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Lernen mit Maps 4.5.

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4.5.13
Lernen mit Maps
AF Ausbilderfærderung færdert neue Konzepte
fçr das Lernen in der Wissensgesellschaft

Inhalt
Seite

* Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
* Ausbilderfærderung und Foraus.de . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . &
± Werkzeuge und Instrumente
* Prozess- und handlungsorientierte Ausbildung lernen
mit Maps . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . &
* Lernkonzepte fçr handlungs- und prozessorientiertes
E-Learning . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . &
± Lernen an Aufgaben
± Qualitåtsmanagement als Informationsbasis nutzen
± Informationsbasis schaffen durch Wissensmanagement
(Fortsetzung siehe nåchste Seite)

Der Autor:
Michael Hårtel ist im Arbeitsbereich ¹Qualitåtssicherung und -entwicklung/
Fernlernen/Bildungspersonalª und Arbeitsbereich ¹Beratung und Internationale
Zusammenarbeitª im Bundesinstitut fçr Berufsbildung.
Anschrift: Bundesinstitut fçr Berufsbildung, Robert-Schuman-Platz 3,
53175 Bonn, Tel.: 02 28/1 07 ± 10 13, E-Mail: haertel@bibb.de

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Inhalt (Fortsetzung)
* E-Learning mit Maps . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . &
± Lernen mit Begriffsnetzen
* Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . &

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Einleitung

Die immer breitere Nutzung der Informations- und Kom-
munikationstechnologie hat zu fundamentalen Verånde-
rungen in der Arbeitswelt gefçhrt. Die mit den Schlag-
wærtern Wissensgesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft
oder digitales Zeitalter umschriebene Entwicklung fçhrt
inzwischen dazu, dass Informations- und Kommunika-
tionstechnologien in Deutschland zur stårksten Triebfeder
fçr Innovationen geworden sind. Sie bilden die tech-
nologische Basis dafçr.

Das Internet als Geschåftsfeld und Kommunikationsraum
des 21. Jahrhunderts hat erhebliche volkswirtschaftliche Be-
deutung erlangt. In Deutschland sind in der Branche der In-
formations- und Kommunikationstechnologien rund 750.000
Menschen beschåftigt. Der Markt in dieser Branche umfasst
allein in Deutschland ca. 134 Mrd. Euro, weltweit sogar mehr
als 2.000 Mrd. Euro jåhrlich.

Betriebliche Ausbildung im dualen System steht in diesem Prozessorien-
Kontext im Wettbewerb zu schulisch organisierten Aus- tierte Aus-
bildungsformen. Dies gilt sowohl national als auch inter- bildungs-
national. Fçr die betriebliche Ausbildung spricht vor allem ihre formen
Nåhe zur Praxis. Ein Ansatz, diesen Wettbewerbsvorteil der
betrieblichen Ausbildung zu stårken, sind prozessorientierte
Ausbildungsordnungen. Sie geben Prozesse und Arbeitsum-
gebungen vor, in denen in einem bestimmten Beruf aus-
gebildet werden soll, und verpflichten die Ausbildungsbe-
triebe, dies jeweils nach dem aktuellen Stand der Technik zu
tun. Damit soll es Betrieben erleichtert werden, ihren zukçnf-
tigen Mitarbeitern genau die Kompetenzen zu vermitteln, die
aktuell benætigt werden und die den individuellen betrieb-
lichen Leistungsansprçchen gençgen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausbilderfærderung des Ausbilder-
Bundesinstituts fçr Berufsbildung (BIBB) in den letzten Jah- færderung
ren war es deshalb, zur Umsetzung prozessorientierter Aus-
bildung mit konkreten Angeboten fçr das Ausbildungsper-
sonal beizutragen.

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Ausbilderfærderung und Foraus.de

Vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklungen und
Verånderungsprozesse bietet das BIBB in diesem Kontext
zwei Dienste zur Unterstçtzung des Ausbildungspersonals
an. Sie beinhalten ausgewåhlte Produkte zur Gestaltung
der betrieblichen Ausbildung und ermæglichen einen ge-
genseitigen tagesaktuellen Informations- und Erfahrungs-
austausch. Es handelt sich dabei um ¹AF Ausbilderfær-
derungª (www.af-bibb.de) und die im Rahmen eines For-
schungsprojekts konzipierte Internetplattform fçr das
Ausbildungspersonal ¹Foraus.deª (www.foraus.de), das
sich inzwischen als Dauervorhaben des BIBB zur græûten
Community fçr das Ausbildungspersonal in Deutschland
entwickelt hat.

