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Die Strafe im Grab
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen Lob und Dank gebührt nur Allah. Von Ihm erbitten wir Hilfe, Rechtleitung und Vergebung und wenden uns Ihm in Reue zu. Vor dem Übel unserer Selbst und unserer Taten suchen wir Zuflucht bei Allah. Wen Allah recht leitet, den kann niemand irreführen und wen Allah irreführt, den kann niemand recht leiten.

Einleitung
Wir bezeugen, dass Allah Einzig ist und keinen Teilhaber hat und dass Muhammad (r) Sein Diener und Gesandter ist. Allah hat ihn, bevor der Jüngste Tag über die Menschen kommt, als einen Überbringer froher Botschaft und als einen Warner, der mit der Hilfe Allahs zu Allah ruft und leitet, gesandt. Durch ihn hat uns Allah aus der Irre zum Recht, aus der Dunkelheit zum Licht, aus der Lüge zur Wahrheit geführt und die blinden Augen, tauben Ohren und verschlossenen Herzen geöffnet. Denn er hat die göttliche Nachricht übermittelt, das Anvertraute erfüllt und der Ummah die Wahrheit gezeigt. Er (r) hat für Allah einen echten Jihad gemacht und hat Ihm gedient, bis Er über seinen Tod bestimmte. Allahs Segen und Frieden sollen über ihm (r) und seine Familie sein. Wir bitten Allah, dass Er ihm die höchste Belohnung gibt, die ein Prophet im Namen seines Volkes erhalten kann.

Vorwort
Alles Lob gebührt Allah. Segen und Frieden seien auf unserem Propheten und seiner Familie, seinen Gefährten und den rechtgeleiteten Nachfolgern. Wir bitten Allah demütig darum, dass Er dieses Werk von uns annehmen möge und uns Aufrichtigkeit und Rechtleitung schenkt. Und wir beginnen mit Allahs Worten aus dem Qur`an, die besagen: (Jede Seele wird den Tod kosten. Und Wir stellen euch auf die Probe, mit Versuchungen des Übels und des Guten. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.)
(Qur´an 21:35)

Denen, die nicht an das Jenseits glauben, erscheint der Tod als das absolute Ende, als die endgültige Vernichtung. Diese Vorstellung ist jedoch ein absolut falscher Gedankengang, denn der Tod ist nicht ein Ende, sondern vielmehr der Anfang.

Für Gläubige ist er der Anfang einer vollkommenen, ewigen Seligkeit, die frei von allen Übeln und Fehlern ist. Für Ungläubige dagegen, ist er ein Übergang zum ewigen Leiden in der Hölle, die eine fortwährende große Strafe ist. Menschen, die diese Wahrheit begreifen, erleben den Tod als notwendiges Ende des diesseitigen Lebens und gleichzeitig als Beginn eines schönen, ewigen Lebens im Paradies. Die Ungläubigen dagegen, die auf diese Wahrheit hingewiesen wurden, sie jedoch missachteten, erleiden ewig die Reue ihrer Ignoranz, ohne Aussicht auf Rettung. Obwohl der Tod für die meisten kein Thema ist mit dem sie sich oft und gerne auseinandersetzen, ist er eine unvermeidliche Realität. Allah hat den Tod als eine unveränderliche Folge dieses Lebens geschaffen. Bis jetzt war es noch keinem Lebewesen möglich, sich dem Tod zu entziehen. Niemand kann mit Hilfe seines Reichtums, seines Ansehens, seiner Karriere oder seiner einflussreichen Beziehungen dem Tod entgehen. Zweifellos begegnet jeder irgendwann dem Tod. Auf diese Tatsache wird in vielen Qur`anversen hingewiesen: (Wo immer ihr seid, wird euch der Tod einholen, selbst wenn ihr in hochragenden Festungen wärt.) (Qur´an 4:78) (Sprich: „Der Tod, vor dem ihr flieht, wird euch bestimmt einholen. Dann werdet ihr zu Ihm zurückgebracht, Der das Verborgene und das Offenbare kennt. Und Er wird euch davon unterrichten, was ihr getan habt.) (Qur´an 62:8) (Und nie wird Allah einer Seele Aufschub gewähren, wenn ihre Lebensfrist abgelaufen ist; und Allah ist dessen wohl kundig, was ihr tut.)
(Qur´an 63:11)

Kann der Mensch sich denn davor schützen irgendwann dieser Realität gegenüberzustehen, indem er den Tod und das Jenseits aus seinem Bewusstsein verbannt? Sicher lautet die Antwort auf diese Frage ‚Nein’. Da der Mensch dem Tod gegenüber ohnmächtig ist, ist es am vernünftigsten, ihn ständig im Bewusstsein zu haben und sich auf dieses unabwendbare Ereignis vorzubereiten. Menschen, die sich vollkommen in die materiellen Belange des irdischen Lebens verwickeln, werden ihrem eigenen Tod unvorbereitet begegnen. Der Prophet Muhammad (r) sagte: “Denkt oft an den Tod. Allah öffnet die Herzen derjenigen, die sich oft des Todes besinnen und erleichtert ihnen das Sterben.“ (Überliefert von Abu Huraira) Diejenigen, die meinen - solange wir noch jung sind, leben wir nach Lust und Laune und im Alter können wir dann an den Tod denken- werden möglicherweise zu spät erkennen, dass ihnen eine solche Gelegenheit vielleicht nicht gegeben wird. Denn der Zeitpunkt des Todes ist von Allah vorherbestimmt und nur Ihm bekannt. Reifes Alter ist keine Voraussetzung für den Tod. Er kann auch in jungen Jahren eintreffen. In diesem Fall kann das Hinauszögern der Erfüllung von Allahs Geboten auf ungewisse Zeit, zu unendlicher Reue führen. Menschen, die ihr Leben von Allah abgewandt verbringen und erst dann bereuen und sich Ihm zuwenden, wenn sie erkennen, dass sie dem Tode nahe sind, mögen zwar auch Reue empfinden, doch wird diese Reue, die nur ihrer Todesfurcht entstammt, nicht von Allah angenommen, denn sie beruht nicht auf Aufrichtigkeit. Diese Menschen wussten über die Wahrheit Bescheid, lebten aber trotzdem nur nach ihrer eigenen Begierde oder Selbstsucht, missachteten Allahs Gebote und sind nun wegen ihres Endes verzweifelt.

Das bringt ihnen jedoch keinen Nutzen mehr. Allah kennt ihre Unaufrichtigkeit, denn Allah ist den Menschen näher als ihre Halsschlagader. Wie Allah im Qur`an erklärt, weiß Er, was in den Herzen der Menschen verborgen ist und kennt ihre innersten Gedanken und tiefsten Geheimnisse. Wir werden im Qur`an von Allah belehrt, dass die Reue im letzten Moment, die der Furcht vor dem Tod entspringt, nicht angenommen wird: (Die Möglichkeit zur Buße besteht nicht für jene, welche Übles taten bis der Tod ihnen gegenwärtig ist und dann sagen: „Jetzt bereue ich wirklich!“, und auch nicht für jene, die als Ungläubige sterben. Für sie haben Wir schmerzliche Strafe bereitet.) (Qur´an 4:18) Viele Verse bezeugen, dass jene unaufrichtigen Menschen ohnehin bald in ihr undankbares Verhalten zurückfallen würden, selbst wenn ihnen eine weitere Gelegenheit gewährt werden würde: (Wenn du sähest, wie sie vor das Feuer gestellt werden, dann sagen sie: „Wehe uns! Dass wir doch zurückgebracht werden, dann würden wir die Zeichen unseres Herrn nicht mehr verleugnen und gehörten zu den Gläubigen!“ Oh nein, nun geht es ihnen auf, was sie zuvor unterschlagen hatten – und selbst wenn sie zurückgebracht würden, würden sie doch wieder zu dem zurückkehren, was ihnen verboten worden war, denn sie sind gewiss Lügner.) (Qur´an 6:27,28)

Wer das Treffen mit Allah liebt, den liebt es Allah zu treffen
Es wird von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: “Wer das Treffen mit Allah liebt, den liebt es Allah zu treffen, wer aber das Treffen mit Allah hasst, den hasst es Allah zu treffen.“ Ich fragte ihn: „Oh Gesandter Allahs (r), ist damit der Tod gemeint?“ Er (r) sagte: „Wenn der Gläubige im Sterben liegt, erhält er von Allah eine frohe Botschaft, die Gnade und die Zufriedenheit Allahs und den Eintritt ins Paradies, dadurch liebt er das Treffen mit Allah und Allah liebt das Treffen mit ihm. Wenn der Wahrheitsleugner hingegen im Sterben liegt, wird ihn Allahs Strafe und Sein Zorn erreichen, dadurch hasst derjenige das Treffen mit Allah und Allah hasst das Treffen mit ihm.“ (Sahih Al-Bukhari, im Buche (AL-RIQAQ)) Es wurde dem Gesandten Allahs (r) berichtet, dass jemand gestorben sei. Er sagte: “Ist es einer der die Ruhe fand oder hat man vor ihm die Ruhe gefunden?“ Erklärung zu diesem Hadith: Hier beschrieb der Gesandte Allahs (r) mit der Aussage, derjenige der die Ruhe fand’, den Gläubigen, während die Aussage, ‚denjenigen vor dem man die Ruhe fand’ den Ungläubigen. (Im
Buche AL HAMISH Nr.5)

DIE STRAFE IM GRAB

Das Grab ist das Abscheulichste bzw. Widerwärtigste
Der Gesandte Allahs (r) hat gesagt: “Ich habe keinen widerwärtigeren Anblick gesehen als das Grab.“

Das Grab ist die erste Station im Jenseits
Othman Ibn Affan (t) weinte so stark, wenn er an einem Grab stand, dass sein Bart vollkommen benässt wurde, er wurde danach gefragt: „Du erwähnst das Paradies und die Hölle und weinst dabei nicht, wenn du aber an einem Grab stehst, überwältigen dich die Tränen, warum?“ Daraufhin antwortete er: „Ich hörte den Gesandten (r) Allahs sagen: “Wahrlich, das Grab ist die erste Station im Jenseits. Wer davor gerettet wird, dem wird alles was danach auf ihn zukommt leichter gemacht. Wer aber davor nicht gerettet wird, für ihn wird alles danach nur noch härter.“ Und Abu Dardaa (t) lief einst zwischen Gräbern und sprach: „Auf euren Rücken ist gar nichts, doch in eurem Inneren spielen sich Katastrophen ab.“

Gedenkt viel dem Zerstörer der Genüsse
Abu Huraira (t) überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: „Gedenkt viel dem Zerstörer der Genüsse.“ Und Ibn Omar (t) sagte: „Ich ging zum Propheten (r) und einer der Ansar stellte ihm eine Frage: „Wer ist der Intelligenteste und meist Geehrte unter den Menschen?“ Er (r) antwortete: „Derjenige, der am meisten dem Tod gedenkt und der sich am härtesten dafür vorbereitet, derjenige ist der Intelligenteste. Er besitzt die Würde im Diesseits und die Ehre im Jenseits.“

