MENSCHEN KOMMUNIKATION VERANTWORTUNG

Corporate Responsibility bei der E-PLUS GRUPPE

MENSCHEN KOMMUNIKATION VERANTWORTUNG

CORPORATE RESPONSIBILITY 2011

VON MENSCHEN. FÜR MENSCHEN.
Liebe Leserinnen und Leser,
mobiles Telefonieren und Surfen ist zum Alltag in Deutschland geworden. Menschen mit Mobilfunkgeräten gehören heute ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Mobile Anwendungen und Datendienste haben Menschen näher zusammengebracht und neue Möglichkeiten geschaffen. Mobile Kommunikation ermöglicht den Zugang zu Wissen und Bildung. An dieser Entwicklung hat die E-Plus Gruppe entscheidenden Anteil. Mehr als 21 Millionen Kunden vertrauen heute den rund 2.600 Mitarbeitern des Unternehmens, wenn es um Dienstleistungen und Service rund um mobile Kommunikation geht. Dieses Vertrauen erfüllt uns mit Stolz und ist zugleich Verpflichtung. Wir verstehen dieses Vertrauen auch als große Verantwortung: Verantwortung gegenüber unseren Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kontakten aus Gesellschaft und Politik und nicht zuletzt gegenüber der Umwelt, in der wir alle leben. Unser niederländischer Mutterkonzern, die KPN, berichtet seit 2003 umfassend über ihre Corporate Responsibility- (CR) und Nachhaltigkeitsaktivitäten. Auch die Kennzahlen der E-Plus Gruppe fließen in dieses Reporting ein. Mit dieser Publikation präsentiert die E-Plus Gruppe nun das Ergebnis einer ersten, intensiven CR-Bestandsaufnahme. In Abstimmung mit KPN sehen wir die folgenden drei Felder als Schwerpunkte für unsere Aktivitäten: People connected Menschen in Verbindung Der Kern mobiler Kommunikation ist es, Menschen miteinander zu verbinden und damit Chancen und neue Möglichkeiten zu schaffen. Diese Möglichkeiten nutzen zu können, erfordert aber Kompetenz im Umgang im und den Zugang zu modernen Medien. Deshalb engagiert sich die E-Plus Gruppe gemeinsam mit starken Partnern wie der Stiftung Digitale Chancen, damit alle gesellschaftlichen Gruppen die gleichen Chancen und Voraussetzungen zur Teilhabe an mobiler Kommunikation haben. New way of working Neue Arbeitswelten Unternehmen sind erfolgreich durch ihre Mitarbeiter. Dies gilt auch für die E-Plus Gruppe. Deshalb hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, seinen Mitarbeitern die bestmöglichen Lösungen für einen flexiblen und an die Bedürfnisse des Einzelnen angepassten Arbeitsplatz zu bieten. Unternehmerische Verantwortung fängt bei den Mitarbeitern an. Responsible Energy Use Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Als Mobilfunkbetreiber ist die E-Plus Gruppe ein energieintensives Unternehmen. Mobilfunkstationen und Infrastruktur des Unternehmens verbrauchen viel Energie. Zwar betreiben wir schon heute das effizienteste Netz Deutschlands. Aber wir wollen noch besser werden.

Daher hat die E-Plus Gruppe gemeinsam mit starken Partnern wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Initiativen zum Recycling alter Handys und zum Bau energieautarker Mobilfunkstationen ins Leben gerufen. Diese drei Themenfelder bilden die Säulen der unternehmerischen Verantwortung der E-Plus Gruppe. Wir stellen uns jeden Tag der Verantwortung, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen und Verantwortung für unsere Kunden und Mitarbeiter zu übernehmen. Durch unser gesellschaftliches Engagement wollen wir Vertrauen schaffen, neue Perspektiven bieten und Menschen die Möglichkeit geben, neue Wege zu finden. Dementsprechend haben wir in dieser Publikation einen besonderen Schwerpunkt auf Kooperationen und gesellschaftliches Engagement des Unternehmens gelegt. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für die Gesellschaft gehören zusammen. Es ist aber auch eine Reise, die nicht schnell endet. Unternehmerische Verantwortung ist ein Marathon, kein 100-Meter-Lauf.

In diesem Sinne haben wir bislang einige erste Erfolge erzielt. Es gibt aber noch viel zu tun. Wir stehen erst ganz am Anfang unserer CR-Arbeit. Wir treten nun in einen Prozess ein, in dem wir unsere CR-Strategie schärfen und noch stärker auf unser Geschäft beziehen werden. Für das Jahr 2011 wird sich unser CR-Bericht dann umfassend in den Reporting Framework der Global Reporting Initiative (GRI) einfügen. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können die E-Plus Gruppe auf dieser Reise begleiten. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Anregungen beim Lesen der vorliegenden Publikation und freuen uns auf Ihre Ideen, Kommentare und Kritik.

Thorsten Dirks
Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der E-Plus Gruppe

INHALT
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DIE E-PLUS GRUPPE CORPORATE RESPONSIBILITy
„Nachhaltigkeit darf keine PR-Hülse sein“ Ein Gespräch mit Dr. Gunnar Bender, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Unternehmenskommunikation und Politik der E-Plus Gruppe, über das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens „Die Vorbildfunktion ist der Schlüssel zum Erfolg“ Ein Gespräch mit André Beltz, Director Integrity Services, über die Schulung und Sensibilisierung von Führungskräften 40 44

„Nachhaltiges Wirtschaften – gemeinsam gestalten“ Ein Gespräch mit Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), über die ökologischen Herausforderungen an die Mobilfunkbranche Die erste energieautarke Mobilfunkstation Deutschlands „Wir sammeln hier täglich wertvolle Erfahrungen“ Ein Gespräch mit Dr. Karsten Menzel, Department Manager Environment, Health & Safety, über die Perspektiven energieautarker Mobilfunkstandorte

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MENSCHEN IN VERBINDUNG
Transparenz schafft Vertrauen Teilhabe an der digitalen Welt E-Plus und die Stiftung Digitale Chancen „Junge Menschen brauchen Unterstützung“ Ein Gespräch mit Prof. Dr. Herbert Kubicek, Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Digitale Chancen, über den Stellenwert digitaler Medienkompetenz Sicher in der digitalen Welt Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert Medienkompetenz „Schreib dich nicht ab ...!“ Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung Vorbild sein und Mut machen Tim-Thilo Fellmers Weg vom Analphabeten zum Kinderbuchautor Dialog mit Kultur und Wissenschaft Impressum Kontakt

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NEUE ARBEITSWELTEN
„Verantwortung ist keine Einbahnstraße“ Ein Gespräch mit Keven Lindemann, Manager Human Resources Operations, über die Arbeits- und Unternehmenskultur der E-Plus Gruppe „Es ist wichtig, auch etwas für sich selbst zu tun!“ Wie Nursen Pektas Familie und Beruf zusammenbringt Gemeinsam an Morgen denken ... E-Plus Mitarbeiter über die Bedeutung von Nachhaltigkeit

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VERANTWORTUNGSVOLLER UMGANG MIT ENERGIE
Mit alten Handys die Umwelt schützen

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60 Einmalige Artenvielfalt, steigende Lebensqualität Die Renaturierung der Unteren Havel 64

Die E-Plus Gruppe

DIE E-PLUS GRUPPE

Die E-Plus Gruppe ist der drittgrößte deutsche Mobilfunknetzbetreiber. Über 21 Millionen Kunden telefonieren, simsen oder versenden heute Daten im Netz der Gruppe. Bei einem Jahresumsatz von rund 3,2 Milliarden Euro (2010) beschäftigt die Gruppe über 2.600 Mitarbeiter. Kundenorientierung und zielgruppengerechte Angebote sind die zentralen Bestandteile der Markenstrategie von E-Plus. Mit preiswerten und auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Angeboten hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf seit dem Netzstart 1994 immer wieder Entwicklungen eingeleitet, die prägend für den gesamten Markt wurden. Innovationen wie die erste Flatrate, die ersten Minutenpakete oder die ersten Tarife speziell für Geschäftskunden belegen beispielhaft, dass das Tochterunternehmen des börsennotierten niederländischen Telekommunikationskonzerns Royal KPN mit Sitz in Den Haag als ein Motor der gesamten Mobilfunkbranche fungiert.

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Die E-Plus Gruppe

„Marken der Menschen“ Neben ungewöhnlichen, flexiblen Geschäftsmodellen und modernen Unternehmensstrukturen sind starke Partnerschaften dafür verantwortlich, dass wir schneller und profitabler wachsen als der Mobilfunkmarkt insgesamt. Seit 2005 haben wir als erstes deutsches Mehrmarkenunternehmen mit Eigenmarken wie dem Flatrateanbieter BASE, dem Mobilfunkdiscounter simyo, Ay yILDIZ, der ersten Mobilfunkmarke für türkischstämmige Mitbürger, und dem Musicstore vybemobile neue Wege beschritten. Mit renommierten Partnern wie MedionMobile (Aldi Talk), MTV, ADAC oder der WAZ-Mediengruppe verfügt die E-Plus Markenfamilie über ein differenziertes Portfolio. Durch die Zusammenarbeit mit Wholesale-Partnern konnte die Kundenbasis des Unternehmens erheblich erweitert und seine Angebotspalette der zunehmend kleinteiligen Struktur des Marktes angeglichen werden. Bei allen Maßnahmen stehen die Kunden im Fokus. „Marken der Menschen“ verstehen wir nicht als Kampagne, sondern als eine Haltung, die wir in alle Bereiche des Unternehmens tragen und uns damit vom Wettbewerb am Markt differenzieren. Die E-Plus Gruppe operiert mit einer Unternehmensstruktur, die darauf ausgerichtet ist, schnell und flexibel auf die dynamischen Entwicklungsprozesse der Mobilfunkbranche reagieren zu können und überdies die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gezielt zu fördern.

