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DESIGN

N'.' 47

22. 11. 2002

Einer muss es ja machen Die PixelleflO- Welt VOM eßOV
„Beweisaufnahme für das Jüngste werden. Dann werde man auch eine Gericht" nennt Grafikdesigner Mag. seiner Lieblingsrubriken - „WunschPeter Putz sein „Ewiges Archiv": Mitte kennzeichen" - im Internet abrufen der 70er Jahre habe er begonnen können. „Faszinierend" findet er hier, durch Fotos „die Welt zu sammeln" - dass sich Menschen aller Einkomseit 1998 sind Teile der Fotosamm- mens- und Bildungsschichten „Peinlung unter www.ewigesarchiv.at lichkeiten" wie „Swing 6" auf ihre auch im Netz einzusehen. Nummerntafel drucken lassen. Putz: Zehntausende Fotos umfasse seine „Diese Art der Selbstentblößung Sammlung bereits - „und täglich wer- interessiert mich." den es mehr", sagt der mit seinem Dass die Rubrik „Design Desaster" ein „Studio Putz + Medien.Grafik.Kunst" „Risikobereich" sei, weiß Putz. Dort selbstständige Künstler.Als „ganz per- sammelt der ehemalige Lehrbeaufsönliche Obsession" bezeichnet Putz • « u s seine Sammelleidenschaft: „Heb das auf, Putz!" denke er sich bei jedem Foto, das er mache. Ähnlich dem berühmten Motto des Journalisten Egon

Im Ewiaen Archiv hortet Peter Putz .schlechte' Werbunci Das Universum einer Jvirtuellenli " . M Agentur und ihre New Graphic Design Economy
Pin-ups und Roboter, Autos und Waffen, Monster und Maschinen - es ist eine seltsame Gemeinschaft, die die Welt der vier eBoys bevölkert. Als Steffen Sauerteig, Svend Smital, Peter Stemmler und Kai Vermehr 1998 ihre Agentur eBoy gründeten, schworen sie sich, nur Jobs an- ¡Saga zunehmen, die | Spass bringen, authentisch zu bleiben und keine Werbung für die eigenen Agentur zu machen. Obwohl, Agentur ist eBoy nicht wirklich. eBoy ist ein Unternehmen aus drei einzelnen Büros - Berlin, Potsdam und New York -, die virtuell miteinander verbunden sind. eBoy arbeitet für Kunden aus aller Welt, ein Großteil der Aufträge kommt aus Femost. E-Mails ersetzen Auftragsbücher und Verträge. Auf der Homepage der Agentur eBoy (www. eBoy.com) finden sich nur eigene Just-for-fun-Arbeiten. Ziel des Quartetts ist es, so nur von Kunden beauftragt zu weiden, denen auch wirklich gefällt, was eBoy gefällt. New Graphic Design Economy nennt sich diese Philosophie. Die Optik der Arbeiten erinnert an Pixel-Grafiken aus den Anfangen des Computerzeitalters, an den Commodore C 64 und die ersten viueobjJieie. L/d¿u geseutrii SILII Einflüsse aus der All tagskultur, allerdings nicht ausschließlich der lieblichen, unschuldigen Art, sondern aus Science Fiction, Pornografie, Actionfilmen und Computerspielen. Die eBoys haben einen ganz eigenständigen Illustrations-Stil entwickelt. eBoy gilt heute als Kultagentur, ihre Mitglieder als Stars des Pixel-Pop. Zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichn e ^ nungen zeugen
Das Cover von eboy >^ hello und ein MotorradMonster der Marke eBoy

Beispiel Bank Austria und Nissan: „Das revolutionäre .Universal Logo' ist mit minimalem Aufwand adaptier- und austauschbar", analysiert Putz die frappierende Ähnlichkeit.

Erwin Kisch: „Schreib das auf, Kisch!". Dabei sei gerade die Verwaltung der riesigen Fotomengen ein Problem. Nur ein Mikroteil der gesamten Sammlung - „mein künstlerisches LeoensprojeKt - s e i a u c n i m iNetzzu finden. Ab 2003 soll der Online-Inhalt des Archivs schrittweise ausgebaut

