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Quo vado?

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Die Anlehnung an die Paulusbroschüre «Quo vadis?» ist wohl nicht zu übersehen
und auch beabsichtigt. Hier soll aber nicht mehr Paulus oder die ersten Christen im
Zentrum stehen, sondern der Jugendliche mit seinen ganz persönlichen Fragen.
Es soll ganz konkret um jeden einzelnen gehen – also eben «Wohin gehe ich?» und
nicht wer sonst noch aus irgendwelchen Gründen wo immer auch hin gehen will.

Stille Zeit im Helferkurs


Ein bekanntes Mitglied unserer Region hat zur Stillen Zeit einmal folgendes
geschrieben: «Sie [die Stille Zeit] ist für viele der Inbegriff der Leere und der völligen
Inhaltslosigkeit, eine halbe Stunde, deren Minuten sich träge dahinschleppen; es
scheint als multiplizieren sich die Faktoren Bibellesen und Langeweile derart, dass
sich als Resultat die Minuten vervierfachen.»
Wir glauben, Langeweile muss nicht sein. Diese hat ihren Ursprung wohl darin, dass
Dinge verhandelt werden, die nicht wirklich die Fragen der Jugendlichen sind. Es
kann also nicht darum gehen – theologisch vielleicht noch so interessante – Dinge zu
besprechen, wenn die Jugendlichen nicht spüren, dass diese zutiefst etwas mit ihrem
Leben zu tun haben.
Wir wollen also vielmehr während der Stillen Zeit einen Raum schaffen, in dem sich
die Jugendlichen ganz persönlich mit der christlichen Tradition auseinandersetzen
können und beispielsweise in biblischen Geschichten Anstösse für ihr heutiges und
künftiges Leben entdecken können. Dabei kann es für die Jugendlichen interessant
sein, wie du mit der christlichen Tradition umgehst und wie du versuchst deine
Gottesbeziehung zu leben.
Wir denken, dass es Sinn macht die Stille Zeit mit einer kurzen Austauschrunde zu
starten. Wie geht es mir gerade? Was war mein Höhepunkt / Tiefpunkt am vergangen
Tag?

Deine Vorbereitungen
Die Stillen Zeiten sind hier sehr detailliert beschrieben und es wird ein konkreter
Ablauf vorgeschlagen. Wichtig war uns bei der Erarbeitung, dass verschiedene
Methoden eingesetzt werden und so auch Jugendliche, welche sich in Diskussionen
nicht so gerne engagieren, von den Stillen Zeiten profitieren können.
Es ist uns aber wichtig, dass die jeweiligen Blöcke als Vorschläge verstanden werden
und du als Leiter natürlich die Freiheit hast, davon abzuweichen oder deine Ideen mit
einzubauen. Sowieso wird die Stille Zeit nur funktionieren, wenn die Teilnehmenden
merken, dass das was ihr da macht, dir auch wirkliche ein Anliegen ist. So oder so
solltest du dich also vor der Kurswoche mit den einzelnen Blöcken
auseinandersetzten und sie konkret und auf deine Weise vorbereiten.

Gute Vorbereitungen und einen angeregten Austausch wünschen dir


Jonas Widmer v/o Kajon und Pascal Känzig v/o KK

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Lateinisch: Wohin gehe ich?
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Das Leben des Paulus


Ziel
Die Jugendlichen reflektieren ihre Motivation für ihr (künftiges) Engagment in der
Jungschararbeit und überlegen sich selbständig, wie sie sich im Bezug auf ihren
Glauben positionieren würden.

Ablauf
Austauschrunde 15’
Jeder soll ein für ihn prägendes Jungscharerlebnis erzählen
(Vielleicht zuerst kurze Zeit des Überlegens; danach Austausch)
Versucht ausgehend von diesen Erlebnissen herauszufinden, was eure
Motivation ist, nun ins „Leiterlager“ zu wechseln und euch so für die
Jungschararbeit einzusetzen.
Wieso „Stille Zeit“? (Kurze Erklärung von dir, was die Stille Zeit soll) 5’
Fussballfeld Gottes 20’
1. Schritt: Paulus auf dem Spielfeld
Wo würdest du Paulus (in den verschiedenen Lebensstationen) auf den
Fussballfeld platzieren?
(Jugend; Rabbi; in Herberge; als Apostel)
Versucht dabei, eure Entscheidungen zu begründen.
2. Schritt: Du auf dem Spielfeld
Wo würdest du dich platzieren?
(Versuche auch hier, deine Entscheidung zu begründen; bei der Diskussion sollen
ganz sicher die gemachten Aussagen nicht gewertet oder kommentiert werden)
Gebet zum Abschluss 5’
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Das Judentum – Gebote


Ziel
Es soll einen neue Sichtweise auf die Gesetze und Gebote des Alten Testamentes
geöffnet werden.