Die Worte und die Lage der Rechtschaffenen über das Gedenken des Todes
Omar Ibn Abdelaziz (t) versammelte die Gelehrten jede Nacht bei sich und sie gedachten dem Tod und der Auferstehung im Jenseits, dann weinten sie als hätten sie gerade eine Beerdigung hinter sich. Ibrahim Attaimi, ein Gelehrter, sagte: „Zwei Sachen raubten mir die Genüsse im Diesseits, das Gedenken an den Tod und das Stehen zwischen Allahs Händen (Abrechnung im Jenseits).“ Kaab (t) sagte: „Wer den Tod erkannt hat, dem werden die Ereignisse und Sorgen im Diesseits gleichgültig sein.“ Safia (Allahs Wohlgefallen auf ihr) sagte: „Eine Frau beklagte sich bei ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen über ihre Hartherzigkeit, da antwortete ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen: „Gedenke dem Tod viel, dann wird dein Herz weich werden.“ Ibn Qaiiem sagte: „Keiner wird schlimmer im Diesseits bestraft, außer mit Hartherzigkeit und der Entfernung von dem Allmächtigen.“ Und das meist entfernte Herz von Allah ist das harte Herz. Die Gründe dafür sind vier: 1. Das viele Essen 2. Das viele Schlafen 3. Das viele Gerede 4. und der häufige Beischlaf Al-Ghazali sagte: „Wer viel isst, der stärkt seine Gelüste des Beischlafes und wer viel trinkt, schläft länger und wer lange schläft wird am Tage des Gerichts arm sein.“ Die Mutter von Sulaiman (Allahs Wohlgefallen auf ihr) sagte: „Oh mein Sohn, du sollst nicht schlafen, denn der Schlaf lässt den Menschen am Jüngsten Tag arm sein.“ Ein Gelehrter sagte: „Die Nacht ist das Geschäft der Gläubigen.“

Malik Ibn Dinar sagte: „Wir suchten nach der Erleuchtung unserer Gräber, wir fanden sie in den Nachtgebeten.“ Omar Ibn Abdelaziz (t) sagte zu einem Gelehrten: „Belehre mich“, da antwortete jener Gelehrte: „Du bist nicht der erste Khalifa, der den Tod spüren wird.“ Omar Ibn Abdelaziz (t) setzte fort: „Belehre mich noch mehr darüber.“ Der Gelehrte sagte: „Jeder deiner Vorfahren bis zu Adam (möge Allah ihn in Ehren halten und bewahren) spürte den Tod und nun bist du an der Reihe.“ Da begann Omar Ibn Abdelaziz (t) zu weinen. Ar-Rabia Ibn Khathim, ein Tabeei, legte sich ein Grab in seinem Hause zu, um sich mehrmals am Tag hineinzulegen, damit er dauerhaft dem Tod gedenkt und er sagte: „Wenn sich das Gedenken an den Tod von meinem Herzen trennt, dann wird sich mein Herz mit Unheil füllen.“ Amr Ibn Aas (t) hat einmal zu den Gräbern hingeschaut, stieg vom Pferd ab und verrichtete zwei Rakaa. Man sagte zu ihm: „ Das ist eine Handlung, die wir vorher nicht von dir gesehen haben.“ Daraufhin sagte er: „Ich gedachte gerade den Bewohnern der Gräber, die durch den Tod verhindert worden sind gute Taten zu vollbringen, so verrichtete ich zwei Rakaa, um Allah näher zu kommen (solange die Zeit da ist).“ Abu Dharr (t sagte: „Soll ich euch über meinen Tag, an dem ich arm sein werde, berichten? Dass ist der Tag an dem ich ins Grab gelegt werde.“ Abu Dardaa (t) saß öfters bei den Gräbern. Er wurde darüber gefragt, woraufhin Abu Dardaa (t) folgendes antwortete: „Ich sitze mit einem Volk, das mich an meine Verabredung (mit Allah) erinnert und wenn ich sie verlasse, dann lästern sie nicht über mich.“ Jafar Ibn Muhammad (t) ging abends immer zu den Gräbern und rief: „Oh Gefährten der Gräber, was ist mit euch, dass ihr mir keine Antwort gebt, wenn ich euch rufe?“ Dann gab er sich selbst eine Antwort und sagte: „Wahrlich, sie sind durch den Tod gehindert worden und bald wird es so sein, dass ich wie sie sein werde.“ Dann setzte er mit dem Gebet bis zur Morgendämmerung fort. Omar Ibn Abdelaziz (t) sagte zu den anwesenden Leuten, die mit ihm saßen: „Ich verbrachte die Nacht mit dem Gedenken an die Gräber und deren Bewohner. Wenn du den Toten nach drei Tagen in seinem Grab siehst, verabscheut dich dies wegen seines Anblickes, obwohl du dich durch ihn damals geborgen fühltest. Und sein Körper, der von Insekten bewohnt und von Würmern durchdrungen ist, Rost und Eiter fließen in seinem Inneren, der Geruch hat sich verändert und sein Leichentuch ist verkommen, das alles nachdem er duftete und rein aussah<“Er setzte die Beschreibung über den Toten fort bis er nicht mehr konnte, schrie und in Ohnmacht fiel. Yazid Arraqashi (t) (ein Tabeei, der viele Tote bestattete, sagte diese Worte in denen er sich vorstellte, wie sich die Gläubigen im Grabe fühlen könnten). „Oh du Begrabener in deinem Loch und Einsamer in deinem Grabe, du bist derjenige, der die Geborgenheit im Inneren der Erde durch seine Taten findet. Ich würde gerne wissen mit welchen Taten du die frohe Botschaft erhalten hast und mit welcher deiner Brüder du glückselig bist.“ ( Hier ist der Tag von Barzakh gemeint, das ist die Zeit nach dem Tod und vor der Abrechnung, denn hier werden die Menschen je nach ihren Taten, die sie auf Erden vorausschickten, Glückseligkeit oder Unheil vorfinden bis Allahs Urteil beginnt ). Hathim Al-Asam, ein Tabeii, sagte: „Wer an den Gräbern vorbeigeht und dabei nicht über sich selbst nachdenkt und nicht für die Toten betet, der hat sowohl sich als auch die Toten betrogen.“ Baqer Al Abed, ein Tabeii, sagte: „Oh meine Mutter, ich wünschte mir, dass du unfruchtbar gewesen wärest, (er wünschte sich nicht geboren zu sein) denn dein Sohn wird im Grab lange aufgehalten und die Reise wird lange andauern.“(er hatte durch seine Sünden Angst vor der Strafe im Grab gehabt, daher sprach er diese Worte).

Hassan Ibn Saleh sagte, wenn er am Friedhof stand: „Wie schön ihr von außen geschmückt seid, doch die Katastrophen liegen in euch drinnen.“ Rabye Ibn Khathim, ein Tabeii, grub sich ein Grab im Hause. Jedes Mal, wenn er Hartherzigkeit empfand, legte er sich hinein und rezitierte den Vers 21 aus der Sure Al Mu´minun: „O mein Herr sende mich zurück, damit ich das Gute tue, das ich unterließ“. Er wiederholte ihn mehrere Male und sprach zu sich: “Oh Rabye nun bist du zurück, so handle danach.“ Maimun Ibn Mahran sagte: „Ich ging mit Omar Ibn Abdelaziz (t) zum Friedhof, er schaute zu den Gräbern und fing an zu weinen. Dann sagte er zu mir: „Oh Maimun, das sind meine Vorfahren von Bani Umaja. Es scheint als hätten sie mit den Bewohnern der Erde und ihren Gelüsten im Diesseits nicht gelebt. Siehst du nicht wie tot, einsam und verlassen sie mit ihrer Strafe sind und wie verkommen sie aussehen?. Siehst du nicht wie ihre Körper von Insekten bewohnt werden?“ Dann weinte er und fuhr fort: „Bei Allah, ich kenne keinen, der das Leben genoss, dann ins Grab gelegt wurde, ohne dass er vor Allahs Strafe sicher war.“ Thabet Al Banani, ein Gelehrter, sagte: „Ich war am Friedhof und als ich gehen wollte, sagte eine Stimme zu mir: „Lass dich nicht von der Stille der Toten täuschen, wie viele Seelen liegen jetzt hier in Kummer und Trauer?“ Überliefert von Abi Baqr Al Athali, er erzählte: „Es gab eine alte Frau, die eine Dienerin in dem Ort Abdelqaiz war. Sie hatte eine Gewohnheit in ihrem Leben, jedes Mal wenn es nachts wurde, beschloss sie die Nachtgebete zu verrichten und am Tage zum Friedhof zu gehen. So verging eine lange Zeit, bis ich eines Tages benachrichtigt wurde, dass diese Frau, da sie stets zum Friedhof ging, vom Volke getadelt wurde. Sie antwortete darauf: „Wenn das Herz hart geworden ist, kann nichts anderes es mehr mildern oder erweichen, als die Zeichen der Verwesung und wenn ich am Friedhof stehe, stelle ich mir vor wie die Toten aus ihren Gräbern austreten und sehe ihre Gesichter und deren Körper, die von der Erde beschmutzt und verändert sind. Welche Blicke würden die Menschen erfassen, wenn ihre Herzen es nur begreifen könnten, dass ihre Seelen eine Lehre bekommen und die Körper werden verdorben und vernichtet sein.“ Ein Gelehrter kam zu Omar Ibn Abdelaziz (t) und wunderte sich wie sein Aussehen durch Anbetung und Anstrengung verändert wurde. Omar Ibn Abdelaziz (t) sah seine Verwunderung und antwortete: „Was wäre, wenn du mich drei Tage nach meiner Beerdigung sehen würdest, wo meine Pupillen die Wangen entlang fallen, meine Lippen sich auf die Zähne aufschürzen und mein Mund geöffnet sein wird, wo aus ihm ein rostiger Schleim raussickern wird und mein Bauch so sehr anschwillt, dass er höher als meine Brust sein wird und wenn Kot aus dem Körper ausgeschieden ist und du siehst wie die Würmer aus der Nase raus kriechen, dann wärest du noch verwunderter, als du es jetzt bist.“ Und der Gelehrte Al-Ghazali beschrieb den Tod in seinem Buch (Die kostbare Perle im Jenseits) so: „<Die Seele entschleicht, wie der Tropfen dem Schlauche entschleicht. Die Seele eines Sünders jedoch entschleicht, wie der Bratspieß aus durchnässter Wolle.“ Man fragte den Gefährten Kaab Al-Ahbar (t) über den Tod, und er sagte: „<wie ein Zweig mit Dornen, der in das Innere eines Menschen hineingebracht worden ist und da zieht ihn ein Mensch, der Kraft hat, heraus, schneidet dann davon ab, was er kann und lässt zurückbleiben, was zurückbleibt.“ Der Gesandte Allahs (r) sagte in einem Hadith: “Und der Tote glaubt, dass sein Leib mit Stacheln angefüllt sei; und dass seine Seele gleichsam durch ein Nadelöhr hinausgezogen werde; und dass der Himmel sich gleichsam auf die Erde decke, während er sich zwischen beiden befinde.“

VORZEICHEN DES GUTEN ENDES
In den folgenden Hadithen des Propheten Muhammad (r) sind klare Beweise für einen guten Abgang vom Diesseits. Wenn jemand bei seinem Tod eines dieser Zeichen besitzt, wird er eine frohe Botschaft erhalten. Bitten wir Allah den Allmächtigen, dass Er uns ein gutes Ende beschert.

