Geschichte

KV Nr. 1

Lehrer/innen-Handbuch

Mensch und Getreide – geschichtlich eng verbunden
Seit Urzeiten haben Hirse, Hafer, Gerste, Weizen, Roggen und Reis die Menschheit ernährt. Später, nach der Entdeckung Amerikas, kam der indianische Mais dazu. Eine bunte Vielfalt bedeckt heute unsere Äcker. Wir wissen, dass alle heutigen Getreidearten einmal Gräser waren, deren Körner oder Samen der frühesten Menschheit als Nahrung dienten. Rund um die Wohnstätten dieser primitiven Sammler und Jäger keimten verloren gegangene Samen und fanden hier bessere Bedingungen als in der kargen Wildnis. Der Mensch begann diese Pflanzen zu hegen, er griff zum hölzernen Stock, um die Erde aufzuwühlen und wurde so zum sesshaften Ackerbauer. Seither begleiten ihn Saat und Ernte durch seine jahrtausendelange Geschichte bis auf den heutigen Tag. Mit dem Aufreissen des Bodens hat der Mensch die Fruchtbarkeit der Erde entdeckt. Er begann, ihr dafür Geschenke darzubringen. Der Pflug wurde zum heiligen Gerät, Säen und Ernten zu kultischen Handlungen, die in jede Religion Eingang fanden. Die schönste Bestätigung dafür finden wir in unserem christlichen Gebet: «...unser tägliches Brot gib uns heute.» Saat, Ernte und Brot gehören zusammen. Ohne sie darben die Völker, ohne sie wäre ihre Sesshaftwerdung und damit der Aufbau der Kulturkreise nie möglich geworden. Durch die ganze Kulturgeschichte, von Ägypten über Babylon, Griechenland und Rom zum Abendland, zieht sich das gelbe Band des Getreidebaues. Welche Bedeutung unsere Vorfahren dem Getreide beimassen, geht auch aus dem Wort selbst hervor. Der Ausdruck «Getreide» stammt vom althochdeutschen «Gitregidi» und bedeutet nichts anderes als das «Getragene», der «Ertrag», der «Besitz». Ursprünglich umfasste dieser Begriff wohl auch die Hülsenfrüchte. Heute zählen wir zum Getreide in erster Linie: • die Brotgetreidearten Weizen, Dinkel, Roggen. • die Futtergetreidearten Mais, Triticale, Hafer, Gerste und Hirse. • Reis ist ebenfalls eine Getreideart. Die je nach Gegend gebräuchliche Brotfrucht wurde früher schlicht als Korn bezeichnet. Korn bedeutet heute in Norddeutschland = Roggen Deutschschweiz = Dinkel Graubünden = Gerste Norwegen = Gerste Schottland = Hafer Nordamerika = Mais (corn belt) In anderen Gegenden und Sprachräumen sind die Ausdrücke «Korn» und «Getreide» gleichbedeutend. «Il grano» bedeutet in Italien gleichzeitig Mais und Getreide. «Le blé» ist im französischen Sprachraum dieselbe Bezeichnung für Weizen und Getreide. Im Niltal des alten Ägypten wurden schon im vierten Jahrtausend v. Chr. Gerste und Weizen gepflanzt. Auch die späteren Römer bauten hauptsächlich diese beiden Getreidearten an. Der Hafer der Germanen war ihnen ein Greuel. Bei uns findet man in den ältesten Pfahlbausiedlungen Zeugen des Getreidebaues: Hirse-, Gersten- und auch Weizenkörner. Roggen, Spelz (Korn) und Hafer stammen aus dem Norden und wurden erst im Zuge alter, indogermanischer Völkerwanderungen etwa zweitausend Jahre v. Chr. über Südwestasien nach Mitteleuropa gebracht. Den zuerst einwandernden Kelten war vor allem der Emmer bekannt. Emmer ist die kornartige Urform des Hartweizens. Er bildete im Altertum die Hauptbrotfrucht. Heute ist er nur noch vereinzelt anzutreffen. Von den Römern lernten die Kelten den Weizenanbau kennen. Die später nachrückenden Germanen brachten Korn, Hafer und Roggen bis in unsere Gegenden. Korn und Hafer waren vor allem bei den alemannischen Stämmen verbreitet (Hafersack der alten Eidgenossen). Es ist interessant festzustellen, dass jenseits der französischen und romanischen Sprachgrenze der Kornanbau praktisch unbekannt geblieben ist. Die schon den Pfahlbauern bekannte Hirse bildete trotz den neu zugebrachten Getreidearten bis weit ins Mittelalter hinein in weiten Gebieten Mitteleuropas die Hauptgetreideart. Zusammenfassend können wir sagen, dass Weizen und Gerste durch die Römer, Hafer, Roggen, Emmer und Korn durch Kelten und Germanen nach Mittel- und Osteuropa gebracht wurden. Der Mais, als einzige amerikanische Getreideart, ist in der Alten Welt erst seit dem 16. Jahrhundert (Entdeckung Amerikas) bekannt.

Quelle: Schweizerisches Landwirtschaftliches Museum, Burgrain, Alberswil.
©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI), 3073 Gümligen, Tel.: 031 951 41 44, Fax: 031 951 81 88, Internet: www.brot.ch

Geschichte

KV Nr. 2

Lehrer/innen-Handbuch

Der älteste Brotlaib Europas
In Twann hat man das älteste, ganz erhaltene Brot Europas gefunden: ein einstiger Halbpfünder aus feinem Gersten- und Weizenmehl. Am 27. Februar 1976, nur anderthalb Monate vor Grabungsende, wurde in Twann ein unscheinbarer Fund gemacht, der sich als eines der interessantesten Objekte aus der schweizerischen Urgeschichte entpuppen sollte! Es handelt sich um einen schwarzen, flachrunden «Fladen» von rund 7 cm Durchmesser, auf dessen Oberfläche Schrumpfungen der feinen Brotkruste zu sehen sind. Der Fund machte zuerst eine Reise von Twann nach Bern ins Magazin und einige Jahre später ins Botanische Institut Hohenheim bei Stuttgart. Eine Getreidespezialistin erkannte dort die Bedeutung des Objektes und vermutete, es handle sich um ein jungsteinzeitliches Brötchen. In der Folge holte der Archäologische Dienst das Stück zurück nach Bern und übergab es einem Brotspezialisten. Auf der Suche nach weiteren, ähnlichen «Getreideklumpen» durchkämmte man das gesamte Twanner Fundmaterial und fand schliesslich mehrere andere Bruchstücke und über hundert Scherben mit anhaftenden Speisekrusten. «Das Brot von Twann aus der obersten Siedlungsschicht der Cortaillod-Kultur (um 3530 v. Chr.) wurde aus Weizen hergestellt. Die Getreidekörner wurden auf einer hervorragenden Handreibemühle zerrieben. Bei diesem Mahlprozess gelangten nur sehr feine Steinrückstände in Mehl und Brot. Dem Teig wurde ein Säuerungsmittel beigefügt, wobei man nur an Sauerteig denken kann. Die Teigmasse hatte man mit viel Erfahrung nach bewährter Technik gut und genügend lang durchgeknetet. Der Teig wurde, nachdem man ihn auf eine Unterlage gesetzt hatte, mit einem Randwulst versehen. In einem Lehmbackofen wurde ein Feuer aus dünnem Holz (wahrscheinlich Tanne) entfacht. Man liess dieses brennen, bis genügend Asche vorhanden war. Sodann legte man das Brot auf eine gesäuberte Stelle in den Backofen. Dabei kam Asche bis an den Rand des Teiges zu liegen. Sie war aber nicht mehr allzu heiss. Hierauf liess man das Brot während rund 30 Minuten backen. Dass bei diesen Vorgängen auch ein wenig Asche auf die Oberseite geriet, ist klar. Man war aber immerhin so vorsichtig, dass keine Krustenzerstörung durch unkontrolliertes Feuer entstand.»

Eine lange und mühsame Detektivarbeit unter der Binokularlupe begann. Auf und in den Speiseproben waren bei genügender Vergrösserung Pflanzenfasern, Mehlpartikel, Körner- und Spelzreste von Getreide, Beerensamen und verschiedenartige Poren zu beobachten. Die Untersuchungen führten schliesslich zum Nachweis echten Brotes in Twann! Das ganz erhaltene Brötchen wurde sogar geröntgt und aus dessen Backfläche ein Kern für die nähere Untersuchung herausgebohrt. Nach minutiösen Beobachtungen und etlichen Mahl- und Backversuchen konnte der Bearbeiter seine Resultate zusammenfassen:

Das verkohlte und im Boden stark zusammengeschrumpfte Twanner Brötchen (links, Durchmesser 7 cm), daneben eine Rekonstruktion in der ursprünglichen Grösse (rechts, etwa 250 g schwer).

Aus: Alex R. Furger, Fanny Hartmann, «Vor 5000 Jahren...», Verlag Paul Haupt Bern und Stuttgart, 1983
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Geschichte

KV Nr. 3

Lehrer/innen-Handbuch

Reibstein
Der Reibstein ist das älteste Gerät zur Herstellung von Mehl aus Körner- oder Knollenfrüchten. Er bestand aus 2 Teilen: Einer flachen oder konkav gewölbten Steinplatte (dem Unterstein) und einem handlichen, flachen Oberstein (dem Läufer). Wie bei einem Mörser wurde der Läufer über den Unterstein – worauf sich die Körner oder Knollen befanden – hin- und hergestossen oder gedreht. Dadurch wurde das Mahlgut zerrieben. Ägypter und Griechen verwendeten noch Mörser, die man auch bei den Pfahlbauten gefunden hat. Das eigentliche Mahlverfahren mit den beiden übereinander liegenden Steinen stammt aus der Zeit der Römer. Bei Ausgrabungen in Pompeji hat man überdies Mahleinrichtungen in einer Bäckerwerkstatt gefunden. Sie glichen Kaffeemühlen, wie sie um die Jahrhundertwende noch im Gebrauch waren. Über Jahrtausende hinweg blieb der Mahlvorgang unverändert. Erst die Erfindung des Walzenstuhls brachte die entscheidende Veränderung.

Mahlstein
Der Mahlstein ist ein behauener Unter- oder Oberstein. Er besteht aus Sandstein oder französischem Quarz. Sein Durchmesser beträgt 1 bis 11/2 m. Die Kreislaufringfläche wird von eingehauenen Luftfurchen in Form von Strahlen oder logarithmischen Spiralen durchbrochen. So kann das Korn von innen nach aussen in die Mahlbahn gelangen. Gleichzeitig dienen die Luftfurchen auch zur Abkühlung des Mahlsteines. Der Müller musste von Zeit zu Zeit den Stein mit einem Hauer behauen beziehungsweise scharfmachen. Daher wurde der Müller oft auch «Scharfmacher» genannt.

