Karin Weiss/ Dietrich Thränhardt

Selbsthilfe, Netzwerke und pluralistischen Gesellschaft
1. Netzwerke und soziales Kapital

soziales

Kapital

in

der

Die Grundidee der Netzwerkanalyse1 ist einfach und pragmatisch: Menschen sind nicht eine anonyme Menge von Individuen oder eine gestaltlose Masse, sondern sie leben in spezifischen sozialen Zusammenhängen und Beziehungen: strukturierten und weniger strukturierten, emotionalen und funktionalen, informellen und formellen (Keupp 1987, S. 11 ff.; Pappi 1987, S. 15; Pfenning 1995, S. 1-3). Jeder einzelne Mensch besitzt sein persönliches Netzwerk, das aus der Familie, Freundinnen und Freunden, Kegelschwestern und Glaubensbrüdern, Chefs und Arbeitskollegen etc. bestehen kann. Bei den meisten Menschen verändert sich es sich während des Lebens schrittweise, aber selten grundlegend, solange sie am selben Ort bleiben. Mit Hilfe dieses Netzes aus Beziehungen unterschiedlicher Dichte werden Informationen verarbeitet (Lazarsfeld/Berelson/Gaudet 1949), Überzeugungen, Einstellungen und Wertvorstellungen geformt, es entsteht soziale Sicherheit und Stabilität und es wird individuelles und kollektives Handeln und Entscheiden fundiert. Schon Max Weber definierte „soziale <Beziehung> als ein aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch orientiertes Sichverhalten mehrerer“, mit der „Chance, dass in einer (sinnhaft) angebbaren Art sozial gehandelt wird“ (Weber 1956 (1922), S. 19). Neben diesen persönlichen Netzwerken unterscheidet man partielle Netzwerke für bestimmte Gruppen und Gesamtnetzwerke für ganze Länder bzw. für globale Zusammenhänge. Ist eine Person oder eine Gruppe gut an bestimmte Einfluss- und Machtpositionen angebunden, so erleichtert das den Zugang zu Entscheidungsträgern und die Einflussnahme auf Entscheidungen. Ist die Gruppe gut mobilisierbar und organisiert, so hilft ihr das im Wettbewerb mit anderen Gruppen. Die Gesamtheit der Ressourcen aus derartigen Vernetzungen wird auch als soziales Kapital bezeichnet. Bourdieu definiert soziales Kapital als „die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen.“ (Bourdieu 1983, 190 f.). Das Wissen darum, wie die Gesellschaft funktioniert, wo die Hebel sitzen, wie man Zugänge zu Ressourcen bekommt, wie man sich orientiert, ist eine Voraussetzung für das Funktionieren der Gesellschaft und für die Lebenschancen des Einzelnen (Keup 1987, 41). Dichte und effektive Netzwerke sind wesentlich für die Lebensqualität und lassen sich auch ökonomisch kapitalisieren. „Für die Reproduktion von Sozialkapital ist eine unaufhörliche Beziehungsarbeit in Form von
“There is no such thing as a theory of social networks; and perhaps will never be. The basic idea behind it - the metaphorical and the analytic use of social networks –that the configuration of crosscutting interpersonal bonds is in some unspecified way causally connected with the actions of these persons and with the social institution of their society - this remains the basic idea and nothing more.” So der “Erfinder” des Begriffs, John Barnes 1972, S. 2.
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ständigen Austauschakten erforderlich, durch die sich die gegenseitige Anerkennung immer wieder neu bestätigt. Bei der Beziehungsarbeit wird Zeit und Geld und damit, direkt oder indirekt, auch ökonomisches Kapital verausgabt.“ (Bourdieu 1983, 193). Die Schaffung und die Erhaltung von sozialem Kapital erfordern den Einsatz von Ressourcen – sowohl ökonomisch messbaren wie ökonomisch nicht messbaren. „Wie andere Formen von Kapital ist soziales Kapital produktiv und macht das Erreichen bestimmter Ziele möglich, die bei seiner Abwesenheit nicht möglich wären.“ (Coleman 1990, 302, unsere Übersetzung). Enge Vernetzung, hochgradige Organisation und hohes gesellschaftliches Ansehen sind Ressourcen im Verteilungskampf, wie uns in Deutschland etwa die Landwirtschaft oder die Ärzteschaft erfolgreich zeigen. Gesellschaftliches Ansehen beruht auf durchgesetzten Meinungen oder auch Mythen wie der landschaftsbewahrenden Rolle der Landwirte, aufbauend auf etablierten romantischen Vorstellungen. Sie findet in diesem Fall ihren Niederschlag in einem enormen Ressourcentransfer, der breite Akzeptanz und Unterstützung genießt, durch Lebensmittelskandale allerdings gefährdet ist. Derartiges soziales Kapital ist, wie die Beispiele zeigen, ebenfalls in ökonomisches Kapital transferierbar. „Hochinstitutionalisierte Netzwerke können zudem ihre eigene Kultur und ihre Konventionen entwickeln, ebenso wie Organisationen.“ (van Waarden 1992, 36, unsere Übersetzung). In sie aufgenommen zu werden, erfordert kulturelles Lernen und Öffnungsprozesse auf beiden Seiten. Diese Beziehungsarbeit muss intensiver sein, wenn eine neue Gruppe in bestehende Netzwerke hineingenommen werden soll. Da ein Charakteristikum von Netzwerken ihre Zugänglichkeit im Innern und ihre Nichtzugänglichkeit von außen ist, sind solche Öffnungsprozesse besonders aufwendig und ergeben sich keineswegs von selbst, auch nicht über lange Zeit.

2. Kettenmigration Migration ereignet sich ebenfalls in sozialen Zusammenhängen und Strukturierungen. Wanderungen beginnen aus definierbaren politischen, sozialen und wirtschaftlichen Anlässen, ihr Beginn lässt sich meist exakt bestimmen. Sind sie einmal in Gang gesetzt, so haben sie die Tendenz, sich fortzusetzen, solange die entsprechenden demographischen und ökonomischen Rahmenbedingungen bestehen. Haben sich die Pioniere der Wanderung durchgebissen – wie die ersten Aussiedler durch den Eisernen Vorhang – oder sind sie angeworben worden, so dienen sie als Rollenmodelle. Sie verbreiten Informationen, holen Familienangehörige nach, beherbergen Freunde und Bekannte, eröffnen Chancen und Beziehungen, sind wichtig bei Familiengründungen. Und wie wir am Fall der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben beobachten, kann sogar die Konsequenz eintreten, dass die Abwanderung einer Gruppe soweit fortschreitet, dass die Zurückbleibenden ihr soziales Milieu verlieren und dieser Verlust selbst zu einem Wanderungsgrund wird. Derartige Kettenmigrationen finden wir bei so unterschiedlichen Bewegungen wie der Auswanderung Deutscher nach Russland und Amerika im 18. und 19. Jahrhundert, der Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Mittelmeerraum in der alten Bundesrepublik und von Vietnamesen in der ehemaligen DDR. Im Prozess der Kettenmigration verändert sich auch die soziale Zusammensetzung der

Drittens die Vernetzung der Migranten mit ihrem Herkunftsland oder mit spezifischen Institutionen oder Akteuren aus dem Herkunftsland. im Kindergarten etc. in der Arbeitswelt. sozial. Kommt man beispielsweise aus einem Land. so muss die positive Interaktion mit staatlichen oder kommunalen Stellen erst gelernt werden. die 1979 mit einem selbstgebauten Heißluftballon aus der DDR floh. Die wandernde Gruppe kann in sich homogen und geschlossen sein und ein hohes Maß an Binnenkontakten unterhalten. informellen Zusammenhängen. Während dieser Prozesse kann es sowohl innerhalb der Gruppe selbst als auch zwischen ihr und der aufnehmenden Gesellschaft zu Ausdifferenzierungen kommen. Sie besteht . wie sie etwa in Portugal und in Frankreich institutionalisiert sind. Altersgruppen. mit neuen Spielregeln umzugehen und sich mental auf die neue Situation einzustellen. Man denke etwa an die Familie. Zweitens die Vernetzung der wandernden Gruppe mit ihrer neuen Umgebung. Kirchen oder Religionsgemeinschaften. so kann dies in Deutschland als ungehörig oder sogar kriminell empfunden werden.wie gesagt – aus Familien. Einmal die wandernde Gruppe selbst als soziales Gebilde. kulturellen Zusammenhängen wie etwa dem Banater Literaturkreis. wie etwa im Fall der lange Jahre existierenden Arbeitsattachés bei den spanischen Botschaften. Institutionen. regionalen und lokalen Identitäten oder auch staatlichen Förderprogrammen oder Beteiligungsangeboten. Sie muss gleichzeitig lernen. 3. 2. wie etwa das Beispiel der Mediterranisierung der deutschen Esskultur augenfällig zeigt. dessen Exponenten wie Herta Müller wir heute in Berlin wiederfinden. Diese Perspektive kann mit der neuen Vernetzung im Einwanderungsland konkurrieren. wenn gebahnte Wege existieren.Migrationsströme: am Anfang der Migration stehen Menschen. möglichst wenig Berührung mit staatlichen Organen zu suchen. die nicht über derart besondere Voraussetzungen verfügen. in dem man gelernt hat. die die spanischen Migranten bei der Wahrnehmung ihrer sozialen . Binnennetzwerke und verbindende Netzwerke In diesem Zusammenhang können wir drei Netzwerkperspektiven unterscheiden: 1. Mit dem Fortschreiten der Migration. Stattdessen werden neue Bezüge aufgebaut und die einwandernde Gruppe ordnet sich an bestimmten Stellen in die Gesellschaft ein: konfessionell. sie kann aber auch in konkurrierende Zirkel zerfallen. sie kann genauso auch unterstützend sein. die aus geographischen oder sozialen Gründen über besonders gute Voraussetzungen für die Wanderung verfügen oder eine besonders hohe Motivation mitbringen. Wanderungsgruppen können aber auch die Aufnahmegesellschaft beeinflussen und verändern. was ihre Handlungsfähigkeit als Ganzes beeinträchtigt. im Bildungswesen. 3. etwa mit religiösen Gruppen. Kommt man aus einem Land. können sich auch Migranten anschließen. in dem es üblich ist. Ihr mitgebrachtes kulturelles Kapital wird zum Teil wertlos oder sogar dysfunktional und sie muss neues kulturelles Kapital erwerben. politischen Parteien oder Bewegungen. Zwangsläufig verlieren bei Migration alte Bezüge und Vernetzungen weitgehend ihre Relevanz. Beamte für amtliche Tätigkeiten finanziell zu belohnen.

