Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents.

Alexander von Humboldt 1865

In deutscher Bearbeitung von Hermann Hauff. Nach der Anordnung und unter Mitwirkung des Verfassers. Einzige von A. v. Humboldt anerkannte Ausgabe in deutscher Sprache. 1865

Vorwort
Einem wissenschaftlichen Reisenden kann es wohl nicht verargt werden, wenn er eine vollständige Uebersetzung seiner Arbeiten jeder auch noch so geschmackvollen Abkürzung derselben vorzieht. Bouquer´s und La Condamine´s mehr als hundertjährige Quartbände werden noch heute mit großer Theilnahme gelesen; und da jeder Reisende gewissermaßen den Zustand der Wissenschaften seiner Zeit, oder vielmehr die Gesichtpunkte darstellt, welche von dem Zustande des Wissens seiner Zeit abhangen, so ist das wissenschaftliche Interesse um so lebendiger, als die Epoche der Darstellung der Jetztzeit näher liegt. Damit aber die lebendige Darstellung des Geschehenen weniger unterbrochen werde, habe ich das Material, durch welches allgemeine kosmische Resultate begründet werden, in besonderen Zugaben über stündliche Barometer-Veränderungen, Neigung der Magnetnadel und Intensität der magnetischen Erdkraft zusammengedrängt. Die Absonderung solcher und anderer Zugaben hat allerdings, und ohne großen Nachtheil, zu Abkürzungen in der Uebersetzung des Originaltextes der Reise Anlaß geben können. Diese Betrachtung war auch geeignet mich bald mit dem Unternehmen zu versöhnen, einem größeren Kreise gebildeter Leser, die bisher mehr mit der Natur als mit scientifischen Wissen befreundet waren, einen etwas abgekürzten Text der Reise in die Tropen-Gegenden des Neuen Continents darzubieten. Die Buchhandlung, welche aus edler, ich setze gern hinzu angeerbter Freundschaft meinen Arbeiten eine so lange und sorgfältige Pflege geschenkt hat, hat mich aufgefordert diese neue Ausgabe, welche einem vielseitig unterrichteten Gelehrten, Herrn Bibliothekar Professor 1

Dr. Hauff anvertraut ist, nicht bloß, so viel mein Uralter und meine gesunkenen Kräfte es erlauben, zu revidiren, sondern auch mit Zusätzen und Berichtigungen zu bereichern. Die Naturwissenschaft ist, wie die Natur selbst, in ewigem Werden und Wechsel begriffen. Seit der Herausgabe des ersten Bandes der Reise sind jetzt 45 Jahre verflossen. Die Berichtigungen müßten also zahlreich seyn: in geognostischer Hinsicht wegen Bezeichnung der Gebirgs-Formationen und der metamorphosirten Gebirge, des wohlthätigen Einflusses der Chemie auf die Geognosie, wie in allem, was anbetrifft die Vertheilung der Wärme auf dem Erdkörper und die Ursach der verschiedenen Krümmung monatlicher Isothermen (nach Dove´s meisterhaften Arbeiten). Die durch die neue Ausgabe veranlaßte Erweiterung des Kreises wissenschaftlicher Anregung kann ich nur freudig begrüßen; denn in dem Entwickelungsgange physischer Forschungen wie in dem der politischen Institutionen ist Stillstand durch unvermeidliches Verhängnis an den Anfang eines verderblichen Rückschrittes geknüpft. Es würde mir dazu eine innige Freude seyn noch zu erleben, wie die Unternehmer es hoffen, daß meine in den Jahren freudig aufstrebender Jugend ausgeführte Reise, deren einer Genosse, mein theurer Freund, Aimé Bonpland, bereits, im hohen Alter, dahingegangen ist, in unserer eigenen schönen Sprache von demselben deutschen Volke mit einigem Vergnügen gelesen werde, welches mehr denn zwei Menschenalter hindurch mich in meinen wissenschaftlichen Bestrebungen und meiner Laufbahn durch ein eifriges Wohlwollen beglückt und selbst meinen spätesten Arbeiten durch seine partheiische Theilnahme eine Rechtfertigung gewährt hat. Berlin, 26. März 1859. Alexander v. Humboldt.

ERSTER BAND Erstes Kapitel
Vorbereitungen — Abreise von Spanien — Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln Wenn eine Regierung eine jener Fahrten auf dem Weltmeer anordnet, durch welche die Kenntniß des Erdballes erweitert und die physischen Wissenschaften gefördert werden, so stellt sich ihrem Vorhaben keinerlei Hinderniß entgegen. Der Zeitpunkt der Abfahrt und der Plan der Reise können eingehalten werden, sobald die Schiffe ausgerüstet und die Astronomen und Naturforscher, welche unbekannte Meere befahren sollen, gewählt sind. Die Inseln und Küsten, deren Produkte die Seefahrer kennen lernen sollen, liegen außerhalb des Bereiches der staatlichen Bewegungen Europas. Wenn längere Kriege die Freiheit zur See beschränken, so stellen die kriegführenden Mächte gegenseitig Pässe aus; der

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Haß zwischen Volk und Volk tritt zurück, wenn es sich von der Förderung des Wissens handelt, das die gemeine Sache der Völker ist. Anders, wenn nur ein Privatmann auf seine Kosten eine Reise in das Innere eines Festlandes unternimmt, das Europa in sein System von Kolonien gezogen hat. Wohl mag sich der Reisende einen Plan entwerfen, wie er ihm für seine wissenschaftlichen Zwecke und bei den staatlichen Verhältnissen der zu bereisenden Länder die angemessenste scheint; er mag sich die Mittel verschaffen, die ihm fern vom Heimathland auf Jahre die Unabhängigkeit sicher, aber gar oft widersetzen sich unvorhergesehene Hindernisse seinem Vorhaben, wenn er eben meint, es ausführen zu können. Nicht leicht hat aber ein Reisender mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt als ich vor meiner Abreise nach dem spanischen Amerika. Gern wäre ich darüber weggegangen und hätte meine Reisebeschreibungen mit der Besteigung des Pic von Tenerifa begonnen, wenn nicht das Fehlschlagen meiner ersten Pläne auf die Richtung meiner Reise nach der Rückkehr vom Orinoko bedeutenden Einfluß geäußert hätte. Ich gebe daher eine flüchtige Schilderung dieser Vorgänge, die für die Wissenschaft von keinem Belang sind, von denen ich aber wünschen muß, daß sie richtig beurteilt werden. Da nun einmal die Neugier des Publikums sich häufig mehr an die Person des Reisenden als an seine Werke heftet, so sind auch die Umstände, unter denen ich meine ersten Reisepläne entworfen, ganz schief aufgefaßt worden.1 Von früher Jugend auf lebte in mir der sehnliche Wunsch, ferne, von Europäern wenig besuchte Länder bereisen zu dürfen. Dieser Drang ist bezeichnend für einen Zeitpunkt im Leben, wo dieses vor uns liegt wie ein schrankenloser Horizont, wo uns nichts so sehr anzieht als starke Gemüthsbewegung und Bilder physischer Fährlichkeiten. In einem Lande aufgewachsen, das in keinem unmittelbaren Verkehr mit den Kolonien in beiden Indien steht, später in einem fern von der Meeresküste gelegenen, durch starken Bergbau berühmten Gebirge lebend, fühlte ich den Trieb zur See und zu weiten Fahrten immer mächtiger in mir werden. Dinge, die wir nur aus den lebendigen Schilderungen der Reisenden kennen, haben ganz besonderen Reiz für uns; Alles in Entlegenheit undeutlich Umrissene besticht unsere Einbildungskraft; Genüsse, die uns nicht erreichbar sind, scheinen uns weit lockender, als was uns im engen Kreise des bürgerlichen Lebens bietet. Die Lust am Botanisiren, das Studium der Geologie, ein Ausflug nach Holland, England und Frankreich in Gesellschaft eines berühmten Mannes, Georg Forsters, dem das Glück geworden war, Capitän Cook auf seiner zweiten Reise um die Welt zu begleiten, trugen dazu bei, den Reiseplänen, die ich schon mit achtzehn Jahren gehegt, Gestalt und Ziel zu geben. Wenn es mich noch immer in die schönen Länder des heißen Erdgürtels zog, so war es jetzt nicht mehr
1 Ich muß hier bemerken, daß ich von einem Werke in sechs Bänden, das unter dem seltsamen Titel: »Reise um die Welt und in Südamerika, von A. v. Humboldt, erschienen bei Vollmer in Hamburg«, niemals Kenntniß genommen habe. Diese in meinem Namen verfaßte Reisebeschreibung scheint nach in den Tageblättern gegebenen Nachrichten und nach einzelnen Abhandlungen, die ich in der ersten Classe des französischen Institutes gelesen, zusammengeschrieben zu seyn. Um das Publikum aufmerksam zu machen, hielt es der Kompilator für angemessen, einer Reise in einige Länder des neuen Kontinentes den anziehenderen Titel einer »Reise um die Welt« zu geben.

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der Drang nach einem aufregenden Wanderleben, es war der Trieb, eine wilde, großartige, an mannichfaltigen Naturprodukten reiche Natur zu sehen, die Aussicht, Erfahrungen zu sammeln, welche die Wissenschaften förderten. Meine Verhältnisse gestatteten mir damals nicht, Gedanken zu verwirklichen, die mich so lebhaft beschäftigten, und ich hatte sechs Jahre Zeit, mich zu den Beobachtungen, die ich in der Neuen Welt anzustellen gedachte, vorzubereiten, mehrere Länder Europas zu bereisen und die Kette der Hochalpen zu untersuchen, deren Bau ich in der Folge mit den Anden von Quito und Peru vergleichen konnte. Da ich zu verschiedenen Zeiten mit Instrumenten von verschiedener Construction arbeitete, wählte ich am Ende diejenigen, die mir als die genauesten und dabei auf dem Transport dauerhaftesten erschienen; ich fand Gelegenheit, Messungen, die nach den strengsten Methoden vor genommen wurden, zu wiederholen, und lernte so selbstständig die Grenzen der Irrthümer kennen, auf die ich gefaßt seyn mußte. Im Jahre 1795 hatte ich einen Teil von Italien bereist, aber die vulkanischen Striche in Neapel und Sizilien nicht besuchen können. Ungern hätte ich Europa verlassen, ohne Vesuv, Stromboli und Aetna gesehen zu haben; ich sah ein, um zahlreiche geologische Erscheinungen, namentlich in der Trappformation, richtig aufzufassen, mußte ich mich mit den Erscheinungen, wie noch tätige Vulkane sie bieten, näher bekannt gemacht haben. Ich entschloß mich daher im November 1797, wieder nach Italien zu gehen. Ich hielt mich lange in Wien auf, wo die ausgezeichneten Sammlungen und die Freundlichkeit Jacquins und Josephs van der Schott mich in meinen vorbereitenden Studien ausnehmend förderten; ich durchzog mit Leopold von Buch, von dem seitdem ein treffliches Werk über Lappland erschienen ist, mehrere Teile des Salzburger Landes und Steiermark, Länder, die für den Geologen und Landschaftsmaler gleich viel Anziehendes haben; als ich aber über die Tiroler Alpen gehen wollte, sah ich mich durch den in ganz Italien ausgebrochenen Krieg genötigt, den Plan der Reise nach Neapel aufzugeben. Kurz zuvor hatte ein leidenschaftlicher Kunstfreund, der bereits die Küsten Illyriens und Griechenlands als Alter thumsforscher besucht hatte, mir den Vorschlag gemacht, ihn auf einer Reise nach Oberegypten zu begleiten. Der Ausflug sollte nur acht Monate dauern; geschickte Zeichner und astronomische Werkzeuge sollten uns begleiten, und so wollten wir den Nil bis Assuan hinaufgehen und den zwischen Tentyris und den Cataracten gelegenen Teil des Saïd genau untersuchen. Ich hatte bis jetzt bei meinen Planen nie ein außertropisches Land im Auge gehabt, dennoch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, Länder zu besuchen, die in der Geschichte der Kultur eine so bedeutende Rolle spielen. Ich nahm den Vorschlag an, aber unter der ausdrücklichen Bedingung, daß ich bei der Rückkehr nach Alexandrien allein durch Syrien und Palästina weiter reisen dürfte. Sofort richtete ich meine Studien nach dem neuen Plane ein, was mir später zu gute kam, als es sich davon handelte, die rohen Denkmale der Mexicaner mit denen der Völker der Alten Welt zu vergleichen. Ich hatte die nahe Aussicht, mich nach Egypten einzuschiffen, da nöthigten mich die eingetretenen politischen Verhältnisse, eine Reise aufzugeben, die mir so großen 4

Genuß versprach. Im Orient standen die Dinge so, daß ein einzelner Reisender gar keine Aussicht hatte, dort Studien machen zu können, welche selbst in den ruhigsten Zeiten von den Regierungen mit mißtrauischen Augen angesehen werden. Zur selben Zeit war in Frankreich eine Entdeckungsreise in die Südsee unter dem Befehl des Kapitäns Baudin im Werk. Der ursprüngliche Plan war großartig, kühn und hätte verdient, unter umsichtiger Leitung ausgeführt zu werden. Man wollte die spanischen Besitzungen in Südamerika von der Mündung des Rio de la Plata bis zum Königreich Quito und der Landenge von Panama besuchen. Die zwei Corvetten sollten sofort über die Inselwelt des Stillen Meeres nach Neuholland gelangen, die Küsten desselben von Vandiemensland bis Nuytsland untersuchen, bei Madagaskar anlegen und über das Kap der guten Hoffnung zurückkehren. Ich war nach Paris gekommen, als man sich eben zu dieser Reise zu rüsten begann. Der Charakter des Kapitäns Baudin war eben nicht geeignet, mir Vertrauen einzuflößen; der Mann hatte meinen Freund, den jungen Botaniker van der Schott, nach Brasilien gebracht, und der Wiener Hof war dabei schlecht mit ihm zufrieden gewesen; da ich aber mit eigenen Mitteln nie eine so weite Reise unternehmen und ein so schönes Stück der Welt hätte kennen lernen können, so entschloß ich mich, auf gutes Glück die Expedition mitzumachen. Ich erhielt Erlaubniß, mich mit meinen Instrumenten auf einer der Corvetten, die nach der Südsee gehen sollten, einzuschiffen, und machte nur zur Bedingung, daß ich mich von Kapitän Baudin trennen dürfte, wo und wann es mir beliebte. Michaux, der bereits Persien und einen Teil von Nordamerika besucht hatte, und Bonpland, dem ich mich anschloß, und der mir seitdem aufs innigste befreundet geblieben, sollten die Reise als Naturforscher mitmachen. Ich hatte mich einige Monate lang darauf gefreut, an einer so großen und ehrenvollen Unternehmung Theil nehmen zu dürfen, da brach der Krieg in Deutschland und Italien von neuen aus, so daß die französische Regierung die Geldmittel, die sie zu der Entdeckungsreise angewiesen, zurückzog und dieselbe auf unbestimmte Zeit verschob. Mit Kummer sah ich alle meine Aussichten vernichtet, ein einziger Tag hatte dem Plane, den ich für mehrere Lebensjahre entworfen, ein Ende gemacht; da beschloß ich nur so bald als möglich, wie es auch sey, von Europa wegzukommen, irgend etwas zu unternehmen, das meinen Unmuth zerstreuen könnte. Ich wurde mit einen schwedischen Konsul, Skiöldebrand, bekannt, der dem Dey von Algier Geschenke von seiten seines Hofes zu überbringen hatte und durch Paris kam, um sich in Marseille einzuschiffen. Dieser achtenswerthe Mann war lange auf der afrikanischen Küste angestellt gewesen, und da er bei der algerischen Regierung gut angeschrieben war, konnte er für mich auswirken, daß ich den Theil der Atlaskette bereisen durfte, auf den sich die bedeutenden Untersuchungen Desfontaines nicht erstreckt hatten. Er schickte jedes Jahr ein Fahrzeug nach Tunis, auf dem die Pilger nach Mekka gingen, und er versprach mir, mich auf diesem Wege nach Egypten zu befördern. Ich besann mich keinen Augenblick, eine so gute Gelegenheit zu benutzen, und ich meinte nunmehr den

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Plan, den ich vor meiner Reise nach Frankreich entworfen, sofort ausführen zu können. Bis jetzt hatte kein Mineralog die hohe Bergkette untersucht, die in Marokko bis zur Grenze des ewigen Schnees aufsteigt. Ich konnte darauf rechnen, daß ich, nachdem ich in den Alpenstrichen der Berberei einiges für die Wissenschaft gethan, in Egypten bei den bedeutenden Gelehrten, die seit einigen Monaten zum Institut von Cairo zusammengetreten waren, dasselbe Entgegenkommen fand, das mir in Paris in so reichem Maße zu Theil geworden. Ich ergänzte rasch meine Sammlung von Instrumenten und verschaffte mir die Werke über die zu bereisenden Länder. Ich nahm Abschied von meinem Bruder, der durch Rath und Beispiel meine Geistesrichtung hatte bestimmen helfen. Er billigte die Beweggründe meines Entschlusses, Europa zu verlassen; eine geheime Stimme sagte uns, daß wir uns wieder sehen würden. Diese Hoffnung hat uns nicht betrogen, und sie linderte den Schmerz einer langen Trennung. Ich verließ Paris mit den Entschluß, mich nach Algier und Egypten einzuschiffen, und wie nun einmal der Zufall in allen Menschenleben regiert, ich sah bei der Rückkehr vom Amazonenstrom und aus Peru meinen Bruder wieder, ohne das Festland von Afrika betreten zu haben. Die schwedische Fregatte, welche Skiöldebrand nach Algier überführen sollte, wurde zu Marseille in den letzten Tagen Oktobers erwartet. Bonpland und ich begaben uns um diese Zeit dahin, und eilten um so mehr, da wir während der Reise immer besorgten, zu spät zu kommen und das Schiff zu versäumen. Wir ahnten nicht, welche neuen Widerwärtigkeiten uns zunächst bevorstanden. Skiöldebrand war so ungeduldig als wir, seinen Bestimmungsort zu erreichen. Wir bestiegen mehrmals am Tage den Berg Notre Dame de la Garde, von dem man weit ins Mittelmeer hinausblickt. Jedes Segel, das am Horizont sichtbar wurde, setzte uns in Aufregung; aber nachdem wir zwei Monate in großer Unruhe vergeblich geharrt, ersahen wir aus den Zeitungen, daß die schwedische Fregatte, die uns überführen sollte, in einem Sturm an den Küsten von Portugal stark gelitten und in den Hafen von Cadiz habe einlaufen müssen, um ausgebessert zu werden. Privatbriefe bestätigten die Nachricht, und es war gewiß, daß der Jaramas — so hieß die Fregatte — vor dem Frühjahr nicht nach Marseille kommen konnte. Wir konnten es nicht über uns gewinnen, bis dahin in der Provence zu bleiben. Das Land, zumal das Klima, fanden wir herrlich; aber der Anblick des Meeres mahnte uns fortwährend an unsere zertrümmerten Hoffnungen. Auf einem Ausflug nach Hyères und Toulon fanden wir in letzterem Hafen die Fregatte Boudeuse, die Bougainville auf seiner Reise um die Welt befehligt hatte. Ich hatte mich zu Paris, als ich mich rüstete, die Expedititon des Kapitäns Baudin mitzumachen, des besonderen Wohlwollens des berühmten Seefahrers zu erfreuen gehabt. Nur schwer vermochte ich zu schildern, was ich beim Anblick des Schiffes empfand, das Commerson auf die Inseln der Südsee gebracht. Es gibt Stimmungen, in denen sich ein Schmerzgefühl in alle unsere Empfindungen mischt. Wir hielten immer noch am Gedanken fest, uns an die afrikanische Küste zu 6

begeben, und dieser zähe Entschluß wäre uns beinahe verderblich geworden. Im Hafen von Marseille lag zur Zeit ein kleines ragusanisches Fahrzeug, bereit nach Tunis unter Segel zu gehen. Dies schien uns eine günstige Gelegenheit; wir kamen ja auf diese Weise in die Nähe von Egypten und Syrien. Wir wurden mit dem Kapitän wegen der Ueberfahrtspreises einig; am folgenden Tage sollten wir unter Segel gehen, aber die Abreise verzögerte sich glücklicherweise durch einen an sich ganz unbedeutenden Umstand. Das Vieh, das uns als Proviant auf der Ueberfahrt dienen sollte, war in der großen Kajüte untergebracht. Wir verlangten, daß zur Bequemlichkeit der Reisenden und zur sicheren Unterbringung unserer Instrumente das Notwendigste vorgekehrt werde. Allermittelst erfuhr man in Marseille, daß die tunesische Regierung die in der Berberei niedergelassenen Franzosen verfolge, und daß alle aus französischen Häfen ankommenden Personen ins Gefängnis geworfen würden. Durch diese Kunde entgingen wir einer großen Gefahr; wir mußten die Ausführung unserer Pläne verschieben und entschlossen uns, den Winter in Spanien zuzubringen, in der Hoffnung, uns im nächsten Frühjahr, wenn anders die politischen Zustände im Orient es gestatteten, in Cartagena oder in Cadiz einschiffen zu können. Wir reisten durch Katalonien und das Königreich Valencia nach Madrid. Wir besuchten auf dem Wege die Trümmer Tarragonas und des alten Sagunt, machten von Barcelona aus einen Ausflug auf den Montserrat, dessen hoch aufragende Gipfel von Einsiedlern bewohnt sind, und der durch die Contraste eines kräftigen Pflanzenwuchses und nackter, öder Felsmassen ein eigenthümliches Landschaftsbild bietet. Ich fand Gelegenheit, durch astronomische Rechnung die Lage mehrerer für die Geographie Spaniens wichtiger Punkte zu bestimmen; ich maß mittels des Barometers die Höhe des Centralplateaus und stellte einige Beobachtungen über die Inclination der Magnetnadel und die Intensität der magnetischen Kraft an. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen sind die sich erschienen, und ich verbreite mich hier nicht weiter über die Naturbeschaffenheit eines Landes, in dem ich mich nur ein halbes Jahr aufhielt, und das in neuerer Zeit von so vielen unterrichteten Männern bereist worden ist. Zu Madrid angelangt, fand ich bald Ursache, mir Glück dazu zu wünschen, daß wir uns entschlossen, die Halbinsel zu besuchen. Der Baron Forell, sächsischer Gesandter am spanischen Hofe, kam mir auf eine Weise entgegen, die meinen Zwecken sehr förderlich wurde. Er verband mit ausgebreiteten mineralogischen Kenntnissen das regste Interesse für Unternehmungen zur Förderung der Wissenschaft. Er bedeutete mir, daß ich unter der Verwaltung eines aufgeklärten Ministers, des Ritters Don Mariano Luis de Urquijo, Aussicht habe, auf meine Kosten im Inneren des spanischen Amerika reisen zu dürfen. Nach all den Widerwärtigkeiten, die ich erfahren, besann ich mich keinen Augenblick, diesen Gedanken zu ergreifen. Im März 1799 wurde ich dem Hofe von Aranjuez vorgestellt. Der König nahm mich äußerst wohlwollend auf. Ich entwickelte die Gründe, die mich bewogen, eine Reise in den neuen Kontinent und auf die Philippinen zu unternehmen, und reichte dem Staatssecretär eine darauf bezügliche Denkschrift ein. Der Ritter

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d’Urquijo unterstützte mein Gesuch und räumte alle Schwierigkeiten aus dem Wege. Der Minister handelte hierbei desto großmüthiger, da ich in gar keiner persönlichen Beziehung zu ihn stand. Der Eifer, mit dem er fortwährend meine Absichten unterstützte, hatte keinen anderen Beweggrund als seine Liebe zu den Wissenschaften. Es wird mir zu angenehmen Pflicht, in diesem Werke der Dienste, die er mir erwiesen, dankbar zu gedenken. Ich erhielt zwei Pässe, den einen vom ersten Staatsecretär, den anderen vom Rath von Indien. Nie war einem Reisenden mit der Erlaubniß, die man ihm ertheilte, mehr zugestanden worden, nie hatte die spanische Regierung einem Fremden größeres Vertrauen bewiesen. Um alle Bedenken zu beseitigen, welche die Vicekönige oder Generalcapitäne, als Vertreter der königlichen Gewalt in Amerika, hinsichtlich des Zweckes und Wesens meiner Beschäftigungen erheben könnten, hieß es im Paß der primera secretaria de estado: »ich sey ermächtigt, mich meiner physikalischen und geodätischen Instrumente mit voller Freiheit zu bedienen; ich dürfe in allen spanischen Besitzungen astronomische Beobachtungen anstellen, die Höhen der Berge messen, die Erzeugnisse des Bodens sammeln und alle Operationen ausführen, die ich zur Förderung der Wissenschaft gut finde«. Diese Befehle von Seiten des Hofes wurden genau befolgt, auch nachdem infolge der Ereignisse Don D´Urquijo vom Ministerium hatte abtreten müssen. Ich meinerseits war bemüht, diese sich nie verleugnende Freundlichkeit zu erwidern. Ich übergab während meines Aufenthaltes in Amerika den Statthaltern der Provinzen Abschriften des von mir gesammelten Materials über die Geographie und Statistik der Colonien, das dem Mutterlande von einigen Werth seyn konnte. Dem von mir vor meiner Abreise gegebenen Versprechen gemäß übermachte ich dem naturhistorischen Cabinet zu Madrid mehrere geologische Sammlungen. Da der Zweck unserer Reise ein rein wissenschaftlicher war, so hatten Bonpland und ich das Glück, uns das Wohlwollen der Colonisten wie der mit der Verwaltung dieser weiten Landstriche betrauten Europäer zu erwerben. In den fünf Jahren, während wir den neuen Continent durchzogen, sind wir niemals einer Spur von Mißtrauen begegnet. Mit Freude spreche ich es hier aus; unter den härtesten Entbehrungen, im Kampfe mit einer wilden Natur, haben wir uns nie über menschliche Ungerechtigkeit zu beklagen gehabt. Verschiedene Gründe hätten uns eigentlich bewegen sollen, noch länger in Spanien zu verweilen. Abbé Cavanilles, ein Mann gleich geistreich wie mannigfaltig unterrichtet; Née, der mit Hänke die Expedition Malaspinas als Botaniker mitgemacht und allein eine der größten Kräutersammlungen, die man je in Europa gesehen, zusammengebracht hat; Don Casimir Ortega, Abbé Pourret und die gelehrten Verfasser der Flora von Peru, Ruiz und Pavon, stellten uns ihre reichen Sammlungen zur unbeschränkten Verfügung. Wir untersuchten zum Theil die mexicanischen Pflanzen, die von Sesse, Mociño und Cervantes entdeckt worden, und von denen Abbildungen an das naturhistorische Museum zu Madrid gelangt waren. In dieser großen Anstalt, die unter der Leitung Clavijos stand, des Herausgebers einer gefälligen Uebersetzung der Werke Buffons, fanden wir allerdings keine geologischen Suiten aus den Cordilleren; aber Proust, der sich durch die große Genauigkeit seiner chemischen Arbeiten 8

bekannt gemacht hat, und ein ausgezeichneter Mineralog, Hergen, gaben uns interessante Nachweisungen über verschiedene mineralische Substanzen Amerikas. Mit bedeutendem Nutzen hätten wir uns wohl noch länger mit den Naturprodukten der Länder beschäftigt, die das Ziel unserer Forschungen waren, aber es drängte uns zu sehr, von der Vergünstigung, die der Hof uns gewährt, Gebrauch zu machen, als daß wir unsere Abreise hätten verschieben können. Seit einen Jahr war ich so vielen Hindernissen begegnet, daß ich es kaum glauben konnte, daß mein sehnlichster Wunsch endlich in Erfüllung gehen sollte. Wir verließen Madrid gegen die Mitte Mais. Wir reisten durch einen Theil von Altcastilien, durch das Königreich Leon und Galizien nach Corunna, wo wir uns nach der Insel Cuba einschiffen sollten. Der Winter war streng und lang gewesen, und jetzt genossen wir auf der Reise der milden Frühlingstemperatur, die schon so weit gegen Süd gewöhnlich nur den Monaten Mai und April eigen ist. Schnee bedeckte noch die hohen Granitgipfel der Guadarama; aber in den tiefen Thälern Galiziens, welche an die malerischen Landschaften der Schweiz und Tirols erinnern, waren alle Felsen mit Cistus in voller Blüthe und baumartigem Heidekraut überzogen. Man ist froh, wenn man die castilische Hochebene hinter sich hat, welche fast ganz von Pflanzenwuchs entblöst und wo es im Winter empfindlich kalt, im Sommer drückend heiß ist. Nach den wenigen Beobachtungen, die ich selbst anstellen konnte, besteht das Innere Spaniens aus einer weiten Ebene, die 300 Toisen (584 Meter) über dem Spiegel des Meeres mit secundären Gebirgsbildungen, Sandstein, Gips, Steinsalz, Jurakalk bedeckt ist; das Klima von Castilien ist weit kälter als das von Toulon oder Genua; die mittlere Temperatur errecht kaum 15 Grad der hunderttheiligen Scale. Man wundert sich, daß unter der Breite von Calabrien, Thessalien und Kleinasien die Orangenbäume im Freien nicht mehr fortkommen. Die Hochebene in der Mitte des Landes ist umgeben von einer tiefgelegenen, schmalen Zone, wo an mehreren Punkten Chamärops, der Dattelbaum, das Zuckerrohr, die Banane und viele Spanien und dem nördlichen Afrika gemeinsame Pflanzen vorkommen, ohne vom Winterfrost zu leiden. Unter dem 36–40. Grad der Breite beträgt die mittlere Temperatur 17–20 Grad, und durch den Verein von Verhältnissen, die hier nicht aufgezählt werden können, ist dieser glückliche Landstrich der vornehmste Sitz des Gewerbfleißes und der Geistesbildung geworden. Kommt man im Königreich Valencia von der Küste des Mittelmeeres gegen die Hochebene von Mancha und Castilien herauf, so meint man, tief im Land, in weithin gestreckten schroffen Abhängen die alte Küste der Halbinsel vor sich zu haben. Dieses merkwürdige Phänomen erinnert an die Sagen der Samothracier und andere geschichtliche Zeugnisse, welche darauf hinzuweisen scheinen, daß durch den Ausbruch der Wasser aus den Dardanellen das Becken des Mittelmeeres erweitert und der südliche Theil Europas zerrissen und vom Mittelmeer verschlungen worden ist. Nimmt man an, diese Sagen seyen keine geologischen Träume, sondern beruhen wirklich auf der Erinnerung an eine uralte Umwälzung, so hätte die spanische Centralebene dem Anprall der gewaltigen Fluthen widerstanden, bis die Wasser durch die zwischen den Säulen des Her9

cules sich bildende Meerende abfloßen, so daß der Spiegel des Mittelmeeres allmählig sank und einerseits Niederegypten, andererseits die fruchtbaren Ebenen von Tarragena, Valencia und Murcia trocken gelegt wurden. Was mit der Bildung dieses Meeres zusammenhängt, dessen Daseyn von so bedeutendem Einfluß auf die frühesten Culturbewegungen der Menschheit war, ist von ganz besonderem Interesse. Man könnte denken, Spanien, das sich als ein Vorgebirge inmitten der Meere darstellt, verdanke seine Erhaltung seinem hochgelegenen Boden; ehe man aber auf solche theoretische Vorstellungen Gewicht legt, müßte man erst die Bedenken beseitigen, die sich gegen die Durchbrechung so vieler Dämme erheben, müßte man wahrscheinlich zu machen suchen, daß das Mittelmeer einst in mehrere abgeschlossene Becken getheilt gewesen, dere alte Grenzen durch Sicilien und die Insel Candia angedeutet scheinen. Die Lösung dieser Probleme soll uns hier nicht beschäftigen, wir beschränken uns darauf, auf den auffallenden Contrast in der Gestaltung des Landes am östlichen und am westlichen Ende Europas aufmerksam zu machen. Zwischen den baltischen und dem schwarzen Meer erhebt sich das Land gegenwärtig kaum fünfzig Toisen über den Spiegel des Oceans, während die Hochebene von Mancha, wenn sie zwischen den Quellen des Niemen und des Dnieper läge, sich als eine Gebirgsgruppe von bedeutender Höhe darstellen würde. Es ist höchst anziehend, auf die Ursachen zurückzugehen, durch welche die Oberfläche unseres Planeten umgestaltet worden seyn man; sicherer ist es aber, sich an diejenigen Seiten der Erscheinungen zu halten, welche der Beobachtung und Messung des Forschers zugänglich sind. Zwischen Astorga und Corunna, besonders von Lugo an, werden die Berge allmählich höher. Die secundären Gebirgsbildungen verschwinden mehr und mehr, und die Uebergangsgebirgsarten, die sie ablösen, verkünden die Nähe des Urgebirgs. Wir sahen ansehnliche Berge aufgebaut aus altem Sandstein, den die Mineralogen der Freiberger Schule als Grauwacke und Grauwackenschiefer aufführen. Ich weiß nicht, ob diese Formation, die im südlichen Europa nicht häufig vorkommt, auch in andern Strichen Spaniens aufgefunden worden ist. Eckige Bruchstücke von lydischem Stein, die in den Thälern am Boden liegen, schienen uns darauf zu deuten, daß die Grauwacke dem Uebergangsschiefer aufgelagert ist. Bei Corunna selbst erheben sich Granitgipfel, die bis zum Cap Ortegal fortstreichen. Diese Granite, welche einst mit denen in Bretagne und Wales in Zusammenhang gestanden haben mögen, sind vielleicht die Trümmer einer von den Fluthen zertrümmerten und verschlungenen Bergkette. Schöne große Feldspathkrystalle sind für dieses Gestein charakteristisch, Zinnstein ist darin eingesprengt, und von den Galiciern wird darauf ein mühsamer, wenig ergiebiger Bergbau betrieben. In Corunna angelangt, fanden wir den Hafen von zwei englischen Fregatten und einem Linienschiff blokirt. Diese Fahrzeuge sollten den Verkehr zwischen dem Mutterland und den Colonien in Amerika unterbrechen; den von Corunna, nicht von Cadiz lief damals jeden Monat ein Paketboot (Correo maritimo) nach der Havana aus und alle zwei Monate ein anderes nach Buenos Aires oder der Mündung des la Plata. Ich werde später den Zustand der Posten auf dem neuen Continent genau beschreiben; hier nur so viel, daß seit dem Ministerium des 10

Grafen Florida Blanca der Dienst der »Landcouriere« so gut eingerichtet ist, daß Einer in Paraquay oder in der Provinz Jaen de Bracamoros nur durch sie ziemlich regelmäßig mit Einem in Neumexiko oder an der Küste von Neukalifornien correspondiren kann, also so weit, als es von Paris nach Siam oder von Wien an das Cap der Guten Hoffnung ist. Ebenso gelangt ein Brief, den man in einer kleinen Stadt in Aragonien zur Post gibt, nach Chili oder in die Missionen am Orinoko, wenn nur der Name des Coregimiento oder Bezirks, in dem das betreffende indianische Dorf liegt, genau angegeben ist. Mit Vergnügen verweilt der Gedanke bei Einrichtungen, die für eine der größten Wohlthaten der Cultur der neueren Zeit gelten können. Die Einrichtung der Curiere zur See und im inneren Lande hat das Band zwischen den Kolonien unter sich und mit dem Mutterlande enger geknüpft. Der Gedankenaustausch wurde dadurch beschleunigt, die Beschwerden der Colonisten drangen leichter nach Europa und die Staatsgewelt konnte hin und wieder Bedrückungen ein Ende machen, die sonst aus so weiter Ferne nie zu ihrer Kenntniß gelangt wären. Der Minister hatte uns ganz besonders dem Brigadier Don Rafael Clavijo empfohlen, der seit kurzem die Oberaufsicht über den Seeposten hatte. Dieser Officier, bekannt als ausgezeichneter Schiffsbauer, war in Corunna mit der Einrichtung neuer Werfte beschäftigt. Er bot Allem auf, um uns den Aufenthalt im Hafen angenehm zu machen, und gab uns den Rat, uns auf der Corvette Pizarro [Nach dem spanischen Sprachgebrauch war der Pizarro eine leichte Fregatte (Fregata lijera).] einzuschiffen, die nach der Havana und Mexico ging. Dieses Fahrzeug, das die Post für Juni an Bord hatte, sollte mit der Alcudia segeln, dem Paketboot für den Mai, das wegen der Blokade seit drei Wochen nicht hatte auslaufen können. Der Pizarro galt für keinen guten Segler, aber durch einen glücklichen Zufall war er vor kurzem auf seiner langen Fahrt von Rio de la Plata nach Corunna den kreuzenden englischen Fahrzeugen entgangen. Clavijo ließ an Bord der Korvette Einrichtungen treffen, daß wir unsere Instrumente aufstellen und während der Ueberfahrt unsere chemischen Versuche über die atmosphärische Luft vornehmen konnten. Der Capitän des Pizarro erhielt Befehl, bei Tenerifa so lange anzulegen, daß wir den Hafen von Orotava besuchen und den Gipfel des Pic besteigen könnten. Die Einschiffung verzögerte sich nur zehn Tage, dennoch kam uns der Aufenthalt gewaltig lang vor. Wir benutzten die Zeit, die Pflanzen einzulegen, die wir in den schönen, noch von keinem Naturforscher betretenen Thälern Galiciens gesammelt; wir untersuchten die Tange und Weichthiere, welche die Fluth von Nordwest her in Menge an den Fuß des steilen Felsen wirft, auf dem der Wachtturm des Herkules steht. Dieser Thurm, auch »der eiserne Thurm« genannt, wurde im Jahre 1788 restauriert. Er ist 92 Fuß [30 m] hoch, seine Mauern sind 4 und einen halben Fuß [1,46 m] dick, und nach seiner Bauart ist er unzweifelhaft ein Werk der Römer. Eine in der Nähe der Fundamente gefundene Inschrift, von der ich durch Herrn de Labordes Gefälligkeit eine Abschrift besitze, besagt, der Thurm sey von Cajus Servius Lupus, Architekten der Stadt Aqua Flavia (Chaves), erbaut und dem Mars geweiht. Warum heißt der eiserne Thurm der Herkulesthurm? Sollten ihn die Römer auf den Trümmern eines 11

griechischen oder phönicischen Bauwerkes errichtet haben? Wirklich behauptet Strabo, Galizien, das Land der Galläci, sey von griechischen Colonien bevölkert gewesen. Nach einer Angabe des Asklepiades von Myrläa in seiner Geographie von Spanien hätten sich nach einer alten Sage die Gefährten des Herkules in diesen Landstrichen niedergelassen. [Die Phönicier und die Griechen besuchten die Küsten von Galizien (Gallaecia) wegen des Handels mit Zinn, das sie von hier wie von den Cassiteridischen Inseln bezogen.] Die Höhen von Ferrol und Corunna sind an derselben Bai gelegen, so daß ein Schiff, das bei schlimmem Wetter gegen das Land getrieben wird, je nach der Richtung des Windes, im einen oder im anderen Hafen vor Anker gehen kann. Ein solcher Vortheil ist unschätzbar in Strichen, wo die See fast beständig hoch geht, wie zwischen den Vorgebirgen Ortegal und Finisterre, den Vorgebirgen Trileucum und Artabrum der algen Geographen. Ein enger, von steilen Granitfelsen gebildeter Canal führt in das weite Becken von Ferrol. In ganz Europa findet sich kein zweiter Ankerplatz, der so merkwürdig weit ins Land hineinschnitte. Dieser enge, geschlängelte Paß, durch den die Schiffe in den Hafen gelangen, sieht aus, als wäre er durch eine Fluth oder durch wiederholte Stöße heftiger Erdbeben eingerissen. In der Neuen Welt, an der Küste von Neuandalusien, hat die Laguna des Opisco, der »Bischofsee«, genau dieselbe Gestalt wie der Hafen von Ferrol. Die auffallendsten geologischen Erscheinungen wiederholen sich auf den Festländern an weit entlegenen Punkten, und der Forscher, der Gelegenheit gehabt, verschiedene Welttheile zu sehen, erstaunt über die durchgehende Gleichförmigkeit im Ausschnitt der Küsten, im krummen Zug der Thäler, im Anblick der Berge und ihrer Gruppirung. Das zufällige Zusammentreffen derselben Ursachen mußte allerorten dieselben Wirkungen hervorbringen, und mitten aus der Mannigfaltigkeit der Natur tritt uns in der Anordnung der todten Stoffe, wie in der Organisation der Pflanzen und Thiere, eine gewisse Uebereinstimmung in Bau und Gestaltung eingegen. Auf der Ueberfahrt von Corunna nach Ferrol machten wir über einer Untiefe beim »weißen Signal,« in der Bai, die nach d’Anville der portus magnus der Alten war, mittels einer Thermometersonde mit Ventilen einige Beobachtungen über die Temperatur der See und über die Abnahme der Wärme in den über einander gelagerten Wasserschichten. Ueber der Bank zeigte das Instrument an der Meeresfläche 12°5 bis 13°3 Grad der hunderttheiligen Scale, während ringsumher, wo das Meer sehr tief war, der Thermometer bei 12°8 Lufttemperatur auf 15° – 15°3 stand. Der berühmte Franklin und Jonathan Williams, der Verfasser des zu Philadelphia erschienenen Werkes »thermometric Navigation,« haben zuerst die Physiker darauf aufmerksam gemacht, wie abweichend sich die Temperaturverhältnisse der See über Untiefen gestalten, sowie in der Zone warmer Wasserströme, die aus dem Meerbusen von Mexico zur Bank von Neufoundland und hinüber an die Nordküsten von Europa sich erstreckt. Die Beobachtung, daß sich die Nähe einer Sandbank durch ein rasches Sinken der Temperatur an der Meeresflüche verkündet, ist nicht nur für die Physik von Wichtigkeit, sie kann auch für Sicherheit der Schiffahrt von großer Bedeutung werden. Allerdings wird man über dem Thermometer das Senkblei nicht aus der 12

Hand legen; aber Beobachtungen, wie ich sie im Verlauf dieser Reisebeschreibung anführen werde, thun zur Genüge dar, daß ein Temperaturwechsel, den die unvollkommensten Instrumente anzeigen, die Gefahr verkündet, lange bevor das Schiff über der Untiefe anlangt. In solchen Fällen mag die Abnahme der Meerestemperatur den Schiffer veranlassen, zum Senkblei zu greifen in Strichen, wo er sich vollkommen sicher dünkte. Auf die physischen Ursachen dieser verwickelten Erscheinungen kommen wir anderswo zurück. Hier sey nur erwähnt, daß die niedrigere Temperatur des Wassers über den Untiefen großentheils daher rührt, daß es sich mit tieferen Wasserschichten mischt, welche längs der Abhänge der Bank zur Meeresoberfläche aufsteigen. Eine Aufregung des Meeres von Nordwest her unterbrach unsere Versuche über die Meerestemperatur in der Bai von Ferrol. Die Wellen gingen so hoch, weil auf offener See ein heftiger Wind geweht hatte, in dessen Folge die englischen Schiffe sich hatten von der Küste entfernen müssen. Man wollte die Gelegenheit zum Auslaufen benutzen; man schiffte alsbald unsere Instrumente, unsere Bücher, unser ganzes Gepäcke ein; aber der Westwind wurde immer stärker und man konnte die Anker nicht lichten. Wir benutzten den Aufschub, um an unsere Freunde in Deutschland und Frankreich zu schreiben. Der Augenblick, wo man zum erstenmal von Europa scheidet, hat etwas Ergreifendes. Wenn man sich noch so bestimmt vergegenwärtigt, wie stark der Verkehr zwischen den beiden Welten ist, wie leicht man bei den großen Fortschritten der Schifffahrt über den atlantischen Ocean gelangt, der, der Südsee gegenüber, ein nicht sehr breiter Meeresarm ist, das Gefühl, mit dem man zum erstenmal eine weite Seereise antritt, hat immer etwas tief Aufregendes. Es gleicht keiner der Empfindungen, die uns von früher Jugend auf bewegt haben. Getrennt von den Wesen, an denen unser Herz hängt, im Begriff, gleichsam den Schritt in ein neues Leben zu thun, ziehen wir uns unwillkührlich in uns selbst zusammen und über uns kommt ein Gefühl des Alleinseyns, wie wir es nie empfunden. Unter den Briefen, die ich kurz vor unserer Einschiffung schrieb, befand sich einer, der für die Richtung unserer Reise und den Verlauf unserer späteren Forschungen sehr folgereich wurde. Als ich Paris verließ, um die Küste von Afrika zu besuchen, schien die Entdeckungsreise in die Südsee auf mehrere Jahre verschoben. Ich hatte mit Kapitän Baudin die Verabredung getroffen, daß ich, wenn er wider Vermuthen die Reise früher antreten könnte und ich davon Kenntniß bekäme, von Algier aus in einen französischen oder spanischen Hafen eilen wolle, um die Expedition mitzumachen. Im Begriff, in die Neue Welt abzugehen, wiederholte ich jetzt dieses Versprechen. Ich schrieb Kapitän Baudin, wenn die Regierung in auch jetzt noch den Weg um Cap Horn nehmen lassen wolle, so werde ich mich bemühen, mit ihm zusammenzutreffen, in Montevideo, in Chili, in Lima, wo immer er in den spanischen Kolonien anlegen möchte. Treu dieser Zusage, änderte ich meinen Reiseplan, sobald die amerikanischen Blätter im Jahre 1801 die Nachricht brachten, die französische Expedition sey von Havre abgegangen, um von Ost nach West die Welt zu umsegeln. Ich miethete ein kleines Fahrzeug und ging von Batabano auf der Insel Cuba nach Portobelo und von da über die Landenge an die Küste der Südsee. In Folge einer falschen 13

Zeitungsnachricht haben Bonpland und ich über 800 Meilen [Unter Meilen ohne Beisatz sind immer französische Lieues zu verstehen.] [3600 km] in einem Lande gemacht, das wir gar nicht hatten bereisen wollen. Erst in Quito erfuhren wir durch einen Brief Delambres, des beständigen Secretärs der ersten Classe des Institutes, daß Kapitän Baudin um das Kap der Guten Hoffnung gegangen und die West- und Ostküste Amerikas gar nicht berührt habe. Nicht ohne ein Gefühl von Wehmut gedenke ich einer Expedition, die mehrfach in mein Leben eingreift, und die kürzlich von einem Gelehrten [Peron, der nach langen schmerzlichen Leiden im 35. Jahre der Wissenschaft entrissen wurde.] beschrieben worden ist, den die Menge der Entdeckungen, welche die Wissenschaft ihm dankt, und der aufopfernde Muth, den er auf seiner Laufbahn unter den härtesten Entbehrungen und Leiden bewiesen, gleich hoch stellen. Ich hatte auf die Reise nach Spanien nicht meine ganze Sammlung physikalischer, geodätischer und astronomischer Werzeuge mitnehmen können; ich hatte die Doubletten in Marselle in Verwahrung gegeben und wollte sie, sobald ich Gelegenheit gefunden hätte, an die Küste der Berberei zu gelangen, nach Algier oder Tunis nachkommen lassen. In ruhigen Zeiten ist Reisenden sehr zu rathen, daß sie sich nicht mit allen ihren Instrumenten beladen; man läßt sie besser nachkommen, um nach einigen Jahren diejenigen, zu ersetzen, die durch den Gebrauch oder auf dem Transport gelitten haben. Diese Vorsicht erscheint besonders dann geboten, wenn man zahlreiche Punkte durch rein chronometrische Mittel zu bestimmen hat. Aber während eines Seekriegs thut man klug, seine Instrumente, Handschriften und Sammlungen fortwährend bei sich zu haben. Wie wichtig dies ist, haben traurige Erfahrungen mir bewiesen. Unser Aufenthalt zu Madrid und Corunna war zu kurz, als daß ich den meteorologischen Apparat, den ich in Marseille gelassen, hätte von dort kommen lassen können. Nach unserer Rückkehr vom Orinoko gab ich Auftrag, mir denselben nach der Havana zu schicken, aber ohne Erfolg; weder diese Apparat, noch die achromatischen Fernröhren und der Thermometer von Arnold, die ich in London bestellt, sind mir in Amerika zugekommen. Getrennt von unseren Instrumenten, die sich an Bord der Corvette befanden, brachten wir noch zwei Tage in Corunna zu. Ein dichter Nebel, der den Horizont bedeckte verkündete endlich die sehnlich erwartete Aenderung des Wetters. Am 4. Juni abends drehte sich der Wind nach Nordost, welche Windrichtung an der Küste von Galizien in der schönen Jahreszeit für sehr beständig gilt. Am fünften ging der Pizarro wirklich unter Segel, obgleich wenige Stunden zuvor die Nachricht angelangt war, eine englische Escadre sey vom Wachtposten Sisarga signalisirt worden und scheine nach der Mündung des Tajo zu segeln. Die Leute, welche unsere Corvette die Anker lichten sahen, äußerten laut, ehe drei Tage vergehen, seyen wir aufgebracht und mit dem Schiffe, dessen Los wir teilen müßten, auf dem Wege nach Lissabon. Diese Prophezeiung beunruhigte uns um so mehr, als wir in Madrid Mexicaner kennengelernt hatten, die sich dreimal in Cadiz nach Veracruz eingeschifft hatten, jedesmal aber fast unmittelbar vor dem Hafen aufgebracht worden und über Portugal nach Spanien zurückgekehrt waren. 14