Walzenstuhl und Müllereibetrieb
Der Walzenstuhl ist nichts anderes als die Weiterentwicklung des Mahlsteins. Auf modernen pneumatischen Förderanlagen wird das Mahlgut durch eine Reihe von Walzenpaaren transportiert und allmählich aufgebrochen. Am Anfang haben die Walzenpaare eine geriffelte Oberfläche. Am Schluss sind sie glatt. Nach Passieren der geriffelten Walzenpaare wird das Getreide zu Schrot. Dieser lässt sich zu Griess und zu Dunst (feiner als Griess) weiterverarbeiten. Das Mahlgut wird bei jedem weiteren Walzenpaar immer feiner – also zu Mehl – vermahlen.

©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI), 3073 Gümligen, Tel.: 031 951 41 44, Fax: 031 951 81 88, Internet: www.brot.ch

1932 trat das Getreidegesetz in Kraft. ihre Ernten kostendeckend zu verkaufen.und Getreideversorgung auch in Krisenzeiten beschliessen. Mit dem Aufkommen der modernen Verkehrs. Der Frischbrotverkauf war verboten. Der Rhein war nicht mehr schiffbar. Rund um unser Land tobte der Krieg. Dadurch konnte Brotgetreide eingespart werden. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) traten die negativen Folgen der Auslandsabhängigkeit drastisch zu Tage. Noch war die Schweiz ein Volk von Ackerbauern. Jahrhunderts wurde im schweizerischen Mittelland vorwiegend Getreide angebaut. Es umfasst die 5 folgenden Hauptpunkte: 1. um die Bevölkerung ausreichend ernähren zu können. Tel.brot.und Transportmittel wie Eisenbahn und Dampfschiff veränderte sich die Lage. Zeitweise wurde dem Brot Gersten. Die Bauern hatten Mühe. Für die Sicherung der Unabhängigkeit unseres Landes auf dem Ernährungssektor ist also vorgesorgt. Das Verfüttern von Brotgetreide. Mehl und Brot war verboten.: 031 951 41 44. Während des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) hatte die Brotgetreideordnung erstmals eine grosse Bewährungsprobe zu bestehen: Ein Ernährungsplan trat in Kraft. der Plan Wahlen. Seither wurde der Ernährungsplan für Notzeiten mehrmals veränderten Bedingungen angepasst. 1929 wurde der sogenannte Getreideartikel in der Bundesverfassung verankert.ch . Um diesen Versorgungsengpässen zu begegnen. Die alten Kornspeicher auf Bauernhöfen und die grossen Kornhäuser in den Städten sind Zeugen dieser einst blühenden Getreideversorgung. Lagerhaltung 4. Immer mehr stellten deshalb auf Milchwirtschaft um. musste der Bundesrat notrechtliche Massnahmen für die Sicherstellung der Brot.Versorgung KV Nr. Es bestand eine Anbaupflicht für Brotgetreide. Bei einer erneuten Krisenzeit würden Umstellungen von der tierischen Produktion zum Ackerbau und zur direkten Ernährung die Versorgung aus eigenem Boden sicherstellen. Es wurden grosse Mengen an preisgünstigerem Auslandgetreide importiert. Wir hatten zu wenig Brotgetreide.und Brotkonsumentinnen und -konsumenten Ausführendes und überwachendes Organ ist die Eidgenössische Getreideverwaltung in Bern. Unsere Eigenproduktion an Brotgetreide (Weizen und Roggen) reichte 1845 für 290 Tage 1890 für 70 Tage 1914 für 55 Tage 1937 für 150 Tage 1945 für 220 Tage 1969 für 252 Tage 1985 für mehr als einen Jahresbedarf 1998 für mehr als einen Jahresbedarf ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Fax: 031 951 81 88.und Kartoffelmehl beigefügt. Unterstützung des inländischen Brotgetreideanbaus 3. Die Bäckereien durften Brot erst 48 Stunden nach dem Backen verkaufen. Ein Einheitsbrot mit einem Ausmehlungsgrad von 90% wurde geschaffen. Die Zufuhr von Brotgetreide aus Übersee war mangels eigener Hochseeschiffe praktisch zum Erliegen gekommen. Nur rund 20% des Getreidebedarfs konnten um die Jahrhundertwende noch aus einheimischer Produktion gedeckt werden. 3073 Gümligen. Geregelte Brotgetreideeinfuhr 2. Erhaltung und Schutz der Mühlen 5. 4 Lehrer/innen-Handbuch Getreideversorgung Bis Mitte des 19. Internet: www. Wahrung der Interessen der Mehl.

5 Lehrer/innen-Handbuch Getreidetransport Hochseeschifffahrt Hochseeschiffe unter Schweizer Flagge befahren alle Weltmeere. Schweizerisches Schifffahrtsamt. Der Bund kaufte vier Schiffseinheiten. Schiffe unter eigener Flagge auf dem Meer einzusetzen.1%.: 031 951 41 44. Wie kam es dazu? Die versorgungswirtschaftliche Notsituation im Zweiten Weltkrieg zwang unser Land dazu.07%. Die Schweizer Handelsflotte von 1999 wird von 5 Reedereien betrieben. Fax: 031 951 81 88. Tel. Internet: www.oder Kriegszeiten kann der Bundesrat schweizerische Seeschiffe requirieren oder enteignen.Versorgung KV Nr. Elisabethenstrasse 31. Diese wäre im Krisenfall für die Sicherstellung der wirtschaftlichen Landesversorgung notwendig.ch . Der Anteil der Schweiz an der Welthandelsflotte von 38619 Schiffen mit 751000000 t Frachtkapazität beträgt 0. im Falle internationaler Krisen über die notwendige Tonnage für Überseetransporte zu verfügen. In Krisen. Tel. Nach Kriegsende wurde die Beibehaltung der Handelsflotte beschlossen. 3073 Gümligen. So ist es möglich.und Chemikalientanker. Zwar ist die schweizerische Handelsflotte bescheiden: Ihr Anteil an der Welttonnage liegt bei nur 0.brot. 061 287 14 44 1 ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Doch immerhin haben wir die grösste Flotte eines Binnenstaates. 4010 Basel. Zusammen mit einem halben Dutzend Schiffen privater Reedereien versorgten diese unser Land mit lebenswichtigen Gütern. Ihre 17Einheiten1 setzen sich wie folgt zusammen: 13 Massengutfrachter 1 Mehrzweckfrachtschiff 3 Wein. Zusammen können diese Schiffe 717802 Tonnen Fracht transportieren.

Die 7 Schlepp. verzollt oder unverzollt. Schlepp. dass die schweizerische Rheinflotte nicht so gross ist. Ab Basler Rheinhafen übernimmt die Bahn den Getreidetransport.0 65. Nicht nach Prestigedenken! Das ist ein Grund dafür.brot.5 59. Tel.sowie Spezialschiffe 2 3 gemäss Angaben OZD Bern ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).Versorgung KV Nr. Internet: www. Im Durchschnitt braucht ein Motorschiff für die Strecke Seehafen–Basel rund 90 Stunden.und Schubboote sowie die 32 Fahrgastund 15 Spezialschiffe weisen zusätzlich eine Tragfähigkeit von rund 45000 t auf. 6 Lehrer/innen-Handbuch Getreidetransport Rheinschifffahrt Während des Ersten Weltkrieges war der Mangel einer eigenen Rheinflotte spürbar.: 031 951 41 44.und Schubboote und Fahrgast. In den Nachkriegsjahren erwies sich dann eine Stärkung der verkehrspolitischen Lage der Schweiz als notwendig. Fax: 031 951 81 88.8 79. einschliesslich eventuelle Transitmengen. Dezember. Ein Schleppzug braucht dafür 14 Tage! Ein überwiegender Teil der Flotte fährt nur tagsüber und ruht nachts. Im Durchschnitt ist unsere Rheinflotte modern. 3073 Gümligen. um allein den gesamten Rheinverkehr von und nach der Schweiz bewältigen zu können.ch . Dezember.7 (Einfuhrzahlen OZD = verzollte Ware bis 31. Rheinhafenverkehr = Getreideankünfte bis 31. Die schweizerische Rheinflotte seit 1974 Jahr 1974 1981 1984 1987 1990 1993 1995 1998 total Güterschiffe 446 418 354 265 169 138 104 73 Tragfähigkeit in t2 587938 645230 593889 481299 321508 266990 200051 145790 Gesamtschweizerische Getreideeinfuhr3 Gesamteinfuhr Tonnen 1332589 1198817 1066073 911278 451401 453771 379802 389796 359141 Rheinhafenverkehr Tonnen 745622 530247 385857 487317 286542 267930 250121 308332 343734 1978 1981 1984 1987 1990 1992 1994 1996 1998 % 56.0 44.und 51 Tankmotorschiffe) Zusammen können diese Schiffe fast 100000 t Güter transportieren. Die totale Abhängigkeit von ausländischen Bahnen und Schiffen musste durchbrochen werden.2 36.2 53. So wurde die schweizerische Rheinflotte geschaffen. Heute umfasst die schweizerische Rheinflotte noch 73 Schiffe. und zwar: 3 Schleppkähne und Schubleichter 70 Motorschiffe (davon 19 Güter. gut unterhalten und zweckmässig.) inkl. Die Grösse einer Flotte sollte sich nach der wirtschaftlichen Notwendigkeit richten.1 95.5 63.

(Zeichnung SBB) ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Der Anteil der Bahn an den Getreidetransporten im Inlandverkehr macht zwischen 95 und 98% aus.Versorgung KV Nr. Deshalb wird Getreide auch in Blockzügen mit Silowagen verfrachtet: entweder direkt aus Frankreich oder von den Meerhäfen.brot. die keine direkte Wasserwegverbindung mit der Schweiz haben. Internet: www. Von den Basler Rheinhäfen aus wird das Getreide per Bahn bis zu den Mühlen und Lagerhäusern transportiert. 7 Lehrer/innen-Handbuch Getreidetransport Eisenbahn Die Eisenbahn eignet sich gut für den Transport von losem Getreide als Massengut.: 031 951 41 44. Fax: 031 951 81 88.ch . 3073 Gümligen. Dafür setzen die SBB Spezialwagen ein (siehe Abbildungen). Tel.

