A. W. Pink Was ist rettender Glaube?

Arthur W. Pink

Was ist rettender Glaube?

Verwendete Bibelausgaben: Elberfelder Bibel, revidierte Fassung Elberfelder Bibel, nichtrevidierte Fassung Schlachter-Bibel 1951 Schlachter-Bibel, Revision 2000 Lutherbibel 1912

Inhalt
Vorwort des deutschen Herausgebers Teil 1: Zeichen der Zeit . . . . . . . . . . . . . . 7 11 21 23 32 43 53 62

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Teil 2: Rettender Glaube . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kapitel 1: Attrappen echten Glaubens . . . . . . . . . . . Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens . . . . . . . . . Kapitel 3: Rettender Glaube ist schwierig . . . . . . . . . Kapitel 4: Wie bekommt man rettenden Glauben? . . . . Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens Teil 3: Zu Christus kommen . . . . . . . . . . . . . Kapitel 6: Zu Christus kommen: Hindernisse . . . Kapitel 7: Zu Christus kommen: mit dem Verstand Kapitel 8: Zu Christus kommen: mit den Gefühlen Kapitel 9: Zu Christus kommen: mit dem Willen Kapitel 10: Auf Echtheit prüfen . . . . . . . . . . Teil 4: Heilsgewissheit . . . . . . . . . . . . . . . Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte Kapitel 12: Heilsgewissheit: ihr Wesen . . . . . . Kapitel 13: Heilsgewissheit: ihre Grundlage . . Kapitel 14: Heilsgewissheit: wie sie erlangt wird Kapitel 15: Heilsgewissheit: wer sie hat . . . . . Kapitel 16: Heilsgewissheit: Hindernisse . . . . Kapitel 17: Heilsgewissheit: wie sie bewahrt wird Kapitel 18: Heilsgewissheit: ihre Früchte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. 73 . 77 . 86 . 95 . 101 . 108 . . . . . . . . . . . . . . 113 113 124 133 142 150 152 157 161 163 163 170 177 184

1. Auflage 2002 2. Auflage 2003 Titel der Originalausgabe: Studies on Saving Faith © der deutschen Ausgabe: Betanien Verlag, 2001 Postfach 14 57 · 33807 Oerlinghausen www.betanien.de · info@betanien.de Übersetzung, Satz: Hans-Werner Deppe Umschlaggestaltung: Lucian Binder, Metzingen Druck und Bindung: GGP Media, Pößneck ISBN 3-935558-51-1

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Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit . . . . . . . . Dialog 1: Herr Fleischliche Zuversicht beim Autor . . Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor . . . . . . Dialog 3: Der Autor bei Demütiges Herz . . . . . . . Dialog 4: Demütiges Herz hilft Schwester Furchtsam

16). Mit dem Tod von Charles Haddon Spurgeon und Königin Viktoria war in England eine unvergleichliche Epoche im Grab versunken. und 21.38-39). kam der Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg … der Acker aber ist die Welt.und Abwärtsentwicklungen in der nachreformatorischen Epoche – in der Geschichte einen klaren Entwicklungstrend erkennen. sondern der Abschied vom guten alten Evangelium. »Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden« (Röm 1. Jahrhunderts wurde. das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen. als die römische Obrigkeit das Christentum in der Welt etablierte? Im finsteren Mittelalter? Gewiss seit Anfang an. Zu Beginn des 20. doch in wohl massivster Weise einige Zeit nach der Blüte der reformatorischen Erweckungen: als sich in der Christenheit die humanistische Weltanschauung breit machte und dazu führte. wie aus dem hingegebenen und treuen »Philadelphia« (Offb 3. Dieses Gleichnis des Herrn Jesus ist eine Prophezeiung.25. ist der Teufel …« (Matthäus 13. Durch die Industrialisierung und aufstrebende Wirtschaft war nicht nur die Welt von einem babylonischen . als bereits manche »eine Form der Gottseligkeit« hatten. 18.. ein Höhepunkt der Christenheit auf dieser Erde. die Reformatoren wiederentdeckt und die Puritaner und viele andere Erweckungsprediger verkündet hatten. Aber nicht der Abschied von diesen Führungspersonen war das Problem. und 19. sondern auch in der Religion zum Maß aller Dinge erhoben und zum Zentrum alles Denkens und Handelns erklärt wurde.7) des 17. Jahrhunderts allmählich das selbstgefällige »Laodizea« des 20. Oder wäre es doch vermeidbar. der gute Same aber sind die Söhne des Reiches. Jahrhunderts. der es gesät hat. dass sich Unechtheit im Reich Gottes ausbreitet. Es ist unumgänglich. »ihre Kraft aber verleugneten«? Anfang des 4. wenn die »Menschen« nicht »schliefen« (Vers 25)? Wann begann sich diese Prophezeiung zu erfüllen? Schon zu apostolischen Zeiten. dass der Mensch nicht nur in der Welt. der Feind aber. So kann man – trotz vielfältiger geistlicher Auf.Vorwort des deutschen Herausgebers »Während aber die Menschen schliefen. wie es die Apostel gelehrt. Jahrhunderts waren die Weichen für den Abfall gestellt und die Talfahrt unaufhaltsam.

Aber das Buch dient nicht dem Zweck. sondern muss dringend auf den Gesprächstisch. denn erstens stellt er heraus. mit dem man nach Belieben hantieren und sich bei Bedarf davor niederwer- fen konnte? Ergaben sich die Glaubenden noch in die Hand Gottes. Pragmatische Evangelisationsveranstaltungen hatten schon im 19. Das Thema ist keinesfalls abgedroschen. den Menschen zu erheben und Gott zu vernachlässigen. Viele werden sich angesprochen und sogar provoziert fühlen. oder war es ein selbst fabriziertes Götterbild. Jahrhunderts in die »Liberalen« und die »Fundamentalisten« (»Evangelikalen«) spalteten. Dieser Entscheidung möglichst vieler wurde nachgeholfen durch gefühlswirksame Manipulationen und inhaltliche Anpassungen. Er betonte die Souveränität Gottes. oder war diese Botschaft nur noch Unkrautsaat ohne Kraft zum Fruchtbringen? Wurde noch ein souveräner Retter-Gott verkündet. »ob es sich so verhält« (Apg 17. der die Versklavung des Sünders unter die Sünde leugnet und ihm volle Entscheidungsfreiheit zugesteht. die zu ihrem Markenzeichen wurde. zum Überdenken der eigenen Ansichten und Gewohnheiten und zur Überprüfung. werden . Sie hießen das für gut.5). Er war stets um Ausgewogenheit in der Lehre bemüht und mied Extremstandpunkte. als wäre sie für heute geschrieben. dass echter Glaube gerade eine Gnadengabe von Gott und ein übernatürliches Werk Gottes an der Seele ist. sondern auch die Christen sahen alte Wahrheiten plötzlich als altmodisch an und experimentierten in der Evangeliumsverkündigung mit Neuerungen. Pink schrieb am liebsten über rein erbauliche Themen. dass er bei seiner Evangeliumsverkündigung zur persönlichen Entscheidung aufrief. denn »das Schwarze« ist noch größer und ausgeprägter und die Lage noch schlimmer geworden. seine reichhaltige Hinterlassenschaft besteht zum Großteil aus fortlaufenden Bibelbetrachtungen und Studien über das Wesen Gottes und die Erlösung. was »funktionierte« und zu messbarem Erfolg führte. voreiliger Euphorie und amerikanischem Pragmatismus. um den Blick von der menschlichen Seite weg. aber von extrem calvinistischen Gemeinschaften wurde er abgelehnt. Ohne Namen zu nennen. Pinks Thesen mögen für viele – auch führende – Christen zwar skandalös neu sein. Jahrhundert war der Wunsch nach biblischer Wahrheit gewichen zugunsten einer Mischung aus gleichgültiger Oberflächlichkeit. in einer notvollen Zeit zu warnen und zu korrigieren. später Wesley und Whitefield über den Arminianismus. ist dieses Buch umso aufwühlender.11). weil man es ihm zum Vorwurf machte. war an sich nicht neu: Jahrhunderte zuvor hatten sich Luther und Erasmus über den vermeintlichen »freien Willen« gestritten. auf wen und was die Warnungen zutreffen. Da im deutschen Sprachraum das moderne evangelikale Verständnis von »echtem Glauben« bisher so wenig hinterfragt wurde. aber sie sind nichts anderes als das alte reformatorische und apostolische Christentum. und »Bekehrung« wurden zwar weiterhin verwendet. »zu Christus kommen«. Als sie sich Anfang des 20.und auf Gott hinzulenken? Nein. Sieben Jahrzehnte später trifft seine Analyse und sein Appell so unvermindert ins Schwarze. aber der Trend war. dem Vorreiter moderner Evangelisation: Er führte Unterhaltungselemente in die Evangelisation ein sowie den »Ruf nach vorn« zum äußerlichen Bekehrungsakt. aber im 20. Jahrhundert unter Charles Finney begonnen. Obwohl der Autor auch durchaus erbaulich schreibt. durchliefen aber einen Bedeutungswandel. das Evangelium nicht mehr als »Gottes Kraft« zu verstehen. aber die meisten Fundamentalisten fanden ihre gemeinsame Identität in jener neuen Leichtversion des Evangeliums. die das Evangelium attraktiv machen sollten.8 Vorwort Vorwort 9 Fortschrittsdenken ergriffen. »Menschen für Christus zu gewinnen«. sondern wie »menschliche Weisheit« zu präsentieren und auf die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse auszurichten. was man jetzt landläufig als »Evangelium« verstand. Beinhaltete das. noch die »Kraft Gottes«. Die lehrmäßige Tendenz. hatten die Liberalen zwar die Bibel als Ganze über Bord geworfen. ist offensichtlich. Die Protestanten griffen diesen revolutionären Kurswechsel willig auf. Zwar waren viele Evangelikale bestrebt. Er veröffentlichte vorliegendes Buch Anfang der 30er Jahre zunächst in Form von monatlich erscheinenden Artikeln in seiner Zeitschrift »Studies in the Scriptures«. und zweitens erfüllte er mit diesem Buch seinen Auftrag. die das Wunder der Wiedergeburt bewirkte. ob man selber »im Glauben« ist (2Kor 13. »Christus annehmen«. auf andere zu zeigen. Biblische Ausdrücke wie z. oder nahmen sie Gott und seine Errettung in ihre eigene Hand? Arthur Pink (1886 – 1952) war ein besorgter Beobachter dieser Umwälzungen. Aber hätte er statt dieses Buches nicht lieber eines schreiben sollen mit dem Titel: »Was ist rettende Gnade?«. sondern soll herausfordern: zur Prüfung an der Bibel. B. Damals ging es noch um die richtige biblische Lehre. Wahrscheinlich werden etliche Leser den Darlegungen Pinks entschieden widersprechen und dieses Buch nicht zu Ende lesen wollen.

auf die ein Aufruf an Sünder. humoristischen Einlagen und Unterhaltungsbeiträgen als Ergänzung des evangelistischen Programms. Wenn man die Botschaft. bevor auferbaut werden kann. Ihr fehlt die Grundlage. sondern die systematische Auslassung des dunklen Hintergrunds. dass sie einen Retter brauchen. . Dennoch trösten sich viele Christen an der Meldung. wie wir es gerne hätten. bitten wir. Wenn die Grundlage nicht stimmt. zunächst oder zumindest den Anhang zu lesen. zu Christus zu kommen. die heute auf Evangelisationen verkündet wird. die an Kirchendistanzierte verteilt werden. was elementar wichtig ist. die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt« (2Kor 10. sondern die Verkündigung weist einen tödlichen Mangel auf. Die heutige Evangelisation ist nicht nur im höchsten Maße oberflächlich. wenn man den Predigern aufmerksam zuhört und die Vorträge und Ansprachen auf Evangelisationskampagnen analysiert. was zu umgestalteten Leben neuer Geschöpfe in Christus Jesus führen kann. Es mangelt nicht nur an Ausgewogenheit (die Gnade Gottes wird weit mehr betont als seine Heiligkeit. wenn Sünder erkennen sollen. es geht um etwas viel Schlimmeres und Ernstlicheres. eine Unterlassung dessen.4). Nein. gegründet werden kann. näher untersucht. an dem. wird man sie als zu leicht befinden: Ihr fehlt es an dem. Wir schreiben dies in keiner pedantischen Gesinnung und wollen keine Wortklauberei betreiben. Doch auch ein Paulus kämpfte destruktiv zur »Zerstörung von … Vernünfteleien und jede Höhe. Wir verlangen weder Perfektion noch beklagen wir uns über Unvollkommenheiten. Das Hauptproblem ist nicht die Einführung von moderner Musik. was zu einer echten Bekehrung unverzichtbar ist. ihr fehlt es an dem. Sollte die Lektüre dennoch zu Unmut führen. sondern ist absolut mangelhaft. um Menschen zur Sündenerkenntnis zu führen. dass vielerorts ausgiebig evangelisiert und missioniert wird und große Mengen bekehrt und errettet werden. noch kritisieren wir andere. Teil 1 Zeichen der Zeit Es steht außer Frage: Das geistliche Niveau der Christenheit hat einen Tiefstand erreicht und viele erkennen. Doch dieser Optimismus ist unbegründet und steht auf sandigem Boden. auf welchem allein das Evangelium hervorstrahlen kann. weil sie ihre Arbeit nicht so tun. dass die gesunde Lehre immer seltener zu finden ist.10 Vorwort manche seine Ausführungen für unzumutbar »destruktiv« halten. seine Liebe mehr als sein Zorn). was Gott verordnet hat. kurz – wenn man die moderne Evangelisation an der Heiligen Schrift wiegt. in welchem Pink auf die üblichen Einwände und Fragen in Dialogform eingeht und einen einfühlsamen seelsorgerlichen Dienst leistet. wenn man die Traktate prüft. muss zuerst Abbrucharbeit an falschen Vorstellungen geleistet werden.

Und meinen Sie etwa. dass sie für die Zukunft nichts zu befürchten haben. Es zeigt uns. dass Gott sie liebt und sein Sohn für sie starb und dass alle ihre Sünden vergeben werden. aber wenn Gott in seiner Gnade und Souveränität nicht durch ein Wunder eingreift. um Vergnügungssüchtigen zu versichern. sondern vielmehr ein persönliches Wort an solche ist. um errettet zu werden?« mit der Aufforderung: »Glaube an den Herrn Jesus Christus. wenn sie einfach Christus als ihren persönlichen Erretter annehmen«. Das Geschehen auf Golgatha liefert die erhabendste und ehrfurchtgebietendste Schau von Gottes Hass gegen die Sünde. sie seien auf dem Weg zum Himmel. dass fleischlicher Stolz so viele nicht dazu berufene Christen verleitet. lästert Christus und »verkehrt die Gnade Gottes in Ausschweifung« (Jud 1. Noch schlimmer ist. die sich gegen Gott auflehnen. während sie noch in ihre Götzen verliebt sind und ihre Herzen an der Sünde hängen? Wer eine solche Botschaft zu solchen Menschen bringt. und wenn wir uns anschauen. deren Zustand dem Charakter des Kerkermeisters aus Apostelgeschichte 16 entspricht. verdreht das Evangelium. Zigtausende. das Evangelium werde geehrt oder Gott verherrlicht.12). muss erkennen. das seinen geliebten Sohn schlug. sondern man muss sie sorgfältig auslegen und in Übereinstimmung mit ihrem Kontext anwenden. Das Evangelium hebt nicht das Gesetz auf. ausgiebiges Nachsinnen und gründliches Studium. dass Gott seine Gerechtigkeit aufgegeben oder seinen Maßstab für Heiligkeit herabgesetzt habe.12 Teil 1: Zeichen der Zeit Teil 1: Zeichen der Zeit 13 Doch so ernst diese Anklage ist. dass es »Perlen vor die Säue werfen« ist. wenn sie einfach »Christus als ihren persönlichen Retter annehmen«. und hierin besteht heute ein Manko. sie hätten das Recht.31). sie könnten »auf der Stelle errettet werden. und du wirst errettet werden«? (Apg 16. werden eine schreckliche Ernüchterung erleben. lügt. das wesentlich zum desolaten Zustand der . Es ist nicht die Verlautbarung. Das erfordert Gebet. betrifft sie doch nur die eine Hälfte der Sache: die negative Seite – das. wie schonungslos Gott Sünde richtet. Ist Glaube denn nicht einfach? Zweifellos werden einige Leser sich gegen diese »lieblosen« Aussagen aussprechen und fragen: Antwortete nicht auch ein vom Heiligen Geist inspirierter Apostel auf die Frage: »Was muss ich tun. bestätigt sich dieser Eindruck. die voller Zuversicht meinen. wenn sie einfach nur »glauben«? Aus der Art und Weise. dass diese Botschaft nicht wahllos hinausposaunt werden soll. Es ist ein »Weg. dass Gottes Gerechtigkeit unumstößlich ist (Röm 1. könnte man das jedenfalls schließen. wie die »Bekehrten« anschließend leben. vor welcher selbst viel reiferen und weiseren Gläubigen die Knie schlottern. sondern zeigt. Sünde zu verharmlosen. damit Sühnung geleistet wurde für die Übertretungen seines Volkes. Daraus kann man direkt schließen. Wer auch nur ein Mindestmaß an geistlichem Unterscheidungsvermögen besitzt. 3.17. Wer die Botschaft annimmt. Es ist keineswegs unabhängig von der alttestamentlichen Offenbarung von Gottes Gesetz. Mit ihrer Botschaft werfen sie dem Sünder nichts als Staub in die Augen. Das Evangelium steht in einem ganz bestimmten Zusammenhang. wie der Retter selbst vom Fluch des Gesetzes getroffen wurde. der dem Menschen gerade erscheint«. und viele oberflächliche Christen schließen daraus. Was ist das Evangelium? Ist das Evangelium eine frohe Botschaft vom Himmel. was von den »Ausverkauf-Evangelisten« heute angeboten wird. Das Evangelium ist weit davon entfernt. wie das Evangelium verkündet – oder besser gesagt: verdreht wird. diese Worte allen und jedem zu sagen. denn biblisch betrachtet führt das Evangelium deutlich vor Augen und beweist absolut. sich in eine Aufgabe zu stürzen. Es offenbart uns das grausame Schwert seiner Gerechtigkeit. um Rebellen. Aber diese Botschaft aus Apostelgeschichte 16. Bibelverse dürfen nicht aus ihrem Zusammenhang gerissen werden. »sind es Wege des Todes« (Spr 14. was fehlt. Können wir irren. Man predigt ihm eine äußerst naive Botschaft und so wird seine Seele durch das Opium des Teufels betäubt.4). die heute von den meisten evangelikalen Kanzeln verkündet wird. Aber zur biblischen Präsentation des Evangeliums ist nicht jeder geeignet. Welch Tragödie. sondern an eine ganz bestimmte Person. Bei weitem nicht. wenn wir Sündern heute dasselbe sagen? Sind wir nicht von Gott dazu bevollmächtigt? Es stimmt. wenn man zu Weltmenschen sagt. diese Aussage steht in der Heiligen Schrift.31 war nicht an eine ehebrecherische Volksmenge gerichtet. wenn man unbußfertigen Menschen zusichert. in ihrer Bosheit zu beruhigen? Ist es dazu gegeben.21-26) und dass er Sünde unendlich verabscheut. wenn sie ihre Augen in der Hölle aufschlagen. erliegt einer fatalen Täuschung. dem diese Botschaft galt.

Wäre er bloß ein »Retter vor der Hölle« für die. Das erste. der nie gepflügt oder umgegraben wurde! Das stellvertretende Opfer Christi solchen zu präsentieren. und aller Fesseln lösten sich« (Apg 16. bedeutet »das Heilige den Hunden zu geben« (Mt 7. dass Gott bereits ein vollmächtiges Werk an ihm begonnen hatte. von dem sie durch ihre Sünde getrennt sind. da er meinte. noch mussten die Apostel ihn zur Buße nötigen. die Gefangenen seien entflohen« (V.20). seine gerechten Forderungen und die unendliche Tragweite. 29). so ist heute ein Ungläubiger erst dann auf das Evangelium vorbereitet. im Staub: Er »fiel vor Paulus und Silas nieder« (V. die etwas von der außerordentlichen Sündhaftigkeit der Sünde erahnen. 27).14 Teil 1: Zeichen der Zeit Teil 1: Zeichen der Zeit 15 heutigen Evangeliumsverkündigung beiträgt. was es bedeutet. ist: »Du sollst seinen Namen Jesus nennen. Bei ihm war es weder nötig. wie innerlich zerknirscht er war. Sie verkünden einen Retter vor der Hölle anstatt eines Retters von der Sünde. denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden« (Mt 1. aber nicht bereit sind. Er wechselte auf die Seite der Diener Gottes und zeigte ihnen seinen Respekt: »Er führte sie heraus (aus dem Kerker. müssen Gottes Anrecht auf sie erfahren. ob er ein einziges Beispiel dafür finden kann. Von diesen konkreten Anhaltspunkten können wir uns leiten lassen – wenn wir dazu bereit sind. die einen solchen Menschen auszeichnen. Christus ist ein Retter für solche. 31). Was war der Anlass dieser Aussage. Er merkte. dass ihm Erleuchtung fehlte: »Er aber forderte Licht« (V. so wie die Juden erst dann auf den Dienst Christi vorbereitet waren. nachdem Johannes der Täufer gekommen war und sie zur Buße gerufen hatte. als sie das Alte empfangen hatte. den er bewachen sollte)« (V. sie bräuchten »einfach nur an Christus glauben«. ihn zu verachten und einen eigenen Weg zu gehen. denn es gibt Massen.31. 6. Für niemand sonst ist er der Retter. als Niespulver unter die Nase einer Leiche zu halten. Sein Selbstvertrauen war gänzlich zunichte. dann wäre er ein Diener der Sünde und würde ihre Verdorbenheit und Rebellion gegen Gott unterstützen. denn »durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde« (Röm 3. Er war eine erweckte Seele (V. Dann wollte er mit einer tiefen Sorge um sein Seelenheil wissen: »Was muss ich tun. Der Kerkermeister war zuvor Zeuge des Lobgesangs der Apostel und der wunderwirkenden Macht Gottes geworden: »Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben. der einfach aufgefordert wurde zu »glauben«. die dem Feuer der Hölle entgehen wollen. wo die Apostel einer unmoralischen Zuhörerschaft oder einer Gruppe götzendienerischer Heiden sagen.21). 3. was im Neuen Testament über den Herrn gesagt wird.6). 29). 7. dass ich errettet werde?« (V. die man dadurch dem heiligen Sohn Gottes anlastet! . Und deshalb werden so viele fatal irregeleitet. so dass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden. die völlig blind sind für ihre Verdorbenheit und völlig tot gegenüber Gott. sich von ihrer Fleischlichkeit und Weltlichkeit retten zu lassen. Der Kerkermeister war kein unbeschwerter.26). Apostelgeschichte 16. Es ist verschwendete Zeit. Er nahm den ihm angemessenen Platz vor Gott ein. 27). die sich selbst für ihre Sünde verabscheuen und sich nach Befreiung von ihrer schrecklichen Herrschaft sehnen. Unbekehrte müssen zuerst den Charakter Gottes kennen lernen. Aber wenn man die Botschaft an ihn auf solche anwendet. an. wenn das Prinzip des Gesetzes Gottes auf sein Herz angewendet worden ist. 5. die die schwere Last der Sünde auf ihrem Gewissen spüren. So wie die Welt erst auf das Neue Testament vorbereitet war. lese aufmerksam die Apostel- geschichte und prüfe. sich mit Sünde zu füllen. 4. 2. dem wir diese frohe Botschaft berechtigterweise bringen können: 1. die noch in die Sünde verliebt sind. Wer diese Ansicht nicht teilt. Schauen wir uns den Zusammenhang von besagter Schriftstelle. denn sein ganzes Verhalten zeigte. Welch eine unaussprechlich schreckliche und lästerliche Sache. denn er kam »zitternd« zu den Aposteln (V. ihm seine Verlorenheit einzureden – denn offenbar war er sich dessen bewusst –. 29). die von der Leidenschaft beherrscht werden. Ein verfälschtes Wesen des Evangeliums Die Natur der Heilsbotschaft Jesu wird von den heutigen Evangelisten verhängnisvoll falsch dargestellt. und sofort öffneten sich alle Türen. sorgloser und vergnügter Mensch. sondern vielmehr jemand. und zu wem sagten Paulus und Silas: »Glaube an den Herrn Jesus Christus«? Wir finden sieben Merkmale. auf einen Boden zu säen. ist das törichter. 30). Infolge dessen war der Kerkermeister tief erschüttert und in völlige Verzweiflung gestürzt: Er »zog das Schwert und wollte sich umbringen. der klar erkennen ließ.

was Sünde in den Augen Gottes ist. wenn man meint. über die Sünde predigen – nicht nur ein paar abgedroschene Floskeln darüber. aber davon nicht satt wurde. dass er nicht ohne sie errettet werden kann. Dennoch teilt Gott seine Gnade nicht auf Kosten seiner Heiligkeit aus. ein Ablehnen der Sünde von Herzen. Gewiss. die Sünde tiefer zu verabscheuen und sich ernstlicher darum zu sorgen. dass »Christus alles für den Sünder getan« hat. die Menschen durch bibeltreue Predigt zu vertreiben. sondern die Kranken« (Mt 9. es muss zuerst zerbrochen werden. dass der Evangelist zuallererst die Aufgabe hat. dass sie auf die Verkündigung des Johannes »nicht Buße (taten). Das muss der Sünder selbst tun. Buße (Umkehr. Wer das Lob der Menschen mehr liebt als die Gutheißung von Gott. er wird nicht aufgrund dieser Werke errettet werden. Umdenken) ist so elementar wichtig für die Errettung wie der Glaube selbst. von der Herrschaft der Sünde. Aber es ist eine völlig unrealistische Vorstellung. werdet ihr alle ebenso umkommen« (Lk 13. das aber von einer leeren Hand entgegengenommen werden muss – und nicht von einer Hand. der sich seiner Sündenkrankheit bewusst ist und sich danach sehnt. dort kann die . gegen Gott rebellierendes Herz kann keinen rettenden Glauben haben. was ihm Gottes Gutheißung oder Gunst einbringen würde. dass ihr ihm danach auch geglaubt hättet« (Mt 21. als den Heiligen Geist durch kompromissvolles Schmeicheln des Fleisches auszulöschen. brach aus dem fernen Land auf und kehrte zum Vater zurück. der seinen Bauch mit dem Schweinefutter füllen wollte. Nicht er besann sich. sondern ausgiebig erklären. Wenn man diese Ansicht in Frage stellt und sagt. Manche wenden ein: »Aber eine solche Verkündigung wird die Menschen wegtreiben!« Doch es ist besser. oder Sie wurden erst später errettet. ohne seine schuldige Situation in jenem fernen Land aufzugeben und zu verlassen! Vor dem Glauben ist noch etwas anderes erforderlich. aber es gilt ebenso.16 Teil 1: Zeichen der Zeit Teil 1: Zeichen der Zeit 17 Wenn ein Leser entgegnet: »Aber als ich gerettet wurde. dass die Errettung einfach aus Gnade ist und als Geschenk angenommen wird. Es stimmt: Wenn der Christ in der Gnade wächst. um errettet zu werden. Buße ist das Bedauern von Sünde. Es steht geschrieben: »Wenn ihr nicht Buße tut.15). Ein stahlhartes. denn ein gefallenes Geschöpf kann absolut nichts tun. er muss verdeutlichen. was Sünde wirklich ist (im Unterschied zu einem Verbrechen). ja. Genauso wenig konnte der verlorene Sohn die Küsse des Vaters und dessen goldenen Ring empfangen. Das wird den Evangelisten weder populär machen noch Menschenmassen anziehen. über Sünde zu predigen: Er muss definieren. dass sie unzureichend und einseitig und daher irreführend ist. ohne dass das Gewissen jemals vom Heiligen Geist angerührt und ohne dass das Herz vor Gott zerknirscht wurde. Die Errettung ist aus Gnade. wird man als Irrlehrer gebrandmarkt und beschuldigt.3). dass Christus alles für Sünder getan hat und dem Sünder nichts anderes zu tun übrigbleibt. die immer noch fest die Welt umklammert! Aber es ist nicht wahr. Die Bedingungen der Errettung In der heutigen Evangeliumsverkündigung werden auch die Bedingungen der Errettung falsch dargestellt. Wenn also das Heil Christi eine Heilung und Rettung von der Sünde ist – von der Liebe zur Sünde. sie wird ihnen regelmäßig indoktriniert und ist tief in ihrem Denken verwurzelt. befreit zu werden von den Gott entehrenden Werken und vom die Seele verunreinigenden Schmutz. warum sie von so unendlicher Tragweite ist. Die Reihenfolge ist klar aus Jesu Aufforderung: »Tut Buße und glaubt an das Evangelium!« (Mk 1. Der Herr Jesus erklärte Unerretteten. man könne errettet werden. dann folgt daraus notwendigerweise. als Sie meinen. das vollbrachte Werk Christi zu entehren und Gesetzlichkeit zu lehren. Ja. was Sünde bedeutet – Rebellion gegen Gott – und er lernt. Glaube ist ohne Buße nicht möglich. als nur zu glauben und den unendlichen Verdiensten des Blutes Jesu zu vertrauen.32). und wer sein Einkommen mehr schätzt als unsterbliche Seelen.12): Hilfe beim großen Arzt der Ärzte wird nur jemand suchen. Mit wenigen Ausnahmen sagt man. wird seine Fahne dementsprechend nach dem Wind drehen. war ich mir weder der Abscheulichkeit der Sünde bewusst. von der Schuld und Strafe der Sünde –. bekommt er einen klareren Blick dafür. Nicht Christus ist der verlorene Sohn. denn Gnade bedeutet niemals einen Kompromiss mit Sünde. Sünde zu verwerfen. muss ihre mannigfaltigen Auswirkungen im Herzen herausstellen und darauf hinweisen. Diese Auffassung kursiert heute in weiten Kreisen unter den Evangelikalen. antworten wir: Entweder sind Sie noch gar nicht errettet. dieses Risiko auf sich zu nehmen. allein aus Gnade. noch von einem Schuldbewusstsein niedergebeugt«. dass sie nichts weniger verdient als die ewige Höllenstrafe. »Nicht die Starken brauchen einen Arzt. Die Errettung ist auch ein Geschenk. Aber der Autor ist bereit. Buße ist die Entschlossenheit des Herzens. Und wo wahre Buße ist.

20) ins ewige Verderben fahren. Aber wer sich seiner Herrschaft nicht unterwirft. der Himmel müsse durch eigene Leistungen erworben werden. Wir geben offen zu. werden die Anforderungen der Heiligkeit erfüllt.47. dass ein Sünder nichts weiteres zu tun brauche. als selbst die größten Pessimisten meinen. so schnell die Zeit sie nur mitnehmen kann. Was muss im Volk Gottes geschehen angesichts dieser Situation? Die göttliche Antwort finden wir in Epheser 5. Aus Schriftstellen wie Lukas 1. denn die Evangelisation ist unserem Urteil nach das erhabendste aller »Zeichen der Zeit« (Mt 16.9). Er kann es weder materiell noch moralisch unterstützen. gehört zu denen. Nur wer geistlich blind ist.2). Niemand kann Christus als seinen Retter annehmen. dass wir nicht wissen. Das ist eine Lüge des Teufels. nichts mit einem falschen Evangelium zu tun zu haben. Der Autor ist kein Prophet und wird nicht wagen. dass Christus jemanden rettet. wird deutlich. was Gott in naher Zukunft tun wird. während er ihn als Herrn ablehnt.20. die Waffen ihres Aufstands gegen Gott niederzulegen und dann Christus um Erbarmen anzuflehen. Christus ist »allen. Wer Sündern sagt.3). seine Hörer aufzurufen. dass er stets zuerst Herr und dann Retter genannt wird. wird es nicht lange dauern. ist »Finsternis«. bis »Finsternis die Erde bedeckt und Dunkel die Völkerschaften« (Jes 60. Doch eine solche Lehre ist völlig irreführend. sondern stellt sie vielmehr bloß!« Alles. eilen auf die Hölle zu. so wird er sich über ihn erbarmen« (Jes 55. was als Evangelium verkündet wird. Jeder Christ hat die Pflicht. eine bedeutende Erweckung zu schenken. Es wird zwar meistens ergänzt. Wenn Gott ihnen nicht die Augen öffnet. als »Christus als seinen persönlichen Retter anzunehmen«. sei ihm der Himmel dennoch gewiss. Deshalb täuschen sich jene. doch das wird noch im selben Atemzug relativiert: Auch wenn der Neubekehrte darin versage. Aber eines befürchten wir sehr: Falls es Gott nicht gefallen sollte. In den meisten Fällen versichert der heutige Evangelist seinen Zuhörern. sie vertrauten ihm als ihrem Retter. ohne ihre Götzen zu verwerfen.18 – wo die zwei Titel »Herr und Retter« vorkommen –. Zehntausende.46. Gottes Weg des Heils ist heute fast überall unbekannt. sondern sich ihm auch als Herrn hingeben soll. was dem Licht des Wortes Gottes entgegensteht. In neun von zehn Fällen ist das. dass man nicht nur Christus annehmen.14). die sagten: »Wir wollen nicht. Vor 150 Jahren war die geistliche Situation sogar in England noch schlimmer als heute. dass dieser über uns herrsche« (Lk 19. dient er Gottes Herrschaft und macht er Gottes Willen geltend. . noch dessen Traktate verteilen. Apostelgeschichte 5.11. werden sie »mit Lüge in ihrer Rechten« (Jes 44. Nur in seiner Eigenschaft als Herr bewahrt Christus die Ehre Gottes. der Urheber ewigen Heils geworden« (Hebr 5. Jesus muss als Herr angenommen werden Der Weg der Errettung wird falsch definiert. Der Zustand der Christenheit ist weit schlimmer. ist so verführerisch und gefährlich wie jene. denn wo Sünde abgelehnt wird.18 Teil 1: Zeichen der Zeit Teil 1: Zeichen der Zeit 19 Gnade frei gegeben werden. 2. die Natur von Gottes Errettung wird nahezu ausnahmslos falsch verstanden und die Bedingungen seiner Errettung werden auf breiter Front falsch dargestellt. der seine Autorität ablehnt und sein Joch verweigert. ohne sich Christus als Herrn zu unterwerfen.7).31 und 2. Das haben weisere als er getan und sind daran gescheitert. noch dessen Verkündigung besuchen. Aufgabe des Evangelisten ist es. um der Hölle zu entkommen und sich einen Platz im Himmel zu sichern. ohne Buße zu tun. die sich nicht unter die Herrschaft Christi gebeugt haben und bei denen er nicht im Herzen auf dem Thron sitzt – und die dennoch meinen. die Errettung aus Werken lehren und verkünden. 3. über die künftige Entwicklung zu spekulieren. nichts als eine Verdrehung der Wahrheit.11: »Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Deshalb ist der Evangelist verpflichtet zu rufen: »Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem HERRN (den er in Adam verlassen hat). die ihm gehorchen. würde sagen. Petrus 1. sie könnten gerettet werden. die sich ihres Platzes im Himmel sicher wähnen.

Der Sünder ist also bereits verdammt: Das Schwert des Gerichtes Gottes schwingt schon jetzt über den Köpfen der Sünder und wartet nur darauf. wird verdammt werden« (Mk 16. Ich sage »darüber hinaus«. wird verdammt werden«. wird errettet werden. Sie ziehen die schwerwiegendsten Konsequenzen nach sich.16). Das sind die Worte des auferstandenen Jesus Christus. Wenn nun der Glaube derart notwendig und wenn Unglaube so gefährlich und todbringend ist. was es bedeutet. dass er keine einzige Ausnahme zulässt – alle werden das Urteil erleiden. Sie verlangen unsere höchste Aufmerksamkeit. Es heißt dort nicht »wer nicht getauft ist. denn alle haben gesündigt. und darüber hinaus die Taufe. dass die Taufe in der zweiten Hälfte des Verses nicht erwähnt wird. wenn er nicht glaubt. wer aber ungläubig ist. wollen wir unbedingt und mit größter Sorge wissen. und sie gehören zu seinen letzten. die jemals zu den Menschenkindern gesagt wurden. ohne Gott in der Welt« (Eph 2. weil diese Anforderung nicht so absolut notwendig zum ewigen Leben ist wie der Glaube. zu glauben. den tödlichen Schlag zu versetzen.16 eine zweifache Bedingung für ewiges Leben: Erstens Glauben. Glaube ist so unverzichtbar und unersetzlich. ist er »ohne Hoffnung. denn sie erklären. und erklären die Bedingungen für beide Möglichkeiten. Glaube ist die elementare rettende Gnadengabe. und Unglaube ist die elementare verdammende Sünde. wird verdammt«. wie man ewiges Glück erlangt oder aber ewiges Elend. Nichts kann diesen Todesstoß abwenden als allein rettender Glaube an Jesus Christus. bevor er diese Erde verließ.12). Solange jemand im Unglauben verharrt. Es sind die wichtigsten Worte. wie man das Leben oder den Tod ernten wird. dass ein Getaufter verdammt wird.Teil 2 Rettender Glaube »Wer gläubig geworden und getauft worden ist. Dieser Urteilsspruch ist so absolut. Wir alle sind verpflichtet. Der Herr Jesus erklärt in Markus 16. Das wird dadurch bewiesen. obwohl er getauft ist. wenn sie nicht gläubig werden. sondern »wer nicht glaubt. Gottes Gesetz erteilt für jede Sünde die Todesstrafe und hat daher das Verdammungsurteil bereits über alle Menschen ausgesprochen. .

und als er getauft war. bauen dennoch auf Sand. Tausende vermeintlicher Christen. der rettendem Glauben derart ähnelt.23). den sie dem Heiligen Geist verdanken und der dennoch nicht rettet. Ein treffendes Beispiel für einen solchen unechten Gläubigen ist Simon der Zauberer. Mit diesem »Glauben« meinte Paulus jedoch nicht rettenden Glauben. hielt er sich zu Philippus. die aufrichtig glauben. dass Menschen einen Glauben haben können. Der richtige Glaube – und trotzdem nicht errettet? Man mag unechten Glauben als »historischen Glauben« oder »theoretischen Glauben« bezeichnen. ja. Kapitel 1 Attrappen echten Glaubens Es gibt Menschen mit einem Glauben. dass du glaubst« (Apg 26. die vom Heiligen Geist zum Unterscheiden befähigt sind.« Simon der Zauberer hatte einen solchen Glauben und brachte diesen so zum Ausdruck.27). Auch ohne echten Glauben kann man die ganze Wahrheit der Bibel glauben – soweit man sie kennt – und die Bibel weit besser kennen als viele echte Christen. werden erst dann aus ihren bequemen Träumen erwachen. ja. denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott … Denn ich sehe. Unzählige Scharen. noch nicht einmal jeder Glaube an Jesus rettet.22 Teil 2: Rettender Glaube fleißig und gründlich eine Antwort auf die Frage zu suchen. die andere noch nicht erkannt haben. den Propheten? Ich weiß. den sie eine Sekte nennen. Das gilt umso mehr deshalb. Ganze Volksmengen sind in dieser alles entscheidenden Frage einem fatalen Irrtum zum Opfer gefallen. dass Gott sie in seinem geliebten Sohn angenommen habe. dass sie ihren Glauben selber für rettend halten. König Agrippa. der vor dem Statthalter Felix sagte: »Aber dies bekenne ich dir. so dem Gott meiner Väter diene. Das wird deutlich anhand seiner Aussage vor Agrippa: »Glaubst du. die nur echten Christen zustehen. was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht« (Apg 24. Der Glau- . Auch andere können den Glauben dieser Menschen für echt halten. weil nicht jeder Glaube rettet. Doch kurze Zeit später sagte der Apostel Petrus zu Simon: »Du hast weder Teil noch Recht an dieser Sache. Man kann die Bibel ausführlicher studieren und somit an vielen Wahrheiten festhalten. indem ich allem glaube. Das ist ein unaussprechlich schrecklicher Gedanke. dass sie Jesus Christus als ihren persönlichen Retter angenommen haben und auf sein vollbrachtes Werk vertrauen. Aber abgesehen davon lehrt die Bibel auch. von dem wir lesen: »Auch Simon selbst glaubte.14). dass Philippus ihn für einen echten Christen hielt und ihm die Vorrechte gewährte. dass ich nach dem Weg.21. diesem Trugschluss können sogar solche Gläubige erliegen. aber dann ist es zu spät. wenn die kalte Hand des Todes sie ergreift. was rettender Glaube ist. Mit solcher Art von Glauben kann man so weit gehen wie Paulus. Daher kann man einen umfassenderen Glauben haben als andere. dass du voll bitterer Galle und in Banden der Ungerechtigkeit bist« (Apg 8. die nicht daran zweifeln.

welche gesündigt hatten. nachdem es unter vielen Wundern aus Ägypten ausgezogen und durch das Rote Meer hindurchgerettet worden war. weil man davon ausgeht. weil er ihnen vernünftig oder gar gesichert erscheint. Dort lesen wir von Abgefallenen. aber von genau derselben Generation sagt Gott einen Vers zuvor: »Dieses böse Volk. die Bibel zu diesem Thema ausführlich zu studieren und zu entdecken. und dass dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirn von Erz ist …« (Jes 48. »Sich anschließen« heißt hier soviel wie »vertrauen« oder »glauben« (siehe 2Kö 18. der nicht nur seine ursprüngliche Kraft in Gott hat. denn zwei Verse weiter sagt Gott über dieselben Menschen: »Weil ich wusste. den Heiligen Israels. wie oft Gottes Wort von Unerretteten sagt. Genau in dieser Weise beschreibt Gottes unfehlbares Wort Unerrettete: Als der Assyrer Sanherib mit seinen mächtigen Truppen die Städte Judas belagerte. sondern weil sie völlig davon überzeugt sind. Wer würde daran zweifeln. sondern ihr auch zugestimmt und sie angenommen hatten.17-18). Doch von einer bestimmte Gruppe von Menschen wird berichtet: »… nach der heiligen Stadt nennen sie sich. das Vertrauen auf den Herrn und Abhängigkeit von ihm ausdrückt. dass du hart bist. In dieser Situation ist über Israel geschrieben: »… sie glaubten an den HERRN und an seinen Knecht Mose« (2Mo 14.20). dass er sie trägt. Und doch lesen wir im selben Abschnitt. der es schlägt. als auch der biblischen Wahrheit zustimmt. würden wir sicherlich nicht bei Unerretteten erwarten. dass jemand durch Gott sowohl geistlich erleuchtet ist. umfasst zwei Inhalte. auf das diese Menschen mit unerschütterlicher Zuversicht vertrauen. das da lebt in der Verstocktheit seines Herzens und anderen Göttern nachläuft. dass diese Leute rettenden Glauben hatten? Doch das sollten wir nicht zu voreilig schlussfolgern. sagte König Hiskia zu den Juden: »Seid stark und mutig! Fürchtet euch nicht und seid nicht niedergeschlagen vor dem König von Assur und vor der ganzen Menge. die den Verstand zum Zustimmen bewegt. In Jeremia 13. die ungehorsam gewesen waren?« (Hebr 3. so hatte ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda an mich angeschlossen. Sich mit voller Zuversicht auf Gottes Verheißungen zu verlassen. Aber mit uns ist der HERR. dass die Bibel das Wort des Gottes ist.4-6.4). und sie stützen sich auf den HERRN und sagen: Ist nicht der HERR in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen!« (Mi 3. unser Gott.11).10). deren Leiber in der Wüste fielen? Welchen aber schwor er. Nun ist es aber möglich. sondern auch seine Grundlage von ihm bezieht.5-6). Sie bezeugen ihren Glauben nicht nur deshalb.11 sagt Gott: »Denn ebenso wie der Hüftschurz sich an die Hüften eines Mannes anschließt. Jahwe der Heerscharen ist sein Name« (Jes 48. dass »kein Unglück über sie kommen wird«. Auch der Ausdruck »sich stützen« bezeichnet festes Vertrauen: »Und es wird geschehen an jenem Tage. da wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den. Und doch heißt es später von der großen Mehrzahl genau dieser Israeliten: »Welchen aber zürnte er vierzig Jahre? Nicht denen. Mit ihm ist ein Arm aus Fleisch. dass es »unmöglich ist … sie wieder zur Buße zu erneuern«. über die gesagt wird. der nicht lügen kann. sondern es wird sich stützen auf den HERRN. weil sie »des Heiligen Geistes teilhaftig geworden« waren. das sich weigert. Doch die Wahrheit ist erstaunlicher. wenn nicht denen. die weder durch Bildung noch durch eigene Anstrengung erlangt werden können: 1. der zu gar nichts taugt« (Jer 13. Dafür haben wir einen deutlichen Beweis in Hebräer 6. Tausende von fleischlichen und weltlichen Namenschristen stützen sich auf Christus und verlassen sich darauf. dass sie »erleuchtet« waren und »die himmlische Gabe geschmeckt« hatten.24 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 1: Atrappen echten Glaubens 25 be.) die Kraft Gottes. so ist das ein gottgemäßer Glaube. Das bedeutet. als wir uns vorstellen können. um uns zu helfen und unsere Kriege zu führen!« Wie reagierte . um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen: Es soll werden wie dieser Hüftschurz. dass sie an den Herrn »glauben«.2). dass sie diese Gabe nicht nur erkannt.) geistliche Erleuchtung und 2. meine Worte zu hören. Doch ihre Zuversicht ist ein schrecklicher Irrtum. und sind daher zuversichtlich. damit sie nicht in die Hölle stürzen. Das Fundament eines solchen Glaubens mag das Wort Gottes sein. und das auch angesichts großer Bedrohungen und Gefahren. dass sie Gottes Wort ist. dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten. den wir hiermit meinen. werden die falschen Propheten Israels beschrieben: »… seine Propheten wahrsagen um Geld. Man kann einen gottgemäßen Glauben haben. Einen solchen Glauben hatte das Volk Israel. spricht der HERR«. in Wahrheit« (Jes 10. die mit ihm ist! Denn mit uns sind mehr als mit ihm. Wenn man an die Bibel glaubt. Unerrettete Gläubige in der Bibel Es ist wahrhaftig aufschlussreich und erschreckend. Und mit demselben Wort.31). und sie stützen sich auf den Gott Israels. Beides taten sie. aber trotzdem nicht wiedergeboren ist.

»Die Leute von Ninive glaubten Gott« (Jona 3. sich auf seine Verheißungen verlassen und sich auf seinen Bund berufen.26 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 1: Atrappen echten Glaubens 27 das Volk darauf? »Und das Volk verließ sich auf die Worte Hiskias. »Für eine Zeit glauben sie. Doch Unerrettete können sogar das. lässt sich ein unerretteter Mensch üblicherweise ohne Widerstand darauf ein. sich aufgrund von Gottes Bund auf ihn zu verlassen. dass auch andere den Segen finden mögen.9). dass diese »das Wort hören und es sogleich mit Freuden aufnehmen« (nach Mt 13. weil die Verheißung voller Süßigkeit ist. 17-18). weil der Teufel alles dazu aufbietet: Er fürchtet. wo drinnen Tod und Moder liegen. dass Unerrettete sie begierig hinunterschlingen. Warum sollten sie dann seiner Botschaft glauben? Außerdem war Jonas Predigt keine Verheißung. die Menschen könnten erschrecken und will nicht. solange sie in seinen eigenen Klauen schlummern.3). Hiskia hatte das Wort Gottes geredet. B. Dann bekräftigte er. eher wird er jemanden. damit diese sie nicht aus ihren Träumen von Frieden und Glück aufschreckt. aber ein steinhartes Herz haben. positive Verheißung in Anspruch zu nehmen. die Verheißung des Evangeliums in Anspruch zu nehmen. sondern eine Androhung. Jerobeam hörte jedoch nicht darauf und zwang Abija den Krieg auf: »Und Abija und sein Volk brachten ihnen eine große Niederlage bei … weil sie sich auf den HERRN. und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab« (Lk 8. als Jerobeam mit seinem Heer gegen ihn zog. seinem Gott …« (1Kö 15. König über Juda. eine Verheißung in Anspruch zu nehmen. Und der Teufel wird sich hüten. voller Eifer darauf aus. auf Christus vertrauen. wenn sie dabei auf keine Schwierigkeiten und Widerstände stoßen? Ein weiteres erschreckendes Beispiel für Menschen. Ein Beispiel dafür ist Abija. sie in Anspruch zu nehmen. Weit mehr. auf welche sie mit Glauben reagierten.13). Es wundert nicht. und für das Volk bedeutete Vertrauen auf dieses Wort dasselbe. dazu ermuntern und verhelfen.5). sie davon abzuhalten. die Verheißung der Vergebung und des Lebens ist der wahre Kern und die Quintessenz des Evangeliums. Es kommt kein Widerstand von innen.20). Auch von außen kommt Widerstand auf. 10-12). was Abija sagte. sie von der Drohung fernzuhalten. als es für die Heiden von Ninive war. den sie ergreifen durften.7-8). den Gott ihrer Väter. die zwar Glauben haben. überschwänglichen Gemütern. Der Unterschied zwischen derartigen und echten Christen mit einem guten Herzensboden ist nach außen zunächst nicht erkennbar.5). denn er liegt unter . dass »der HERR unser Gott ist« und dass »Gott mit uns ist« (V. und zwar »durch einen Salzbund« (2Chr 13. war doch der Gott des Himmels ihnen fremd und sein Prophet Jona ein Unbekannter für sie. die der HERR vor den Söhnen Israel ausgetilgt hatte« (2Chr 33. gestützt hatten« (V. Sich auf Gottes Verheißungen zu verlassen. Daher gilt: Wenn unerrettete Menschen eine Drohung annehmen – wie z. Er ist sich ihrer mehr gewiss. dass er auf diese Weise die Unerretteten in ihrem natürlichen Zustand festigt und verhärtet. des Königs von Juda« (2Chr 32. Der Herr erklärte. Doch von demselben Abija lesen wir: »Er lebte in allen Sünden seines Vaters … und sein Herz war nicht ungeteilt mit dem HERRN. und wird sich bemühen. Erstens erinnerte er ganz Israel daran. Es ist tatsächlich erschreckend zu lesen. Anschließend denunzierte er die Sünden seines Widersachers (V. der nicht an der Verheißung interessiert ist. wenn sie sich in Sicherheit wiegen. aber denen rettender Glaube fehlt. Wie viele von solchen kennen wir: Glückliche Seelen mit strahlenden Gesichtern. Doch ein Kapitel weiter und keine fünfzehn Jahre später wurde dasselbe Volk von einem anderen König dazu verführt. dass Jahwe das Reich David und seinen Söhnen auf ewig gegeben hatte. dass sie schwer zu schlucken ist. Das ist erstaunlich. Für ein Volk unter dem Evangelium muss es doch viel einfacher sein. die Niniviten – warum sollten Unerrettete dann nicht imstande sein. ist daher nicht automatisch ein Beweis für die Wiedergeburt. da wundert es nicht. Von innen. die das Evangelium hören und sogar annehmen. Wenn es hingegen darum geht. ist es. finden wir in Jesu Gleichnis vom vierfachen Ackerboden: jene. 69). schrieb 1680: Wenn wir eine Drohung ernst nehmen sollen. »mehr Böses zu tun als die Nationen. zeitweilig Mitarbeiter des berühmten Puritaners John Owen. Offensichtlich gilt: Nicht wiedergeborene Menschen können sich auf Gott stützen. wie auf Gott selbst zu vertrauen. dass ihnen durch die Drohung ihr elendiger Zustand bewusst wird und sie sich etwa aufrütteln lassen und einen Ausweg suchen. der Drohung zu glauben! David Clarkson. als sich auf eine göttliche Verheißung zu verlassen. werden wir auf Widerstand von innen und von außen stoßen. weil eine Drohung bittere Medizin ist und die Bitterkeit des Todes enthält. Denn er weiß. Eine fälschlich angenommene Verheißung ist ein Nagel im Sargdeckel und verwahrt das Sündengrab in Sicherheit.

sich Jesus als Herrn unterworfen zu haben. Aber Gott lässt sich auf diese Sonderwünsche nicht ein. Wenn Ihnen Ihre Seele lieb ist. die aber widerstreben. aber Christus ist auch Gegenstand nicht-rettenden Glaubens (Joh 2. ihr Übeltäter!« (Mt 7. lieber Leser. Rettender Glaube macht wachsam und erwartet die Wiederkunft des Herrn. Defizite unechten Glaubens Am Ende dieses Kapitels möchten wir einige Punkte aufzeigen. etwas zu sein. muss man tief graben! Haben Sie sich. und auch nicht-rettender Glaube hat diese Auswirkung: Sowohl von den klugen als auch den törichten Jungfrauen ist geschrieben: »Da standen alle jene Jungfrauen auf und schmückten ihre Lampen« (Mt 25. . sodass er seine Seele nicht errettet …« (Jes 44. Zwar gibt es jene.24). vollmächtigen und dauerhaften Wunsch und den Willen. Gott zu gefallen. wir müssen uns entweder von ihm nach seinen Bedingungen retten lassen oder werden gar nicht errettet.8). während sie doch noch unerrettet sind. sich ihm als ihrem Herrn zu unterwerfen und sich durch seine Gebote leiten zu lassen.20). dass dieses Kapitel genau diese Wirkung bei vielen Lesern erzielt. und doch haben sie keinen rettenden Glauben! Man kann unmöglich genau angeben. die Warnungen der Bibel zu ignorieren und nur deren tröstenden Verheißungen für sich in Anspruch zu nehmen. die bereit sind. unseren eigenen Weg zu gehen: »Wir alle irrten umher wie Schafe. Der Gegenstand rettenden Glaubens ist Christus. wollen aber ihren Eigenwillen und ihre Selbstliebe beibehalten. aber auch das gilt für nichtrettenden Glauben (Hebr 6.23. ob »die Wurzel der Sache in mir zu finden« ist (Hiob 19. diese Ausführungen seien sehr beunruhigend und – wenn man sie ernst nimmt – durchaus bedrückend. um sicherzustellen.21). Wenn der Herr Jesus rettet. Wenn Christus rettet. Rettender Glaube geht mit Freude einher. ob ihr im Glauben seid. sogar großartige Werke in seinem Namen vollbringen und damit ihren Glauben durch ihre Werke beweisen. »Der Übermut deines Herzens hat dich betrogen« (Ob 1. wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg« (Jes 53.20.20).3). Der Teufel verführt durch dieses Vorgehen mehr Seelen als durch alle seine sonstigen Listen zusammen. wie weit nicht-rettender Glaube gehen und wie sehr er rettendem Glauben ähneln kann. Er versucht. Das bestätigt der Herr Jesus mit seiner eigenen Aussage: »Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr. während er doch nichts ist. Es gibt also viele. Aber es gibt auch Unerrettete. Er hält sie davon ab. Weicht von mir. woran es diesem nicht-rettenden Glauben im Vergleich zu rettendem Glauben fehlt.7).22-23). dass ihr nicht verführt werdet!« (Lk 21. »Wenn jemand meint. die Jesus sogar als ihren Herrn bekennen. so betrügt er sich selbst« (Gal 6. befreit er den Geist vom Eigenwillen und verleiht dem Erretteten einen echten. Wenn es tatsächlich einen nicht-rettenden Glauben an Jesus gibt. rettet er von der Sünde – von ihrer Macht und ihrer verunreinigenden Wirkung auf uns. weisen Sie diese Warnungen nicht leichtfertig von der Hand. der noch unglaublicher erscheint. Rettender Glaube ist vom Heiligen Geist bewirkt. wie leicht können wir uns dann bezüglich unseres eigenen Glaubens täuschen! Nicht ohne Grund warnt uns der Heilige Geist in dieser Sache so ausdrücklich: »… ein betörtes Herz hat ihn irregeführt.21). Möge Gott in seiner Gnade geben. wollen aber nicht von sich selbst errettet werden. Erstens sind viele zwar bereit. Rettender Glaube gründet sich auf das Wort Gottes. sie hätten rettenden Glauben. So verleitet er sie. tiefgründig geprüft. die scharfe Schneide des überführenden Wortes Gottes abzuwenden und seine Sklaven in ihrem unerretteten Zustand zu besänftigen. Jesus als ihren Retter anzunehmen.5). Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. und um das festzustellen. sich vom Herrn Jesus vor der Hölle retten zu lassen. die bekennen. und auch das gilt für nicht-rettenden Glauben (Mt 13. Vielleicht sagen einige Leser nun. Er verleiht ihnen ein Bewusstsein falscher Sicherheit.6).28)? Schwer zu unterscheiden Doch nun wollen wir zu einem anderen Fall kommen. sie befänden sich wohlbehütet innerhalb der Arche. untersucht euch!« (2Kor 13. auf die heilsame Ermahnung zu hören: »Prüft euch. An keiner Stelle setzt der Teufel seine List und Macht hartnäckiger und erfolgreicher ein als hier: Er will Menschen zum Irrtum verleiten. »Seht zu. nicht-rettender Glaube ebenfalls (Mt 13. indem er ihnen einredet. Und der ureigene Kern der Sünde ist unser Wille. Sie wollen dem kommenden Zorn Gottes entgehen.28 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 1: Atrappen echten Glaubens 29 der Oberfläche: Sie haben »keine Wurzel in sich« (Mt 13. und daher auch von ihrer Schuld.3).4).

