaubensgruppen dieser Zeit gingen die Essener davon aus, dass ein Mann erst mit neunzehn das Mannesalter erreicht hat. Da bot man Jesus an, in den inneren Orden aufgenommen zu werden. Wie bei jeder Ordensgemeinschaft gab es nämlich bei den Nazoräern Ordensgeistliche und einfaches Volk, dass mit ihnen lebte. Jesus war begeistert. Auch wenn der Weg hart war, so wollte er diesen beschreiten. Die Aufnahmeprüfung bestand daraus, 42 Tage alleine in die Wüste zu wandern ohne Nahrung und Brot und damit zu zeigen, dass man genug Gottvertrauen hat, um für Gott auch zu sterben. Danach aus einer Taufe, bei welcher man ganz unter Wasser getaucht wurde, um die Sünden ab zu waschen. Hiernach durfte man das weiße Gewand anlegen und war ein Mann. Und Jesus machte sich daran, Nazoräer zu werden. Kapitel 13: Der Teufel in Dir

Die Erlebnisse des Jesus im Rahmen seiner Prüfung in der Wüste sind in der Bibel gut erzählt. Ich erlaube mir daher, diese einfach wörtlich zu übernehmen. Jesus aber, voll heiligem Geistes, kam zurück vom Jordan und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage lang vom Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn. Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde. Und Jesus antworte ihm: Es steht geschrieben "Der Mensch lebt nicht von Brot allein."

Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie dir, wenn ich will. Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein. Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben "Du sollst deinen Gott anbeten und ihm alleine dienen". Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hier hinunter; denn es steht geschrieben "Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, dass sie dich bewahren. Und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einem Stein stößt." Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen." Und als der Teufel alle Versuchungen vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang. Und Jesus kam in der Kraft des heiligen Geistes zurück an den Jordan. Kapitel 14: Johannes der Täufer

Am Jordan lebte seid dem fünfzehnten Jahr der Herrschaft Tiberius, als Herodes Landesfürst von Galiläa und Hannas und Kaiaphas zwei Pharisäer die Hohepriester waren, ein frommer Essener am Jordan und taufte die Menschen in der Taufe der Busse und Umkehr. Es war Johannes, der Cousin Jesu, der wie es geschrieben steht: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen

Und forderte die Menschen zur Busse auf und wenn ihn jemand fragte, was sie den tun sollten, so meinte er: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem der keines hat. Und wer zu essen hat, der tue ebenso. Denn Zöllnern aber sagte er: Fordere nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist Denn Soldaten: Tut niemanden Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold Zu diesem ging Jesus um sich taufen zu lassen. Und als er dort ankam war Johannes überrascht und sprach zu Jesus: Eigentlich solltest du mich, nicht ich dich taufen. Jesus aber meinte: Lass es geschehen, damit alle Menschen die Herrlichkeit Gottes erblicken Und Johannes taufte ihn. Dann erhob er sein Wort: Dass ist Jesus, Gottes Sohn, Sohn des Josefs aus dem Hause Davids und der Maria, der Tochter des Zacharias. Meine Aufgabe ist nun erfüllt und Gott wird mich abberufen. Dieser aber wird euch mit dem Feuer des Geistes taufen. Folget ihm nach. Als er seine Worte vollendet hatte, da kamen Soldaten und nahmen ihn fest. Es sollte der letzte Tag des Schaffens des Johannes gewesen sein.

Kapitel 15: König oder Priester

Die Worte des Täufers hatten großen Eindruck am Jordan hinterlassen. Man darf nicht vergessen, dass Johannes der Täufer ein Nazoräer, folglich ein Angehöriger einer Glaubensgemeinschaft war, die bereit war, mit dem Schwert um das gelobte Land zu kämpfen. So waren außer den vielen Gläubigen und Zeloten auch viele Pharisäer und Saduzzäer, Soldaten des Kaisers und Herodes, bei ihm am Jordan um darauf zu warten, dass er einen Fehler machen würde. Jesus hatte sich ein bisschen in den Hintergrund zurückgezogen. Er wusste, dass Johannes nach dieser Aussage sterben musste. Zu nahe waren ihm die Truppen Roms. Nur ein paar der Jünger des Johannes, die die ganz nahe bei der Taufstelle gestanden waren und daher Jesus erkannten, kamen zu ihm um mit ihm zu reden. Sie hatten an diesem Tag das erste Mal von seinem Stammbaum erfahren und wollten von ihm wissen, ob er sich mehr als König oder Priester sehen würde. Und hier kam es erstmals zu dem Bekenntnis, dass in späteren Jahren auch Pilatus beeindrucken sollte: "Wisst ihr", meinte Jesus: "Ich bin ein König. Aber mein Reich ist nicht von dieser Welt." Und was er damit gesagt hatte, würden seine Jünger erst viel später verstehen.

