You are on page 1of 2

2

Walliser Bote Freitag, 2. September 2011

WALLIS

UNTERWALLIS

Kirchensteuer | Kippeler übt Kritik an Kirchensteuer. Kantonsgericht muss entscheiden.

Tarifsenkung
MORGES | Die Kunden von Romande Energie, sowohl die Haushalte als auch die Unternehmen, werden von einer durchschnittlichen Senkung ihres Stromtarifs um 4,5 Prozent profitieren. Gemäss einer Mitteilung des Unternehmens hänge diese Preissenkung in erster Linie mit der immer effizienteren bewirtschaftung des regionalen Stromnetzes zusammen. Der Ökostrom aus Solaranlagen werde zu noch wettbewerbsfähigeren Preisen angeboten, wobei die tarifsenkungen bis zu 30 Prozent betragen. Über ihre Gesellschaft Romande Energie Commerce deckt das Unternehmen den Strombedarf von knapp 300 000 Endkunden in 319 Gemeinden der Kantone waadt, wallis, Freiburg und Genf.

Kontroverse um Kirchensteuer in Kippel
KIPPEL | Alfred Jäger forderte von der Gemeinde Kippel die Rückerstattung der Kirchensteuer. Nun geht der Fall vors Kantonsgericht.

Schmierfinken geschnappt
NENDAZ | Am wochenende vom 5. bis 6. März wurden in Nendaz zahlreiche Hauswände und Schaufenster verschmiert. Die Kantonspolizei konnte die täter der Sachbeschädigung ermitteln. Gemäss einer Mitteilung der Kantonspolizei konnten die Vandalen mittels Überwachungskameras ausfindig gemacht werden. Insgesamt wurden zwölf Häuser und Geschäfte sowie ein Personenwagen und Verkehrsschilder verschmiert. bei den tätern handelt es sich um einen waadtländer und einen berner im Alter von 18 und 21 Jahren.

Alfred Jäger (67) lebt seit 13 Jahren in Kippel, seit 2002 ist er in der Gemeinde angemeldet. Jäger ist konfessionslos. Ende Oktober 2010 wandte er sich daher an die Gemeindeverwaltung. Er verlangte einen Teil der Kirchensteuer zurück. «Wie ich feststellen musste, wurde mir in den vergangenen Jahren die Kirchensteuer verdeckt mit der Kantons- und Gemeindesteuer in Rechnung gestellt», sagt Jäger. Dies sei nicht in Ordnung. Er fordere, dass die zu viel einverlangte Kirchensteuer zurückvergütet werde, und zwar rückwirkend auf das Jahr 2002. Nun gelangt der Fall ans Kantonsgericht. Die Gründe.

Gemeinden tragen Defizite
In den Schranken der Bundesverfassung können die Kantone das Verhältnis zwischen Staat und Kirche frei bestimmen. Aus Artikel 15 der Bundesverfassung (Garantie der Glaubensund Gewissensfreiheit) ergibt sich indes das Verbot, von demjenigen Steuern für Kultuszwecke einer Religionsgemeinschaft zu erheben, der dieser Gemeinschaft nicht angehört. Das heisst: Nur Kirchenmitglieder dürfen mit einer Kirchensteuer belegt werden. Doch gibt es im Wallis nur eine Handvoll Gemeinden, die eine Kirchensteuer erheben. Zum grossen Teil tragen die Gemeinden die Defizite der Pfarreien, indem sie die Kirchen über einen Anteil der allgemeinen Steuer mitfinanzieren. Tritt man aus der Kirche aus, kann der Anteil dieser Kultussteuer zurückgefordert werden. Dies wollte auch Alfred Jäger. Konfliktpunkt 1: Die Gemeinde Kippel und Jäger sind uneins, wie hoch dieser Betrag sein soll. Konfliktpunkt 2: Die Akteure sind verschiedener Ansicht, was den Zeitraum der Rückerstattung betrifft. Nach
Konfrontationskurs. «Es geht ums Prinzip», sagt Alfred Jäger.

Foto wb

mehreren Beschwerden, Verfügungen und einem Staatsratsentscheid sagt Jäger: «Nun schalte ich das Kantonsgericht ein.»