Ablauf
Austauschrunde zum Erlebten oder im Anschluss an Paulus-Lektion 5’
Lied: «Hesch du nid scho mängisch tröimt...» 5’
Aufgabe 5’
Schreibe auf, was von allen beachtet werden müsste, damit dieser im Lied
geschilderte Traum in Erfüllung gehen könnte.
(Jeder sollte mindestens 5 solche Richtlinien aufscheiben)
Zusammentragen 10’
Versucht eure Vorschläge zusammenzutragen und euch auf die
wichtigsten zu einigen.
Gemeinsames Lesen von Exodus 20,1-17 (10 Gebote) 5’
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Kurzinput und Austausch 10’


Oft wird der Vorwurf laut, die Bibel oder zumindest das Alte Testament sei gesetzlich. Im
Gegenzug würde es aber niemandem einfallen, einen Kochbuchautor als gesetzlich zu
bezeichnen. Dabei gibt es eigentlich nichts gesetzlicheres als ein Rezept. Genaustens ist
vorgeschrieben wovon welche Menge zu nehmen ist und welche Reihenfolge es zu
beachten gilt. Das Ganze wird noch verstärkt durch die Gefahr, dass bei Nichteinhaltung
das Endergebnis ungeniessbar zu werden droht. Dass also ein Rezept nicht als
gesetzlich angesehen wird, ist eigentlich sonderbar. Ich kann mir dies auch nur durch eine
Tatsache erklären: Den Autoren gelingt es – meist durch ein Bild – den Leser zu
überzeigen, dass sich das Ziel lohnt: Eine wunderbare Torte lockt und dann nimmt man
gerne in kauf, die eine oder andere Anweisung einhalten zu müssen.
So ähnlich stelle ich mir dies auch mit den 10 Geboten vor – leider ist hier aber für viele
das Bild (mit der Torte) verloren gegangen und einzig das Rezept übrig geblieben.
Vergegenwärtigen wir uns aber die Situation, in welcher diese Gebote dem Volk
übergeben werden, wird dies überdeutlich: Das Volk ist mitten in der Wüste und bekommt
ein Gesetz für das versprochene Land. Für diese Leute braucht es nun kein Bild mehr,
denn sie können sich sehr gut vorstellen, wie es dann in diesem Land sein wird.
Als „Beispiel“ wie für uns heute ein solches Bild oder eine Umformulierung
der 10 Gebote aussehen könnten, könnt ihr noch die 10 grossen
Freiheiten durchsehen:
Die zehn grossen Freiheiten (Ernst Lange)
1. Du brauchst keine Angst zu haben! Ich, der allmächtige Gott, will dein
Helfer sein.
2. Du brauchst dir nichts einreden zu lassen! Ich, der allmächtige Gott, will
dein Lehrer sein.
3. Du brauchst mich nicht zu zwingen, dir zu helfen! Ich, der allmächtige Gott,
bin ganz freiwillig dein Freund.
4. Du brauchst dich nicht zu Tode hetzen! Ich, der allmächtige Gott, will dein
Meister sein.
5. Du brauchst nicht in ständiger Auflehnung zu leben! Ich, der allmächtige
Gott, will dein Vater im Himmel sein.
6. Du brauchst die anderen nicht als Konkurrenten zu behandeln! Ich, der
allmächtige Gott, will dein Beschützer sein.
7. Du brauchst dich nicht „auszutoben“! Ich, der allmächtige Gott, will der
Stifter deines Glücks sein.
8. Du brauchst dich nicht unehrlich zu bereichern! Ich, der allmächtige Gott,
will dein Versorger sein.
9. Du brauchst nicht von der Wahrheit abzuweichen! Ich, der allmächtige
Gott, habe Vertrauen zu dir.
10. Du brauchst nicht neidisch zu sein! Ich, der allmächtige Gott bin der Geber
guter Gaben für dich.
Gebet zum Abschluss 5’
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Das Christentum
Ziel
Die Radikalität der christlichen Nächstenliebe soll aufgezeigt und damit ein wichtiger
Teil des Christentums neu betrachtet werden.

Ablauf
Austauschrunde zum Erlebten oder im Anschluss an Paulus-Lektion 5’
Gemeinsames Lesen von Lukas 10,25-37 5’
Aufgabe 20’
In 2 Gruppen soll je eine Aktualisierung von diesem Gleichnis gemacht
werden (Rollenspiel).
Als Zeit zur Vorbereitung kann erstmals 10 Minuten gegeben werden, diese können dann
allenfalls noch um weitere 5 Minuten verlängert werden. Auch für die Rollenspiele ist die
Vorgabe von einem zeitlichen Rahmen von maximal 5 Minuten sinnvoll.
Vorführungen 10’
Link zum Helfer-sein 5’
Im Matthäus-Evangelium (Mt. 25,35-36) erzählt, wie der „Weltenrichter“
einmal zu den „Gerechten“ sagen wird:
Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig
gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt
mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank
gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir
gekommen.
Was könnte dies im Bezug auf die Tätigkeit als Helfer?
Gebet zum Abschluss 5’
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Umkehr hin zum Evangelium – das Gebet


Ziel
Die Jugendlichen sollen darüber nachdenken, in welcher Art sie bisher gebetet
haben und Anregungen bekommen, was im Gebet (also im Gespräch mit Gott) alles
möglich ist.