Wenn ihre Herzen geheiligt und Stolz und Begierde ausgetilgt würden. aber sind nicht bereit. oder gar kein Herr. ihre Theaterbesuche aufzugeben und ihre Kartenspielereien. dass ich über sie herrschen sollte. . ob sie bereit sind. Andere bekennen sich freimütig zum Herrn. Lieber Leser.20). Dann gibt es viele. ihren fleischlichen und weltlichen Lüsten zu entsagen. der ihre Lüste verbrennt. nach der unsere weltlichen Begierden und fleischlichen Interessen verlangen. dann werden sie das zuversichtlich und entschlossen bestätigen.30 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 1: Atrappen echten Glaubens 31 Viele werden nie errettet. aber sein »Joch« ist ihnen unwillkommen. vielleicht erfüllen sie diese allesamt. Doch die große Mehrheit der bekennenden Christenheit möchte die Souveränität Christi in bestimmten Punkten einschränken. sich aber nicht von ihm heiligen lassen wollen. sind Sie auf dem Weg ins Verderben. Sich ganz und gar selbst zu verleugnen und täglich ihr Kreuz aufzunehmen. Ein wenig. ihre Seelen schmelzen lässt. wenn Ihr Gehorsam gegenüber Christus durch Vorbehalte eingeschränkt ist. aber erwähne eine zehnte Pflicht und sogleich reagieren sie erbost. Dass Christus zu ihnen kommt als der. alles zu tun. der sie reinigt. aber nicht als ihren König. sich ihm als ihrem Herrn zu unterwerfen. was immer der Herr Jesus von ihnen verlangt. hinauszugehen und sich in der Welt zu Christus zu bekennen. die sie bisher ignoriert haben.23). fühlte er sich zutiefst verletzt. aber als Johannes ihn auf sein sündiges Verhält- nis mit Herodias ansprach. Viele sind bereit. ihre alte Natur auflöst. ihren Unrat verzehrt. dann werden sie sogleich rufen: »Das ist Gesetzlichkeit!«. Seinen Frieden wollen sie haben. Herodes hörte Johannes den Täufer gern reden »und tat vieles« (Mk 6. Fragen wir sie. ist eine Anforderung. ein gewisses Maß an Heiligung lassen sie zu. denn man ist ihnen zu nahe gekommen und hat auf ihren persönlichen »Schlips getreten«. sich von Christus rechtfertigen zu lassen. weigern sich jedoch.27). Von allen solchen wird der Herr sagen: »Doch jene. damit sie in einer neuen Gestalt leben – das mögen sie nicht. sie wollen ihn als Retter annehmen. sie darf uns nicht zu weit der Freiheit berauben. Aber das ist unmöglich: Christus wird entweder Herr über alles sein. ihm als ihrem Herrn zu gehören. oder: »Wir können nicht in allem vollkommen sein!« Nenne neun christliche Pflichten. doch »völlig an Geist und Seele und Leib« geheiligt zu werden (1Thes 5. die nicht wollten. wäre das zuviel des Guten und käme für sie einem »Herausreißen des rechten Auges« gleich. weil sie Christus zerteilen wollen. vor der sie sich angewidert drücken. Doch wenn es dann konkret wird und man sie auffordert. meine Feinde. Oder wenn sie bereit sind. weigern sich jedoch. Ein beständiges Abtöten aller ihrer Glieder ist ihnen zuwider. dass er nicht ihr absoluter Herr ist. Ferner sind viele bereit. das wollen sie nicht. die bereit sind. Christus als ihren Priester walten zu lassen. bringet her und erschlaget sie vor mir« (Lk 19. dann nur mit der Einschränkung. die ausdrücklichen Gebote und Vorschriften des Herrn auszuüben.

Dadurch wurden sie völlig überzeugt. Ebenso falsch ist die Vorstellung.30 lesen wir: »Als er dies redete. persönlichem Ansehen oder irgendeiner anderen Sache. oder: »… errettete er uns. und in Vers 59 heben sie Steine auf. dass der Himmel durch keine menschlichen Werke erlangt werden kann. Immer und immer wieder haben sie Verse gehört wie: »Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben. In der Christenheit gibt es heute eine große Anzahl von Menschen. um ewigen Segen davonzutragen. die für ihre Errettung auf etwas anderes vertrauen als auf Christus. so gut. dass die Auffassung. was direkt auf diesen Vers folgt: »… doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht. die »an Jesus glauben«. d. Menschen zum »Glauben« an Jesus zu bewegen. was ihm Wertschätzung bei Gott einbringen würde.« Doch beachten wir. ihre Kirchenmitgliedschaft oder ihre eigene Moral und religiösen Werke bauen. sondern nur dann zum Vater führt. Doch braucht man nicht viel weiter in jenem Kapitel lesen. denen beigebracht worden ist. glaubten viele an ihn. nicht aus Werken. Würde nach dieser Diagnose jemand sagen. seien errettet. die in ihren Augen rein ist und doch nicht gewaschen von ihrem Unflat« (Spr 30. er gelte für Menschen. und bei evangelistischen Aktionen hat man sich fast gänzlich darauf konzentriert. um auf ihn zu werfen. Das hat einigen arge Schwierigkeiten bereitet. wie diese Juden aus Johannes 12. dass Christus nicht nur der einzige Weg zum Vater ist. Die einzigen Schwierigkeiten mit diesem Text stellen sich. In Vers 44 sagt der Herr zu diesen vermeintlichen »Gläubigen«.5). ebenso falsch ist wie die Ansicht. die auf ihre Taufe.Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens 33 Kapitel 2 Das Wesen rettenden Glaubens »(Da ist) eine Generation.42). dass diese Leute gerettet waren? Wer das bejaht. Doch wir möchten an dieser Stelle aufzeigen.12 und 30. die auf sich selbst oder auf eigene Errungenschaften vertrauen. Viele würden meinen. ist auch darin unterrichtet worden. die nicht an Christus glauben. alle. dass selbst die höchsten moralischen Leistungen des natürlichen Menschen in den Augen des dreimal heiligen Gottes nichts mehr sind als »ein beflecktes Kleid« (Jes 64. wird man unweigerlich entdecken. Gottes Gabe ist es. Waren diese Männer deshalb gerettet? Viele Prediger und Evangelisten sowie Tausende ihrer irregeleiteten Anhänger würden antworten: »Ja. dass allein Christus einen Sünder retten kann – das ist zu einem festen Glaubensbekenntnis geworden. sondern nach seiner Barmherzigkeit« (Tit 3. Steinewerfende »Gläubige« Die große Gruppe. den Herrn Jesus als ihren persönlichen Retter angenommen.12 gemeint). dass der Sünder nichts tun kann. selbstverständlich. hat klar bewiesen. um festzustellen. denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott« (Joh 12. wie sie meinen. sondern unerrettet waren. »Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn« (Joh 12. um Christi Willen Verlust zu erleiden an weltlichem Besitz. gelten für viel mehr Menschen als nur für solche. dass genau diese Leute nicht wiedergeboren. der nicht rettet. dass sie ihm glaubten. Es gibt einen Glauben an Christus. dass jeglicher Glaube an Christus rettet.12). dass er das Erlösungswerk Gottes überhaupt nicht begriffen hat. nur die seien verführt (und seien in Sprüche 14. Aber das ist nicht der Fall. die einzigen irregeleiteten Seelen seien jene. Sie wurden belehrt – und das zurecht –. aber zuletzt sind es Wege des Todes« (Spr 14. sondern sie glaubten sogar an ihn. dieser Vers träfe nur auf solche zu. Wenn man das Neue Testament aufmerksam liest. der nicht rettet. So weit. obgleich es nicht schwer zu verstehen ist. zeitlichen Vorteilen. damit niemand sich rühme« (Eph 2. aber es gibt auch einen Glauben an Christus.43). fürchtet. die. Doch ist es ein schwerer Fehler. Verse wie: »Da ist ein Weg. der einem Menschen gerade erscheint.« Hier wird nicht nur gesagt. dass es einen »Glauben« an Jesus gibt.5). In den letzten Jahrzehnten lag nahezu der gesamte Nachdruck bei Evangelisationen auf dem Glauben an Christus. . und das nicht aus euch. damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden. h. Offenbar wurden dabei große Erfolge erzielt: Tausende und Abertausende sind darauf eingegangen und haben. von dem weder Menschen noch der Teufel sie abbringen können.8-9). wenn man persönlich an ihn glaubt: Nur durch persönlichen Glauben kann man ihn als Retter annehmen. die nicht an Jesus glauben. Wer sich. wenn man davon ausgeht. eine derartige Schriftstelle auf eine solche Gruppe zu beschränken. die wir meinen. in Gerechtigkeit vollbracht.12). der rettet. nicht aus Werken. In Johannes 8. Außerdem wurde ihnen eingeschärft. wir getan hätten. dass sie den Teufel zum Vater haben.

37).14) und die sich selbst verleugnen. Zweitens gab es das allgemeine Volk. die einen rein historischen Glauben an die biblischen Tatsachen verwechseln mit einem rettenden Glauben an Christus. das nach Römer 9. eine große Menge von Menschen. insbesondere seit Mose. die sich überhaupt nicht zu Christus bekennen. die die bei weitem größte Klasse bildeten.« Aber das stimmt nicht. die Schriftgelehrten und Pharisäer. Doch an dieser Stelle möchten wir eine erschreckende Wahrheit herausstellen: Es gibt Menschen.) die Gemeinde Gottes!« Das galt auch zur Zeit des Alten Testaments. die sind Israel. täglich das Kreuz auf sich nehmen und einem verachteten und verworfenen Christus nachfolgen auf dem Weg des liebenden und uneingeschränkten Gehorsams gegenüber Gott. solche Menschen glauben nicht an Christus.) die Griechen (= Heidenvölker) und 3. h. 11. aber ihre Herzen hatten sie ihm niemals in Ergebung geweiht. Zunächst gab es da die Heidenvölker oder Nationen außerhalb des Volkes Israel. genau wie Kinder muslimischer Eltern fest und entschlossen an Mohammed glauben. Da ihnen der Wert von Jesu teurem Blut oft vorgestellt wurde. 8.13. die »mehr das Vergnügen lieben als Gott« (2Tim 3. das »ihn gern hörte«(Mk 12. Dieser Gruppe entspricht heute die breite Masse leerer Bekenner. Ja. doch wahrscheinlich würden viele diese Aussage abschwächen und sagen: »Dieser nicht rettende Glaube an Christus ist ein lediglich historischer Glaube. sondern glauben lediglich die Tatsachen über ihn.23. die eine himmlische Berufung.31.30. Äußerlich befürworteten sie Christus. Gottes Wort unterteilt die Erdenbewohner in drei Klassen. d. Drittens gab es diese unscheinbare Handvoll Jünger. die mehr als nur einen historischen Glauben an Christus und mehr als nur Kopfwissen über ihn haben. dass sie eine neue Schöpfung in Christus sind (2Kor 5. Gläubige und Ungläubige. h.17). die nur dem Namen nach zum Volk Gottes gehörten und nur rein äußerlich mit Gott zu tun hatten. Die drei Gruppen der Menschheit Wahrscheinlich sind die meisten Leser mit der Lehre großgeworden. 10. Drittens gibt es die »wenigen«. ihr Glaube aber verleiht ihnen dennoch kein neues Leben und rettet sie nicht.66). 12.32). woran zu erkennen wäre. dadurch vor dem kommenden Zorn errettet zu werden.32 aufgeführt werden: 1. Und doch gibt es in ihrem praktischen Leben nichts. Nur wenige würden dieser Aussage widersprechen. weshalb sie ihn begehren sollten – entweder weil sie ihn nicht kennen oder weil sie ihn offen ablehnen.4). Und dieselben drei Klassen sind auch heute – für das geistliche Auge – in der Welt zu erkennen: Erstens sind da die großen Mengen. Sie sind gut in der biblischen Wahrheit unterrichtet und »glauben an Jesus«. Zweitens gab es das Volk Israel. die in 1. von denen es heißt.« Der bei weitem größte Teil des Volkes Israel bestand aus bloßen »Namensgläubigen«. Gottes »kleine Herde« (Lk 12.42. Hoffnung und Erbschaft hatten. dass sie »an ihn glaubten« (siehe Joh 2. die in einer natürlichen Weise von Christus angezogen sind. Zweitens gibt es diese große Gruppe von Menschen. 2. Ihnen entsprechen heute die echten Christen. Doch eine solche Unterteilung ist irreführend und völlig falsch. es gibt einen rettenden Glauben an Christus. die den Namen Christi tragen.45.34 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens 35 an der das Herz hängt. Drittens gab es die Gläubigen des treuen Überrests Israels. die aus Israel sind. vertrauen sie auf Jesu Verdienste und hoffen. Sicherlich gibt es solche.) Die Juden. und sie ließen sich weder von seinen segensreichen Lehren noch von seinen Wunderwerken erweichen. ist immer noch in seinen Sünden – so sehr er auch darauf vertrauen mag.11). die »ihn aufnahmen« (Joh 1. aus solchen.6 in zwei Gruppen aufgeteilt werden muss: »Nicht alle. Dieser Klasse entsprechen heute die zahllosen Millionen neuzeitlicher Heiden. an denen jedoch keinerlei Anzeichen der Errettung zu erkennen waren. der nicht rettet. aber dennoch nahmen sie schnell Anstoß an ihm (Joh 6. Sie sehen an Christus nichts. sie nahmen ihn in ihre Herzen und in ihr Leben auf. Korinther 10. Dieselbe dreifache Einteilung der Menschheit tritt auch im Johannesevangelium deutlich zutage: Erstens gab es die verhärteten Führungspersonen des Volkes. gibt es solche auch unter seinen Anhängern.12). dass Jesu vollbrachtes Werk ihn in den Himmel bringen werde. Priester und Ältesten. als ihren Herrn und als ihren Heiland. Sie waren beeindruckt von seinen Machtdemonstrationen und den Zeugnissen seiner Gottheit. die durch die »enge Pforte« gegangen sind (Mt 7. Sie waren vom Scheitel bis zur Sohle unverhohlene Gegner Christi. Und heute gibt es nicht nur einige wenige mit einem solchen Glauben. d. . Da sie ihn keineswegs offenkundig ablehnen. dass es in dieser Welt nur zwei Klassen von Menschen gibt. 7. aber es gibt auch einen Glauben an Christus.

weil sie darin versagt hatten. 5.31. sondern auch im vorsätzlichen Ungehorsam und der bewussten Rebellion gegen Gott.a. 4. 19. als die Schrift es tut und dadurch wahre Gläubige zu entmutigen.1. Gott hatte erklärt. Adam war entschlossen. aber trotzdem nicht errettet waren. Hebr 3. Röm 2. die Verheißungen Gottes auf sich anzuwenden? Ja. sich auf ihn stützten. auf ihn vertrauten usw. Das taten sie jedoch nicht.8. 10. einerseits den Maßstab höher anzusetzen. welches heute oft übersehen wird: Sie waren offen ungehorsam gegen Gott. wenn wir zunächst das richtige Verständnis von Unglauben erlangt haben. So bestand der erste Fall von Unglauben in der Menschheitsgeschichte nicht nur im negativen Versagen. dass die Nachkommen Abrahams das Land erben sollten. wenn man sorgfältig eine biblische Definition von Unglauben entworfen hätte. Als die Kundschafter einige Kostproben von den prächtigen Trauben des Landes mitbrachten und Josua das Volk ermutigte. die es hörten. müssen wir nicht nur eine biblische Definition formulieren. seinen eigenen Weg zu gehen. und andererseits den biblischen Maßstab herabzusetzen. weigerten sie sich. das zu beherzigen. sich nicht mit dem Glauben verband« (Hebr 4. 11. Was bedeutet diese Aussage genau? Dass sie deshalb nicht ins Land kamen. der die Seele in rettender Weise mit Christus verbindet. dass er Gottes ernster Warnung nicht glaubte (er werde gewisslich sterben. denn 1. .20.19).36 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens 37 sondern in der Christenheit gibt es solche sogar zuhauf.6.1. hinaufzuziehen und das Land in Besitz zu nehmen. mit denen wir uns im vorigen Kapitel beschäftigt haben.21. 15. 1Petr 2. 3. aber dieses Wort der Verheißung »nützte jenen nicht.30. Unglaube hat sowohl eine aktive als auch eine passive Seite. an denen dieses gr.18. die verschiedenen dt.8.2)..2. und diese Verheißung war das Vorrecht der Generation. Das griechische Verb wird dementsprechend mit »nicht glauben« (1Petr 2.14 erklärt ausdrücklich: »Adam wurde nicht betrogen …« Nein. das von Milch und Honig überfließt. ungeachtet der Verbote und Warnungen Gottes. In der Bibel finden wir immer wieder Glaube und Unglaube diametral gegenübergestellt. sowohl mit »Unglaube« übersetzt (Röm 11.11) als auch mit »Ungehorsam«(Eph 2. Viele Fehlschlüsse zu diesem Thema hätten vermieden werden können. Bibelausgaben übersetzen mit »nicht gehorchen« oder »nicht glauben« an den Stellen. Das ist keine leichte Aufgabe. dass sie auf die Lüge der Schlange gehört haben. Apg 14.6). das im Neuen Testament dafür verwendet wird. Aber das ist nicht alles! Da war noch etwas weit Schlimmeres: Ihr Unglaube umfasste ein weiteres Element. denn diese beiden Arten von Glauben haben viel gemeinsam: Der Glaube an Christus.20. 11.1 u. weil es bei denen. Hebr 4. die an den Herrn glaubten. die ebenfalls in solchem Glauben enthalten sind. Die Verwerflichkeit der ersten Sünde unserer Ureltern bestand auch nicht lediglich darin. Einige konkrete Beispiele geben hier weiter Aufschluss. was Gott so klar und deutlich gesagt hatte. eures Got1 So mit der Rev. Er versagte nicht nur darin. und wir sind einem richtigen Verständnis vom Wesen rettenden Glaubens ein gutes Stück näher gekommen. dass Unglaube weit mehr ist als ein falsches Urteil oder als fehlende Zustimmung zur Wahrheit.7) und »nicht gehorchen« (1Petr 2.17. Timotheus 2.2.31.)1 wiedergegeben. Die Bibel beschreibt Unglauben als ein tödliches und gewalttätiges Prinzip der Opposition gegen Gott.9. Nehmen wir zum Beispiel Adam. 3. Eine Definition von Unglauben Was macht rettenden Glauben nun tatsächlich aus? Wenn wir das zu beantworten versuchen. Wort vorkommt: Joh 3. die aus Ägypten gerettet wurde. Im Alten Testament werden sie repräsentiert und veranschaulicht durch Menschen. Wir müssen dabei die Fehler vermeiden. um eben diese Verheißung zu ergreifen und auf sich anzuwenden. über welches es heißt: »… dass sie wegen des Unglaubens nicht (ins Gelobte Land) hineingehen konnten« (Hebr 3. wenn er von der verbotenen Frucht isst): »Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind …« (Röm 5.8. der nicht rettet.36. Elberfelder Bibel. sondern außerdem den Unterschied herausstellen zwischen rettendem und nicht rettendem Glauben. sodass sich tote Bekenner in falscher Sicherheit wiegen. und daher wird das griechische Wort. Betrachten wir das Beispiel Israels in der Wüste.19).31. Mose sagte zu Recht von diesem Volk: »Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen und wart widerspenstig gegen den Befehl des HERRN. denn ihnen galt die Verheißung des Landes. dass rettender Glaube viel mehr umfasst als ein aufrichtiges Zustimmen zum gehörten Wort Gottes. enthält mehrere Elemente oder Bestandteile. wird uns sogleich klar werden. Wenn wir erkennen. Solche unechten Gläubigen entsprechen den Vorbildern.

40). So ist es auch mit dem »zu Christus Kommen«: Es gibt etwas. Und was ist gemeint mit: »Ihr gingt in die Irre wie die Schafe«? Zunächst spricht das von der Vergangenheit. John Owen schrieb: Das Licht des Evangeliums wird an einen Ort oder zu einem Volk gebracht: Sie kommen so nahe.38 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens 39 tes« (5Mo 1.14). sich der Autorität Gottes zu ergeben und sich seiner Herrschaft zu unterwerfen. wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg.26). Spr 28. Der verlorene Sohn konnte nicht zum Vater kommen.« Das also ist es. dass es darauf abzielt. sie von ihren Sünden zu trennen. der in rettender Weise zu Christus kommt und Vergebung sucht: Jedes andere Verhalten widerspräche dem Gesetz des Glaubens. Unglaube ist nicht einfach eine Schwäche der gefallenen menschlichen Natur. und die Seinen nahmen ihn nicht an«. dann würden weniger bekennen.21). sich von jeder falschen Zuversicht zu trennen. und so kommen sie in – und aufgrund von – ihren Missetaten um. gegen ihn zu kämpfen. Zu Christus zu kommen bedeutet nicht nur. die auf ihn vertrauen. welche Bedingung »zu Christus zu kommen« eindeutig und unausweichlich mit sich bringt. sondern Unglaube ist ein entsetzliches Verbrechen. Im nächsten Vers wird gesagt. ungehorsam und widerspenstig.3) wie ein Bettler mit leeren Händen (Mt 19. dass sie seine Ziele oder Absichten erkennen. denn auf die Gläubigen trifft das jetzt nicht mehr zu.28. dass sie nicht zu denen gehörten. wenn Sie immer noch einen eigenen Weg .19). Glaube heißt zu Christus kommen Rettender Glaube ist ein echtes »zu Christus Kommen« (siehe Mt 11. muss ich nicht nur meine ganze eigene Gerechtigkeit ablegen (Röm 10.25).13). Beide kommen aus dem Herzen hervor: Unglaube aus einem von Gott entfremdeten Herzen.25) und »wollten nicht zu ihm kommen« (nach Joh 5. die »an ihn glaubten«. denn ihre Werke waren böse« (Joh 3. Somit gehört es unverzichtbar zu rettendem Glauben. um hierher zu kommen. Joh 6. dann erkläre ich damit notwendigerweise. das mit Gott versöhnt ist und daher aufgehört hat. Wenn ein Rädelsführer und Rebell zu einem irdischen König kommen und dessen souveräne Gunst und Vergebung erbitten möchte. die feindlich gegen Gott eingestellt ist. rettender Glaube hingegen aus einem Herzen. Jesaja 53. Seine heiligen Forderungen passten nicht zu ihren fleischlichen Begierden. Wenn das Evangelium nur deutlicher und schriftgemäßer verkündigt würde. als mit meinem Verstand zuzustimmen und mit meinem Willen beizupflichten. dass ich ein anderes Land verlassen habe.11. dass das Licht in die Welt gekommen ist. dass Christus ein Retter für Sünder ist und dass er bereit ist. Unglaube wurzelt in der Verdorbenheit der Menschennatur. Aber ist das alles? Machten sie sich nichts weniger schuldig als nur des Versagens. So ist es auch mit einem Sünder.6 sagt uns deutlicher: »Wir alle irrten umher wie Schafe. denn das war nur die passive Seite ihres Unglaubens. Lieber Leser. alle anzunehmen. um jeden Preis einen selbstgefälligen Weg zu gehen. »Denn ihr gingt in die Irre wie Schafe.37 etc. und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht. Sie mögen die Bedingungen des Evangeliums nicht. das man verlassen muss. in einer Gesinnung. So bestand also auch ihr Unglaube aus dem Geist des Eigenwillens und der offenen Rebellion – dieser Entschlossenheit.12. wollen sie nichts mehr damit zu tun haben. Um von Christus angenommen zu werden. Die Bibel setzt Unglaube stets gleich mit Liebe zur Sünde. Betrachten wir nun die Generation von Juden zur Zeit des Herrn Jesus. sondern ich muss auch meinem Eigenwillen und meiner Rebellion entsagen (Ps 2. sondern beinhaltet und umfasst auch die Trennung von allen anderen Konkurrenten Christi. seiner Lehre zuzustimmen und ihm zu vertrauen? Nein. Auf der aktiven Seite »hassten« sie ihn (Joh 15. daran zu glauben. dass dieser über uns König sei!« (Lk 19. hartnäckigem Widerwillen und Herzenshärtigkeit. In Johannes 1. Liebe zur Sünde ist die unmittelbare Ursache für Unglaube: »Dies aber ist das Gericht. Rettender Glaube ist daher das Gegenteil von verdammendem Unglauben. Wenn ich sage: »Ich kam in die USA«. Es gibt also eine aktive Seite ihres Unglaubens: Sie waren eigenwillig. dass der Bußfertige auf seinen Knien naht und seine Feindseligkeit ablegt. und deshalb sagten sie: »Wir wollen nicht. bevor wir wahrhaft »zu Christus kommen« können: Der Weg des Eigenwillens muss verlassen werden. aber jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten und Aufseher eurer Seelen« (1Petr 2. Aber wir müssen beachten.11 lesen wir: »Er kam in das Seine. dann fordert das Gesetz bezüglich des Herantretens an den König offensichtlich. solange er in jenem fernen Lande blieb. Es ist sehr viel mehr. wovon wir uns trennen müssen. die um mein Herz wetteifern. aber sobald sie merken. das sich in einem Zustand der Rebellion gegen ihn befindet.).

Unsere kurze Definition.18. wirst du errettet werden. wenn Sie meinen. man merke es sich gut. Vielleicht wendet jemand ein: »Warum werden Christen dann noch zur Hingabe ermahnt. wird er feststellen.27). eine Trennung von aller Liebe zur Sünde und ein Aufblicken zu Jesus als die einzige Säule unserer Zuversicht und Hoffnung. wie es Ihnen selber gefällt. Rettender Glaube ist ein Glaube an Christus mit dem Herzen: »Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst. der alles hinter seinen Rücken geworfen hat. wie man Sünder nötigt.20 und 3. wenn sie nicht wirklich zerbrochen sind und vor Gott Reue über ihr Leben empfinden. sondern dreiste Anmaßung und häuft nur noch mehr Schuld auf. Sie ähneln dem Mann. B. Als der Herr Jesus sie mit seinem Evangelium berief. Christus erkennt nur solche als seine Freunde an. was er ihnen gebietet (Joh 15.46. so kann er nicht mein Jünger sein. den Herrn. Durch diese und ähnliche Ausdrücke an anderer Stelle beschrieb der Herr Jesus den wahren Gläubigen: Er ist jemand.5). Rettender Glaube ist das vorbehaltlose Annehmen Christi als meinen absoluten Herrn. dazu aber auch sein eigenes Leben. Spurgeon sagte in seiner Predigt über Johannes 6. wie er begonnen hat: »Wie ihr nun den Christus Jesus. Und in seiner Predigt über Johannes 6. wie z. dass Christus als Herr angenommen wird. Wie weit entfernt von diesem neutestamentlichen Maßstab ist die moderne Art und Weise. Rettender Glaube besteht in meiner völligen Auslieferung meines ganzes Seins und Lebens an die rechtmäßigen Ansprüche Gottes auf mich: »… sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn …« (2Kor 8. so wandelt in ihm« (Kol 2.44: »Zu Christus kommen« umfasst Buße. kann nicht mein Jünger sein« (Lk 14. empfangen (angenommen) habt. 2. was notwendigerweise einhergeht mit diesen bedeutenden Herzensschritten: Glauben an die Wahrheit. ist weder an den Haaren herbeigezogen noch neu ausgedacht.11. die sagen. Wenn Gottlose nicht erkennen. der auf die Bitte seines Vaters antwortete: »Ich gehe«. John Bunyan schrieb im 17. H. »Ich komme. Doch die moderne Evangelisationsweise bringt gerade solche hochmütigen und Christus verunehrenden Namenschristen hervor. Christus lediglich als persönlichen Retter anzunehmen. von dem wir in Matthäus 21. doch sie blieben dennoch bei ihren Vergnügungen und fleischlichen Lüsten. dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat. Selbstverleugnung und Glauben an den Herrn Jesus. was es bedeutet.47. und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit« (Röm 10.40 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 2: Das Wesen rettenden Glaubens 41 gehen. Ja. wirklich zu Christus zu kommen. der Welt um Christi willen zu entsagen.6). »Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern. wo die beiden Bezeichnungen Herr und Retter bzw. in Römer 12.17).9-10). die an Gehorsam zu erkennen ist. 2. sie seien zu Christus gekommen. aber nicht ging. Es gibt keinen rettenden Glauben an Christus ohne echte Liebe zu ihm. Es gibt in der Welt sehr viele vorgebliche Bekenner. so fortzufahren. wenn sie nicht bereit sind. ist das eine schreckliche Lästerung. Wenn der Leser in seiner Konkordanz nachschlägt.30 lesen.37 sagte Spurgeon: Zu Christus kommen bedeutet. wenn sie nicht entschlossen sind. Und wenn so jemand Gottes heiligen Namen mit seinen unreinen Lippen ausspricht und sich als sein Nachfolger bekennt. So wie Unglaube im Wesen Rebellion ist. wie außerordentlich sündhaft ihr verdorbenes Leben des Eigenwillens und Vergnügens ist. C. sich von der Sünde abzuwenden und auf ihn zu vertrauen.26. so . Sie seien bereits zu Christus gekommen. in eben dieser Reihenfolge stehen und niemals umgekehrt: siehe Lukas 1. Heiland vorkommen. Zu Christus zu kommen ist ein Verlassen jeder falschen Zuversicht. dass in jeder Bibelstelle. Dabei beugt man sich seinem Willen und nimmt bereitwillig sein Joch auf sich. Petrus 1.1?« Alle solche Ermahnungen sind einfach ein Aufruf an den Gläubigen. ist das kein Glaube. sich seiner Herrschaft zu unterwerfen – wenn solche auf ihn vertrauen. sagten sie. Jahrhundert in seinem Buch Come and Welcome to Jesus Christ: Zu Christus zu kommen geht einher mit einem ehrlichen und aufrichtigen Trennen von allem um seinetwillen. die alles tun. Somit beinhaltet es alles. Herr«. und mit »echter Liebe« meinen wir eine Liebe. ernstliche Gebete zu Gott und die Unterwerfung der Seele unter die Vorschriften seines Evangeliums. dann täuschen Sie sich nur selbst.

erfordert einen übernatürlichen Glauben. sich dem Herrn Jesus wahrhaft zu ergeben. . welche Methoden heute Evangelisten und Seelsorger anwenden. Ein natürlicher Glaube reicht aus. Heute wird nahezu überall gelehrt – und das sogar von anscheinend rechtgläubigen »Fundamentalisten« –. dass man als Irrlehrer abgestempelt wird. welchen Stellenwert der Heilige Geist in ihrem Denken hat: Offenbar haben sie ein äußerst niedriges Verständnis vom Wunder der Gnade. so soll der Sünder dieselbe Fähigkeit des Glaubens ausüben und auf Christus vertrauen. dass nur so wenige etwas Falsches daran sehen und die meisten blind dafür sind. Christus anzunehmen. In dieser verkommenen Zeit haben nur wenige eine Vorstellung davon. sei damit alles Notwendige erfüllt.42 Teil 2: Rettender Glaube ist rettender Glaube eine völlige Unterwerfung unter Gott: Daher lesen wir von »Glaubensgehorsam« (Röm 16. die Gott verunehrt. welchen zu tun jeder Mensch befähigt sei: Nichts weiteres sei dazu nötig. die seinen verlorenen Zustand beschreiben. die das Wort »glauben« beinhalten. dann sei alles klar. Diese Ansicht wurde so weitverbreitet angenommen. welches der Heilige Geist bewirkt. rettender Glaube sei nichts weiteres als ein Schritt des menschlichen Willens. fragen wir uns. Und das Schlimme daran ist.26). was Gesundheit für den Körper ist: Er ist vollmächtig und wirksam.16 steht und darauf vertraut. was in Johannes 3. und ihn dann zu überreden. ein oder zwei Verse. für den Sünder gäbe es nichts weiter zu tun. dass wir rettenden Glauben als schwierig bezeichnen. dass die Errettung eine denkbar einfache Angelegenheit sei. dass rettender Glaube etwas Übernatürliches ist. dass der Teufel somit Tausende in einem falschen Frieden einlullt und für das wahre Evangelium betäubt. Stattdessen meint man heute fast überall. Oft wird gesagt. voller Leben. immer in Aktion und bringt Frucht nach seiner Art. Rettender Glaube ist für die Seele das. wenn man sie verurteilt. Wenn jemand das glaubt. um an etwas Natürliches zu glauben. wenn er ein Herz dazu bewegt. Wenn wir beobachten. oder »Christus als seinen persönlichen Retter annimmt«. aber in errettender Weise an etwas Göttliches zu glauben. Kapitel 3 Rettender Glaube ist schwierig Einige Leser werden sicherlich überrascht sein. Doch der Autor verurteilt diese Ansicht ohne zu Zögern als eine Lüge des Teufels. als seinen Glauben auf den richtigen Gegenstand zu lenken: So wie ein Geschäftsmann einer Bank vertraut oder eine Frau ihrem Ehemann. als einem Sünder ein paar Bibelstellen zu präsentieren.

nicht nur um Menschen vor der Hölle zu retten. Wenn man erst einmal einsieht. den Lüsten des Fleisches abzusterben.16 gelesen und die Frage gestellt: »Wer ist mit ›jeder‹ gemeint?« Die Frage wird so lange wiederholt. werden weit weniger denken. dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel geht. sein Herz zu reinigen (Jak 4. Ganz im Gegenteil. Das traurige Beispiel vom reichen Jüngling Der Herr Jesus hat nicht gelehrt. die ihn finden« (Mt 7. sondern sagte vielmehr: »Eng ist die Pforte und schmal der Weg. von der Welt zum Herrn Jesus. dass die Errettung durch Gott nicht nur eine lehrmäßige. es sei ebenso einfach. dass der Herr Jesus in die Welt kam. hingegeben und geduldig. dass dieser Vers auch auf ihn zutrifft. diesen Kandidaten »für Christus zu gewinnen«. sie gehörten bereits zu den Erretteten. Der einzige Weg zum Himmel ist schwer und mühsam. In Wirklichkeit beruht ihr »Glaube« auf nichts anderem als auf einer oberflächlichen. lassen Sie sich in dieser lebensentscheidenden Frage nicht täuschen: Christ zu sein. Das Betreten dieses Weges verlangt die höchstmögliche Strebsamkeit der Seele: »Ringt danach. ich und jedermann. dass »Jesus für mich starb«. wie seine Hände zu waschen. und wenige sind. dass er nun gerettet sei. dass sie bereits errettet seien. Timotheus 3. sich von den Götzen zu Gott zu bekehren. der sich überhaupt nichts aus der Ehre Gottes macht und nicht im Geringsten erkannt hat. Wenn man erst einmal einsieht. ebenso leicht in sich hineinlassen wie die Morgensonne ins Zimmer. denn viele. dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist. sage ich euch. sondern auch erfahrungsmäßige Sache ist und dass man dadurch nicht nur gerechtfertigt. wenn Sie auf eine solche Weise »errettet« wurden. treu und kompromisslos. wovon sie gerettet werden müssen. Wenn man erst einmal einsieht. Welchen Stellenwert billigt man dieser . und Ihr »Glaube beruht auf Menschenweisheit« und nicht »auf Gottes Kraft« (nach 1Kor 2. von welchen ich der erste bin. Lieber Leser. voller Vertrauen und Gehorsam. dass sie errettet seien. zieht der Seelsorger sein Neues Testament hervor und liest seinem Opfer 1. denn wir wissen. dem Teufel zu widerstehen. täglich der Sünde gestorben zu sein. Dazu gehört es. durch die enge Pforte hineinzugehen. der Gerechtigkeit zu leben.25).15 vor: »Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert.8). das die Seele durchleuchtet und das Fleisch vergehen lässt. vom eigenen Willen und vom eigenen. wandte sich der Herr an seine Jünger und sagte: »Wie schwer ist es.14). in das Reich Gottes hineinzukommen! Es ist leichter. Doch im Eifer. und man könne das Licht der Wahrheit Gottes. werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können« (Lk 13. traurig von Jesus wegging. selbstgefälligen Weg. übersteigt bei weitem die armseligen Möglichkeiten der gefallenen Menschennatur.22). von Herzen sanftmütig und demütig zu sein. dass nämlich die völlige Auslieferung meines Herzens und Lebens unter seine Herrschaft dazu gehört.« Dann wird er gefragt: »Glaubst du das? Glaubst du. Als der reiche Jüngling. Er verkündete nicht. dass die Errettung der Seele eine simple Sache sei.24). wie schrecklich feindselig er Gott gegenüber dasteht. »dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen« (Apg 14.24. als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt« (Mk 10. sich der Welt als gekreuzigt zu achten. die die wahre Natur rettenden Glaubens nicht kennt und die Errettung deshalb für eine einfache Sache hält. Weil nur so schrecklich wenige eine biblische Vorstellung vom Charakter des großartigen Heilsplans Gottes haben. der zum Leben führt. Sie meinen. Sünder zu erretten. liebevoll und gütig zu sein – oder kurz gesagt: Christus nachzufolgen und nachzuahmen. dass Gott dich liebt und dass Jesus für dich starb?« Wenn er das bejaht. wird ihm sofort versichert. Als nächstes wird Johannes 3. die viele erfahren würden. sondern von der Sünde. sondern auch von neuem geboren und geheiligt wird. bis der Gesprächspartner endlich antwortet: »Du. rettender Glaube sei einfach. Lieber Leser. dass rettender Glaube mehr umfasst als nur zu glauben. Weil nur so wenige erkennen.44 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 3: Rettender Glaube ist schwierig 45 Das Geistliche ist schwieriger als das Natürliche So viele sind dazu überredet worden zu glauben. wird diese Irreführung so weitläufig und bereitwillig angenommen. und sein Gegenüber stimmt bereitwillig zu und sieht ein. es sei für einen Sünder ebenso leicht. der Jesus nach dem Weg zum ewigen Leben gefragt hatte. werden weit weniger meinen. rein logischen Methode. dann war das »in überredenden Worten der Weisheit«. Es ist eine Generation aufgekommen. von der Sünde zur Heiligkeit.« Der Seelsorger sagt: »Du bist ein Sünder«. dann werden weit weniger seine Rettung überhaupt wollen. Ein »Seelsorger« spricht jemanden an. wie man ein Auto mithilfe des Lenkrads herumsteuert. indem man die Jalousien hochzieht. wird das populäre »Evangelium« von heute so bereitwillig akzeptiert.4-5)! Unmengen meinen anscheinend.

der einen Turm bauen will (ein Bild für eine schwere Aufgabe und für die Herzensorientierung nach oben. So ist es auch heute noch: »Wer nun ein Freund der Welt sein will. 20) ausgerichtet. sondern antwortete: »Bei Menschen ist es unmöglich. Er ging betrübt vom Herrn Jesus weg. Deshalb fragte der Herr: »Wer unter euch. 27) und man muss jedem Götzen entsagen (V. Sie wurden satt. Wenn die Seele angefüllt ist mit dem Dreck dieser Erde. dann hat sie keinen Platz für den Vorgeschmack auf den Himmel. Lieber Leser. aber ihnen war es einerlei. Daher war es für sie unmöglich. darum vergaßen sie mich« (Hosea 13. denken nicht an Gott: »Ihrem Weideplatz entsprechend wurden sie auch satt. als welche so viele ihn ausgeben? Das Wort »Ehre« bedeutet hier Zustimmung oder Lob. »denn er hatte viele Güter« (Mk 10. ein Verzichten auf das Ansehen unter unseren gottlosen oder religiösen Mitmenschen und ein Sich-Identifizieren mit dem verachteten und verworfenen Christus. denn bei Gott sind alle Dinge möglich« (Mk 10. 18). wo Evangelisten und Seelsorger herangebildet werden sollen? So gut wie keinen.4). als Fleisch und Blut ertragen konnten. Dieser Vers widerspricht eindeutig der Vorstellung – die zwar dem Fleisch gefällt und das Geschöpf verehrt –. dann hätten sie die Jünger schleunigst beruhigt und ihnen versichert. Sein Herz war an die irdischen Dinge gekettet. die sich im Wohlstand wälzen. da ja nichts anderes zu tun übrig bleibt. auf den Himmel). sich zu entschuldigen« (Lk 14. Von sich selbst aus kann der Sünder in seinem gefallenen Zustand genauso wenig echte Buße tun. die von dem alleinigen Gott ist. die der Herr hier ansprach. rettenden Glauben auszuüben? Wir wollen diese Frage anhand des Fallbeispiels vom reichen Jüngling beantworten.46 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 3: Rettender Glaube ist schwierig 47 Aussage in der heutigen »Theologie« zu – sofern man sie überhaupt als Theologie bezeichnen kann –. 19) und häusliches Wohlleben (V. was der Herr Jesus sagte. wer nur irgend an den Herrn Jesus glaubt. errettet zu werden. »gerieten sie ganz außer sich und sprachen zueinander: Und wer kann dann errettet werden?« Hätten moderne Evangelikale diese erschrockene Frage mitgehört. was sind Ihre Götzen? Zum reichen Jüngling sagte der Herr: »Eines fehlt dir. sich Jesu Joch zu beugen. Beschreiben diese Worte rettenden Glauben als eine solch einfache Sache. Und wie reagieren sie? »Und sie fingen alle ohne Ausnahme an. dass der Mensch sich jederzeit mit seinem Willen entscheiden könne.22).44). Ihre Herzen waren auf Landbesitz (V. die heute an Bibelschulen und theologischen Ausbildungsstätten gelehrt wird. man muss das Kreuz auf sich anwenden (V. Diese Aussage widerlegt ganz klar die heute verbreitete Theorie.18). »Wie könnt ihr glauben. wenn nicht der Vater. Christus selbst beruhigte sie jedoch nicht auf diese Weise. hat er keinen Appetit auf geistliche Schätze. Nur ein Wunder der Gnade kann einen Sünder zur Errettung führen. Die Aussage: »Bei Menschen ist es unmöglich« schließt jegliche Berufung auf die Fähigkeit des menschlichen Willens aus. Warum das? Weil sie sich mehr für andere Dinge interessierten. Der gängigen Ansicht nach kann ein Millionär genauso einfach gerettet werden wie ein Bettler. Zu rettendem Glauben gehört. als »auf das vollbrachte Werk Jesu zu vertrauen«.44). Ein Wunder der Gnade ist nötig »Niemand kann zu mir kommen. dass jedermann Christus als Retter annehmen könne. Das ist wahrlich keine kleine Aufgabe.46-47). wie er eine Welt erschaffen kann. Christus zu ihren eigenen Bedingungen anzunehmen. Das Festessen der Gnade Gottes ist bereitet.6)! Als die Jünger hörten. Die Menschen sind bereit. Was seine Bedingungen sind. Der na- . untereinander gut angesehen zu sein. das war mehr. wie Gott sie ansah. und ihr Herz überhob sich. erweist sich als Feind Gottes« (Jak 4. wann immer es ihm beliebt. umfasst ein Wegwenden von der Welt. Vieh (V. Diese traurige Wahrheit wird auch deutlich anhand von Jesu Gleichnis vom »großen Gastmahl«. Und warum ist es für den natürlichen Menschen »unmöglich«. und durch den Ruf des Evangeliums werden die Menschen eingeladen. aber nicht zu seinen. 33). 26). Er war von seinen Besitztümern gefangengenommen. Wirksam zu Christus zu kommen und in rettender Weise an ihn zu glauben. Die Juden.28). ihn zieht« (Joh 6. der mich gesandt hat. die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre. zu kommen und daran teilzuhaben. wann immer er will. zu Christus zu kommen. Die Forderungen Jesu waren ihm zu streng: alles zu verlassen und ihm nachzufolgen.« Und was fehlte ihm? Dieses: Ergebung unter die autoritativen Forderungen Christi und ein an Gott ausgeliefertes Herz. Aber die Reichen. geht aus demselben Kapitel des Lukasevangeliums hervor: Man muss ihm die innigste Liebe weihen (V. aber nicht bei Gott. setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten …?« (Lk 14. strebten mit höchster Priorität danach. nicht sucht?« (Joh 5. Wenn jemand satt ist von seinen fleischlichen Reichtümern. dass alle und jeder gerettet werden könne. Sie waren seine Götzen. sich ihm als Herrn zu unterwerfen und von nun an zu seiner Ehre zu leben.

es gibt Zehntausende. ist etwas. ist etwas.23). wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen?« (1Petr 4.18).12).18).18). diesen Zustand umkehren? Nein. muss er »seinen Weg verlassen« (Jes 55. Doch sei treu bis zum Tod. unter Kämpfen von außen und Ängsten von innen (2Kor 7. es gibt so viele Leiden. Christus als Diener der Sünde hinstellen und ihn als jemanden präsentieren. und der Kampf wird nicht lange währen. Der wahre Charakter rettenden Glaubens ist dem natürlichen Menschen völlig fremd. vollendet. solange der Vater ihn nicht »zieht«. dann wird Gott dir die Krone des Lebens geben (Offb 2. Die Liebe zur Welt und die Sympathie der Freunde steht einer völligen Auslieferung an Christus im Wege. Niemand kann sich zu Gott bekehren. um der Gerechtigkeit willen Verfolgung zu erleiden. doch ihr Leben zeigt eindeutig.33). dass du vor großen Schwierigkeiten stehst. Daher forderte der Herr Jesus: »So kann nun keiner von euch. Wenn jemand seinen Glauben an die Jungfrauengeburt und an den .13). ein Leopard seine Flecken? Dann könntet auch ihr Gutes tun. so vielen Sünden abzusterben. Die Schmach Christi zu tragen. dass er seinen Sohn sandte. »Kann ein Schwarzer seine Haut ändern. mein Jünger sein« (Lk 14. ein zu anstrengendes Unterfangen. wird das Werk der Errettung des Gerechten nur mit Schwierigkeit. oder er bekennt in heuchlerischer Weise das zu haben. doch Gott bietet dir seine Gnade und Hilfe.22). dient mancherlei Lüsten (Tit 3. und sich selbst zu verleugnen ist eine zu hohe Anforderung für den natürlichen Menschen. Zuerst siehst du.15) widerstrebt dem Fleisch. Die Macht des Allmächtigen ist nötig. die irregeführt wurden und meinen. ist für solche. dass heute so viele Prediger unter dem Vorwand. um gerettet zu werden.9). 6. dass er von ganzem Herzen geliebt werden will und dass wir »im ganzen Wandel heilig« sein sollen (1Petr 1. Das Schreckliche ist. Das ist so viel. nicht mehr als jemand mit einem verletzten Fuß oder einer kranken Hand sich durch Willensanstrengung selber heilen kann. einleuchtenden Attrappen getäuscht. wogegen ein nicht zerbrochenes Herz rebelliert. von der religiösen Welt gehasst zu werden (Joh 15. Der Eingang ins Reich Gottes erfolgt durch viele Drangsale (Apg 14. was ihm in Wirklichkeit noch fehlt. 4. damit Menschen weiter ihren fleischlichen und weltlichen Lüsten nachgehen können.7). wie der Gerechte auch nur tun kann. was rettender Glaube ist. aber diese Menschen wollen nicht von der Sünde errettet werden. unter den Verführungen und dem Argwohn der Welt und den vielen feurigen Pfeilen des Teufels (Eph 6.3) und sitzt im Fallstrick des Teufels fest (2Tim 2. denn er ist ein Sklave der Sünde (Joh 8. solange er sich nicht von den Götzen abkehrt (1Thes 1. der nicht allem entsagt. der die Finsternis liebt und das Licht hasst. was Gott dadurch getan hat. Die Forderung Gottes. und daher wird dieser leicht von Satans 2. Matthew Henry schrieb: Selbst für die Besten gibt es so viel zu tun. mit äußerster Schwierigkeit. der durch sein Erlösungswerk eine Sühnung bereitgestellt hat. die ihre eigene Bequemlichkeit lieben.5). kehrt er Christus entweder traurig den Rücken zu wie der reiche Jüngling. dass er den Heiligen Geist sandte. Die absolute Notwendigkeit der Errettung wiegt ihre Schwierigkeit auf. was er hat.10). Ja.48 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 3: Rettender Glaube ist schwierig 49 türliche Mensch kann nicht zu Christus kommen. 5. die ihr an Bösestun gewöhnt seid« (Jer 13. In gleicher Weise schrieb John Lillie: Nach allem.12) und »den Bösen zu überwinden« (1Jo 2. dass sie ihn als ihren Herrn ablehnen. um die Ketten des Sünders zu lösen und die Gefängnistüren zu öffnen (Lk 4. Den »guten Kampf des Glaubens zu kämpfen« (1Tim 6. die Pforte ist so eng und der Weg so schmal. Versuchungen und Schwierigkeiten zu überwinden. und was der Sohn dadurch getan hat. Die Macht der Selbstliebe beherrscht den Menschen innerlich mit Überlegenheit. wovor Fleisch und Blut zurückschrecken. Kann jemand. Uns vor Gott zu demütigen und bußfertig all unseren Eigenwillen zu bekennen. 3. Rettender Glaube ist also aus folgenden Gründen so schwierig: 1. 7. die Gnade Gottes groß zu machen.26). sie hätten »Christus als ihren Retter angenommen«. »Und wenn der Gerechte mit Not errettet wird. Wenn ein Sünder Vergebung von Gott erlangen möchte. Große Mengen möchten vor der Hölle errettet werden (das ist der natürliche Instinkt des Lebenswillens).34). sonst kann er nicht zu Christus kommen. als er von den Bedingungen der Nachfolge erfuhr. um die Rettung ihrer Seelen sicherzustellen. Doch selbst wenn der Mensch aus der Bibel weiß.

wird er heute quasi überall als echter Christ angenommen. was dieses Werk bewirken sollte.4. Darum geht es tatsächlich.4. wenn wir über die Errettung predigen. dass sie dich nicht umbringt. um die Krankheit so zu gestalten. für seine Errettung allein auf Christus zu vertrauen. Nein. wenn du darin weiterlebst? Ein Ertrinkender kann nicht sagen. er kam hierher. sondern das Umlernen. um vor dem unbeschreiblich heiligen Gott bestehen zu können. sondern wer den Willen meines Vaters tut. geht es um die Frage: Wann rechnet Gott einem Sünder die erforderliche Gerechtigkeit Christi zu? Gewiss nicht. Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen. um uns Sündenvergebung und Zugang zum Himmel zu bringen. Bei dem jedoch. den Menschen von der Sünde zu erretten und ihn heilig zu machen. ginge es um die Errettung vor der Hölle. er sei von der Kälte errettet.21) und um Menschen auf diesen Weg zu rufen. was ich sage?« (Lk 6. Aber das ist keineswegs der Fall. und auch vom Dreck? Willst du der Diener deines Heilands sein? Bist du es wirklich leid. auch wenn sich sein Alltagsleben moralisch in keiner Weise von einem Weltmenschen unterscheidet. des Teufels. wonach ich mich sehne? So fragte auch John Bunyan (in seiner Schrift The Jerusalem Sinner Saved): Was sind deine Sehnsüchte? Willst du gerettet werden? Willst du von Schuld gerettet werden. Er kam nicht. Die schwerste Aufgabe für die meisten von uns ist nicht das Lernen. ein Erfrierender kann nicht sagen. er sei aus dem Wasser errettet. persönliche Heiligung. dass Errettung ohne diese Dinge möglich sei. der in den Himmeln ist« (Mt 7. während er darin versinkt. em Leben erwecken konnte. 1Petr 2. sondern um dich von deinen Sünden zu erretten. Spurgeon sagte über Matthäus 9. Es ist absolut erstaunlich. Der Herr der Herrlichkeit lebte und starb nicht auf dieser Erde. sondern Wozu kam Christus auf die Erde? Außerdem können wir das Werk Christi nicht ehren. Glauben. Christus kam nicht. 14. uneingeschränkte Liebe zu Gott und bedingungsloser Gehorsam ihm gegenüber überflüssig seien – und erst recht nicht. aber wir meinen noch weit mehr: Wir verkündigen die Errettung von der Sünde. C. dann fürchte dich nicht.12: Viele meinen. solange der Sünder sich in Opposition zu Gott befindet. der zu mir sagt: Herr. wir lehnten die Hinlänglichkeit von Christi vollbrachten Erlösungswerk ab oder griffen diese gar an und lehrten. Buße. solange er noch steifgefroren vom Wintersturm ist. durch sein Vorbild und seinen Geist wollte er ihre Seelen in jenen glorreichen Zustand versetzen und sie willig machen. Er lebte und starb. wenn wir nicht korrekt definieren. Wie kannst du von der Sünde errettet sein. zu einem neuen Menschen. welcher der Retter ist vor dem kommendem Zorn? Wenn das deine Wünsche sind. während unsere Herzen weiter an der Erde hängen.21). dass dieses Gift keinesfalls einfach aus ihnen entfernt werden kann.46). ein Diener deines alten Herrn zu sein. Er warnt ausdrücklich: »Nicht jeder. Sogar viele Kinder Gottes haben so tiefe Schlücke vom Gift des Teufels getrunken. Der Herr Jesus fragt: »Was nennt ihr mich aber: Herr. deren Herzen sich bereits von dieser Erde verabschiedet haben. wenn wir uns ehrlich die Frage stellen: Ist es wirklich das. während er unverändert in Sünde weiterlebt. wofür wir eintreten und kämpfen. Nein. dass sie beim ersten Lesen eines Buches wie dieses meinen. um zu zeigen. dafür alles andere aufzugeben. Dieser Heilige Geist sollte sie dann zu neuen Geschöpfen in Christus machen und dazu befähigen. dass er imstande ist. um einen Weg zum Himmel zu bereiten (Joh 10.20-22. Herr! und tut nicht. Der Herr Jesus kam nicht auf diese Erde. H. Diese geistliche Wahrnehmungsstörung ist so stark. dass überhaupt jemand auf eine solche Idee kommen konnte! Es prüft unsere Herzen zutiefst. Niemand hat das Recht zu sagen: »Ich bin gerettet«. wir sagen. und wenn sie echt sind. Nichts als nur die Verdienste Jesu können jemals einem Sünder die Gerechtigkeit verleihen. um dich in deinen Sünden zu erretten. damit der Heilige Geist auf die Erde kommen und tote Sünder zu neu- . der überhaupt keinen Glauben bekennt. betäubt es ihre Wahrnehmung. dass zum Sühneopfer des Lammes Gottes noch Leistungen des Geschöpfes hinzugefügt werden müssten. und solange es in ihrem Denken verbleibt. dass ein verändertes Herz. Der Teufel täuscht und betäubt Tausende auf ihrem Weg zur Hölle. Durch seine Vorschriften und Verheißungen. um zu zeigen. Hebr 10. in dieser Welt als Fremdlinge und Pilger zu leben. der Sünde und der Welt? Und haben diese Wünsche deine Seele in die Flucht getrieben? Fliehst du um dein Leben zu ihm.50 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 3: Rettender Glaube ist schwierig 51 stellvertretenden Sühnetod Christi bekennt und behauptet. dass Christus imstande ist zu erretten und meinen damit.

von Christus gerettet zu werden. Es ist traurig zu sehen.23): die völlige Auslieferung an Gott. solange Jesu ausdrückliche Bedingungen der Jüngerschaft (d. betrügt sich nur selbst. um uns von der Pest der Sünde zu heilen. die er in Lukas 14.17). aber kam. siehe. Wer sich nicht nach einem heiligen Herzen sehnt und nach einem gerechten Leben. teilen die Bibel in »Haushaltungen« ein. sei gereinigt« (Mk 1. um sie von dir zu nehmen und dich von ihr zu befreien. um weiter bequem mit einem Leben nach eigenen Lüsten fortzufahren und den weltlichen Lebenswandel fortzusetzen.41). Jesus Christus kam. werden blinde Zuhörer weiterhin von blinden Predigern geführt werden. Lieber Leser. seinem hohen und heiligem Maßstab zu entsprechen. wie völlig machtlos wir dazu sind. Auch in den »rechtgläubigen« Kreisen der Christenheit stehen die Dinge weit schlimmer. der Wahrheit über die Errettung. die uns fluchen. um die Wirkung von .39). Sie können das nicht. denn mit nur wenigen Ausnahmen wird Gottes Errettungsweg nicht mehr gelehrt. Gott rettet niemanden von der Verdammnis als nur solche. um uns mit seiner Hand anzurühren und zu sagen: »Ich will. Er hat so gelebt und hat uns ein Beispiel hinterlassen. für die zu beten.26.1). ist alles andere als einfach. so ist er eine neue Schöpfung. dass die Zahlung von ein paar Mark an einen katholischen Priester ihnen Sündenvergebung einbringe sowie einen »Ablass« für künftige Vergehen. Und »ist jemand in Christus. »zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen« (2Tim 3. die Christen für solche Fragen zu interessieren wie: Wann wendet Gott die Verdienste von Jesu Erlösungswerk auf einen Sünder an? Wozu bin ich aufgefordert. siehe Apg 11. Doch aus geistlicher Sicht sind die Probleme im religiösen Bereich noch viel schlimmer. wenn er zu wünschen meint. was sie künftig tun oder wie sie fortan leben. lassen Sie sich nicht täuschen. als sich die Mehrheit der Kinder Gottes bewusst ist. das in vielen »fundamentalistischen Gemeinden« und »evangelikalen Kreisen« gepredigt wird. dass sie mit einem unzerbrochenen und unbußfertigen Herzen durch einen bloßen Willensakt »an Jesus glauben« könnten und somit nicht nur Gottes Vergebung erlangten. von seinem heiligmachenden Geist (Joh 7. Rettender Glaube bewirkt. die der Herr Jesus denen erteilt. weil sie nicht bereit sind. und derselbe Instinkt treibt andere Mengen zur begierigen Annahme der Lüge.52 Teil 2: Rettender Glaube er ließ die Krankheit weiterhin tödlich sein. dass an allen Fronten antichristliche Sekten florieren. doch das ist nur ein Teil der Aufgabe. Zehntausende sind »immer Lernende« und beschäftigen sich sogar tiefschürfend mit biblischer Prophetie. Sogar die eigentliche Grundlage ist verdorben. das Alte ist vergangen. und solange »Glaube« zu einem bloßen Willensakt herabgespielt wird. Und seine »Errettung« bedeutet für uns im Diesseits. die seine Jünger sein wollen. Unsere Feinde zu lieben. ohne ewige Strafe zu fürchten. die zu segnen. Dann werden wir erkennen. wie Sünder die rettende Erlösung empfangen können. sondern sogar »ewige Heilssicherheit«. dass ein Sünder mit wahrhaft dürstender Seele zu Christus kommt. Wenn der Autor die heutige Situation richtig beurteilt. ist es heute besonders nötig. und so werden wir einen intensiven Hunger und Durst nach solcher persönlicher Gerechtigkeit verspüren und uns täglich ihm zuwenden im demütigen und vertrauensvollen Gebet um die nötige Gnade und Kraft. es ist alles neu geworden« (2Kor 5. h. um bei ihm von dem lebendigen Wasser zu trinken. nichts anderes ist als eine teuflische Verblendung. Die schlichte Tatsache ist: Viele wollen heute lediglich eine Besänftigung für ihr Gewissen.38. der Unmengen veranlasst zu glauben. Solange Gottes verordnete und unveränderliche Bedingung der Buße ausgelassen wird. Leider finden viele Menschen keinen Arbeitsplatz. dass wir in unseren Herzen einsehen. die uns verfolgen. erforschen die biblische Bedeutung von Zahlen.26) verschwiegen werden.33 nennt. den Preis dafür zu zahlen (Spr 23.7). aber noch trauriger ist. aber dennoch sind sie nicht imstande. des Christseins. studieren die alttestamentlichen Symbole und Vorbilder. Der Teufel weiß: Seine Gefangenen sind fest in seiner Hand – auch wenn die Gnade Gottes und das vollbrachte Erlösungswerk verkündigt werden –. solange nicht der einzige Weg aufgezeigt wird. obwohl sie gesund und hochqualifiziert sind. sodass letztlich nur beide in die Grube fallen. damit wir seinen Fußspuren nachfolgen (1Petr 2. wie dringend nötig wir es haben. Die menschliche Natur ist überall auf der Welt dieselbe: Da ist dieser elendige Instinkt.27. ganz gleich. die »in Christus Jesus sind« (Röm 8.21). dass das so genannte »Evangelium«. Kapitel 4 Wie bekommt man rettenden Glauben? Aus menschlicher Sicht gibt es heute viele wirtschaftliche und soziale Probleme.

