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Universität in Belgrad Philologische Fakultät

27.05.2009.

Seminararbeit Deutsche Literatur 1

Das Weiblichkeitsbild in Sophie La Roches „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“

Leiter: Mr. Miodrag Vukčević Ivana Vasilić 080700 2 .

................5 5......... Die Ehe als Joch und Leiden aus der Perspektive der Frau..............................................................Inhaltverzeichnis 1............2 3.....................................................8 Literaturhinweise..................10 3 ...................................................................Weibliche Bildung im 18......................Fräulein von Sternheim und Frau C-...............................Zusammenfassung..3 4..................................6 6.................“übende Tugend“-Wohltätigkeit und soziale Aktivität der Heldin................................................................Tugend und Geschicklichkeit des Fräuleins von Sternheim........................................................Jahrhundert und beim Fräulein von Sternheim..................7 7........................................................................................Einleitung........ Unabhängigkeit der Heldin...............................................................................................2 2..

. 2. Frauen am Hof konnten sich ausbilden. Adelstöchter konnten Klosterschulen besuchen oder privaten Unterricht am Hof haben. Sie lernt so alles. was man zur damaligen Zeit als moralisch richtig ansieht und das. war die Bildung den Frauen kaum erreichbar. Frauen heutzutage sind emanzipiert. womit sich die Frauen dieser Zeit 4 . die ihr als einer Frau von der patriarchalischen Gesellschaft aufgezwungen sind. geboren. lassen sich weder unterdrücken noch in eine Rolle hineinpressen. Damit stellt sie das Frauenideal des 18. Sie musste immer wieder lustig. Und eine gute Glegenheit für Vermählung.Weibliche Bildung im 18. vernünftig. vor allem durch die Lektüre von Büchern. witzig.Einleitung In der heutigen Zeit ist es unvorstellbar. Literaturwissenschaftler bezeichnen diesen Roman als Vorläufer von Goethes Werther – und Goethe selbst urteilte: „das ist kein Buch. Sie hat die Weise gefunden.nur für die Jungen. Jahrhundert gab es nur sehr wenige Frauen. sondern um für Unterhaltung an abendlichen Festen bereit zu sein. Sophie La Roche war eine dieser Frauen. das ist eine Menschenseele“. Das Klischee „die Frau habe zu Hause am Herd zu stehen und sich um die Kinder zu sorgen“ scheint zumindest in unserer Gesellschaft langsam zu verblassen.Jahrhudert dar. um ihre Rolle in der männlichen Geseschaft einzunehmen. zu einer tugendsamen Frau erzogen. Literatur. aber eine öffentliche Schule für Mädchen gab es nicht. Jahrhundert vorliegend ist. um ihr selbst zu helfen. der das Wohl der ärmeren Bevölkerung sehr am Herzen liegt. Sophie von Sternheim wurde als Tochter des Obersten von Sternheim. Hier scheint die Figur des Fräuleins von Sternheim. aber das war mit bestimmten Absicht. Berufsbildenede Schulen gab es im damals nicht für Mädchen. die als erste deutsche weibliche Autorin im Jahr 1771 mit ihrem erfolgreichen Roman „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ eine ganz neue literarische Wendung zu Gunsten des weiblichen Geschlechts in Gang setzte.1. sittlicher Besieger in den Rahmen der engen Gränzen dieser abolutistischen Gesellschaft zu sein. Vor nicht allzu langer Zeit war dies jedoch noch unvorstellbar. Diese Erziehung und Bildung bekommt sie nur dafür. Früh verlor sie ihre Mutter und wurde von ihrem Vater. Bürgerliche und armere Mädchen hatten keine Gelegenheit sich auszubilden. die im 18. sich eine Gesellschaft ohne Frauen vorzustellen. Jahrhundert und beim Fräulein von Sternheim Rücksichtlich auf die untergeordnete Position der Frauen. die gegen manche Normen. einem bürgerlichen Mann. freundlich sein. Politik und Wissenschaft werden mehr denn je vom weiblichen Geschlecht geprägt. Bis ins 20. Medien. der erst später für seine Verdienste geadelt wurde. und der Schwester des Baron von P. Sie entscheiden frei und unabhängig. Wieder die Frau macht das nicht für sich selbst und für eigene Vergnügung. auszukämpfen gelingt. die sich gegen ihre unabhängige Rolle als Frau wehrten.