Die daraus erarbeiteten Produkte reichen von dreiteiligen
Seminarpaketen fçr Ausbildungskråfte (z. B. ¹Gute Fçhrung
in der Ausbildungª) çber Handreichungen zum E-Learning
(¹Einsatz neuer Medienª) bis zu Trainingspaketen mit Simu-
lationssoftware fçr Fçhrungskråfte (z .B. ¹Strategische
Handlungsflexibilitåtª) und Arbeitshilfen zur Planung prozess-
und handlungsorientierter Ausbildung.

Steigender Die Bandbreite der AF-Materialien demonstriert damit die
Qualifizie- Vielschichtigkeit der betrieblichen Anforderungen an das
rungsbedarf Ausbildungspersonal. In den kontinuierlichen (Weiter-)Ent-
des Aus- wicklungen und auch den gezielt vorgenommenen Eigenent-
bildungs- wicklungen spiegelt sich gleichzeitig die Dynamik betrieb-
personals licher Verånderungsprozesse wider, die in den letzten Jahren
an Geschwindigkeit eher zu, als abgenommen hat. Es ist ab-
zusehen, dass dieser Trend ungebrochener Verånderungs-
dynamik in der betrieblichen Ausbildung weiter bestehen
bleiben wird und der Qualifizierungsbedarf des Ausbildungs-
personals noch steigt. Gleichzeitig muss in Kauf genommen
werden, dass die Bereitschaft zur Teilnahme an Pråsenz-
veranstaltungen eher rçcklåufig ist. Insofern sind alternative
Fortbildungsangebote gefragt. Hierbei kommt der Nutzung
digitaler Informations-, Lehr- und Lernangebote eine Schlçs-
selrolle zu.

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Auf Basis der konzeptionellen Grundlagen von AF und der
vielfåltigen Materialien zur Gestaltung und Weiterentwicklung
der betrieblichen Ausbildungspraxis erfolgt die breitenwirk-
same Kommunikation und Information mit dem Aus-
bildungspersonal durch die Internetplattform Foraus.de.

Foraus.de hat drei Funktionen: Funktionen
von Foraus.de
* Bereitstellung von Online-Lernmodulen (lernen);
* Verbreitung aktueller Informationen rund um die Berufs-
bildung und das Tåtigkeitsfeld des Ausbildungspersonals,
z. B. durch regelmåûige Newsletter (informieren) sowie
* die Kommunikationsmæglichkeit durch Erfahrungsaus-
tausch mit Expertinnen und Experten in der Berufsaus-
bildung in Foren (kommunizieren).

Foraus.de bietet seinen Besuchern neben tagesaktuellen In-
formationen rund um die Ausbildung, eine moderne Online-
Weiterbildung sowie den Erfahrungsaustausch mit Ex-
pertinnen und Experten in der Berufsausbildung. Mit der
kostenlosen Mitgliedschaft in Foraus.de stehen dem Be-
sucher neben einer personalisierten Kommunikationsplatt-
form viele weitere Funktionen fçr Diskussion, Recherche und
Erfahrungsaustausch zur Verfçgung.

Werkzeuge und Instrumente
FORAUS.de wird vom BIBB als ein innovatives Instrument Verknçpfung
verstanden und in diesem Sinne kontinuierlich weiterent- formaler und
wickelt. Die Verknçpfung formaler und informeller Lernan- informeller
gebote, die auch ein arbeitsplatznahes Lernen ermæglichen, Lernangebote
kann z. B. mit den regelmåûig angebotenen Online-Semi-
naren von Foraus.de auf diese Weise realisiert werden.

Aber auch die angebotenen Mæglichkeiten online, d. h. zeit- Authentischer
und ortsungebunden, çber fachliche und inhaltliche Fragen Erfahrungs-
zur Ausbildung kommunizieren zu kænnen, dient der un- und Informa-
mittelbaren Gestaltung des individuellen Ausbildungsalltags tionsaus-
durch authentischen Erfahrungs- und Informationsaustausch tausch
innerhalb der Fachgemeinde. In diesem Kontext entwickelt

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sich mit Hilfe der von Foraus.de angebotenen verschiedenen
Lehr- und Lernangebote bei den Nutzern und Nutzerinnen die
Kompetenz, die fçr den ergebnisorientierten Umgang mit In-
formations- und Kommunikationstechnologien unverzichtbar
ist.