der den Namen des Herrn anrufen wird.54 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 4: Wie bekommt man rettenden Glauben? 55 Jesu Erlösungswerk auf mich anzuwenden? Wodurch erlange ich tatsächlich Zugang zu seiner Erlösung? Die obigen Fragen sind nur drei verschiedene Formulierungen für ein und dieselbe Fragestellung. dann könnte er genauso gut die Bäume anrufen. Als der Wind noch stärker wurde und das Schiff immer heftiger torkelte. die ihn »Herr« nennen. dass »glauben« »annehmen« bedeutet. dass der Katholik irrt? Indem man Schriftstelle mit Schriftstelle vergleicht. damit Gott ihn rettet. sondern ihn selbst. Der Autor erinnert sich gut an eine Schiffsreise. Dasselbe Prinzip gilt für Apostelgeschichte 16. dass eine solche Aussage irreführend.23). wird errettet werden. so wie der irregeleitete Katholik. Und auch hier hieß es nicht einfach: »Glaube an den Retter«. um jedweden Rebellen zu trösten. erhalten wir eine irrige Vorstellung von der Errettung. Alle Luken wurden geschlossen. muss er nicht nur Jesu Werk annehmen. dem sündigen Selbst die Herrschaft zu kündigen. der an die Verwandlung von Brot in das Fleisch Christi glaubt. »Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes.22. in dem dieser Ausdruck vorkommt.« Wie zeigt man im letzteren Fall. Stattdessen wurde ihm eine Person vorgestellt. Und bevor irgendein menschlicher . bußfertigen Herzen kommt. was damit gemeint ist? Gewiss. sondern »an den Herrn Jesus«. hörte man Männer wie Frauen scharenweise den Namen des Herrn anrufen. zu denen er aber sagt: »Weichet von mir« (Mt 7. sondern auch »Herr«. Was sollen wir dann mit Römer 10. Starke Männer wurden blass. doch beim näheren Betrachten dieser Worte sollte man entdecken. Die heute gängige Antwort auf diese Frage lautet: »Für den Sünder ist nichts weiter nötig. Und »Christus Jesus. die Waffen unserer Rebellion gegen Gott zu strecken und uns seinem Joch und seiner Herrschaft zu unterwerfen. den Herrn« zu »empfangen« (Kol 2. bevor er für den Sünder der Retter sein kann. Wenn ein Sünder gerettet werden will. wird Erbarmen finden« (Spr 28. Man beachte. dass mehr dazugehört. und du wirst errettet werden«) und alle anderen ähnlichen Schriftstellen. Denn dabei werden alle anderen Schriftstellen außer Acht gelassen.13 denn nicht.13 lesen wir: »… jeder. was dazugehört) und Jesu klar umrissene Bedingungen der Jüngerschaft aus Lukas 14. und drei Tage lang durfte kein Passagier aufs Deck. als nur einfach an Jesus zu glauben. Wurden sie dadurch errettet? Als sich das Wetter einen oder zwei Tage später beruhigt hatte. Die Meldungen der Matrosen waren beunruhigend. dass die Apostel dem Kerkermeister nicht einfach sagten. wird in schwerwiegend falsche Vorstellungen darüber verfallen. wenn er um Erbarmen schreit. waren dieselben Männer und Frauen wieder am Trinken. doch kein Vers der Schrift offenbart nachlässigen Menschen seine Bedeutung. Für den oberflächlichen Leser scheint das eine einfache Sache zu sein. unangemessen und mangelhaft ist.9)! »Wer seine Verbrechen zudeckt. wird leicht in die Irre geführt. das die Sünde hasst und nach Heiligkeit dürstet. er solle »das vollbrachte Werk Jesu in Anspruch nehmen«. Dasselbe gilt hier. als man auf den ersten Blick meint. dass jeder. wer sie aber bekennt und lässt. Fluchen und Kartenspielen! Vielleicht fragt jemand: Sagt Römer 10. Der Herr Jesus selbst sagt uns.13). Fleißige Sorgfalt ist nötig. die erklären.« In den bisherigen Kapiteln haben wir zu verdeutlichen versucht. was ein Sünder tun muss. den Herrn anzurufen.« Bedeutet das nun. die erklären. der nicht allein Retter ist. dessen Gebet sogar ist ein Gräuel« (Spr 28. Er muss als »Herr« angenommen werden.13 anfangen? Nun. um alle Aussagen der Bibel zu einem bestimmten Thema zu sammeln. Aus Johannes 1. nun errettet ist? Wer das bejaht. ist solches. oder »auf Jesu Erlösungswerk vertrauen«. auf welches der Herr hört. vergleichen Sie diesen Vers sorgfältig mit allen anderen Schriftstellen. Das einzige »Anrufen seines Namens«. das aus einem zerbrochenen. Nur dann können wir eine genügend ausgewogene und akkurate Sicht davon erlangen. Wenn wir uns auf einen einzigen biblischen Ausdruck beschränken oder auf einen einzigen Vers.6) umfasst notwendigerweise. Wer seine Ansicht von der Errettung auf das eine Wort »glauben« beschränkt. hat sich vom oberflächlichen Klang der Worte täuschen lassen. Der Allmächtige ist nicht dazu da. was Gott vom Sünder erwartet: Gottes Forderung von Buße (mit allem. Wenn nichts weiter als Angst vorm Sterben oder der Schrecken der Hölle den Sünder veranlasst. weil geschrieben steht: »Dies ist mein Leib. Wer seine Auffassung von der Erlösung auf den einen Begriff der Wiedergeburt beschränkt. der mit seinen Lippen zum Herrn gerufen und Gott im Namen Jesu um Erbarmen angefleht hat. dass es viele gibt.12 wird deutlich. auf der das Schiff vor der Küste Neufundlands in einen heftigen Sturm geriet.31 (»Glaube an den Herrn Jesus. wird keinen Erfolg haben. Falsch verstandene Errettungswege In Römer 10.

das rettenden Glauben im Sünder bewirkt. dass die Herzenshaltung gegenüber Gott auch bei den edelsten und anständigsten Menschen noch lange nicht an den Maßstab Gottes heranreicht und dass die freundlichsten und wohlwollendsten Menschen kein bisschen mehr geneigt sind. wenn ihm der Gott der Bibel in der Kraft des Geistes vorgestellt wird. den Glaubenden. als er Christus von den Toten auferweckte. Möge jeder wahre Diener Gottes es Paulus gleichtun und ernstlich beten.7). wenn er versteht. »welches die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns ist. wenn er Gott hasst. Die »wirksame Kraft Gottes« (Kol 2. dass nur ein Wunder der Gnade einen Sünder zum rettenden Glauben bringen kann. damit sie erkennen. naht sich der Heilige Geist nicht nur. Wenn der Sünder einsieht. Gnade. Ein größeres Werk als die Schöpfung Wenn die bekennenden Christen dieser erbärmlichen Generation nur anfingen. dass Gott der souveräne Herrscher über die Welt ist und unbegrenzte Unterwerfung unter alle seine Gesetze verlangt. wen er dazu erwählt hat und hasst. Doch das lässt sich leicht erklären: Wenn er bisher von Gott nur wenig erfahren hat oder nur von seiner Liebe. Barmherzigkeit und Güte gehört hat. der bei den Torheiten seiner Geschöpfe ein Auge zudrückt – dass Gott unbeschreiblich heilig ist. sondern eine geistliche Gnadengabe. die von Gott verliehen wird. das den festhielt. Dort betet der Apostel Paulus.7). den tatsächlichen natürlichen Zustand des Menschen etwas besser zu verstehen. Wenn sie nur einsehen könnten. sondern Gott alle Ehre dafür geben. auf dem die Sünde der Welt gelegen hatte. ist von selbiger Dimension. damit der Glaube »auf Gottes Kraft beruhe« (1Kor 2. Der Sünder ist tot in Übertretungen und Sünden und kann sich selbst so wenig auferwecken. das nicht nur abscheulich ist. dass die geistigen Augen der Gläubigen erleuchtet sein mögen. muss ein Wunder der Gnade Gottes in ihm gewirkt werden. indem er ihn aus den Toten auferweckte«. Glaube ist »nicht aus euch. Doch der Sünder wird sich seiner innewohnenden Feindseligkeit gegen Gott sehr wohl bewusst.5). dem die Liebe zu Gott fehlt. Das bringt uns nun näher zu dem eigentlichen Punkt unseres Themas. Für die Schöpfung war die Macht Gottes nötig. sodass sein gerechter Zorn gegen alle Missetäter entbrennt –. Das Wunder der Gnade. . Dabei gab es einen enormen Widerstand zu überwinden.16-20. dass Gott souverän ist und liebt. dann wird er seiner Feindseligkeit gegen Gott freien Lauf lassen. Sein Herz ist mit den Leichentüchern der weltlichen und fleischlichen Lüste gebunden und nur der Allmächtige kann ihn zu Leben in Gemeinschaft mit Gott erwecken. wen er will. wie er die Welt erschaffen kann. um seinen Gefangen für sich zu behalten. Dem Herzen. sich nach Christus sehnen. um das Herz zu ändern. nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. h. doch noch größere Macht ist für die Wiedergeburt einer Seele nötig. wäre es tatsächlich überraschend. Der einzelne Mensch mag sich dieser schrecklichen Tatsache selbst völlig unbewusst sein und sie sogar empört abstreiten. Dann werden sie ihren Glauben nicht ihrer eigenen Willensausübung zuschreiben. Gottes Gabe ist es« (Eph 2. entsprechend) der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. dass er unwandelbar gerecht ist und »Sünde keineswegs ungestraft lässt« (2Mo 34.12) ist dazu nötig. in welcher er gewirkt hat in dem Christus. sondern er findet dieses Herz von Feindseligkeit gegen Gott erfüllt und außerstande. Niemand als nur Gott hat die Macht zu einem solch beispiellosen Wunder. als die selbstsüchtigsten und brutalsten.56 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 4: Wie bekommt man rettenden Glauben? 57 Rebell an diesen Punkt gebracht wird. dass sie dieses Wunder aller Wunder verstehen. Der Teufel setzt alle Hebel in Bewegung. in welcher er gewirkt hat in dem Christus. Und nur die allmächtige Kraft des Heiligen Das Wunder des Glaubens Rettender Glaube ist kein angeborenes Produkt des menschlichen Herzens. dann würden sie verstehen: Gottes Macht muss wirksam werden. Und es musste ein gewaltiges Resultat erzielt werden: den Toten zu ewigem Leben zu erwecken. sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen (Röm 8.8). sondern sich mit aller Kraft den gnädigen Absichten des himmlischen Töpfers widersetzt. welchem sie allein zurecht gebührt. dass er alles andere ist als ein lockerer. dann würden sie weniger leichtfertig die Lehre kritisieren. nämlich die Macht des Grabes. indem er ihn aus den Toten auferweckte. wenn er erkennt.« Gott hat die Macht seiner Stärke gezeigt. aber die Wiedergeburt ist die Umgestaltung eines Wesens. Man beachte den Maßstab für den Vergleich: wir glauben »nach (d. Die Schöpfung ist nur der Beginn von etwas aus dem Nichts. Eine äußerst aufschlussreiche Schriftstelle zu diesem Thema ist Epheser 1. dass Gott die Seinen erleuchtet und gibt. nachgiebiger Schöpfer.

rührende Anekdoten erzählen. h. wenn wir sehen. wenn wir sehen.6.19-21 stellt ein weiteres Detail heraus. doch ist es ein Wunder. wie die Schuld der Sünde wegzunehmen. denn er will sich nicht unterwerfen. welches seit alters her sein Gatte ist. in der Zukunft wird dies in Vollkommenheit geschehen. an welchem der wahre Diener Christi arbeitet: ein Kampf gegen die Streitmächte des Teufels. doch zwischen Sünde und Gnade besteht eine noch größere Distanz als zwischen nichts und des Himmels höchsten Engel … Die Macht der Sünde in der Seele eines Menschen zu brechen. Wider die Natur Der bereits erwähnte Vergleich aus Epheser 1. Paulus verwendet das Bild einer besiegten Stadt: das Herz – die »Festung«. Die Himmelfahrt und Erhöhung Christi war der Natur und dem Gesetz der Gravitation entgegengesetzt. sich weder seinem Willen zu unterwerfen noch die Götzen aufzugeben. auf den sie stößt und den sie bezwingt: »… zur Zerstörung von Festungen. Das geschieht jetzt teilweise. dem glorreichen Bild ihres verherrlichten Hauptes gleichgestaltet zu werden. wenn es ihm gefällt. d. indem er ihn … zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat«. Soldaten könnten genauso gut mit Pappschwertern und Papierschilden ausgerüstet in den Krieg ziehen. den Gott der heiligen Schrift wahrhaft zu lieben. als zu einem Menschen. Wenn Wasser zu Wein verwandelt wird. Die Glieder am Leib Christi. zu sagen: »Lebe. plötzlich von der Erde abhebt und aufwärts gen Himmel steigt! Doch noch verwunderlicher ist es. sich zu erheben über Versuchungen. Es ist entschlossen. es ist mit Stahl verhärtet gegen seine heiligen Forderungen und seine gerechten Ansprüche. der Eigenwille wird gebrochen. Dieser stolze Rebell ist fest entschlossen. und die Atmosphäre des Himmels atmet – wenn eine Seele dazu gebracht Eine geistliche Schlacht um das Herz In 2. Hierin liegt die Macht Gottes. siehe Römer 7. die es beherbergt. dass dies ein Wunder der Gnade Gottes ist.4). sei heilig!«. der unter der Macht zu Sünde steht. woran die Macht Gottes deutlich wird: an dem heftigen Widerstand. Weltlichkeit und Sünde. wenn Evangelisten meinen. Der Puritaner Thomas Goodwin sagte zurecht: Eher wird ein Wolf ein Lamm heiraten oder ein Lamm einen Wolf. In gleicher Weise bewirkt Gottes Gnade in den Gläubigen das. nur durch seinen unmittelbaren und ausdrücklichen Segen können sie bestimmte Seelen erreichen.4) verweist darauf. Doch die Macht Gottes überwand diesen Widerstand und enthob seinen auferstandenen Sohn leibhaftig in den Himmel. Anschließend an diesen Vers beschreibt Paulus. als dass ein fleischliches Herz sich dem Gesetz Gottes unterwirft. was droben ist«. und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi. Das ist die Verbindung von einem Gegensatz mit einem anderen. die Waffen des Evangelisten sind »das Wort Gottes« und »Gebet zu jeder Zeit« (Eph 6.17. musikalische Beigaben oder sonstige Unterhaltungspunkte präsentieren. Korinther 10. ist ein ebenso großes Werk. und auch diese Mittel sind nur wirksam »durch Gott« (2Kor 10.4 beschreibt Paulus den Charakter des Werkes. Doch Gott hat bestimmt. Wie würden wir uns wundern. Die Waffen ihres Kampfes sind »nicht fleischlich«. die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt. diesen sündigen Widerstand zu bezwingen und den Sünder zu einem ihn liebenden und ihm untergebenen Untertanen zu machen.18). so zerstören wir Vernünfteleien und jede Höhe. wie die Kraft des Heiligen Geistes ein sündiges Geschöpf dazu bringt.« . zu einem Blinden zu sagen: »Sieh!« und zu einem Lahmen: »Wandle!«. »Mächtig durch Gott« (10. indem sie Menschenweisheit und weltliche Methoden anwenden. Zwischen »nichts« und »etwas« liegt eine unendliche Distanz. der Gemeinde. was wider die Natur ist: Sie überwindet den Widerstand des Fleisches und richtet die Herzen auf »das. Es ist einfacher. hat das einen gewissen symbolischen Wert. aus. sind dazu vorherbestimmt. die beherrschende Macht der fleischlichen und weltlichen Lüste – wird »zerstört«. wie jemand seine Arme ausstreckt. sie in dieser Weise in der Errettung eines Sünders wirksam werden zu lassen: Das Herz des Sünders ist wie eine Festung gegen Gott verschanzt. welches die wirksame Macht Gottes veranschaulicht: Diese Macht »hat er in Christus wirksam werden lassen. der Stolz unterworfen und der widerstrebende Rebell wird zu einem bereitwilligen Gefangenen für den »Gehorsam Christi« gemacht. sich nicht von den Lüsten dieser Welt und den Vergnügungen der Sünde abzuwenden und Gott den höchsten Platz in seinen Zuneigungen zu geben. Nein.58 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 4: Wie bekommt man rettenden Glauben? 59 Geistes kann diese Feindseligkeit bezwingen und einen Rebellen dazu bringen. die Gefangenen des Teufels befreien zu können.

liest. glauben oder gute Werke tun kann. Wenn die Seele geistliches Leben empfangen hat. dass sie wirklich schreck- . den Gliedern seines Leibes.60 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 4: Wie bekommt man rettenden Glauben? 61 wird. dann der Glaube Die historische Reihenfolge dessen. in welch schlimmen Zustand sich der Sünder vor Gott befindet. aber die Erfahrung ist ihnen völlig fremd. kann nichts tun. ob man einerseits nur hört bzw.) indem er ihren Herzen eine echte Wertschätzung für Christus verleiht und 3. und wie schrecklich die Qualen der Hölle sein werden. der unbeschreiblich heilig ist. bei dem zu wohnen. erweckte er ihn von den Toten. geschehen ist. sein Haus niederbrennt. Nun kann er (durch den Heiligen Geist) erkennen. dass er sich als hoffnungsloser Fall fühlt.) indem er ihnen eine tiefe Erkenntnis gibt. erweckt er ihn zuerst zu neuem Leben. die seine Hände und Füße banden. nichts als Jesu kostbares Blut kann seine Sündenschuld bezahlen. die ihn befähigt. kennen Sie eine solche Erfahrung auch nur annähernd? Nur so wird eine Seele vorbereitet. als er es jemals zuvor hätte haben können. aber wenn der Feind vor der eigenen Tür steht. die Dinge dieser Erde zu verachten und ihre Erfüllung in den Dingen droben zu finden. dann ist er bereit. dann hat er ein viel bewussteres Gespür für das Elend des Krieges. Lazarus empfing zuerst Leben aus den Toten. Gott muss eine Wiedergeburt bewirken. Im Lichte Gottes sieht er das Licht (Ps 36. Bevor Gott seinen Sohn im Himmel zu seiner Rechten setzte. bevor er zu Christus »kommen« kann. welch ein unaufhörlicher Rebell er gegen seinen Schöpfer und Wohltäter war: anstatt dass er Gottes Willen zu seiner Richtschnur gemacht hat. bevor der Sünder sehen. dass sie dringend den Herrn Jesus brauchen. entspricht der erfahrungsmäßigen Reihenfolge bei den Gläubigen. nach Gottes Willen zu leben. kann dieser Mensch nun die Dinge in den wahren Farben sehen. Ein Säugling wird erst nach seiner Geburt gewaschen. Viele kennen die Theorie. sodass sie den Herrn Jesus zu seinen Bedingungen annehmen (siehe Kapitel 7-9). 2.20 mit Christus. Wer in rettender Weise von Sünde überführt worden ist. wird erkennen: Niemand als nur der Herr Jesus kann jemanden heilen. und ihn seiner Habe beraubt.) indem er an ihrem Willen wirkt. der so an der Krankheit der Sünde leidet. Deshalb muss der Glaube zuerst »erkennen« können. dem Haupt. um Christus wahrhaft wertzuschätzen. Zuerst die Wiedergeburt. So kann ein Ungläubiger hören. eindringt. nur der Herr Jesus kann die geistliche Gesundheit (Heiligkeit) verleihen. ging er seinen eigenen Weg.19. was nach Epheser 1. geschweige denn. wollte er nur sich selbst gefallen und erfreuen. Die Gesunden brauchen keinen Arzt. in Bestürzung und Verzweiflung zu versinken. Eine solche Erkenntnis führt ihn dazu. oder andererseits in den Tiefen der eigenen Seele Sündenerkenntnis erfährt. Lieber Leser. anstatt dass er Gottes Ehre erstrebte. was Sündenerkenntnis ist. erkennt er nun. seine geliebte Familie umbringt. Wer körperlich tot ist. und genauso ist der geistlich Tote zu keinen geistlichen Verrichtungen imstande. doch wenn der Heilige Geist dem Herzen des Sünders einen Eindruck von seinem Zustand vermittelt und ihn die Glut des Zornes Gottes in seinem eigenen Gewissen zu spüren gibt. lich sind. und nichts als nur Jesu allgenügsame Gnade kann die dringenden geistlichen Bedürfnisse gegenwärtig und künftig stillen. um Gott zu nahen. Der Vater »zieht« Sünder zum Sohn (Johannes 6.44): 1. Ebenso gilt: Bevor der Heilige Geist das Herz eines Sünders auf Christus richtet. und danach wurden seine Grabtücher entfernt. gänzlich ungeeignet.10). Auch wenn er vor allen gröberen Formen der Bosheit bewahrt geblieben ist. Es muss Leben bei ihm vorhanden sein. bevor der Mensch »eine neue Schöpfung in Christus Jesus« sein kann. Zuerst die Sündenerkenntnis Es ist ein enormer Unterschied. Jemand mag von den traurigen Folgen des Krieges lesen und zustimmen. dass er ein geistlicher Aussätziger ist – eine untaugliche und unreine Kreatur.

5-8). werden radikale und ganz reale Auswirkungen folgen. dann aber weiter einen Lebenswandel im Kurs auf die Verdammnis führe. Kol 3. haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt« (Gal 5. ohne daraufhin in Neuheit des Lebens zu wandeln. das sie das Fleisch »kreuzigen sollen«. und daher lesen wir: »Die aber dem Christus Jesus angehören. Stellen wir uns vor. man glaube. dass es eine Hölle gibt. dass ich von einer Krankheit befallen sei.11. Es ist voller böser Wünsche und Gefühle. dass er mir glaubt? Oder ein anderes Beispiel: Ein Arzt eröffnet mir.9). dass ein Leben in Sünde ewige Strafe nach sich zieht. In zeitlichen Dingen erkennt man den Glauben eines Menschen am besten an seinem Verhalten. Und noch mehr: Rettender Glaube bringt ein Wachsen in der Gnade mit sich und ein Vorwärtsdrängen auf dem schmalen Weg zum Himmel. Wir sagen »sorgfältige Untersuchung«. Es ist wichtig zu beachten. Die zwei Seiten der Errettung In evangelikalen Kreisen ist heute ein Irrtum weitverbreitet. und wenn ich »glaube«. Das Evangelium steht nun in direktem Gegensatz zu diesen selbstsüchtigen Lüsten und bösen Leidenschaften und widerspricht sowohl der Wurzel als auch den Früchten dieser sündigen Veranlagung (Tit 2. ein Widerstreben gegen die Sünde. die das Evangelium uns auferlegt. des Fleisches. ebenso wird das Wesen unseres Glaubens geprüft an der sorgfältigen Untersuchung dessen. was dieser Glaube hervorbringt.13. Man kann nicht das Wunder der Gnade in seinem Herzen erleben. dass es hier von den Gläubigen nicht heißt. und das ist unverzichtbar.Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens 63 Kapitel 5 Glauben erfordert Handeln Zu meinen. Damit meinen wir nicht sündlose Vollkommenheit im diesseitigen Leben oder die Auslöschung oder Reinigung des bösen Prinzips. da muss ein Geist sein. Man kann nicht von den Toten erweckt werden. muss auch übernatürliche Frucht folgen. Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens Wahrscheinlich werden die meisten Leser bekennen. aber wirklich zu glauben. ohne dass sich eine Änderung vollzieht.24). Gute Vorsätze machen noch keine Wiedergeburt. in einer schmalen Schlucht kommt mir ein Wanderer entgegen und ich sage ihm. Wo eine übernatürliche Wurzel gepflanzt wurde. wenn ich nicht die verschriebene Medizin einnehme. Ihnen allen möchten wir die Frage stellen: Wo ist der Beweis dafür? Welche Früchte hat der Glaube in Ihnen hervorgebracht? Ein Baum wird an seinen Früchten erkannt und eine Quelle an der Qualität ihres Wassers. eine andere. denn nicht alle Früchte sind genießbar und nicht jedes Wasser trinkbar und so sind nicht jegliche Werke Wirkungen eines rettenden Glaubens. sondern ihm entgegen handle. ist eine Sache. Doch es muss ein Sehnen nach dieser Vollkommenheit vorhanden sein.5). Wenn ich dann jedoch seinem Rat nicht vertraue und ihn nicht befolge. Menschenfurcht und von der beherrschenden Macht jeder Sünde? Das Herz des gefallenen Menschen ist durch und durch verdorben: seine Gedanken und Vorstellungen sind fortwährend nur böse (1Mo 6. Wenn er dann umkehrt. dass man sein eigenes Herz noch nicht einmal im natürlichen Bereich kennt. der dem Fleisch widersteht. Sind Sie errettet worden von einer Ablehnung der Gebote Gottes und von einer Abneigung gegen seine Heiligkeit? Sind Sie von Stolz. Deshalb ist es das erste Werk des Glaubens. und ein verändertes Leben ist nicht immer ein Indiz für ein verändertes Herz. aufgrund dessen unzählige Seelen verführt werden: die scheinbar Christus eh- . wenn wir Teilhaber der Verheißung des Evangeliums werden wollen (Röm 8. und dennoch in Sünde weiterlebe – in wiefern könnte ich mich da echten Glaubens rühmen? Aus dem letzten Kapitel sollte klar geworden sein: Wenn Gott in einer Seele rettenden Glauben bewirkt. dass ihm voraus ein unpassierbarer Fluss seinen Weg kreuzt und die Brücke darüber verrottet ist. an der ich in Kürze sterben werde. rettenden Glauben zu haben. sondern dass sie dies in einem gewissen Maße tatsächlich bereits getan haben. Die größte Verpflichtung. Das Herz des Menschen ist so »trügerisch« (Jer 17. kann ich daraus nicht schließen. Habgier und Murrerei gerettet worden? Sind Sie befreit worden von Weltliebe. dass ich ihm nicht glaube? Ebenso ist es im geistlichen Bereich: Wenn ich »glaube«. die für alle Beobachter feststellbar ist. ist das Töten und Vernichten dieser bösen Lüste. die daraus aufsteigen und sich auf das ganze Verhalten des Menschen auswirken. die Seele von diesen Verunreinigungen zu befreien.12). schlussfolgert er dann nicht zurecht.

Glaube erniedrigt die Seele.5 betrachten. Möge der Leser sorgsam Titus 3. Leere und Ohnmacht erkennt.9).22) und freut sich darauf. der sie beschlossen und geplant und mich zum Heil erwählt hat (2Thes 2. was heilig. Sie ist sich ihrer Schwäche und Mängel bewusst und weiß um ihre Fleischlichkeit und Verdorbenheit. Vielleicht ist eine näher erklärende Definition erforderlich: • Das Reinigen des Herzens durch Glauben besteht erstens aus dem Reinigen des Verstandes durch die Erleuchtung mit Gottes Licht. damit er vom Eigenwillen und von Eigennutz befreit wird. um dieses von Schuld zu befreien.10 wird der Vater »unser Retter-Gott« genannt. dass durch Glauben gereinigt ist (vgl. was das Gesetz erforderte und alle Rechtsforderungen des Gesetzes an mir erfüllte. Die vorsätzliche Absicht. Und so spricht . Um den Reichtum seiner Gnade herauszustellen. Es verabscheut alles.10). welchen Köder er in den jeweiligen Gewässern verwenden muss. hat sich von allen unreinen Götzen abgewendet und ist auf etwas Reines ausgerichtet. Die Errettung hat zwei Seiten: eine Seite des göttlichen Rechts und eine Seite der menschlichen Erfahrung. in denen er angelt. der mich durch sein Wirken wiedergeboren hat. damit wir zum Wohnen an jener Stätte geeignet sind.14). um den Verstand vom Irrtum zu befreien.13). um Erkennungsmerkmale für rettenden Glauben zu entdecken. Jerusalem. auch das Wort Gottes zuerst vom »Reinigen der Herzen durch den Glauben« (Apg 15. • Drittens gehört zur Reinigung des Herzens die Läuterung des Willens. Sie erkennt ihre bisherige Sündhaftigkeit und ihre jetzige Unwürde. 1Petr 1. Reinheit des Herzens ist absolut notwendig. dass das Werk des Heiligen Geistes in Lukas 15.8-10 (repräsentiert durch die Frau. denn sie werden Gott schauen« (Mt 5. Wille und Gefühl. Außerdem ist rettender Glaube an einem demütigen Herzen zu erkennen. Es trinkt aus einer reinen Quelle. Die biblische Bedeutung des Begriffes »Herz« umfasst alle diese vier Elemente: Verstand. noch derjenige.22). dass wir nur durch das Blut Jesu gerettet werden können.64 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens 65 rende Lehre. würden alle lauthals protestieren. die eine Lampe anzündet) genauso betont wird wie die Mühen Christi (repräsentiert durch den Hirten) in Lukas 15. dem Vater. damit du gerettet wirst!« (Jer 4. Auf der anderen Seite liebt es alles. freut sich an einem reinem Gesetz (Röm 7. von welcher gesagt ist: »Und alles Unreine wird nicht in sie hineinkommen. Wenn ein Prediger verkünden würde. des Sohnes. • Drittens verdanke ich meine Errettung – im wirksamen Sinne – dem Heiligen Geist. dass »allein sein Blut einen Sünder rettet«.8).23). Ein Herz. was dreckig und modrig ist – sowohl in geistlicher wie in moralischer Hinsicht – ja. aber nicht von menschlicher Seite.3). Das Werk des Geistes in uns ist genauso notwendig wie das Werk Jesu für uns. Sie umfasst Rechtfertigung und Heiligung. dass die Taufe und die Teilnahme am Abendmahl die von Gott verordneten Mittel zur Errettung seien. Doch wie wenig wird dies heute beachtet und wie wenig verkündigt.5 sagt ganz klar: Gott »errettete uns … durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes«. Nichts erhöht Christus mehr als Glaube – und nichts anderes erniedrigt den Menschen mehr als Glaube. Im Alten Testament sagte Gott: »Wasche dein Herz rein von Bosheit. • Erstens verdanke ich meine Errettung Gott. mit irgendeiner Sünde fortzufahren. sondern allen drei Personen Gottes. liebenswert und christusähnlich ist. damit es von jeglicher Liebe zum Bösen gereinigt wird. die in meinem Herzen und meinem Leben sichtbar wird und damit den Erweis meiner Errettung liefert. »Glückselig. • Viertens enthält sie die Reinigung des Gefühls. Deshalb müssen wir das Herz als erstes untersuchen. Doch die meisten würden bereitwillig die Lüge akzeptieren. und dessen Frucht ist es. der Fleisch geworden ist und der zu meinen Gunsten alles getan hat. • Zweitens verdanke ich meine Errettung – im verdienstlichen Sinne – dem Gehorsam und dem Opfer Gottes. Man beachte. die Ewigkeit mit einem reinen Heiland zu verbringen (1Jo 3.4-7! Titus 3. weil sie durch den Glauben ihre eigene Schändlichkeit. • Zweitens umfasst sie die Reinigung des Gewissens. O. der Gräuel und Lüge tut« (Offb 21. Diese Aussage stimmt zwar von Gott her gesehen. ist mit einem reinen Herzen unvereinbar. die reinen Herzens sind. In Titus 2. heiligt und bewahrt. der Teufel weiß genau. Gewissen. hat Gott den Glauben als Glaube reinigt das Herz »Mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit« (Röm 10.27). Außerdem verdanke ich meine Errettung nicht nur dem Sohn. es hasst sogar die vom Fleisch befleckte Kleidung (Jud 1.

uns selbst völlig aufzugeben und uns zu Gott zu wenden. damit Christus alles in allem sei. Wasser gut und das unfruchtbare Land fruchtbar macht (2Kö 2. Der echte Christ jedoch wird von der Liebe Christi bewegt und spricht: »Wie könnte ich gegen seine Liebe sündigen. weil er liebt. breitet sich in alle Zweige des Gehorsams aus und bringt reiche Frucht der Gerechtigkeit. das ihn motiviert und durch das er auf dem Weg der Heiligkeit zum Himmel wandelt. da er für mich gestorben ist?« Wenn ein solches Herz in Sünde fällt. Rettender Glaube veranlasst den Gläubigen. Glaube ist ein Lebensprinzip. welches Elisa in die verdorbene Wasserquelle warf und welches das schlechte Glaube gehorcht Rettender Glaube geht stets mit einem gehorsamen Wandel einher. wissen Sie. das wir nichts zu bieten haben als Sünde und Erbärmlichkeit. durch das er dem Fleisch. und das deshalb. Ferner wohnt rettender Glaube stets in einem weichen Herzen. sondern das Bedauern von Sünde unterscheidet das Kind Gottes von leeren Bekennern.66 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens 67 das geeignetste Mittel erwählt. gegen einen solchen Heiland gesündigt und ihn gekränkt zu haben? Nicht Sündlosigkeit. dass er lebt. der der geringsten Wohltat unwürdig ist (s. das alle Elemente der Seele geistlich kräftigt und sie befähigt. nichts zu tun. Ein neugeborener Säugling kann zwar nicht gehen oder arbeiten wie ein Erwachsener. Glaube ist wirksam durch Liebe Ein weiteres Merkmal von rettendem Glauben ist. Mt 8. und so bringt der Glaube dementsprechend Frucht: »Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor« (Mt 12. Diese Liebe ist wie Feuer in seinem Gebein. Der Glaube »an die wirksame Kraft Gottes« (Kol 2. weil der Glaube uns veranlasst. Doch der Säugling bleibt nicht lange ein Kind. Daher folgt auf Glauben eine Veränderung des Lebens und des Wandels. Glaube führt zur Erkenntnis. Gott zu dienen. und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben« (Hes 36. die ihn zu Werken antreibt. ein Prinzip der Kraft. der Welt und dem Teufel widersteht. wo er doch so viel bekennt.8). und führt uns deshalb als Bettler mit leeren Händen zu Christus. reagiert es mit reumütigem und bitterem Bedauern. wenn er keine Werke tut. Doch man beachte sorgfältig: Glaube ist nicht nur »wirksam«. dass er »durch Liebe wirksam« ist (Gal 5. sondern »durch Liebe wirksam«. Wenn es keine anderen Motive für ihn gäbe. sondern wächst. Der Formalist tut Werke. Gott zu dienen. Auch der Christ bleibt nicht im gleichen Zustand verhaften: Er geht »von Kraft zu Kraft« (Psalm 84. Der stärkste Glaube geht stets mit der größten Demut einher und sieht das Ich als den größten Sünder an. was es bedeutet. voller Stolz und Anmaßung. David Clarkson schreibt: Der Katholik tut Werke.19-22). Er ist nicht passiv. sondern aktiv. regt sich und trinkt und zeigt dadurch.26). Lieber Leser. dort wächst er. um sich den Himmel zu verdienen. Glaube entleert einen Menschen von Selbstbetrug. Genauso ist es mit einem Wiedergeborenen: Er atmet göttliche Luft. Der wahre Gläubige jedoch tut Werke. Wo rettender Glaube im Herzen verwurzelt ist. John Bunyan schrieb in Christian Behavior: Glaube im Herzen eines Christen ist wie das Salz. wenn nicht einzige Motivation. erstarkt und weitet seine Tätigkeiten aus. und dieser Schatz ist der Glaube.12) ist ein vollmächtiges Prinzip der Kraft. dass wir ihn erkannt haben: wenn wir seine . würde er dennoch für Gott wirken und Christus dienen. Ein nicht wiedergeborenes Herz ist hart wie Stein.35). um von ihm alles zu empfangen. Selbstvertrauen und Selbstgerechtigkeit und bringt ihn dazu. weil er ihn liebt. ein Prinzip. dass er etwas Lebendiges ist und nicht nur eine leblose Theorie. vor Gott zu zergehen und von der Qual der Vorstellung gepeinigt zu sein. »Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben. durch das der Christ für Gott lebt. da es ihn anklagt. Der Sklave tut Werke. Es bleibt von den Leiden Christi unbewegt und lässt sich dadurch nicht vom Eigenwillen und von Selbstgefälligkeit abhalten. verlangt nach Gott. »Hieran erkennen wir. doch auch er atmet und schreit.8-10). Der übliche Bekenner tut Werke. damit er nicht geschlagen oder verdammt wird. weil es eine Schande ist.6). In diesem Punkt unterscheiden sie die »Werke« des echten Christen von den Werken des bloß religiösen Menschen. damit er geehrt und von den Menschen beachtet und angesehen wird. Der Pharisäer tut Werke. bewegt sich auf ihn zu und hält sich an ihm fest. Das ist die hauptsächliche. als Nichts zu erscheinen. und zeigt dadurch. um das Gewissen zu besänftigen und ruhig zu stellen.

Spurgeon sagte in seiner Predigt über das Hochzeitskleid: Zu viele bloße Bekenner geben sich mit der Vorstellung zufrieden. müssen wir uns in unseren Herzen den Regeln der Gnade unterwerfen. Der anmaßende Bekenner ist voller Stolz und hat eine hohe Meinung von sich selbst. denn er wird. Glaube überwindet Ein weiteres Merkmal von rettendem Glauben ist. und dies ist der Sieg. Ihm gefällt jene Predigt am besten. Deshalb ist er willens. lässt er sich auf die Aufforderung des Apostels in 2. Er öffnete ihre Augen. Er ist eifrig darauf aus. Hierin unterscheid sich der echte Christ von einem Formalisten. Eher lässt sich hoffen. Sie weigern sich. und prüfe mich. überwindet die Welt. einer Prüfung standhalten: »… damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes. Hierin ist der Gläubige seinem Herrn gleichgestaltet: »Seid guten Mutes. die sich heute mit dem Namen Christi benennen. was diese Welt zu bieten hat. so dienen sie doch niemanden. Er prüft sich oft selbst. ist ein Lügner. ihre Feindseligkeit gegenüber Gott und ihre Aufsässigkeit gegenüber seinem Sohn. damit sie sehen.5 ein. der ihn als seinen Herrn ehrt. eine wirkliche Erfahrung und Vertrautheit mit diesen Dingen haben. welches der Christ erstreben soll. Wie schlimm. das durch Feuer erprobt wird …« (1Petr 1. Die Predigt gefällt ihm am besten. wie Gold. der die Welt überwunden hat: unser Glaube« (1Jo 5. Sollte ein echter Diener Gottes versuchen. Er will nicht von falschen Hoffnungen irregeführt werden. Solche Leute reden was sie wollen über die Rechtfertigung aus Glauben und die Errettung aus Gnade. seinen Glauben durch andere auf die Probe stellen zu lassen. und er entwöhnt ihre Herzen von der Welt. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt. während sie dem heiligenden Werk des Heiligen Geistes gleichgültig gegenüber stehen. Sie haben das Hochzeitskleid genauso wenig angezogen wie der Selbstgerechte. Er verachtet alle Erprobungen und betrachtet Selbstprüfung als hochgradig gefährlich und dem Glauben abträglich. muss er Gewissheit haben.4). Man beachte. ohne Grundlage einen hohen geistlichen Stand für sich in Anspruch nehmen. Tatsache ist: Wenn wir die Segnungen der Gnade haben wollen. ihn davon zu überzeugen. denn wo so viel auf dem Spiel steht. sowohl um den schlimmsten als auch um den besten Fall zu wissen. sich von Gott selbst prüfen zu lassen: »Erprobe mich. die Kleider des Gehorsams anzuziehen. die auf einem diskreten Abstand bleibt.68 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens 69 Gebote halten.3. ich habe die Welt überwunden« (Joh 16. sondern ist gern bereit. Er ist sich sicher. und hält seine Gebote nicht. Er will sich nicht schmeicheln lassen und . Korinther 13. der den Weg des Ungehorsams fortsetzt. Täuschen wir uns in dieser Sache nicht: So unendlich die Verdienste des Opfers Jesu auch sind.2). »Denn alles. Wenn er herausgefordert wird. indem er sie mit geistlichen Dingen sättigt. dass sich so viele von einem Glauben irreführen lassen. aber im Herzen sind sie Rebellen. dann betrachtet er ihn als Feind. HERR.33). denn er weicht dem Prüfstein der Heiligen Schrift nicht aus. wie hohl und wertlos selbst das Beste ist. dass er sich nach der Zeit sehnt. sie verwerfen das weiße Leinengewand. Der Herr Jesus überwand die Welt für die Seinen. dass er von Christus errettet worden ist. als dass dieser Bekenner desillusioniert wird. ohne uns das Angenehme auszusuchen und herauszupicken. und nun überwindet er sie in ihnen. und in dem ist nicht die Wahrheit« (1Jo 2. Ein echter Christ schreckt nicht vor Prüfungen zurück. die Gerechtigkeit der Gläubigen. dass er dem Herzen Sieg gibt über all die Nichtigkeiten und Ärgernisse hier auf der Erde. dass dies kein Ideal ist. wann Gott ihn aus der Welt heraus zu sich holt. Wie schlimm. dass seine Hoffnungen eine Täuschung sind und dass seine Zuversicht anmaßend ist. der ihn mit Zweifeln bedrängen will.7). dass so wenige von denen. Christus erkennt niemanden als seinen Jünger an als nur den. der kein rettender Glaube ist. sondern die Wirklichkeit der gegenwärtigen Erfahrung. Predigten über das vollbrachte Werk Christi und die ewige Heilssicherheit all jener. so mächtig seine priesterliche Fürsprache für uns auch ist. bestärken seinen falschen Frieden und nähren seine fleischliche Zuversicht.4). läutere meine Nieren und mein Herz!« (Ps 26. die seinem Gewissen nicht zu nahe kommt und seinen Herzenszustand nicht prüft. Die Welt hat auf das wahre Kind Gottes so wenig Anziehungskraft. Somit offenbaren sie ihren Eigenwillen. die an ihn glauben. als Handlanger des Teufels. den sie so eifrig verurteilen. was aus Gott geboren ist. die ihn am meisten hinterfragt und analysiert. dass ein Mörder errettet. Glaube besteht Prüfungen Rettender Glaube ist kostbar. dass sie zugerechnete Gerechtigkeit besäßen.

7).24).5) oder liest (2Tim 3. zu handeln. was könnte ein solcher erweckter Mensch dann tun. Auf der anderen Seite gibt es keine größere Schmach für ihn. und Gottes Wort hat erschaffende Kraft (Apg 20. und sollten diese sich ernstlich prüfen. doch hat er uns darauf beschränkt. wenn ihr hier nicht auf den Geist sät. dass sie doch entweder ihren Weg der Selbstgefälligkeit verlassen oder ihr Bekenntnis dieses heiligen Namens Christi aufgeben! Stellen wir uns den Tatsachen! Sind die hier erwähnten Dinge in unserer Erfahrung Wirklichkeit geworden? Wenn nicht. es ist vergeblich zu denken. 1. Das heißt so viel wie: Täuscht euch nicht selbst. dann vergibt er diese Gabe auf seine eigene Weise. 2Tim 3. . heiligen Namens bekleiden. Wenn der Sünder errettet werden möchte. sind wir auf diese Mittel angewiesen. Viele meinen.32. dieses Buch zu gebrauchen. um die falsche Zuversicht einiger getäuschter Seelen zu erschüttern. es reiche aus. dass sie keine Achtung vor seinem göttlichen Vorbild haben. deren Alltagsleben zeigt. Obwohl er frei ist.70 Teil 2: Rettender Glaube Kapitel 5: Die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens 71 Nur der ist ein Christ. unser Leben seinem Dienst zu weihen. Befreiung und Frieden in sein Herz zu geben. Kraft. durch ihren heiligen Gehorsam offenbaren. Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät. auf Christus zu vertrauen. Und das ist der einzige Beweis für die Echtheit unseres Glaubens. Das ist enthalten in der Aussage des Apostels (als er davon sprach. »Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben« (Hes 36. Und wenn wir diese Gabe empfangen möchten. macht aus seinem Richter einen Narren. dass ihnen der heißeste Platz der Hölle aufbewahrt ist. wenn jemand vorgibt. denn durch sie hast du mich belebt« (Psalm 119.16. wie es ihm beliebt. wie er sie üblicherweise austeilt.26). Glaube ist das Werk Gottes.15). Korinther 5. welches der Sünder hört (Joh 17. Allein genommen sind sie nicht wirksamer als ein Werkzeug in der Hand dessen. nach dem Tod als eine heilige Seele angenommen zu werden. Das zweite Mittel ist das Gebet. während er doch ein böses Leben führt oder in seiner Praxis nicht die Frucht der Heiligkeit hervorbringt.20. ihm durch sein Wort Leben. O. ohne heilig gelebt zu haben. Kor 3. sondern mittels seiner verordneten Instrumente. Wenn Glaube eine Gabe von Gott ist. Ein Christ ist jemand. wie wertlos und falsch ist dann unser Bekenntnis! Jonathan Edwards schreibt in Religious Affections: Daher ist es äußerst absurd. Das erste Mittel ist das geschriebene Wort Gottes. Gott ließe sich von euch zum Narren machen. werden wir nicht darum herum kommen. Solche verursachen seinen wahren Jüngern tiefe Schmerzen und sind das größte Hindernis für die Verbreitung des Evangeliums auf der Erde. verunehrt ihn nichts mehr als solche. welche Kraft seine Liebe über ihr Herz und Leben ausübt. dass sie ihn durch ein tägliches heiliges Leben und durch geduldiges Leiden für ihn in dieser Welt verherrlichen und ehren. dass wir auf die Verdienste seines Todes vertrauen. müssen wir uns auf die Weise einlassen. Wer auf den Wegen der Sünde lebt und sich dennoch schmeichelnd einredet. indem ihr erwartet. ewiges Leben zu ernten. Wegen solchen wird »der Name Gottes gelästert« (Röm 2. Nichts ehrt Christus so sehr als dieses: Wenn solche. David sagte: »Ewig werde ich deine Vorschriften nicht vergessen. während sie nicht für ihn leben.15). das wird er auch ernten« (Gal 6. die seinen Namen tragen. dass an guten Werken und einem heiligen Leben erkannt wird. durch die Bibel spricht Gott. er sei auf dem Weg zum Himmel und erwartet. um echten rettenden Glauben zu erlangen? Wir antworten: die Mittel verwenden. aber Gott bewirkt es nicht unmittelbar. Christus erwartet von seinen Jüngern. Einst werden sie feststellen. die selbstgefällig und weltförmig leben und ihre Bosheit dennoch mit dem Deckmantel seines Gottes Mittel zur Errettung Sollte es dem Herrn gefallen.93). Die Bibel ist das Wort Gottes. dann sind wir auch Teilhaber an seinem Leben. Doch die Bibel lehrt uns: Wenn wir Teilhaber an Christi Tod sind. ein gutes Herz zu haben. Zwar hat Gott sich selbst nicht an diese Mittel gebunden. muss er das Wort Gottes lesen und Gott bitten.15). Möge der Herr dies in seinem Segen gewähren. sie könnten zu einfacheren Bedingungen Christen sein als diese. (Charles Hodge über 2. ob jemand ewiges Leben hat): »Irrt euch nicht. Röm 1. Sie meinen. der für Christus lebt. der Christus in allen Dingen zu seinem Vorbild erkoren hat: Welch schwere Beleidigung wird ihm daher von bekennenden Christen zugefügt. Wenn wir seinen Tod aus Liebe zu uns so wertschätzen. die Gott verordnet hat. Diese verordneten Mittel können nicht von sich aus Glauben bewirken. der als Erstursache wirkt.

seine Ansprüche sind zu streng. Teil 3 Zu Christus kommen Als Einleitung dieses Teils betrachten wir zunächst einige Schriftstellen. damit ihr Leben habt« (Joh 5. als dass sie zu ihren fleischlichen Wegen passen würden. Obgleich ein Ungläubiger beim Beten sündigt (wie bei allem anderen. als dass er mit ihrer Liebe zur Sünde vereinbar wäre. durch seinen Heiligen Geist wiedergeboren zu werden und die Gabe des Glaubens zu empfangen.37). aber auf welche Weise wird Gott sie und ähnliche Verheißungen bei einem Menschen anwenden? Einige Verse weiter lesen wir: »So spricht der Herr. »Kommt her zu mir. ist es keine Sünde für ihn. sehen die gefallenen Kinder Adams nichts Schönes an ihm und fühlen sich daher nicht von ihm angezogen. HERR: Auch noch darin werde ich mich vom Haus Israel bitten lassen. alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben« (Mt 11. was es heißt. Der Sünder ist aufgefordert. Solange ein Mensch in seinem natürlichen Zustand verharrt. die uns Aufschluss darüber geben. als dass ihre selbstsüchtigen Herzen ihnen zustimmen würden. Das Befriedigen der eigenen Wünsche ist ihr vorrangiges Anliegen. Das »alle« in diesem Aufruf wird in den . Sie wollen sich nicht seiner Herrschaft ergeben. obwohl »alles an ihm begehrenswert« ist (Hl 5.16). Hier lädt der mitfühlende Heiland in seiner Gnade eine besondere Klasse von Sündern ein. was er tut). Sie liefern ihr Leben ihm nicht aus.72 Teil 2: Rettender Glaube Das ist eine großartige Verheißung. Dieser Vers gilt für jeden nicht wiedergeborenen Menschen auf dieser Erde. sie mögen ohne Zögern alles glauben. sowohl seiner göttlichen als auch menschlichen. es für sie zu tun …« (Hes 36. zu beten. auf seinem vollbrachten Werk zu ruhen. was die Bibel über ihn sagt.40). Gebet ist eine allgemeine Pflicht. ihm Loblieder singen – und doch sind ihre Herzen weit von ihm entfernt. Sie können gut in der Lehre Christi unterwiesen sein. kann er nicht zu Christus kommen. Trotz aller hervorragenden Eigenschaften Christi. zu Christus zu kommen: »Ihr wollt nicht zu mir kommen. bis Gott ein Wunder der Gnade an unseren Herzen wirkt. die Bedingungen seiner Jüngerschaft sind zu hart. Gott ernstlich um ein neues Herz anzuflehen und von ihm zu erbitten. Das gilt für jeden von uns. sie mögen regelmäßig seinen Namen in den Mund nehmen und bekennen. Die Dinge dieser Welt haben den ersten Platz in ihren Herzen. Er ist zu heilig.28).

der zu Christus kommt – so unwürdig und niedrig er an sich auch sein mag.29) zu folgen. Christus duldet keinen Konkurrenten. dass »zu Christus kommen« keineswegs so einfach ist. das Gesetz zu halten und Gott zu gefallen. Nein. was mir der Vater gibt. weder der Hass und die unermüdlichen Listen des Teufels. so schwarz und schrecklich die lange Liste seiner Sünden auch sein mag –. der fleischgewordene Sohn Gottes erklärt. die »mühselig« und erschöpft sind von ihren vergeblichen Bemühungen. ausgelassenen und spaßsüchtigen Leute von heute. was Christi Vorrangstellung streitig machen könnte. in deiner Jugend.74 Teil 3: Zu Christus kommen Teil 3: Zu Christus kommen 75 darauffolgenden Worten sofort. noch die trügerischen Verirrungen von geistlich blinden Predigern.« »Niemand kann zu mir kommen. dass um all dieser Dinge willen Gott dich zur Rechenschaft ziehen wird!« (Pred 11. Dieser Vers spricht von einem auserwählten Volk. von der Macht und der Verunreinigung der Sünde befreit zu werden. eindeutig und ausdrücklich eingeschränkt: Es bezieht sich auf die »Mühseligen« und »Beladenen« und gilt daher nicht für die Mehrheit der unbekümmerten. Alles.26. Das ist eine Aussage. Der Vers erklärt. der mich gesandt hat. noch die Macht der innewohnenden Sünde. sich einer Gemeinde anzuschließen oder den anderen »vielen Künsten« des Menschen (Pred 7. es sei denn. Er legt die kompromisslosen Anforderungen seiner Heiligkeit dar. die »beladen« und belastet sind. dass ein jeder von diesen Erwählten.27). denen nichts an Gottes Ehre liegt und die sich über ihr Schicksal in der Ewigkeit keine Sorgen machen. die zutiefst demütigt. und unter keinen Umständen wird Christus ihn jemals aufgeben. und die sich danach sehnen. dass es für einen gefallenen und von der Sünde verdorbenen Menschen völlig unmöglich ist. die unterscheidende Gnade Gottes. aber für das vom Heiligen Geist belehrte Kind Gottes ist er eine kostbare Aussage. so kann er nicht mein Jünger sein. was zum Fleisch gehört – sei es ein geliebter Angehöriger oder das eigene Ich – muss gehasst werden. dass ein . »Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern. sein Herz auf übernatürliche Weise verändert und sein störrischer Wille auf übernatürliche Weise zerbrochen werden. Bevor irgend jemand zu Christus kommen kann oder will. weil sie ihre völlige Unfähigkeit erkennen.44). denn sonst wäre er überhaupt nicht der persönliche Herr. zu denen sagt der Herr Jesus: »Kommt her zu mir. »Alles. Auch dieser Vers ist unangenehm für die fleischliche Gesinnung. ihn zieht. Gottes Botschaft an solche bedauernswerten Geschöpfe lautet vielmehr: »Freue dich. wird jeder seiner Erwählten aus der Macht der Finsternis errettet und in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt.37). und ich werde euch Ruhe geben. Nein. und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag« (Joh 6. zu denen er bereit ist. den werde ich nicht hinausstoßen« (Joh 6. als »nach vorn« zu gehen und die Hand eines Schnellverfahren-Evangelisten zu greifen. ganz anderes als das Heben der Hand. Doch zu jenen. dass jeder dieser glückseligen Erwählten zu Christus kommen wird: Nichts wird sie davon abhalten können. Das Herz muss allem entsagen. Dieser Vers sagt uns. Er muss als Herr über alles gekrönt werden. und wer zu mir kommt. und keinesfalls so simpel ist. Sünder anzunehmen. was dein Herz wünscht und wonach deine Augen ausschauen! Doch wisse. und erklärt. Jüngling. wenn nicht der Vater. dem Fleisch zuwider ist und den Menschen erniedrigt. Hier wird die gepriesene Wahrheit der bedingungslosen Erwählung gelehrt bzw. kann nicht mein Jünger sein« (Lk 14. sondern das im Herzen regierende Prinzip der Selbstverleugnung und Selbstaufopferung. wie die meisten Prediger uns heute weismachen wollen.9). »Zu Christus kommen« ist etwas ganz. wird zu mir kommen. damit ein »protestantischer Priester« für einen betet. und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt. auf keinen Fall von Christus verachtet oder nicht angenommen werden wird. Wenn die von Gott bestimmte Stunde gekommen ist. Wie offensichtlich ist es daher. muss sein Verstand auf übernatürliche Weise erleuchtet. Gottes Macht wird an ihm wirksam. Hier erklärt der Herr Jesus die Bedingungen. eine »Entscheidungskarte« zu unterschreiben. Gottes Anforderungen zu erfüllen. für das der Vater seinen Sohn gab. und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit! Und lebe nach dem. dazu aber auch sein eigenes Leben. weder die Auswirkungen ihres sündigen Zustands in Adam. Das Kreuz ist das Kennzeichen der Jüngerschaft Jesu: kein goldenes Kreuz an einer Kette um den Hals. wie viele meinen.

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Teil 3: Zu Christus kommen

vollmächtiges, übernatürliches Werk der Gnade Gottes am Herz des Menschen stattfinden muss, damit ein Mensch auch nur wünscht, diese Anforderungen zu erfüllen!
»… Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar« (1Petr 2,4).

Kapitel 6

Zu Christus kommen: Hindernisse
Unter dieser Überschrift versuchen wir zu zeigen, warum der natürliche Mensch unfähig ist, zu Christus zu kommen. Als Ausgangspunkt wollen wir nochmals Johannes 6,44 anführen: »Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.« Das ist deshalb auch für Tausende bekennender Christen eine »harte Rede« (Joh 6,60), weil sie nicht einsehen, zu welch schrecklicher Verderbnis der Sündenfall führte. Außerdem ist zu befürchten, dass vielen Christen »die Plage ihres Herzens« (1Kö 8,38) fremd ist. Gewiss, wenn der Heilige Geist sie jemals aus dem Schlaf des geistlichen Todes erweckt und ihnen Licht gegeben hat, damit sie ihren entsetzlichen natürlichen Zustand erkennen, und wenn sie zur Erkenntnis geführt wurden, dass ihre Gesinnung des Fleisches »Feindschaft gegen Gott« ist (Röm 8,7), dann werden sie nicht gegen diese erhabene Aussage Christi murren. Aber geistlich Tote können weder geistlich sehen noch erkennen. Worin besteht die völlige Hilflosigkeit des natürlichen Menschen?

Hier lernen wir, dass der Christ so fortfahren muss, wie er begonnen hat. »Zu ihm kommend« ist fortwährende Gegenwart. Wir kommen nicht nur ein für allemal zu Christus, sondern immer wieder Tag für Tag. Christus ist der einzige, der unsere Bedürfnisse stillen kann, und wir müssen uns ständig an ihn wenden, um von ihm zu bekommen, was wir brauchen. Wir müssen unsere eigene Leere erkennen, um »aus seiner Fülle zu empfangen« (Joh 1,16). In unserer Schwäche müssen wir seine Kraft von ihm erbitten. In unserer Unwissenheit brauchen wir immer wieder seine Reinigung. Alles, was wir in Zeit und Ewigkeit brauchen, ist in ihm in Fülle vorhanden: Erquickung, wenn wir müde sind (Jes 40,31), Heilung des Leibes, wenn wir krank sind (2Mo 15,26), Trost, wenn wir traurig sind (1Petr 5,7), Errettung, wenn wir versucht werden (Hebr 2,18). Wenn wir von ihm abgewichen sind, unsere erste Liebe verlassen haben, dann ist das Heilmittel: »Tue Buße und tue die ersten Werke« (Offb 2,5), d. h. uns erneut auf ihn zu werfen, so wie beim ersten Mal, als wir zu ihm kamen – als unwürdige, bußfertige Sünder, die seine Gnade und Vergebung suchen.
»Daher kann er die auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott nahen, weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden« (Hebr 7,25).

Es scheitert nicht an fehlenden Fähigkeiten
An den notwendigen Fähigkeiten fehlt es dem natürlichen Menschen nicht. Daran muss man eindeutig festhalten, denn andernfalls wäre der gefallene Sünder kein verantwortliches Geschöpf mehr. So schrecklich die Folgen des Sündenfalls auch sind, so haben sie den Menschen doch keiner der Fähigkeiten beraubt, mit denen Gott ihn ursprünglich ausgestattet hat. Der Sündenfall hat dem Menschen alle Kraft genommen, diese Fähigkeiten richtig einzusetzen, d. h. sie zur Ehre seines Schöpfers zu gebrauchen. Dennoch besitzt der gefallene Mensch genau dieselbe dreifache Natur aus Geist, Seele und Leib wie vor dem Eklat von Eden. Kein Bestandteil des Menschen wurde ausgelöscht, obwohl jeder Bereich durch die Sünde verunreinigt und verdorben wurde. Ja, der Mensch starb einen geistlichen Tod, aber Tod bedeutet nicht Auslöschung der Existenz, sondern Trennung; der geistliche Tod ist die Trennung und Entfremdung von Gott (Eph 4,18): der geistlich Tote ist sehr wohl lebendig und aktiv, wenn es um den Dienst für den Teufel geht.

Dieser Vers versichert die ewige Heilssicherheit für die, die wahrhaft zu Christus gekommen sind. Christus rettet »völlig« oder »bis aufs Äußerste«, und zwar jene, die durch ihn zu Gott kommen. Er denkt nicht heute so und morgen anders, sondern er ist »derselbe gestern, heute und in Ewigkeit« (Hebr 13,8). »Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende« (Joh 13,1). Das stellt er segensreich unter Beweis, »weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden«. Da seine Gebete immer wirksam sind – denn er erklärt, dass der Vater ihn »allezeit« erhört (Joh 11,42) – wird niemand jemals verderben, dessen Name unauslöschlich auf das Herz unseres Hohenpriesters eingeschrieben ist, wie einst die Namen der Söhne Israels auf das Brustschild des Hohenpriesters (2Mo 28,21.29)!