bei der Brotteigherstellung Mehl und Wasser zu binden. Er hat die wichtige Funktion. Der Mehlkörper ist der wichtigste Teil des Getreidekorns – ausser dem Keimling. Es besteht aus mehreren Gewebeschichten mit stofflichen Unterschieden. 8 Lehrer/innen-Handbuch Das Weizenkorn Die Verteilung der Nährstoffe im Weizenkorn Mehlkörper Stärke Eiweiss Schale (Randschichten) Cellulose (Fasern) Eiweiss. In der Müllerei trennt man die Schale vom Mehlkörper.: 031 951 41 44. Müller/innen unterscheiden drei Hauptbestandteile: 1. Er besteht hauptsächlich aus Stärke und einer Eiweissubstanz. Wegen des hohen Fett. Der Kleberanteil beträgt etwa 12 bis 14%. Die reine Keimlingssubstanz wird in Reformhäusern verkauft.brot. Sie kommt unter dem Namen Kleie in den Handel. Der überwiegende Teil des Mehlkörpers – 65 bis 70% – wird von der Stärke gebildet. Mehlkörper (Endosperm) 3. aneinander gelagerten Zellen. Vevey) ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). oben: Getreidekorn (Zeichnung: Nestlé AG. Keimling Die Getreideschale (Schutzhülle) schützt die im Samen ruhende Pflanze mit ihrem Nährstoffvorrat vor äusseren Einwirkungen. Vitamine Keimling Mineralstoffe Vitamine Eiweiss Fett Das Getreidekorn ist kein einheitliches Ganzes. 3073 Gümligen. Betrachten wir einmal den Längsschnitt durch ein Getreidekorn: Wir erkennen verschiedene Gewebeschichten. Tel. auch Kleber genannt. Schale mit Bärtchen 2. Wegen ihres Gehalts an wichtigen Stoffen erfreut sie sich steigender Beliebtheit. Abb. Der Keimling ist der wichtigste Bestandteil für die Fortpflanzung der Frucht.ch . Jede davon besteht aus vielen kleinen. welche in winzig kleinen Teilchen zwischen den einzelnen Stärkekörnchen lose verteilt sind.und Ölgehalts und der Gefahr des Ranzigwerdens wird der Keimling bei der Reinigung meistens ausgeschieden. Internet: www. Fax: 031 951 81 88.Getreidearten KV Nr. Mineralstoffe. Aus ihm geht die junge Getreidepflanze hervor.

und die Keimwurzeln im Boden sind schon einige Zentimeter lang. Getreidepflanzenschema für den Garten Getreideart: Wintergerste Winterroggen Winterweizen Sortenbeispiel: Express-Nefta Saatzeit: Ende September Danko Ende September Arina Mitte Oktober Korn Oberkulmer Ende Oktober Sommerweizen Frisal Anfang März Hafer Adamo Februar Anfang März 3 Sommergerste Cornel Hockey Februar Anfang März 3 Saattiefe (cm) 4 2 3 5 3 Phänotypen von Winterweizen Innerhalb jeder Getreideart gibt es verschiedene Sorten. Beim Roggen sieht man das Blühen sehr deutlich: Er hängt seine Staubblätter weit in den Wind. das man in der Landi oder beim Schweizerischen Saatgut Produzenten-Verband in Delley beziehen kann. häufigste angebaute Sorte (>50%) Spelzenbräuneanfälligkeit. Deshalb sollte zur Anpflanzung im Schulgarten ungebeiztes Getreide verwendet werden. Dann wird das Brett gewendet. Danach wird die ganze Pflanze gelb und trocknet aus. Stärke. Sorte: Arina Boval Galaxie Pflanzenlänge Ährenschiebe lang mittel sehr kurz mittel früh sehr früh sehr früh Preisklasse I II III Besonderheiten Rostanfälligkeit. dann durchbricht ein farbloses Röhrchen – die Keimscheide – die Krone. Tel. das Herausschieben der Ähre. Gebeizte Saatkörner sind giftig. 3 Hüllblätter (Spelzen) schützen den Fruchtknoten und später das Korn. Internet: www. Ein bis zwei Wochen dauert es. und das Ganze wiederholt sich mit der zweiten Reihe usw. Nun drückt man die Körner leicht an und deckt sie locker zu. Fax: 031 951 81 88. der 90% der Brotgetreidefläche ausmacht.ch . Im Folgenden dient der Winterweizen. Eiweisse.Getreidearten KV Nr. 3073 Gümligen. 9 Lehrer/innen-Handbuch Getreide im Schulgarten anpflanzen Verschiedene Getreidearten lassen sich auch im Schulgarten anbauen.brot. Mit einem eigenen Getreidebeet haben Schüler/innen und Lehrer/innen Gelegenheit. die sich in ihrem Aussehen und ihrem Verhalten bezüglich Krankheiten unterscheiden. Dinkel. mit den untenstehenden Sorten als Beispiel. Der Säende stellt sich darauf und zieht mit Finger oder Werkzeugstiel eine Saatrille entlang der Brettkante. Dann wird das Getreide im Abstand von 1 bis 2 cm in die Rille gesät. Der Fruchtknoten schwillt nach dem Blühen rasch an. Jedes Korn geht aus einer Blüte hervor. das Werden der für die Menschheit so wichtigen Brotfrucht aus nächster Nähe mitzuverfolgen. aus dem mehrere Seitentriebe sprossen. Beobachtet nun das Schossen (die Streckung) der Halme. Nun beginnt die Natur zu wirken. das die Länge der Beetbreite hat. Etwa ein Zentimeter unter der Bodenoberfläche wird der erste Knoten (Nodum) angelegt. Bald ist in ihrem Innern das erste Blatt zu sehen. Für das Aussäen wird ein 18 cm breites Brett beschafft. Vitamine und Mineralien strömen herzu. Denn Roggen ist Fremdbefruchter – nur mit Blütenstaub einer Nachbarpflanze kann ein Korn entstehen. Das Korn wird reif zur Ernte. Weizen. dann ihr Blühen. Gerste und Hafer können sich selbst befruchten. rötliche Ähren sehr hohe Krankheitsresistenz. begrannte Ähren ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).: 031 951 41 44.

Verlag ASSINSEL (Internationale Vereinigung der Pflanzenzüchter) ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Zentralasien Hirse Buchweizen Luzerne Hanf (Kolbenhirse) (Weinrebe) Trockenbohne Möhre 9.Getreidearten KV Nr. Fax: 031 951 81 88. Niederung von Südamerika Yamswurzel Ananas (Maniok) (Süsskartoffel) (Baumwolle) Tomate Tabak Kakao Gummi Paprika Chinarindenbaum 5. 10/1 Lehrer/innen-Handbuch Getreideanbaugebiete der Welt Herkunft der wichtigsten Kulturarten 1. Internet: www.brot. Europa Hafer Zuckerrübe Kohl (Weinrebe) (Olive) Gräser Klee Hopfen Salat Lupine Senf 6. Mittelamerika Mais Tomate Sievabohne Feuerbohne Baumwolle Avocado Papaya (Maniok) (Süsskartoffel) (Gewöhnliche Bohne) 3. Tel.ch . Indien Erbse Eierfrucht (Baumwolle) (Sesam) Zuckerrohr Mango 10. Südpazifik Zuckerrohr Kokosnuss Brotfruchtbaum Abb. Hochland von Südamerika Kartoffel Erdnuss Limabohne (Gewöhnliche Bohne) (Baumwolle) 4. Nordamerika Sonnenblume Teparybohne Erdbeere 2. China Sojabohne Kohl Zwiebel Pfirsich (Kolbenhirse) 11. Afrika AfrikanischerReis Sorghum Hirse Yamswurzel Wassermelone Kuherbse Kaffee Gräser Weizen Gerste Ölpalme Rizinus 7.»..: 031 951 41 44. Südostasien Reis Banane Zitrusfrüchte Yamswurzel Zuckerrohr Taro Tee Gewürze 12.: Karte aus «Nahrung für 5000 Millionen. 3073 Gümligen.. Naher Osten Weizen Gerste Zwiebel Erbse Linse Kichererbse Feige Dattel Lein Birne Granatapfel (Weinrebe) (Olive) Apfel 8.

10/2 Lehrer/innen-Handbuch Der Brotgetreideanbau in der Schweiz Brotgetreide-Anbaufläche nach Bezirken 1998 Weizen.0 – 64.9 50. Internet: www.0 – 49.0 – 54.9 < 40.0 – 59. Misst man die mit Brotgetreide angebaute Fläche an der gesamten Getreideanbaufläche (einschliesslich Futtergetreide) oder auch an der sogenannten offenen Ackerfläche (gesamthaft ackerbaulich genutzt).: 031 951 41 44. Um die 90% der hiesigen Brotgetreideproduktion fallen diesem wichtigsten Getreide zu. Die nachstehende Grafik zeigt. Roggen und Dinkel sind die Brotgetreidearten.9 40.Getreidearten KV Nr. welche in der Schweiz angebaut werden. 3073 Gümligen.9 55. Aargau und Zürich. 5 ha sind dargestellt BL JU SO AG ZH AR SG ZG AI CH: 54 % LU SZ NE FR OW VD BE NW UR GR GL GE VS TI Quelle: Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung 1998 © Bundesamt für Statistik ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).brot.ch . so treten ebenfalls die kleinen Kantone Genf und Schaffhausen als eigentliche Brotgetreide-Kantone hervor. Fax: 031 951 81 88. Tel.0 BS CH: 100962 ha Nur die Bezirke mit mind. Bern. dass der Kanton Waadt mit rund einem Viertel der gesamten Brotgetreidefläche die grösste Kornkammer der Schweiz ist. Auf der Fläche von rund 100000 Hektaren wird hauptsächlich Weizen angebaut.0 60. Anbaufläche für Brotgetreide SH 3320 ha 2000 ha 1000 ha 500 ha 100 ha 5 ha Brotgetreideanbaufläche in Prozent der gesamten Getreideanbaufläche TG ≥ 65. Weitere für den Brotgetreideanbau wichtige Kantone sind von Westen nach Osten gesehen: Freiburg.

und Südeuropa sowie in Übersee ohne grosse Bedeutung. Kansas und Texas. Roggen und Weizen abgelöst. Reis braucht Wärme und Feuchtigkeit. Bei 1400 mm Jahresniederschlag verschwindet es ganz. Nebraska. umso mehr nimmt die Bedeutung des Weizens ab. in Asien ebenfalls bis weit in die subtropischen Gebiete. Die Nordgrenze des Maisanbaus liegt bei 50 Grad nördlicher Breite. Die geografische Verbreitung ist durch die unterschiedlichen Klima. Danach folgen talwärts Hafer.: 031 951 41 44. Reis und Sorghum. Doch je weiter wir nach Süden gelangen. Das Hauptanbaugebiet von Reis liegt in Asien. Der Weizen dringt stellenweise weit in den Roggengürtel vor. In Europa wird sie bis zu 70 Grad nördlicher Breite angepflanzt.Getreidearten KV Nr. Dinkel (Korn) und Weizen. in Russland bis zum sechzigsten Breitengrad. Im Süden pflanzt man Weizen bis nach Nordafrika hinunter. Ab 800 mm Niederschlag tritt das Getreide zugunsten anderer Ackerfrüchte zurück. In Skandinavien findet man ihn bis zum vierundsechzigsten. Die Gerste ist eine Getreideart mit kurzer Vegetationszeit. Auch in den Alpen können wir verschiedene Getreidezonen erkennen. Aus dem gleichen Grund ist sie auch bis weit in die südlichen Trockengebiete hinein verbreitet. Im tropischen Afrika stehen auf den Äckern Mais. Tel. Schon in Oberitalien wird der Mais als Hauptgetreidenahrung angebaut. Von Norden her gegen Süden wird die Gerste durch Hafer. Gebiete mit mehr als 300 mm Jahresniederschlag sind für den Getreidebau geeignet. sondern durch Sommerweizen abgelöst. In den Vereinigten Staaten spricht man vom Maisgürtel (corn belt). ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). 11 Lehrer/innen-Handbuch Die Verbreitung der Getreidearten über die ganze Welt Auf der ganzen Welt wird der überwiegende Teil des offenen Ackerlandes mit Getreide bebaut. Der Roggenanbau ist in Mittel. Fax: 031 951 81 88. Internet: www. Die höchstgelegenen Roggenäcker in unserem Land finden wir noch heute bei Findelen-Zermatt im Kanton Wallis auf einer Höhe von 2100 Meter über Meer. Auch die historische Entwicklung hat hier einen Einfluss.und Bodenverhältnisse bedingt. lllinois. Hier wird der Winterweizen im Norden nicht durch Roggen. Dieser zieht sich beidseits des vierzigsten Breitengrades quer über den Kontinent: durch die Staaten lowa. Auf der Alpennordseite steigt die Gerste am höchsten. 3073 Gümligen. Die nördlichsten Reisfelder findet man in Oberitalien und in der südfranzösischen Camargue. Dort genügen ihr selbst die kargsten Winterniederschläge.ch . In Nordafrika wächst neben dem weitverbreiteten Mais und neben dem Weizen die Hirse.brot. Missouri.