Kapitel 16: Die ersten Tumulte

Es waren aber auch beherzte Männer an diesem Tag an dem Jordan. Als diese sahen, dass man Johannes verhaften wollte, griffen sie zu ihren Schwertern. Man war bereit für einen einzigen Mann sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Doch Johannes ergriff das letzte Mal das Wort: Lasst Eure Schwerter stecken. Es hat keinen Sinn, es sind viel zu viele. Und eines sage ich euch: Wer mit dem Schwert lebt, wird mit dem Schwert umkommen. Dann führte man Johannes ab. Für Jesus aber, hinterließ das Verhalten des Johannes eine bleibende Erinnerung. WER MIT DEM SCHWERT LEBT, WIRD DURCH DAS SCHWERT UMKOMMEN. Das war kein harter Kämpfer, das war ein Mann des Friedens. Und Jesus hatte seine letzte Lektion gelernt. Kapitel 17: Die Hinrichtung des Täufers

Das Herodes den von ihm gefangen genommenen Johannes den Täufer nicht hinrichten wollte, gehört wohl eher in das Reich der Fabeln. Vielmehr fürchtete er sich, dass es einen Volksaufstand geben würde. Johannes war durch seinen Predigtdienst ein landesweit bekannter Mann. So griff Herodes zu einer List. Die Bibel erzählt dies so:

Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruder Phillipus. Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. Und er hätte ihn gerne getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter des Herodes vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wollte ihr geben, was sie fordern würde. Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet worden war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zum Tische saßen, befahl er, es zu geben, und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Und sein Haupt wurde herein getragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn und sie kamen und verkündeten es Jesus. Ein klarer Fall von biblischer Diplomatie. Kapitel 18: Die Frage des Seins

Und Jesus fragte die Jünger des Johannes, die sich inzwischen zu ihm gesellt hatten: Wer meint ihr, wer der Menschensohn sein möchte. Nicht was Johannes über mich gesagt hat. Nicht ob ich ein König bin. Dass meine ich nicht. Vielleicht auch gar nicht, woher ich komme, obwohl ich sage es euch. Mein Vater ist Gott im Himmel. Wir sind alle Gottes Kinder. Ich möchte euch sagen, wie ihr mich selber sehen sollt: Ich bin das Licht der Welt. Wer meinen Gedanken folgt, der wird nicht im Finstern verharren, sondern er erbaut mit mir das Reich Gottes. Ich bin die Wahrheit, denn gelogen wird so oft in dieser Welt. Dies aber macht mich angreifbar.

ICH BIN DER WEG. Wer mir folgt, der findet den Weg zum Vater, so auch ich den Weg zum Vater finde. Und ich bin der Beginn des Reiches Gottes, ein Reich des Friedens für diese Welt. Als er dieses gesagt hatte, machte er eine kurze Pause und wanderte weiter hinein in die Wüste. Die ersten Jünger folgten ihm. Kapitel 19: Die ersten Jünger

Die Worte des Täufers hatten Wirkung gezeigt. Jeden Tag kamen weitere Menschen, die dem Priesterkönig folgen wollten. Die meisten in der Hoffnung, dass Jesus das gelobte Land von den Römern befreien würde. Andere, die gehört hatten, was Jesus über sich selber gesagt hatte und in ihm einen großen Propheten sahen. Wieder andere, die hörten, dass die Gemeinschaft Jesu zu wachsen begann und einfach einer stärkeren Lobby angehören wollten. Wenige aber, die verstanden, was Jesus wirklich meinte. Schließlich aber entschloss sich Jesus zur Wahl von zwölf Jüngern, für jeden Stamm Israels einen. Es waren: Petrus, genannt Simon Andreas, der Bruder von Simon Jakobus, der Sohn des Zäbidäus Johannes, der Bruder des Jakobus Phillipus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alpäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verriet Ihnen allen gab Jesus das Fachwissen der Essener über den Heiligen Geist und die Kraft böse Geister auszutreiben und zu heilen. Grosse Kämpfer, aber auch große Zweifler.

Kapitel 20: Die Botschaft vom Reich

Jesus hatte seine ersten Jünger gefunden und somit mit dem Aufbau seines Weltfriedensreichs begonnen. Um seine Jünger besser zu schulen, zog er sich wie so oft schon mit ihnen gemeinsam für einige Tage in die Wüste zurück. Dann begann er zu sprechen: "Seltsam, dass die Menschen es nicht verstehen. Ein jeder schaut auf seinen Vorteil und weil ein jeder auf seinen Vorteil schaut, so kommt diese Welt nie in Frieden. Wie soll es auch Frieden geben, wenn ein jeder die Angst hat, einfach zu wenig zu bekommen. Sollten die Menschen teilen und miteinander leben, so wäre in Wirklichkeit für alle genügend da. Da das der Mensch aber nicht versteht, so verrottet in den Kornkammern Getreide während wiederum andere verhungern. Ich sage euch, ich bin zu euch gekommen, um dem Menschen das Miteinander zu lehren. Den Verzicht auf Reichtum. Die Nächstenliebe. Und würden alle Menschen miteinander leben, so wäre diese Welt in Frieden. Das Paradies. Ein Weltfriedensreich. Lasst uns damit anfangen. BAUT MIT MIR AN GOTTES WELT

Kapitel 21: Die Bergpredigt

Es war Jakobus, der Sohn des Zebedäus der Jesus darauf aufmerksam machte, dass ein Reich ein Gesetz braucht, eine Grundregel, nach der alle Menschen leben können. Und so hielt Jesus, seine berühmteste Predigt, Die Bergpredigt: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden Selig sind die Sanftmütigen, den sie werden das Erdreich besitzen Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als das man es wegschüttet und lässt von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf den Bergen liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, dass Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

DENN WAHRLICH ICH SAGE EUCH: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe oder Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von den kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn Eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, das zu den Alten gesagt ist: "DU SOLLST NICHT TÖTEN", wer aber tötet der soll des Gerichtes schuldig sein Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichtes schuldig. wer aber seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz! der ist des hohen Rates schuldig Wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig Darum: wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantwortet und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen". Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fährt.