Rechte unterstützten und so die Kompatibilität der Sozialsysteme der beiden Länder stärkten. Spezielle Strukturen wie die Vertriebenenverbände sind bei ihnen nur noch von geringer Relevanz. Defizite in der öffentlichen und wissenschaftlichen Wahrnehmung ethnischer Netzwerke Pluralismus. Die Frage der Assimilierung oder Nichtassimilierung ist aber nicht notwendigerweise mit Erfolg oder Nichterfolg in Bezug auf Wirtschaft und soziales Ansehen verbunden. Das gilt weitgehend für die Integration der Vertriebenen seit der Nachkriegszeit und der Aussiedler bis 1988 (Frantzioch 1987). Für die aktuelle Situation in den USA können wir entsprechend die Einwanderung von Deutschen und Koreanern vergleichen: die einen werden unsichtbar. die anderen bleiben als Gruppe identifizierbar. Eine andere Möglichkeit ist die Aufrecherhaltung besonderer Gruppenzusammenhänge mit einer deutlichen Unterscheidung von der Umwelt. Partizipation und Öffentlichkeit sind anerkannte Leitvorstellungen unserer Gesellschaft. Löst sich die Einwanderergruppe rasch in der Mantelbevölkerung auf. engagieren und weiterbilden kann. Ein Beispiel dafür ist eine Gruppe. Bleibt eine Einwanderungsgruppe als distinkte Gruppe bestehen oder konstituiert sie sich als solche. differenzierten und offenen Aktivitätslandschaft.und Isolierungsprozesse an die Bruchlinie angeknüpft werden. Buchstein 1992). sich mit anderen Menschen mit gleichen Zielen oder in gleicher Lage zu verbinden. und es gibt assimilierte und nichtassimilierte Gruppen. seine Vorstellungen nicht nur im Gegensatz zu den faschistischen und kommunistischen Totalitarismen. die aufbrechen können und dann Probleme bereiten. die mit den deutschen Vertriebenen vergleichbar ist: die griechischen Umsiedler aus Kleinasien von 1922. Für die Integration und die ständige Adaption der Gesellschaft sind diese Bindungen und Mitgliedschaften in Gruppen mit unterschiedlichen Funktionen von großer Bedeutung. eventuell sogar mit neuen Inhalten. Obwohl Ernst Fraenkel. so können Ausgrenzungs. die bis heute ihre Dialekte und ihr Eigenbewusstein aufrechterhalten haben und in der griechischen Gesellschaft identifizierbar sind (Triadafilopoulos 2003). die Erfolg haben. um so die eigenen sozialen und kulturellen Bedürfnisse in der Gesellschaft zu vertreten und sich und die selbstgewählte Gruppe weiter zu entwickeln. Identifizierbare Gruppen sind in dieser Hinsicht – wie in extremer Weise das Beispiel der deutschen Juden 1933 auch nach einer Anwesenheit von 2000 Jahren zeigt –nicht gefeit gegen Ausgrenzung. Derartige zivilgesellschaftliche Strukturen sind stärker als bürokratische Einrichtungen in der Lage. Es gibt assimilierte und nicht assimilierte Gruppen. die wenig Erfolg haben. . der zentrale Theoretiker des deutschen Pluralismus. Dahinter steht das Konzept der Entfaltung einer reichen. Zwischen diesen Netzwerk-Zusammenhängen bestehen Wechselwirkungen. 4. aktive Teilnahme und Orientierung zu ermöglichen und damit die Voraussetzungen für gesellschaftliche Integration zu schaffen. so verliert sie für ihre Mitglieder an Relevanz und es entwickelt sich eine einheitlichere Netzwerkstruktur. in der sich jeder Einzelne nach seinem freien Willen betätigen. Bei nicht assimilierten Gruppen bleiben allerdings Bruchlinien bestehen. wodurch sich dann ein engerer Gruppenzusammenhang konstituiert. sondern auch im Hinblick auf die Legitimität herkunftsmäßiger Differenz entwickelt hatte (Fraenkel 1973. Jeder ist frei.

Diese Engagements sind verdienstvoll und sie haben sicherlich dazu beigetragen. Die Klienten wurden als hilfeund erziehungsbedürftige Wesen gesehen und in Veröffentlichungen entsprechend beschrieben. hat ein Rezensent in Bezug auf eine dämonisierende Veröffentlichung Wilhelm Heitmeyers und seiner Mitarbeiter in diesem Zusammenhang geschrieben (Santel 1998. „Man muss nur lesen können“. die bei Konflikten regelmäßig in Erscheinung treten: die Kirchen und in der Zeit von Ignaz Bubis der Zentralrat der Juden. Diese Situation hat historische Wurzeln. sind ZuwandererOrganisationen im deutschen öffentlichen Diskurs vergleichsweise wenig sichtbar (Koopmans 2003. auch Weiss und Dennis 2005). -berater ein. Geblieben ist aber der Eindruck. Die Rundfunksender richteten besondere „Gastarbeiter-Programme“ ein – all dies auch in Abwehr einer befürchteten Beeinflussung aus der DDR und einer sozialen Kontrolle großer Gruppen alleinstehender Männer.und Integrationspolitik positiv zu beeinflussen. Tunesier ebenso wie die übrigen Jugoslawen von der Arbeiterwohlfahrt (Puskeppeleit/ Thränhardt 1990). wobei der herausragendste unter ihnen wohl die Abschottung der DDR-Gesellschaft von den bereits ab den sechziger Jahren in der DDR eingesetzten ausländischen Arbeitnehmern ist. die Ausländerbeauftragten auf den verschiedenen Ebenen. beruhte die deutsche Anwerbepolitik auf vertragsmäßigen Beziehungen. Spanien. sondern Fürsprecher brauchen. xenophobe Zuspitzungen zu vermeiden bzw. Portugal und – schon vor der Unabhängigkeit – Kroatien wurden von der Caritas betreut. wenn sie als gefährlich gelten. Selbsthilfe-Aktivitäten waren nicht erwünscht und galten als gefährlich. Während die Zuwanderung in den ehemaligen Kolonialländern zum großen Teil aus den früheren Kolonien stammte. zu bekämpfen und die Einwanderungs. Dagegen werden Eigenorganisationen von Einwanderergruppen vielfach mit dem offenen oder latenten Verdacht der „Desintegration“ belegt und nur wahrgenommen. Heitmeyer/ Müller/ Schröder 1997). Politische Auseinandersetzungen werden zwischen deutschen Repräsentanten und Institutionen über sie geführt und nicht von ihnen selbst ausgetragen. In den Anfangsjahren hatte die Betreuung der ausländischen Arbeitnehmer in der alten Bundesrepublik stark paternalistische Züge. Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben in problematischer Weise dieses Klima des Verdachts verstärkt. die Griechen von der Diakonie und die Türken. Sie war von vornherein mit einer gewissen Perfektion organisiert und schloss die Betreuung durch Sozialbetreuer bzw. koloniale Eliten in die Mutterländer kamen. Staat und Wohlfahrtsverbände einigten sich dazu auf eine Verteilung nach religiösen und nationalen Kriterien: Die Arbeitnehmer und ihre Familien aus den „katholischen Nationen“ Italien. Wie Koopmans im Vergleich Deutschlands mit den Niederlanden und England in einer quantitativen Medien-Analyse herausgearbeitet hat. auch wenn aus den Daten der Untersuchungen derartige Gefahren gar nicht zu erkennen sind. Marokkaner.werden die Leitvorstellungen des Pluralismus und der Partizipation in der öffentlichen Debatte in positiver Weise meist nur auf einheimische Gruppen bezogen. dass Migranten nicht für sich selbst sprechen. Die Geschichte der Zuwanderung in die DDR war wiederum durch andere Faktoren gekennzeichnet. Dabei hat sich an ihrer Stelle ein ganzer Kranz von Fürsprechern etabliert. Ideen des antikolonialen Befreiungskampfes mitbrachten und rassistische Stereotypen überwinden mussten. wir werden auf diesen Punkt später noch zurückkommen (vgl. 2004). . die Wohlfahrtsverbände. neuerdings auch der „Rat für Migration“ – eine Vereinigung von Professoren.