Um zwei Uhr nachmittags war der Pizarro unter Segel. Der Canal, durch den man aus dem Hafen von Corunna fährt, ist lang und schmal; da er sich gegen Nord öffnet und der Wind uns entgegen war, mußten wir acht kleine Schläge machen, von denen drei so gut wie verloren waren. Gewendet wurde immer äußerst langsam, und einmal, unter dem Fort St. Amarro, schwebten wir in Gefahr, da uns die Strömung sehr nahe an die Klippen trieb, an denen sich das Meer mit Ungestüm bricht. Unsere Blicke hingen am Schloß St. Antonio, wo damals der unglückliche Malaspina als Staatsgefangener saß. Im Augenblick, da wir Europa verließen, um Länder zu besuchen, welche dieser bedeutende Forscher mit so vielem Erfolg bereist hat, hätte ich mit meinen Gefährten gern bei einem minder traurigen Gegenstande verweilt. Um sechs ein halb Uhr kamen wir am Thurm des Herkules vorüber, von dem oben die Rege war, der Corunna als Leuchtthurm dient, und auf dem man seit ältesten Zeiten ein Steinkohlenfeuer unterhält. Der Schein dieses Feuers steht in schlechtem Verhältnis mit dem schönen stattlichen Bauwerk; es ist so schwach, daß die Schiffe es erst gewahr werden, wenn sie bereits Gefahr laufen zu stranden. Bei Einbruch der Nacht wurde die See sehr unruhig und der Wind bedeutend frischer. Wir steuerten gegen Nordwest, um nicht den englischen Fregatten zu begegnen, die, wie man glaubte, in diesen Strichen kreuzten. Gegen neun Uhr sahen wir das Licht in einer Fischerhütte von Sisarga, das letzte, was uns von der Küste von Europa zu Gesicht kam. Mit der zunehmenden Entfernung verschmolz der schwache Schimmer mit dem Licht der Sterne, die am Horizont aufgingen, und unwillkürlich blieben unsere Blicke daran hängen. Dergleichen Eindrücke vergißt einer nie, der in einem Alter, wo die Empfindung noch ihre volle Tiefe und Kraft besitzt, eine weite Seereise angetreten hat. Welche Erinnerungen werden in der Einbildungskraft wach, wenn so ein leuchtender Punkt in finsterer Nacht, der von Zeit zu Zeit aus den bewegten Wellen aufblitzt, die Küste des Heimatlandes bezeichnet! Wir mußten die Segel einziehen. Wir segelten zehn Knoten in der Stunde, obgleich die Corvette nicht zum Schnellsegeln gebaut war. Um sechs Uhr morgens wurde das Schlingern so heftig, daß die kleine Bramstange brach. Der Unfall hatte indessen keine schlimmen Folgen. Wir brauchten zu Ueberfahrt von Corunna nach den Canarien dreizehn Tage, und dies war lang genug, um uns in so stark befahrenen Strichen wie die Küsten von Portugal der Gefahr auszusetzen, auf englische Schiffe zu stoßen. Die ersten drei Tage zeigte sich kein Segel am Horizont, und dies beruhigte nachgerade unsere Mannschaft, die sich auf kein Gefecht einlassen konnte. Am 7. liefen wir über den Parallelkreis von Cap Finisterre. Die Gruppe von Granitfelsen, die dieses Vorgebirge, wie das Vorgebirge Toriañes und den Berg Corcubion bilden, heißt Sierra de Toriñona. Das Cap Finisterre ist niedriger als das Land umher, aber die Toriñona ist auf hoher See 76,5 km weit sichtbar, woraus folgt, daß die höchsten Gipfel derselben nicht unter 582 m hoch seyn können. Am 8. bei Sonnenuntergang wurde von den Masten ein englisches Convoi signal15

isiert, das gegen Südost an der Küste hinsteuerte. Ihm zu entgehen, wichen wir die Nacht hindurch aus unserem Curs. Damit durften wir in der großen Cajüte kein Licht mehr haben, um nicht von weitem bemerkt zu werden. Diese Vorsicht, die an Bord aller Kauffahrer beobachtet wird und in dem Reglement für die Paketboote der königlichen Marine vorgeschrieben ist, brachte uns tödtliche Langeweile auf den vielen Ueberfahrten, die wir in fünf Jahren gemacht hatten. Wir mußten uns fortwährend der Blendlaternen bedienen, um die Temperatur des Meerwassers zu beobachten oder an der Theilung der astronomischen Instrumente die Zahlen abzulesen. In der heißen Zone, wo die Dämmerung nur einige Minuten dauert, ist man unter diesen Umständen schon um sechs Uhr abends außer Thätigkeit gesetzt. Dies war für mich um so verdrießlicher, als ich vermöge meiner Constitution nie seekrank wurde, und so oft ich an Bord eines Schiffes war, immer großen Trieb zur Arbeit fühlte. Eine Fahrt von der spanischen Küste nach den Canarien und von da nach Südamerika bietet wenig Bemerkenswerthes, zumal in der guten Jahreszeit. Es ist weniger Gefahr dabei, als oft bei der Ueberfahrt über die großen Schweizer Seen. Ich theile daher hier nur die allgemeinen Ergebnisse meiner magnetischen und meteorologischen Versuche in diesem Meeresstriche mit. Am 9. Juni, unter 39°50￿ der Breite und 16°10￿ westlicher Länge vom Meridian der Pariser Sternwarte, fingen wir an die Wirkung der großen Strömung zu spüren, welche von den azorischen Inseln nach der Meerenge von Gibraltar und nach den canarischen Inseln geht. Indem ich den Punkt, den mir der Gang der Berthoud´schen Seeuhr angab, mit des Steuermanns Schätzung verglich, konnte ich die kleinsten Aenderungen in der Richtung und Geschwindigkeit der Strömungen bemerken. Zwischen dem 37. und 30. Breitengrade wurde das Schiff in vierundzwanzig Stunden zuweilen 18 bis 26 Meilen nach Ost getrieben. Anfänglich war die Richtung des Stromes Ost ¼ Südost, aber in der Nähe der Meerenge wurde sie genau Ost. Capitan Macintosh und einer der gebildetsten Seefahrer unserer Zeit, Sir Erasmus Gower, haben die Veränderungen beobachtet, welche in diese Bewegung des Wassers zu verschiedenen Zeiten des Jahres eintreten. Es kommt nicht selten vor, daß Schiffer, welche die canarischen Inseln besuchen, sich an der Küste von Lancerota befinden, während sie meinten an Teneriffa landen zu können. Baugainville befand sich auf seiner Ueberfahrt vom Cap Finisterre nach den Canarien im Angesicht der Insel Ferro um 4 Grade weiter nach Ost, als seine Rechnung ihm ergab. Gemeinhin erklärt man die Strömung, die sich zwischen den azorischen Inseln, der Südküste von Portugal und den Canarien merkbar macht, daraus, daß das Wasser des atlantischen Oceans durch die Meerenge von Gibraltar einen Zug nach Osten erhalte. De Fleurieu behauptet sogar in den Anmerkungen zur Reise des Capitän Marchand, der Umstand, daß das Mittelmeer durch die Verdunstung mehr Wasser verliere, als die Flüsse einwerfen, bringe im benachbarten Weltmeer eine Bewegung hervor, und der Einfluß der Meerenge sey sechshundert Meilen [2700 km] weit auf offener See zu spüren. Bei aller Hochachtung, die ich einem Seefahrer schuldig bin, dessen mit Recht sehr geschätzten Werken ich

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bis achthundert Meilen von der afrikanischen Küste. der allgemeine Zug der Wasser durch eine besondere Strömung maskirt ist. sogar jenseits des Wendekreises des Krebses unter 26 und 28 Grad der Breite fühlbar. die in den Werken von Cook. zwischen den Parallelkreisen von Teneriffe und Ceuta.2 Fuß in der Secunde. somit zwischen 0.viel zu danken habe. denen die Schiffe. die ich in beiden Hemisphären anzustellen Gelegenheit gehabt. Krusenstern und Marchand gegeben sind. und darnach schwankt die Geschwindigkeit der allgemeinen Strömung unter den Tropen zwischen 5 und 18 Meilen in 24 Stunden. Im Canal. sieben. d´Entrecasteur. denn eine 2 Ich habe die Beobachtungen.18 bis 0. bis zum 2. in Passatwinde umgewandelt werden. ist die Richtung des Aequinoctialstroms weniger constant. die nach der Mündung des La Plata steuern. Man kann sie auf 9 bis 10 Meilen [40 bis 45 km] in 24 Stunden. welche nach den Antillen gehen. mit denen zusammengestellt. den Seefahrern am längsten bekannte Strömung fortwährend von Morgen nach Abend. Weiter gegen Nord. Lapérouse. namentlich zwischen der afrikanischen Küste am Senegal und dem Meere der Antillen. 17 . Dieselbe wird mit dem Namen Aequinoctialstrom bezeichnet. welche in den unteren Luftschichten die kalte Luft aus den hohen Breiten dem Aequator zuführen. in welche die Meeresfläche durch die Passatwinde versetzt wird. Diese der Umdrehung des Erdballes entgegengesetzte Bewegung des Oceans hängt mit jenem Phänomen wahrscheinlich nur insofern zusammen.65 Fuß [0. sie ist gegen Nordwest gerichtet mit einer Geschwindigkeit von einem bis anderthalb Fuß in der Secunde. oder 9.21 m] in der Secunde schätzen2 . vom 8. Die mittlere Geschwindigkeit derselben unter verschiedenen Breiten ist sich im Atlantischen Ozean und in der Südsee ungefähr gleich. Der afrikanischen Küste zu werden die Schiffe nach Südost fortgetrieben. wo die Passatwinde häufig durch Winde aus Süd ode Süd-SüdWest unterbrochen werden. Der Aequinoctialstrom ist. und lokale Schwankungen im Zustande der Luft bleiben ohne merkbaren Einfluß auf die Stärke und die Geschwindigkeit der Strömung. ehe sie in die heiße Zone gelangen. Roch bis zur Insel Trinidad fühlbar. Augustin zu. das die Westküsten von Europa und Afrika von den Ostküsten des neuen Continent trennt. den der atlantische Ocean zwischen Guyana und Guinea auf 20 bis 23 Längengrade. Vancouver. Wirft man einen Blick auf das atlantische Meer oder das tiefe Thal. ist etwa ein Viertheil von der der meisten großen europäischen Flüsse. bemerkt man keine constante Bewegung. geht die allgemeine. oder 3. mit der die Wasser in diesen Strichen nach Westen strömen.59 bis 0. Im weiten Becken des atlantischen Oceans.3 und 1. wenn auch schwach. als durch die Umdrehung der Erde die Polarwinde. unter 46 bis 48 Grad der Länge. Der Aequinoctialstrom ist die Folge der allgemeinen Bewegung. Grad. Macartney. Grad nördlicher Breite gegraben hat. muß es mir gestattet seyn. unter dem 28. somit auf 0. Zwischen den Wendekreisen. bis 35. während der Allerheiligenbai und dem Vorgebirge St. beschleunigt sich der Lauf der europäischen Schiffe. diesen wichtigen Gegenstand aus einem weit allgemeineren Gesichtspunkte zu betrachten. Letztere Strömung ist vom Cap St. Die Geschwindigkeit. so bemerkt man in der Bewegung der Wasser entgegengesetzte Richtungen. nicht gerne nahe kommen.

Hier kehrt er sich auf einmal nach Ost. Antonio in den Meerbusen von Mexico. Wo die Strömung am schmalsten ist. Die Gewässer des mexicanischen Meerbusens behalten auf ihrem gewaltigen Zuge nach Nordost ihre hohe Temperatur dermaßen. Der von Süd nach Nord gestreckte neue Continent hält diese Strömung auf wie ein Damm. um ienen allgemeinen Gesichtspunkt für das Phänomen zugewinnen. die Richtung desselben zu ermitteln. erreicht sie eine Geschwindigkeit von 3 bis 4 Meilen in der Stunde. weiter nach Norden zu beträgt dieselbe nur noch eine Meile. die nach Ost strömt und sich durch auffallend hohe Temperatur auszeichnet. und wie weit er noch nach New-York. und unter dem Parallel von Charlestown. unter 28½ Grad Breite schon 17. unter 26 und 27 Grad der Breite. unter 14°25￿ der Breite und 67° der Länge. mit ziemlicher Sicherheit annehmen. und von da zur Mündung des Mississippi und denUntiefen westwärts von der Ostspitze von Florida. obgleich gerade ein sehr starker Nordwind wehte. sein starker Salzgehalt. sind die Physiker seit 1776 durch Franklins und Sir Charles Blagdens schöne Beobachtungen aufmerksam geworden. Vom Hafen von Boston an und unter dem Meridian von Halifax. Nach dieser großen Drehung nach West. unter dem Parallel von Cap Cañaveral. Der Aequinoctialstrom treibt die Wasser des atlantischen Oceans an die Küsten der Moskito-Indianer und von Honduras. also von 5 Fuß in der Secunde beobachtet. erreicht der Strom gegen 80 Seemeilen Breite. während außerhalb des Stroms das Wasser an der Oberfläche kaum 17° 5 (14° R. Cap Henlopen gegenüber. so daß sein westlicher Rand bei der 18 . also unter der Breite von Portorico und der Inseln des grünen Vorgebirgs. kehr sich der Golfstrom oder Strom von Florida nach Nordost. Auf diese Wassermasse.) warm war. endlich die im Winter sehr merkbare Erhöhung der Lufttemperatur geben den Golfstrom zu erkennen. eine Geschwindigkeit von 80 Meilen in 24 Stunden.140 Meilen breite Zone trennt den Aequinoktialstrom. 40 bis 50 Meilen breit. um was er sich in seiner Schätzung geirrt. Ost und Süd nimmt die Strömung wieder die Richtung nach Nord und drängt sich mit Ungestüm in den Canal von Bahama. während seine Breite zunimmt und die Gewässer sich abkühlen. Zwischen Cayo Biscaino und der Bank von Bahama ist er nur 15 Meilen. Philadelphia oder Charlestown hat. der nach West geht. und folgen den Krümmungen der mexicanischen Küste von Vera-Cruz zur Mündung des Rio del Norte. St. gelangen durch die Meerenge zwischen Cap Catoche und Cap. Unter der Breite von New-York und Oporto zeigt somit der Golfstrom dieselbe Temperatur wie die tropischen Meere unter 18 Grad Breite. Da in neuerer Zeit amerikanische und englsiche Seefahrer eifrig bemüht sind. so müssen wir weiter ausholen. bekannt unter dem Namen Golfstrom (Golfstream). die hohe Temperatur des Wassers. Der Steuermann kann. Beim Ausgang des Canals von Bahama. Die Gewässer erhalten zuerst die Richtung nach Nordwest. daß ich unter 40 und 41 Grad der Breite noch 22° 5 (18° Reaumur) beobachtete. die indigoblaue Farbe und die schwimmenden Massen Tang. sobald er den Rand der Strömung erreicht. Er gleicht hier einem reißenden Strome und erreicht zuweilen die Geschwindigkeit von fünf Meilen in der Stunde. Gegen Norden nimmt seine Geschwindigkeit ab. Dort habe ich im Mai 1804. Nord. von der großen Wassermasse.

2) die Abnahme der Wärme in den über eineander gelagerten Wasserschichten. Diese Entfernung ist das Doppelte von der Länge des Laufs des Amazonenstromes von Jaen oder dem Paß von Manseriche zum Gran-Para. den sie tausend Meilen von da in der Meerende von Florida. jene betrug nach meinen Beobachtungen 8°7 – 10 (7 – 8° R. die Meerenge. warum sie bald abnimmt. die Insel Madera und die Gruppe der Canarien. die nach Südost oder Ost-Süd-Ost strömen. 3) den Einfluß der Untiefen auf die Temperatur des Meeres. Höchst auffallend ist der Abstand zwischen der Temperatur des kalten Wassers über dieser Bank und der Wärme der Gewässer der heißen Zone. die mit constanter Geschwindigkeit die Gewässer der einen Zone durch ruhenden Gewässer der andern hindurchführen. wie zwischen dem Canal von Bahama und der Bank von Neufoundland. gibt man sich Rechenschaft von dem Wechsel in ihrer Geschwindigkeit. und dieses ist um 3° kälter als der Strom. Und in diesem Sinne mag man mit Recht behaupten. hat man sorgfältig vier ganz gesonderte Erscheinungen zu unterscheiden: 1) die Temperatur des Wassers an der Oberfläche unter verschiedenen Breiten. Diese Zonen können ihre Temperaturen nicht ausgleichen. Von den Azoren an nimmt der Strom von Florida seine Richtung gegen die Meerenge von Gibraltar. die nach Teneriffa segeln. die nach West laufen.3 Von der Bank von Neufoundland.Umbiegung zur nördlichen Grenze der bewegten Wasser wird und er an der Spitze der großen Bank von Neufoundland wegstreicht. 4) die Temperatur der Strömungen. Die Pforte bei den Säulen des Herkules beschleunigt ohne Zweifel den Zug des Wassers gegen Ost. in diejenigen gelangen. dessen Ursprung man an den Küsten der neuen Welt zu suchen hat. um ihre Länge zu berichtigen. In diesem Striche des Weltmeeres kann man an Einem Tage aus den Gewässern. weil jede ihre eigene Wärmequelle oder einen Grund der Wärmeerniedrigung hat. so gewahren sie immer deutlich den Zug des Wassers nach Südost. diese 21 – 22°5 (17 – 18° R. zwischen der Insel Cuba und den Untiefen der Schildkröteninseln. nimmt die Strömung eine Meeresstrecke von 160 Meilen in der Breite ein. die durch den Golfstrom nach Norden getrieben werden. durch welche Mittelmeer und Atlantischer Ozean zusammenhängen. Noch immer wirkt hier in den Gewässern der Stoß nach. sehr wahrscheinlich würden aber. In diesen Strichen ist die Wärme im Meere höchst sonderbar vertheilt: die Gewässer der Bank sind um 9°4 kälter als das benachbarte Meer. es sich von der Meerestemperatur handelt. auch wenn die Meerenge nicht bestände. Grad der Breite bis zu den Azoren bleibt der Golfstrom nach Ost oder Ost-Süd-Ost gerichtet. und zwar infolge eines Anstoßes. 3 Wenn 19 . Umter 33 Grad der Breite rückt der tropische Aequinoctialstrom dem Golfstrom sehr nahe. gerade wie im Luftmeer. Verfolgt man die Strömungen rückwärts zu ihren fernen Quellen. das Meer als ruhig angenommen. die Bolney sinnreich die Barre an der Mündung dieses ungeheurn Meerstroms nennt. äußere ihren Einfluß auf sehr weite Ferne. der westlichsten der Gruppe der Azoren. Fahrzeuge. dennoch nach Südost getrieben. Wenn die Schiffe auf der Rückreise aus Südamerika nach Europa diese beiden Inseln aufsuchen. und beide Momente beständig fortwirken.). Im weiten Meeresbecken pflanzen sich alle Bewegungen fort. oder vom 52. Im Meridian der Inseln Corvo und Flores.). bald wieder wächst. erhalten haben.

wenn es sich nach der nicht berichtigten Schätzung noch weit davon entfernt glaubt. welche die Gewässer im Meerbusen von Mexiko herumdreht. Angenommen. deren Bewegung wir von der Küste von Honduras bis zur afrikanischen verfolgt haben. berechnen. Diese Schwankungen sind besonders auffallend vom 28. In diesen Strichen sieht sich ein Schiff bei stillem Wetter nahe an der Küste. und unter der Breite desselben mischen sich die Wasser. von der es ausgegangen. nach Cap Verd das am weitesten sich hinausstreckende Vorgebirge. Cap Blanc. warum hat dann die Strömung südlich von der Meerenge nicht die entgegengesetzte Richtung? Im Gegentheil aber geht sie unter dem 25. ebenso zwischen dem 48. Ist die Oeffnung bei Gibraltar die Ursache der Bewegung des Wassers. so läßt sich. Ein Fahrzeug. bei dem man von der Wirkung des Windes absähe. und 29. um den Lauf von Morgen nach Abend von neuem zu beginnen. erscheinen als die vornehmsten Ursachen. was wir bis jetzt von der Geschwindigkeit der Strömungen wissen. Die Geschwindigkeit der rückläufigen Strömung von jener Bank bis an 20 . Breitegrad bis zur großen Band von Neufoundland. so kann man nicht darüber im Zweifel seyn. Wie nun aber die nördliche Grenze des tropischen Stroms und der Passatwinde nach den Jahreszeiten sich verschiebt. gelangte in dreizehn Monaten von den canarischen Inseln an die Küste von Caracas. und 43. daß es zu seinem 3800 Meilen langen Umlauf zwei Jahre und zehn Monate brauchte. sie auch bei der Insel Madera in Bewegung setzt. nach dem. Breitengrad an. daß dieselbe Ursache. ehe sie sich nach Schätzung ostwärts von ihrer wahren Länge befinden. mit dem großen tropischen Strom. aber nur vierzig bis fünfzig Tage vom Eingang der Meerenge von Florida bis Neufoundland. Südlich von letztgenannter Insel läßt sich die Strömung in ihrer Richtung nach Südost und Süd-Süd-Ost gegen die Küste von Afrika zwischen Cap Cantin und Cap Bojador verfolgen. so zeigt sich auch der Golfstrom nach Stellung und Richtung veränderlich. daß mehrere hundert Kilometer westwärts von den Canarien der eigenthümliche Zug der Aequinoktialgewässer schon in der gemäßigten Zone. aber im Meridian der Insel Ferro kommen sie Schiffe südwärts bis zum Wendekreis des Krebses. um im Meerbusen von Mexico herum zu kommen und um zu den Untiefen der Schildkröteninseln gegenüber vom Hafen von Havana zu gelangen. Wir haben gesehen. Grad der Breite erst grade nach Süd und dann nach Südwest. ein Wassertheilchen gelange zu derselben Stelle zurück. aus welchen sich in diesen hohen Breiten Stärke und Richtung des Golfstoms verändern. und 26. daß zwischen dem 11. Grad der Breite die Gewässer des atlantischen Oceans mittelst Strömungen fortwährend im Kreise umhergeführt werden. Wir haben oben bemerkt. bemerklich wird. Die wechselnden Winde in der gemäßigten Zone und das Schmelzen des Eises am Nordpol von wo in den Monaten Juli und August eine bedeutende Masse süßen Wassers nach Süden abfließt. Es brauchte zehn Monate.wie in der Nähe der Meerenge von Gibraltar und bei den canarischen Inseln. von 28. Grad westlicher Länge von Paris und dem Meridian der Azoren. scheint Einfluß auf diese Richtung zu äußern.

bot der Golfstrom dem Geiste eines Christoph Columbus sichere Anzeichen vom Daseyn westwärts gelegener Länder. Wir wissen jetzt. dessen Abbé Viera in seiner allgemeinen Geschichte der Canarien erwähnt. Ungefähr um dieselbe Zeit fand Columbus Schwager. Zu einer Zeit. daß in der heißen Zone die Passatwinde und der tropische Strom sich jeder Wellenbewegung in der Richtung der Umdrehung der Erde widersetzen. wurden gegen Ende des 15. Der Zug der Gewässer von Morgen nach Abend führte es nach Amerika. Er war ohne Zweifel an der Küste von Terra Firma oder Honduras abgerissen worden. weiter nach Süden gelangt. Diese Leichname und diese Rohre machten den genuesischen Seemann aufmerksam. Diese Vermuthung wird durch einen älteren Fall unterstützt. Mit dieser Uebersicht der Strömungen im Atlantischen Meere wollte ich haupt- 21 . als sich niemand von der Mannschaft an Bord befand. der beständig in Nebel gehüllt sey. daß der Stamm nicht etwa von einem der unterseeischen Wälder herrührte. Jahrhunderts bei den azorischen Inseln ans Land geworfen.die Küste von Afrika ist schwer zu schätzen. wo es an der Küste von Guyana bei Caracas strandete. Zwei Leichname. Die Beschaffenheit des Holzes und der Flechten auf der Rinde zeigte augenscheinlich. statt bei Teneriffa ans Land geworfen zu werden. Borondon. Kurz vor meiner Ankunft auf Teneriffa hatte das Meer auf der Rhede von Santa Cruz einen Stamm der Cedrela odorata. so wäre er wahrscheinlich rings um den ganzen atlantischen Ocean geführt worden und mittels des allgemeinen tropischen Stroms wieder in sein Heimathland gelangt. ausgeworfen. auf die hohe See getrieben. aber regelmäßigen Zuges. wo die Schifffahrtskunst noch wenig entwickelt war. welche durch alte Erdumwälzungen in die Flötzgebilde nördlicher Länder eingebettet worden sind. Vor der Entdeckung von Amerika glaubten die Canarier. Erzeugnisse der neuen Welt können in die alte Welt nur in hohen Breiten und in der Richtung des Stroms von Florida gelangen. Solches sind die Wirkungen des langsamen. Statthalter von Porto Santo. Das Wasser des Amazonenstroms braucht von Tomependa bis zum Gran-Para etwa fünfundvierzig Tage. die von der Strömung und den Westwinden angeschwemmt worden waren. Peter Borrea. die nach den Seemannsmärchen und gewissen Sagen westwärts in einem Striche des Oceans liegen sollte. der die Gewässer des Oceans herumführt. Häufig werden Früchte verschiedener Bäume der Antillen an den Küsten der Inseln Ferro und Gomera angetrieben. so ergeben sich für diese letzte Strecke zehn bis elf Monate. Dieser amerikanischen Baum wächst nur unter den Tropen oder in den zunächst angrenzenden Ländern. das von der Insel Lancerota nach Santa Cruz auf Teneriffa gehen sollte. die nach ihrer Körperlichkeit einem unbekannten Menschenstamme angehörten. nimmt man sie im Mittel auf 7 oder 8 Meilen in vierundzwanzig Stunden an. diese Früchte kommen von der bezauberten Insel St. Wäre der Cedrelastamm. er errieth. noch mit der Rinde. daß beide von einem gegen West gelegenen Festlande herrühren mußten. am Strande dieser Insel mächtige Stücke Bambusrohr. Im Jahre 1770 wurde ein mit Getreide beladenes Fahrzeug.

Gleich dem. bei der Bank Bonnet Flamand. amerikanische Wilde vom Stamme der Eskimos. um zu ermitteln. und 40. Da die Kenntiß der Strömungen zu Abkürzung der Seefahrten wesentlich beitragen kann. Grad der Breite kreuzten. Guilandina bonduc. Die Trümmer des englischen Schiffes Tilbury. Wie Wallace berichtet. so wie über die Fortsetzung desselben gegen die Küsten von Europa und Afrika wissen. wenn Schiffe mit vorzüglichen Chronometern im Meerbusen von Mexico und im nördlichen Ocean zwischen dem 30. Grad der Breite. in der sich die Oberfläche des Ozeans an seinem Westende befindet. als man daraus ersieht. wenn der Wind lange aus West geblasen hat. Vincent zu den canarischen Inseln. Das Wenige. der unter dem 45. Grad westlicher Länge die Gewässer. in den Jahren 1682 und 1864. wurden an der schottischen Küste gefunden. was wir bis jetzt über die wahre Lage und die Breite des Golfstroms. Die Strömung treibt nicht selten wohl erhaltene Fässer mit französischen Wein an. die von den Küsten von Grönland und Labrador bis nordwärts von Schottland gerade nach Ost-Süd-Ost gerichtet ist. Dieser letztere Fall verdient um so mehr Aufmerksamkeit. um die verschiedenen Menschenstämme über die Erde zu verbreiten. Neben diesen Beispielen von den weiten Wanderungen der Gewächse stehen andere. als die 22 . welche in verschiedenen Richtungen über das atlantische Meer gefahren sind. so entsteht in den hohen Breiten eine Strömung. und unter welchem Parallel zwischen dem 32. ist die Frucht der zufälligen Beobachtung einiger unterrichteten Männer. eine Wirkung der allgemeinen Bewegung ist. Wir erwähnen daher nur kurz des Arms des Golfstroms. als wissenschaftlich von Interesse. ganz eigens zu dem Zweck. in welchem Abstand sich der Golfstrom in den verschiedenen Jahreszeiten und unter dem Einfluß der verschiedenen Winde südlich von der Mündung des Mississippi und ostwärts von den Vorgebirgen Hatteras und Codd hält. der an Ferro und Gomera vorüberstreicht. und verschiedener anderer Pflanzen von Jamaika. am nächsten gerückt sind. die von Ost nach West strömen. Cuba und dem benachbarten Festland. von Schiffen. ob der große Strom von Florida beständig am östlichen Ende der Bank von Neufoundland hinstreicht. welche die umgekehrte Richtung haben. wirft er alle Jahre an die Westküsten von Irland und Norwegen Früchte von Bäumen. denen. Die Lösung der letzteren Frage ist desto wichtiger. die im Meere der Antillen Schiffbruch gelitten. Diese Abtheilung des Stromes wird sehr reißend. welche dem heißen Erdstrich Amerikas eigenthümlich sind. Hat der Westwind lange angehalten. Dieselben könnten zu untersuchen haben. Am Strande der Hebriden findet man Samen von Mimosa scandens. Dolichos urens. und 50. so wäre es von so großem Belang für die praktische Seemannskunst.sächlich darthun. die ein Sturm in ihren Canoes aus Fellen auf die hohe See verschlagen. die Bewegung der Gewässer des Oceans ein Mittel werden konnte. gelangten zweimal. welche die Einbildungskraft beschäftigen. und 54. wie zu einer Zeit. mittels der Strömung zu den orcadischen Inseln. von Kap St. das bei Jamaika verbrannt war. von Südwest nach Nordost gegen die Küsten von Europa gerichtet ist. In denselben Strichen kommen zuweilen verschiedene Arten von Schildkröten vor. welche das Meer der Antillen bewohnen. daß der Zug der Gewässer gegen Südost. wo die Schifffahrt noch in ihrer Kindheit war.

wie die Passatwinde. Die Entdeckung einer unbewohnten Inselgruppe ist von geringerem Interesse. Da in diesen Strichen die Lufttemperatur nie unter 19 – 20 Grad sinkt. welche von den Antillen oder vom Cap der guten Hoffnung nach Europa zurückgehen. durch das zeitweise. welche das specifische Gewicht des Wassers verändern. der sich im Juli und August. so sollte man voraussetzen. Die Existenz solcher kalten Wasserschichten in niedern Breiten weist somit auf einen Strom hin. daß die Salze. bald bringen sie entgegengesetzte Effekte hervor. daß diese Neigung den tropischen Strom bis zu einem gewissen Grad einerseits verlangsamen. welche um eine Menge vereinzelter Thatsachen das einigende Band schlingen. weit von jeder Küste. als man gemeiniglich glaubt. kann ein unterrichteten Seemann der Wissenschaft wichtige Dienste leisten. Wenn in einer großen Wassermasse die Wassertheilchen an der Oberfläche specifisch verschieden schwer werden. der in der Tiefe von den Polen zum Aequator geht. so kann das Wasser einen dem Gefrierpunkt und dem Maximum der Dichtigkeit des Wassers so nahe gerückten Kältegrad nicht an der Oberfläche angenommen haben. die Inclination der Magnetnadel und die Intensität der magnetischen Kraft beschäftigen. Schwache. andererseits dem Polarstrom. daß sie viel häufiger vorkommen müssen. wo das Wasser am kältesten ist. durch Verschiedenheiten in Temperatur und Salzgehalt. Schmelzen des Polareises. bedingen eine Bewegung vorwärts. endlich durch das ungleiche Maaß der Verdunstung unter verschiedenen Breiten. als die Kenntniß der Gesetze.meisten Fahrzeuge. im Ocean so vertheilt sind. Man sollte ferner glauben. die Gewässer dagegen. so erkennt man. wie wir sie selbst bei den stärksten Stürmen nicht beobachten. unter der Breite der Bank von Neufoundland und weiter nordwärts regelmäßig einstellt. schwefelsauren Kalk und schwefelsaure oder salzsaure Bittererde enthält. sie weist ferner darauf hin. Die Gewässer des Meeres können durch gar mancherlei in Bewegung gesetzt werden. daß in Folge der Umdrehung der Erde die Wassertheilchen je nach der Breite eine verschiedene Geschwindigkeit haben. Bald wirken mehrere dieser Ursachen zum selben Effekt zusammen. die vom Pol zum Aequator strömen. durch einen äußern Anstoß. die bezeichneten Striche befahren. so bildet sich an der Fläche ein Strom dem Punkte zu. astronomisch bestimmt ist. weil diese auf ein kleines Gebiet beschränkt sind. aber beständig in einem gnazen Erdgürtel wehende Winde. Beobachtungen dieser Art erhalten einen hohen Werth. Dieß ergibt sich aus zahlreichen Beobachtungen des Commodore Ellis und Perons. wo sie angestellt worden. über die Linien ohne Abweichung. nach West abgelenken müßten. wenn der Punkt. oder am meisten salzsaures Natron. In den Meeren unter den Wendekreisen zeigt der Thermometer in großen Tiefen nicht mehr als 7 – 8 Grad der hunterttheiligen Scale. wenn das Eis schmilzt. daß jede von Süd nach Nord gehende Strömung zugleich nach Ost. Auch in den von Europäern am starksten besuchten Meeren. Denkt man den Ursachen der Strömungen nach. Neben der Richtung und Geschwindigkeit der Strömungen könnte sich eine solche Expedition mit Beobachtungen über die Meerestemperatur. Bedenkt man. eine an23 . daß sie die von der Verschiedenheit im Wärmegrad abhängigen Wirkungen nicht aufheben.

Eine solche Fortpflanzung nehmen auch die Seefahrer beim Golfstrom schon lange an. Ueberdieß bewegen sich die Wassertheilchen nicht mit derselben Geschwindigkeit wie die Lufttheilchen. bildet sich ein doppelter Strom. De Fleurien führt in seinem Bericht über die Expedition der Isis mehrere Thatsachen an. welche das Meer aller Orten zeigt. die sogenannten »Seiches«. Wenn am einen dieser Punkte der Barometer einige Linien tiefer steht als am andern. welche die kalten Gewässer der Polarregionen aufnehmen. die ganze Wassermasse bis zu bedeutender Tiefe in Bewegung. ein oberer und ein unterer. Es ist bekannt. die darauf hinweisen. bemerken wir nur. widersprechen diesen theoretischen Annahmen. können keine Bewegung in horizontaler Richtung zur Folge haben. Der verschiedene Druck. die ich bestätigen Gelegenheit hatte. und daß die Umdrehung der Erde ohne Einfluß auf die Richtung der Strömungen bleibt. bis durch den Wind das Gleichgewicht der Luft wiederhergestellt ist. wenn die Vorwärtsbewegung. wo das Quecksilber am höchsten steht. In beiden Hemisphären weichen die Polarströme. dem die Meeresfläche in Folge der wechselnden Schwere der Luft unterliegt. die besonders ins Auge zu fassen ist. indem es durch verschiedene Breiten geht. die man nicht mit dem Wellenschlag verwechseln darf. Nach Bauchers Ansicht rühren die Schwankungen im Spiegel des Genfer Sees. als die Physiker gewöhnlich annehmen. die denselben entsprechende Geschwindigkeit annimmt.dere Richtung geben müßte. im selben Niveau befindlichen Punkten eintreten. die entgegengesetzte Richtungen haben. Wir wissen nicht. indem ich die vom Chronometer angegebene Länge mit der Schätzung des Schiffers verglich. daß das Wasser. wenn sie merkbar sind. wie bei den Passatwinden. zwischen den Meridianen von 21 und 11 Uhr liegt. der dem Minimum des Luftdrucks entspricht. daß die Schwankungen des Barometers im Allgemeinen nicht gleichzeitig an zwei auseinanderliegenden. und diese örtliche Anschwellung wird andauern. auf die Wirkungen derselben scheint ihnen die große Tiefe hinzudeuten. ein wenig nach Ost ab. die wir kennen. aber diese Schwingungen. wenn sie überhaupt merkbar sind. legen nur 8 bis 9 Fuß in der Secunde zurück. Sehr alte nautische Beobachtungen. wo der Strom von Florida 24 . daß. wenn der äußere Anstoß ein andauernder ist. Daher ist in den meisten Meerengen wie in den tropischen Meeren. eben davon her. und nach unserer Ansicht ist der Grund dieser Erscheinung in der Beständigkeit der in hohen Breiten herrschenden Westwinde zu suchen. durch die gegenseitige Reibung der Wassertheilchen die Bewegung nothwendig von Meeresfläche sich auf die tieferen Wasserschichten fortpflanzen muß. Folge eines äußern Anstoßes ist. so wird sich dort das Wasser in Folge des geringeren Luftdrucks erheben. Ueberall wo eine solche durch die Ungleichheit im specifischen Gewicht der Wassertheile entsteht. es ist demnach höchst wahrscheinlich. da der Meridian von 4 Uhr. In der heißen Zone können die stündlichen Schwankungen des Barometers kleine Schwingungen an der Meeresfläche hervorbringen. daß das Meer in der Tiefe weit weniger ruhig ist. Ohne hier auf eine Untersuchung einzugehen. jmit der wir uns in der Folge zu beschäftigen haben werden. ob es sich eben so verhält. und die stärksten Meereströmungen. erscheint als eine weitere Ursache der Bewegung.

daß in diesen Strichen das Maximum der Geschwindigkeit nicht der Oeffnung der Meerenge selbst entspricht. die den Ocean in beständiger Unruhe erhalten. fortwährend nach Südost gieng. daß das Wasser ein schlechter Wärmeleiter ist. trotz der bedeutenden Winterkälte in der gemäßigten Zone. nachdem er in fünfzig Tagen vom 24. Sehr häufig sieht man eine stehende Wassermasse von Wasserfäden durchzogen. Breitegrade an die Schiffe nach Südost. machen. noch dieselbe Richtung hat. Sir Erasmus Gower bemerkt. Grad der Breite 450 Meilen zurückgelegt. in denen das Wasser mit einem für das Ohr des geübten Schiffers wohl hörbaren Geräusch hinströmit. anderen nach Ost-Nord-Ost. daß der allgemeine Zug der See. nicht ohne Interesse. zum 30. hatten wir Gelegenheit zur Beobachtung. die man durch die Meerenge und Cap Vincent zieht. Vom 37. Als wir auf 140 Meilen (Lieues) Entfernung den Parallel der Meerenge von Gibraltar schnitten. und wenn seine Gewässer bis in beträchtliche Tiefen in Bewegung sind. daß die Abkühlung nicht rascher erfolgt. sondern einem nördlicher gelegenen Punkte in der Verlängerung einer Linie. sie betrub täglich im Mittel zwölf Meilen. als unter derselben Breite Meeresstriche ohne Strömungen und Untiefen zeigen. kaum 3 – 4 Grad von seiner ursprünglichen Temperatur unter den Tropen verloren. Diese Fragen sind nur durch unmittelbare Beobachtungen mittelst des Senkbleis mit Thermometer zu lösen. das heißt usnere Corvette wurde in sechs Tagen um 72 Seemeilen gegen Ost abgetrieben. befanden wir uns mitten unter einer Menge solcher Strombetten. Die Größe der Masse und der Umstand. der sich über ungeheure Räume erstreckt und sich immer in derselben Richtung. unter 34°35￿ nördlicher Breite. Bei ganz ruhiger See zeigen sich an der Oberfläche schmale Streifen. bis 45. sogar mitten in den Sandbänken an den Nordküsten der Vereinigten Staaten. Wir konnten die Richtung derselben mit dem Compaß aufnehmen: die einen liefen nach Nordost. wie die Vergleichung der Schätzung mit der chronometrischen Länge angab. kleinen Bächen gleich. Wenn sich somit der Golfstrom auf dem Boden des atlantischen Oceans ein Bett gegraben hat. Auf unerer Fahrt von Corunna nach Südamerika machte sich der Einfluß dieses Zugs der Wasser noch weiter nördlich merkbar. Am 13. auf der Ueberfahrt von England nach den canarischen Inseln gerathe man in die Strömung und dieselbe treibe vom 39. 25 . Die sich kreuzenden Strömungen beschäftigen unsere Einbildungskraft. wenn auch nicht mit bedeutender Geschwindigkeit fortbewegt. weil diese Bewegungen. wie der Wellenschlag. so müssen sie auch in ihren untern Schichten eine höhere Temperatur behalten. sich zu durchdringen scheinen. aber seltener bemerkt man solch partielle Bewegungen kleiner Wassertheile in Folge lokaler Ursachen mitten in einem Meeresstrome. Dieser ungeheure Strom warmen Wassers hat. trotz dem. und der Umstand ist für die Physiker. die sich mit der Bewegung der Flüssigkeiten beschäftigen. in einer Breite von 120 bis 140 Meilen. Juni.durchgeht. Diese Linie läuft von der Gruppe der azorischen Inseln bis zum Cap Cantin parallel mit der Richtung der Gewässer. daß in diesem Stück des rückläufigen Stromes. Es ist ferner zu bemerken. die nach verschiedenen Richtungen strömen. nicht die ganze Wassermasse dieselbe Geschwindigkeit. solches kann man täglich an der Oberfläche unserer Landseen beobachten. Grad war die Abweichung sehr ungleich.

Unter den Medusen fand Bonpland Bündel der Dagysa notata. nach dem sich alle vom Cap der guten Hoffnung und vom Cap Horn kommenden Schiffe richten müssen. die Vandelli an der Mündung des Tajo gefunden hat. Es ist auffallend. also 116 Toisen (225 Meter) höher als der Vesuv. Peron) eine dritte Art. ihr fast metallischer Glanz. daß diese ungeheure Masse von Medusen dorther kam. wie zu Cadix und an der Garonnemündung. daß die portugiesische Regierung kein Feuer auf einem Punkte unterhält. die sich der M. so ist die Foya 700 Toisen (1363 Meter) hoch. Sie ist ausgezeichnet durch die braungelbe Farbe und dadurch. Ihr Vorüberzug währte beinahe dreiviertel Stunden. Diese Säcke sind an beiden Enden offen. Die Feuer auf dem Turm des Herkules und am Cap Spichel sind so schwach und so wenig weit sichtbar. Breitegrad hatten wir außer Meerschwalben und einigen Delphinen fast kein lebendes Wesen gesehen. wo das Meer mit einer ungeheuren Menge Medusen bedeckt war. 2 – 3 [0. das Sir Joseph Banks zuerst kennen gelernt hat. Diese Cylinder sind der Länge nach aneinander geklebt wie Bienenzellen und bilden 6 – 8 Zoll [16 bis 21 cm] lange Schnüre. und wenn die acht Klippen unmittelbar unter dem Wasserspiegel. Auf 15 Meilen [67. das aus Besalt besteht. Seit unserer Abfahrt von Corunna und bis zum 36. und dann sahen wir nur noch einzelne Individuen dem großen Haufen. durchsichtig. Umsonst sahen wir uns nach Tangen und Weichthieren um.7 mm] im Durchmesser. das uns höchlich überraschte. aber die Weichtiere zogen gegen Südost. denn wir befanden uns nur 28 Meilen [126 km] von jenen Klippen. daß man sie gar nicht rechnen kann. nachziehen. pelagica von Bosc mit acht Tentakeln (Pelagia denticulata. aber die Foya von Monchique. Juni aber hatten wir ein Schauspiel. Manche dieser Meernesseln hatten vier Zoll [10 cm] im Durchmesser. Verhält es sich wirklich so. Es sind kleine gallertartige Säcke. Dazu wäre das Capuzinerkloster. eines Weichthiers von sonderbarem Bau. walzenförmig. so läßt sich annehmen. sie 26 . ein Granitberg in der Nähe des Caps. ihre violett und purpurn schillernde Färbung hob sich vom Blau der See äußerst angenehm ab. Wir gelangten in einen Strich. wirklich vorhanden sind.Wir fuhren am Cap Vincent. ganz der geeignete Platz zu einem Leuchtturm mit sich drehendem Feuer. lieben die Weichthiere die Untiefen. daß die Tentakeln länger sind als der Körper. hysocella nähert. Umsonst versuchte ich die galvanische Elektricität an diesen Weichthieren. wie wandermüde.5 bis 0. viermal rascher als die Strömung. 13 Linien [3 mm] lang. wie die Steuerleute behaupten.5 km] erkennt man es nicht mehr deutlich. auf 26 Meilen [117 km] in See sichtbar seyn. nach keinem anderen Punkte wird mit so viel Ungeduld ausgeschaut. Das Schiff stand beinahe still. zuweilen vieleckig. das auf Kap Vincent steht. soll. Wir erkannten neben der Medusa aurita von Baster und der M. welche Kapitän Vobonne im Jahr 1732 nordwärts von der Insel Porto Santo gesehen haben will. bis er in Sicht kommt. Kommen diese Thiere vom Grunde des Meeres. Am 11. An der einen Oeffnung zeigt sich eine durchsichtige Blase mit einem gelben Fleck. das wir aber später in der Südsee häufig genossen. das in diesen Strichen wohl mehrere tausend Toisen tief ist? oder machen sie in Schwärmen weite Züge? Wie man weiß. auf mehr als 80 Meilen [360 km] Entfernung vorüber.

mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft in Berührung bringt? Ich habe durch Versuche. Je weiter wir nach Süden kamen. bleiben ein paar Minuten leuchtend. wenn auch die geriebene Stelle noch feucht und klebrig ist. Bei Nacht machten wir die Beobachtung. die Gmelin mit der Medusa pelagica Löflings vereinigt. Nie sah ich ihrer so viele als in der Nähe der Vulkane der Provinz Quito und in der Südsee an der vulkanischen Küste von Guatimala. Diese Eigenschaft kommt also nicht der von Forskael in seiner Fauna Aegytiaca beschriebenen Medusa noctiluca allein zu. Der Einfluß. so wird das Tier schon durch die leichte Schwingung des Zinns leuchtend. bahnen uns den Weg zur Erklärung des Meerleuchtens und des besonderen Umstandes. daß diese Feuermeteore überhaupt in manchen Landstrichen häufiger vorkommen und glänzender sind als in anderen. Auch die Salpen wandern in Schwärmen. und daß der Schein wiederkehrt. Ruft etwa eine kleine Temperaturerhöhung den Schein hervor. Wir wurden nicht satt. sobald man die kleinste Blase Sauerstoff in das Gas treten läßt. mit denen man es berührt. Klima und Jahreszeit auf die 27 . nichts geht über die Klarheit und Heiterkeit des afrikanischen Himmels. so läßt er sich nicht noch einmal hervorrufen. Juni Morgens unter 34°33￿ Breite sahen wir wieder bei vollkommen ruhiger See große Haufen des letzterwähnten Thiers vorbeitreiben. wie wir bei der Dagysa gesehen. dargethan. sehr gefördert sah. den Oertlichkeit. weil man die Oberfläche erneuert und so die Theile des Thiers. wodurch ich mich bei den magnetischen Versuchen. Ich glaube auf meinen Reisen die Beobachtung gemacht zu haben. Am 13. die zur Zeit von Cooks erster Reise zuerst aufgestellt wurde. Zwischen Madera und der afrikanischen Küste hatten wir gelinde Winde oder Windstille. daß das Erscheinen des Lichtschimmers mit dem Wellenschlag in Zusammenhang steht. so zeigt sich zuweilen der phosphorische Schein im Moment. so erscheint der Schimmer wieder. wo man die Kette schließt. desto häufiger wurden sie. oder kommt er wieder. Galvanisirt man Medusen. die jeden Augenblick niedergingen. Wie wirkt in diesem Falle die Reibung oder der Stoß? Die Frage ist schwer zu beantworten. wenn auch die Excitatoren die Organe des Tieres nicht unmittelbar berühren. die im Jahre 1797 veröffentlicht worden. wenn man sie ganz leicht anstieß. Legt man eine sehr reizbare Meduse auf einen Zinnteller und schlägt mit irgendeinem Metall an den Teller. wenn man das Gehäuse der Pholaden zerbricht. wobei sie sich zu Schnüren an einander hängen. daß Scheinholz in reinem Wasserstoff und Stickstoff nicht mehr leuchtet. nur leuchteten. Wir wunderten uns über die ungeheure Menge Sternschnuppen. daß alle drei Medusenarten. Die Gattung Dagysa. die wir gefangen. Reibt man Holz mit dem Körper einer Meduse und leuchtet die geriebene Stelle nicht mehr. die Pracht der Nächte zu bewundern. welche den Phosphorwasserstoff entbinden. Die Finger. obgleich sie rote Tentakeln und braune Körperwarzen hat. wenn man mit der trockenen Hand über das Holz fährt. mit denen ich mich bei der Ueberfahrt beschäftigte. Ist derselbe wieder verschwunden. Diese Thatsachen. scheint zu den Salpen zu gehören. wie man dies auch beobachtet. besonders bei den canarischen Inseln. deren wir in der Folge noch mehrere anführen werden.brachte keine Zusammenziehung hervor.

was nur auf eine Höhe von 414 Toisen (806 Meter) hinweise. die nur annähernde Resultate ergeben können. weil kleine Vögel. und dies ist dann die Richtung des Windes. welche mich bei meinem langen Aufenthalt in Mexiko und Quito beschäftigten. weil sich mittelst einer Methode. de Rossel und Don Cosme Churruca auf ihren Reisen mit Erfolg bedient haben. Was mag einen Vogel veranlassen. wie wir es in der Südsee. auf denen man Orseille und Mesembryanthemum crystallinum sammelt. daß nach neueren Messungen der höchste Gipfel von Madera 5167 englische Fuß oder 807 Toisen [1573 m] hoch ist. daß sie sich leicht fangen ließ. man sehe diese Berge auf 20 Meilen [90 km]. De Borda berichtet. Lord Mulgrave. als platzten sie und zerstieben in mehrere Lichtfunken. Nach den übereinstimmenden Beobachtungen von Benzenberg und Brandes erscheinen in Europa viele Sternschnuppen nicht mehr als 30. das war aber Ende Oktobers. Die kleinen Inseln Desiertas und Salvages. Wir bekamen auf unserer Fahrt weder die Inseln Desiertas noch Madera zu Gesicht. In den heißen Landstrichen. ein andermal ist es. haben nicht 200 Toisen senkrechter Hähe. der noch 12 bis 15 Secunden fortleuchtet. Es war eine Rauchschwalbe (Hierundo rustica. wie sie an den Küsten von Calabrien und Sicilien vorkommen. sogar Schmetterlinge zuweilen durch heftige Winde auf die hohe See verschlagen werden. die nur 14. Wir befuhren diese Striche im Juni. setzte sich eine Schwalbe auf die Marsstenge. sehr ähnlich waren.Bildung der Sternschnuppen zu haben scheinen. in dieser Jahreszeit und bei stiller Luft so weit zu fliegen? Bei d´Entrecasteaux´ Expedition sah man gleichfalls eine Rauchschwalbe 60 Meilen [270 km] weit vom weißen Vorgebirge. Man sieht sie nur bei heiterem. sie komme eben aus Europa. Ich betone den letzteren Umstand. Lin. die man mit guten Reflexionsinstrumenten nimmt.000 Toisen [58 470 m] über der Erde. Es wäre zu wünschen. durch Höhenwinkel. und Labillardière war der Meinung. Als wir 40 Meilen [180 km] ostwärts von Madera waren. In der Bucht von Neapel haben Gay-Lussac und ich Lichterscheinungen beobachtet. Häufig haben die Sternschnuppen ein paar Stunden lang eine und dieselbe Richtung. westwärts von 28 . wir wissen aber. blauen Himmel. Das Wesen dieser Meteore hängt vielleicht ab von der Beschaffenheit von Boden und Luft. Sie war so müde. Es scheint mir von Nutzen. trennt diese Classe von Meteoren von den Aerolithen. besonders unter den Tropen. gleich gewissen Erscheinungen von Luftspiegelung und Strahlenbrechung an der Erdoberfläche. wie weit sich das Schiff von einem Vorgebirge oder von einer gebirgigen Insel befindet. die Seefahrer auf dergleichen Bestimmungen hinzweisen. mit hinlänglicher Genauigkeit ermitteln läßt. öfters wiederholt würden. und seit langer Zeit hatte kein Sturm das Meer aufgerührt. deren in dieser Reisebeschreibung öfter Erwähnung geschieht und deren sich Borda.000 Toisen [27 280 m] hoch war. die wahrscheinlich dem Weltraume außerhalb unseres Luftkreises angehören. daß dergleichen Messungen. zeigen die Sternschnuppen einen Schweif. und unter einer Wolke ist wohl noch nie eine beobachtet worden. Gerne hätte ich die Länge dieser Inseln berichtigt und von den vulkanischen Bergen nordwärts von Funchal Höhenwinkel genommen. Man hat sogar eine gemessen. und im allgemeinen sind sie viel weiter unten in der Luft als im nördlichen Europa. die denen.).