ES IST AUCH GESAGT: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollt dem Herrn deinen Eid halten. Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seine Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja ; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf die eine Wange schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem der dich bittet und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deine Feinde hassen Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht das selbe auch die Heiden?

DARUM SOLLT IHR VOLLKOMMEN SEIN, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden, ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: sie haben ihren Lohn schon erhalten. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gerne in den Synagogen und an Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben den Lohn schon erhalten. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Und wenn ihr betet, so sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiss, was ihr bedürft, bevor ihr bittet. Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch auch der Vater vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater die Verfehlungen auch nicht vergeben. Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer drein sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der in der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge finster ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen, und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

WENN NUN GOTT DAS GRAS AUF DEM FELD SO KLEIDET, dass doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen? und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füssen und sich nicht umwenden und euch zerreißen. Bittet so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein bietet? oder wenn er bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten?

ALLES NUN, WAS IHR WOLLT, DAS EUCH DIE LEUTE TUN SOLLEN, DAS TUT IHNEN AUCH! Das ist das Gesetz und die Propheten. Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind es die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte, und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es die ihn finden! Seht euch vor, vor den falschen Priestern, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte; Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum: an ihren Früchten wirst du sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu ihm sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tag: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stiessen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war sehr groß. So lautet das Gesetz. WER OHREN HAT DER HÖRE.

Kapitel 22: Die wichtigsten Gebote

Thomas schaute Jesus groß an. Wie so oft schon fragte er sich, wie man das wohl den Menschen erklären sollte. Ein Gesetz, welches keine Strafen festlegte, sondern nur Konsequenzen für die Zukunft, setzte voraus, dass die Menschen an eine Zukunft glaubten. Und wie viele hatten, seitdem die Römer in Israel einmarschiert waren schon den Glauben verloren. Jesus spürte die Fragen des Thomas. Auch er wusste, wie schwer es war, auch nur einem einzigen Menschen die Wege der Toleranz zu erklären. Wie viele Ehebrecher liefen in Israel herum und Herodes der König lebte selbst im Ehebruch. In seiner eigenen Mannschaft und das wusste Jesus, hatte er einen Dieb. Judas Iskariot, der ihn später verraten würde. Jesus fragte sich, ob unter seinen Jüngern nur ein einziger wäre, der ihn wirklich verstünde. Seinen großen Weg fortsetzen, sein Kreuz auf sich nehmen würde, wenn er so wie Johannes verhaftet und getötet würde. Daher ergriff er noch einmal das Wort: Ich bin zwar der Meinung, dass nicht ein Jota des Gesetzes verändert werden darf, wenn wir die Hoffnung haben wollen, dass jemals das Weltfriedensreich entsteht. Um es den Menschen aber leichter zu erklären sagt ihr wie folgt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst (heute: aber Liebe dich) und Liebe Gott den Herrn, der alles gemacht hat. Denn das sind zwei Gebote, die die Menschen verstehen.

Kapitel 23: Der Aufstand des Barabas

Es war einige Tage später, als Judas Iscariot Jesus alleine reden wollte. Jesus nahm sich auch für ihn Zeit, immerhin war Judas sein Kassier und einer seiner engsten Vertrauten. Als sie alleine waren, meinte Judas: Sie haben Barrabas verhaftet. Er hat einen Anschlag auf Pilatus versucht, als dieser auf dem Weg nach Jerusalem war. Sie werden ihn kreuzigen. Herr, hilf ihm. Sonst kommt der Kampf der Zeloten um Jerusalem zum Erliegen. Dann haben wir verloren. Jesus dachte kurz nach, dann antwortete er: Judas, was habe ich euch gesagt? Wer mit dem Schwert kämpft, wird durch das Schwert umkommen. Das gilt auch für euch Zeloten. Von diesem Tag an suchte Judas nach einem Weg, wie er den Herrn verraten könne. Kapitel 24: Die Hochzeit in Kanaa

Es war an der Zeit, dass Jesus mit seinem öffentlichen Predigtdienst begann. Bis jetzt hatte er sich Zeit genommen, seine Jünger zu lehren und zu schauen, dass man eine geeignete Führungsmannschaft für den Reichsaufbau erlangen würde. Vergebens, wie ihm manche Fragen der Jünger immer wieder zeigten. Judas Iscariot, sein Kassier, war ein unverbesserlicher Kämpfer und Dieb. Wie oft hatte er schon in die Kasse gegriffen um Waffen für die Zeloten zu kaufen. Thomas, ein Zweifler. Petrus, der es wohl noch am Besten begriffen hatte, ein Strohhalm im Wind. Jedes Mal wenn es Probleme gab, viel er erneut um. Jesus wusste, dass seine Führungsmannschaft nicht stabil war. Mit großen Zweifeln machte er sich folglich an die von Gott gestellte Aufgabe: Der Welt das Miteinander zu lehren. Am Reich Gottes zu bauen

Als Waffen standen ihm hierfür Liebe und Techniken (Wunder) zur Verfügung, die er in Ägypten und später in Qumran gelernt hatte. So kam es, dass er und seine Jünger eines Tages bei einer Hochzeit eingeladen waren, bei welchem dem Bräutigam das Geld ausgegangen war.