TOCHTERGESELLSCHAFTEN (Auswahl): E-Plus Retail GmbH E-Plus Service GmbH simyo GmbH Ay yILDIZ Communications GmbH Gettings GmbH

Dialog mit unseren Kunden Wir führen einen kontinuierlichen Dialog mit unseren Kunden über alle Themen der Mobilfunknutzung. Dabei sprechen wir offen und redlich mit unseren Kunden über alle relevanten Themen. Als Dialog-Plattformen haben wir u.a. einen Kundenbeirat etabliert, den BASE Blog eingerichtet und BASE Botschafter ausgewählt. Besonders wichtig beim Austausch mit den Kunden sind die Social Media Kanäle: Twitter und diverse Facebook-Aktivitäten fördern die lebendige und dialogorientierte Kommunikation. Aber auch untereinander können sich Kunden über www.mobilfunkexperten.de austauschen und diskutieren.

Bedürfnisorientierte Produkte und Dienstleistungen Wir orientieren uns bei der Entwicklung und Vermarktung unserer Produkte und Dienstleistungen an den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden. Wir haben den Bedarf der Kunden nach einfachen, leicht verständlichen Produkten und einem attraktiven PreisLeistungs-Verhältnis erkannt. Um dieser Bedürfnishaltung entgegenzukommen, konzentrieren sich die Eigenmarken und Wholesale-Partner des Unternehmens auf transparente Tarife zu fairen Preisen und Datentarife in Form von Flatrates. Entscheidend bei der Produktentwicklung ist die tatsächliche Nachfrage: Statt in technische Spielereien mit ungewisser Zukunft, investiert E-Plus in aktuelle Kundenbedürfnisse und die Netzqualität – und damit in Bereiche, von denen die Mobilfunknutzer unmittelbar profitieren.

Menschlicher Service Wir möchten, dass unsere Kunden den Service bekommen, den auch wir selbst als Kunden unseres Unternehmens erwarten würden. Unsere Kunden sollen uns nicht als anonymen Konzern wahrnehmen, sondern als Menschen, die mit selbstverständlicher Wertschätzung und Respekt Dienstleistungen für sie erbringen. Einfach von Menschen für Menschen. Die Mitarbeiter in über 700 Shops bieten unseren Kunden einen umfassenden Service in allen Fragen rund um mobile Kommunikation. Ob im Shop oder an der Hotline: unser Ziel ist es, die Anliegen und Wünsche unserer Kunden bereits beim ersten Kontakt zur vollen Zufriedenheit zu lösen.

2009

3,181 3,021 1,333 *41,9%

2010

3,241 3,092 1,374 *42,4%

1. HJ 2011

1,575 (in Mrd. Euro) 1,504 0,636 *40,4% Gesamtumsatz Serviceumsatz EBITDA / * EBITDA Marge

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Die E-Plus Gruppe

Mitarbeiter nach Anteil Vollzeit

2011

386 (13,5 %) Teilzeit 2.665,7 FTE Full Time Equivalent (Arbeitseinheit, alle Mitarbeiter)

Kundenanschlüsse (aktivierte SIM-Karten)

2011

2.860

7,290 Mio. (33,8 %) Postpaid

2.474 (86,5 %) Vollzeit

21,538 Mio. gesamt

Mitarbeiter nach Geschlecht

2011

1.028 (36 %) Frauen

19 % Frauen im mittleren Management 6% Frauen im oberen Management

14,248 Mio. (66,2 %) Prepaid

2.860

Corporate Volunteering
1.832 (64 %) Männer

Start der Initiative im 2. HJ 2010 Teilnehmer Corporate Volunteering Programs

Mitarbeiter nach Altersgruppen
65 (2,3 %)

2011
239 (8,4 %) 304 812

1. Halbjahr
16 – 24 Jahre 25 – 54 Jahre 2.860 55 – 65 Jahre

2. Halbjahr

1. Halbjahr

2. Halbjahr

2010

2011

2012

534.198 Euro Weiterbildungskosten 34.573 h Stunden

2.556 (89,3 %)

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Corporate Responsibility

CORPORATE RESPONSIBILITY

Für die E-Plus Gruppe beschreibt der Begriff Corporate Responsibility (CR) eine Unternehmensphilosophie, die auf verantwortlichem Handeln nach innen ebenso wie nach außen basiert. Fragen der Unternehmensführung und -kontrolle, die auch durch den Begriff Corporate Governance repräsentiert werden, spielen dabei eine ebenso große Rolle wie ethische, soziale und ökologische Belange oder ganz allgemein das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen (Corporate Citizenship). Die E-Plus Gruppe engagiert sich gemeinsam mit starken Partnern in zahlreichen Projekten. Mit der Stiftung Digitale Chancen, dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung und dem Deutschen Kinderhilfswerk arbeiten wir daran, dass alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf eine Teilhabe an den Möglichkeiten der mobilen Kommunikation haben. Dazu gehören Lesen und Schreiben genauso wie Medienkompetenz und gleichberechtigter Zugang zu den Kommunikationswegen. Auf regionaler Ebene sind wir in kleineren sozialen Projekten beteiligt und helfen den Menschen bei der Umsetzung ihrer Engagements. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben wir ein Projekt zum Recycling alter Handys gestartet. Damit werden wertvolle Ressourcen gewonnen, die nicht in der Natur abgebaut werden müssen und zu irreparablen Schäden in sensiblen ÖkoSystemen führen. Der Erlös des Recyclings fließt zu 100 Prozent in das Renaturierungsprojekt „Untere Havel“ des NABU. Beim Bau und Betrieb unseres Mobilfunknetzes nutzen wir effiziente moderne Technik. Regenerative Energien werden in unserem Netz für den Betrieb von Mobilfunkstationen und Kühlsystemen genutzt.

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Corporate Responsibility Dr. Gunnar Bender

„Nachhaltigkeit darf keine PR-Hülse sein“
Ein Gespräch mit Dr. Gunnar Bender, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Unternehmenskommunikation und Politik der E-Plus Gruppe, über das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens

Herr Dr. Bender, Nachhaltigkeit und Gewinnorientierung sind Begriffe mit durchaus unterschiedlichen Kursvorgaben. Wie passt beides zusammen? Nachhaltigkeit ist viel mehr als ökologisches oder soziales Engagement, sondern muss auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden, beispielsweise hinsichtlich des effizienten Umgangs mit kostenintensiven Ressourcen. Unsere Kunden, Mitarbeiter und Investoren erwarten von uns, dass wir hochwertige und wettbewerbsfähige Dienstleistungen anbieten und Werte für sie schaffen, die nachhaltig wirken und nicht morgen bereits verflogen sind. Zu diesen Werten gehört es auch, Verantwortung für unser Tun in der Gesellschaft zu übernehmen. Nachhaltigkeit darf keine PR-Hülse sein. Gibt es inhaltliche Schwerpunkte, an denen sich die E-Plus Gruppe orientiert? Unser Nachhaltigkeitsansatz ist eingebettet in die CRStrategie unserer Muttergesellschaft KPN. Allerdings setzen wir eigene Schwerpunkte innerhalb Deutschlands. Als Mobilfunker der vierten Generation stellen wir die Menschen ins Zentrum unserer Aktivitäten. Ganz gleich, ob Kunden, Mitarbeiter oder andere

Stakeholder der Gesellschaft, wir begegnen ihnen auf Augenhöhe und nehmen ihre Bedürfnisse ernst. Welche konkreten Maßnahmen leiten sich daraus ab? Als Mobilfunkunternehmen besteht unsere Kernkompetenz im Vernetzen von Menschen. Der Dialog mit und zwischen Menschen ist unser Tagesgeschäft. Mobilfunk eröffnet den Menschen neue Möglichkeiten im Beruf und Zugang zu Wissen. Um die Chancen aber nutzen zu können, benötigt man Grundkenntnisse wie Lesen und Schreiben oder Kenntnisse im Umgang mit moderner Kommunikation. Hier sehen wir uns als Unternehmen in der Verantwortung, dass Menschen aller Schichten, jeden Alters oder Geschlechts die Möglichkeiten mobiler Kommunikation nutzen können und davon profitieren. Daran arbeiten wir gemeinsam mit starken Partnern aus dem Sozial- und Bildungsbereich, wie etwa der Stiftung Digitale Chancen. Was hat man sich unter „Verantwortlichem Umgang mit Energie“ vorzustellen? Zur Steigerung der Energieeffizienz haben wir im Herbst 2010 den Grundstein für die erste energieautarke Mobilfunkanlage Deutschlands gelegt. Diese Anlage arbeitet ausschließlich mit Wind- und Sonnenkraft

und wird im Bedarfsfall durch eine Brennstoffzelle unterstützt. Durch dieses Pilotprojekt erhalten wir Informationen, die wir im gesamten Netz einsetzen können. Damit steigern wir die Effizienz im Netz und bauen schon jetzt das Mobilfunknetz der Zukunft. Inwiefern profitieren die Mitarbeiter von den Maßnahmen im Bereich „Neue Arbeitswelten“? Die Work-Life-Balance ist ein wichtiges Thema bei uns im Haus. Die Mitarbeiter verbringen viel Zeit ihres Tages an ihrem Schreibtisch. Um diese Situation zu entzerren, haben wir die Vertrauensarbeitszeit eingeführt. Wir sind auch ein großer Verfechter der Telearbeit. Der Mitarbeiter muss nicht jeden Tag in der Firma anwesend sein, wenn er genauso gut seine Arbeit von zu Hause erledigen kann. Unsere Erfahrungen damit sind übrigens sehr positiv: Die Mitarbeiter geben das Vertrauen zurück. Unsere Unternehmenskultur und -organisation helfen uns, unseren Kunden die bestmöglichen Produkte anzubieten. Dies ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für unser Unternehmen. Wir leben den offenen Dialog miteinander, verfügen über kurze Entscheidungswege und übergeben den Mitarbeitern viel Verantwortung. Dies verstehen die meisten als Chance und Vertrauensbeweis. Freiheit und Flexibilität bei der Arbeit sind unsere Erfolgsfaktoren.