als wir schon unter 20°26￿ der Breite waren. damit die Ernten nicht zu Grunde gingen. und bald darauf die kleine Insel Lobos im Canal zwischen Fortaventura und Lancerota. Im sechzehnten Jahrhundert hatten sich die Esel auf Fortaventura dergestalt vermehrt. Endlich am 16. Nach Mitternacht zogen hinter dem Vulkan schwere Wolken auf und bedeckten hin und wieder den Mond und das schöne Sternbild des Scorpion. Obgleich wir nicht weit von der afrikanischen Küste und der Grenze der heißen Zone waren. ein Page der Königin Isabella. Juni war man im Zweifel. ob die Engländer die Rhede von Santa Cruz auf Teneriffa blokirten. Man schoß ihrer mehrere tausend. änderte der Capitän den Curs und steuerte gegen Ost. die zum Feldbau dienen und deren Fleisch man im Lange zuweilen eingesalzen ißt. um neun Uhr morgens. Die Strömung trieb uns schneller gegen die Küste. anzulegen. um 2 Uhr nachmittags kam Land in Sicht.der Küste von Mexiko. Seit dem 15. und diese sich hin und her bewegenden Lichter erinnerten uns an die. bei niedriger stehender Sonne. bei der Insel Lanzarota. Bis jetzt hatten die Steuerleute. Um fünf Uhr. die sich zur Fahrt rüsteten. 4 Diese Kameele. die ich fast immer zweimal des Tags bestimmte. bekannt durch die vielen Kameele4 . Im Hinfahren sahen wir zuerst die Insel Fortaventura. Mehrere unserer Reisegefährten waren Canarier. die darauf leben. als wir wünschten. die nur wenige Grad über dem Horizont stand. da die neue Welt entdeckt wurde. beobachten konnten. um sich zu erkundigen. 29 . Es waren wahrscheinlich Fischer. Zum erstenmal konnte ich an einem zweizölligen Sextanten von Troughton mit sehr feiner Theilung den Nonius ablesen. als ob das Leuchten des Meeres die in der Luft verbreitete Lichtmasse vermehrte. ohne mit einer Kerze an den Rand zu leuchten. daß ich den Höhenwinkel eines Kegelberges messen konnte. Die Nacht war wunderbar heiter und frisch. Der Pizarro hatte Befehl. Wir sahen am Ufer Feuer hin und her tragen. keine großen Stücke auf die Länge gehalten. das wie eine kleine Wolke am Horizont erschien. Der Mond beschien die vulkanischen Gipfel von Lanzerota. Morgens war der Horizont nebligt und der Himmel leicht umzogen. in der denkwürdigen Nacht. Wir hatten auf der Reise fortwährend in den alten spanischen Reisebeschreibungen gelesen. Die Pferde auf Fortaventura sind von berberischer Rasse und ausgezeichnet schön. lag die Insel Lanzarota so deutlich vor uns. einer der sieben großen Canarien. zeigte der hunderttheilige Thermometer nicht mehr als 18°. welchen Weg man einschlagen sollte. indem ich zum Uebertrag der Zeit Morgens und Abends Stundenwinkel aufnahm. die mit den Seeuhren nicht recht umzugehen wußten. gleich allen Einwohnern der Insel priesen sie enthusiastisch die Schönheit ihres Landes. auf der Guanahani sah. welche Pedro Guttierez. deren mit Asche bedeckten Abhänge wie Silber schimmerten. Es war. daß sie verwildert waren und man Jagd auf sie machen mußte. lebten hier nicht vor der Eroberung der Inseln durch die Béthencourts. der majestätisch die anderen Gipfel überragt und den wir für den großen Vulkan hielten. Am 17. Juni. der in der Nacht vom ersten September 1730 so große Verwüstungen angerichtet hat. Antares glänzte nahe der Mondscheibe. Da zeigte sich bald. wie genau Louis Berthouds Chronometer war. Wir brachten die Nacht zum Theil auf dem Verdeck zu.

selten befahren. Die Gestaltung der organischen Wesen wechselt nach den Klimaten. Die Feuchtigkeit erhöht die Durchsichtigkeit der Luft und rückt zugleich scheinbar die Gegenstände näher. von welchen die Abstufung der Klimate abhängt. die zur Reise der Fregatte Flora gehört. die an beiden Enden mit einer runden niedrigen Kuppe gekrönt sind. hygrometrische Betrachtungen anzustellen. bald einzeln stehenden. wo man die Ketten der Hochalpen oder der Anden sieht. so mag die für die Sicherheit der Schiffahrt nicht unwichtige Bemerkung hier stehen. sind in beiden Hemisphären die nämlichen. die vielleicht früher gebildet worden. J. stark fallenden Schichten. und gleich starke Stöße wurden noch mehrere Jahre nach30 . dürr. Die auf Befehl des Herrn de Castries i. und der bei den Eingeborenen der Vulkan von Temanfaya heißt. daß die Lage der fünf kleinen Inseln Alegranza. in Wirksamkeit getreten. und diese erstaunliche Mannigfaltigkeit gibt dem Studium der Vertheilung der Pflanzen und Thiere seinen Hauptreiz. von Dammerde entblößt. verheerte das fruchtbarste und bestangebaute Gebiet. Mehrere Hügel gleichen dem Monte nuovo bei Neapel oder den Schlacken.Desto schärfer traten die Berge von Lanzerota in ihren Umrissen hervor. an den Plateaux. Der ganze westliche Theil von Lanzerota. den Schiffe. Der »große Vulkan«. welche am Fuße des Vulkanes Jorullo in Mexiko in Einer Nacht aus dem berstenden Boden emporgestiegen sind. Mandelsteine und Basalte zeigen fast so constante Formen wie in der Auvergne. Graciosa. so schlecht gezeichnet sind. Wir liefen. mit dem Senkblei in der Hand. bald zu Gruppen vereinigten Kegeln. hat ganz das Ansehen eines in neuester Zeit von vulkanischem Feuer verwüsteten Landes. die nach Teneriffa gehen. neun Dörfer wurden durch die Lavaströme völlig zerstört. Nach Abbé Viera wurde auch im Jahre 1730 mehr als die Hälfte der Insel völlig umgewandelt. der Gelegenheit gehabt hat.und Aschenhügeln. machte die Gestaltung der Küsten den eigenthümlichsten Eindruck auf uns. Clara. an den gestutzten. die Phonolithe (Werners Porphyrschiefer). Wir untersuchten den Archipel kleiner Eilande nördlich von Lanzerota. an Orten. Die Porphyre. Roca del Este und Infierno nur auf der Karte der canarischen Inseln von Borda und im Atlas von Tofiño genau angegeben ist. die mit denen der Fregatte Boussole ziemlich übereinstimmen. die sowohl auf der sonst sehr genauen Karte von de Fleurieu. den wir in der Nähe sahen. dessen wir oben erwähnt. Da die Strömungen in diesen Strichen ausnehmend rasch sind. 1786 veröffentlichte Karte des Atlantischen Oceans hat dieselben irrigen Angaben. Ein heftiges Erdbeben war der Katastrophe vorangegangen. welche glasigen Feldspath oder Hornblende einschließen. Alles ist schwarz. als auf der Karte. Wir erkannten mit dem Fernrohr Basalt in ziemlich dünnen. Grünsteine. Inmitten dieses Archipels. Wir glaubten uns in die euganäischen Berge im Vincentinischen oder an die Ufer des Rheins bei Bonn versetzt (Siebengebirge). als die Ursachen. aber die Gebirgsarten. durch den Canal zwischen den Inseln Alegranza und Montaña Clara. im böhmischen Mittelgebirge wie in Mexiko und an den Ufern des Ganges erkennt man die Trappformation am symmetrischen Bau der Berge. welcher letztere sich dabei an die Beobachtungen von Don Jose Varela hielt. Diese Erscheinung ist jedem bekannt.

daß wir lange nicht wußten. unter denen uns Gegenstände ganz nahe am Horizont erscheinen. Auf einem bräunlichen. drei Zoll langen Stiel sitzen runde lappige Blätter mit gezahntem Rand. die den Nationalhaß überleben.her gespürt. in Peru und in China findet. so mußte das Senkblei ausgeworfen werden. [In Tibet ist übrigens die Vielmännerei nicht so häufig. Sie sind hellgrün. Nach den Höhenwinkeln. lederartig und gestreift wie die Blätter der Adianten und des Ginkgo biloba. scheint seine absolute Höhe nicht viel über 300 Toisen [580 m] zu betragen. als wahre Troglodyten. Ihre Fläche ist mit steifen. Wegen des Windes mußten wir zwischen den Inseln Alegranza und Montaña Clara durchfahren. Es ist zu bedauern. Auf Lanzerota herrschte zu jener Zeit ein seltsamer Gebrauch. Mit dem Senkbleu wurde eine organische Substanz von so sonderbarem Bau aufgezogen. nicht mehr von den Sitten eines Volkes erfahren. der nur bei den Tibetanern vorkommt. Denkmäler. sofort übernahm ein anderer das Amt und jener trat in das Hausgesinde zurück. in Höhlen wohnten. vor der Entwicklung sind die concav und in einander geschachtelt. weißlichen Haaren bedeckt. wenn vor den Messungen de Churrucas und Galeanos am Cap Pilar die Berge an der Magellanschen Meerenge und des Feuerlandes bei den Seefahrern für ungemein hoch galten. gleich der Achse der Gorgonen. von Irritabilität daran bemerken. Im fünfzehnten Jahrhundert bestanden auf der Insel Lanzerota zwei kleine voneinander unabhängige Staaten. bei dem so sonderbare Bräuche herrschten. Der eine Ehemann war als solcher nur während eines Mondumlaufs anerkannt. die durch eine Mauer geschieden waren. dergleichen man auch in Schottland. nicht höher seyn sollten. auch nicht als wir es mit dem Galvanismus versuchten. welche die Geschichte der Eroberung der Canarien geschrieben haben. Man wundert sich. sondern besteht aus einem hornartigen Stoff. Sie hatten Häuser aus behauenen Steinen. ob wir sie für einen Zoophyten oder für eine Tangart halten sollten. und von der Priesterschaft mißbilligt. Die Insel Lanzerota hieß früher Titeroigotra.] Eine Frau hatte mehrere Männer. Bei der Ankunft der Spanier zeichneten sich die Bewohner vor den anderen Canariern durch Merkmale höherer Kultur aus. Da Niemand am Bord der Corvette je in diesem Canal gewesen war. nicht genau kegelförmiger Hügel. wenn einmal nach dem Ausfluß der geschmolzenen Stoffe die elastischen Dämpfe durch den Krater haben entweichen können. als man glaubt. Die benachbarten kleinen Berge und die der Inseln Alegranza und Clara sind kaum 100 bis 120 Toisen [95 bis 134 m] hoch. Da Stickstoff und Phosphor in Menge in verschiedenen cryptogamischen 31 . Wir fanden Grund bei 25 und 32 Faden [45 bis 60 m]. Der Stiel ist nicht holzig. während die Guanchen auf Teneriffa. Der Gipfel des großen Vulkanes ist ein runder. die sich auf hoher See so imposant darstellen. daß wir von den Geistlichen im Gefolge Johanns von Béthencourt. Aber nichts ist so unsicher als unser Urtheil über die Größe der Winkel. welche in der Ausübung der Rechte des Familienhauptes wechselten. Letztere Erscheinung ist um so auffallender. die ich in verschiedenen Abständen genommen. daß Gipfel. Einer Täuschung derart ist es zuzuschreiben. je seltener sie nach einem Ausbruch ist. Wir konnten keine Spur von willkührlicher Bewegung.

daß Farblosigkeit die nothwendige Folge des Mangels an Licht ist. sind grün ohne Lichtgenuß. der Länge sich dem Seefahrer als eine weite überschwemmte Wiese darstellen. Der Tang von Alegranza ist also ein neuer Beweis für den Satz. der so viel für die Familie der Tange geleistet hat.Gewächsen nachgewiesen sind. als es frisch aus der See unter dem Mikroscop untersucht wurde. der Embryo der Malven. der das Parenchym dunkler oder heller grün färbt. der Rhamnoiden. wachsen ursprünglich auf dem Meeresgrund und schwimmen an der Oberfläche nur im ausgebildeten Zustand. Ist dem wirklich so. die Zweige mancher unterirdischen Pflanzen. der Mistel und des Citronenbaums. 192 Fuß tief am Meeresboden vegetirt. daß die Familie der Seealgen große Schwierigkeiten macht. an Madreporen befestigt. denn wie sollte man voraussetzen können. nachdem sie von den Wellen losgerissen worden. ohne farblos zu werden. die man in Erzgruben findet. so ist nicht zu läugnen. der Pistazie. daß Gewächse im Dunkeln vegetiren können. und 35. Nach de Bouguers Versuchen5 wird das Licht. wenn wur auf chemischem Wege hätte ermitteln wollen. und die unter dem 23. kommen bei vielen andern Tangen vor. wo die umgebende Luft Wasserstoff oder viel Stickstoff enthält. Ich hätte diese Einzelheiten. die Tange. und viele andere bedeutende Botaniker sind der Ansicht. Allerdings zeigte das Blatt.oder dem Thierreich angehöre. Turner. Diese Thatsachen berechtigen zu der Annahme. 32 . die man an der Meeresfläche findet. im Verhältniß von 1 zu 1477. Die Haare. so wäre nichts dabei herausgekommen. mit denen das Gewächs bedeckt ist. Die noch in den Zwiebeln eingeschlossenen Keime mancher Liliengewächse. die vermöge ihrer Entwicklungsstufe in ihrem durchsichtigen Paranchym noch keine Spur von Körnern zeigen. und doch waren seine Blätter so grün wie unsere Gräser. nicht die drüsigen Körper in Häufchen oder die dunkeln Punkte. aber wie oft findet man Tange. also gleich der Hälfte des Lichts. Grad der Breite und dem 32. daß so viele Arten von Ulvaceen und Dictyoteen mit grünen Stengeln und Blättern auf Gestein unmittelbar unter der Meeresfläche gewachsen sind? Nach den Angaben eines alten portugiesischen Wegweisers meinte der Capitän 5 In 32 Faden Tiefe kann der Fucus nur von einem Lichte beleuchtet gewesen seyn. ob dieser organische Körper dem Pflanzen. welche bei den Gattungen Ulva und Fucus die Fructificationen enthalten. das durch 180 Fuß Wasser hindurchgeht. Da er einigen Seepflanzen mit Adiantenblättern sehr nahe kommt. Unser Seetang hatte. hier übergangen. das 203mal stärker ist als das Mondlicht. je nachdem der Kohlenstoff in der Verbindung vorherrscht.8 geschwächt. daß der Kohlenwasserstoff. sich nicht bloß unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen im Gewebe der Gewächse bildet. Nach meinen direkten Versuchen wird aber das Lepidium saticum beim glänzenden Lichte zweier Argandschen Lampen kaum merkbar grün. endlich die Gewächse. wenn sich nicht am Fucus mit weinblattähnlichen Blättern ein physiologische Erscheinung von allgemeinerem Interesse beobachten ließe. wenn man am Glauben festhält. so stellten wir ihn vorläufig zu den Tangen und nannten ihn Fucus vitifolius. das eine Talgkerze auf 1 Fuß Entfernung verbreitet. die in die beschreibende Naturgeschichte gehören.

der Kanonendonner am einsamen. das den Schlußpunkt einer weiten Bai bildete. Ihre Schatten. man salutirte es durch Aufhissen der spanischen Flagge und warf das Boot aus. Die Aufmerksamkeit wird von so vielen Gegenständen in Anspruch genommen. Gleich den Trümmern eines gewaltigen Gebäudes stiegen Basaltfelsen aus dem Wasser auf. Urceolarien. Laven. Wir benutzten das Boot. Die See war ruhig. daß das Land. Leprarien. ob die Engländer in der Umgegend kreuzten. jedoch zuweilen von Kapern besuchten Orte. um ans Land zu gehen. el Rio genannt. gleicht den aus Laven aufgebauten Vorgebirgen bei Neapel zwischen Portici und Torre del Greco. sey von Lanzerota durch einen engen Canal. Wir wunderten uns nicht wenig. da er aber zugleich versicherte. das wir für einen Theil der Küste von Lanzerota gehalten. Ganz unbeschreiblich ist das Gefühl des Naturforschers. die nicht mit vulkanischer Asche bedeckt sind. meist ohne Spur von Dammerde. Ihr 33 . sechshundert Fuß [160 bis 200 m] hohe senkrechte Wände. gaben der Landschaft einen schwermüthigen Charakter. so beschloß der Kapitän. Wir erfuhren von ihm. als daß wir unseren Weg nach Teneriffa hätten fortsetzen können. die kleine Insel Graciosa sey und daß es auf mehrere Kilometer in der Runde keinen bewohnten Ort gebe. großartigen Natur. Auf dem afrikanischen Boden hemmt die große Hitze und die lange Trockenheit die Entwicklung der cryptogamischen Gewächse. Der Anblick der Corvette. seit mehreren Wochen kein Fahrzeug auf offener See gesehen zu haben. als wir vernahmen. Man hielt einen Basaltfelsen für ein Kastell. dem Hauptort von Lancerota. der zum erstenmal einen außereuropäischen Boden betritt. die auf die Meeresfläche fielen. Man fuhr im Boot auf ihn zu. Das kleine Stück der Insel Graciosa. geradezu nach Santa Cruz zu steuern. Die schwarzen Berge von Graciosa zeigten fünf. aber er Wind war zu schwach. Variolarien. In solcher Einsamkeit. seiner habhaft zu werden. kamen hin und wieder auf dem Basalt vor. Die Matrosen hatten Mühe. wo wir uns hinsichtlich der Blokade von Tenerifa erkundigen könnten. Die Felsen sind nackt. ringsum so viele unbewohnte Eilande. uns in den Hafen los Colorados zu führen. daß man sich von seinen Empfindungen kaum Rechenschaft zu geben vermag. getrennt. ein röthlicher Dunst umzog den Horizont und ließ alle Gegenstände größer erscheinen. 100 Toisen [ca. das Landen des Bootes. das wir kennengelernt. ohne Bäume und Gebüsche. bleiben Jahrhunderte ohne eine Spur von Vegetation. die kleine Insel Graciosa. Bei jedem Schritt glaubt man einen neuen Naturkörper vor sich zu haben. Einige Flechten. Er erbot sich.des Pizarro sich einem kleinen Fort nördlich von Teguise. gegenüber zu befinden. Alles hatte dem armen Fischer Angst eingejagt. 200 m] vom Ufer sahen wir einen Mann mit der Angelruthe fischen. schwelgten wir lange im Anblick einer wilden. aber er ergriff die Flucht und versteckte sich hinter Felsen. und in der Aufregung erkennt man häufig Dinge nicht wieder. Mit Sonnenuntergang schifften wir uns wieder ein und gingen unter Segel. um sich durch einen Officier beim Commandanten des vermeintlichen Forts erkundigen zu lassen. an der wir gelandet. die in unseren botanischen Gärten und naturgeschichtlichen Sammlungen zu den gemeinsten gehören.

zwischen zwei mit verstreuten Baumgruppen gekrönten Hügeln. daß aber mit dem Namen Infierno.Dasein mahnte uns an die weit entlegene Zeit. Teneriffa bezeichnet ist. als sie im Jahre 1728 so gänzlich verschwand. Die nahe vor uns senkrecht aus dem Wasser aufsteigenden Felsmassen benahmen uns den wenigen Wind. während der Nacht zwischen der Insel Clara und der Roca del Oeste zu kreuzen. daß man da. sie bemerke hier. 6 Ich 34 . Dieß hätte beinahe sehr schlimme Folgen für uns gehabt. die den Coaks [Koks] oder der schwammigen Masse der entschwefelten Steinkohle ähnlich ist. Selbst die Wüste belebt sich. gegen das die Strömung ausnehmend stark hinzieht. In denselben Strichen ist im Jahre 1811 wieder eine Insel erschienen. Diese Erscheinungen. Meine Ansicht vom Ursprung der Basaltkuppe Infierno wird durch ein Ereigniß bestätigt.8 m] hohe Lavakuppe ist. voll Höhlungen und bedeckt mit Schlacken. sahen wir. die Corvette gehorchte dem Steuer fast nicht mehr und jeden Augenblick fürchtete man zu stranden. sich bei Windstille in der Nähe dieses Riffes aufzuhalten. In einer engen Schlucht. vier Klafter [5. Es ist schwer begreiflich. aber einen freundlicheren Anblick bot im Hintergrunde des Bildes die Küste von Lanzerota. Da der Wind sehr flau wurde. sobald man den Spuren der arbeitsamen Menschenhand begegnet. in den Jahren 1638 und 1719. um an der Nordspitze von Graciosa ans Land zu gehen. Als wir das Riff auf zwei Kabellängen vom Vordertheil der Corvette vor uns hatten. zog sich ein kleiner bebauter Landstrich hin. und zwar durch den Canal zwischen Alegranza und Montaña Clara. an dem sich die See ungestüm brach. und das die alten Karten als »Infierno« bezeichneten.8 bis 7. das um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in derselben Gegend beobachtet wurde. Es ist gefährlich. welche die volle Aufmerksamkeit der Physiker verdienen. daß diese Klippe schon auf der berühmten venetianischen Karte des Andrea Bianco angegeben ist.] geworden. durch den wir ohne Schwierigkeit hereingelangt waren. so trieb uns die Strömung nahe zu einem Riff. war 354 Fuß [115 m] hoch [Im Jahre 1720 war die Insel auf 7 – 8 Meilen (31 bis 36 km) sichtbar. Wahrscheinlich ist die Klippe Infierno6 welche die neueren Karten Roca del Oeste (westlicher Fels) nennen. Um Mitternacht fingen wir an. Da der schwache Wind und die Strömung uns aus dem Canal von Alegranza nicht herauskommen ließen. sind übrigens den Seefahrern wohl bekannt. wie auch auf der ältesten Karte des Picigano. beschloß man. Die letzten Strahlen der Sonne beleuchteten das zur Ernte reife Korn. wahrscheinlich. wo sie gestanden das Meer 80 Faden [146 m] tief fand. daß es eine drei. die Wirkung der Strömung gewahr zu werden. wie eine einzelne Basaltkuppe mitten im weiten Weltmeer das Wasser in solche Aufregung versetzen kann. die zu wiederholten malen aus dem Meere gestiegen. Alles umher verkündete Verwüstung und Unfruchtbarkeit. weil die Guanchen den Pic als den Eingang der Hölle ansahen. Beim Ausbruch des Vulkanes Temanfaya erhoben sich vom Meeresboden zwei pyramidale Hügel von steiniger Lava und verschmolzen nach und nach mit der Insel Lanzerota. der wehte. durch das vulkanische Feuer emporgehoben. Sie kann sogar früher weit höher gewesen seyn. Wir versuchten aus der Bucht herauszukommen. denn die »neue Insel« der Azoren. wo unterseeische Vulkane neue Inseln emporhoben oder die Festländer zertrümmerten.

Der Temperaturunterschied zwischen der Flüssigkeit und der Felsmasse vermag den Zug der Strömung zu ihnen hin nicht zu erklären.treten in der Südsee. als die Basaltkuppe emporgehoben wurde. Wir fuhren an den Küsten von Lanzerota. daß das Eiland im Inneren nicht so öde ist als die Küste. durch welche wahrscheinlich die Gase entwichen. aus dem Canal zu kommen. Montaña Clara und Graciosa aus dem Gesicht. wie die ersten Eroberer der Canarien. Juan Galindo. Ombrios. die dort vorkommen. Nach einem Aufenthalt von einigen Tagen auf der Insel Graciosa. und wie sollte man es glaublich finden. und daß bei diesem fortwährenden Zug nach unten die Wassertheilchen den entstehenden leeren Raum auszufüllen suchen. von der wir ein kleines Stück gesehen. wie Bordas letzte trigonometrische Messung angibt. wie Cortez im Palast Montezumas. und so gelang es uns. Auf Montaña Clara gibt es auch Ziegen. Es war der erste Punkt. Da der Horizont dunstig war. beschlossen sie. 35 . Montaña Clara ist berühmt weger der schönen Canarienvögel. die wir gesehen. p. wurde so schmählich verraten. in furchtbarem Maßstab auf. weil zu seiner Zeit drei derselben nur Eine gebildet. 200. Jean de Béthencourt und Gadifer de Salle. Die zweite scheint früher mit den andern zusammengehangen zuhaben. der keine anderen Schätze hatte als seine Ziegen. die Inseln Rivaria. und jetzt bemerkten wir im Gestein große Spalten. zum Beweis. um Orseille dort zu sammeln. Diese geologische Hypothese wurde schon im siebzehnten Jahrhundert von einem Franziskaner. diese Pflanze ist übrigens weniger gesucht. in Folge der Massenattractien oder der allgemeinen Schwere komme ein Fahrzeug schwer von der Küste weg und werde die Schaluppe einer Fregatte von dieser selbst angezogen. Der Gesang dieser Vögel wechselt nach Schwärmen.7 Am 18. die Insel benannten. Morgens wurde der Wind etwas frischer. zwei normännische Barone. König Juba habe nur sechs canarische Inseln genannt. Lobos und Fortaventura hin. sich der benachbarten Insel Lanzerota zu bemächtigen. seit so viele andere Flechtenarten aus dem nördlichen Europa kostbare Farbstoffe liefern. unter den Seeleuten sehr verbreiteten Buche. aufgestellt. wie der mexikanische Sultan. haben gelehrte Geographen den Archipel der Canarien für die beiden Inseln Innonia. so gastfreundlich empfangen. dem Häuptling der Guanchen. daß sich das Wasser am Fuße der Klippen in die Tiefe stürzt. wo sie gelandet. Ist der Vulkan wirklich 1905 Toisen [3712 m] hoch. wie ja auch bei uns der Gesang der Finken in zwei benachbarten Landstrichen häufig ein anderer ist. Der Name Alegranza kommt her von »La Joyeuse«. namentlich im kleinen Archipel der Galapagos-inseln. in der neunten Ausgabe des Practical Navigator von Hamilton Moore. Canaria und Capraria der Alten erklärt. konnten wir auf der ganzen Ueberfahrt von Lanzerota nach Teneriffa des Gipfels des Pik de Teyde nicht ansichtig werden. Ohne auf diese unwahrscheinliche Hypothese einzugehen. Sie scheinen nie von Guanchen bewohnt gewesen zu seyn und man besucht sie jetzt nur. so muß sein Gipfel auf 43 Seemeilen [80 km] zu sehen sey. Wir verloren die kleinen Inseln Alegranza. Der Hirtenkönig. Wir kamen dem Infierno noch einmal sehr nahe. 7 Mit Verwunderung liest man in einem sonst ganz nützlichen. und wurden von Guadarfia. Er war sogar der Ansicht.

eine Refraction gleich 0. Diese Umstände verdienen die Aufmerksamkeit des Physikers um so mehr. in erstaunlichem Maaße erhöht zu werden. wie schon oben bemerkt. genannt Pichiguera. daß er den Pic der Azoren auf 37 Meilen Entfernung gesehen hat. obgleich der Himmel klar erscheint und der Horizont nicht dunstig ist. wenn eine gewisse Menge Wasser gleichförmig in derselben verbreitet ist. so könnte unter gewissen Umständen der Pic vom Verdeck eines Schiffes auf 61 Seemeilen gesehen werden. nach Tofino 1260 [2457]. wo die Sehwinkel schon sehr bedeutend seyn mußten. so groß. um die Erscheinung zu erklären. ob der Pic zwischen Lanzerota und Fortaventura. 36 . Rechnet man 15 Fuß als Erhöhung des Auges über der See. und sie sich wieder davon entfernt glauben. trockenem Wetter. daß der Pic de Teyde und der der Azoren8 zuweilen in sehr großer Entfernung zum Vorschein kommen. wenn sie sie bei hellem Wetter in Entfernungen. Das war im September. daß sie an der Küste von Afrika diese äußersten Grenzen erreichen. was für die gemäßigte Zone nicht außerordentlich viel ist. bei leicht bedecktem Himmel und unmittelbar nach oder einige Stunden vor einem starken Regen in außerordentlich großer Entfernung zu Gesicht kommt. als sie in Wahrheit sind. der nach Varelas Karte 2°29￿ oder gegen 50 Meilen (Lieues) davon entfernt ist. unter dem der Pic der Azoren erschien. so finde ich. Der Zustand der Atmosphäre hat den bedeutendsten Einfluß auf die Sichtbarkeit ferner Gegenstände. gesehen worden. ziemlich selten sehr weit gesehen wird. daß man. als viele Fahrzeuge auf der Rückreise nach Europa mit Ungeduld des Erscheinens dieser Berge harren. und zwar erschien der Gipfel unter einem so großen Winkel. Seeleute. der Vulkan hätte noch 9 Meilen weiter weg gesehen werden können. um ihre Länge danach zu berichtigen. Indessen war der Winkel. woran ich sehr zweifle. Im Allgemeinen läßt sich annehmen. daß Cagigal der Meinung ist. glaubt. Man hat in Zweifel gezogen. der Pic von Tenerifa sey in 135 Seemeilen [250 km] Entfernung beim südlichen Vorgebirg von Lanzerota. bei sehr warmem. Don Manuel Cagigal. wundern sich. je gesehen worden sey. gegen Abend. und wenn es wahr ist. in dem stand.das Auge am Meeresspiegel angenommen und die Refraction gleich 0. daß der Pic von Tenerifa im Juli und August.079 der Entfernung. bei sehr feuchtem Wetter. daß er dagegen im Januar und Februar. ich habe an Bord der Corvette Pizarro ein Schifftagebuch in Händen gehabt. Der Punkt scheint indessen durch einige Offiziere der königlich spanischen Marine entschieden worden zu seyn. Der Vulkan wurde in Süd 4° Ost gesehen. ein andermal in weit größerer Nähe nicht sichtbar sind. Nach den Beobachtungen des Generals Roy schwanken in England die Refractionen zwischen ¹⁄￿￿ und ￿. hat mir aus seinem Tagebuch bewiesen. nicht sehen können. die häufig diese Striche befahren und über die Ursachen der Naturerscheinungen nachdenken. aber diese Maaße sind nur annähernde Schätzungen. Die Durchsichtigkeit der Luft scheint. Zudem 8 Die Höhe dieses Pics beträgt nach de Fleurien 1100 Toisen [2144 m]. daß der Beobachter.158 des Bogens anzunehmen hat. so daß der Irrthum in der Länge auf die Schätzung der Entfernung nur ganz unbedeutenden Einfluß haben konnte. wo er seiner Länge wenigstens bis auf 2 Minuten gewiß war. zu einer Zeit. der Vulkan müsse auf mehr als 40 oder 42 Lieues zu sehen seyn. Der Capitän des Pizarro. Don Manuel Bazuti. nach Ferrer 1238 [2413]. Der Abstand von 37 Lieues setzt eine Höhe von 1431 Toisen [2789 m] voraus.

zu den Bergen gehört. daß der Pic von Tenerifa.darf man sich nicht wundern. und wenn der Piton beträchtlich höher wäre. Daher kommt. daß eine Minute nur dann die Grenze der Sichtbarkeit ist. dessen Masse um so weniger Licht zurückwirft. und nicht wie dieser mit ewigem Schnee bedeckt. aber dieser kleine abgestutzte Kegel mißt nur ein Zwanzigtheil der ganzen Höhe. daß. und ob es nicht wahrscheinlicher ist. daß nicht sehr hohe Berggipfel. Nimmt man die mittlere Breite des Zuckerhutes zu 100 Toisen [200 m] an. ob er bei so unbedeutender Masse auf weiter als 40 Meilen sichtbar seyn kann. so hat man neuerdings die Frage aufgeworfen. welches die Lufttheilchen zwischen dem Berge und dem Auge des Beobachters fortpflanzen. um einen Gegenstand sichtbar zu machen. die einen größeren Umfang haben als die beleuchteten Theile. je weiter man vom Gegenstand wegrückt. das eine Licht wenigstens um ein Sechzigtheil stärker seyn muß als das andere. die man. so folgt daraus. als die Gipfel der Anden. wenn dieser Unterschi8ed für unsere Organe merkbar werden und der Berg sich deutlich vom Himmel abheben soll. wenn die Gegenstände nach allen Richtungen von gleichem Durchmesser sind. weil er weißes Licht reflektirt und sich vom Himmel hell abhebt. wirft allerdings vieles Licht zurück. während die andere bis zur Grenze des Luftmeers fortläuft. so findet man.] Entfernt man sich von der Insel Teneriffa. Da die Sichtbarkeit eines Gegenstandes. auf weite Entfernung nur negativ sieht. [Aus den Versuchen desselben Beobachters geht hervor. von verschiedener Intensität sind. desto kleiner der Unterschiede wird zwischen Licht der umgebenden Luft und dem Licht der vor dem Berg befindlichen Luftschichten. Die Wände des Vulkans sind entweder mit schwarzen. als in der Basis breit. Man erkennt in einer weiten Ebene einzelne Baumstämme mit bloßem Auge. so bleibt der Piton oder Zuckerhut ziemlich lange positiv sichtbar. daß man in See den Pic erst dann als ein Wölkchen über dem Horizont gewahr wird. Daraus geht hervor. daß. wenn man den Pic de Teyde seltener sehr weit sieht. weil der aus dem Krater ausgeworfene Bimsstein von weißlicher Farbe ist. der sich dunkelfarbig abhebt. aus mikrometrischen Beobachtungen geht hervor. verschlackten Lavablöcken oder mit einem kräftigen Pflanzenwuchse bedeckt. wenn bereits die Basis des Piton heraufzurücken beginnt. Der Piton oder Zuckerhut. der die oberste Spitze des Pics bildet. obgleich der Sehwinkel nur 25 Secunden beträgt. das von der äußersten Grenze des Luftkreises zu uns gelangt. wie Bouguer sich ausdrückt. so dürfte der Winkel in horizontaler Richtung noch kleiner seyn. 37 . von der Lichtmenge abhängt. abgesehen vom Piton. da aber dieser Kegel nur 80 Toisen [156 m] hoch und an der Spizte 40 Toisen [78 m] breit ist. daß der kleine Kegel in 40 Meilen Entfernung in horizontaler Richtung noch unter einem Winkel von mehr als 3 Minuten erscheint. als die Baumblätter voneinander durch Schatten getrennt sind. deren eine am Berg endet. an dessen Abhang die Stadt Marocco liegt. die auf zwei Linien zum Auge gelangen. und wir ihr Daseyn nur gewahr werden. die ich so lange Zeit habe beobachten können. weil sie das Licht auffangen. Der Pic ist nicht so hoch als der Theil des Atlas. Dieser Winkel ist groß genug. weil das Licht in der sie umgebenden Luft und das . und der Gegenstand machte doch noch einen Eindruck auf unsere Organe.

ist die Kuppe des Chimborazo 153 Toisen [298 m] unter der Spitze. auf die unsere meteorologischen Beobachtungen beschränkt sind.] die goldgelb sind. sie haben ihn bei der Klippe Muerto. die Antheile des in der Luft verbreiteten Lichtes. Ferner nimmt die Zone des ewigen Schnees ein Viertheil der ganzen Berghöhe ein. auszugleichen. das anderemal nicht. indem es auf die Berge fällt. jenseits welcher diese letzteren sich bestimmter vom Blau des Himmels abheben. die ich im Jahre 1803 zu Riobamba angestellt. der Pic auf Schiffen. zu Pulver zerriebener Bimsstein. also an einer Stelle. sieht man ihn doch wegen der Krümmung der Erde nur 38￿ Meilen weiter. die man nur negativ gewahr wird. von der Südsee gesehen. daß der Berg bei sehr großem Abstand sich nicht hell. die man negativ sieht. Dieser Umstand macht es bis zu einem gewissen Grade erklärlich. ursprünglich ist. Nach den Messungen. Sie macht. Die Asche. bei ganz gleichem Thermometer. Wir haben oben gesehen. daß man glauben sollte. die 1300 Toisen [2533 m] höher liegt als der Pik. [ Los Pajonales. sondern auch von der Durchsichtigkeit und der physischen Beschaffenheit der höheren Regionen. Bei den colossalen Berggipfeln von Quito und Peru. von paja. Ebenso hängt die Sichtbarkeit von Bergen. ein Viertheil der ganzen Berghöhe wäre. sondern weit schwächer dunkelfarbig abhebt. aber nach der Theorie besteht eine gewisse Grenze. die Sicht38 . Obgleich aber der Chimborazo um zwei Drittel höher ist als der Pic. je stärker das Licht in der Luft. Gras. Das in der Luft verbreitete Licht erhöht. So oft er noch weiter gesehen worden. auf 47 Meilen [211. wirft das Licht nicht so stark zurück als der Schnee der Anden. Wenn er im Hafen von Guayaquil am Ende der Regenzeit am Horizont auftaucht. die über die Grenze des ewigen Schnees hinausragen. um sie unter sehr kleinen Winkeln sichtbar zu machen. Sie trägt so zu sagen dazu bei. Wahrscheinlich würde man sogar den Vulkan nicht häufiger sehen können. warum bei gleich heiterem Himmel.5 km] gesehen. mit Granitsand bedeckte Berggipfel. die hohen Savannen der Kordilleren. des einemal sichtbar ist.und Hygrometerstand nahe an der Erdoberfläche. deren veränderliche Unterschiede einen Gegenstand mehr oder weniger deutlich sichtbar machen.wenn sie sich über dem Horizont zu zeigen anfangen. glänzt sein Schnee so stark. an dessen Spitze sich die Krateröffnung befindet. treten allerdings in geringer Entfernung deutlicher hervor als Gegenstände. wies es beim Vesuv der Fall ist. weil die Beobachter ihrer Länge nicht gewiß waren. 3437 Toisen (6700 Meter) breit. denn das Bild hebt sich desto besser ab. daß der abgestumpfte Gipfel des Pic von Tenerifa nur gegen 300 Toisen [580 m] Durchmesser hat. wenn die Höhe des Aschenkegels. So heißt die Zone der grasartigen Gewächse. die gleich weit davon entfernt sind. Glaubwürdige Schiffer haben mich versichtert. nicht allein vom Zustand der untern Luftschichten ab. das von den Grenzen der Atmosphäre herkommt. südwestlich von der Insel Puna. Kahle Kalkgebirge. anfangs dunkler erscheinen als Gipfel. die man auf sehr große Entfernung sieht. welche unter der Region des ewigen Schnees liegt. er müßte sehr weit in der Südsee sichtbar seyn. und die Basis dieser Zone ist. oder je weniger Verlust es auf seinem Durchgang erlitten hat. wirken alle günstigen Umstände zusammen. sind die Angaben unzuverlässig. noch 673 Toisen (1312 Meter) breit.

Sie ist die Kornkammer des Archipels der »glückseligen Inseln«. dicht am Horizont auf 53 Meilen gesehen. daß sich Capitän Marchand in der Schätzung des Abstandes. daß der Pic von Teneriffa selbst bei nicht ganz klarem Wetter auf 35 bis 36 Meilen zu sehen sey. sogar auf 40 Meilen gesehen worden. und dienen so dem Seefahrer. 39 . Dies ist bis jetzt das auffallendste bekannte Beispiel von der Sichtbarkeit eines Berges. de Fleurien. betrug die Entfernung wahrscheinlich sogar noch mehr als 53 Meilen. Ich glaubte diese Bemerkungen am Ende dieses Capitels zusammenstellen zu sollen. Er hatte die Insel O-Whyhee erst am 7. was für ein Land außerhalb der 9 Der Mowna-Roa auf den Sandwichsinseln ist nach Marchand über 2598 Toisen hoch. Die starke Abplattung des Mowna-Roa. der wahrscheinlich über 2500 Toisen hoch ist. die durch den aufsteigenden Strom abgelenkt. der Mesa der alten spanischen Karten. keineswegs auf zuverlässigem Wege erzielt. was mit der Erkennbarkeit dieser natürlichen Bojen zusammenhängt. der Pic von Orizaba. Der Pik von Tenerifa ist häufig auf 36. sich dunkelfarbig abheben. Es ist eine ziemlich auffallende Erscheinung. Die Vulkane Teneriffas und der Azoren. die Sierra Nevada von St. Ueberdieß berichtet ein erfahrner Seemann. wie der Pic von Teneriffa und der der Azoren. ist für die Sicherheit der Schifffahrt von Belang. aber diese Messungen sind. Zweites Kapitel Aufenthalt auf Teneriffa — Reise von Santa Cruz nach Orotava — Besteigung des Pics Von unserer Abreise von Graciosa an war der Horizont fortwährend so dunstig. Alles. Es läßt sich nicht wohl annehmen. und zugleich nicht ohne praktischen Nutzen sind. Martha. auf der Fahrt nach den Sandwichsinseln hat man den Gipfel des Mowna-Roa9 und zwar zu einer Zeit. um den Ort des Schiffes durch Sternbeobachtungen zu bestimmen. es handelt sich dabei von einem Gegenstand. Oktober 1791 den Gipfel des Mowna-Roa sah. und man behauptet. Eliasberg liegen vereinzelt in weiten Meeresstrecken oder auf den Küsten der Continente. bedeutend geirrt habe. trotz ihrer zufälligen Uebereinstimmung. daß ein Berggipfel unter 19° Breite. gleichsam als Bojen im Fahrwasser. in dem er am 10. Abends in Sicht kam. und nach der Bewegung der Gewässer und den Mondsbeobachtungen am 10. der die Mittel nicht hat. Abends verlassen. Mowna-Roa und der St. in schiefer Richtung wehen. auf die Schwächung der Lichtstrahlen bei ihrem Durchgang durch die Schichten der Luft. seine vereinzelte Lage im Weltmeer und die Häufigkeit gewisser Winde.barkeit derer. und was noch merkwürdiger ist. daß nach der Beschaffenheit unserer Atmosphäre Berge negativ nicht weiter als auf 35 Meilen gesehen werden können. wo kein Schnee darauf lag. daß trotz der ansehnlichen Höhe der Berge Canarias (Isla de la gran Canaria) die Insel erst am 19. von Schnee ganz entblößt wird. nach King 2577. Bouguer hat auf theoretischem Wege gefunden. Die Erfahrung — und diese Bemerkung ist wichtig — widerspricht dieser Rechnung. die positiv sichtbar sind. die Silla bei Caracas. die. 38. Noch mehr. der nur negativ sichtbar ist. die Stärke desselben vermindert im Gegentheil die Sichtbarkeit von Gegenständen. weil sie sich auf eines der wichtigsten Probleme der Optik beziehen. mögen die vornehmsten Ursachen seyn.

Als wir uns der Rhede von Santa Cruz näherten. das Geld an Bord und die Post ans Land schaffen zu lassen. An beiden Orten ist die Hitze aus denselben Ursachen sehr groß. Der Generalstatthalter der canarischen Inseln [Don Andrès de Perlasca. Es hatte in den Hafen von Palmas auf Canaria einlaufen müssen. Auf einem öden. Das Land trat nur undeutlich hervor. Canaria ist noch nie von einem unterrichteten Mineralogen besucht worden. ohne daß sie uns bemerkt hatten. die ganze nahe an unseren Hintertheile auf der Seite lagen. die andere im Juni. denn der Nebel war so dicht. Sind einmal die canarischen Inseln in allen ihren Gebirgsgliedern erforscht. und da erschien der Pic de Teyde in einem freien Stück Himmel über den Wolken. die in einer Schaluppe nach Santa Cruz auf Teneriffa fuhren. und einen von Vulkanen zerrütteten Boden nicht betreten zu dürfen. und die ersten Strahlen der Sonne. und derselbe Nebel. bemerkten wir. aber von außen erscheint Santa Cruz trübseliger. Die Lage dieser Stadt hat große Aehnlichkeit mit der von Guayra. in einigen Strichen erhalte man zwei Getreideernten im Jahre. dem besuchtesten Hafen der Provinz Caracas. daß man zu voreilig die Bildung der ganzen Gruppe einer Hebung durch unterseeische Feuerausbrüche zugeschrieben hat. ein dicker Nebel verwischte alle Umrisse. waren gefangen worden. eine im Februar. sie hatten tags zuvor auf das Paketboot Alcadia Jagd gemacht. Wir eilten eben aufs Vordertheil der Corvette. Wohl wäre es für Naturforscher ein großer Schmerz gewesen. riß eine Kanonenkugel Admiral Nelson den Arm ab (im Juli 1797). daß man kaum auf ein paar Kabellängen sah. Die englischen Schiffe entfernten sich von der Rhede. Morgens sahen wir den Berggipfel Naga ( Punta de Naga. als mir ihre in parallen Ketten streichenden Berge von ganz andrem Charakter schienen. um unter den Schutz desselben zu kommen. um dieses herrlichen Schauspiels zu genießen. als zwei Jahre vor unserer Ankunft die Engländer zu landen versuchten. so wird sich zeigen. Am 19.] schickte an den Capitän der Corvette den Befehl. nachdem wir mehrmals das Senkblei ausgeworfen. die für uns noch nicht aufgegangen war. Alsbald hoben wir den Anker und der Pizarro näherte sich so viel möglich dem Fort. der uns den Anblick des Pic entzogen. als die Gipfel von Lancerota und Teneriffa. beleuchteten den Gipfel des Vulkanes. daß der Nebel. Hier auf dieser Rhede. Wir warfen Anker. sie verdiente es aber um so mehr.Tropen sehr auffallend ist. nach Europa zurückgebracht zu werden. zerstreute sich der Nebel völlig. Wir waren in ihnen vorbeigesegelt. Aber eben da man anfing den Platz zu salutiren. Anaga oder Nago). alsbald die Staatsdepechen für die Statthalter der Colonien. Nichts ist für den Geologen anziehender als die Beobachtung. hatte uns der Gefahr entrückt. auf uns zukam. wie sich an einem bestimmten Punkte die vulkanischen Bildungen zu den Urgebirgen und den securdären Gebirgen verhalten. und mehrere Passagiere. vom Winde getrieben. da signalisirte man vier englische Schiffe. Das Meer war sehr unruhig. wie fast immer in diesen Strichen. das wenige Tage vor uns von Corunna abgegangen war. die Küste von Teneriffa von weitem gesehen zu haben. sandigen Strande stehen blendend weiße Häuser mit platten Däch- 40 . aber der Pik von Teneriffa blieb fortwährend unsichtbar.

und die Luftschichten. von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet. Ueberdieß erfolgt die Wärmeabgabe über den Ebenen Afrikas und über der Meeresfläche in verschiedenem Verhältniß. Von Santa Cruz aus nimmt sich der Pic weit weniger malerisch aus als im Hafen von Orotava. mit Pappeln besetzte Spaziergang bringen die einzige Abwechselung in das eintönige Bild.und Bananengruppen am Strande bis zu der Region der Arbutus. und es ging uns wie den meisten Reisenden. in Berührung kommt.] Trotz diesem Unterschied. von Santa Cruz 22. Wir sahen nur den Zuckerhut. trägt überall den Stempel der Unfruchtbarkeit. sich öfter unbewölkt zeigen als Berge. das häufig die Gipfel der Hochalpen färbt. einen großen Theil des Jahres in Dunst gehüllt. und zuweilen sieht man ihn auf der Rhede von Santa Cruz mehrere Wochen lang nicht ein einzigesmal.500 Toisen entfernt. Dort ergreift der Gegensatz zwischen einer lachenden. Wir haben in der Cordillere der Anden die Beobachtung gemacht. aber der Pic von Teneriffa ist. der Lorbeeren und Pinien ist das vulkanische Gestein mit kräftigem Pflanzenwuchs bedeckt. vom Molo von Neapel aus gesehen. Die Luft. reich bebauten Ebene und der wilden Physiognomie des Vulkanes. warf ein röthliches Licht zurück. daß Kegelberge. Der Gipfel des Pics ist nicht öder als das Vorgebirge aus basaltischer Lava. warum die Dünste in Luftschichten sichtbar werden. Die Ostküste dagegen. niedrigsten Eilande die Wolken anziehen und festhalten. sein Kegel hob sich vom reinsten Himmelsblau ab. und obgleich am letzteren Orte der Vulkan kaum so weit über den Horizont aufsteigt. an der Santa Cruz liegt. Allmählich ging dieser Schimmer in das blendendste Weiß über. wenn man ihn vor Anker auf der Rhede zum erstenmal sieht. nicht mehr 41 . während auf dem Hafendamm von Santa Cruz der Winkel kaum 4°36￿ beträgt. daß selbst die kleinsten. je weiter sie gegen Wesst gelangen. während schwarze dicke Wolken den übrigen Berg bis auf 1800 Toisen [3500 m] Höhe einhüllten.ern und Fenstern ohne Glas vor einer schwarzen senkrechten Felsmauer ohne allen Pflanzenwuchs. das der Punta de Naga zuläuft und wo Fettpflanzen in den Ritzen des Gesteines eben erst den Grund zu einstiger Dammerde legen. Man begreift. wie sogar Völker. vom Festland weggeführt. die über dem hießen Wüstensand ausnehmend trochen war. sobald sie mit der Meeresfläche oder mit der Luft. so ist dennoch der Anblick des Pics. ImHaven von Orotava erscheint die Spitze des Zuckerhutes unter einem Winkel von 16 ½°. dem ähnlich. welche die Passatwinde herführen. Die Erscheinung erklärt sich ohne Zweifel daraus. kühlen sich immer mehr ab. daß er westwärts von einem großen Festland und ganz isoliert im Meere liegt. Man sieht also leicht. [Der Spitze des Vulkans ist von Orotava etwa 8600. Von den Palmen. welche unter dem schönen Himmel von Griechenland und Italien wohnen. trotz seiner Kegelgestalt. der Pic sey noch mit Schnee bedeckt und wir werden nur mit großer Mühe an den Rand des Kraters gelangen können. wir meinten. im östlichen Teil von Teneriffa eine der glückseligen Inseln gefunden zu haben meinten. Der Bimsstein. Die Schiffer wissen recht gut. deren Krone mit vielen kleinen Unebenheiten besetzt ist. wie der Cotopaxi und der Tungurahua. die auf dieser Fläche ruht. als der Vesuv. die. wie der Antisana und der Pichincha. schwängert sich rasch. äußerst großartig. Ein hübscher Hafendamm aus gehauenen Steinen und der öffentliche.