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Prozess- und handlungsorientierte
Ausbildung lernen mit Maps

Ein kçrzlich entwickelter didaktisch-methodischer Ansatz
im Rahmen von AF versucht, die Informationstiefe und
Informationsdichte digitaler Lern- und Arbeitsumgebun-
gen zu strukturieren. Damit soll es besonders dem Aus-
bildungspersonal ermæglicht werden, sich mit Hilfe von
Visualisierungsstrategien, die an das Mind-Mapping an-
gelehnt sind, zielgerichtete Ausbildungsangebote fçr das
Lernen mit digitalen Medien zu erschlieûen.

Die damit verbundenen innovativen Konzepte færdern Programm zur
gleichzeitig die Medienkompetenz des Ausbildungspersonal. prozess- und
Sie wurden als aktuelles Produkt der Ausbildungsfærderung ± handlungs-
AF in Form einer CD-ROM fçr ein PC-gestçtztes Lern- und orientierten
Arbeitsprogramm zur prozess- und handlungsorientierten Ausbildung
Ausbildung erstellt. [2]

Drei Arbeitspakete in diesem Programm leiten dazu an,
* geeignete Aufgaben fçr die Ausbildung auszuwåhlen,
* Lernauftråge zur Erarbeitung von betrieblichen Gesamt-
zusammenhången zu erstellen und
* Leittexte fçr aufgabenbezogene Fachkenntnisse zu for-
mulieren.

Dem zuvor formulierten Anspruch entsprechend sollen mit Lernen
dieser CD-ROM Ausbilder auch mit einem neuen Lern- mit Maps
konzept, dem Lernen mit Maps bzw. dem Mapping, vertraut
gemacht werden. [3]

Map ist das englische Wort fçr Landkarte. Hier bezeichnet es Visualisie-
eine Visualisierungstechnik fçr die Darstellung von Zusam- rungstechnik
menhången. Die bekannteste Form sind so genannte Mind
Maps also Gedanken-Landkarten als universelle Notiz- und
Merktechnik. Dabei werden Notizen zu einem Thema einem
Bild mit Østen und Zweigen zugeordnet.

Wenn sie auch die bekannteste ist, so ist Mind-Mapping kei-
neswegs die einzige Visualisierungstechnik, um gedankliche

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Zusammenhånge darzustellen. Letztlich handelt es sich bei
jeder grafischen Darstellung um eine Form des Mappings,
wie z. B. bei einem Organigramm fçr den Aufbau eines Un-
ternehmens oder den Handlungskreislauf fçr die handlungs-
orientierte Ausbildung.

Vier unter- Die CD-ROM zur handlungs- und prozessorientierten Aus-
schiedliche bildung nutzt vier unterschiedliche Mapping-Systeme und
Mapping- kombiniert sie, um damit in diesem PC-Lernprogramm je-
Systeme weils vollståndige Denk- und Entscheidungsprozesse anzu-
leiten. Diese sind:

1 Menç:
Hier handelt es sich um die Ûbersicht çber die Ar-
beitspakete dargestellt durch einzelne Blæcke mit den
Arbeitsaufgaben. Ausgewåhlt wird damit eine Arbeits-
aufgabe.

2 Ziele ± Bedingungen ± Læsungen:
Auf drei Ebenen verteilt wird mit kurzen Texten darge-
stellt, was mit der jeweiligen Arbeitsaufgabe erreicht
werden soll.

3 Schritte:
Dargestellt wird der Arbeitsablauf als ereignisge-
steuerte Prozesskette (EPK). Dies ist die Anleitung zur
Ausfçhrung der Arbeitsaufgabe. Schritt fçr Schritt wird
der Nutzer durch die Aufgabe gefçhrt.

4 Begriffe:
Begriffe, die notwendig sind, um zu verstehen, worum
es bei dieser Aufgabe geht, werden als Begriffsnetz
visualisiert. Diese Darstellungsform wird auch als se-
mantisches Netz oder Concept-Map bezeichnet.

Damit die einzelnen Maps çbersichtlich bleiben, werden bei
den Maps Schritte und Begriffe jeweils erlåuternde Texte in
einem Fenster angezeigt, wenn der Mauszeiger çber ein ent-
sprechendes Symbol fåhrt.

Zusåtzlich gibt es noch fçr jede Arbeitsaufgabe einen erlåu-
ternden Text fçr diejenigen, die sich an das Arbeiten mit den
Maps nicht gewæhnen wollen.