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Corporate Responsibility Thorsten Dirks

„Die Vorbildfunktion ist der Schlüssel zum Erfolg“
Ein Gespräch mit André Beltz, Director Integrity Services, über die Schulung und Sensibilisierung von Führungskräften

Sie sind seit circa zehn Jahren als Leiter der Internen Revision der E-Plus Gruppe tätig. Was hat sich für Sie in Ihrer neuen Position als Compliance-Verantwortlicher geändert? Gar nicht so viel. Beide Funktionen beinhalten den Auftrag, das Unternehmen und seine Vertreter vor Schaden zu bewahren. Nur die Vorgehensweise ist letztlich unterschiedlich. Aber auch als Revisionsvertreter haben wir, schon lange bevor der Begriff „Compliance“ in aller Munde war, auf die präventive Sensibilisierung von Führungskräften geachtet und erste Elemente eines Compliance-Management-Systems etabliert. Unsere ersten Aktivitäten starteten bereits im Jahr 2005, damals allerdings noch unter dem Begriff „Integrität“. Zukünftig wird es aber um ein konzernübergreifendes Programm gehen, welches eng mit den KPN Compliance-Aktivitäten verzahnt ist. Was sind die Eckpfeiler des Programms, und welchen Maßnahmen messen Sie besondere Bedeutung zu? Welche Projekte werden Sie perspektivisch angehen? Es ist uns ein großes Anliegen, unser Engagement in Sachen Nachhaltigkeit tiefer in das alltägliche Geschäft zu integrieren. Dabei werden unsere Partner uns unterstützen. Wir werden weiterhin an der konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden arbeiten. Weitere Fortschritte werden wir darin machen, wie wir als Menschen im Unternehmen und mit unseren Partnern und Stakeholdern zusammenarbeiten. Wir wollen durch unsere Kultur attraktiv als Arbeitgeber für neue Mitarbeiter werden und es für die jetzigen Mitarbeiter natürlich bleiben. Wir stehen vor allem vor einer präventiven Herausforderung. Durch Aufklärung und Information wollen wir Orientierung für unsere Kollegen in den BusinessBereichen bieten. Dafür werden wir Tools entwickeln oder weiterentwickeln, die wir unseren Kollegen anbieten. Quasi als Leitplanken für die tägliche Arbeit.

Wesentliche Bestandteile werden dabei E-Learnings oder Präsenztrainings darstellen. Weiter planen wir eine Art „Compliance-Chat“ im hausinternen Intranet, in welchem Mitarbeiter und Führungskräfte ihre Fragen und Anregungen adressieren können. Wie wir dies am einfachsten umsetzen, diskutieren wir noch. Ihr Ansatz besteht also darin, eine Basis zu schaffen, die durch Feedback der Mitarbeiter erweitert werden kann? Genau! Die Vermittlung und das Feedback sollen helfen, das Thema Compliance greifbarer zu gestalten. Es ist nicht damit getan, eine Regel aufzuschreiben und sie irgendwo abzulegen. Vielmehr kommt es darauf an, eine Regel zu verinnerlichen und leben zu können. Wie sieht das bei der E-Plus Gruppe konkret im Arbeitsalltag aus? Da gibt es verschiedene Formen der Umsetzung. Alle Mitarbeiter haben Zugriff auf wesentliche ComplianceThemen über das Intranet. Führungskräfte schulen wir sowohl in Präsenztrainings als auch in E-LearningProgrammen. Das möchten wir weiter ausbauen und zukünftig allen Mitarbeitern anbieten. Zudem können

Bei seinem diesjährigen Sommerfest würdigte der Bundespräsident unter dem Motto „Zusammenhalt fördern!“ Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren. Die E-Plus Gruppe war erstmalig Partner des Sommerfestes und präsentierte ihr Engagement und die Kooperationen in den Bereichen Soziales und Integration. V.l.: Thorsten Dirks (CEO E-Plus Gruppe), Bundespräsident Christian Wulff, Eelco Blok (Vorstandsvorsitzender KPN)

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Corporate Compliance André Beltz

sich Mitarbeiter im Tagesgeschäft jederzeit an uns wenden, bei Bedarf besteht dann auch die Möglichkeit zu gezielten Schulungsaktivitäten in einzelnen Fachbereichen. Ein wesentliches Element der Compliance ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter. Welchen Ansatz wählen Sie diesbezüglich? Wir suchen den Dialog mit unseren Führungskräften und zukünftig auch mit Mitarbeitern, um zu definieren, was geht und was nicht geht. Wichtig ist dabei die Rolle der Führungskräfte. Wir stellen immer wieder heraus, dass die Vorbildfunktion des Vorgesetzten der Schlüssel zum Erfolg von Compliance-Programmen ist. Keine Handlung einer Führungskraft bleibt von den Mitarbeitern unbeobachtet, wird interpretiert und bewertet. Hier das nötige Bewusstsein für angemessenes Verhalten der Führungskräfte zu schaffen, ist einer unserer wesentlichen Handlungsansätze. Ihr Compliance-Office ist auf der einen Seite eine Art Anlaufstelle für die Mitarbeiter in rechtlichen Fragen, zum anderen gehen Sie aktiv auf die Mitarbeiter zu, um über rechtliche Grauzonen aufzuklären. Wie reagieren die Mitarbeiter darauf? Rechtliche Fragestellungen beantworten die Kollegen der Rechtsabteilung. Wir sorgen aber in Abstimmung mit den Kollegen der Rechtsabteilung für Strukturen und geeignete Schulungsmaßnahmen, um rechtliche

Problemfelder für unsere Kollegen der Businesseinheiten transparent zu machen. Man könnte auch sagen: Wir möchten die Kollegen schon vorsorglich daran hindern, sich überhaupt in eindeutig verbotene Bereiche zu verirren. Zudem wollen wir sie darin unterstützen, sich in Grauzonen richtig und angemessen zu verhalten. Sollte uns dies in Einzelfällen nicht gelingen, steht als zweite Abwehrmauer die Rechtsabteilung bereit, um die Kollegen im Einzelfall zu beraten und zu unterstützen. Aber zur Frage: Grundsätzlich werden die Aufklärungsmaßnahmen als hilfreich empfunden. Was sind die dringendsten Fragen, mit denen Mitarbeiter an Sie herantreten? Regelmäßig sind es Fragen des täglichen Geschäftes. Kann ich diese oder jene Daten verarbeiten, welche Einladungen und Geschenke darf ich annehmen, wie ist eine bestimmte Richtlinie zu verstehen? Die Fragestellungen sind genauso vielfältig wie die Aktivitäten des Unternehmens, und wenn sie gestellt werden, sind sie in der Regel alle dringlich. Wird dieses Angebot gleichermaßen über alle Führungsebenen hinweg angenommen? Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Auch wenn unsere Antworten beispielsweise aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht immer im Sinne der Fachbereiche ausfallen, werden sie in der Regel als hilfreich aufgefasst und auch beachtet.

Wie kann man sich den konkreten Ablauf Ihrer Schulungen oder Einzeltrainings vorstellen? Wir setzen zukünftig auf Präsenzschulungen und E-Learning. Präsenzschulungen müssen sehr sorgfältig geplant werden, da sie die eingeladenen Kollegen zeitlich sehr in Anspruch nehmen. Bei übergreifenden Schulungen versuchen wir, einen angemessenen Mix zwischen Frontalschulung und aktiver Beteiligung sicherzustellen. In der Vergangenheit haben wir dazu zum Beispiel auch Spielsequenzen eingesetzt. Bei

Einzeltrainings müssen wir uns natürlich auf die konkrete Problemstellung des jeweiligen Fachbereiches einstellen. Aber auch hier ist die aktive Beteiligung der Kollegen gefragt. Wichtig ist, dass wir die Kollegen überzeugen können. Der erhobene Zeigefinger allein genügt heute nicht mehr.

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Neue Arbeitswelten

NEUE ARBEITSWELTEN

Bei E-Plus begünstigen flache Hierarchien Transparenz und schnelle Entscheidungen. Im Unternehmen liegt der Fokus auf dem Wesentlichen. Komplexe Vorgänge werden minimiert und entzerrt. Es wird großer Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance der Mitarbeiter gelegt: Das Unternehmen unterstützt seine Mitarbeiter durch eine Vielzahl von Angeboten bei der Vereinbarkeit von beruflichem Engagement und privater Lebensplanung. Es ist eine Bestätigung dieses Engagements, dass die E-Plus Gruppe in der Studie „Top Arbeitgeber Deutschland“ der Corporate Research Foundation 2011 schon zum fünften Mal in Folge zu den „beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands“ gezählt wird. Die Studie basiert auf Interviews erfahrener Wirtschaftsjournalisten, die das Arbeitsumfeld der Fach- und Führungskräfte in einhundert deutschen Unternehmen analysieren. Zu den Bewertungskriterien zählen WorkLife-Balance, Jobsicherheit, Vergütung und Anerkennung, Image und Unternehmenskultur.

