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G. I.

Gurdjieff und der Kampf gegen den Schlaf Der folgende im Jahre 1917 gehaltene Vortrag Gurdjieffs wurde dem Buch „Auf der Su che nach dem Wunderbaren“ von P. D. Ouspensky entnommen „Um den Unterschied zwischen den einzelnen Bewusstseinszuständen zu verstehen, müssen wir zunächst auf den ersten, den Schlafzustand, eingehen. Er ist ein völlig subjektiver. Der Mensch ist hier i n seine Träume versunken – gleichgültig, ob er eine Erinnerung an sie bewahrt oder nic ht. Selbst wenn irgendwelche realen Eindrücke auf den Schläfer einwirken, wie gewiss e Geräusche, Stimmen, Hitze, Kälte oder Gefühle seines eigenen Körpers, so können diese do ch nur phantastische Bilder in ihm hervorrufen. Dann erwacht der Mensch. Auf den ersten Blick erscheint es als befände er sich in einem ganz anderen Bewusstseinsz ustand. Er kann sich bewegen, mit anderen Personen sprechen, Pläne machen, Gefahre n sehen, sie vermeiden und so weiter. Normalerweise sollte man annehmen, dass se ine Lage nun wesentlich günstiger ist als im Schlaf. Aber wenn wir den Dingen ein wenig mehr auf den Grund gehen, wenn wir einen Blick auf die innere Welt des Men schen werfen, auf die Ursachen seiner Handlungen, entdecken wir, dass er sich je tzt fast im gleichen Zustand befindet wie vorher. Ja, er ist sogar in einer noch schlechteren Lage, denn während des Schlafes ist er passiv, das heißt, er kann nich ts unternehmen. Im Wachzustand hingegen kann er handeln, und die Folgen seiner H andlungen werden auf ihn und seine Umgebung zurückwirken. Dabei ist er sich seiner selbst gar nicht wahrhaft bewusst. Er ist eine Maschine, alles stößt ihm zu. Er kan n die Flut seiner Gedanken nicht hemmen, er kann weder seiner Phantasie, noch se inen Gefühlen, noch seiner Aufmerksamkeit gebieten. Er lebt in einer subjektiven W elt des <<ich liebe>>, <<ich liebe nicht>>, <<das gefällt mir>>, <<das gefällt mir n icht>>, <<ich habe Lust>>, <<ich habe keine Lust>>, - in einer Welt also, die au s dem besteht, was er zu lieben oder nicht zu lieben, zu wünschen oder nicht zu wüns chen glaubt. Er sieht nicht die wirkliche Welt. Die reale Welt ist für ihn hinter der Mauer seiner Phantasie verborgen. Er lebt in einem Traum. Das, was er <<klar es Bewusstsein>> nennt, ist nur Schlaf – und zwar ein viel gefährlicherer Schlaf, al s der, den er nachts in seinem Bett erlebt. Betrachten wir irgendein Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Den Krieg zum Beispiel. Auch in diesem Augenblic k ist Krieg. Was soll das heißen? Es bedeutet, dass mehrere Millionen Schlafender bemüht sind, mehrere Millionen anderer Schlafender zu vernichten. Wenn sie sich we igerten das zu tun, das zu tun, würden sie natürlich aufwachen. Alles was zur Zeit v or sich geht, ist auf Rechnung dieses Schlafes zu setzen. Diese beiden Bewusstse inszustände also, der Schlafzustand und der Wachzustand, sind gleichermaßen subjekti v. Erst wenn der Mensch beginnt, sich seiner selbst bewusst zu werden, kann er w ahrhaft erwachen. Dann gewinnt das ganze Leben rings um ihn ein anderes Aussehen und einen neuen Sinn. Er erblickt darin ein Leben von schlafenden Menschen, ein Traumleben. Alles was die Leute sagen, was sie tun, geschieht im Schlaf. Nichts davon kann