Jahrhundert vollzog sich in der Schweiz die Umwandlung der Dreifelderwirtschaft. Zum Beispiel in folgendem Rhythmus: 1. Die Fruchtfolge auf einem solchen Betrieb sieht etwa so aus: Hauptfrucht Weizen Hafer (Gerste. Gerste). 5. Für die Wahl der Kulturen sind Klima. und 19. Damit ist die Reihenfolge gemeint.B. Aus folgenden Gründen kommt ihr – auch heute noch – eine besondere Bedeutung zu: 1. Weizen) • Schmalsaat (Hafer. Verbesserte Dreifelderwirtschaft Im 18. Auf den fruchtbaren Böden des Mittellandes hat sich auch die viehlose Bewirtschaftungsweise entwickelt.: 031 951 41 44. Jahr Ackerklee.Getreidearten KV Nr. Absatzmöglichkeiten und Betriebsverhältnisse massgebend. Je nach Betriebsweise entwickeln sich heute verschiedene Fruchtfolgen. Sie hiessen Zelgen. Sie hielt sich bis ins 19. 3. Jahrhundert. Sommergerste).brot. Jahr Wintergetreide (Weizen. Rüben). Man nannte das Flurzwang. Roggen. Boden. Roggen.und 12-jährigen Fruchtfolgen entstand. 3073 Gümligen. sich nach der Fruchtfolge der drei Zelgen zu richten. Tel. Eine verbesserte Dreifelderwirtschaft mit 6-. 4. Jeder Bauer besass in jeder Zelge Land. Jahr Sommer. Jahr Wintergetreide (Weizen.ch . Das Futter für die Tierhaltung wurde auf der Allmend und der gemeinsamen Weide gewonnen. 2. Kartoffeln. In unseren Regionen wurde etwa folgende Fruchtfolge gewählt: • Grosssaat (Dinkel. Internet: www.und Wintergetreide (Sommerweizen. Roggen) Raps Mais Mais Kartoffeln Weizen Hafer Zwischenfrucht Gründüngung Gründüngung Gründüngung ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Die Fruchtfolge trägt zur Anreicherung des Bodens mit Humus bei. Gerste) • Brache Das bebaubare Land eines Dorfes war in drei etwa gleich grosse Teile aufgeteilt. Moderne Fruchtfolge Die moderne Fruchtfolge richtet sich vor allem nach Art und Umfang der Ackerkulturen und nach der notwendigen Futterfläche für den Viehbestand. In den futterwüchsigen Gebieten folgt nach Getreide und Hackfrüchten während 2 bis 3 Jahren die Kunstwiese (Klee. Die Fruchtfolge trägt zur Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten und Unkräutern bei./Grasmischung). in der man die Früchte ein Jahr nach dem anderen anbaut. Deshalb war er gezwungen. 4. Dreifelderwirtschaft Schon sehr früh kam die Dreifelderwirtschaft auf. Gerste). Fax: 031 951 81 88.oder Wintergetreide (Sommerweizen. Sommergerste). Schon seit vielen Jahrhunderten beachtet der Schweizer Bauer die Fruchtfolge. 9. 2. Die Fruchtfolge trägt zur Sicherung der Pflanzenerträge bei. Die Fruchtfolge trägt zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei. 3. 6. Jahr Hackfrüchte (z. Jahr Sommer. 12 Lehrer/innen-Handbuch Die Fruchtfolge Fruchtfolge – dieses Wort setzt sich zusammen aus Frucht (das heisst in diesem Zusammenhang Ackerkultur) und Folge.

Die Pflüge unterschied man früher nach ihrer Bauart (z. Tel. Nach neueren Forschungen gab es den Pflug in Mitteleuropa bereits in der Jungsteinzeit (etwa 2400 v.und Ostafrika.Landwirt/in. auch in Nord. Chr. Bei Ausgrabungen in der Bündner Gemeinde Castaneda wurden Pflugspuren gefunden. 3073 Gümligen. Früher wurde der Pflug von Menschen und Tieren gezogen. In Mesopotamien zum Beispiel war der Pflug schon um 3000 vor Christi gebräuchlich. Stabpflug. Internet: www. Hakenpflug. weite Teile Asiens und das Gebiet südlich der Sahara kannten den Pflug dagegen nicht. heute nach ihrer Funktion (z.ch . Ausserhalb Europas wurde der Pflug.B. Bäcker/in KV Nr. im Orient sowie in Süd-. Räderpflug). Heute werden dafür Maschinen verwendet – zum Beispiel Traktoren. die nachweisbar aus jener Zeit stammen.und Zentralasien verwendet.B.: 031 951 41 44. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). vor der Ausbreitung der europäischen Kultur. Müller/in.). Amerika. Fax: 031 951 81 88.brot. Ost. Kehrpflug). 13 Lehrer/innen-Handbuch Der Pflug Der Pflug dient zum Lockern und teilweise auch zum Umbrechen der oberen Bodenschichten.

Das Dreschen des getrockneten Getreides erfolgte durch Schlagen mit Dreschflegeln auf der Tenne (meistens im Winter). zum 19.Landwirt/in. 3073 Gümligen. Häufelrechen dienten zum Anhäufeln der gemähten Getreidehalme. wobei auch diese zuerst noch durch Muskelkraft. die noch unsere Väter und Grossväter benutzten. Verbrennungs. bis diese dann durch Garbenbänder aus Hanf oder Pappe ersetzt wurden. die zugleich zu den ersten Hofmaschinen gehörten. Teil Mit Sicheln und Sensen wurde das Getreide geschnitten. später mit Dampfmaschinen. das Trennen des Korns von der Spreu wurde durch Aufwerfen mit der Wanne im Wind erreicht. Später wurden (und werden in Berggebieten zum Teil heute noch) fahrbare Dreschmaschinen von Hof zu Hof gezogen. Stationäre Dreschmaschinen waren eine Kombination zwischen Dreschmaschine und Windfege und wurden durch einen Göpel angetrieben. dann durch Göpel und später mit Motoren angetrieben wurden. Tel. ist im Landmaschinenmuseum in Toffen (BE) ausgestellt.oder Elektromotoren angetrieben wurden. Müller/in. 14 Lehrer/innen-Handbuch Getreideernte 1. Die Garben wurden zum Trocknen auf den Feldern aufgestellt (Puppen) oder in Berggebieten an hohen Gestellen aufgehängt (Histen). Nur gruppenweise und auf Voranmeldung sind in der «Landtechnischen Entwicklungsschau» an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik in Tänikon (TG) rund 700 Gegenstände im Bereich frühere und heutige Technik zu besichtigen.brot. Um die Wende vom 18. Jahrhundert übernahmen erste Dreschmaschinen die anstrengende Drescharbeit. von Hand oder mit Antraggabeln wurden die kleinen Haufen zu Garben angetragen. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Bäcker/in KV Nr. Fax: 031 951 81 88. welche dort vorerst ebenfalls mittels Göpeln. Internet: www.ch . Hinweis Eine Auswahl an Maschinen und Geräten. Später wurden zu diesem Zweck Windfegen (Röllen) entwickelt. Die Garben selber waren mit gedrehten Bändern aus Stroh gebunden.: 031 951 41 44.

Matra Zollikofen BE ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). 14 Lehrer/innen-Handbuch Getreideernte 2. 11 Strohauslauf Zeichnung: John Deere.: 031 951 41 44.ch .brot. Vertretung in der Schweiz. Internet: www. Teil 1 2 3 4 5 6 7 Haspel Schneidwerk Einzugsschnecke Einzugskelle Dreschtrommel Körnertank Motor 8 Korntankentleerrohr 9 Körnersiebe 10 Die Körner fallen vor allem im Bereich der ersten Hälfte des Körnersiebes auf den Körnerrücklaufboden und gelangen so zur Körnerschnecke und von dort weiter über den Körnerelevator zum Körnertank (6). Müller/in.Landwirt/in. Tel. Bäcker/in KV Nr. 3073 Gümligen. Fax: 031 951 81 88.

Internet: www. Später wurden bis zu 6 Binder im Geleitzug von einem Schlepper über Ernteflächen gezogen.beziehungsweise Senseschnitt zu mechanisieren. Ab 1950 Der Mähdrescher – gezogen oder als Selbstfahrer – wird in Europa zum Sinnbild des Getreideanbaus. Griff und Schaft aus Holz. Etwa 900 vor Christus Bronze wird bei der Sichelherstellung durch Eisen ersetzt. 1968 Der Mähdrescher ist eine Selbstverständlichkeit bei der Ernte von Getreide. Etwa 1600 nach Christus Die Sense gewinnt immer mehr Oberhand. aber auch von Körnermais. 1969 Nach 5000 Jahren Getreideanbau ist die Ernte von Halmfrüchten eine Angelegenheit der Technik geworden. die in den Schaft eingesetzt waren.Landwirt/in. den Sichel. an welches mehrere Sensen montiert sind. Etwa 1860 bis 1900 USA und Australien: Der Mähdrescher als «Erntefabrik» gewinnt auf den grossen Anbauflächen immer mehr an Bedeutung. Danach Durchbruch zur mechanischen Ernte durch Entwicklung des Scherenschnittes (Fingersystem). Etwa 3000 vor Christus Beginn des Getreideanbaus in Europa. 1857 In den USA sind bereits 23 000 Getreidemähmaschinen im Einsatz. 1799 bis 1826 Erste Mähwerkkonstruktionen. Ab 1920 In Europa beginnt die Zeit des Getreidebinders. Ernte mit primitiven Werkzeugen. Sie erlaubt eine grössere Mähleistung. 15 Lehrer/innen-Handbuch Bis der Mähdrescher kam Ein Rückblick auf die Versuche zur Mechanisierung der Getreideernte in den vergangenen 5000 Jahren Die Versuche. Schneidewerkzeuge aus einer Reihe kleiner Feuersteine. Müller/in. 1888 Erster «Selbstfahrer» mit Dampfantrieb in den USA. Die ersten Mähdrescher werden in Europa bekannt. später Dampfmaschinen eingesetzt. Gegenüber der Sichel bringt sie eine grosse Erleichterung. Teilweise mit Holzgriff. 1853 Der Vorläufer des kombinierten Grasmähers mit Getreideablage wird konstruiert. Die folgende geraffte Übersicht dieser Bemühungen gibt uns einen gewissen Einblick in fünf Jahrtausende Getreideernte. die schwere Erntearbeit zu erleichtern. sind so alt wie die Menschheit selbst. Tel. Als Zugkräfte werden Pferde (25 bis 30).ch .: 031 951 41 44. Fax: 031 951 81 88. Allerdings brachte erst das letzte Jahrhundert in dieser Richtung spürbare Fortschritte. Etwa 1500 vor Christus Bronzezeit bringt wichtige Fortschritte in der Sichelherstellung: Klingen werden aus einem Gussstück hergestellt. 3073 Gümligen. Ölfrüchten und Reis.brot. Zuerst Versuche. Bäcker/in KV Nr. Etwa 2000 vor Christus Auf der Iberischen Halbinsel kommt die Sichel auf. 1908 Auch in Europa werden Getreidemäher gebaut. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). 1852 Ein «Mähkreisel» wird konstruiert: ein Rad.