Gespräch mit Folgen
In einem Schreiben an die Dienststelle für innere und kommunale Angelegenheiten schreibt die Gemeinde Kippel, dass sich Jäger bei seiner Anmeldung vor neun Jahren als konfessionslos angemeldet habe. «Ein Antrag auf Rückzahlung der Kirchensteuern wurde zu diesem Zeitpunkt nicht gestellt», so die Gemeinde weiter. Das Gesetz schreibt indes vor, dass das Gesuch um Rückerstattung der Kultussteuer anlässlich jeder Steuerperiode neu gestellt werden muss. Es sei daher nicht möglich, argumentiert der Staatsrat in seinem Entscheid vom 22. Juni 2011, Gelder für die Steuerperioden vor 2009 zurückzuverlangen. Jäger beruft sich indes auf ein Ge-

Reglement genehmigt
SITTEN | Der Staatsrat hat am vergangenen Mittwoch das Reglement über die weine mit dem Label «Chamoson Grand Cru» genehmigt. Damit soll die Qualität der walliser weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, vorwiegend aus dem Rebgebiet auf territorium der Gemeinde Chamoson, gefördert werden. Der «Chamoson Grand Cru» betont die typizität des terrpirs und die besonderheiten der Rebsorten Sylvaner (Riesling), Petit Arvine, Pinot Noir und Syrah. Der Reglementsvollzug wird durch die Gemeindekommission «Chamoson Grand Cru» gewährleistet.

spräch mit den Gemeindeverantwortlichen von Anfang 2003. Dazumal sei ihm bestätigt worden, dass die Abzüge in seiner Steuerrechnung berücksichtigt worden seien. Die Gemeinde Kippel hält in einem Brief vom 24. Januar fest, dass man zu den 2003 gemachten Aussagen keine Stellung beziehen könne, «da diese uns nicht bekannt sind und keine Unterlagen dazu vorliegen.» Auch der Staatsrat schreibt, dass «weder aus den von den Gemeinden hinterlegten Akten noch aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Belegen entsprechende Gesuche für die Jahre vor 2009 entnommen werden können.»

Falsche Berechnung?
Jäger dazu: «Wieso hat man die damalige Gemeindeverantwortlichen nicht befragt. Die hätten meine Aussagen eigentlich bestätigen müssen.» Zudem hätte er informiert werden müssen,

dass das Rückforderungsgesuch jährlich gestellt werden müsse, sagt Jäger, dies sei aber nicht geschehen. Punkt 2: Wie hoch soll nun der Betrag sein, der zurückerstattet werden muss? Um dies zu berechnen, wird der Betrag der Kultusausgaben der Gemeinden ins Verhältnis zu den gesamten Ausgaben gesetzt, so der Staatsrat. Dieser Prozentsatz wird schliesslich mit dem Steuerbetrag des Steuerpflichtigen multipliziert. Dabei ist ein Rechenfehler unterlaufen: Der Ertragsüberschuss wurde vom Gesamtaufwand nicht abgezogen. In der Folge korrigierte die Gemeinde den Satz von 3,93 Prozent auf 4,26 Prozent. Jäger betont indes, dass nicht der Gesamtaufwand, sondern der Gesamtsteuerbetrag für die Berechnung verwendet werden sollte, wie das die Schweizerische Steuerkonferenz in einem Artikel in Bezug auf das Wallis festhalte. Kurz: Jäger ist über-

zeugt, dass der Betrag, welchen er zurückerhalten sollte, falsch berechnet wurde. «Hinzu kommt», so der 67-jährige, «dass ich von der Gemeinde keine Detailzahlen erhalte, um die Angabe zu überprüfen.» Er wünsche eine konkrete Auflistung sämtlicher Posten.

Gesetz gibt Vorgaben
Der Staatsrat hat Jägers Beschwerden abgewiesen. Diesen Entscheid will er nun vor dem Kantonsgericht anfechten. «Auch wenn es sich nur um einen Betrag von rund 300 Franken pro Jahre handelt», sagt Jäger. «Es geht ums Prinzip.» Bernhard Rieder, Gemeindepräsident von Kippel, teilt mit: «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können wir keine Stellungnahme abgeben. Die Gemeinde richtet sich ausschliesslich nach der gegebenen Gesetzeslage. Die Beurteilung des Falles wird nun Sache der bra zuständigen Justiz sein.»