Ablauf
Austauschrunde zum Erlebten oder im Anschluss an Paulus-Lektion 5’
Gesprächssituationen 15’
In Gruppen sollen verschiedene Gesprächssituationen kurz besprochen
und dann gegenseitig vorgezeigt werden:
• Es muss ein Schaden gebeichtet werden (eine Fensterscheibe ist in die
Brüche gegangen)
• Es muss von einem tollen Erlebnis erzählt werden (Ferien in Spanien)
Wie sieht dieses Gespräch aus, wenn du es mit deinem / deiner
• Lehrer / Lehrerin
• Kolleg / Kollegin
• Vater / Mutter
führst?
Diskussion 15’
• Welchem Gespräch gleichen unsere Gebete? (Warum?)
• Wie könnte unsere Beziehung zu Gott aussehen (Gottesbild)?
• Welchen Einfluss hat unser Gottesbild auf unsere Art zu beten?
• Gibt es grundsätzliches, das beim Beten beachtet werden muss
(do's and dont's)?
Wenn dies bei der Diskussion nicht sowieso herausgekommen ist, so kann
zusammenfassend aufzeigt werden, dass es in erster Linie auf die
Beziehung zu Gott ankommt. Ein interessante Bibelstelle, um zu zeigen,
was bei einer funktionierenden Gottesbeziehung alles möglich ist das
verzweifelte, mit Gott ringende und leidenschaftliche Gebet von Jesus im
Garten Gethsemane (Mk 14,32-42).
Schriftliche Gebete 10’
Jeder formuliert für sich ein (schriftliches) Gebet.
Dabei ist es vielleicht sinnvoll, die bereite der Möglichkeiten (Dank, Zukunftswünsche,
Unverständnis, Probleme) zu betonen und so die zuvor gewonnen Einsichten mit
einfliessen zu lassen (Im Sinn von: Was ich Gott schon lange sagen wollte...).
Anschliessend können die Gebete gemeinsam verbrannt und damit in
einer Art Gott überlassen werden.
Dies soll in einer ruhigen und besinnlichen Art gestaltet werden. Beispielsweise während
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dem Singen eines besinnlichen Liedes oder schweigend.


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Die ersten Gemeinden


Ziel
Die Teilnehmenden erhalten Gedankenanstösse, was Gemeinschaft im Team oder in
der Jungschigruppe bedeuten könnte.

Ablauf
Austauschrunde zum Erlebten oder im Anschluss an Paulus-Lektion 5’
Vertrauens- und Gruppenspiele 15’
• Sich rückwärts vom Tisch fallen und sich durch die Gruppe auffangen
lassen.
• Sich von der Gruppe aufheben lassen (Einer liegt gestreckt auf dem
Rücken am Boden und wird dann langsam durch die restliche Gruppe
aufgehoben).
Kurzinput 5’
Rückgriff / Erinnerung an die ersten Gemeinden:
Im entstehenden Christentum wurde die Gemeinschaft stark gepflegt und
die machte auch einen grossen Teil der Anziehungskraft des frühen
Christentums aus (Siehe auch «Quo vadis?»).
Diskussion 15’
• Was macht eine Gemeinschaft aus?
• Was sind Merkmale einer guten/schlechten Gemeinschaft
Vielleicht könnt ihr dies dann auch an den folgenden beiden Beispielen
diskutieren:
• Cevi-Leitungsteam
• Jungschargruppe
Gebet zum Abschluss 5’
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Die Verbreitung des Evangeliums


Ziel
Die Jugendlichen erkennen, welchen Einfluss sie als Vorbilder auf ihre Jungschärler
haben und dass gerade ihr Handeln (im Positiven wie im Negativen) einen grossen
Einfluss darauf hat, wie überzeugend Glaubensinhalte weitergegeben werden
können.

Ablauf
Austauschrunde zum Erlebten oder im Anschluss an Paulus-Lektion 5’
Rollenspiel des Leiters 5’
Jungschärler kommt nach der Jungschar nach Hause und erzählt seinem
Kollege begeistert von seinem Jungscharleiter:
Nämlich, dass er ...
• ... für die ganze Gruppe Äpfel von einem Baum genommen hat.
• ... auch im Naturschutzgebiet ein Feuer gemacht hat.
• ... im Bus schwarzgefahren ist.
Kurzinput 5’
Leiter sind Vorbilder und werden von den Teilnehmenden auch als solche
wahrgenommen. Dies gilt auch für ihren gelebten Glauben.
Diskussion 15’
• Wer sind deine Vorbilder im Glauben?
• Was macht diese zu Glaubensvorbildern?
Rückblick / Offene Fragen / Abschluss 10’
Gebet zum Abschluss 5’