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Teil 3: Zu Christus kommen

Kapitel 6: Zu Christus kommen: Hindernisse

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Die Hilflosigkeit des gefallenen Menschen beruht nicht auf einem körperlichen oder geistigen Schaden. Er hat dieselben Füße, die ihn an einen Ort bringen können, wo das Evangelium verkündet wird, oder auch zu einer eitlen Vergnügungsstätte. Er hat dieselben Augen, mit denen er die Bibel oder auch weltliche Zeitungen lesen kann. Er hat dieselbe Zunge und Stimme, um Gott anzurufen, die er zu eitlem Geschwätz oder törichtem Gesang gebraucht. Er verfügt auch über denselben Verstand, um über die Dinge Gottes und die Ewigkeit nachzudenken, den er nun so fleißig für seine eigenen Geschäfte einsetzt. Das ist der Grund, weshalb der Sünder »ohne Entschuldigung« ist. Der Missbrauch der Fähigkeiten, die der Schöpfer ihm verliehen hat, steigert die Schuld des Menschen. Möge doch jeder Diener des Wortes Gottes darauf achten, dass dies den unerretteten Zuhörern beständig aufs Herz gelegt wird.

dem, was wir zwei Verse vorher lesen: »An dem Tag, als Gott Adam schuf, machte er ihn Gott ähnlich.« In der Zwischenzeit war Adam in Sünde gefallen, und ein gefallener Mensch konnte nur ein gefallenes Kind zeugen und ihm seine eigene Verdorbenheit vererben. »Wie könnte ein Reiner vom Unreinen kommen? (Hi 14,4). Deshalb erklärt David: »Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen« (Psalm 51,7). Obwohl die Gnade Gottes ihn zum »Mann nach dem Herzen Gottes« machte, war David von Natur aus – so wie wir – voller Unreinigkeit und Sünde. Wie frühzeitig tritt diese verdorbene Natur schon bei einem kleinen Kind zutage! »Selbst ein Knabe gibt sich durch seine Handlungen zu erkennen« (Spr 20,11): die böse Neigung seines Herzens wird bald offenbar – Stolz, Eigenwille, Eitelkeit, Lüge, Widerstreben gegen Gutes: das sind die bitteren Früchte, die schon bald an dem noch zarten, aber dennoch verdorbenen Zweig auftauchen.

Das Problem ist die Natur des Menschen
Wenn wir den Sitz des geistlichen Unvermögens des Menschen finden wollen, müssen wir tiefer graben. Seine Hilflosigkeit ist in seiner verdorbenen Natur begründet. Durch die Ursünde Adams und durch unsere eigene Sünde ist unsere Natur so verkommen und verdorben, dass kein Mensch imstande ist, zu Christus zu kommen, ihn zu lieben und ihm zu dienen, ihn höher zu achten als die ganze Welt zusammen und sich seiner Herrschaft zu unterwerfen, solange nicht der Geist Gottes ihn erneuert und ihm eine neue Natur verleiht. Eine bittere Quelle kann kein süßes Wasser sprudeln, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte hervorbringen. Wir möchten das durch eine Veranschaulichung noch deutlicher machen: Die Natur eines Geiers veranlasst ihn, sich von Aas zu ernähren; er hat zwar die gleiche körperliche Beschaffenheit wie ein Huhn, das gesunde Körner pickt, aber er hat kein Verlangen nach Körnern, sondern nach Aas. Die Sau wälzt sich aufgrund ihrer Natur im Dreck; sie hat zwar die gleichen Gliedmaße wie ein Schaf und könnte damit aufs grüne Gras gehen, aber ihr fehlt die Lust auf frische Weiden. So ist es mit dem unerretteten Menschen. Er hat dieselben körperlichen und geistigen Fähigkeiten wie die Wiedergeborenen und könnte sie für Gott und seinen Dienst einsetzen, aber er hat kein Verlangen danach. »Und Adam … zeugte einen Sohn, ihm ähnlich, nach seinem Bild …« (1Mo 5,3). Welch schrecklichen Kontrast sehen wir hier zu

Der natürliche Verstand ist verdorben
Die Unfähigkeit des natürlichen Menschen, zu Christus zu kommen, beruht auf seinem völlig verfinsterten Verstand. Dieses wichtigste Werkzeug der Seele ist seiner ursprünglichen Herrlichkeit beraubt und vollkommen von Verwirrung bedeckt. Sowohl der Verstand als auch das Gewissen sind verunreinigt: »Da ist keiner, der verständig ist« (Röm 3,11). Paulus erinnerte die Gläubigen ernstlich: »Einst wart ihr Finsternis« (Eph 5,8), nicht nur »in Finsternis« sondern selber Finsternis. Thomas Boston schrieb 1680: Die Sünde hat die Fenster der Seele geschlossen; in ihrem ganzen Reich herrscht Finsternis. Sie ist das Land des Dunkels und des Todesschattens, wo das Licht wie Finsternis ist. Dort regiert der Fürst der Finsternis, und nichts wird dort entworfen als die Werke der Finsternis. Wir werden geistlich blind geboren und können ohne ein Wunder der Gnade nicht geheilt werden. Das ist dein Zustand, wer immer du bist, wenn du nicht von neuem geboren wurdest. »Weise sind sie, Böses zu tun; aber Gutes zu tun, verstehen sie nicht« (Jer 4,22). »Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht« (Röm 8,7). Der natürliche Mensch widerstrebt geistli-

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Teil 3: Zu Christus kommen

Kapitel 6: Zu Christus kommen: Hindernisse

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chen Dingen und ist ihnen abgeneigt. Gott hat Sündern seinen Willen geoffenbart und den Weg der Errettung gezeigt, doch sie wollen nicht darauf gehen. Sie hören, dass allein Christus retten kann, aber sie weigern sich, sich von den Dingen zu trennen, die sie daran hindern, zu ihm zu kommen. Sie hören, dass es die Sünde ist, die die Seele umbringt, und doch umhegen sie die Sünde in ihrer Brust. Sie achten nicht auf die Warnungen Gottes. Die Menschen glauben, dass Feuer schmerzt und brennt und wollen es um jeden Preis vermeiden, doch durch ihr Verhalten zeigen sie, dass sie das ewige Höllenfeuer als bloße Vogelscheuche abtun. Die Gebote Gottes sind »heilig, gerecht und gut«, aber der Mensch hasst sie und hält sich nur soweit daran, wie es seiner Anerkennung bei den Menschen dient.

Die Zuneigungen des natürlichen Menschen sind völlig verdorben und verstimmt. »Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es« (Jer 17,9). Der Herr Jesus bestätigte deutlich, dass die Zuneigung des gefallenen Menschen die Mutter aller Gräuel ist: »Von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit« (Mk 7,21.22). Thomas Boston schrieb (in Fourfold State): Die Zuneigungen des natürlichen Menschen sind erbärmlich entstellt; geistlich gesehen ist er ein Monster. Sein Herz ist dort, wo seine Füße sein sollten: auf die Erde fixiert; seine Ferse hingegen ist zum Tritt gegen den Himmel gerichtet, wo sein Herz sein sollte (Apg 9,5). Sein Angesicht ist der Hölle zugewandt, sein Rücken dem Himmel zugekehrt, und deshalb ruft Gott ihn auf, umzukehren. Er freut sich über das, was er bedauern sollte, und bedauert das, worüber er sich freuen sollte. Seine Ehre ist in seiner Schande, und er schämt sich seiner Ehre; er verabscheut, was er ersehnen sollte und ersehnt, was er verabscheuen sollte (Spr 2,13-15).

Die natürlichen Zuneigungen sind verdorben
Das Unvermögen des natürlichen Menschen, zu Christus zu kommen, beruht auf der völligen Verdorbenheit seiner Zuneigungen. Charles Spurgeon sagte in einer Predigt über Johannes 6,44: Bevor der Mensch die Gnade Gottes empfängt, liebt er von sich aus alles andere als geistliche Dinge. Wenn ihr das prüfen wollt, schaut euch nur um. Man braucht kein Denkmal an die Verdorbenheit der menschlichen Zuneigungen. Blickt irgendwo hin – es gibt keine Straße, kein Haus, nein, kein Herz, wo wir nicht die traurigen Beweise für diese furchtbare Wahrheit aufgeprägt finden. Warum ist es so, dass die Menschen sich am Tag des Herrn nicht allesamt im Haus Gottes einfinden? Warum trifft man uns nicht regelmäßiger beim Bibellesen an? Wie kommt es, dass Gebet eine nahezu durchgängig vernachlässigte Pflicht ist? Warum wird der Herr Jesus so wenig geliebt? Warum haben sogar seine angeblichen Anhänger nur so kühle Zuneigungen zu ihm? Woher kommen diese Dinge? Gewiss können wir sie auf keine andere Ursache zurückführen als diese: die Verkommenheit und Verdorbenheit der Zuneigungen. Wir lieben das, was wir hassen sollten, und wir hassen das, was wir lieben sollten. Es liegt an der menschlichen Natur, an der gefallenen menschlichen Natur, dass der Mensch das jetzige Leben mehr liebt als das künftige. Es sind die Folgen des Sündenfalls, dass der Mensch die Sünde mehr liebt als Gerechtigkeit und die Wege dieser Welt mehr als die Wege Gottes.

Der natürliche Wille ist verdorben
Die Unfähigkeit des natürlichen Menschen, zu Christus zu kommen, ist in der völligen Verdorbenheit seines Willens begründet. Spurgeon sagte darüber: Der Arminianer sagt: »Wenn der Mensch will, kann er errettet werden.« Wir antworten: »Werter Herr, das glauben wir alle; das Problem ist nur: der Mensch will nicht. Wir behaupten, dass kein Mensch zu Christus kommen will, wenn er nicht zu ihm gezogen wird. Das behaupten wir nicht nur, sondern Christus selbst sagt es: »Ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt« (Joh 5,40); und solange dieses »Ihr wollt nicht« in der Schrift steht, werden wir an keine andere Lehre vom »freien Willen des Menschen« glauben. Es ist seltsam: Wenn die Leute über den freien Willen reden, sprechen sie über etwas, was sie überhaupt nicht verstehen. »Nein«, sagt der eine, »ich glaube, dass der Mensch errettet werden kann, wenn er will.« Aber das steht überhaupt nicht zur Debatte. Die Frage ist: Kann der Mensch von Natur aus überhaupt wollen, sich den demütigenden Bedingungen des Evangeliums

wird niemals echt und ernsthaft Christi Hilfe suchen! Manche Seelen sind sehr bedrückt und bestürzt und möchten genau wissen. die wir irgendwie mit unserem Körper vollziehen. die nicht so einfach aufzulösen ist: ein blinder Verstand. Sünder zu entmutigen und sie in Verzweiflung zu treiben. Sie rufen verzweifelt: »O. Es ist ein Aufgeben von sich selbst. ein verdorbener Wille und üble. Solche Seelen sind womöglich vom Heiligen Geist erweckt. wo ich ihn finden könnte! Dass ich doch zu seiner Stätte kommen könnte!« (Hi 23. dass der Heilige Geist an solchen verdorbenen und geistlich hilflosen Kreaturen wirkt. er solle sich nicht erniedrigen. Und Thomas Boston schrieb: Hier haben wir eine dreifache Schnur gegen den Himmel und gegen Heiligkeit. und auch die verdrehten Zuneigungen. haben ihren schrecklichen Zustand erkannt. dass es überflüssig sein sollte. Wenn so viele kostbare Seelen irregeleitet worden sind und glauben. die sich gegen den Herrn erheben und den verdorbenen Willen verteidigen. hier jedoch auf die Seele angewendet wird. zu ihm zu kommen und errettet zu werden. zu ihm als Priester. lieber Leser. zu Christus zu kommen. Das Herz erstreckt sich zu ihm in liebender Unterwerfung und vertrauensvoller Zuversicht. es überhaupt zu erwähnen. wie absolut notwendig es ist. sowohl dieses geistliche Ereignis klar zu definieren als auch herauszustellen. Sie haben diesen Ausdruck oft gehört und davon gelesen. Es ist das Aufgeben jedes Götzen und aller anderen Abhängigkeiten. Der Wille unterwirft sich ihm als Herrn und ist . Es gibt nicht viele. Es ist ein Ausdruck. wurden von ihrer anmaßenden lebenslangen Rebellion gegen Gott überführt und zur Erkenntnis gebracht. denn Gottes Volk ist eine »kleine Herde« (Lk 12. So geht das arme Geschöpf gegen Gott und seine Güte an. wenn sie jemals zu Christus kommen und errettet werden sollen. was es bedeutet.82 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 6: Zu Christus kommen: Hindernisse 83 zu unterwerfen? Wir erklären auf Grundlage der Autorität der Bibel. um von ihm das Wort Gottes zu hören. Vielleicht sagen einige Leser: Eine solche Lehre ist darauf ausgelegt. Zu Christus kommen bedeutet. um sich von ihm beherrschen zu lassen. dermaßen verdorben und so sehr zu allen Übeltaten bereit und so sehr allem Guten abgeneigt ist. dass ein Gang nach vorn zu einem »Übergabegebet« oder einem »Bußruf« oder das Ergreifen der Hand eines Evangelisten dasselbe sei wie zu Christus zu kommen. Die große Mehrheit der bekennenden Christenheit behauptet. dass Gott dieses Buch dazu benutzen möchte. ist das ein Indiz. es einfach fanden. einige zum Verzweifeln an sich selbst zu bringen. das Ende alles Vertrauens auf sich selbst. dass sie noch gar nicht wirklich in geistlicher und rettender Weise zu ihm gekommen sind. dass sie dringend Christus brauchen. zu Christus zu kommen. was dieser Ausdruck nicht bedeutet. bis ein Tag der Macht kommt. Der Verstand ist aufgedunsen von Selbsteinbildung und redet dem Menschen ein. der Welt den Rücken zu kehren und sich ihm als unsere einzige Hoffnung und Freude zuzuwenden. was ihre Kräfte übersteigt. und zu ihm als König. Und wer diese Wahrheiten nicht klar versteht. halten ihn davon ab. zu ihm zu kommen. die eine solche Erfahrung durchleben. dass ich doch wüsste. Sie sehnen sich wahrhaft. was das bedeutet. um diesen Vorgang zu beschreiben. verstimmte Zuneigungen.3). zu Christus zu kommen. halten wir es dringend für notwendig. »Zu Christus kommen« beschreibt die Bewegung eines vom Heiligen Geist erleuchteten Verstandes hin zum Herrn Jesus – zu ihm als Prophet. der sich normalerweise auf den natürlichen Bereich des Körpers bezieht.32). die elementarsten Wahrheiten und Begriffe zu erklären. dass dies etwas ist. an dem dieser Mensch zu einer neuen Schöpfung gemacht wird. Doch in dieser schrecklichen Zeit der geistlichen Unwissenheit und fleischlicher Verdrehung der heiligen Dinge Gottes ist es tatsächlich nötig. Darauf antworten wir: Erstens entspricht diese Lehre dem Wort Gottes! Zweitens ist es sehr zu wünschen. dass sie es sehr einfach fanden. auf dessen Sühnopfer und Fürsprache vertraut werden kann. dass ohne die mächtige. und vielleicht haben viele Christen sie aufgefordert. haben jedoch festgestellt. Doch im klaren Licht von Johannes 6. Drittens wird dadurch deutlich. allerdings ohne eine biblische Erklärung. Das ist so offensichtlich. dass der Wille des Menschen derart auf Unheil ausgerichtet. Was aber bedeutet dann »zu Christus kommen«? Erstens – im negativen Sinne – ist es keine Handlung. übernatürliche und unwiderstehliche Einflussnahme des Heiligen Geistes kein Mensch jemals zu Christus gezogen wird.44 müssen wir versichern: Wenn Sie. Zweitens ist das Wort »kommen« in diesem Zusammenhang bildhaft gemeint.

durch den alle Dinge geworden sind und bestehen. was in Opposition oder Wettstreit zu ihm steht. Dadurch wird ihr angeborenes Unvermögen zu geistlichen Handlungen überwunden und die Kraft dazu verliehen. dass sich die ganze Seele zum ganzen Christus hinwendet: Verstand. der durch den Heiligen Geist in den Erwählten bewirkt wird. möchten wir jeden Leser ernstlich bitten. zu Christus zu kommen. und für niemand sonst. um sicher zu gehen. Wir müssen ihn als unseren Arzt und Anwalt annehmen und uns seiner Führung und Regierung hingeben und bereit sein. in geistlicher und rettender Weise zu Christus zu kommen. Der »Christus« des Papstes ist ein Christus aus Holz. diese Gabe des Vaters. Fürst des Friedens« (Jes 9. sich selbst zu prüfen. wo und wie immer es den Menschen gefällt. Vor seiner Gegenwart werden sowohl die Erde als auch die Himmel fliehen. Bevor wir fortfahren. wo und wie immer es ihm gefällt – und nicht wann. so bedarf dieses göttliche Ziehen keiner äußeren Kraft. und der »Christus« falscher Prediger ist ein Christus aus Worten. die »zum ewigen Leben verordnet« sind (Apg 13. Matthew Henry schrieb: Es ist die Pflicht und das Interesse von geplagten und schwer beladenen Sündern. ist der »starke Gott. Herz und Wille werden durch übernatürliche Kraft zu ihm gezogen und dazu gebracht. Er ist die unaussprechliche Gabe des Vaters für alle. Herrschaft und Macht. suchen Sie Gottes Hilfe. . Ein solcher Christus darf von sündigen Menschen weder verkauft noch verschenkt.48).6). Nun möchten wir den zweiten Teil dieses Satzes betrachten: »… wenn nicht der Vater. zu Christus zu kommen und allem zu entsagen. warum der natürliche Mensch unfähig ist. Dieses übernatürliche und vollmächtige Wirken des Heiligen Geistes an der Seele ist es. Er sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und hat alle Gewalt. Der Christus Gottes erfüllt Himmel und Erde: Er ist der Eine. sein Joch auf sich zu nehmen und ihm vorbehaltlos zu folgen.44 beschäftigt: »Niemand kann zu mir kommen«. wann. uns von ihm auf seine Weise und zu seinen Bedingungen retten zu lassen. aber Jesus Christus. Im vorigen Kapitel haben wir uns länger mit der Aussage Jesu aus Johannes 6.84 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 6: Zu Christus kommen: Hindernisse 85 bereit. und haben damit versucht.« Worin besteht dieses »Ziehen«? Erstens: So wie das »zu Christus Kommen« keine körperliche Handlung ist. Das führt uns zu unserem nächsten Kapitel. dass Sie wirklich zu Christus gekommen sind. Vater der Ewigkeit. Er ist höher als alle Himmel geworden und ihm sind alle Fürstentümer und Gewalten unterworfen. das den Menschen befähigt und veranlasst. wird den Erben des Heils auf übernatürliche Weise durch den Heiligen Geist geoffenbart und auf sie angewendet. Zweitens: Es ist ein vollmächtiger Impuls. der mich gesandt hat. ihn zu lieben und ihm zu dienen. unser Herr. ihm zu vertrauen. Dieser Christus. Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin: Wenn Ihnen etwas an Ihrer Seele liegt. Beim »zu Christus Kommen« bewirkt die Gnade Gottes. weder angeboten noch verhökert werden. ihn zieht. das geistliche Unvermögen des gefallenen Menschen aufzuzeigen und zu erklären.

Wenn wir jemandem vertrauen wollen. Deshalb hat unser Herr befohlen: »Suchet in der Schrift …« (Joh 5. Das Wort Gottes wird auch als »das Wort des Christus« (Kol 3. die keine schriftliche Offenbarung Gottes hatten? Nein. ein Lehrer der Unmündigen. dass sie »zu träge« waren. dort ist auch Christus unbekannt. der es an Kraft fehlt. wird niemals einen toten Sünder zu seinen Füßen bringen. »Wie aber sollen sie an den glauben.15 unterscheidet. Im Zusammenhang geht es hier um die Juden. Wie viele haben eine Erkenntnis der Errettung. Doch Rechtgläubigkeit ist nicht Errettung. Über wen wurde dies gesagt – über die Heiden. Eine »Form der Erkenntnis« bedeutet. wie Paulus sie in 2. kann man nicht anstreben und nicht erreichen. ein Belohner sein wird« (Hebr 11. dem Kommen zu ihm vorausgehen. aber die Wahrheit war ihnen vom Heiligen Geist nicht auf ihre Herzen geschrieben. die sein Gesetz in ihren Händen hielten. Eine theoretische Erkenntnis Christi reicht nicht aus Mit dieser Aussage müssen wir uns etwas länger befassen. Niemand kann zu Christus kommen. müssen wir zunächst mit ihm vertraut werden. Eine Stütze muss gesehen werden. Das ist ein klarer Beweis. muss glauben. dass keine Erkenntnis seiner Person erlangt werden kann ohne das inspirierte Zeugnis der Schrift.5). In 1. Korinther 13. so kann sich der natürliche Mensch durch religiöse Bildung und persönlichen Fleiß eine lehrmäßig gesunde Erkenntnis der Person und des Werkes Christi aneignen. der die Form der Erkenntnis und der Wahrheit im Gesetz hat« (Röm 2. doch wenn ich keine Liebe habe. Timotheus 3. Dieses Prinzip ist so offensichtlich. bin ich nichts.25. Im Römerbrief wird ein solcher lediglich religiöser Mensch beschrieben als »ein Erzieher der Törichten. Eine fleischliche Meinung von Christus. als das.39). Wo die Bibel unbekannt ist. die ihn suchen. Sie hatten das Vorrecht vieler wunderbarer . aber in ihren Seelen fehlte ihnen das göttliche Leben.16) bezeichnet. Eine solche rettende Erkenntnis muss der Seele durch das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes vermittelt werden. »Wer Gott naht. Ein Kopfwissen über Christus wird sehr oft damit verwechselt. »Sie schreiten fort von Bosheit zu Bosheit. was die Propheten geredet haben« und »von Mose und von allen Propheten anfangend.14).6). seinen Tempel in ihrer Mitte hatten und sein Wort aus dem Mund seiner Propheten hörten.27).2).20). ohne es zu kennen. ohne im Geringsten geistlich oder lebendig mit ihm vertraut zu sein. Es muss eine lebendige Erfahrung geben – Gottes Wort und Gottes Werk müssen in der Seele zusammenwirken und Erneuerung und Erkenntnis hervorbringen. dass er ist und denen. was ihn betraf« (Lk 24.Kapitel 7: Zu Christus kommen: mit dem Verstand 87 Kapitel 7 Zu Christus kommen: mit dem Verstand Eine Erkenntnis Christi ist die Voraussetzung Was man nicht kennt. Er tadelte die beiden Emmaus-Jünger dafür. obwohl er sie niemals gesehen hat. »an alles zu glauben. Niemand kann ein Gebot befolgen. Es gibt eine Form der Erkenntnis – genauso wie es eine Form der Gottseligkeit gibt (2Tim 3. mich aber erkennen sie nicht. So wie ein Blinder durch Mühe und Fleiß viele Dinge exakt theoretisch oder begrifflich beschreiben kann. ihn im Herzen erkannt zu haben. was Gott über ihn im Wort der Wahrheit geoffenbart hat. so ist es auch in der neuen: Gott spricht zuerst: »Es werde Licht!« Diese Erkenntnis erlangt der Verstand durch die Heilige Schrift Wir können nichts über Christus wissen. Dort allein kann die wahre »Lehre des Christus« (2Jo 9) gefunden werden. Nicht jede Art von Erkenntnis – nicht einmal die Erkenntnis von Gottes Wahrheit und von Christus – ist wirksam und rettend. Wie in der alten Schöpfung. die in den Schriften unterwiesen waren und sich als qualifizierte Lehrer anderer ansahen. dass diese Menschen in ihren Hirnen die richtige Lehre repräsentierten und somit frei und fließend über die Dinge Gottes diskutieren konnten. aber keine Erkenntnis »zur Rettung«. über die Israeliten. spricht der HERR« (Jer 9. dass sich jedes weitere Argument erübrigt. bevor man sich darauf stützen kann. weil er der Inhalt der Heiligen Schrift ist. denn hierin herrscht heute eine enorme Unwissenheit. der Christus nicht kennt. erklärte er ihnen in allen Schriften das. alle Geheimnisse verstehen und alle Erkenntnis haben. von dem sie nicht gehört haben?« (Röm 10. Nun wollen wir es auf unser Thema anwenden: Die Erkenntnis Christi muss notwendigerweise dem Glauben an ihn bzw.2 werden wir unmissverständlich gewarnt: Ich kann die Gabe der Weissagung haben. eine nur intellektuelle Erkenntnis von ihm.

dass Christus . Lieber Leser. dass Sie ihm geistlich fremd sind. auch wenn er Gottes Weisheit hört oder sogar theoretisch versteht. wenn nicht der Vater. bevor der Mensch die übernatürliche und geistliche Person Christi begreifen kann. geredet und es getan habe. Dieser Mensch kann sich tiefgründig mit der Kunst der Musik vertraut machen. Diese Erkenntnis führt zu Glauben an Christus. Kol 2.7).23). müssen wir »erneuert werden im Geist unserer Gesinnung« (nach Eph 4.5. sogar die Regeln der Harmonielehre studieren und verstehen. Paulus erklärte: »Wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis« (1. So war es. und doch kann es sein. »Niemand kann zu mir kommen. Heiligkeit. Diese Wirkungen des Geistes beginnen damit. hat »die Finsternis es nicht erfasst« (Joh 1. waren immer wieder in seiner unmittelbaren Gegenwart. solange man nicht sieht. dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat. erfahrungsmäßige. ihn zieht. Durch das verborgene und vollmächtige Wirken des Heiligen Geistes führt der Vater jeden seiner Erwählten zu einer rettenden Erkenntnis Christi. und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag« (Joh 6. Korinther 2. bevor der Heilige Geist zu ihm kommt! Und kein Sünder wird in rettender Weise an Christus glauben.88 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 7: Zu Christus kommen: mit dem Verstand 89 Manifestationen von Gottes Majestät. wollen wir sie zu veranschaulichen versuchen: Stellen wir uns vor. So ist es auch heute. Es kann keine Handlung stattfinden. und Erkenntnis des allein Heiligen ist Einsicht. bevor er ein Fuß ist. einem großen Orchester zuzuhören – wenn ihm das zu Ohren kommt. doch niemals erkennen oder begreifen kann. so fleißig er sie auch studieren mag. sondern dass sie sogar »in einem Geheimnis« verkündet wird. Diese Erkenntnis lässt die Seele wahrhaftig und freudig ausrufen: »Wen habe ich im Himmel? Und außer dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde« (Psalm 73. die kein fleischlicher Mensch besitzen oder erlangen kann. Der natürliche Verstand kann Christus auf natürliche Weise erkennen und begreifen. Er kann sie zwar auf natürliche Weise »sehen«. was er vorher nur aus der Theorie kannte! Noch bedeutender ist der Unterschied zwischen einer natürlichen und einer geistlichen Erkenntnis göttlicher Dinge.44).3). Macht und Gnade. Und warum? Weil der natürliche Mensch. Da diese Unterscheidung so wichtig und zugleich so wenig bekannt ist. Man beachte aufmerksam die Reihenfolge in Hesekiel 37. Der Heilige Geist muss am Verstand ein übernatürliches Werk der Gnade vollbringen. solange der Heilige Geist ihm nicht diesen Glauben gegeben hat (Eph 2. Johannes 5. und auch dann gilt: Der Glaube ist zuerst ein Auge. Diese Erkenntnis Christi ist »ewiges Leben« (Joh 17.25). Eine geistliche und übernatürliche Erkenntnis Christi muss vom Heiligen Geist vermittelt werden Darum geht es in 1. sahen seine Wunderwerke. der HERR. Das ist die wahre und rettende Erkenntnis Christi. den Willen heiligt und den Verstand geistlich auf den Fels des Heils richtet. der mich gesandt hat. welch ein Geheimnis diese Weisheit Gottes immer noch ist.10 besagt: »Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. wenn sie nicht auf ein Objekt abzielt. dass Gottes Weisheit an sich ein Geheimnis ist. um Christus zu erkennen. vielleicht sind Sie ein fleißiger Bibelleser.5). eine persönliche. er mag sie untersuchen und sogar theoretisch bewundern. Sprüche 9. glauben alles.3). spricht der HERR. jemand habe noch nie im Leben Musik gehört. doch obwohl das Licht in der Finsternis schien. aber bevor wir Christus geistlich erkennen können. Andere berichten ihm von der Schönheit und Anmut der Musik. dass er den Verstand erleuchtet und das Denken erneuert. sogar mit den alttestamentlichen Schattenbildern und Prophezeiungen vertraut.14: »Und ich gebe meinen Geist in euch. kann er das Reich Gottes nicht sehen« (Joh 3.« Göttliche Dinge können nur wirklich verstanden werden durch »Erkenntnis des allein Heiligen«. Liebe zu ihm und Unterwerfung unter ihn. dass ich. Auf natürlicher Ebene verfügten sie über so viel Licht über ihn: Sie waren Zeugen seines vollkommenen Lebens. »Wenn jemand nicht von neuem geboren wird. Er bestätigte nicht nur. dass ihr lebt … Und ihr werdet erkennen. und es kann keinen Glauben an Christus geben. Das bedeutet. was die Schrift über Christus sagt und vermitteln die biblische Botschaft an andere weiter. lebendige Erkenntnis. Jeder wahre Christ hat eine Erkenntnis von göttlichen Dingen.20: »Wir wissen aber. aber er kann sie nicht erfahren und in lebendiger Weise empfangen. dass der natürliche Mensch absolut nicht dazu in der Lage ist. als der Sohn Gottes Mensch wurde. und so entschließt er sich zu einem sorgfältigen Studium dieses Themas.« Die Erkenntnisfähigkeit muss dem erkannten Gegenstand entsprechen.12). aber wie anders ist es. hörten seine unvergleichlichen Lehren.« Kein Sünder kann jemals zu Christus kommen. die die Zuneigungen entzündet. die Dinge Gottes geistlich zu beurteilen. doch trotz ihrer reichen theoretischen Erkenntnis Gottes war er ihnen geistlich gesehen fremd. um Christus zu nahen.

die diese armselige Welt nicht kennt. Eine geistliche und rettende Erkenntnis Christi bringt die Seele stets zum Gehorsam aus Liebe.40).1) und trügt. die durch bloße Bildung und Studium erlangt wird. aber nicht die Dinge an sich. dass alles andere als Dreck angesehen wird im Vergleich zu seiner Majestät: Das Licht seiner Herrlichkeit wirft – wie bei einer totalen Sonnenfinsternis – einen großen Schatten über die ganze Welt. bevor man seine Wärme spürt. dass es bei ihnen Seele und Geist voneinander schied. Das Kopfwissen. Was das bedeutet. Der Geist Gottes muss mit seinem Licht den Verstand erleuchten. wie auch unter euch von dem Tag an. Das ist die »Erweisung des Geistes und der Kraft« (1Kor 2. auf sie gerichteten Zorn Gottes spüren lassen. Rhetorik oder Überzeugungskraft vermag.11) – und nicht: »die deinen Namen kennen sollten«.10). So traf das Wort ins Gewissen und deckte die eiternden Wunden auf. Es hatte Glauben bewirkt. da ihr es gehört und die Gnade Gottes in Wahrheit erkannt habt« (Kol 1. das heute zahllose bekennende Christen besitzen. aber die Erkenntnis. Man beachte auch die Reihenfolge in Römer 3. Aber das Leben solcher Menschen ist oft beschämend. … (bringt) Frucht und wächst. müssen wir seine Herrlichkeit schauen (2Kor 3. kann geistlich und rettend »glauben«: »Dies ist der Wille meines Vaters. Nur in Gottes Licht »sehen wir das Licht« (Psalm 36. was ein geistlicher Mensch in lebendiger Weise kennt. die nicht so weise sind wie er.90 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 7: Zu Christus kommen: mit dem Verstand 91 einzigartig.18). Es hatte ihnen eine Freude gegeben.10). der verständig ist« kommt vor »da ist keiner. allgenugsam und das rechte Heilmittel für arme Sünder ist. Doch eine lediglich theoretische Erkenntnis wird die Wahrheit »durch Ungerechtigkeit niederhalten« (Röm 1. mit dem der Heilige Geist den Verstand erleuchtet. Eine rettende Erkenntnis Christi macht Christus der Seele so lieb. Wer eine solche Erkenntnis hat. wie es keine menschliche Logik.18). Herr?« (Apg 22. Doch eine rein lehrmäßige Erkenntnis Christi bewirkt solches nicht: Damit kann man zwar lauthals Loblieder singen. geistlich unwirksam bleibt. doch ist er »im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus träge und fruchtleer« (nach 2Petr 1.11: »Da ist keiner. Das Licht der Sonne sieht man bei Tagesanbruch zuerst erstrahlen. Nur wer den Sohn mit einem übernatürlich erleuchteten Verstand »sieht«. die die Sünde zugefügt hatte. Aber es sei noch einmal gesagt: Diese Erkenntnis muss geistlich und übernatürlich vom Heiligen Geist vermittelt sein. bläht auf (1Kor 8.8). aber nicht ihren Geist. ob solche jämmerlichen Kreaturen wie sie jemals Gnade von einem heiligen Gott erwarten könnten. sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit« (1Thes 1.6). Dem Sünder müssen zuerst die Augen aufgetan werden. wird im nächsten Vers erklärt: »… indem ihr das Wort in viel Bedrängnis mit Freude des Heiligen Geistes aufgenommen habt. bewirkt bei ihnen ebenso wenig einen gottesfürchtigen Wandel.18). Das Licht Christi leuchtete erst dann im Herzen von Paulus auf. diskutiert und argumentiert gern darüber und blickt geringschätzig auf alle herab. der den Sohn sieht und an ihn glaubt. der Gott sucht«. Es hatte ihre gute Meinung von sich selbst erschüttert. Den Kolossern erklärte der Apostel: Das »Wort der Wahrheit des Evangeliums. die durch bloßes Studium erlangt wird. wohingegen die Erkenntnis. Es hatte die Thessalonicher so tief getroffen. Es hatte bei ihnen Bedenken hervorgerufen. rechtgläubiger Weise diskutie- .« Der Heilige Geist hatte dem Wort Gottes eine Wirksamkeit verliehen. dass jeder. das auf ihn fällt.4). so wie der lichtempfindliche Film in einer Kamera sein Abbild von dem Licht empfängt. die deinen Namen kennen« (Ps 9. »Auf dich vertrauen. ist voller Wirksamkeit. wie wenn es im Hirn eines anderen gespeichert wäre. Das Licht. Es hatte sie den brennenden. Das Licht des Heiligen Geistes demütigt und erniedrigt den Sünder. bevor er sich von der Macht des Teufels zu Gott bekehrt (Apg 26. Ein fleischlicher Mensch mag sich eine theoretische Kenntnis alles dessen aneignen. Bevor wir in das Bild des Herrn verwandelt werden. Paulus schrieb an die Thessalonicher: »Denn unser Evangelium erging an euch nicht im Wort allein. Er kann über sie in gesunder.5). Der Heilige Geist – und nicht nur ein Prediger – muss von den Dingen Christi nehmen und sie dem Herzen des Sünders vorstellen. Er kann den Buchstabensinn der Bibel tiefgründig verstehen. das zu euch gekommen ist. Wie unterscheidet man diese geistliche und lebendige Erkenntnis von einer bloß theoretischen und gedanklichen? Anhand ihrer Auswirkungen. ewiges Leben habe« (Joh 6. und dieses Licht offenbart dem Verstand das tatsächliche Bild geistlicher Dinge auf geistliche Weise und prägt sie auf die Seele auf. als er gefragt hatte: »Was soll ich tun. sodass sie auf den großen Arzt der Seelen schauten. doch das Herz giert immer noch nach den zeitlichen und sinnlichen Dingen. Der natürliche Mensch kann vielleicht die Wahrheit über die Dinge Gottes kennen.

h. Wenn ihnen daher das verborgene und übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes auf die Seelen der Erwählten vorgestellt wird. sondern vollkommen geistlich und übernatürlich. was des Geistes Gottes ist.14. Christus in euch Wenn der Heilige Geist übernatürlich an Gottes Erwählten wirkt und ihnen Glauben gibt (Kol 2. »was des Geistes Gottes ist« ist ihnen persönlich fremd. Und die oben beschriebene Realität veranschaulicht nur. wenn man sie am unfehlbaren Maßstab der Heiligen Schrift beurteilt: es wäre nicht nur ein Widerspruch in sich. des Heiligen Geistes. dass durch die bisherigen Kapitel jedem gläubigen Leser klar geworden ist. Dann stünden Realität und Schrift tatsächlich im Widerspruch. erscheint ihnen das als »Torheit«. dass das »zu Christus Kommen« eines Sünders weder eine körperliche noch eine verstandesmäßige Handlung ist. d. aber die im Wort der Wahrheit enthaltenen Dinge selber nicht geschmeckt haben: »Sie wollen Gesetzeslehrer sein und verstehen nichts. sie seien von Gott zu »einer neuen Schöpfung« gemacht worden. »was des Geistes Gottes ist. denn es ist ihm eine Torheit. Dennoch sind die Grundwahrheiten der Bibel für sie keine »Torheiten«. die von Jesu Knechten verkündet wird. die aber dennoch begeistert für die göttliche Inspiration der Bibel. deren Herz voller Begierde und deren Lebenswandel höchst weltlich war. nichts anderes wäre zu erwarten. So wie ein Astronom. skrupellos im Gebrauch von solchen Taktiken. bringt er eine »neue Schöpfung« her- . die selbst bekennende Nichtchristen ablehnen würden –.« Der Autor hat persönlich einige sehr gewissenlose Menschen kennen gelernt – verlogen. Korinther 2. Doch diese Verachtung zeigt nur. der bisher weder die Süßigkeit des einen noch die Sauerkeit des anderen geschmeckt hat. die Gottheit Jesu und die Errettung allein aus Gnade eintreten. wie minutiös zutreffend dieser Vers ist. Aber das erneuerte Denken reagiert ganz anders darauf. sondern ihn verächtlich von sich weisen. entweder als Mystizismus oder Fanatismus.12). dass Unerrettete das wahrnehmen können. Positionen und unterschiedlichen Größen kennt. für das »was des Christus ist«. Wir sagen »jedem gläubigen Leser«. und die dennoch über »Modernismus« und »Evolutionsglauben« usw. der Autor sei entweder dem »Mystizismus« oder dem »Fanatismus« verfallen. sondern sie stimmen ihnen begeistert zu und treten entschieden dafür ein. dass ein natürlicher Mensch das nicht annimmt.14 ist: »Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an. aber das. weil wir nicht erwarten dürfen. so weigern sich heute die prominenten und angeblich so bibeltreuen Evangelikalen. treten sie begeistert ein.92 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 7: Zu Christus kommen: mit dem Verstand 93 ren. Doch der Vers sagt. würde er wahrscheinlich sagen. Es gibt Hunderte von Predigern. der sich ein Leben lang mit dem Studium der Sterne beschäftigt. sondern aus den verborgenen und vollmächtigen Wirkungen Gottes. sondern sogar Gotteslästerung. was Gottes ist«. Dass diese Leute »natürlich« oder »fleischlich« sind. In der zweiten Hälfte des vorigen Kapitels wurde der Unterschied herausgestellt zwischen einerseits einer gesunden theoretischen Erkenntnis Christi und andererseits einer lebendigen und umgestaltenden persönlichen Erkenntnis von ihm. Das. deren Namen.7). aber von ihnen nicht mehr persönlich beeinflusst wird als alle anderen Menschen. Man beachte aufmerksam. wenn man sagen würde. wenn dieser Vers richtig gelesen und verstanden wird. Würde dieses Kapitel einem typischen evangelikalen Prediger oder Bibellehrer vorgelegt und würde er nach seiner aufrichtigen Meinung dazu gefragt. Doch das sollte uns nicht überraschen. Wir haben persönlich mit Männern zu tun gehabt. wie jemand über Honig und Essig reden kann. so ist es auch mit denen. aber vom Heiligen Geist nicht auf übernatürliche und rettende Weise erleuchtet worden sind. wie wahr 1. nicht wiedergeboren. aber nur so. unehrlich. So wie die Religionsführer in Jesu Zeit seine geistlichen Lehren ablehnten. und dass diese Handlung nicht aus dem menschlichen Verstand oder Willen entspringt. … was des Geistes Gottes ist Wir hoffen. die zwar die richtige Auffassung von geistlichen Dingen vertreten. ist offenkundig und unmissverständlich klar. bekennen diese Männer zu glauben. die die Schrift studieren. dass es dort nicht etwa heißt: »Ein natürlicher Mensch nimmt nicht an. was sie nicht persönlich erfahren haben. weder was sie sagen noch was sie fest behaupten« (1Tim 1. die demütigende und durchdringende Botschaft anzunehmen. denn es ist ihm eine Torheit«. Doch das widerspricht nicht der Aussage von 1. Die fleischliche Gesinnung wird diesen Unterschied nicht attraktiv finden. »was Gottes ist«. Sie würden die Botschaft dieses Buches verachten. schimpften und »treu« die jungfräuliche Geburt Christi und die Sündenvergebung allein durch Jesu Blut verkündeten. Korinther 2.

Man beachte die Reihenfolge in Hebräer 11. was mir der Vater gibt. Es handelt sich nicht um zwei Gesichter. So geschieht es auch mit den Seelen von Gottes Erwählten: »Wir alle aber schauen (wie in einem Spiegel) mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. sondern geistliche) dem Glauben voran. aber er ist als Objekt in meinem Auge. nun. die direkt dem Gesicht außerhalb des Wassers entspricht. Doch nur ein Gesicht wird gesehen.13. die sich daraufhin ihm zuwendet. und so »wohnt er durch den Glauben in unseren Herzen« (Eph 3. wird das Herz mit Liebe zu diesen geistlichen Dingen erfüllt. das Original und sein Abbild. Wenn man an einem sonnigen Tag in ein klares Gewässer schaut.7). Möge doch sein Bild in uns für andere sichtbarer werden! Kapitel 8 Zu Christus kommen: mit den Gefühlen »Alles. Gott ist Liebe. welches sein eigenes Bild auf das Wasser wirft. bedeutet das nicht. der Seele die wunderbare Liebe Christi zu mir vorzustellen. wenn der Heilige Geist vollmächtig durch das Evangelium wirkt. der Inhalt und Gegenstand unseres Glaubens. solange er ihn nicht kennt. Beim natürlichen Menschen ist nicht nur der Verstand in völlige Finsternis verhüllt.18). es bedeutet vielmehr. örtlich und substantiell in uns Gestalt annimmt. bei der Wiedergeburt. Wenn Glaube uns einen Blick für geistliche Dinge gibt. sondern . »Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft (und nicht nur in Feindschaft) gegen Gott« (Röm 8. dem Geist. Im vorigen Kapitel stellten wir heraus. ebenso wahr ist. die Gott zu uns hat. sondern verändert grundlegend das Herz. dass ich einen bestimmten Gegenstand »im Auge habe«. vom Heiligen Geist von oben wie Licht hereingelassen wird. so wie ein äußerer Gegenstand im Auge abgebildet wird. und Gott bleibt in ihm. sondern um nur eines. der leibhaftig zur Rechten Gottes sitzt. wie es vom Herrn. erblickt man dort sein eigenes Gesicht in einer Repräsentation. deren Erweckung sie befähigt. dass Christus. geschieht« (2Kor 3. Johannes 4. d. die wir durch die Überlieferung. So wird Christus in uns »gestaltet«. und beides steht vor der Vereinigung und Gemeinschaft mit der Liebe Gottes. vom Hören oder Lesen haben.« Der Apostel stellt die Erkenntnis (nicht die theoretische. gibt er diesen Personen ein Herz für Christus. Erziehung.94 Teil 3: Zu Christus kommen vor. sondern sein Herz ist durch und durch feindlich gegen Gott. Wenn daher der Heilige Geist einen Menschen zu einer »neuen Natur in Christus« macht. Was wir in diesem Kapitel zu erklären versucht haben. dass er. Wenn es also heißt.16: »Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe.37). sie ist der Hass. erklärte der Herr Jesus. bleibt in Gott. und wer in der Liebe bleibt. dass kein Mensch zu Christus kommen will oder kann. wird das Herz mit einer zarten Sehnsucht zu Christus gezogen. die Hoffnung der Herrlichkeit« (Kol 1. Wenn es dem Heiligen Geist gefällt. wird zu mir kommen« (Joh 6. Errettung durch Glauben kommt zustande. Wenn unsere Gesinnung geistlicher wäre und wenn unsere Augen schärfer Ausschau halten würden. wie das Wort Gottes ihn präsentiert. dann wird eine Gegenliebe erweckt. Wenn ich sage. der aus den ureigensten Gefühlen kommt. dass sie von diesen Verheißungen »überzeugt waren« und diese »willkommen geheißen« haben. Das »Herz« umfasst die Gefühle wie auch den Verstand. Das spricht von ihren innigen Gefühlen für diese Verheißungen. Nein. solange seine Gefühle von ihm entfremdet sind. Wenn der Verstand durch den Heiligen Geist erneuert wird. dann würden wir überall in der sichtbaren Realität Zeichen und Symbole entdecken. Das Licht und die Erkenntnis Christi und des Himmels. Dann gestaltet er Christus in der Seele (Gal 4. meine ich damit nicht. wird in der sichtbaren Welt auf wunderbare Weise veranschaulicht. erwärmt niemals die Zuneigung. »Feindschaft« ist mehr als nur ein paar feindliche Gedanken. So wird Christus im Herzen »gestaltet«. dass dieser Gegenstand sich tatsächlich örtlich in meinem Auge befinde – das wäre unmöglich –. Dabei wird ein echtes »Bild« Christi direkt auf die gerade erweckte Seele aufgeprägt. dass »Christus in uns gestaltet wird« und dass »Christus in uns ist. ich sehe ihn.19) und lässt den Gegenstand des Glaubens durch das Auge des Glaubens zur Seele vordringen. Vor Grundlegung der Welt gab der Vater Christus die Personen seines Volkes. wie viele geistliche Werke Gottes im materiellen Bereich eine bildhafte Entsprechung haben. und zwar exakt so. h. sodass die Seele ihn mit dem Auge des Glaubens sieht. Es ist tatsächlich verblüffend zu entdecken. Christus zu erkennen.17). wo im Zusammenhang mit dem Glauben der Patriarchen an die Verheißungen Gottes gesagt wird.27). dass kein Mensch zu Christus kommen will oder kann. Man beachte die Reihenfolge in 1. erneuert er nicht nur den Verstand.

der gerechte Richter. dass der Heilige Geist auf übernatürliche Weise den Verstand erleuchtet. Welch ein Unterschied ist das! Diese Seite unseres Themas wurde viel zu wenig betont. die sein Erscheinen liebgewonnen haben« (2Tim 4. verdammt)« (1Kor 16. »der Siegeskranz der Gerechtigkeit.5).16) hundert Mal öfter von Predigern und Traktatverfassern zitiert wird als die Aussage: »Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht lieb hat. er gewinnt ihre Herzen für Christus. der andere sein Geschäft und ein Dritter sein familiäres Amüsement.8). sodass der Mensch nicht zu Christus kommen will. da wurden meine Gefühle für ihn erregt.96 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 8: Zu Christus kommen: mit den Gefühlen 97 sie entbrennt nur dann.21) und sie für sich gewinnt. ihn zieht« (Joh 6. die jedes Hindernis im Herzen seiner Erwählten beseitigt (vgl. Obwohl Gottes Boten den Sünder mit der liebreizenden Musik des Evangeliums locken.15. den Sünde und Satan über den Menschen gebracht haben. die ihre inneren Anlagen bewegt: »Mit menschlichen Tauen zog ich sie. den der Herr. Apg 11. Doch obwohl er nicht willkommen ist. Wie wir in Kapitel 6 ausführlich gezeigt haben. Das tut der Heilige Geist in Gottes Erwählten durch seine verborgene und unwiderstehliche Wirksamkeit: Er wirkt an ihnen und zieht sie. mir als Belohnung geben wird an jenem Tag: nicht allein aber mir. sich zu entschuldigen« (Lk 14.18). der mich gesandt hat. Wunderschön vorgebildet ist das in Hohelied 5. oder genauer gesagt. indem er ihnen einen Sinn gibt für Jesu alles überragende Vorzüglichkeit und seine völlige Genugsamkeit für alle ihre Bedürfnisse.3). wie bei störrischen Tieren. »wenn aber jemand Gott liebt. die »Tür des Glaubens« (Apg 14.44). damit sie »Christus gewinnen« (Phil 3. mit Seilen der Liebe« (Hos 11. »… den Siegeskranz des Lebens … den der Herr denen verheißen hat. wenn die »Liebe Gottes ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist« (Röm 5. müssen wir sorgfältig beachten. dass der Vers »wer nicht glaubt. sondern auch allen. verschließt er sein Ohr wie eine Natter.28).7) – so kostbar. der sei anathema (d. Betrachten wir dazu die folgenden Verse: »Denen. Es besteht aber auch darin. Der eine zog sein Landstück vor. der Welt zu entsagen und sich von allem zu trennen. die Gott lieben (nicht: an ihn glauben). indem er ihnen Christus vorstellt in der Anziehungskraft seiner Person und den unendlichen Reichtümern seiner Gnade. aufzustehen und ihm zu öffnen (Hl. ist ein Bild seiner wirksamen Gnade. Im vorigen Kapitel haben wir gesehen.8).8). die die Tür öffnet. dass die »Tür des Herzens« (Apg 16.14. dass in Christus unendlich mehr Güte und Segen ist als in jedem Geschöpf oder in der sündigen Befriedigung fleischlicher Lüste. der ist von ihm erkannt« (1Kor 8. dass der Heilige Geist die Zuneigungen zu Christus hinwendet. dass dieses Ziehen zum Teil darin besteht. Jes 63. Sein gnädiges Öffnen der Tür durch seinen Geist wirkt sich darin aus. Phim 12).4: »Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung (der Tür).4). die ihn lieben (nicht: an ihn glauben)« (1Kor 2.12). sondern durch eine geistliche Einflussnahme oder Kraft. wenn man die Frage erwägt: Wie kommt es. und so öffnet er die Tür sanft auch ohne Einladung (aber er bricht die Tür nicht auf). Der Heilige Geist überzeugt ihr Urteilsvermögen. seine freundlichen Einladungen und kostbaren Verheißungen zu ergreifen. Und nichts weniger als die allmächtige Kraft und Wirksamkeit des Heiligen Geistes im Herzen kann den Fluch brechen. Das lässt sich leicht nachweisen.9). denn Gott ist Liebe« (1Jo 4. und die von ihm geliebte Person ist noch abgeneigt und unwillig.3). Seine Hand. wird verdammt werden« (Mk 16. »Wer nicht liebt. wenn nicht der Vater. Welch Wunder der Gnade ist geschehen. »Lydia … deren Herz öffnete der Herr«). hat Gott nicht erkannt.« Hier sehen wir. sind die Gefühle des natürlichen Menschen von Gott entfremdet und an das Zeitliche und Sinnliche gebunden. h. wenn das Herz wirklich von der Welt zu Gott gewandt wurde. Für die Gläu- bigen ist Christus »kostbar« (1Petr 2.22)? Glauben heißt lieben Wenn wir die Ausgewogenheit der Wahrheit bewahren wollen. kann seine Liebe nicht ausgelöscht werden.27). 5. er zeigt ihnen. dass »meine Gefühle für ihn erregt« werden (vgl. vom eigenen Ich zu Christus. Der Herr veranschaulichte diese Situation im Gleichnis vom großen Gastmahl: »Und sie fingen alle ohne Ausnahme an. Die Gedanken dieses Abschnitts verdanken wir dem unvergleichlichen Kommentar zum Hohenlied von John Gill. Er handelt an Sündern entsprechend ihrer Natur: nicht mit äußerer Gewalteinwirkung. und nur der Heilige Geist kann sein Herz von vergänglichen Dingen wegwenden – hin zu dem Unvergänglichen. seine Liebe in ihre Herzen gibt und sie dazu bewegt. die ihn lieben« (Jak 1. wirken alle Dinge zum Guten mit« (Röm 8. noch für Christus verschlossen ist. dass sie bereit sind. »… was Gott denen bereitet hat. »Niemand kann zu mir kommen. . wie der Heilige Geist das Wort »lieben« im Neuen Testament anstelle von »glauben« verwendet.

die ihm von Klein auf sagen. aber nicht die Pflichten. Mt 13. weil man ansonsten zu einer falschen Schlussfolgerung kommen könnte: Es geht nicht um eine Liebe zur Wahrheit. die das Herz an Christus bindet. 28). wie das Zurückfallen in Offenbarung 2. die dadurch auferlegt werden. Man beachte. die jedoch nicht aus einem erneuerten Herzen kommt. Manche haben erstere. dass Jesus ihn liebt. die den Herrn Jesus auf dem Kreuzweg beweinten. sie liebt die Verheißungen der Bibel. Die eine Liebe ist teilweise. »Urchristen«. der das Geld so sehr liebt. Hebr 8. Die eine Liebe ist unbeständig und schwach.16).20). eine inbrünstige Hingabe an ihn. aber der Wiedergeborene liebt Christus mehr als alle anderen Dinge neben ihm. 3. 2. ohne eine »Wurzel der Sache« (Hi 19. die mit dem »steinigen Ackerboden« verglichen werden. aber nicht seine Ansprüche – seinen priesterlichen Dienst. Der natürliche Mensch hält materielle Dinge für wertvoller als geistliche. Die eine Liebe besteht gelegentlich. aber nicht die Gebote – die Segnungen Christi. Es gibt keinen Menschen. dass die Zuneigungen zu Christus gewendet und auf ihn fixiert werden: Ein solches Zurückfallen beginnt damit. das wertvoller ist als der Betrag. dass er nicht bereit wäre. Thessalonicher 2. Es ist eine geistliche Liebe. wenn er von evangelikalen Eltern erzogen und unterwiesen wird. aber nicht seine königliche Herrschaft. Lk 23.6). wenn persönliche Interessen betroffen sind. Die Liebe der Wahrheit Nicht einfach ein Erkennen der Wahrheit rettet. Man kann einen historischen Glauben an alle Lehren der Schrift haben.26. Das taten sie jedoch nicht. Mk 6. Man kann Freude empfinden beim oberflächlichen Annehmen des Wortes Gottes (so wie bei denen. es für etwas abzugeben. die andere bleibend und kräftig: die eine vergeht schleunigst.98 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 8: Zu Christus kommen: mit den Gefühlen 99 weg von der Liebe zur Sünde hin zur Liebe zur Heiligkeit! Dann ist erfüllt. Man kann Tränen vergießen beim Anblick des leidenden Heilands (wie die Frauen. Ihre Bibel war ihnen so lieb. So wie jemand in einer frommen katholischen Familie aufwächst und mit einer tiefen Verehrung und echter Liebe zur »Gottesmutter« groß wird.4 auf die eigentliche Ursache zurückgeführt wird: »Aber ich habe gegen dich. aber bloß natürlichen Liebe zu Jesus auf. Deshalb besteht ein wichtiger Unterschied zwischen einer »Liebe zur Wahrheit« und der »Liebe der Wahrheit«. dass ein rettendes »zu Christus Kommen« darin besteht. Das gilt jedoch nicht für den. ihnen fehlt jedoch letztere. doch geistliche Liebe regiert das Herz und ist »stark wie der Tod« (Hl 8.10). Natürliche Liebe bessert nicht. die andere unumschränkt: die eine schätzt die Lehren der Schrift.10: »(Die Ungläubigen gehen verloren. Man kann sich im Licht der Wahrheit Gottes freuen (wie Herodes. dass sich das Herz von Christus entfernt.« Diese Aussage müssen wir aufmerksam beachten.27. wenn andere Freuden ihr den Rang streitig machen und dominiert nicht über die anderen Vorlieben. Doch wie kann ich sicher sein. der geistlich liebt. sie lehnen die Gottheit und Präexistenz Christi ab. weil) sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. In Dtl. ohne dass jemals die Kraft des Evangeliums persönlich erfah1 ren wird. so wächst auch jemand mit einer echten. die andere tut das nicht. Ihr Eifer währte schon jahrelang. . Ich habe Zeugen Jehovas kennen gelernt und mit Christadelphians1 im Zugabteil gesessen. und doch kann das Herz gegenüber Gott hart wie ein Mühlstein sein (Hi 41. und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben« (Hes 36. und zwischen einer natürlichen Liebe zu Christus im Gegensatz zu einer geistlichen Liebe zu ihm.20) und doch nie der Hölle entkommen sein. mit dem er es erwerben kann. Man kann einen fleischlichen Eifer für Teile der Wahrheit Gottes (wie bei den Pharisäern) und doch kein erneuertes Herz haben. wie einem frommen Katholiken sein Rosenkranz kostbar ist. weil er nämlich zu einer »neuen Schöpfung« gemacht worden ist. die so manchen wahren Christen beschämen: Nach einem langen Arbeitstag verbringen sie den ganzen Abend mit fleißigem Bibelstudium. Auch sie haben eine natürliche Liebe zu Christus. was Gott als neuen Bund verheißen hat: »Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben. sondern um die Liebe der Wahrheit. die andere dauerhaft: Die eine zieht sich zurück. doch geistliche Liebe gestaltet Herz und Leben um. Das wird deutlich aus 2. ob ich die rechte Liebe habe? Wir können wie folgt zwischen diesen Arten der Liebe unterscheiden: 1.28) zu haben. um ihre Neugier zu befriedigen. sondern eine Liebe der Wahrheit gehört notwendigerweise dazu. Auch durch das Wesen des Zurückfallens wird deutlich. 4. vgl.