insbesondere der italienischen und spanischen. sondern auch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird vielfach der Verdacht mangelnder Integration oder gar desintegrativer Heimatorientierung erhoben oder die Vereine werden andererseits romantisiert. die in ihrer Freizeit partizipatorische Arbeit mit Migranten betrieben. Noch problematischer ist es. alle Informationsquellen auszuschöpfen und theoretisch sauber und differenziert zu argumentieren. „Belastung“. sondern umstandslos nur noch den Einwanderern aus der Türkei und Nichteuropäern zugeschrieben werden. Erst im Laufe der Zeit milderten sich diese Gegensätze und die Wohlfahrtsverbände passten ihre Praxis stärker an ihre eigene Selbsthilfe-Rhetorik an. „Türkenproblem“ wurde immer wieder ein defizitäres Bild beschworen. B Spiegel-Redaktion 1973). in dem Zuwanderer entweder als gefährlich oder als hilfsbedürftig erschienen. Ganz entsprechend sind in vielen Migrations-Untersuchungen in den letzten Jahren nur noch türkischen Zuwanderer berücksichtigt worden. insofern sie explizit oder implizit auf Anpassung angelegt sind und damit das Grundrecht auf Vertretung der eigenen Interessen beschränken. S. Aktualisiert wird dies durch die Kopftuch-Debatte. Der Gedankengang wird heute wieder aufgegriffen in der Idee von verbindlichen Integrationsprogramme für alle Zuwanderer und auch für die neuerdings als „Bestandsausländer“ bezeichneten lange im Land Lebenden. so kommt es darauf an. In dem Begriff „Ausländer-Pädagogik“ wurde diese Idee eines kulturellen Defizits sehr explizit formuliert. die in einer deutlich problematischeren Lage waren als die AnwerbeAusländer und neue politische Frontstellungen. Die Caritas sanktionierte noch 1974 Sozialberater. Dabei besteht ein Spannungsverhältnis zwischen diesem Defizitansatz und der sonstigen Hochschätzung der Mittelmeerkulturen. mit Kündigungen (siehe im einzelnen Puskeppeleit/ Thränhardt 1990. und zwar im Zusammenhang mit dem Zuwanderungsgesetz des Jahres 2004. sondern als Sonderphänomen separiert werden. . in der ein Randphänomen in den Mittelpunkt gerückt und symbolisch als Exklusionsmerkmal beschrieben wird. indem Defizite nicht mehr wie in den sechziger und siebziger Jahren EU-Europäern. Im Zusammenhang mit der Eingruppierung der „Ausländer“ als „Randgruppe“ (z.auch im Zusammenhang mit den antiautoritären Ideen der studentischen 68er– Bewegung. Gerade in der Diskussion um die Vereine und Selbsthilfe-Gruppen von Einwanderern ist das nicht selbstverständlich. was die Aussagekraft derartiger Arbeiten stark einschränkt. Im öffentlichen Diskurs und auch in vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird diese Spannung aufgelöst. „Problem“. Die aktuellen Vorstellungen einer staatlich organisierten Integration von Einwanderern stehen dann jedoch – so wertvoll sicherlich Sprachund Orientierungskurse sind – in einem Spannungsverhältnis zu Pluralismus und Partizipation. Sollen wissenschaftliche Analysen die Wirklichkeit erhellen. dass Zuwanderer-Vereine meist nicht als ein Element des bundesdeutschen Pluralismus betrachtet werden. mit weiteren Verweisen). „sozialer Sprengstoff“. Orientierung bieten und insofern auch für die politische und soziale Praxis wertvoll sein. 119. als „Zeitbombe“. die auf die revolutionäre Aktivierung von „Randgruppen“ setzte und dabei auch auf die „Gastarbeiter“ abstellte. Mit den Flüchtlingsströmen der neunziger Jahre und den erbitterten politischen Auseinandersetzungen darum gab es zudem auch ein breites neues Potential an Bedürftigen. Nicht nur in der Öffentlichkeit.

Zu Grunde liegt dem eine Vorstellung von rational choice. Die in den 80er Jahren begonnene Diskussion um die integrationshemmende bzw. innerhalb derer Unzufriedenheit etwa über den gesellschaftlichen oder ökonomischen Status der eigenen ethnischen Gruppe oder auch die politische Situation in den Herkunftsländern schneller kommuniziert und in kollektives Handeln umgesetzt werden können. aber dennoch eine notwendige Bedingung für die Entstehung manifester Konflikte entlang ethnischer Linien . Erst in letzter Zeit hat eine differenziertere Diskussion begonnen. Zuwanderer-Vereine: integrierend oder desintegrierend? In der wissenschaftlichen Diskussion sahen klassische Assimilationskonzepte die Entwicklung des ethnischen Selbsthilfe. zunächst eher deskriptiv. Ebenso liegen im deutschen Sprachraum nur relativ wenige Publikationen zu Struktur und Funktion von ethnischen Gemeinschaften bzw. integrationsfördernde Funktion ethnischer Organisationen wird bis heute konträr und eher polarisierend geführt. Fijalkowski & Gillmeister 1997. Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen 1999. Empirisch ist die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für die Integration von Zuwanderern in Deutschland bisher nur zögerlich thematisiert worden.B.) Unpolitische Vereinigungen können somit eine Art „Mikromobilisierungskontexte“ darstellen.. z. die eine Bestandsaufnahme bestehender Strukturen vornehmen bzw.B. Daneben wurde die Frage. das Interesse am Herkunftsland werde notwendigerweise die Integration in Deutschland behindern. Im Grunde liegt dem eine schematische Assimilationsvorstellung zu Grunde. als desto desintegrierter wurden die Mitglieder dieser ethnischen Gruppe betrachtet (vgl. Im wissenschaftlichen Ansatz Hartmut Essers und seiner Mitarbeiter werden soziale Eigenaktivitäten von Zuwanderern als problematisch gekennzeichnet. sich mit den unterschiedlichen Formen von Selbsthilfe. Ministerium für Arbeit. Heckmann 1992. Huth 2003). Andere Studien verwenden ähnliche Unterscheidungen (vgl. Esser 1986). je höher dabei die ethnische Selbstorganisation. Soziales und Stadtentwicklung. So liegen nur wenige Publikationen vor.. in der mangelnder Zugang zum allgemeinen gesellschaftlichen System als Ursache für separierende Aktivitäten beschrieben wird. die dabei bestimmte Formen der Selbsthilfe mit bestimmten Funktionen in Beziehung setzt (vgl. auch Wynar 1975). ethnische Gemeinschaften integrationsfördernd oder integrationshemmend seien. in der Vergangenheit eher polarisierend geführt (vgl.und Vereinssektors als Indikator für die Assimilation einer ethnischen Gruppe an..B. in dem sie definitorisch als selbstausgrenzend oder ausgegrenzt betrachtet werden. Transnationalitätskonzepte sahen dagegen eine partielle Integration auch bei Beibehaltung stabiler Bindungen an das Heimatland als möglich an (Faist 1999). Die Untersuchungen von Diehl/ Urbahn/ Esser (1998) stellen MigrantenOrganisationen mit „Heimatlandorientierung“ solchen mit „Aufnahmeorientierung“ gegenüber und nehmen damit an. (. z. 1982. zur Frage der zivilgesellschaftlichen Bedeutung von Selbsthilfeorganisationen Jungk 2001). Elwert. Thränhardt & Hunger 2000). die zwar keinesfalls eine hinreichende.5. aus denen sich ebenfalls wichtige Erkenntnisse für Selbsthilfestrukturen ableiten lassen. Diehl (2002) sieht in ethnischen Vereinigungen ein potentielles Konfliktpotential: „Ethnisch homogene Vereinigungen stellen dennoch Netzwerke dar. Gaitanides 2003). befassen (z. Netzwerken vor (z. Herkunftsbezogene Organisationen wurden dabei entweder insgesamt als wertvoll oder insgesamt als problematisch beschrieben – eine offensichtlich unsinnige und zu einfache Dichotomie. inwieweit Selbstorganisationen bzw.B.

dass auch in ethnischen Netzwerken – gerade über diese Netzwerke – kollektiv eine Vernetzung mit deutschen Institutionen aufgebaut werden kann.. von Migranten nicht genutzt werden können. Genau diese Freiheit der Wahl ist aber oft gar nicht gegeben. Vor allem für die erste Einwanderergeneration ist es wichtig.“ (S. 30) Die dann erfolgende ethnische Selbstorganisation als freie Wahl bzw. S. wie sie etwa Bourdieu beschrieben hat.B. So weist z. das heißt die Herausbildung und Institutionalisierung eines ethnischen Vereinssektors wird ebenso wie die Verfestigung intraethnischer Heiratsmuster oder die Herausbildung immigrantenspezifischer Bildungsmuster als das aggregierte Ergebnis individueller (zumindest partieller) Segregationsentscheidungen betrachtet.“ (2003. in den Ausländerbeiräten engagierten Migranten nehmen deutlich eine Grenze ihres Engagements war. Gelegenheiten zur Adaption zu schaffen. unterstellt eine generelle Motivation der Desintegration und verkennt. wird dieser Ansatz weder der realen Komplexität strukturierter Gesellschaften mit ihren Netzwerken und Schichtungen. integrationshemmende Faktoren innerhalb der . noch den besonderen Bedingungen einer Einwanderungsgesellschaft gerecht. dass eine andere Alternative der Einbindung gar nicht existiert – ignoriert jede integrative Wirkung ethnischer Selbstorganisation. nicht nutzen. S. bereits von Elwert (1982) beschrieben wurde. Der Druck zur Organisation in der eigenen Gruppe ist enorm: „Die restriktive Ausländergesetzgebung. dass eine wirkliche politische Vertretung nicht gewollt ist. 3) In ihrer Untersuchung türkischer Selbstorganisationen definiert Diehl Partizipation in einem „ethnisch homogenen Verein als die – kontingente – Wahl der ‚ethnischen Option’ ..B. die ähnliche Situationen kennen.a. sind von dieser einheimischen Umgebung beeinflusst und passen sich ihr an. sondern gehen Verbindungen mit der einheimischen Gesellschaft ein. wobei eine Freiheit der Wahl unterstellt wird. So Hoppe: „Die rechtliche Stellung und damit auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Beiräte werden als sehr einschränkend erlebt. das dann zu einem eben nicht „freiwillig“ gewählten alternativen Engagement in ethnischen Optionen führen kann.“ (2002.B. auch die Möglichkeiten zum freiwilligen Engagement. dazu. Die Partizipation in einer ethnischen Vereinigung wird hier also als bewusste Entscheidung gegen eine Integration betrachtet. Netzwerke werden auch zur politischen Eigenvertretung genutzt und dienen u.darstellen können. dass in modernen Marktgesellschaften der allgemeine und offene Zugang zu allen Positionen und Ressourcen Strukturprinzip ist und breite Chancen eröffnet. der enorme bürokratische Apparat sowie die Übergriffe von Rechtsradikalen. Die Migranten und Migratinnen haben den Eindruck. 25). so eine Migrantin.“ (2003. die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen. Hoppe darauf hin. bilden Brücken zwischen Herkunfts. die formal allen offen stehen. als dass sie erkennt. bewusste Segregationsentscheidung zu werten – auch wenn sie möglicherweise rational in dem Sinne ist. In seiner Beobachtungsstudie kommt er zu dem Schluss: “ Viele von ihnen können die Angebote der Institutionen des Aufnahmelandes aufgrund ihrer Bildungsziele und anderer Faktoren. S. alles das zwinge.“ (2002. S. 14-15). 27). die Sprachschwierigkeiten. um in ihr funktional wirken zu können. Auch die in den offiziellen dafür vorgesehen politischen Institutionen wie z. das in bestimmten sozialen Bereichen institutionelle Angebote. Ethnische Netzwerke existieren nicht in einer Enklave. wie sie z. Vielfach haben sie kein Anhörungsrecht und kaum Einflussmöglichkeiten.und Aufnahmekultur. Obwohl es sicherlich richtig ist.