In modernen Getreidesilos können Temperatur und Luftfeuchtigkeit genau und automatisch kontrolliert werden. Brotgetreide lässt sich problemlos einige Jahre lagern. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). 16 Lehrer/innen-Handbuch Getreidesilo Ein Getreidesilo ist ein aus verschiedenen Zellen bestehender Grossspeicher für Getreide. Damit werden Mahlfähigkeit und Qualität des Lagergutes erhalten.Landwirt/in.: 031 951 41 44. Bäcker/in KV Nr. Die Getreide-Einlagerung ist nötig. Ein grosser Teil der Getreidevorräte lagert in den Silos der Handelsmühlen (Pflichtlager). Müller/in. Tel. weil die im Sommer anfallende Ernte nicht auf ein Mal zu Mehl verarbeitet werden kann. Fax: 031 951 81 88. Backmehl ist nur während einiger Monate haltbar. Er wird von oben gefüllt und unten durch eine trichterförmige Öffnung entleert.brot. 3073 Gümligen. Internet: www.ch .

Weil die Römer und spätere Mühlenbauer die menschliche oder tierische Kraft durch das Wasser als Antriebskraft ersetzten. Später kamen Mahlsteine zum Einsatz. Kalk. Das Mahlgut wird durch ein Beuteltuch (H) in Mehl und Kleie getrennt.ch . ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).: 031 951 41 44. Fax: 031 951 81 88. 17 Lehrer/innen-Handbuch Die Mühle In Mühlen werden feste Materialien wie zum Beispiel Kohle. Schema eines mit Wasserkraft betriebenen Mahlganges: Das oberschlächtige Wasserrad (B) – Wasserführung über das Rad hinweg – treibt über ein auf der Welle (F) befestigtes Kammrad (C) das Stockgetriebe (D) an. welches den oberen beweglichen Stein (G) – Läuferstein genannt – des Mahlganges in Bewegung versetzt. Heute werden Walzenstühle benutzt. Für neuere Mühlen wählte man den Standplatz in der Nähe verkehrsgünstiger Orte. Deshalb befinden sich moderne Mühlen öfters an Eisenbahnlinien. Müller/in. In alten Zeiten wurde das Getreide mit Reibsteinen zerkleinert. Tel. Heute wird das Getreide meistens in Getreidetransportwagen der Eisenbahn angeliefert. Grossmühlen im Ausland machen sich auch den billigen Transportweg beschiffbarer Flüsse zunutze. Gestein.brot. Erz. Knochen und Getreide zerkleinert. stehen ältere Mühlen oft an Bächen und Flussläufen.Landwirt/in. Internet: www. 3073 Gümligen. Bäcker/in KV Nr.

Im AbstehWalzenpaare. Im Auftrage des Bundes müssen Sie Pflichtlager halten. tet (Konditionierung). Wasser genetzt. Eisenteile werden vor jeder Verarbeitungsstufe mittels Magneten ausgesondert.brot. pflanzliche und tierische Verunreinigungen ausgeschieden werden. Vor dem eigentlichen Mahlvorgang wird einer sorgfältigen Reinigung des Getreides ausserordentliche Beachtung geschenkt.: 031 951 41 44. Fax: 031 951 81 88. Müller/in. Lehrer/innen-Handbuch . Internet: www. Mehl. LmV = Lebensmittelverordnung Alle Handelsmüller/innen lagern Getreide für den Eigenbedarf.Mahlen Netzen Sieben Mehlsilo Sieben Silo für Nachprodukte Silo Wägen Entstauben Abstehsilo Mahlen Getreidesammelstelle Schälen Bürsten Fremdsamen entfernen (Trieur) Mahlen Sieben Silo für Tagesbedarf Grobreinigung Anlieferung Bahn Landwirt/in. Dazu braucht das Mehl auf Wunsch in getrennt werden können. 18 Annahme Lagerung Reinigung Vorbereitung Mahlvorgang Schematischer Arbeitsablauf in einer Mühle ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Tel.und Nachprodukte/Auslieferung Damit die Schalen (Kleie) Das Getreide wird zu Mehl Die Müller/innen liefern sauber vom Mehlkern vermahlen. es verschiedene DurchSäcken oder lose in Silowird das Mahlgut mit gänge durch mehrere lastwagen in die Bäckerei. Bäcker/in Sieben Entstauben Sackversand Loseversand KV Nr.ch Ca. Gemäss LmV müssen mineralische. In Ackerbaugebieten kann die Mühle auch Getreidesammelstelle sein. 3073 Gümligen. 95% des Getreides erhalten die Mühlen per Eisenbahn. Die Walzensilo wird das Mahlgut für paare lagern in Walzenden Mahlvorgang vorbereistühlen.

Wassermühlen entstanden zu Beginn unserer Zeitrechnung – unter Kaiser Augustus. Jahrhundert begann man Mühlen zu bauen. Im 16.Landwirt/in. Internet: www. Windmühlen gab es in Europa erst gegen Mitte des 11. Beim unterschlächtigen Wasserrad tauchen die Schaufeln ins Wasser ein und nützen die Strömungsenergie des Wasserlaufes. Kleine Mühlenräder haben 3 und mehr Meter Durchmesser. Man unterschied zwischen unterschlächtigen und oberschlächtigen Wasserrädern. ohne grosses Gefälle ins Rad. Gegen die Radmitte zu sind sie mit einem Boden abgeschlossen.brot.ch . deren Grundsystem bis in unsere Zeit unverändert blieb. Der Durchmesser der grössten beträgt bis zu 12 Meter. nicht so sehr als zweckmässige Mahleinrichtung. Tel. Fax: 031 951 81 88. Es hat Zellen. Müller/in. die durch die Seitenwangen und Schaufeln gebildet werden. 19 Lehrer/innen-Handbuch Wasserrad Neben dem Windmühlenrad in windreichen Gegenden (Holland zum Beispiel) ist das Wasserrad die älteste Kraftmaschine. Unten wird es in den Radgraben ausgeschüttet. Doch bis ins vierte Jahrhundert hinein galt die Wassermühle eher als grosse Merkwürdigkeit. Bäcker/in KV Nr. Jahrhunderts. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).: 031 951 41 44. Die gefüllten Zellen wirken durch ihr Gewicht: Das Wasser läuft meistens flach. Im klassischen spanischen Werk der Weltliteratur von Miguel Cervantes – dem «Don Quijote» – kämpft der «Ritter von der traurigen Gestalt» gegen Windmühlenräder. Beim oberschlächtigen Wasserrad fliesst das Wasser von oben auf die Schaufeln. 3073 Gümligen. Das oberschlächtige Wasserrad ist der häufigste Wasserradtyp in unserem Land.

Von einigen Grossbetrieben mit Geleiseanschluss abgesehen. 20 Lehrer/innen-Handbuch Mehltransport Als die Mühlen noch dezentralisiert waren. Dazu werden Mehltransport-Spezialwagen eingesetzt. Internet: www. Doch mit der Veränderung in der Struktur der Bäckereien und den Fortschritten im Waggonbau hat sich dies geändert: Heute kann die Eisenbahn Grossbäckereien auch mit Mehl versorgen. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Fax: 031 951 81 88. Heute werden in modernen Bäckereien mit relativ grossem Mehlverbrauch Silos eingebaut. Ein solches Silo hat ein Fassungsvermögen von mindestens 3000 kg.brot. Tel. Denn nur wenige Bäckereien verbrauchten so viel Mehl. Mehl ist ein leicht verderbliches Transportgut. war die direkte Versorgung ebenfalls gesichert.Landwirt/in. Man begann Getreide mit der Bahn zu transportieren. Denn die Bäckerei verblieb an ihrem alten Standort. Bis Mitte der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts geschah dies fast ausnahmslos in Säcken auf Lastwagen. Jahrhunderts trat dann eine grosse Veränderung ein.: 031 951 41 44. Müller/in. Voraussetzung ist. Doch nun musste auch das Mehl transportiert werden. Lange Zeit transportierte die Eisenbahn kaum Mehl.ch . werden die Bäckereien weiterhin dezentralisiert bleiben. 3073 Gümligen. Bäcker/in KV Nr. In der Mitte des 19. Meistens stand neben der Mühle auch die Bäckerei. gab es keine grossen Mehl-Transportprobleme. Und weil die Mühle im Dorf stand. wodurch der Mühlenstandort an einer Eisenbahnlinie sinnvoller wurde. dass Mühle und Bäckerei über Geleiseanschlüsse verfügen. so dass der Lastwagen das wichtigste Transportmittel für Mehl bleiben dürfte. Der Umschlag erfolgt dann normalerweise pneumatisch. dass diese Transportart sinnvoll gewesen wäre.

Tel. 21 Lehrer/innen-Handbuch Arbeitsgeräte einer Bäckerei um 1850 und heute 1 A B 2 C 7 4 3 F D 5 E 6 8 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Wasserstande Handkübel Teigwaage Ofenwischer Wellhölzer Mehlsack Backschaufel Mehlwanne Teigkörbchen 9 G 7 A Mischgerät zum Temperieren A und Dosieren des Wassers B Verwiegetisch mit elektronischer Waage C Mehlstaubsauger D Teigausrollmaschine E Mehlsilo F Einschiessapparat G Mehlvorratswagen H Teigkörbchen H Zeichnungen © Hermenegild Heuberger. Müller/in. 6133 Hergiswil Abb. Bäckereifachschule Richemont.: 031 951 41 44. Fax: 031 951 81 88. 3073 Gümligen.brot.ch . Luzern ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Bäcker/in KV Nr. www.Landwirt/in.