Gefühl und Wille vom Heiligen Geist erweckt und gereinigt. Mose 3. kann daran erkannt werden. Jeder der drei Bereiche wird von den anderen zwei beeinflusst. die Gefühle und den Willen.75 heißt: »Und Petrus gedachte des Wortes Jesu. »und sie nahm von seiner Frucht und aß« – all das führte schließlich zur Ausführung der Handlung.40). wurden alle drei Bereiche vom Sündenfall radikal in Mitleidenschaft gezogen: sie wurden verunreinigt und verdorben und dienen folglich nicht mehr Gott und Christus. Man kann des Todes Jesu in theoretischer und spekulativer Weise gedenken. Er erweckt im Herzen ein Sehnen nach Christus. wie dringend er Christus braucht. Einsicht zu geben« – der Wille tritt ein.« Ob jemand wirklich und echt zu Christus umgekehrt ist. wenn der Verstand erleuchtet und die Gefühle erweckt worden sind. in welch schrecklicher Rebellion er sich gegen Gott befindet und dass niemand als nur Christus diese Rebellion sühnen kann. Er führt den Sünder zur Erkenntnis. Doch bei der Wiedergeburt werden Verstand.6 lesen wir: »Und die Frau sah. kann das Herz wirksam bewegt und verändert werden. Aufgrund der Schöpfungsordnung sind diese drei Bereiche einander untergeordnet. zwar nicht sofort vollkommen. doch der Wille neigt sich erst dann Christus zu. ohne dadurch gebührend gedemütigt zu werden. Kapitel 9 Zu Christus kommen: mit dem Willen Die Seele des Menschen umfasst drei hauptsächliche Bestandteile: den Verstand. Wie bereits gezeigt. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. In 1. »Zu Christus kommen« ist unmittelbar eine Handlung des Willens (siehe Joh 5. Am rettenden »zu Christus Kommen« sind alle drei Bereiche der Seele aktiv beteiligt. So ist es stets. und zwar indem er dem Menschen die Sünde überdrüssig macht und ihm Liebe zur Heiligkeit gibt. sondern dem eigenen Ich und der Sünde. Nur wenn unser Verstand vom Heiligen Geist erweckt wird. wenn der Heilige Geist an uns wirkt und uns erneuert.100 Teil 3: Zu Christus kommen dass du deine erste Liebe verlassen hast. wirst du mich dreimal verleugnen. und dieser Prozess setzt sich dann das ganze Leben über in der Heiligung fort und gipfelt in der Vollkommenheit bei der Verherrlichung. Die Gnade Gottes wirkt über die verstandesmäßige Wahrnehmung durch den Glauben. 3. Wenn der Heilige Geist es der erweckten und erleuchteten Seele . Ein treffendes Beispiel dafür ist Petrus. so wie der Schöpfer es vorgesehen hatte. ohne dass die Gefühle wirklich bewegt werden. dadurch werden die Gefühle erwärmt und diese wiederum beeinflussen und bewegen den Willen. Dazu zeigt er ihm. sondern ein geistliches Denken an die erfahrene Gnade: Sein Herz wurde dadurch erweicht. von dem es in Matthäus 26. der gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht. aber grundlegend. 2. Der Heilige Geist tut folgendes: 1. Man kann sich an eine frühere Sünde erinnern. dass der Baum gut zur Speise« war – der Verstand beurteilt – »und dass er eine Lust für die Augen« war – die Gefühle reagieren – »und dass der Baum begehrenswert war.« Dieses »Gedenken« war nicht nur ein sachliches Erinnern. wie sich der Verstand auf die Gefühle auswirkt.

Aber wir meinen nichts dergleichen. dem Vater. C. Als Herrn und König muss sich unser Wille ihm unterwerfen. die mit den Gesetzen des menschlichen Denkens übereinstimmt. und dennoch ist der Wille dieses anderen vollkommen frei. des Mittlers: als Prophet. so gibt es eine solche Ordnung auch bei der Anwendung der Errettung. wird der Heilige Geist unsere fleischlichen »Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe. wenn wir von der Unwiderstehlichkeit der göttlichen Gnade sprechen. sich Gott zu ergeben und Christus zu ergreifen. H. oder sogar mit der menschlichen Natur. das – wie ein alter Puritaner es ausdrückte – sanft ist. was der völlig hinlängliche ursächliche Grund für ihre Errettung ist und in jeder Hinsicht zum Erfolg führen wird. Gott. ihn mehr als alles andere zu lieben und sich auf ihn einzulassen. dass Jehova-Jesus weiß. Er bezwingt die sündige Widerspenstigkeit des Willens. Dieses »Ziehen« bewirkt der Heilige Geist: erstens.3). Wenn ich jemandem zeige. und kehrt ihn zu Christus. und zu erkennen. und jeden Gedanken gefangen neh- men unter den Gehorsam Christi« (2Kor 10. Er überwindet dessen Voreingenommenheit und gewinnt und zieht ihn durch die liebreizende Anziehungskraft der Gnade. »Niemand kann zu mir kommen. dann zieht der Heilige Geist den Willen dahin. indem er den Willen von der Knechtschaft der Sünde befreit und ihn Gott zuneigt. »Dein Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner Macht« (Ps 110. an den Verstand gerichtete Argumente. Priester und König: 1. der sich zuvor nur der Sünde und Eitelkeit zuwandte. Doch allein genommen rettet weder die Erwählung des Vater noch die Versöhnung des Sohnes irgendeinen Sünder in der Realität. Nichts kann seinem Werk hinzugefügt werden. Spurgeon sagt in einer Predigt über Johannes 6. sie zu befolgen. Ich mag Macht über den Willen eines anderen ausüben. und wenn er sie mit Seilen bindet. Es war Gott. er zerrt ihn nicht mit Wagenseilen. frei zu handeln: Er überzeugt ihn moralisch. verstößt der Heilige Geist nicht gegen das Vorrecht des Willens. wenn nur sein Verstand erleuchtet und seine Gefühle erweckt sind. durch mächtige. das sei es was wir meinen. wird er sich verpflichtet fühlen. dieses Joch. ihn zieht« (Joh 6. und durch . indem er den Verstand erleuchtet. Christus den höchsten Wert beizumessen. dass eine bestimmte Handlungsweise vorteilhaft für ihn ist. Durch das unwiderstehliche Werk der Gnade wendet der Heilige Geist den Willen. zweitens. außer wenn der Heilige Geist Christus auf den Sünder anwendet: Sein Werk ist die wirksame und unmittelbare Ursache ihrer Errettung. Doch auch wenn Gottes Macht auf einen Menschen wirkt. die Seinen vor ewigen Zeiten zum Heil zu erwählen. an die Gefühle appellierende Gründe. drittens. wenn nicht der Vater. als wäre der Mensch ein Tier. weil der Zwang ausgeübt wird in einer Art und Weise. das er für diesen Menschen vollbracht hat. Als Prophet wird er zuerst vom Verstand erfasst. dass nur Christus den verlorenen Sünder retten kann. Ebenso wird der Sünder nicht errettet. dessen Gehorsam und Leiden der verdienstliche Grund für ihre Errettung ist. 3.102 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 9: Zu Christus kommen: mit dem Willen 103 gegeben hat. wir meinen. hat es gefallen. wenn seine glorreiche Person der Seele vorgestellt und liebgemacht wird durch das Werk der Gnade. Dann werden wir freiwillig und gern sein Joch auf uns nehmen. wenn die Wahrheit Gottes von seinen Lippen empfangen wird. denn auch der Wille muss bewegt und dahin gebracht werden. uns seinem Regiment ergeben und seine Gebote halten. aber darin ist er vollkommen frei.44). Und doch denken einige vermutlich. Die Reihenfolge der Wirkungen des Heiligen Geistes entspricht den drei großen Ämtern Christi. die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt. Der Herr Jesus wird sich mit nichts weniger zufrieden geben als unserem Herzensthron. Als Priester nehmen ihn Herz und Gefühl des Sünders an und vertrauen ihm. dann sind es Seile der Liebe und menschliche Taue. der mich gesandt hat. Würde der Wille eines Menschen durch einen natürlichen Vorgang unterworfen oder gebunden – sollte beispielsweise das Herz des Menschen durch einen chirurgischen Eingriff von ihm genommen und herumgedreht werden – dann wäre das völlig unvereinbar mit menschlicher Freiheit.37: Gott behandelt den Menschen niemals so. wie der ganze Mensch unterworfen werden kann: durch unwiderstehliche. Um das zu tun.4-5). da mit Liebe gepolstert. er behandelt die Menschen als Menschen. So wie es bei der Planung aus Ausführung der Errettung eine göttliche Ordnung unter den Personen Gottes gibt. sodass wir seiner Herrschaft untergeordnet sind. indem er die Gefühle erweckt. die Herrlichkeit und Vorzüglichkeit Christi zu sehen. der fleischgewordene Sohn. 2.

was ihr zuwider ist (Joh 15. Röm 8. ergebe ich mich deinem Willen!« Die vollkommene Übereinstimmung zwischen dem freien geistlichen Handeln eines Wiedergeborenen und der wirksamen Gnade Gottes.104 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 9: Zu Christus kommen: mit dem Willen 105 den geheimnisvollen Einfluss des Heiligen Geistes. von dir weg umzukehren! Denn wohin du gehst. Korinther 8. eine zurückgefallene Gläubige. wie sie dem Götzendienst entsagt samt allem. steht im Begriff. wo einst Rebellion war. dass sie sich an Naomi »hängt« und sagt: »Dringe nicht in mich.1418. wie Ruth freiwillig und bereitwillig ihre Heimat und Verwandtschaft verlässt und sich von allen natürlichen Bindungen losreißt. die er nicht für die beste wählbare hält.« Welch Tiefe und Lieblichkeit der Gefühle sehen wir hier! Welch ganzherzige Selbstergebung! Sehen wir nur. ich ergebe mich. So ist es auch bei denen. dieser furchtbare Zustand der Dinge. ohne dabei ihre Freiheit oder Verantwortung anzurühren. Gehorsam sein. die ihn dorthin bewegt.7). geändert wird. anstatt sie zu drängen. um dem leben- . was ihrer Art entspräche. Offensichtlich würde sich niemand mit ehelichen Zuneigungen an eine Person binden. ehe diese schreckliche Verdorbenheit unserer Natur. dahin will auch ich gehen. die mit dem steinigen Ackerboden verglichen werden und unzähligen anderen. Gott beherrscht die inneren Gefühle und Handlungen des Menschen. ist er aus eigenem Antrieb zu euch gegangen. und wo du bleibst. der denselben Eifer für euch in das Herz des Titus gegeben hat. Gottes Wohlgefallen sowohl zu wollen als auch zu vollbringen (Phil 2. Und ergreife Dich. unsere Verdorbenheit und seine Heiligkeit. Dein Volk ist mein Volk. doch weil er noch eifriger war. zu durchforschend für das verhärtete Gewissen und zu streng für unsere fleischlichen Lüste. Naomi. sondern nur etwas.18. die sie erwarten werden. unsere Schuld und seine Gerechtigkeit. der Mensch die Waffen seiner Rebellion strecken und schreien: »Ich ergebe mich! Ich ergebe mich! Bezwungen von der souveränen Liebe und durch die Erleuchtung.28). Sehen wir. Der Eifer des Titus entsprang spontan seinem eigenen Herzen und offenbarte seinen Charakter.17: »Gott aber sei Dank. denn er nahm zwar das Zureden an. da bleibe auch ich. wird deutlich aus 2. unsere Unreinheit und die reinigenden Verdienste seines Blutes. In strahlendem Gegensatz dazu lesen wir von Ruth. der früh verschwindet« (Hos 6. solange das Herz ihn nicht wahrhaft wertschätzt als den »Schönsten unter Zehntausend«.13). und doch war es »Gott. Dieses Wunder der Gnade besteht darin. Ein Wunder der Gnade muss in uns gewirkt werden. Kein Sünder kommt in rettender Weise zu Christus oder nimmt ihn wahrhaft im Herzen an. Naomi bittet sie verantwortungsbewusst. nach ihrem ersten Impuls zu handeln. den Widerstand der innewohnenden Sünde zu überwinden und die Wünsche und Sehnsüchte auf Christus hin auszurichten. den Sieger. um Christi willen allem zu entsagen. wie es in einem Lied heißt: Nein – ich ergebe mich. zu ihren Göttern und ihrem Volk zurückzukehren (V. Sie weist ihre Schwiegertöchter auf die Schwierigkeiten und Prüfungen hin. Wenn der Heilige Geist uns von unserer Leere überzeugt und uns Christi Fülle zeigt.« Titus wurde durch die Ermahnung des Paulus zu diesem Werk bewegt und war »aus eigenem Antrieb« willens. was dem Fleisch lieb ist. Kein Sünder ist bereit. es auszuführen. wo einst Entschlossenheit gegen den Allerheiligsten herrschte. Ihre zwei Schwiegertöchter – alle drei Frauen sind verwitwet – möchten gern mit ihr gehen. Das wird niemand tun. der denselben Eifer für euch in das Herz des Titus gegeben hat«. unter denen Christus ihm in den Evangelien angeboten wird. durch Liebe bis zum Tod gedrängt. Die heilige und geistliche Wahrheit Gottes findet in der natürlichen Seele nichts. Die Forderungen Christi sind zu demütigend für unseren natürlichen Stolz. das Kreuz auf sich zu nehmen und ihm auf dem Weg des unumschränkten Gehorsams zu folgen. solange nicht sein Wille frei in die schweren und selbstverleugnenden Bedingungen einwilligt (und nicht nur theoretisch zustimmt).4). dessen Verstand nicht übernatürlich erleuchtet und dessen Gefühle nicht übernatürlich erweckt worden sind. die du mir erteilt hast. 15). »die Kosten zu überschlagen« (Lk 14. das ferne Land zu verlassen und (im bildhaften Sinne) ins Vaterhaus zurückzukehren. dich zu verlassen. sie reagiert mit taubem Ohr auf das Drängen ihrer Schwiegermutter. Ich kann keinen Widerstand mehr leisten. der Titus dazu brachte. Ich sinke dahin. der auf alle Kräfte und Leidenschaften der Seele wirkt. dann wird das Herz gewonnen und das Widerstreben des Willens überwunden. und dein Gott ist mein Gott. Für Orpha war das zu viel: Ihre »Güte ist wie die Morgenwolke ist und wie der Tau. Dann wird. Eine wunderschöne Veranschaulichung dafür findet sich in Ruth 1. Dann wird der Wille rufen.16. dennoch war es Gott.

dass das Gesetz fromm verehrt und ehrfürchtig im Herzen bewahrt wird. Der Glaube muss ständig aus seiner Fülle »Gnade um Gnade« empfangen (Joh 1. Ja. und das kann niemand sagen.34: »Gib mir Einsicht. und von solchen Bekehrten wird gesagt: »Diese sind es. Der Verstand wirkt auf die Gefühle.4-5 eingehen: »Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein … lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen. dass wir den Herrn erkennen und etwas verstehen von seiner Liebe. Wir müssen uns täglich erneut ihm weihen und das Herz von ihm in Besitz nehmen lassen. Der Geist Gottes bewirkt. Weisheit.« C.19). werden wir »aufgebaut als ein geistliches Haus«. der in ihr wirkte »sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen« (Phil 2. und dann offenbart es die Majestät des Gesetzgebers und die ganze Natur beugt sich vor seinem höchsten Willen. Wenn wir so beständig zu ihm kommen. H. Petrus 2. müssen wir noch kurz auf 1. dass wir das Gesetz ehren und unsere Herzen unter den Glaubensgehorsam ergeben. Solcher Natur ist jede echte Bekehrung – eine völlige Auslieferung des Denkens. dass ich einmal an Christus geglaubt habe. und ihr künftiges Verhalten beweist. Bevor wir zu unserem letzten Abschnitt kommen. und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen. bis es ins Leben der Herrlichkeit übergeht. er überzeugt das Herz von der Schönheit des Gesetzes. ich will dir dienen und das von ganzem Herzen tun«.106 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 9: Zu Christus kommen: mit dem Willen 107 digen Gott anzubeten und zu dienen. sodass die Seele das Gesetz mit all ihrer Kraft liebt.20). Die Beziehung zwischen einerseits Gottes Erleuchtung unseres Verstandes und seiner Erweckung unserer Gefühle und andererseits der Einwilligung unseres Willens wird deutlich aus Psalm 119. Auf diese Weise wird das Leben der Gnade erhalten. und das Ergebnis ist. wohin es auch geht« (Offb 14. Heiligkeit und Majestät.30) oder sein Wir- ken zu unterdrücken (1Thes 5. ohne ihn zu betrüben (Eph 4. Er zog sie mit Seilen der Liebe: Die Gnade triumphierte über das Fleisch. in ihm zu »bleiben« (Joh 15. ich muss täglich in ihm und für ihn im Glauben leben (Gal 2. Spurgeon sagt: Eine Wiedergeburt – und echte Erkenntnis – führt sicher dazu. dass ihr Glaube echt war und ihr Bekenntnis aufrichtig. .4). Es war Gott. solange er nicht die innere Erleuchtung durch den Heiligen Geist als freie Gabe empfangen hat. die dem Lamm folgen. Nur der gehorcht Gott. nichts als ein Wunder Gottes in ihrer Seele kann das erklären. zu Christus zu kommen? Dann ist es meine Pflicht und mein Interesse. als ein geistliches Haus …« Hat die souveräne Gnade Gottes mich dazu geneigt. Sie achtet alles für Verlust um Gottes Gunst und Heils willen.16).4) – bei ihm zu bleiben in einem Leben des Glaubens.13). Herzens und Willens an Gott und seinen Christus. Es ist nicht genug. der sagen kann: »Mein Herr. und seinen Geist in mir wohnen zu lassen.

und schlussfolgern. der sollte die folgenden Abschnitte mit umso größerer Sorgfalt lesen. sein Gewissen in Furcht stürzen und sein Herz in Angst geraten. Wenn die Leute unter der Predigt des Wortes weinen. hat aber Irrtum 2: keine Zweifel Viele verwechseln die Abwesenheit von Zweifel mit einem Beweis. dann wird das als sicheres Zeichen hingenommen. das Gott sie in rettender Weise überführt habe. es sei töricht. wofür sie keine klaren Indizien haben. belebt und gestärkt wird (siehe Joh 6. in rettender Weise zu Christus gekommen zu sein. Diese schreckliche Aussage sollte uns förmlich das Blut in unseren Adern gefrieren lassen und uns motivieren. seine leibhaftige Auferstehung. wie dieser das tiefe Pflügen des Geistes Gottes beschreibt. dass sie bereits zu Christus gekommen sind und denken. und allem anderen zu entsagen und sich völlig ihm zu ergeben. Ein solcher Mensch mag unter die Verkündigung eines treuen Predigers geraten und hören. da sie meinen. Irrtum 4: Furcht Viele verwechseln eine Furcht vor dem kommenden Zorn mit einer Abscheu gegen die Sünde. dass es die Hölle wirklich gibt und er auch nur annähernd an das unaussprechliche Grauen der dortigen Qualen glaubt. dass »auch die Dämonen glauben und zittern« (Jak 2. Eine solche Furcht mag eine beträchtliche Zeit andauern. um errettet zu werden. das auch nur einen Augenblick lang zu bezweifeln. die etwas am intensivsten spüren. ob man wirklich und wahrhaftig »zu Christus gekommen ist«. Lieber Leser. rettender Glaube an Christus ist viel mehr als ein Zustimmen zu den biblischen Lehren über ihn. dass bei vielen Lesern die stechende Kraft dieser Worte dadurch abgestumpft wird. die nie in rettender Weise zu Christus gekommen sind. ja. und dass die Entscheidung. Auch im natürlichen Bereich ist es so. dass er dieses Wirken Gottes braucht. seine gegenwärtige Fürsprache bei Gott und seine Wiederkunft. das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!« (Mt 25. unsere Gewissen zu erforschen und unsere Herzen zu prüfen. Bei Gott ist das Weinen des Herzens erforderlich. sein vollkommenes Leben. seinen stellvertretenden Opfertod. Lieber Leser. das im Inneren verdaut werden muss und durch das man ernährt. ein Mensch kann Christus nicht so besitzen wie Geld in einem Tresor oder Eigentumsurkunden bei einem Notar. Doch es ist sehr zu befürchten. Christus ist wie »Brot«. rettender Glaube ist das Hingeben der Seele an ihn. und wenn sie dann »nach vorn gehen« und ein »Bußgebet« sprechen und über ihre Sünden jammern und klagen. davon abhängt. Irrtum 1: die rechte Lehre Viele vertrauen auf ihre richtige lehrmäßige Sicht von Christus. das man kauen und schlucken muss. Das Kennzeichen für eine Wiedergeburt ist eine gottgemäße Betrübnis über Sünde (2Kor 7. für selbstverständlich. in das ewige Feuer.53). wenn er die Aussicht auf die Leiden in ewigen Flammen erkennt.19). Irrtum 3: fleischliche Gefühle Viele verwechseln Gefühlswallungen mit der Erweckung der Zuneigungen durch den Heiligen Geist. Wenn der Verstand davon überzeugt wird. ob man die Ewigkeit im Himmel bei den Glückseligen oder in der Hölle unter den Verdammten verbringt. von dem man sich ernähren muss. Der leere Bekenner ernährt sich eher von einer guten Meinung von sich selbst als von Christus. Sie halten etwas .41). dass solche. am wenigsten äußerlich davon erkennen lassen.10). Niemand möchte in die Hölle kommen. Verfluchte. Sie glauben fest an seine Gottheit. sind oberflächliche Beobachter sehr ermutigt. Das glaubten auch viele von denen. Aber wer einsieht. dass nichts weniger auf dem Spiel steht als seine unsterbliche Seele. seine Himmelfahrt zur Rechten Gottes. Nein. dann mag dieser Mensch in äußerstes Unbehagen geraten. Dadurch wird die Herrschaft der Sünde über die Seele gebrochen. wird er einst sagen: »Geht von mir. an die sich Jakobus in seinem Brief richtete und die er ermahnte. Aber ein übernatürliches Werk der Gnade Gottes geht viel tiefer als das.Kapitel 10: Auf Echtheit prüfen 109 Kapitel 10 Auf Echtheit prüfen Zu denen. seine heilige Menschennatur. die er höchstens einmal jährlich einsieht. vielleicht verschwinden ihre Auswirkungen nie wieder. Tränen sind oberflächlich und von der zeitweiligen Verfassung abhängig.

als fest zu glauben. Irrtum 6: eigene Zuversicht Viele verwechseln eigene Zuversicht mit geistlicher Gewissheit. ist er dann nicht bereit (wie ein Ertrinkender). Dieses Kapitel wurde geschrieben in der Hoffnung. das sein Gewissen benebelt und ihn auf dem Weg zur Hölle betäubt. Römer 10.10. dass der Herr Jesus ihn retten möge? Sieht er in einem Tropfen von Christi Blut mehr Wert und Verdienst. Auch der abgefallene König Saul begann mit einer geringen Selbstachtung (1 Samuel 9.110 Teil 3: Zu Christus kommen Kapitel 10: Auf Echtheit prüfen 111 vielleicht doch nicht diese Liebe zu Christus. denn sie sahen niemals die geistliche Bedeutung von Moses Dienst. einige tote Bekenner aus ihrer falschen Sicherheit wachzurütteln. reines Herz hat. dass uns Gutes geschehe. sondern achte mich als wertlose. enden wir mit einem Auszug aus John Bunyans Come and Welcome to Jesus Christ: Wie können wir wissen.6-11). »Kein Friede den Gottlosen! spricht mein Gott«. wenn nicht er selbst im Herzen angenommen wird. Vielleicht meinen wir: »Das trifft auf mich gewiss nicht zu. er brauche nichts weiter zu tun als Johannes 3.31. wer wirklich zu Christus gekommen ist? Antwort: Schreit er auf über die Sünde. nichts weiter sei erforderlich. Gefahren um Jesu Namens willen auf sich zu nehmen. an dessen Ehrung der König Gefallen hat« (Est 6. So täuschten sich . so trügerisch ist das Herz des Menschen. dass alles in bester Ordnung sei. erfüllt ihn nun der Frieden.8). dass es Gott gefallen möge. Wenn jemand eine natürliche Furcht vor dem Feuersee hat. und wie einst Haman meinen: Ich bin der »Mann. dass wir optimistisch sind und hoffen. als in allen Sünden der Welt. gegen Jesus Christus zu sündigen? Gibt er Christus in dieser Welt den Vorrang und verlässt er die Welt um seinetwillen? Und ist er bereit (so Gott ihm hilft). dann wird der Glaube an den Buchstaben der Verheißung nichts nützen. Und in neunzehn von zwanzig Fällen ist dieser »Frieden« nichts als das Opium des Teufels. ihn zu verdammen? Hat er ein Empfinden dafür. dann ist er zu Christus gekommen. ich habe keine hohe Meinung von mir selbst.3) aufsaugen! In der Gewissheit. aber vertrauen auf die äußere Überschrift und ergreifen niemals den wahren inneren Schatz. und solange ein Mensch kein neues. wird er Gott nicht sehen (Mt 5.21). ihn zu retten. sündige Kreatur. jeden Strohhalm zu ergreifen? Wenn einer der heutigen falschen Propheten ihm sagt. dass man in solchen demütigen Gedanken schwelgt und auf sie vertraut. und verlangt er nach Rechtfertigung in den Augen Gottes? Fleht er. wenn man sich nicht wirklich ihm als Herrn ausliefert. Irrtum 7: ungeistlicher Verheißungsglaube Viele machen eine Verheißung zur alleinigen Grundlage ihres Glaubens und blicken nicht weiter als deren Buchstabe. 2Tim 4. von seinem eigenen Gewissen geplagt ist und die gehörte Predigt ihn noch mehr erschrecken lässt. wie eifrig wird er – obgleich mit unverändertem Herzen – solche »Schmeicheleien« (Jes 30. dass er das Juwel in der Schachtel ist. um dem Herzen einzureden. Doch wenn nicht die Person Christi ergriffen wird. und so schnell ist der Teufel bei der Hand. die sich in einem Leben zeigt. täuschen und blicken nicht auf Christus in diesen Verheißungen: Sie sehen.16 zu glauben und das Heil sei ihm sicher. die Juden an dem Buchstaben des Gesetzes. um alles zu seinem eigenen Vorteil zu verdrehen. spürt er deren Last als eine außerordentlich bittere Sache? Flüchtet er davor wie vor dem Angesicht einer tödlichen Giftschlange? Schreit er vor Verzweiflung über die Unzulänglichkeit seiner eigenen Gerechtigkeit. was es bedeutet. Es ist nur natürlich. aus Liebe zum Herrn? Liebt er die Heiligen? Wenn diese Dinge vorhanden sind. dass Gott ihn liebe und dass Christus für ihn gestorben und seine Last behoben sei. Irrtum 5: falscher Frieden Viele verwechseln einen falschen Frieden mit einem echten. das in jedem Detail Gott ehren und verherrlichen will. In gleicher Weise lassen sich viele durch den Buchstaben solcher Verheißungen wie Apostelgeschichte 16.13 etc.« Ja. Aber damit niemand von den Kindern Gottes zu Fall gebracht werde.

die als »finsteres Mittelalter« bekannt ist (obgleich Gott auch in jener Zeit niemals ohne deutliches Zeugnis war). niemand könne vor seinem Tod seines Heils gewiss sein.Teil 4 Heilsgewissheit Kapitel 11 Lektionen aus der Kirchengeschichte Einleitend und zur Einstimmung auf den besonderen Blickwinkel. und wenn jemand sich nicht gewiss ist. Im Kampf gegen den Katholizismus lehnten sich die Protestanten zu weit auf »die andere Seite vom Pferd«. die jeweils angepasst waren auf die Dringlichkeit der Situationen. unter welchem wir unser Thema nun betrachten werden. Einer dieser Irrtümer war die feste Behauptung. Gottes sichere Verheißungen zu ergreifen. Die Waffen. Doch bisweilen ging ihr Eifer zu weit und brachte sie zu einer Auffassung. und in der Folgezeit sahen sich die Reformatoren den alten Irrtümern des Katholizismus gegenüber. die von der Schrift her nicht belegt werden konnte. waren unnütz bei einem anderen. Das erforderte Angriffe und Verteidigungen. Heilsgewissheit sei ein unverzichtbarer Bestandteil rettenden Glaubens. gab der Herr viel Licht für die Christenheit. die für den einen Konflikt taugten. und so mussten ständig neue Waffen aus der Waffenkammer der Schrift hervorgeholt werden. Viele Reformatoren behaupteten. Am Ende der langen Periode. Zu verschiedenen Zeiten mussten die wahren Diener Gottes mit sehr unterschiedlichen Situationen umgehen und ganz verschiedene Fehler korrigieren. Das veranlasste Luther und seine Zeitgenossen. möchten wir herausstellen: Die sich verändernden Umstände in der Christenheit erfordern es. so sei er noch in seinen Sünden. verschiedene Aspekte der göttlichen Wahrheit stets unterschiedlich zu betonen. . dass er »begnadigt ist in dem Geliebten«. eine positive Botschaft zu verkünden: Sie wollten zur Zuversicht in Gott ermuntern und dazu.

und das Werk des Heiligen Geistes in der Wiedergeburt. Gill. Jahrhundert war ein trauriges Nachlassen und Abweichen vom Glauben zu verzeichnen. ist die Gnade überreich geworden. dass mehr getäuschte Seelen überführt und mehr Heuchler entlarvt wurden als zu jeder anderen Zeit seit dem ersten Jahrhundert. . 2 Die Arminianer gehen auf den Niederländer Jacobus Arminius (1560 – 1609) zurück Sie lehren den »freien Willen« des Menschen und lehnen die souveräne Erwählung Gottes ab. Der Arminianismus1 verbreitete sich rapide. die Luther und seine Mitstreiter so ausdrücklich betont hatten. Auf die dortige Ankunft dieser »Pilgerväter« geht das US-amerikanische Nationalfest »Thanksgiving Day« zurück. Die Posaune des Evangeliums verstummte beinahe. ihre »Berufung und Erwählung fest zu machen« (2Petr 1. die sich von der Staatskirche distanziert hatten und deshalb verfolgt wurden. gefolgt vom Deismus (Unitarianismus)2 und anderen fatalen Irrtümern.10). verlangte man dessen Früchte. Während dieser Periode rückte die lehrmäßige Auslegung mehr und mehr in den Hintergrund und die praktische Anwendung des Wortes Gottes auf Herz und Leben war das charakteristische Kennzeichen in rechtgläubigen Kreisen. ein gesellschaftlich hoch angesehener. indem sie sicherstellten. Als die führenden Puritaner ausstarben. Zwar herrschten auch damals bei weitem keine vollkommenen Zustände. Gattaker. Bekenner wurden streng geprüft. »entmythologisierter« Glaube. Rollock und andere die dazugehörige Lehre der Heiligung durch den Heiligen Geist. dass ein übernatürliches und umgestaltendes Werk des Heiligen Geistes im Herzen und Leben des Gläubigen unverzichtbar ist. Bei den Erweckungen in der zweiten Hälfte des 18. Das Wirken der Puritaner war enorm herausfordernd. doch lehrten sie das Wort Gottes hilfreicher und wurden mehr von Gott gebraucht als sonst irgendwer seit den Tagen der Apostel bis heute. Der Unitarianismus leugnet die Dreieinigkeit. und ausführliche Details wurden genannt. lehrten klar. Immer wieder bestanden sie auf Selbstprüfung.114 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte 115 In der Gnade Gottes wurde zur Zeit der Puritaner1 die Ausgewogenheit der Wahrheit wieder hergestellt. doch bei alledem hielten sie unbeirrbar daran fest. und zu Beginn des 17. Owen. und bevor Echtheit des Glaubens zugestanden wurde. Theoretische Rechtgläubigkeit qualifiziert niemanden für den Himmel: Es muss eine moralische und geistliche Umwandlung stattfinden. ein Wunder der Gnade muss in der Seele geschehen. zutiefst von Gott belehrt und von ihm zu einem wirksamen Dienst befähigt waren. Die Christen wurden ständig gedrängt. Flavel. Jahrhunderts ging es vorrangig um die großen Lehren des christlichen Glaubens. Diese Anwendung verlangte ernstliche Selbstprüfung und führte in vielen Fällen zu Zweifel und Schwermut. für die es vollbracht wurde. Romaine. dass allein die Genugtuung Christi ein Anrecht auf den Himmel geben kann. Weltliches Wohlergehen brachte geistlichen Verfall mit sich. der zwar die Existenz Gottes annahm. Charnock. Hervey und andere wurden von Gott erweckt. lehnten alle Verdienste des Geschöpfes entschieden ab. Sibbs und andere lebten zwar in schwierigen Zeiten und erlitten schwere Verfolgungen. dass man »eine neue Schöpfung in Christus Jesus« ist. Die darauffolgenden fünfzig Jahre über war die Gemeinde auf Erden gesegnet mit vielen Männern. dargestellt im ewigen Bund. Sie priesen die freie Gnade Gottes in deutlichen Worten. 1 Die Puritaner waren eine ausgeprägte reformatorische und nachreformatorische Erweckungsbewegung in England. Wiederum strahlte das Licht Gottes vollmächtig in der Finsternis auf: Whitefield. war die Rechtfertigung allein aus Glauben. auf der sicheren Wirksamkeit von Christi Sühnopfer für alle. doch gegen Ende des 16. Verfasser der »Pilgerreise«. mit der »Mayflower« nach Nordamerika. und der Überrest des Volkes Gottes schrumpfte auf eine unbedeutende und hilflose kleine Schar. Jhdt. Weltlichkeit machte sich in den Gemeinden breit und Gesetzlosigkeit und Bosheit nahmen überhand. die »mächtig in den Schriften«. um ihn für den Himmel geeignet zu machen. Die grundlegende Lehre. doch gibt es gute Gründe anzunehmen. aber die Wahrheit der Bibel ablehnte. 1 Im 18. Doch damit die Ausgewogenheit der Wahrheit auch während der nächsten zwei oder drei Generationen erhalten bliebe. wuchsen keine Nachfolger heran. Das Hauptgewicht ihrer Verkündigung und Lehre lag auf der souveränen Gnade Gottes. Jahrhunderts verbreiteten Männer wie Perkins. Der Deismus war vor allem in England seit dem 17. wie man sich vergewissern kann. Wo die Prediger und Lehrer kein angemessenes Gleichgewicht zwischen den objektiven und subjektiven Seiten der Wahrheit bewahren. wo sich daraufhin der puritanische Glaube verbreitete. 1620 segelten einige Puritaner. um die Seinen zu neuem Leben zu rufen und viele Sünder zu Christus zu bekehren. mussten die Diener Gottes unbedingt die erfahrungsmäßige Seite der Dinge betonen. Einer ihrer berühmtesten Vertreter war John Bunyan (1628 –1688). dass die Kennzeichen der Errettung bei ihnen vorhanden waren. Männer wie Goodwin. das in der Wiedergeburt beginnt und sich mit der Heiligung fortsetzt. Doch wo Sünde zunahm.

Tausende armer Seelen waren übermäßig mit sich selbst beschäftigt und schlecht belehrt über die »zwei Naturen« des Christen. der sich in seinem wahren Seelenzustand täuscht? Die ewige Heilssicherheit der Gläubigen ist in der Heiligen Schrift deutlich offenbart. dort war nötig. Jahrhunderts) geerntet wurden. Es gibt so etwas wie »ein Wort zur rechten Zeit« (Spr 15. und weil irgendein ehrwürdiger Diener Gottes früher so großen geistlichen Erfolg hatte. Wo besonders betont wurde. Tausende von Menschen ohne jede Anzeichen wiedergeboren zu sein. sich als Kinder Gottes zu bezeichnen. muss er auf deren Situation eingehen. sie würden denselben Erfolg erzielen. um zu erkennen. Aus diesem kurzen geschichtlichen Abriss wird deutlich. doch das Werk des Geistes wurde – unbewusst – entehrt. wie dringend dieses Prinzip angewendet werden muss. Seufzer und Ächzen als höchste Erweise für die Wiedergeburt an. dann hätten sie diese verloren. John Owen widersprach nicht Luther. ihre Zuversicht allein auf das Wort Gottes zu richten. Um das zu verdeutlichen. Wenn er im Umgang mit Seelen gewissenhaft ist. In der zweiten Hälfte des 19. muss eine klare Auslegung seiner Stellung in Christus folgen. da er sich intensiv mit einer besonderen Seite der Wahrheit beschäftigte. ihren Schwerpunkt zu verlagern. die die Christenheit durchläuft. die von weltlichen und fleischlichen Lüsten umgetrieben wurden. Das ist eine Bedeutung des Ausdrucks »in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt« (2Petr 1. In materiellen Dingen erkennen wir diese Tatsache nur zu leicht an. wollen wir einige Extremfälle betrachten. führte zu einem oberflächlichen Werk. Möge es doch Gott gefallen. Um dieser Situation zu begegnen. sie hätten ein Heilmittel gefunden. Das gleiche gilt für die Seele. dass die Diener Gottes von Zeit zu Zeit verpflichtet waren. Jahrhunderts standen viele Kreise bekennender Christen am Rande der Verzweiflung. aber jene. Die verschiedenen Situationen. wagten nicht. der zu einer bestimmten Zeit besonders vonnöten ist. und möge er ihnen geistliches Unterscheidungsvermögen geben. was das rechte Wort in unseren verkommenen Zeiten ist. Ihre Annahme. die Aufmerksamkeit auf Christus und sein vollbrachtes Werk zu lenken und ihre Zuhörer dazu zu bewegen. dessen Auswirkungen in der Folgezeit (Anfang des 20. wie bedeutend das Werk des Heiligen Geistes in den Gläubigen ist. Die Wahrheit der ewigen Höllenstrafe sollte treu von jedem Diener Gottes gelehrt werden.23). versuchten viele schlecht zugerüstete Evangelisten und Lehrer. das in allen Fällen gleichermaßen Abhilfe schafft. Doch während das eine Übel korrigiert wurde. aber berechtigt mich das dazu. Ebenso gilt: Wo bisher viel Nachdruck auf den persönlichen Zustand des Christen gelegt wurde. beging man ein anderes: Zwar wurde der Buchstabe der Schrift geehrt. sie einem zurückgefallenen Kind Gottes vorzustellen? Ein treuer Verkündiger des Wortes Gottes sieht sich heute einer schrecklich ernsten Situation gegenüber. Doch die Umstände ändern die Dinge. anstatt geistliche Fortschritte zu erzielen. Was wir für heute daraus lernen Es ist wahrhaft bedauerlich. wenn es um geistliche Dinge geht? Fleisch und Nüsse sind sicherlich nahrhaft. sondern ergänzte ihn vielmehr. dass Christus sie errettet habe. Auch ein sorgfältiges Studium der Kirchengeschichte zeigt. dass anschließend herausgestellt wurde. aber wäre es angemessen für einen geistlich toten Namenschristen. Zu einem Großteil dessen. meinen diese Eiferer. entsteht folglich entweder eine Abart des Mystizismus oder ein Mangel an Gewissheit. sind höchst zuversichtlich. der nicht durch Erkenntnis gezügelt wird.116 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte 117 sondern das Subjektive überbetonen. wenn sie ihn imitieren. Wenn die Puritaner die Errungenschaften und Lehren der Reformatoren lediglich wiederholt hätten. Der Mensch neigt zu Extremen und nur die Gnade Gottes kann uns zu einem ausgewogenen Mittelweg befähigen. Viele haben einen Eifer. einen Säugling damit zu füttern? Ein kranker Körper erfordert eine besondere Ernährung. aber wer käme auf den Gedanken. wenn ihnen diese Wahrheiten zur falschen Zeit präsentiert werden. So sahen sie Zweifel und Ängste.12): jener spezielle Aspekt der Wahrheit. muss er schweigen. dass viele Seiten göttlicher Wahrheit für Seelen sogar gefährlich sein können. dass das Pendel in Sachen Heilsgewissheit stets von einer Seite auf die andere ausgeschlagen ist. erfordern verschiedene Schwerpunkte in der Verkündigung. aber wäre das eine passende Botschaft für eine Frau mit gebrochenem Herzen. wie bedeutend der Ratschluss der souveränen Gnade Gottes und die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi für das Heil ist. was seinem Herzen lieb ist. die Augen vieler dafür zu öffnen. In vielen Gemeinschaften sah man völlige Heilsgewissheit als Fanatismus oder als fleischliche Anmaßung an. aber warum zögern wir damit so sehr. Wenn er nicht aufpasst und nicht ständig die Weisheit und Leitung . dass nur so wenige erkannt haben. die gerade ihren Mann oder ihr Kind verloren hat? Die Herrlichkeit des Himmels ist ein wunderbares Thema.

Tausende befinden sich. Er ging von einem Geschäft zum nächsten. Dennoch ist jeder wahre Diener Gottes dazu verpflichtet. Gott selbst hat uns solche Prüfungskriterien gegeben. Gott selbst fordert die Seinen auf. begab er sich zu seinem geheimen Versteck und nahm fünf Goldmünzen heraus. der sein Vertrauen in die Banken verloren hatte. dass die Frage so einfach geklärt und beigelegt werden könne. dass ihr ewiges Leben habt. doch niemand nahm die Münzen an – sie waren alle gefälscht. vielleicht sind auch Sie sich völlig sicher. Zutiefst erschrocken untersuchte er sein verstecktes Gold und musste feststellen. Ist diese Ermahnung überflüssig? O. den meisten von ihnen zu erklären. »im Vertrauen auf Johannes 3. Gottes Wort warnt uns klar vor »einer Generation. Johannesbrief langsam und bedächtig lesen und beobachten. er sei also vollkommen sicher. Doch ein solcher Einwand ist töricht. ich weiß. dass sie sich täuschen und dass ihre Gewissheit nur fleischlich ist.9). Mit großer Zuversicht informierte er sie. ob wir ewiges Leben haben oder nicht. dass er sein Geld abgehoben und in Gold eingetauscht habe. Der Heilige Geist selbst bewegte einen seiner Diener zum Verfassen eines ganzen Briefes.118 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte 119 von oben sucht. sollte diesen 1. ihre »Berufung und Erwählung fest zu machen« (2Petr 1. dass sie alles verloren hätten. der erklärt. uns bei einigen von ihnen Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. und damit ihr [erst recht] an den Namen des Sohnes Gottes glaubt« (1Jo 5.12). aber falschen Frieden begnügen. wie wir wissen können. Vergewissern Sie sich. damit ihr wisst. während der Weltwirtschaftskrise Stellen Sie sicher. dass mein Glaube rettend ist. dass Ihr Glaube an Christus echt ist. hob sein ganzes Geld in Fünf-Pfund-Noten ab und beauftragte einen Freund. der sich in etwa wie folgt zugetragen hatte: Vor über hundert Jahren waren die Zustände in England ganz ähnlich wie heute. aber keine Hoffnung gibt es für die. auf dem Weg zum Himmel zu sein. wie echtes Gold. denn ich vertraue auf das vollbrachte Werk Christi.1).10). dass an der heute populären Verkündigung etwas grundsätzlich falsch sein muss. welches nun an einem geheimen Ort verborgen sei. was heute so verbrei- .« Das völlige Fehlen einer solchen Aussage sollte uns gewiss überzeugen. Ein Mann. der das vertraute »wir wissen« oder »erkennen wir« enthält. dass es der »Glauben der Auserwählten Gottes« ist (Tit 1. Wenn jemand einsieht. andere Banken mussten schließen und einige Freunde dieses Mannes berichteten ihm. ob Ihr Glaube die Früchte bringt.1 Banken gingen bankrott und die Leute gerieten in Panik. dass ihr Haus auf Sand gebaut ist. dass sie die Ewigkeit mit Christus verbringen werden. besagt genau das Gegenteil dessen. Möge es Gott gefallen. die in ihren Augen rein ist und doch nicht gewaschen von ihrem Unflat« (Spr 30. Eine solche Gefahr ist keine Phantasie. dass alle Münzen unecht waren! Lieber Leser. die weiterhin der Lüge des Teufels glauben und sich mit dem spürbaren. weil wir auf das vollbrachte Werk Christi vertrauen. 1 Anfang der 1930er Jahre. wenn wir von ihnen keinen Gebrauch machen und uns nicht aufrichtig an ihnen messen würden: »Dies habe ich euch geschrieben. dass er sich getäuscht hat.16 oder 5. wird er wahrscheinlich alles nur noch schlimmer machen. Doch fehlt im 1. Überall begegnet er Leuten mit voller Heilsgewissheit und ohne Zweifel. gibt es Hoffnung für ihn. um ihre eigenen Worte zu gebrauchen. warum sollte Gott dann einen ganzen Brief zu diesem Thema inspirieren? Wer sich ernstlich Gedanken macht. den er so vielen eingibt. damit sie nicht erkennen.13). obwohl er sich letztlich als falsch erweisen wird.24. dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind. um mich meines Heils zu vergewissern. Echtheit kann geprüft werden Vor einiger Zeit lasen wir von einem Vorfall. die untrennbar mit einem von Gott gegebenen und vom Heiligen Geist bewirkten Glauben verbunden sind. ob mein Glaube echt und rettend ist? Die Antwort lautet: Prüfen Sie ihn. als er etwas kaufen wollte. Fragen Sie sich: Wie kann ich sicher sein. dass uns kein einziges Mal in diesen fünf Kapiteln gesagt wird: »Wir wissen. das Geld in Gold zu tauschen. die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. wie viele Prediger und Autoren es heute darstellen? Wenn nichts weiter nötig wäre als eine feste Überzeugung von der Wahrheit von Johannes 3. Das Herz des Menschen ist äußerst trügerisch (Jer 17. Einige Zeit später. Die Situation wurde immer schlimmer.16« und haben nicht den geringsten Zweifel. sondern gleich der erste Abschnitt. Wahrscheinlich sagen viele: Ein solcher Umstand ist überhaupt nicht nötig. und wir wären töricht. Johannesbrief eine solche Aussage nicht nur. dass sie vom Teufel furchtbar getäuscht worden sind. doch ihr Alltagsleben zeigt klar. dass wir doch nicht unsere nichtige Zuversicht gegen die Weisheit Gottes aufbieten! Der Teufel versucht viele um jeden Preis von dieser Selbstprüfung abzuhalten. sondern durchaus real. Erweckt das den Anschein.

Christus zu kennen. die behaupten. wenn der Herr selbst ihn durch und durch erforschen wird? Lieber Leser. jeder kann sehen. Auf diese Weise wird in ihm »die Liebe Gottes vollendet«: Die familiäre Ähnlichkeit wird ihm unverkennbar aufgeprägt. uns einige klare biblische Indizien für echten Glauben und geistliche Liebe vorzustellen. lieber nicht weiterlesen zu wollen: Ein aufrichtiges Herz fürchtet nicht das Licht. Dieses Wort. Wer jetzt nicht imstande ist.120 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte 121 tet als Grundlage für Heilsgewissheit vertreten wird: »Und hieran erkennen wir. und in dem ist nicht die Wahrheit« (1Jo 2. Wie der »Faule«. sich vor Gott zu demütigen und zu ihm zu flehen. ist er »in seinen Augen weiser als sieben. geben Sie Ihrer Seele eine faire Chance. unterwirft seine fleischlichen Begierden. in allem dem zu gefallen. seien Sie bereit sich zu vergewissern.3). dieses Wort zu halten. und hält seine Gebote nicht. als dies in seinem Reden und Wandeln unter Beweis zu stellen. dass er Ihnen rettenden Glauben gebe. dass er gerettet sei. ob unsere Heilsgewissheit dem Test an seinem heiligen Wort bestehen wird. der sagt: »Ich kenne Jesus als meinen persönlichen Retter. sondern es geht darum. um sie vom Entdecken ihrer Täuschung abzuhalten.5). und diese Liebe zeigt sich in einem alles beherrschenden Sehnen und dem aufrichtigen Streben. Er sagt nicht bloß: »Ich kenne ihn«. dass der Gläubige von Weltlichkeit zu Gottseligkeit wechselt. Zwischen dem echten Christen und dem irregeleiteten Namenschristen besteht ein größerer Unterschied als zwischen einem lebenden Menschen und einer Leiche. Wenn sich das Letztere herausstellt.« Geht es darum. Für einen solchen Gläubigen ist das Wort Christi alles: seine Speise. wie wird dieser am baldigen Tag bestehen können. lieber Leser. zu welchem Vater er gehört (vgl. von dem Salomo spricht. doch wandelt er nachlässig. das die Zuneigungen auf Gott ausrichtet. vom Ungehorsam zum Gehorsam. hält aber Jesu Gebote nicht. . haben Sie noch Gelegenheit. und hält seine Gebote nicht. Deshalb wird dem unerretteten Leser dieses Kapitel so widerwärtig sein. Hieran erkennen wir. ob Ihr Glaube echter Weizen ist oder bloß Unkraut. Wie klar und deutlich ist diese Sprache! Wie unmissverständlich die Aussage! Sehen Sie nicht. Johannes nennt hier nicht Christus als den Inhalt des Glaubens. damit wir uns daran prüfen und feststellen. Er rühmt sich. Bei der Wiedergeburt wird die Liebe Gottes durch den Heiligen Geist ins Herz ausgegossen. Er »hält« oder bewahrt es. Christi Wort vollkommen einzuhalten? Nein. der mich wie ein Scheit aus dem Feuer gerettet hat. sondern beschreibt denjenigen. sondern ist bereit. wenn er sich aufrichtig am Wort Gottes beurteilt. Der Apostel wurde hier geleitet. die unmittelbar darauf folgt: »Wer sagt: Ich habe ihn erkannt. sondern Gottes. Ärgern Sie sich über diese Aussage? Hoffentlich nicht. Stecken Sie nicht wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand. die Wiedergeburt ist dieses Wunder der Gnade Gottes an der Seele.4). Er redet kühn. die den Unterschied zwischen Schafen und Böcken darstellen. Wir bitten Sie: Widerstehen Sie dieser Versuchung! Gott hat uns gerade diesen Vers gegeben. Es wäre ein schlechtes Zeichen. Das steht im krassen Gegensatz zum vorigen Vers. ist ein Lügner. dass ich ein Kind Gottes bin. sein beständiges Nachsinnen. dass er es lieber ignoriert. Sein Denken und seine Gebete sind ebenso von Christi Geboten erfüllt wie von seinen Verheißungen. dass wir ihn erkannt haben: wenn wir seine Gebote halten« (1Jo 2. sondern stellt dies vielmehr unter Beweis. nährt seine Gnadengaben und führt sie zur rechten Ausübung. die leichten Herausforderungen eines Dieners Gottes zu ertragen. ist ein Lügner. Aber betrachten wir die ernste Erklärung. Es ist nicht unsere Behauptung.4). der in rettender Weise an den Herrn glaubt anhand der daraus resultierenden Auswirkungen. »Wer aber sein Wort hält … Hieran erkennen wir. sich wirklich mit seinem ganzen Wesen und Streben danach zu sehnen. Dieses Wort nimmt einen solchen Platz in seinem Herzen und Denken ein. dass es solche gibt. aber keine lebendige Erkenntnis von ihm.16). dass er nicht anders kann.« Er hat eine theoretische.44). und doch Lügner sind? Der Vater der Lüge hat sie betrogen und er tut alles in seiner Macht Stehende. die verständig antworten« (Spr 26. den menschlichen Willen dem göttlichen unterwirft und eine reale und radikale Lebensveränderung bewirkt. In Vers 5 geht es um den echten Christen. auf Jesu vollbrachtem Werk zu ruhen und ist zuversichtlich. Einen Vers weiter finden wir wiederum das bekannte »erkennen wir«: »Wer aber sein (Christi) Wort hält. Ist das nicht deutlich genug? Ein gottesfürchtiges Leben ist der erste Beweis dafür. in seinem Herzen und in seinem Handeln. und in dem ist nicht die Wahrheit« (1Jo 2. das in ihm wirkt. dass dieser Vers einfach besagt. Diese Veränderung besteht darin. sich von der Wahrheit prüfen zu lassen. dass wir in ihm sind« (1Jo 2. in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. In Vers 4 ist es der leere Bekenner. Er lebt immer noch für sich selbst. sein Lebenselixier. Aber an jenem Tag wird es zu spät sein! »Wer sagt: Ich habe ihn erkannt. anstatt sich der Gefahr zu stellen. in seinem Gedächtnis. Ja. dass wir in ihm sind. im Gegensatz dazu Joh 8. Niemand muss im Zweifel verhaften bleiben.

nicht Rühmen.11-12 etc. Drei der vier Böden bringen keine Frucht zur Reife. welcher der vier Böden Ihr Herz repräsentiert. Das führt uns dazu. in sich jene Gnadengaben zu erkennen. Es ist die Frucht des Weinstocks: Christusähnlichkeit. Der aufmerksame Leser wird einen beträchtlichen Unterschied in der Lehre dieser beiden Zitate feststellen. uns ausführlicher mit dem Wesen der Heilsgewissheit zu befassen. und zwar solche Frucht.21. sondern ihn selbst als Herrn annehmen. »welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden« (Lk 8. zu welchen Hörern des Wortes ich gehöre! In diesem Gleichnis streut der Sämann Samen aus. dass sie im Stand der Gnade sind und darin zum Heil beharren werden (1Jo 5. das andere aus der »Scofield-Bibel« (Anmerkung zu Judas 1). sondern Frucht. als dass man »das Werk Jesu für sich in Anspruch nimmt«. nämlich durch Glauben aufgrund der Wahrheit der Verheißungen Gottes. dass in der gegenwärtigen Heilszeit (Haushaltung). Im ersten Fall nimmt der Teufel den guten Samen aus dem Herzen weg (Lk 8. und der mit ihrem Geist bezeugt. Im Gegenteil erklärte er: »Das in der guten Erde aber sind die. dass er allein durch das Werk Christi. das letztere ein treffendes Beispiel für das. was die prahlerische Erleuchtung des 20. der auf vier unterschiedliche Böden fällt. auf die die Verheißungen des Lebens gegeben sind (1Jo 3. damit ich feststelle. der »Zeit der Gnade«.3). Das erste ist das Produkt der Puritaner.13).). Das Prüfungskriterium ist also »Frucht« – nicht Erkenntnis. in gutem Gewissen vor ihm zu wandeln (1Jo 2. die dem gegeben sind. Wie kann man erkennen. die Definition des populären Dispensationalisten1 Scofield dient wohl dazu. unfehlbar gewiss sein. dass sie gerettet sind und dennoch so weiterleben wie bisher«? Nein. im letzteren werden Werk und Zeugnis des Heiligen Geistes völlig ignoriert.12). Warum gab uns der Herr Jesus dieses Gleichnis? Aus welch anderem Grund als dem. Jahrhunderts hervorgebracht hat. nachdem sie es gehört haben. denn Gott rettet in dieser Heilszeit so wie in allen anderen: durch Glaubensgehorsam. in sein Bild verwandelt zu werden. die in trauriger Weise illustrieren. zur Errettung muss man nicht nur Jesu Werk. Das erste stammt aus dem Westminster-Bekenntnis (der dogmatischen Erklärung der Presbyterianer). Gewissheit ist die volle Überzeugung des Gläubigen.14. nicht Freude. Das ist ein Irrtum. zu welchem Ackerboden. In dem ersten finden wir die Ausgewogenheit der Wahrheit hilfreich bewahrt. die fest überzeugt sind. ohne außerordentliche Offenbarung.122 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 11: Lektionen aus der Kirchengeschichte 123 Der vierfache Ackerboden Am Ende dieses Kapitels bleibt nur noch Raum.18.13. Das ist eine außerordentlich erhabene und herausfordernde Tatsache. um kurz eine weitere Schriftstelle zu betrachten: das Gleichnis vom vierfachen Ackerboden. bewahren und Frucht bringen mit Ausharren« (Lk 8. Diese Gewissheit beruht allein auf den Verheißungen der Schrift. in der er ewig bewahrt werden wird. Die von den Puritanern vorgelegte Antwort ist darauf ausgelegt. zur Herzensprüfung zu führen. und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab« (Lk 8. die Errettung durch nichts anderes geschehe (im Gegensatz zu anderen Heilszeiten). wer diesem Boden entspricht? Was sagt der unfehlbare Sohn Gottes über diese Menschen? Wie hat er sie beschrieben? Sagte er: »Das in der guten Erde aber sind die. Im zweiten Fall »glauben sie für eine Zeit. 2Tim 1. . welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort. dass sie Kinder Gottes sind (Röm 8. welche auf das Wort Gottes vertrauen und nicht an seinen Verheißungen zweifeln. wie weit sich die evangelikale Christenheit zurückentwickelt hat. um mich zu ernstlicher Selbstprüfung anzureizen. Doch bei einigen Hörern des Wortes fiel der Same auf »guten Boden«. Der dritte Fall entspricht denen. wie sie aus dem natürlichen Herzen nicht hervorkommen kann. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen.12). können. Trifft eine dieser Beschreibungen womöglich auf Sie zu? Wir bitten Sie: Ignorieren Sie diese Frage nicht.16). Hebr 6. dass sie im Stand der Gnade sind und darin zum Heil verharren? Antwort: Diejenigen. nicht Rechtgläubigkeit. stellen Sie sich aufrichtig dieser Herausforderung und vergewissern Sie sich.14). der sie befähigt.24. und durch den Heiligen Geist. Möge der Heilige Geist einen jeden von uns prüfen. 1 Westminster kontra Scofield Vergleichen wir zum Schluss noch folgende zwei Erklärungen zur Heilsgewissheit: Der Dispensationalismus (»Haushaltungslehre») lehrt. der glaubt. die wahrhaftig an Christus glauben und sich befleißigen. eine Erlösung besitzt. Können wahre Gläubige unfehlbar gewiss sein. keineswegs. die Getäuschten zu bestärken.19.15). das er im Glauben angenommen hat.

dass ich nicht mehr in einem natürlichen Stand bin. dass »in mir. auf dem »Heiligen Geist. Es ist das Gewissen. das völlig von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes abhängig ist. Man beachte ferner. der ich das Gute tun will. anstelle von geistlichem Sieg erleidet dieser Glückselige täglich Niederlagen. sondern sie muss auf sicheren Beweisen ruhen. sondern im Stand – im Zustand – der Gnade. wie das Westminster Bekenntnis formuliert. Wir wollen versuchen. Es ist die Erkenntnis. das mich zu einer neuen Schöpfung in Christus gemacht hat. nichts gutes wohnt« (Röm 7. Es bedeutet einzusehen. den Stolz. können wir solche Menschen von anderen unterscheiden.1) ist.24). Nein. Diese Gewissheit ist die gut beglaubigte Erkenntnis. dass diese drei ersten Kennzeichen der »Glückseligen« keine äußeren Handlungen sind. die die erbitterte Wehklage erwecken: »Ich vergehe. Unfruchtbarkeit und Sündhaftigkeit. was mir Gunst bei Gott verschaffen könnte. Eine solche Seele ist davon gequält. er wird von den Pharisäern verschmäht und von denen von oben herab betrachtet werden. die der Heilige Geist dem Herzen durch die Schrift verleiht: Dass mein Glaube kein natürlicher Glaube. aber es ist etwas ganz anderes. sondern innere Gnadengaben. keine vorzeigbaren Taten. dass ich auch jetzt (nicht nur vor Jahren. Anstelle von Frieden herrscht innerer Krieg. als ich erweckt wurde) kraftlos bin und keine Weisheit habe und ein hilfloses Geschöpf bin. Eine biblische Heilsgewissheit ist jene Erkenntnis.18). dass nicht nur mein Verstand in Bezug auf die großen Wahrheiten der Bibel erleuchtet wurde. die in . die sich rühmen. und nur wenn wir uns selbst und andere mit dieser Beschreibung aus dem Mund des Herrn Jesus vergleichen. dass ich geistlich bankrott bin. Diese herrlichen Gnadengaben. geht das Herz durch tiefe Übungen. wird von den reichen Laodizeern nicht willkommen geheißen werden. dass meine Liebe zu Christus aufrichtig und nicht eingebildet ist und dass mein täglicher Wandel dem eines Wiedergeborenen entspricht. »Glückselig die Trauernden. Wer sich selbst als geistlicher Bettler fühlt. das mich unterwürfig macht und mich auf Gottes Willen mit Gehorsam reagieren lässt. Damit einher geht eine sich stets vertiefende Entdeckung der eigenen Verdorbenheit in mir. »Römer 7 hinter sich gelassen zu haben und in Römer 8 zu leben«. sondern Zustände der Seele. die Rebellion gegen Gott. Zu Beginn der Bergpredigt sehen wir. Sanftmut bedeutet. dass sie alles andere sind als solche Eigenschaften. dass es mir an allem fehlt. ich vergehe. nachdem Gott mir seine überströmende Gnade erwiesen hat. in sich jene Gnadengaben zu erkennen.17).Kapitel 12: Heilsgewissheit: ihr Wesen 125 Kapitel 12 Heilsgewissheit: ihr Wesen Zu Beginn wollen wir die Frage stellen: Gewissheit worüber? Dass die Heilige Schrift das inspirierte und unfehlbare Wort Gottes ist? Nein. nur das Böse vorhanden ist« (Röm 7. Die Seligpreisungen Die Gewissheit der Gläubigen beruht. theoretisch zu glauben.« Es ist eine Sache. diese Aussage zu erklären. so wenig Frucht zur Ehre Gottes bringt. sondern »der Glaube der Auserwählten« (Tit 1. Die Selbstbewussten dieser Welt werden nicht die Gemeinschaft des wahrhaft Sanftmütigen suchen. wehe mir!« (Jes 24.« Sanftmut ist Ergebenheit und das Gegenteil von Eigenwillen. das ist nicht unser Thema. »Arm zu sein im Geist« ist das Gegenteil von »Laodizeanismus«. Man beachte.16). Sie wird betrübt durch den Unglauben. Wo ein inneres Gespür für diese Armut vorhanden ist. Als erstes sagte er: »Glückselig die Armen im Geist«. der selbstzufrieden und selbstgefällig ist und in der Haltung auftritt: »Ich bin reich und bedarf nichts« (Offb 3. dass das Heil allein aus Gnade ist? Nein. auf die die Verheißungen des Lebens gegeben sind«. dass sie so wenig in der Gnade wächst. Die Seele stellt fest. der sie befähigt. Sie werden nicht »Gläubige« oder »Heilige« genannt. Eine solche Gewissheit darf keine auf Vermutung beruhende Überzeugung sein. die den Menschen vor der Welt bewundernswert machen. »dass bei mir. wie der Herr Jesus Seligpreisungen über bestimmte Menschen ausspricht. wird von den Selbstgerechten nicht umworben werden.21). Arm zu sein im Geist bedeutet sich im klaren zu sein. Vielmehr geht es um die Gewissheit. sich dessen akut bewusst zu sein. eine so jämmerliche Umkehr erfolgte. auch darum geht es uns nicht direkt. dass ich geistlich ein armer Bettler bin. das ist in meinem Fleisch. bis das geschundene Herz ausruft: »Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?« (Röm 7. »Glückselig die Sanftmütigen. ein weiches und beugsames Herz zu haben. Die Gewissheit. sondern dass in meiner Seele ein übernatürliches Werk gewirkt wurde. sondern werden stattdessen mit ihrem Charakter beschrieben. Wer täglich klagt über seine Mittellosigkeit.

wo demütige. das werden sie in diesem Leben niemals sein.38) überhaupt zu spüren bekommen? Es geht nicht darum. die Hoffnung der Herrlichkeit« (Kol 1.126 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 12: Heilsgewissheit: ihr Wesen 127 den Augen Gottes sehr kostbar sind. um die ich abermals Geburtswehen erleide. kann auch nicht wachsen. Wer mürrisch. Unterscheidung ist möglich Echte Heilsgewissheit ist zwar das Gegenteil von fleischlicher Anmaßung und ungläubigen Zweifeln. Glückselig. selbstsüchtig. dem Bibelstudium und dem Gebet? Sind Sie »barmherzig« oder etwa überkritisch und scharf? Sind Sie »reinen Herzens«. . sagte er: »Meine Kinder. sich als »glückselig« zu betrachten. Nein. ist jede aufrichtige Seele verpflichtet. dass die Wurzel der Sanftmut überhaupt in unser Herz gepflanzt worden ist? Es gibt einen Wachstumsprozess: man sieht »zuerst den Halm. werden von den aufgeblasenen Namenschristen verachtet. Es geht nicht darum. es sei hochgradig schädlich. wenn er auf Widerstand stößt.10). verleumderisch oder grausam ist. aber viele eindeutige Schriftstellen widerlegen die Auffassung. von uns selbst frei zu sein? Es geht nicht darum. haben Sie kein Recht. dort wird Feindseligkeit geschürt. doch widerspricht sie bei weitem nicht einer gründlichen Selbstprüfung. denen die Verheißungen Gottes gelten. Aber was nicht existiert. zeigt das.27).28). wenn sie euch schmähen und verfolgen … um meinetwillen« (Mt 5.19). seinen Glauben erproben. wollen wir nur noch ein weiteres betrachten: »Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten … Glückselig seid ihr. wie nur irgend auszudenken. wenn jemand anderes diese Eigenschaften auf Sie anwendet. Man beachte. die von den Fleischlichen gehasst werden – die sanftmütigen Schafe. dass die Glückseligen verfolgt werden nicht etwa aufgrund von bösen Taten oder weil sie anderen Schaden zugefügt hätten. dass Sie nicht das meinen. wenn ein Christ in sich selbst hineinschaue. die für ihre Rechtgläubigkeit bekannt sind –. wenn wir aufrichtig unser Herz prüfen und feststellen. Sicherlich muss man hier wie überall auf Ausgewogenheit achten. was Sie sagen. so tief wie nur möglich über die innewohnende Sünde und ihre Auswirkungen zu »trauern«. nicht als Vermutung oder Selbstverständlichkeit. Aber sind sie überhaupt vorhanden? Es geht nicht darum. weil es so leicht ist. wo die weltlichen Wege von leeren Namenschristen durch praktische Gottesfurcht verurteilt werden. denen diese Eigenschaften fehlen. auf welche die Hunde einbeißen. sich auf diese Seligpreisung zu berufen. über Ihre Glaubensschwäche. Zugegeben kann man zu sehr auf sich selbst fixiert sein und introspektiv werden. dass diese geistlichen Gnadengaben in voller Entfaltung vorhanden sein müssen.10. Die Wiedergeburt ist ein Werk. die der Erlöser zu Beginn seiner wertvollen Bergpredigt nennt. aber lebendige Frömmigkeit von denen nicht toleriert wird. über die Kühle Ihrer Liebe? Sind Sie »sanftmütig«? Wurde Ihr Wille gebrochen und Ihr Herz Gott unterwürfig gemacht? Hungern und dürsten Sie nach Gerechtigkeit? Ist das ersichtlich aus Ihrem Gebrauch der Gnadenmittel. Und an die Kolosser schrieb er: »Christus in euch.11). ob dieses Wunder der Gnade an ihr gewirkt wurde oder nicht. sich aufrichtig an diesen Kriterien zu messen! Ist Ihre Seele von diesen himmlischen Gnadengaben geziert? Sind diese Kennzeichen derer. Bezeichnungen anzunehmen und sich selber zu benennen. ob er »die Wurzel der Sache« in sich hat. betrübt. Aber leider wurden viele belehrt – und das von Männern. sagte der Herr. hat kein Recht. danach die Ähre. auf Ihrem Charakter eingeprägt? Sind Sie wahrhaft »arm im Geist«? Wir sagen »wahrhaft«. aber hat man die »Plage seines Herzens« (1Kö 8. die äußersten Entbehrungen auf sich zu nehmen und sicherzustellen. dass man völlig von sich selbst entleert ist. erstreben Sie die Gnade. Von den weiteren Kennzeichen der »Glückseligen«. der heilig ist und die Sünde hasst. dass unsere Sanftmut so groß sein muss. sind jene Geistlichen. und das müssen wir alle an uns überprüfen. seine Motive untersuchen und sich vergewissern sollte. die der Sohn Gottes als glückselig erklärt. das Gott in uns wirkt (Phil 1. bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat« (Gal 4.6) und da das ewige Schicksal davon abhängt. Ist der Same (1Petr 1. stolz. aber gibt es eindeutige Anzeichen dafür. wenn Sie einen unreinen Gedanken nicht abwehren konnten? Wenn nicht. vielmehr stehen Sie unter dem Fluch eines Gottes. Wenn Sie sich darüber ärgern.23) der Gnade in Ihr Herz gepflanzt worden? Darum geht es. hier geht es um Angriffe gegen Christusähnlichkeit in Charakter und Verhalten. sondern um es »fest« zu machen oder sicherzustellen (2Petr 1. Als Paulus über den Zustand der Galater im Zweifel war. Und das geschieht. dann den vollen Weizen in der Ähre« (Mk 4. »Trauern« Sie über Ihren Mangel an Christusähnlichkeit. dass ein Christ niemals sein eigenes Herz prüfen. Lieber Leser. aber ist es unser aufrichtiges Sehnen und ernstliches Gebet. ob diese geistlichen Gnadengaben vorhanden sind oder nicht.