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Neue Arbeitswelten

Angebote und Vergünstigungen für Mitarbeiter

„Verantwortung ist keine Einbahnstraße“
Ein Gespräch mit Keven Lindemann, Manager Human Resources Operations, über die Arbeits- und Unternehmenskultur der E-Plus Gruppe

ARBEIT

Jahresarbeitszeitmodell: Erhöhte Flexibilität bei der Lage der Arbeitszeit und hohe Vereinbarkeit von Familie und Beruf Kinderbetreuung: Seit 2004 finden im E-Plus „Spatzennest“ in Düsseldorf-Unterrath unweit der Unternehmenszentrale täglich bis zu 20 Kinder von Mitarbeitern der E-Plus Gruppe (vom 7. Lebensmonat bis zum Eintritt in den Regelkindergarten) eine Betreuung Geld & Versicherung: Besondere Angebote bei Berufsunfähigkeit als Bestandteil der Altersvorsorge; spezielle Angebote zum Thema „Riester-Rente“

Wie sind Ihre Erfahrungen in Bezug auf die Akzeptanz von CR-Maßnahmen durch die Mitarbeiter der E-Plus Gruppe? Corporate Responsibility darf nicht allein von der Chefetage geprägt werden. Ein Unternehmen kann nur dann nachhaltig sozial handeln, wenn sich jeder Einzelne der persönlichen Verantwortung bewusst ist und sich mit den CR-Zielen identifiziert, um sie dann im Berufsalltag zu leben. Das versuchen wir im Unternehmen zu etablieren. Sprechen Unternehmen über Corporate Responsibility, fallen oft Begriffe wie „Umweltschutz“ oder „gesellschaftliche Verantwortung“, die Mitarbeiter bleiben außen vor. Wie ist das bei der E-Plus Gruppe? Die E-Plus Gruppe tut vieles, um den Mitarbeitern das Leben neben der Arbeit leichter zu machen. Initiativen wie der Betriebskindergarten „Spatzennest“ unweit der Unternehmenszentrale in Düsseldorf oder das hausinterne Fitnessstudio können unnötige Wege und Zeit sparen. Allerdings ist Verantwortung bei uns keinesfalls eine Einbahnstraße. Gute Beispiele dafür sind die Vertrauensarbeitszeit oder Telearbeit. Nach dem Motto: Ich nutze gern deren Vorteile, setze aber auch alles daran, durch meine Arbeit dem Unternehmen etwas zurückzugeben.

Apropos Vertrauensarbeitszeit. In der Unternehmenszentrale gibt es zahlreiche gemütliche Café-Lounges. Verführt die E-Plus Gruppe ihre Mitarbeiter damit nicht zum Müßiggang? Ganz im Gegenteil. Der Wechsel aus konzentrierter und entspannter Arbeit liefert die besten Ergebnisse. Viele Ideen, die die E-Plus Gruppe heute so erfolgreich machen, sind an Schreibtischen angedacht und im lockeren, fast zufälligen Austausch mit Kollegen zur Reife gelangt, oder eben auch umgekehrt. Diese CaféLounges beleben kreative Prozesse, die den Unterschied im Wettbewerb ausmachen können.

GESUNDHEIT

Fitnessstudio: sechs Ausdauer- und Kraftgeräte zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der Rückenmuskulatur in der Düsseldorfer Unternehmenszentrale Gesundheitsdienste in der Unternehmenszentrale: Massage, Physiotherapie, Osteopathie, Rückenschule

BERATUNG

Infos und Beratung: u.a. zu persönlichen Angelegenheiten, arbeitsbezogenen Themen, Kinderbetreuung, finanziellen Problemen, rechtlichen Fragen Employee Assistance Program (EAP): Externe Mitarbeiterberatung (ICAS) zu Themen wie Stress, Burnout, Mobbing, Alkoholmissbrauch oder traumatische Erlebnisse

TARIFE

Mitarbeiter Smartphone BASE lutea Sprach- und Datentarife für Mitarbeiter, die so auch zu Markenbotschaftern werden

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Neue Arbeitswelten Familie und Beruf

„Es ist wichtig, auch etwas für sich selbst zu tun!“
Wie Nursen Pektas Familie und Beruf zusammenbringt
Wenn Nursen Pektas jeden Morgen um 7:30 Uhr ihre Arbeit im Environment, Health & Safety Team der E-Plus Gruppe aufnimmt, hat sie bereits ihre erste Schicht hinter sich. Denn als Mutter zweier Jungs beginnt ihr Tag viel früher. Den 14-jährigen Kiyan hat sie bis dahin ebenso mit Frühstück versorgt wie den 6-jährigen Kijell, der dann noch im Kindergarten abgesetzt werden muss. Nursen Pektas holt ihren jüngeren Sohn um 14 Uhr wieder ab und beginnt anschließend das Nachmittagsprogramm mit Klavierunterricht sowie Schwimmen und Tennis für ihre Kinder. Bei der E-Plus Gruppe kümmert sie sich um die Gesundheit der Mitarbeiter. Ob es um das hauseigene Fitness-Studio oder die Koordination der Physiotherapie geht, die Organisation von Nichtraucherkursen, Blutspenden oder den Grippeschutz: Nursen Pektas behält den Überblick. Dabei profitiert sie sowohl von der Vertrauensarbeitszeit bei der E-Plus Gruppe, die ihr als Mutter die notwendige Flexibilität bietet, als auch von der Unterstützung ihrer Kollegen. „Für mich als Mutter stehen meine Kinder immer an erster Stelle. Daher ist es ein gutes Gefühl, wenn die Kollegen zur Seite stehen, falls Not am Mann ist“, erklärt Pektas, warum sie Beruf und Familie bei der E-Plus Gruppe so gut miteinander vereinbaren kann. Man könnte denken, Nursen Pektas wäre angesichts des Jobs und der Familie im Dauerstress. Doch die 38-Jährige nimmt sich bewusst Freiräume. „Es ist sehr wichtig als arbeitende Mutter auch etwas für sich selbst zu tun“, sagt Pektas. Wenn sie neben Job und Familie noch etwas Zeit für sich findet, lässt sie bei Tennis, Schwimmen oder Fitness nicht nur für einen Moment den Alltag hinter sich, sondern tankt auch neue Kraft, um für ihre Kollegen und natürlich ihre Familie immer voll da zu sein. Denn ihr Arbeitstag endet nicht mit dem Abschalten des PC, sondern erst, wenn ihre Kinder im Bett sind, die Wäsche im Schrank und der Haushalt geführt ist.

Haushalt

Schwimmen

Wäsche

Familie
Tennis

Klavierunterricht

Kollegen

Koordination der Physiotherapie
Organisation von Nichtraucherkursen, Blutspenden sowie Grippeschutz

Frühstück

Kindergarten

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Neue Arbeitswelten Wir sind E-Plus

Gemeinsam an Morgen denken …
Sämtliche Aktivitäten der E-Plus Gruppe im Bereich Corporate Responsibility stehen unter der Auflage der unternehmerischen Nachhaltigkeit – also einer Unternehmensführung unter ausgewogener Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte. Wir haben Mitarbeiter der E-Plus Gruppe gefragt, was für sie nachhaltiges Handeln bedeutet.
Sven de Lasberg, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG „Nachhaltigkeit ist ein Baustein, bei dem eine heutige Handlung zukünftig zur Selbstverständlichkeit wird.“

Stephan Sothen, Manager Procurement „Nachhaltiges Handeln ist die zeitgemäße Reaktion des Menschen auf den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und unsere gemeinsame Zukunft aktiv zu gestalten.“ Benjamin Menzel, Manager Customer Experience „Nachhaltigkeit bedeutet für mich, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern regelmäßig den Blick zu heben, sich umzusehen und vorausschauend zu agieren.“

Patricia Jügel, Auszubildende „Ich verstehe unter Nachhaltigkeit, dass wir Heute schon an Morgen denken müssen. Das Stillen unserer Bedürfnisse darf keinen Nachteil für spätere Generationen ergeben, das sollten wir immer im Blick haben.“

Petra Heinrich, Assistentin der Geschäftsführung „Nachhaltigkeit ist auch ein Stück Selbst-Erziehung: ab und zu innehalten und überlegen – was mache ich hier gerade? Geht es auch anders? Nicht nur warten, dass die anderen etwas tun!“ Thorsten Wagner, Department Manager Wholesale „Nachhaltig handeln bedeutet für mich, die Zukunft meiner Kinder wirklich ernst zu nehmen.“

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Neue Arbeitswelten Wir sind E-Plus

Hilmar Möhlmann, Senior Manager Mobilfunk & Umwelt „Nachhaltigkeit im Mobilfunk bewegt sich meist im magischen Dreieck zwischen Fragen des Klimaschutzes bei der Energieversorgung, dem bewussten Umgang mit Rohstoffen bei den Endgeräten und dem Erhalt der Sozialakzeptanz für die erforderlichen Mobilfunkstationen.“

Nadine Vostatek, Grafik „Nachhaltigkeit ist gerade in der heutigen Zeit ein zentrales Thema. Mir ist es wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, das sich dafür einsetzt.“ Stefan Melcher, Manager Wholesale „Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen sich für den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens gegenseitig.“

Jan Theisinger, Department Manager Customer Experience „Nur wer heute auch nachhaltig agiert, verdient sich Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Und das erwarten unsere Kunden zu Recht von uns.“ Simone Küchler, Ombudsstelle der E-Plus Gruppe „Für mich heißt Nachhaltigkeit, dauerhaft und zuverlässig eine (Kommunikations- und Führungs-) Kultur fest zu verankern, in der alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – unabhängig von der Hierarchieebene – offen, fair und wertschätzend miteinander umgehen und kommunizieren – kurz: andere so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten.“

Deniz Taskiran, Managerin Unternehmenskommunikation & Politik „Für mich bedeutet Nachhaltigkeit die Verantwortung jedes Einzelnen, auf eine zukunftsfähige und lebenswerte Gesellschaft hinzuarbeiten, an der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können.“

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie

VERANTWORTUNGSVOLLER UMGANG MIT ENERGIE

Der verantwortliche Umgang mit Energieressourcen und der Schutz der Umwelt zählen zu den tragenden Säulen des Nachhaltigkeitskonzeptes der E-Plus Gruppe. Der folgende Überblick stellt die Projekte vor, über die das übergeordnete, langfristige Ziel eines ökologisch verträglichen Wirtschaftens erreicht werden soll.