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Lernkonzepte fçr handlungs- und
prozessorientiertes E-Learning

Mit der CD-ROM werden mehrere Lernkonzepte realisiert,
die im Folgenden erlåutert werden sollen:
* Lernen an Aufgaben,
* Qualitåtsmanagement als Informationsbasis nutzen
und
* Informationsbasis schaffen durch Wissensmanage-
ment.

Lernen an Aufgaben
Handlungsorientierte Lernkonzepte geben Aufgaben vor und Notwendige
erwarten von den Lernenden, dass sie sich die notwendigen Fachkennt-
Fachkenntnisse dazu selbst erarbeiten. Voraussetzung fçr ein nisse selbst
solches Lernsystem ist, dass die Lernenden notwendige In- erarbeiten
formationen auch finden kænnen. Handlungsorientiertes Ler-
nen setzt also immer beides voraus: zum einen die Aufgaben,
an denen gelernt werden soll, zum anderen die Informa-
tionsbasis fçr die Fachkenntnisse.

Die Qualitåt eines solchen Lernsystems hångt in erster Linie Auswahl und
von der Auswahl und Aufbereitung der Aufgaben ab. Sie sind Aufbereitung
der Gegenstand der didaktischen Planung. Mit der Auswahl der Aufgaben
der Aufgabe wird entschieden, was gelernt werden soll.
Wenn das Lernziel schon vorgegeben ist, kommt es darauf
an, dafçr die passende Aufgabe zu finden. Passend bedeutet
auch, dass sie von den Lernenden mit den verfçgbaren In-
formationen erfolgreich bearbeitet werden kænnen. Sie dçr-
fen also nicht zu schwierig sein, aber auch nicht zu leicht, weil
sie dann keine Erfolgserlebnisse mehr vermitteln.

Ideal ist, wenn Ausbildungsaufgaben so aufeinander auf- Lernauf-
bauen, dass mit jeder Aufgabe die Voraussetzungen fçr die gabensystem
Bearbeitung der nåchsten erworben werden. So ausge-
wåhlte und aufbereitete Aufgaben werden als Lernaufgaben-
system bezeichnet. Ein gutes Lernaufgabensystem zielt da-

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rauf ab, ganz ohne zusåtzliche Unterweisungen auszukom-
men.

Informationen Fçr ein handlungsorientiertes E-Learning liegt es nahe, die
çber PC Informationen çber den PC anzubieten. Man spricht hier vom
anbieten explorierenden E-Learning. Die Lernenden mçssen selbst
aktiv nach Informationen suchen. Die Frage ist allerdings, ob
die Informationen auch noch besonders aufbereitet werden
sollen. Im Prinzip reicht heute oft bereits das Internet als In-
formationsbasis.

Qualitåtsmanagement als Informationsbasis
nutzen
Die Frage nach der Aufbereitung der Informationsbasis låsst
sich nicht so leicht beantworten. Einerseits reicht natçrlich
håufig das Internet, andererseits dauert die Suche oft recht
lange und die gefundenen Informationen sind nicht immer
zutreffend. Deshalb werden hier zwei andere Prinzipien vor-
geschlagen:

Informationen Zum einen sollen die Lernenden die richtigen Informationen
mit der Auf- mit einem vertretbaren Aufwand finden kænnen. Wer zu lange
gabenstellung suchen muss und zudem die Qualitåt der Informationen nicht
gegeben richtig beurteilen kann, ist schnell frustriert. Auf der CD-ROM
werden deshalb viele Informationen gleich mit der Auf-
gabenstellung gegeben. Zusåtzlich steht noch ein umfang-
reiches Fachlexikon zur Verfçgung.

Dokumen- Zum anderen sollen aber gerade Auszubildende lernen, sich
tationen zu aus den Quellen zu informieren, die ihnen im spåteren Be-
Arbeitspro- rufsleben auch zur Verfçgung stehen. Handlungsorientiertes
zessen als Lernen soll ja nicht nur Fåhigkeiten zur fachgerechten Bear-
Quelle nutzen beitung bestimmter Aufgaben vermitteln, sondern auch und
vor allem die Selbstlernkompetenz færdern. Fçr die Ûber-
tragung dieses Konzeptes des handlungsorientierten E-
Learnings bietet es sich deshalb an, zunåchst im Betrieb
nach ohnehin vorhandenen Informationsquellen zu suchen.
Und hier soll ganz besonders auf eine Quelle hingewiesen
werden: die umfangreichen Dokumentationen zu Arbeits-

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prozessen, die durch das Qualitåtsmanagement angelegt
werden. Sie als Informationsbasis zu nutzen, bringt gleich
zwei Vorteile: Zum einen greift man auf ohnehin erstellte Ar-
beitsanleitungen zurçck, zum anderen bringt man Aus-
zubildenden von Anfang an bei, diese Dokumentationen auch
zu nutzen.

