THEOLOGISCHE FAKULTÄT "MATIJA VLAČIĆ ILIRIK" MIT ÖFFENTLICHKEITSRECHT ZAGREB

Lehnte sich Bonhoeffer auf Spurgeon an? (Did Bonhoeffer lean on Spurgeon?)

Die Homiletik von Spurgeon und Bonhoeffer Professor: Dr. Sci. Rainer Ebeling

Jasmin Koso Mai, 2008

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Lehnt sich Bonhoeffer auf Spurgeon?

Der Zweck dieser Arbeit ist es die Ansichten und das Werk von zwei wichtigen christlichen Lehrern und Predigern, Charles Haddon Spurgeon und Dietrich Bonhoeffer zu vergleichen und festzustellen, ob es zwischen ihnen Gemeinsamkeiten gibt, bzw. ob Dietrich Bonhoeffer in seinem Werk und seiner Lehre Charles Haddon Spurgeon nachegeahmt hat, von ihm inspiriert wurde und sich auf ihn angelehnt hat. Sie lebten in verschiedenen Zeiten und Umständen: Spurgeon in England im 19. Jahrhundert, zur Zeit der evangelikalen Erweckung und Bonhoeffer in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, unter Drohung der nazistischen Dunkelheit. Wie viel konnte sich Bonhoeffer in unterschiedlichen Umständen seiner Zeit auf Spurgeon auflehnen und in ihm sein Vorbild und in seinem Werk seine Inspiration finden konnte? Wie viel können wir, heutige Christen, im Leben und Dienst in Spurgeon und Bonhoeffer unsere Vorbilder finden und von ihnen lernen? Der Hauptteil dieser Arbeit bringt einen Vergleich von Abschnitten und Gedanken aus bedeutenden Werken von Spurgeon und Bonhoeffer und endet mit der eigenen Schlussfolgerung des Autors.

*** Bei beiden, sowohl Spurgeon als auch Boenheffer, merkt man dieselbe Sensibilität, denselben Wunsch im Leben nicht durch eine Idee oder Ideologie geführt zu werden, sonder durch den gekreuzigten und auferstandenen, lebendigen Jesus Christus. Beide trachten danach, dass ihnen das Wort Gottes der höchste Maßstab und Führung im Predigen ist und nicht ihre eigenen Vorlieben und Neigungen. Beide zeigen dieselbe Neigung und Wunsch zur Nachfolge Christi, Selbstverneinung und zum Tragen des eigenen Kreuzes. Das sind Zeichen eines wahren Nachfolgers Christi: nur Ihn vor sich zu sehen und nicht sich, nicht die Schwierigkeiten des Kreuzes und des Weges auf den man

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geht. In diesem Kontext, im Kontext des lebendigen Christus verstehen sie auch das Wort Gottes und so benutzen sie es auch. Sie benutzen die Schrift als das, das von Christus zeugt und als das von dem Christus zeugt. Der Heilige Geist führt sie im Predigen durch sein Wort. Der lebendige Jesus Christus – das Wort Gottes ist derjenige, der seine Jünger beruft, Ihm vertrauen sie, Ihm folgen sie und durch den Heiligen Geist suchen sie die Inspiration im Predigen. Nur im Glauben und in der Nachfolge des lebendigen Jesus Christus kann der Mensch von seiner Versklavung der Sünde, der Belastungen des Gesetzes und von selbstauferlegten Erwartungen und Werten, das heißt von sich selbst, befreit werden. Der Glaube an den auferstandenen und lebendigen Jesus Christus bedeutet eigentlich Ihm auch nachzufolgen. „Was wurde über den Inhalt der Nachfolge gesagt? Folge mir nach, komm mit mir! Das ist alles. Nur Ihm nachzufolgen ist etwas Inhaltloses. Das ist tatsächlich kein besonderes Lebensprogramm, dessen Erfüllung sinnvoll erscheinen würde, es ist kein besonders Ziel, kein besonderes Ideal, nach dem, so scheint es, man trachten sollte. Es sieht nicht als etwas aus, wofür es sich, menschlich betrachtet, lohnen würde, etwas zu opfern, geschweige denn sich selbst. Und was passiert? Der Berufene verlässt alles, was er hat, nicht um damit etwas besonders Wertvolles zu tun, sondern einfach nur wegen der Berufung, weil er ansonsten nicht Jesus nachfolgen könnte.“1 „ Nachfolge ist Bindung an Christus; weil Christus ist, darum muss auch Nachfolge sein. Eine Idee von Christus, ein Lehrsystem, eine allgemeine religiöse Erkenntnis von der Gnade oder Sündenvergebung macht Nachfolge nicht notwendig, ja schließt in Wahrheit aus, ist der Nachfolge feindlich. Zu einer Idee tritt man in ein Verhältnis der Erkenntnis, der Begeisterung. vielleicht auch der Verwirklichung, aber niemals der persönlichen gehorsamen Nachfolge. Ein Christentum ohne den lebendigen Jesus Christus bleibt notwendig ein Christentum ohne Nachfolge, und ein Christentum ohne Nachfolge ist immer ein Christentum ohne Jesus Christus; es ist Idee, Mythos..“2 „Nachzufolgen bedeutet bestimmte Schritte zu tun. Schon der erste Schritt, der der Berufung folgt, trennt den Nachfolger von seiner bisherigen Existenz. Die Berufung zur Nachfolge schafft gleich eine neue Situation. In der Alten Situation schließen das Bleiben und die Nachfolge einander aus. Da war völlig sichtbar. Der Zöllner musste zuerst die Zollstätte
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Dietrich Bonhoeffer Cijena učeništva (Izvori, kršćanski nakladni zavod, Osijek, 1995.), 30. Ibid. 31.