und dieser die schickliche Austeilung derselben aufgetragen.die Unterricht schließt nur die Grundkenntnise ein.und Gartenmägden. Seite 238 2 Kindlers Neues Literatur Lexikon.. Weitere Ausbildung. 1. wie ihn Sophie von Sternheim sowohl durch ihre caritative Tätigkeit wie auch schließlich als Gattin und Mutterausfüllt: Die Natur selbst habe. gutherzige Geschöpfe bildete ich zu Kinderwärterinnen. unter dem name Madam Leidens. Aber. An diesen gelernten Werten hält sie auch in späteren Lebenskrisen fest.nachdenkende und fleißige Mädchen zu Köchinnen und Haushälterinnen. Aber. Haushälterinnen werden. Seite 20 5 . München. ein Gesindhaus zu stiften. Band 10. kammerjungfer.die Frau zärtlich gemacht. Später setzt die Heldin sich. Durch ihre Wissbegierde und ihre moralischen Tugenden der ärmeren Bevölkerung gegenüber wird ihr das ansonsten sehr einfache Landleben nie langweilig und sie genießt auch im Verlauf ihres Lebens immer wieder das ländliche Idyll. diese mit rührenden Tränen bewffnet. nach der Tod ihrer Eltern. 1996. Die Mädchen können nur Kinderwärterinnen. in Beleidingungen jenen mit Zorn. herausgegeben von Walter Jens. ging zu ihrer ferner Verwandtschaft in der Hauptstadt. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. will sie nicht weitergegeben.die arme Mädchen besuchen könnten. Studienausgabeb La-Ma. hat sie nicht mit reinem Absicht eingeladen. und 4. Stuttgart 1983. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. das der Roman entwirft. worin arme Mädchen zu guten und geschickten Dienstmädchen gezogen würden? Ich wollte an meinen dreizehn Schülerinnen die Probe machen. Küchen.die Anlage zu Witz.“2 1 La Roche.geschickt beschäftigten. 2. “1 „Das Bildungngsideal. Philipp Reclam jun. sondern sie hatte vorher ersinnter Plan.den Mann heftig.. verlegt bei Kindler. in der Leidenschaft der Liebe. ihre Tante.die letzte Klasse von dienstfähigen zu Haus-.und teilte sie nach der Anlage von Geist und Herzen in Klassen.Sanfte. Gräfin Löbau. Die Heldin selbst. die Frau Sternheim enthalten hat. für Bildung der Frauen. schreibt der Frau einen eng umgrenzten Tätigkeitsrahmen vor. ist eine Frau als Instrument in den Händen der anderen gesehen. Und hier auch.. und Geschickte Finger zur Kammerjungfer 3. Sie möchte eine Schule begründen. „ Könnte itzt nicht meine kleine Mädchenschule der anlaß dazu werden.im häuslichen Leben jenem die Sorge für die Mittel der Familie zu erhalten. Sie möchte ihr kein neues Heim geben. unsere Heldin dem Landesherrn als Mätresse zuzuführen.