1. Das erste Zeichen ist, dass man die Bezeugung während des Todes ausspricht Den Beweis dafür finden wir in den Worten des Gesandten Allahs (r), der sagte: “Wenn das letzte Wort (eines Menschen) LA ILAHA ILLALLAH ist, tritt er ins Paradies ein.“ 2. Der Schweiß auf der Stirn Den Beweis dafür finden wir in dem Hadith von Ibn Al Khushaib. Er war einmal in Khurasan, um einen kranken Bruder zu besuchen und traf ihn an, als er gerade im Sterben lag und er sah wie er schwitzte. Da rief er vor Freude (Allahu akbar = Allah ist Groß) und sagte: “Ich hörte den Gesandten Allahs sagen, die Stirn eines Gläubigen schwitzt, wenn er stirbt.“ 3. Sterben in der Nacht vom Freitag Den Beweis dafür findet man in dem Hadith von dem Gesandten Allahs (r), der sagte: “Jeder Muslim, der in der Nacht von Freitag stirbt, wird von Allah vor der Versuchung im Grabe bewahrt.“ 4. Das Sterben als Märtyrer im Schlachtfeld auf dem Wege Allahs Den Beweis dafür finden wir in dem Hadith von dem Propheten Muhammad (r), der gesagt hatte: “Der Märtyrer hat sechs Eigenschaften bei Allah: 1. Er verzeiht ihm seine Sünden beim ersten Austreten des Blutes aus seinem Körper, 2. er darf seinen Platz im Paradies erspähen, 3. die Bestrafung im Grab bleibt ihm erspart, 4. vor dem Schrecken des Jüngsten Tages ist er sicher, es wird ihm eine Krone der Würde aufgesetzt, deren Edelsteine wertvoller sind als alles auf dieser Erde, 5. es werden ihm 72 der reinen Paradiesjungfrauen zu Ehefrauen gegeben 6. und er kann für 70 seiner Angehörigen Fürbitte einlegen.“ (überliefert von Ahmad, Ibn Majeh und
Tirmithi)

Die hier aufgezählten Punkte gelten auch für diejenigen, die nicht im Schlachtfeld gefallen sind. Der Gesandte Allahs (r) sagte: “Der, der mit Aufrichtigkeit bei Allah den Märtyrertod erbittet, den lässt Allah diese Stufe erlangen, selbst wenn er im Bett sterben sollte.“ (Überliefert von Sahih Muslim). 5. Der, der auf Allahs Wege reist Den Beweis dafür finden wir in dem Hadith von dem Gesandten Allahs (r), der sagte: “Wer auf dem Wege Allahs auszieht und stirbt oder getötet wird, der ist ein Märtyrer. Auch wenn er vom Pferd bzw. Kamel fällt und dabei sein Genick bricht oder wenn er von einem Ungeziefer gestochen wird und davon stirbt oder in seinem Bett stirbt, egal auf welcher Art

und Weise( er den Tod finden wird) er ist ein Märtyrer und bekommt das Paradies als Belohnung.“ (Überliefert von Al Baihaqi, Abu Dawud) 6. Durch die Pest sterben Den Beweis dafür finden wir in der Überlieferung des Propheten (r), der sagte: “Jeder Muslim, der durch die Pest stirbt, stirbt als Märtyrer.“ 7. Sterben durch innere Krankheiten Abu Huraira (r) erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “Die Märtyrer sind fünf:  Der, der durch die Pest stirbt.  Der, der durch Bauchschmerzen stirbt (innere Krankheiten). 8. - Derjenige, der ertrinkt. 9. - Derjenige, der durch einen Stein erschlagen wird  Und der Märtyrer, der für die Sache Allahs kämpft.
(überliefert von Sahih Buchari und Muslim, Tirmithi, Malik und Ahmad)

10-11-12. Die Frau, die während der Endbindung stirbt, derjenige, der durch Verbrennung und derjenige, der durch eine Rippenfellentzündung stirbt, stirbt als Märtyrer. Den Beweis finden wir in dem Hadith von Jaber Ibn Atiq (t), in dem der Gesandte Allahs (r) sagte: “Außer dem Fallen auf dem Schlachtfeld, sind die Märtyrer sieben: Der, der durch die Pest stirbt. Der, der ertrinkt. Der, der durch eine Rippenfellentzündung stirbt. Der, der durch Bauchschmerzen (innere Krankheiten) stirbt. Der Verbrannte. Der, der durch Trümmer erschlagen wird (Gebäudeeinsturz), und die schwangere Frau.(Überliefert von Malik und Ahmad Ibn Majeh) 13. Sterben durch Tuberkolose In einem Hadith, der von Rashed Ibn Hubaish überliefert wird, steht: “<u.Tuberkolose, er meinte damit den Märtyrertod.“ (Al Musnad Hadith Hassan 3/489) 14-15-16. Das Sterben bei der Verteidigung des eigenen Hab und Guts oder bei der Selbstverteidigung oder beim Verteidigen seines Glaubens

Es gibt einen Hadith, in dem Saiid Ibn Zaid (t) sagte, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: “Wenn sein Besitz beraubt und er dabei getötet wird, wenn er wegen seiner Familie oder wegen seines Glaubens stirbt oder wenn er selbst bedroht wird und dabei stirbt, stirbt er als Märtyrer.“ 17. Der Tod beim Wachehalten für die Sache Allahs Es gibt einen Hadith von Salman Al Farisi (t), der sagte, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “Ein Tag und eine Nacht für die Sache Allahs postiert zu sein, ist besser als einen Monat zu fasten und nachts zu beten. Wenn er fällt, werden seine guten Handlungen weiter fortbestehen und durch die Belohnungen wird er weiter versorgt und wird vor der Versuchung des Grabes sicher sein.“ (überliefert von Muslim, Nisaii, Hakim und Imam Ahmad)

18. Das Sterben durch die letzte Handlung Hudhaifa (t) sagte: dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: “Derjenige, der sein letztes Wort: „Es gibt keinen Gott, außer Allah“ mit Aufrichtigkeit spricht, um Sein Wohlgefallen zu erlangen, der tritt ins Paradies ein. Derjenige, der an jenem Tage stirbt und dessen letzte Handlung, um Allahs Zufriedenheit zu erreichen, das Fasten ist, der tritt ins Paradies ein. Und derjenige, dessen letzte Tat am Tage an dem er stirbt, eine Spende ist, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, der tritt ins Paradies ein.“ (Isand
Sahih von Imam Ahmad)

BEWEISE AUS DEM QURAN UND DER SUNNAH, ÜBER DIE EXISTENZ DER BESTRAFUNG IM GRAB
In der Tat ist die Peinigung im Grabe mehrmals im Qur`an erwähnt worden, zum Beispiel: (<Und wer ist ungerechter, als wer gegen Allah eine Lüge ersinnt oder sagt: "Mir ist (Offenbarung) eingegeben worden", während ihm überhaupt nichts eingegeben worden ist, und wer sagt: "Ich werde hinabsenden, gleich dem, was Allah hinabgesandt hat"? Und wenn du sehen würdest, wie sich die Ungerechten in den Fluten des Todes befinden und die Engel ihre Hände ausstrecken: “Gebt eure Seelen heraus! Heute wird euch mit der schmählichen Strafe vergolten, dass ihr stets über Allah die Unwahrheit gesagt habt und euch gegenüber Seinen Zeichen hochmütig zu verhalten pflegtet.)
(Qur´an 6:93)

In diesem Zitat, wo die Engel zu den Ungerechten sprechen werden: „Heute wird euch mit der schmählichen Strafe vergolten<“ finden wir die Erklärung durch einige Gelehrte, das durch das Wort „Heute“, die Strafe im Grabe unmittelbar direkt nach dem Tode beginnen wird. (< das Höllenfeuer, dem sie morgens und abends vorgeführt werden. Und am Tag, da sich die Stunde erhebt, (wird es heißen):“ lasst die Leute Pharaos in die Strengste Strafe eingehen.)(Qur´an 40:46) In diesem Vers erwähnt Allah ganz deutlich die beiden Strafen. Eine im Grab und eine im Jenseits. (Lasse sie nur, bis sie ihrem Tag begegnen, an dem sie wie vom Donnerschlag getroffen zusammenbrechen werden, dem Tag, da ihre List ihnen nichts nutzen und ihnen keine Hilfe zuteil werden wird.) (Qur´an 52:45-46) In diesen Versen erkennen wir die Beschreibung einer Strafe an die Ungerechten, die jedoch im Barzakh (Trennwand oder Zwischenstation oder Isthmus auch genannt) stattfinden wird, während diejenigen die am Leben geblieben sind, in ihrer Lebzeit, durch die Art des Todes, sowohl die Strafe im Diesseits als auch im Jenseits kosten werden. (Wir werden sie ganz gewiss etwas von der niedrigen Strafe vor der größeren Strafe kosten lassen, auf dass sie umkehren mögen.) (Qur´an32: 21) Wenn wir diesen Vers so lesen wie er da steht, werden wir als erstes verstehen, dass die Strafe hier auf Erden ist. Doch durch den Gefährten Ibn Abbas (t), der Interpret und Übersetzer des Qur`ans war, werden wir aufgeklärt, dass mit dem Wort (niedrigen) die Strafe im Grab gemeint ist.

Diese Verserklärung von Ibn Abbas (t) wird durch den Hadith von Al-Baraa` Ibn Azib bestätigt und verdeutlicht. Er erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hatte: “Es wird ihm ein Fenster des Höllenfeuers geöffnet und etwas von vergifteter Hitze wird ihn berühren bzw. treffen.“ In diesem Hadith, spielt das Wort (etwas) eine wichtige Rolle, denn wenn der Gesandte Allahs (r) nur gesagt hätte: „<es wird ihn vergiftete Hitze treffen bzw. berühren“, dann wäre dies ein Relativsatz, wir würden verstehen, dass uns hier die ganze Hitze treffen oder berühren wird, doch durch das Wort „etwas“ wird der Satz konkretisiert und somit wird der Übeltäter, der Wahrheitsverdecker etwas oder einen Teil der Strafe im Grab kosten und den Rest im Jenseits in aller Ewigkeit. (Wenn er nun zu den Nahegestellten gehört, dann (wird es für ihn) Ruhe, duftende Pflanzen und einen Garten der Wonne (geben). Und wenn er nun zu den Gefährten der rechten Seite gehört, so: Friede sei dir von den Gefährten der rechten Seite.Wenn er aber zu den Leugnern, den Irregehenden gehört, dann wird ihm eine gastliche Aufnahme aus heißem Wasser (zuteil) werden, und das Erleiden des Höllenbrandes. Dies ist wahrlich die reine Gewissheit. Darum preise den Namen deines Allgewaltigen Herrn.) (Qur´an 56:87-96) In diesen Versen erwähnt Allah die drei Kategorien der Menschen beim Sterben und ihre zukünftigen Positionen: 1. Die Nahestehenden (die Muslime) 2. Gefährten der Rechten (Gläubige) 3. Die Verleugner und die Irregegangenen, ihre Wohnstätte ist Hamim = glühende Hitze. (Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen...) (Qur´an 20:124) Es gibt einen Hadith von Ibn Hibban, der erzählte, dass Abi Huraira (t) sagte, dass der Gesandte Allahs (r) fragte: “Wisst ihr weshalb dieser Vers herabgesandt wurde („<der wird ein beengtes Leben führen<“)? Wisst ihr, was diese Worte bedeuten?“ Die Gefährten antworteten: „Allah und Sein Gesandter wissen es am Besten.“ Er (r) sagte: „Das ist die Strafe des Ungläubigen im Grabe.“ Al-Baraa` sagte über den Vers 47 in Sure at-Tur = der Berg<, (Gewiss, wird es für diejenigen, die Unrecht tun, keine Strafe außer diesen geben, aber die meisten von ihnen wissen es nicht.) <dass es sich hier um die Strafe im Grabe handele. Qatada und Rabbia Ibnu Anas sagten über den Vers 101 (in Sure at-Tauba= Die Reue): (Und unter den Beduinen (die ihre Wohnsitze) in eurer Umgebung (haben) - wie auch unter den Bewohnern von Medina - gibt es welche, die Heuchler (munaafiquun) sind, (Leute) die sich (ganz und gar) auf die Heuchelei verlegt haben(?). Du kennst sie nicht, aber Wir. Wir werden sie (noch zu ihren Lebzeiten) doppelt bestrafen. Hierauf werden sie einer gewaltigen Strafe zugewiesen werden.) dass die Erläuterung dieses Verses sowohl die Strafe im Diesseits als auch im Grabe beinhaltet. Von Bukhari und Muslim wird überliefert, dass ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen erzählte: “Zwei ältere Jüdinnen aus Medina traten bei mir ins Hause ein und sagten: „Die Bewohner der Gräber werden in ihren Gräbern bestraft“, ich glaubte ihnen nicht und bezichtigte sie der Lüge. Daraufhin verließen sie das Haus. Ich erkundigte mich dann beim Gesandten Allahs (r) und sagte: „Oh Gesandter (r), zwei ältere jüdische Frauen waren bei mir und sie