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verlassen, Petrus seine Netze, um Jesus nachzufolgen. Aber in unseren Augen konnte es schon damals ganz anders sein. Jesus konnte dem Zöllner eine ganz neue Gotteserkenntnis geben und ihn in der alten Situation lassen. Wenn Jesus nicht der verkörperte Sohn Gottes wäre, wäre das möglich. Aber weil Jesus der Christus ist, musste vom Anfang an klar sein, dass sein Wort keine Lehre ist, sondern die Schaffung einer neuen Existenz. Wichtig war es Jesus nachzufolgen. Dem Berufenen wurde gesagt, dass es für ihn nur noch eine Möglichkeit des Glaubens an Jesus gibt und zwar, alles zu verlassen und dem verkörperten Sohn Gottes nachzufolgen.“3 „Solange Levi in der Zollstätte sitzt und Petrus bei den Netzen, können sie ihren Beruf rechtschaffen und treu ausüben, sie können alte und neue Gotteserkenntnisse haben, aber wenn sie es lernen wollen, Gott zu vertrauen, müssen sie dem verkörperten Sohn Gottes nachfolgen, sie müssen mit ihm gehen. Davor war es anders. Sie konnten in ihrem Land, wie andere Leute, still in ihrem Beruf leben, dem Gesetz folgen und auf den Messias warten. Aber jetzt ist er hier, sein Ruf ist jetzt ausgesprochen. Zu glauben bedeutet, jetzt nicht mehr still sein und zu warten, sonder mit ihm in die Nachfolge zu gehen.“4 „'Will jemand mir nachfolgen, so verleugne er sich selbst.' Wie Petrus Christus verleugnet hat und sagte: ich kenne diesen Mann nicht, so soll jetzt derjenige, der sich entschieden hat Christus nachzufolgen, sich selbst dasselbe sagen. Selbstverleugnung kann sich niemals in Selbstqual oder in asketische Übungen verwandeln; das ist kein Selbstmord, weil darin auch der menschliche Eigenwille durchkommen kann. Selbstverleugnung bedeutet nur Christus zu kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn zu sehen, der jetzt vor uns geht, und nicht den Weg, der uns zu schwer ist. Selbstverleugnung bedeutet: Er führt uns, halte dich fest an ihn.“5 Dr. Tomislav Ivančić sagt im Vorwort der kroatischen Ausgabe von Bonhoeffers „Gemeinsamen Leben“: „In der Homiletik hat Bonhoeffer sein Verständnis der Predigt ausgearbeitet. Zuerst meinte er, dass Predigt auf der Eklesiologie begründet sein muss. Die Predigt hat für ihn ihre Begründung und ihren Zweck in der Kirche. Die Kirche predigt der Kirche: da es die Kirche gibt, wird in ihr gepredigt und darin wird gepredigt, damit sie zur Kirche wird. Doch später wird Bonhoeffer ein solches Verständnis der
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Ibid. 34. Ibid. 35. 5 Ibid. 61.