Studienausgabeb La-Ma. starb baldauch. Darstellungen und Interpretationen herausgegeben von Manfred Kluge und Rudolf Radler. Macht. eingeleiten. Band 10. daß Tugend und Geschicklichkeiten auf dem wege zu vernunftgenäßer Lebensführung das einzige wahre Glück bedeutet. Ihre Tante möchte sie nur auszunützen. „Am abolutistischen Hof eine Scheinwelt von Koruption und Opportinismus existiert. Sie muss allein eigenen 3 Hauptwerke der deutschen Literatur. Barbara erzogen wurden (.. 1974. Intrigen. und damit ihre beispielhafte Tugend zu demonstrieren.”5 Sophie verabscheut Umgangsformen und höfische Pracht.3. Verführung. Luxus. Seite 20 6 . die „Geschichte des Fräuleins von Sternheim” ist die Frucht des größten Unmuths. herausgegeben von Walter Jens. Ihrer Vater starb.die sie mit Hilfe ihrer inreren Werten bestehen wird. Seite 363 5 Kindlers Neues Literatur Lexikon. Seite 128 4 La Roche. “4 In die Geschichte wird ein fiktiv Ezähler. ohne einigen väterlichen Schutz. welche durch Zwang der Umstände in Straßburg bei St. Rosina. Das Leben in Sternheim am Hof durch leere Vergnügungen. moraliche Verderbtheit ausgezeichnet.“3 Die Erziehung einer fiktiven Tochter soll als Legitimation der weiblichen Kreativität dienen: „ Mein erster Versuch. Sie besitzt wunderbare innere Tugenden und sie ist religiös und stark pietistisch erzogen.. welchen ich damals empfinden konnte. München. verlegt bei Kindler. La Roche hat ihr als eigene fiktive Tochter gesehen.) Doch ich wollte nun einmal ein papiernes Mädchen erziehen. Ich trennte mich ungern von meinen beiden Töchtern. Geld. Philipp Reclam jun. deren Ziel die Protagonistin auf rechten Weg zurückzubringen ist. Spiel. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. und da half mir meine Einbildungskraft aus der Verlegenheit und schuf den Plan zu Sophies. München. Die Romanhandlung setzt die Heldin auf eine Probe. Stuttgart 1983. Ihre Tugenden sehen wir am besten im Gegensatz zum Leben am Hof in ihren Briefen an Feundin Emilia. Sophie von Sternheim verkörpert eine bürgerlichen Tugendheldin.. 1996. Sophie tritt in die strenge höfische Welt als ein Waise. beabsichtigte die Autorin mit ihrem Werk erziherische Wirkungen: In all ihrem unverschuldeten Unglück muß Sophie von Sternheim die Erfahrung machen. der Pfarrer. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. „ Der Tadition der Aufklärung folgend. väterlich gesinnte Onkel war fern in Italien. der väterliche Haltung gegen Sophie hatte. weil ich meine eigene nicht mehr hatte. was eine deutliche erzieherische Absicht bezeichnet. Festlichkeiten.Tugend und Geschicklichkeit des Fräuleins von Sternheim Die Figur der Heldin ist als ein Frauenideal dargestellt. verlegt bei Kindler.

Sie hat erlaubt. sondern für andere da ist. In diesem Moment. Sie st keine passive. sind die Weise unsere Tugenden.Weg finden und wichtige Entscheidungen bringen. von einem ängstlichen Bemühen um die eigene Reinheit und Tugendhaftigkeit zum tätigen Leben. ist die tiefste Punkt ihrer Täuschung. Am Ende. und wenn ihre Bücher weggenommen wurden. gibt den Familien Almosen. Der innere Gang der Sophie von Sternheim führt von der Eigenliebe zur Nächstenliebe. sich selbst zu helfen. beachtet Lord Rich die Frau von Sternheim mit Bewunderung.um dem Elend entkommenn zu können. die ein weibliches 6 La Roche.“6 In dem La Roches Weiblishkeitstypus macht sich der Normverstoß ebenfalls bemerkbar. Personen und ihre eigene Empfindungen einschätzen. als Madam Leidens. narzistische. Bei Sophie haben sich die “übende Tugend“ allmählich entwickelt. Stuttgart 1983. die sie brauchen. 347 7 .. nach eine Reihe uneigennütziger Taten kommt sie zur Erlösung. mit Lord Derby eine Ehe einzugehen und so sich vom Hofe zu entfernen. schreibt sie noch fleißiger die Brife. Sie hat die Wohltätigkeit als einige Weise sich selbst zu retten. wohin der Lauf des Lebens sie führt. Seite 346. zeigt sie sich als das echte Urbilf des wahren weiblichen Genies. hat sie sich selbst geholfen. Ihre Schönheit ist eng mit den “übenden Tugenden” verbunden. und deswegen sich bedauert. Ihre Entscheidung. Das ist die Bedeutung des Begriffs “übende Tugend”. Unter neuem Namen. ensagt sie allem Glanz und verzichtet auf Einnahme ihren Gütern. Erst nach längerer Zeit. dass mit ihr wie mit einem Instrument behandelt wird und damit ihre Tugend gefährdet hat. lehrt die armen Tagelöhner. und sogar übernimmt die Mutterstelle dem unehelichen Kind ihres Verführers nach dem Tod der Mutter des Kindes. Es ist nicht genug die Tugenden zu besitzen. und der übenden Tugenden ihres Geschlechts. selbstgenügsame “schöne Seele”. als ein echtes Bild des weiblichen Genies und der übenden Tugenden. “übende” Tugend-Wohltätigkeit und soziale Aktivität der Heldin Liebe und Sorge nach dem Nächsten. die nicht um ihrer selbst willen. „ Die anbetungswürdige Frau! In allen Gelegenheiten. Am Hof ist sie immer in einer Arbeit. Sie liest. zu zeigen. macht die Handarbeite. stellt sie jemand dar. Indem sie anderen hilft. der viele Fehler gemacht hat. Philipp Reclam jun. 4. zu einer Tugend. Das ist ein eminent christliches Thema in protestantischer Dichtung. gute Taten für andere Leute und Hilfe deren. Sie gewinnt das Vertrauen ihrer Bewacher. erziehet deren Tochter zum Kammermädchen. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. in allen Stellen. Sie muss die Umstände. die wir besitzen. Sie in ihrer Slebstgewißheit und Naivität das leere Hofleben nicht durchschaut hat. sie müssen gezogen weden.Sophie La Roche ist nicht die erste Schriftstellerin.