In der eigenen Rubrik „Wunschkennzeichen" sammelt Putz in Nummerntafeln „materialisierte Wünsche." tragte für Film an der Universität Klagenfurt das Beste „schlechtester Werbung". Frappierend findet Putz die Ähnlichkeit zwischen den Kampagnen von Nissan und Bank Austria; „Offensichtlich haben sich die Auftraggeber und die involvierten Agenturen dazu entschlossen, ein günstiges Kombipaket zu schnüren - Bank und Auto fahren Hand in Hand." Hintergrund des Projekts Design Desaster: „Es gibt in der Branche keine Selbstkritik - nur kuriose Auszeichnungen." Seine kritischen Äußerungen seien „natürlich problematisch, weil ich ja selbst von Werbung lebe", nnäererseus; „tuiei muss es machen", so die Putz'sche Motivation. EID

vom Erfolg der eBoys, auch wenn sie selbst keine Arbeiten zu Wettbewerben einreichen. Das überlassen sie ihren zufriedenen Kunden. Drei der vier eBoys stammen aus der ehemaligen DDR. Nur Vermehr stammt aus dem Westen. Dies wird

ste Werkzeug der eBoys ist das Computerprogramm Photoshop. Die eBoys sind so etwas wie Legospieler der virtuellen Welt, deren Steine nicht physisch, sondern nur als Pixel existieren. Aus ihren elektronischen Bausteinen entwickeln sie einzelne Szenen, ganz Städte und neue Welten, deren Elemente vertraut und bekannt wirken, sich jedoch in Details immer wieder voneinander unterscheiden. „Unsere Bilder basieren weder auf Moralvorstellungen noch auf einem moralischen Blick auf diese Welt", lautet einer der Kommentare der vier eBoys zu ihren Arbeiten. „Wir sind fasziniert von der menschlichen Vielfalt und Produktivität. Von Konsum, Schönheit, Gemeinheit, Macht und Schmerz. Man könnte vielleicht sagen, dass wir diese Welt verehren - und ihre Einkaufszentren. Wir glauben an den Kapitalismus und an seine kreative Macht."

Dio vier eBoys: Steffen Sauerteig, Svend Smital, Kai Vermehr und Peter Stemmler

als einer der Gründe für ihren eigenwilligen Stil, für uneingeschränkt neugierigen Blick auf die „Madness einer
i^uiiDuliJUCöCDatriicn vvcii angciuiiii.

Die Arbeiten uon eBoy liegen nun in einem 500-seitigen Buch vor: Steffen Sauerteig, Svend Smital, Peter Stemm*lci, Aul 'ver me'ri/ . zuuy MCIIU, ' v t n u y

„technolgy fun" lautet ein Terminus Technicus für ihre Arbeit. Das wichtig-

Hermann Schmidt, Mainz 2002, 58 Euro (D), ISBN 3-87439-596-0. ES

CCA Buch: Zündende Idee
Der Creatiu Club Austria präsentierte sein 24. Annual im Wiener Feueru/ehrmuseum, Motto: Reibung und Widerstand O S. 12

Gesundes Marketing
Fragen über die Effizienz von Pharmamarfceting standen im Mittelpunkt des siebenten Pharma Marketing Tages. C S . 17

Prominente Testimonials
Laut der vierten Imagery-Studie des Gruner+/ahr-TiteIs Geo schwanken die Imagetuerte uon Prominenten. O S . 23

HORIZONT
AUSGABE 47 22 NOVEMBER 2002

DIE ÖSTERREICHISCHE WOCHENZEITUNG FÜR MARKETING, WERBUNG & MEDIEN

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Werbe Kampfzone Willkommen Österreich
Zwischen ORF und ATV findet ein heftiger Abtausch von Klagen statt
und erwirkte eine einstweilige Verfügung. „Wir haben auf diese einstweilige Verfügung reagiert, indem wir die Sendung grundlegend verändert haben und jetzt drei Sendungen ausstrahlen", erklärt Wrabetz. ATV habe sich nun offenbar „Willkommen Österreich" als „Kampfzone" gegen den ORF ausgesucht, meint der Kaufmännische Direktor. Mittlerweile sollen seitens ATV sogar Exekutionsanträge gegen einige Sendungsinhalte gestellt worden sein, bei denen es sich ausnahmslos um redaktionelle Beiträgt, iiüjiucii. uiri^pitiawtrlbt.- wtJUtll Autotests als Schleichwerbung inkriminiert. Dazu Walter Zinggl, Geschäftsführer des Werbezeitenvermarkters ORF-Enterprise, süffisant: „Nicht alles was ein Inhalt ist, ist auch ein Product Placement." Anders sieht das naturgemäß ATVChef Tillmann Fuchs. Man habe sich

BESTSELLER 11/2002
Was sich Werbetreibende, Medien und Agenturen vom Werbejahr 2003 erwarten, lesen Sie in der Coverstory von BESTSELLER 11/2002 mit dem