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Predigt auslassen und wird mehr die Verwurzelung der Predigt in Jesus Christus, besonders in seiner Verkörperung betonen: „Das Word Predigt ist Jesus Christus selbst, der die menschliche Natur angenommen hat und sie trägt. Das ist keine neue Verkörperung, sondern es ist der Verkörperte, der die Sünden der Welt trägt. Das Wort der Predigt will Menschen annehmen und nichts anderes“ (E. Bethge, D. Bonhoeffer, S. 508.). Eine solche Ansicht bedeutete Bonhoeffers Befreiung der Christologie von, wie er sagt, „dem akademischen Sterbebett“. Er hat verlangt dass der Glaube an Christus als Nachfolge interpretiert wird. Dieses seine Werk und seine Konzentriertheit auf Jesus Christus, bedeutete Kraftschöpfung für den Kampf gegen den Nazismus und gegen das, was der Krieg mit sich bringen wird.“6 Spurgeon hat lange vor Bonhoeffer dieses Bedürfnis nach Beziehung und Nachfolge des lebendigen Jesus Christus durch das persönliche Gebet an den Herrn konkretisiert. Hier handelt es sich auf besondere Weise um das persönliche Gebet des Predigers als „Kraftstoff“, Ansporn, Wesen und Inspiration für den Dienst: „Als Prediger, kommt er zu Gott mit demütigem, bußfertigem Gebet und gerade dadurch nähert es sich Gott am meisten. Ich bin der Meinung, dass das Gebet des Predigers ohne Unterlass dauern muss. Immer wenn er auf seinen Dienst denkt, egal ob er ihn in diesem Moment ausübt oder nicht. Unbewusst spricht er das Gebet und schickt seine Bitten zum Herrn. Seine Gedanken sind zu jeder Zeit zum Himmel gerichtet. Das bedeutet nicht, dass er das Gebet ständig ausspricht, sondern dass er ohne Unterlass im Geiste des Gebets lebt. Wenn er seine Dienst mit seinem ganzen Herzen ausübt, kann er weder essen, noch trinken, noch ausruhen, noch ins Bett gehen oder aus dem Bett aufstehen, ohne die ganze Zeit starke Furcht, große Sehnsucht und seine Ohnmacht vor dem Herrn zu fühlen. So betet er in jedem Fall ohne Unterlass. Wenn es unter dem Himmel einen Menschen gibt, der berufen ist das Gebot zu erfüllen: „Betet ohne Unterlass!“, dann ist es sicherlich der Prediger“ 7 „Er selbst hat einmal an seinen Freund geschrieben: „Oft werde ich unentschlossen und völlig zerstreut und mir scheint, dass ich mich in diesen Zeiten wie ein Vogel außerhalb des Nestes fühle. Ich kann keine ruhe finden, bis meine Beziehung zum Herrn nicht so wird, wie sie früher war – wie eine Kompassnadel, die flackert, bis sie sich nach dem Nordpol ausrichtet. Und ich kann zusammen mit der Kirche sagen: „Mit meiner ganzen
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Dietrich Bonhoeffer Zajednički život (Izvori, kršćanski nakladni zavod, Osijek, 1995.), 13. C. H. Spuregon Pouke propovjednicima (Teološka biblijska akademija, Krapina, 2001), 47, 48.