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Handyrecycling

Mit alten Handys die Umwelt schützen
Mehr als 70 Millionen alte oder defekte Handys befinden sich in deutschen Haushalten – Tendenz steigend. Damit verstauben wertvolle Ressourcen in den Ablagen der Bundesbürger. Die E-Plus Gruppe hat sich vor diesem Hintergrund zum Ziel gesetzt, als Partner des NABU die Kampagne „Alte Handys für die Havel“ aktiv zu begleiten. Dabei unterstützt das Mobilfunkunternehmen den NABU auf der einen Seite finanziell mit drei Euro für jedes abgegebene Althandy. Darüber hinaus sollen möglichst viele Menschen dafür sensibilisiert werden, mit der Verwertung von Elektroschrott aus Althandys einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung zu leisten. Denn durch die Aufnahme alter Handys in den Recyclingkreislauf wird die Umwelt in zweierlei Hinsicht geschont. Landet der Elektroschrott im Haushaltsmüll, können gefährliche Schadstoffe die Umwelt belasten. Durch die spezielle Entsorgung wird das vermieden. Zudem müssen durch die Wiederverwertung der wertvollen Rohstoffe aus Althandys weniger neue Rohstoffe abgebaut werden (siehe Infografik).
1% 1% 1% 3% 5% 15 % 16 % 58 % Flammschutzmittel Zinn Nickel Eisen Sonstiges Kupfer Keramik Kunststoffe

Sie wollen mithelfen? Bei über 200 Handy-Sammelstellen des NABU sowie in allen Shops der E-Plus Gruppe können Sie Ihre alten Endgeräte, Akkus und Ladegeräte abgeben. Oder Sie nutzen die beigelegte Recyclingtüte, um Ihr altes Handy kostenfrei an die nächste Sammelstelle in Ihrer Nähe zu schicken. Wenn Sie wissen wollen, wo die Sammelstellen sind, woher Sie weitere Recyclingtüten erhalten oder wie Sie die Aktion zusätzlich unterstützen können, schauen Sie auf unserer Mitmach-Seite vorbei: www.eplus-gruppe.de/handyrecycling www.nabu.de/handyrecycling

Bestandteile eines Mobiltelefons

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Renaturierung

Einmalige Artenvielfalt, steigende Lebensqualität
Die Renaturierung der Unteren Havel
341 Kilometer sind es von der Quelle der Havel bis zur Mündung in die Elbe. Auf den letzten 90 Kilometern dieses Wegs erstreckt sich eines der bedeutsamsten Feuchtgebiete im Binnenland Mitteleuropas – die Untere Havel. Das Gebiet abwärts des Havelsees bei Pritzerbe bietet mit seinen unzähligen Seitenarmen und Verzweigungen den idealen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gegenüber anderen Auenlandschaften in Deutschland und Mitteleuropa findet man hier eine einzigartige Vielfalt mit über 1.000 bedrohten und geschützten Arten. Dazu gehören vor allem Vögel wie der Seeadler oder der Kiebitz, aber auch Amphibien wie die Rotbauchunke. Verschiedene Fische wie Rapfen und Flussneunaugen, aber auch Säugetiere wie Fischotter und Elbebiber finden entlang der Unteren Havel eine optimale Rückzugs- und Brutstätte. Wenn im Frühling die Sumpfdotterblume oder der blaue Lungenenzian zu blühen beginnen, erleben viele Naturfreunde auf dem Rad oder im Kanu eine beeindruckende Flusslandschaft. Allerdings drohte das Idyll zu bröckeln. Um die Wasserstraße für die Güterschifffahrt zu präparieren, wurden im 20. Jahrhundert Ausbaumaßnahmen durchgeführt, die erhebliche ökologische Schäden zur Folge hatten. Durch Begradigungen des Flussverlaufs wurden wertvolle Rückzugsräume zerstört und somit der Bestand seltener Tier- und Pflanzenarten gefährdet.

Auf dem Weg zur Renaturierung Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wollte nicht mehr länger zusehen, wie Storch und Flussregenpfeifer, Biber und Eisvogel nach und nach der Lebensraum entzogen wird. Aus diesem Grund startete der älteste und größte Naturschutzverein Deutschlands im Herbst 2005 das europaweit größte Flussrenaturierungsprojekt „Untere Havelniederung“. Das Projektgebiet erstreckt sich über den Naturpark Westhavelland in Brandenburg sowie im Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt. Auf insgesamt 18.700 Hektar sollen in zwei Projektphasen Maßnahmen ergriffen werden, um die Untere Havel wieder zu einem lebendigen Fluss werden zu lassen und die

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Renaturierung

„Nachhaltiges Wirtschaften – gemeinsam gestalten“
und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt geförderten Gewässerrandstreifenprojektes Untere Havelniederung. Als Träger der Renaturierungsmaßnahmen übernimmt der NABU Eigenanteile in Höhe von mindestens 2,5 Millionen Euro inklusive flankierender Maßnahmen. Dabei ist der NABU auf Spender und starke Partner angewiesen. „Über 680.000 Euro haben unsere Unterstützer bereits gespendet. Wir sind froh, Unternehmen wie die E-Plus Gruppe an unserer Seite zu haben, die nicht nur durch ihren finanziellen Einsatz zum Erfolg des Projekts beitragen, sondern darüber hinaus zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen und damit das Bewusstsein für die Notwendigkeit unserer Anstrengungen schärfen“, sagt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU. Erfahren Sie mehr zu der Renaturierung der Unteren Havel und den aktuellen Stand der Arbeiten auf www.NABU.de/unterehavel Dort finden Sie auch alle Informationen, wie Sie das Projekt mit einer Spende aktiv unterstützen können und wieviel Geld der NABU bereits sammeln konnte. Unterstützen Sie den NABU bei der Renaturierung der Unteren Havel und nutzen Sie die dem Bericht beiliegende Handy-Recyclingtüte. Einfach das Altgerät mit Ladegerät in die Tüte tun, zukleben und in den Briefkasten werfen. Porto ist bereits entrichtet. Der Erlös von 3 Euro pro Handy fließt in das Projekt „Untere Havel“.

Ein Gespräch mit Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), über die ökologischen Herausforderungen an die Mobilfunkbranche

Mit dem Handy-Recycling möchten wir die Bevölkerung dafür sensibilisieren, verantwortungsvoll mit der Mobilfunktechnologie umzugehen. Vielen Nutzern ist gar nicht bewusst, welche wertvollen Rohstoffe in ausgedienten Handys stecken. Unser Ziel ist es, die Recyclingquote von derzeit nur drei Prozent zu erhöhen. Handy-Recycling bedeutet verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen – wie konkret profitiert die Umwelt davon? Durch das Handy-Recycling wird einerseits Müll vermieden und andererseits sinkt die Nachfrage nach Rohstoffen wie Gold und seltener Erden, bei deren Abbau die Umwelt durch anfallende Giftstoffe belastet wird. Welche Wege geht der NABU, um die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die Wirtschaft zu tragen? Über Gespräche und Meinungsaustausch fördert der NABU das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen Motive und Handlungszwänge des anderen. Dabei berät der NABU Unternehmen in Umweltfragen oder setzt mit deren Unterstützung konkrete Umwelt- und Naturschutzprojekte um.

einmalige Artenvielfalt zu erhalten. Dabei hat sich der NABU zum einen das Ziel gesetzt, für Pflanzen und Tiere unzugängliche Bereiche wieder besiedelbar zu machen. Zum anderen sollen zusätzliche Lebensräume wie Schilfsäume, Sandbänke und Abbruchkanten geschaffen werden, indem die Eigendynamik des Wassers im Verlauf der Unteren Havel erhöht wird. Dabei hat der NABU die Hoffnung, nicht nur die Lebensbedingungen für die bereits ansässigen Tiere zu verbessern. Es sollen sich mittelfristig auch wieder seltene Tier- und Pflanzenarten in größerer Zahl dort ansiedeln. Beispielsweise aus der Elbe aufsteigende Aale und Maifische oder sogar Lachse und Störe. Bis 2021 soll die zweite Projektphase abgeschlossen sein. Für den NABU ist dabei die Finanzierung des Projektes von entscheidender Bedeutung. Ein Teil der Renaturierungsmaßnahmen im Umfang von insgesamt 23,1 Millionen Euro ist Gegenstand des vom Bund

Warum müssen sich Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung im Bereich Umwelt bewusst sein? Nur gemeinsam können wir eine Zukunft nachhaltigen Wirtschaftens gestalten. Dazu gehören neben Politik und Gesellschaft natürlich auch die Unternehmen. Wie können Unternehmen, speziell Mobilfunkanbieter, zum Umweltschutz beitragen? Unternehmen sollten sich den ökologischen Herausforderungen ihrer Branche stellen und nach Lösungen dafür suchen. Bei Mobilfunkanbietern sind das beispielsweise die Umweltbelastungen bei der Herstellung eines Handys. Durch das Handy-Recycling werden wertvolle Ressourcen geschont. Welche Erwartungen haben Sie in diesem Zusammenhang an die Zusammenarbeit mit der E-Plus Gruppe?