In Geschichte des Fräulein von Sternheim prägt nicht nur das vorbildhaft leidende Bild der verführtenUnschuld die Gestaltung der Heldin. in denen Heldinen beispielhafte moralische Wunschvorstellungen vertreten:Samuel Richardsons „Pamela“ (1740) und „Clarisa Harlowe“ (1741)..].. Ihr aktives und selbstbewußtes Handeln unterscheidet sie hauptsächlich von anderen empfindsamen Heldinen und prägt sie als individualisierter Charakter innerhalb der festgelegten Weiblichkeitsschablonen. Die ganze physikalische Welt bleibt diesen Pflichten getreu [.. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim.ohne Möglichkeit zurückzugehen. Philipp Reclam jun. „. weil diese Empfindsamkeit für das Wohl und Elend unsers Nebenmenschen die Triebfeder der Wohltätigkeit ist. Richardson. daß wir nach dem Ebenbild unsers Urhebers geschaffen sein. nur die Menschen arten aus. 8 . ihren Lebensweg zu schildern.. indem sie ihre Kinder gelehrt hat.Fräulein von Sternheim und Frau CDie wichtigste Entscheidung im Leben der damaligen Frauen war die Verheiratung..]. und die Erde durch Lockernheit fruchtbar zu erhalten [.Die Ehe als Joch und Leiden aus der Perspektive der Frau. Im Gegensatz zu ihren Zeitgenossinen überwindet Sophie von Sternheim ihr Unglück durch soziale Aktivität und Wohltätigkeit. Seite 214 . das trotz schwerer Schicksalsschläge an seiner Tugendhaftigkeit festhält und am Ende mit einer glücklichen Ehe belohnt wird. Sie ließ sich verführen. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. „worin arme Mädchen zu guten und geschickten Dienstmädchen gezogen würden“7. Die Fräulein von Sternheim hat trotz ihren Tugenden Falsche Eintscheidung gemacht. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim.. Das kleinste Sandkörnchen erfüllt seine Bestimmung wohltätig zu sein.. 7 La Roche. und löschen dieses Gepräge aus . in einer Scheinehe mit Lord Derby eingetreten hat und bald verlassen worden ist. Mitte des Jahrhunderts häufen sichWerke. so der Schöpfer allen Kreaturen der Körperwelt eindrückte. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. weil die Gesellschaft ihnen als einziger Lebenszweck die Rolle der Gattin und Mutter angezwungen hat. Besitz oder Macht. Die Heldin möchte ein Gesindhaus begründen. Stuttgart 1983.]. Sie hat den armen Familien geholfen. ein Gepräge. der einzigen Eigenschaft. Durch ihre soziale Aktivität und Wohltätigkeit macht sie das Gute zu anderen und gleichzeitig macht sich selbst mehr würdig. Diese Werte sind nicht Reichtum. „Das Leben der Schwedische Gräfin“ (1747-48) von Christian Fürchtegott Gellert oder „La Nouvelle Héloïse“ (1761) von Jean-JacquesRousseau.“ 8 6. Das verführte Mädchen. Gellert und Rousseau hatten die „verführte Unschuld“zum Leitmotiv des Briefromans gemacht. Philipp Reclam jun.. aber gewiß echtes Gepräge dieses göttlichen Ebenbildes mit sich führt. Ihre soziale Erfahrung trägt auch dazubei. [. Seite 238 8 La Roche..Idealbild zu entwerfen versucht. welche ein zwar unvollkommenes.. Es sind sozialle Werte in der Gesellschaft. Stuttgart 1983. Die Verheiratug in dieser Zeit wurde gar nicht leicht verstanden. findet sich bei La Roche nicht passiv mit ihrem Schicksal ab.weil die Wahl lebenslang war.