Zudem hält die bedeutende Masse eines frei aus dem atlantischen Meere aufsteigenden Berges die Wolken auf. was ihnen natürlich nicht bewilligt wurde. zur rechten Zeit an Bord zurückzukehren. Derselbe Seefahrer hatte im Jahr 1799 die magnetische Inclination gleich 61°52￿ gefunden. Diese Angaben zeigen. je nachdem man sie auf dem Hafendamm oder an verschiedenen Punkten nordwärts längs des Gestades beobachtet. Als wir die Straßen von Santa Cruz betraten. Das Boot wurde sogleich zur Corvette zurückgeschickt. an Bord des Pizarro gehend zu dürfen. welche Capitän Cook für Teneriffa und das Cap der guten Hoffnung annahm. daß am Abhang des Vesuvs und im Innern des Kraters die Intensität der magnetischen Kraft durch die Nähe der Laven modicirt wird. Lange und mit Ungeduld warteten wir auf die Erlaubnis von seiten des Statthalters. um die Länge des Hafendammes von Santa Cruz zu bestimmen und die Inclination der Magnetnadel zu beobachten. viel zu weit westlich sind. und doch stand der Thermometer nur auf 25 Grad. stiegen wir endlich ans Land. was mit dem Resultat übereinstimmt. sehr gebräuntes. das die Capitana hieß. nicht weil jene Luft mehr Sauerstoff enthält als die Luft am Land. Das erste. daß sich einer von der Mannschaft versteckt habe.die Temperatur haben. schlecht gekleidetes Frauenzimmer. war ein hochgewachsenes. Die Genauigkeit meines Ergebnisses wurde drei Jahre darauf bei der Expedition des Ritters Krusenstern bestätigt: man fand für Santa Cruz 16°12￿45￿ westlich von Greenwich. so oft man ans Land geht. Wenn man lange Seeluft geathmet hat. Diese Bestimmung weicht um 3–4 Bogenminuten von derjenigen ab. Bonpland und ich fanden 62°24￿. Die Capitana ist von ihresgleichen als Anführerin gewählt. Ich nützte die Zeit. uns mit ihren vielerlei Fragen geplagt hatten. welche der Wind der hohen See zutreibt. die sich aus den alten Beobachtungen von Fleurieu. wenn man fürchtet. was sich mit dem Dienst auf den Schiffen nicht verträgt. weil die auf der Rhede sehr gefährliche Brandung es leicht hätte am Hafendamm zertrümmern können. sie fordert die Matrosen auf. Vancouver und la Peyrouse ergibt. das de Rossel bei d’Entrecasteaux’s Expedition im Jahr 1791 erhielt. wie man irrthümlich 42 . um sich nach politischen Neuigkeiten zu erkundigen. was uns zu Gesicht kam. und die Officiere wenden sich an sie. bei der sie sich mit Wasser gesättigt hatten. sie bestürmten uns mit der Bitte. daß die Längen. Pingré. Nachdem die Leute. die zu uns an Bord gekommen waren. Borda. Ich habe mit Gay-Lussac die Beobachtung gemacht. In diesem von Europäern so stark besuchten Hafen ist die Ausschweifung diszipliniert. Diese Schwankungen können ein einem von vulkanischem Gestein umgebenen Orte nicht befremden. und sie hat große Gewalt über sie. ans Land gehen zu dürfen. Hinter ihr kamen einige andere in nicht anständigerem Aufzug. folglich 18°33￿0￿ westlich von Paris. fühlt man sich unbehaglich. Guenot hatte übrigens gleichfalls 18°33￿36￿ gefunden und der unglückliche Capitän Blight 18°34￿30￿. Die Declination der Nadel schwankt um mehrere Grade. Sie läßt nichts geschehen. kam es uns zum Ersticken heiß vor. Der Chronometer von Louis Berthoud gab jene zu 18°33￿10￿ an. um auszureißen.

Miasmen. fortwährend in den Luftkreis entbinden. Die Empfehlungen des Madrider Hofes verschafften uns auf den Canarien. welche die Ueberfahrt in drei. sind durch lange Cultur constant geworden. die man zuweilen zu Cadix sieht. den Melonenbaum. und das berühmte dreißig Fuß [10 m] hohe Denkmal aus carrarischen Marmor. zumal wenn sie nicht schon seit längerer Zeit denselben Reizen ausgesetzt gewesen sind. Der Hafen von Santa Cruz ist eigentlich ein großes Caravanserai auf dem Wege nach Amerika und Indien. vier Tagen machen. Ich halte mich auch nicht damit auf. der am wenigsten vom Frost leidet. Wir waren mit unserer Ausbeute sehr schlecht zufrieben. Diese Varietäten. den Bananenbaum. Die Bananen auf Teneriffa sind die. in seinem Garten im Freien gezogene Gewächse zu bewundern. Der Camburi. Am Abend machten wir eine botanische Excursion nach dem Fort Passo Alto längs der Basaltfelsen. wird sogar in Malaga mit Erfolg gebaut [Die mittlere Temperatur dieser Stadt beträgt nur 18°. wie unsere Apfel. sondern weil sie weniger mit den Gasgemischen geschwängert ist. so läßt dagegen die Topographie der kleinen Städte Funchal. die kaum ein paar hundert Bände zählt. Das Klima der Canarien ist indessen nicht warm genug. um den ächten Platano arton mit dreieckiger. Santa Cruz de Tenerifa. wirken gewaltig auf die Organe. die Insel zu bereisen. welche die meisten Botaniker verwechseln. gar nicht aufgefallen. ist eine ziemlich hübsche Stadt mit 8000 Einwohnern. welche die spanischen Colonisten Camburis oder Guineos und Dominicos nennen. welche sich der chemischen Analyse entziehen.behauptet hat. die Bibliothek der Dominicaner. und wenn die Naturgeschichte dieser Inseln der Forschung noch ein ungeheures Feld bietet. der eine mittlere Temperatur von etwa 24 Graden verlangt und selbst nicht im Thale von Caracas fortkommt. nahm uns in seinem Hause auf und überhäufte uns mit Höflichkeit. Laguna und Orotava fast nichts zu wünschen übrig. kommen von den Canarien auf Schiffen. die befriedigendste Aufnahme. die Kirchen zu beschreiben. Die Musa. reif werden zu lassen. Befehlshaber eines Infanterieregimentes. und die man bis jetzt nirgends wild gefunden hat. Santa Cruz. Mir ist die Menge von Mönchen und Weltgeistlichen.und Birnenbäume. das Añaza der Guanchen. Fast alle Reisebeschreibungen beginnen mit einer Beschreibung von Madeira und Teneriffa. welche das Vorgebirge Naga bilden. Der Oberst Armiaga. den Hafendamm. sieben bis acht Zoll langer Frucht. zum Gedächtniß ihrer wunderbaren Erscheinung zu Chimisay bei Guimar im Jahre 1362. die Poinciana pulcherrima und andere. denn die Trockenheit und der Staub hat- 43 . obgleich sie sehr verschiedene Klimate verlangen. variiert meist in ihren Früchten. aber die Früchte. Wir wurden nicht müde. die allen Völkern der heißen Zone bekannt ist. welche die thierischen und Pflanzenstoffe und die Dammerde. wo die Einwohnerschaft Abends zusammenkommt. Vor allem ertheilte uns der Generalcapitän die Erlaubniß. welche die Reisenden in allen Ländern unter spanischem Zepter sehen zu müssen glauben. wie in allen anderen spanischen Besitzungen.]. geweiht unserer lieben Frau von Candelaria. die wir bis jetzt nur in Treibhäusern gesehen hatten. die sich aus ihrer Zersetzung bildet. um der Kühle zu genießen.

hier keiner Gefahr aussetzen konnten. wenn anders der Schnee es gestattete. und dies erklärt sich wohl leicht daraus. Herr von Perlasca habe hier eine neue Straße anlegen lassen. die Waaren von der Douane in die Magazine der Kaufleute zu schaffen. daß ein so gewaltiges Thier schwer auf schwachen Fahrzeugen zu transportiren ist. hat man die Kameele zuweilen Junge werfen sehen. In Santa Cruz konnte ich Niemanden auffinden. Die merkwürdigsten Dinge haben desto weniger Reiz für uns. Da wir voraussahen. er ist schmal und vielfach gewunden. wegen der Blockade der englischen Schiffe dürften wir nur auf einen Aufenthalt von vier. Diese Thiere werden vorzugsweise dazu gebraucht. so lange zu verweilen. 44 . fünf Tagen rechnen. die zusammen 900 Pfund wiegen. während ihrer auf Lanzerota und Fortaventura viele Tausende sind. Am 20. denn wegen der Brandung hatten in der Nacht nicht an Bord gehen können. daß wir bei unserer Besteigung des Pic sehr würden eilen müssen. mahnten uns durch ihren Habitus daran. die uns in unbekannteren Ländern dienen sollten. Juni vor Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg nach Villa de la Laguna. wie die Pferde. in den Hafen von Orotava zu kommen. welche ihre Nahrung vielmehr aus der Luft als aus dem Boden ziehen. Cacalia Kleinia. Nach meiner Rückkehr habe ich gehört. der in der Regenzeit schöne Fälle bildet. Auf Teneriffa sind die Kameele nicht sehr häufig. der am Westabhang des Vulkans liegt. das sich in Südamerika fortpflanzt. die 350 Toisen [682 m] über dem Hafen von Santa Cruz liegt. man kann aber die Ladung bis auf 13 Zentner oder 52 castilische Arrobas steigern. daß die Instrumente. sie gehören einer anderen Rasse an als die Westafrikaner. die sehr leicht beladen schienen. und ich kannte Schaffhauser. ohne daß man die Guanchen als die Ueberreste der Bevölkerung der Atlantis zu betrachten und zu glauben braucht. daß dieses nützliche Thier.ten die Vegetation so ziemlich vernichtet. und ich wunderte mich nicht darüber. Euphorbia canariensis und sehr verschiedene andere Fettpflanzen. der den Pic bestiegen gehabt hätte. Diese Inseln liegen Afrika näher und kommen daher auch in Klima und Vegetation mehr mit diesem Continent überein. Diese Lastthiere. wo die bedeutendsten Zuckerrohrpflanzungen sind. und zwar dem dürrsten Striche dieses Festlandes. Der Capitän der Corvette hatte zwar den Befehl. je näher sie uns sind. sind im fünfzehnten Jahrhundert durch die normännischen Eroberer auf den Canarien eingeführt worden. auf dem sie wachsen. auf der Wagen fahren können. Nur im fruchtbaren Distrikt von Adexe. und wo wir Führer zu finden sollten. so war es uns ganz lieb. daß diese Inseln Afrika angehören. um Barometer und Inclinationscompaß zu holen. Es ist sehr auffallend. man gab uns aber zu erkennen. welche den Rheinfall niemals in der Nähe gesehen hatten. Der Weg nach Laguna hinauf läuft an der rechten Seite eines Baches oder Barranco hin. Wir eilten demnach. Wir konnten diese Höhenangabe nicht verificiren. daß wir die Spitze des Pics besteigen könnten. Bei der Stadt begegneten uns weiße Kameele. Man ladet ihnen gewöhnlich zwei Kisten Havanazucker auf. dies auf Teneriffa fast nie thut. Die Guanchen kannten sie nicht.

Nach dem Gesetz der Wärmeabnahme machen in dieser Breite 350 Toisen Höhe nur drei bis vier Grad Temperaturunterschied. so muß man annehmen. es zählt nur noch 9000 Einwohner. worunter gegen 400 Mönche in sechs Klöstern. wobei die weiche Masse wirklich geschichtet wurde. wie bei den Gesteinen. unabhängig vom System neuerer vulkanischer Gebirgsarten. Myrten und Erdbeerbäume krönen. Die fortwährende Kühle. wenn man an der Küste von Caracas vom Berg Avila zum Hafen von Guayra niedersteigt. die Gerste hieß 45 . Manche Reisende behaupten. desto kühler wurde die Luft. man meint.Der Hügel. da es in Santa Cruz zum Ersticken heiß ist. Nirgends hat er das Ansehen eines Lavastroms. Laguna ist in seinem Wohlstand herabgekommen. ein Wahrzeichen des Getreidebaus in diesem hochgelegenen Striche. am Fuße eines Hügels. welche auf den Canarien. der überall in der Natur vielmehr einen früheren Zustand der Dinge als den gegenwärtigen im Auge hat. so ist der Temperaturwechsel auf dem Rückweg von Laguna zum Hafen noch auffallender. Unsere Maulthiere glitten jeden Augenblick auf stark geneigten Steinlagern aus. seit die Seitenausbrüche des Vulkans den Hafen von Garachico zerstört haben und Santa Cruz der Haupthandelsplatz der Inseln geworden ist. daß die nährenden Grasarten den Guanchen bekannt waren. wenn er Santa Cruz de Teneriffa oder Guayra betritt. Sie liegt keineswegs. die nach Ost unter einem Winkel von 30 – 40 Grad fallen. Cacalia Kleinia und Fackeldisteln (Cactus). Außer einigen baumartigen Euphorbien. zweifelt nicht daran. aus denen die Somma neben dem Vesuv besteht. Der Basalt von Laguna ist nicht säulenförmig. an einem See. ist die Hauptstadt von Teneriffa wirklich ungemein freundlich gelegen. Das Korn hieß auf Teneriffa tano. Die Stadt ist mit zahlreichen Windmühlen umgeben. macht die Stadt für die Canarier zu einem köstlichen Aufenthaltsort. Das Regenwasser bildet hier periodisch einen weiten Sumpf. die. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit. auf dem die Stadt San Christobal de la Laguna liegt. daß sie in Folge eines unterseeischen Ausbruchs gebildet sind. welche die spanische Nation im sechzehnten Jahrhundert entwickelt hat. an welche beide Städte sich lehnen. einen weiten Gürtel um den Pic von Teneriffa bilden. den Lorbeeren. daß die ganze Ebene ein großes ausgetrockenetes Becken ist. wächst nichts auf diesem dürren Gestein. ist daher wohl dem Rückprallen der Wärme von den Felsen zuzuschreiben. umgeben von Gärten. Da widrige Eindrücke unsere Organe stärker angreifen. Indessen sahen wir die Ueberreste eines alten Pflasters. der an den Abhängen der Pics ausgebrochen wäre. Die Hitze. Bei jedem Schritt stößt man in den Colonien auf Spuren der Thatkraft. die Hälfte der Bevölkerung bestehe aus Kuttenträgern. Hat der gegenwärtige Vulkan diese Basalte hervorgebracht. und dies thut um so wohler. gehört dem System von Basaltgebirgen an. Je näher wir Laguna kamen. die in Laguna herrscht. welche dem Reisenden so lästig wird. auf Lanzerota triffa. man nähere sich der Mündung eines Schmelzofens. und der Geolog. wie im südlichen Europa und auf dem afrikanischen Festland verwildert sind. Man hat dieselbe Empfindung. wie man nach meheren Reiseberichten glauben sollte. sondern zeigt nicht sehr dicke Schichten. Auf einer kleinen Ebene.

auf Canaria aramotanoque. Teneriffa dagegen. hat schon ein gut Theil der Herrlichkeit aufzuweisen. ihre Kranken nach Teneriffa zu schicken. daß die Guanchen zu den Völkern der alten Welt gehörten. weil der Wechsel der Jahreszeiten sich noch zu stark fühlbar macht. gleich Peru und Mexico. der Naturforscher bei Capitän Cooks dritter Reise. wie überall. bevor überhaupt Getreide gebaut wurde. Diese Nahrung weist bestimmt darauf hin. Das südliche Europa bietet nicht dieselben Vortheile. deren Anblick einen in beiden Indien so tief empört. die letzteren kannten vor der Ankunft der Europäer weder Getreide. die Bananen und die Palmen. welche manche Heilkünstler die entlegendsten Bäder wählen läßt. erhöhen diese Capellen. aber sehr alt und die Straßen öde. wohl selbst zur caucasischen Race. auf Lanzerota tamosen. Kein Ort der Welt scheint mir geeigneter. daß die Häuser so alt sind. die häufigen Nebel geben diesen Gewächsen Unterhalt. wohin europäische Colonisten ihre sogenannte Aufklärung und ihre Industrie getragen haben. gleichsam an der Pforte der Tropen und doch nur wenige Tagereisen von Spanien. woraus man schließen sollte.]. findet auf dieser köstlichen Insel noch kräftigere Heilmittel als das Klima. Wer Sinn für Naturschönheit hat. Der Boden der Inseln steigt amphitheatralisch auf und zeigt. keineswegs aus der Rücksicht. Das Innere der Stadt entspricht dem Aeußern durchaus nicht. dessen alle Reisende gedenken. wie die andern Atlanten [Ich lasse mich hier auf keine Verhandlung über die Existenz der Atlantis ein und erwähne nur. Anderson. die Schwermuth zu bannen und einen schmerzlich ergriffenen Gemüthe den Frieden wiederzugeben. Dächer und Mauern sind bedeckt mit Sempervivum canariense und dem zierlichen Trichomanes. gibt den europäischen Aerzten den Rath. Der Botaniker hat übrigens nicht zudauern. Man hin indessen nie schneien sehen. noch Käse. Eine Menge Capellen.) be- 46 . liegen um die Stadt Laguna. noch Milch. über dessen Ursprung so viele systematische Träumereien ausgeheckt worden sind. Im Winter ist das Klima von Laguna sehr nebligt und die Einwohner beklagen sich häufig über Frost. die Stadt desselben Namens und Laguna sind vier Orte. wenn auch in kleinerem Maaßstab. Und solches wirkt nicht allein die herrliche Lage und die reine Luft. als Teneriffa und Madeia. sondern vor allem das Nichtvorhandensein der Sklaverei. Geröstetes Gerstenmehl (gofio) und Ziegenmilch waren die vornehmsten Nahrungsmittel dieses Volkes. Umgeben von immergrünen Bäumen auf kleinen Anhöhen. Im Pflanzenreich treten bereits mehrere der schönsten und großartigsten Gestalten auf. Santa Cruz. daß nach Diodor von Sicilien die Atlanten die Cerealien nicht kannten. von afrikanischer Hitze bis zum Froste der Hochalpen. wie überall den malerischen Reiz der Landschaft. der Hafen von Orotava. mit der die Natur die Länder zwischen den Wendekreisen ausgestattet. von den Spaniern ermitas genannt. daß die mittlere Temperatur der Stadt über 18°. alle Klimate.7 (15° R. und nicht. deren mittlere Temperaturen eine abnehmende Reihe darstellen. Die Häuser sind solid gebaut. weil sie von der übrigen Menschheit getrennt worden. zu den Volksstämmen der neuen Welt. sondern wegen der ungemeinen Milde und Gleichmäßigkeit des Klimas der Canarien.

als es nach der Meereshöhe seyn sollte. das heißt die Erscheinungen. während es im südlichen Europa und in Afrika noch an Orten schneit. der ein Ort vermöge seiner besondern Lage ausgesetzt ist. Für streng kann dieser Schluß nicht gelten. und doch hat man in hundert Jahren nur ein einziges mal schneien sehen. Dies war seit mehreren Jahrhunderten nicht vorgekommen. daß der Brotfruchtbaum in Calabrien. vielleicht die Beschaffenheit des Bodens und die Winde. z. in der Schnee fällt. die in der Blüthezeit wehen. In andern Ländern. sogar in Malaga.8 (13°. B. wie auch in Orotava. Diese köstlichen Gewächse der Südsee und Ostindiens wurden hier einheimisch. Wegen der Nähe des Meeres ist das Klima von Laguna im Winter milder. nur 16°. Die mittlere Temperatur der Hauptstadt von Mexico ist z.). auf Sicilien und in Grenada fortkäme? Der Anbau des Kaffeebaumes ist in Laguna nicht in gleichem Maaße gelungen. die über 19 Grad mittlere Temperatur haben. also noch unter dem 37. wenn auch sehr selten. Breitengrad 0° 20° 40° Geringste Höhe. Sollte dieser Versuch nicht beweisen. Besondere Lokalitäten können Ausnahmen herbeiführen. denn im Winter hängt die Erkältung der Wolken weniger von der mittleren Temperatur des ganzen Jahres ab als vielmehr von der augenblicklichen Erniedrigung der Wärme. in Neapel. und das Ereigniß trat gerade am Tage ein. 3980 m 3020 m 0m Untere Grenze des ewigen Schnees 4790 m 4600 m 3000 m Mittlere Temperatur 27° C 24°5 C 17° C Differenz 810 m 1580 m 3000 m Diese Tafel gibt nur das Durchschnittsverhältniß. bei Neapel. B. die 1173 Toisen [2286 m] über dem Meere liegt. So schneit es zuweilen. in der jährlich Schnee fällt. obgleich die mittlere Temperatur kaum über 18 Grad der hunderttheiligen Scale beträgt. es ist aber bis jetzt fast in allen Erdstrichen versäumt worden. wenn auch die Früchte bei Tegueste und zwischen dem Hafen von Orotava und dem Dorfe San Juan de la Rambla reif werden. Solches ist mittelst barometrischer Messung leicht auszuführen. wie sie sich im ganzen Jahre zeigen. Ich stelle die Ergebnisse meiner betreffenden Beobachtungen in folgender Uebersicht zusammen. mitten in der Stadt.5 R. Grad der Breite. da die Jesuiten vertrieben 47 . daran Schuld. Wahrscheinlich sind örtliche Verhältnisse. das heißt mehr als in Neapel.trägt. wie ich mit Verwunderung hörte. Herr Broussonet hat sogar. noch niemals bestimmt worden. hat man Schnee in der Stadt Mexiko fallen sehen. und ganz so wichtig als das Höhenmaaß der untern Grenze des ewigen Schnees. Brotfruchtbäume (Artocarpus incisa) und Zimmtbäume (Laurus cinnamomum) angepflanzt. Lissabon. und wie schon bemerkt. und doch ist diese Bestimmung von großem Belang für den Ackerbau in den Colonien und für die Meteorologie. Auf Teneriffa ist die mittlere Höhe. trägt der Kaffeebaum ziemlich reichlich Früchte. im Garten des Marquis von Nava.

daß ihnen der Frost weniger schadet. den vulkanischen Tuffen ähnliche Mengsteine. Nur in einigen Schluchten kommen säulenförmige. erfrieren nach Galesio erst bei −10° der hunderttheiligen Scale.10 Zwischen der Stadt Laguna. die Mirica Faya und Arbutus callycarpa litten nicht durch den Schnee. Wenn man ins Tal von Tacoronte hinabkommt. wo die Natur großartiger ist. In Italien und Spanien gehen Orangenund Dattelbäume nicht zu Grunde. 10 Die Schwäche der Lebenskraft zeigt sich an den Maulbeerbäumen. der Hauptstadt der Provinz Mechoacan. die in einem Erdreich wachsen. 48 . daß ihnen nur wenig Nahrungssäfte bietet. aber alle Schweine. muß ich gestehen. Ich habe im heißen Erdgürtel Landschaften gesehen. finden sich Versteinerungen von Seethieren darin.und Landbau die Bemerkung. als solche. dicht bei der Stadt dieses Namens. kamen dadurch um. Leider entziehen eisenhaltige Flötzschichten den Boden der geologischen Untersuchung. durch die Vertheilung von Grün und Felsmassen so harmonisches Gemälde vor mir gehabt zu haben. ja zuweilen fast auf den Gefrierpunkt fällt. so anziehendes. Wahrscheinlich reißt das Wasser diese Krystalle vom anstehenden Gestein ab. die auf magerem sandigen Boden in der Nähe des baltischen Meeres gezogen werden. Die Erica arborea. Auch auf Teneriffa hat man an einem Orte über Esperanza de la Laguna. betritt man das herrliche Land.wurden. die im Freien waren. wenn er nur nicht lange anhält. Im Allgemeinen macht man beim Garten. wenn es auch bei Nacht zwei Grad Kälte hat. und darüber sehr neue. Diese Bäume. wie zu Frascati bei Rom. In Italien bringt ein Frost von 5 Grad unter dem Gefrierpunkt kräftige Orangenbäume nicht um. Nach meinen Messungen liegt diese Stadt unter 19°41’ der Breite nur tausend Toisen hoch. und wie versichert wird. in der man hin und wieder kleine Augitkrystalle findet. in deren Gärten Brotbäume wachsen. ganz dasselbe kommt im Vicentinischen bei Montechio maggiore vor. In denselben sind Bruchstücke des unterliegenden Basalts eingeschlossen. Dieser außerordentliche Fall wurde Broussonet von sehr alten Leuten erzählt. daß Pflanzen in fruchtbarem Boden weniger zärtlich und somit auch für ungewöhnlich niedrige Temperaturgrade weniger empfindlich sind. die Cordilleren in Peru und die schönen Thäler von Mexiko durchwandert. reicher in der Entwicklung organischer Formen. Die Spätfröste thun ihnen weit weher als den Maulbeerbäumen in Piemont. Ich habe auf der Insel Cuba den Bananenbaum an Orten angebaut gesehen. von dem die Reisenden aller Nationen mit Begeisterung sprechen. Diese Beobachtung ist für die Pflanzenphysiologie von Wichtigkeit. Noch ein auffallenderes Beispiel bietet das Klima von Valladolid. schneien sehen. nirgends ein so mannigfaltiges. wo der hunderttheilige Thermometer auf 7 Grad. In heißen Ländern sind die Gewächse so kräftig. aber nachdem ich die Ufer des Orinoko. und dem Hafen von Orotava und der Westküste von Teneriffa kommt man zuerst durch ein hügligtes Land mit schwarzer thonigter Dammerde. dennoch waren daselbst wenige Jahre vor meiner Ankunft in Neuspanien die Straßen mehrere Stunden lang mit Schnee bedeckt. und wurde vom Volke natürlich dieser Gewaltmaaßregel zugeschrieben. die weniger empfindlich sind als Citronen. etwas gebogene Basalte zu Tag.

Sommers. wenn der Tag sich neigt. Myrten und Cypressen umgeben Capellen. Vielleicht waren Eilande. um welchen Preis der Sieg erkauft worden. sie erscheint noch größer. Diese beiden Namen findet man in allen spanischen Colonien neben einander. In der neuen Welt weist er gewöhnlich auf eine Niederlage der Eingeborenen hin. wo die Spanier von denselben 49 . die Frucht ihrer Arbeit gehört dem Adel. noch mit der Fülle der Natur im Verhältniß. was sie in einer langen Reihe von Jahrhunderten aufgebaut.und Aschenhaufen. läßt noch heute das Volk der Canarien zu keiner Blüthe gelangen. weiter oben stechen Bananengebüsche von Drachenbäumen ab. daß die Vulkane wieder zerstören. welche die Andacht auf freistehenden Hügeln errichtet hat. bringt der Seewind angenehme Kühlung. wo der Mensch dem Boden. Leider steht der Wohlstand der Bewohner weder mit ihrem Fleiße. aber gar oft werden diese neuen Länder durch dieselben Kräfte zerstört. genießt man in diesem Landstrich eines ewigen Frühlings. Die Geschichte des Erdballes lehrt uns. durch die sie vom Boden des Ozeans über seine Fläche gelangt sind. Blutbad. die jetzt nichts sind als Schlacken. das so lange ganz Europa unglücklich gemacht hat. Der Anblick dieses Berges ist nicht allein wegen seiner imposanten Masse anziehend. Der Anblick eines Feuerschlundes mitten in einem fruchtbaren Lande mit reichem Anbau hat indessen etwas Niederschlagendes. er beschäftigt lebhaft des Geist und läßt uns den geheimnisvollen Quellen der vulkanischen Kräfte nachdenken. deren Stamm man ganz richtig mit einem Schlangenleib vergleicht. bekleiden die Mauern. und das Lehnssystem. Matanza bedeutet Schlachtbank. Die das Land bauen. deren letzter im Jahre 1798 erfolgte. Inseln. nur ist die Westseite von Teneriffa unendlich schöner wegen der Nähe des Pics. zumal Farne. Mit Blüthen bedeckte Orangenbäume. Ueberall sind die Grundstücke durch Hecken von Agave und Cactus eingefriedigt. während der Vulkan mit Eis und Schnee bedeckt ist. Im Winter. Unzählige kryptogamische Gewächse. Wohl den Ländern. der bei jedem Schritt wieder eine andere Ansicht bietet. lachenden Grün. berühmt durch seinen trefflichen Malvasier. nicht mißtrauen darf! Auf unserem Wege zum Hafen von Orotava kamen wir durch die hübschen Dörfer Matanza und Victoria. und schon das Wort deutet an. Ich möchte sie mit der Umgegend von Capua oder Valencia vergleichen. Die Abhänge sind mit Reben bepflanzt. die von kleinen klaren Wasserquellen feucht erhalten werden. sind meist nicht Eigenthümer desselben. einst so fruchtbar als die Gelände von Tacoronte und Sauzal. die sich um sehr hohe Spaliere ranken. auf Teneriffa bezeichnet Matanza den Ort. Seit Tausenden von Jahren ist kein Lichtschimmer auf der Spitze des Piton gesehen worden. auf dem er wohnt. sie machen einen widrigen Eindruck in einem Lande. Die Bevölkerung der Küste ist hier sehr stark. wo alles Ruhe und Frieden atmet. was den Reiz der Landschaft noch erhöht.Das Meeresufer schmücken Dattelpalmen und Cocosnußbäume. Von Tegueste und Tacoronte bis zum Dorfe San Juan de la Rambla. welche die unterirdischen Feuer über die Fluthen emporgehoben. weil Häuser und Gärten zerstreut liegen. schmücken sich allmählich mit reichem. beweisen die fortwährende Thätigkeit eines nicht erlöschenden Feuers. ist die Küste wie ein Garten angebaut. aber ungeheure Seitenausbrüche.

besuchten wir den botanischen Garten nicht weit vom Hafen. [Am 8. den Ledru in seiner Reise nach Portorico beschreibt. Mit ungeheuren Kosten ließ er den Hügel von Durasno. und im Jahr 1795 machte man mit den Anpflanzungen den Anfang. Die orangegelbe Quinquina (Cinchona lancifolia) ist weit weniger empfindlich als die rothe (C. Wir fanden daselbst einen geschickten Gärtner. des Vorstehers des königlichen Gartens zu Kew. durch die der Pariser Pflanzengarten ansehnlich bereichert worden ist. zu Grunde. afrikanische. Die erste Idee eines solchen verdankt man dem Marquis von Nava (Marquis von Villanueva del Prado). die man bald auf den spanischen Märkten als Sklaven verkaufte. oblongifolia)] in Sicilien. Juni 1798. die sich allmählich an die niedrigere Temperatur des südlichen Europa gewöhnen sollen. bei Nacht zwischen 3 und 4 Grad steht. Der Boden steigt in Terrassen auf und wird von einer natürlichen Quelle bewässert. kann der Garten in Teneriffa auch für die starken Pflanzensendungen aus Indien nach Europa von Bedeutung werden. müßte man ihn zuerst in Durasno oder Laguna anbauen und dann erst die Schößlinge der canarischen China nach Europa verpflanzen. wo kein Seekrieg mehr den Verkehr in Fesseln schlägt. Asiatisch. Da die Unterhaltung des botanischen Gartens von Jahr zu Jahr kostspieliger wurde. einem Mann. südamerikanische Pflanzen gelangen leicht in den Garten bei Orotava. einen Schüler Aitons. Ein furchtbarer Sturm. der geeignetste Punkt seyen. Er hatte mit Capitän Baudin eine Fahrt nach Antillen gemacht. die wie ein Castell aus 50 . vermöge des midlen Klimas und der geographischen Lage. das Gute zu fördern. und das herrliche Klima der Insel brachte Legros zu dem Enschluß. Nava war der Ansicht. den man sehr uneigentlich den Ausbruch des Vulkans von Chahorra nennt. von seinem Vermögen den edelsten Gebrauch gemacht hat. Man hat die Aussicht auf die Insel Palma. trat der Marquis denselben der Regierung ab. wo der Thermometer bei Tag zwischen 9 und 10 Grad. ehe sie unsere Küsten erreichen. wobei sie sich erholen könnten. um die Naturprodukte beider Indien zu acclimatisiren. weil sie auf der langen Ueberfahrt eine mit Salzwasser geschwängerte Luft athmen müssen. da derselbe sowohl für die wissenschaftliche Botanik als für die Einführung nützlicher Gewächse in Europa sehr förderlich werden kann.Guanchen geschlagen wurden. der oft auf der Spitze des Pic gewesen war und an dem wir einen vortrefflichen Führer fanden. Portugal oder Grenada einzuführen. die in Peru und im Königreich Neu-Grenada auf dem Rücken der Cordilleren. um die Gewächse aufzunehmen. abheben. In besseren Zeiten. Im Garten von Orotava fänden sie eine Pflege und ein Klima. der amphitheatralisch aufsteigt. daß die Canarien. zwang das Fahrzeug bei Teneriffa anzulegen. Wir trafen da den französischen Viceconsul Legros. Diese Gewächse gehen häufig. Ihm verdankt die gelehrte Welt Europas die ersten genauen Nachrichten über den großen Seitenausbruch des Pics. zwischen 1000 und 1500 Toisen Meereshöhe an Orten wachsen. sich hier niederzulassen. Ehe wir nach Orotava kamen. der Poivre an die Seite gestellt zu werden verdient und im Triebe. um den Chinabaum [Ich meine die Chinaarten.] Die Anlage eines botanischen Gartens auf Teneriffa ist ein sehr glücklicher Gedanke.

Barrow eingeschlagen. mit auf Gerathewohl aus Linnés systema vegetabilium genommen schienen.und Kunstfreunde sind auf der Reise durch die Schweiz oder Italien in ganz ähnlicher Gemüthsverfassung. Emparan. dessen zuvorkommende Gefälligkeit wir nicht genug loben können. die man leider auch in manchen europäischen Gärten findet.dem Meere emporsteigt. und überhaupt alle Reisenden. 51 . Man kann nicht von Orotova sprechen. Aber auf einer Reise wie die. Wir kamen sehr spät in den Hafen von Orotava. Morgens waren wir auf dem Weg nach dem Gipfel des Vulkans. auf einer Inselgruppe an der Küste von Afrika der liebenswürdigen Geselligkeit.] wenn man anders diesen Namen einer Rhede geben kann. welche ich angetreten. Leidenschaftliche Natur. wo Gattungen fehlten. Labillardière. so wird ihnen der Genuß durch die Opfer verbitternt. Borda.] Mimosen und Heliconien im Freien. welche der Gouverneur von Cumana. wie wenn man das Chamounithal oder den Aetna besucht: man muß seinen Führern nachgehen und man bekommt nur zu sehen. [ Annona Cherimolia Lamarck. Gerne hätten wir einige Zeit in Cologans Hause verweilt und mit ihm in der Umgegend von Orotava die herrlichen Punkte San Juan de la Rambla und Rialexo de Abaxo besucht. ist es gerade. kommt man selten dazu. nicht ausführen zu können. mannigfaltigen Kenntnissen der feurigste Patriot. Etiketten aufgesteckt. was schon andere Reisende gesehen und beschrieben haben. In Durasno wachsen Proteen. den Pater Feullée. die sie auf jedem Schritt zu bringen haben. Wir pflückten reife Samen von mehreren schönen Glycinearten aus Neuholland. immer nur zum kleinsten Theil sehen können. die sich nur kurze Zeit in Teneriffa aufhalten konnten. die Interesse für sie haben. was man den andern Tag vorhat. da sie die Gegenstände. derselbe. Der Tag war nicht sehr schön. Legros. Wenn man den Pic besteigt. ohne die Freunde der Wissenschaft an Cologan zu erinnern. Bereits am 21. mit Erfolg angepflanzt hat und die seitdem auf den südamerikanischen Küsten wild geworden sind. der Gojavabaum. Wir fanden aber nicht viele Pflanzen hier: man hatte. die Ginsterebene und das Malpays. dessen Haus von jeher den Reisenden aller Nationen offen stand. und der Gipfel des Pic. [ Puerto de la Cruz. Don Bernardo Cologan ist bei gründlichen. Der einzige schöne Hafen der Canarien ist der von San Sebastiano auf der Insel Gomera. Diese Anordnung der Gewächse nach den Classen des Sexualsystems. Man ist freudig überrascht. der Gegenwart zu genießen. der Secretär des französischen Consulats zu Santa Cruz und der englische Gärtner von Durasno teilten mit uns die Beschwerden der Reise. von Sonnenaufgang bis zehn Uhr in dicke Wolken gehüllt. die man ausschließlich in einem kleinen Theile von Europa zu Hause glaubt. wenn der Wind stark aus Nordwest bläst. Mehrere Glieder dieser achtungswerthen Familie sind in London und Paris erzogen worden. Die quälende Besorgniß. ist dem Anbau sehr hinderlich. die Chirimoya aus Peru. auf der die Fahrzeuge unter Segel gehen müssen. den man in Orotava fast immer sieht. erhält einen in beständiger Unruhe. dem Kunstsinn zu begegnen. der Jambusenbaum. der edlen Wißbegierde. Ein einziger Weg führt auf den Vulkan durch Villa de Orotava.

wo die geschmolzenen Stoffe hervorquollen. daß ich in der ganzen unteren Region des Pics von Tenerifa auf der Seite gegen Orotava keinen Lavastrom. Ich habe wichtige. und wenn zahlreiche Lavaströme sich vereinigen und über eine Ebene ergießen. schlägt sich häufig nieder. nach den Ueberlieferungen der Guanchen fand dieser Ausbruch im Jahr 1430 statt. noch nicht veröffentlichte Beobachtungen daraus ausgezogen. 52 . in zwei große Becken gefaßt. der scharf begrenzt wäre. wie die obern Lavaschichten des Vesuv. [Ich entnehme diese Notiz einer interessanten Handschrift. Beim kühlen. so verschmelzen sie in einander und nehmen das Ansehen wirklich geschichteter Bildungen an. während auf dem Weg von Santa Cruz nach Laguna die Pflanzen nichts als Hülsen hatten. fanden wir basaltartigen Mandelstein (Werner) und Bimssteinconglomerat. Die Villa liegt etwa 160 Toisen (312 Meter) über dem Meer. treibt mehrere Mühlen und wird dann in die Weingärten des anliegenden Geländes geleitet. Das Klima in der Villa ist noch kühler als am Hafen. in dem Rapilli oder Bruchstücke von Bimsstein eingeschlosen sind. Beim Hafen von Orotava wird der kräftige Pflanzenwuchs den geologischen Beobachtungen hinderlich. Beobachtungen am Vesuv und in der Auvergne weisen darauf hin. Trotz diesen Uebereinstimmungen muß ich noch einmal bemerken. Résumé des opérations géographiques des côtes d´Espagne et de Portugal sur l´Océan. die den Boden ringsum bedecke. Der Hügel Montannitta de la Villa scheint wirklich einmal Lava ausgeworfen zu haben.] Ueberall. Es ist dies die Handschrift. Das Wasser. Letztere Formation hat Aehnlichkeit mit dem Tuff von Pausilipp und mit den Puzzolanschichten. also zweihundert Toisen niedriger als Laguna. feuchten Klima war der Boden mit schönem Grün bedeckt. da dort von morgens zehn Uhr ein starker Wind weht. Die Quelle Aqua mansa. Wir kamen an zwei kleinen glockenförmigen Hügeln vorüber. aus denen bereits der Samen ausgefallen war. überhaupt keinen vulkanischen Ausbruch gesehen habe. Regengüsse und Ueberschwemmungen wandeln die Erdoberfläche um. Der Obest Franqui versicherte Borda. sey noch nicht fruchtbar. d´une partie des côtes occidentales de l´Afrique et des îles Canaries. und die Asche. das sich bei höherer Temperatur in der Luft aufgelöst hat. die jetzt in Paris im Dépôt des cartes de la Marine aufgewahrt wird. und dadurch wird das Klima sehr nebligt.Der Contrast zwischen der Vegetation in diesem Striche von Teneriffa und der in der Umgegend von Santa Cruz überraschte uns angenehm. Es scheint dieß darauf hinzudeuten. daß dieselben Pflanzen an letzterem Orte einen Monat später blühen. von der de Fleurien in seinen Noten zu Marchands Reise spricht und die mir Borda zum Theil schon vor meiner Abreise mitgetheilt hatte. par le chevalier de Borda. wo das Gestein zu Tag ausgeht. die ich im Thal von Quito. Der Mandelstein hat langgezogene Poren. Villa de Orotava macht schon von weitem einen guten Eindruck durch die Fülle der Gewässer. am Fuße des Vulkans Pichincha. gefunden habe. daß dergleichen runde Erhöhungen von Seitenausbrüchen des großen Vulkans herrühren. man sehe noch deutlich. wie ich es am Vesuv im Atrio dei Cavalli gesehen. daß eine elastische Flüssigkeit durch die geschmolzene Materie durchgegangen ist. man bemerkt auch. die auf den Ort zueilen und durch die Hauptstraßen fließen. Sie führt den Titel.

ohne Zweifel einer der ältesten Bewohner unseres Erdballs. der den mittleren Umfang zu 33 Fuß 8 Zoll [10. gefunden wurde. die Kastanien. viel schneller wächst12 als der Drachenbaum. gibt dem Drachenbaum von Orotava in der Dicke nichts nach. 11 Adanson wundert sich. die kronleuchterartig aufwärts ragen und an den Spitzen Blätterbüschel tragen. sein Umfang nahe über den Wurzeln beträgt 45 Fuß [14. was gut mit Bordas Angabe übereinstimmt. so setzte uns seine ungeheure Dicke dennoch in Erstaunen. Granatbäumen und Dattelpalmen stehen. neben der Adansonie oder Baobab in Senegal. ähnlich der Yucca im Tale von Mexiko. die Straßen schienen uns öde. der in mehreren sehr alten Urkunden erwähnt wird. liegt am steilen Abhang eines Hügels. Man muß aber bedenken. c. Die Taxus. deren Stamm 56 bis 60 Fuß im Umfang hatte. aber Sir Georg Staunton hat gefunden. und von denen er ganz richtig sagt: »eminentia altitudinis non quadrat magnitudini. Wir besuchten mehrere Gärten. die Mimosen. die Gewächse. Ich finde in der Sammlung des Grynäus. Durch diese Theilung in Aeste unterscheidet sich sein Habitus wesentlich von der der Palmen. daß die Baobabs nicht von andern Reisenden beschrieben worden seyen.6 m]. Man kennt welche. letztere tragen hier so wenig Früchte als in Terra Firma an der Küste von Cumana. solid gebaut. Man versicherte uns.93 m] angibt. das alte Taoro der Guanchen.« Cadam. aber trübselig anzusehen. 42. die Hymenäen und die Drachenbäume sind. daß die Adansonia. wie die Ochroma und alle Gewächse aus der Familie der Bombaceen. die Eichen. Sein Anblick mahnt lebhaft an »die ewige Jugend der Natur« [ Aristoteles de longit. Der in Herrn Franqui’s Garten trägt noch jedes Jahr Blüten und Früchte. daß schon Aloysio Cadamosto vom hohen Alter dieser ungeheuren Bäume spricht. in denen die Obstbäume des nördlichen Europas neben Orangen. die Cäsalpinen. die eine unerschöpfliche Quelle von Bewegung und Leben ist. Am Senegeal und bei Praya auf den Cap Verdischen Inseln haben Adanson und Staunton Adansonien gesehen.90 m] im Durchmesser hat. der sehr langsam zunimmt. sey schon im fünfzehnten Jahrhundert so ungeheuer dick gewesen wie jetzt. sieben Lieues von Abbéville. navig. Den Baobab mit 34 Fuß Durchmesser hat Golberry im Thal der zwei Gagnack gesehen. daß zehn Fuß [3. der Stamm dieses Baumes. wie mir scheint. gehören fast durch einem Adel. die kahlen Cypressen. vitae. die Häuser. Weiter oben konnten wir nicht messen. Obgleich wir den Drachenbaum in Herrn Franquis Garten aus Reiseberichten kannten. Die Baobabs werden indessen noch dickder als der Drachenbaum von Villa d´Orotava. Wir kamen an einer sehr hohen. wobei sie nicht höher sind als 50 bis 60 Fuß11 . Eine Eiche. mit einer Menge schöner Farn bewachsenen Wasserleitung vorüber. die an der Wurzel 34 Fuß Durchmesser haben. 53 . die zugelcih mit gallischen Helmen im Jahr 1809 in den Torfgruben im Departement der Somme beim Dorf Aseux. Man behauptet.Orotava. cap. die Platanen. Unter den organischen Bildungen ist dieser Baum. der für sehr stolz gilt und sich selbst anspruchsvoll als dozo casas bezeichnet.25 m] über dem Boden der Stamm noch zwölf englische Fuß [3. die Michaux zu Marietta am Ufer des Ohio gemessen hat und die 20 Fuß über dem Boden noch 15￿⁄￿￿ Fuß im Durchmesser hatten. bei denen in verschiedenen Klimaten Fälle von so außerordentlichem Wachsthum vorkommen. 12 Ebenso verhält es sich mit den Platanen (Platanus occidentalis). weil er als Grenzmarke eines Feldes diente. 6. die Bombax. Nach Angabe von Traullée hatt der Stamm der Eiche 14 Fuß Durchmesser.5 m].]. Seine Höhe schätzten wir auf 50 bis 60 Fuß [16 bis 19. Der Stamm theilt sich in viele Aeste. die er im Jahr 1504 gesehen.

unter denen sich einige Lianen befinden. es fiel auf 15°. als sie nach der Höhe. um uns mit Wasser zu versehen. wenn diese Quelle etwas unter der mittleren Lufttemperatur bliebe. aber in der neuen Welt vertritt die Yucca die Stelle derselben. anzeigen. kannte man auf dem Weg zum Gipfel 13 Schousboue (Flora von Marocco) erwähnt seiner nicht einmal unter den cultivirten Pflanzen. und die man uns sehr anpries. Die Quellen des Dornajito sind im Lande berühmt. als ich dort war. Der Stamm der letzteren wird hier ausnehmend dick. Auf dem Kontinent und Afrika13 ist er nirgends wild gefunden worden. Beim Pino del Dornajito. wo er gar nicht häufig vorkommt? Ist sein Daseyn ein Beweis dafür. deren Habitus sie auch hat. mit denen der Strauch einen großen Teil des Jahres bedeckt ist. wo sie zu Tage kommen. Man dürfte sich nicht wundern. das in dieser Höhe sehr häufig vorkommt. ist eine merkwürdige Erscheinung in Beziehung auf die Wanderung der Gewächse. so findet man als absolute Höhe des Platzes 520 Toisen. denn die Dracaena borealis d’Aitons ist eine Convallaria. wir tauchten ein Thermometer hinein.Der Drachenbaum. seyn sollten. und die Blüthen. Wir machten unter einer schönen Tanne halt. [So hat Hunter in den blauen Bergen auf Jamaica die Quellen immer kälter gefunden. die in verschiedenen Höhen in den Boden gelangen. und vielleicht sogar mit den kleinen unterirdischen Gletschern zusammenhängt. und Ostindien ist sein eigentliches Vaterland. Man hat da eine prachtvolle Aussicht auf das Meer und die ganze Westseite der Insel. Dieser Platz ist im Lande unter dem Namen Pino del Dornajito bekannt. und somit ihre Temperatur das Mittel aus dem Temperaturen dieser Adern ist. Die eben erwähnte Uebereinstimmung der barometrischen und der thermometrischen Messung ist desto auffallender. während er doch vom Cactus. Nimmt man an. die mit einigen Lorbeerarten und der baumartigen Heide bewachsen ist. seine Meereshöhe beträgt nach Borda´s barometrischer Messung 522 Toisen [1017 m]. in der sie zu Tage kommen. daß diese Gewässer ungefähr die mittlere Wärme des Orts. von der Agave und der Yucca spricht. in China und auf Neuseeland zu. 54 .] in Gebirgsländern mit steilen Hängen die Quellen eine zu rasche Wärmeabnahme anzeigen. auf Madera und Porto Santo vorkommt. der nur in den angebauten Strichen der Canarien.4. von denen weiterhin die Rede seyn wird. weil sie das Zahnfleische conserviren sollten. wie ich anderwärts ausgeführt. stechen angenehm ab von den Blüthen des Hypericum canariense. die mit dem Saft des Drachenbaumes gefärbt sind. mit asiatischen Völkern in Verkehr gestanden haben? Von Villa da Orotava gelangten wir auf einem schmalen steinigen Pfad durch einen schönen Kastanienwald (el Monte de Castaños) in eine Gegend. In Laguna verfertigt man in Nonnenklöstern Zahnstocher. Die Gestalt des Drachenbaumes kommt verschiedenen Arten der Gattung Dracaena am Cap der Guten Hoffnung. als im Allgemeinen. Auf welchem Wege ist der Baum nach Teneriffa verpflanzt worden. Hundert Toisen davon ist eine andere eben so klare Quelle. etwas rechts vom Weg sprudelt eine ziemlich reiche Quelle. weil sie kleine Wasseradern aufnehmen. weil sich sich wahrscheinlich weiter oben am Pic bildet. daß in sehr entlegener Zeit die Guanchen mit andern. die nicht derselben Gattung angehören. die mittlere Temperatur der Küste zu 21° und unter dieser Zone eine Abnahme der Wärme um einen Grad auf 93 Toisen angenommen. Der im Handel unter dem Namen Drachenblut bekannte adstringierende Saft kommt nach unseren Untersuchungen an Ort und Stelle von verschiedenen amerikanischen Pflanzen.