Das abgebildete Ofenhaus in Salvenach wurde bis 1966 noch rege benutzt.brot. Oberriet SG) ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Tel. Schnittzeichnung durch einen modernen Backofen. Die Backfläche erhitzte man mit brennendem Holz. Gemeindeofenhaus in Salvenach im Kanton Freiburg. das nicht einer natürlichen. Fax: 031 951 81 88.Landwirt/in. Internet: www. In modernen Bäckereien wird der Backofen durch Strom. sondern einer juristischen Person gehört. Bäcker/in KV Nr. Selbstgebauter Backofen. Dann wurde die Glut entfernt und auf der heissen Fläche das Backgut gebacken. 22 Lehrer/innen-Handbuch Backofen In frühester Zeit wurde der Backofen aus Lehmziegeln gebaut. Müller/in.: 031 951 41 44. In verschiedenen Bauernhäusern – aber auch als Backhaus einer Gemeinde – sind Holzbacköfen in der Schweiz da und dort noch erhalten. 3073 Gümligen. (Zeichnung: Kolb Bäckereimaschinen AG.ch . Öl oder Gas erhitzt. Ein Gemeindeofenhaus ist ein Backhaus. Im Haushalt ist der Backofen Bestandteil der Kücheneinrichtung.

Brotvielfalt KV Nr. Glarnerbrot 8. Tel. Bernerbrot 4.brot.und Thurgauerbrot 16. Freiburgerbrot 6. Luzernerbrot 10. Genferbrot 7. Neuenburgerbrot 11.-Galler. Aargauerbrot 2. Zürcherbrot ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Baslerbrot 3.ch . Schaffhauserbrot 14. Bündner Roggenbrot 5. St. Fax: 031 951 81 88. 3073 Gümligen.: 031 951 41 44. Urnerbrot 18. Internet: www. Walliser Roggenbrot 21. Obwaldnerbrot 13.und Zugerbrot (Kopfbrot) 17. Appenzeller. Tessinerbrot 19. Nidwaldnerbrot 12. Solothurnerbrot 15. Jurabrot 9. Waadtländer Kreuzbrot 20. Schwyzer. 23 Lehrer/innen-Handbuch Kantonsbrote 1 2 3 4 5 6 7 11 8 9 10 13 12 14 16 15 17 18 19 20 21 1.

Den Ofen auf 220°C bis 230°C vorwärmen. kühl 5 dl Milch. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Mindestens 90 Minuten stehen lassen. leicht stupfen und in den Ofen schieben. kann man im Backofen oder im Toaster erwärmen. Die Teiglinge mit Plastik zudecken und 30 Minuten gären lassen. nach denen man mit altem Brot schmackhafte Gerichte zubereiten kann. Nach dieser Zeit die Brote leicht mit Wasser bestreichen. Ausserdem gibt es zahlreiche Rezepte – auch aus «Grossmutters Zeiten» –. Vollkornbrot 1450 g Grahammehl 1l Wasser. Der Lagerort sollte trocken. Sodann den Teig in Stücke aufteilen und formen. Die Backzeit für ein 1/2-kg-Brot beträgt 45 bis 50 Minuten. Internet: www. bleibt es ebenfalls frisch. 3073 Gümligen.oder Leinensack. 24 Lehrer/innen-Handbuch Brotrezepte zum Selberbacken Bauernbrot 900 g Ruchmehl 400 g Roggenmehl.: 031 951 41 44. Brot darf nie in geschlossenen Plastiksäcken oder Blechbehältern gelagert werden. Denn dabei wird es schwammig.Brotvielfalt KV Nr. Den Backofen auf 240°C bis 250°C vorwärmen. Brot. Den Teig 90 bis 120 Minuten stehen lassen und während dieser Zeit zweimal überlegen. Bis zum Schluss der Backzeit die Ofentemperatur auf 200°C einstellen. Die Brote mit Plastik zudecken und 20 Minuten gären lassen. Tel. Fax: 031 951 81 88. Den Teig in entsprechende Stücke aufteilen und formen. dunkel 5 dl Wasser. kühl 40 g Hefe (1 Hefewürfel à 40 g) 30 g Salz (2 gehäufte Kaffeelöffel) Den Teig gut durchmischen und kneten. das nicht mehr als frisch empfunden wird. Brotlagerung Brot lagert man am besten in einem Baumwoll. kühl und gut durchlüftet sein. Die Bauernbrote sollen eine kräftige Kruste aufweisen. Auch der alte Brotkasten aus Holz eignet sich gut zur Lagerung. rautenförmig einschneiden und in den Ofen schieben. Die Backtemperatur bis zum Ende der Backzeit auf 210°C einstellen.ch . Ausserdem besteht die Gefahr der Schimmelbildung. kühl 40 g Hefe (1 Hefewürfel à 40 g) 30 g Salz (2 gehäufte Kaffeelöffel) Die Zutaten langsam durchmischen und gut kneten.brot. Brot kann auch tiefgekühlt gelagert werden. Wenn man Brot mit der Schnittfläche auf ein Brett stellt. Nach dieser Zeit die Teiglinge mit Mehl bestäuben.

Fleisch. davon mindestens 1x als Rohkost. die Portionengrössen richten sich nach der körperlichen Aktivität. Mais.5–2 Liter Getränke pro Tag. Gemüse. Fax: 031 951 81 88. Sonnenblumenöl. Rapsöl. Der Körper benötigt 1. Teigwaren). Kartoffeln sollten die Basis der Ernährung bilden. Reis. Olivenöl) pro Tag.Ernährung KV Nr. Mindestens zu jeder Hauptmahlzeit wird eine Portion empfohlen. zusätzliche Fette (Streichfette. Milch. Kaffee). 3073 Gümligen. Kochfette.: 031 951 41 44. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).ch .brot. Hülsenfrüchte Maximal 1 Portion pro Tag. Nüsse 1–2 EL hochwertiges Pflanzenöl (Distelöl.und Milchprodukte 3 Portionen pro Tag. Flocken. Fisch. Getreide (Brot. Internet: www. Körner. versteckte Fette) so sparsam wie möglich verwenden. 25 Lehrer/innen-Handbuch Lebensmittelgruppen Ausgewogene Ernährung auf einen Blick Genussmittel/Extras (Süssigkeiten. Mit Mass geniessen. Öle. Alkohol. Ei. Tel. Früchte 2 Portionen pro Tag. Fette. Salate 3 Portionen pro Tag.

Tel.Ernährung KV Nr.und Ruchbrote enthalten grössere Mengen an unverdaulichen Nahrungsfasern (auch Ballaststoffe ge1 Vitamin B1 = Thiamin nannt).: 031 951 41 44.brot. 3 Vitamin PP = Niacin (oder Nicotinsäure) 2 Vitamin B2 = Riboflavin Zeichne die folgenden Angaben in die Figuren ein: Energie 1/5 Eiweiss 1/4 Vitamin B1 1/3 Vitamin B2 1/8 Kohlenhydrate 1/4 Vitamin PP 1/4 Eisen 1/3 ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Sie vermitteln dem Menschen ein angenehmes Sättigungsgefühl und sind wichtig für die Regulierung von Verdauungsprozess und Stoffwechsel. Fax: 031 951 81 88. Brot ist gesund und sollte bei keiner Mahlzeit fehlen. Internet: www.ch . 26 Lehrer/innen-Handbuch Die Bedeutung des Brotes in der Ernährung Mit 200 g Brot aus dunklen Mehlen kann der Mensch seinen täglichen Nährstoffbedarf wie folgt decken: Vollkorn. 3073 Gümligen.

3073 Gümligen.0 39.: 031 951 41 44.6 8.9 Energiewerte kJ kcal 943 225 1028 246 1074 257 Mineralsalze in mg/100g Eisen Natrium Kalium Calcium Magnesium Phosphor 2.7 Brot aus Halbweiss-Mehl 33.0 1.Ernährung KV Nr.2 Brot aus Ruch-Mehl 35.052 0. Internet: www.0 62. 27 Lehrer/innen-Handbuch Der Nährstoffgehalt unseres Brotes* Brot aus Vollkorn-Mehl Nährstoffe in g/100g Wasser Kohlenhydrate Eiweiss Fett Nahrungsfasern 37. Fax: 031 951 81 88.0 128.6 625.6 168.8 108.0 40.5 6.222 0.099 0.6 1.0 1.0 1.brot.0 240.079 1.0 9.1 196.202 0.4 68.8 25.346 0.7 708. Tel.0 1.0 50.0 54.0 30.3 7.2 2.2 1.1 44.ch .0 Vitamine in mg/100g Thiamin (B ) Riboflavin (B ) Niacin 1 2 0.970 0.094 1.1 739.870 *Stand 1995 ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI).9 147.

ch . 28 Lehrer/innen-Handbuch Pausenbrote Alle diese guten Dinge kannst du zwischen oder auf Brotscheiben legen: Hartkäse Weichkäse Schinken Braten Poulet Speisequark Tomaten Gurke Fenchel Weitere Beispiele Diese Zutaten sind zu vermeiden oder sparsam zu verwenden: Margarine Mayonnaise Fleischpastete Wurstwaren Weitere Beispiele ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Tel.: 031 951 41 44.Ernährung KV Nr. Fax: 031 951 81 88. 3073 Gümligen.brot. Internet: www.