Informationsbasis schaffen durch
Wissensmanagement
Hat man erst einmal diesen Schritt vollzogen, Dokumenta- Weiterent-
tionen aus dem Qualitåtsmanagement als Informationsbasis wicklung zu
fçr das handlungsorientierte Lernen in der Ausbildung zu umfassenden
nutzen, bietet sich die konsequente Weiterentwicklung zu ei- Wissens-
nem umfassenden Wissensmanagement an. Denn im Prinzip management
handelt es sich bei den Prozessbeschreibungen um Wis-
sensdokumentationen. Sie werden nur håufig nicht so ge-
sehen und nicht entsprechend genutzt. Dies låsst sich jedoch
mit wenig Mehraufwand åndern. Im nåchsten Schritt be-
deutet dies, die Dokumentationen fçr die Qualitåtssicherung
von vornherein unter dem Gesichtspunkt zu erstellen, dass
sie auch als Lernanleitungen taugen. Dazu mçssen sie vor
allem zwei Voraussetzungen erfçllen: die Prozessdarstel-
lungen mçssen çbersichtlich sein und die Prozessbeschrei-
bungen verståndlich formuliert werden.

In einem dritten Schritt kann man dann an die eigentliche Organisation
Aufgabe des Wissensmanagements herangehen, nåmlich ein eines lernen-
lernendes System zu organisieren, in dem die Mitarbeiter ei- den Systems
nes Unternehmens gleichzeitig Nutzer und Lieferanten fçr
eine Wissensdatenbank sind. Ganz besonders gut lassen
sich dazu Auszubildende einsetzen, die man Arbeitsprozesse
dokumentieren lassen kann.

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E-Learning mit Maps

Einen besonderen Stellenwert hat in diesem E-Learning-
Konzept zur Unterstçtzung einer handlungs- und pro-
zessorientierten Ausbildung der Einsatz von Maps. Dies
soll deshalb an dieser Stelle weiter erlåutert und be-
grçndet werden. Typisch fçr das Abrufen von Infor-
mationen am PC ist, dass man zunåchst eine Startseite
aufruft, çber die man dann zu den gewçnschten Infor-
mationen gelangen kann. Eine solche Startseite låsst sich
nicht nur fçr alle mæglichen Werbebotschaften nutzen,
sondern auch zum Richten und Steuern der Aufmerk-
samkeit in einem Lernprozess. Diese zusåtzliche Funktion
von Suchoberflåchen ist das entscheidende Merkmal
dieses hier konzipierten Lern- und Informationssystems.

Die jeweilige Bildschirmdarstellung visualisiert bereits wich-
tige Zusammenhånge fçr das Verståndnis der çber sie auf-
zurufenden Informationen. Sie erfçllen damit in dem Lern-
und Informationssystem gleichzeitig drei Funktionen:

Startseite
1 Zum einen dienen sie, wie beschrieben, als Startseite,
um die Suche nach bestimmten Informationen anzu-
leiten.

Kontext-
Zuordnung 2 Gleichzeitig ordnet sie in einer zweiten Funktion die
Information in einen bestimmten Kontext ein. In die-
sem Lern- und Informationssystem handelt es sich
dabei immer um die Zuordnung zu bestimmten beruf-
lichen Aufgaben.

Visuelle Hilfe
3 Ihre dritte und wichtigste Funktion ist die eines ¹ad-
vance organizersª, einer visuellen Hilfe, um einzelne
Informationen einander sinnvoll zuzuordnen. Diese
Form der Lernhilfe baut auf Ergebnissen der Lern-
forschung auf, nach denen die Wahrscheinlichkeit fçr
ein Problem eine passende Læsung zu finden, vor allem
davon abhångt, wie die dafçr notwendigen Infor-
mationen im Gehirn miteinander verknçpft sind. Die
Bildschirmoberflåche soll in diesem Sinne helfen, In-

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formationen passend zuzuordnen. Sie bieten ein Mu-
ster fçr das Ordnen der Informationen an.