die das Recht auf ethnische Selbstbestimmung leugnet. ohne dabei die Heimatverbundenheit aufzugeben. der sich in Bildungs.Gesellschaft abzubauen. demonstriert der Aufsatz von Sökefeld über die Aleviten-Vereine. ist ein Faktor. 6. im Druck) Es bedarf differenzierterer Überlegungen. Eine pauschalisierte Zuweisung ebenso wie die Forderung nach völliger Assimilation. darunter mehrheitlich eingebürgerte Deutsche. Auf der Grundlage einer derart gesicherten und gefestigten Position kam es dann in einer zweiten Phase zu humanitär-solidarischer Intervention im Herkunftsland Türkei. wie sehr die ethnische Selbstorganisationen unter den vietnamesischen Vertragsarbeitern der DDR ein wirtschaftliches Engagement stützte und sicherte. das sie zu erfolgreichen und verantwortlichen Mitgliedern der deutschen Gesellschaft macht. 44). nach der in der Literatur über die Gefahren der Individualisierung und den Zerfall von Milieus so sehr gesucht wird. hierzu auch Dao Minh Quang. ist hier fehl am Platze. soziale Orientierung und insbesondere Leistungsorientierung vermittelt und gemeinschaftliches Engagement freigesetzt wurden – ein Modellfall bürgerschaftlicher Orientierung.und Normensystem vermittelt. impliziert ein Integrationskonzept. ist auch das Potential dieser Aktivierung groß. Selbsthilfe-Organisationen schematisch nach ihrer Orientierung auf Deutschland oder auf das Heimatland positiv oder negativ zu qualifizieren oder sie sogar generell als Integrationshemmnis zu betrachten. Ethnische Selbstorganisation per se mit „Rückzug in die ethnische Enklave“ (Diehl 2002) zu identifizieren. Soziales Kapital und Diversität: Qualitäten und Quantitäten der Selbsthilfe von Zuwanderern Wie unterkomplex und simplifizierend es ist. Wie sehr gerade Selbsthilfeorganisationen beispielweise auch wirtschaftliches Engagement und damit eine wirtschaftliche Integration fördern könne. wann und unter welchen Umständen die ethnische Selbstorganisation integrationsfördernd oder eventuell tatsächlich auch integrationshemmend ist. in diesem Band). die transnational operieren und in Deutschland investieren wollen. S. Den Mitgliedern und insbesondere den Jugendlichen wird in den alevitischen Gemeinschaften ein Werte.und Berufserfolgen und in Einbürgerungszahlen verifizieren lässt. In der deutschen Diskussion sind Aleviten als Gruppe bisher wenig präsent und bekannt – eben weil sie sich gut integrieren und unspektakulär bleiben. Er zeichnet die ReKonstitution einer in der Türkei diskriminierten religiösen Gemeinschaft in Deutschland nach. Ethnizität als zu überwindenden Zustand ansieht und letztendlich dem Konzept einer pluralen Gesellschaft in seinen Grundzügen widerspricht. der ebenfalls erst in der letzten Zeit im Rahmen der Diskussion um Selbsthilfe von Migranten angesprochen wird. das an einer völligen Assimilation orientiert ist. Die Organisation bedeutete eine Milieubildung. Weiss zeigt in diesem Band auf. deren Mitglieder sich in den siebziger und achtziger Jahren eher säkular-politisch definiert hatten.“ (2003. (vgl. auch Thränhardt. in der sozialer Zusammenhang.000 Aleviten türkischen Ursprungs in Deutschland rechnen können. Da wir mit etwa 400. . Mit ihrer Organisation haben sie einen Integrationsschub in Deutschland freigesetzt. So konstatiert Gaitanides: „Oft sind die ethnischen Vereine erste Anlaufstelle für mittelständische Unternehmen des Herkunftslandes. Als ein Beispiel seien hier nur die spanischen Netzwerke genannt (vgl.

der besonderen Förderung der Kinder im deutschen Halbtagssystem (Hausaufgabenhilfe) und des Zusatzunterrichts in der spanischen Sprache formulierte. die damals überwiegend Familien gegründet hatten und mit der unzureichenden Versorgung ihrer Kinder in Schule und Kindergarten konfrontiert waren. genau das Gegenteil lehrt. hängt mit der Religionsfreiheit und der Legitimität des Pluralismus in unserem Land zusammen – im Gegensatz zur heutigen Situation in der Türkei. Riesgo Alonso.Heute gibt es wieder Politiker. In enger Koordination mit allen relevanten Akteuren – spanische Priester. obwohl das Beispiel der Spanier in Deutschland . Dies drückt der heutige Vorsitzende der Elternvereine. Sozialberater. Während in der Politik erst in den letzten Jahren eine europäische Koordination einsetzte und auch die wissenschaftliche Komparatistik eher zögernd anlief.Untersuchungen wie die von Heitmeyer/Müller/Schröder (1997) berücksichtigen das Faktum der Mehrkonfessionalität der Einwanderer aus der Türkei überhaupt nicht. In dieser Hinsicht wurde in den spanischen Elternvereinen wohl mehr geleistet als in durchschnittlichen deutschen Familien..“ (Riesgo Alonso 2003. wie es in einer bestimmten historischen Situation zu einer produktiven Neuformierung einer Gemeinschaft kommen kann. Hier ist systematisch soziales Kapital geschaffen worden. Das Konzept der spanischen Elternvereine ist nach wie vor überzeugend. aus. S. Dieses Konzept wurde gegenüber den deutschen Stellen durchgesetzt und mit den spanischen Eltern kontinuierlich diskutiert. wie in dem Beitrag Thränhardts zu den Spaniern im einzelnen in Vergleichstabellen belegt wird (in diesem Band). so zum Beispiel in der hessischen Landesregierung. Sökefelds Untersuchung hat das Verdienst. wo die Religion trotz aller Auflockerungserscheinungen immer noch ein Mündel des Staates ist und trotz des offiziellen Laizismus an der Identität von Nation und Religion festgehalten wird. Lehrer. 57). dass viele Politiker und öffentliche Akteure weiterhin die Bedeutung der Migrantenselbsthilfeorganisationen für das Gelingen der Migrations. die Erfolge sind greifbar und deutlich. Ganz ähnlich lässt sich die Erfolgsgeschichte der spanischen Elternvereine charakterisieren. die einen Gegensatz zwischen Erlernen der Muttersprache und Integration der Mitglieder zu konstruieren versuchen. In Thränhardts Beitrag wird diese europäische Dimension .und Integrationsprozesse verkennen. Kontinuierliche Elternbildung und die Stärkung der Erziehungsfähigkeit waren dann ein weiterer entscheidender Punkt des Konzepts.. Auch die strategischen Grundentscheidungen der Confederacion stoßen immer wie auf den durch Vorurteile und Unkenntnis über Wesen und Prozesse der Migration verursachten Widerstand. der eine gezielte Politik der Integration in das deutsche Schulsystem. allerdings mit einem längeren historischen Vorlauf.. Dass dies gerade in Deutschland geschieht und aus Deutschland wiederum auf die Türkei ausstrahlt. die Entwicklung dieser Gemeinschaft zu dokumentieren und insbesondere zu beschreiben. Frustierend ist allerdings für die erfolgreichen spanischen Aktivisten die deutsche Diskussion. wenn er sagte: „Die Confederacion musste immer wieder mit der Ignoranz der Umwelt kämpfen. in der oft in simplifizierender Weise Heimatorientierung gegen Integration ausgespielt wird.. Schon wenige Jahre nach der Einwanderung bildeten sich flächendeckend Vereine. koordinierten sich die spanischen Elternvereine schon in den siebziger Jahren europaweit. in denen sich ein großer Teil der spanischen Einwanderer organisierte. Nicht nur. Konsulate und Botschaften – formierte sich ein Bundesverband.