ist die ganze Insel Teneriffa nichts als ein Berg. und diese Eigenthümlichkeit im Bau erscheint weniger auffallend. Nirgends in der gemäßigten Zone habe ich Pteris. Monte Verde genannt. Deshalb sind die Canarien größtentheils so dürr. Die Tannen vom Pic dienten früher als Mastholz und die königliche Marine ließ im Monte Verde schlagen. die in Südamerika. Die Wurzel der Pteris aquilina dient den Bewohnern von Palma und Gomera zur Nahrung. betritt man die große Ebene des Ginsters ( los Llanos del Retama). Ueber der Region der Farn kommt man durch ein Gehölz von Wachholderbäumen ( cedro) und Tannen. will Edens [Die Reise wurde im August 1715 gemacht. sehr dürren Schluchten ( cañadas) durchzogen. aber durch kein einziges Thal mehr. liegt indessen nicht genau in der Mitte der Insel. zwischen zwei Basalthügeln. sechshundert Toisen Höhe. Blechnum und Asplenium in solcher Menge gesehen. Auf vulkanischem Boden verschluckt das löcherige. Carabela heißt ein Fahrzeug mit lateinischen Segeln. das sind nur Hügel. ein Hauptschmuck der Wälder sind. Bei Laperouses Expedition hatte Manneron den Pic bis zu dieser etwa 1400 Toisen über dem Meere gelegenen Ebene gemessen. folgt die der Farn. Dieses Gemisch wird geröstet und heißt Gofio. Was man im Lande für besondere Vulkane ansieht. und der mehrere Systeme vulkanischer. denn die kleinen Schluchten (Barancos) verdienen diesen Namen nicht. Quellenbildung setzt eine gewisse Regelmäßigkeit im Streichen und Fallen der Schichten voraus. in fünf. den einige Reisende la Caravela nenne. Der Monte Verde wird von mehreren kleinen. zu verschiedenen Zeiten gebildeter Gebirgsarten aufzuweisen hat. die er nach den physikalischen Begriffen seiner Zeit schwefligten Ausdünstungen zuschreibt. trotzdem daß ihre Berge so ansehnlich sind und der Schiffer fortwährend gewaltige Wolkenmassen über dem Archipel gelagert sieht. er hatte aber wegen Wassermangels und des üblen Willens der Führer die Messung nicht bis zum Gipfel des Vulkans fortsetzen können. daß nach der Ansicht eines ausgezeichneten Mineralogen (Cordier) vielleicht nicht der kleine Krater im Piton die Hauptrolle bei den Umwälzungen der Insel Teneriffa gespielt hat. Vom Pino del Dornajito bis zum Krater zieht sich der Weg bergan. wenn man sich erinnert. indessen hat keines dieser Gewächse den Wuchs der Baumfarn. An diesen Ort. die sich von selbst entzünden. Es ging immer aufwärts bis zum Felsen Gayta oder Portillo. dessen fast eiförmige Grundfläche sich gegen Nordost verlängert. hinter diesem Engpaß. wie elend das niedere Volk auf den Canarien lebt. Geologisch betrachtet. wie der Chahorra oder Montaña Colorada und die Urca. die sich an den Pic anlehnen und seine Pyramide maskiren. das durch die Stürme sehr gelitten hat. sie zerreiben sie zu Pulver und mischen ein wenig Gerstenmehl darunter. zerklüftete Gestein das Regenwasser und läßt es in große Tiefen versinken. und so ist das Geschäft von der Küste an noch einmal vorzunehmen. Das Ergebniß dieser zu zwei Drittheilen vollendeten Operation ist leider nicht nach Europa gelangt.] kleine Flammen gesehen haben. dessen Seitenausbrüche mächtige Vorgebirge gebildet haben. 55 . ein so rohes Nahrungsmittel ist ein Beweis dafür. Der große Vulkan. Auf die Region der baumartigen Heiden.des Vulkans keine andere.

der mehr als 1530 Toisen [2982 m] über der Küste liegt. Dieser schöne Strauch. hatten wir doch in der Nacht von der Kälte zu leiden. ein paar Ziegen und Kaninchen sind die einzigen Bewohner dieser Hochebene. Dieser Platz. bei jedem Schritt stößt man auf ungeheure Obsidianblöcke. wie das des Monte Cavo bei Rom. er ist mit wohlriechenden Blüthen bedeckt. um den sich die Vegetation nur wie ein schmaler Gürtel zieht. der alle spanischen Wörter verdreht. Wir litten sehr vom erstickenden Bimsstaub. ohne Zweifel. kann man auf Maulthieren gelangen. um über die Ebene des Ginsters zu kommen. die nichts ist als ein ungeheures Sandmeer. wo wir die Nacht zubringen sollten. und nichts weist auf Verwüstungen in neuerer Zeit hin. so nimmt die Landschaft einen ganz anderen Charakter an. wie aus den daselbst beobachteten Barometerhöhen hervorgeht. während er Barometer zu Orotava bis auf eine Linie ebenso hoch stand. und da die unteren Regionen. Kaum hat man die mit Bimsstein bedeckte Ebene betreten. wo sie geschätzter sind. weil früher die Engländer den Pik am häufigsten besuchten. Alles ringsum ist öd und still. die Schutz gegen den Wind bietet. der bereits höher liegt als der Gipfel des Canigu. die der Vulkan ausgeworfen.8. die beim Abgang von Orotava den Kraterrand erreichen zu können glaubten. Das unfruchtbare Stück des Pics mißt über zehn Quadratmeilen. die auf Laperouses Seereise umkamen. in den wir fortwährend gehüllt waren. sie nähren sich von den Blättern des Spartium und sind in diesen Einöden seit unvordenklicher Zeit verwildert. es ist Bordas Station des rochers. Man meint einen Vulkan zu besteigen. das heißt bis zum Anfang der großen Ebene des Ginsters ist der Pic von Teneriffa mit schönem Pflanzenwuchs überzogen. Bis zum Felsen Gayta. sehr alte. Obgleich es Sommer war und der schöne afrikanische Himmel über uns. Man hat sie sogar nach Madera verpflanzt. wird neun Fuß hoch. bleiben daher hier liegen.7 mehr als mitten am Tage auf dem Monte Verde. wie noch heute die meisten Reisenden. 14 Diese 56 . als die Ziegen aus Europa. Bis zu diesem Ort. einzuführen räth. heißt Estancia de los Ingleses14 . dessen Feuer so lange erloschen ist. Zwei überhängende Felsen bilden eine Art Höhle. Dieser höhere Wärmegrad kann nur von der Strahlung des Bodnes und von der weiten Ausdehnung der Hochebene herrühren. in Verkürzung erscheinen. Die dunkelbraunen Ziegen des Pics gelten für Leckerbissen. Edens. den de Martinière [Einer der Botaniker. von ferne gesehen. und die Ziegenjäger. viele Neugierige.5 Linien.] in Languedoc. Ueber der Region des Spartium nubigenum kamen wir durch enge Schründe und kleine. wo Feuermaterial selten ist.8 Linien. Der Benennung war schon zu Anfang des vorigen Jahrhunderts im Brauch. denen wir unterwegs begegneten. Diese Höhen waren nach Cordier im Jahr 1803 19 Zoll 9. so stellt sich die ganze Insel als ein ungeheurer Haufen verbrannten Gesteins dar. Mitten in der Ebene stehen Büsche von Retama.Wir brauchten gegen zwei und eine halbe Stunde. das heißt 3°. vom Regenwasser ausgespülte Schluchten zuerst auf ein höheres Plateau und dann an den Ort. dem Spartium nubigenum d´Aitons. hatten ihre Strohhüte damit geschmückt. nennt sie Stancha. Trotz der hohen Lage zeigte hier der hunderttheilige Thermometer gegen Sonnenuntergang 13°. und nach Borda und Varela im Jahr 1776 19 Zoll 9.

gehen bis zur Alta Vista und die Neveros müssen den Schnee dahin auf dem Rücken tragen. Die natürliche Eisgrube des Pics hat übrigens nicht jene senkrechten Oeffnungen. desto mehr bedeckte sich der Pic mit dicken Wolken. zwischen Riort und Rolle. Je tiefer die Temperatur sank. aus denen sich das Eis in den Gebirgsspalten des Jura und der Pyrenäen erhält. wo der Abhang ungemein steil ist. in der von Saint George. bildet sich an den Kalksteinwänden selbst im Sommer eine dünne Schichte durchsichtigen Eises. die der Wind beständig gegen uns her trieb. Unsere Führer machten ein großes Feuer von dürren Zweigen der Retama an. Während den meisten Erdhöhlen. im Angesicht des Vulkans hatte diese nächtliche Scene etwas wahrhaft Großartiges. Pictet hat die Beobachtung gemacht. von denselben Ursachen her. Bei Nacht stockt der Zug des Stroms. B. bald erschien er unheimlich nahe gerückt und warf wie eine ungeheure Pyramode seinen Schatten auf die Wolken unter uns. wie man in Mexiko. Das Eis scheint sich hier durch starke Anhäufung zu erhalten. Ein sehr starker Nordwird jagte die Wolken. das seiner isolirten Lage wegen Alta Vista heißt. den wir morgen vollends besteigen sollten. so daß man das Frieren des Wassers einer örtlichen. und ich ahnte damals nicht. durch welche die warme Luft entweichen kann. die in 1728 Toisen [3367 m] Höhe liegt. daß wir einst in Städten wohnen würden. die höher liegen als die Spitze des Vulkans. und weil der Proceß des Schmelzens durch die bei rascher Verdunstung erzeugte Kälte verlangsamt wird. Ihre Maulthiere. wurden uns sehr lästig. Hier halten sich auch die Neveros auf. wie die eigentlichen Gletscher der Alpen. in Peru und überall. der den Tag über den Ebenen in die hohen Luftregionen aufsteigt. Dieser kleine unterirdische Gletscher liegt an einem Ort.Thermometer fiel auf 5 Grad. sehr raschen Verdunstung zuzuschreiben hat. einen von Dammerde entblößten und mit Lavabruchstücken bedeckten Landstrich nennt. dessen mittlere Temperatur schwerlich unter 3° beträgt. Wir bogen rechts von Wege am. Ohne Zelt und Mäntel lagerten wir uns auf Haufen verbrannten Gesteins. das heißt die Eingeborenen. während die kalte Luft am Boden ruhig liegen bleibt. das von den Berggipfeln herabkommt. also unter der Grenze des ewigen Schnees in dieser Breite. um die Eishöhle zu besehen. wo es Vulkane gibt. vom Schneewasser gespeist. als die. Der Pic verschwand bald gänzlich im Nebel. Ueber diesem Punkte beginnt das Malpays. nimmt auch ihre das Wasser auflösende Kraft ab. 15 In 57 . von Zeit zu Zeit brach der Mond durch das Gewölk und seine Scheibe glänzte auf tief dunkelblauen Grunde. und er wird nicht. und über welche die Ansichten der Physiker noch ziemlich auseinander gehen15 . die gewerbsmäßig Eis und Schnee suchen und in den benachbarten Städten verkaufen. daß der Thermometer alsdann in der Luft der Höhle nicht unter 2 – 3° steht. und im Maaße als sich die Luft abkühlt. die in dieser Höhle herrscht. die das Klettern mehr gewöhnt sind. und wir gelangten nach zwei Stunden auf ein kleines Plateau. welche man den Reisenden gibt. Man beginnt die Besteigung an der Nordostseite. z. und die Flammen und der Rauch. Gegen drei Uhr morgens brachen wir beim trüben Schein einiger Kienfackeln nach der Spitze des Piton auf. Wahrscheinlich rührt die Kälte. Wir hatten noch nie eine Nacht in so bedeutender Höhe zugebracht.

und von der geringen Wirkung der warmen Winde im Sommer. und zwar. so ist die Sommerwärme nicht im Stande.des Winters füllt sich die Höhle mit Schnee und Eis. besonders auffallend hervortrat. Ihre dunkle Färbung stach grell vom Weiß der Wolken ab. Die colossale Pyramide des Piks. daß bei Lamanons Versuch das Wasser das Maximum seiner Temperatur nicht ganz erreicht hatte. daß sie sich ganz wie eine ungeheure mit Schnee bedeckte Ebene darstellten. Sie fanden dieselbe 88°. der hineinkommt. dessen Temperatur von der der umgebenden Luft so bedeutend abweicht. Wir erinnerten uns. Die Bilder standen periodisch 58 . während der Barometer auf 19 Zoll 1 Linie stand. den Behälter zu leeren.7. Nach diesen Ergebnissen könnte man vermuthen. Die Bildung einer natürlichen Eisgrube hängt also nicht sowohl von der absoluten Höhe der Felsspalte und der mittleren Temperatur der Luftschicht. Leuchtende Punkte. und da die Sonnenstrahlen nicht über den Eingang hinaus eindringen. Zu Tambores. in der Provinz Popayan. Wir glaubten gegen Ost kleine Raketen in die Luft steigen zu sehen. wobei wir oft die Hände zu Hülfe nehmen mußten. diese sich hin und her bewegenden Lichtpunkte seyen die Vorläufer eines neuen Ausbruchs des großen Vulkanes von Lanzerota. Unsere Reisegefährten. als von der Masse des Schnees. die Wolken waren so gleichmäßig verbreitet und lagen so genau in Einer Fläche. Während wir auf den zertrümmerten Laven des Malpays emporklommen. aber allmählich ging die Bewegung in eine waagrechte Oszillation über. Da beobachteten wir in der Dämmerung eine Erscheinung.9 Linien sieden.9 unter einem Luftdruck von 19 Zoll 1. und wir sahen. auf dem wir uns befanden. Bei der Eishöhe (Cueva del Hielo) stellten bei Laperouses Seereise Lamanon und Mongès ihren Versuch über die Temperatur des siedenden Wassers an. ohne daß wir sie darauf aufmerksam zu machen brauchten. wie auf dem Pic von Teneriffa. beobachteten wir eine merkwürdige optische Erscheinung. fand Caldas 89°. weit unter der Grenze des ewigen Schnees. die auf hohen Bergen häufig ist. Die Schicht schien nicht über 800 Toisen [1560 m] hoch. daß am Chimborazo ungeheure Eismassen unter dem Sand liegen. Im Königreich Neugranada. Forteventura und Palma ragten wie Klippen aus dem weiten Dunstmeer empor. daß die Lichtpunkte die durch die Dünste vergrößerten Bilder verschiedener Sterne waren. Eine weiße flockige Wolkenschicht entzog das Meer und die niedrigeren Regionen der Insel unseren Blicken. daß Bouquer und La Condamine bei der Besteigung des Vulkans Pichincha den Ausbruch des Cotopaxi mit angesehen hatten. schienen sich zuerst senkrecht aufwärts zu bewegen. sah ich das Wasser bei 89°. als wir die Eishöhle verließen. in der sie sich befindet. Die im Innern eines Berges eingeschlossene Luft ist schwer von der Stelle zu bringen. Wir werden in der Folge sehen. bei der Capelle Guadeloupe in der Nähe von Santa Fe de Bogota. Der Tag brach an. 7 – 8 Grad über dem Horizont. die acht Minuten anhielt. wie man am Monte Testaccio in Rom sieht.5 für die Temperatur des siedenden Wassers bei einen Barometerstand von 18 Zoll 11. aber die Täuschung dauerte nicht lange.6 Linien. die aber bei der Lage des Vulkanes. die vulkanischen Gipfel von Lanzerota. Auf den ersten Blick glaubten wir. sogar die Führer äußerten ihre Verwunderung über die Erscheinung.

während die seitliche Bewegung der Sterne. nämlich gegen das Stück des Horizontes. Er erschien doppelt durch Luftspiegelung und ließ keine leuchtende Spur hinter sich. das heißt einen Strich Meers auf mehr als 43 Meilen Entfernung. lange bevor die Sterne vor dem Tageslicht gänzlich verschwanden. und auffallender war als alle Erscheinungen. wofür keine Beobachtungen vorliegen. Ich habe hier genau wiedergegeben. was mit jenem Phänomen übereingekommen wäre.3 Secunden später als auf dem Pic hätte anfangen sonnen aufzugehen. ganz gut mit bloßem Auge zu bemerken. dessen Gang mir sehr genau bekannt war. was wir in der Dämmerung beobachteten. Ich wünschte in so bedeutender Höhe wie die. der erste Lichtpunkt der Scheibe berührte unmittelbar die Grenze des Horizonts. abgesehen von der Declinationsbewegung des Sterns. Kein mit Instrumenten versehener Reisender hatte noch eine solche Beobachtung angestellt. Die Bewegung der Dunstbläschen in Folge des Sonnenaufgangs. daß unter dieser Breite in der Ebene die Sonne um 5 Uhr 1 Minute 50 Secunden. wo die Sonnenscheibe erscheinen sollte. war dunstfrei. Etwas Aehnliches sind wohl die starken Schwankungen der Sonnenscheibe. und dieß kommt ohne Zweifel von der Ungewißheit hinsichtlich der Refractionsverhältnisse für einen Abstand vom Zenith. Der beobachete Unterschied betrug 12 Minuten 55 Secunden. die ich schon vor zwölf Jahren in Zachs astronomischem Tagebuch bekannt gemacht habe. welche wir am Pic von Teneriffa erreicht hatten. das Bild immer an denselben Fleck zurückkehrte. Ich war bei Sonnenaufgang und die ganze Nacht in 2100 Toisen Höhe auf dem Rücken der Anden. versuche aber keine Erklärung der auffallenden Erscheinung. konnte ich sehen. Ich hatte ein Fernrohr und ein Chronometer. Die Sonne erscheint bei ihrem Aufgang auf dem Pic von Teneriffa um so viel früher. und. Der Himmelsstrich. als sie braucht. wir sahen demnach den wahren Horizont. aber diese Schwankungen betragen selten mehr als zwanzig Secunden. Wir hatten keine Mittel zur Hand. um die Größe der seitlichen Verrückung genau zu messen. sich zur Seite abwärts zu bewegen und wieder am Ausgangspunkt anzugelangen. konnte aber nichts gewahr werden.still. wenn eben den Horizont berührt. um einen Bogen von 1°54￿ zurückzulegen. und daß. was ziemlich auffallend ist. in Antisana. in Temperatur und Dichtigkeit sehr von einander abweichenden Luftschichten haben ohne Zweifel zu der Verrückung der Gestirne in horizontaler Richtung das ihrige beigetragen. dann schienen sie senkrecht aufzusteigen. wie wir sie auf dem Pic in mehr als 1800 Toisen Höhe beobachteten. Als ich im Fernrohr eines kleinen Troughtonschen Sextanten die Sterne mit einen hohen Berggipfel auf Lanzerota in Contact brachte. die Mischung verschiedener. den Moment des Sonnenaufganges genau zu beobachten.16 . Die Rechnung ergibt. daß die Oscillation beständig gegen denselben Punkt hinging. oder 11 Minuten 51. Diese Bewegung dauerte eine bis zwei Secunden. Für den Gipfel des Chimbo- 59 . Wir sahen den obersten Rand um 4 Uhr 48￿55￿ wahrer Zeit. wo die Sonnenscheibe erscheinen sollte. die man bis jetzt als Wirkungen der Brechung des Sternlichts angesehen hat. aber den Lauf eines Lichtpunktes konnten wir ganz gut beobachten. 16 In der Rechung wurden für 91°54￿ scheinbaren Abstands vom Zenith 57￿7￿ Refraction angenommen. Diese scheinbaren seitlichen Refractionen hörten auf.

aus ihrem Mittelpunkte steigt der Piton oder Zuckerhut empor. als am Ufer des ägeischen Meeres.2 steigen. die Sonne sey auf dem Berg Athos drei Stunden früher sichtbar. Der Weg. von denen die Sage geht. Nimmt man die ganze Höhe des Piks zu 1904 Toisen [3710 m] an. und es kam heraus. den wir uns durch das Malpays bahnen mußten.Wir wunderten uns. in die man Gefahr läuft bis zum halben Körper zu fallen Leider trug die Faulheit und der üble Wille unserer Führer viel dazu bei. wir sahen den Thermometer darin auf 43°. Die stark abgeplattete Sonnenscheibe war scharf begrenzt. das wir vorhin im Osten beobachtet. sie setzten sich alle zehn Minuten nieder. erniedrigt sich der Horizont gerade bei Sonnenaufgang. kann man die Langsamkeit des Sonnenaufgangs nicht wohl einer ungewöhnlich starken Brechung der vom Meereshorizont zu uns gelangenden Strahlen zuschrieben. die Lavatrümmer auf dem Pic haben aber scharfe Kanten und lassen oft Lücken. 60 . daß sie ein Kaninchen oder eine wilde Ziege im Laufe fingen. nicht über die Station bei den Felsen hinaufzugehen. ein Unterschied. wie le Gentil es täglich in Pondichery und ich öffers in Cumana beobachet haben. Aus mehreren Spalten im Gestein dringen hier in Absätzen warme Wasserdünste. Dieser Rand wurde erst um 4 Uhr 56 Min. um auszuruhen. und so ist anzunehmen. denn. als wir in dieser Breite hätten erwarten sollen. daß sie behaupteten. Der Sonnenaufgang dauerte dreimal länger. Ich kann dieses Stück des Weges nur mit den Moränen der Alpen vergleichen. Der Abhang ist steil und die Lavablöcke wichen unter unseren Füßen. die wir sorgfältig gesammelt hatten. Labillardière hatte acht Jahre vor uns diese Dämpfe 53°. Die Alten hatten so übertriebenen Vorstellungen von der Beschleunigung des Sonnenaufgangs auf dem Gipfel hoher Berge. Hier befinden sich die Luftlöcher. 56 Sec. es zeigte sich während des Aufgangs weder ein doppeltes Bild noch eine Verlängerung des untern Randes. denn die Plateaus der Retama und die Rambleta bilden zwei Stockwerke. Trotz des Schwankens der Sterne. sie warfen hinter uns die Handstücke Obsidian und Bimsstein. sie glichen weder den Führern im Chamounithal noch jenen gewandten Guanchen. welche am untern Ende der Gletscher liegen. welche bei den Eingeborenen Nasenlöcher des Piks ( Narices des Pico) heißen. (Strabo Buch VII. uns das Aufsteigen sauer zu machen. Gegen Orotava zu gleicht der Berg jenen Treppenpyramiden in Fejoum und in Mexiko. weg. Nach dreistündigem Marsch erreichten wir das Ende des Malpays bei einer kleinen Ebene. daß eine sehr gleichförmig verbreitete Dunstschicht den wahren Horizont verdeckte und der aufsteigenden Sonne nachrückte. deren ersteres viermal höher ist als letzteres.7 heiß gefunden. Unsere canarischen Führer waren träg zum Verzweifeln: sie hatten tags zuvor uns bereden wollen. so liegt die Rambleta 1820 Toisen [3546 m] über dem Meere. daß noch keiner auf dem Gipfel des Vulkanes gewesen war. weil die Temperatur der Luftschicht unmittelbar auf der Meeresfläche sich erhöht. der vielleicht nicht sowohl auf eine Abnahme der vulkanischen Thätigkeit als auf razo nimmt dieser Bogen nur um 41￿ zu. wie ungemein langsam der untere Rand der Sonne sich vom Horizont zu lösen schien. sichtbar.) Und doch ist der Athos nach Delambre nur 713 Toisen hoch. ist äußerst ermüdend. la Rambleta genannt. jenen Haufen von Rollsteinen.

ja Odonell und Armstrong haben im Jahre 1806 im Malpays eine sehr starke Quelle entdeckt. Lackmuspapier nicht röthete. sind nichts als dieses selbe Wasser. welche die Naslöcher und die Spalten im Krater ausstoßen. so kann die Steilheit des Anhanges den Reisenden in die größte Gefahr bringen. mit vulkanischer Asche und Bimssteinstücken bedeckten Kegels ist so schroff. dessen senkrechte Höhe kaum 90 Toisen [175 m] beträgt. der die Spitze bildet. 17 Diese Frage ist mit großem Scharfsinn von Breislack in seiner Introduzzione alle Geologia erörtert. die mit atmosphärischem Wasser gefüllt sind. um einen Hügel zu ersteigen. Ich kann übrigens der kühnen Hypothese mehrerer Physiker nicht beistimmen. wenn man nicht einem alten Lavastrom nachginge. aber die Hypothese. im Inneren große Höhlungen hat. dessen Boden unter der Meeresfläche liegt. erhitzt wird. läuft in einen fast dreimal höheren Aschenkegel aus. Alles weist also darauf hin. Man kann es allerdings nicht als einen bloßen Zufall ansehen. die scharfe Kanten haben und. Diese Trümmer bilden eine verschlackte Felswand. wie bei Eintritt des Winters. halb verwittert. Der Abhang dieses kleinen. Wir hatten jetzt noch den steilsten Theil des Berges. wornach die Naslöcher des Pic als die Mündungen eines ungeheuren Destillierapparates. wie sie sind. Der Cotopaxi und der Popocatepetl. Diese durchaus nicht auffallende Erscheinung erklärt sich wohl sehr einfach. zu betrachten seyn sollen. Der Vesuv. die vielleicht zum Theil von dieser Quelle gespeist wird. 61 . wir selbst fanden noch welchen auf der kleinen Ebene Rambleta. uns nicht selten in der Hand blieben. auf den Gipfel zu gelangen. die ich besucht. Kurz vor dem großen Ausbruch des Vesuv im Jahr 1806 beobachteten Gay-Lussac und ich. Die Dämpfe sind geruchlos und scheinen reines Wasser. der über 40 Seemeilen von der Meeresküste läge. ist nur der Jorullo in Mexiko noch schwerer zu besteigen. nach der das Meerwasser von den Vulkanen aufgesogen. scheint mit sehr zweifelhaft. den Piton. liegen weiter vom großen Ocean und dem Meere der Antillen als Grenoble vom Mittelmeer und Orleans vom atlantischen Meer. Unter allen Vulkanen. fängt man an den unmittelbaren beständigen Zusammenhang zwischen dem Meer und den Herden des vulkanischen Feuers mit Recht stark in Zweifel zu ziehen17 . daß man keinen thätigen Vulkan entdeckt hat. gleich den Vulkanen der Anden und der Inzel Lucon. destillirt und zersetzt würde. daß das Wasser. daß der Pic von Teneriffa. der aus dem Krater geflossen scheint und dessen Trümmer dem Zahn der Zeit getrotzt haben. das in Dampfform aus dem Innern des Kraters kommt. Der Pic ist einen Theil des Jahres mit Schnee bedeckt. Wir brauchten gegen eine halbe Stunde. über die es fließt. Die Wasserdämpfe. zu ersteigen. Wenn der Zuckerhut mit Schnee bedeckt ist. das einfach durchgesickert ist. und zwar hundert Toisen über der Eishöhle.einen lokalen Wechsel in der Erhitzung der Bergwände hindeutet. der dreimal niedriger ist als der Vulkan auf Teneriffa. die ich im Jahr 1804 Rauch und Asche auswerfen sah. Seit man die Vulkane sorgfältiger beobachetet und der Hang zum Wunderbaren sich in geologischen Büchern weniger bemerkbar macht. indem wir uns an diesen Schlacken anklammerten. die sich mitten durch die lose Asche hinzieht. daß es fast unmöglich wäre. weil der ganze Berg mit loser Asche bedeckt ist. das durch die Wände. Wir erstiegen den Piton. der aber nicht so steil und zugänglicher ist.

Verela und Borda. weil er die kleine Schicht warmer und feuchter Luft. diese Mauer hinterte uns. Auf der Spitze des Piton angelangt. die ich besucht. welche sich durch die Hautausdünstung um uns her bildete.] Der Wind blies so heftig aus West. Wie man mir versichert.] Man sieht leicht ein. Der Name erinnert an die Oules der Pyrenäen. Bei diesen behält der Piton seine Kegelgestalt bis zum Gipfel. [La Caldera oder der Kessel des Pics. mit dem des Vesuvs. Odonnell aber gibt dem Krater 550 Baras (236 Toisen) Umfang. des Jorullo und Pipincha. [Cordier. ist ein Reisender. B. die von einem sehr alten Lavaerguß herzurühren scheint. in den Krater hinabzusehen. der ganze Abhang ist im selben Winkel geneigt und gleichförmig mit einer Schicht sehr fein zertheilten Bimssteins bedeckt. die kleinste auf 200 Fuß [65 m]. Durch diese Lücke stiegen wir auf den Boden des Trichters hinab. die große Achse läuft von Nordwest nach Südost. z. obgleich der Thermometer etwas über dem Gefrierpunkt stand. was den Rand betrifft. Der Pic von Teneriffa und der Cotopaxi dagegen sind ganz anders gebaut. keine Aehnlichkeit. daß wir uns kaum auf den Beinen halten konnten. der elliptisch ist. wenn sich nicht gegen Ost eine Lücke darin befände. von ferne stellt sich diese Mauer wie ein kleiner Cylinder auf einem abgestutzten Kegel dar. Die größte Breite der Öffnung schätzten wir auf 300 Fuß [97 m]. Muthig hatte er gegen Ende Dezembers 1797 mit den Naturforschern Advenier. daß wir kaum Platz fanden. bequem niederzusitzen. Mauger und Riedlé die Besteigung des Gipfels des Vulkans unternommen. Wir standen vor einer kleinen kreisförmigen Mauer aus porphyrartiger Lava mit Pechsteinbasis. In der halben Höhe des Kegels fiel er und rollte bis zur kleinen Ebene Rambleta hinunter. Seit lange waren wir an eine sehr hohe Temperatur gewöhnt. Beim Cotopaxi erkennt man dieses eigenthümliche Bauwerk über 2000 Toisen weit mit bloßem Auge. so blickt man frei bis auf den Boden des Schlunds. zum Glück machte ein mit Schnee bedeckter Lavahaufen. nach diesen Reisenden messen die zwei Axen 40 und 30 Toisen. weßhalb auch noch kein Mensch bis zum Krater dieses Vulkans gekommen ist. daß die Größe eines Kraters nicht allein von der Höhe 62 . und der trockene Wind steigerte das Frostgefühl. wo Kapitän Baudin auf seiner Reise nach Teneriffa beinahe ums Leben gekommen wäre. daß er gar nicht zur Caldera gelangen ließe. Der Krater des Pic hat. erstickt gefunden worden. so hoch. Beim Pik von Tenerifa ist der Kamm. Lamanon gibt dafür 50 T. fortwährend wegführte. mit den Kratern der meisten anderen Vulkane. daß er nicht noch weiter mit beschleunigter Geschwindigkeit hinabflog. wunderten wir uns nicht wenig.Le Gros zeigte uns die Stelle. der den Gipfel des Pics vier Jahre nach mir besucht hat. der wie eine Brustwehr um den Krater läuft. der den mit festem Rasen bedeckten Abhang des Col de Balme hinabgerollt war. Diese Angaben stimmen ziemlich mit den Messungen von Berguin. an. Es war acht Uhr morgens und wir waren starr vor Kälte. schätzt die große Axe auf 65 Toisen. auf ihrer Spitze läuft kreisförmig ein Kamm oder eine Mauer um den Krater. hat man die Spitze dieser drei Vulkane erreicht. etwa Nord 35° Ost.

Cordier hat mehrere Spalten gefunden. daß die Fumarolen des Pic nur reines Wasser aushauchen. daß. dessen Hauptöffnung er bildet. einiges Licht werfen könnten. bald geneigt und wellenförmig gewunden. nachdem wir es herausgezogen. des Stromboli und des Aetna gebaut wären. daß die colossalsten Berge auf ihren Gipfeln nur Krater von geringem Umfang haben.und der Masse des Berges abhängt. sie stellen sich ungefähr dar wie die Somma. was man den äußern Bau der Vulkane nennen kann. Man könnte glauben. Ich werde im Verfolg Gelegenheit finden. Er zeigte ohne Zweifel eine noch höhere Temperatur an. verdient desto mehr Aufmerksamkeit. diese Erscheinung. die der Größe der Natur würdig sind. in denen die Hitze der des siedenden Wassers gleich war. je niedriger die Vulkane sind. die Krümmungen zeigen. enthalten Salzsäure oder Schwefelsäure. und Alles weist darauf 63 . zeigen sie keinen besondern Geschmack. diese Dämpfe. die mit meinen Beobachtungen im Krater des Jorullo übereinstimmt. Einige dieser Luftlöcher oder Spalten befinden sich äußerhalb des Kraterumfanges. Die äußeren Ränder der Caldera sind beinahe senkrecht. wenn sich nicht in den Cordilleren mehrere Beispiele [Die großen Vulkane Cotopaxi und Rucupichincha haben nach meinen Messungen Krater mit Diametern von mehr als 500 und 700 Toisen. Ich habe an Ort und Stelle die Ansicht des inneren Kraterrandes gezeichnet. Nichts merkwürdiger als diese Aufeinanderlagerung von Lavaschichten. Seine Weite steht sogar selten im Verhältniß mit der Intensität des vulkanischen Feuers oder der Thätigkeit des Vulkans. Allerdings gibt es ungeheure Vulkane in den Anden. als Salzsäure in den meisten Vulkanen in großer Menge vorkommt und Bauquelin sogar in den porphyrähnlichen Laven von Sarcouy in der Auvergne Salzsäure gefunden hat. Bedenkt man. Dieser Bau ist so mannigfaltig als die vulkanischen Erscheinungen selbst. der gegen den Pik von Teneriffa nur ein Hügel ist. wenn man durch die gegen Ort gelegene Lücke hinabsteigt. Hitze war nur über einigen Spalten zu spüren. Beim Vesuv. bei gleicher Kraft und Thätigkeit. aber wir konnten das Instrument erst ansehen. wollten wir uns nicht die Hände verbrennen. als ob alle Vulkane nach dem Muster des Vesuv. so könnte man versucht seyn anzunehmen. die stoßweise hervorkommen. die nur sehr kleine Oeffnungen haben. wie der Alpenkalkstein. der zu der Lücke in der Umfassungsmauer hinaufläuft. Ein in dieselben gebrachter Thermometer stieg rasch auf 68 und 75 Grad. Wir stiegen auf den Boden des Kraters auf einen Streif zerbrochener Laven. daß sehr hohe Vulkane aus ihrem Gipfel weniger Stoffe auswerfen als aus Seitenspalten. hat der Krater einen fünfmal größeren Durchmesser. welche einst auf das. zahlreiche Thatsachen anzuführen. Diese ungeheuren Bänke sind bald wagrecht. und die Versuche mehrerer Physiker mit Reagentien beweisen. und will man sich zu geologischen Vorstellungen erheben. desto größer seyn müßten. am äußeren Rand der Brüstung.] des gegentheiligen Verhaltens fänden. welche den Krater umgibt. wie er sich darstellt. vom Atrio dei Cavalli aus gesehen. läßt man sie aber an einem kalten Körper sich verdichten. ihre Krater. aus denen Wasserdampf mit einem eigenthümlichen Sumsen strömte. so muß man die Meinung aufgeben. und man könnte es als ein geologisches Gesetz hinstellen.

auf dem Pic von Teneriffa dagegen scheint die Tiefe seit langer Zeit sich gleichgeblieben zu seyn. wie es die Unermeßlichkeit des Raums und die Größe. wie beim Vesuv. und daß mehrere störende Ursachen zusammenwirkten. Die Besteigung des Vulkans von Teneriffa ist nicht nur dadurch anziehend.hin. Vielleicht hat die Gewalt der elastischen Dämpfe im Moment. die gewundenen Thäler der Anden zu beschreiben hat. angemessener. um jedem Strom seine bestimmte Richtung zu geben. daß viele Vulkane in der Zwischenzeit zweier Ausbrüche ausgefüllt und fast erloschen scheinen. und durch eine weite Spalte sieht man den Meereshorizont. klingender und glänzender Schlacken finden. Neuheit und Mannigfaltigkeit der uns umgebenden Gegenstände mit sich bringen. In seinem jetzigen Zustand ist er eigentlich eine Solfatara. wo die im Krater aufgestiegene Lava überquoll. Die Physiker. An der obenumlaufenden Mauer sieht man das seltsame Astwerk. wissen. gegen Südwest erniedrigt sich die Mauer bedeutend und am äußersten Rand ist eine ungeheure verschlackte Lavamasse angebacken. unter denen die Oeffnungen liegen. Der nördliche Rand ist der höchste. durch den unermeßlichen Erdraum. wie ein Ausbruch ihn zurückläßt. Auftreibungen durch die elastischen Dämpfe. ist eine schwere Aufgabe. kleine Schlacken. wie man es an der entschwefelten Steinkohle beobachtet. so läuft er Gefahr den Leser durch den eintönigen Ausdruck seiner Bewunderung zu ermüden. Wenn ein Reisender die hohen Berggipfel unseres Erdballs. eine Fülle malerischer Reize bietet. Diese Behauptung gründet sich nicht darauf. daß sich dann aber im vulkanischen Schlund Schichten sehr rauher. daß der Vulkan seit Jahrtausenden nur noch aus seinen Seiten Feuer gespieen hat. daß der Trichter nicht einmal so tief wäre. Cordier im J. sein Boden ist nicht im Zustand geblieben. sie regen uns desto tiefer auf. Es scheint mir den Zwecken. daß einst die ganze Masse flüssig war. weil sich am Boden der Caldera keine großen Oeffnungen zeigen. Bei einem Vulkan. Man gelangt gefahrlos auf den Boden des Kraters. 1803 auf 110 [35. wie man erwarten könnte. Man bemerkt kleine Erhöhungen. Solche Empfindungen zu schildern. daß sie uns so reichen Stoff für wissenschaftliche Forschung liefert. Das Innere des Trichters weist darauf hin. sie ist es noch weit mehr dadurch.und Aschenkegel. die die Natur selbst beobachtet haben. hier durchgerissen. da sie etwas Unbestimmtes haben. durch die tiefe Stille in dieser Region. aber imposant ist sein Anblick nicht. den 64 . wechselt die Tiefe des Kraters vor und nach jedem Ausbruch. Nach dem Augenmaaß hätte ich geglaubt.5 m]. dessen Hauptthätigkeit dem Gipfel zu geht. Der Krater des Pic von Teneriffa zeigt keiens dieser Merkmale. die Cataracten der großen Ströme. die ich bei dieser Reisebeschreibung im Auge habe. Edens schätzte sie im Jahre 1715 auf 115 Fuß [37 m]. der Sinn hat für die Größe der Natur. Gegen West ist das Gestein durchbrochen. Großartig wird der Punkt nur durch die Höhe über dem Meeresspiegel. den das Auge auf der Spitze des Berges überblickt. Durch den Zahn der Zeit und den Einfluß der Dämpfe sind die Wände abgebröckelt und haben das Becken mit großen Blöcken steinigter Lava bedeckt. daß sie den. er ist ein weites Feld für interessante Beobachtungen.

der jeden Landstrich auszeichnet. man sieht auch die Wälder von Teneriffa und die bewohnten Küstenstriche so nahe. die darin ankernden Schiffe. Eine ebene Wolkenschicht zwischen uns den tiefen Regionen der Insel. seinen mit Schlacken bedeckten steilen Abhängen. Man lehrt die Physiognomie einer Landschaft deste besser kennen. sie unter einander vergleicht und so auf dem Wege der Analysis den Quellen der Genüsse nachgeht.eigenthümlichen Charakter zu schildern. unter der Retama folgt die Region der Farn 65 . wir sahen. die uns das große Naturgemälde bietet. und dem lachtenden Anblick des bebauten Landes. wo die Küsten mit Dörfern und Weilern geschmückt sind. daß man die mit reichem Pflanzenwuchs bedeckten Ebenen nur in großer Entfernung sieht und ein bläulicher Duft gleichförmig auf der ganzen Landschaft liegt. Die Reisenden wissen aus Erfahrung. wie sehr bedeutende Höhen sie bieten. höher nicht allein als die andern krautartigen Gewächse. von der oben die Rede war. so würde der Pik von Tenerifa dem Schiffer in einem Umkreis von mehr als 260 Meilen als Leuchtthurm dienen. erdrückte. daß noch Umrisse und Farben in den schönsten Contrasten hervortreten. wie sich die Gewächse nach der mit der Höhe abnehmenden Temperatur in Zonen vertheilen. der Antisana oder der Montblanc haben eine so große Masse. Der Hafen von Orotava. daß man auf der Spitze hoher Berge selten eine so schöne Aussicht hat und so mannigfaltige malerische Effekte beobachtet als auf den Gipfeln von der Höhe des Vesuvs. die Gärten und Weinberge um die Stadt wurden durch eine Oeffnung sichtbar. Vom Winde fortwährend hin und her getriebene Dunstmassen zu unser Füßen boten uns das mannigfaltigste Schauspiel. ein Veilchen [ Viola cheiranthifolia]. Aus diesen einsamen Regionen blickten wir nieder in eine bewohnte Welt. welche in den Alpen und auf dem Rücken der Kordilleren unmittelbar an die Gewächse aus der Familie der Kryptogamen stoßen. sondern sogar höher als die Gräser. der über die höchsten Berge der benachbarten Inseln hinaufreicht. Es ist als ob der Vulkan die kleine Insel. Man überblickt auf seiner Spitze nicht allein einen ungeheuren Meereshorizont. von den Regenströmen eingerissenen und durch die Seitenausbrüche verstopften Thäler. Wir lagerten uns am äußern Rande des Kraters und blickten zuerst nach Nordwest. je genauer man die einzelnen Züge auffaßt. des Rigi. er steigt aus dem Schooße des Meeres dreimal höher auf. Durch seine schlanke Gestalt und seine eigenthümliche Lage vereinigt nun der Pic von Teneriffa die Vortheile niedrigerer Gipfel mit denen. die ihm zur Grundlage dient. Colossale Berge wie der Chimborazo. dieselbe. welche jeden Augenblick größer zu werden schien. welche nachgerade die von der Sonne erwärmte Erdoberfläche zu uns heraufsandte. glänzenden Laven zu überziehen. Wenn sein seit Jahrhunderten halb erloschener Krater Feuergarben auswürfe wie der Stromboli der äolischen Inseln. wir ergötzten uns am lebhaften Contrast zwischen den dürren Flanken des Pics. geht am Abhang des Vulkans bis zu 1740 Toisen [3390 m] Höhe. seinen pflanzenlosen Plateaus. als die Wolken im Sommer ziehen. des Puy de Dome. Unter dem Piton beginnen Flechten die verschlackten. Mit Blüthen bedechte Retamabüsche schmücken die kleinen. war da und dort durch die kleinen Luftströme durchbrochen. das der Viola decumbens nahe steht.

Ein reicher grüner Teppich breitet sich von der Ebene der Ginster und der Zone der Alpenkräuter bis zu den Gruppen von Dattelpalmen und Musen. aber die Trockenheit der Luftsäulen. ohne die Grenzen von Europa zu überschreiten. desto vollständiger wird das Licht bei seinem Durchgang geschwächt. Man erhält diese Eindrücke. Wenn eine große. sondern vielleicht sogar der klare Himmel Perus und Quitos zurückstehen. ich berufe mich auf die Reisenden. Trotz der bedeutenden Entfernung erkannten wir nicht nur die Häuser. Wenn man von der Südsee her auf die Hochebene von Quito oder Antisana kommt. im Folgenden gebe ich einiges Nähere über die Pflanzengeographie der Insel Teneriffa. deren Fuß das Weltmeer zu bespülen scheint. als wenn man ihn vom Gipfel eines Berges sieht. so wird der Bewohner südlicher Klimate durch moralische Genüsse dafür entschädigt.und auf diese die der baumartigen Heiden. welche jene durch die Wunder des Gedankens und der Kunst verherrlichten Länder gesehen haben. die glücklichen Himmelsstriche Griechenlands und Italiens. der sich auf dem Meeresspiegel befindet und von dem die Lichtstrahlen in wagrechter Richtung ausgehen. wo wir den ganzen Archipel der glückseligen Inseln18 würden 18 Von allen kleinen canarischen Inseln ist nur die Rocca del Este vom Pic auch bei hellem 66 . Der Pic von Teyde genießt nur zwar nicht des Vortheils. des Moments harrend. das Takelwerk der Schiffe. Rhamnus und Erdbeerbäumen liegen zwischen den Heidekräutern und den mit Reben und Obstbäumen bepflanzten Geländen. Je reiner und heiterer die Luft ist. verleiht der Luft der canarischen Inseln eine Durchsichtigkeit. dazu trägt die erstaunliche Durchsichtigkeit der Luft viel bei. unter den Tropen zu liegen. Umsonst verlängerten wir unseren Aufenthalt auf dem Gipfel des Pics. Gleich auffallende Unterschiede werden vom Einfluß der Klimate bedingt. hinter der nicht nur die Luft Neapels und Siziliens. Daß auf der Spitze des Pics die Dörfchen. Diese Erscheinung ist nicht allein dem hohen Standpunkt zuzuschreiben. wenn man ihn vom Kamme der Schweizer Hochalpen. Auf dieser Durchsichtigkeit beruht vornehmlich die Pracht der Landschaften unter den Tropen. die Baumstämme. innerliche Heiterkeit entsprechen der Durchsichtigkeit der umgebenden Luft. Unter allen Zonen erscheint ein Gegenstand. Ich deute hier nur die Hauptzüge dieser Pflanzenkarte an. Weinberge und Gärten an der Küste einem so nahe gerückt scheinen. wohin die Wasserdämpfe durch Luftschichten von abnehmender Dichtigkeit gelangen. die sieben. um die Gegenstände verbreitete Lichtmasse in gewissen Stunden des Tages die äußern Sinne ermüdet. sie deutet auf eine eigenthümliche Beschaffenheit der Luft in den heißen Ländern. Schwung und Klarheit der Gedanken. wie nahe gerückt Gegenstände erscheinen. welche fortwährend über den benachbarten afrikanischen Ebenen aufsteigen und die die Westwinde rasch herbeiführen. sie hebt den Glanz der Farben der Gewächse und steigert die magische Wirkung ihrer Harmonien und ihrer Contraste. acht Meilen entfernt sind. Wälder von Lorbeeren. wir sahen auch die reiche Pflanzenwelt der Ebenen in den lebhaftesten Farben glänzen. der Spiegel eines Sees oder eines breiten Flusses glänzt bei gleicher Entfernung weniger. als wenn man ihn vom Gipfel der Cordilleren von Peru oder Mexico sieht. so wundert man sich in den ersten Tagen. weniger lichtstark.

22°. 67 . Aber die nächsten Striche dieser Küste sind 2 Grad 49 Minuten im Bogen. wenn ihre Berge über 3000 Toisen hoch wären. daß man die Temperatur zweier Luftschichten fast senkrecht über einander beobachten kann. »daß durch das Spiel der irdischen Refraction die Inseln des grünen Vorgebirges.« Wir haben schon oben bemerkt. Nur die gewöhnliche Refraction vorausgesetzt.] Die schlanke Gestalt dieser Berge bietet den Vortheil. welche das Meer häufig an die Küsten von Ferro und Gomera wirft. der einen großen Teil des Jahres Teneriffa die heiße Luft zuführt. das auf einer Nebelschicht projicirte Bild der Insel Ferro ist. die 4°29￿ entfernt ist.5. so sieht man. die heiße Dämpfe ausstoßen. oder 56 Meilen [252 km] entfernt.übersehen können. Da die Temperatur im Hafen von Orotava. sowie der Pic südlich von diesem Vorgebirge. die bei Sonnenaufgang dunstfrei gewesen waren.8. war für die Jahreszeit sehr bedeutend. also dem entgegengesetzt. Salvage dagegen nur 2°1￿. [Lamanons Beobachtung ergiebt einen Grad auf 99 Toisen.19 indessen wollen wir nicht mit Viera glauben. Oft ist die Frage aufgeworfen worden. hüllten sich bald wieder in dichte Wolken. Wir sahen zu unseren Füßen Palma. Gomera und die Große Canaria. Der hunderttheilige Thermometer20 zeigte entfernt vom Boden und von den Fumarolen. August 1806 um acht Uhr Morgnes der Thermometer im Schatten auf 13°. Dieses Ergebniß stimmt vollkommen mit dem überein. beobachtet haben. obwohl in sehr verschiedenen Jahreszeiten. im Schatten 2°. die wir auf dem Gipfel des Pics empfanden. den die Seefahrer Peñon grade nennen. wenn man ihm 200 Toisen Meereshöhe gibt. übersieht das Auge bei hellen Wetter vom Gipfel des Vulkans ein Stück Erdoberfläche von 5700 Quadratmeilen [115000 qkm].7. als dieser sich zur Eroberung desselben rüstete. was Lamanon und Saussure auf den Spitzen des Pics und des Aetna. daß die amerikanischen Früchte. ja sogar die Apalachen in Amerika den Bewohnern der Canarien sichtbar werden können. Dieses Land.« Die Kälte. daß in diesen Strichen vorzüglich der feuchte West-Süd-Westwind Luftspiegelungen zur Folge hat. Die Insel Madera. Unterschied oder Wirkung der Sonne: 6°. das nach der Volkssage von einen Erzbischof und sechs Bischöfen regiert wurde. wurde im sechzehnten Jahrhundert vom König von Portugal Ludwig Perdigon geschenkt. nach Pater Feijoos Ansicht. also so viel als ein Viertheil der Oberfläche Spaniens. 19 »La refraction de par todo. obgleich die Temperatur des Pics um 9° von der von uns beobachteten abwich. da nun der Gesichtshalbmesser des Horizonts des Pics 1 Grad 47 Minuten beträgt. Am Aetna fand Saussure die Abnahme gleich 91 Toisen.5 ab. so kann Cap Bojador nur sichtbar werden. die über den glühenden Wüsten Afrikas aufsteigt. nach Herrn Savagis Beobachtung. so ließen sich dort ohne Zweifel bei gewissen Windrichtungen die Wirkungen ungewöhnlicher Refraction beobachten. so nahm die Wärme auf 94 Toisen Höhe um einen Grad ab. Die Berge von Lanzerota. wie hoch die Schwarzen Berge bei Cap Bojador sind. Wäre der Gipfel des Vulkans von Teneriffa zugänglicher. ob man von dieser ungeheurn Pyramide die afrikanische Küste sehen könne. und in dieser Beziehung gleWetter nicht zu sehen. früher für Gewächse der Insel San Borondon gehalten wurden. wäre nur dann zu sehen.8 war. in der Sonne auf 20°. Liest man die Berichte spanischer und portugiesischer Schriftsteller über die Existenz der fabelhaften Insel San Borondon oder Antilia. Der Wind war West. Wiir wissen gar nicht. 20 Nach Odonell und Armstrong stand auf dem Gipfel des Pics am 2. Sie liegt 3°. und das.7.

