In was verlieben wir uns?

 
Diese Frage stellt sich bei genauerer Überlegung für die Meisten nicht, denn entweder ist man verliebt oder eben  nicht.  Da  spielt  es  dann  auch  keine  Rolle  nach  dem  warum  und  dem  weshalb  zu  fragen.  Doch  wie  ist  es  nun  eigentlich, verlieben wir uns in den Menschen oder eine spezifische Eigenschaft von ihm?   Nehmen wir uns doch einmal ein Beispiel vor, dass auch ich sein könnte. Im festen Glauben daran, dass mich die  Welt ausreichend abgehärtet hatte, sah ich mich auf einmal einem ungewöhnlichen Gefühl nach sinnen. Es war  ein Moment in dem nicht klar war, was es ist, warum es so ist, aber das Bauchgefühl setzte sich ganz unverhofft  gegen  den  klar  strukturierten  Verstand  durch.  Dieser  nämlich  darf  gern  für  sich  vereinnahmen,  dass  er  die  Hemmschwelle  auf  das  Level  hievt  die  nötig  ist,  um  nicht  von  jetzt  auf  gleich,  irgendwelchen  Dummheiten  zu  verfallen. Doch das hat alles nichts genützt, und Schwupps da war es passiert, einfach so verliebt.  Da nichts im Leben wirklich einfach ist, blieb das Gefühl erst einmal einseitig. Was zwar wiederrum schade ist aber  es gibt mir immerhin die Möglichkeit, nach den Hintergründen zu fragen. Welche Frage ist bloß die Richtige? Es  wird  „die  Richtige“  nicht  geben  aber  das  hindert  mich  nicht  daran  die  eingangs  gestellten  wieder  aufzugreifen.  War es der Mensch oder eine Eigenschaft des Menschen?  Was spricht dafür, dass es der Mensch gewesen sein könnte?  Da der Mensch Träger mehrerer Eigenschaften ist, wird es etwas einfacher, da die günstigste Antwort einfach nur  die  sein  könnte,  „die  Gesamtheit  macht  ihn  liebenswert“.  Auch  wenn  hier  keine  lange  psychologische  Hintergrundanalyse  dahinter  steckt,  ist  es  eine  vollkommen  richtige  Antwort.  Schauen  wir  doch  etwas  genauer  hin,  da  wäre  beispielsweise  etwas,  das  man  so  einzeln  nicht  fassen  kann,  wie  der  Geruch,  die  Sprache,  der  Umgang und die Art der Bewegung. Doch auch das ist noch nicht genug, mit hinzu zunehmen ist auf alle Fälle, die  Ausstrahlung und die Tatsache, dass man sich einfach gut fühlt, wenn dieser Mensch da ist. Es ist sicherlich auch  kein  Geheimnis,  dass  man  allzu  schnell  bereit  ist,  all  das  auszublenden,  was  einem  missfällt,  doch  gibt  es  das  überhaupt? Denn auch die kleinen Macken, können etwas von dem ausmachen, dass den Menschen als Ganzes,  erst  zu  einem  Kunstwerk  machen,  was  wir  mögen,  ein  Wesen  mit  Profil.  Mit  Kanten  und  Kerben,  glatten  und  rauen, harten und weichen Seiten, eben ein unverwechselbares Individuum.  Bevor ich mir meiner sicher bin, ist es notwendig auf den zweiten Punkt einzugehen.  Eine oder mehrere Eigenschaften, als einzig liebenswerte Garanten für Glück und Zufriedenheit?  Es wird nicht einfacher, wohl aber klarer abgrenzbar. Warum? Nun wenn mir die bloße Anwesenheit von etwas  schon das gesuchte Gefühl gibt, und es keine Rolle spielt, wer anwesend ist, da wär es einfach die Geselligkeit in  die man sich verliebt hätte. Doch hab ich das? Dafür könnte zweifelsohne stehen, dass es nicht unbedingt einfach  ist allein zu sein, auch wenn es viele Dinge einfacher macht, aber andere wiederum schwerer werden. Wenn es  aber auch nicht die Einsamkeit ist, dann vielleicht doch der Humor. Wenn man mit jemandem zusammen Lachen  kann, ist das oft ein gutes Zeichen, dass man auch sonst mit ihm auskommt. Sicherlich sind die zahllosen Stunden  die  verbracht  wurden,  einer  der  besten  Gradmesser.  Denn  wenn  ich  mich  immer  wieder,  einfach  so  mit  jemandem Treffen kann und mir gehen die Themen nicht aus, die Langeweile hält nicht Einzug und die Zeit läuft  eigentlich viel zu schnell, dann könnte das wahrlich etwas großartiges sein.  Wie  man  bis  hierhin  feststellen  konnte,  ist  es  keine  leichte  Entscheidung,  denn  so  vieles  kann  man  im  Ganzen  oder  in  seinen  Teilen  betrachten.  Dabei  scheint  es  garkeinen  Fehler  im  Detail  zu  geben,  nicht  wenn  man  sich  einfach so darauf einlässt, in der Hoffnung das es die Zeit, der Zufall und das Leben schon richten. Schließlich ist  jede positive Eigenschaft gleichzeitig auch der Einstieg zur Anerkennung der Leistung des Anderen.  Also genießen wir die Zeit, die viel zu oft, viel zu schnell verstreicht und wir das wenige was ist nicht ausreichend  wertschätzen. Aus diesem Grund macht es einfach so wie ich, egal was wird, jede Minute in der man die Wonne  erfährt glücklich zu sein, sollte genossen werden.  OG3r 

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