behaupteten, dass die Bewohner des Grabes in ihren Gräbern bestraft werden.“ Er (r) antwortete: „Sie haben die Wahrheit gesprochen. Sie werden bestraft mit einer Peinigung, die nur Tiere hören können.“ Seitdem sah ich nicht mehr, dass der Gesandte Allahs (r) ein Gebet verrichtete, ohne dass er seine Zuflucht bei Allah vor der Peinigung im Grabe nahm.“ Abi Ajub Al-Ansari (t) sagte: “Als die Sonne unterging, ging der Gesandte Allahs (r) raus und hörte eine Stimme, die sagte: Die Juden werden in ihren Gräbern bestraft.“ (Diesen Hadith finden wir in Sahih Buchari Nr.1375) Und Ibn Abbas (t) sagte: “Ich sah, wie der Gesandte Allahs (r) an zwei Gräbern vorbeiging und dabei sagte: “Diese zwei werden nicht wegen etwas Großem bestraft, doch der eine weil er sich nicht von Urintropfen gereinigt hatte und der Andere wegen übler Nachrede.“ Dieser Hadith beschreibt uns wie sich die Menschen je nach ihren Taten im Diesseits am Zeitpunkt der Befragung unterscheiden werden. Al-Bara` Bin Azib (t) sagte: “Wir waren auf einem Begräbnis an einem Ort in Gharqad. Der Prophet (r) kam zu uns, setzte sich und wir nahmen rings um ihn herum Platz und verharrten in völliger Stille, während er für den Verstorbenen vorlas. Er sagte dreimal: „ Ich suche Zuflucht bei Allah vor den Qualen des Grabes.“ Dann sagte er, dass, wenn der Diener Allahs sich von dieser Welt trennt und ins Jenseits übergeht, Engel zu ihm herabsteigen, mit strahlenden Gesichtern und sich um ihn setzen, soweit das Auge reicht. Dann kommt der Engel des Todes und setzt sich zu seinem Haupt zur Vergebung und Zufriedenheit Allahs. Danach entweicht die Seele dem Körper wie ein Tropfen aus einem Wasserschlauch fließt und der Engel nimmt sie mit, um sie nicht einen Augenblick mehr aus den Augen zu lassen, bis sie genommen und in das Leichentuch gekleidet wird. Der feinste Moschusgeruch entweicht sodann und sie steigen mit der Seele hinauf und jedes Mal, wenn sie an Engeln vorbeikommen, hört man sie sagen: „Welch eine gute Seele ist das?“ Und sie rufen den Betreffenden bei seinem schönsten Namen, den er im Diesseits hatte. Sie erheben ihn zum Himmel, machen diesen auf und lassen ihn jeden der Himmel erblicken, so lange, bis er zum Himmel Allahs, des Erhabenen, gelangt. Allah, der Allerhöchste und Allmächtige, befiehlt sodann: „Schreibt den Platz des Buches meines Dieners in den höchsten Höhen des Paradieses, dann nehmt ihn wieder zurück zur Erde, denn aus ihr habe ich ihn erschaffen und zu ihr lasse Ich ihn wieder zurückkehren und aus ihr lasse Ich ihn wieder zu anderem Leben entstehen.“ Die Seele wird dann wieder ihrem Körper zurückgegeben und es erscheinen zwei Engel, die sich zu ihm setzen und ihn befragen: „Wer ist dein Herr?“ Darauf antwortet der Diener Gottes: „Mein Herr ist Allah!“ Sie fragen weiter: „Was ist deine Religion?“ - „Meine Religion ist der Islam!“ - „Was für ein Mensch wurde euch entsandt?“ – „ Er ist der Gesandte Allahs!“ – „ Was weißt du davon?“ – „Ich las das Buch Allahs und glaubte daran.“ Dann ruft einer aus dem Himmel: „ Mein Diener hat die Wahrheit gesprochen, bereitet ihm daher das Paradies und öffnet ihm eines seiner Tore!“ Daraufhin erreichen ihn der Geruch und die Glückseligkeit des Paradieses und sein Grab wird erweitert, so weit das Auge reicht. Dann kommt ein Mann zu ihm mit einem wunderschönen Antlitz, in edler Bekleidung und mit Wohlgeruch ausströmend und spricht zu ihm:

„Dir ist eine frohe Nachricht gegeben worden, von dem, was dich erfreut. Das ist dein Tag, der dir versprochen ward.“ Der Verstorbene fragt: „Wer bist du, denn dein Gesicht zeigt Gutes?“ Und der andere antwortet: „Ich bin deine guten Taten.“ Da spricht er: „Herr, lass die Stunde anbrechen, damit ich zu meiner Familie und meinem Gut zurückkehren kann!“ Währenddessen steigen zu dem Ungläubigen und Undankbaren, der dabei ist, das Diesseits zu verlassen und das Jenseits zu betreten, Engel mit schwarzen Gesichtern herab, mit einem groben Stoffgewand und sie setzen sich um ihn herum, so weit das Auge reicht. Dann erscheint der Engel des Todes und setzt sich an seinen Kopf und spricht zu ihm: „Oh du schlechte Seele, komme heraus zum Groll und Zorn Allahs!“ Da trennt sich die Seele vom Körper und der Engel entreißt sie, so wie der Schmutz von der nassen Wolle gerissen wird und er lässt sie nicht mehr aus den Augen, solange, bis sie in das Leichentuch gehüllt ist. Sodann entweicht ihr der abscheulichste Verwesungsgeruch. Sie steigen mit ihr hinauf und jedes Mal, wenn sie an Engeln vorbeikommen, hört man sie sagen: Was ist das nur für ein grässlicher Geruch?“ Und sie rufen den Verstorbenen beim schändlichsten Namen, den er im Diesseits hatte. So gelangen sie bis zum Himmel des Diesseits (dem ersten Himmel) und bitten um Einlass, doch es wird ihm nicht geöffnet. Dann sprach der Gesandte Allahs (r) die Verse: (Es werden ihnen nicht die Tore des Himmels geöffnet, noch betreten die das Paradies eher, als ein Kamel durch ein Nadelöhr geht.) Allah befiehlt sodann: „Setzt den Platz seines Buches in den tiefsten Kerker der untersten Erde!“ Dann wird seine Seele hinunter gestoßen.“ Dann rezitierte der Prophet (r):(Und wer Allah etwas zur Seite stellt, ist (so), als fiele er vom Himmel und die Vögel erhaschten ihn oder der Wind verwehte ihn an einen fernen Ort.) (22:31) Seine Seele kehrt dann wieder zu ihrem Körper zurück und es erscheinen zwei Engel, die ihn fragen: „Wer ist dein Herr?“ Er wird jedoch nur antworten: „Wie? Ich weiß nicht.“ Und auch auf die Fragen nach dem Propheten und seiner Religion und dem Heiligen Koran wird er das Gleiche erwidern. Dann wird der Ruf aus dem Himmel zu hören sein: „Mein Diener hat gelogen! Daher macht für ihn das Feuer bereit und öffnet für ihn das Tor der Hölle!“ Da erreichen ihn ihre Hitze und ihre Gifte und sein Grab wird so eng für ihn, dass es ihm die Rippen zu zerdrücken droht. Und es kommt ein grässliche aussehender Mann mit abscheulichem Gesicht, faulig stinkenden Gewändern und er spricht zu ihm: „Vernimm die allerschlimmste Nachricht, denn dies ist der Tag, der dir versprochen ward.“ Da fragt der Ungläubige: „Wer bist du, denn dein Gesicht zeigt Böses?“ Der andere antwortet: „Ich bin deine schlechte Taten!“ Da bittet die Seele: „Herr, lass die Stunde nicht kommen!“ (Dies
berichteten Imam Ahmad, Abu Daud, Nasa’iy, Ibn Madscha und Abu Awanuh in ihren Sahih-Sammlungen).

Die Gelehrten der Sunnah sind sich einig, dass die Peinigung im Grabe eine Tatsache ist. Marwazi erzählte, dass Ahmad Ibn Hanbal gesagt hat: „Die Strafe des Grabes ist wahr und derjenige, der sie verleugnet, ist irregeleitet oder leitet andere in die Irre.“ Ibn Hanbal sagte: „Ich sprach zu Abi Abdillah über die Peinigung des Grabes und er sagte dazu: „Dies sind wahre Überlieferungen, woran wir glauben und welche wir bestätigen. All das was von dem Gesandten Allahs (r) mit sicheren Überlieferungsketten zu uns weitergeleitet wurde, glauben und bestätigen wir. Wenn wir sie aber nicht bestätigen, sondern sie ablehnen, uns davon abwenden oder sie von uns abweisen, dann ist es, als hätten wir Allahs Befehle von uns abgewiesen.“ Dann rezitierte er den Vers aus dem Koran:

(Dies dafür, dass sie Allah und Seinem Gesandten entgegenwirkt haben. Und wer Allah entgegenwirkt, gewiss, so ist Allah streng im Bestrafen.) (Qur´an 59:4) Imam Ahmad Ibn Hanbal fragte ihn nochmals: „Ist die Strafe im Grabe wahr?“ Abi Abdillah antwortete: „Die Strafe im Grabe ist wahr und wir werden darin bestraft. Wir glauben daran und wir glauben an Munkir und Nakir (Befragungsengel) und dass der Mensch im Grabe befragt wird. Er las dann: (Allah festigt diejenigen, die glauben, im diesseitigen Leben und im Jenseits durch die feste Aussage (al-qaath-thaabit). Aber die Frevler führt Er irre. Allah tut, was Er will.)
(Qur´an 14:27)