23). läutere meine Nieren und mein Herz!« (Ps 26. die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis« (Jes 5. Das wird nicht nur in Römer 7 und Galater 5. obwohl er in Wirklichkeit noch »voll bitterer Galle und in Banden der Ungerechtigkeit« ist (Apg 8.20. etwas zu finden. mehr als alles. dass sein »Herz ihn irreführt« (Jes 44. festzustellen. Der Teufel hat ihn so vollends getäuscht. kommt zu dem Licht. sondern vielmehr echtes Gottvertrauen. in 1. mein Herz im Licht der Bibel zu untersuchen. welchem Gott »ein redliches und gutes Herz« (Lk 8. Hilf meinem Unglauben!« (Mk 9. Der sicherste Beweis. ob Christus in mir Gestalt annimmt. Nein.20) und ihm vortäuscht. ich glaube. Bei der Selbstprüfung. ist es für ihn schwierig. Er wünscht sich. der Arges tut. Wenn der natürliche Mensch auf sich allein gestellt ist. damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. 19). den Trugschluss seiner vermeintlichen Zuversicht entlarvt und seinen falschen Frieden erschüttert. Aber bei dem. damit seine Werke offenbar werden. wer aber die Wahrheit tut. Arme Seele! Ein solcher gehört zu denen. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh. Es ist unmöglich. Wir wollen hier keineswegs irgendeine Form von Selbstvertrauen fördern. B. Der echte Christ findet klare Indizien für zwei Naturen. dass sie in Gott gewirkt sind« (Joh 3. Er wendet sich an das Licht der Heiligen Schrift. sich nur zu vergewissern. wie die Zeltdecken Salomos« (Hl 1. und fürchtet. vielmehr bleibt auch noch viel Verdorbenheit dort verhaften. dass der Teufel ihn nicht mit einem falschen Frieden betört hat. wessen ich mich vergewissern muss. . Wer voll fleischlicher Gewissheit ist.2). Und deshalb findet sich die wiedergeborene Seele so häufig in dem verzweifelten Ruf wieder: »Herr. Gott. ihn zu »prüfen«.128 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 12: Heilsgewissheit: ihr Wesen 129 »Denn jeder. mit seiner Seele sei alles beim Besten. Zwei Naturen Wenn ich in mich hineinblicke und aufrichtig versuche. was uns annehmbarer bei Gott macht. Das Bedenken einer solchen Möglichkeit führt seine Seele durch tiefe Übungen. hat kein Bedürfnis danach. aber mein Herz war wach« (Hl 5. geht es nicht darum. Mahanajim)?« (Hl 7. zwei einander entgegengesetzte Prinzipien. »denkt er nach in seinem eigenen Herzen« (Ps 4. dass die dritte Person der Dreifaltigkeit in einer Seele Wohnung nimmt. dass er meint. Weil der echte Christ in sich so viel Widerstreitendes findet. was unserer Rechtfertigung vor ihm dient.28). »die das Böse gut nennen und das Gute böse. den großen Verführer. dass aus seinen Taten erkennbar ist. voll eitler Anmaßung.5). und erkenne mein Herz. werde ich dort gewiss nicht nur das Werk des Heiligen Geistes entdecken. noch etwas aufzuspüren. doch für den geistlichen Menschen ist sie leicht nachvollziehbar.20). ob sie entweder aus Selbstliebe oder aus echter Liebe zu Gott entspringen. in den ein aufrichtiger Denker fallen kann. Wer aufrichtig und gewissenhaft handelt und den ganzen Willen Gottes vorbehaltlos wissen und tun möchte.1). und andererseits vor einer so einseitigen Betonung der mir zugerechneten (stellungsmäßigen) Gerechtigkeit Christi. dass jene (praktische) Gerechtigkeit ignoriert wird. ohne eine radikale Änderung in diesem Menschen zu bewirken: Das ist es. Er glaubt. in dieser Liebe wirklich Genugtuung zu finden.21). freut sich über Licht. sich seines tatsächlichen Zustands gewiss zu sein. HERR. was Gottes Wort über den Teufel sagt. und es ist eine ganz andere Sache. sondern auch im Hohenlied Salomos: »Was wollt ihr an Sulamith schauen? Den Reigen der zwei Heerlager (hebr.9). Der echte Christ glaubt. Unglaube ist weit mehr als ein Irrtum in der Erkenntnis oder ein spekulativer Fehler. Es ist eine Sache. wie die Zelte Kedars. ist es genau umgekehrt. die der Heilige Geist in mir bewirkt. da er fürchtet.15) gegeben hat. dass er tatsächlich an diese ernste Tatsache glaubt.24). ist seine tiefe Sorge. und prüfe mich. Das ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen dem natürlichen Menschen und dem wiedergeborenen. Unglaube kommt aus dem Herzen und ist Feindschaft gegen Gott. Korinther 11. Deshalb ruft er: » Erprobe mich. zu der die Bibel auffordert (z. und unheilbar ist es« (Jer 17. den Herrn zu bitten.4) und »forscht mit seinem Geist« (Ps 77. hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht. sondern sie hat das Ziel. dass es sein Gewissen beunruhigt. Daher sagt die Braut in ihrem gegenwärtigen Zustand: »Schwarz bin ich und doch anmutig. um seinen Charakter und sein Verhalten daran zu überprüfen. dass man Gott liebt. das wäre ein Akt des Unglaubens.6). Wie einst David (und jeder andere echte Gläubige).2). Das ist für den natürlichen Menschen eine befremdende Ausdrucksweise. Vor zwei Extremen muss man sich hüten: einerseits die übertriebene Beschäftigung mit dem Werk des Heiligen Geistes in mir – dann würde das Herz vom Werk Christi für mich abgelenkt. die in ihm wirken. was die Bibel über das natürliche Herz sagt: »Trügerisch ist das Herz. Eins der sichersten Kennzeichen der Wiedergeburt ist das häufige Rufen der Seele: »Erforsche mich. ihr Töchter Jerusalems. Und: »Ich schlief. hasst er das durchleuchtende Licht Gottes (V.17 klar dargelegt.

der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht. dann fragen wir ihn liebevoll: Sind Sie sicher.14). bedeutet beachten (Mt 18.23. dass sie »hörend nicht hören noch verstehen« (Mt 13.13). in rettender Weise zu »glauben«? Wir haben diese Frage in einem früheren Teil dieses Buches bereits beantwortet.5. dass die Schriftstellen. Der unmittelbare Zusammenhang zeigt klar den besonderen Charakter. um Ihre Neugierde zu befriedigen. ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem.oder zweimal. So ist es auch heute noch. lieber Leser. ich glaube an Christus.11). es lenkt ab vom Wort Gottes und versucht unseren Blick auf uns selbst zu lenken. und leite mich auf dem ewigen Weg!« (Ps 139. über die er sagte. die der Herr Jesus einem bestimmten Jünger gab. aber sagt die Schrift nicht: »Habe acht auf dich selbst!« (1Tim 4. dass Johannes 5.16)? Doch darauf wird vielleicht entgegnet: »Es kann keine Gewissheit geben. sondern regelmäßig als feste Lebensgewohnheit? Es mag jemand einwenden: »Das alles zieht nur weg von der ›Einfalt Christi‹.12 wird deutlich.24 keine Verheißung ist. beim geschriebenen Wort zu bleiben.130 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 12: Heilsgewissheit: ihr Wesen 131 ob ein Weg der Mühsal bei mir ist. sondern es ist eine dogmatische Aussage. mit dem der Herr Jesus hier dargestellt wird: »Er kam in das Seine« (Joh 1. Geistliches »Hören«.« Da haben wir überhaupt nichts gegen: Worauf wir hinauswollen. solange man mit seinem elendigen eigenen Ich beschäftigt ist. rettendes »Hören«. Hebr 3. Niemand wird von Christus errettet. er war ihr rechtmäßiger Eigentümer und ihr Herr. sondern »an den Herrn Jesus Christus«. Aber »die Seinen nahmen ihn nicht an«. und der Teufel kann mich darin nicht beirren. sondern: Haben Sie sich seinem Zepter gebeugt und sich seiner Autorität in der Praxis unterworfen? Haben Sie Ihre eigene. ist: Vergewissern Sie sich. ich ziehe es vor. Wenn jemand einwendet: »Ich glaube.15) und gehorchen (Mt 17. zutiefst geübte. Hier geht es nicht um das Hören des äußerlichen Ohres.31 an? Man sagt: »Diese Worte sind göttlich einfach. dass dieser Vers eine Verheißung enthält. nämlich »Christus Jesus als Herrn empfangen« (Kol 2.24. diese Gebote zu tun? Und praktizieren Sie diese Gebote tatsächlich? Nicht nur ein. Joh 10.6). kurz herauszustellen. Doch beachten wir: Paulus und Silas forderten den Kerkermeister nicht auf.« Diese Verheißung wird einer eindeutig beschriebenen Person gegeben. der ihn nicht als Herrn annimmt. dass Johannes 5.24). sündige Herrschaft abgesetzt? Wenn nicht.24 eine kostbare Verheißung enthält.43. sondern erklärten vielmehr: »Wir wollen nicht. Vielmehr war der Adressat eine erweckte. noch eine gleichgültige oder unbesorgte Seele. gab es viele. und du wirst errettet werden« (Apg 16. auch tatsächlich berechtigterweise Ihnen gelten. sich umzubringen und rief in tiefster Verzweiflung: »Was muss ich tun. sondern aus dem Wunsch heraus. dass glauben »empfangen. wahrlich. Das sagt Gott. Haben Sie wirklich »den Herrn Jesus Christus« angenommen? Wir fragen nicht: Vertrauen Sie auf sein vollbrachtes Werk«. Wem gelten die Verheißungen? Vielleicht meinen einige unserer Leser immer noch: »Ich sehe nicht. auf die Sie sich berufen oder auf die Sie vertrauen. wollen aber eine kurze Zusammenfassung geben: Aus Johannes 1. die er vor einer gemischten Zuhörerschaft. weil sie nicht mit dem Herzen hörten. Sind Sie gehorsam? Haben Sie die Schriften fleißig durchforscht. und das ist für mich ausreichend.47). dass diese Verheißung Ihnen gilt? Wir erkennen dankbar an. wenn Sie in dieser fleischlichen Zuversicht verbleiben. aber wem gilt sie? Prüfen wir es nach: »Wahrlich. annehmen« bedeutet. Der Leser kann auch auf den Vers verweisen: »Glaube an den Herrn Jesus. dass es so schwierig sein muss. Als der Herr Jesus auf der Erde war.« Doch bitte erlauben Sie uns. sind Sie sicherlich nicht der Aufforderung »glaube an .« Nun gut. sondern um die Reaktion des Herzens (siehe Joh 8. der mich gesandt hat.31) und fragen: »Ist das denn nicht deutlich genug?« Aber ist Ihnen jemals aufgefallen.7). einer großen Volksmenge traf. und ich werde an dieser Verheißung festhalten«. »an Jesus zu glauben« oder »an Christus«. an wen die Apostel diese Aussage richten und wen der ganze Zusammenhang betriff? Hier war weder eine ehebrecherische Volksmenge angesprochen. sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.« Kann nun wahrhaft gesagt werden.« Vielleicht will der Teufel Sie auch keineswegs von dieser Annahme abbringen. dass dieser über uns herrsche!« (Lk 19. Was bedeutet es also. bußfertige Seele. um seine Gebote zu entdecken? Und zwar nicht. und deshalb bin ich errettet. nämlich: »Wer mein Wort hört. Dieser Kerkermeister hatte seinen Platz im Staub eingenommen. er ist ganz zufrieden. stand im Begriff. ob man verloren oder gerettet ist. Gewissheit zu erlangen.27. dass Sie sein Wort »hören«? Sind Sie sicher? Lassen Sie sich nicht vom äußeren Schall der Worte täuschen. ich vertraue auf Johannes 5. dass ich errettet werde?« Aber wie wendet man heute Apostelgeschichte 16.

Diese Ausgewogenheit ist deshalb so schwierig. Wir wollen einerseits nicht den Kindern das Brot wegnehmen und es »den Hunden vorwerfen«. durch Liebe wirksam ist (Gal 5. Diese Früchte und auch die »guten Werke« des Christen tragen zwar in keiner Weise zum Verdienst des Heils bei. die in Christus sind – denn solange ein Sünder außerhalb von Christus ist. h.9). ist seine Sünde. werdet ihr alle ebenso umkommen« (Lk 13.31 Ihnen nicht. die nicht wiedergeboren sind. aber sie sind Erkennungsmerkmale der »Söhne Gottes«. dass nicht aufgezeigt wurde. Das einzige. der ist nicht sein« (Röm 8. was einen Menschen in die Hölle bringt. einem der kleinen Kinder Gottes Anstoß zu geben und es zu Fall zu bringen. sie seien noch tot in Sünden und Übertretungen. Ein »einfacher Glaube«. Dennoch müssen wir Weisheit von oben suchen. Buße ist für die Errettung ebenso notwendig wie Glauben. »Jahwe ist Rettung«) genannt wurde.4). Der Herr Jesus selbst erklärte: »Wenn ihr nicht Buße tut. weil wir jedes tote Bekenntnis aufdecken und uns von Gott dazu gebrauchen lassen möchten. »Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat. dass wir davor bewahrt bleiben. Nur zu oft denkt man dabei lediglich an die Hölle. über die er keine Buße getan hat und die ihm nicht vergeben wurde. weil er »sein Volk . gilt ihm keine der biblischen Verheißungen (siehe 2Kor 1. ob man den Geist Christi in sich hat? Nur indem man die Früchte entdeckt. die aber mit fleischlicher Zuversicht auf eine Verheißung Gottes bauen.9). der allein bleibt.3). Diese Aussage gehört genauso gut zum Wort Gottes wie Apostelgeschichte 16. antworten wir ohne Zögern: Nein.20). wovon der Sünder Errettung braucht. der nicht das Herz reinigt (Apg 15. andererseits ist es unser Gebet. Auf der ersten Seite des Neuen Testaments hat der Heilige Geist ausdrücklich aufschreiben lassen. um noch ungefestigte echte Gläubige nicht zur Schlussfolgerung zu verleiten. dass der fleischgewordene Sohn Gottes deshalb »Jesus« (d. o eitler Mensch.31.6) und die Welt überwindet (1Jo 5. die Augen derer zu öffnen. das reicht nicht aus. die durch die Gnadengaben der Wiedergeburt und Heiligung bewirkt werden. wird niemanden retten.20). Mit dieser zweifachen Zielsetzung vor Augen wollen wir fragen: Reicht ein einfacher Glaube an Christus aus. Ferner lesen wir: »Willst du aber wissen. dass der Glaube ohne die Werke tot ist?« (Jak 2. obgleich diese nur jenen gilt.132 Teil 4: Heilsgewissheit den Herrn Jesus Christus« nachgekommen und somit gilt die Verheißung aus Apostelgeschichte 16. Aber das ist eine äußerst mangelhafte Vorstellung und erweist sich oft als irreführend. Warum wird dieser Vers nicht so häufig zitiert? Und wie kann man wissen. um eine Seele für Zeit und Ewigkeit zu erretten? Auch wenn womöglich einige Leser dieses Buch weglegen und sich weigern weiterzulesen. Kapitel 13 Heilsgewissheit: ihre Grundlage Mit diesem Kapitel stehen wir vor einer schwierigen Aufgabe. Viel Verwirrung ist dadurch entstanden.

wird er von Stolz befallen. seine Gebete.6) und Böses zu verachten. billige ich nicht«(Röm 7. Kälte und Faulheit sind ihm verhasst. ob er von seinen Sünden errettet ist. Eva reagierte ebenso: anstatt ihre Übeltat ehrlich zuzugeben. Wenn er wünscht.19). wie sie wieder Macht über ihn zu gewinnen versuchen. völlig dem Willen Gottes ausgeliefert zu sein.14). schob sie die Verantwortung der Schlange zu. von den meisten heutigen Evangelisten nach hinten abgeschoben wird? Wenn man jemanden fragt. warum das Verdammungsurteil auf den Verlorenen ruht. denn er widersteht ihr und bekämpft sie. Wie kommt es. Zweifellos gibt es große Unterschiede zwischen den Früchten von Gottes Kindern: In seiner Souveränität gewährt Gott dem einen mehr Gnade als dem anderen. Manche werden so gut wie vollständig vor äußeren Übertretungen bewahrt.21). von der Liebe zur Sünde errettet zu sein. und dennoch ist es eine Tatsache. und anstatt sein Versagen zu beschönigen. Als der Herr Jesus erklärte. was Gott vornan gestellt hat. Gott von ganzem Herzen zu vertrauen. sie völlig zu besiegen. sein Streben nach Heiligkeit. Wer wirklich ehrlich zu sich selbst ist und mit geöffneten Augen seine schreckliche Sündhaftigkeit sieht. doch haben sie so manche Unterlassungssünden zu beklagen. hat oft den Eindruck. aber er billigte das nicht und versuchte es noch viel weniger zu rechtfertigen. Wenn er sich danach sehnt. befreit zu sein von unserem Billigen der Sünde. Wenn er demütiger zu sein wünscht. Der wahre Christ tut Buße über seine Missetaten. damit er gereinigt werde. Erstens bedeutet es. Nur ein allmächtiger Erlöser kann uns dazu bringen. steigen Einwände und Rebellion in ihm auf.134 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 13: Heilsgewissheit: ihre Grundlage 135 retten wird von ihren Sünden« (Mt 1. als das Böse zu lieben. ob er vor der Hölle errettet sei. Manche werden in großem Maße von Tatsünden bewahrt. bedauert sie und betet ernstlich. Wenn er eine Stunde mit dem Nachsinnen über geistliche Dinge verbringen möchte. verwundet ihn und bringt ihn täglich zu Fall: »Wir alle straucheln oft« (Jak 3. stöhnen und seufzen jedoch über innere Sünden. die »in Jerusalem geöffnet wurde gegen Sünde und gegen Befleckung« (Sach 13. befreit zu sein von der herrschenden Macht oder Knechtschaft der Sünde. Stolz. sein Vorwärtsdrang auf das Ziel hin – all das bezeugt.1). Er lehnte jede Milde gegenüber der Sünde ab. Genau dass tut der Heiland. Zweitens bedeutet Errettung von unseren Sünden. Die Sünde wohnt immer noch im Christen. Will . Schon zu Beginn lehnte Adam es ab. böse Taten zu entschuldigen und darüber hinwegzugehen. und wer immer mehr diesen Abgrund an Bosheit erkennt. scheint Unglaube ihn zu lähmen. bedrängt ihn. was Gott entgegengesetzt ist. Böses zu hassen« (Spr 8. dass das. Er jedoch nimmt Zuflucht zur Quelle. vor einer Wiederholung bewahrt zu bleiben. Dennoch wird der Christ nicht von der Sünde beherrscht. ist das weit weniger eindeutig als die Frage. Einige seiner Kinder werden weit mehr von Gewohnheitssünden geplagt als andere. Drittens bedeutet Errettung von Sünden. doch besteht ein enormer Unterschied zwischen ihm und den hilflosen Sklaven Satans. trauert er darüber. Für ihn gilt: »In Schuld bin ich geboren. Gott völlig gehorsam zu sein und gibt sich nicht mit weniger zufrieden. Was ist die Herrschaft der Sünde? Die letzte Aussage entmutigt vielleicht Gläubige mit einem empfindlichen Gewissen. seine Schuld einzugestehen und versuchte sie auf seine Frau zu schieben. diese Masse an Verdorbenheit. uns wie Hiob »selbst zu verabscheuen« (Hi 42. Nur eine übernatürliche Veränderung des Herzens kann jemanden aus seinem schrecklichen Zustand retten. denn Tausende bekennender Christen haben heute nicht die leiseste Vorstellung davon. dass die Sünde ihn nicht beherrscht (Röm 6. von Sünden errettet zu sein. Das natürliche Herz neigt ausnahmslos dazu. was es bedeutet. wird er von bösen Vorstellungen bedrängt. und so kann er nicht anders. denn: »Die Furcht des HERRN bedeutet. Der wahre Christ sehnt sich danach.15): Auch Paulus sündigte. Doch von den »Hausgenossen des Glaubens« beherrscht die Sünde niemanden mehr völlig. versucht ihn. Errettet von Sünden Wir wollen uns mit diesem Thema ein wenig ausführlicher befassen. Vielleicht ist der Mensch sich dessen nicht bewusst oder gibt es nicht zu. doch Tag für Tag erlebt er. dass die Sünde ihn jetzt mehr beherrscht als je zuvor.13). Seine Buße. bekennt sie Gott. und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen« (Ps 51. wenn er eine Seele rettet. Doch welch völlig andere Haltung hat der wiedergeborene Mensch gegenüber seiner Sünde: »Denn was ich vollbringe.5).2). Das Herz des natürlichen Menschen liebt alles. Zwar ist er weit davon entfernt. sagte er: »Die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht« (Joh 3. da es ja Bestandteil seines Wesens ist. die immer noch in ihm wohnt.

Wer zuversichtlich ist. In Gottes Licht sehen wir das Licht (Ps 36. sodass er sich nicht mehr wehren und verteidigen kann. Niemand wünscht sich ernsthaft. desto mehr entdecke ich. der sich die gegenwärtige Freude der Heilsgewissheit anmaßt. denn die Augen der meisten Ihrer Mitmenschen (einschließlich der religiösen) sind blind und können nicht sehen. sich nicht prüfen zu brauchen. s.13 nachzukommen und »die erschlafften Hände und die gelähmten Knie« aufzurichten und »gerade Bahn für eure Füße« zu machen. der dort haust. die nichts spüren – das gilt sowohl im natürlichen wie auch im geistlichen Bereich. dass Christus dafür ja Sühne geleistet habe) täuscht sich schwer. Wie kommt es. ist ein gesundes Zeichen. wollen wir unsere Aufmerksamkeit nun wieder auf solche richten. Der Eroberer entwaffnet seinen Feind. In Ihrem Herzen findet der »Reigen der zwei Heerlager« statt (Hl. 129).33). der Aufforderung aus Hebräer 12. den Baum unseres Herzens zu untersuchen. Er hat den Eindruck. dass Sie sich dieser Sünden bewusst sind und sich so große Sorgen machen wegen Ihres Versagens. ebenso wie die Sünde. Lieber Bruder. »damit das Lahme nicht abirre. ins ewige Glück einzugehen – welches vor allem völlige Freiheit von aller Sünde bedeutet –. Je mehr er gegen diese Sünden kämpft. Von dem weisen Salomo wissen wir: »Wer Erkenntnis mehrt. dass die Sünde ihn sehr wohl beherrscht. und vielleicht meinen. in der Zukunft von Sünde frei zu sein.18). in das Bild Christi verwandelt zu werden. und so ist es auch bei uns. Der Herr sagte. aber dessen Alltagsleben dem Evangelium unwürdig ist.« Aus uns als natürliche Menschen sicherlich nicht.136 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 13: Heilsgewissheit: ihre Grundlage 137 er beten. um sicherzustellen. Heilsgewissheit oder heilige Gewissheit? Jeder. dass Sie »kämpfen«. welche Art von Frucht er bringt und um zu erkennen. von Christus angenommen zu sein. aber aus einem wiedergeborenen Menschen schon. zeigt. was Sie so betrübt! Zweitens: Neben der Sünde ist in Ihrem Herzen auch Gnade. ob eine solche Frucht aus der Natur des Menschen hervorkommen kann oder ob dafür innewohnende göttliche Gnade nötig ist. dass die Sünde in Ihnen nicht gesiegt hat! Vielleicht kommt es Ihnen so vor. und der Teufel flüstert ihm ein. Der Christ hat nicht nur eine alte und unheilige Natur. sondern vielmehr geheilt werde«. Die Gnade ist aktiv in Ihnen. So ist es auch mit dem Christen: Je mehr Licht Gottes ins Herz vordringt. dass ein Baum an seinen Früchten erkannt wird.12.S. sein Bekenntnis sei leer. Erstens: Allein die Tatsache.10). Gebete und Ihr Streben nach Heiligkeit aus Ihrem Herzen verbannt. Doch gerade dieser Kampf. Nachdem wir nun in den obigen Abschnitten versucht haben. Aber wie kann ein schlechter Baum jemals anders werden? Der Herr Jesus sagte: »Macht den Baum gut. liebe Schwester. beweist. Ihr Verhalten wird ebenso von der neuen Natur bestimmt wie von der alten. dieses »SichStoßen«. Sie stehen nicht unter völliger Herrschaft der Sünde. desto weiter scheint der Sieg entfernt zu sein. Je mehr der Heilige Geist mir die hohen Ansprüche Gottes offenbart. Das kann man vergleichen mit dem Aufpfropfen eines frischen Zweiges auf einen alten Stumpf. dass die Sache noch nicht entschieden ist: hätte die Sünde gesiegt. aber in dieser Sache gibt es keinen Zweifel: Der Herr Jesus wird Sie auch noch von der Gegenwart der Sünde erretten. die »keinen Zweifel« daran haben. Wenn die Mittagssonne in ein sonst dunkles Zimmer scheint. 7. Was sollen wir einer solchen armen Seele sagen. Nur wer zur »Neuheit des Lebens« erweckt worden ist. und jede Partei kämpft um die Herrschaft über den Christen. dann würden alle Ihre Ambitionen. könnte die Seele keinen Widerstand mehr leisten. jetzt aber Sünde in seinem Leben billigt (und sich einredet. Nein. kann sich wirklich über Sünden grämen.22). sondern Gott gibt Ihnen eine klarere und vollständigere Sicht für Ihre Sündhaftigkeit. liebe Schwester. Außerdem sind derartige Erfahrungen Anzeichen für ein geistliches Wachstum: ein Wachstum in der Selbsterkenntnis. kommen Staub und Dreck deutlich zum Vorschein. es sind die Toten.1. Vielleicht wendet jemand sofort ein: »Aus uns selbst kann nichts Geistliches hervorkommen. Doch allein die Tatsache. die nicht sehen können. hat keine Grundlage für seine Hoffnung. dann ist seine Frucht gut« (Mt 12. die wegen dieser Probleme durch so tiefe Übungen geht? Zwei Dinge. auch wenn sie vorher den Blicken verborgen waren. Es sind die Blinden. ihm völlig zu vertrauen. desto mehr entdeckt er den geistlichen Schmutz. wie weit ich sie verfehle. als Gläubige werden Sie nicht immer sündiger. wenn dem so wäre. so schweifen seine Gedanken ab. ihn inbrünstig zu lieben und ihm fleißig zu dienen? Diese Wünsche kommen nicht aus dem Fleisch. als würde das bald passieren. Preisen Sie ihn dafür. dass Sie so sehr wünschen. lieber Bruder. Bildhaft war es so bei Rebek- ka: Die beiden »Kinder stießen sich in ihrem Leib« (1Mo 25. und deshalb kann es nicht falsch sein. mehrt Kummer« (Pred 1. wenn er sich in der Gegenwart nicht aufrichtig von Sün- . sondern auch eine neue und heilige.

In Vers 4 hatte Petrus von der Gnade Gottes gesprochen. in der Bruderliebe aber die Liebe!« Das ist eine Zusammenfassung der Gnadengaben. sondern strebt vorwärts zur Vollkommenheit: Seid mit vollem Ernst darauf bedacht. kann nur durch das wirksame Zeugnis des Heiligen Geistes in meiner Seele erlangt werden. Der Glaube soll nicht allein bleiben.) seine Berufung. Wenn die Gerechtigkeit Christi jemandem zugerechnet worden ist. dann rettet er ihn auch in Bezug auf seine Erfahrung. uns zu erklären. dass er von Gott angenommen ist. das Leben im Himmel ist nichts anderes als die volle Reife des wiedergeborenen Lebens auf der Erde. in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe. In den Versen 8-9 inspirierte der Heilige Geist den Apostel Petrus. h. Weder der Tod noch die Wiederkunft Christi werden eine radikale Änderung in der Natur des Christen bewirken: dabei wird nur das vollkommen werden. in dem Ausharren aber die Gottseligkeit. Der Ausdruck »darreichen« bedeutet wörtlich »dazu-ausstatten« oder »zusätzlich geben«. sondern die anderen geistlichen Gnadengaben müssen ihn ergänzen und zieren. Warum diese andere Reihenfolge? Die Antwort ist simpel: In Römer 8. dass die Verdienste des vollbrachten Werkes Jesu zu meinen Gunsten angerechnet worden sind.30: »Die er aber 1. welche Konsequenzen folgen. diese hat er auch 2. die an den Erwählten wirksam geworden war: Durch die Wiedergeburt waren sie »dem Verderben. dass Gott mich wirksam berufen hat aus der Finsternis der Sünde ins Licht der Versöhnung. Wer hier nicht der Heiligkeit nachjagt. »Diese Dinge« (V. in der Tugend aber die Erkenntnis. Wenn wir nach der Grundlage der Heilsgewissheit eines Christen fragen. Warum diese Reihenfolge.) seine Erwählung »fest zu machen«. Und einzig und allein die Verleihung einer neuen Natur – das übernatürliche Werk der Gnade Gottes – kann den Beweis liefern. was er bereits hat und ist. d. 1.) berufen«.30 geht es um die Ausführung von Gottes ewigen Ratschlüssen. er wünsche sich Heiligkeit für die Ewigkeit. oder wie bei einem Regenbogen die verschiedenen Farben ein wunderschönes Gesamtbild ergeben. sich seiner Sündenvergebung rühmt und ewiges Leben zu haben meint. was eine heilige Gewissheit ist. wobei das erstere nur durch das letztere erkennbar werden kann. Ein Sünder kann einzig und allein durch die Gerechtigkeit Christi – die der Herr durch sein vollkommenes Leben und seinen stellvertretenden Tod verfügbar gemacht hat – eine annehmbare rechtmäßige Stellung vor dem dreimal heiligen Gott erlangen. Petrus 1. um Rückschlüsse auf die Natur des Baumes ziehen zu können. der angeblich Heilsgewissheit hat. erst »Berufung« und dann »Erwählung«? Hier finden wir die umgekehrte Reihenfolge wie in Römer 8. dass mein Name dort geschrieben ist. den heiligt er auch. dass mir die Gerechtigkeit Christi tatsächlich zugerechnet worden ist. befleißigt euch um so mehr. wird ihm auch ein Prinzip der Heiligkeit verliehen. Daher gilt: Jeder. Ich habe keinen Einblick in das »Buch des Lebens des Lammes« (Offb 13. 8) bezieht sich auf die sieben Gnadengaben der vorherigen Verse. weiß nichts davon. wenn wir den in Vers 5-7 dargelegten Pflichten gehorchen oder nicht gehorchen.138 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 13: Heilsgewissheit: ihre Grundlage 139 de trennt. Die Berufung und Erwählung sicherstellen Und wie mache ich meine »Berufung und Erwählung fest«? Das geht aus dem Zusammenhang dieses Verses deutlich hervor: In Vers 5-7 lesen wir: »Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar. um diese herrlichen Tugenden zu erlangen und zu fördern. entflohen«. echte Abscheu vor der Sünde und Selbsthass wegen seiner Übertretungen erlebt hat. aber nie eine tiefe Trübsal über seine Sünde. Eine biblische Erkenntnis. das durch die Begierde in der Welt ist. wenn er meint. in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren. Brüder.10 um das erfahrungsmäßige Erkennen dieser Ratschlüsse. dann wird gewisslich eine bestimmte Konsequenz folgen: So wie die Wirkung nur auf . in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit. aber wenn ich klare Beweise habe. so wie sich bei einem Chor mehrere Stimmen und Gruppen zu einem harmonischen Ganzen vereinigen. Aus meiner Sicht muss ich von der Wirkung zur Ursache zurückgehen und die Frucht untersuchen. irrt sich gewaltig. Petrusbrief wird der Christ aufgefordert. Wenn Gott einen Menschen seiner rechtlichen Stellung nach rettet. eure Berufung und Erwählung fest zu machen!« (2Petr 1. dann weiß ich. die den Charakter des Christen ausmachen.10). aber hier im 2. diese Tugenden »zu eurem Glauben hinzuzufügen«. Die ewige Herrlichkeit ist nichts anderes als die vollendete Gnade. aber in 2. müssen wir scharf unterscheiden zwischen einerseits dem Grund für seine Annahme bei Gott und andererseits seiner Erkenntnis. Nun fügt er hinzu: Gebt euch nicht mit dieser negativen Seite der Errettung zufrieden.) vorherbestimmt hat. Wenn man »allen Fleiß aufwendet«. »Darum. und 2. Wen Gott rettet.8). sicherzustellen.

ob es irgendeine echte Übereinstimmung gibt. dass er mit Unkraut überwuchert ist. Nicht solche sind Söhne Gottes. dass die einzige Art und Weise. Wer zu seinem »Glauben« nicht die Gnadengaben aus Vers 5-7 hinzufügt oder »darin darreicht«. dass du alles verkaufen und ihn erwerben und für ihn leiden würdest. so ist Fruchtbarkeit abhängig vom Fleiß des Christen. das Zeugnis und Werk des Heiligen Geistes im Herzen ist: »Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben. Dein Bekenntnis darf nicht fruchtlos und ohne gute Werke sein. sich als Berufenen und Erwählten Gottes zu betrachten und von anderen als solcher angesehen zu werden. Brüder. dass Gott geehrt wird. auf dem unsere Gewissheit beruhen kann. Damit kommen wir zu Vers 10. Wer den Garten seiner Seele nicht kultiviert. sitzt. schläfst. wie man sich seines Heils gewiss sein kann. Wir wollen dieses Kapitel beenden mit einem Zitat von Samuel Rutherford aus dem Jahre 1637: Du kannst dich von den Verworfenen unterscheiden. dann rechtfertigt dieses Bekenntnis. so führt ein Missachten der göttlichen Anweisung von Vers 5 zu seelischer Magerkeit. Robert Hawker wies darauf hin. Das »darum. in mir einen Charakter zu entdecken. Du musst in allen Dingen nach Gottes Ehre streben. Heilsgewissheit ist daher die biblisch begründete Erkenntnis. die Welt und allen ihren Trug und Glanz. dem die Verheißungen Gottes gelten. der zum ewigen Leben führt. damit ihr überreich seiet in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!« (Röm 15. kaufst. Wenn du isst. Wenn die Liebe Christi dich mehr vom Sündigen abhält als das Gesetz oder die Furcht vor der Hölle. dass wir zur Familie Christi gehören. dass er seine Gotteskindschaft ernsthaft in Frage stellt. Daher ist jede aufrichtige Seele verpflichtet. verliert bald den Segen der göttlichen Verheißungen. haben wir einen festen Grund.13). Nur in dem Maße. deine Laufbahn. geistlicher Kurzsichtigkeit und Verlust der Heilsgewissheit.31 zu vertrauen! Ob ein Christ berechtigt ist.14). Fürbitte und Danksagung. Um das zu verhindern. bemüht euch. wenn du diese Kennzeichen hast: Wenn du Christus und seine Wahrheit so wertschätzt. befleißigt euch um so mehr« aus Vers 10 weist auf einen Gegensatz zur bedauerlichen Tragödie von Vers 9 hin. deine Ehre. Dort sahen wir die bedauerlichen Folgen eines zurückgefallenen Seelenzustands. Petrus 1. indem ihr den Charakter eines Kindes Gottes fördert und das Verhalten eines solchen an den Tag legt. verspottet zu werden. so wie Bewegungsmangel zum Erschlaffen der Muskeln führt. der entwickelt sich zurück. Brüder. Wer Gottes Ermahnungen außer Acht lässt.140 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 13: Heilsgewissheit: ihre Grundlage 141 die Ursache hin erfolgt. die durch ihren eigenen Willen geleitet werden. sprichst.24 oder Apostelgeschichte 16. Im Leben des Christen gibt es keine Stagnation: Wer sich nicht weiterentwickelt. befleißigt euch um so mehr. eure Berufung und Erwählung fest zu machen!« Die offenkundige Bedeutung von dieser Aufforderung in 2. die biblischen Kennzeichen der Kinder Gottes den Charaktermerkmalen seiner eigenen Seele gegenüberzustellen und zu bestimmen. Lasst nicht zu.« Das beweist also. Daher basiert diese Gewissheit auf dem Wort Gottes. stehst. denn Christus Jesus wurde vor dir verspottet. betest. sondern »so viele durch den Geist Gottes geleitet werden. sagt der Apostel: »Darum. So wie das Versäumen der täglichen Mahlzeiten zu Magerkeit und Schwäche führt. Mache dir tägliches Gebet zur Gewohnheit. und gib nicht viel darauf. wird schnell feststellen. die sind Söhne Gottes« (Röm 8. wie wir zu unserem Glauben die anderen christlichen Gnadengaben hinzufügen. als lediglich auf Johannes 5. befehle all deine Wege und Taten Gott an durch Gebet. dass in dieser Sache Zweifel oder Ungewissheit besteht: Wenn ihr bekennt. wird schon bald unter der Macht des Unglaubens zu Fall kommen. ob er die Früchte einer echten Bekehrung hervorbringt. verkaufst. . Wir beurteilen uns jetzt anhand desselben Wortes Gottes. dass ihr unter den Berufenen und Erwählten Gottes seid. liest und das Wort Gottes hörst.10 ist daher: »Rafft euch auf. dass ich mich auf dem schmalen Weg befinde. dein Ansehen. besteht jedoch in der Befähigung durch den Heiligen Geist. Wenn du demütig bist und deinen eigenen Willen verleugnest sowie deinen Verstand. zufriedenstellende Indizien dafür zu erlangen. anhand dessen auch Gott einst Lebende und Tote richten wird. Kinder Gottes zu sein. wird die Freude seines Heils verlieren und in solche Zweifel hinabsinken. hängt davon ab. dass von uns mehr erwartet wird. Wer nicht fleißig die Gebote Gottes bewahrt. musst du mit dem Herzen darauf ausgerichtet sein.

und sie wird dich irreführen. Das ist es. wenn eine tiefschürfende Änderung in deinem Sinn stattgefunden hat. kein Gebet. die zwar den »Namen haben. oder ob du im Zustand derer bist. kein Werk des Heiligen Geistes. dann hast du Grund zur Freude. und missverstehe nicht die biblische Beschreibung eines Heiligen. Die Natur der Heilsgewissheit ist daher die gut begründete Erkenntnis. der ein gutes Werk in euch angefangen hat. das Gott in den Geretteten begonnen hat? Es wird in verschiedenen Schriftstellen unterschiedlich beschrieben.5). damit du dich weder zu Unrecht billigst. Prüfe jetzt. aber nicht erretten. nichts als deine eigene Behauptung. Zwischen Vermutung und voller Gewissheit besteht ein großer Unterschied.10). aber in Wirklichkeit tot sind (Offb 3. wie das Wort Gottes den Charakter. wenn du wiedergeboren wurdest. es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu« (Phil 1. Es ist das Eingravieren des Gesetzes Gottes auf ihre Herzen (Hebr 8. Wort Gottes vor dir. Erlangt wird Heilsgewissheit daher durch eine aufrichtige Selbstprüfung und einen ehrlichen Vergleich zwischen mir und den biblischen Kennzeichen der Kinder Gottes. obwohl ihnen die Merkmale von Christen fehlen. prüfe dich jetzt selbst an diesen Paragrafen. keine innere Gottseligkeit. halten daran fest und halten es für böse. Du hast dasselbe . was dich annehmbar machen wird. wenn da keine Liebe zu Gott ist.10: Sie sagen. Setz dich nicht nieder ohne Gewissheit. und dann urteile. Es ist die Reinigung ihrer Herzen durch den Glauben (Apg 15. Spurgeon sagte in seiner Predigt über 1. unter welchen Bedingungen die Menschen angenommen oder verdammt werden. Du liest dort dieselben Paragrafen. Es ist die Liebe Gottes. Das ist der Unterschied zwischen wahren und getäuschten Christen.1). und doch haben sie keinerlei Grund. und erklärt ohne Wimpernschlag das als Eigentum. Zieh dich ins Kämmerlein zurück und unterziehe dein Herz einem gerichtlichen Verhör: Zwinge es. die durch den Heiligen Geist in ihre Herzen ausgegossen ist (Röm 5. um die Menschen von diesem entscheidend wichtigen und unverzichtbaren Werk der Selbstprüfung abzuhalten! Er weiß nur zu gut: Wenn viele seiner verführten Opfer Selbstprüfung ist unerlässlich Eine verlässliche und befriedigende Gewissheit kann nur durch eine gründliche Selbstprüfung erlangt werden. du seiest errettet. C. was die wiedergeborenen Kinder Gottes von leeren Bekennern unterscheidet – von solchen. (Aus: The Saint’s Everlasting Rest) Eine solche Selbstprüfung ist tatsächlich dringend nötig. ihre Zuversicht beizubehalten. dass sie leben«. Und worin besteht dieses »gute Werk«. die ihm vorgelegten Fragen zu beantworten. ob du das besitzt. wurde er zu der Aussage inspiriert: »Ich bin ebenso in guter Zuversicht. dir anzumaßen. Die Grundlage dafür ist die eindeutige Übereinstimmung zwischen meinem Charakter. und dementsprechend billige oder verdamme dich selbst. Mögest du doch im voraus wissen. ihr Christen. dass sie Christen sind.Kapitel 14: Heilsgewissheit: Wie sie erlangt wird 143 Kapitel 14 Heilsgewissheit: Wie sie erlangt wird Als Paulus an die gläubigen Philipper schrieb. O. anhand dessen du an jenem großen Tage gerichtet werden wirst. sie sind sich sicher. dass der. Richard Baxter schrieb 1680: O. H. Chronik 4. denn Unmengen werden getäuscht. Wenn dein Herz erneuert ist. welche Mühe gibt sich der Teufel. Vermutung nimmt etwas für selbstverständlich an. die du einst liebtest und die Dinge liebst.6). dass du dich an einem wahren Prüfstein prüfst. sie seien gerettet. begründet auf einer festen Grundlage. daran zu zweifeln. noch zu Unrecht verdammst. und die Merkmale deiner Seele auf die andere. ruht deshalb nicht. anhand derer du beurteilt werden wirst. bis ihr diese Ruhe euer eigen nennen könnt. wenn du wirklich Buße getan hast. meiner Erfahrung und meines Lebens damit. dass ich ein Kind Gottes bin. Aber stelle sicher. die Erfahrungen und das Leben der Kinder Gottes beschreibt.9). Aber wenn keine grundlegende Veränderung vorhanden ist. auf das keinerlei Anrecht besteht. wenn du die Dinge hasst. Volle Gewissheit ist mit der Vernunft nachvollziehbar. die du einst hasstest. dann ist deine Aussage: »Ich bin errettet«. stelle die Merkmale der Gläubigen auf die eine Seite. Hüte dich davor – so bete ich –. welche Übereinstimmung zwischen beiden besteht. die verdammt werden.

halte mich für entschuldigt« (Lk 14. dass kein Wunder der Gnade an ihnen geschehen ist. dann würden sie bald erkennen. Aber wie kann es falsch sein.6)? Wie kann es falsch sein. wenn ich nachprüfe. und sie folgten blindlings diesem Rat. wenn ich mein Herz prüfe. wie kann es da falsch sein.9). nachzuschauen und zu prüfen. dass sie es als ihre Pflicht ansehen. Manche sind so unwissend.8). Eine Religion der Lässigkeit wurde eifrig vorangetrieben.4)? Da Gott selbst erklärt: »Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat. der Gott fürchtet und das Böse meidet!« (Hi 1. Zehntausenden wurde beigebracht. im Jahre 1670): Die Bibel gebietet und warnt uns immer wieder. Viele werden von Stolz davon abgehalten. mich an dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen zu messen. . der Lust der Augen und dem Hochmut des Lebens« geleitet ist (und er schon so lange Christ ist und die Bibel viel besser kennt als ich) – wenn er sicher ist. »sich zu prüfen … ob ihr im Glauben seid« (2Kor 13. noch was ein Diener Gottes damit meint. dass sie sagen: »Ich bitte dich. Diese Aufforderungen zeigen sowohl. und so halten sie jegliche Suche nach Beweisen und jegliche schriftgemäße Selbstprüfung an den Kennzeichen für »neue Geschöpfe in Christus Jesus« für unnötig und überflüssig. dass Hiob.10)? Wie kann es falsch sein. warum sollte ich mir dann Sorgen machen? Hindernisse für eine Selbstprüfung Der Zustand des Herzens hält viele von der Pflicht der Selbstprüfung ab. wenn sie nur ernstlich ihre Herzen prüfen würden. für lässige Menschen wohlannehmbar zu sein. von dem Gott sagte: »Es gibt keinen wie ihn auf Erden – ein Mann. so tief davon überzeugt. für sich und ihre Familien zu sorgen. die heute den Namen Christi tragen. hierin eine sichere Gewissheit zu erlangen. dass sie durch keine Überlegung dazu bewegt werden können. ob Gott »ein gutes Werk in mir begonnen hat« (Phil 1. dass sie es nicht wagen. und vergessen dabei. jemand war. Andere sind so in Liebe zur Sünde verhaftet und haben eine solche Abneigung gegen die heiligen Wege Gottes. ob das »Öl« der Gnade. den Herrn von ganzem Herzen zu suchen. Er weiß auch. dass zwischen ihrer Seele und Gott alles in Ordnung sei. ob in mir der Geist Christi wohnt? Der Puritaner John Owen sagte richtigerweise (über Hebräer 3. Sie sind sich ihrer Errettung so gewiss. dass er auf dem Weg zum Himmel ist –. Sie sind in einer religiösen Atmosphäre aufgewachsen. von dem diese Aussage stammt (Hi 19. Sie haben so viele bestätigen gehört: »Ich weiß. die nötigen Mühen auf sich zu nehmen. wenn sie einen solchen Christen kennen: Wenn er. der so weltlich ist. diese Behauptung wie ein Echo zu wiederholen.14. als auch wie gefährlich leicht man sich hierin irrt. sich auf eine Prüfung ihres Zustandes einzulassen. und das würde sie veranlassen. Sie denken hoch von sich selbst. der ist nicht sein« (Röm 8. wenn er Gläubige zu überreden versucht. die bewusst darauf ausgelegt ist. wo niemand unter den bekennenden Christen irgendwelche Zweifel über seinen Zustand bekundete. es sei falsch für den Christen. den sie so lieben. den sie verabscheuen. in sich selbst hineinzublicken. dass sie weder wissen. so von der »Lust des Fleisches.18). Andere sind so faul und träge. um ihren eigenen Herzenszustand kennen zu lernen. was Selbstprüfung ist. und einen Weg zu betreten. um sicherzustellen. wie schwierig es ist. dass wir mit höchstem Fleiß suchen und prüfen sollen. ob wir zu Teilhabern Christi gemacht worden sind oder nicht. so rechtschaffen und redlich. Aber sie zeigen auch. welche Wiedergeburt und Heiligung bewirkt.144 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 14: Heilsgewissheit: Wie sie erlangt wird 145 dieser Aufgabe aufrichtig nachkämen. um zu sehen. Viele werden von diesem gesunden Werk abgehalten durch das schlechte Vorbild so vieler. dass solche Zweifel vom Teufel kommen und die Gültigkeit des Wortes Gottes in Abrede stellen. mich anhand des Gleichnisses vom vierfachen Ackerboden zu prüfen. Genau das wurde in den letzten Jahrzehnten so heftig bekämpft. Andere sind so von ihren weltlichen Geschäften in Beschlag genommen und so damit beschäftigt. Nicht wenige argumentieren. Ihnen wurde beigebracht. um zu sehen.5). und ob der Heilige Geist in uns wohnt oder nicht. den Weg zu verlassen. dass echte Christen beträchtlich im Vorteil wären gegenüber der Macht der innewohnenden Sünde. im »Gefäß« meiner Seele vorhanden ist (Mt 25. Die Errettung der Seele und die daraus folgende Heilsgewissheit wurden dabei präsentiert als eine äußerst simple Angelegenheit. Denn dann wären sie womöglich gezwungen.25). ob Gott sein Gesetz darauf geschrieben hat oder nicht (Hebr 8. wie sicher der fleißige und regelmäßige Gebrauch der verordneten Mittel zu einem guten Ergebnis führen wird. welcher dieser vier Böden mein eigenes Herz repräsentiert? Wie kann es falsch sein. dass mein Erlöser lebt«.

und sie bekennen zu glauben. Aber das Gewissen des natürlichen Menschen ist parteiisch. Wenn der Christ keine sicherere Grundlage hätte als diese. um das Werk des Heiligen Geistes im Herzen zu bezeugen.16). dass Christus für sie starb und sich auf Johannes 3. was der Teufel nicht nachmachen kann.16). als »auf Johannes 5. Auch nicht dadurch. dass es seine Aufgabe besser erfüllen kann. Wo ein solches Gewissen durch Gnade besteht. dass der bekennende Christ jederzeit. dass ein Wunder der Gnade an ihm geschehen muss. Aber haben sie denn niemals vom Heiligen Geist gehört? O doch. und sie ließen sich von keinem Argument überzeugen. könnte er wohl verzweifeln. alles. Wenn die geschriebenen Verheißungen Gottes an sich ausreichen würden.« Diese Aussage beinhaltet eindeutig. Um sich der erstaunlichen Tatsache völlig gewiss zu sein. »allezeit ein Gewissen ohne Anstoß zu haben vor Gott und den Menschen« (Apg 24. denn es fehlt nicht nur praktisch an jedem Warten auf Gott und an ernstlichem Erbitten der Macht des Heiligen Geistes.15). um Heilgewissheit zu geben. was nötig ist. dass ein Christ tatsächlich ein Kind Gottes ist? Der Heilige Geist bezeugt mit unserem Geist Da Römer 8. dass wir Kinder Gottes sind« (Röm 8.16 in der heutigen Verkündigung fast gänzlich außer Acht gelassen wird. sondern sie stürmen drauf los und sprechen zu den Unerretteten. Der wiedergeborene Mensch wünscht sich und strebt danach. christlichen Autoren und Seelsorger nicht einmal die Hälfte dessen glaubt. dass verlorene Sünder jederzeit Christus empfangen könnten. volle Heilsgewissheit erlangen könne. dass Gott mein geistlicher Vater ist. Stattdessen meinen sie irrigerweise. für den ist offensichtlich. dass nichts weiter nötig sei. als nur der Heilige Geist selbst? Und wie bezeugt er dies dem Gläubigen? Weder durch Visionen oder Stimmen. Und was ist das? Dieses: Der Teufel kann dem Herzen keine göttliche Gnade und keine echte Heiligkeit verleihen. dann seien sie errettet –. sei Information und Überzeugung: das Evangelium zu verkünden und die Menschen zu überreden. dass die Gotteskindschaft eines Gläubigen zumindest zeitweise schmerzhaft ungewiss sein kann.« »Bezeugen« ist ein juristischer Begriff und bedeutet. um »zu bezeugen«. was die Heilige Schrift über die geistliche Ohnmacht des natürlichen Menschen sagt und über die absolute Notwendigkeit. Aber stimmt ihr Handeln mit diesem Bekenntnis überein? Sicherlich nicht. Wer ist kompetent genug. und – mit Ehrfurcht gesagt – mehr als das Vertrauen auf eine göttliche Verheißung. wenn es sicher und überzeugend sein soll. So wie solche »Neubekehrten« einfach davon ausgehen. an die er gerade nicht dachte. »Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist. etwas sein.16 zu verlassen. Die Gnade macht es zartfühlend und weich und bewirkt. als gäbe es den Heiligen Geist gar nicht. dass dem Gläubigen einige Schriftstellen einfallen. dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist.6) und sein Opfer zu intensiver Freude und falschem Frieden verleiten. dass das Brot auf dem Tisch nicht buchstäblich in das Fleisch Jesu verwandelt wird. bevor er in rettender Weise zu Christus umkehren kann. wann immer sie sich dazu entscheiden – so wie ihnen ständig gesagt wird. können wir mit dem Apostel sagen: »Unser Rühmen ist dies: (nicht das Ver- . sodass das Herz vor Freude springt. wollen wir diesen Vers hier näher betrachten: »Der Geist selbst bezeugt (zusammen) mit unserem Geist. Sie meinen. Millionen haben auf die Worte vertraut »dies ist mein Leib«. dass nur er wirksam von Sünde überführen und die Wiedergeburt bewirken könne. Deshalb muss das Zeugnis des Heiligen Geistes. Ein einziger Bibelvers reicht aus. um diese Tatsache zu bestätigen und alle Zweifel zu beseitigen. und dass dazu nichts weiter nötig sei. »Unser Geist« bezieht sich hier auf das erneuerte Gewissen. Der Teufel kann ihm eine Schriftstelle vorstellen (siehe Mt 4. dass die große Mehrheit der heutigen Evangelisten. hinreichende und überzeugende Indizien zu liefern. um zu zeigen. der gefallene Mensch sei »frei in seinem moralischen Handeln« und könne mit gleicher Vollmacht Christus annehmen wie ihn ablehnen. indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt« (Röm 2. dass diese verbreitete Vorstellung eine Lüge ist: »Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist. verfinstert und abgestumpft. wozu würde dann noch die dritte Person Gottes gebraucht. so wurde ihnen auch die Vorstellung indoktriniert. noch durch eine direkte Inspiration oder neue Offenbarung. wann immer es ihm beliebt. daran zu glauben. als zu glauben. und dass das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes nötig ist. dass wir Kinder Gottes sind. Über den natürlichen Menschen steht geschrieben: »Sie beweisen. ist mehr erforderlich als das Zeugnis meiner eigenen Gefühle oder die Meinung von Menschen.24 zu vertrauen« usw.146 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 14: Heilsgewissheit: Wie sie erlangt wird 147 Das Problem der heutigen Evangeliumsverkündigung Wer wirklich von Gott belehrt ist.