sind es bei den Italienern nur sechs Prozent. Auch die Diskrepanz beim Bildungserfolg ist aufgewiesen worden (Thränhardt 1998. Es dominieren klientelistische Strukturen. wie es zu diesem Misserfolg der italienischen Zuwanderer in Deutschland gekommen ist (in diesem Band). Und sogar bei der Organisation der italienischen Gewerbetreibenden in Deutschland konkurrieren inzwischen zwei Verbände. Die Unterschiede. Die gilt vor allem für die Differenz zwischen dem faszinierenden Bildungserfolg der spanischen Jugendlichen und dem Misserfolg der italienischen Jugendlichen. Mit dem exakten Nachvollzug der Organisationsentwicklung hat die Analyse einen gewissen Abschluss erreicht. Unter den Rigiditäten. Vergleichen wir die Konzepte der spanischen Migranten und ihre Erfolge. die sich dabei zeigen. Die italienischen Sozialberater der Caritas konkurrierten mit den im Rahmen der Kirche wirkenden Missione Cattolica. der Beitrag geht deshalb über Deutschland hinaus. wie über Qualität und Quantität von Organisation soziales Kapital gebildet wird. dass es enorme Differenzen zwischen den einzelnen Nationalitäten gibt und dass diese sich über die Jahre und die gemessenen Bereiche konsistent gleichen. die dann unter den Gefährdungen der . Rieker vollzieht in ihrem Beitrag in sehr differenzierter Weise nach. Seit den frühen Arbeiten Breitenbachs (1982) hat die Diskrepanz zwischen Spaniern und Italienern Fragen aufgeworfen. Auch die Organisationsdichte ist dementsprechend gering. der in dem Beitrag Thränhardts vorgenommen wird. Die NRW-Studie hat aufgewiesen. 2000).nachvollzogen. allerdings unter sehr viel schwierigeren Rahmenbedingungen (in diesem Band). der Bevölkerungsdichte oder anderen sozialen Gegebenheiten erklärt werden. ideologische und organisatorische Konflikte und Interessen aus dem Heimatland werden nach Deutschland übertragen und all dies behindert eine effektive Befassung der Organisationen mit den Aufgaben und Problemen. Dies betrifft die Integration im Schulsystem und die Schulerfolge ebenso wie die Beteiligung am muttersprachlichen Unterricht. Eine zweite komparative Ebene ist der Vergleich der Bildungserfolge der verschiedenen Einwanderergruppen in Deutschland. die Parteien von ganz rechts bis ganz links bildeten ihre Auslandsorganisationen. Die einzige Ausnahme ist die Schweiz. die aus dem Mutterland heraus ihre Konflikte und Konkurrenzen in die italienische Diaspora trugen. sind gravierend und können nicht mit Faktoren der sozialen Struktur. die in Deutschland anstehen. Während sie bei den Spaniern auf 50 Prozent geschätzt wird. Deutlich wird die Konkurrenz der verschiedenen deutschen Betreuungsinstitutionen und vor allem der italienischen Verbände und Parteien. Hier wird deutlich. die in allen Berechnungen an der letzten Stelle liegen (einige Flüchtlingsgruppen mit extremen Schicksalen ausgenommen). so können wir über die unterschiedlichen Länder hinweg eine positive Bilanz ziehen. In dem Beitrag von Weiss über die Vietnamesen in Deutschland geht es um eine entsprechende Entwicklung. und die Regionen von Sardinien bis Sizilien unterstützten ebenfalls „ihre“ Vereine gegen die allgemein-italienisch orientierten. unterstützt durch staatliche Zuschüsse aus Rom. während dieser Status von den Spaniern schon in den siebziger Jahren erreicht wurde (Institut für Politikwissenschaft 1999). aber auch Kontrolllücken des DDR-Systems etablieren die vietnamesischen Einwanderer Nischenökonomien und –kulturen aus. dass noch 1999 die italienischen Vereine überwiegend keinen selbständigen Rechtsstatus hatten. Es wird sichtbar. in der eine rigide Rotationspolitik die Selbstorganisation verzögerte und dadurch auch die positiven Effekte nicht entstehen ließ.

Formelle Organisationen entstehen schließlich als Reaktion auf die Gefährdungen während der Wellen der Ausländerfeindlichkeit 1992/93. 1999.und Kommunalbehörden zusammenzuarbeiten oder Kontakt zu haben. Als Beispiel seien die erfolgreichen koreanischen Vereine genannt. dass Vereine in Bezug auf die Breite des Angebots und die Intensität der Orientierung im Alltag formalen Beratungsinstitutionen überlegen sind. Es gibt eine breite Palette von Aktivitäten anderer Herkunftsgruppen. Eine Darstellung der Eigenaktiväten der Iraner in Deutschland fehlt leider bisher. sie würde allem Anschein nach zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.-amerika 75 25 25 Heterogen 84 42 48 insgesamt 70 45 20 Quelle: Institut für Politikwissenschaft. wird aus der Gesamtbefragung in Nordrhein-Westfalen deutlich (Institut für Politikwissenschaft 1999). die mit dem Erfolg dieser Gruppe in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbunden sind (Yoo 1996). Sie werden mit Hilfe deutscher Sympathisanten ausgebaut und leisten einen wesentlichen Beitrag zum „Erfolg in der Nische“. 41 Kontinent Kommunen 24 21 49 50 68 45 Land 12 4 13 20 12 Gleiches gilt für die Analyse der Aufgabenfelder. den die Vietnamesen in Ostdeutschland haben. . 53 Zielgruppe % von Organisationen 27 18 18 10 allen Hier finden wird eine Fülle an zielgruppenorientierten Aktivitäten auf breiter Basis. Es kann angenommen werden. 1999. Wie stark ethnische Vereine mit ihrer Umgebung vernetzt sind. Auch die Aktivitäten der herkunftsheterogenen Vereine sind bisher wenig untersucht worden (vgl. mit anderen Selbstorganisationen und auch mit Parteien und Landes. Auch hieraus wird deutlich. die in eine Gesamtdarstellung einbezogen werden könnten. Die Vereine geben ganz überwiegend an. dass sie nicht von Vornherein als isolierend-abgrenzend charakterisiert werden können. Tabelle 1: Zusammenarbeit in Deutschland nach Herkunftskontinent und insgesamt in % Zusammenarbeit mit: SelbstAusländerParteien organisation Beirat Afrika 64 27 18 Asien 58 42 8 Europa 71 51 14 L. dazu Institut für Politikwissenschaft 1999).„Wende“ Basis für das Überleben werden. denen sich die Vereine widmen. Tabelle 2: Zielgruppenorientierte Angebote % von allen Zielgruppe Organisationen Mädchen/Frauen 49 Senioren Jugendliche 46 Arbeitnehmer Kinder 41 Arbeitslose Ratsuchende 30 Sonstige Jungen/Männer 29 Quelle: Institut für Politikwissenschaft.

000 Vereinsgründungen zeigen die Daten eine starke interne Differenzierung nach Nationalitäten. Deutlich wird in Hungers Daten. Erneut fällt auf. Das Konzept setzt auf Integration in der Nachbarschaft. in dem sich alle Vereine registrieren lassen müssen. die einen prozentual sehr geringen Rücklauf hatten. denn bisher sind Aussagen oft mit Daten gestützt worden. und zwar auf Grund des Bundeszentralregisters. Diese umfassende Quelle wird hier zum ersten Mal ausgewertet. der eine Zielvorstellung über die berufliche und soziale Integration enthält und spricht gleichzeitig die Organisationen im entsprechenden Stadtviertel an. Eine andere kommunale Initiative beschreibt Michalowski am Beispiel der Integrationspolitik der Stadt Münster (in diesem Band). dass sich ie meisten Selbsthilfe-Gruppen einem Wohlfahrtsverband anschließen. Eine Anerkennung des Wertes und der integrierenden Qualitäten der Selbsthilfe ist damit erfolgt. Eine entsprechende Kontakt. Unter den Bundesländern ist dabei NordrheinWestfalen führend. wie viele Elternvereine die Spanier gegründet haben. Für die SelbsthilfeOrganisationen ist die Förderung allerdings nicht befriedigend. wie Kindelberger sie in ihrem Beitrag beschreibt: etwa die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft. denn sie umfasst auf Grund der Begrenzung der Mittel nur wenige Organisationen und ist grundsätzlich zeitlich limitiert – ganz im Gegensatz zur Förderpraxis bei anderen Gruppen. Außer der schieren Quantität von 16. Auch sonst zeigen sich vielfältige unterschiedliche Charakteristika. Auf der kommunalen Ebene ist die Stadt München eine der Städte. In den neuen Bundesländern gibt es andere Arbeitsformen. die früh mit der Selbsthilfe-Förderung begonnen haben. die hauptsächlich auf Qualifizierung und Training abstellt (in diesem Band). Ausländerbeiräte und andere . da diese im Allgemeinen dezentral und ortsbezogen arbeiten (in diesem Band). nur eine Nationalität umfassten oder sich nur auf eine Region bezogen. was Kontakte zu den bestehenden Vereinen erleichtern soll. dass die Rechtsform eines eingetragenen Vereins ein Charakteristikum der alten Bundesländer ist. Auch hier war dies eine politische Initiative. Eine Lösung scheint sich inzwischen in der Weise abzuzeichnen. Für künftige Studien wird die umfassende Quelle Bundeszentralregister entscheidend sein.Einige Bundesländer und Kommunen haben damit begonnen. Der Beitrag Hungers dokumentiert die Quantität der Vereine. die von Ausländern gegründet werden (in diesem Band). nachdem „Ausländer“ in der Münchner Kommunalpolitik extrem kontrovers behandelt worden waren. Die Promotoren sind bisher sehr optimistisch. nur die griechischen Gruppe kommt ihnen dabei nahe. Migrantenorganisationen zu fördern. Das Konzept setzt auf Vernetzung durch eine frühe und rasche Herstellung von Beziehungen zwischen den Zuwanderern – in diesem Fall Aussiedler aus Russland – und der existierenden einheimischen Vereinsstruktur. eine Begleituntersuchung wird im Jahr 2006 veröffentlicht werden. Die Aussiedler werden dezentral angesiedelt. scheint eine Kommune eher in der Lage zu sein. Wie Mattarei beschreibt.und Beratungsstelle fördert das Land Nordrhein-Westfalen beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Jungk beschreibt die Charakteristika dieser Förderung. eine gezielte und systematische Förderung von SelbsthilfeOrganisationen zu betreiben. sie birgt noch weiteres Potential. seit die „Grünen“ eine entsprechende Förderung durchgesetzt haben. Die Stadt schließt mit ihnen einen „Integrationsvertrag“.