Jahrundert war die Zeit der absolutistischen.Unabhängigkeit der Heldin 18.Alles wird von Frauen finaziert. der Fürst und Lord Seymor. aber mein Nacken ist von dem ersten Joche so verwundet worden. Ihre Bilding und damit Wertsystem und Oritierung waren von den Männer in ihrem Leben abhängig. Fräulein von Sternheim. Sie hat so viel in ihrer vorigen Ehe. ob sie unwahre Gründe gebracht hat. und Witwin von C-. auf welcher Grund sie ihren zukünftigen Mann verkennen kann.wosie wohnt. weil sie wegen der falschen Entscheidung über ihre Verheiratung und wegen Liebe viel gelitten hat. Stuttgart 1983.dem Ehemann. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino.zu überzeugen. Sie haben alles in ihrem Namen entschieden. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim.dass sie eigentlich glücklich sein kann und jemandem auch glücklich machen.wen sie heiratet. aber sie fragt sich am Ende des Briefs. Stuttgart 1983. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino.und Nachteile der Verheiratung werden ausgesetzt.Wieviel das für die Frauen schwere und delikate Frage war. im Zusammenhang der Position der Frau im 18.es dünkt mich: daß ich unrechte Ursache hasche.h. d. Im ersten Teil des Romans. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. Die Ehe erlebt sie nun als Ketten und Fesseln. Männer bestimmten alles.Jahrhundert.die Heldin war von drei Männern und von ihren Beziehungen mit ihnen abhängig: Lord Derby. als sie sich mich abschildern. mit wem sie verkehrt. Madam Leidens lebt und handelt in einem von 9 La Roche.. Frau Cmöchte keine Liebe. was sie liest. daß mich das leichteste Seidenband drücken würde.den Verlobten. „Sie haben mein Herz in die äußerste Verlegenheit gebracht (sagte sie mit Tränen) aber meine traurige Erfahrung empört sich wider jede Idee von Verbindung. Philipp Reclam jun. „.Tugenden und größre Erfahrung an. hat ihre Selbstständigkeit bezogen.das im keinen Sinn von Männern abhing. finden wir auch in der La Roches Biographie.. Frau war nur das Instrument in ihren Händen.vom Vater.. Reale gesellschaftliche Umstände. patriarchalen Gesellchaft. Sie streicht der Frau C. Seite 258 9 . wo Vor. Sie hat dem Derby das Geld und die Geschenke zurückgegeben und ist aud der Gesellschaft verschwunden. dass sie durch das wieder nicht durchgehen möchte. die sie in allem Sinne bannen. Im zweiten Teil des Romans sie ist von Männern unabhängig. die erlöschen wird. wo ihre Kinder erzogen werden.ohne Vermischung eigener Empfindingen zu beraten. männlichen. Sie versuchen die Frau C. Madam Leidens versucht Frau C. Philipp Reclam jun. Seite 258 10 La Roche.Die Begründung eines Mädchenhauses. die schnell verblassen wird oder keine Leidenschaft.“10 7. ich wünsche diesen Männern würdigere Gattinnen. “ 9 Dabei ist die Heldin auch sehr bestürzt. bemerkt man beim Gespräch zwichen Madam Leidens..