Sauerstoff. Sie sind die Energieträger. Darin ist die in den Nahrungsmitteln selbst enthaltene Fettmenge inbegriffen. Vitamine) aus. 8. Essen und Trinken – Freude am Leben haben Schmackhaftes Essen trägt viel zur Lebensfreude bei. Nicht zuviel – aber vielseitig essen Mit jedem Bissen und jedem Schluck nimmt man Energie zu sich. Der Gesamtenergiebedarf eines Menschen wird im Wesentlichen durch körperliche Aktivitäten beeinflusst. dunkle Brote. Die benötigten Mengen an Nahrungseiweiss sind unter anderem vom Alter abhängig. Ihre Hauptquellen sind Getreidearten. Vitamine. Tel. 9. Doch oft überschätzt man den Kalorienverbrauch durch körperliche Tätigkeit. sind aber lebenswichtig. ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Ein Mangel hat Gesundheitsstörungen zur Folge. denn: «Der Appetit ist oft grösser als der Magen. Der individuelle Energiebedarf sollte sich nicht am Appetit orientieren. • Kombination bei der Nahrungsaufnahme.und Kreislauferkrankungen können die Folgen sein. sondern sind gleichzeitig auch Träger wichtiger Vitamine und Mineralstoffe. umso wertvoller ist das jeweilige Nahrungseiweiss. Zuviel oder zu einseitiges Essen kann auf die Dauer zu Krankheiten führen. Fax: 031 951 81 88. dass vor allem Kohlenhydrate in Kartoffeln und Brotsorten viele Vorzüge gegenüber den Kohlenhydraten zuckerreicher Nahrungsmittel haben: Sie zeichnen sich nicht nur durch bessere Sättigungswirkung aus. Internet: www. Auf die «richtigen» Kohlenhydrate achten Mengenmässig stehen Kohlenhydrate an erster Stelle in unserer Ernährung. Kohlenhydrate. Sie soll auch eine gewisse Zeit vor dem Schlafengehen eingenommen werden.und Hitzeeinwirkung. Je vollständiger die einzelnen Aminosäuren – Baustoffe der Eiweisse – nach Art und Menge dem Bedarf des Menschen entsprechen. Der Wert der verschiedenen Nahrungseiweisse wird durch mehrere Faktoren mitbestimmt: • Herkunft aus tierischem oder pflanzlichem Bereich. Man soll sich beim Essen Zeit lassen.brot. Eiweiss ist lebensnotwendig Ohne Fett und Kohlenhydrate können wir eine gewisse Zeit ohne gesundheitliche Schäden überstehen. weil sie massgeblich am Ablauf der Körperfunktionen und am Aufbau von Knochen und Zellen beteiligt sind. 6. Richtig kochen – bei richtigen Temperaturen garen Zu hohe Temperaturen und zu langes Erhitzen wirken sich nachteilig auf den Nährstoffgehalt (z. Die letzte Mahlzeit darf nicht zu schwer sein. 10. 2. 7. Ballaststoffe und Wasser. Tägliche Nahrungsmenge gut verteilen Beachte folgenden Grundsatz: Das Frühstück ist ein guter Auftakt für den Tag. Genügend Ballaststoffe essen Ballaststoffe sind Nahrungsfasern. Fett.B. Säulen der Ernährung erkennen Eine richtig zusammengesetzte Ernährung steht auf den Säulen • Vielfalt und Mässigkeit. die vom Körper nicht aufgenommen und abgebaut werden. Fettarme Garmethoden sind in jedem Fall zu bevorzugen.» 3. 3073 Gümligen. Herz. Die Nährstoffinhalte der Ernährung sind Eiweiss. Gemüse und Früchte – die man täglich mehrmals essen sollte. Die Hauptnährstoffe Eiweiss. Ohne die ständige Zufuhr von Nahrungseiweiss aber ist Leben auf die Dauer nicht möglich. Sie liefern zwar keine Energie. Fett und Kohlenhydrate sind in unseren Lebensmitteln in grösseren Mengen enthalten. 29 Lehrer/innen-Handbuch Zehn gesunde Ernährungsregeln 1. Diese Energie wird in Kalorien (kcal) oder in Joule (kJ) gemessen.: 031 951 41 44. geringere Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen. Vitamine und Mineralstoffe sind lebenswichtig Diese Nährstoffe sind vor allem Wirkstoffe. 5. Luft-.Ernährung KV Nr. Je nach Körpergewicht und Statur genügen 60 bis 80 g Fett täglich. • Erkennen der Nährstoffinhalte. Müdigkeit.ch . Deshalb müssen diese Stoffe in ausreichenden Mengen mit der Nahrung zugeführt werden. Sie haben aber grosse Bedeutung: Nahrungsfasern beschleunigen den Transport des Nahrungsbreis im Darm und fördern die Entschlackung des Körpers. 4. Deshalb muss die Nahrung in der Küche besonders sorgfältig aufbereitet werden. Zuviel Fett macht fett Fett ist kalorienreich und führt leicht zu Übergewicht – wenn man zuviel davon isst! Stoffwechsel-. Vitamine sind sehr empfindlich gegen Licht-. Man muss wissen. zum Beispiel: mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Mineralstoffe.

ch . Gebäck. 30 Lehrer/innen-Handbuch Nährstoffreiche oder «raffinierte» Nahrungsmittel Am Beispiel des Weizenkorns lassen sich diese beiden Arten von Nahrungsmitteln veranschaulichen.brot. Erdnüsse usw. Fax: 031 951 81 88.und Ballaststoffe. bis Mehl daraus geworden ist. durch die Extraktion des Zuckers aus Zuckerrüben. Internet: www.und Ruchmehl bleiben grössere Anteile der Schale und damit wichtige Nährstoffe wie Eiweiss und Vitamine erhalten.) entstehen ebenfalls Verluste. durch das Auspressen von Ölpflanzen (Oliven. Brot. Mit raffinierten Lebensmitteln hingegen ist die Versorgung oft ungenügend. Mit nährstoffreichen. Der Mensch isst das stärkereiche Korn. • dem eigentlichen Korn (mit seinen verschiedenen Randschichten). Normalerweise essen wir Getreide in verarbeiteter Form: als Mehl. wichtigster «Brennstoff» für die Muskeln Sehr kalorienreiche Energiespender Reis Gerste Haferflocken Butter Margarine Mayonnaise Hirse Maisprodukte Mehlprodukte Speck Rahm Baumnüsse Brotprodukte Kartoffeln Dörrobst Erdnüsse Mandeln Speiseöl ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Pizza. Doch beim Weissmehl gehen rund 70% der Schutzstoffe und praktisch sämtliche Ballaststoffe verloren. Energiespender. Der Keimling und die Randschichten sind reich an Schutz(Vitamine.Ernährung KV Nr. vollwertigen Nahrungsmitteln führen wir unserem Körper die ganze Vielfalt der von ihm benötigten Nährstoffe zu. • dem Keimling. Bei anderen Lebensmitteln ist es ähnlich: Durch das Polieren der Reiskörner.: 031 951 41 44. Aus vollwertigen. Das frisch geerntete Weizenkorn besteht aus • der Schale. Gipfeli. Keimling und Schale werden dabei vom Mehlkörper getrennt. jedoch nicht über längere Zeit haltbaren landwirtschaftlichen Produkten stellen Gewerbe und Lebensmittelindustrie haltbare Nahrungsmittel her. Mineralsalze) und Ballaststoffen (unverdauliche Nahrungsfasern). Teigwaren. Beim Vollkorn. In der Mühle wird das Getreidekorn solange zerkleinert. Tel. Der Rest dient als Viehfutter. Griess usw. 3073 Gümligen. Je nach Produkt enthalten sie mehr oder weniger Schutz.

Tel. so treten Wachstumsschäden auf. Umweltschutz dient unserer Nahrungskette! ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Früchte 1 2 3 4 5 Sauerstoff Kohlendioxyd=CO2 Wasser Mineralsalze Organische Substanzen Nahrungsmittel sind Teil des natürlichen Kreislaufs. natürliche Lebensmittel. Gemüse.ch . dass der Kreislauf nicht durch Verschmutzung oder Schadstoffe gestört wird.Ernährung KV Nr. Fleisch. 3073 Gümligen. Wir brauchen gesunde. Wird dieser unterbrochen oder gestört – zum Beispiel durch Wassermangel oder Luftverschmutzung –. Sie brauchen einen funktionierenden Kreislauf.: 031 951 41 44. Internet: www. 31 Lehrer/innen-Handbuch Die Nahrungsmittel als Teil des natürlichen Kreislaufs Getreide. Milch. Eier. Nahrungsmittel können also nur dank dem natürlichen Kreislauf wachsen.brot. Deshalb müssen wir dafür sorgen. Fisch. Fax: 031 951 81 88.

Und so geht es den ganzen Tag fort. 32 Lehrer/innen-Handbuch Bitte! Man sitzt bei Tisch. Dann weckt sie meine Geschwister. sie seien oben. Unterdessen ist die kleine Luise aufgewacht. Internet: www. Aber das Tor war verschlossen. «verdiene ich schon ein gut Stück Geld.: 031 951 41 44. «arbeitet doch nicht für Geld. Da kam ein Kind und sagte nur ein kleines Wort. «Bitte!» sagte das Kind. Die Mutter antwortet nicht. die erst zwei Jahre alt ist. so wird Vaters Tasche zurechtgemacht und sein Frühstück hineingepackt. 3073 Gümligen. «Ich will Brot!» sagt Lili wieder. Man sah von fern die Blumen blühen und die Springbrunnen springen. Aber die Mutter? – Hat sie nicht gehört? – Sie fängt an und erzählt eine Geschichte: «Es war einmal ein Zaubergarten. Tel. sagte er. damit ich pünktlich wegkomme.» Wie Lili das hört. Da nahmen die Leute Feuer und wollten das Tor verbrennen. Dann macht Mutter die Betten. Mutter muss sie waschen und anziehen. sagte er. verdient freilich viel mehr. Da zerbrach das Beil. die zur Schule müssen. Mein Vater. Eines Tages liess ich mich in ein Gespräch mit ihm ein. «Gib mir Brot!» sagt Lili. Er trug für einen Bäcker die Semmeln aus. «Mutter». Aber wenn sie eben meinten.» «Wieviel verdienst du denn?» fragte ich weiter. Sind sie fort.ch . «Mit dem Austragen». wieviel bekommt der?» «Hundert Mark in der Woche. Da erlosch das Feuer. Da nahmen die Leute ein Beil und wollten das Tor einschlagen. Da wollten die Leute über die Mauern klettern.Mythen und Bräuche KV Nr.» «Und der Vater. «Die Mutter». da wird sie dunkelrot und sagt: «Bitte. «So ungefähr zehn Mark. der in einer grossen Tischlerei arbeitet. Da sah mich der Knabe gross an und fing an zu lachen. und das Tor ging auf.» – «Und was tut denn deine Mutter den ganzen Tag?» fragte ich. und gibt ihnen ihr Frühstück. Die arbeitet doch nur für uns den ganzen Tag!» Wilhelm Raabe ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Fax: 031 951 81 88. sagte der Knabe mit leuchtenden Augen. «die steht morgens als die erste von uns auf und weckt mich. räumt auf und kocht das Mittagessen.» «Und was bekommt die Mutter für ihre Arbeit?» fragte ich zuletzt. und das Kind ging in den Garten hinein. fröhlicher Knabe. gib mir Brot!» Irmgard von Faber du Faur Mutter bekommt kein Geld Auf der Strasse begegnete mir frühmorgens oft ein munterer.brot. da wuchs die Mauer immer wieder ein Stück höher hinauf.