Bis heute liegt der Anteil von Ausländern in den neuen Bundesländern mit maximal 2 % deutlich unter dem in den alten Bundesländern. wie man sie z. Integration von Zuwanderern wurde nie als gesellschaftliche Aufgabe . Die größten Zuwanderer-Gruppen kommen durch Zuweisung nach dem Wohnortzuweisungsgesetz in die neuen Bundesländer. hierzu auch Mac Con Uladh 2005). Insofern sind die meisten Selbstorganisationen von vornherein eher multi-ethnisch orientiert. die aufgrund familiärer Bindungen und der Arbeitsmarktlage. Ostdeutschland und Westdeutschland – unterschiedliche Bedingungen für ethnische Netzwerke Die bisherige Diskussion um Migration und Migrantenorganisationen konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Geschichte und Lage in den alten Bundesländern. Migration in die DDR erfolgte zunächst hauptsächlich aus politischen Gründen (Aufnahme von politischen Flüchtlingen. Die Forschung zur DDR und zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten zeichnet bis heute ein monokulturelles Bild der DDR und des heutigen Ostdeutschland. auch Weiss.B. 3. da nur jeweils kleine Gruppen aus einem Herkunftsland stammen. jüdische Kontingentflüchtlinge und Asylbewerber. Dies hängt mit der unterschiedlichen Migrationsstruktur und –geschichte zusammen. in andere Bundesländer abwandern. temporäre Migration zu Qualifizierungszwecken). Während die Hauptsäule der Zuwanderung in die alten Bundesländer die breite Arbeitskräftemigration war.Arbeitsformen ohne eigene Rechtsform. sobald es möglich ist. auch Redaktionsgruppe memorandum 2002). in diesem Band). der ehemaligen DDR und der alten Bundesrepublik (vgl. Demzufolge besteht auch eine relativ hohe Fluktuation unter den Zuwanderern. wie sie im Folgenden beschrieben wird. suchen den Zusammenschluss mit anderen Gruppen. 2. bzw. 1. Der bedeutsamste Punkt ist die unterschiedliche Geschichte der Zuwanderung. Dies betrifft Spätaussiedler. Arbeitsmigration gibt es heute so gut wie gar nicht. aus Nordrhein-Westfalen oder auch Baden-Württemberg kennt.B. ging in der bisherigen Diskussion weitgehend unter. Die Geschichte der Migration in die DDR und deren Fortschreibung nach der Wende. (vgl. die weitgehend anders verlaufen ist als in den alten Bundesländern. Diese Fluktuation behindert auch den Aufbau von Selbstorganisationen. Allerdings bestehen bis heute deutliche Differenzen in der Zuwanderung zwischen den alten und den neuen Bundesländern bzw. Aber auch diese Migranten lebten meist isoliert von der einheimischen Bevölkerung (einzige Ausnahme waren politischen Flüchtlinge z. gab es eine breite Arbeitsmigration in die DDR erst relativ kurz vor ihrem Ende (auch wenn schon ab den 60 er Jahren ausländische Arbeitsnehmer in der DDR tätig waren – vgl. aus Chile). Verteilt wird nach dem „Königsteiner Schlüssel“ zwischen den Bundesländern und entsprechend unter den Kommunen. Dabei gibt es auch keine ethnischen Ballungszentren. in dem Minderheiten weder vor noch nach der Wende einen Platz einnehmen (vgl. 7. Arbeitsbedingte Zuwanderung hat es jedoch nicht nur in der „alten“ Bundesrepublik gegeben. Kindelberger in diesem Band).

fast 60. die Gründe für den Arbeitseinsatz ausländischer Arbeitnehmer öffentlich zu diskutieren.gesehen. ist die Gruppe der Vietnamesen. Was ist Selbsthilfe? Es ist schwierig zu definieren. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Geschichte der Zuwanderung haben sich auch andere Formen der Selbsthilfe entwickelt. Auch wenn z. Im Dezember 1989 hielten sich mehr als 90. was unter Selbsthilfe. die fast alle als sogenannte Vertragsarbeiter/innen in die DDR kamen. Auch nach der Wende wurden Fragen von Zuwanderung und Migration kaum thematisiert. standen andere Themen auf der politischen Agenda. die als größere homogene Zuwanderungsgruppe in der DDR lebte. Die nach der Wende erfolgte Zuwanderung war aus politischen Gründen zugewiesen. B.000 Vertragsarbeiter in der DDR auf. 8.000 davon kamen aus Vietnam. Obwohl die ostdeutschen Bundesländer ihren Anteil an Spätaussiedlern. und wurde insofern in der Bevölkerung weithin als „Belastung der Sozialkassen“ angesehen. Die Zuwanderung in die neuen Bundesländer nach der Wende war nicht ökonomisch begründet. Die DDR-Regierung vermied es bewusst. eine Auseinandersetzung mit fremden Kulturen im alltäglichen Umgang der Gesellschaft der DDR hat folglich nicht stattgefunden. die Landesregierung Brandenburg im Jahre 2002 ein Integrationskonzept veröffentlichte. Während die großen Migrationströme in den alten Bundesländern unmittelbar mit dem starken Wirtschaftswachstum zusammenhingen und der Beitrag der „Gastarbeiter“ zur wirtschaftlichen Entfaltung des Landes immer wieder beschworen worden ist – selbst von Politikern wie Helmut Kohl – fehlt dieser positive Zusammenhang im Osten. Eine längerfristige Migrationsgeschichte mit dem Ziel der Integration von Zuwanderern hat es also in der DDR nie gegeben. fand ein öffentlicher Diskurs weitestgehend nicht statt. eine produktive Arbeitsmigration fand nicht statt. insbesondere die anderen Formen der Kooperation von Migranten mit Einheimischen.B. Bis heute hat sich an dieser Situation wenig verändert. in welcher Weise gerade auch die äußeren Rahmenbedingungen die Form der ethnischen Organisation mitgestalteten und prägten. Der Beitrag von Kindelberger geht auf die Besonderheiten der Selbsthilfe in den neuen Bundesländern ein und beschreibt z. die im Zuge der Wende selbst einen Neuanfang finden mussten. Der unterschiedliche ökonomische Kontext der Migration in den beiden Teilen Deutschlands hat die Perzeption von Zuwanderung entscheidend geprägt. dass Themen wie Integration nur am Rande angesprochen wurden. Kontingentflüchtlingen wie auch Asylbewerbern aufnahmen. da dies die Wirtschaftspolitik der DDR und damit das Regime selbst in Frage gestellt hätte. Auch dies beeinflusst die Selbstorganisation von Migranten. selbst Fremde im sich neu etablierenden System waren. Der Beitrag von Weiss setzt sich mit der größten Gruppe der Vertragsarbeiter in der DDR auseinander und beschreibt anhand der Geschichte der vietnamesischen ethnischen Organisationen. Die Transformationsprozesse forderten so weitgehende und tief greifende Umstellungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Die einzige Gruppe. Selbstorganisationen oder auch unter dem Begriff des unter Migrantenbürgerschaftlichen .

um alle Formen der Selbsthilfe – deren organisatorische Form auch jeweils von unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen abhängig ist – in die Diskussion mit einbeziehen zu können. und die Wirkung in die Öffentlichkeit. wie das Institut für Politikwissenschaft Münster (1999) bemerkt. S. sind dabei drei Wirkungsebenen konstitutiv: • • • das konkrete Sachziel. Er definiert dann die ethnische Kolonie als auf der Basis von Selbstorganisation entstandene Beziehungsstrukturen unter Einwanderern in einer bestimmten räumlich-territorialen Einheit. bezieht also explizit auch informelle Organisationsformen mit ein. zu denen die Gruppenmitglieder allerdings auch selbst gehören. die „über die Verfolgung bloß privater Interessen“ hinausgeht. Heckmann sieht. wobei diese Beziehungen auf . Dies macht jedoch in Bezug auf Migration die Grenzen zwischen organisierter Selbsthilfe und –interessenvertretung von Zuwanderern und der Funktion von ethnic communities fliessend. Die Zielgruppe geht jedoch über die Mitglieder hinaus (Institut für Politikwissenschaft 1999. die auch die Grundlage für die erste umfassendere Bestandsaufnahme von Selbsthilfeorganisationen von Migrant/innen in NordrheinWestfalen ist.Engagement und der ethnischen Kolonie zu verstehen ist. soziale und/oder politische Partizipation? Wir wollen in diesem Rahmen von einem sehr weiten Begriff von Selbstorganisationen von Migranten ausgehen. das dann diese Definition um die Unterscheidung von privater und sozialer Selbsthilfe erweitert: es geht bei dem Begriff Selbsthilfe nicht nur um die Verfolgung von Zielen. sondern soziale Selbsthilfe richtet sich an einen größeren Kreis von Betroffenen. 19ff). so die Autoren. Diese Definition. die ausschließlich die Lebensbedingungen der Mitglieder der Selbsthilfegruppe selbst verbessern sollen. und das Eröffnen von Ein Nebeneffekt dieser Selbsthilfearbeit ist darüber hinaus die Stärkung der individuellen Handlungskompetenz der jeweiligen Gruppenmitglieder. Wex (1995) definiert als Selbsthilfe den freiwilligen Zusammenschluss von Personen zu Gruppen. Für den sozialen Selbsthilfebereich. die auf fremden Territorium ihre nationale Identität erhält. 97). Diese Definition ist jedoch sehr unspezifisch. Dabei ist die Grenze zwischen der Definition ethnischer Gemeinschaften und von Selbsthilfe-Gruppen fließend und nicht trennscharf. Bezieht sich der Begriff Bürgerschaftliches Engagement beispielsweise nur auf ehrenamtliche Tätigkeiten? Was genau ist der Untersuchungsgegenstand. die eigene politische Resozialisation Handlungsalternativen. Damit steht die gemeinsame autonome Bestimmung von Lebensbedingungen. sagt allerdings nichts über den Grad der Organisation von Selbsthilfegruppen aus. um bestimmte gemeinsame Ziele zu verfolgen. drei zusammengehörige Elemente einer ethnischen Kolonie: (a) eine ausgewanderte Menschengruppe. (b) die Formen ihrer ökonomischen und soziokulturellen Organisation und (c) ein Gebiet. anknüpfend an den historischen Koloniebegriff. auf dem sie „siedelt“ (1992. im Zentrum der Bemühungen. S. wenn wir über ethnische Selbsthilfe reden? Vereine? Alle organisierten Tätigkeiten? Mitarbeit in deutschen Organisationen? Geht es um die kulturelle. Heckmann (1992) definiert als ethnische Kolonie Strukturen sowohl formaler als auch informeller ethnischer Selbstorganisation.