Kirche | Experten verlangen mehr Transparenz bei der Kirchenfinanzierung

Interkantonale Vereinbarung
WALLIS | Der Staatsrat hat die botschaft zum Gesetzesentwurf über den beitritt des Kantons wallis zur interkantonalen Vereinbarung der Fachhochschule westschweiz (HES-So) verabschiedet und unterbreitet sie zusammen mit dem Gesetzesentwurf dem Grossen Rat. Die neue interkantonale Vereinbarung der HES-So wird alle FH-Ausbildungsbereiche der westschweiz umfassen.

26 Millionen Franken für Kirchen
WALLIS | Wie viel Geld erhalten in der Schweiz Religionsgemeinschaften vom Staat und von ihren Mitgliedern? Eine Studie gibt Auskunft.

Forschungsbüro Ecoplan erstmals Kosten und Nutzen von Religionsgemeinschaften berechnete.

«Eher unübersichtlich»
Auffallend: In Bezug auf die katholische Kirche verzeichnet der Kanton Wallis am wenigsten Einnahmen: 12 Franken pro Mitglied. Der Grund: Nur die wenigsten Walliser Gemeinde erheben eine eigentliche Kirchensteuer (Ayer, Chandolin, Savièse, Sitten, Törbel und Vouvry). In aller Regel übernehmen die Gemeinden die finanziellen Defizite der Kirchen, vielfach auch einen Teil der Investitionskosten. «2008 belief sich die öffentliche Finanzierung auf 26 Millionen Franken, wobei 90 bis 95 Pro-

Die öffentliche Finanzierung der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz beträgt jährlich mindestens 556 Millionen Franken. Die Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich im Jahr über 1,3 Milliarden Franken Kirchensteuern, wobei die Unterschiede zwischen den Kantonen gross sind. Die katholischen Kirchen im Kanton Wallis erhalten vergleichsweise wenig Geld. Dies das Fazit einer Studie, in der das

zent auf die katholische Kirche entfallen», sagt Michael Marti vom Forschungsbüro Ecoplan. Die Situation im Wallis sei eher «unübersichtlich», sagt Marti, auch wenn man in jeder Gemeinderechnung eine entsprechenden Position gefunden habe. Schwierig sei indes zu eruieren, ob unter der entsprechenden Position sämtliche Kosten zusammengefasst worden seien.

Eingeschränkte Transparenz
Die Untersuchung des Forschungsbüros Ecoplan zeigt weiter, dass die beträchtliche öffentliche Finanzierung der Landeskirchen in der Schweiz ihren sozialen Dienstleistungen entspricht. Allerdings ist laut Marti aus ökonomischer Sicht

nicht zu begründen, weshalb die Landeskirchen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften privilegiert werden. Auch kleinere Religionsgemeinschaften wie islamische, jüdische oder freikirchliche Gruppen würden soziale Dienstleistungen erbringen, deren finanzielle Unterstützung der Staat prüfen könnte. Grundsätzlich wäre für die Debatte, welche Glaubensgemeinschaften wie viel Geld erhalten sollen, eine grössere Transparenz der Finanzströme, der Kosten und des Nutzens in den verschiedenen Kantonen wünschenswert, so Marti weiter. Diese Transparenz sei im Vergleich zu anderen Politikbereichen (z. B. Strassenrechnung, Finanzstatistik) nur bra beschränkt vorhanden.

WALLIS
Kirche | Norbert Brunner, Bischof von Sitten, über Finanzen, Steuern und Transparenz

Walliser Bote Freitag, 2. September 2011

3

«Wir haben Verständnis für die Sorgen der Gemeinden»
WALLIS | Ist die Transparenz in Sachen Kirchenfinanzierung im Wallis gewährleistet? Norbert Brunner, Bischof von Sitten, nimmt Stellung.

seit 1991 in einem eigenen Gesetz. Die «Kirche» als solche ist nicht Urheberin dieses Gesetzes, sondern sie will nach diesem Gesetze, und nicht aus eigenem Willen oder willkürlich handeln.» Im Wallis werden nur in den wenigsten Gemeinden Kultussteuern erhoben. Die Gemeinden integrieren die Kultusausgaben in ihre laufenden Rechnungen. Welches sind die Vorteile, welches die Nachteile dieses Systems? «Das Gesetz über das Verhältnis von Kirchen und Staat im Wallis, das 1991 vom Walliser Volk mit grosser Mehrheit angenommen wurde, überlässt es den Gemeinden, ob sie eine eigene Kultussteuer erheben wollen, oder ob der Beitrag an die Kirchen mit den allgemeinen Steuern erhoben wird.»