Und ein weiterer Beleg: »Kinder. sondern auch der Heilige Geist fügt seine Bestätigung hinzu. »Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist. sondern) das Zeugnis unseres Gewissens. Welchen Weg stellt Gott hier seinen Kindern vor. indem er im Christ die Zuneigungen bewirkt.19). Röm 15.15). als er in sich selbst etwas fand. das der Christ hat. durch die uns der Heilige Geist zur sicheren Gewissheit führt.148 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 14: Heilsgewissheit: Wie sie erlangt wird 149 trauen auf Johannes 3. War Paulus etwa vom rechten Weg abgekommen.13). Und hieran werden wir erkennen. Und wenn jemand diesen Vers ablehnt. das Streben nach mehr Umgestaltung in das Bild Jesu und der Kampf gegen die Sünde sind alle von ihm inspiriert. dass wir aus der Wahrheit sind. Gott hat in der Bibel klare Kriterien gegeben. sondern in Tat und Wahrheit. wenn nichts anderes nötig wäre. dass wir Kinder Gottes sind. Der Heilige Geist bezeugt die Errettung durch seinen geistlichen Trost: Die Gemeinde »wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch den Trost des Heiligen Geistes« (Apg 9. »Hieran erkennen wir. dass sie eine seiner Verheißungen in Anspruch nehmen. wer abtrünnigen Herzens ist. wenn er – durch Gnade – in der Wahrheit wandelt. Der Heilige Geist bewirkt solche Gnadengaben im Gläubigen. im Licht der Bibel die Auswirkungen und Früchte seines übernatürlichen Wirkens in uns zu erkennen. die pflichtbewusste Kinder einem weisen und liebevollen Vater entgegenbringen (Röm 8. weil er aus dem Alten Testament stammt.22 werden diese Gnadengaben ausdrücklich »die Frucht des Geistes« genannt.12). noch mit der Zunge. Dadurch zeigt er uns eine echte Übereinstimmung zwischen unserer Erfahrung und der offenbarten Wahrheit. wird satt der gute Mann« (Spr 14.18. Die Wiedergeburt zur göttlichen Natur und seine Unterweisung. und von dem. 4. denn dann würden sie lesen: »Von seinen Wegen wird satt. vgl.13). bezeugt ihm seine Gotteskindschaft. anhand derer wir die Frage beantworten können: »Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden.14). lasst uns nicht lieben mit Worten. sind Mittel. Das Verlangen des erneuerten Herzens nach Heiligkeit.14). Wie geschieht das? 1. dass wir in Einfalt und Lauterkeit Gottes … gewandelt sind in der Welt« (2Kor 1. die sind Söhne Gottes« (Röm 8. »die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig zu leben in dem jetzigen Zeitlauf« (Tit 2. dass diese Männer nicht weniger auf menschliche Literatur achten und nicht mehr auf die Heilige Schrift. dass wir Kinder Gottes sind.16. als auf Johannes 5. wie sie in ihren Herzen Gewissheit des Heils erlangen? Nicht. dass er uns von seinem Geist gegeben hat« (1Jo 4.4). . und werden vor ihm unsere Herzen überzeugen« (1Jo 3.24 zu vertrauen? 2. was ihm ein Grund zum »Rühmen« war? Vielen heutigen Predigern zufolge ja. die nur bei Gotteskindern möglich sind: In Galater 5. was in ihm ist. Warum wird uns das gesagt. und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen« (Gal 6. Der Heilige Geist bezeugt. dann wird ihr Geist ihnen ihre Gotteskindschaft bezeugen. Es ist sehr bedauerlich. Zusammenfassend können wir sagen: Der Heilige Geist bezeugt zusammen mit unserem Geist. dass wir in ihm bleiben und er in uns. sollte er auch im Neuen Testament lesen: »Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk. indem er uns befähigt. 3. sondern indem sie in der Wahrheit wandeln. dass wir Kinder Gottes sind.12). indem sie ihm sagen.« Nicht nur das erneuerte Gewissen.31.

die fürchten. Wenn dieser Arzt mich dann lediglich anschaut und leichtfertig sagt. dass mein Glaube lebendig und geistlich ist. ob der eigene Körper gesund ist? Gibt es nicht bestimmte Symptome und Zeichen.14).13). sicherzustellen. die irregeführt wurde durch den Slogan: »Glaube. wird es mein Sehnen. um ihnen denselben kundzutun« (Ps 25. sondern jemanden. Zittern Sie vor seinem Wort? Oder machen Sie Witze oder disputieren Sie über den heiligen Inhalt des Wortes Gottes? • Wem vergibt Gott wirklich? Denen. Aber das kann nicht sein: Wahre Liebe zu Gott kommt weder durch Furcht vor der Hölle zustande noch durch die Hoffnung auf den Himmel: Wenn ich Gott nicht für das liebe. welche ihn fürchten. sie liebten Gott. der die Gerechtigkeit tut (1Jo 2. der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist. die der Welt und der Sünde den Rücken kehren und sich Gott ergeben. was an meinem Herzen geschehen ist. • »Aber auf den will ich blicken: auf den Elenden und den. sodass sie seine Gebote lieben. was er in sich selbst ist. »die ihn lieben« (1. • Was sind die Erkennungsmerkmale rettenden Glaubens? Rettender Glaube »reinigt die Herzen« (Apg 15. ich sei gesund. sollten wir eine Reihe von Fragen stellen: • Bei wem wohnt der große Gott. Korinther 2. Ich würde um eine gründliche Untersuchung bitten: der Blutdruck sollte gemessen. um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen« (Jes 57. in deren Herzen Gott seine Gebote gibt und sie auf ihren Sinn schreibt.15). der Herzschlag geprüft.19). Viele meinen.Kapitel 15: Wer sie hat 151 Kapitel 15 Heilsgewissheit: Wer sie hat In diesem Kapitel möchten wir kurz den Charakter derer betrachten. dass ich von einer tödlichen Krankheit befallen sei. dass man errettet ist. dann würde ich einen Arzt aufsuchen.2).17) steht: »Ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihren Sinn schreiben« (Hebr 10. Die Geburt aus Geist kann nur an ihren Auswirkungen erkannt werden (Joh 3.9). Andererseits gibt es jene. Auf der einen Seite gibt es die Gruppe. und zwar mit einer solchen Liebe. h.« Dieser Auffassung hält man am besten entgegen.8).29). der nur »glaubt«. Auch hier müssen wir uns wieder vor zwei Extremen hüten. oder nicht? Nur so kann ich mich vergewissern. die eindeutige Hinweise sind? Wenn ich daran zweifelte und befürchtete. Solche möchten wir fragen: Kann man denn unmöglich feststellen. »ist durch Liebe wirksam« (Gal 5. das Blut untersucht und die inneren Organe abgetastet werden. dass solche Anzeichen unerreichbar bleiben. »der diese meine Worte hört und sie tut« (Mt 7. • Wer ist wirklich wiedergeboren? »Jeder. wer zu Heilsgewissheit berechtigt ist. dann bist du gerettet. wer »die Brüder liebt«.17)! • Was für einen Menschen verglich der Herr Jesus mit jemanden. Das ist »Geistliches durch Geistliches deuten« (1Kor 2.4): nur daran kann ich erkennen.24). der sein Haus auf dem Felsen baut? Nicht jemanden. Wünschen und Streben sein. d. Johannes 3. Wenn wir anhand des Wortes Gottes herausfinden möchten. und sein Bund. . denen.6) und »überwindet die Welt« (1Jo 5. wie sie beschrieben ist in 1. solange noch Sünde in ihnen ist. dass du gerettet bist. der »in der Höhe und im Heiligen wohnt«? »Bei dem. der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort« (Jes 66. Genauso sollte es mit der Seele sein.17. dass vor dem »Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken« (Hebr 10. dass echte Heilsgewissheit niemals größer ist als die erkennbaren Anzeichen dafür. die »Buße tun« und »sich bekehren« (Apg 3. • Wem offenbart Gott erfahrbar die ewigen Ratschlüsse seiner Gnade? »Das Geheimnis des HERRN ist für die. dann würde ich mir einen kompetenteren Arzt suchen. dass ich ihn tatsächlich liebe. darüber nachsinnen und sie halten: Man beachte. ob ich ein Anrecht auf Heilsgewissheit habe. Wie wichtig ist es daher für mich. die zu Recht das Vorrecht der Heilsgewissheit genießen. dann liebe ich ihn überhaupt nicht! Und wenn ich ihn liebe. Daher kann ich vergleichen und prüfen: Stimmen die Verheißungen Gottes. was er an den Erwählten durch seinen Geist tun wird. Wunderbare Dinge hat Gott denen bereitet. mit dem überein. weil sie Furcht vor der ewigen Strafe haben (oder hatten). ihn in allen Dingen zu erfreuen.18.9).

sich mit sich selbst als mit Christus zu beschäftigen. Daher zögern sie.9. während er unter nervenaufreibenden Kopfschmerzen leidet! Worauf wir hinauswollen. Sie sind unter einer zu einseitigen Lehre aufgewachsen.7-11). Viele faszinierende Fälle beweisen das Gegenteil. ge- 1. ist dieses: Zumindest in manchen Fällen liegt es nur an natürlichen Mängeln. und so bemühen sie sich in erster Linie um Selbstprüfung. dass viele verführt werden. kann sie wieder geschwächt und unterbrochen werden durch mannigfache Verstimmungen. Versuchungen und Abweichungen (Ps 77. wie es ihm gefällt. doch sagen wir ohne Zögern. solche Therapien würden zur Genesung oder Vermehrung der Heilsgewissheit beitragen. Das liegt zuallererst an der Souveränität Gottes. Wir können uns zwar nicht selber Gesundheit verleihen. Eine solche Haltung möchten wir zwar auf keinen Fall unterstützen. denn geistliche Ergebnisse können nicht durch materielle Mittel erzielt werden. die heute viele beanspruchen. der seine sowohl natürlichen wie auch geistlichen Gaben so zuteilt. Dennoch ist das Beseitigen von körperlichen Hindernissen oft eine Hilfe. Eine träge Leber verursacht Depression und Niedergeschlagenheit. Viel lieber möchten wir unser Los teilen mit einer Gemeinschaft von niedrig gesinnten. nachdenklichen. der es an Ausgewogenheit zwischen den objektiven und subjektiven Seiten der Wahrheit fehlte. dass wir diese Einstellung bei weitem vorziehen im Vergleich zur anmaßenden Gewissheit. Doch wir möchten bei weitem nicht sagen. So können wir auch durch unsere sündige Torheit unsere Gesundheit schädigen und verderben. Und so wie ein Arzt sich als höchst inkompetent erweisen würde. weil sie nicht die elementaren Regeln des leiblichen Wohlergehens beachten. Sie wurden zu viel aufgefordert. dass viele sich geistlichen Segen entgehen lassen.23. ihre Errettung als gewiss anzusehen. Sie sehen Zweifel. kann man auch das Fehlen von oder den Mangel an Heilsgewissheit nicht immer auf dieselben Gründe zurückführen. 31. wenn sie sich mehr an der frischen Luft betätigen. sich besser ernähren und ein wenig Rizinusöl einnehmen würden. diese Gewissheit zu erlangen (1Jo 5. Da sie wissen. aber wir sollten unter dem Segen Gottes von den berechtigten Mitteln Gebrauch machen. Dennoch gilt. Schlechte Belehrung Bei manchen Kindern Gottes verhindert eine schlechte geistliche Belehrung. wie wertlos die fleischliche Zuversicht ist. wahre Gläubige warten womöglich lange darauf. Sowohl im leiblichen als auch seelischen Bereich gibt es verschiedene Gesundheitsgrade. Jes 54.7-9.a.4). die von den seichten Frömmlern um sie her bekundet wird.13). Damit meinen wir natürlich nicht. 2. 1Jo 3.22 u. mit einem niedergedrückten Geist einher.Kapitel 16: Heilsgewissheit: Hindernisse 153 Kapitel 16 Heilsgewissheit: Hindernisse Frage: Sind alle wahren Gläubigen zu allen Zeiten ihres gegenwärtigen Standes der Gnade und ihrer Errettung gewiss? Antwort: Gewissheit der Gnade und des Heils sind keine Grundelemente des Glaubens (2Petr 1. so macht sich auch ein christlicher Seelsorger zu einem »Kurpfuscher« (Hi 13. Natürliche Hindernisse In vielen Fällen mangelt es an Heilsgewissheit wegen eines schlechten seelischen Gesundheitszustands. und nachdem sie diese Gewissheit erlangt haben. Westminster Bekenntnis So wie das Fehlen oder der Verlust der leiblichen Gesundheit nicht immer auf dieselbe Ursache zurückgeht. Körperliche Gebrechen wirken sich auf den Sinn aus. Wer kann das Wort Gottes nutzbringend lesen. Angewidert vom anmaßenden Prahlen leerer Bekenner erkennen sie. Geringe körperliche Vitalität geht gewöhnlich . fürchten sie. dass sie Heilsgewissheit haben. der sie vor dem Hinabsinken in völlige Verzweiflung bewahrt (Ps 73.13-15.10). Sünden. Ängste und Unsicherheit als beste Kennzeichen für geistliche Demut an.). Dasselbe gilt im geistlichen Bereich. Vielen »Depressiven« würde es viel besser gehen. wenn er nur eine einzige Medizin gegen alle Krankheiten verschriebe. dass man sich nicht recht an den Dingen Gottes erfreuen kann. dass jemand die Freude des Herrn nicht erfahren könne. dass sie dasselbe Schicksal erleiden könnten. wenn er nicht völlig gesund ist. wenn er bei allen Seelenleiden stets das gleiche Heilmittel verabreicht. doch entbehren die Gläubigen niemals der Gegenwart und Hilfe des Geistes Gottes. die der Gesundheit zuträglich sind. damit sie sich nicht der Anmaßung schuldig machen oder sich aufblähen.

Wenn er in den ersten beiden Punkten scheitert. wenn er die Heilsgewissheit und den Trost des Heiligen Geistes verliert.24). weil sie nicht wissen. die niemals im Geringsten bezweifeln. aber allezeit uns freuend« (2Kor 6. . er aber unbeirrt weitermacht. auch sind wir traurig.12). dass er mächtig ist. wenn er in sündigen Gewohnheiten lebt und Gott ihn deswegen oft angerührt hat und sein Gewissen arg getroffen wurde. ihren Frieden aufzustören und ihre Gewissheit zu verderben. verkündete auch: »Ich weiß. mein anvertrautes Gut bis auf jenen Tag zu bewahren« (2Tim 1. wie der Mann.9). predigt der Seele die Forderungen Gottes und die außerordentliche Sündhaftigkeit der Sünde und verfolgt dabei das Ziel.154 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 16: Heilsgewissheit: Hindernisse 155 genüber sich selbst misstrauischen Menschen. den Gottes Wort verbietet. wenn Gott uns unsere Augen geöffnet hat. der niemals von der Stimme des Gewissens erschüttert wird. es bringt mir ängstliche Gedanken ein: Liebe ich den Herrn oder nicht. welches Christus uns hinterlassen hat. sodass mir die Freude am Herrn völlig fremd ist. und deren täglicher Lebenswandel weitaus weniger gottesfürchtig ist als der Wandel der erstgenannten Gruppe. Auch wir sind täglich »Traurige«. und bin überzeugt. in denen sein Verhalten nicht christusähnlich ist. weil Gott uns in unserem schrecklichen Zustand nicht in Gleichgültigkeit belassen. sowohl Unterlassungs. seine Kaltherzigkeit gegenüber Gott und die vielen Punkte.10).wie Tatsünden. aber selbstgefällig und stolz sind. der rief: »Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?« (Röm 7. dass sie nicht mehr zu erkennen sind. Diesen Angriffen begegnet man am besten. hilf meinem Unglauben!« (Mk 9. wem ich geglaubt habe. desto schmerzlicher sind diese Angriffe des Teufels. uns am Ausüben unserer Gnadengaben zu hindern und unseren Frieden und unsere Freude zu zerstören.24). Viele erliegen den Bemühungen des Teufels. ich glaube. Doch wir sind auch »allezeit uns freuend«. bin ich sein oder bin ich’s nicht? Gemeinschaft mit solchen Menschen ziehen wir vor gegenüber der Verbrüderung mit solchen. Die Angriffe des Teufels Bei anderen Gläubigen wird die Heilsgewissheit beträchtlich durch die Angriffe des Teufels gemindert. von einem Bewusstsein meiner Verdorbenheit niedergedrückt zu sein und über die mangelnde Christusähnlichkeit zu trauern. und weil sie vergessen. wenn wir erkennen. dann ist es kein Wunder. als meinen wahren Seelenzustand zu ignorieren und unbekümmert. wie es in einem Lied heißt: Dieses möchte ich gerne wissen. Je zarter das Gewissen ist. und weil wir wissen. Er verstellt sich als Engel des Lichts. Aber sicherlich gibt es einen guten Mittelweg zwischen den Extremen: einerseits stets am Rand der Verzweiflung und im Verlies des Zweifels zu sein. 4. Heilige Gewissheit und demütige Gesinnung sind nicht unvereinbar. leichtsinnig und oberflächlich stets ein Lächeln auf den Lippen zu tragen. Ungerichtete Sünde verdunkelt das Auge der Seele so sehr. Dieser Feind versucht drei wesentliche Dinge zu erreichen: uns zur Sünde zu verleiten. ist eine treffende Zusammenfassung seiner zweifachen Erfahrung. indem man anerkennt. das Gewissen zu überwältigen und die Seele in Verzweiflung zu stürzen. 3. Seine Selbstbeschreibung »als Traurige. dass die Bibel das Leben von Gotteskindern bei weitem nicht fehlerlos und vollkommen schildert. damit wir ein wenig von unserer ungeheuren Verderbnis sehen. erzielt er oft im dritten Punkt großen Erfolg. Er erinnert den Christen an zahlreiche Sünden. dass dieses Sehnen völlig gestillt werden wird. Er hält dem Christen die schreckliche Vorherrschaft seines Unglaubens vor. Wenn ein Christ vorsätzlich einen Weg geht. wenn wir von diesem Leib des Todes befreit werden. noch veredelt worden ist. die sagen. Es ist weit besser. Dann nehmen wir unsere Zuflucht zum Herrn. die immer noch in uns steckt. Persönliche Sünde Das verbreitetste Hindernis für Heilsgewissheit ist das bewusste Verbleiben in Sünde. dass sie nicht mehr ihren eigenen Stand erkennen kann (2Petr 1. dass sie von Christus angenommen sind. dass das Fleisch weder aufgehört hat zu existieren. Derselbe Paulus. sondern in uns das Sehnen nach Heiligkeit eingepflanzt hat. und andererseits einen falschen Frieden zu haben. wie sie seinen Angriffen begegnen sollen. der ihn anflehte: »Herr. denn es setzt unsere Gnadengaben so auf »Sparflamme« herab. Das Hegen von Sünde verdunkelt notwendigerweise das Zeugnis der Gotteskindschaft. wie weit entfernt wir von dem Vorbild sind.

11-14). durch welche Gott uns gesund machen will. gibt uns Psalm 51. dass es seinen Zustand nicht mehr wahrnimmt. Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand. »Seht zu. und andererseits vor der humanistischen Anmaßung. die sie vom Teufel und der Welt bezieht.4). wenn der Christ nicht »sein Herz behütet«. Ich sagte: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott. Als er mit Batseba in Sünde fiel. Brüder. zerfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.5). Die traurige Geschichte Davids ist ein erhabenes Beispiel hierfür. Doch. Es stimmt. und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir! Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils. als einen wachsamen Kampf und Widerstand gegen das ganze Werk der Sünde. was dazu nötig ist. Noch mehr Aufschluss über die tiefen Übungen.12). damit ihr nicht in Versuchung kommt! (Mk 14. das Heilmittel stünde in meinen eigenen Händen. und erneuere in mir einen festen Geist! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Kapitel 17 Heilsgewissheit: Wie sie bewahrt wird Auch hier müssen wir uns wieder vor zwei Extremen hüten: einerseits vor der fatalistischen Lethargie nach dem Motto: »Ich kann mir sowieso nicht helfen«. aber wir können durch Ungehorsam und Selbstgefälligkeit Magerkeit über unsere Seelen bringen und Kälte über unsere Gefühle. dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott« (Hebr 3. mit all ihren Begünstigungen und Bekräftigungen. dass ich weder meinem Gewissen Frieden einreden noch meinem verwundeten Herzen »Balsam aus Gilead« auftragen kann. Dazu ruft der Apostel besonders auf mit seinen Warnungen und Ermahnungen an uns. doch kann ich vieles tun. aufzupassen.2). was den großen Arzt der Ärzte betrübt und zurückweist. sodass er uns das segensreiche Licht seines Angesichts entzieht: »Eure Vergehen sind es.156 Teil 4: Heilsgewissheit und stumpft das Herz so weit ab. 3. verwandelt wurde mein Saft in Sommergluten« (V. sowohl in ihrem Trug als auch in ihrer Macht. aber wir können von ihm weggehen. Gott. John Owen beschrieb. durch die David ging. und du. Dort hören wir ihn weinen: Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden. und tilge alle meine Schuld! Erschaffe mir. dank sei Gott. ein reines Herz. Aber mehr noch: Sünde reizt Gott auf. aber nach dem Fleisch.38). 1. endete sein irdisches Leben nicht in diesem beklagenswerten Zustand: »So tat ich dir kund meine Sünde und deckte meine Schuld nicht zu. führte das zu schmerzlichen Konsequenzen. Denn sie ist ganz dar- . Wir können uns nicht selber Gott nahe bringen. und zwar »mehr als alles. Behüte dein Herz Heilsgewissheit kann nicht bewahrt werden. »Wachet und betet. aber wir können von den Mitteln Gebrauch machen. Von uns selbst können wir nicht nach dem Geist wandeln. aber wir können zu unserer eigenen Ehre leben. dass wir nicht von der Sünde verhärtet werden. dass er nicht hört« (Jes 59. was man sonst bewahrt« (Spr 4. diese Gewissheit zu bewahren. und dennoch ist der Christ verantwortlich. und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt.23). Von uns selbst können wir nicht zu seiner Ehre leben. Wir können uns nicht selbst »fruchtbar zu jedem guten Werk« machen. die besagt. und stütze mich mit einem willigen Geist! (V. Geistliche Heilsgewissheit ist eine göttliche Gabe. In Psalm 32 schrieb er: »Als ich schwieg. Wir können uns selber keine Gesundheit verleihen. du hast vergeben die Schuld meiner Sünde« (Ps 32.

der schwach war.2). und um Trost und Freude zu erlangen und zu bewahren. bedächtigen Wandeln sind wir aufgerufen in einer Welt. Doch dank sei Gott. weil sie in Christus miteinander verbunden sind und in uns von ein und demselben Geist gewirkt werden. Zweitens durch das Zufügen der einen Gnade zur anderen: »Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar. auf zweierlei Weise: Erstens. die uns zu schaffen machen. leidenschaftlich und inbrünstig wird. Das Ausüben der einen führt uns zur Förderung der anderen in der Seele und zu deren Ausübung. Der beste Beweis. weiche davon und gehe vorüber!« (Spr 4. wenn jener Glaube. Einige Gemeinden aus den Sendschreiben der Offenbarung hatten ihre erste Liebe und auch ihre ersten Werke verlassen. die matt und kalt war.« (2Petr 1. dass wir versagt haben. die hartnäckigen Sünden zu töten. durch die wir in Christus bleiben. sie wird sogar völlig damit aufhören.21). wenn das Herz uns nicht verurteilt. in der Gnade zu wachsen. Pflege die Gnadengaben Heilsgewissheit kann nicht bewahrt werden. sondern jedes Vergehen freimütig bekennen. »Begib dich nicht auf den Pfad der Gottlosen und tue keinen Schritt auf dem Wege der Bösen! Meide ihn.158 Teil 4: Heilsgewissheit Kapitel 17: Heilsgewissheit: Wie sie bewahrt wird 159 auf ausgelegt. muss er wissen. und nichts verbergen. wird er doch »oft straucheln« (Jak 3. denn sonst ist die tödliche Krankheit nicht aufzuhalten.2). Wir können Gott nicht aufrichtig und von Herzen als Anbeter nahen. stark wird. Doch so sehr der Christ sich auch mühen und in Acht nehmen mag. uns die Liebe Gottes zu uns und unsere Vereinigung mit Christus zu bezeugen.13). wenn die Gnade in uns wächst und gedeiht. wenn man sich bewusst an einen Ort der Gefahr begibt oder sich willentlich den Angriffen der Sünde aussetzt. täglich. gegen vorsätzliche Sünden anzugehen.9). in der Gnade zu wachsen. Ein Christ ist Teilhaber jener geistlichen Gaben geworden. Ja. dies häufig zu tun. dass er diese Gaben besitzt. dass unser liebevoller Vater auch für diese traurigen Versagen Vorkehrung getroffen hat: »Wenn wir unsere Sünden bekennen. ist er treu und gerecht. Schuld vor Gott aufzuhäufen und begangene Sünde sofort bereinigen. wird durch nichts mehr beeinträchtigt als durch die schmerzliche Erkenntnis.9). die an jeder Ecke voller Fallstricke steckt! erreicht werden durch das eifrige Ausüben dieser Gnaden selbst und einem beständigen Hinwenden unserer Seelen durch diese Gnaden zum Herrn Jesus Christus. Unsere Freimütigkeit. wenn eine individuelle Gnade gefördert wird. dass mein Wandel ihm missfallen hat. Man beachte den engen Zusammenhang zwischen diesen Dingen. überschreite ihn nicht einmal. wird Erbarmen finden« (Spr 28. Bedenken wir: Es bedeutet. 2. und zwar durch tägliche Unterlassungs. das ist das rechte Werk geistlichen Fleißes.29). haben wir Freimütigkeit zu Gott« (1Jo 3.15). wie John Owen schrieb. 3. wenn wir vermeiden. Das kann nur .5). wer sie aber bekennt und lässt (im Herzen und im Streben). ein erkranktes Glied muss amputiert werden. Bereinige Schuld unverzüglich Heilsgewissheit wird aufrechterhalten. Daher ergeht an uns der Befehl. Vernachlässigte Gnade wird verdorren und wird »im Begriff stehen. ist es. Wir sollten uns auch nicht fürchten.22). Das ist die Natur der evangelischen Gnadengaben. Wir müssen zu Gott flehen. dem dreifach heiligen Gott zu nahen. unserem sündigenden Bruder »sieben mal siebzig Mal« zu vergeben (Mt 18. die »mit der Seligkeit verbunden« sind (Hebr 6. und diesem Befehl gehorchen wir. ja ständig. und jene Liebe. »Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens. wird keinen Erfolg haben. dass er uns die Gnade gebe. Das geschieht. zu sterben« (Offb 3. »Geliebte. Dazu ist ein beständiges tägliches Kultivieren nötig und das Streben. Sobald uns bewusst wird.14. sollten wir Gott unser Herz ausschütten. Zu welch vorsichtigem. jede Gnadengabe zu fördern und zu stärken. dass wir im Stand der Gnade sind. Insbesondere müssen Christen beten und darum ringen. unsere Zuneigung zu Christus und unser Beharren in ihm zu beeinträchtigen und uns so vom lebendigen Gott wegzuziehen.22). wenn der Christ nicht fleißig seine Gnadengaben pflegt. Rechte Hände müssen abgehauen und rechte Augen ausgerissen werden (Mt 5. dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit« (1Jo 1.und Tatsünden. während die Schuld von Sünde auf unserem Gewissen liegt. die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser« (Hebr 10. »den Herrn zu versuchen«. Wenn der Herr uns auffordert. wird er selbst dann weniger barmherzig sein? »Wer seine Verbrechen zudeckt. in der Tugend aber die Erkenntnis usw.

Je enger wir mit dem Herrn wandeln. dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt« (Hebr 10. desto leuchtender werden die Anzeichen unserer Gotteskindschaft hervorstrahlen.5-7). Kapitel 18 Heilsgewissheit: ihre Früchte Heilsgewissheit befreit von den Zweifeln und Befürchtungen. Ich kann über alle Drangsale lachen: kein Leid erschreckt mich. in dem wir rufen: Abba. da ihr wisst. Diese Gemeinschaft bedeutet daher.4).31) und tat stets das. Sie ist ein Aus-sich-selbst-Herausgehen und ein Ergreifen Gottes in Christus.17. wird sich der Christ nicht vor üblen Nachrichten fürchten. Er wandelte in ununterbrochener Gemeinschaft mit dem Vater: Er freute sich an Gottes Willen (Ps 40. die den Gläubigen dazu bringt. Der Herr Jesus hat diese Gemeinschaft mit Gott vollkommen verwirklicht und uns ein perfektes Beispiel dafür gegeben. was in Gottes Augen wohlgefällig war (Joh 8. sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen. bin ich ein so furchtsamer Geist. was er hasst und die Dinge zu wählen. »Der Feigenbaum blüht nicht.29). wieder zur Furcht. dünkt mich. Gemeinschaft mit Gott ist das Teilhaben am Licht und an der Liebe Gottes. Sie bedeutet.3. Und dies schreiben wir.« Heilsgewissheit führt zu einer Freude an Gott. dass ich kühn wie ein Löwe bin. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden. Johannesbrief vor allem bedeutet. meinen ganzen Willen an ihn zu verlieren. hielt seine Gebote (Joh 14.160 Teil 4: Heilsgewissheit 4. Die Seele. gemeinsame Interessen und Freuden. Er bleibt auch in Trauer gelassen und lässt sich von Verfolgungen nicht erschüttern.18). ich will in dem HERRN frohlocken. selbst auch so zu wandeln. Brüder. Sie bedeutet. Diese Beziehung umfasst Einheit des Herzens und Denkens. Der Märtyrer Latimer sagte 1551 zu seinem Leidensgenossen Ridley: »Wenn ich in einer gefestigten und beständigen Gewissheit über den Stand meiner Seele lebe. Wahre Heilsgewissheit verleiht Geduld in Drangsalen: »Denn ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen. die Heilsgewissheit hat. Und gerade Johannes schreibt auch: »Wer sagt. Welch ein Maßstab wird uns hier vorgestellt! Doch danach sollen wir uns unter Gebet ständig ausstrecken. Es ist eine Gemeinschaft »im Licht« (1Jo 1. die der Weltmensch so heiß und innig liebt. die ihn erfreuen. und »die Freude am HERRN ist eure Stärke« (Neh 8. seine Gedanken nachzudenken.8). das zu verweigern. Das wird deutlich aus dem Kontrast in Römer 8. Sie beinhaltet. Pflege die tägliche Gemeinschaft mit Gott »Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. in das Ebenbild seiner heiligen Natur umgestaltet zu werden.34). Doch wenn mein Trost verfinstert ist. dass ich in jedes Mauseloch kriechen könnte. und an den Reben ist kein Ertrag. wie er gewandelt ist« (1Jo 2. Und so ist sie eine Gemeinschaft der Freude. und kein Rind ist in den Ställen. – Ich aber. Einheit des Willens und Strebens und gegenseitige Liebe. ja freuen will ich mich in dem HERRN! Jubeln soll meine Seele in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils« (Jes 61. beflei- . aber am schlimmsten in Bezug auf unser ewiges Schicksal.6).10).10): Stärke und Kraft. zu seiner Ehre zu leben. die so manchen Christen seiner berechtigten Freude im Herrn berauben. Aber was bedeutet der Begriff »Gemeinschaft?« Viele haben offenbar nur eine vage und mutmaßliche Vorstellung davon. will jubeln über den Gott meines Heils« (Hab 3. in ungetrübter Gewissheit der Gotteskindschaft zu leben) ist die Frucht der Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn. was in ihr ist und all unserem gegenwärtigen und zukünftigen Leben. um die Pflichten des Lebens zu bewältigen und alle Sorgen und Enttäuschungen zu ertragen. dass er in ihm bleibe. »Darum. Wo das Herz in Gott verankert ist und den Sonnenschein seines Angesichts genießt. kann sagen: »Freuen. ist schuldig. Vater!« Unsicherheit ist in vielen Lebenslagen schlecht. die Welt aus seinem Blickpunkt zu sehen. damit unsere Freude vollkommen sei« (1Jo 1. samt allem. Der Ölbaum versagt seine Leistung. um Versuchungen zu überwinden. Doch wahre Gewissheit befreit uns von der schmerzlichen Knechtschaft der Ungewissheit und nimmt sogar dem Tod seinen Schrecken. Sie bedeutet. und die Terrassengärten bringen keine Nahrung hervor.15: »Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen. Man beachte die Beziehung zwischen diesen beiden Aussagen: Vollkommene Freude (was im 1. jene vergänglichen Vergnügungen zu verachten. seine Beurteilung der Dinge anzunehmen.

möchte Sie . die Sie in Ihrem Buch »Was ist rettender Glaube?« veröffentlicht haben. Vermutlich wünschen einige Leser. ich suche keine Hilfe. ich möchte mit Ihnen über Ihre Ausführungen über Heilsgewissheit sprechen. die zu diesem Thema Rat und Auskunft suchen. Der Autor: Nehmen Sie bitte Platz. was er mir zeigen will. F. sich persönlich mit dem Autoren über dieses Thema zu unterhalten.162 Teil 4: Heilsgewissheit ßigt euch um so mehr. ich möchte mit Ihnen reden. und ich sehe es als meine Pflicht an. wie man erkennen soll« (1Kor 8. Autor: Es steht geschrieben. F.11). mit jemanden über göttliche Dinge zu debattieren. Z. eure Berufung und Erwählung fest zu machen! … Denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus« (2Petr 1. was ihnen noch unklar ist. kann man wohl kaum erwarten. die so viele Sinne vernebelt.: Nun.10. dass ich Recht habe und Sie Unrecht. und aufgrund der Verwirrung. lieber Freund: »Wenn jemand meint. ich bin bereit Ihnen zuzuhören. dass ein Leser innerhalb weniger Stunden umdenkt und umlernt von dem. Autor: Das ist sehr gut. die Ansichten anderer bereitwillig zu prüfen und abzuwägen und dadurch womöglich das zu empfangen. sodass sie ihre Schwierigkeiten darlegen und alles fragen könnten.: O. Deshalb hoffe ich. ich bin mir sicher. so hat er noch nicht erkannt. dass Gott mir stets die Gnade geben wird. er habe etwas erkannt. Ich bin gern dazu bereit. die heute so weit verbreitet vorherrschen. wo ich mir sehr sicher bin. dass Sie sich irren. um einer Hilfe suchenden Seele zu dienen. Ihnen dies zu sagen. Z. Anhang Gespräche über Heilsgewissheit Angesichts der Irrtümer. alles in meiner Kraft Stehende zu tun. Dialog 1: Herr Fleischliche Zuversicht beim Autor Herr Fleischliche Zuversicht: Guten Tag. Deshalb haben wir einige Dialoge verfasst mit verschiedenen Charakteren als Gesprächspartnern. weil ich einige Dinge in Ihrem Buch ansprechen möchte. Herr Autor. was ihm irrigerweise jahrelang als Gottes Wahrheit beigebracht worden ist.2). Doch andererseits bin ich nicht bereit.

Aber wenn man Gottes Wort glaubt. Beachten Sie auch: »Wenn die Sonne heiß wurde. Erstens: »Wer mein Wort hört. ob er errettet ist oder nicht. die heute von sehr vielen vertreten wird. auch machten sie Kuchen daraus« (4Mo 11. es für den nächsten Tag aufzubewahren. der in der Bibel geoffenbart wird. Dasselbe gilt überall: Welche Zeit und Mühe ist nötig. Gott verleiht keinen Preis für Trägheit. Z. Mose 16. Aber natürlich bedeutet das viel mehr. Nein.23)? Hat er uns nicht klar gesagt: »Wenn du um Verstand betest und um Einsicht flehst. und dazu ist es nötig. (V. und ich glaube an Gott und seinen Sohn. Autor: Aber sind denn alle. ich meine dies: Wenn ich auf einen Vers der Heiligen Schrift als Gottes Verheißung an mich vertraue. wirklich errettet? Glaubten die Juden zur Zeit Jesu nicht klar an die göttliche Autorschaft des Alten Testaments? Behaupten nicht auch Zeugen Jehovas und dergleichen. Z. wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen. vielmehr gab er ihnen Manna vom Himmel. das »fein« und »körnig« war. um es sicherzustellen! Außerdem war das Manna nicht haltbar: »Niemand lasse davon übrig bis an den Morgen … da wuchsen Würmer darin. hier wollen Sie etwas mystifizieren. Autor: Wo in der Bibel sagt Gott.24.24 beschreibt der Herr Jesus jemanden. das weiß ich. F. was eigentlich simpel ist. das mag für Sie so sein. Bevor wir beginnen. Z. richtig verstehen. und die Seelen mit etwas verwirren. Sie sagen das ganz aufrichtig und drücken damit die Ansicht aus. als dass man darüber Wortstreit führen könnte. die Gott verwendet hat.: Ich denke. so zerschmolz es« (V. 14). als sie versuchten. Autor: Ich denke.164 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 1: Herr Fleischliche Zuversicht beim Autor 165 nur noch einmal erinnern. Z. Gott hat die Dinge so verordnet. um es aufzusammeln (V. da irren Sie sich. Wir wollen ja bedenken.: Dem widerspreche ich. der »aus dem Tod in das Leben übergegangen« ist. wie der Heilige Geist jedes einzelne Wort verwendet.31 und vielen anderen Stellen. Ihrer Auffassung nach muss ein Mensch zunächst durch viele Schwierigkeiten gehen. so wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen (Spr 2. dass die Worte aus unserem Mund und die Gedanken unserer Herzen in Gottes Augen »wohlannehmbar« sein mögen (Psalm 19. dass Sie in Ihrem Buch aus einer eigentlich sehr simplen Sache eine äußerst schwierige und komplizierte gemacht haben. Mühe und Geduld waren nötig.: Darum geht es mir nicht. dass er mich nicht enttäuschen kann. 17). 21).14).3-5)? Schauen Sie in 2. die zum Verspeisen bereitlagen. Autor: Schlagen wird diese Bibelstellen doch bitte einmal auf. F. Autor: Das ist doch prinzipiell dasselbe: Vertraut nicht auch der Katholik mit ganzer Zuversicht auf Christi Worte: »Dies ist mein Leib«? Rettender Glaube ist nicht Glaube an die Echtheit irgendeines Bibelverses. weil er es sagt. musste es intensiv behandelt werden: Sie »mahlten es mit Handmühlen oder zerstießen es in Mörsern. Z. um zu entdecken. aber gewöhnliche Menschen haben nicht die Muße für so viel Studium. F. um unseren Körper funktionstüchtig zu halten! Können dann die ewigen Belange unserer Seelen leichtfertiger abgetan werden oder lässt sich die Ewigkeit einfacher erlangen? Hat Gott uns nicht aufgefordert: »Kaufe Wahrheit« (Spr 23. »Hören« bedeutet hören. die Gottes Wort glauben. um Ertrag von ihm zu gewinnen. dass er in seiner Gnade unser beider Fleisch unterwerfe und unser Gespräch so leite. Aber erlauben Sie mir zu sagen.8). dass ich mich auf keine Debatte einlassen kann.: O. denn die Dinge Gottes sind zu heilig. und es ward stinkend« (V. dass wir für jedes unnütze Wort Rechenschaft ablegen müssen (Mt 12. Gott versorgte sie nicht mit gebackenen Broten. 19. und ich weiß. sodass sie früh aufstehen mussten. dass ohne Fleiß und Eifer nichts erreicht wird. und sie kochten es in Töpfen. Autor: Entschuldigen Sie. Schriftstelle mit Schriftstelle zu vergleichen und zu entdecken. In Johannes 5. was doch ganz klar ist. F. in Apostelgeschichte 16. dass das eine sehr falsche Auffassung ist. Glaube an Christus. damit das einfache Volk es verstehen kann. der uns die Bibel gab. Nachdem es dann gesammelt worden war.36). Doch ein freundliches Gespräch in der rechten Gesinnung kann für uns beide hilfreich sein. und mehr ist nicht dabei. All das veranschaulicht: Wenn eine Seele das . Auch in einen Garten muss man viel Arbeit und Pflege investieren. sollten wir die Hilfe Gottes suchen.« Das ist ausdrücklich genug.: Ja. kann man augenblicklich sicher sein. sondern vielmehr Glaube an die Person dessen. wie die Israeliten in der Wüste ernährt wurden.: In Johannes 5. dass ich errettet bin. Er sagt uns zwei kennzeichnende Dinge über diese Person. dass Sie errettet sind? F. Gott weiß das und hat sein Wort in einfacher Sprache geschrieben. dann weiß ich. als nur mit dem äußerlichen Ohr seinem Wort zuzuhören. an die göttliche Inspiration der Bibel zu glauben? Glauben das nicht sogar die Dämonen? F. Ich möchte nur die Worte.20). Z.

der nicht rettet. »Weil ihr auf meine Worte nicht gehört habt. auf meine Worte zu hören« (Jer 11.30. Autor: »Auf Christus blicken« ist ein sehr vager Ausdruck. und in dem ist nicht die Wahrheit« (1Jo 2.: Ich habe Gewissheit. sondern ich blicke auf Christus. ist sicherlich keine Mühe zu groß.24)?« Es gab viele. dass Gott dies zu Ihnen sagt? Diese Aussage wurde unter ungewöhnlichen Umständen getroffen und an eine bestimmte Person gerichtet. die er tat. die nicht die Charakteristiken aufweisen. dass im selben Evangelium steht: »Als er aber zu Jerusalem war. bedeutet »hören« auf das zu hören. auf dem Fest.27). aber dennoch nicht errettet waren. dass Sie mich einschüchtern und mich von der Einfalt des Evangeliums abbringen.9)? Ist die Echtheit Ihres Glaubens an den Werken erkennbar.43. ich glaube an den Sohn Gottes und deshalb bin ich völlig gewiss. dass er »zitternd vor Paulus und Silas niedergefallen« war (Apg 16. dieser Vers ist nun wirklich einfach und eindeutig. Dieser Mensch war in tiefe Verzweiflung gestürzt. Gott sagt: »Glaube an den Herrn Jesus. Wenn es um das Sicherstellen des ewigen Schicksals geht.12). er hatte schreckliche Seelenangst. sondern ewiges Leben hat. siehe. Z. Dieses Prinzip gilt für das richtige Verstehen jedes Bibelverses: Man muss sich Mühe geben. die da bleibt ins ewige Leben« (Joh 6.17)? Überwinden Sie durch Ihren Glauben die Welt (1Jo 5. wo dieser Ausdruck vorkommt: »Sie sind zurückgekehrt zu den Missetaten ihrer ersten Väter. auf den man hören. Johannes 8. Deshalb sollte jede aufrichtige und ernsthafte Seele fleißig ihren Glauben an der Schrift prüfen und sich vergewissern.29). haben Sie sich ihm als Herrn unterworfen. wenn wir den Vers aus seinem Zusammenhang reißen und ihn solchen Menschen vorstellen.24 zurück: Wer vom Tod zum Leben hinübergegangen ist. wird von Christus beschrieben als jemand. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an.9).59 und Johannes 12. die ich anführen könnte. vollkommen zu sein. Es steht zu viel auf dem Spiel. lieber Freund. Wie können Sie beweisen.27. Kann man nun mit Recht die Worte der Apostel nehmen und sie ohne Unterschied auf jeden anderen anwenden? Tun wir Recht. er hatte seinen Platz im Staub eingenommen.4). der an ihn glaubt. glaubten viele an seinen Namen. siehe ferner Jeremia 35.« Nun. ich habe mich zum Glauben an Christus entschieden und deshalb muss ich errettet sein. der Ihr Herz reinigt (Apg 15. haben Sie sein Joch auf sich genommen. sondern er ist auch der Prophet.4. Doch kommen wir zu Johannes 5. ich behaupte nicht. dem man sich anvertraut.8. In allen diesen Versen und in vielen anderen. dass er seinen eingeborenen Sohn gab.43! Es gibt einen Glauben an Christus. Z. ich mache mir keine Sorgen über meinen Wandel. F. er war zutiefst von seiner Sünde überführt. der rettet. In Johannes 3. Autor: Sind Sie sich der Tatsache bewusst. Sacharja 1. Autor: Haben Sie denn einen solchen Glauben. muss sie.17)? Wandeln Sie auf dem Weg des Gehorsams? Denn Gottes Wort sagt: »Wer sagt: Ich habe ihn erkannt. die den Kerkermeister auszeichneten? F. als sie seine Zeichen sahen. . am Passa. die an Christus »glaubten«. und bin überzeugt. Z. F. kommen wir zu Apostelgeschichte 16. was Gott sagt.4)? F. siehe dazu Johannes 8. wie der Herr Jesus sagte. so sende ich hin und hole alle Geschlechter des Nordens …« (Jer 25.42.31. aber »ich weiß. gehorcht seinem Gebot. weil er alle kannte« (Joh 2.166 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 1: Herr Fleischliche Zuversicht beim Autor 167 Brot des Lebens essen will.16 steht: »Denn so hat Gott die Welt geliebt. welcher Glaube der ihrige ist. was er für arme Sünder getan hat.: Ich lasse nicht zu. wendet sich von allem ab. damit jeder. Matthäus 7. und niemand wird mich zum Zweifeln bringen.10). was gegen Gott gerichtet ist und unterwirft sich ihm. folgen Sie dem Beispiel. Geduld aufbringen und unter Gebet intensiv studieren. als dass etwas als selbstverständlich angenommen werden könnte. aber es gibt auch einen Glauben an ihn. ist ein Lügner. ist das Alte vergangen und ist alles neu geworden (2Kor 5. denn wir lesen.23. ob Sie vollkommen sind. Blicken Sie auf seine Autorität.24.17.47 und 10. Autor: Nun mal langsam. und der König. Schlagen wir nun andere Schriftstellen auf. Er lässt keinen Raum für irgendwelche Ausflüchte.: O.: Nun. und hält seine Gebote nicht. die sich geweigert haben. mein anvertrautes Gut bis auf jenen Tag zu bewahren« (2Tim 1. und du wirst errettet werden«. der »mein Wort hört«. mit Hingabe »wirken«: » Wirket … für die Speise. Daher gilt: Wer die Stimme Christi »hört«. Gott sagt das zu mir. ihm zu gehorchen und nach seinen Worten zu handeln. Z. das er seinem Volk hinterlassen hat? Christus kann nicht zerteilt werden: Er ist nicht nur der Priester. dass ich ewiges Leben habe. die Gott erfordert (Jak 2. dass er mächtig ist. Autor: Ich fragte nicht. wem ich geglaubt habe. sondern beschäftige mich mit dem. nicht verloren geht.: Ich blicke nicht auf mich selbst. Z. F. aber sind Sie zu einer neuen Schöpfung in Christus geworden.

ob sein Name vor Grundlegung der Welt im Buch des Lebens aufgeschrieben wurde. die danach schmachten. diese ungezügelten Lüste abzutöten: die Frucht des Geistes. lieber Freund.5). Und deshalb sind wir alle unbedingt verpflichtet. Selbstsucht und Selbstgerechtigkeit. die Gnadengaben der Gottseligkeit müssen ebenfalls aus dem Herzen hervorkommen. untersucht euch! Oder erkennt ihr euch selbst nicht. werden sie den Menschen genauso sicher in die Hölle bringen wie Gotteslästerung. aber ich rühme mich vielmehr dessen. indem er entdeckt. werdet ihr alle ebenso umkommen« (Lk 13. B. wenn jemand keine Buße getan hat. anfangend von Jerusalem« (Lk 24. Unmoral oder Mord.: Sie verlassen die Einfalt des Evangeliums. Z. Habgier. von ihrer tyrannischen Macht befreit zu werden. Wo das nicht stattgefunden hat.14). der noch die Sünde liebt. Stolz.38). indem ich sicherstelle. Das ist das. F. Gott verlangt vom Sünder nichts anderes. was der Geist Christi an mir getan hat. der rettet. Wenn wir die Apostelgeschichte aufschlagen. Er will nicht so sehr die Verehrung durch unsere Lippen. Beachten Sie aufmerksam. Der Blick muss in die richtige Richtung gekehrt werden. Christus kam auf die Erde. ist er noch unerrettet: »So tut nun Buße und bekehrt euch. Autor: Entschuldigen Sie. als vielmehr die Liebe unserer Seelen. um sein Volk von ihren Sünden zu retten. aber ich möchte.« F.15).: Das war vor dem Kreuz. es geht nicht um ein theoretisches Zustimmen. und solange diese nicht abgetötet werden. aber er ist bereit. Und es ist offensichtlich: Wenn der Heilige in mir wohnt. als sei ich hilflos dem Alkohol oder andern Dingen versklavt. sondern um das Ausliefern des Herzens an ihn. Autor: Im gefallenen Menschen gibt es noch andere Lüste außer jenen. F. Wenn also jemand nicht bekehrt ist. Autor: Da irren Sie sich. Christus rettet niemanden. dass ihr etwa unbewährt seid« (2Kor 13. dass der Herr Jesus in unserem Herzen auf dem Thron sitzt. Z. während wir in 17.5). F. wie z. jene zu retten. die in schweren äußeren Sünden zum Vorschein kommen. Nach dem Kreuz beauftragte der Herr Jesus seine Jünger. muss seine Gegenwart eine radikale Änderung sowohl im Charakter als auch im Verhalten bewirkt haben. dass Christus für mich starb. Paulus erklärte rückblickend auf seinen Dienst in Ephesus. sicherzustellen. und ebenso kann ich mich nur vergewissern. als dass er an den Herrn Jesus Christus glaubt. dass sie alle überall Buße tun sollen. entdecken wir. Der Herr Jesus sagte: »Tut Buße und glaubt an das Evangelium!« (Mk 1. Sie sind eingenommen von Ihrer eigenen vermeintlichen Güte und rühmen sich Ihrer eigenen wertlosen Gerechtigkeit. dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn. die ihm den Rang streitig machen. und ich bete. Autor: Dann hat Ihrer Ansicht nach Gott seinen Heilsplan geändert. ob »Christus in euch ist«. Am Pfingsttag forderte Petrus die Juden auf: »Tut Buße« (Apg 2.: Ich betrachte alle Ihre Aussagen als nichts anderes als Worte eines Pharisäers.: Meinen Sie also. was wir in unseren Kapiteln über Heilsgewissheit allem voran deutlich machen wollten: die unbedingte Notwendigkeit. dass ich niemals Opfer von etwas Derartigem war. von der Sünde zur Heiligkeit. aber in dieser Haushaltung ist keine Buße erforderlich. Z.168 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 1: Herr Fleischliche Zuversicht beim Autor 169 dem man sich unterwerfen muss. F. Sie fügen der einzigen Bedingung des Evangeliums etwas hinzu. von ihrer abscheulichen Verderbtheit gereinigt zu werden.und Gott zuwenden. man muss sich vom Teufel ab. Es reicht auch nicht aus. die göttliche Ermahnung zu beherzigen: »Prüft euch. Z. die sich ihrer Plage durch die Sünde bewusst sind und sich sehnen. ohne die niemand den Herrn schauen wird« (Hebr 12. dass eure Sünden ausgetilgt werden« (Apg 3. sei er nicht errettet? Autor: Christus selbst sagt es: »Wenn ihr nicht Buße tut.47). Aber darin irren Sie sich. dass Gott sein Gesetz auf sein Herz aufgeprägt hat (Hebr 10. dass er »sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugt« hat (Apg 20. dass Gott »jetzt den Menschen gebietet. »in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden zu predigen allen Nationen. Z. und nicht auf ihr Vertrauen darauf. denn es steht geschrieben: »Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung. dass er den obersten Platz in unseren Zuneigungen einnimmt und dass er über die Einzelheiten unseres Lebens bestimmt. wird aller Glaube der Welt nicht retten. ist unser Bekenntnis leer und all unser Gerede vom Vertrauen auf Jesu vollbrachtem Werk ist nichts als eitle Worte. dass den Korinthern dieser eine Punkt mit Nachdruck klargemacht wurde: Es kam darauf an. Ein Christ kann nur feststellen.19).16). Bevor man ihn wirklich »annehmen« kann. muss dass Herz von all jenen Götzen befreit werden. von der Welt weg zu Christus hin. dass er dieses . Solange das nicht der Fall ist. dass Sie wissen. dass die Apostel in dieser Haushaltung Buße predigten.30 lesen.: Sie reden mit mir. ob ihr im Glauben seid.21). dass er für sie starb. dass er jetzt in mir lebt.