Es ist möglich. Die zwanzig Menschen müssen al so einen solchen Menschen finden und ihn dazu bringen. es ist möglich. Sogar die Jünger Jesu schliefen im Garten Ge emane. Theorie n zu Tausenden aufzustellen – und alles das im Schlaf. Die Frage beweist nur. taus end Jahre lang zu denken. Und doch gibt es nichts das schwierige r wäre. der tatsächli ch fähig ist. sich wachzuhalten. genügt ei n einfacher Stoß nicht. Allein das Erwachen und das. oder sie sollten es zumindest versuchen. wie schwer es ist. . den Krieg zu vermeiden. und dieser fällt seinerseits in den S chlaf. ob es nich t möglich wäre. Wie oft habt ihr mich schon gefragt. die ein Mensch stellen k ann. „Schlaft nicht“. der aufwacht. wenn daraus kein Schaden für ihn oder die anderen entstehen kann. sie aufzuwecken und ihnen zu gestatten. Wie oft lesen wir zum Beispiel in den Evan gelien: „Wacht auf“. ohne jede Hoffnung auf Erwa chen. weil der Schlaf durch das gesamte Leben um uns und durch alle Bedingungen unserer Umwelt verursacht und erhalten wird. Wenn er ers t einmal begriffen hat. d er erwachen will. und wenn er di e Erfahrung gemacht hat. Fast seit der Erschaffung der Welt schon h at man den Menschen davon gesprochen. der selbst nicht einschläft oder d er zumindest nicht so leicht einschlummert wie die anderen oder der doch nur dan n. Genauer gesagt . „Wache“. ihn ständig wachz urütteln. für eine Metapher. Natürlich wäre es möglich. Wenn ein Mensch jedoch tief schläft. Doch bevor er sie stellt. Doch selbst das genügt noch nicht. dass die Menschen a uch die Bibel im Schlaf lesen. Diese Tatsache besagt alles. denn es ist denkbar . Das klingt sehr einfach. der Mensch kann nicht allein zum Erwachen gelangen. Infolgede ssen ist ein Mensch nötig. Dies e Idee von Schlaf ist keineswegs neu. dass immer mehr Menschen in diesen Schlaf hineingezogen werden. Ab er verstehen die Menschen sie? Sie halten sie für eine rhetorische Floskel. sich seiner selbst bewusst zu werden . Ich sagte bereits. als die anderen zu wecken. wieder in den Schlaf zurückzusinken. dass er sich seiner selbst nicht bewusst ist und dass ei n Bewusstwerden bis zu einem gewissen Grad ein Erwachen bedeutet. Dabei ist gerade in diesem Fall der Grund noch leicht zu erfassen. Diese Tatsache gilt es zu begreifen. hat wirklichen Wert. sich einen Helfer dingen muss. dass er s chläft. was zum Er wachen führt. dann wird er auch begreifen. Ohne diese Voraussetzung ist e in Erwachen nicht möglich. Wozu ist er ihm also nütze? Und wenn man einen Menschen findet. die anderen weckt. einschläft. Und das wird ihm nur möglich sein. einen schlafenden Mensc hen aufzuwecken? Man muss ihn anstoßen. Und sie begreifen nicht. muss er sich von der Tatsache überzeugen. Wie bringt man es fertig. während ihr Meister zum letzten Mal betete. dass sie buchstäblich als Wahrheit begriffen w erden muss. warum die Evangelien nie vom Schlaf sprechen… E s ist auf jeder Seite davon die Rede. der es übernimmt. ganze Bibliotheken zu schreiben. dass der Wunsch allein nicht genügt. Wenn aber zwanzig Menschen vereinbaren. wenn es statthaft ist. dass der erste von ihnen. so wird dieser vermutlich Wichtigeres zu tun habe n. der dies besorgt. wenn doch alle Welt schläft? Er nimmt einem Menschen das Versprechen ab. D ie Jünger brauchten ja nur zu erwachen. Die Menschen brauchten nur zu erwachen. besteht schon eine gewisse Chance. dass sie au fwachen. das diese zwanzig Menschen gleichzeitig einschlafen und nur träumen. Im Gegenteil: die von Schlafenden verfertigten Theorien und Bücher werden nu r bewirken. Aber wen kann er dazu bringen. Dann muss man ihn immer wieder unaufhörlich rütteln. wenn er aufzuwachen versucht. Wie kann man sich diesem Schlaf ent ziehen? Das ist die wichtigste und wesentlichste Frage. und zwar ganz bewusst. Man muss also nach einer anderen Lösung suchen. Die zwanzig Menschen müssen von einer anderen Person beaufsichtigt werden. das heißt. ihn zu wecken.also auch nur den geringsten Wert haben. dass ein Mensch. M an hat mich tatsächlich oft gefragt.

Wenn diese beiden Bedingungen nicht erfüllt sind. Ein Mensch. als sei für gewisse Menschen nichts schwierige r. dann aber bald einschläft und im Schlaf träumt.“ . dass man an sie denkt. um daran zu denken. aber auch diese Qualen werden sie nich t erwachen lassen. und alle Mühe is t vergebens. Und das schlimmste: der Mensch gewöhnt sich an alle Wecker. dass er d iese Arbeit zwar in Angriff nimmt. ist es unerlässlich. muss sich also nach anderen Menschen umsehen. als diese Zusammenhänge zu begreifen. Infolgedessen müssen die Wecker ständig ausgewechselt werden. vollbringen kann.Es besteht auch die Möglichkeit. des Aufziehens und des Austauschens all der Weckeruhren allei n. Es sieht so aus. Die Weckeruhren müssen aufgezogen werden. und nach ei ner gewissen Zeit schläft er nur umso besser. Der Mensch muss sich buchstäblich mit Weckern um geben. Man braucht also viele Weckeruhren mit verschiedenen Klingelzeichen. der erwachen wi ll. Die Arbeit muss organisiert werden. um sie aufzuziehen. der ihre Probleme. dass ihr erstes Opfer darin bestehen muss. dass der Mensch diese ganze Leist ung des Erfindens. Aber auch hier erheben sich wieder neue S chwierigkeiten. kann die Anstrengung nicht die erwarteten Erfolge zeitigen. d ass er Wecker erfindet. sich einem anderen zu unterwerfe n. ohne äußere Hilfe. Die Menschen können sich quälen. Sie mögen aus eigener Initiative zum größten Ei nsatz fähig sein. Das Unglück ist nur. über die der gewöhnliche Mensch nicht verfügt. muss man immer wieder aufwachen. dass man sich allzurasch an jede Weckeruhr gewöhnt: man hört sie schließlich gar nicht mehr. dass all ihre anderen Opfer in diesem Fall zu n ichts nütze sind. d enn die Bewältigung einer solchen Aufgabe und ihre Organisation verlangen Kenntnis se. aber sie werden sich um keinen Preis der Welt davon überzeugen las sen. um dann mit ihnen zusammenzuarbeiten. und man muss immer wieder neue erfinden. die den gleichen Wunsch haben. Und sie wollen nicht zugeben. Leider besteht aber nur wenig Hoffnung. sich mechanisch wecken zu lassen. Das hilft mit der Zeit. die ihn am Einschlafen hindern. Und das kann nur durch einen Men schen geschehen. Aber das ist leichter gesagt als getan. und einer muss die Leitung übernehmen. ihre Methoden und ihre Ziele kennt und der s ich selbst schon einmal in ein solch organisiertes Werk eingegliedert hat. sie aufzieht und austauscht. Es ist sehr viel wahrscheinlicher. Die Arbeit muss geplant werden. Man kann eine W eckeruhr benutzen.