Eine Berechnung zeigt: Die Walliser Gemeinden unterstützen die Kirchen mit jährlich rund 26 Millionen Franken (Basis 2008). Worauf führen Sie diesen relativ hohen Betrag zurück? «Die Zahl der Katholiken des Bistums Sitten auf Gebiet des Kantons Wallis beträgt etwa 220 000. Diese sind Mitglieder der 154 katholischen Pfarreien. Hinzu kommen die protestantischen Christen, die allerdings viel weniger zahlreich sind. Wenn wir alle Dienste einbeziehen, welche die beiden Kirchen in der Pfarreiseelsorge, in der Katechese und im Religionsunterricht, im Unterhalt der kirchlichen Gebäude usw. aufbringen müssen, dann scheint der Betrag nicht übertrieben zu sein. Eine genauere Beurteilung wäre erst möglich, wenn man genau wüsste, wie sich der Beitrag der Gemeinden zusammensetzt. Wir waren an der Erhebung dieser Zahlen nicht beteiligt.» Ist es gerechtfertigt, dass die Kirchen von den Gemeinden finanziell unterstützt werden? «Alle Mitglieder einer Religionsgemeinschaft oder einer Kirche haben die Pflicht, ihre Gemeinschaft auch finanziell mitzutragen. In der Geschichte unseres Kantons hat sich schon sehr früh die Behörde (Dorfvorsteher, später Burgergemeinde, dann Munizipalgemeinde) zum «Koordinatoren» auch für Finanzfragen (Kirchenbau, Pfarrbenefizium usw.) der Gläubigen gemacht. Diese Behörden haben die finanziellen Beiträge der Gläubigen ihrer Gemeinschaft koordiniert und zum Teil auch verwaltet. Dieses Prinzip der «subsidiären» Hilfe wurde schon sehr früh in Vorschriften oder Gesetzen festgehalten, weil Behörden und Volk es so wollten. Diese Regelung besteht

«Der Betrag scheint nicht übertrieben zu sein»
Wie sieht es in den anderen Kantone aus? «Die Art, wie die Gläubigen ihre Kirche für die Seelsorgedienste unterstützen, ist unterschiedlich: die häufigste Form in der Schweiz ist die Organisation von Kirchgemeinden. Die Form im Kanton Wallis besteht mit Anpassungen seit 1873. Gesetzgeber und Volk wollten 1978 und 1991 diese Form beibehalten und haben diesem Willen in einem Gesetz Ausdruck gegeben.» Blicken wir zurück. Wie wurden die Kirchen früher finanziert? «Bis etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Pfarreien direkt von den Gläubigen unterstützt: durch Opfer, durch Schenkungen, durch Errichtung der Kirchen und Pfarrhäuser usw. Es entstanden die Benefizien, deren Ertrag alle KultusKlarstellung. «Das Bistum wird zu mehr als zwei Dritteln über das Bistumsopfer finanziert», sagt Bischof Norbert Brunner.
FOTO ZVG

kosten deckte. 1848 gingen die so zustande gekommenen Kirchengüter (Benefizien mit Grundgütern und Immobilien) in das Eigentum des Kantons oder der Gemeinden über (Verstaatlichung der Kirchengüter). Mit der Übernahme der Kirchengüter wurden die Gemeinden einerseits zuständig für die Verwaltung dieser Güter; sie hatten andererseits die Verpflichtung, die Kosten für die Seelsorge in den Pfarreien zu übernehmen.» Wie ging die Entwicklung weiter? «Diese Form wurde 1858 und dann 1873 nach langwierigen Verhandlungen zwischen Kirche und Staat gesetzlich verankert. Ein kleinerer Teil der Kirchengüter ging zurück in das