Und Ahmad Ibn Al-Qasim (t) fragte einst Abi Abdillah (t): „Oh Abdillah, sollen wir all das was über Munkir und Nakir und über die Peinigung im Grabe überliefert wurde, bestätigen?“ Abi Abdillah (t) war erstaunt über diese Frage und sagte: „Gelobt sei Allah, ja (natürlich) wir bestätigen und verkünden es.“

DIE TIERE KÖNNEN DIE KATASTROPHEN DES GRABES HÖREN
In den Hadithen der Sahih-Sammlungen wird von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hatte: “Sie werden bestraft mit Strafen, welche die Tiere hören können.“ Und von Um Mubasscher (Allahs Wohlgefallen auf ihr) wird erzählt: “Einst trat der Gesandte Allahs (r) bei mir ein und sagte: „Nehmt Zuflucht bei Allah vor der Peinigung des Grabes“, da fragte ich den Propheten (r): „Oh Gesandter Allahs (r), wird es Strafen im Grab geben?“ Er (r) antwortete: „Sie werden mit Strafen bestraft, welche die Tiere hören können.“ (Überliefert von Imam Ahamad und Ibn Hibban) Zaid Ibn Thabet (t) sagte: “Während wir und der Gesandte Allahs (r) mit seinem Maultier an einer Wand von Bani Najjar entlang gingen, erschrak plötzlich sein Maultier, so dass der Gesandte Allahs (r) von ihm herunterfiel. Wir standen vor sechs, fünf oder vier Gräbern, da sagte er (r): “Wer kennt die Bewohner dieser Gräber?“ Da antwortete ein Mann: „Ich, Gesandter Allahs (r).“ Dann fragte der Gesandte Allahs (r) nochmals: „Wann starben sie?“ Der Mann antwortete: „Sie starben während sie Allah etwas beigesellten.“ Da sagte der Prophet (r): „Diese Ummah wird in ihren Gräbern geprüft. Wenn ihr euch nicht gegenseitig beerdigen müsstet, dann hätte ich Allah gebeten, dass Er euch die Strafe im Grabe hören ließe, wie ich sie auch höre.“ (Überliefert
von Sahih Muslim Nr. 67 im Buche Eigenschaften des Paradieses)

Manche Gelehrte haben gesagt, dass das Maultier sich deswegen erschrak, weil es die Strafe der Bewohner des Grabes gehört hatte. Die Menschen und Ginns können jedoch die Strafen im Grabe nicht wahrnehmen. Deswegen gingen die Menschen damals mit ihren Reittieren, wenn sie Verstopfung hatten, zu den Gräbern der Juden, Ismailiten und die der Christen von Bani Ubaid und andere, die in Ägypten und Großsyrien lebten, denn durch den Schreck, die die Reittiere aus den Gräbern hören können, löst sich die Verstopfung in ihren Mägen. (Ibn Qaiiem in Buche „die Seele“) Und Abu Muhammad Abdulhaq Al- Ishbili sagte, dass Abu Hakkam Ibn Barjan ihm erzählte: „Eines Tages, nach der Beendigung der Bestattung eines Toten ist ein Tier in die Richtung der Gräber gerannt und hörte zu, bis es plötzlich davor weglief und dann wieder zurückkehrte. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrere Male. Da sagte Abul Hakkam: „Ich erinnerte mich an die Überlieferung des Gesandten Allahs (r), wo er sagte: “Sie werden bestraft mit Strafen, die nur Tiere hören können.“

DER GESCHMACK DES TODES
Von Abderrahman Ibn Sabet (t) von Jaber Ibn Abdullah (t), der sagte, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hatte: “Verkündet über Bani-Israil, denn bei ihnen geschah etwas Außergewöhnliches.“ Er fuhr fort und sagte: „Einmal ging eine Schar von ihrem Stamm auf der Erde umher, bis sie an einem Friedhof angelangten. Da berieten sie sich untereinander, ob sie nicht zwei Rakaa (Beugungen) verrichten sollten, um den Allmächtigen zu bitten, dass Er die Toten auferstehen lässt, damit sie ihnen über den Tod berichten können. Während sie dann die Gebete verrichteten, trat ein (brauner) Toter aus dem Grab heraus. Er schüttelte seinen Kopf, man sah auf der Stirn das Zeichen der Niederwerfung und der Tote rief: „Oh ihr, was wollt ihr dadurch erreichen? Ich bin vor 100 Jahren gestorben und spüre bis zu dieser Stunde die Hitze des Todes, die sich noch nicht gestillt hat. Nun bittet Allah, dass Er mich wieder in den alten Zustand zurückbringt.“
(Hadith von Ibn Rajjab und Abi Jala sagte, dass die Überlieferungskette gesund ist).

WENN DAS GRAB ZUM SOHN ADAMS SPRICHT
Abi Saidi Al Khudri (t) sagte, dass der Gesandte Allahs (r) einst in die Gebetsnische eintrat, in der Er (r) die Menschen lachend antraf. Sie lachten so sehr, dass man ihre Zähne sehen konnte. Daraufhin sagte er (r): “Wenn ihr dem Zerstörer der Genüsse gedenken würdet, würde er euch beschäftigen, mit dem was ich hier sehe und ich meine damit, den Tod. Deswegen, gedenkt dem Zerstörer der Genüsse viel, gedenkt viel dem Tod. Es gibt keinen Tag, wo das Grab nicht zu den Menschen spricht: „Ich bin das Heim der Fremden, der Einsamkeit und des Staubes (Erde) und das Heim der Würmer.“ Wenn ein Gläubiger begraben wird, spricht das Grab zu ihm: „Sei willkommen, du warst einer, der (Geliebten) Angesehenen, der auf meinem Rücken ging. Wenn ich die Macht über dich hätte, würdest du in der Tat meine guten Handlungen in dir sehen.“ Der Gesandte (r) Allahs sagte weiter: „Dann weitet sich das Grab soweit das Auge sehen kann aus und ein Tor des Paradieses wird sich öffnen.“ Doch wenn ein Sündiger, ein Wahrheitsbestreiter oder ein Frevler begraben wird, wird das Grab zu ihm sprechen und sagen: „Kein willkommen, du warst der am meist Gehasste, der auf mir lief. Nun habe ich die Macht über dich und du wirst sehen was ich dir antun werde.“ Dann sagte der Gesandte (r): „Er wird mit der Erde von allen Seiten beschüttet, bis seine Rippen ineinander zerdrückt werden.“ Er zeigte dabei seine Hände, indem er (r) die Finger ineinander einschwingen ließ, fuhr dann fort und sagte: „Allah sendet ihm siebzig Drachen nieder. Wenn einer von ihnen Feuer auf Erden ausspucken würde, würde nichts mehr aus dem Boden wachsen können, solange das Diesseits existiert. Er wird ihn zerreisen und zerfressen bis zum Tage der Abrechnung.“ Said Al Khudri (t) fügte noch hinzu, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: „Das Grab ist ein Garten der Gärten des Paradieses oder eine Grube der Gruben des Höllenfeuers.“

DIE STRAFE IM GRABE, IST DIE STRAFE IM BARZAKH
Ibn Qayyim sagte: „Was man wissen muss ist, dass die Strafe im Grab die Barzakh-Strafe ist. Alle Toten, die bestraft werden müssen, werden im Grab bestraft, selbst wenn sie im Diesseits nicht begraben worden sind und selbst wenn sie von der Schlange verschlungen oder verbrannt und vom Wind zerstreut wurden, oder wenn sie im Meer ertranken. Ihre Seelen und Körper werden die Strafe genauso spüren, wie diejenigen die begraben worden sind. Die tugendhaften oder gläubigen Menschen hingegen, die im Diesseits in ungerechterweise umgekommen sind, werden den Genuss von Barzakh erhalten.“ Die erste Auferstehung ist die Trennung der Seele vom Körper und ihr Verbleiben in dem Zustand, in dem eine erste Vergeltung ihrer Taten erfolgt, nämlich im Barzakh. Deshalb spricht man beim Tod eines Menschen vom Beginn seines neuen Lebens. Die zweite Auferstehung wird an dem Tag stattfinden, an dem Allah der Seele wieder ihren Körper zurückgibt. Dazu werden die Körper wieder aus ihren Gräbern auferstehen, um sodann entweder in das Paradies oder in die Hölle zu gelangen. Deshalb heißt es auch in einem gesunden Hadith, dass wir an diese zweite Auferstehung glauben sollen, denn die erste leugnet kaum einer. Majdi Shahawi sagte: „Mit der Strafe und dem Genuss im Grab, ist die Strafe und der Genuss von Barzakh gemeint. Barzakh ist die Zwischenstation. Das Leben zwischen Diesseits und Jenseits, im Qur`an lesen wir den Vers: (<auf dass ich rechtschaffen handele in dem, was ich hinterlassen habe.“ „Keineswegs! Es ist nur ein Wort, das er (so) sagt; hinter ihnen wird ein trennendes Hindernis sein bis zu dem Tag, da sie auferweckt werden.) (Qur´an 23: 100) Die Strafe oder der Genuss des Grabes wird Barzakh genannt, da es für den Toten entweder ein Garten oder eine Grube der Hölle sein wird. Derjenige, der ertrinkt, verbrannt oder von einer Schlange verschlungen wird oder durch jegliche Art des Todes, die ihm vorgeschrieben wurde, stirbt, der wird soviel Strafe oder Genuss in Barzakh erhalten, wie seine verschiedenen Taten hinreichen bzw. erforderten. Das Gegenteil hingegen sind die tugendhaften Menschen oder Gläubige, die im Diesseits in einer ungerechten Weise bzw. eine jegliche Todesart, die ihnen vorgeschrieben wurde, erhielten. Denn jede Handlung hat sowohl seine Belohnung, als auch seine Strafe. Der Gelehrte Abu Hamid Al-Ghazali beschreibt in seinem Buch „Die Kostbare Perle im Wissen des Jenseits“ die einzelnen Stationen des Menschen ab der Stufe, in der die Seele den Körper verlässt bis zur der Stufe der Abrechnung, mit den Beweisen aus dem Koran und der Sunnah. Wir entnahmen nur einige Passagen davon: Sobald der Tote in seine Leichentücher gewickelt ist und der Seele eine frohe Botschaft verkündet worden ist, hängt sie sich von außen an die Brust und fängt an zu rufen und zu schreien. Sie sagt: „Eilet mit mir! Wenn ihr doch wüsstet, zu was für einer Barmherzigkeit ihr mich hintragt!“ Wenn ihr aber Unheil verkündet worden ist, sagt sie: „Langsam, langsam! Wenn ihr wüsstet, zu welcher Strafe ihr mich hintragt!“ Wenn der Tote in sein Grab hineingebracht und die Erde darüber aufgeschüttet worden ist, ruft das Grab ihm zu: „Du erfreutest dich auf meinem Rücken und heute betrübst du dich in meinem Leibe; du aßest allerart auf meinem Rücken, aber heute essen dich die Würmer in meinem Leibe“. Es treffen ihn noch viele schmähende Ausdrücke, bis endlich die Erde über ihn gleichgemacht ist... (Qur´an 17,4)

...Wenn er damit fertig ist, treten zu ihm die beiden Versucher des Grabes (Munkir und Nakir). Das sind zwei schwarze Engel, die mit ihren Hundezähnen die Erde aufreißen. Sie haben herabhängende Haare, die sie auf der Erde nachschleifen lassen; ihre Sprache ist wie der grollende Donner, ihre Augen sind wie der reißende Blitz; ihr Atem ist wie der peitschende Wind und in der Hand hat ein jeder von ihnen beiden eine Eisenstange, die, wenn die Menschen und die Ginns sich auch dazu zusammentäten, diese nicht würden heben können. Erhielte der größte Berg auch nur einen Schlag mit ihr, er würde zu ebenem Sande werden.“ In einer anderen Überlieferung in dem Sahih heißt es, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat “Wer sich selbst mit einem Schwert tötet, kommt am Tage der Auferstehung, an dem er dann sein Schwert in der Hand hält und es sich in seinen Leib stößt, in das Feuer der Hölle, worin er bis in alle Ewigkeit bleiben wird.“ Der Selbstmörder wird also mit dem Zustand beschäftigt sein, in dem er gestorben ist. Wer sich von einem Berg herabstürzte, um sich zu töten, fällt auch ins Feuer der Djahannam mitten auf seinen Kopf. Ebenso ist es mit einer Frau, die an einer festgesetzten Strafe starb, sie wird unaufhörlich diesen Schmerz empfinden, bis zum Posaunenstoß.