Die Hochzeitsgäste hatten nichts mehr zu trinken. Da ließ sich Jesus 12 Krüge mit Wasser bringen und wandelte diese zu Wein. Es war das erste Zeichen, dass Jesus dem gemeinen Volk gab. Und es sollten noch viele Folgen. Kapitel 25: Judas ein Weg ohne Gewalt

Es war nun schon einige Tage her, seitdem das Gespräch zwischen Jesus und Judas stattgefunden hatte und Judas war immer noch verzweifelt. Barrabas ein gläubiger Zelot und Kinderfreund Jesu aus Qumran saß im Gefängnis und Jesus wollte ihm, so wie zuvor schon Johannes dem Täufer nicht helfen. In Judas bohrte die Frage, ob man Freunde und Brüder wirklich einfach so im Stich lassen könnte. Am liebsten hätte er der kleinen bewaffneten Schar um Jesus gesagt, sie darauf hingewiesen, dass Jesus, wenn er sich für seine Freunde nicht stark machen würde, wohl als Mensch nicht viel wert wäre. Das sein Weg des Friedens, wohl nur eine Show und Jesus wohl eher ein Römerfreund wäre. Wer aber hätte ihm dieses geglaubt? Und so blieb Judas nichts übrig, als abzuwarten. Kapitel 26: Gott Mammon

Es war an einem der nächsten Tage, als ein Gast der Hochzeit zu Kanaa zu Jesus dem Christus kam. "Ich weiß zwar nicht, wie du den Trick mit dem Austausch des Weines gemacht hast," meinte er lachend, Aber der Wein den du gekauft hast, war sicher sehr teuer. Ich bin ein Freund des Bräutigams und wenn dieser früher mit mir gesprochen hätte, hätte ich ihm geholfen. Er hat sich wohl geniert. Ich komme nun zu dir um dich zu fragen, ob ich mich an den Kosten beteiligen kann. 200 Goldstücke ist mir die Hochzeit schon wert."

Judas sah sofort her. 200 Goldstücke, dass war der Preis, den Pilatus genannt hatte um Barrabas frei zu geben. Jetzt konnte Jesus nicht nein sagen. Jesus überlegte kurz und dann antwortete er: Auch wenn du es nicht glaubst. Der Wein den wir getrunken haben, der kam von Gott. Dir aber sage ich: Sei vorsichtig mit deinem Geld. Es ist ein schmaler Grad zwischen dem, ein guter gottesfürchtiger Mensch zu sein und Gott Mammon, das Geld zu verehren. Manchmal denke ich: Leichter kommt ein Kamel durch das Nadelöhr (kleines Beitor beim Haupttor zu Jerusalem, durch welches man schon schwer zu Fuß kam) als ein Reicher in das Himmelreich. Gehe hin, verschenke alles und folge mir nach Traurig ging der Fremde von dannen. Er hatte etwas Gutes tuen wollen und war nun beschämt. Judas aber schäumte vor Wut. Kapitel 27: Gleichnisse

Das Ereignis von Kanaan und die Antwort an den Bürgermeister von Kanaan hatten ihre Runde gemacht. Jeden Tag kamen mehr Menschen zu Jesus um zu erfahren, wie ein König so reagieren konnte. Sie waren irritiert, warum Jesus nicht sein Amt anstrebte, eine Revolution vorbereitete, oder Gelder für diese sammelte. Und um zu verstehen, was dieser Mann tat, so kamen Essener, Pharisäer, Sadduzäer, Römer und viele andere aus dem ganzen Land um ihn zu hören. Bis zu 5000 Menschen hatte man schon gezählt. Das war eine grosse Anzahl in dieser einsamen Wüstengegend. Und Jesus wanderte durch das ganze Land, von Ort zu Ort und erzählte seine Geschichten, die er Gleichnisse nannte. Es waren Geschichten, so wie Rätsel, deren tieferen Sinn wohl nur der Verstand, der Jesus richtig gut kannte. Die Geschichten selber aber waren faszinierend. Denn hatte man Sie verstanden, so eröffneten sie einen neuen Blick auf unsere Welt. Ich möchte daher nicht daran vorbei einige von ihnen, die die den Aufbau des Reiches Gottes und die Endschlacht um Hammagedon betreffen in diesem Buch zu erwähnen:

Vom Himmelreich Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seine Äcker säte. Als aber die Leute schliefen kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn das wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: nein, damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und zu der Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in der Scheune. Das Gleichnis vom Senfkorn Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte, das ist das kleinste unter den Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen. Das Gleichnis vom Sauerteig Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zehnter Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war. Der Sauerteig ist die Bergpredigt. Das Unkraut das Geld. Und das Himmelreich ist die Welt. Wer Ohren hat der höre.