Ihnen seine Heiligkeit zu offenbaren und Sie in Gottesfurcht und Zittern zu seinen Füßen zu bringen. Ich habe Gott oft gebeten. wo ich stehe. dass der Heilige Geist Gottes Liebe in mein Herz ausgegossen haben könnte. 2. Die Frage war: Suche ich wirklich Hilfe oder war es mein geheimer Wunsch. H. Was kann ich für Sie tun? D. den Sie gern aufrichten möchten. denn ich fühle mich als der schlechteste aller Menschen. heute zu Ihnen zu kommen. aber bisweilen schien ich so weit von diesen Maßstäben entfernt zu sein wie der Nordpol vom Südpol. den ich ersehne. dass ich sicher bin. dass ich nicht das gemeint habe. kamen zehn Gegensätze. wenn ich das tue. aber anscheinend kann ich das nicht. dass ich ein solches Herz nicht habe. dass es anmaßend wäre zu meinen. . Manchmal habe ich ein wenig Hoffnung. ich mache mich des Lügens schuldig. Aber wir müssen unser Gespräch beenden. wie ich es sein sollte. Einiges daraus scheint mir ein wenig Trost zu geben. Doch ich möchte ihn lieben. zum Punkt zu kommen: Ich habe Ihre Kapitel über Heilsgewissheit mehrmals gelesen. dass ich den Glauben der Auserwählten Gottes besitze. der früh verschwindet« (Hos 6. aber dann wird mir klar. Ich habe versucht. Ihre Wertschätzung zu gewinnen. die sich an alle bekennenden Christen richtet: »Befleißigt euch um so mehr. dass ich manchmal über meinen Zustand erschreckt bin und fürchte. konnte ich nichts anderes sehen als nur eine Menge von Widersprüchen. Mein Herz ist so kalt und hart gegenüber Gott.5 zu befolgen und mich »selbst zu prüfen«. ich möchte sicher sein. aber ich fürchte. Korinther 13. dass ich niemals zu einer neuen Schöpfung in Christus geworden bin.: Entschuldigen Sie. die das Gegenteil beweisen. ich hasse das Wort »Erwählung«. die auf eine Wiedergeburt schließen lässt. Ich sehne mich so danach. eure Berufung und Erwählung fest zu machen!« (2Petr 1. dass die Seele des Menschen mehr wert ist als die ganze Welt zusammen (Mk 8. wenn seine Vorsehung meinem Willen in die Quere kam. dass Sie gekommen sind. Mein Herz ist trügerisch über alles. dass er ein gutes Werk in mir begonnen hat. andere Dinge trieben mich förmlich in Verzweiflung. Ich möchte Sie in aller Achtung bitten. Ich musste sehr darum ringen.10). D. Ich wünsche mir so sehr Echtheit statt Anmaßung. Es stimmt. ihm dienen. So oft werde ich von Unglauben und Zweifel beherrscht. dass ich errettet bin. ich bin nicht halb so besorgt. wie manche uns weismachen wollen. auf die Ermahnung zu hören. Autor: Leben Sie wohl. Wenn der Herr Jesus uns sagt. F. Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor Herr Demütiges Herz: Guten Tag. dass meine »Güte wie die Morgenwolke ist und wie der Tau. dass Sie so tief besorgt über das ewige Schicksal Ihrer Seele sind. und kurz darauf habe ich mich gegrämt und gemurrt. Darf ich eine Stunde Ihrer wertvollen Zeit in Anspruch nehmen? Autor: Kommen Sie herein und nehmen Sie Platz. wird mir klar. dass ich vom Teufel völlig verblendet und von der Sünde vollständig beherrscht sein muss. Auch das bereitet mir große Angst.: Ich werde nichts dergleichen tun. Gott meinen Vater zu nennen. mich zu heiligen. und wenn ich das tat. oder genauer gesagt: Auf jede Übereinstimmung meines Zustand mit diesem Maßstab. welches mein wahres Motiv war. Aber erlauben Sie mir. imstande zu sein. Autor: Ich bin sehr froh. Z. Ein aufrichtiges Herz ist ja gerade der Segen. Ihre Augen zu öffnen. Die Sorgen dieser Welt verdrängen schon bald wieder die Gedanken an das künftige Leben. Autor: Heuchler sind weder besorgt über ihre Motive noch beunruhigt über die Falschheit ihrer Herzen! Jedenfalls bin ich dankbar. aber ich kann es nicht. Autor: Das ist auch nicht so einfach. H. wenn ich auch nicht den unmöglichen Maßstab erfülle. Ihre Beschreibung einer wiedergeborenen Seele stimmte manchmal mit meiner eigenen Erfahrung überein. aber meistens finde ich eine solche Menge von Verderbnis in mir am Werke. Ich weiß. dass Sie einen falschen Eindruck von mir bekommen. Herr Autor. mich bald in der Hölle wiederzufinden. was ich sagte. möge es dem Herrn gefallen. Ich habe Gott oft für seine Barmherzigkeiten gedankt. da ich so sorglos bin.36).170 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor 171 Werk der Gnade zur Ehre seines Namens fortsetzen möge. D. aber ich bin mir schmerzlich bewusst. dass es mir unmöglich erscheint. und manchmal suche ich Gott ernsthafter und lese sein Wort fleißiger. Deshalb weiß ich nicht. H.: Ich bin schmerzlich im Geist betrübt. ihm vertrauen. aber ich möchte nicht. Heute trifft man solch aufrichtige Seelen wie Sie leider selten.4). und ich bin voller Heuchelei.: O nein. und direkt danach zeigte mein Verhalten. Und nun gräme ich mich Tag und Nacht. und ich bin auch jetzt nicht sicher.

wenn ich mich unmissverständlich ausdrücke. H. eure Berufung und Erwählung fest zu machen!« (2Petr 1.172 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor 173 D. dass ich auch »glaube«. dass ich sogar noch schlimmer bin. der Heilige Geist. und ich behielt keine Kraft« (Dan . aber nur festgestellt. David betete: »Sei mir gnädig. die Verderbtheit meines Herzens. Und diesen Unterschied finde ich in mir nicht. Aber ich habe Christen kennen gelernt. schon im Fleisch vollkommen sein zu müssen.: Meine inneren Erfahrungen. die Niederlagen. dass wir keine Sünde haben. H.21-23). in einem Menschen wohnt. Wenn Gott. Der geliebte Apostel Paulus erklärte noch als reifer Christ: »Ich finde also das Gesetz. Das wird am Beispiel Davids deutlich. Autor: Ja. Angeblich sind sie so von Christus beherrscht. dass sie allezeit ungetrübten Frieden und reine Freude genießen. Jeremia fragte in der Angst seines Herzens: »Wozu nur bin ich aus dem Mutterleib hervorgekommen? Um Mühsal und Kummer zu sehen? Und dass meine Tage in Schande vergehen?« (Jer 20. Und wiederum: »Wir alle straucheln oft« (Jak 3. und die Wahrheit ist nicht in uns« (1Jo 1.2).: Das erleichtert mich etwas. dass wir Kinder Gottes sind« (Röm 8. bin ich wie ein Wildesel. die Hilfe des Herrn erbitten? Sein heiliges Wort sagt: »Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn. der die Erfahrungen der berühmtesten Gläubigen teilt. D. denn er »bezeugt zusammen mit unserem Geist. Abraham erkannte an. dass ich irgendwie besser wäre als vor einem Jahr. Ich habe mit mehreren Bibellehrern gesprochen. der durch solche Erfahrungen vertraut ist mit der »Plage seines Herzens« (1Kö 8. und meine Gesichtsfarbe veränderte sich an mir bis zur Entstellung.6). wird er zu einer neuen Schöpfung in Christus Jesus. Psalm schrieb. »Staub und Asche« zu sein (1Mo 18. Und auch nachdem wir diesen Fleiß aufgewendet haben.5). dass bei mir. Wenn ich ihnen dann sagte. heile mich. bin ich immer wieder von Bitterkeit und Hader erfüllt. und wir müssen sie vor Gott bedauern und bekennen. Außerdem kann geistliche Heilsgewissheit leicht wieder verloren gehen oder zumindest beeinträchtigt werden. Denn ein Mann mit unreinen Lippen bin ich« (Jes 6. wohl kaum. nur das Böse vorhanden ist. Frieden – aber da war kein Frieden« in meinem Herzen (Jer 8. die an ihm bewirkte Veränderung ist so enorm. anstatt mich stets am Herrn zu freuen. merke ich. lieber Freund. dass sie beschrieben wird als ein Hinübergehen »vom Tod zum Leben«. ist dieses: Wenn Gott an einem Menschen die Wiedergeburt bewirkt. Unzufriedenheit oder böse Gefühle und Wünsche in ihnen aufsteigen. aber es trifft nicht die Wurzel meines Problems. dass das Fleisch oder die alte Natur dem Christen immer noch anhaftet. Autor: Vielleicht meinen Sie. dass Sie vom Tod zum Leben hinübergegangen sind? D. dass Sie ein Bruder sind –.4) sind. Jesaja rief aus: »Wehe mir. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern.18).27). Sollen wir nicht lieber. was veranlasst Sie am meisten zu bezweifeln. ein »siegreiches Leben« zu führen und angeblich niemals Zweifel haben und niemals Zorn. Hiob sagte: »Ich verabscheue mich« (Hi 42. Autor: Sehen Sie es mir nach.: Gewiss nicht. HERR. brauchen wir den Heiligen Geist. denn meine Gebeine sind bestürzt« (Ps 6. HERR. die niemals einen Zweifel haben. Daniel bekannte einmal: »Es blieb keine Kraft in mir.11). später jedoch zu Gott flehte: »Lass mir wiederkehren die Freude deines Heils« (Ps 51. muss offenbar ein gravierender Unterschied zum vorherigen Zustand entstehen.14). betrügen wir uns selbst. der ich das Gute tun will. denn ich weiß. Wir dürfen solche Zustände niemals leichtfertig abtun oder darüber hinweggehen. Gottes Wort sagt: »Wenn wir sagen. Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. denn ich bin welk. anstatt dass ich mich in Gottes Hände füge wie der Ton in die Hand des Töpfers. das in meinen Gliedern ist« (Röm 7. H. dann ebnet er selbst deine Pfade!« (Spr 3. denn ich bin verloren. dann riefen sie »Frieden. Anstatt festzustellen.38).16). Gott fordert uns nicht ohne Grund auf: »Befleißigt euch um so mehr. Und nun lieber Bruder – denn ich bin sicher.20). Vielmehr gibt es viele biblische Beweise dafür.31 verweisen. Autor: Solche Erfahrungen sind tatsächlich sehr traurig und demütigend. dass sie nichts als »Kurpfuscher« (Hi 13. Dennoch sind sie nicht unvereinbar mit echtem Christsein. wird es so oft von Stolz beherrscht. Und: »Kein Mensch auf Erden ist so gerecht.6). D. aber solche Leute sind entweder vom Teufel hypnotisiert oder sie sind schlimme Lügner. die behaupten. Anstatt dass mein Herz voller Demut ist.8). jemand ist. H. bevor wir fortfahren.2). das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde. Was mich so sehr betrübt. dass er nur Gutes täte und niemals sündigte« (Pred 7. dass jemand.: Nein.10). der einst den 23. die ich täglich erlebe. wozu sie einfach auf Apostelgeschichte 16. Ich habe mich auch mit Christen unterhalten.

dass er es hasst. Doch bei jemanden. dass er in den reinen Augen des dreifach heiligen Gottes eine einzige Ansammlung von Schmutz ist. bei ihm kein Gehör zu finden. H. bei denen in beiden nicht staubgewischt ist. und gewiss zu sein. aber sein Glaube hat ihn weder gedemütigt noch sein Herz mit Sorge erfüllt. ohne dessen wahren Zustand zu erkennen. und mir kurz beschreiben. So war es auch bei Paulus: »… als Traurige. Bei dem anderen geht man durchs Zimmer. Aber ich fürchte. im Glauben zu leben und ihn zu praktizieren. mir zu vergeben und flehe ihn an. und ich muss kämpfen. H. um sie zu verbannen und muss mein Herz gegen sie richten. Doch wenn ich mich von ihnen absondere.: Wären Sie so freundlich und würden noch etwas über die positive Seite sagen. sondern sich an seine aussätzige Brust schlagen und flehen: »Gott sei mir.10) ist eine Zusammenfassung seiner zweifachen Erfahrung: Er trauerte . durch das Fenster des einen scheint das Sonnenlicht.: Gott bewahre. diese große Veränderung in Ihrem Leben und Handeln offenbar machen. ernsthaft nach dem Willen Gottes zu suchen und Gottes Wort zu studieren. als dass ich Sieg über sie habe. Autor: Nun. wenn ich Gottes Wort lese oder verkündigt höre. mein lieber Bruder und Gefährte auf dem Weg der Trübsale – Gott hat verordnet. Paulus rief aus: »Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?« (Röm 7. was einen echten Christen charakterisiert? Autor: Jeder wahre Christ hat. Es stimmt: Ein natürlicher Mensch kann die Lehre der völligen Verdorbenheit gelernt haben und kann sogar daran »glauben«. der ein Werk der Gnade an Ihrem Herzen begonnen hat.174 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor 175 10.10). In dem Zimmer. aber allezeit uns freuend« (2Kor 6. um diesen Willen zu erfahren.: Weil ich wirklich dem Herrn gefallen möchte. dass das Passahlamm »mit bitteren Kräutern« gegessen werden sollte (2Mo 12. wenn er etwas falsch gemacht hat. Autor: Wenn Sie so versagen oder in Sünde fallen.13). D. dass ich ihn verunehrt und betrübt habe. scheint das nichts als pharisäische Heuchelei zu sein. und ich wende mich in großer Furcht und Beschämung an Gott und bitte ihn unter Berufung auf 1. Ich verabscheue es. doch durch die Gnade Gottes kann ich dieses sagen: Ich ersehne keinen anderen Himmel auf Erden. ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. die praktische Gottesfurcht hassen. Autor: Und warum sind Sie so betrübt. D. zerfließt mein Herz vor Besorgnis über meine Torheit. Er verabscheut sich nicht selbst und ist sich nicht im Klaren. das vom Sonnenlicht durchleuchtet wird. ein Mindestmaß an Erkenntnis Gottes in Christus und an Werken der Liebe. der in Gottes Licht das Licht sieht (Ps 36. Doch der Unerrettete hat zwar manchmal ein beklommenes Gewissen. wenn Sie von Sünde überwältigt werden? D. welch schrecklicher Schmutz in jedem Winkel seines Herzens steckt. Ich bitte Gott. »in der Gnade zu wachsen«. Diese Gnadengaben motivieren ihn. denn ich werde öfter von Sünde und Teufel überwältigt. wenn ich sehe. so wird er niemals wirklich wünschen. gnädig« (Lk 18. Was ein Unerretteter auch denken und sagen mag. Johannes 1. aber es gibt so viel in mir. Autor: Das ist in der Tat ein gutes Zeichen dafür. H. dass Ihre Seele wirklich erneuert worden ist. der durch den Heiligen Geist erneuert ist: Seine Augen sind geöffnet worden. Doch manchmal werde ich von nichtigen und bösen Gedanken versucht. und es ist mein größter Kummer. dem Sünder. dem Teufel zu widerstehen. von dem ich weiß. Einen der wichtigsten Unterschiede zwischen einem Wiedergebornen und einem Unerretteten kann man mit zwei Zimmern vergleichen. was denken Sie dann von sich selbst und Ihrem Verhalten? Wie wirkt sich das auf Sie aus? D.24). aber manchmal gebe ich ihnen nach.8). dass ich sein Wohlwollen habe. und zweifellos wird der. unter anderen Gnadengaben. oft Freude daran zu haben.9. und ich sinne ernstlich darüber nach und wünsche mir. das andere ist durch Jalousien verdunkelt. mich aus Versuchungen zu retten und mir Gnade zu geben. dass die Hölle der einzige Ort ist. Doch wenn ich ein wenig von dieser sündigen Lethargie genesen bin. als Gottes Willen zu kennen und zu tun. Seine Gnade hat mich bisher vor offenen und offenkundigen Sünden bewahrt.8). Er hat den aufrichtigen Wunsch und bemüht sich ernstlich. ist meine Seele betrübt und die Freude und der Frieden meines Herzens sind dahin. D. »einen festen Geist in mir zu erneuern«. der ihm als ewige Wohnstätte gebührt. dass ich mir selber schmeichle. und kann nicht die Gemeinschaft solcher ertragen. aber ich hoffe. zu lügen und zu fluchen. doch im Großen und Ganzen weiß er nicht. ist es ganz anders: Er wird nicht so schnell seine Augen zum Himmel erheben. H. So ist es auch bei jemanden.: Ich kann mich meiner Erkenntnis Gottes in Christus nicht rühmen. da ich selber ein so miserabler Versager bin. sieht man den Staub auf den Möbeln liegen.: Wenn ich in diesem beklagenswerten Zustand bin. sodass er sehen kann. H.

176 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 2: Herr Demütiges Herz beim Autor 177 über sein sündiges Versagen in Form von Tat. niemals erlangt er diese Vollkommenheit. Das verdeutlicht ein Prinzip. wie Sie zu den erwähnten guten Wünschen gekommen sind? Meinen Sie.12).: Durch die Gnade Gottes wünsche ich mir. bei der Übermittlung seines Wortes zu verschiedenen Zeiten und »auf vielerlei Weise« zu sprechen (Hebr 1. ich weiß.1) und an der wir uns reinigen dürfen. Autor: Das sind alles klare Anzeichen für die rettende Gnade Gottes. Mein tägliches Gebet ist: »Stütze mich.18). »das ist in meinem Fleisch. und von diesem abhängig zu sein und sich seiner Herrschaft als König zu unterwerfen. Nichts fürchte ich mehr.117). dass Gott selbst »zu meiner Seele spricht: Ich bin deine Rettung!« (Ps 35. zu denen er im Evangelium verkündet wird: all seiner Belehrung als mein Lehrer zu glauben. Dialog 3: Der Autor bei Demütiges Herz Gott hat es gefallen. aber ich möchte daheim unter Gebet darüber nachdenken. dass eine solche Veranlagung Ihnen von Natur angeboren sei oder dass sie aus Förderung Ihrer Fähigkeiten resultiert? D. Im Wort der Wahrheit haben wir eindeutige lehrmäßige Anweisungen und klare Verhaltensvorschriften. dass ich gerettet werde« (Ps 119. dass der Heilige Geist ein gutes Werk an Ihrer Seele begonnen hat. Doch darf ich fragen. doch freute er sich über die Vorkehrungen. dass ich mich vor jeder Versuchung hüte. und mein natürliches Herz ist dem biblischen Weg des Heils abgeneigt. die die Gnade Gottes für uns getroffen hat. wenn Gott Sie sich selbst überließe? D. aber das Vollbringen des Guten nicht« (Röm 7. Ich wäre tot für Gott und für alles wirklich Gute. solange wir in dieser trostlosen Wüste leben: der Gnadenthron. bloßes Menschenwort anzunehmen. ob ich es auch ergreifen möge. Geschichte und Allegorie stehen Seite an Seite.: Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Geduld und Hilfe. Doch bei letzterem Punkt muss ich leider bekennen: »Das Wollen ist bei mir vorhanden. und geheimnisvolle Symbole. D. Viele Zuhörer können keine abstrakten Aussagen erfassen. Würden auch Sie bitte beten.1). nichts gutes wohnt« (Röm 7. Ohne die Hilfe seines Heiligen Geistes würde ich im Glauben sicherlich Schiffbruch erleiden. was Gott wohlgefällt. dass in mir. durch den allein ein Sünder Gott nahen kann. Sie haben zur Genüge zum Ausdruck gebracht. die »Quelle gegen Sünde und Befleckung«. was geschehen würde. Ich bitte Gott. zu dem die vom Herrn berufenen Lehrer des Wortes Gottes aufgefordert sind: Sie sollen variieren sowohl in den Themen ihrer Botschaften als auch in der Art und Weise. dass Sie auch an den Herrn Jesus als Mittler glauben. das er als großer Hoherpriester darbrachte. auf das Sühneopfer zu vertrauen. Ihr »eigenes Heil bewirken mit Furcht und Zittern« (Phil 2. die für uns geöffnet wurde (Sach 13. meine Seele wäre von Torheit ergriffen und mein Verstand von Finsternis umhüllt. erleichtert mein Herz. H. Ich bin wirklich dankbar zu hören. Selbst der Apostel Paulus musste gegen Ende seines Lebens sagen: »Nicht. D. was Ihre Zunge bekannt hat.: Nein. so zu tun? Autor: Sie werden sicherlich einen Platz in meinen schwachen Fürbitten haben. in der Tat. dass ich von Natur aus nur für Nichtigkeit und Sünde leben würde. ich jage ihm aber nach. Alle Wege und Werke Gottes sind von abwechslungsreicher Vielfalt geprägt.3). weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin« (Phil 3. dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin. Dafür kenne ich mein verdorbenes Ich zu gut und weiß. H. Von Natur bin ich gänzlich außerstande. kostbare Verheißungen und drohende Prophezeiungen.12) und eine volle Gewissheit von Gottes Liebe zu Ihnen erlangen. Ich sehe. Ich wünsche ernstlich. Herr Autor. Autor: Dann sind Sie sich darüber im Klaren. aber wir finden dort auch »dunkle Gleichnisse«.18). damit Sie mit einem zarten Gewissen bewahrt bleiben. den Herrn Jesus zu den Bedingungen anzuerkennen und anzunehmen. Was Sie gesagt haben. dass es ihm gefalle. Ich möchte. Autor: Kein Christ erreicht dieses Ideal jemals in seinem Leben. die Gott uns in seinem Wort vorstellt und für die wir im Leben Jesu ein so glorreiches Beispiel haben. dass Ihr Gewissen das bestätigt. das zu wollen oder zu tun. was die Wirkung und Frucht der Gnade Gottes ist! Wenn ich in irgendeinem Maße geheiligt bin (wonach ich mich sehne). H. um mich im Dreck zu suhlen. Aber ich hoffe.: Ja. wie sie diese vermitteln. dann kann das nur durch die Gabe und das Wirken Gottes geschehen sein. ich merke. meine Pflicht zu versäumen und zurückzukehren. Der Herr möge Ihnen reichlich seine Gnade gewähren. H. um einem logischen Ge- . ebenso Loblieder und praktische Sprichwörter. damit fortzufahren. als abzufallen. ich schreibe doch nicht das meiner Natur zu. zu dem wir stets Zugang haben dürfen und zu welchem wir freimütig hinzutreten und unsere beladenen Herzen ausschütten können.und Unterlassungssünden. relativ wenige sind geistig trainiert. denn ich wage nicht. die in Ihnen wirkt.

Das ist eine angenehme Überraschung. und aus ihnen wachsen die Blüten hervor. aber die geistliche Anwendung verstehe ich nicht. würde der Heilige Geist in mir wohnen. dass anstelle der Blüten nun kleine grüne Knospen von den Zweigen sprießen. Selbstbeherrschung)« (Gal 5.11: »Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Vermindert Ihre .: Wenn ich wiedergeboren wäre. und bei meiner Selbstprüfung habe ich in mir genau das Gegenteil dieser himmlischen Gnadengaben gefunden. Später geht die Saat auf und die Pflanzen kommen zum Vorschein. So sieht es für das geistliche Auge mehr nach einer »Unkraut-Attacke« des Teufels aus (Mt 13. Sie verschwenden mit mir nur Ihre Zeit. was glänzt. Bevor er den fruchtbaren Samen säte. D. wie sich diese Knospen zu reifenden Früchten entwickeln. wenn Sie solchen dienen. h. der Lebenssaft ist immer noch in ihren Wurzeln. D. H. wie sehen sie aus? Sie sind leblos und erscheinen wie abgestorben. tiefe Gewissensübungen. H. und wenn wir letztere gut beobachten. dass Geduld nötig ist: man muss mit Enttäuschungen rechnen und diese überwinden. auch wenn wir keine Anzeichen dafür erkennen. Autor: Nein. D. durch Aneignen. denn ich hätte nicht erwartet.23). die die Wahrheit rasch auffassen können und schnell darin wachsen. er hätte sorgfältig alle Nesseln. dass ich nicht wiedergeboren bin. Der Herr Jesus lehrte oft durch Fragen und Antworten. Man hat ein Beet sorgfältig kultiviert und die Saat im Boden platziert. wenn die Sonne wieder etwas mehr Wärme spendet.23): gekauft durch regelmäßiges Nachsinnen darüber. Disteln und störenden Unkräuter samt ihren Wurzeln entfernt. als dass es echt oder von irgendeinem geistlichen Wert sein könnte. durch Ringen mit Gott im Gebet.« Der Heiland widmet sich in seiner Fürsorge und Liebe besonders den Schwachen der Herde und hat uns darin ein Beispiel hinterlassen. ist Gold. kamen mir die Worte in den Sinn: »Darum richtet auf die erschlafften Hände und die gelähmten Knie« (Hebr 12. habe ich mich bemüht. Wahrheit muss gekauft werden (Spr 23. nicht alles.22-23). Ich habe mehrfach über alles nachgedacht. die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen.: Ihre Beschreibung des natürlichen Bereichs leuchtet mir ein. sich um eine so armselige. wird doch das Herz – das über all die Jahre des unerretteten Zustands verwahrloste – von Unkraut überwuchert (die Lüste des Fleisches). Autor: Gottes Gnadenwirkungen haben viel gemeinsam mit seinem Handeln im natürlichen Bereich. H. weil auf meinem Herzen Gottes Wort noch nicht aufgeschrieben worden ist. Enthaltsamkeit (d. damit er die Wahrheit in Macht auf unsere Seelen anwendet. die »so schnell wachsen«. In unseren Gärten können wir eine weitere Lektion lernen. Doch rundherum sprießt auch viel Unkraut auf. meinte er. Herr Autor. Von Gemüsegärten und Obstbäumen lernen wir. Friede. Langmut. sieht man. Ich hätte gedacht.25) als nach königlichen »Wonnegärten« (Hl 4. bis der Besitzer jener Bäume verfolgen kann. werter Freund Demütiges Herz. aber es lässt mich erschaudern. H. Freude. Autor: Wie versprochen. die »die Wahrheit schnell auffassen«. und ich bin sicher. Deshalb sollte sich der Lehrer auf die Fähigkeit seiner Zuhörer einstellen. mein Freund. Viele Wochen müssen vergehen. am Thron der Gnade an Sie zu denken. können wir viel über erstere lernen. Es steht geschrieben: »Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe. halten wir es für weise. So ist es auch mit dem Herzen des Christen. aber nun wuchert auf dem Beet mehr Unkraut als Fruchtpflanzen. werden diese Bäume in voller Blüte stehen. was Sie bei unserem letzten Gespräch gesagt haben. Ich war beeindruckt von dem wunderschönen prophetischen Bild Christi in Jesaja 40.13). Der unerfahrene Gärtner hat damit nicht gerechnet und wird leicht entmutigt.: Ja. Autor: Wie kommen Sie zu einer solchen Schlussfolgerung? D. Aber wenn man näher hinschaut. Sie könnten Ihre Zeit besser nutzen. Wenn wir dies bedenken. Die meisten von denen. und während ich heute morgen betete.178 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 3: Der Autor bei Demütiges Herz 179 dankengang zu folgen. Und jene.: Das ist sehr freundlich von Ihnen. welches seine Unterhirten befolgen sollen. Schauen Sie sich im Winter die Bäume an. Aber in einiger Zeit. D.12). Güte. Freundlichkeit. In der Natur entsteht Frucht oft nur sehr langsam. vom Winde verweht. tun das nur mit dem Verstand und geben der Wahrheit keine Macht über ihre Herzen. das leuchtet mir ein. Ein paar Tage später sind diese schönen Blüten verschwunden. wertlose Kreatur zu kümmern wie ich es bin. unsere Kapitel über Heilsgewissheit mit weiteren Dialogen zu ergänzen. dass Sie mich besuchen würden. die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten. und dann würde er seine Frucht in meinem Herzen und Leben hervorbringen. dass ich denke.: Guten Tag. Obwohl dort der unverwesliche Same des Wortes Gottes eingepflanzt wurde (1Petr 1. Sanftmut. Autor: Guten Tag. H. Treue. aber ich bin so unbegabt und voller Zweifel und Ängste. Doch das sind sie nicht. wachsen zu schnell.

: Aber wollen Sie damit sagen. sondern durch die Sünden anderer. was Christus verunehrt. sondern gesagt: »Selig sind die Trauernden. dass Sie diese inneren Wirkungen der Sünde als Plage empfinden. wenn sie unter großen körperlichen Schmerzen oder einem schweren Verlust leiden. Während seines Lebens auf der Erde war der Herr Jesus der »Mann der Schmerzen« (Jes 53. beweist. D. und dass er nichts von dieser Herzensangst und Seelenqual weiß. das so oft erfolgreich gegen den Geist aufbegehrt und darüber.21 widerspricht in keiner Weise dem. durch die jede wiedergeborene Seele geht. 23)! D. Das ist sehr aufschlussreich. er habe schon lange »Römer 7 hinter sich gelassen« und »lebe nun in Römer 8«.22 (vgl. dass Sie diesen Punkt ansprechen. Was das Werk und die Macht des Heiligen Geistes betrifft: Hier verschaffen die verschiedenen Begriffe Klarheit. Autor: Es ist sehr zu befürchten. H.5.180 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 3: Der Autor bei Demütiges Herz 181 letzte Illustration nicht das Werk und die Macht des Heiligen Geistes? Sie haben in Ihrem Buch oft zitiert. sondern nur ein Teil davon. sowohl im natürlichen als auch im geistlichen Bereich. B. die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben« – damit ist ein Pfand gemeint. heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe« (Spr 4. sowie aus Philipper 3.: Aber wie ist das damit vereinbar. dass noch viele Sünden Macht über ihn haben? Autor: Ich bin froh. Das ist es. über das Fleisch. wie kann sich dann jemand als errettet betrachten und sich gleichzeitig bewusst sein.18). und diese Schmerzen wurden ihm durch Sünde zugefügt – nicht durch eigene. Autor: Nun. was den Christen »seufzen« lässt. Der Heilige Geist gibt weder immer allen Gläubigen gleich viel Licht über die außerordentliche Sündhaftigkeit der Sünde. in denen der Heilige Geist wohnt. dass auch die Unerretteten manchmal seufzen: z. nur wenige unerrettete Seelen wären ehrlich genug. dass er um sich herum so viel sieht. dass ich Gott verunehre.14). So lesen wir es auch in Römer 8. H. dass der Christ in Römer 8 »seufzt« (V. ein Auszug und Teil künftiger größerer Fülle. Und dennoch gilt: »Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen« (Apg 14. lieber Bruder. H. denn dasselbe sehen wir in 2.24 und dem dortigen Zusammenhang. dass der Herr Jesus die Seinen »von ihren Sünden errettet«? Autor: Matthäus 1.« Offenbar versteht Ihr Bekannter Ihre Situation nicht. dass der Herr Jesus die Seinen »von ihren Sünden« errettet (Mt 1. noch offenbart er allen das Vollmaß ihrer inneren Verdorbenheit. Beides ist wahr. aber das »Seufzen« des Christen wird von etwas ganz anderem verursacht: Er seufzt über die Überreste der Verdorbenheit. weshalb Gott die sündige Natur auch nach der Wiedergeburt noch in den Gläubigen bestehen lässt: damit sie durch Seufzen unter der Sünde ihrem leidenden Herrn gleichgestaltet werden. H. die Gott in seinem Wort dafür verwendet. Ich möchte Sie noch auf die Worte aufmerksam machen. die zu nennen ich mich schämen würde.22). Der Herr Jesus hat niemals über furchtsame Seelen gelacht.: Ich kann mir nicht vorstellen. Ein Unterpfand ist nun nicht das Ganze. eine Anzahlung sozusagen.21).: Aber erst vor ein paar Tagen verwies ich jemanden auf diese Bibelstellen. Stolz. wie der Vers unmittelbar fortfährt: »… wir selbst seufzen in uns selbst«. Korinther 5. Außerdem: So wie Gott verschiedene Jahreszeiten verordnet hat. dass Gott »das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat«. »seufzen«! Es stimmt. die ihm immer noch anhaften. indem ich auf den Teufel höre. eine Natur der Heiligkeit. dass irgendein wahrer Christ jemals so geplagt wurde wie ich: so oft von einem Geist der Rebellion geplagt. die alles Unheilige verabscheut. D. D. die auf dem Weg zu geistlicher Heilsgewissheit stets durchlebt werden müssen. Diejenigen. dass alle Kinder Gottes sich in ihrer Seele so elendig fühlen wie ich? Autor: Nein. und er sagte mir. Beispielsweise lesen wir in 2. H. Die Fülle der Macht und des Segens des Heiligen Geistes wird in diesem Leben keinem Christen zuteil.4.13. so ergeht es keinem wahren Christen immer gleich in seiner Seele. denn er war ohne Sünde und kannte keine Sünde. Allein die Tatsache. das will ich nicht sagen. Autor: Aber wir haben ja gesehen.18 und vielen anderen Schriftstellen. D. dennoch führt ihn das in Gemeinschaft mit den Leiden Christi. um so etwas zuzugeben. In Ihnen gibt es ein Prinzip bzw.: Der besagte Christ lachte über meine Zweifel und Ängste und sagte mir. dass ihm die Herzensübungen völlig fremd sind. Eph 1. was ich .23: »… auch wir selbst. denn viele echte Christen sind deswegen oft betrübt. »Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht. Das ist ein Grund.3). dass Sie wiedergeboren sind. von Unglauben. den ich für einen vorbildlichen Gläubigen halte. Das wird deutlich aus Römer 7. Korinther 1. obgleich wir uns nicht immer beider Wahrheiten bewusst sind. es gibt sonnige Frühlingstage und düstere Herbstzeiten. niederträchtigen Gedanken und Begierden.

»Über etwas herrschen« bezeichnet die rechtmäßige Befehlsgewalt. müssen Sie wiedergeboren sein. gilt zweifellos für Gottes Volk. aber meine Situation ist viel schlimmer. was geistlich ist. so wie die Eltern das Recht haben.: Ich kann mir nicht helfen. dahin.14)? Autor: Gern. dass Ihr Rat und Ihre Lehre genau das Gegenteil ist von dem. ihren Kindern vorzuschreiben. noch Widerstand gegen die innewohnende Sünde zu leisten. sie sollten sich besser umbringen und ihrem Elend ein Ende machen. dass ich keine Heilsgewissheit haben kann. Christus rettet uns auch vor der beherrschenden Macht der Sünde. Was Sie sagen. D. oder wie ein Land ein anderes beherrscht. H.: Wo wir bei diesem Thema sind – könnten Sie mir erklären. Die Sünde hat keine solche rechtmäßige Herrschaft mehr über den Christen: Jetzt ist allein der Herr Jesus Christus sein rechtmäßiger Herr. dass manche Christen nicht so sehr von Sünden geplagt sind. Der Teufel wird Ihnen sagen. d. H. sie bekennen und das kostbare Blut Jesu dafür in Anspruch nehmen. die daraus hervorgeht.oder zweimal. Wenn das im Glauben geschieht. und wenn ich mich elendig fühlte. Schauen wir zuerst. H. dass es bei ihnen anders sein muss. Er rettet uns auch von der Verunreinigung der Sünde: Sein Geist bewirkt in uns. . Doch die Sünde rebelliert oft und beansprucht wiederum Befehlsgewalt über uns.: Vielen Dank. aber darf ich noch eine weitere Frage stellen: Wie kommt es. Das tut er nicht nur ein.: Ich gebe zu. Ich habe mit jemanden gesprochen. D. dass er die Nachfolge Jesu gänzlich und endgültig aufgibt. Wie kann ich unterscheiden zwischen einerseits den lästigen Zweifeln. er will Sie in Verzweiflung stürzen und sagt vielen bedrängten Seelen. Sie kann keinen Christen zum Abfallen bringen. dass ich sehr befürchte. Sie kann niemals so über den Gläubigen dominieren. weil diese Schuld und Strafe in seinem stellvertretenden Tod auf ihn gelegt wurde und er sie erlitten hat. bewirkt er im Herzen eine gottgemäße Betrübnis und bewegt den Gläubigen zum Bekennen seiner Übertretungen vor Gott. zu wenig darüber nachsinnt und nur gelegentlich und formal zum Thron der Gnade kommt. dass die anderen nicht so geplagt sind? Es steht doch geschrieben: »Das Herz kennt sein eigenes Leid« (Spr 14. wenn der Herr Jesus sein Volk völlig von der Gegenwart der Sünde errettet. wenn ich mit jemanden über meine Sorgen sprach. Er führt zum Thron der Gnade und richtet den Blick wieder auf das reinigende Blut Christi. H. dass wir unsere Sünden sehen. bewirkt vom Heiligen Geist? Autor: An der Frucht. wird das Gewissen gereinigt. die Berechtigung. und nicht: »Die Sünde wird euch nicht zu Fall bringen und niemanden mehr versagen lassen. die vom Teufel kommen. sondern immer wieder bis ans Ende unseres irdischen Lebens. ihren Gesprächen und ihrer Freude am Herrn. D. darüber seufzen. sollte ich an den Verheißungen festhalten. was dieser Vers nicht sagt: Es heißt nicht: »Die Sünde wird euch nicht mehr bedrängen oder heimsuchen«. dass er die Sünde völlig liebt und keine Buße tut. sodass sie nie wieder etwas mit ihr zu tun haben werden. dass ich gegen Ihre Argumente nichts einwenden kann. indem ich an das Wort Gottes glaube. müsste jeder Christ verzweifeln. doch auch in der Erfahrung hat sie keine völlige Herrschaft über uns. ich könne meine Zweifel nur auf die Weise loswerden. Wenn das mit Ihrer Erfahrung übereinstimmt. D. und so oft habe ich keine Lust auf alles. H. Aber wenn der Heilige Geist einen Christen überführt. wie ich es bin? Autor: Wie können Sie so sicher sein. dass es sinnlos sei. h.« Wenn das dort stünde. der sich sehr gut in der Bibel auskennt. Manche bekennen Sünden stets unverzüglich Gott und gehen prinzipiell mit jeder ihnen bewusst gewordenen Sünde sogleich zum Herrn. »Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf« (Spr 24. Christus rettet die Seinen von der Schuld und der Strafe ihrer Sünden. und andererseits der Überführung von Sünde und dem Alarm des Gewissens. wenn er gesündigt hat. Außerdem liegt die Erfüllung dieser Verheißung (wie vieler anderer) zum Teil noch in der Zukunft: Die Zeit wird kommen. ich bin bestürzt darüber. Autor: Manche sind mit einer fröhlicheren natürlichen Veranlagung gesegnet als andere. jemandem etwas zu befehlen. was mir bisher gesagt wurde. welches es im Krieg erobert hat.182 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 3: Der Autor bei Demütiges Herz 183 gerade erklärt habe. was sie tun und lassen sollen. als Sie denken: In mir ist ein solcher Abgrund der Boshaftigkeit. was die Aussage bedeutet: »Die Sünde wird nicht über euch herrschen (Röm 6. sodass der Gläubige nicht mehr der völlige Sklave der Sünde und des Teufels ist.16). eine vor Gesundheit strotzende Seele zu haben.10). Er sagte mir. Manche gebrauchen fleißiger die Gnadenmittel: Wer das Wort Gottes vernachlässigt. kann nicht erwarten. D.: Aber ich entnehme ihren friedevollen Gesichtern.

und obwohl ich davor bewahrt wurde.« (D. dass Ihr Herz erleichtert ist (Spr 15.13). ihre Situation sei trotz ihres Lesens im Worte Gottes und ihres Flehens zum Herrn um Kraft anscheinend nur noch schlimmer geworden. Vater!‹ (Röm 8. Herr Autor. wie Sie seine Güte erlebt haben. Eine arme Frau.20). und da auch alle ihre Kinder gestorben sind. zu dem das Geschöpf von Natur aus fähig ist. und ich folgerte: Wenn Gott sein Reich in meinem Herzen aufgerichtet hat. H. keineswegs. Sie fügte hinzu. denn der Herr war sehr gnädig zu mir. als sei der Himmel für sie mit Eisen verschlossen. Ich habe etwas Ähnliches durchlebt wie Sie. Autor: Ich freue mich. Ich bat ihn innerlich um Weisheit und Sanftmut und sagte zu dieser liebenswürdigen Seele: »Schwester Furchtsam. dass er vom Herrn kam. Ihren Glauben zu mehren und stützen Sie Ihr Denken auf Gott selbst.: Mir fiel ein Vers ein. Gehen Sie allen aus den Weg. Sie erklärte mir. D. Mein schuldiges Gewissen verurteilte mich täglich. Ich las: ›Wer in der Liebe bleibt. dass er in mir wohnte. sondern Ihnen weis machen wollen. getadelt. und mir wurde klar. öffentliche Schande über den Namen Christi zubringen. diese Arbeit für sie zu tun. das zu hören. dass es nicht mein Angebot war. Später sagte sie. und so befürchtete ich. warum sie jemals gedacht habe.27). Ich las: ›Jeder. Sie sagte. dass Gott sie doch nicht im Stich gelassen hat. Meiden Sie solche.: Erlauben Sie mir bitte. dass ein heiliger Gott nicht mit der geringsten Anteilnahme auf sie blicken könnte. und Frieden war mit völlig fremd. H. die dem Heiligen Geist nicht wirklich Raum geben. ob sie mir erlaube. die sie dadurch schöpfte. sondern die kleine Hoffnung. H. und ich bin dankbar. mein Bruder. ich hoffe. doch oje – ich stellte fest. als sie sagte. Autor: Und was entgegneten Sie ihr auf ihre betrübte Wehklage? D. H. Ihr kam es vor. Das muss wirklich eine Gebetserhörung sein. Meine Geschichte ist recht lang. das bestätigen zu können. Und hat diese arme Schwester Ihr freundliches Angebot angenommen? D. setzt seine Erzählung in Dialogform fort). tut nicht Sünde‹ (1Jo 3. dass ich Ihnen einige ehrliche Fragen stelle. Wenn sich Gottseligkeit nicht äußerst praktisch auswirkt. dass die Sünde in mir stärker war denn je.: Ja. Gott habe nichts mit mir zu schaffen. Ich fragte sie. Sie sind mir sehr willkommen. D. sondern in Kraft‹ (1Kor 4.: Der Herr möge mich dabei leiten. aber fahren Sie bitte fort. wie dankbar sie sei. welcher dieser Seelsorger angehört. Dialog 4: Demütiges Herz hilft Schwester Furchtsam D. H. dass niemand ihren Garten umgräbt.: Ich bin froh. aber ich möchte mich so kurz fassen wie möglich. ich kenne die Gemeinschaft. ich störe nicht. Geistlicher Glaube ist eine Gabe Gottes. Schwester Furchtsam: Sie haben tatsächlich mein eigenes trauriges Los beschrieben. wurde vor einigen Monaten Witwe. Deshalb besuchte ich sie und fragte. sie fühle sich meistens so niederträchtig und unrein. dass Gott sie im Stich gelassen haben sollte. die so etwas lehren. H. in dem wir rufen: Abba. Bruder Demütiges Herz. Sie sind in Ihrer Schlussfolgerung zu voreilig. dass sie dachte. Autor: Ihm sei Lob und Dank dafür! Erzählen Sie mir doch. wurde ich dennoch ständig von innerer Sünde überwältigt. und nur das unmittelbare Eingreifen des Heiligen Geistes kann diesen Glauben in einem Menschen bewirken. wusste ich.: Guten Tag. aber ich konnte nicht ›Abba. Vater‹ rufen. welches sie so sehr bewegt hatte. Ich las: ›Einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen. aber ich konnte nicht glauben. Ich las in Gottes Wort: ›Das Reich Gottes besteht nicht im Wort.9). Es steht geschrieben: »Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen. das Heilmittel sei Ihr eigener »freier Wille«. während ich von solcher Furcht geknechtet war. Ein solcher Glaube ist lediglich das Produkt unserer eigenen Willenskraft. die Tränen rannen über ihre Wangen. Aber das ist nicht »der Glaube der Auserwählten Gottes«.16). Suchen Sie um so mehr die Gemeinschaft mit Gott selbst und bitten Sie ihn um Christi willen. Autor: Nein. dann ist sie nur ein Name ohne Realität. an Ihrem heiteren Gesicht zu erkennen. D. gedemütigt und . Gott habe sie einem bösen Herzen des Unglaubens preisgegeben. Sind Sie für Ihre Sünden gezüchtigt. sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten« (Jak 1. Sie glauben lediglich an einen natürlichen Glauben.15). dann ist die Macht der Sünde gebrochen. ich denke. der aus Gott geboren ist. die im Volk Gottes als Schwester Furchtsam bekannt ist. bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm‹ (1Jo 4. sie werde ständig von solchen Zweifeln und Ängsten gequält. H.184 Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit Dialog 4: Demütiges Herz hilft Schwester Furchtsam 185 Autor: Ich vermute.

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Dialog 4: Demütiges Herz hilft Schwester Furchtsam

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verwundet worden? Und nachdem Sie Gottes züchtigende Hand verspürt hatten, wurde Ihr Geist dann unter dem Wort Gottes belebt und erquickt, sodass Sie auf bessere Zeiten hofften? S. F.: Ja, ich war mir der Zuchtrute Gottes auf mir bewusst, und ich habe mit David gesagt: »Ich habe erkannt, HERR, dass deine Gerichte Gerechtigkeit sind und dass du mich in Treue gedemütigt hast« (Ps 119,75). Und es gab Zeiten – leider viel zu kurz –, als es schien, als würde ich erweicht und erweckt. Da schöpfte ich etwas Hoffnung, doch schon bald verbarg sich die Sonne wieder hinter dunklen Wolken. D. H.: Nun, das beweist, dass Gott tatsächlich in Ihnen wohnt, denn er sagt: »So spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen« (Jes 57,15)! S. F.: Ja, ich kenne diesen Vers, aber er ist gegen mich gerichtet, denn wenn Gott mich wirklich »belebt« hätte, dann hätte das bleibende Auswirkungen. Aber stattdessen bin ich ausgedörrt, leblos und unfruchtbar. D. H.: Auch hier sind Sie zu vorschnell darin, »Bitteres über sich zu verhängen« (Hi 13,26). Solche »Erweckungen« von Glauben, Hoffnung und Liebe in der Seele sind tatsächlich Erkennungszeichen für den innewohnenden Heiligen Geist. Aber lassen Sie mich Ihnen den Vers zeigen, der mir zu Beginn unseres Gesprächs in den Sinn kam. Er trifft exakt auf Ihre Situation zu: »Und nun ist uns für einen kleinen Augenblick Gnade von dem HERRN, unserem Gott, zuteil geworden. Er hat uns Gerettete übriggelassen und uns einen Zeltpflock gegeben an seiner heiligen Stätte. Unser Gott hat unsere Augen hell gemacht und uns ein wenig Belebung geschenkt in unserer Knechtschaft« (Esra 9,8). Sehen Sie nicht, liebe Schwester, dass diese kleine »Belebung«, wenn sie auch nur kurz währte, ein Erweis dafür ist, dass Gott in einem zerbrochenen und zerschlagenen Herzen wohnt? (Die Szene wechselt wieder zu D. H.’s Besuch beim Autor.) Autor: Das war wirklich ein Wort zur rechten Zeit, offensichtlich vom Heiligen Geist geleitet. Viele werden durch unnötige Ängste an der Freude der Heilsgewissheit gehindert. Weil die Sünde in ihnen als ruhelos aktives Prinzip wirkt, meinen sie, ihnen fehle das entgegengesetzte Prinzip der Heiligkeit, und weil sie zum Teil fleischlich sind, urteilen sie, dass sie nicht geistlich seien. Weil die Gnade nur so we-

nig in diesen Gläubigen wirkt, folgern sie, diese Gnade fehle ihnen gänzlich, und da sie seit langer Zeit keinen Trost empfangen haben, meinen sie, sie hätten kein Anrecht darauf. Sie unterscheiden nicht zwischen den Regungen des Fleisches und den Regungen des Geistes: So sicher, wie die Sünde sich im Fleisch in uns offenbart, so zeigt unsere Betrübnis darüber, unser Kampf dagegen, unsere Buße deswegen und unser Bekennen der Sünde vor Gott, dass der Geist bzw. die neue Natur in uns wohnt. Die Seufzer und Tränen des Christen gehören zu den besten Beweisen, dass er wiedergeboren ist. D. H.: Darf ich Sie fragen, was Sie genau damit meinen, wenn Sie sagen: Viele werden durch unnötige Ängste an der Freude der Heilsgewissheit gehindert? Ich frage deshalb, weil Gott die Seinen in Philipper 2,12 auffordert, ihr Heil mit Furcht und Zittern zu bewirken. Autor: Ihre Frage ist sehr berechtigt. Wir müssen sorgfältig unterscheiden zwischen der Furcht göttlicher Eifersucht und der Furcht aufgrund von Unglauben; die erstere ist ein Misstrauen gegen sich selbst und die andere ein Zweifeln an Gott; die eine wirkt gegen Stolz und fleischliches Selbstvertrauen, die letztere ist der Feind wahren Friedens. Die elf Apostel zeigten die Furcht göttlicher Eifersucht, als der Heiland erklärte, dass einer von ihnen ihn verraten werde. Alle elf fragten sich: »Ich bin es doch nicht, Herr?« David hingegen gab der Furcht aufgrund von Unglauben Raum, als er sagte: »Nun werde ich doch eines Tages durch die Hand Sauls umkommen!« (1Sam 27,1). Aber ich habe Ihre Erzählung unterbrochen; erzählen Sie doch weiter, wie Schwester Furchtsam reagierte, als Sie ihr Esra 9,8 genannt hatten. D. H.: Der Vers schien sie wenig zu beeindrucken. Sie seufzte tief und sagte eine Weile nichts. Dann fuhr sie fort: S. F.: Ich fürchte, es wäre anmaßend für mich, wenn ich sage, dass ich jemals erweckt worden bin, denn eine tote Seele kann nicht erweckt werden – sie muss zuerst auferweckt werden. Wahrscheinlich war das erhebende Gefühl beim Lesen und Hören des Wortes Gottes nichts weiter als die Freude derer, »bei denen es auf das Steinige fiel« (Mt 13,20.21). D. H.: Aber wer niemals geistlich auferweckt worden ist, sehnt sich nicht nach Gott, sucht ihn nicht, sondern versucht, den wahren Gott ganz aus seinen Gedanken zu verbannen. Er mag zwar zur Gemeinde gehen, anderen eine Form der Gottseligkeit vorspielen, aber er sucht nicht Gott durch persönlichen Fleiß und sehnt sich nicht nach Gemeinschaft mit ihm.

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Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit

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Vielleicht, liebe Schwester, ist es für Sie ein »Tag kleiner Dinge« (Sach 4,10). Auch wo keine Kraft ist, gibt es oft Leben. Ein Säugling kann atmen und weinen, aber nicht sprechen oder gehen. Wenn Gott der Gegenstand Ihrer Liebe ist, dann hat ein »gutes Werk« in Ihnen begonnen (Phil 1,6). Wenn es die innewohnende Sünde ist, die Ihnen täglich so zu schaffen macht, wenn Sie lechzen nach Befreiung von den verunreinigenden Auswirkungen der Sünde und darum beten, wenn Sie gegen die Lüste des Fleisches kämpfen, dann kann das nur daran liegen, dass ein Prinzip der Heiligkeit in Ihrem Herzen eingepflanzt worden ist. Solche geistlichen Übungen durchleben wir nicht mit unserer alten Natur; diese Erfahrungen beruhen auf der innewohnende Gnade. Verzweifeln Sie nicht, denn vom Herrn Jesus heißt es: »Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen« (Mt 12,20). S. F.: Ja, es ist eine Sache, diese Dinge theoretisch zu verstehen, aber es ist etwas ganz anderes, wenn Gott diese Wahrheit vollmächtig auf das Herz anwendet. Danach sehne ich mich, und das ist es, was mir fehlt. Meine Wunde ist zu tödlich, als dass ein Mensch sie heilen könnte. O, wenn ich doch nur sicher sein könnte, ob meine Abneigung gegen die Sünde auf rein natürliche Gewissensbisse beruht, wie jeder natürliche Mensch sie mehr oder weniger hat, oder ob sie Eingebungen des Teufels sind, um mich irrezuführen, oder ob es sich tatsächlich um das Streben der neuen Natur gegen die alte handelt. Ich muss nichts weniger in meinem Herzen erkennen können als die persönliche, vollmächtige und rettende Macht des Heiligen Geistes, um echte Erleichterung zu finden. D. H.: Ich bin dankbar, dass Sie das sagen. Menschlicher Trost mag einem leeren Bekenner helfen, aber ein solches Trostpflaster wird einen Erwählten nicht heilen, wenn er von Gott geschlagen ist. Gott zielt darauf ab, bei den Erwählten jeden Arm des Fleisches abzutrennen, und zu entblößen und sie in ihrer Hilflosigkeit als Bettler mit leeren Händen vor den Thron seiner Gnade zu bringen. Ob das Leben Gottes tatsächlich in die Seele eingepflanzt wird, darin liegt das große Geheimnis: das ist der Dreh- und Angelpunkt, um den es beim ewigen Schicksal gehen muss. Und kein menschlicher Entschluss kann diesen Punkt befriedigend klären. Nur der Herr selbst kann ein solches Zeugnis geben, das einen seiner Erwählten zufrieden stellt. Aber wenn er in der Seele aufstrahlt, wenn er sein Wort in Kraft anwendet, wenn er sagt: »Deine Sünden sind

vergeben, gehe hin in Frieden«, dann braucht kein Prediger mehr ein Wort zu sagen. Der Herr bewahre Sie zu seinen Füßen, bis er Ihnen dies gewährt. Bis vor kurzem ging auch ich durch schwere Übungen, weil ich die große Gefahr fürchtete, der Teufel könne mir einen falschen Frieden vortäuschen und mir weis machen, alles sei in Ordnung, während das Gegenteil der Fall ist. Auch ich wünschte zu gern zu wissen, wie man unterscheiden kann zwischen natürlichen Gewissensbissen und den Übungen eines erneuerten Gewissens. Aber der Herr hat mir gezeigt: Wie ein Baum an seinen Früchten erkannt wird, so wird die Natur einer Ursache am Charakter ihrer Wirkungen erkannt. Solche, die sich von den Friedensvortäuschungen des Teufels irreleiten lassen, sind voller Einbildung, Anmaßung und fleischlicher Zuversicht: Sie bitten Gott nicht, sie zu erforschen, da sie sich des Himmels so sicher sind, dass sie das für gänzlich unnötig halten. Die natürlichen Regungen des Gewissens verhärten den Sinn, verhindern Gebet und führen ins Verderben. Die Sündenerkenntnis eines erneuerten Gewissens führt zu Buße und Bekenntnis, hin zu Christus und zu Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit vor Gott. Deshalb rate ich Ihnen ernstlich, liebe Schwester, nichts mit denen zu schaffen zu haben, die vorgeben, nur Frieden und Freude zu erfahren und die lachen, wenn man sie fragt, ob sie von der Plage ihres Herzens gepeinigt werden oder ob sie gemerkt haben, dass das Blut Christi auf ihr Gewissen angewendet worden ist, und die sagen, sie hätten nichts mit Gefühlen zu tun, sondern lebten unabhängig von Gefühlen. Solche verirrten Kreaturen können einem seufzenden Gläubigen ebenso wenig weiterhelfen wie ein sogenannter »Christlicher Wissenschaftler«1 jemanden helfen kann, der unter starken körperlichen Schmerzen leidet, indem dieser Irrlehrer ihm sagt, die Schmerzen seien nur eine mentale Einbildung und er solle nur an Gesundheit und Glück denken: beides sind nutzlose Ärzte und »Kurpfuscher« (Hiob 13,4). Werfen Sie stattdessen Ihre Sorgen auf den großen Arzt der Ärzte, schütten Sie Ihr Herz ihm aus, und zu seiner rechten Zeit wird er Öl und Wein auf Ihre Wunden gießen und ein neues Lied in Ihren Mund legen. (Die Szene wechselt wieder zu D. H.’s Besuch beim Autor.)
1

Die Sekte der »Christlichen Wissenschaft« lehrt, alles Böse und Negative, einschließlich Schmerz, sei nur Einbildung.

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Anhang: Gespräche über Heilsgewissheit

Seitdem habe ich ihr nichts weiter mehr zu diesem Thema gesagt, da ich es für das Beste halte, sie allein mit Gott zu lassen. Autor: Ich bin froh, das zu hören, denn nur blinde Eiferer würden versuchen, dem Heiligen Geist sein Werk aus der Hand zu nehmen. Oft wird Seelen großer Schaden zugefügt, indem man ihnen Dinge aufzuzwingen versucht: Wenn Gott ein Werk beginnt, können wir es getrost seinen Händen überlassen, es fortzusetzen und zu vollenden. Und wie freue ich mich, lieber Bruder, den Tau des Heiligen Geistes auf Ihrer eigenen Seele zu erkennen! Mir scheint, auf Sie trifft das Schriftwort zu: »Siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorüber, ist vergangen. Die Blumen zeigen sich im Lande, die Zeit des Singens ist gekommen, und die Stimme der Turteltaube lässt sich hören in unserm Land« (Hl 2,11.12). D. H.: Dank sei Gott dafür, dass er Mitleid hatte mit einem so armen Wesen wie mir; nun geht es mir viel besser. Seltsam ist nur, dass ich so wenig oder gar keine echte Heilsgewissheit hatte, als ich mit Schwester Furchtsam zu sprechen begann, doch als sie erzählte, was sie so sehr bedrückte, legte Gott mir anscheinend die nötigen Worte in den Mund, und als ich zu ihr sprach, versiegelte er diese Erkenntnis in meinem Herzen. Autor: Ja, es ist so, wie wir in Sprüche 11,25 lesen: »Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt, und wer andere tränkt, wird auch selbst getränkt.« Beim Mitteilen des Wortes Gottes an andere werden unsere Herzen erquickt und unser Glaube gestärkt. Wer das gibt, was er hat, dem wird umso mehr gegeben werden. Es stimmt, was der Apostel in 2. Korinther 1,4 über Gott sagt: »… der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.« Es ist Gottes Weg, die Seinen, und insbesondere seine Diener, durch prüfende und schmerzliche Erfahrungen zu führen, damit sie den Trost, mit dem er sie getröstet hat, zu seiner Ehre gebrauchen und weitergeben. Wer »die Plage seines Herzens« am besten kennt, eignet sich auch am besten dazu, bedrückten Seelen ein Wort zur rechten Zeit zu geben. Aus der Fülle des Herzens redet der Mund, und wer durch den Feuerofen gegangen ist, kann am besten denen helfen, die im Feuer leiden. Beten wir, dass es Gott gefallen möge, zu Schwester Furchtsam ebenso gnädig zu sein.

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John MacArthur Die Welt überwinden Wie Jesus in Johannes 13-16 seine Jünger stärkte
Betanien Verlag Paperback, 190 Seiten ISBN 3-935558-62-7 Euro 9,50 / sFr 21,00

Am Vorabend seiner Kreuzigung offenbarte der Herr Jesus seinen Jüngern die vielleicht tiefsten und wichtigsten Lehren seines ganzen Dienstes. Das Volk hatte ihn verworfen und so widmete er sich nun allein den Jüngern. Im Obersaal in Jerusalem erklärte er ihnen, wie sie in dieser ungläubigen, ihnen feindlichen Welt überleben können. Danach wurde er gefangen genommen und gekreuzigt. Das Johannesevangelium berichtet in vier ganzen Kapiteln von diesem »Unterricht« Jesu. Mit diesen Lektionen gab Jesus quasi sein Testament und ein Erbe für alle Gläubigen. Es ist ein Vorrecht, sich in diesem Buch intensiv mit Jesu ermutigenden, stärkenden und herausfordernden Belehrungen aus Johannes 13-16 zu beschäftigen. Der Autor wendet die Lehre Jesu treffend auf das Leben in der heutigen, immer weiter verderbenden Gesellschaft an. Damit erhalten sowohl junge als auch reifere Gläubige das Rüstzeug, um dem Herrn zu dienen und zu seiner Ehre gegen den Strom zu schwimmen.

ohne sie zu einem voreiligen.50 / sFr 12. Jahrhunderts – und vergleicht diese mit dem heutigen Verständnis von Erweckung. Warnungen und Ermutigungen.50 / sFr 19. Benedikt Peters Der Geist der Erweckung Die große Erweckung und die charismatische Bewegung Taschenbuch · 96 Seiten · ISBN 3-935558-02-3 · Euro 4. wie ist das vereinbar mit einer Hölle? Liebt Gott die Gläubigen mehr als die Ungläubigen? Der Autor beleuchtet ausgewogen die biblische Lehre und führt uns zu Erstaunen und Anbetung. Botschaft und Vorgehensweise von George Whitefield und Jonathan Edwards – den Predigern der »Großen Erweckung« im Amerika des 18. war einer der Initiatoren der Brüderbewegung und prägendes Vorbild von Georg Müller. N. Ein Buch für Verstand und Herz. Alfred P. . Er lebte konsequent nach Matthäus 6.50 Liebt Gott wirklich alle Menschen? Wenn ja.33.Weitere Bücher vom Betanien Verlag Irving Jensen Das Leben Jesu Ein chronologischer Gang durch die vier Evangelien Paperback (Din A4) · 128 Seiten · ISBN 3-935558-55-4 · Euro 7. Gibbs Wagnis Kinderevangelisation Chancen und Gefahren missionarischer Arbeit – nicht nur – unter Kindern Taschenbuch · 64 Seiten · ISBN 3-935558-00-7 · Euro 2. John MacArthur Die Liebe Gottes Einblicke in Gottes unergründliches Wesen und Handeln Paperback · 252 Seiten · ISBN 3-935558-59-8 · Euro 11.50 Hilfen.50 Peters beschreibt Glauben.50 Eine Kurzbiografie über den Missionar A. Groves (1795–1853).50 Jensen ist bekannt für seine Anleitung zu systematischem Bibelstudium und für seine anschaulichen Diagramme und Gliederungen.00 / sFr 3. die auch diesen Bibelkurs zum Selbststudium auszeichnen.00 / sFr 8. Harriet Groves Anthony Norris Groves Von einem.00 / sFr 7. der zuerst nach dem Reich Gottes trachtete Taschenbuch · 160 Seiten · ISBN 3-935558-03-1 · Euro 5. unechten Bekenntnis zu drängen oder emotional zu manipulieren. wie man Kinder zum Herrn Jesus führen kann.

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