Die betrifft insbesondere die Elternbildung und die Diskussion der Rollenverteilung in den Familien und bei der Erziehung. Geschlechtsspezifische Aspekte In verschiedenen Aufsätzen und Untersuchungen ist problematisiert worden. wer sich in Migrantenselbstorganisationen engagiert. In den wenigen empirischen Studien wird auf diese Frage kaum eingegangen. Im Gegensatz dazu ist es ein Charakteristikum der überpolitisierten und funktional sklerotischen italienischen . 2. die für die spanischen Elternvereine so zentral gewesen ist und auch bei den Aleviten-Vereinen eine große Rolle spielt (Thränhardt. Kindelberger (in diesem Band) zeigt auf. schreibt Hoppe in seiner Beobachtungsstudie (2003. dass der Anteil der herkunftsheterogenen Vereine in den letzten Jahren zunimmt. Wir möchten beide Definitionen verbinden und im folgenden unter Selbsthilfeorganisationen sowohl formale als auch informelle soziale Beziehungen von Migranten und Migrantinnen innerhalb einer bestimmten territorialen Einheit verstehen.000 Organisationen von Ausländern aus. so spricht viel dafür. Dementsprechend werden sie auch in den Darstellungen erwähnt. Ähnlich sieht die Gesamtverteilung bei den 14. Offen ist auch die Frage. „Migrantenvereine leben immer noch von den „Hochengagierten“. Genau Angaben liegen kaum vor. die im Bundeszentralregister verzeichnet sind (vgl. dass nur vierzehn Prozent der formalen Positionen von Frauen eingenommen werden (2005). dass in Ostdeutschland mit der Wende viele Deutsche ihre Arbeit verloren haben und im Engagement für und mit Migranten eine neue berufliche Heimat und andere Formen der Kooperation fanden. So gibt Vermeulen in Bezug auf die Migranten-Organisationen in Amsterdam und Berlin an.B. dass es eine geschlechtsspezifische Schieflage bei der Darstellung der Selbsthilfe-Aktivitäten von Migranten gibt (Sánchez Otero 2003. Hunger in unserem Band). S. in einem Ghetto). wie z. Schon zu der Frage nach dem Verhältnis von Deutschen und Migranten in den Selbstorganisationen existieren nur wenige gesicherte Zahlen (Institut für Politikwissenschaft 1999). dass der Beitrag und die Rolle der Migrantinnen mit diesen Zahlen in keiner Weise angemessen wiedergeben ist. In den Quellen finden sich mehrheitlich die Namen von Männern. Vergleicht man unsere Fallstudien. denn diese besetzen ganz überwiegend die Vorstände der Vereine und anderen formalen Organisationen. S. S. Sökefeld in diesem Band). Unterschieden werden kann zwischen herkunftshomogenen und herkunftsheterogenen Gruppen. Gleichzeitig stimmen alle Autoren darin überein. 26). die über rein private Interessen hinausgehen und die autonome Bestimmung von ökonomischen als auch sozio-kulturellen Lebensbedingungen verfolgen. dass gerade die Beteiligung beider Geschlechter und die enge Kommunikation zwischen weiblichen und männlichen Mitgliedern wesentlich für den sozialen Erfolg der SelbsthilfeOrganisationen ist. die auf Freiwilligkeit beruhen und gemeinsame Ziele verfolgen. 9. Ebenso wie in Organisationen von Einheimischen arbeiten diese vielfach eher im Innenbereich der Organisationen und übernehmen kommunikative Funktionen und weniger spektakuläre Arbeiten.Freiwilligkeit beruhen (räumliche Integration und soziale Organisation sind also nicht unter Zwang entstanden. 28). Hunger (in diesem Band) beschreibt an Hand der Gesamtzahlen aus dem Bundeszentralregister. Vermeulen 2005.

Vereine. wie sich bei der geringen Beteiligung der Kinder aus dieser Gruppe am muttersprachlichen Unterricht und bei den fehlenden Vorstellungen über die berufliche Zukunft der Kinder zeigt. Barbara John hat lange vor der allgemeinen Diskussion um Einbürgerung in Berlin eine Einbürgerungskampagne geführt und damit beträchtlichen quantitativen Erfolg gehabt. 35. dass die „Logik der Partizipation in ethnischen Vereinigungen für Frauen und Männer eine völlig andere ist. S. 1999. In ihrer Studie türkischer Partizipation in Vereinigungen in Mannheim liegt der Anteil der türkischen Männer. Im Gegenteil: Liselotte Funcke hat in der Regierungszeit Helmut Kohls mit großer Energie eine Gegenposition zur Regierungslinie vertreten. dass es im Wesentlichen um isolierte männliche Aktivitäten geht und Themen wie Erziehung und Bildung kaum eine Rolle spielen. 209) Es wäre wünschenswert.4 % und bei den Türken nur 3.1 % waren (Landeshauptstadt München 1997. 207). sondern auch empfindlichen Lücken in der sozialen Kommunikation. Dies hat nicht nur eine geringe Tiefenwirkung der Vereine in der italienischen Gruppe zur Folge. während es bei den Griechen nur 3. der der türkischen Frauen jedoch nur bei 23 %. 2002. sie hätten keine Vorstellungen über die Ausbildung ihrer Kinder. Tabelle 3: Frauenanteile in den der Migrantenvereinen in Nordrhein-Westfalen 1999 Herkunftskontinent Frauenanteil in der Mitgliederschaft Afrika 27 Europa 41 Asien 49 Herkunftsheterogen 62 Lateinamerika 65 Insgesamt 45 Quelle: Institut für Politikwissenschaft Münster. Gleichwohl nehmen die Ausländerbeauftragten eine politisch eher randständige Position ein und sind nicht in der Lage. Dabei kommt Diehl zu dem Schluss. Eine der wenigen empirischen Untersuchungen. (Diehl. Bei der Münchner Befragung im Jahr 1997 erklärten 22. dass die Institution der Ausländerbeauftragten zu einer weiblichen Domäne geworden ist. die in einem ethnischen Verein partizipieren.“ (S. was in der Öffentlichkeit mit einem eher karitativbetreuenden Image verbunden ist. 10. etwa mit der öffentlich erklärten Intention. Faktoren der Selbsthilfe Bisher liegen kaum Ansätze vor. möglichst viele Türken zurückzuführen oder mit der Art der Kampagne zur Veränderung des Asylrechts. S. die die Frage nach unterschiedlichen Funktionen und Voraussetzungen von Frauen und Männern in ethnischen Vereinen thematisiert. dass die Ausländerbeauftragten ihre Rolle nicht politisch verstanden hätten. die zeitweise populistisch-xenophobe Züge aufwies. 161). S. systematisch zu betrachten. ist die Studie von Diehl (2002). In einem eigenartigen Spannungsverhältnis zu dieser männlich geprägten Struktur steht die Tatsache. bei 40 %. welche Faktoren die unterschiedlichen Formen von Selbsthilfe von MigrantInnen beeinflussen. wobei Frauen hauptsächlich in religiösen und kulturellen Aktivitäten involviert sind. Eine .9 der italienischen Befragten. entscheidende Weichen zu stellen. Damit wollen wir keineswegs sagen. in zukünftigen Studien solchen Fragen weiter nachzugehen.

in dem er vier Faktoren als prägend für die Ausbildung von Selbstorganisationen von Migranten benennt: den Faktor des Immigrationsprozesses. unter denen Migration stattfindet und gelenkt wird. Auch wenn keine formale Organisationsstruktur gegeben ist. der Zusammensetzung (ethnische bzw. die für die jeweils spezifische Ausprägung der Selbsthilfeorganisationen bedeutsam erscheinen. die Integration fördern oder auch hemmen. soziale Homogenität/Heterogenität) und der Beziehung zu deutschen Organisationen. den Charakter der Migranten-Population. Eine Zuwanderung von Eliten bringt andere Möglichkeiten und Kompetenzen mit sich als die Zuwanderung von auch im Heimatland benachteiligten Gruppen. Ein weiteres notwendiges Differenzierungskriterium scheint im Weiteren der Grad der Professionalisierung zu sein. Der Rechtsstatus bestimmt beispielsweise die Möglichkeit der politischen Beteiligung. Die zweite Faktorengruppe umfasst die nationalen Strukturen und Bedingungen. die sozialen und politischen Rahmenbedingungen. nämlich das Kriterium der Ziele. Weiss (2004) hat bereits an anderer Stelle einige erste Überlegungen für ein ähnliches Faktorenmodell vorgestellt. Ebenfalls gehört zu dieser Faktorengruppe die „opportunity structure“. der in seiner Studie zu türkischen Vereinigungen in Amsterdam und Berlin sowie surinamesischen Organisationen in Amsterdam ein Modell vorstellt. die sich auf die jeweils spezifische Form der Selbsthilfe auswirken (vgl. 2. unter denen sie in Deutschland leben.und Öffentlichkeitskampagnen. Die erste Faktorengruppe umfasst die Bedingungen innerhalb der ethnischen Gruppe selbst. sind wichtig für die Möglichkeiten der Selbstorganisation. so wird doch auch in informellen Gruppierungen notwendige und wichtige Selbsthilfe geleistet. Dies umfasst die entsprechende Gesetzgebung genauso wie nationale Integrationspolitiken oder auch nationale Medien. So kann zumindest ethnisch homogen organisierte Selbsthilfe nur dann entstehen. um das Kriterium der Organisationsform und des Organisationsgrades erweitern. kulturelle Traditionen machen sich bei den erfolgreichen oder auch weniger erfolgreichen Beziehungen zu deutschen Behörden und Strukturen bemerkbar. wie beispielsweise bei den vietnamesischen Vertragsarbeitern zu Zeiten der DDR. aber auch ihre spezifische Geschichte und die damit verknüpften Erfahrungen in Deutschland auf die Gestaltung der Selbsthilfe aus. auch Abbildung 1): 1. Wir wollen im Folgenden versuchen. Weiter wirken sich der Rechtsstatus der Zuwanderer genauso wie ihr Bildungsstand. in Fortführung dieser Modelle vier Faktorengruppen zu benennen. der Bildungsstand beeinflusst die Kompetenzen zum Aufbau von Organisationen.Ausnahme stellt die Arbeit von Vermeulen (2005) vor. den organisatorischen Einfluss des Herkunftslandes und die Struktur der politischen Opportunitäten im Aufnahmeland. Kulturelle Traditionen aus dem Herkunftsland sind wichtig für die Formen der Selbsthilfe. der sich dann auch wieder auf die Abhängigkeit von deutschen Dachorganisationen auswirkt. die MigrantInnen . Auch die spezifischen Rahmenbedingungen. Wir möchten dabei zunächst die Differenzierungskriterien der Selbsthilfe. wenn es überhaupt genügend Migranten und Migrantinnen der jeweiligen Ethnie an einem Ort gibt. wie sie das Institut für Politikwissenschaft (1999) in seiner Bestandsaufnahme der Selbsthilfeorganisationen in NordrheinWestfalen benennt. Diesen Differenzierungskriterien stehen vier Faktorengruppen gegenüber.