Kapitel 28: Die Feldpredigt

Nachdem so viele Menschen seinem Ruf gefolgt waren, entschloss sich Jesus sein Gesetz auch den normalen Menschen mit zu teilen. Vor 5000 Menschen hielt Jesus noch einmal seine Rede der Seligkeit, erklärte noch einmal wie die Menschen miteinander leben sollten und noch einmal wie man richtig betet. Die Menschen waren begeistert. Überrascht aber waren Sie, als Jesus sie am Ende hiess sich in Gruppen zu 50 Mensch hin zu setzen und ehrlich mitteilte, dass er zum Essen für alle an diesem Tag nur fünf Fische und drei Brote besitze. Dann sandte er seine Jünger aus, um das Essen zu verteilen. Da aber viele unter ihnen selbst Essen mitgebracht hatten und auch dem anderen davon gaben, so wurde ein jeder satt. Und als das Mahl zu Ende war, besaßen die Jünger Jesu 12 Körbe voll Brot und 5 Körbe voll Fisch. Wunder oder Menschlichkeit? Das ist die aktuelle Frage. Kapitel 29: Ein Bote Gottes

Es war einen Tag später als Jesus mit drei seiner Lieblingsjünger auf einen Berg stieg. Jesus war an diesem Tag sehr still. Die Jünger rätselten was ihren Meister bedrückte, war doch der Erfolg am Vortag wirklich überwältigend gewesen. Doch Jesus begann zu sprechen: Jetzt wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis der Menschensohn sterben muss. Seid aber nicht traurig, wenn es passiert, denn ich werde nicht lange tot sein. Nach drei Tagen schenkt mir Gott ein neues Leben. Ein Leben das ewig besteht. Wie oft hatten die Jünger Jesu Reden über das ewige Leben im Reich unseres gemeinsamen Vaters schon gehört. Es sollte dann kommen, wenn die Welt gelernt hatte miteinander zu leben.

Einige unter ihnen waren von seinen Worten überzeugt, wieder andere aber hielten den Tod für die endgültige Endstation. Als sie oben aber angekommen waren, so öffnete sich der Himmel und herab steigen Mose, Abraham und Elia. Und eine Stimme sagte: Seht ihr, sie leben noch. Das aber ist Jesus, mein geliebter Sohn. Der auf der Welt wirkt, um mein Reich zu errichten. Ich sage euch, der Endkampf hat bereits begonnen. Vor Schreck hatten sich die Jünger auf die Erde geworfen. Und als sie wieder aufsahen, war alles wie immer. Jesus aber wirkte sehr verklärt. Kapitel 30: Die Erweckung des Lazarus

Noch einmal sollte Jesus die Menschenmassen verblüffen. Es war ca. 3 Monate später als Menschen aus Betanien, der zu Qumran am nächstgelegenen Siedlung zu ihm kamen. Dort lebte Lazarus, ein gläubiger Synagogenvorsteher und Freund Jesu. Die Boten aber brachten Jesus schlechte Nachricht. Sein Freund lag im sterben. Man bat Jesus zu kommen und ihn zu heilen. Wie oft hatte man Jesus dabei erlebt, wie er Menschen wieder gesund gemacht hatte. Immer und immer wieder, es war fast so, als ob sich die Natur von Jesus befehlen ließ, wurden Blinde sehend, Lahme gehend, Besessene geheilt u. v. m. Die Wunderheilungen hatten viel zum guten Ruf Jesu beigetragen. Zwar war er nicht der einzige, der in diesen Tagen die Kraft des Heilens verstand, doch eine jede Heilung steigerte auch wieder seine Bekanntheit und trug dazu bei, dass die Menschen seine Worte glaubten. Jesus machte sich auf den Weg nach Betanien. Nur als er dort ankam, fand er nur die traurigen Schwestern des Lazarus. Wärest du da gewesen, so wäre er sicher nicht gestorben, meinte Martha. Dann führte sie Jesus zu Lazarus Grab. Die Leute folgten in tiefer Trauer. Als Jesus dort ankam, überkam ein Lächeln sein Gesicht, dann meinte er: Glaube mir, er schläft nur.

Und er befahl den Stein zu entfernen und rief laut nach Lazarus. Und aus dem Grab kam Lazaraus lebendig und wusch sich. Die Leute aber erschraken fürchterlich. Maria Magdalena aber, die Jesus seid einiger Zeit begleitete, nahm alles in ihrem Herzen auf. Kapitel 31: Maria Magdalena