König Magnus ist verblüfft. «Ich heisse Thorfin. Unter den Hufen des Tieres spross es hellgelb auf. über das sie geneigt sass. wurde blassgrün. Bauer!» schrie einer. sprach er. Es genügte ihm. ich hatte geschworen. bricht ein Stück davon und isst es vor aller Augen. diese Fremden in Gefahr zu wissen: Er trat beiseite und gab den Weg frei. die zwischen beiden standen: Thorfin war ein Gefolgsmann des Königs gewesen. ich lüge nicht. Sie blieben am Ackerrand stehen. fragte dann der Fremde und deutete auf den Wald. so müde war er. verbeugte sich tief und nahm die Mütze vom Kopf. und wurde doch verstanden. das Grund zur Flucht gegeben hatte. sie sind hier vorbei. «Thorfin». «Ich habe sie gesehen. Vergebens. das Kind zu töten!» «Gewiss». man verfolge sie. Es war. Er sah eine seltsame Gruppe über den Feldweg herankommen: Ein Mann zog hinter sich her einen müden Esel.» Sie ritten zurück. warteten und liessen den Sämann herankommen. auf welchem eine Frau ritt. der drüben an das Saatfeld stiess. was sie getan hätten. Was diesem Pack nur einfalle. Er betrachtete den Mann.Mythen und Bräuche KV Nr. beschied ihn der Sämann barsch. er stand da. um sogar eine Todfeindschaft zu überwinden? Die Saat erwacht Der Bauer stampfte durch die feuchten Schollen und warf den Sommerweizen aus. bückte sich und leerte den Rest des Saatgutes aus der Tasche in den Kornsack zurück.» «Wann war das? Rede!» «Es war. «Nein». «Auf der Flucht?» wiederholte der Bauer. sagte der Bauer. als schliefen Esel. grün und schoss zusehends in die Höhe. Doch nach dem. Von nun an soll Frieden zwischen uns sein!» Dabei waren es keine Kleinigkeiten.: 031 951 41 44. wogte. Und jetzt steht er schnittreif da. «Wer bist du?» fragt er. den Esel. überrascht aufsehend. kamen berittene Jäger über den Feldweg herangesprengt. Er klettert an Bord und eilt – ohne Blick und Gruss – an den Tisch des Königs.brot. und dort im Wald könnte er sich mit Frau und Kind verstecken.ch .» «Sie haben sich hier vorbeigemacht? Der Weg nach Ägypten führt durch deinen Acker! Lüge nicht!» «Herr. So schnell ging seine Saat auf. 3073 Gümligen. was jetzt geschehen ist. solltest du hinterher niemandem mehr davon erzählen können.» Da wird der König bleich. «He. Er wischte sich mit dem Ärmel den Schweiss von der Stirn und strich mit der andern schweren Hand dem Esel über die Augen. Frau und Kind. reifte. Das Fest fand auf dem Schiff des Königs statt. drehte verlegen die Halfterschnur und sagte. dachte er empört. kommt ein Fremder auf das Schiff zu gelaufen. Es liegt seither ein Segen auf dem Korn. Als die Gäste an der Tafel beisammen sitzen. Er fragte nicht. Zurück. die der Bauer noch nie gehört hatte. blühte. Der Bauer schritt langsam rings um sein Feld und liess die Halme durch seine Hände gleiten. Als die Flüchtlinge droben im Walde verschwunden waren. Traugott Vogel ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). die Frau und das stumme Bündel. Der Bauer sah ihnen nach. Er sprach eine Sprache. – «Bist du der Jarl Thorfin?» – «So nennen mich die Männer. als ich Weizen säte. Ob er quer durchs Feld reiten dürfe. Und als der bei ihnen stand. sie wären auf der Flucht. Doch dann hatte er gegen den König gearbeitet und sogar dessen Verwandten Rögnwald getötet. Internet: www. «hast du einen Nazarener gesehen mit Weib und Kind auf dem Esel? Der König befiehlt. Leute. wurde gelb und knisterte in der Sonne. 33 Lehrer/innen-Handbuch Brotbrechen König Magnus der Gute hatte zu einem Mahl geladen. Tel. konnte der Eseltreiber nicht gleich reden.» «Als du gesät hast? So lange ist es her? Dann holen wir sie nicht mehr ein. Gewiss. wenn wir uns jemals treffen würden. Fax: 031 951 81 88. Hier nimmt er ein Brot. die Jagd ist aus. einem im Frühjahr mitten durchs frisch bestellte Feld stoffeln zu wollen! – Aber der Wanderer mit dem Esel wich nicht. die ein Wickelkind im Arme trug. Was war geschehen. Josef zerrte sein Tier in die Schollen und überquerte das Feld. kann ich dich unmöglich töten lassen.

stellte richtig den Korb hin und bückte sich nach dem Hasen. Dort pflügten eben Bauern. so haben wir Riesen auf dem Berge nichts zu essen. und der Fuchs bellte ihm nach wie ein böser Hund an der Kette. die jetzt auch nicht viel zu beissen haben. «Ei. denn Hasenbälge geben Handschuhe. das war ihr etwas Neues. der eben zufrieren wollte.brot.: 031 951 41 44. «Mir ist der Bauer kein Spielzeug». der alle viere von sich streckte. Als sie nun in die Nähe eines kleinen Weihers kamen. Vater. «mir schnurren alle Gedärme zusammen. Fax: 031 951 81 88. Der Ritter sass gerade an dem grossen Eichentisch.Geschichte KV Nr. tat sie einen Schritt und war oben. «Weisst du was». dass du murrst. Jetzt wischte der Fuchs hervor. «Was hast du so Zappeliges darin?» fragte er. die Riesen waren. warte nur. Da wo der Fels steil ist. wohnten vorzeiten Ritter. Geh nur gleich und trag’s wieder hinab ins Tal!» Das Fräulein weinte. sprach der Fuchs. wie die grossen Herren! Hänge deinen Schwanz ein wenig ins Wasser. als sich die kleinen Wesen hin und her bewegten. eine nach der andern. fiel hin und stellte sich tot. Einmal ging das Riesenfräulein ins Tal hinab. so werden die Fische. frass die Semmeln vor des Fuchses Augen ganz gemächlich. dass er sie allein fressen wollte. «lege dich hin der längelang und stelle dich tot. Er ging hin an den Weiher.» Darauf nahm sie eins nach dem andern heraus und stellte es auf den Tisch. Es war Winterszeit. schaute zu. bis es auftaut. Nun lief sie vergnügt den Berg hinauf dem Hause zu. Vor dem Wald lag ein Acker. Sie wollte sehen. die Semmeln zu teilen. warte nur bis ins Frühjahr.» Brüder Grimm Der Hase und der Fuchs Ein Hase und ein Fuchs reisten beide miteinander. Da nahm der Hase den Semmelkorb. uns zum Troste. den Pflug und die Bauern mit den Ochsen. das ist kein Spielzeug. der Geruch von frischen Semmeln. Dann strich sie mit der Hand über den Acker und wischte den ganzen Zug in ihre Schürze. wenn wir uns eine Mahlzeit Fische verschafften? Wir haben dann Fische und Weissbrot. es half aber nichts. und ich möchte meine eigenen Löffel fressen. die Ochsen und die Leute voll Bewunderung. bis es auftaut!» und lief davon. die auf einem hohen Berge liegt. wenn ich damit ins Maul langen könnte. Tel. Die Riesentochter betrachtete den Pflug. er schnappte den Korb und strich damit querfeldein. Der Vater aber sprach: «Kind. und sagte zum Fuchs: «Warte nur. «Ei». als sie eintrat.» So hungrig trabten sie miteinander fort. und eine kleine Weile. So was Schönes hab ich mein Lebtag noch nicht gehabt. sich daran hängen. und der Fuchs duckte sich hinter eine Windwehe von Schnee. Packe alles sachte wieder ein und trag es an den gleichen Ort.ch . dass kein Mensch hinaufkommt. «Das ist ein hungriges Wetter». Derweilen erwische ich den Semmelkorb.» «Jawohl». und hängte seinen Schwanz hinein. ehe der Weiher zufriert!» Das leuchtete dem Fuchs ein. mein Kind. Das trug einen Handkorb. Internet: www. Das Mädchen kam. Gleich war der Hase lebendig und folgte eilend seinem Begleiter. lachte und klatschte vor Freude in die Hände. «die Freude schaut dir aus den Augen. sprach der Fuchs zum Hasen. Das Mädchen wird seinen Korb hinstellen und dich aufheben wollen. und aus dem Korb kam dem Fuchs und dem Hasen ein angenehmer Geruch entgegen. sah den frischen Hasen. Dieser aber stand gar nicht still und machte keine Miene. grünte kein Kraut.» Sie öffnete geschwind die Schürze und liess ihn hineinblicken. Das vermerkte der Hase sehr übel. sprach der Hase zum Fuchs: «Wie wäre es. Ludwig Bechstein ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Sie lief herum. «Es ist überall Dürrhof. um deinen armen Balg zu gewinnen.» Sie ging hinzu. sondern liess merken. «Ich leide es nicht. was bringst du?» sprach er. «Ei. Baut der Bauer den Acker nicht. kniete nieder und breitete ihre Schürze aus. Da sahen sie von weitem ein Bauermädchen kommen. und auf dem Felde kroch weder Maus noch Laus. 3073 Gümligen. antwortete der Hase. so war der Schwanz des Fuchses fest angefroren. sagte der Ritter ernsthaft. wie es da sei. Eile aber. 34 Lehrer/innen-Handbuch Das Riesenspielzeug Auf der Burg Nideck im Elsass. ein gar artiges Spielzeug.» Der Hase tat nach des Fuchses Rat. wo du’s genommen hast. sprach sie. «das nehm ich mit.

Da ward der Meister zornig und sprach: «Dass dich der Kuckuck hole! Was hast du da gebacken?» Eulenspiegel sprach: «Was Ihr mich geheissen habt. der rief ihn in sein Haus und fragte ihn.» Als er nun zwei Tage bei ihm gewesen war. Das ward dem Bäcker kund getan. hiess ihn der Bäcker auf den Abend allein backen.» Der Bäcker sprach: «Was soll ich mit dieser Narretei tun? Solch Brot ist mir zu nichts nütze. Internet: www. Tel. sondern lauter Eulen und Meerkatzen. Eulenspiegel sprach: «Ja. Den verdross es sehr. 3073 Gümligen.» Und er griff ihn am Hals und sprach: «Bezahle mir meinen Teig!» Eulenspiegel sprach: «Ja. was du backen sollst? Was pflegt man denn zu backen. Eulen oder Meerkatzen?» und ging damit schlafen. was soll ich denn backen?» Der Bäcker war ein spottlustiger Mann. Da ging Eulenspiegel hin und stellte sich mit seiner Ware vor die Kirche. 35 Lehrer/innen-Handbuch Eulenspiegel als Bäcker Eulenspiegel kam einst nach Braunschweig zu der Bäckerherberge. Und es war an der Zeit.» Der Brotbäcker sprach: «Ich habe eben keinen Knecht.Geschichte KV Nr. dass am andern Tage Sankt Niklas war. was für ein Gesell er wäre. die davon gebacken ist?» Der Meister sprach: «Was frag ich nach solcher Ware? Eulen und Meerkatzen dienen mir nicht für meinen Laden. und der Bäcker hatte das Nachsehen. Er verkaufte die Eulen und Meerkatzen alle und löste viel mehr Geld daraus. Da wohnte ein Bäcker nahe dabei.brot. Fax: 031 951 81 88. Er sprach: «Ich bin ein Bäckerknecht. als er dem Bäcker für den Teig gegeben hatte. Aber da war Eulenspiegel schon hinweg mit dem Gelde. willst du mir dienen?» Eulenspiegel sagte: «Ja. die ganze Backstube voll. fand er weder Wecken noch Semmeln. soll dann die Ware mein sein. Der Meister stand des Morgens auf und wollte ihm helfen.» Also bezahlte Eulenspiegel dem Bäcker seinen Teig und nahm die gebackenen Eulen und Meerkatzen in einen Korb und trug sie aus dem Hause in die Herberge «Zum Wilden Mann».ch . wenn ich Euch den Teig bezahle. und er sprach im Scherz: «Bist du ein Bäckerknecht und fragst erst. Volksmund ©Dokumentationsstelle der Schweizerischen Brotinformation (SBI). Und da er in die Backstube kam. ich kann es nicht zu Geld machen. und er lief vor die Sankt Niklaskirche und wollte ihm auch die Kosten für das Holz und das Backen abfordern. und buk die.: 031 951 41 44. Eulen und Meerkatzen. Da ging Eulenspiegel in die Backstube und formte den Teig zu lauter Eulen und Meerkatzen.

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