DIE GRÜNDE FÜR DIE STRAFE DES GRABES UND IHRE VERSCHIEDENEN ARTEN
Abdillah Ibn Abbas (t) erzählte, dass sie (er und der Gesandte Allahs (r)) eines Tages an zwei Gräbern vorbei gingen und der Gesandte Allahs (r) sagte: “Sie werden bestraft, jedoch nicht wegen etwas großem, sondern einer von ihnen hat sich nach dem Wasserlassen (urinieren) nicht gereinigt und der andere hat üble Nachrede geführt.“ (Hadith im Buche Hamish 66
)

Abu Huraira (t) erzählte: “Nach der Eroberung von Khaibar hatten wir weder Gold noch Silber als Beute genommen, sondern Kühe, Kamele, Güter und Waren. Dann gingen wir mit dem Propheten (r) zu einem Fluss, der „Wuad Al-Qura“ hieß. Mit dem Gesandten Allahs (r) war der Sklave Midama, den er von einem aus dem Stamme Bani Athibab geschenkt bekommen hatte. Als dieser Sklave das Reittier des Gesandten Allahs (r) entlud, traf ihn plötzlich ein Pfeil. Da sagten die Leute, die um ihn standen: „Glückwunsch, er ist ein Märtyrer.“ Da antwortete der Gesandte Allahs (r): „Bei Allah, die Wolldecke, die er in Khaibar von der Beute, die nicht ausgeteilt wurde, nahm, brennt jetzt an seinem Körper.“ Im Sahih Buchari finden wir eine Überlieferung von Samra Bin Dschundub (t), in dem er vom Propheten (r) berichtet, dass er sich nach jedem Gebet seinen Gefährten zuwendete und sie danach fragte, wer von ihnen in der vergangenen Nacht einen Traum gehabt habe, den er erzählen wolle. Nachdem er einem Berichtenden zugehört hatte, sagte er (r): „Was (doch) Allah will!“(auf arabisch Masha` Allah). Einmal geschah es, dass niemand einen Traum zu erzählen hatte. Der Prophet jedoch berichtete, dass er in der letzten Nacht von zwei Männern geträumt habe, die zu ihm gekommen waren, ihn bei seiner Hand genommen hatten und ihm (seine Seele) hinaus genommen und zum Heiligen Bezirk in Jerusalem geführt hätten. Der Prophet (r) sagte:

“Ich sah einen Mann sitzen und einen anderen stehen. Dieser hielt eiserne Haken in der Hand und schlug eine davon dem anderen so tief in den weit aufgerissenen Mund, dass er zu seinem Nacken wieder heraus kam. So verfuhr er auch mit dem nächsten Haken. Danach verheilte die Wunde wieder und er begann wieder von vorne. Ich fragte: „Was ist das?“. Doch sie sagten nur: „Geh weiter!“. Als wir nun weitergingen, kamen wir zu einem Mann, der auf seinem Rücken lag. Ein zweiter stand hinter seinem Kopf mit einem Felsbrocken und damit schlug er auf den Kopf des Liegenden ein. Dann ging er, um den Stein wieder zu holen und begann, sobald der Kopf wieder zusammengeheilt war, von neuem damit. Ich fragte abermals: „Was ist das?“ Sie sagten nur: „Geh weiter!“. Dann kamen wir zu einem riesigen trichterförmigen Rohr, das oben eng und unten weit geöffnet war. Darin waren nackte Männer und Frauen. Unter ihnen brannte ein mächtiges Feuer, das jedes Mal, wenn es hoch aufloderte, so stark war, dass es die Männer und die Frauen durch die engere obere Öffnung hinaus trieb. Dann ließ das Feuer nach und sie fielen wieder in den Trichter zurück. Ich fragte wieder: „Was ist das?“, und sie antworteten mir: „Geh weiter!“. Sodann gelangten wir an einen Fluss aus Blut, in dem ein Mann stand. Ein anderer watete am Flussufer entlang, jedes Mal, wenn der Erste versuchte an das Ufer zu gelangen, nahm der Zweite Steine und warf sie ihm so in den Mund, dass er wieder in den Fluss zurückgeworfen wurde. Ich fragte abermals: „Was ist das?“. Doch wieder kam die Antwort: „ Geh weiter!“ So kamen wir zu einem grünen Garten, in dem ein mächtiger Baum stand, an dessen Fuße ein alter Mann saß und um ihn herum waren Knaben. Da erblickte ich einen Mann in der Nähe des Baumes, in dessen Hand Feuer war, das er anfachte. Meine Begleiter nahmen mich auf den Baum hinauf und wir betraten ein Haus. Ein besseres als dieses hatte ich noch nie gesehen. Darin befanden sich alte und junge Leute. Dann gingen sie mit mir in ein Haus, das noch besser und schöner war. Ich sagte zu ihnen: „Ihr habt mich diese Nacht herumgeführt. So erklärt mir das, was ich gesehen habe.“ Sie erwiderten: „Den ersten Mann, in dessen Mund ein Haken geschlagen wurde, war ein Lügner, der diese Qual bis zum Jüngsten Tag erleiden muss. Der, dessen Kopf mit einem Felsen zerschlagen wurde, ist einer, dem Allah den Qur`an gelehrt hat, er jedoch weder nachts noch tagsüber danach handelte. So muss er diese Strafe bis zum Jüngsten Tag ertragen. Was du in dem Trichter gesehen hast, waren die Ehebrecher und der Mann im blutigen Fluss war der, der Zinsen nahm. Der alte Mann, den du am Fuße des Baumes gesehen hast, war Ibrahim und die Knaben um ihn waren die Menschenkinder. Der das Feuer entfachte, war ein Engel, der der Wächter des Feuers ist. Das erste Haus war das der Gläubigen und dieses hier ist das der Märtyrer. Ich bin Gabriel und dieser hier ist Michael. Erhebe deinen Kopf!“ Als ich meinen Blick nach oben richtete, erblickte ich ein prächtiges Schloss und Gabriel sprach: „Dies ist dein Haus.“ Ich bat darum, in mein Haus gehen zu dürfen, doch er erwiderte: „Dir bleibt noch ein Rest deines Lebens, das du noch nicht abgeschlossen hast. Wenn du es einst vollendet hast, so darfst du in dein Haus eintreten.“ Zu diesem Hadith gibt es eine weitere Überlieferung von Al-Baihaqy, der sie von Ar-Rabi Bin Anas berichtet, dass er von Abil-Alya hörte, dass Abu Huraira (t) den Propheten (r) sagen hörte:

“dass er mit Gabriel unterwegs war und auf ein Volk traf, das an einem Tag säte und am nächsten Tag erntete. Jedes Mal, wenn sie ernteten, kehrte alles wieder so zurück wie es war. Als er den Engel Gabriel fragte, wer diese Leute seien, antwortete er ihm, dass dies die Märtyrer seien, deren gute Taten siebenhundertfach vergolten würden. Danach gelangten sie zu einem Volk, deren Köpfe mit Steinen zerschmettert wurden. Jedes Mal wurden ihre Köpfe jedoch wieder wie vorher und das ganze wiederholte sich. Gabriel erklärte ihm, dass dies die Leute wären, deren Köpfe zur Verrichtung des Gebets zu schwer gewesen seien. Danach kamen sie zu einem Volk, das vorne und hinten nur ein Stück Stoff trug und das zwischen Dornen, „az-Zaqqum“, den Überresten und Steinen der Hölle umherirrten wie Vieh. Muhammad (r) fragte Gabriel nach diesen Leuten und erhielt zur Antwort, dass sie diejenigen seien, die keine Almosen (Sadaqa) gaben. Dann sah er diejenigen, deren Lippen mit eisernen Klammern verschlossen wurden. Jedes Mal jedoch kehrten ihre Lippen wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück und das Ganze wiederholte sich aufs Neue. Muhammad (r) fragte wieder: „Gabriel, was sind das für Leute?“ Und er erhielt zur Antwort „Das sind jene, die üble Nachrede führten.“ Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Qualen des Grabes von allen Sünden abhängig sind, die Herz, Augen, Ohren, Mund, Zunge, Hand und Fuß usw., kurz der gesamte Körper des Menschen begehen können. Ibn-Qayyim begann einst alle Sünden aufzuzählen, die der Mensch mit all seinen ihm zur Verfügung stehenden Kräften begehen kann und im Anschluss daran sagte er: „Das Äußere der Gräber besteht aus Erde, das Innere aus Qualen und Schmerzen. Ihr Äußeres mag gemeißelte Steine tragen, doch im Inneren kochen Unglück und Pein wie in einem Kessel und so werden die Wünsche und Sehnsüchte eines jeden entsprechend umgesetzt. Daher rufe ich: Oh ihr Bewohner dieser Welt, ihr habt an einer Welt gebaut, die mit euch verschwinden wird und ihr habt eine Welt vernichtet, zu der ihr hineilt und in die ihr übergehen werdet. Ihr habt Häuser gebaut, von denen andere profitieren werden und in denen andere wohnen werden und die Häuser, die eure einzige Wohnstätte sind, die habt ihr vernichtet.“ Das Diesseits ist nichts anderes als ein Vorspiel, ein Lagerraum der Taten, das Saatkorn der Pflanzen, also nichts anderes als ein Ort des Durchgangs, entweder zu einem der Paradiesgärten oder zu einer der Feuergruben der Hölle.