Nicht alle Tempeldiener waren wirklich glücklich über die Arbeit des Nazoräers. Seitdem Jesus arbeitete, war der Besuch im Tempel zurückgegangen. Und die Erweckung des Lazarus würde nun noch mehr hierzu beitragen. Alle pilgerten raus zu ihm in die Wüste. So überlegte man aus Neid schon seid einiger Zeit, wie man ihn beseitigen könne. So ergab es sich, als Jesus nun nach Betanien kam, dass man eine Ehebrecherin zu ihm brachte, festgenommen und bereit sie zu steinigen. In der damaligen Zeit war nämlich Geschlechtsverkehr mit jemanden anderen als dem eigenen Ehemann noch mit dem Tod zu bestrafen. Betanien war Glaubens mäßig eine sehr umstrittene Gegend. Zu nahe an Jerusalem hatte man hier sowohl Einflüsse der Pharisäer, Saduzzäer, als auch der nahe gelegenen Essener. Als man also hörte, dass Jesus kommen würde, entschlossen sich einige Pharisäer ihn auf eine Probe zu stellen. Man brachte zu ihm die Maria und erklärte, was sie getan hatte. Man wusste nämlich, dass Jesus gegen die Todesstrafe war. Dann fragte man ihn, was man mit ihr tun solle. Jesus dachte kurz nach. Dann hob er einen Stein auf, hielt ihn gerade vor sich hin und meinte: Wer hier ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. Dann sah er einem jeden tief in die Augen. Die Pharisäer aber räumten langsam den Platz, bis schließlich nur noch Jesus, Maria Magdalena und seine Jünger auf ihm standen. Zu Maria aber sagte er: Ich habe dich gestern schon beim Grab von Lazarus gesehen. Gehe hin und sündige fortan nicht mehr. Maria war so überzeugt, von dem was Jesus getan hatte, dass sie sich entschloss, ein Leben lang bei ihm zu bleiben.

Kapitel 32: Die Salbung

Maria war eine vermögende Frau. Zu lange hatte sie ihre Dienste den Römern und Stadt Ältesten angeboten. Und als Jesus am Abend im Haus des Lazzarus essen wollte, nahm sie ein kostbares Öl und wusch seine Haare damit. Dann nahm sie ein Handtuch und wusch ihm die Füße. Judas, der zwar immer gehofft hatte, dass Jesus seine Königswürde annehmen würde, aber wusste dass zur Zeit keine kämpfenden Truppen in der Nähe waren und der vom Weg Jesu viele Menschen zu sammeln, um sie nach Jerusalem zu führen, überzeugt war, versuchte es zu verhindern. Wie sollte man die römischen Truppen hier in Betanien daran hindern, Jesus zu verhaften. Jesus aber beruhigte ihn. "Glaub mir Judas, es war Zeit. Die letzten Tage beginnen. Und das Reich ist nahe." meinte er, "Nun wirst du erleben, was es heisst König eines Friedensreiches zu sein." Und Judas, der Jesus hatte schützen wollen empfand neuerlichen Groll. Hatte ihn Jesus doch vor allen Menschen korrigiert. Kapitel 33: Einzug in Jerusalem

Es war drei Tage später als Jesus sich auf den Weg nach Jerusalem machte. Es war Zeit für das Paschamahl, das jüdische Ostern, welches an den Auszug aus Ägypten erinnert und Jesus ritt auf einem jungen Esel vor der Masse her. Die Menschen an den Straßenseiten jubelten ihm zu, hatten sie doch von seiner Salbung vernommen und meinten, dass Jesus nach Jerusalem unterwegs war um seinen Thron zu beanspruchen.

Hosanna, dem Sohn Davids, der da kommt in Herrlichkeit rief man Jesus zu. Warf das Gewand vor ihm auf die Strasse, so dass sich sein Tier nicht die Füße stoßen würde und fächerte ihm mit Palmzweigen frische Luft zu. So marschierte Jesus mit an die 15000 Mann auf Jerusalem. Kein Mensch, auch kein Römer hätten an diesem Tag daran gezweifelt. Der König von Israel war zurück. Und Israel hatte seinen Messias gefunden. Kapitel 34: Die Tempelreinigung

So knapp liegen noch heute der Palast des Herodes und der Felsendom früher der Tempel nebeneinander. So wenige Schritte trennen Jesus von seiner Königswürde hin zum Kreuzesweg. Links der Weg als Koenig im Reichtum, mit Macht und Glorie. Rechts der Weg als Märtyrer, bespuckt, geschlagen und verlacht. Und dennoch hat er sich schließlich für den Weg des Märtyrers entschieden. Bis heute zweifelt kein Mensch wirklich daran, dass hätte Jesus den Tempel an diesem Tag nicht betreten, sondern hätte sich mit den Römern arrangiert, ihn alle gerne als König von Israel gesehen hätten. Jesus aber entschloss sich in den Tempel zu gehen. Und in dem Tempel da sah er Dinge, die ihn sein ganzes Leben gestört hatten. In diesem Tempel saßen Händler, die friedlich ihren Geschäften nachgingen. Zwar waren es keine sauberen Geschäfte, denn sie handelten mit dem Glauben andere Menschen, indem sie Geld in Tempelgeld wechselten und Opfertiere verkauften, so dass niemand mehr ein Tier zur Opferung mitbringen musste, es waren aber Händler, friedliche Händler. Und viele Menschen, die die erste Form des Ablasshandels als durchwegs positiv empfanden waren auch dort, um zu opfern.