Oktober 1791 statt.ichen die Beobachtungen. die man bei der Besteigung des Vulkans von Teneriffa macht. Vielleicht wehte derselbe Wind stärker in den hohen Luftregionen. Die Flasche war so gut verschlossen. Nach mehreren Versuchen mit Salpetergas in der engen Röhre des Fontanaschen Eudiometers enthielt die Luft im Krater neun Hunderttheile weniger Sauerstoff als die Seeluft. Ich finde im Schiffstagebuch von l´Entrecasteaux´s Expedition. als die Abnahme in den dazwischenliegenden Schichten nicht gleichförmig ist. daß diese Intensität mit der Verdünnung der Luft zunimmt.7. wobei er alle erdenkliche Vorsicht gebraucht hatte. Wir wurden auf dem Gipfel des Pics nicht müde. die Farbe des blauen Himmelsgewölbes zu bewundern. dieses Moment hat aber nur geringen Einfluß auf die Abnahme der Luftwärme. wie die angewandten Formeln sie annehmen. Anders verhält es sich mit dem Einflusse der Windrichtung und der Geschwindigkeit des aufsteigenden Stroms. Man weiß nach Saussures Versuchen. die einer Wärmeabnahme von einem Grad auf 94 Toisen entsprechen. Da die Temperatur der Rhede von Santa Cruz zur selben Zeit 28° war.3 statt 20°. Am Abhang des Antisana im Königreich Quito sah ich in 2837 Toisen Höhe den Thermometer auf 19° stehen. Es ist indessen zu bemerken. Wir fingen am Kraterrand Luft auf. Alle diese Schwankungen im Maß der Temperaturabnahme haben auf die Messungen mittelst des Barometers nur insofern Einfluß. und von der arithmetischen gleichmäßigen Progression. vielleicht trieb er in schiefer Richtung die warme Luft vom nahen Festlande der Spitze des Piton zu. und wenn trotz diesem Unterschied auf ersterem das Himmelsblau nicht so dunkel ist. da die Methode jetzt für ziemlich unzuverlässig 68 . so rührt dies wohl von der Trockenheit der afrikanischen Luft und der Nähe der heißen Zone her. um sie auf der Fahrt nach Amerika chemisch zu zerlegen. daß die See wegen ihrer Durchsichtigkeit und wegen der Verdunstung weniger Wärme den hohen Luftschichten zusendet als die Ebenen. als wir sie nach zehn Tagen öffneten. ich gebe aber wenig auf dieses Resultat. abweicht. letzterer erhöht nicht selten die Temperatur der höchsten Berge in erstaunlichem Grade. daß damals in Santa Cruz der Wind Süd-SüdOst war. daß. um den Einfluß zufälliger Ursachen auszuschließen. Labillardières Besteigung fand zudem am 17. und daß dasselbe Instrument zu selben Zeit bei der Priorei von Chamouni 39° und auf der Spitze des Montblanc 40° zeigte. Dieser Berg ist um 540 Toisen höher als der Vulkan von Teneriffa. das Wasser mit Gewalt hineindrang. daß der Temperaturunterschied zwischen Berg und Tiefland im Herbst geringer ist als im Sommer. und in den Schweizer Alpen hat man die Beobachtung gemacht. so betrug der Unterschied zwischen der Luft an der Küste und der auf dem Pic 9°. Labillardière beobachtete am Kraterrand des Pic von Teneriffa 18°. die man bei einer Auffahrt im Luftballon machen kann. daher ist es auf vom Meer umgebenen Berggipfeln im Sommer kälter als auf Bergen mitten im Lande. da die Temperatur der tiefen Regionen in der Nähe des Meeres gleichfalls eine niedrigere ist. denen. Ihre Intensität im Zenith schien uns gleich 41° des Cyanometers.

eine erstickende Hitze.gilt. die man am Rande des Kraters unter den Füßen spürt. wie aus so vielen. den wir so mühsam erklommen. während unsere Stiefel auf dem Boden. Lecidium oder andern Crytogamen. um nicht zu stürzen. heimlich getrunken.21 Sauerstoff enthält. Ungern schieden wir von dem einsamen Ort. Wir gingen langsam durch das Malpays. den wir der freundlichen Vorsage Cologans verdankten.21 Wir sahen auf dem Gipfel des Pics keine Spur von Psora. daß schwerlich mehr Stickstoff darin ist als an der Küste. sie hielt sich in 600 Toisen Höhe über der Niederung. die von schwefligter Säure feucht sind und die Oeffnungen der Fumarolen auskleiden. und diese Geschwindigkeit war zum Theil unwillkürlich. In der schönen Region der Farn und der baumartigen Heiden genossen wir endlich einiger Kühlung.5. wenn sie unvorsichtig den Spalten. 21 Im 69 . wir hofften die canarischen Inseln noch einmal besuchen zu können. auf den wir den Fuß setzten.002 weniger Sauerstoff als die Pariser Luft. wie die Schmetterlinge. auf dem sie ruhen. Der Krater des Pics hat so wenig Tiefe und die Luft darin erneuert sich so leicht. während die Bienen auf dem Pic geröstet werden. da man häufig in der Asche hinunterrutscht. Der heftige kalte Wind. zu nahe kommen. Wir hatten gar kein Wasser. Indessen findet man hie und da ein hautflügligtes Insekt an den Schwefelmassen angeklebt. ist der Aschenkegel im Winter mehrere Monate mit Schnee bedeckt. welche Ramond auf dem Gipfel des Mont-Perdu gefunden. ähnlich denen unter den Gletschern in der Schweiz. daß die Luft in den höchsten Luftregionen wie in den tiefsten 0. verbrannten. Auf der sandigen Ebene der Retama zeigte der Thermometer 22°. sondern sogar die Wassergefäße zerbrochen. zwang uns. Die letzteren gehen durch die Kälte zu Grunde. In wenigen Minuten waren wir am Fuß des Zuckerhuts. wo sich die Natur in ihrer ganzen Großartigkeit vor uns aufthut. kein Insekt flatterte in der Luft. der uns auf dem Gipfel geschüttelt. die Führer hatten nicht allein den kleinen Vorrath Malvasier. Während wir durch diese Schicht Merz 1805 fingen Gay-Lussac und ich beim Hospiz auf dem Mont Cenis in einer stark elektrisch geladenen Wolke Luft auf und zerlegten sie im Volta´schen Eudometer. die wir in hermetisch verschlossenen Flaschen bei uns hatten. der dichte kurze Rasen ist so glatt. aber aus dem Plan wurde nichts. Sie enthielt keinen Wasserstoff und nicht um 0. Es sind Bienen. an denen sie sich wärmen wollen. die wahrscheinlich die Blüthen des Spartium nubigenum aufgesucht hatten und vom Winde schief aufwärts in diese Höhe getrieben worden waren. Wahrscheinlich bilden sich unter der Schneehaube große Höhlungen. Wir wissen überdem aus Gay-Lussacs und Theodor Saussures Versuchen. die beständig eine niedrigere Temperatur haben als der Boden. die wir damals entwarfen. auf losen Lavablöcken tritt man nicht sicher auf. am Fuße des Piton Schutz zu suchen. Hände und Gesicht waren uns erstarrt. Trotz dieser Wärme. Zum Glück war die Flasche mit der Kraterluft unversehrt geblieben. daß man sich beständig nach hinten überbeugen muß. und dieß schien uns nach dem Frost. Eine dicke Wolkenschicht hüllte uns ein. Der Station bei den Felsen zu wird der Weg abwärts äußerst beschwerlich. der seit Sonnenaufgang blies.

daß der Anstoß dazu sehr weit her kommen mag. ihr Schlag glich dem der zahmen Canarienvögel. als der Tag sich neigte. als ob in einer großen stehenden Wassermasse kleine Wasserströme sich rasch nach allen Seiten bewegten. Hätten wir auf diesen Aufschub rechnen können. oder endlich in einer starken elektrischen Ladung der Dunstbläschen. Wenn man bis zum Haltpunkt der Engländer sich der Maulthiere bedient. die man 70 . die in Europa entstanden ist. die uns später am Abhang der Cordilleren öfters vorgekommen ist. Aber der Vogel der canarischen Inseln. Es gibt auf den Canarien wieder Papageien noch Affen. einige auf dem Rücken gelblich. Was die Papageien betrifft. Ich bewunderte seinen weichen. die man beim Aufenthalt des Kapitän Cook auf Teneriffa gesehen haben will. der Capirote.] Diese in Europa so wohl bekannten Vögel waren ziemlich gleichförmig grün. die mehr oder weniger Wärme strahlen. um zu bestimmen. In allen Himmelsstrichen hat jeder Schwarm derselben Vogelart seine eigene Sprache. eine Erscheinung zu beobachten. daß der Pizarro erst in der Nach vom 24. konnte ihn aber nicht nahe genug zu Gesicht bekommen. und obgleich erstere in der neuen Welt bis Nordcarolina wandern. in einem auf irgend einem chemischen Proceß beruhenden Temperaturunterschied. von da nach der Caldera 3 ½. so wären wir entweder länger auf dem Pic geblieben22 oder hätten einen Ausflug nach dem Vulkan Chahorra gemacht. und die. welcher Gattung sie angehört. Kleine Luftströme trieben Wolkenstreifen mit verschiedener Geschwindigkeit nach entgegengesetzten Richtungen. auf der Insel Salvage fänden sich diese Vögel in so ungeheurer Menge. keineswegs von der. Es handelt sich dabei nur von der Zeit.kamen. daß die. so glaube ich doch kaum. daß man in einer gewissen Jahreszeit nicht umhergehen könne. einen stärkeren und zugleich harmonischeren Schlag haben. man bemerkt indessen. Wir kamen. zum 25. waren in Cadix und anderen spanischen Häfen gekauft. Für die Rückkehr rechne ich 9 Stunden. so existiren sie nur in Reiseberichten. und man kann sich denken. melodischen Schlag in einem Garten bei Orotava. welche auf der Insel Gran Canaria und auf dem kleinen Eiland Monte Clara bei Lanzerota gefanden werden. In der Nähe der Stadt Orotava trafen wir große Schwärme von Canarienvögeln [ Fringilla Canaria. welche bei Santa Cruz de Teneriffa anlegen. ohne Eier zu zertreten. im Hafen von Orotava an und erhielten daselbst die unerwartete Nachricht. ist in Europa unbekannt. Die gelben Canarienvögel sind eine Spielart. welche wir zu Orotava und Santa Cruz de Teneriffa in Käfigen sahen. die Besteigung des Pics unterlassen. daß in der alten über dem 28sten Grad nördlicher Breite welche vorkommen. Diese theilweise Bewegung der Wolken rührt wahrscheinlich von sehr verschiedenen Ursachen her. Dieß nahm sich aus. daß er sich niemals zähmen ließ. unter Segel gehen werde. braucht man von Orotava aus zur Besteigung des Pics und zur Rückkehr in den Hafen 21 Stunden. nämlich von Orotava zum Pino del Dornajito 3 Stunden. Man kann den Grund in den kleinen Unebenheiten des Bodens suchen. die einander abschreiben. La Caille erzählt in seiner Reisebeschreibung nach dem Cap. wie viel Zeit man dazu braucht. der von allen den schönsten Gesang hat. von da zur Felsenstation 6. die man unterwegs zubringt. so sind die folgenden Angaben wohl nicht unwillkommen. der so sehr die Freiheit liebt. Den folgenden Tag 22 Da viele Reisende. hatten wir Gelegenheit. weil sie nicht wissen.

der die Stille der Natur an jenen einsamen Orten unterbrach. Borda. welche den Reiz europäischer Gesellschaft in diese fernen Himmelsstriche verpflanzt haben. die wir dem Naturaliencabinett des Königs von Spanien übermachten. an einem Orte. sogar von Canaria und Hierro. Wollte einmal ein unterrichteter Reisender eine genauere Messung des Vulkans mittelst astronomischer Repetitionskreise vornehmen. 71 . aber hinsichtlich der Großartigkeit der Massen und der Fülle des Pflanzenwuchses steht Orotave über beiden. den dieser Landsitz macht. nach Broussonet ist keine Ebene in der Nähe des Pics so groß wie diese. Am 24. Da fühlten wir recht. obgleich er an sich uralt ist. Das Haus la Paz hatte zudem noch besonderes Interesse für uns. Die Familie Cologan besitzt ein Landhaus näher an der Küste als das eben beschriebene. Graciosa. die Besorgung der geologischen Sammlungen zu übernehmen. Ich kann diese Aussicht nur mit der in den Golfen von Neapel und Genua vergleichen. den ihm der Eigenthümer gegeben. hat einen mit vulkanischen Trümmern bedeckten Hügel angepflanzt und an diesem köstlichen Punkt einen englischen Garten angelegt. daß der Aufenthalt auf Teneriffa nicht bloß für den Naturforscher von Interesse ist. bezeichnet den Eindruck. Auf einer kleinen Ebene in der Nähe hat er die Standlinie zur Messung der Höhe des Pics abgesteckt. Havanna ausgenommen. dessen Tod wir bedauerten. Er hatte die Gefälligkeit. wenig gemein. In dieser Beziehung haben die canarischen Inseln mit den übrigen spanischen Kolonien. der den Canarien bei der letzten Getreidetheuerung bedeutende Dienste erwiesen. den ohne Zweifel die Spanier eingeführt hatten. hatte hier bei seiner letzten Reise nach den Canarien gewohnt. Bei dieser trigonometrischen Messung diente der große Drachenbaum von Orotava als Signal. welche die weite Meeresfläche begrenzt. wo man eine herrliche Aussicht auf die Pyramide des Pics. auf die Dörfer an der Küste und die Insel Palme hat. in Laguna speisten wir beim französischen Consul. Bei Einbruch der Nacht bot uns der Abhang des Vulkans auf einmal ein eigenthümliches Schauspiel.durchstreiften wir die Umgegend von Orotava. Wir botanisirten bei la Paz und fanden in Menge das Lichen roccella auf basaltischem. von der See bespülten Gestein. Am Vorabend des Johannistages wohnten wir einem ländlichen Feste in Herrn Littles Garten bei. Die zerstreuten Lichtmassen. Bante genannt. Dieser Handelsmann. die vom Winde gejagten Rauchsäulen hoben sich an den Seiten des Pics vom Dunkelgrün der Wälder ab. so müßte er die Standlinie nicht bei Orotava. Alagranza. und schien der einzige Laut. Der Name. Freudengeschrei drang aus der Ferne zu uns herüber. Juni Morgens verließen wir den Hafen von Orotava. In einem halben Tag gelangt man von Santa Cruz de Teneriffa nach Orotava. sondern bei los Silos. Die Orseille der Canarien ist ein sehr alter Handelsartikel. Als wir vor der Stadt auf die Rhede hinauf die Untersuchung der Produkte des Pic oder zum Ausruhen verwendet. man bezieht aber das Moos weniger von Teneriffa als von den unbewohnten Inseln Salvage. messen. man findet in Orotava Liebhaber von Literatur und Musik. hatten die Hirten die Johannisfeuer angezündet. Nach einem Brauch.

erfuhren wir. ist es doch sehr wahrscheinlich. uns erwartend. keine Stelle vorkommt. Mirab. unsere Corvette. in dem Hanno eine Menge Elephanten weiden sah. beinahe am Nordende von Afrika. und es ist zudem sehr zweifelhaft. und wir hatten keinen Augenblick zu verlieren.] Zu Platos und Aristoteles Zeit waren dunkle Gerüchte davon zu den Griechen gedrungen. Heeren.24 Die Inseln der Seligen. die sich täuschend wie Lavaströme ausnahmen. die man An23 Auf dieser Insel sah der carthaginensische Feldherr zum erstenmal eine große menschenähnliche Affenart. nordwärts von der Insel der Gorillas. unsere Reisegefährten waren Canarier gewesen. Vergeblich sehen wir uns im Periplus des Hanno und dem des Scylax nach den ersten schriftlichen Urkunden über die Ausbrüche des Pics von Teneriffa um. die von den Bergen herabkamen und sich in mehrere Arme theilten. als sie die Insel Amsterdam mit dickem Rauch bedeckt sahen. Im Hafen angelangt. um aus diesen Strichen wegzukommen. 72 . Gosselin verlegt die Insel der Gorillas an die Mündung des Flusses Nun. habe Feuergarben ausgeworfen. um sie mitzunehmen. jede Nacht haben sich auf der Küste viele Feuer gezeigt. die sich in das Meer zu ergießen schienen. und der große Berg. Obgleich in den Reisetagebüchern des Hanno und des Scylax. unter 35½ Grad Breite liegen. ihrer Sache nicht gewiß.ausblickten. aber dieser Atlas ist gleich dem Berge Meru der Hindus ein aus richtigen Begriffen und mythischen Fictionen zusammengesetztes Ding. unter Segel. Diese Seefahrer hielten sich ängstlich an die Küsten. werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Landes. Auscultat. weil sie sich mit Nägeln und Zähnen wehrten. Wir schifften uns allein ein. Aber dieser Berg. daß die Carthager und auch die Phönicier den Pic von Teneriffa gekannt haben. sahen wir zu unserem Schreck den Pizarro. der Götterwagen genannt. und als höchst bösartig. Ehe wir den Archipel der Canarien verlassen. die bis zu den Wolken aufgestiegen. welche die Expedition unter Controadmiral d´Entrecasteaux mitmachten. Hanno berichtet indessen von leuchtenden Strömen. er lavire mit wenigen Segeln. uns so konnten sie nichts von einem Vulkan wissen. wie Abbé Viera und nach ihm verschiedene Reisende annehmen. Auf der Küste von Caracas sah ich mehrere Nächte hinter einander röthliche Feuerstreifen von brennendem Grase. Er beschreibt sie als durchaus behaarte Weiber. ob die von Hanno bemerkten Feuer wirklich von einem vulkanischen Ausbruch herrührten. 24 Aristoteles. Die folgenden Stellen lassen keinen Zweifel hierüber: Herodot IV. sie liefen jeden Abend in eine Bay und ankerten. In neuester Zeit waren ja auch die Naturforscher.23 bildete das Westende der Atlaskette. Solinus sagt vom Atlas: vertex semper nivalis lucet nocturnis ignibus. die nicht mit nach Amerika gingen. hält die glückseligen Inseln Diodors von Sicilien für Madera und Porto Santo. so weit sie uns erhalten sind. die Wälder und das dürre Gras der Savannen anzuzünden. nach deren Vorstellung die ganze Küste von Afrika jenseits der Säulen des Hercules von vulkanischem Feuer verheert war. oder von dem bei so vielen Völkern herrschenden Brauch. aber nach dieser Annahme müßte der Sumpf. die sich mit einigen Schein von Recht auf die canarischen Inseln beziehen ließe. Die englischen bei Teneriffa stationirten Schiffe waren verschwunden. die den Pic von Teneriffa beschreiben. [Einer der angesehensten deutschen Gelehrten. der 56 Meilen vom Festland von Afrika liegt. und lag nicht auf einer der hesperischen Inseln. die Gorillas. Er rühmt sich. ihrer drei die Haut abgezogen zu haben.

Die Römer wurden erst achtzig Jahre vor Octavians Regierung näher mit den canarischen Inseln bekannt. Nach seiner Niederlage durch Sylla sucht Sertorius. Mela III. lagt man auf die Vokale mehr Werth. die auf uns gekommen sind. was ihm von Reisenden an Nachrichten zukommt. Das einzige Volk. was der freie Boden von Amerika für die Europäer bei ihren bürgerlichen und religiösen Zwistigkeiten geworden ist. als sie bei den orientalischen Völkern haben. den der carthagische Senat mit weiser Vorsicht gefaßt. müde des Waffenlärms. Plinius und Solinus Dyris war. wo die den Alten bekannte Welt ein Ende hatte. Man könnte darnach annehmen. jenseits der riphäischen Gebirge bei den Hyperboräern [Die Vorstellung vom Glück. wenn sich aus dem Stillschweigen von Schriftstellern etwas schließen ließe. sogar Diodor von Sicilien III. Kaum erkennt man die Insel Teneriffa und den Schnee. Er wählt die glückseligen Inseln. Umsonst sucht der Physiker in der Geschichte Urkunden über die ältesten Ausbrüche des Pics. Er sammelt sorgfältig. aber in den wenigen Stücken dieser Nachrichten. daß vor Aristoteles die griechischen Geographen keine genaue Kenntniß von den canarischen Inseln und ihren Vulkanen hatten.]. Americ. wenn sie diese entlegenen Landstriche in den Schleier des Geheimnisses hüllten. 73 . 24. Es ist nicht zu verwundern. so sollten für die Carthager seyn. Plinius V. wie man den lebhaftesten Geistesgenuß in einer idealen Welt jenseits der Grenzen der Wirklichkeit sucht. und in den umständlicheren Beschreibungen des Sebosus und des Juba ist niemals von Vulkanen und vulkanischen Ausbrüchen die Rede. Strabo XVII. die ich habe auffinden können. die indischen Völker und die Mexicaner mit einander gemein. eine sichere.fangs im Norden. 10. Was man glückselige Inseln nannte. von denen wir nichts besitzen als Bruchstücke und trockene Namenverzeichnisse. von denen man ihm an den Küsten von Bätika eine reizende Schilderung entwirft. 155 und 185) den alten Namen des Atlas findet. der hohen Kultur und dem Reichthum der Bewohner des Nordens hatten die Griechen. das weit nach West und Nord die See befuhr. er findet nirgends welche außer in der Sprache der Guanchen. so findet man Dyris fast ganz in Daran. wie der Name Dorado bei den ersten Eroberern Amerikas. der im Winter die Spitze des Pics bedeckt. fanden ihren Vortheil dabei. Man versetzte das Glück an das Ende der Welt. später südwärts von Cyrenaica gesucht hatte. Ein bloßer Privatmann wollte den Gedanken verwirklichen. in der das Wort »Echeyde«25 zugleich die Hölle und den Vulkan von Teneriffa bedeutete. kommt aus dem Anfang des sechzehnten Jahrhunderts. der einer der glückseligen Inseln beigelegt wird. 1. Sie 184. die Carthager. wie die arabischen Geographen den östlichen Theil des Atlasgebirges nennen. wurden nach Westen verlegt. Diese Ableitung ist höchst zweifelhaft. war lange ein schwankender Begriff. Solinus I. am Namen Nivaria. in welchem Wort Horn (de Origin. Die älteste schriftliche Nachricht von der Thätigkeit des Vulkans. dahin. ruhige Zufluchtsstätte. daß der Vulkan damals kein Feuer gespien habe. der nach Strabo. p. 25 Der Berg hieß auch Aya-dyrma. Der carthagische Senat duldete keine Auswanderung Einzelner und ersah diese Inseln als Zufluchtsort in Zeiten der Unruhe und politischen Unfälle.

Der Vesuv wurde im Jahr 1631 wieder so thätig. instar Aetnae montis. id affirmant nostri Christiani qui capti aliquando haec animadvertere. Alles verkündete die tiefste Ruhe. ähnlich der friedlichen Solfatare von Puzzuoli. Der Pic befand sich also damals nicht im Zustand der Ruhe wie jetzt. Tungurahua. und solche lange Pausen scheinen charakteristisch für sehr hohe Vulkane. So könnte möglicherweise auch der Krater des Pics sich eines Tags wieder umwandeln. Beim Vesuv sind die Ausbrüche seltener. Qui metiti sunt lapidem ajunt altitudine leucarum quindecim mensuram excedere ab imo ad summum verticem. Quod cernatur a longe id efficit acuminatus lapis adamantinus. in medio. ob anzunehmen sey. Nun war nach Braccinis Bericht im Jahr 1611 der Krater des Vesuvs im Innern mit Gebüsch bewachsen. der Berg brenne fortwährend gleich dem Aetna und das Feuer sey von Christen gesehen worden. Ebenso ruht die ganze Gruppe der canarischen Inseln gleichsam auf Einem untermeerischen Vulkan. Es wäre vielleicht zu wünschen. Die colossalen Gipfel der Anden. Nur Teneriffa trägt in seiner Mitte 26 Non silendum puto de insula Teneriffa quae et eximie colitur et inter orbis insulas est eminentior.findet sich in der Reisebeschreibung26 des Aloysio Cadamusto. Der kleinste von allen. Ich habe zu Orotava die Frage besprechen hören. Bei thätigen Vulkanen scheint die Häufigkeit der Ausbrüche im umgekehrten Verhältniß mit der Höhe und der Masser derselben zu stehen. Al. der Cotopaxi und der Tungurahua speien kaum einmal im Jahrhundert Feuer. denn es ist sicher. 74 . In diesem Zeitraum hat der Vesuv sechzehnmal Feuer gespieen. Is lapis jugiter flagrat. Pichincha. hat entsteigen sehen. der Stromboli. die Seitenausbrüche würden damit weniger heftig und die ganze Inselgruppe hatte weniger von Erdbeben zu leiden. der aus verschiedenen Kegeln mit eigenen Namen. die als Sklaven der Guanchen auf Teneriffa lebten. In einer so zweifelhaften Sache kann man sich nur an die Analogie halten. daß der Schlund der Caldera sich weiter öffnete. ist fast in beständiger Thätigkeit. bald durch jene der Inseln Bahn. und dennoch warf derselbe Schlund. Nam coelo sereno eminus conspicitur. adeo ut qui absunt ab ea ad leucas hispanas sexaginta vel septuaginta. aber sie ist auf der Spitze eines noch thätigen Vulkans gelegen. So schien auch der Pic nach zwei und neunzig Jahren erloschen. der im Jahr 1505 auf den Canarien landete. Cotopaxi. daß der genze gebirgigte Theil des Königreichs Quito anzusehen ist als ein ungeheurer Vulkan von 700 Quadratmeilen Oberfläche. instar pyramidis. 8. Cadamusti Navigatio ad terras incognitas c. als im Jahr 1792 der letzte Ausbruch durch eine Seitenöffnung im Berg Chahorra erfolgte. Feuer speit. Dieser Reisende war nicht selbst Zeuge eines Ausbruchs. Er ist jetzt eine Solfatare. er versichert aber bestimmt. daß kein Reisender und kein Einwohner von Teneriffa der Mündung des Pics von weitem sichtbaren Rauch. als er im Jahr 1500 gewesen war. zwanzig Jahre später Feuersäulen und ungeheure Massen Asche aus. der sich in ein schattiges Thal verwandeln zu wollen schien. non difficulter eam intueantur. geschweige denn Flammen. indessen häufiger als beim Aetna und dem Pic von Teneriffa. Die Ausbrüche des Pics waren seit zweihundert Jahren sehr selten. Ich habe anderwo ausgeführt. Das Feuer brach sich bald durch diese. daß der Krater des Pics im Lauf der Jahrhunderte wieder in Thätigkeit treten werde.

Jahr 1677. und man findet dort keinen vereinzelnten Berg. 75 . die auf Lanzerota und Palma ausgebrochen sind. Die Lava ist so stark. auf der Spitze bildet sich ein Krater. deren Mineralwasser Kranke sogar aus Europa herbeizog. Am 5. Jahr 1558. daß das Feuer dadurch erlosch. machen die berühmte Quelle Foncaliente oder Fuente Santa versiegen. kommen geologisch durchaus mit dem Ausbruch überein. daß die Thätigkeit der Vulkane durch vieles einsickerndes Schneewasser gesteigert wird. Zur selben Zeit wurde Teneriffa zum erstenmal von der aus der Levante eingeschleppten Pest verheert.eine ungeheure Pyramide mit einem Krater auf der Spitze. Auf den andern Inseln haben die verschiedenen Ausbrüche an verschiedenen Stellen stattgefunden. Ein dritter bildet sich am 2. Das Bild unserer lieben Frau zum Schnee wurde aus Santa Cruz an den Schlund des Vulkans gebracht. Schlacken und Asche aus. deren Andenken sich bei den Geschichtschreibern der Insel seit der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts erhalten hat. Dieser zweite Schlund hört am 13. Der Pic von Teneriffa macht einen Seitenausbruch in der Ebene les Infantes.] Jahr 1646. — Dritter Ausbruch auf der Insel Palma. December. Die Laven. Das calcinirte Skelett eines Haifisches wurde im erloschenen. mit Wasser gefüllten Krater gefunden. Januar 1705 thut sich ein zweiter Schlund in der Schlucht Almerchiga. [Dieselbe Erscheinung wiederholte sich 1811 bei den Azoren. Jahr 1704. In den Anden von Quito wollen die Indianer die Bemerkung gemacht haben. die in jahrhundertlangen Perioden aus ihren Seiten Lavaströme ergießt. — Am 31. — Am 15. Die Lava in drei Strömen bedroht das Dorf Guimar. Während dieser Ausbrüche spürt die Stadt Orotava. Die von uralten Vulkanen gebildete Basaltrinde scheint dort aller Orten unterhöhlt. und durch die Erhitzung des Wassers gehen die Fische in weitem Umkreis zu Grunde. Ein Vulkan öffnet sich auf der Insel Palma. Februar in der Cañada de Araso. die sich nacheinander bilden. Januar zu speien auf. Furchtbare Erdbeben gingen dem Ausbruch voran. die sich aus diesen Spalten ergießen. daß sie das ganze Thal Fasnia oder Areza ausfüllt. wird aber im Thal Melosar durch einen Felsgrat aufgehalten. die nur einen schmaler Damm von den neuen Schlünden trennt. an den die vulkanische Thätigkeit gebunden wäre. Nach einer Volkssage wurde dem Ausbruch durch ein seltsames Mittel Einhalt geboten. der einen hundert Toisen breiten und über 2500 Toisen langen Lavastrom ergießt. nahe einer Quelle im Partido de los Llanos. starke Erdstöße. zwei andere bilden sich am Meeresufer. der einen unübersteiglichen Damm bildet. Der Berg las Cabras wirft aus einer Menge kleienr Oeffnungen. der im Jahr 1301 auf der Insel Ischia durch die Tuffe des Epomeo erfolgte. im Bezirk Guimar. oberhalb Ocore. und die Lavaströme. Die Lava stürzt sich ins Meer. April. Ein Berg steigt aus dem Boden. und alsbald fiel eine so ungeheure Masse Schnee. Es folgt hier die Liste der Ausbrüche. als der Vulkan Sabrina auf dem Meeresboden ausbrach. eine Meile von Icore auf. — Am 13. November thut sich ein Schlund auf der Insel Palma bei Tigalate auf.

Bory St. und so verweise ich den Leser auf sein interessantes Werk: Essai sur les îles fortunées. sieht man eine dicke Rauchsäule aus der See aufsteigen. rings um Garachico. und Felsmassen wurden durch die häufigen Erdstöße der Dammerde und des Pflanzenwuchses beraubt und blieben nackst stehen. daß die sich aufthürmenden Laven in der Mitte seines Umfangs ein Vorgebirge bildeten. Ein weiterer Seitenausbruch des Pics von Teneriffa. galt von jeher für eine erloschenen Vulkan. der im Jahr 1661 aufstieg. auf dem Ausbruch stattfand. September. Vincent ist mir mit der Veröffentlichung des Aufsatzes zuvorgekommen. weil ein Hochwasser viel Erdreich hineingeführt. von dem schon im vorigen Capitel die Rede war. Die Stöße dauern bis 1736 fort. — Am 5.] an einem völlig unbebauten Ort. oder die boche nueve. so war der Eindruck desselben bei den Einwohnern noch sehr lebhaft. der schon im Jahr 1645 gelitten hatte. Muthig. Der Ausbruch des Chahorra währte drei Monate und sechs Tage. Jahr 1730. Mai. Eine der furchtbarsten Catastrophen zerstört den Landungsplatz der Insel Lancerota. Zwei Lavaströme zerstören sie in wenigen Stunden. besucht und die Haupterscheinungen bei dem Ausbruch in einem Aufsatz beschrieben. Die drei bis vier Toisen hoch aufgethürmte Lava legte drei Fuß in der Stunde zurück. um sie meiner Reisebeschreibung einzuverleiben. Nur die Fischer ließen nicht vom heimathlichen Boden. Pyramidalische Felsen erheben sich über der Meeresfläche. Jahr 1798. Einiges über die Höhe mitzutheilen. Seitdem sind dreizehn Jahre verflossen. Macintase und Guatisca. — Am 9. Während dieses Ausbruchs. Dieser Berg. Die Lavaströme und die Erdstöße. welche den Ausbruch begleiten. wurde das Erdreich völlig umgewandelt. verhält sich aber doch zum Pic wie der Monte Rosso. Der Hafen. Die Lava und die Schlacken wurden aus vier Mündungen in Einer Reihe ausgeworfen. zum Aetna und zum Vesuv. Ich sah bei Herrn le Gros in Durasno eine von ihm an Ort und Stelle entworfene Zeichnung der Oeffnungen des Chahorra. erbauten sie wieder ein Dörfchen auf Schlackenhaufen und dem verglasten Gestein. von dem er mir eine Abschrift mittheilte. wurde so ausgefüllt. kein Haus blieb stehen. — Am 1. Don Bernardo Cologan hat diese Oeffnungen. Die volkreiche. Ich beschränke mich hier darauf. Ueberall. [Der Abhang des Berges Venge. Juni. die Quellen blieben aus. die im Jahr 1794 aufbrachen. die Klippen werden immer größer und verschmelzen allmählich mit der Insel selbst. Der Schlund bricht ab südlich vom Hafen von Garachico.Jahr 1706. worunter die alten Flecken der Guanchen Tingafa. wie die Einwohner von Torre del Greco. Er besteht zwar aus festen Gebirgsarten. damls dem schönsten und besuchtesten der Insel. und die Bewohner von Lancerota flüchten sich großen Theils auf die Insel Fortanventra. zerstören eine Menge Dörfer. Ein neuer Vulkan bildet sich bei Temenfaya. der sich an den Pic anlehnt. wohlhabende Stadt hatte eine malerische Lage am Saum eines Lorbeerwaldes. Seitenausbruch des Pics von Teneriffa. zu der sehr ansehnliche Felstücke aus den Oeff76 . am Abhang des Berges Charhorra oder Venge. acht Tage nachdem sie aufgebrochen. Da dieser Ausbruch nur ein Jahr vor meiner Ankunft auf Teneriffa erfolgt war. Aus der Ebene stiegen Hügel auf. heißt Chazajañe.

Gewächse. auf dem Pic von Teneriffa und in den blauen Bergen auf Jamaica vorkommen. im Allgemeinen aber beginnt die Vegetation in den Ländern in der Nähe der Tropen nicht mit Flechten und Moosen. folgen grasartige und anderen phanerogame Pflanzen. wie in Guinea und an den Felsenküsten von Peru. Wahrscheinlich sind vor dem sechzehnten Jahrhundert die übrigen Inseln auch vom vulkanischen Feuer heimgesucht worden. Allerdings kommen auch beim Aetna und beim Vesuv die großen Lavaströme auch nicht aus dem Krater selbst. wie die Basalte und Mandelsteine sich allmählich mit einer Pflanzendecke überzogen haben. ob ein neuer Ausbruch bevorsteht oder nicht. Feuer und Asche auswirft. die Berge. Teneriffa und Lancerota an. Sein Grund hat sich nicht gesenkt. Es wäre aber wichtig zu erfahren. was auch manche Reisende sagen mögen. Aus dieser interessanten Beobachtung geht hervor. welcher Charakter der Pflanzenwelt der canarischen Inseln zukommt. nicht allein auf den Bergen. deren Lauf sich unter dem Schnee entwickelt. das heißt die eigentliche Spitze des Bergs. Auf die Flechten und Moose. Dicranum. Aber beim Vesuv und Aetna endet ein Seitenausbruch immer damit. Die rein seitliche vulkanische Thätigkeit des Pics von Teneriffa ist geologisch um so merkwürdiger. unter den zahlreichen Arten dieser Gattungen befinden sich mehrere. in der sich die Spalte bildet. und die Masse geschmolzener Stoffe steht meist im umgekehrten Verhältniß mit der Höhe. der Fall habe sogar über 15 Sekunden gedauert. Allerdings findet man dort. weil er den Stein mit dem Auge nicht verfolgen konnte.nungen des Chahorra emporgeschleudert wurden. Werfen wir jetzt einen Blick darauf. deren mit unzähligen Oeffnungen und Hautgefäßen 77 . welche die Lava auswirft. wie die Gewächse an den steilen Abhängen des Vulkans vertheilt sind. Alle in dieser chronologischen Uebersicht verzeichneten Ausbrüche gehören den drei Inseln Palma. wo sie ihre höchste Höhe erreicht hatten. daß der Krater. [Cologan bemerkt. ob sich an der Kalkformation von Fortaventura oder am Granit und Glimmerschiefer von Gomera Spuren des unterirdischen Feuers zeigen. die zugleich in Lappland. Cologan zählte während des Falls der Steine 12–15 Secunden. sondern auch an feuchten. sind es die Saftpflanzen. Auch beim letzten Ausbruch im Jahr 1798 blieb der Krater vollkommen unthätig. während nach Leopolds von Buch scharfsinniger Bemerkung beim Vesuv die größere oder geringere Tiefe des Kraters fast ein untrügliches Zeichen ist. die den Grund zur Dammerde legen. isolirt erscheinen zu lassen. die sich an den Hauptvulkan anlehnen. als sie dazu beiträgt. Anders an den Grenzen des heißen Erdstrichs und zwischen den Tropen selbst. Auf den Canarien.und Bryumarten. wie einst geschmolzenen Felsmassen des Pics. schattigen Orten Funarien. daß die Felstücke aus der Oeffnung über dreitausend Fuß hoch geschleudert wurden. bis er auffiel. Beim Pic von Teneriffa ist solches seit Jahrhunderten nicht vorgekommen.] das heißt er fing im Moment zu zählen an. Im nördlichen Theile des gemäßigten Erdstrichs bedecken cryptogamische Gewächse zuerst die steinigte Erdrinde. Nach mit mitgetheilten unbestimmten Notizen läge mitten auf der Insel Ferro ein erloschener Vulkan und ein anderer auf der Großen Canaria bei Arguineguin.

Dieses Ergebniß wird noch durch andere Beobachtungen unterstützt. das der Schnee in 2058 Toisen über einer Ebene mit einer mittleren Temperatur von 21°. Ueberall wo die Laven verschlackt sind oder eine glänzende Oberfläche haben. Vom Parallel der Berge Mexicos bis zum Parallel der Pyrenäen und der Alpen. läßt sich demnach annehmen. unter dem Aequator ein paar Grad über dem Gefrierpunkt. Einer der Hochgipfel der Sierra de Nevada de Grenada. daß unter 28°17￿ die Schneegrenze über 1900 Toisen liegt. so rührt dies nicht daher. mit der der Schnee im Sommer in Berührung kommt. somit 550 Toisen höher als in den Pyrenäen und in der Schweiz. und da sich durch die wenigen Punkte. welche uns unter 0°. da aber die untere Grenze des Schnees hier nicht gemessen worden ist. der Lorbeeren. von der Häufigkeit aufsteigender sehr warmer Winde oder von der hohen Temperatur der Asche des Piton herrühren. so ergibt sich nach dem Gesetz der Wärmeabnahme. Teneriffa gemacht. die sich in der erstene Zeit nach ihrer Bildung auszeichnet. Ohne es bestimmt zu behaupten. unter 28½ Grad sey die Temperatur gleich Null. so sind dagegen auch die Sommer weniger heiß. wie die Basaltkuppen im Norden von Lancerota. unendliche viele Curven ziehen lassen. Grad ist die Curve des ewigen Schnees durch keine direkte Messung bestimmt worden. das fast noch durchaus als ein tropisches erscheint. Vom Auquator an. Nur wenn die Lava mit Tuff und Asche bedeckt ist. wie sie der Küste von Teneriffa zukommt. bis zum 20. und wenn er Sommers ganz schneefrei ist. Sie wachsen in den Ritzen des vulkanischen Gesteins und bilden gleichsam die erste vegetabilische Schicht. rückt der Schnee nur 100 Toisen herab. zur Lösung des vorliegenden Problems nichts bei. Diese Zahl stimmt fast ganz mit der. der Fichten. weil ewiges Eis27 und die Kälte der umgebenden 27 Obgleich der Pic von Teneriffa sich nur in den Wintermonaten mit Schnee bedeckt. so finge der ewige Schnee unter der Breite des Pic erst bei 2050 Toisen über der Meeresfläche an. 62° und 71° nördlicher Breite bekannt sind. wo der Schnee mit 2460 Toisen. also etwa in der Höhe des Montblanc beginnt. Wenn auf Teneriffa die Pflanzen nicht bis zum Gipfel des Vulkans vordringen. kann man als wahrscheinlich annehmen. könnte der Vulkan doch die seiner Breite entsrpechende Schneegrenze erreichen. zwischen dem 20. Breitegrad. Breitegrad in arithmetischer Progression herab. Die mittlere Temperatur der Luftschicht.] der Guanchen fünf Pflanzenzonen. und es vergehen mehrere Jahrhunderte. Wenn die Winter auf Inseln weniger streng sind. und die Höhe 78 . der Pico de Beleta. womit sich die Lavaströme überziehen. verliert sich auf vulkanischen Eilanden die Kahlheit. also bis zur Grenze des heißen Erdstrichs. entwickelt sich die Vegetation ungemein langsam darauf. so könnte dieß nur von der freien Lage des Berges in der weiten See. Angenommen. auf 98 Toisen einen Grad gerechnet. dessen absolute Höhe 1781 Toisen beträgt. ist beständig mit Schnee bedeckt. ist in den Alpen ein paar Grad unter. Durch die Lage des Vulkans von Teneriffa mitten auf einer nicht großen Insel kann die Curve des ewigen Schnees schwerlich hinaufgeschoben werden. bis zum 45. bis Buschwerk darauf wächst. lieben bleiben muß. während 15 Grad weiter gegen Norden in den Pyrenäen der Schnee bereits zu 1300–1400 Toisen absoluter Höhe herabreicht. der Schnee schon 400 Toisen tiefer stehen sollte? Selbst vorausgesetzt. In seinem gegenwärtigen Zustand zeigt die Insel Teneriffa oder das Chinerfe [Aus Chinerfe haben die Europäer durch Corruption Tschineriffe. so kann die Beobachtung nur sehr mangelhaft durch Rechnung ergänzt werden. 45°. der Gräser.. Beim gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse lassen sich diese Zweifel nicht heben. der unter 37°10￿ der Breite liegt. was den Beobachtungen widerspricht. so trägt dieser Berg. 20°. der Schnee rückte vom 20. welche sich bei der Annahme einer arithmetischen Progression ergibt. Diese Zonen liegen am steilen Abhang des Pics wie Stockwerke über einander und haben 1750 Toisen senkrechte Höhe. und dem 45.versehenen Blätter der umgebenden Luft des darin aufgelöste Wasser entziehen. daß 8 Grad weiter in einem Klima. der Retama. die man bezeichnen kann als die Regionen der Weinreben. und schmücken sie sich mit einer üppigen glänzenden Pflanzendecke.

Petersburg eintritt. In dieser Zone werden der Dattelbaum. daß der Pic von Teneriffa die untere Grenze des ewigen Schrees erreiche. zerriebene Bimsstein des Piton die Gewächse nicht an den Kraterrand gelangen. wenn sie annehmen. und andere Gewächse. des Zimmtbaums von den Molukken. im Hafen von Orotava und überall. Unter 28°17￿ der Breite ergeben sich für diese Grenze wenigstens 1950 Toisen. die jährlich in Paris. Auf der Insel Madera sind die mittleren Temperaturen des Januar und des August. unter 67°. B.8.8 R. die Grenze des ewigen Schnees in 482. 79 . mit den saftigen Blättern und der blaugrünen Färbung den Typus der Vegetation Afrikas tragen. und doch sind hier die Winter ungleich strenger. Auf dem Aetna beginnt der Schnee schon bei 1500 Toisen oder selbst etwas tiefer. Auf Island z. hält sich der hunderttheilige Thermometer im Winter. des Kaffeebaums aus Arabien und des Cacaobaums aus Amerika gelungene Versuche gemacht. unter 65° der Breite. in Norwegen dagegen.6 und 26°. Die erste Zone. die der Reben. Dieß ergibt sich aus den Beobachtungen Savaggi´s in den Jahren 1795–1799.1. ist also um 5–6° geringer als die größte Hitze. In der Nähe des Polarkreises. Auf des Schnees hängt nicht sowohl von der ganzen mittleren Jahrestemperatur als vielmehr von der mittlere Wärme der Sommermonate ab. während der Cheiranthus mutabilis von Madera dort im Freien überwintert.) zu seyn. die vom Cap der guten Hoffnung bis zum Peloponnes verbreitet sind. der Weinstock und die Getreidearten gebaut. wie de Candolle beobachtet hat. ist auf dem Osterjöckull. wo der Boden sorgfältig bebaut ist. Die Sommerhitze dauert auf Madera nicht so lang als auf Teneriffa. der Oelbaum. erstreckt sich vom Meeresufer bis in 2–300 Toisen Höhe. der Drachenbaum. B. und man hat mit dem Anbau des Otaheite´schen Brodbaums. die Cacalia Kleinia. erfriert in Marseille. was bei einem unter 37½° der Breite gelegenen Gipfel ziemlich auffallend erscheint. daß Bouquer und Saussure im Irrthum sind. nach Heberden. wo die Winde freien Zutritt haben. Mesembryanthemum-Arten. Das Korn wird von Ende März bis Anfang Mai geschnitten. wo bei Marocco unter 31½ Grad Breite ewiger Schnee liegt. fern von der Küste in 600 Toisen Höhe. zeigt sich der Unterschied zwischen Inseln oder Küsten und dem inneren Lande höchst auffallend. sie ist die am stärksten bewohnte und die einzige. der Bananenbaum. Die mittlere Temperatur der Küste von Teneriffa scheint wenigstens 21° (16°. Dieser Punkt wird vollständig ins Reine gebracht werden. im Januar und Februar. der indische Feigenbaum. In der Region der Reben kommen vor acht Arten baumartiger Euphorbien.7 und 23°. folglich die mittlere Jahrestemperatur geringer als in Island. in Rom dagegen 5°.Luft ihnen unübersteigliche Grenzen setzen: vielmehr lassen die verschlackten Laven des Malpays und der dürre. In dieser tiefen Lage. Berlin und St. dessen Wurzel dem gemeinen Volk ein nahrhaftes Mehl liefert. und ihr Klima steht in der Mitte zwischen dem von Neapel und dem heißen Erdstrichs. Arum colocasia. kommen doch die Gewächse er ersteren Insel im Allgemeinen in Europa leichter fort als die von Teneriffa. die mit ihrem nackten. die europäischen Obstarten. Nach diesen Angaben erscheint es als wahrscheinlich. Aber so ähnlich sich die Klimate von Madera und Teneriffa sind. um Mittag auf 15–17°. wo die Sommerhitze durch den fortwährend aus dem Meere aufsteigenden Nebel gemildert wird. der Zuckerrohr. Der Cheiranthus longifolius von Orotava z. wenn einmal der westliche Theil des Atlas gemessen ist. 17°. selbst wenn man sie zwischen dem Aetna und den Bergen von Mexico durch Interpolation berechnet. gewundenen Stamm. im Sommer steigt die Hitze nicht über 25 oder 26°.

Wenn man die Pflanzen von Lancerota und Fortaventura. Nothalaena subcurdata. Die zweite Zone. und 40. während sie auf beiden Continenten bis zum 38. Asplenium palmatum. T. [ Woodwardia radicans. Pflanzungen von wilden und geimpften Kastanien bilden einen weiten Gürtel um das Gebiet der Quellen. genauer untersuchte. speciosus und Davallia canariensis. canariense.] von denen nur drei Arten [Zwei Acrostichum und das Ophyoglossum lusitanicum. Rhamnus glandulosus. hat v. eine der Quercus Turneri aus den Bergen Tibets nahestehende Eiche. Herrliche Wälder krönen die an den Vulkan sich lehnenden Hügel Hier wachsen vier Lorbeerarten [ Laurus indica. zwei Arten Sideroxylon mit ausnehmend schönem Laub. foetens. könnten sich doch unter so vielen Gewächsen der afrikanischen Flora leicht ein paar Mimosen finden. L. welche die Natur in der Region der Palmen ausstreut. begreift den bewaldeten Strich von Teneriffa. Erica arborea. die der Lorbeeren. Michaux] bis hinauf in die Wälder von Virginien verbreitet. Winden und ein vom europäischen sehr verschiedener Epheu ( Hedera canariensis) überziehen die Lorbeerstämme. L. Bei der Musterung der Sippen einheimischer Gewächse vermißt man ungern die Bäume mit den zartgefiederten Blättern und die baumartigen Gräser. so ist die Insel Teneriffa.5 unter dem Gefrierpunkt aus. Breitegrad vorkommen. ein einheimischer Olivenbaum ( Olea excelsa).. Erica Texo. Til. feuchten Rasen sprudeln. Trichomanes canariensis.]. in Asien.] die Visnea Mocanera. latifolium. welches das grünste und lieblichste von allen ist. die der Küste von Marocco am nächsten liegen.] schon in der Regin der Reben vorkommen. die Myrica Faya der Azoren. der Mentha canariensis und mehrerer strauchartiger Hypericumarten [ Hypericum canariense. A. die unter derselben Breite liegt wie Egypten. Zwischen diesen Bäumen wachsen Aridisia excelsa. in Afrika wächst die Acacia gummifera auf den Hügeln bei Mogador. welche den Landschaften in der Nähe des Aequators ihre Großartigkeit verleihen. westwärts vom caspischen Meer.mehreren Punkten der Küste hat das Land ganz den Charakter einer tropischen Landschaft. Wenn aber dem südlichen Europa nur erst ein geringes Theil von Schätzen zugetheilt ist. floribundum und H. Broussonet. an der Küste von Genua und in der Provence bei Antibes unter 39–44 Grad der Breite ganz gut fort. bereits mit denselben Pflanzengestalten geschmückt. und zu ihren Füßen wuchern zahllose Farn. Biberstein die Ebenen von Ehyrvan mit Acacia stephaniana bedeckt gesehen. 80 . glandulosum. [ Quercus Canariensis. In Amerika ist die Schrankchia uncinata Wildenows [ Mimosa horridula. die aus dem immer frischen. A.]. es ist dieß auch die Region der Quellen. Keine Art der zahlreichen Familie der Sensitiven ist auf ihrer Wanderung zum Archipel der Canarien vorgedrungen. Chamärops und der Dattelbaum kommen auf der fruchtbaren Ebene von Murviedro. des Chrysanthemum pinnatifidum. Auf dem mit Moosen und zartem Grad überzogenen Boden prangen überall die Blüthen der Campanula aurea. Arbutus callycarpa und andere immergrüne Baume aus der Familie der Myrten. H. das südliche Persion und Florida. der größte Baum in dieser Zone. nobilis und L. einige Dattelbäume wachsen sogar innerhalb der Mauern von Rom und dauern in einer Temperatur von 2°.