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Seele in der Nacht; und mit meinem Herzen suche ich dich am Morgen.“ Mein Herz ist am Morgen und am Abend mit Gott. In der Suche nach Gott finde ich den Zweck und Sinn meines Lebens.“8 „ Von allen Möglichkeiten, die Gott dem Menschen gibt um ihm nahe zu kommen, ist das Gebet die stärkste; sie kennzeichnet den Prediger, den Gott berufen hat. Alles was sie hier in der Schule lernen können, ist weniger wichtig im Vergleich zu der geistlichen Vervollkommnung, die sie durch ehrliche Gemeinschaft mit Gott bekommen können. Während sich der junge Prediger für den Dienst vorbereitet, wird gerade sein Gebet das Werkzeug sein, das der Töpfer benutzen wird bei der Gefäßformung. Alle unsere Bücher und vieles Studieren verlieren ihren Wert, wenn sie mit den kleinen Zimmern verglichen werden, in denen wir alleine mit Gott sein können. In den Gebeten wachsen wir, werden stark und siegen.“ 9 „Wenn sie den Abriss ihrer Predigten mit dem, was sie in ihrem Herzen fühlen vorbereiten und sich dabei mit dem vollen Glauben auf Gott verlassen, wird alles, was sie schreiben sehr gut sein. Wenn sie ihre Predigten von Gott auf den Knien erbeten, werden sie immer stark und wirksam sein. Das Gebet wird als geistliche Übung vor sie viele Themen bringen, über die sie predigen werden und gleichzeitig wird es ihr Inneres reinigen und ihnen ermöglichen, Gottes Wahrheit durch das Licht der Gnade Gottes zu erkennen. In den Bibeltexten werden sie alle Schätze finden, die sie in sich bergen, wenn sie an sie mit Gebet herantreten. Wie Daniel die heilige Schrift schön verstanden hat, als er vor Gott im Gebet war. Wie viel hat Petrus im oberen Zimmer gelernt. Die Bibelkommentare können uns vieles belehren, aber nur der Autor kann viel mehr und wir sollen es im Gebet von ihm suchen; Er ist willig, uns die geheimen Wahrheiten der Bibel zu entdecken. Ein puritanischer Priester hat während einer Diskussion die ganze Zeit etwas geschrieben, was die Anwesenden interessiert machte, so dass sie später seine Notizen lasen. Sie bestanden aus den Worten: „Gott, gib mehr von Deinem Licht“, die immer wieder wiederholt wurden“ 10 es gibt keinen besseren Prediger als ihren Herzens, und die beste Schule, die die wertvollsten Belehrungen für uns hat, ist der Fuß des Kreuzes. Es ist besser, dass sie sich mit der Kraft der Liebe aus dem Himmel füllen, als alle Regeln des menschlichen Redekunst zu erlernen. Es ist besser, dass sie ihre Berufung zum Dienst von Gott bekommen, als dass
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Ibid. 48. Ibid. 48. 10 Ibid. 49.

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sie ein großer Redner werden wie Quintilian, Cicero oder Aristoteles. Vielleicht wird ihr Gebet aus ihnen keinen von Menschen geschätzten Prediger machen, aber es wird vollbringen, dass sie in ihren Predigten ehrlich sein werden, weil sie aus dem Herzen sprechen. Ist nicht gerade das der Inhalt der besten Redekunst? Das Gebet wird das Feuer vom Himmel bringen, das ihr Opfer verbrennen wird und damit wird bewiesen, dass ihr Opfer Gott wohlgefällig ist. Viele Prediger, die auf die Leitung des Heiligen Geistes vertrauen werden ihnen sagen, dass die besten und tiefsten Gedanken, nicht nach einer langen Denkzeit kommen, sondern rasch, wie wenn sie von den Engeln auf ihren Flügeln gebracht wurden. Das sind unerwartete Segen, die sie aus Gottes Händen empfangen, das ist die Saat der paradiesischen Blumen von wohlriechenden Bergen. Gott verlässt uns nie, wenn wir selbst nicht von Ihm weggehen. Sie werden sich, Brüder, davon überzeugen, dass Gott ihnen die für den Kampf nötige Kraft geben wird.“11

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Es kann überaus behauptet werden, dass Bonhoeffer in seinem Verständnis des christlichen Glaubens, der Nachfolge und des Predigens „auf Spurgeons Schulter steht“. Obwohl sie in unterschiedlichen historischen Umständen gelebt und gewirkt haben, Spurgeon in England im 19. Jahrhundert, zur Zeit der großen evangelikalen Erweckung und Bonhoeffer in Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, umgeben mit der Drohung des Nazismus, gibt es Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen ihnen. Aus den unterschiedlichen historischen Umständen, in denen sie gelebt und gewirkt haben, gehen auch einige unterschiedliche Akzente hervor, bzw. Lösungen zu denen sie gekommen sind, aber definitiv gibt es auch denselben Pfaden, der bei beiden zu finden ist und dasselbe Ziel im Wirken und Lehren. Beide trachten danach, dass ihnen das Fundament im Leben keine Idee oder Ideologie ist, sondern der gekreuzigte und auferstandene Christus selbst – das lebendige Wort Gottes. Beide trachten nach der Führung und Inspiration des Heiligen Geistes und dem Wort
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Ibid. 51.