wie die Männer. Stuttgart 1983 Seite 210 10 .“11 Deswegen werden Männer und Frauen nie egal. herausgegeben von Barbara BeckerCantarino. die Heldin erhaltet. „Wahr sei es.dass die Heldin die Selbstständigkeit im geselllschaftlichen Sinne besitzt. Philipp Reclam jun. Sie besitzt Elemente der durch Wissen erworbenen Selbständigkeit. Sophie von Sternheim besitzt einen geschulten Verstand und verfügt über weitreichende Kenntnisse im Bereich der Wissenschaften. Im Gegensatz zu den pädagogischen Thesen Rousseaus ist die Erziehung der Heldin nicht nur auf den Mann ausgerichtet.. Unter dem Namen Madame Leidens gründet sie eine Mädchenschule. etwas was einfach mit der ganzen Geschichte von einer unabhägigen. gebildeten Frau. daß im Gegensatz zu ihnen die Heldin La Roches sowohl wirtschaftlich als auch privat unabhängig ist. Dabei ist sie von ihm finanziell und gesellschaftlich unabhängig. und Sophi ist keine revolutionäre Klassenkämpferin. können sie die Mägde zum Adel werden. der er schätzt und anerkennt. Jahrhunderts. die Kenntnisse nicht weitergibt.. der schwedischen Gräfin oder der Nouvelle Héloise vergleichen.Aber. die andern Frauen das gleiches zu erreichen helfen möchte. Er findet sie einer selbstständigen Person und einem Menschen. der die Rolle als echter Freund und Berater hat. sondern wird primär als Selbstzweck angesehen. Die Literatur ist immer das Bild der gesellschaftlich-historischen Umstände.Zusammenfassung Es ist fraglos. Am besten. starken.. es gibt etwas was wie ein Mangel vorkommt. dass Männer und Frauen gleiche Bedarfe an Kentnis und Bildung haben. Sie selbst behauptet. Es kommt in die Frage. an alle Tugenden und an alle Kenntnisse hätten. Ihre Autonomie spiegelt sich in der Initiative. Lediglich erscheint Prediger B. einen eigenen Erziehungsplan für Arme zu entwickeln. Sophie musste hier sich als Schrifftstller schützen. Die Natur habe die Anweisung hiezu gegeben (. welche die Ausübung derselben befördert. stellen wir fest. den Geist aufklären oder die Empfindungen und Sitten verschönern. daß wir überhaupt gleiche Ansprüche. Wenn wir Fräulein von Sternheim mit Frauengestalten wie Pamela. 8. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. aber es gibt bestimmte Abteilung in der Natur und man kann sie nicht umgehen. aber daß immer in der Ausübung davon Verschiedenheit des Geschlechts bemerkt werden müsse.Frauen betimmten System. Also die Idee über eine Mädchenschule ist nicht entworfen. In Herkunft..). die hier auch nicht umgegangen werden können. wie es vorher bemerkt wurde. die zu ihrer Perfektion beibringt. gewinnen können. nicht anpassen. so dass die Mädchen weitere Bildung. Ihr Weiblichkeitsbild sollte in der 11 La Roche. ohne mit diesen zu glänzen oder gar als Konkurrentin des Mannes aufzutreten. der Mann ihrer Freundin Emilia. Erziehung und Bildungsweg der Heldin zeichnet La Roche schon zu Beginn des Romans das bürgerliche Ideal einer an Geist und Herz gebildeten Frau des 18. warum Sophie von La Roche ihre Heldin so gestaltet hat.

die Autorin riskiertn auf ihrer eigenen Emantipation zu verlieren. Das ist ganz verständlich. Literaturhinweise 11 .Jahrhunderts charakteristisch ist.Jahrhundert. Durch den Verzicht von der ganzen Emantipation ihrer Heldin.weil Patriachalism in unserer Gesellschaft so tief eingewurzelt ist. So auf diese Art dargestelltes Bild der Frau ist ein großer Vortritt und sehr zeitgenössisch für 18. Sie ist in einem Doppelschluß zwischen Frauenideal und Autorenstatus. Man musste zu einem Kompromiss kommen.Gesellschaft aufgenommen werden. was für die Schriftstellerin des 18. dass es sogar heute Bewegungen für die weibliche Rechte noch gibt. und Autonomie und Stärke der Heldin sind nicht ohne Gränzen.

München. 1971. Peter-André: Afklärung. Seite 189-192 Hauptwerke der deutschen Literatur. Seite 128. 1968.20 La Roche. herausgegeben von W. Untersuchungen an Romananfängen des 18.Metzler. Seite 287. herausgegeben von Walter Jens. Düsseldorf:Bagel. Erläuterung zur deutschen Literatur.129 Kindlers Neues Literatur Lexikon. 2001. herausgegeben von Barbara Becker-Cantarino. 1996..288 Aufklärung.Höllerer. 1983 Miller. verlegt bei Kindler. Seite 19. München. München. durchgesehene Auflage Lehrbuch Germanistik. Carl Hanser Verlag.1983. Seite 157-170 12 .Alt. verlegt bei Kindler. zweite.1974. Suttgart.Weimer. Studienausgabeb La-Ma. Berlin. Philipp Reclam jun.B. Verlag J. Darstellungen und Interpretationen herausgegeben von Manfred Kluge und Rudolf Radler. Band 10. Stuttgart. Seite 637-639 Handbuch des deutschen Romans.Jahrhunderts. herausgegeben von Helmut Koopman. Volk und Wissen Volkseigener Verlag. Sophie: Geschichte des Fräulein von Sternheim. Norbert: Der empfindsame Erzähler.