DIE WEISHEIT HINTER DEM DRUCK DES GRABES
Man sagt, dass der Gelehrte Ibn Abi Dunja erzählte, dass Mohammad Attaimi (ein Tabeii) gesagt hat: „Man sagt, dass die Erde die Mutter der Geschöpfe sei. Aus ihr sind sie geschaffen worden, sie (die Geschöpfe) waren lange von ihr (der Erde) abwesend und nachdem sie zu ihr zurückkehrten, drückte die Erde sie so wie eine Mutter, die ihre Söhne zusammendrückt, wegen deren Abwesenheit. Derjenige, der Allah gehorsam war, wird von ihr mit Milde und Sanftmut gedrückt, doch derjenige der ungehorsam gegenüber Allah war, wird mit Gewalt und Zorn gedrückt. Der Gelehrte Tabii Hakim Tirmithi sagte: „Der Grund des Druckes im Grabe ist der, das jeder irgendwelche Sünden begangen hat und der Druck ist dessen Verdienst jener Sünden, dann erlangt ihn die Gnade.“

DIE ENGE, DER DRUCK UND DIE FINSTERNIS DES GRABES
Es wurde sowohl von dem Propheten Muhammad (r) als auch von vielen weisen, wissenden und gelehrten Menschen über den Druck, die Enge und die Finsternis im Grabe überliefert, dass weder die Gläubigen noch die Ungläubigen davor verschont sein werden. Dies werden wir in den kommenden Hadithen bestätigt bekommen: Von ’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen wird überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: “Wahrlich das Grab ist ein Druck, wenn einer davor verschont sein sollte, dann ist es Saad Ibn Moath.“ Wir haben schon in dem vorherigen Kapitel darüber gesprochen, dass das Grab zum Sohne Adams spricht und sagt: „Ich bin das Heim der Finsternis und der Enge.“ Salim Ibn Amer (t) erzählte: „Wir gingen eines Tages in Damaskus mit zu einem Begräbnis und mit uns war Abu Umama AlBahili (t), der nachdem er mit dem Totengebet und wir mit der Bestattung des Toten fertig waren, zu uns sprach: „Ihr seid noch an einem Ort, an dem ihr schlechte und gute Taten sammeln könnt. Und ihr steht kurz davor, von diesem Wohnort in den Anderen zu reisen (und er zeigte dabei zum Grab). Dieser Wohnort ist das Heim der Einsamkeit, der Finsternisse und der Enge, außer für denjenigen, den Allah erlösen wird, dann werdet ihr in das Jenseits umziehen.“
(Überliefert von Ibn Rajjab im Buche „Die Lage im Grab“ und Ibn Mubarak im Buche „Zuhud“ der Isnad ist Sahih)

Von Ibn Abi Dunja, ein Tabii, wird überliefert, dass er über einen anderen Tabii Uhaib Ibn Wuard erzählte, der sagte: „Einmal schaute Ibn Mutia sein Haus an, es gefiel ihm und er fing an zu weinen. Er sagte zu ihm: „Bei Allah, wenn der Tod nicht existieren würde, dann könnte ich glücklich über dich sein und wenn die Enge des Grabes nicht existieren würde, dann hätten wir im Diesseits Freude gehabt.“ und sein Weinen wurde immer lauter. (Im Buch „Die Lage des Grabes“ von Ibn Rajab) Ibn Abbas erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) an dem Tag, an dem Saad Ibn Moath (t) begraben wurde, sagte: “Wenn einer von der Versuchung des Grabes verschont bleiben sollte, dann ist es Saad Ibn Moath. Er wurde einmal zusammengedrückt und wurde davon wieder erlöst.“ (Überliefert von
Tabarani im Buche „Kabir wual Ausat“ und die Überlieferer sind vertrauenswürdige Leute)

Abdullahi Ibn Omar (r) erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat: “Saad Ibn Moath (t) ist derjenige bei welchem Allahs Thron (vor Trauer) bebte und die Tore des Himmels sich öffneten und an dessen Begräbnis 70.000 Engel teilgenommen haben und er wurde einmal zusammengedrückt und davon wieder erlöst.“ (Überliefert in den Sahihein, bei Nisai
im Buche „janais“ 4/100 und Imam Ahmad, Tabarani im Buche „Kabir… 5841 und in Sahuh Albani)

Anas Ibn Malik (t) erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) einmal einen kleinen Jungen oder Mädchen beerdigt hatte und dabei sagte: “Wenn einer vor dem Druck des Grabes gerettet werden sollte, dann wäre es diese/r Kleine gewesen.“ (Überliefert von Al-Haithami im Buche „Majma Al-Zawaida 3/47“—Tabarani im Buche „Al-Kabir“, die
Überlieferer sind Aufrichtige)

’Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr), Mutter der Gläubigen erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) gesagt hat:

“Am Grabe des Ungläubigen werden zwei Schlangen losgeschickt, die eine beißt in seinen Kopf und die andere in seine Füße. Sie setzen diesen Vorgang solange fort bis der Tag des Gerichts gerufen wird.“ Von Abi Said Al-Khudri (t) wird überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “An dem Grab des Ungläubigen werden 99 gewaltige Schlangen (Drachen) losgelassen, sie zerreißen und stechen ihn, bis zum Tage des Gerichts. Wenn einer von ihnen Feuer im Diesseits spucken würde, dann würde kein Grünes mehr wachsen.“ (Überliefert von Imam Ahmad,
Ibn Habban und Dailami und in Majmah Azzawaid—es ist ein angehaltener „Maukuf Hadith“)

Von dem Gefährten Ansar (t) wird überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “<dann wird dem Ungläubigen in seinem Grabe mit einem Eisenhammer auf seinen Kopf geschlagen bis er schreien wird. Alle werden diesen Schrei hören können, außer den Ginns und den Menschen.“ (Überliefert in Buchari 1338) Al-Baraa Ibn Azeb (t) erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “< dann wird zu ihm (dem Ungläubigen) einer, der blind, taub und stumm ist, gesandt. Er hält einen Hammer in seiner Hand, wenn er mit diesem Hammer auf einen Berg schlägt, wird er zu Asche.“ (Musnad 4/296 in Sunan Abi Dawud Nr. 4753)

DIE WEISHEIT DER VERBORGENHEIT DES GRABES
Anas (t) erzählte, dass der Gesandte Allahs (r) einen Garten von Bani Najjar betrat, wo er (r) plötzlich eine Stimme aus einem Grab hörte. Er (r) fragte die Gefährten: “Wann wurde dieser Mann beerdigt?“ Man antwortete ihm: „In der Zeit vor dem Islam, da freute sich der Gesandte Allahs (r), dass dieser kein Muslim war und sagte: „Wenn ihr euch nicht gegenseitig beerdigen müsstet, dann hätte ich Allah gebeten, dass Er euch die Strafe im Grab hören ließe.“ Allah, der Allwissende und Allsehende hält vor uns, durch Seine Weisheit, die Strafe im Grab verborgen, denn wenn wir es hören könnten, dann würde uns die Angst so überwältigen, dass wir entweder sterben oder uns den Gräbern nicht nähern würden, um jemanden zu begraben. Da wir dafür zu schwach sind, können wir es nicht ertragen die Strafe Allahs im Diesseits zu hören. Wir sehen Ereignisse in unserer Welt, wie zum Beispiel Donner, Blitze oder Erdbeben auftreten und sehen auch, dass viele Menschen daran sterben. Andererseits jedoch sind die diesseitigen Katastrophen nicht mit den Schlägen der zwei Engel Munkir und Nakir (die Befragungsengel im Grabe) zu vergleichen.

DIE TATEN, DIE DICH VOR DER STRAFE DES GRABES RETTEN
Im Allgemeinen müssen wir die Gründe, die uns zu der Strafe des Grabes führen, alle meiden und jene Punkte haben wir schon erwähnt. Das Effektivste, das ein Diener für sich tun kann, um sich vor der Strafe des Grabes zu schützen, ist, dass er jeden Tag eine Stunde vor dem Schlaf mit sich selber abrechnet. Ob er an diesem Tag gute oder schlechte Taten vollbracht hat. Wenn er Schlechtes bei sich findet, dann soll er aufrichtig bereuen, dann legt er sich hin mit der Absicht am nächsten Tag die Sünden nicht zu wiederholen. Wenn er diesen Vorgang jede Nacht wiederholt und er in diesem Zustand stirbt, dann ist er reumütig gestorben, wenn er mit Allahs Erlaubnis aber am nächsten Tag aufwacht, dann freut er sich, dass Allah ihm eine neue Chance gegeben hat, um

gute Taten zu vollbringen. Dieser Zustand, nämlich nach der Sunnah des Gesandten zu schlafen und Allahs zu gedenken, muss der Diener beibehalten, wenn er einen ruhigen, angenehmen Schlaf finden will. Im Übrigen wird ihm dies im Jenseits auch als Verdienst belohnt. Der Gesandte Allahs (r) hat viele Hadithe überliefert, die uns vor der Strafe des Grabes schützen: 1. Die Postierung für die Sache Allahs Im Sahih Muslim finden wir, dass Salman Al-Farisi (t) erzählte: „Ich hörte den Gesandten Allahs (r) sagen: “Postiert zu sein für die Sache Allahs an einem Tag und in einer Nacht ist besser als einen Monat zu fasten und Gebete in der Nacht. Wenn man dann stirbt, werden seine Taten weiter fortlaufen, sein Verdienst wird die Versorgung sein und er ist sicher vor der Versuchung.“ Das Wort „Ribat“ bedeutet im Arabischen soviel wie Postierung/Stationierung, jemand der für die Sache Allahs verweilt. Imam Nawawi sagte, dass die Taten, die nach dem Tode weiter bis zum Tage des Gerichts fortdauern, nur dem Märtyrer gegolten werden und seine Belohnung ist mit keinem anderen zu vergleichen. Der Gesandte Allahs (r) sagte:

“Jeder, der stirbt, dessen Taten enden mit dem Tod, außer derjenige, der für die Sache Allahs verweilt, dessen Taten werden sich bis zum Tage der Abrechnung vermehren und er wird vor der Strafe des Grabes sicher sein.“(Sahih Muslim und Nawawi)
Im Buche Sunnan An-Nisai finden wir von Rashed überliefert, dass ein Gefährte sagte: “Ein Mann fragte den Gesandten Allahs (r): „Oh Prophet, warum werden die Muslime im Grab einer Abrechnung unterzogen und die Märtyrer nicht? “Er (r) antwortete: „Es genügt der Glanz ihres Schwertes über ihren Köpfen als Antwort.“ Und Maqdad Bin Ma`d (t) berichtete, dass der Prophet (r) sagte: “dass der Märtyrer bei Allah sechs Vorzüge habe: Er verzeiht ihm seine Sünden beim ersten Austreten des Blutes aus seinem Körper, er darf seinen Platz im Paradies erspähen, die Bestrafung im Grab bleibt ihm erspart, vor dem Schrecken des Jüngsten Tages ist er sicher, es wird ihm eine Krone der Würde aufgesetzt, deren Edelsteine wertvoller sind als alles auf dieser Erde, es werden ihm 72 der reinen Paradiesjungfrauen zu Ehefrauen gegeben und er kann für seine Verwandten Fürbitte einlegen.“

1. Das Vorlesen der Sure Al-Mulk
Der Gesandte Allahs (r) sagte: “Die Sure Al-Mulk ist ein Schutz und eine Rettung vor der Strafe im Grab.“
(Tirmithi—Hadith Hassan)

Von Abi Huraira (t) wird erzählt, dass der Gesandte Allah (r) sagte: “Eine Sure besteht aus 30 Versen, sie legt für diejenigen, die sie lesen, Fürbitte ein, bis Allah ihnen vergibt. (Segensreich ist Derjenige, in Dessen Hand die Herrschaft ist, und Er hat zu allem die Macht.) (Qur´an 67: 1) 2. Das Vorlesen der Sure As-Sajdah In Sunnan von Darahin 3408/3410 finden wir, dass der Gefährte Khaled Ibn Madan sagte: „Die Sure As-Sajdah bittet für diejenigen, die sie lesen, bis sie ihn vor der Strafe des Grabes rettet.“