die die Formen und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe bedingen.oder Exklusionsprozesse fördern. Hier wären z. 4. So weist Hoppe (2003) z. In diese Faktorengruppe gehören auch die Faktoren. die die Migranten in ihrem direkten Umfeld vorfinden. die Bedingungen der Nutzung des Know Hows von deutschen Partnern. sondern höchst differenziert.B. Hier wirken sich Faktoren wie z. die regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Als vierte Gruppe wären die Bedingungen zu nennen.B. die nach wie vor im Herkunftsland leben.B. Die Ausifferenzierung dieser Faktoren macht bereits deutlich. Inklusions.B. die sich auf die Beziehungen zum Herkunftsland beziehen.oder kommunalpolitische Schwerpunkte. 3. Die grundlegende Frage. in seiner Beobachtungsstudie über freiwilliges Engagement von Migranten in drei unterschiedlichen Sozialräumen auf die Bedeutung des Sozialraumes für die Form und Funktion von MigrantenSelbsthilfe hin. und wie unterschiedlich ihre Funktion sein kann. Dazu gehört der Gesamtanteil ausländischer Wohnbevölkerung in der Region (und damit beispielsweise die Möglichkeiten solidarischer Unterstützung oder das Anknüpfen am Know How der anderen) ebenso wie die Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung. das Vereinrecht. Selbsthilfestrukturen von Zuwanderen sind nicht einheitlich. auch die jeweiligen Förderkriterien oder landes. die Abhängigkeit oder die Autonomie von Organisationen oder Institutionen im Herkunftsland aus genauso wie aber auch die Perspektive einer möglichen Rückkehr oder der Bedeutung der sozialen Beziehungen zu denen.a.B. Die dritte Faktorengruppe bilden die regionalen Strukturen und Bedingungen.Möglichkeiten zum Statuserwerb bieten oder verschließen. . wie unterschiedlich Selbsthilfevereinigungen von Migranten und Migrantinnen strukturiert sein können. Dichotome Zuschreibungen werden diesen Ausdifferenzierungen nicht gerecht. im Rahmen von EQUAL-Projekten initiiert wurden. die ökonomischen Bedingungen in der Region und regionale Rahmenbedingungen wie u. die mit der Unterstützung oder der Mitarbeit von Deutschen zusammenhängen. Genauso gehören in diese Gruppen Faktoren wie bestehende örtliche Netzwerke zur Förderung von Integration. welche Form der Selbstorganisation möglicherweise eher integrationsfördernd und welche eher integrationshemmend wirken könnte. ihre Unterstützung in der Außenvertretung oder bei der Kommunikation mit Behörden und Ämtern zu nennen. kann dann aber nur mit Hilfe einer differenzierteren Analyse der Strukturen der Selbstorganisation beantwortet werden. wie sie z. Dazu gehören auch rechtliche Rahmenbedingungen wie z.

diese zu optimieren und in das öffentliche Förderungssystem einzubauen. Fazit Formen der Selbstorganisation sind heute in der Einwanderungsgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Organisationen und Einheimischen Netzwerke - Beziehungen zum Herkunftsland: Abhängigkeit/Autonomie von Organisationen im Herkunftsland Koordination mit Institutionen im Herkunftsland Rückkehrperspektive 11. 2003). hier ein anderes Verhältnis der sozialpolitischen Institutionen zu Selbsthilfeorganisationen anzustoßen und sich intensiver mit den Möglichkeiten der Selbsthilfe unter Zuwanderern zu befassen. auch Gaitanides. Es ist an der Zeit. der den Ausdifferenzierungen und Funktionen nicht gerecht werden kann. die öffentliche oder gemeinnützige Träger nicht ausüben können. Dennoch werden Selbsthilfeorganisationen von politischen Entscheidungsträgern in Deutschland nach wie vor kaum wahrgenommen und sind häufig beim Zugang zu öffentlichen Förderungen benachteiligt (vgl. . ist inzwischen doch weitgehend anerkannt. Obwohl in der deutschen Öffentlichkeit ebenso wie auch in der wissenschaftlichen Diskussion nach wie vor ein eher misstrauischer Blickwinkel existiert. dass zumindest bestimmte Formen der Selbsthilfe für den Integrationsprozess von Zuwanderern und Zuwanderinnen von großer Bedeutung sind und Funktionen erfüllen.Abbildung 1: Determinanten der Selbsthilfe-Strukturen Bedingungen der ethnischen Gruppe: Kultur Anzahl Geschichte in der BRD Rechtsstatus Bildungsstand Soziale Zusammensetzung Elitenmigration Nationale Bedingungen: Einwanderungspolitik Gesetzliche Rahmenbedingungen Opportunity Structure Struktur der Selbsthilfe: Ziel Organisationsgrad Professionalisierungsgrad Zusammensetzung (ethnisch/sozial) Beziehungen zu deutschen Dachorganisationen Regionale Bedingungen: Anteil Ausländer in Region Aufnahmebereitschaft Ökonomische Lage Sozialräumliche Bedingungen Kooperation mit Behörden.

dass weitere Fallstudien und Optimierungs-Beispiele durchaus wünschbar sind. ohne eine Aufgabe der eigenen kulturellen Identität zu verlangen (2002:8). die ein breites Spektrum von Selbsthilfegruppen charakterisieren. P. so sind dafür Selbsthilfeorganisationen. Münster: LIT. Dennis. Die Diskussion um die Selbsttätigkeit von Zuwanderern ist in einer Einwanderungsgesellschaft von zentraler Wichtigkeit. H. welche Form der Selbsthilfe integrationshemmend bzw. Barbara von 1982: Italiener und Spanier als Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland.M. (1990) : Foundations of Social Theory. Göttingen: Schwartz. J. Dao Minh Quang (im Druck): Wirtschaftliche Strukturen in der Gruppe der ehemaligen Vertragsarbeiter/innen in Deutschland. München.M. ohne Zweifel notwendig. wie diese Integration aussehen soll und welche Kriterien zur Beurteilung der Integration angelegt werden sollen. soziales Kapital. J. (1992): Politikwissenschaft und Demokratie. M. Baden-Baden: Nomos. . Sie wird uns auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten begleiten. (1983): Ökonomisches Kapital. Weiss/ J. In: K. Dennis (Hrsg. diesen Widerspruch aufzulösen und die Diskussion um Form und Funktion der Selbsthilfe von Zuwanderern und Zuwanderinnen differenzierter zu führen. Coleman. Die Frage. Iin: R. Mass.). Beauftragte der Bundesregierung für Migration. C. Kreckel (Hrsg. J. 12. stellen wir in diesem Band Beiträge und Beispiele vor. Es ist an der Zeit. Dennis (Hrsg. Zum gesellschaftlichen Engagement von Migrantinnen und Migranten. Opladen: Leske und Budrich. (im Druck): Die vietnamesischen Vertragsarbeiter und Vertragsarbeiterinnen in der DDR. Flüchtlinge und Integration (2003): Migranten sind aktiv. A. werden sollte und welche Form einer multi-ethnischen Gesellschaft anzustreben ist. (2002): Die Partizipation von Migranten in Deutschland. : Harvard University Press. Münster: LIT. . Bourdieu.Dazu ist es allerdings notwendig. Die Selbsthilfelandschaft ist allerdings so breit.): Erfolg in der Nische? – Vietnamesen in der DDR und in Ostdeutschland. Legt man die Konzeption zur Integration von Zuwanderern der Landesregierung Brandenburg zu Grunde. 1980-1989. Literatur: Barnes. kulturelles Kapital. Wissenschaftskonzeptionen und Demokratietheorie sozialdemokratischer Nachkriegspolitologen in Berlin. In: K. Weiss/J. Sozial Ungleichheiten. Jg. Rückzug oder Mobilisierung?. Diehl. sich mit der Frage auseinanderzusetzen. (1972): Social Networks. muss sich daran orientieren. Cambridge. Eben diese Beibehaltung der eigenen kulturellen Identität wird jedoch auf der anderen Seite den Selbsthilfeorganisationen oft als integrationshemmend vorgeworfen. Um hierzu einen Beitrag zu leisten. wie in Deutschland Integration definiert wird bzw. Buchstein. Bonn: Bonner Universitäts-Buchdruckerei.) (im Druck): Erfolg in der Nische? – Vietnamesen in der DDR und in Ostdeutschland. integrationsfördernd ist. Breitenbach. die die Beibehaltung dieser kulturellen Identität fördern. in: Module in Anthropology. S. die Integration als chancengleiche Teilhabe auf allen gesellschaftlichen Ebenen definiert.

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Integration und transnationale Orientierung: Alevitische Vereine in Deutschland2 Dieser Beitrag beruht in Teilen auf einem Vortrag. 2 . der im Februar 2004 bei der Tagung „Integration of Immigrants from Turkey in Austria. Germany and Holland“ in Istanbul an der Bosporus-Universität gehalten wurde.