Titel „Werbebudgets auf Sparflamme". Weitere Highlights: ein Interview mit John Hegarty (Bartle Bogle buyer, ein Schwerpunkt zum Thema Pharmamarketing und ein Überblick über die österreichische Kreativstudio-Szene. Und quasi als Wahlhilfe haben wir Ihnen noch einmal die Parteiprogramme der Parlamentsparteien aus medienpolitischer Sicht zusammengestellt.
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„Für uns geht es um viel Geld, daher werden wir diese Klagen mit allen Mitteln bekämpfen", erklärt Dr. Alexander Wrabetz, Kaufmännischer Direktor des ORF, zum Rechtstreit, der zwischen dem ORF und ATV rund um die Sendung „Willkommen Österreich" entflammt ist. Laut Wrabetz werden alleine in den Werbeblöcken rund um das Vorabend-Format auf ORF2 jährlich Spots im Wert von fünf Millionen Euro gebucht. Durch Umschichtungen der Schaltungen in andere Zeitzonen würden dem ORF laut Wrabetz drei Millionen .••in neu i.iki ATV hatte im Oktober beim Handelsgericht Wien einen Exekutionsantrag gegen den ORF gestellt. Klagsgrund: Der Privatsender sah das Verbot von Unterbrecherwerbung durch Werbeblöcke um 18.00 sowie 18.30 Uhr im Umfeld von „Willkommen Österreich" verletzt

zum Ziel gesetzt, alle Verstöße gegen das ORF-Gesetz überprüfen Z U lassen. Zu diesem Zweck sind gleich mehrere Anwälte damit beschäftigt, die mitgeschnittenen ORF-Sendungen nach übertretenen Werbeverboten zu beobachten. „Äußerst plumpe Umgehung" nennt Fuchs etwa die neue Dreiteilung der VorabendIllustrierten: Dass die drei Sendeteile „Willkommen Östereich", „Willkommen Österreich - Promi Time" und „Willkommen Österreich News" vom ORF als unabhängige Sendungen argumentiert werden,
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Impactissimo
Am Mittwoch, den 13. November 2002 vergab die Aussenwerbung Dr. Schuster bereits zum achten Mal den Impactissimo, den Preis für die impactstärksten Plakat- und City-LightKampagnen, die diesmal an Pago (Agentur Ziehaus with Oscar) und an
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schalten zu können, empfindet der Privat-TV-Macher als „Spott und Hohn gegenüber der Justiz". Auch ATV-Anwalt Dr. Michael Krüger nennt das einen „untauglichen Umgehungsversuch", mit dem sich ATV sicher nicht zufrieden geben werde. Lesen Sic mehr auf Seite 2

Frankfurt) gingen, siehe HORIZONT 46/2002, Seite 3. Beim Impactissimo handelt es sich um das Jahresergebnis des Plakat Impact Test (PIT) der Aussenwerbung. Zahlreiche Gäste aus der Werbe- und Medienbranche feierten in der Orangerie in Schönbrunn. Mehr auf Seite 11.

Euro-Gold für Promotion Finale um Memphis-Etat
Drei EFSP-Awards gehen an Österreichs Agenturen Zwei Kampagnen befinden sich derzeit im Testlauf
Im Rennen um den Dachmarken-Etat für die Austria-Tabak-Marke Memphis sind noch zwei Agenturen vertreten, ihre Kampagnen befinden sich derzeit bereits im Testlauf: CCP,Heye und FCB Kobza. Bereits ausgeschieden ist Haslinger.Keck. Von „zwei hervorragenden Kampagnen, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden", spricht Christian Mertl, Werbeleiter der Austria Tabak. Lesen Sie mehr auf Seite 2

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Eine europäische Goldmedaille gewinnt Jung von Matt/Donau bei den von der European Federation of Sales Promotion (EFSP) in Paris vergebenen Awards. Die Wiener Agentur holt die Auszeichnung in der Kate-

Preise, die unter die Haut gehen.
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DRUCK

gorie „Travel&Leisure" mit der Promotion „Die Macht des Staunens" im Auftrag von „Theater ohne Grenzen". Zur Gold-Trophäe gesellen sich noch zwei Bronze-Awards, jeweils für Plus Promotion CPM mit der Promotion „The Heat is on" im Auftrag von Caradon Stelrad (Kategorie: Business to Business) sowie für die EuroRSCG E&E mit der Promotion „Preissäge-Karte" im Auftrag von bauMax (Kategorie Retail Distribution). Insgesamt wurden damit von sieben österreichischen Einsendungen drei mit einem Award ausgezeichnet. Mit der Arbeit von Jung von Matt/Donau habe eine „Promotion mit extrem kleinem Budget und einer umso kreativeren Idee" einen EFSP-Award gewonnen, erklärt Mag. Gustav Eder-Neuhauser, Präsident der AFSP (Austrian Federation of Sales Promotions. Bewertet wurden Kreativität, Innovationsgrad sowie der Erfolg der einzelnen Promotionkampagnen. Zum Wettbewerb der EFSP waren alle Arbeiten teilnahmeberechtigt, die im April dieses Jahres von der AFSP mit Gold prämiert wurden. Das erfolgreichste Land bei den EFSPAwards war einmal mehr Großbritannien: Insgesamt wurden zehn Awards auf die Insel geholt. ES

Schluss mit inhaltsloser Werbung.

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