Und viele Priester waren dort um die Opfergaben zu weihen. In diesen Trubel marschiert Jesus, beschimpft die geistlichen Führer Israels als Räuber und zerstört die Geschäfte. Dass ab diesem Tag die Menge nicht mehr aufgestanden wäre um für ihn zu kämpfen ist nicht verwunderlich. Jesus hat den Märtyrertod sichtlich absichtlich provoziert. Kapitel 35: Das letzte Abendmahl

Es war am Abend des selben Tages. Die Jünger waren von den Ereignissen des Nachmittags entsetzt. Die Chance Israel zu befreien war geschwunden. Und wie der Aufbau des Reiches nun vor sich gehen sollte, war für jeden Einzelnen ein Rätsel. Irgendwo am Tisch saß Judas, dem nun endgültig klar war, dass sieben Jahre treues Gefolge zu nichts auf der Welt geführt hatten. Barrabas war zwar nicht erfolgreich gewesen, die Menschen aber sprachen über ihn, als den Mann, der versucht hatte Israel zu befreien. Jesus hingegen war nunmehr als der Mann bekannt, der verrückt genug gewesen war, den Tempel zu entweihen. Dessen Friedensbotschaft in Zukunft wohl ungehört bleiben würde, dar er selber zur Gewalt gegriffen hatte. Ein König, den in Zukunft sicher niemand mehr als König würde haben wollen. Da war noch besser Herodes, der den Tempel wenigstens in Ruhe ließ. Und Jesus, saß da und tat als wäre nichts geschehen. Irgendwann nahm er das Brot reichte es allen und sprach: Das ist mein Leib der für euch alle gegeben wird. Später den Becher reichte ihn allen und sprach: Das ist mein Blut das für alle vergossen wird. Und Judas erkannte in diesem Moment: Sollte die Idee Jesu nicht untergehen, so musste Jesus sterben Und er ging und sprach mit den Tempel Ältesten und führte diese zu Jesus, denn sie hatten am selben Nachmittag beschlossen, dass er sterben müsse.

Kapitel 36: Der Verrat

Wie oft sich Judas über Jesus geärgert haben muss. Der Beiname Iscariot zeichnet einen Anführer der Zeloten aus. Und Judas war sicher sein ganzes Leben bereit, für die Befreiung des gelobten Landes, des auserwählten Volkes zu kämpfen. Bereit für seinen Anführer Jesus, der es ihm gezeigt hatte, wie es möglich war, 15000 Menschen geschlossen zu sammeln, zu sterben. Bereit Jesus zu helfen, den Thron seiner Urgrosseltern zurück zu erhalten. In Jesus sah Judas den Mann der sowohl Priester als auch König war und dem daher alle Israeliten gerne folgen würden. Die große Hoffnung des israelitischen Volkes. Nun aber, da er den Tempel geschändet hatte, würden ihn alle Menschen in Israel hassen. Um die Idee, um Jesus nicht zu verlieren, musste Jesus für das Volk sterben. Musste ein Denkmal geschaffen werden, welches einen Märtyrer gerecht werden würde. Mussten Pharisäer und Sadduzäer als die Agenten Roms und Jesus als Glaubensheld neu geschaffen werden. Und das Jesus den Tod besiegt, das wusste Judas ja schon von Lazzarus. Ich glaube also nicht, dass Judas gegen Jesus stand, als er hinging und ihn verriet. Er sah nur einfach keinen anderen Weg. Kapitel 37: Gezemani

Oft hat man sich gefragt, was in diesem Garten Gezemani wirklich geschah. Jesus bittet seine Jünger mit ihm zu wachen und wie wir wissen, sind es nur mehr zwölf, zwölf von 15000. Das die Tempelwache annimmt, dass Jesus viele Menschen um sich gesammelt hat, merkt man daran, dass sie eine Kohorte mitnehmen um ihn zu verhaften. 1500 Mann gegen einen Mann, denn Jesu Jünger schlafen. Jesus betet in dieser Nacht Sturm, ob es nicht möglich wäre den Kelch an ihm vorüber gehen zu lassen. Tief in ihm selber weiß er aber auch, dass er sterben muss.

Ein einziges Ereignis hat alle seine Jünger verjagt oder zu Zweiflern gemacht. Der Aufbauweg eines Friedenskönigs ist beendet. Das Reich Gottes für diese Welt, für den Moment in unerreichbare Ferne gerückt. Jesus weiß aber auch, dass er nichts Böses getan hat und das ein Engel ihm gesagt hat, er werde am dritten Tag auferstehen. So hindert er Petrus, der als Einziger noch zum Schwert greift, daran, einen Kampf an zu zetteln, als die Tempelwache ihn verhaftet. Er fügt sich in sein Schicksal. Tod am Kreuzesstamm. Wie seltsam die Wege Gottes doch manchmal sind. Wenige Stunden zuvor noch Friedenskönig nun einsamer Sektenführer und Arrestant. Kapitel 38: Die Verleugnung

Wie verunsichert die Mannschaft des Jesus des Nazzoräers gewesen sein muss, sieht man am Beispiel Petrus Simons. In Gezemani noch bereit, das Schwert zu ziehen und für Jesus zu kämpfen, was im Übrigen ebenfalls zu seiner Kreuzigung hätte führen können, folgt er Jesus in den Garten des Palastes des Pilatus. Dort will er während des Prozesses warten. Vielleicht entscheidet Pilatus ja für Jesus, wenn er sieht, wen er da vor sich hat. Doch während Petrus wartet, so kommen einige in den Hof, die früher ebenfalls Anhänger des Jesus gewesen sind. Zeugen, die sich für den Prozess kaufen haben lassen. Und als sie Petrus sehen, so sehen sie den Mann, der dem vermeintlichen Schwindler Jesus geholfen hat. Gilt für ihn denn nicht das selbe. Muss nicht auch er sterben? Und sie verraten Petrus und weisen darauf hin: Er da war auch einer von Ihnen. Und Petrus, der langsam den Glauben verliert, wie er sieht, das Jesu Anhänger gegen ihn aussagen, verleugnet ihn. Drei mal. Dann läuft er über sich selbst entsetzt weg.