28 Pinus 81 . de Candolle. das bei den Eingeborenen Texo heißt. unterscheidet sich die Fichte von Teneriffa sowohl von der Pinus atlantica in den Bergen bei Mogador. die im Wuchs der schottischen Fichte gleicht. meist aber drei in einer Scheide stecken. Nach de Candolles Bemerkung hieße diese Fichte. die in Portugal fehlt und am Abhang von Frankreicht und Spanien gegen das Mittelmeer in Italien. deren zuweilen zwei. Es ist dieß der öde Landstrich der Insel. Scrophularia glabrata und Viola cheiranthifolia. Schon oben war von den blühenden Büschen des Alpenginsters (Spartium nubigenum) die Rede. wissen wir nicht. Zwei krautartige Gewächse. Diese 400 Toisen breite Zone besteht ganz aus einem mächtigen Fichtenwald. gehen die mexicanischen Fichten bis zu 2000 Toisen Höhe. so ist anzunehmen. Ueber einem vom der afrikanischen Sonne ausgebrannten Rasen bedeckt die Cladonia paschalis dürre Strecken. So sehr auch die verschiedenen Arten einer und derselben Pflanzengattung im Bau übereinkommen. Sie ist der herrschende Baum in den Fichtenwäldern des südöstlichen Frankreichs. wo Haufen von Bimsstein. Die Fichten haben sehr lange. die Hirten zünden sie häufig an. Nach der Ansicht eines berühmten Botanikers. ziemlich steife Blätter. der kaum an seinen Rändern von Menschen urbar gemacht ist. und so erweitert sich auf von Vulkanen verheerten Eilanden Floras Reich durch die nie stockende Thätigkeit organischer Kräfte. wobei sich dann das Feuer sehr weit verbreitet. die der Retama und der Gräser. Erdbeerbäumen und Fichten erscheint. sich wirklich von den achtzehn Fichtenarten unterscheidet. und in der Mitte halepensis. die wir bereits in der alten Welt kennen.Die dritte Zone beginnt in 900 Toisen absoluter Höhe. daß in der Höhe des Portillo die Wurzeln der Fichten ihre Nahrung aus einem Boden ziehen. dessen Reisen die Pflanzengeographie Europas sehr gefördert haben. in Kleinasien und in der Barbarei vorkommt besser Pinus mediterranea. in dem in einer gewissen Tiefe der Thermometer höchstens auf 9 bis 10 Grad steigt. Obsidian und zertrümmerter Lava wenig Pflanzenwuchs aufkommen lassen. so sehen wir. da wo die letzten Gebüsche von Erdbeerbäumen. Myrica Faya und des schönen Heidekrauts stehen. im heißen Erdstrich. In den Cordilleren von Neuspanien.28 die dem Becken des mittelländischen Meeres angehört und nicht über die Säulen des Herkules hinauszugehen scheint. wo Schnee fällt. gehen weiter hinauf bis ins Malpays. in dem auch Broussonets Juniperus Cedro vorkommt. Die letzten Fichten fanden wir am Pic etwa in 1200 Toisen Höhe über dem Meer. liegen so hoch wie die unzugänglichsten Gipfel der Pyrenäen. als von der Fichte von Aleppo. die constante Bodenwärme etwas höher ist als die mittlere Lufttemperatur. Dem Gipfel des Pic zu arbeiten Urceolarien und andere Flechten an der Zersetzung des verschlackten Gesteins. Da wir ihre Früchte nicht untersuchen konnten. daß die ganze Insel als ein Wald von Lorbeeren. Wenn in den gemäßigten Landstrichen und überall. welche Oasen in einem weiten Aschenmeer bilden. wo sie von Gonan und Gerard mit der Pinus sylvestris verwechselt worden ist. Ueberblicken wir die Vegetationszonen von Teneriffa. ob diese Art. so verlangt doch jede zu ihrem Fortkommen einen bestimmten Grad von Wärme und Verdünnung der umgebenden Luft. Die vierte und fünfte Zone.

der unter 39° der Breite vorkommt. als davon. scoparis. Weiter nach Süden. Atropa frutescens und Sonchus arborescens wuchern im losen Sand und dienen wie in Afrika den Kameelen als Futter. Gomera.) erkannt. Wenn auf der Inseln Bourbon so viele polymorphe Arten vorkommen. die auch in Portugal29 . so erscheint das Vorkommen der Myrica Facya im westlichen Europa zum mindestens ebenso auffallend. Die erste begreift Lancerota und Fortaventura. daß die Vegetation jung ist? Wohl darf ich mir schmeicheln. Broussonet. ob er in diesen Theil unseres Continents einheimisch oder eingeführt ist. Auf der westlichen Gruppe der Canarien ist das Land höher. laevigata. Porto-Santo und Madera eigenthümlich. als wenn die Fichte von Aleppe auf den Azoren vorkäme. mit dieser Naturskizze von Teneriffa einiges Licht über Gegenstände verbreitet zu haben. daß Portugal. [Von den wenigen Cruciferen in der Flora von Teneriffa führen wir an: Cheiranthus longifolius. Denkt man über die Wanderungen der Gewächse nach zieht man in Betracht. der sich so lang auf den Canarien aufgehalten. die Link in Portugal gefunden. stärker bewaltet. aber viele Arten und selbst einige Gattungen sind Teneriffa.ein nacktes steinigtes Gebiet umschließt. die zweite Teneriffa. die für die Geschichte der fortschreitenden Entwicklung des organischen Lebens auf dem Erdball von großer Bedeutung erscheint. Ch. Ch. Canaria. C. sollte dies nicht vielmehr von der Beschaffenheit Bodens und des Klimas herrühren. frutescens. Auf dem ganzen Archipel finden sich zwar mehrere Gewächse. ob polymorphe Gewächse auf vulkanischen Inseln häufiger sind als anderswo? Die Vegetation von Teneriffa unterstützt keineswegs die Annahme. Die Winde wehen hier in derselben Richtung und zu denselben Zeiten. unter andern Mocanera. Drusa. das weder zum Ackerbau noch zur Weide taugt. ist in neuerer Zeit viel besprochen worden. Bosea. die bereits von so vielen Reisenden 29 Willdenow und ich haben unter den Pflanzen vom Pic von Teneriffa das schöne Satyrium diphyllum (Orchis cordata.] ist auf den Canarien schon weit seltener als in Spanien und Griechenland. Die Canarien haben nicht die Dicksonia Culcita. und besser von Quellen bewässert. Euphorbia mauritanica. Pittosporum. Nach Broussonets Bemerkung läßt sich der Archipel der Canarien in zwei Gruppen theilen. auf den Azoren und im nordwestlichen Afrika vorkommen. Willd. in Spanien. wo die mittlere Lufttemperatur über 22° ist. Plocama. daß es geologisch möglich ist. nämlich. die Azoren. Hofmannsegg hat sehr alte Stämme gesehen. versichert. es bleibt aber zweifelhaft. die Canarien und die Atlaskette einst durch nunmehr im Meer versunkene Länder zusammengehangen habe. Die ostwärts gelegenen Inseln. und diese Eilande haben noch mehr als die andern die Charakter vom Continent getrennter Länder. sie sind fast quellen los. 82 . der sich als ein nördlicher ansprechen läßt. den einzigen Baumfarn. Canarina. verschwinden die Kreuzblüthen fast gänzlich. im tropischen Landstrich beider Continente.Ein Typus. Ferro und Palma. Letzterer Baum findet sich in Portugal wild. Erysimum bicorne. daß die Natur auf neugebildetem Boden in Pflanzenformen weniger streng festhält. haben weite Ebenen und nur niedrige Berge. der der Kreuzblüthen. Eine Frage. wohl aber Asplenium palmatun und Myrica Faya mit der Flora der Azoren gemein. Crambe strigosa. Beide weichen im Habitus ihrer Vegetation bedeutend von einander ab. Lancerota und Fortaventura. veränderlich Gewächse seyen nicht häufiger als im südlichen Europa.

Spanien. St. weil der sich auf die Geschichte der Menschheit und die historischen Verhängnisse bezieht. den Archipel der Azoren. Die Leiter der wissenschaftlichen Entdeckungsfahrten. einander feindlich gegenüber stehende Staaten. das gefangen wurde. wie sie England. und dieser verkaufte jenen den Europäern. Es wäre wünschenswerth. wie man sie jetzt von der Küste von Guinea holt. So viele Gelehrte bereisen Jahr für Jahr ohne bestimmten Zweck die besuchtesten Länder Europas. Die Handelsvölker befolgten damals hier dieselbe arglistige Politik. von den Canaren wegzukommen. Auf dem Archipel der Canarien bestanden mehrere kleine. und man stritt nicht über die Frage. Ich kann dies nicht glauben. daß die Naturgeschichte dieses Archipels der Forschung noch ein weites Feld darbietet. um Guanchensklaven zu holen. da diese Inseln so nahe bei Europa liegen. besonders aber die Spanier und Portugiesen. Jamaica fragt man sich. auf Teneriffa fragt man sich. Zu jener Zeit hatte man noch nicht zu beweisen gesucht. ob nur Menschen mit schwarzer Haut und Wollhaar der Sklaverei verfallen sollen. Sie dachten. wo die Cultur noch auf tiefer Stufe steht. ehe es getauft war. manche zogen den Tod der Sklaverei vor und tödteten sich und ihre 83 . Frankreich. So wurde ein Guanche Eigenthum des andern. Nur wenn man die atlantischen Inseln und das benachbarte Festland nach den selben Gesichtspunkten untersucht und die Beobachtungen zusammenstellt. die in ihren Anfängen die menschliche Freiheit so mächtig förderte. haben meist zu sehr geeilt. die Canarien. durch welche ganze Volkssstämme vom Erdboden verschwunden sind. welche die Hugenotten von La Rochelle unternommen haben sollen. Jedes Individuum. Sklaven von den Canarien.besprochen worden sind. wie jetzt auf den Küsten von Afrika: sie leisteten den Bürgerkriegen Vorschub. daß das Innere von Neuholland geologisch nicht unbekannter ist als die Gebirgsarten von Lancerota und Gomera. Oft war dieselbe Insel zwei unabhängigen Fürsten unterworfen. habe ich einen Gegenstand zu berühren. vertrocknete Mumien ganz allein der Vernichtung entgangen sind. Dänemark und Rußland zu ihrem Ruhme unternommen. Bevor ich die alte Welt verlasse und in die neue übersetze. verfiel der Sklaverei. wie in der Südsee und überall. mußte der europäischen Habsucht als Vorwand dienen. [Die spanischen Geschichtsschreiber sprechen von Fahrten. daß der Neger ein Mittelding zwischen Mensch und Thier ist. Madera. deren in Höhlen versteckte. Porto-Santo und Terceira. daß einer und der andere.] Die christliche Religion. der allgmeineres Interesse bietet. müßten sie genau beschrieben seyn. gelangt man zur genauen Kenntniß der geologischen Verhältnisse und der Verbreitung der Thiere und Gewächse. Auf Cuba. indessen glaube ich. der gebräunte Guanche und der afrikanische Neger wurden auf dem Markte zu Sevilla mit einander verkauft. die Inseln des grünen Vorgebirgs und die Nordwestküste von Afrika bereiste. was aus den Guanchen geworden ist. sie haben vergessen. Im fünfzehnten Jahrhundert holten fast alle Handelsvölker. Domingo. den ächte Liebe zur Wissenschaft beseelt und dem die Verhältnisse eine mehrjährige Reise gestatten. da diese Fahrten nach dem Jahr 1530 fallen müßten. wo die Ureinwohner dieser Länder hingekommen sind.

beim Dämmerlicht der Cultur. war es Brauch. erschöpft durch geistige Genüsse. Dasselbe Gefühl gibt den Beschreibungen der Reisenden. Die Einwohner der zuletzt genannten Inseln. welche die Spanier nach der Schlacht bei Laguna hatten frei liegen lassen. die sich auf Teneriffa niedergelassen. Bei beiden Bildern ist das Colorit glänzender als wahr. aber die heutigen Canarier. Wenn die Völker. die bei den Spaniers schlechtweg Isleños heißen. die sanfte Gemüthsart der Guanchen zu rühmen. So hatte die Bevölkerung der Canarien durch den Sklavenhandel. so sucht es sich in den Gebirgen und Wäldern zu isoliren. die seit dem Ende des verflossenen Jahrhunderts die Inseln des stillen Oceans besucht haben. In einer langen Geschlechtsfolge verwischen sich die charakteristischen Merkmale der Racen. und da die Nachkommen der Andalusier. haben triftige Gründe. Kurz nach der Entdeckung von Amerika. besonders aber durch lange blutige Zwiste bereits starke Verluste erlitten. daß gegenwärtig kein Eingeborener von reiner Race mehr lebt. als Alonso de Lugo sie vollends eroberte. wenn einer aus dem Volk. Es ist Thatsache. bei der Besteigung des Pics schlanke. als der den Römern. das man um sein Eigenthum gebracht. wenn sie glauben. daß in weit entlegenen Ländern. in der Bildung begriffene Menschenvereine eines reinen. Diesem Gefühl verdankt Tacitus zum Theil den Beifall. haben in mehr als einer Beziehung Aehnlichkeit mit den Guanchen von Teneriffa. eine solche Mischung in Abrede zu ziehen.Kinder. der ihm geworden. selbst von ziemlich dunkler Gesichtsfarbe sind. außer ein paar alten Männern in Candelaria und Guimar gab es keine mehr. daß die Weißen es nicht immer verschmäht haben. Beide sehen wir unter dem Joche 84 . der brauner ist als seine Landsleute. so finden sie einen eigenen Reiz in der Vorstellung. Allerdings wollen einige canarische Familien vom letzten Hirtenkönig von Guimar abstammen. im selben Lande neben einer civilisirten Nation leben muß. Den Ueberrest der Guanchen raffte im Jahr 1494 größtentheils die berühmte Pest. wie man in unserer Zeit die Unschuld der Bewohner von Otaheiti gepriesen hat. als Spanien den Gipfel seines Ruhms erstiegen hatte. durch die Menschenräuberei der Piraten. schnellfüßige Guanchen zu Führern gehabt zu haben. die man den vielen Leichen zuschrieb. Es ist ein tröstlicher Gedanke. Wenn ein halb wildes Volk. und so war denn das herrliche Volk der Guanchen zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts so gut wie ausgerottet. in der Verfeinerung der Sitten nur Keime der Entartung vor sich sehen. sie werden von Zeit zu Zeit wieder laut. und sonst ganz wahrheitsliebende Reisende sind im Irrthum. so kann die Hautfarbe der Weißen durch die Kreuzung der Racen nicht merkbar verändert worden seyn. den unbeschreiblichen Reiz. aber diese Ansprüche haben wenig Grund. die man wohl zu stark gepriesen hat und die einst Menschenfresser waren. ungestörten Glückes genießen. sich mit den Eingeborenen zu vermischen. die Sitten der Germanen schilderte. den Unterthanen der Cäsaren. sich um eine Officiersstelle im Dienste des Königs von Spanien umzuthun. Inselbewohner haben keine andere Zuflucht. Lust bekommt. die sogenannte Modorra hin.

so findet man Ueberbleibsel aromatischer Kräuter. auch stand dem Faycan oder Oberpriester das Recht zu. Da im Allgemeinen die Bevölkerung von Inseln den umwandelnden Einflüssen. man müßte sie aber in Menge finden. Nach den Edeln hat Achaman das gemeine Volk geschaffen. die am östlichen Abhang des Pics zwischen Arico und Guimar in den Fels gehauen sind. leider sind uns aber davon nur etwa hundert fünfzig Worte aufbehalten. eine Ziege mit eigenen Händen zu melken. Diese Mumien sind so stark vertrocknet. geschaffen und ihnen alle Ziegen in der Welt zugetheilt. die Achicaxnas. gleichfalls Ziegen zu verlangen. bergmännisch aufbrechen ließe. wie sie Folgen von Wanderungen sind. Die Guanchen waren berühmt durch ihren hohen Wuchs.eines feudalen Regiments seufzen. welche so leicht Kriege herbeiführt und sie nicht enden läßt. und bei den Guanchen war diese Staatsform. die zum 85 . der sich herbeiließe. unter denen immer das Chenopodium ambrosioides vorkommt. Oeffnet man Mumien von Guanchen. wie bei den Mumien vom Nil. wenn man schon bei den Anfängen der Cultur die nützliche Beschäftigung mit Ackerbau und Viehzucht mit Verachtung gebrandmarkt sieht. an denen kleine Scheiben aus gebrannter Erde hängen. das einiges Licht auf die Herkunft der Guanchen werfen kann. Ein solches Gesetz erinnert keineswegs an die Sitteneinfalt des homerischen Zeitalters. durch die Religion geheiligt. seines Adels verlustig seyn sollte. hat zuerst die Edlen. Aber diese Zahnform ist rein künstlich und bei genauerer Untersuchung der Kopfbildung der alten Guanchen haben geübte Anatomen [Blumenbach. daß der Archipel der Canarien zur Zeit der Carthager und Griechen vom selben Menschenstamm bewohnt war. der große Geist.] gefunden. die Achimenceys. daß jeder Achimencey. das heißt ein Drittheil weniger als das Skelett eines gleich großen Individuums. aber das höchste Wesen erwiederte. Das einzige Denkmal. Die Schädelbildung ähnelt einigermaßen der der weißen Race der alten Egypter. dieses jüngere Geschlecht nahm sich heraus. den die normännischen und spanischen Eroberer vorfanden. wenn man die Grabhöhlen. Decas quinta collectionis craniorum diversarum gentium illustrium. das Volk sey dazu da. ist ihre Sprache. daß ganze Körper mit der Haut oft nicht mehr als sechs bis sieben Pfund wiegen. sie erschienen als die Patagonen der alten Welt und die Geschichtschreiber übertrieben ihre Muskelkraft. und habe kein Eigenthum nöthig. Die Priester sprachen zum Volk: »Achaman. den Edeln dienstbar zu seyn. von dem man eben das Muskelfleisch abgenommen hat. daß sie im Jochbein un dim Unterkiefer von den ägyptischen Mumien bedeutend abweicht. Mexicaner und Chinesen Aehnlichkeit haben. und ein Gesetz verordnete. so läßt sich annehmen. zur Zeit meiner Reise waren sie auf Teneriffa sehr selten. weniger ausgesetzt ist als die Bevölkerung der Festländer. Es befremdet. Mumien von Guanchen habe ich nur in den europäischen Cabinetten gesehen. die als Zahlzeichen gedient zu haben scheinen und die mt den Quippos der Peruaner. in den Adelstand zu erheben. und die Schneidezähne sind auch bei den Guanchen stumpf. wie man vor Bougainvilles und Cordobas Reisen dem Volksstamm am Südende von Amerika eine colossale Körpergröße zuschrieb.« Eine solche Ueberlieferung mußte den reichen Vasallen der Hirtenkönige ungemein behagen. zuweilen sind die Leichen mit Schnüren geschmückt.

86 . Je genauer man die Sprachen aus philosophischem Gesichtspunkte untersucht. die. von Guan. gleich den slavischen Völkern. aber sie deutet darauf hin. Tomzeen. Wir führen folgende Beispiele an: Guanchisch Himmel. deren Höhlen ihnen als Wohnstätten dienten. welche von 30 Nach Vaters Untersuchungen zeigt die Sprache der Guanchen folgende Aehnlichkeiten mit den Sprachen weit aus einander gelegener Völker: Hund bei den Huronen in Amerika aguienon. hat man in den Namen vieler Dörfer. die Sprache der Guanchen habe keine Aehnlichkeit mit den lebenden Sprachen. wie Basken. Temasen Carianas Aenum Berberisch Tigot. hat man gefunden. die man sorgfältig gesammelt. Indessen sind die Völker. Hindus.Theil dasselbe in der Mundart der verschiedenen Inseln bedeuten. zu dem die Numidier. Getuler und Garamanten verschmolzen sind und das vom Ostende des Atlas durch das Harudjè und Fezzan bis zur Oase von Syuah und Audjelah sich ausbreitet. Die Guanchen. nicht alle desselben Stammes. Gerste. nach der Gestalt der Felsen. Peruvianer und alle sehr alten Völker. wenn man von ihrem Mechanismus und ihrem grammatischen Bau etwas wüßte. aber seit die Sprachforscher durch Hornemanns Reise und durch die scharfsinnigen Untersuchungen von Marsden und Ventura auf die Berbern aufmerksam geworden sind. Man war lange der Meinung. bei den Guanchen coran. welche die Berbersprache sprechen. Mensch. Wasser. daß keine ganz allein steht. und wenn Scylax in seinem Periplus die Einwohner von Cerne als ein Hirtenvolk von hohem Wuchs mit langen Haaren beschreibt. bei den Guanchen aguyan. Hügel und Thäler wichtige Sprachreste vor sich. Außer diesen Worten. wie Guan. den sie bebauten. welche Worte dasselbe bedeuten. Mensch bei den Peruanern cari. welche die Quellen beschatteten. Aho. Tigo. daß die Guanchen in alter Zeit in Verkehr standen mit den Berbern. daß in der Sprache der Guanchen und in den Mundarten von Chilha und Gebali mehrere Worte gleiche Wurzeln haben. einem Gebirgsvolk. Korb. Die Eingeborenen der Canarien nannten sich Guanchen. nach den Baumarten. Carian. Elemente. diesen Anschein würde auch die Sprache der Guanchen30 noch weniger haben. Acho. Anan. wie die Tongusen sich Pye und Donky nennen. in Nordafrika über eine ungeheure Strecke verbreitet sind. so erinnert dieß an die körperlichen Eigenschaften der canarischen Guanchen. Milch. desto mehr zeigt sich. benannten die Oertlichkeiten nach der Beschaffenheit des Bodens. Ich glaube nicht. daß diese Sprachähnlichkeit ein Beweis für gemeinsamen Ursprung ist.

zu Haus zeigen sie aber weniger Betriebsamkeit als in fremden Ländern. die sich in der Reihe der natürlichen Familien nirgends unterbringen lassen.600. das Geschlecht Typhons und die Guanchen stehen in Zusammenhang mittelst der Berbern. 50. Hieroglyphen und Pyramiden gibt. 7. wo es Mumien. hatte auf Q. wie die Biscayer und Catalanen. Obgleich diese beiden Volksstämme drei Jahrhunderte lang demselben Klima ausgesetzt gewesen sind. daß eine solche Annahme durch keinerlei Aehnlichkeit zwischen der Berbersprache und dem Coptischen. das die Guanchen verdrängt hat. 87 . Es verhält sich mit gewissen Mundarten wie mit den organischen Bildungen.) Die Guanchischen Worte alcorac. 5. und in Amerika überall hin. scheinen arabischen Ursprungs. Sie stehen nur scheinbar so vereinzelt da. 958 142 833 837 384 528 714 König bei den Mandingos in Afrika monso.000.000. S. Seemeilen Teneriffa Fortaventura Die große Canaria Palma Lancerota Gomera Ferro 73 63 60 27 26 14 7 i. und der Isleños sind vielleicht in der neuen Welt mehr als in ihrer alten Heimath. und almogaron. auf die Philippinen. Tempel. Der Name der Insel Gomera kommt um Worte Gomer zum Vorschein. 1790 1790 1790 1790 1790 1790 1790 Einwohner 70. Egypten sehen. mäßiges und religiöses Volk.M.größerer Bedeutung sind als Wortform und Gleichlaut. (Vater. zu denen die Tibbos und Tuarycks der Wüste gehören.000.000. 170. 10. Untersuchungen über Amerika. Ihnen verdankt man großentheils die Fortschritte des Ackerbaus in den Colonien. wenigstens bedeutet in letzterer Sprache almoharram heilig. J. 22. Die Namen Grandville und Dampierre kommen in diesem Bezirke noch ziemlich häufig vor. der Schein schwindet. so bald man eine größere Masse von Bildungen überblickt. Die Canarier sind ein redliches. [Hornemanns Reise von Cairo nach Mourzouk. sind vielleicht der Ansicht.] Es genügt hier aber an der Bemerkung. stammt von Spaniern und zu einem sehr kleinen Theil von Normannen ab. Das Volk. Die Nachkommen der Normannen wohnen im Thal Taganana zwischen Punte de Naga und Punta de Hidalgo. wo dann die vermittelnden Glieder hervortreten. das mit Recht für ein Ueberbleibsel des alten Egyptischen gilt. zeichnet sich dennoch der letztere durch weißere Haut aus. Gelehrt.000. bei den Guanchen monsey. unterstützt wird. von Chili und dem la Plata bis nach Neumexico. ächter Atlanten. Ein unruhiger Unternehmungsgeist treibt diese Insulaner. 9. die überall. das der Name eines Berberstammes ist. wo es spanische Colonien gibt.400. auf die Q.000 Einwohner. auf die Marianen. Gott. Der ganze Archipel hat kaum 160.

ihre Gaben sehr ungleich vertheilt hat. und ich entferne ohne Bedenken aus meinem Tagebuch. sahen in den glückseligen Inseln nichts als ein kahles. wo sie ans Land gestiegen. Die canarischen Inseln leiden im Allgemeinen an Wassermangel. In gemeinen Jahren reicht diese Ernte aus zum Unterhalt der Einwohner. sie können das milde Klima. welche von Reisenden. viele Angaben über den Handel von Santa Cruz und Orotava zu sammeln. und doch doppelt so stark bevölkert. deren fleißige Bewohner einen fast von Pflanzenerde entblößten Felsen bebauen. aber die Schriftsteller. jährliche Ausfuhr von Wein 8–9000 Pipes. ich stand in genauer Verbindung mit Männern. die großentheils von Mais. aber wo sich Quellen finden. ist siebenmal kleiner als Teneriffa. Gesammt-Getreideernte des Archipels 54. den fruchtbaren Boden. Kartoffeln und Bohnen ( Frisoles) leben.000 Piaster.An Wein werden auf Teneriffa geerntet 20–24. geschlossen seyn mag. wenn man sie mit der Bevölkerung mancher europäischen Länder vergleicht.000 Fanegas zu hundert Pfund. 240. Das niedere Volk ist fleißig. und so hatte ich Gelegenheit. worunter 5000 Malvasier. der Krimm und so vielen Ländern. wo dieselbe auf Hindernisse stößt. welche in Contrasten Wirkung suchen. genau verzeichnet steht. die Entvölkerung der 88 . Die Auswanderung wird abnehmen. was in Werken. Ich beschränke mich hier auf einige Bemerkungen. die eine kluge Verwaltung allmählich aus dem Wege räumen könnte. andere. Die einen schildern von Orotava aus. dürres. über das Maaß gepriesen oder heruntergesetzt worden sind. Branntwein. Ich beschäftigte mich während meines Aufenthalts zu Caracas und in der Havana lange mit statistischen Untersuchungen über die spanischen Colonien. Orseille und Soda. die sich in Santa Cruz aufhalten mußten. von einem elenden. Wir haben gefunden. den reichen Anbau nicht genug rühmen. Bruttoeinnahme der Regierung. Da aber mehrere Gelehrte nach mir die Canarien besucht haben. die vor dem meinigen erschienen sind. daß die Natur auf diesem Archipelagus. Der Anbau des Zuckerrohrs und der Baumwolle ist von geringem Belang. Die gegenwärtige Bevölkerung der Canarien erscheint allerdings unbedeutend. wenn man sich entschließt.000 Pipes. wie Egypten. Die Insel Madera. aber es entwickelt seine Thätigkeit ungleich mehr in fernen Colonien als auf Teneriffa selbst. mit denen die Schilderung. die Ländereien. wie in den meisten gebirgigen und vulkanischen Ländern. das unangebaute Grundeigenthum des Staats unter der Einwohnerschaft zu vertheilen. zu verkaufen und allmählich die Feudalrechte abzuschaffen. Auf nationalökonomische Erörterungen über die Wichtigkeit der canarischen Inseln für die Handelsvölker Europas lasse ich mich nicht ein. Teneriffa als einen Garten der Hesperiden. da ist auch der Boden ausnehmend fruchtbar. geistesbeschränkten Volke bewohntes Land. und die vornehmsten Handelsartikel sind Wein. welche zu den Majoraten der großen Familien gehören. standen ihnen dieselben Quellen zu Gebot. die auf Teneriffe bedeutende Aemter bekleidet. wo künstlich bewässert wird oder häufig Regen fällt. die ich vom Archipel der Canarien entworfen. Es ergeht diesen Inseln. die Tabakspacht eingerechnet. die sich darin gefallen.

auf deren hohen Bergen ein röthlicher Duft lag. Will man sie richtig beurtheilen. und es ist zu hoffen. Das Elend des Volks ist um vieles gelindert worden. auf den glühenden Ebenen der Philippinen. Es wehte stark aus Nordost und das Meer schlug in Folge der Gegenströmungen kurze gedrängte Wellen. und sie haben auch wirklich die castilianische Literatur bereichert. Alle Inseln zusammengerückt stellen ein Gebirgsland dar. Nur der Pic zeigte sich von Zeit zu Zeit in Blinken. Die Namen Clavigo (Verfasser des Pensador). Die canarischen Inseln sind noch auf lange vor den Uebeln der Ueberbevölkerung bewahrt. auf dem Rücken der Anden. deren Ursachen Mathus so sicher und scharfsinnig entwickelt hat. Gelegenheit finden die Kraft und die Thätigkeit zu entwickeln. man muß sie beobachten in den Steppen der Provinz Caracas. wahrscheinlich. in Estremadure und in Schottland. übersehen. während Teneriffa gewöhnlich nicht zwei Drittheile seines Bedarfs erzeugt. Die canarischen Inseln. weil der in der hohen Luftregion herrschende Wind dann und wann die Wolken um den Piton verjagte. daß überall seit der Regierung Philipps V. die am schlechtesten bevölkert sind. Getreide ausführen. überall wo sie. Bereits ist auf den Canaren die Bevölkerung relativ stärker als in beiden Castilien. Viera. Drittes Kapitel Überfahrt von Teneriffa an die Küste von Südamerika — Ankunft in Cumana Am 25. Die Bewohner der Canarien sind ihrem Charakter nach ein Gebirgsvolk und ein Inselvolk zugleich. muß man sie nicht nur in ihrer Heimath sehen.spanischen Colonien mit so grellen Farben zu schildern und den Grund davon in der kirchlichen Hierarchie suchen. welchen lebhaften Eindruck der 89 . so darf man doch daraus nicht den Schluß ziehen. die den Bewohnern von Andalusien und Grenada eigen ist. Yriarte und Betancourt sind in Wissenschaft und Literatur mit Ehren genannt. daß auf letzterer Insel die Bevölkerung aus Mangel an Lebensmitteln nicht zunehmen könnte. das um ein Siebentheil weniger Flächeninhalt hat als die Insel Corsica und doch gleich viel Einwohner zählt. der sie würdig besingt. welcher der wahre Reichthum des Colonisten sind. die Zahl der Einwohner in mehr oder minder rascher Zunahme begriffen ist. wo ihr Fleiß auf gewaltige Hemmnisse stößt. Obgleich die Inseln Fortaventura und Lancerota. Zum erstenmal empfanden wir. verloren wir bald aus dem Gesicht. einsam in unbewohnten Ländern. Die Canarier gefallen sich darin. ihr Land als einen Theil des europäischen Spaniens zu betrachten. das canarische Volk besietzt die lebhafte Einbildungskraft. dereinst einen eingebornen Dichter finden. wo der Mensch wie überall die Segnungen und die harte Hand der Natur empfindet. Juni Abends verließen wir die Rhede von Santa Cruz und schlugen den Weg nach Südamerika ein. daß die glückseligen Inseln. seit der Kartoffelbau eingeführt ist und man angefangen hat mehr Mais als Gerste und Weizen zu bauen.

hat man die Zone des beständigen Passatwindes erreicht. so großartig und so wundervoll auftritt. daß. denen die Luftströmungen unter den Tropen im stillen Ocean unterliegen. welche diese Striche befahren. den seit Kolumbus erster Reise alle Fahrzeuge nach den Antillen einschlagen. zogen uns einige Tage nach. namentlich die Winde. daß im atlantischen Ocean der Aequator nicht mit der Linie zusammenfällt. Seine Ideen hierüber entwickelte der berühmte englische Physiker in einer Rede vom Jahr 1686. wie sie gemeiniglich angenommen ist. wo die nicht weit auseinander liegenden Küsten von Guinea und Brasilien ihre Einflüsse geltend machen. die bei den spanischen Seefahrern el Golfo de las Damas heißt. welche die Passatwinde aus Nordort und die aus Südost scheidet. so fährt man von Ost nach West auf einer ruhigen. nach Hadley richtiger Beobachtung. immer mehr Ostwind wird. Ein paar Landvögel. der der starke Wind auf die hohe See verschlagen. bis 4. und obgleich der Pizarro eben kein guter Segler war. oder 27. Im atlantischen Ocean ist die Länge wie die Abweichung der Sonne von Einfluß auf die Richtung und die Grenzen der Passatwinde. Wir fuhren auf 50 Meilen [225 km] westwärts am Vorgebirge Bojador. legten wir doch den neunhundert Meilen [4050 km] langen Weg von Küste von Afrika zur Küste der neuen Welt in zwanzig Tagen zurück. andererseits nimmt Hooke. Hätten wir nicht unsere Länge mittelst der Seeuhren genau gekannt.. »daß sich mehrere Erscheinungen in der Luft und auf dem Meere. Galileis unrichtige Theorie an. Die Schiffer wissen seit Jahrhunderten. Dem neun Continent zu gehen sie in beiden Halbkugeln 8 bis 9 Grad über den Wendekreis hinauf. wo die Natur so reich. wo er auf die Passatwinde selbst zu sprechen kommt. wir seyen ganz nahe der afrikanischen Küste.Anblick von Ländern an der Grenze des heißen Erdgürtels. daß die Veränderungen. je weiter man gegen Westen rückt. die Arago dargethan hat. 90 . machten auch wir die Beobachtung. war so schön als je eine. während man an Länge fast nichts zulegt. und doch schieden wir von der Insel. unter dem 3. Diese Linie liegt.« fügt er hinzu.« Hadley führt diese interessante Stelle nicht an. der Passat. nach der sich die Erde und die Luft mit verschiedener Geschwindigkeit bewegen sollen. Es ist im Interesse der Meteorologie und der Schifffahrt zu bedauern. Grad hinunter herrschen. aus Polarströmen erklären lassen. aber die Erscheinung ist eine weit verwickeltere. Wir hatten nur kurze Zeit auf Teneriffa verweilt. der Anfangs Ost-Nord-Ost war. Unsere Ueberfahrt von Santa Cruz nach Cumana. während in der Nähe von Afrika die veränderlichen Winde weit über den 28. »Ich glaube. dem östlichsten Hafen von Terra Firma. Wie alle. Wir schnitten den Wendekreis des Krebses am 27. am weißen Vorgebirge und an den Inseln des grünen Vorgebirges vorüber. schon von Hooke erkannt worden. als hätten wir lange dort gelebt. auf unser Gemüth macht. dieß ist. 31 Daß fortwährend ein oberer Luftstrom vom Aequator zu den Polen und ein unterer von den Polen zum Aequator geht. weit weniger bekannt sind als das Verhalten derselben Ströme in einem engeren Meeresbecken. so wären wir versucht gewesen zu glauben. als die meisten Physiker glauben. friedlichen See. Vom Parallel von Madera bis zum Wendekreis nimmt dabei die Breite rasch ab. Hadley31 hat in einer berühmten Abhandlung die Theorie des Passats entwickelt. Unser Weg war derselbe.

wie von Acapulco nach den Philippinen. die Fahrt mit einer Schaluppe ohne Verdeck zu machen. als ginge es auf einem Flusse hinunter. wie der Wind allmählig stärker oder schwäcker wurde. In der Folge. daß westwärts von Amerika der Südost-Passat nicht so weit über den Aequator hinausreicht als im atlantischen Ocean. weil mehrere Schiffe. wo die Festländer sehr verschieden breit sind und sich mehr oder minder weit gegen die Pole erstrecken. während dessen die Wirkung schwarzer Wolken zu beobachten. werden wir sehen. Marta und im Meerbusen von Mexico weht der Wind sehr stark und macht die See sehr unruhig. daß die südliche Halbkugel nur um ¹⁄￿￿ kälter ist als die nördliche. das heißt auf Punkten der Erdkugel. und diese Windstillen wurden regelmäßig durch elektrische Erscheinungen unterbrochen. die Matrosen fast keine Hand an die Segel zu legen brauchen. Bei letzteren Winden ist der Himmel grau und umwölkt. ohne daß man hatte donnern hören. und wenn ihre Lage daher rührt. um sich von einem solchen Gegenwind Rechenschaft zu geben.Grad nördlicher Breite. Man spürte.32 Je weiter wir uns von der afrikanischen Küste entfernten. aber nicht lange. wenn von der Luft über der Südsee die Rede ist. an der Küste von St. und es ist zu glauben. die von Cadix nach Cumana gingen. mit Windstillen wechselnden Böen gelangt man in den Monaten Juni und Juli von den canarischen Inseln nach den Antillen oder an die Küsten von Südamerika. scharf umrissene Wolken zogen sich im Ost zusammen. Es ist bekannt. dichte. Man fährt in diesen Strichen. Mittels solcher kleinen. die einzeln und sehr tief durch das Zenith liefen. Der Unterschied in der Luftströmung dem Aequator zu vom einen und vom andern Pol her kann ja nicht unter allen Längengraden derselbe seyn. es fielen einige schwere Regentropfen und das Gewitter verzog sich. daß es kein gewagtes Unternehmen wäre. ohne daß die Elektrometer mit langer Metallstange und brennendem Docht in den untern Luftschichten eine Aenderung in der elektrischen Spannung anzeigten. Im heißen Erdstrich lösen sich die meteorologischen Vorgänge äußerst regelmäßig ab. daß die Sonne in der nördlichen Halbkugel länger verweilt. daß die Temperaturen der beiden Halbkugeln [Nimmt man mit Aepinus an.] sich verhalten wie 11 zu 9. der ohne Zweifel auch den regelmäßigen Gang des Barometers in seiner stündlichen Schwankung gestört haben wird! 32 Die spanischen Seeleute nennen die sehr starken Passatwinde in Cartagena los brisotes de la Santa Martha und im Meerbusen von Mexico las brizas pardas. je nachdem die kleinen Haufen von Dunstbläschen sich näherten oder entfernten. daß auf der Ueberfahrt von Santa Cruz nach Cumana. desto schwächer wurde der Wind. unter 14° der Länge und 48° der Breite umlegen mußten. oft blieb er einige Stunden ganz aus. Schwarze. Welch bedeutende Störung im regelmäßigen Lauf der Luftströmungen muß man annehmen. so ergibt die Rechnung für die nördliche Grenze des Ost-Süd-Ost-Passats 1°28￿. so weist sie darauf hin. es sey eine Bö im Anzug und man werde die Marssegel einreffen müssen. und das Jahr 1803 wird in den Annalen der Schifffahrt lange denkwürdig bleiben. weil mehrere Tage lang ein heftiger Wind aus Nord-Nord-West blies. so erhob sich der Wind wieder. Weiter westwärts aber. Es war interessant. 91 . man konnte meinen.

fürchten sich vor dem Seestrich bei den Bermuden mehr als jetzt die Bewohner von Lima vor der Fahrt um Cap Horn. nur nach wiederholten Versuchen wird man sich bestimmt über einen Punkt aussprechen können. Domingo. wo ohn die Schiffe gewöhnlich schneiden. in dem die Azoren und die Bermuden liegen. sondern auf einer Diagonale zwischen Cap St. der zum mindesten so wichtig ist als die Wahl des Meridians. stand der Thermometer bei Tage auf 23–24 Grad. Das Meer. Dieser erfahrene Seemann. Sie übertreiben in der Einbildung die Gefahren einer Ueberfahrt. als sie jetzt ist. die bald aus Süd. daß man sicher ist. um den Passat aufzusuchen. obgleich er zufolge eines Befehls des Madrider Hofs mit seinem Geschwader im Hafen von Ferrel hatte einlaufen und sich dort eine Zeitlang aufhalten müssen. kam im Jahr 1802 auf diesem schiefen Wege mehrere Tage vor der französischen Flotte nach St. muß man in rauher Jahreszeit von Acapulco oder von den Küsten von Chili nach Europa gesegelt haben. so läuft man Gefahr. Während meines Aufenthalt in den spanischen Colonien sah ich mehrere Kauffahrer an kommen. bald aus Südwest blasen. Sie schlagen vor. durch das man kommt. die sich in den Kolonien niedergelassen. Um den Reiz dieser glücklichen Erdstriche in der Nähe des Aequators voll zu empfinden. Diese neue Verfahren kürzt die Ueberfahrt von Cadix nach Cumana etwa um ein Zwanzigtheil ab. da man den Wendekreis etwa 20° westwärts vom Punkte schneidet. man sollte nicht gerade nach Süd steuern. ist von Admiral Gravina mehreremale mit Glück eingeschlagen worden. und lange einsam in den Wäldern von Guyana. Sie verschieben es von Jahr zu Jahr. die aus Furcht vor Kapern den schiefen Weg eingeschlagen hatten und ausnehmend rasch herübergekommen waren. [Der Meerbusen der Stuten. bei Nacht zwischen 22 und 22. in den Passat zu gelangen und ihn auf einem größeren Stück der Ueberfarht benützen zu können. in den Savanen von Caracas oder auf den Cordilleren von Peru gelebt haben. die nur im Winter bedenktlich ist. länger mit den veränderlichen Winden zu thun zu haben. Dieser Weg.5. der die Fahrt abkürzt. Grad der Länge die Tropen betritt. Welcher Abstand zwischen den stürmischen Meeren in nördlichen Breiten und diesen Strichen. da man aber erst unter dem 40. Während der Passatwind stark blies. wenn man in hohen Breiten nach Europa zurückfährt. der in der Schlacht von Trafalgar einen rühmlichen Tod fand. daß man einen längeren Weg macht. Nichts geht über die Pracht und die Milde des Klimas im tropischen Weltmeer. dadruch ausgeglichen. die an die See nicht gewöhnt sind. auf dem man bei der Fahrt nach Buenos Ayres oder Cap Horn den Aequator schneiden soll. so wäre die Zahl der Europäer. ein Vorhaben auszuführen. Beim alten Verfahren wird der Nachtheil.] Colonisten. wo in der Natur ewige Ruhe herrscht! Wenn die Rückfahrt aus Mexiko oder Südamerika nach den spanischen Küsten zu kurz und so angenehm wäre als die Reise aus der alten in die neue Welt.Einige spanische Seefahrer haben neuerlich einen andern Weg nach den Antillen und zur Küste von Terra Firma als den von Christoph Columbus zuerst eingeschlagenen zur Sprache gebracht. führt bei den Spanier den seltsamen Namen Golfe de las Yeguas. Vincent und Amerika in Länge und Breite zugleich vorrücken. das 92 . lange nicht so groß.

wie es kommt. Diese Strömung führt die tropische Seetraube in hohe Breiten. Die Meerestemperatur beträgt in diesem Strich 16 bis 20 Grad. das Mar de Sargazo gar. daß bewegliche Massen sich seit Jahrhunderten an denselben Stellen befinden. wie eine ähnliche Stelle im Periplus des Scylax. und die Algen werden südwärts von den Azoren keineswegs vom Golfstrom zusammengetrieben. treiben schwimmende Tanginseln in tiefe Breiten. Diese Algen schienen hier. Forster oder Laminaria pyrifera. so braucht man nicht anzunehmen. das bei den Spaniern und Portugiesen Mar de Sargazo heißt. während sie sich zur Rückreise rüsten. sind nicht mit einander zu verwechseln. Die Seestriche. die von Montevideo und vom Kap der guten Hoffnung nach Europa zurückfahren. kommen über diese Fucusbank. Die größte derselben33 liegt etwas westlich vom Meridian von Fayal. und die Nordostwinde. Will man sich Rechenschaft davon geben. daß sie vom Gestein 73 bis 92 m unter der Meeresfläche herkommen und der Nachwuchs fortwährend wieder ersetzt. so muß man annehmen. die nur bis zu 40° nördlicher und südlicher Breite auf dem Gestein unter dem Meeresspiegel wächst. Grad westlicher Länge vom Meridian von Paris hinausgekommen seyen. Durch die Vergleichung vieler Schiffstagebücher habe ich mich überzeugt. Man stößt auf sie auf der Fahrt von den Caycosinseln nach den Bermuden. und die mit Seegewächsen bedeckten Strecken. Ich habe anderswo dargetan. Die Schiffe. daß diese Stelle im Buche des Aristoteles »De Mirabilibus« sich nicht wohl. welche Columbus mit großen Wiesen vergleicht und die der Mannschaft der Santa Maria unter 42° der Länge Schrecken einjagten. und diese Cryptogamen der hohen See wachsen sehr rasch. die nichts miteinander zu tun haben. daß die Alten im Atlantischen Meer über den 30.]. Fucus natans. daß es im Becken des nördlichen Atlantischen Oceans zwei solcher mit Algen bedeckten Strecken gibt.. auf die Küste von Afrika beziehen kann. zwischen 35 und 36° der Breite. das Vorhandenseyn der Strömungen anzuzeigen. die nach den spanischen Schiffern von den kleinen Antillen und von den canarischen Inseln gleich weit entfernt ist. ja bis zum 20. das die phönicischen Schiffe in ihrem Lauf aufhielt. Die zweite Fucusbank ist wenig bekannt. an die Küsten von Norwegen und Frankreich. In diesem Zustand können diese Gewächse nicht viel länger fortvegetiren als ein vom Stamm abgerissener Baumast. bis zum 24. sie liegt unter 22 und 26° der Breite. die Ungeschicktesten können darnach ihre Länge berichtigen. wo viel einzelner Tag vorkommt. die dort zuweilen sehr stark sind. 80 Seemeilen [148 km] westlich vom Meridian der Bahamainseln. daß das Gras bedeckte Meer. Grad. Lamouroux. einer der azorischen Inseln. Allerdings kennt man Tangarten mit 800 Fuß [260 m] langen Stengeln [ Fucus giganteus. Es war die tropische Seetraube. dennoch ist kein Zweifel darüber. sondern in einzelnen Bündeln auf dem Wasser schwimmen. 93 . daß in den oben beschriebenen Strichen die Tange keinesweg am Meeresboden haften. wie südwestlich von der Bank von Neufoundland. was die tropische Strömung wegreißt. Setzt man voraus. Nördlich von den Inseln des Grünen Vorgebirges stießen wir auf große Bündel schwimmenden Tangs. und ist von weit geringerer Ausdehnung.ihnen gewagt erscheint. und meist überrascht sie der Tod. wie 33 Phönicische Fahrzeuge scheinen »in 30 Tagen Schiffahrt und mit dem Ostwind« zum Grasmeer gekommen zu seyn.

und im Maß. daß die Algen zwar vor der Entwicklung ihrer Fructificationen ausnehmend fest am Gestein hängen. Die Blase nimmt über die Hälfte vom Körperinhalt des Thieres ein. Es wäre zu wünschen. 94 . die damit versehen sind. holländische Seeleute haben mittelst Leinen aus Seidenfäden zwischen der Bank von Neufoundland und der schottischen Küste eine Reihe von Untiefen gefunden. der auffallend und wieder abprallend ein paar Fuß hoch über die Wellen hüpft. die Provenzal und ich angestellt. als die der andern Flossen. daß die neun Nervenstränge. Vom 22. Bei einem jungen 5.] bedeckt. dagegen nach dieser Zeit oder in der Jahreszeit. als von Delphinen und Haifischen. daß es so leicht ist. sie schnellten sich fünfzehn. ehe er mit der Spitze seiner Flossen die Meeresfläche wieder berührt.6 Zoll lang und 0.manche Seeleute meinen. man versichert. Wir haben gefunden.5 m] weit wagrecht fortschnellen.5. die zu den zwölf Strahlen dieser Flossen verlaufen. Alle diese Dinge bieten den Physikern noch lange Stoff genug zu anziehenden Beobachtungen. Man könnte sagen.9 breit ist und 3½ Kubikzoll [60 ml] Luft enthält. wenn sie sich ganz besonders damit beschäftigen. Die Natur ist eine unerschöpfliche Quelle der Forschung. sehr leicht abzureißen sind. dieser Luftbehälter diese ihm vielmehr zum Fliegen als zum Schwimmen. die bei einem 6. immer wieder eine neue Seite. Ich scheue mich nicht. von dem die Reisenden so viel sprechen. welche die Haut der Brustflossen tragen. So ausnehmend rasch die Bewegung ist. fünfmal kräftiger auseinander. der sie recht zu befragen weiß. denn die Versuche. als die Wissenschaft vorschreitet. bietet sie dem. von der Seekrankheit und dem Leuchten des Meeres. Wenn man die ersteren Nerven galvanisch reizt. Der Fisch kann sich ab er auch zwanzig Fuß [6. Wie und wodurch die Algen in Tiefen. darüber ist man noch nicht im Klaren. in denen nach der allgemeinen Annahme das Meer wenig bewegt ist. Fische und Weichthiere. ja achtzehn Fuß [4. wenn man sie mit denselben Metallen galvanisirt. die als Flügen diesen. zu der Bewegung an die Wasserfläche herauf nicht durchaus nothwendig ist. ganz richtig zusammengestellt. hier gleichfalls einen Gegenstand zu berühren. ja 6 m] in die Höhe und fielen auf den Oberlauf nieder. und trägt somit wahrscheinlich dazu bei. beweisen. Ich erwähne der fliegenden Fische. daß die Schiffer in diesen mit Pflanzen bedeckten Strichen häufiger das Senkblei auswärfen. mögen wohl auch dazu beitragen. Breitengrad an fanden wir die Meeresfläche mit fliegenden Fischen [ Exocoetus volitans. losgerissen werden. so gehen die Strahlen. fast dreimal dicker sind als die Nerven der Bauchflossen. welche die Stengel der Tange benagen. um die Naturkundigen auf die ungeheure Größe ihrer Schwimmblase aufmerksam zu machen.4 Zoll langen Fisch 3. sie von ihren Wurzeln zu lösen.0 Zoll langen Exocoetus bot jede der Brustflossen. Man hat diese Bewegung und die eines flachen Steines. der Luft bereits eine Oberfläche von 3￿⁄￿￿ Quadratzoll dar. von der er sie bis jetzt nicht betrachtet hatte. wo bei ihnen wie bei den Landpflanzen die Vegetation stockt. daß dieses Organ selbst bei den Arten. Wir wissen nur nach den schönen Beobachtungen von Lamouroux.