So signalisiert die Darstellung eines Flussdiagramms auf dem Darstellung
Bildschirm dem Nutzer, dass es sich um einen Arbeitsablauf eines Fluss-
handelt. Entsprechend wird er hier Informationen zu einzel- diagramms
nen Arbeitsschritten erwarten.( E-Learning mit Flussdia-
grammen wurde in einem Modellversuch des etz-Stuttgart
erprobt. www.lanorg.etz-stuttgart.de/index.htm). [1] Mit
Blockpfeilen wçrden in einem solchen System Informationen
zu Geschåftsprozessen verbunden. Maps als Bildschirm-
oberflåchen dienen damit als zusåtzliche Lernhilfe.

Lernen mit Begriffsnetzen
Bei den bisher vorgestellten Maps werden im betrieblichen Semantische
Alltag çbliche Darstellungsformen eingesetzt. Dies gilt ganz Netze
besonders fçr die Flussdiagramme zur Abbildung von Ar-
beitsprozessen. Weniger bekannt dçrften die Bilder von Be-
griffsnetzen sein. Gerade von ihnen wird aber erwartet, dass
sie zukçnftig fçr innovative Lernkonzepte eine besondere
Rolle spielen werden. Begriffsnetze werden ± wie bereits er-
wåhnt ± als semantische Netze oder Concept-Maps be-
zeichnet. Immer geht es darum, den Zusammenhang von
Begriffen durch ihre Zuordnung zueinander in einem Netz
darzustellen. Dazu werden die einzelnen Begriffe mit Pfeilen
verbunden. Zusåtzlich wird mit den Pfeilen angegeben, in
welcher Beziehung die Begriffe zueinander stehen. [4]

Begriffsnetze bieten sich als besonders ækonomische Form Darstellung
an, die Bedeutung von Fachbegriffen darzustellen. Wenn es der Bedeu-
schwer fållt, einen bestimmten Fachtext zu verstehen, dann tung von
liegt dies håufig daran, dass er zu viele unbekannte Begriffe Fachbegriffen
enthålt. Ein Begriffsnetz kann hier schnell das Verståndnis
erleichtern.

Im handlungsorientierten E-Learning kænnen Begriffsnetze
damit eine Lçcke fçllen, indem sich mit ihnen fachliche Zu-
sammenhånge darstellen lassen. Solange jemandem nicht
bekannt ist, dass WORD der Name fçr ein Schreibprogramm

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ist, muss eine Anweisung ¹Rufen Sie Word aufª unverstånd-
lich bleiben. Wird gleichzeitig in einem Begriffsnetz erklårt

erhålt die bisher unverståndliche Anweisung eine sinnvolle
Bedeutung.

Alle Prognosen gehen davon aus, dass sich Fachkråfte zu-
kçnftig immer håufiger in fçr sie neue Aufgabengebiete ein-
arbeiten mçssen. Oft betrifft dies nur Nebentåtigkeiten (z. B.
arbeitsintegrierte Qualitåtskontrollen), die nichtsdestotrotz
fçr den Gesamtprozess åuûerst relevant sind. Als ein Faktor
im Wettbewerb wird es immer entscheidender, wie schnell
und mit wie wenig Aufwand es einem Unternehmen gelingt,
notwendige Qualifizierungen zu leisten. Handlungsorientier-
tes E-Learning kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Sinnerklårende Begriffsnetze sowie die Kompetenz, diese
individuell und ergebnisorientiert einsetzen zu kænnen, sind
darin ein unverzichtbarer Bestandteil.

Literatur:
[1] GOHLKE, P.: Prozessorientierte Ausbildung fçr das Elektro-
handwerk: innovatives E-Learning im realen betrieblichen
Auftrag, in: Ehrke, M./V. Meister (Hrsg.): Prozessorientie-
rung in der Berufsbildung. Frankfurt/Main 2007
[2] KOCH, J./A. BAHL: Prozessorientiert ausbilden. CD-ROM
mit Begleitbroschçre. Bielefeld 2007
[3] KOCH, J./G. LAURITZEN: Lernen mit Mind-Maps, in: Cerna-
vin, O. u. a. (Hrsg.): Arbeitsschutz mit E-Nets. Berlin 2002
[4] NOVAK, J./A. J. CANAS: Theory Underlying Concept Maps
and how to construckt them. http://cmap.ihmc.us/
publications. Florida 2007

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