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Energieautarke Mobilfunkstation

Die erste energieautarke Mobilfunkstation Deutschlands
Über 20.000 Sendestationen versorgen in Deutschland die Kunden der E-Plus Gruppe mit einem flächendeckenden und störungsfreien Mobilfunknetz. Um in diesem Bereich einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen zu leisten, investiert das Unternehmen in zukunftsweisende Technologien, die die Umwelt schonen und den Verbrauch von fossilen Brennstoffen reduzieren. In einem Pilotprojekt im westfälischen Versmold entstand in Zusammenarbeit mit Nokia Siemens Networks die erste energieautarke Sendestation Deutschlands. Solaranlage, Windkraftrad und eine Brennstoffzelle erzeugen dabei Energie für einen selbstständigen Betrieb. Die regenerativen Energieträger haben bei der Sendeanlage Beispielcharakter. Damit legt die E-Plus Gruppe den Grundstein für ein umweltfreundliches und nachhaltiges Mobilfunknetz. Sonne, Wind und Wasserstoff machen Sendemast unabhängig vom Stromnetz Die verwendete Technik am ersten energieautarken Mobilfunkmast Deutschlands ist vergleichbar mit einem Hybridauto, bei dem mehrere Energielieferanten zum Einsatz kommen. Neben Photovoltaik und Windkraft sorgen Brennstoffzellen für eine regenerative Versorgung des Standortes. Die Sonnenenergie wird hierbei auf einem sogenannten Solartracker mit einer Fläche von 50 Quadratmetern Solarzellen eingefangen. Durch die automatische Ausrichtung der

v.l.: Dr. Gunnar Bender (E-Plus Gruppe), Axel Meyer (Nokia Siemens Networks), Rafal Markiewicz (CTO E-Plus Gruppe), Thorsten Klute (Bürgermeister Versmold)

Zellen am Sonnenstand erhöht sich insbesondere in den Wintermonaten der Ertrag aus der Sonnenenergie erheblich. Die Windkraft wird durch ein vertikales Windrad auf dem Antennenträger gewonnen. Dabei sorgen innovative Anpassungen am Rotor der Anlage für eine optimale Ausnutzung der Windverhältnisse, so dass bereits bei schwachen Windverhältnissen Energie eingefangen wird. Überschüssige Energie wird in Batterien gespeichert, die insbesondere in den Nachtstunden die Versorgung der Technik mit Energie übernehmen. Für den Fall einer Unterversorgung

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Energieautarke Mobilfunkstation

CO2 freie Energieproduktion für Autarke Mobilfunkanlage

erneuerbare Energien

Überwachungs- und Steuerungseinheit

Fernverwaltung

Solarenergie (1)

Solarlockregler

Steuerungs- und Verwaltungseinheit der verschiedenen Energiequellen

Energie-Management

Windenergie (2)

Wechselrichter Relais Energieversorgung Mobilfunkanlage

Brennstoffzellen (3)

AKKUS

(1) moderne Solarpanele mit beweglichen Modulen (2) moderne Windräder (3) Baukastenprinzip, um gespeicherte Energie zur Verfügung zu stellen

durch Wind und Sonne speisen Wasserstoffflaschen zwei Brennstoffzellen mit je 2,5 Kilowatt Leistung. Als Herzstück der innovativen Stromversorgung steuert ein Controller die drei Energie-Lieferanten und das Zusammenspiel mit den Batterien. Besonders für den ländlichen Raum gewinnen unabhängige Energieversorgungssysteme für Sendestationen zunehmend an Bedeutung. Für die E-Plus Gruppe ist gerade dies ein Übungsfeld, um zukünftig regenerative Energielieferanten vermehrt einsetzen zu können. Pionierarbeit der E-Plus Gruppe Bei der Effizienzsteigerung des Netzes spielt für das Mobilfunkunternehmen die Reduzierung des CO2-

Ausstoßes eine bedeutende Rolle. Auch deshalb soll mit dem neuen Sendestandort unter Praxisbedingungen gezeigt werden, dass mit autarker Energieversorgung der klimafreundliche Betrieb einer Mobilfunkanlage möglich ist. Der Spatenstich zum Bau der energieautarken Mobilfunkstation erfolgte im 4. Quartal 2010. Seit April 2011 befindet sich die Station in Betrieb. „Dieser neue Sendemast kann als Prototyp betrachtet werden. Bewährt er sich, ist die Realisierung weiterer Standorte geplant. Das dahinterstehende Konzept ist Teil unserer aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie“, gibt Rafal Markiewicz, Chief Technology Officer bei der E-Plus Gruppe, einen Einblick in die Pläne für ein energieeffizienteres Mobilfunknetz.

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Verantwortungsvoller Umgang mit Energie Energieautarke Mobilfunkstation

„Wir sammeln hier täglich wertvolle Erfahrungen“
Ein Gespräch mit Dr. Karsten Menzel, Department Manager Environment, Health & Safety, über die Perspektiven energieautarker Mobilfunkstandorte
projekt in Versmold wertvolle Erfahrungen, um diese zukünftig für das gesamte Netz anwenden zu können. Sind energieautarke Sendeanlagen reine Prestigeprojekte oder steckt dahinter tatsächlich die Zukunft des Mobilfunknetzes? Für zukünftige Standorte in ländlichen Regionen stellt die Anbindung an das öffentliche Stromnetz einen erheblichen Kostenfaktor dar. Bei einer Entfernung von zwei oder mehr Kilometern ist ein autarker Betrieb unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll. Können Sie abschätzen, wann das Mobilfunknetz in Deutschland flächendeckend über energieautarke Sendemasten versorgt wird? Ein flächendeckendes autarkes Mobilfunknetz macht in Deutschland aufgrund der sehr guten Infrastruktur des Stromnetzes keinen Sinn. Allerdings können Windräder, Solarzellen oder Wasserstoffbrennstoffzellen ergänzend an den Mobilfunkanlagen die Effizienz noch weiter verbessern. Daher werden wir in den nächsten vier Jahren bis zu zehn weitere energieautarke Standorte realisieren. Energieautarke Funkstandorte wirken sich also nicht nur positiv auf die Emissionsbilanz der E-Plus Gruppe aus, sondern senken auch die laufenden Kosten. Den sinkenden Energiekosten steht ein erhöhter Aufwand für Wartung und Betrieb gegenüber, den wir noch nicht wirklich abschätzen können. In jedem Fall bleibt der sehr positive Effekt auf die Emissionsbilanz. Wie hoch war der Forschungs- und Entwicklungsaufwand, um die Anlage in Versmold zu planen? Windräder, Solar- und Brennstoffzellen sind technisch ausgereift und können quasi von der Stange erworben werden. Die Herausforderung für uns bestand darin, die drei Komponenten optimal miteinander zu kombinieren und gleichzeitig die klimatischen Bedingungen vor Ort zu berücksichtigen. Wird beispielsweise die Solarzellenfläche zu klein dimensioniert, reicht die Energie im Winter nicht aus und die Kosten für Wasserstoff steigen. Zudem mussten wir aus baurechtlichen Gründen ein vertikales Windrad einsetzen. Es war ein hartes Stück Arbeit, diese Komponenten in Einklang zu bringen, aber es hat sich gelohnt.

Welche Bedeutung nimmt die Sendeanlage in Versmold für die E-Plus Gruppe ein? Obwohl wir das wohl effizienteste Mobilfunknetz Deutschlands betreiben, entfallen 84 Prozent unseres Energieverbrauchs auf das Funknetz. Mit moderner

Technik, effizienteren Kühlsystemen und innovativer Stromversorgung haben wir die benötigte Leistung für Funkstandorte bereits unter 2 Kilowatt gesenkt. Um in Zukunft diesen Bedarf mit regenerativen Energien abzudecken, setzen wir verstärkt auf Wind- und Sonnenenergie vor Ort. Wir sammeln mit dem Pilot-

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Menschen in Verbindung

MENSCHEN IN VERBINDUNG

Neue Informations- und Kommunikationstechnologien verändern nicht nur die Art und Weise, wie Menschen mit ihrem sozialen Umfeld interagieren, sondern auch, wie sie miteinander kommunizieren. Die Rahmenbedingungen der öffentlichen und privaten Kommunikation haben sich grundlegend verändert. Zur gesellschaftlichen Verantwortung der E-Plus Gruppe gehört es, sich mit diesen Prozessen auseinanderzusetzen.

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Menschen in Verbindung UdL Digital

Transparenz schafft Vertrauen
Die Kommunikation mit Kunden, Stakeholdern und Mitarbeitern wird bei E-Plus dialogorientiert gelebt und gestaltet. Um diese neue Kommunikationswelt auch sinnvoll nutzen zu können, gehört es zur Verantwortung des Unternehmens, die notwendige Kompetenz im Umgang mit neuen digitalen Kommunikationstechniken zu schaffen. Dazu hat das Unternehmen eine breite, digitale Präsenz im Netz etabliert. Den Kern der Online-Kontakte stellt das Weblog UdL Digital dar. Hier werden aktuelle politische und branchenrelevante Themen diskutiert oder eigene Positionspapiere der E-Plus Gruppe veröffentlicht. Auch Gastbeiträge von Autorinnen und Autoren, die sich mit innovativen Ideen der digitalen Kommunikationswelt auseinandersetzen, erscheinen bei UdL Digital. Die Inhalte des Digital Public Affairs Blog dienen sowohl Journalisten als auch Vertretern aus Politik und Gesellschaft als Informations- und Recherchehilfe. „UdL“ steht für Unter den Linden, die ursprüngliche Prachtmeile in Berlin-Mitte unweit vom Brandenburger Tor und dem Bundestag. Unter den Linden ist vor allem auch die Straße, in der viele Unternehmen ihre politischen Verbindungsbüros in der Hauptstadt eingerichtet haben, so auch die E-Plus Gruppe. Die Verbindungen zu den Stakeholdern werden über die zahlreichen crossmedialen Verbindungen im Social Web aufrechterhalten und gepflegt. Die UdL DigitalPräsenzen bei Facebook, Twitter und anderen Netzwerken erleichtern die schnelle und informelle Kontaktaufnahme. Online-Aktivitäten werden offline flankiert. Aber auch Kommunikation über Social Media Kanäle braucht reale Treffen. So erfahren die Mitglieder der UdL Digital Community im Netz die Termine der UdL Digital Treffen, die in Abständen einiger Wochen in Berlin stattfinden und der Community eine gute Gelegenheit bieten, sich persönlich zu treffen und auszutauschen. Die „UdL Digital Talks“ sind mittlerweile wichtige Treffpunkte mit digitaler Anschlusskommunikation geworden. Einmal im Monat wird im „BASE_camp“ der E-Plus Gruppe in Berlin-Mitte, Unter den Linden 10, zu einer Talkrunde geladen. Moderiert von Cherno Jobatey, sprechen verschiedene Gäste aus dem öffentlichen Leben über aktuelle Themen. Diese Veranstaltungen bieten dem Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein ungezwungenes Forum. Die Fotos und Video-Mitschnitte sind auf den verschiedenen Plattformen im Netz zu finden und verlängern die Gespräche und Diskussionen damit in die digitale Öffentlichkeit. Um den Veränderungen in der gesellschaftlichen Kommunikation Rechnung zu tragen, verzahnt die E-Plus Gruppe digitale und reale Kommunikation miteinander. Der offene Dialog zwischen politischen