3. Der Tod durch den Bauch (Innere Krankheit) Abdillah Ibn Jasser erzählte: „Ich saß mit Sulaiman Ibn Sarat und Khaled Ibn Irfata zusammen. Sie sprachen über einen Mann, der durch eine innere Krankheit den Tod fand. Dann wünschten sie sich, dass sie bei seinem Begräbnis anwesend wären. Da sagte der Eine zu dem Anderen: “Hat der Gesandte Allahs (r) nicht gesagt, dass derjenige, der durch die innere Krankheit stirbt, nicht im Grabe bestraft wird?“ Da antwortete der Andere: „Wahrlich, du hast die Wahrheit gesprochen.“ (Überliefert von Imam Ahmad und Nisaii die Kettenüberlieferung ist Sahih)

4. Sterben am Freitag oder in der Nacht von Freitag
Von Abdillah Ibn Amro wird erzählt, dass der Prophet Muhammad (r) sagte: “Jeder Muslim, der in der Nacht von Freitag oder am Freitag stirbt, wird von Allah vor der Versuchung im Grabe verschont.“ Abu Huraira (t) überliefert, dass der Gesandte Allahs (r) sagte: “Wenn der Tote in sein Grab gelegt wird, wird er die Geräusche der Schritte der Schuhe hören können. Wenn er ein Gottergebener war, dann wird sein Gebet an seinem Kopfe stehen, das Fasten an seiner rechten und das Almosen an seiner linken Seite stehen, die Spende, das Pflegen der Verwandtschaftsbande, das Gute Gebieten und die, an die Menschen vollbrachten Wohltaten, die er noch hat, werden an seinen Füßen stehen. Dann werden die Engel der Befragung an seine Seite kommen, doch das Gebet wird dann rufen: „Von hier ist kein Durchgang“ und so wird es mit allen seinen Taten verlaufen.“ (in Sahih von
Ibn Habban 3103)

Ein weiterer Hadith, der das Thema der Errettung vor den Qualen des Grabes erwähnt, ist das des Abdurrahman Bin Samra, der erzählte, dass der Prophet (r) zu ihnen trat, als sie in Medina waren und er sagte: “Ich habe gestern etwas Wundersames gesehen. Ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft zu dem der Engel des Todes kam, um seine Seele zu nehmen. Doch seine Rechtschaffenheit mit seinen Eltern wies den Engel zurück (also seine Lebzeit wurde verlängert). Dann sah ich einen Mann meiner Gemeinschaft, der von den Teufeln umzingelt wurde, doch „Dhikrullah’ vertrieb sie wieder. Dann sah ich einen Mann meiner Gemeinschaft, den die Engel der Qualen umringt hatten, doch sein Gebet befreite ihn aus ihren Händen. Dann sah ich einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der vor Durst lechzte, doch jedes Mal, wenn er an ein Becken kam, wurde er davon vertrieben. Da kam sein Fasten im Monat Ramadan, gab ihm zu trinken und stillte seinen Durst. Dann sah ich einen Mann aus meiner Gemeinschaft und ich sah die Propheten, die nebeneinander saßen und jedes Mal, wenn er sich zu einem von ihnen wandte, wurde er zurückgestoßen, doch dann kam seine Ganzwaschung von Unreinheiten, nahm ihn bei der Hand und führte ihn an meine Seite. Dann sah ich einen Mann aus meiner Gemeinschaft, bei dem vor ihm, hinter ihm, rechts und links von ihm Dunkelheit war und er irrte dazwischen umher, doch da kamen seine Pilgerfahrten (Hadsch und Umrah) und sie führten ihn aus dieser Dunkelheit heraus in das Licht. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der sich vor der Glut und dem Unheil des Feuers fürchtete, doch seine Almosen (Sadaqa) kamen und wurden zum Schutzschild zwischen ihm und dem Feuer und zum Schatten über seinem Haupt. Ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der mit den Gläubigen sprach, jedoch antworteten sie ihm nicht, da kam seine Fürsorge um seine Verwandten und sprach: „O ihr

Scharen der Gläubigen, er hatte gute Beziehungen zu seinen Verwandten, daher sprecht mit ihm!“ Da antworteten sie ihm und reichten ihm die Hände zum Gruß. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der von Höllenhunden umzingelt wurde, da kam sein Gebieten des Guten und sein Verbieten des Bösen und retteten ihn. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, dessen Buch von seiner linken Seite genommen wurde, doch seine Furcht vor Allah, dem Erhabenen, kam und nahm seine Schrift und legte sie wieder in seine Rechte. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, dessen Waagschale war leicht, doch da kamen seine Kinder, die schon sehr früh gestorben waren und beschwerten seine Waagschale. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der am Rande der Hölle stand, doch da kam seine Bitte an Allah, den Erhabenen und errettete ihn davor und ging mit ihm weiter. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der gerade in das Feuer fiel, doch da kam die Träne, die er aus Ehrfurcht vor Allah, dem Erhabenen, geweint hatte und errettete ihn davor. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der auf einem Weg war, der so sehr bebte, wie der Höhepunkt eines Sturmes, da kam zu ihm sein gutes Denken über Allah, dem Erhabenen und beruhigte ihn. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der auf einem Weg kroch, er kam etwas voran, dann blieb er wieder hängen und dann kam sein Gebet, stellte ihn wieder auf die Beine und rettete ihn. Und ich sah einen Mann aus meiner Gemeinschaft, der an die Tore des Paradieses kam, doch blieben sie bei seinem Versuch sie aufzustoßen, verschlossen. Da kam sein Zeugnis, dass es keinen Gott außer Allah gibt und öffnete ihm die Tore zum Paradies und er trat ein.“
(Er ermahnte seine Gefährten, diese Überlieferung sehr gut zu behalten. Sie wurde von Sa`id bin Al-Musayib und Umar bin Dharr überliefert.)

SCHLUSSWORT
Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit verschiedenen physischen oder psychischen Schmerzen, Problemen und Beschwerden konfrontiert. Es gibt jedoch ein Gefühl, das so intensiv ist, dass es mit keinem anderen Schmerz vergleichbar ist. Er verursacht starke seelische Niedergeschlagenheit. Dieses Gefühl, von dem hier die Rede ist, ist die „Reue“. Man kann zwei verschiedene Arten von Reue unterscheiden. Reue, die von gottgläubigen Menschen empfunden wird, ist völlig anders, als die, die von Gottesverleugnern empfunden wird. Die Muslime sind sich vollkommen bewusst, dass alles was ihnen widerfährt, von Allah so und nicht anders gewollt ist. Dieses Bewusstsein gibt ihnen eine Standhaftigkeit und Gottvertrauen. Ein Muslim ergibt sich Allahs Willen, ob er den Schwierigkeiten gegenüber steht oder ob es ihm gut geht und selbst wenn er ungewollt einen Fehler begeht. Nach einem Fehler bittet ein gläubiger Mensch aufrichtig um Allahs Vergebung und hofft auf Seine Barmherzigkeit. Aus diesem Grund leidet er nicht sein ganzes Leben lang unter quälenden und andauernden Gewissensbissen. Die Reue führt ihn dazu, Allah um Vergebung zu bitten, sich demütig und geistlich vorzubereiten und den begangenen Fehler nicht zu wiederholen. Reue mindert seine Hingabe zu Allah nicht, noch stürzt sie ihn in Furcht und Depressionen, sondern sie hilft ihm, seine Sünden zu bereinigen und bewahrt ihn davor, in eine schwermütige und verzweifelte Stimmung zu verfallen.

Die Reue aber, die von Gottesleugnern empfunden wird, ist dagegen sehr labil und aufreibend. Da sie nicht auf Allah vertrauen, werden sie von jeglicher Schwierigkeit, der sie begegnen, überwältigt und von jeder begangenen Sünde gequält. Ihr ganzes Leben hindurch verzehren sie sich innerlich mit Selbstvorwürfen wie: „hätte ich bloß nicht<“ oder „hätte ich doch nur<“. Ein weit tiefer greifender Schock ist die unvergleichlich größere Reue, die ihnen im Jenseits bevorsteht und sie beginnt ab dem Moment, wo der Tod sie erfasst hat. Jeden Augenblick ihres irdischen Daseins ohne Glauben und damit auch ohne Reue, werden sie im Jenseits zutiefst bereuen. Wurden sie doch oftmals ermahnt und zum richtigen Weg eingeladen, hatten sie doch genügend Zeit, um nachzudenken und den richtigen Weg zu erkennen, aber sie ignorierten all die Zeichen und dachten nie daran, dass ihr Leben auf dieser Erde einmal enden würde und auf das Jenseits wollten sie sich einfach nicht besinnen. Wenn sie einst vor den Toren der Hölle stehen, haben sie keine Möglichkeit mehr, die Versäumnisse ihres hiesigen Lebens nachzuholen. Im Qur`an werden ihre reuevollen Worte folgendermaßen beschrieben: (Wir haben euch gewiss vor einer nahe bevorstehenden Strafe gewarnt, an einem Tage, an dem der Mensch sehen wird, was seine Hände vorausgeschickt haben, und der Ungläubige sagen wird: „O wehe mir, es wäre mir besser, Staub zu sein!) (Qur´an 78:40) (Wenn du sähest, wie sie vor dem Feuer versammelt werden und dann sagen:“ Wehe uns, wenn wir nur zurückgebracht werden könnten! Dann würden wir die Zeichen unseres Herrn nicht mehr leugnen und würden unter den Gläubigen sein!)
(Qur´an 6:27)

Und sie werden sagen: (Hätten wir nur gehört und begriffen, wären wir nicht (nun) unter den Insassen der Feuerglut.) (Qur´an 67:10) Das Anliegen des Qur`ans ist es, die Menschen zu ermahnen, sich den Tag vor Augen zu führen, an dem die Ungläubigen wünschen werden, die Zeichen erkannt, die Worte Allahs nicht geleugnet und den Ermahnungen Gehör geschenkt zu haben. Einem Tag, an dem sie all das so sehr bereuen, dass sie wünschten, nie gelebt zu haben. Dieses Buch lädt dazu ein, nach Allahs Wohlgefallen zu streben und Sünden zu bereinigen solange noch die Möglichkeit dazu besteht. Man soll sich vor Augen führen, dass Reue an jenem Tag keinen Wert mehr haben wird und niemand vor Allahs Strafe gerettet werden kann. Der einzige Ausweg aus dieser Misere ist es, sich in Demut Allah zu ergeben und Seinen Geboten zu folgen und als Muslim (gottergeben) zu sterben bevor es zu spät ist. Dieses Buch soll zum Islam (Hingabe zu Allah/ Ergeben in Willen Allahs) einladen und die Besinnung auf die drohende Strafe im Jenseits anregen, wo es kein Verbergen und keine Zuflucht mehr gibt. (Hört auf euren Herrn, bevor ein Tag kommt - von Allah bestimmt – den niemand abwenden kann. An jenem Tag wird es für euch keine Zuflucht geben, noch werdet ihr etwas ableugnen können.)
(Qur´an 42:47)

“Friede sei auf dem Gesandten der Barmherzigkeit für die Welten, unserem Propheten und Gesandten Muhammad und dessen Familie und Gefährten und denen, die bis zum Jüngsten Tag seiner Rechtleitung folgen.” Möge Allah diese Anstrengung annehmen. Jeder Erfolg ist von Allah Und jeder Fehler ist von mir und dem Satan.

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