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Gottes als dem höchsten Maßstab im Dienst und Predigen. Spurgeon und Bonhoeffer haben praktisch am besten gezeigt, was es bedeutet ein Leben des wahren Jüngers Christi zu leben und was es bedeutet, vor sich nur Ihn zu sehen, und nicht sich, nicht die Schwierigkeiten des Kreuzes und des Weges, den man geht. Für Spurgeon war das Wesen und das Zentrum der Beziehung mit Jesus Christus das Gebet. Dadurch gab ihm der Herr die Inspiration und Kraft für das Leben und den Predigerdienst. Spurgeon kommt zu Gott mit demütigen, bußfertigen Gebet und gerade dadurch kommt er ihm am nächsten. Er wollte, dass sein Gebet ohne Unterlass dauert. Immer wenn er über seinen Dienst nachdachte, egal ob er ihn in diesem Moment ausübt oder nicht, hat er unbewusst Gebete ausgesprochen und seine Bitten an Gott gesandt. Also, Spurgeon war nicht der Meinung, dass er immer Gebete aussprechen muss, sondern er wollte ohne Unterlass im Geiste des Gebets leben. Er war der Meinung, dass wenn der Prediger seinen Dienst mit Herzen ausübt, er weder essen, noch trinken, noch ausruhen, noch ins Bett gehen noch daraus aufstehen kann, ohne die ganze Zeit starke Furcht, große Sehnsucht und seine Ohnmacht vor dem Herrn zu fühlen. Das bedeutet, dass der Prediger in jedem Fall ohne Unterlass betet. Bonhoeffer hat sogar wortwörtlich, dadurch dass er sein Leben gegeben hat, gezeigt, was es bedeutet um Christi willen zu leiden, verfolgt und getötet zu sein. Er hat in den Umständen seiner Zeit besonders nach Jüngerschaft und wirklicher Nachfolge des lebendigen Jesus Christus getrachtet. Das war für ihn der einzige Weg eines wahren Christen. Nur so, in der wahren Nachfolge Jesu Christi, kann der Christ von der Sündenversklavung, der Belastung des Gesetzes, der selbstauferlegten Erwartungen und Wert, beziehungsweise von sich selbst befreit werden. Diese Nachfolge des Individuums kann nur nach Jesu Berufung und nur seinetwegen passieren. Ebenso, Bonhoeffer hat von der Gemeinde Christi – der Kirche erwartet, dass sie wahrlich Christus nachfolgen soll, bis zum Leiden und Verfolgung für Ihn. Er hat sich entschieden der Verweltlichung und dem Nachgeben vor dem Bösen durch die Kirche seiner Zeit widersetzt. Was bedeuten alle diese Botschaften über Gebet und Nachfolge praktisch für uns in den Umständen unserer Zeit und wie werden wir sie anwenden? Diese Antworten müssen wir selbst finden, jeder für sich, in der lebendigen Beziehung mit und im Glauben an den Herrn Jesus Christus. Miroslav Volf schließt in seinem Vorwort der kroatischen Ausgabe

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von Bonhoeffers „Nachfolge“: „Was bedeutet es in unseren Umständen, das Kreuz auf sich zu nehmen und Jesus nachzufolgen? Was bedeutet es, sich nicht der Welt anzupassen, sondern das „Bild“ Christi anzunehmen? Bonhoeffer kann diese Fragen nicht für uns beantworten; er kann uns nur sagen, was es für ihn und für die deutsche Kirche am Ende des 2. Weltkrieges bedeutete. Die wahre Wahrheit ist, dass uns niemand sagen kann, was es in „unserer Welt“ bedeutet Christus nachzufolgen. Wir müssen es selbst entdecken. Wie? So dass wir alle anderen Götter verleugnen und achtsam nur auf die Stimme des gekreuzigten Herrn hören.“12

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Dietrich Bonhoeffer Cijena učeništva 8.

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Bibliographie:

Bonhoeffer Dietrich Cijena učeništva (Nachfolge) Osijek: Izvori, 1995. Bonhoeffer Dietrich Zajednički život (Gemeinsames Leben) Osijek: Izvori, 1995. Bonhoeffer Dietrich Otpor i predanje (Widerstand und Ergebung) Zagreb: Kršćanska sadašnjost, 1993. Spurgeon Charles Haddon Pouke propovjednicima (Ratschläge für Prediger) Krapina: Teološka biblijska Akademija, 2001.

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