Moderator Cherno Jobatey (M.) diskutiert im BASE_camp mit Constanze Kurz (Chaos Computer Club, l.) und Thomas Jarzombek, Mitglied des Bundestages (r.), darüber, wieviel Partizipation Deutschland braucht und verträgt

Entscheidungsträgern, interessierten Bürgern und Vertretern der Gesellschaft wird durch Face-to-FaceInteraktionen und Anschlusskommunikation im Social Web gepflegt. Kommunikation der vierten Generation bedeutet für die E-Plus Gruppe, Interessen und Standpunkte transparent zu machen, Inhalte im Web

zu verbreiten und mit allen Zielgruppen – Kunden, Mitarbeitern, Politik, Medien und Verbänden – einen offenen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf: www.UdLdigital.de

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Menschen in Verbindung Medienkompetenz

Teilhabe an der digitalen Welt
E-Plus und die Stiftung Digitale Chancen
Die E-Plus Gruppe ist seit September 2010 Zustifter und aktiver Förderer der Stiftung Digitale Chancen. Dem Unternehmen ist die Förderung in der Nutzung mobiler Anwendungen und Medienkompetenz für die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ein dringendes Anliegen. Angesichts der Zahlen des (N)ONLINER Atlas 2011 wird deutlich warum. Demnach sind zwar 74,7 Prozent der Deutschen inzwischen im Netz, allerdings zählen nach wie vor mehr Männer als Frauen zu den Onlinern. Ebenfalls sind mehr Jüngere im Netz unterwegs als Ältere sowie Haushalte mit hohem Einkommen und Bildungsniveau. Zwei Drittel der Bevölkerung zählen zu den so genannten Digitalen Außenseitern und Gelegenheitsnutzern, und nur eine Minderheit der Deutschen ist in der Lage, die digitalen Möglichkeiten beruflich und privat in vollem Umfang auszuschöpfen. Gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen möchte die E-Plus Gruppe Nutzungsbarrieren abbauen und die Medienkompetenz schulen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „UdL Digital Roundtable – Gespräche zur Digitalen Integration“ bietet das Unternehmen in seinen Räumen in einem lockeren Turnus eine Plattform zu Fragen im Umgang mit dem Internet an. Expertinnen und Experten befassen sich mit der Vermittlung von Medien- und Internetkompetenz an Menschen, die bisher benachteiligt sind im Umgang mit den neuen Medien.
Im Berliner Büro der E-Plus Gruppe fand der zweite UdL Digital Roundtable zum Thema „Kinderrechte und Elternpflichten in der digitalen Gesellschaft“ statt. Es nahmen 50 Expertinnen und Experten teil

Gleichzeitig dienen die Roundtable Gespräche der Etablierung eines Runden Tisches für Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, um neue Strategien und Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln, die die Digitale Integration unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen nachhaltig fördern. Ein erstes UdL Digital Roundtable Gespräch fand in Kooperation mit dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung im Dezember 2010 statt. Weitere Gespräche zu den Themen „Kinderrechte und Elternpflichten in der digitalen Gesellschaft“ und „Mobil durchs Netz – Migranten in der digitalen Welt“ wurden im ersten Halbjahr 2011 durchgeführt. Für Oktober 2011 steht das Thema „Seniorinnen und Senioren im Netz“ auf der Agenda.

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Menschen in Verbindung Medienkompetenz

„Junge Menschen brauchen Unterstützung“
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Herbert Kubicek, Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Digitale Chancen, über den Stellenwert digitaler Medienkompetenz

Warum ist digitale Medienkompetenz gesellschaftlich ebenso relevant wie Lesen und Schreiben? Weil das Internet heute ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags ist. Das mobile Internet wird zum allgegenwärtigen Begleiter auf fast allen Wegen und in fast allen Lebenslagen und kann so die gesamtgesellschaftliche Teilhabe fördern. Inwiefern erhöht digitale Teilhabe die Chancen junger Menschen? In fast allen Studienfächern und vielen Berufen wird der sichere Umgang mit digitalen Medien vorausgesetzt. Wer entsprechende Kompetenzen erlernt, ist erfolgreicher. Junge Menschen wachsen heute mit digitalen Medien auf. Das bedeutet aber nicht, dass sie alle Potenziale ausschöpfen können. Bei der Entscheidung über die Preisgabe eigener Daten, bei der Wahrung der Persönlichkeitsrechte anderer im Netz und beim Umgang mit dem geistigen Eigentum anderer brauchen junge Menschen Unterstützung.
Der Vorstand der Stiftung Digitale Chancen, v.l.: Jutta Croll (Stiftung Digitale Chancen), Godert Vinkesteijn (KPN), Dr. Per Christiansen (Hans-Bredow-Institut), Prof. Dr. Herbert Kubicek (Stiftung Digitale Chancen)

Je nach Alter, Geschlecht und Bildungsniveau muss man Menschen auf unterschiedliche Weise zu den für sie geeigneten Anwendungen führen und ihnen die Vorteile der Nutzung aufzeigen. Die Stiftung Digitale Chancen hat einen Schwerpunkt in der Qualifizierung von Multiplikatoren der sozialen Arbeit und non-formalen Bildung. Durch Trainingsangebote werden diese befähigt, ihre Zielgruppen an das Internet heranzuführen und bei der sicheren und verantwortungsbewussten Nutzung zu unterstützen. Die Stiftung Digitale Chancen engagiert sich für das barrierefreie Internet. Was bedeutet das? Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen die Angebote im Netz nutzen können. Inhalte sollen so gestaltet sein, dass Blinde sie mit einem Screen-Reader lesen können. Farbkontraste und Schriftgrößen müssen die Lesbarkeit für Menschen mit Sehschwächen unterstützen. Einfache Sprache dient der Verständlichkeit, eine intuitive Navigation der Bedienbarkeit. Die Stiftung hat mit der Aktion Mensch bereits sieben Mal den BIENE-Wettbewerb durchgeführt und dabei rund 2.000 Webseiten auf Barrierefreiheit überprüft. 120 Webangebote wurden bisher prämiert.

Gibt es für jede Gruppe spezielle Programme, um sie an digitale Medien heranzuführen?

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Menschen in Verbindung Medienkompetenz

Sicher in der digitalen Welt
Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert Medienkompetenz
Die Welt der Handys und des mobilen Internets ist abwechslungsreich und spannend, besonders für Kinder. Kinder gehen viel intuitiver mit Handys um als manch Erwachsener. Sie wissen sehr genau, was sie damit machen wollen. Allerdings können sie dabei die Folgen oft nicht richtig abschätzen. Daher ist – wie beim Fernsehen, Computer oder Internet – der verantwortungsvolle Umgang mit dem Handy längst Bestandteil der erforderlichen Medienkompetenz geworden. Aus diesem Grund setzen sich die E-Plus Gruppe und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) seit mehreren Jahren dafür ein, dass Kinder die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Medien kennenlernen. Hierzu zählt auch, worauf sie bei der Benutzung von Handys achten müssen. Um auf diesem Gebiet Aufklärungsarbeit zu leisten, hat die E-Plus Gruppe in Zusammenarbeit mit dem DKHW die Broschüre „Fit fürs Handy“ entworfen. Darin werden die Unterschiede zwischen Vertrags- und PrepaidHandy erklärt oder Tipps und Tricks für den Urlaub und die Sicherheit des Handys anschaulich dargestellt. Mit dem Handy-Tagebuch wird den Kindern zum Beispiel die Möglichkeit gegeben, auf spielerische Weise die Kontrolle über die Kosten zu erlernen. Die Broschüre geht noch einen Schritt weiter, indem sie auch Tipps für die Eltern bereithält und das Thema Mobilfunk und Gesundheit aufgreift. Damit begleiten das DKHW und die E-Plus Gruppe Kinder und ihre Eltern sicher in der digitalen Welt. Darüber hinaus kooperieren das Unternehmen und das Deutsche Kinderhilfswerk in weiteren Projekten. So entstand 2010 die Idee für ein Handy-Game zur Unterstützung und Bildung von Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen, das seit 2011 zur Verfügung steht. Die E-Plus Gruppe ist Unterzeichnerin des Verhaltenskodex der Mobilfunkanbieter zum Jugendschutz, Unterzeichnerin des Verhaltenskodex für PremiumDienste und Mitglied in der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM).

Gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk setzt sich die E-Plus Gruppe für einen verantwortungsvollen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Handy ein

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Menschen in Verbindung Alphabetisierung

„Schreib dich nicht ab ...!“
Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung
In einem Land wie Deutschland eigentlich unvorstellbar, aber leider Realität: Über 7 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland verfügen nicht über ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse. Das ergab die neueste Studie der Universität Hamburg zum funktionalen Analphabetismus (s. Infografik). Dadurch sind Betroffene in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens benachteiligt. Seit über 20 Jahren nimmt sich der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung diesem gesamtgesellschaftlichen Problem an, denn fehlende Grundbildung erhöht nicht nur das Armutsrisiko jedes Betroffenen, sondern verursacht darüber hinaus hohe volkswirtschaftliche Kosten. Die E-Plus Gruppe unterstützt den Bundesverband Alphabetisierung bei der Reduzierung dieser erschreckenden Zahl. Menschen, die nur schlecht oder gar nicht lesen und schreiben können, haben keine Chance, moderne Kommunikationsmittel sinnvoll zu nutzen. Damit diese Betroffenen nicht von den Entwicklungen der modernen Kommunikation abgekoppelt werden, führen der Verband und E-Plus gemeinsame Kampagnen gegen Analphabetismus durch. Zu den Zielen des Verbandes gehören die Förderung von Erwachsenen beim Erlernen von Lesen und Schreiben, die kontinuierliche Optimierung des Kursangebots und auch die Unterstützung von Anbietern entsprechender Kurse. Dabei gilt es, die oft ängstlichen und mutlosen Betroffenen zur Nutzung der Lernangebote zu motivieren sowie durch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung für Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen des funktionalen Analphabetismus zu sensibilisieren. Menschen, die bis ins Erwachsenenalter nicht richtig lesen und schreiben gelernt haben, meistern ihr Leben mit Hilfe der Alphabetisierungskurse viel selbstständiger und gewinnen so ein höheres Selbstwertgefühl. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die E-Plus Gruppe den Bundesverband bei Projekten wie dem Schreibwettbewerb 2010, bei dem Teilnehmer aus Lese- und Schreibkursen für Erwachsene mit eigenen Texten zu Autoren werden konnten, oder stärkt die öffentliche Aufmerksamkeit für die Herausforderung mit über 330.000 verteilten Postkarten in Szenelokalitäten. Ein besonderes Projekt des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung richtet sich vor allem an junge Menschen mit niedrigen Lese- und Schreibkompetenzen. Unter dem Motto „Schreib dich nicht ab. Lern lesen und schreiben!“ wendet sich das Projekt iCHANCE gezielt an junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren. Bereits seit drei Jahren ermutigen hochkarätige Prominente wie Collien Fernandez oder Jan Delay in einer multimedialen Kampagne dazu, sich der Herausforderung Grundbildung zu stellen und bestehende Lernangebote wahrzunehmen. Für Jugendliche haben gerade die Stars Vorbildfunktion. Durch ihr Engagement für iCHANCE setzen sich die Künstler für eine bessere Grundbildung ein und machen den Betroffenen Mut, etwas an ihrer Situation zu ändern. Mehr Informationen dazu finden Sie auf: www.iCHANCE.de www.alphabetisierung.de