Kapitel 39: Das Verhör

Das Verhör vor Pilatus ging, auch wenn das aus der Bibel nicht ganz klar hervorgeht darauf raus, dass Jesus vorgehabt hätte die Römer zu vertreiben. Pilatus, der selber wusste, wer da vor ihm stand, nämlich der König der Juden, hat dies später auch in einer Inschrift am Kreuz sichtbar gemacht.

INRI- Jesus der Nazzoräer, König der Juden
Ein klares Bekenntnis eines römischen Stadthalters. Kapitel 40: Das Urteil

Auch wenn es Pilatus ganz offensichtlich unangenehm gewesen ist, einen König zum Tode zu verurteilen, so war es ihm doch klar, dass er auf die Leitung des Tempels angewiesen war. Nach mehreren Versuchen, die Masse umzustimmen (Geißeln, Ein Verbrechergeschenk (bei welchem Barrabas übrigens frei kam), etc.) gab er schließlich auf. Letztendlich überließ er es den Juden selbst, ihren König zu verurteilen, selbst auf das Problem hin, einen Verbrecher der auf ihn einen Anschlag verübt hatte, Barrabas, wieder frei zu wissen. Wo aber wäre das Christentum heute, wenn man Jesus nicht gekreuzigt hätte?

Kapitel 41: Die Kreuzigung

Der Tod des Jesus, des Nazzoräers scheint nicht lange angedauert zu haben. Zu sehr hatte das Misstrauen seiner eigenen Brüder und Schwestern ihn geschwächt. Ein kurzer schmerzlicher Tod, nach einem kraftaufwendigen Leben. Die letzten Minuten voller Verzweiflung, dass Gott ihn verlassen hätte. So endet das Leben des weisesten aller Könige, des Königs der Könige. Sein Ende aber war aber erst der Beginn. Kapitel 42: Die Auferstehung

Es war am Sonntag in der Früh als Maria Magdalena an das Grab ihres Geliebten Jesu ging. Mit ihr einige Jünger und andere Frauen. Damit man ihr das Grab öffnen würde, hatte sie Salböl und Binden mit, angeblich um den Leichnam ein zu balsamieren. Als aber das Grab offen stand, nahm sie sich allen Mut zusammen und rief Jesus heraus. So hatte sie es bei Lazzarus gesehen. War es Jesus möglich gewesen, Lazzarus zu erwecken, warum sollte dies dann bei ihm selbst nicht auch möglich sein? Und das Wunder geschah. Jesus kam heraus aus seinem Grab und war wieder am Leben. Der Glaube hatte ihm geholfen. Wir wissen nicht, wo oder wie Jesus nach seiner Auferstehung weitergelebt hat, manche sagen in Indien oder Frankreich. Tatsache ist, dass er nach seiner Auferstehung niemals mehr gross in Erscheinung trat. Durch seine Auferstehung aber wissen wir: Unsere Bibel ist wahr.

Kapitel 43: Der Missionsbefehl

Die Aufgabe eines jeden Christen ist es folglich, die Bergpredigt der ganzen Welt mitzuteilen und den Menschen von Gott zu erzählen. Nicht Jesus zu Gott zu erheben und auf den Gekreuzigten hinzuweisen, sondern jedem Menschen direkt zu sagen: Hey Du bist selbst gefragt. Jesus sandte seine Jünger aus, in der weisen Hoffnung, dass dieses einen Snowball auslösen würde. Moderne Werbestrategie vor 2000 Jahren. Sind auch Sie dazu bereit? Kapitel 44: Was das für uns bedeutet

Vielleicht fragt sich der eine oder andere nun: Nun gut, Jesus war also nur ein König, der durch seine große Weisheit auffiel und den Menschen ein Miteinander anstatt dem geldgiergeprägten Gegeneinanders empfahl. Ist es dann überhaupt sinnvoll Christ zu sein? Na sicher: Denn auch wenn Jesus nur ein König war, so ist doch alles was in der Bibel geschrieben steht war. Und außerdem: Wer erweckte Abraham, Mose und Elia? Die Wahrheit ist: Wenn das Reich Gottes in dieser Welt entstehen soll, so hat ein jeder Einzelne die Pflicht am Entstehen dieses Reiches mitzuwirken. Du selbst entscheidest, ob der Traum Jesu jemals Realität wird und wann. Es ist dann auch unwesentlich, ob irgend jemand das endgültige Grab Jesu findet. Es wäre sowieso leer. So bleibt mir am Ende dieses Buches nur die persönliche Frage: Bist du bereit, dass Reich Gottes mit aufzubauen