Eigentum der Pfarreien, wurde aber weiterhin von den Gemeinden verwaltet. Das Gremium, das mit dieser Verwaltung beauftragt wurde, war der Kirchenrat. Gesetzgeber und Volk wollten 1991 den Pfarreien die volle Unabhängigkeit wiedergeben. Die Gemeinden übernahmen die Verpf lichtung, die Beiträge der Gläubigen an ihre Kirchen zu erheben (über Gemeinde- oder eigene Kultussteuer) und an die Kirchen weiterzuleiten.» Wie präsentiert sich die finanzielle Lage der Walliser Pfarreien? «Die katholische Kirche hat die jetzige Lösung immer unterstützt, weil sie eine Form der finanziellen Unterstützung der Kirche enthält, die unserer Tra-

dition im Wallis entspricht. Diese Lösung ist für die katholische Kirche eine gute, auch wenn gewisse Probleme bestehen bleiben. Die katholische Kirche hat auch Verständnis für die Sorgen der Gemeinden. So versuchen wir, im gegenseitigen Gespräch in jeder konkreten Situation die beste Lösung zu suchen: einerseits soll die Seelsorge nicht unter finanziellen Engpässen leiden, andererseits soll überall dort gespart werden, wo das möglich ist. Sehr wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang folgender Hinweis: Die Pfarreien versuchen, durch besondere Aktionen und Opfer ihre Eigenmittel zu erhöhen. Und das Bistum wird zu mehr als zwei Dritteln über das Bistumsopfer finanziert.»

Kirchen und Pfarreien sind immer noch in Besitz von Immobilien. Kann man den Wert dieser Immobilien beziffern? Würden sich hier Möglichkeiten anbieten, die Defizite der Kirchen zu verringern? «Die meisten Pfarreien verfügen nur noch über die Kirche und das Pfarrhaus, in gewissen Fällen über Pfarreizentren (teilweise gemeinsamer Gebrauch mit der Gemeinde). Diese Gebäude haben keinen oder nur einen geringen Ertrag, welcher die Kosten für den Unterhalt kaum decken. Alle Erträge aus den Kirchengütern sind die Eigenmittel der Pfarrei. Diese Eigenmittel verkleinern den Beitrag der Gemeinden.»
Interview: Armin Bregy

Kirche und Gemeinden | Neuorganisation der Seelsorgearbeit sorgt teilweise für Verstimmung

Höhere Kosten für Gemeinden
WALLIS | Mehr zahlen für weniger Leistung? Nicht alle sind damit einverstanden. Auch wenn es um die Seelsorgearbeit geht.

Seelsorgeangebot sichergestellt werden. Vielfach bringt diese Lösung indes Schwierigkeiten mit sich, etwa wenn es darum geht, Messfeiern so zu organisieren, dass alle Pfarreien zufriedengestellt werden können.

Der Priestermangel ist Realität. Und das wirkt sich auf die Seelsorgearbeit aus. Mit unterschiedlichen Folgen – auch für die Gemeinden. In verschiedenen Walliser Ortschaften wurde und wird die Seelsorge umstrukturiert. Eine Variante: Anstelle eines Pfarrers werden Seelsorgeteams eingesetzt, die für mehrere Pfarreien zuständig sind. Mit dieser neuen Organisation soll trotz weniger Priestern das

Kritik hinter vorgehaltener Hand
Ein weiteres Problem: Es gibt Fälle, in welchen die Seelsorgeteams die Gemeinden teurer zu stehen kommen, als wenn ein Pfarrer für die Kircharbeit zuständig ist. Gleichzeitig werden indes die Leistungen verringert. Das heisst: Insbesondere die Zahl der Messfeiern fällt kleiner aus. Es sei schwer verständlich, dass

man für weniger Leistung mehr bezahlen müsse, vernimmt man hinter vorgehaltener Hand, zumal man einen doch beachtlichen Kostensprung verzeichnen müsse. In verschiedenen Gemeinden ist man über das Vorgehen des Bistums daher nicht glücklich. Insbesondere auch die Art und Weise, wie das Bistum kommuniziere, wird kritisiert. Öffentlich wollte sich zwar niemand zur Thematik äussern, aber eine gewisse Verstimmung ist derzeit unschwer auszumachen. Fakt ist: Die Priestermangel-Problematik wird sich künftig noch verschärfen. Das Bistum wird weiterhin gefordert bra sein.

Die Kirche bleibt im Dorf. Gemeinden äussern Kritik.

FOTO SYMBOLBILD WB