In Deutschland sind über 7 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren als funktionale Analphabeten einzuordnen.

0,3 Mio. Menschen, die beim Lesen und Schreiben die Wortebene nicht erreichen

2 Mio. Menschen, die nur einige Wörter, aber keine ganzen Sätze lesen und schreiben können

30,8 Mio. Vollständige Literation

5,2 Mio. Menschen, die mit kurzen Sätzen umgehen können, an Texten aber scheitern

13,3 Mio. Menschen, die fehlerhaft schreiben

58,1 % Erstsprache Deutsch

56,9 % der Betroffenen sind berufstätig 41,9 % Andere Erstsprache

Quelle: leo. – Level-one Studie, Universtät Hamburg 2011

43,1 % Andere

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Menschen in Verbindung Alphabetisierung

Vorbild sein und Mut machen
Tim-Thilo Fellmers Weg vom Analphabeten zum Kinderbuchautor
Fauzie hat ein Problem: Ihm fehlt eine für seine Spezies, die Wusel, obligatorische rote Locke am Bauchnabel. Deshalb begeben sich Fauzie und sein Freund Fuffi auf eine abenteuerliche Suche nach dem Zauberer Hasselrassel. Bei der Überquerung des Roten Gebirges müssen die zwei Wusel ihre Ängste überwinden, erleben einen Schrecken nach dem anderen und spüren schließlich am Ziel ihrer Reise, wie stark Freunde werden können, wenn sie einander vertrauen. Auf den ersten Blick ist das einfach eine Geschichte für Kinder. In Wirklichkeit hat „Fuffi der Wusel“ aber viel mit der Lebensgeschichte des Kinderbuchautors Tim-Thilo Fellmer zu tun. Am Beginn seiner Suche fehlte Fellmer allerdings keine rote Locke am Bauchnabel. Vielmehr litt er unter der Last, nicht lesen und schreiben zu können. Ein ungewöhnlicher Weg, den Tim-Thilo Fellmer beschritten hat – vom Analphabeten zum Kinderbuchautor. Aufgewachsen in gutbürgerlichem Hause, hat er in den ersten Klassen der Grundschule nicht ausreichend lesen und schreiben gelernt und verlor in seiner Schullaufbahn schnell den Anschluss. Zum Hauptschulabschluss nach elf Jahren und einer anschließenden Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker reichte es, aber die Wurzel seines Problems blieb bestehen: fehlende Lese- und Schreibfähigkeiten. Als Kind und Jugendlicher wusste Fellmer seine Schwäche geschickt zu überspielen. Er unterhielt als Klassenclown seine Kameraden prächtig, im Sport war er seinen Altersgenossen oft einen Schritt voraus, und im Notfall wusste er sich mit Körpereinsatz durchzusetzen. Diese Ventile reichten allerdings irgendwann nicht mehr aus, den mit zunehmendem Alter stetig wachsenden Leidensdruck zu kompensieren. Die Angst, ertappt zu werden, kostete Kraft. Er wurde von der psychischen Last zermürbt, an ganz normalen gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen zu wollen, es aber nicht zu können, ohne seine Schwäche zu offenbaren. Selbstbestimmtes Leben mit neuen Perspektiven Fellmer wollte kein Außenseiter mehr sein, weder privat noch beruflich. Er meldete sich zu einem Alphabetisierungskurs bei der VHS an und startete damit eine Erfolgsgeschichte, in deren Verlauf er neben zwei Büchern auch zahlreiche weitere Texte veröffentlichte und seinen eigenen Verlag gründete. Im Rahmen seiner Vortrags- und Lesereisen ist er mittlerweile in ganz Deutschland anzutreffen. Er will Vorbild sein und anderen Leidensgenossen Mut machen, ihr Schicksal selbst zu gestalten. Denn er weiß besser als jeder andere, „dass die Lebensqualität mit dem Erwerb von Leseund Schreibfähigkeiten ungemein steigt, weil man auf einmal so vieles erleben kann und sich neue ungeahnte Perspektiven auftun“, sagt Fellmer rückblickend. Daher unterstützt Fellmer bereits seit 2006 aktiv den Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung, von dem er 2009 zum Botschafter für Alphabetisierung ernannt wurde. Dessen Engagement erachtet er für die Betroffenen und unsere Gesellschaft als unverzichtbar. Wahrscheinlich ist es die Nähe zu den Betroffenen – gepaart mit dem Bemühen, wirklich etwas bewegen zu wollen –, was aus seiner Sicht die Arbeit des Bundesverbandes so besonders macht. Genau diese Nähe, mit der auch Fauzie und sein Freund Fuffi so viel erreicht haben.

Tim-Thilo Fellmer (Kinderbuchautor)

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Menschen in Verbindung Kultur und Wissenschaft

Dialog mit Kultur und Wissenschaft
Um die aktuellen gesellschaftlichen, regulatorischen und medienrechtlichen Entwicklungen kritisch und reflektiert zu begleiten, arbeitet die E-Plus Gruppe kontinuierlich mit dem Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (ITM) sowie dem Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin (IKM) zusammen. Der nachfolgende Überblick dokumentiert ausgewählte Aktivitäten: 5. Mai 2010: Erstes ITM/IKM Hauptstadtgespräch zum Thema „Deutschland Digital 2015 – Aktuelles zur IKT Politik der Bundesregierung“ mit Staatssekretär Dr. Bernd Pfaffenbach. 7. Juli 2010: Eröffnung der Forschungsstelle für Mobiles Breitband am ITM der Universität Münster durch Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Ende Oktober 2010: Start der Schriftenreihe „Mobiles Breitband und Digitale Öffentlichkeiten“. Band 1: „Verpasste Chancen und zukünftige Handlungsoptionen im Mobilfunk“ von Dr. Bernd Sörries, Forschungsstelle für Mobiles Breitband am ITM. Band 2: „Flexibilisierung der Frequenznutzung – Ökonomische und juristische Analysen“ von Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, Mercator School of Management (Universität Duisburg-Essen), und Prof. Dr. Bernd Holznagel, ITM. 10. November 2010: Zweites ITM/IKM Hauptstadtgespräch: Vorstellung der ersten beiden Bände der Schriftenreihe „Mobiles Breitband und digitale Öffentlichkeiten“ mit Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin Brandenburg.

Dorothee Bär (MdB CSU) und Sebastian Blumenthal (MdB FDP) diskutieren bei E-Plus über Partizipation, Liberalisierung im Mobilfunkmarkt, Breitbandausbau und Medienkompetenz

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E-Plus Mitarbeiter und Führungskräfte für den guten Zweck

Soziales Engagement im Rahmen der E-Plus Weihnachtsfeier am 9. Dezember 2010 in der Düsseldorfer Unternehmenszentrale zusammen mit der nordrheinwestfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zusammen mit E-Plus CEO Thorsten Dirks

E-Plus Challenger Camp: Führungskräfte der E-Plus Gruppe zeigen soziales Engagement und bauen in Lünen (Westfalen) gemeinsam den Schulhof einer Förderschule zu einer attraktiven Bewegungslandschaft für 180 Kinder und Jugendliche um

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Impressum Herausgeber: E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG Unternehmenskommunikation & Politik E-Plus-Straße 1 40472 Düsseldorf Gesamtproduktion: B&S SIEBENHAAR Verlag, Berlin/Kassel mit VISULABOR® Büro für Gestaltung, Berlin/Leipzig Druck: Westkreuz-Druckerei Ahrens KG, Berlin/Bonn
Die CO2-Emissionen dieses Produkts wurden durch CO2-Emissionszertifikate ausgeglichen.

klimaneutral gedruckt

Zertifikatsnummer: 856-10361-0911-1035 www.climatepartner.com

Bildnachweis: E-Plus Gruppe: S. 8/9, 18, 22/23, 40, 41, 43, 46/47, 49, 50, 52, 54, 58, 60, 62/63; Anna Jokisch: S. 16; Naturschutzbund Deutschland e.V.: S. 14/15, 32/33, 35 – 39; Falco Peters (www.falcopeters.com): S. 5, 21, 25, 26, 28 – 31, 44 Redaktionsschluss (inklusive Grafik- und Zahlenangaben auf S. 12 f.): 30.06.2011

Kontakt E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG E-Plus-Straße 1 40472 Düsseldorf Link zum Download der vorliegenden Publikation: www.eplus-gruppe.de/verantwortung Für die Auswahl der in diese CR-Publikation aufgenommenen Daten haben wir uns an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert: www.globalreporting.org

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