Dieser geht mit dem warmen Wasser des Golfstroms nach Norden. diese wachsen wieder.]. daß das Thier während des Sprungs die Luft schlägt. gerade aus und immer gegen die Richtung der Wellen. B. da ich von Paris abreiste. ob andere fliegende Fische. [ Cavia Capybara. einige Physiker zur Annahme veranlaßt. zu untersuchen. Auch ich hatte diese Vorstellung. Verlassen sie das Meer. Delaroche. der mittelst der Absorption durch Kalkwasser in graduirten Röhren gemessen wurde. Trigla volitans und T. Die Schiffsjungen schneiden ihm zum Spaß ein Stück der Brustflossen ab und behaupten. So werden an den Ufern des Orinoco Rudel von Cabiais. Am 1. Luft zu athmen. daß es die Brustflossen abwechselnd ausbreitet und einzieht. während sie den meisten Seescorpionen.kann man doch deutlich sehen. Warum sollte dieses Spiel nicht noch häufiger und länger bei den Exocoetus vorkommen. ziemlich lange und mittelst derselben Organe im Wasser und in der Luft athmen. welche Dr. Der Antheil des letzteren Gases. Ich bezweifle indessen. um den gefräßigen Goldbrassen zu entgehen. Die Exocoetus können.04 Sauerstoff auf 0. daß sich die fliegenden Fische allein um der Verfolgung ihrer Feinde zu entgehen. die sie im Flug erschnappen. wo manche Fische bis zu 94 Procent Sauerstoff in ihrer Schwimmblase zeigen. aus dem Wasser schnellen. daß der von Broddelt secirte Schwertfisch in großen Meerestiefen gelebt habe. von der Sonne beschienenen Flusses einzeln stehende Fische. als machte es ihnen Vergnügen. [Anthracometer. von dem einige Exemplare fast noch einmal so viel zeigten. die vermöge der Form ihrer Brustflossen und ihres geringen specifischen Gewichtes sich sehr leicht in der Luft halten? Ich fordere die Forscher auf. Albatrossen und andern Vögeln. S. gekrümmte Röhren mit einer großen Kugel.] schien constanter als der des Sauerstoffs. Dieselbe Bewegung beobachtet man am fliegenden Seescorpion auf den japanischen Flüssen. Sie bringen einen großen Theil ihres Lebens in der Luft zu. das heißt der Luft wie dem Wasser den darin enthaltenen Sauerstoff entziehen. Nach Biots. so begegnen sie in der Luft den Fregatten. hatten die Versuche.94 Stickstoff und 0. sich über die Wasserfläche schnellen. unter 17°42￿ der Breite und 34°21￿ der Länge stießen wir auf die 95 . In unsern Himmelsstrichen sieht man häufig am Ufer eines klaren. daß unter den Tropen dieses Organ bei den Seefischen reines Sauerstoffgas enthalte. Cosigliachi´s und Delaroche´s interessanten Beobachtungen muß man annehmen. fehlt [ Scorpaena porcus. die somit nichts zu fürchten haben können. scrofa. Juli. wie die meisten Kiementhiere. was mir mit den bei andern Fischfamilien gemachten Beobachtungen nicht zu stimmen scheint. z. aber ihr elendes Leben wird ihnen dadurch nicht leichter gemacht. Zur Zeit. als ich in der Schwimmblase des Exocoetus nur 0. Exocoetus exiliens. L. und so war ich überrascht. Broddelt in Jamaica mit der Luft in der Schwimmblase des Schwertfisches angestellt. die nicht fliegen. horundo auch so große Schwimmblasen haben wie der tropische Exocoetus. S. der gleichfalls eine große Schwimmblase hat.] wenn sie vor den Krokodilen aus dem Wasser flüchten. Gleich den Schwalben schießen sie zu Tausenden Fort. das heißt. am Ufer die Beute der Jaguars. dactyloptera.02 Kohlensäure fand.

je weiter wir nach Süden vorrückten. je näher man dem neuen Continente kommt. wo das Schiff zugrunde gegangen. Nichts mahnt den Reisenden so auffallend an die ungeheure Entfernung seiner Heimath. konnte das Fahrzeug nicht Schiffbruch gelitten haben. Befände sich der Maalstrom. die zum Theil allerdings vorhanden sind. wo sie auf den Karten angegeben sind. Vielleicht daß diese Trümmer aus den nördlichen stürmischen Meeren kamen. 96 . die ihre Länge nur auf ein paar Grade kannten. mit welchen Grade von Wahrscheinlichkeit sich annehmen läßt. 28°30￿ Länge) und die Insel Fonseco (unter 13°15￿ Breite. um einer Gefahr auszuweichen. keine Klippen zu finden. die seit dreihundert Jahren jährlich das atlantische Meer befahren. konnten wir am Wasser keine andere Bewegung bemerken. Seit unserem Eintritt in die heiße Zone wurden wir nicht müde. die man von Kindheit auf kennt. mit Einbruch der Nacht änderte man den Curs. so wären wir am 4. daß zwischen Europa und Amerika eine auf eine Meile sichtbare Insel werde entdeckt werden. sie wird durch die Bildung der Küsten von Brasilien und Guyana abgelenkt. bis jetzt ganz unbekanntes Gefühl wird in einem rege. sie waren von Schiffern gesehen worden. Die Stärke dieser Strömung nimmt zu. und namentlich beim Uebergang aus der einen Halbkugel in die andere. die seit hundert Jahren von leichtgläubien Schiffern angegeben worden sind. die auf der See häufiger sind als im Binnenland. die Sterne. wenn man die Zahl der Fahrzeuge kennte. wo die See beständig ruhig ist. immer tiefer hinabrücken und endlich verschwinden sieht. so könnte man sie einer strengen Rechnung unterwerfen. Die Lage der wirklich gefährlichen Punkte ist meist wie auf Gerathewohl angegeben. als wir gewünscht hätten. nicht durch die Gewässer des Orinoco und des Amazonenstroms. deren Vorhandenseyn so zweifelhaft ist. da von so vielen kleinen Riffen und Untiefen. als das der Inseln Fonseco und Santa Anna. der mit schwimmendem Tang überzogen war.34 Es wäre wohl klüger gewesen. einige zerstreute Nebelflecke. die uns nicht so viel in Länge zurücklegen ließ. welche die Wasser des Atlantischen Meeres in der nördlichen Halbkugel erleiden. immer neue Sternbilder vor unseren Blicken aufstiegen. In einem Strich. die nichts als eingebildete Gefahren sind: die Inseln Garca und Santa Anna. wenn man den Punkten zusteuert. und wenn man dabei die ungleiche Vertheilung der Fahrzeuge in verschiedenen Strichen berüchsichtigte. Die alten Seekarten wimmeln von sogenannten wachenden Klippen. die an Glanz 34 Die Karten von Jefferys und Van-Keulen geben vier Inseln an. in jeder Nacht die Schönheit des südlichen Himmels zu bewundern. Als wir dem vorgeblichen Maalstrom nahe waren. westlich von den Azoren. und meist kann man sicher darauf rechnen. nach Van-Keulens Angabe unter 16° Breite und 39°30￿ Länge. Wir konnten einen Mastbaum sehen. sich kaum zwei oder drei bewahrheitet haben? Was die allgemeine Frage betrifft. Ein sonderbares. an dem. 57°10￿ Länge). und infolge der merkwürdigen Drehung. Juli darüber weggefahren. die grüne Insel (unter 14°52￿ Breite.Trümmer eines Wrackes. größtentheils aber sich von optischen Täuschungen herschreiben. als der Anblick eines neuen Himmels. Am dritten und vierten fuhren wir über den Theil des Oceans. Wie kann man an die Existenz von vier Inseln in von Tausenden von Schiffen befahrenen Strichen glauben. wie manche Physiker behaupten. wieder zum Fleck zurückwanderte. als ein Strömung nach Nordwest. wenn man dem Aequator zu. Die Gruppirung der großen Sterne. wo die Karten die Bank des Maalstroms verzeichne. den Curs beizubehalten.

Man braucht kein Botaniker zu seyn. Wenn man anfängt geographische Karten zu betrachten und Schilderungen der Seefahrer zu lesen. Im ungeduldigen Drange. Der Hoffnung entsagen zu sollen. wenn er das ungeheure Sternbild des Schiffs oder die leuchtenden Magellanschen Wolken am Horizont aufsteigen sieht. um schon am Anblick der Pflanzenwelt den heißen Erdstrich zu erkennen. welche sich nach den berühmtesten Auslegern auf jenes Sternbild beziehen:ˆ[ > Rechts an des andern Poles Firmament > Boten sich dar vier Sterne meinen Blicken. Ihr Schimmer schien den Himmel zu entzücken: O mitternächt´ger Bogen. Eindrücke der Art äußern einen nicht ungebedeutenden Einfluß auf unsere Entschlüsse. Erde und Himmel.] Jo mi volsi a man destra e posi mente All´ altro polo. unter 16° Breite. Die niedrigen Luftregionen waren seit einigen Tage mit Dunst erfüllt. wie Silberlicht aufflammte. fühlt. von seinen persönlichen Empfindungen zu sprechen. und wer auch keine astronomischen Kenntnisse hat. ganz fremd ist. daß er nicht in Europa ist. die Aequatorialländer kennen zu lernen. konnte ich nicht die Augen zum Sterngewölbe aufschlagen. Erst in der Nacht vom vierten zum fünften Juli. wie man eine schöne Landschaft oder eine großartige Aussicht bewundert. deren Mittelpunkt. wirklich nahe zu kommen. jemals jene herrlichen Sternbilder am Südpol zu erblicken. das schien mit sehr hart. wer von Flamsteads und Lacaille’s Himmelskarten nichts weiß. Weil du an ihnen nie dich kannst erquicken! (Nach Kannegießers Uebersetzung). e vidi quattro stelle. geben dem Südhimmel eine ganz eigenthümliche Physiognomie. daß ich in dieser Nacht einen der Träume meiner frühesten Jugend in Erfüllung gehen sah. die schon so lange eine geheime Anziehungskraft für uns gehabt. Dieses Schauspiel regt selbst die Einbildungskraft von Menschen auf. Non viste mai fuor ch´ alla prima gente. es war stark geneigt und erschien von Zeit zu Zeit zwischen den Wolken. von der man sich in reiferem Alter keine Rechenschaft zu geben vermag. ohne an das südliche Kreuz zu denken und mir die erhabenen Verse Dantes vorzusagen. Wenn es einem Reisenden gestattet ist. Als ich mich mit dem Himmel beschäftigte. nicht um Astronomie zu treiben. > Die nur dem ersten Paar zu schaun vergönnt. sondern nur um die Sterne kennen zu lernen. die Menschen. so verwaist. die ein sitzendes Leben lieben. wenn das Wetterleuchten dadurch hinzuckte. so fühlt man für gewisse Länder und gewisse Klimate eine Art Vorliebe. 97 . die den physischen Wissenschaften sehr ferne stehen und zum Himmelsgewöbe aufblicken. Allem in den Aequinoctialländern drückt sich der Stempel des Fremdartigen auf. so darf ich sagen. sahen wir das südliche Kreuz zum erstenmal deutlich. und wie instinkmäßig suchen wir Gegenständen. die sich durch ihr tiefes Schwarz auszeichnen. Strecken. empfand ich eine bange Unruhe.mit der Milchstraße wetteifern.

und wir hatten unbedachterweise vorausgesetzt. von dem man lange Zeit getrennt gewesen. dachte der Kapitän nicht daran. weil er das Fieber der sogenannten Schärfe und Verderbnis des Blutes zuschrieb. gegen die Gefahr. Nicht die Gefahren der See störten uns in unserem Genusse. die uns bedrohte. wenn es durch den Meridian geht. zwei Neger von der Küste von Guinea und ein Mulattenkind wurden von einer Krankheit befallen. Bei der Gleichgültigkeit. das Kreuz fängt an sich zu neigen!« Wie oft haben wir uns bei diesen Worten an den rührenden Auftritt erinnert. daß es an Bord eines spanischen Schiffes nicht an peruanischer Fieberrinde fehlen könne. fast senkrecht stehen. dessen Gestalt an das Wahrzeichen des Glaubens mahnt. mehrere aber. Zwei Matrosen. Bei den Portugiesen und Spaniern steigert sich diese gemüthliche Theilnahme noch durch besondere Gründe: religiöses Gefühl zieht sie zu einem Sternbild hin. mehrere Passagiere und. Wie oft haben wir unsere Führer in den Savannen von Venezuela oder in der Wüste zwischen Lima und Truxillo sagen hören: »Mitternacht ist vorüber. das ihre Väter in den Einöden der neuen Welt aufgepflanzt. Es wurde nicht geräuchert. Man hat sich gemerkt. und gerade die kräftigsten. die sehr regelmäßig etwa vier Minuten im Tag vorgeht. Es ist eine Uhr. je näher wir den Antillen kamen. die epidemisch zu werden drohte. mit der an Bord der Paketboote alles behandelt wird. Pio che privato se di mirar quelle! Unsere Freude beim Erscheinen des südlichen Kreuzes wurde lebhaft von denjenigen unter der Mannschaft getheilt. Dieser Umstand ist allen Völkern jenseits des Wendekreises und in der südlichen Halbkugel bekannt. Seit wir den Wendekreis überschritten. stand der Thermometer auf 34 bis 36 Grad. beim Einschiffen uns selbst damit zu versehen.Goder parea lo ciel di lor fiammelle. O settentrional vedovo sito. und ein unwissender. In der Meereseinsamkeit begrüßt man einen Stern wie einen Freund. unsere Instrumente hatten uns mehr Sorge gemacht als unsere Gesundheit. daß es Zeit sey zu scheiden! Die letzten Tage unserer Ueberfahrt waren nicht so günstig. Es war keine Unze Chinarinde an Bord. die gemeinsten Mittel vorzukehren. Die Symptome waren nicht bei allen Kranken gleich bedenklich. ungefährt dieselbe Rectascension haben. delirirten schon am zweiten Tage und die Kräfte lagen völlig darnieder. die in den Colonien gelebt hatten. 98 . und wir hatten vergessen. Im Zwischendeck war es furchtbar heiß und der Raum sehr beschränkt. aber der Keim eines bösartigen Fiebers entwickelte sich unter uns. was mit der Führung des Schiffes und der Schnelligkeit der Ueberfahrt nichts zu thun hat. so muß das Sternbild. zu welcher Zeit bei Nacht in den verschiedenen Jahreszeiten das südliche Kreuz aufrecht oder geneigt ist. Da die zwei großen Sterne. phlegmatischer galicischer Wundarzt verordnete Aderlässen. was ziemlich auffallend ist. als das milde Klima und die ruhige See hoffen ließen. wo Paul und Virginie an der Quelle des Fächerpalmenflusses zum letztenmale mit einander sprechen und der Greis beim Anblick des südlichen Kreuzes sie mahnt. und an keiner anderen Sterngruppe läßt sich die Zeit mit bloßem Auge so genau beobachten. welche Spitze und Fuß des Kreuzes bezeichnen.

Es gereichte mir daher zu großer Befriedigung. Es windete sehr stark und die See war sehr unruhig. Mit dem Tage. stockenden. man sehe von den Masten ein sehr hohes Land. Hier sollte er liegen bis zu seinem Tode. und glaubten. Diese merkwürdige Erscheinung zeigt sich unter der Breite der Insel Dominica und etwa unter 57° der Länge. abführende und asthenische Mittel aller Art bestärkt. mit Miasmen erfüllten Luft in eine kühlere. In dieser Lage konnte man ihm unmöglich die Sakramente reichen. obgleich die See dort sehr tief ist. drei Tage zu fahren. daß zwischen seinen Gesicht und dem Deck keine zehn Zoll [26 cm] Raum blieben.Am achten Juli genas ein Matrose. fortwährend erneuerte gebracht. Seit mehreren Tagen war die Schätzung der Steuerleute um 1°12’ von der Länge abgewichen. spanischen und englischen Karten so verschieden angegeben ist. man habe noch zwei. wo wir die Küste Amerikas betreten könnte. nur undeutlich. Dieser Unterschied rührte weniger von der allgemeinen Strömung her. daß bald Land in Sicht kommen müsse. durch einen Zufall. Sollte an diesem Punkt. aber kaum war er aus einer übermäßig heißen. daß Tags darauf vor Sonnenaufgang Land in Sicht seyn werde. Fidalgo und Noguera sich ergebenden Längen waren damals noch nicht bekannt gemacht. Die aus den genauen Beobachtungen von Churruca. Es regnete hie und da in großen Tropfen und Alles deutete auf ungestümes Wetter.35 Am zwölften Juli glaubte ich ankündigen zu können. fing die Genesung an. wodurch die Ueberfahrt von Cayenne nach der Insel Guadeloupe abgekürzt wird. und wie denn in der Arzneikunde dieselben Thatsachen zu Stützen der entgegengesetzten Systeme werden. als von dem eigenthümlichen Zuge des Wassers nach Nordwest. jedoch wegen des Nebels. als ich am dreizehnten gegen sechs Uhr Morgens hörte. Die Steuerleute verließen sich mehr auf das Log als auf den Gang eines Chronometers. wo man aus Segeln und Flaggen ein kleines viereckiges Gemach hergestellt hatte. nach dem Brauch auf den spanischen Schiffen hätte das Allerheiligste mit brennenden Kerzen herbeigebracht werden und die ganze Mannschaft dabei seyn müssen. wo das Wasser immer milchigt erscheint. der der Erwähnung wohl werth ist. die ich den »Rotationsstrom« genannte habe. Man schaffte daher den Kranken an einen luftigen Ort bei der Lucke. als wo das Land lag. der darauf lag. aber wir wußten besser. Wir befanden uns jetzt nach meinen Beobachtungen unter 10°46’ der Breite und 60°54’ westlicher Länge. Einige Reihen Mondsbeobachtungen bestätigten die Angabe des Chronometers. wo sich die Corvette befand. die mir mein Chronometer angab. so kam er allmählich aus seiner Betäubung zu sich. da er aus dem Zwischendeck fortgeschafft worden. Der Capitän des Pizarro hatte beabsichtigt. sie lächelten zu der Behauptung. dem unser Curs zuging und das auf den französischen. von der Küste von Brasilien gegen die kleinen Antillen. noch östlicher als Barbados. ein versunkenes vulkanisches Eiland unter dem Meerespiegel liegen? 35 Im 99 . Seine Hängematte war so befestigt. der schon in den letzten Zügen lag. reinere. atlantischen Meere ist ein Strich. so wurde unser Arzt durch diesen Fall von Wiedergenesung in seiner Ansicht von der Entzündung des Bluts und von der Nothwendigkeit des Eingreifens durch Aderlässen. Wir bekamen bald die verderblichen Folgen dieser Behandlung zu sehen und sehnten uns mehr als je nach dem Augenblick. den man nahe glaubte.

also lange nach Churrucas Beobachtungen erschienen ist. Nach doppelten Höhen. die ich nach Douwes Methode am Morgen aufgenommen hatte. des Orinoco. Schon ihr Anblick sagt dem Reisenden. Des blendende Weiß des Gesteines sticht angenehm vom Grün zerstreuter Baumgruppen ab. mag in diesen Strichen immerhin den Zug der Strömungen steigern. aber zu unserem Glück war die See sehr unruhig und ein kleiner. wenn man aber behauptet. die Breiten der verschiedenen Vorgebirge von Tabago und Trinidad um 6–11 Minuten falsch angegeben sind. welche von allen Handelsvölkern besucht werden. Es ist ein sorgfältig bebauter Felsklumpen. englischer Kutter überholte uns. von Kapern aufgebracht zu werden. Der Anblick der Insel Tabago ist höchst malerisch. so ist dieß ein Mährchen der Küstenpiloten. und man beschloß. Die Gewalt. Obgleich das Ergebnis der doppelten Sonnenhöhen hinlänglich bewies. Wir waren allerdings unserer Länge sicherer als der Breite. daß wir nicht nach Europa zurückgebracht wurden. und da er wußte. ist in dieser Beziehung in weit engere Grenzen eingeschlossen. daß er eine amerikanische Küste vor sich hat: denn die Cactus gehören ausschließlich der neuen Welt an. und so bemerke ich hier nur. Durch die Beobachtung der Sonnenhöhe um Mittag wurde die Breite. nach den Höhenwinkeln. ohne uns nur anzurufen. die ich mit dem Sextanten genommen. vollkommen bestätigt. so fürchtete er gegen Süden unter dem Wind und der Mündung des Dragon nahe zu kommen. um das nördliche Vorgebirge von Tabago zu laufen. daß an Küsten. daß unsere Corvette sehr langsam wendete. wie die Heidekräuter der alten. seit wir so nahe am amerikanischen Festland sicher waren. des Amazonenstroms. nicht Trinidad war. Der Einfluß der mächtigsten Ströme Amerikas. um letztere Insel aufzusuchen. Bonpland und mir war vor einem solchen Unfall weniger bang. somit 15 Minuten weiter nach Nord als nach der Schätzung. als man gemeiniglich glaubt. des la Plata. scheinen indessen die höchsten Gipfel an der Küste nicht über 140–150 Toisen [270 bis 100 .durch den Canal zwischen Tabago und Trinidad zu laufen. befanden wir uns in 11°6￿50￿. wie ich sie nach Douwes Verfahren erhalten. des Magdalenenstroms. so auffallende Irrthümer in der Breite sich Jahrhunderte lang erhalten könnten. daß sogar auf der neuesten Karte von Westindien von Arrowsmith. die sogar auf Bordas schöner Karte des atlantischen Oceans fünf Minuten zu weit südlich gesetzt ist. da seit dem elften keine Beobachtung um Mittag gemacht worden war. mit der der große Orinocostrom seine Gewässer in den Ocean ergießt. sondern Tabago. die im Jahr 1803. Sehr hohe cylindrische Fackeldisteln krönen die Bergkämme und geben der tropischen Landschaft einen ganz eigenen Charakter. In diesen Strichen liefen wir jeden Augenblick Gefahr. daß das hohe Land. Ich habe diesen Gegenstand anderswo besprochen. bis auf 60 Meilen von der Mündung des Orinoco habe das Meerwasser eine andere Farbe und sey weniger gesalzen. des Mississippi. das am Horizont aufstieg. Der nordöstliche Theil der Insel Tabago ist der gebirgigste. Es blieb kein Zweifel mehr über den Schiffsort den Inseln gegenüber. steuerte der Capitän dennoch nach Nord-Nord-West fort. zwischen dieser Insel und la Grenada durchzugehen und auf einen Hafen der Insel Margarita loszusteuern. Man sollte kaum glauben.

Wir konnten die Insel Chacachacarreo sehen. daß diese Meteore. an deren Küste wir jetzt hinzufahren anfingen. Trotz der Strömung zeigte die geringe Temperatur des Wassers die Untiefe an. wurden wir gewahr. Giles gelaufen. die nur auf wenigen Karten angegeben ist. liegt nach meinen Beobachtungen unter 65°4￿5￿ der Länge. Das Geschwader schien sich nicht zu rühren. Erderschütterungen und Vulkane auseinander gerissene Bergkette untersuchte. Nach Dampiers Grundsätzen hätten wir in der Nähe einer von sehr hohen. das aus der Bocca de Dragon kommt. daß eine eigenthümliche Strömung die Corvette nach Süd trieb. an denen sich die See mit Ungestüm brach. Am südlichen Vorgebirge senkt sich das Land und läuft in die »Sandspitze« aus.6 stand. während er ostwärts auf hoher See unter derselben Breite und gleichfalls an der Meeresfläche auf 25°. Wir sahen mehrere Felsen über dem Wasserspiegel. sehr feinem Thon. bei Sonnenaufgang kam die Bocca de Dragon in Sicht. Man warf das Senkblei aus und fand 36–43 Faden Tiefe über einem Grund von grünlichem. und es zeigte sich bald. und je näher der Mond zum Zenith rückte. Wir fuhren über die Untiefe zwischen Tabago und la Grenada. somit 1. die nach meiner Rechnung unter 10°20￿13￿ der Breite und 62°47￿30￿ der Länge liegt. und durch die Bewegung von Ebbe und Fluth entsteht eine Gegenströmung. durch Strömungen. von Columbus selbst so benannt [Im August 1598.290 m] hoch zu seyn. Es wäre zu wünschen daß ein geübter Mineralog die großen und kleinen Antillen von der Küste von Paria bis zum Vorgebirge von Florida bereiste und die ehemalige. In dieser und in den folgenden Nächten fielen wieder sehr viele Sternschnuppen. Wir wendeten sogleich und die Passagiere wurden unruhig. das heißt jenseits der Ränder der Bank. das westlichste der Eilande zwischen dem Vorgebirge Paria und dem nordwestlichen Vorgebirge von Trinidad. aber ein paar Zoll unter der Oberfläche zeigte der Thermometer nur 23°. daß man eine Menge einzelner Klippen für Segel angesehen hatte. und beobachteten große Regelmäßigkeit in der Neigung und dem Streichen der Schichten.].5 bis 2 Grad niedriger als auf hoher See. Wir waren eben um das Nordcap von Tabago und die kleine Insel St. als man vom Mastkorb ein feindliches Geschwader signalisirte. Es erschien uns um 101 . gegen Nord zeigten sie sich nicht so häufig als gegen Süd. bei der Punte de la Baca. die unter einem Winkel von 60° nach Südost fallen. Das Cabo de tres puntas. Wir lotheten fort bis zum Cabo de tres puntas und fanden überall erhöhten Meeresgrund. Nach Sonnenuntergang wurde der Wind schwächer. Die Farbe der See war nicht merkbar verändert. steil aufsteigenden Gebirgen gebildeten Küste keine so geringe Meerestiefe erwartet. über deren Wesen wir noch so sehr im Unklaren sind. da mehrere ihr kleines Vermögen in Waaren gesteckt hatten. die sie in den spanischen Colonien zu verwerthen gedachten. über Terra Firma. desto mehr klärte sich der Himmel auf. zum Theil von örtlichen Ursachen abhängig seyn mögen. Durch den Zug des Wassers. Am 14. dessen Umriß das Streichen der ehemaligen Meeresküste zu bezeichnen scheint. Fünf Meilen von der Küste. Diese Vertheilung weist darauf hin. Die Temperatur des Meeres war hier 23–24 Grad.

der auf Cuba lebte. wo er nun allein und verlassen dastand. redete dazwischen irre und starb am dritten Tage der Krankheit. Mehrere Umstände machten den Tod des junge Mannes. die Folge zeigte aber. auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten. Es war kein 102 . ergreifend für uns. Diese Hoffnung ging nicht ganz in Erfüllung. Wir fanden sie größer als auf hoher See ostwärts von Tabago. Während der Windstille trieb uns die Strömung rasch nach West. aber diese hatte ihre Liebe und den eigenen Vortheil dem Gedanken zum Opfer gebracht. wie der. wir waren aber so ziemlich am Ziele unserer Fahrt. Er war mit Widerstreben zu Schiffe gegangen. welcher den Freund überlebte. seit wir uns nahe der Küste von Terra Firma befanden. Ein anderer. die ihn in ein fernes Land getrieben. die aus der weiten See aufsteigen. Als der Mond unterging. Er wollte mit seinem Landsmann nach San Jago de Cuba gehen und sich dort von ihm im Hause des Verwandten einführen lassen. der einzige Sohn einer armen Wittwe. er hatte seine Mutter durch den Ertrag seiner Arbeit unterstützen wollen. Wir benützten eine Windstille. daß ihr Sohn. daß die Küste aus Granit bestehe. da seine gezackten Gipfel in Wolken gehüllt waren. wenn man über die Beschaffenheit der Gebirgsart aus der Ferne urtheilt. alle Symptome wurden immer bedenklicher. um die Intensität der magnetischen Kraft beim Cabo de tres puntas genau zu bestimmen. bedeckte sich der Himmel mit Wolken. bei Tag zwischen 24 und 27°. bei einem reichen Verwandten. Ihre Geschwindigkeit betrug 3 Meilen in der Stunde. selbst wenn man sein Lebenlang in Gebirgen gereist ist. der Wind wurde wieder stärker und es stürzte ein Platzregen nieder. Der jüngste Passagier bekam das bösartige Fieber und unterlag ihm. eines Haufens von Klippen. Das gelbe Fieber oder schwarze Erbrechen rafft in Vera Cruz nicht leicht die Kranken so furchtbar schnell dahin. wie sehr man sich. sie nahm zu. Der unglückliche junge Mann verfiel rasch in Betäubung. Die an Bord des Pizarro ausgebrochene Seuche breitete sich rasch aus. wenn er in die Colonien ginge. Wir standen beisammen auf dem Verdeck in trüben Gedanken. Es war herzzerreißend. und so hofften wir alle Kranke genesen zu sehen. wenn man sie an der Insel Margarita oder im Hafen von Cumana.so höher. noch jüngerer Asturier wich keinen Augenblick vom Bette des Kranken und bekam. sich seinem tiefen Schmerze überließ und die unseligen Ratschläge verwünschte. Die Congestionen gegen den Kopf. Es war ein junger Asturier von neunzehn Jahren. die für sehr gesund gelten. ans Land bringen könnte. irren kann. der Thermometer stand bei Nacht regelmäßig zwischen 22 und 23°. die ein paar Stunden anhielt. Das ganze Ansehen der Berge von Paria. ihre Farbe und besonders ihre meist runden Umrisse ließen uns vermuthen. je näher wir dem Meridian der Testigos kamen. die Krankheit nicht. das Daniederliegen der Kräfte. die ausnehmende Trockenheit der Haut. blieb aber zum Glück das einzige Opfer. sein Glück machen könnte. aus dessen Gesicht viel Gefühl und große Gutmüthigkeit sprachen. was ziemlich auffallend ist. im Verhältniß von 257 zu 229. wie sie dem heißen Erdstrich eigen sind und wir auf unsern Zügen im Binnenlande sie so oft durchgemacht haben.

die herrlichen Gewächse. um ihren Weg nach Cuba oder Mexico fortzusetzen. beschlossen aber doch. wo der unglückliche Löffling nur sehr wenige naturgeschichtliche Beobachtungen hatte machen können. wüsten Küste. Unsere Blicke hingen an einer gebirgigen. Tiefe Ruhe herrschte ringsum am einsamen Ort. und die auch jetzt noch die Menschen im Gefühl gemeinsamen Unglücks einander näher bringt. den wir in der Nacht vom vierzehnten auf den fünfzehnten Juli faßten. ohne das Innere eines von den Naturforschern so wenig betretenen Landes zu betreten. die das Land zu suchen schienen. Sie betrachteten das Zwischendeck des Schiffes als einen Herd der Ansteckung. In der Nacht schaffte man die Leiche des Asturiers auf das Verdeck. eine ergreifende Handlung. daß es viele Opfer fordern könnte. die dasselbe Reiseziel haben. auf die zuweilen ein Mondstrahl durch die Wolken fiel. hatte seit einigen Tagen einen bösartigen Charakter angenommen. Statt einiger Wochen verweilten wir ein ganzes Jahr in Terra Firma. und wenn die langen Windstillen die Ueberfahrt von Cumana nach Havana verzögerten. auf ihrem heimathlichen Boden zu sehen. und obgleich es mir keineswegs erwiesen schien. aber diese Ruhe der Natur stand im Widerspiel mit den schmerzlichen Gefühlen in unserer Brust. so mußte man besorgen. Es schien mir wünschenswerth. damit man die Leichenfeier nach dem Gebrauch der römischen Kirche vornehmen konnte. an den Cassiquiare und an die Grenze der portugiesischen Besitzungen am Rio Negro gekommen. ohne die Seuche an Bord des Pizarro wären wir nie an den Orinoco. wo die ersten Christen sich als Glieder Einer Familie betrachteten. äußerte einen glücklichen Einfluß auf den Verfolg unserer Reisen. den nicht das Schicksal des jungen Mannes rührte. Gegen acht Uhr wurde langsam die Todtenglocke geläutet. Wir brannten vor Verlangen. An Bord eines Kriegsschiffs oder eines Transportschiffs machen einige Todesfälle gewöhnlich nicht mehr Eindruck. Anders an Bord eines Paketboots mit kleiner Mannschaft. und auf die Vorstellung des Priesters wurde er erst nach Sonnenaufgang ins Meer geworfen. Die leise bewegte See leuchtete in schwachem phosphorischen Schein. daß wir während eines so 103 . bei diesem Trauerzeichen brachen die Matrosen ihre Arbeit ab und ließen sich zu kurzem Gebet auf die Kniee nieder. das an Bord herrschte. sich nähere Beziehungen knüpfen. Es hätte uns sehr wehe getan. man hörte nichts als das eintönige Geschrei einiger großer Seevögel. Der eben erzählte Vorfall zeigte uns. daß das Fieber durch Berührung anstecke. die an die Zeiten gemahnt. die Bose und Bredemeyer auf ihrer Reise in Terra Firma gesammelt und die eine Zierde der Gewächshäuser zu Schönbrunn und Wien sind. Kein Mann an Bord.Zweifel mehr. das Fieber. Neuspanien erst nach einem längeren Aufenthalt an den Küsten von Venezuela und Paria zu besuchen. den wir noch vor wenigen Tagen frisch und gesund gesehen hatten. in Cumana ans Land zu gehen. das Fahrzeug am nächsten Landungsplatz zu verlassen und die Ankunft eines andern Postschiffes zu erwarten. Die Passagiere auf dem Pizarro spürten zwar noch nichts von den Vorboten der Krankheit. Vielleicht verdanken wir es auch dieser unserer Reiserichtung. als wenn man in einer volkreichen Stadt einem Leichenzug begegnet. wie gefährlich dieses bösartige oder atactische Fieder sey. in Cumana oder Guayra zu landen. hielt ich es doch durch die Vorsicht geraten. Der Entschluß. wo zwischen Menschen.

weiß und zerreiblich. Diese Meinung ist nicht unbegründet. daß diese angeblichen Befruchtungswerkzeuge. obgleich es nicht an Beispielen fehlt. Die Fähigkeit. haben wir an der tropischen Seetraube dieselben Anhängsel gefunden. waren durchaus identisch mit den Exemplaren. sie abzulösen. einer Stadt. daß Leute. abgeplatteten Stielen. wenn sie die Regenzeit auf den Antillen. als ein Spanier. der das Klima wechselt. wenn sie auf die Inseln oder nach Terra Firma kommen. die Zeit. ein Schwede sind mehr gefährdet. daß man sie gar wohl für bloße Rippen halten könnte. entspringen aus hornartigen. Morgens. Ein Preuße.langen Aufenthaltes in den Aequinoctialländern so gesund blieben. aber sehr trockenen Klima von Cumana zu verleben. die bei der ersten Epidemie des gelben Fiebers durchgekommen. sich zu acclimatisieren. die wir der Gefälligkeit der gelehrten Verfasser der peruanischen Flora verdankten. das mit dem Pizarro in die Havana kam. Sie betrachten sich als acclimatisirt. Ein glücklicher Zufall setzte uns in den Stand. Als wir beide unter dem Mikroscop untersuchten. im ausnehmend heißen. Für die nordischen Völker beträgt der Unterschied in der mittleren Temperatur 19–21 Grad. ohne das Parenchym zu verletzen. Am 15. wie sie Don Hypolite Ruiz auf seiner Rückkehr aus Chili beobachtet und in einer besondern Abhandlung als die Geschlechtsorgane des Fucus natans beschrieben hat. in der der Europäer nach der Landung die größte Gefahr läuft. ein Pole. weil die Lufttemperatur den mächtigsten Einfluß auf die Reizbarkeit und die Vitalität der Organe äußert. auf der Ueberfahrt von Guayaquil nach Acapulco. scheint im umgekehrten Verhältniß zu stehen mit dem Unterschied zwischen der mittleren Temperatur der heißen Zone und der des Geburtslandes des Reisenden oder Colonisten. deren Spitzen mit den Kelchen des von Ruiz beobachteten Fucus Aehnlichkeit haben. welche Bonpland aufgefischt hatte. In diesen Zustand brausen sie mit Säuren auf. für die südlichen nur 9–10. Hätten wir unsern Weg nach Vera Cruz fortgesetzt. Die nicht gegliederten Stiele sind Anfangs schwarzbraun. und eine sehr sorgfältige Untersuchung überzeugte uns. welche Ruiz für Pistille hielt. diese Pistille und Staubfäden eine neue Gattung Pflanzenthiere aus der Familie der Ceratophyten seyen. in Vera Cruz oder Carthagena überstanden haben. daß 104 . eine Beobachtung zu berichtigen. ein Italiener und selbst ein Bewohner des südlichen Frankreichs. wie die kalkigte Substanz der Sertularia. in einem der folgenden Jahre Opfer der Seuche werden. die für sehr gesund gilt. Bekanntlich schweben die Europäer in den ersten Monaten. in sehr großer Gefahr. so hätten wir leicht das Loos mehrerer Passagiere des Paketboots Aleudia theilen können. wenn sie vertrocknen. aber mit einem sehr dünnen Messer gelingt es. fanden wir. Die Bündel Tang. In der Südsee. die so fest mit der Substand des Fucus zusammenhängen. die sich nur Einmal der Naturforschung dargeboten hatte. Wir waren so glücklich. wie Blumenkelche und Federbüsche gestalteten Anhänge. ungefähr gegenüber dem kleinen Berge St. nachdem sie unter den glühenden Himmel der Tropen versetzt worden. Die Stengel desselben hatten die sonderbaren. waren wir von einer Menge schwimmenden Tangs umgeben. Die Kelche. als eben das schwarze Erbrechen auf Cuba und an der Ostküste von Mexico schreckliche Verheerungen anrichtete. werden aber. Joseph.

Küsten. Morgens. Nogueras und Tiscars. Die Küsten von Terra Firma wurden vor Fidalgos. wo der Schwache. und wir sahen uns hier in derselben Verlegenheit. Während man beschäftigt war. Am 15. stimmte schlecht zu der Vorstellung. so schien doch die Nähe eines kaum ein paar Fuß hohen Eilandes Vorsichtsmaßregeln zu erheischen. Sonnenhöhen. wenn sie durch Luftschichten hindurchgehen. das wir vor uns hatten. als auf den vor dem Jahr 1800 erschienenen Karten angegeben ist. Ja die Fehler in der Breite waren noch größer als die in der Länge. Durch das Fernrohr ließ sich keine Spur von Bewohnern oder von Anbau entdecken. bei Guayra anzulegen. und warf eilends den Anker aus. Die Küste von Paria zieht sich nach West fort und bildet eine nicht sehr hohe Felsmauer mit abgerundeten Gipfeln und wellenförmigen Umrissen. und schon diese Größe hätte den Gedanken an wahrhafte Pistille nicht aufkommen lassen sollen. wie unrichtig damals selbst die gesuchtesten Seekarten waren. die wir uns von der Insel Margarita gemacht. während wir nach der verkleinerten Karte des atlantischen Oceans über das westliche sehr hohe Vorgebirge der Insel. auf dem sich einige Sanddünen erhoben. waren wir noch nicht im Meridian der Insel St. die wir unter sehr günstigen Umstängen genommen. So ruhig die See war. Gegen elf Uhr Morgens kam uns ein sehr niedriges Eiland zu Gesicht. verhalten sich wie Wolken. Der Capitän des Pizarro rief sie durch einen Kanonenschuß herbei. Die unter dem Namen weiblicher Blüthen beschriebenen Organe sind über zwei Linien lang. Erkundigung einzuziehen. das unter 66°0￿ der Länge gesetzt ist. wenn nicht das Meer in diesen Strichen beständig ruhig wäre.sich hier ein Zoophyt an den Tang heftet. so unrichtig gezeichnet. daß in allen Zonen Wüsten und sandiger Strand sich wie bewegte See ausnehmen. die auf einer stark erhitzten Fläche aufliegen. wo wir einlaufen sollten. daß für die Schifffahrt daraus hätten Gefahren erwachsen können. Niemand an Bord war je in der Gegend am Land gewesen. Die Luftspiegelung macht. wie bei unserer Ankunft auf den Canarien vor der kleinen Insel Graciosa. Es dauerte lange. Margarita. wo wir uns nach dem Chronometer unter 66°1￿15￿ der Länge befanden. Die Boote ergriffen die Flucht nach Westen zu. aus der Ferne gesehen. Das flache Land. wie der Epheu den Baumstamm umschlingt. in denen jeder 105 . bereits hätten hinaus seyn sollen. welche die Sonnenstrahlen erleiden. hatten uns gezeigt. signalisirte man vom Mast einige kleine Fischerboote. Der fast pflanzenlose Boden schien sich wellenförmig zu bewegen infolge der starken Brechung. um hinsichtlich der englischen Kreuzer. bis wir die hohe Küste der Insel Margarita zu sehen bekamen. und ob es gefährlich sey. Man steuerte nicht weiter dem Lande zu. Hin und wieder standen cylindrische Cactus wie Kandelaber. vor meinen astronomischen Beobachtungen in Cumana. glaubt sich nur auf Vergewaltigungen gefaßt machen zu müssen. denn die Küste von Neuandalusien läuft westwärts vom Capo de tres Puntas 15–20 Meilen weiter nach Norden. und ich darf wohl hinzufügen. die Angaben der Karten zu vergleichen. ohne sie in Uebereinstimmung bringen zu können. aber ein solches Zeichen dient zu nichts in Ländern. wenn er dem Starken begegnet.

So nahe alle Völker Amerikas miteinander verwandt scheinen. wo nach ihnen das Fort Pampatar liegen mußte. Von weitem. Wir erfuhren von ihnen. die uns zur Hand waren. Der Capitän beschloß einen Steuermann ans Land zu schicken. wenn man sich nahe an den Inseln Lobos und Moros del Tunal hält. wenn der Wind Abends stark wurde. nackt bis zum Gürtel und von hohem Wuchs. welche im dürren Thal von San Juan so häufig sind. Der Canal zwischen Coche und Margarita wird durch die Untiefen am nordwestlichen Vorgebirge von Coche und durch 106 . den wir uns nach manchen Reiseberichten von der eigenthümlichen Körperbildung und der großen Körperschwäche der Eingeborenen gemacht hatten. konnte die Rückfahrt zur Corvette schwierig werden. die ihnen halb in Wolken gehüllt schienen. in der mehr oder weniger dunkeln Hautfarbe. und obgleich man die Flagge von Castilien aufgezogen hatte. verloren sie ihr Mißtrauen und fuhren geradezu an Bord. da sie ja derselben Race angehören. sie hat weniger Wassertiefe als die nördliche. Die einen hielten Sandhaufen für Indianerhütten und deuteten auf den Punkt. daß man die Indianer spanisch anrufen konnte. und brauchten deshalb die Grenzen der Provinz Cumana nicht zu überschreiten. aus dem den einen Seelenruhe und Sanftmuth. Die südliche Durchfahrt hat allerdings bedeutende Vortheile für Schiffe. Als wir uns eben anschickten. so unterscheiden sich doch die Stämme nicht selten bedeutend im Körperwuchs. Unbekannt in der Gegend. Dieß war uns um so auffallender.Beobachter die Gegenstände erblickt. da das Boot auf der Rhede von Santa Cruz durch die Brandung stark gelitten hatte. die seine Einbildungskraft beschäftigen. sie zeigten die hohen Berge von Macanao. wie alle der Eingeborenen. Sobald die Piroguen so nahe waren. ans Land zu gehen. Da unsere Aufnahmen und die Angabe des Chronometers mit den Karten. und da die englischen Kreuzer sich damals häufig in diesen Strichen zeigten. Diese Piroguen waren. bei dem wir geankert. wie sie unbeweglich dasaßen und sich vom Horizont abhoben. die von Cumana nach Barcelona gehen. um im Hafen von Pampatar einen Lootsen einzunehmen. waren wir in den Canal südlich von Coche gerathen. andere sahen die Ziegenheerden. die immer unbewohnt gewesen und an der die spanischen Schiffe. und in jeder befanden sich achtzehn Indianer vom Stamme der Guayqueries [Guaykari]. hatten uns die Indianer für ein feindliches Fahrzeug angesehen. da es so wenig dem Begriff entsprach. man legte Hand an. weit schmalere Durchfahrt. aus Einem Baumstamm. im Widerspruch standen. Da die Küste ziemlich fern war. konnte man sie für Bronzestatuen halten. so verlor man sich in eitlen Muthmaßungen. Man rief sie durch einen zweiten Kanonenschuß an. Ihr Körperbau zeugte von großer Muskelkraft und ihre Hautfarbe war ein Mittelding zwischen braun und kupferroth. sey die Insel Coche. Wir machten in der Folge die Erfahrung. um die Schaluppe ins Wasser zu lassen. im Blick. das niedrige Eiland. wie auffallend die Guayqueries äußerlich von den Chaymas und den Caraiben verschieden sind. sah man zwei Piroguen an der Küste hinfahren. bei andern ein unheimliches Mittelding von Trübsinn und Wildheit spricht. die aus Europa kommen. kamen sie doch nur zögernd herbei. gewöhnlich weiter nördlich zwischen derselben und der Insel Margarita durchgehen. aber man läuft nicht Gefahr aufzufahren.

Westwärts steuernd hatten wir bald die kleine Insel Cubagua vor uns. Da Neucadix kein Wasser hatte. die in den europäischen Cabinetten zu den gemeinsten gehören. Die Guayqueries gehören zum Stamm civilisirter Indianer. welche auf den Küsten von Margarita und in den Vorstädten von Cumana wohnen. Sie wollten Bauholz in den Cedrowäldern [ Cedrela odorata Linnè] holen. edlen und getreuen Guayqueries«. Der Mann empfahl sich durch sein ganzes Wesen. bestimmte ich die Länge des östlichen Vorgebirges der Insel und fand sie 66°11￿53￿. so hieß der Mann. Mit Vergnügen schreibe ich in dieser Erzählung den Namen Carlos del Pino nieder.] bedeckten Bananenbüschel. Zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts waren die Perlen von Cubagua in Sevilla und Toledo. hatten den Hafen von Cumana in der Nacht verlassen. der Mann war.die Bank an der Punte de Mangles eingeengt. Cachicamo]. daß wir uns im heißen Erdgürtel befanden und das längstersehnte Ziel erreicht hatten. um uns als Lootse zu dienen. hatten ungemeinen Reiz für uns. Sie gaben uns frische Cocosnüsse und einige Fische von der Gattung Choetodon. Welche Schätze enthielten in unseren Augen die Kähne der armen Indianer! Ungeheure Vijaoblätter [ Heliconia bihai. Hier hatten die Spanier unmittelbar nach Columbus und Ojedas Reisen eine Stadt unter dem Namen Neucadix gegründet. ich weiß nicht warum. der Schuppenpanzer eines Tatou [Armadill. daß es Augenentzündungen verursache. früher aber durch Perlenfischerei berühmt war. jetzt erheben sich Dünen von Flugsand auf der unbewohnten Küste und der Name Cubagua ist auf unseren Karten kaum verzeichnet. von der keine Spur mehr vorhanden ist. Gegen Abend ließ der Capitän der Corvette den Anker lichten. Nach den Caraiben des spanischen Guyana sind sie der schönste Menschenschlag in Terra Firma. weil sie uns lebhaft daran mahnten. 107 . so mußte man es an der benachbarten Küste aus dem Manzanaresflusse holen. dessen Bekanntschaft unseren Reisezwecken äußerst förderlich wurde. Der König von Spanien nennt sie daher auch in seinen Handschreiben »seine lieben. er war ein scharfsinniger Beobachter und hatte sich in lebhafter Wißbegier mit den Meeresprodukten wie mit den einheimischen Gewächsen abgegeben. Dasypus. den sie getrieben. der uns sechzehn Monate lang auf unseren Zügen längs der Küsten und im inneren Lande begleitet hat. auf die wir in den zwei Piroguen gestoßen. Die Indianer. Bevor wir die Untiefe oder den Placer bei Coche verließen. die jetzt ganz öde ist. deren Farben wir nicht genug bewundern konnten. Die Schriftsteller jener Zeit sprechen alle vom Reichthum der ersten Ansiedler und vom Luxus. dem wir bei unserer Landung begegneten. Naturkörper. da sie seit der ersten Zeit der Eroberung sich als treue Freunde der Castilianer bewährt haben. Sie genießen verschiedener Vorrechte. beschuldigte. Ein glücklicher Zufall fügte es. wie auf den großen Messen von Augsburg und Brügge bekannt. obgleich man es. an Bord des Pizarro zu bleiben. die sich vom Cap San José bis über die Mündung des Rio Carupano hinaus erstrecken. Der Patron einer der Piroguen erbot sich. die den Eingeborenen als Trinkgefäße dienen. daß der erste Indianer. die Frucht der Crescentia cujete.

schien diese Vorsicht zu gebieten. Wir brachten die Nacht zum Theil auf dem Verdeck zu. welche ich oben für die Ostspitze der Insel Coche angegeben. Wir dachten nicht daran. wenige Meilen von der Küste sey ein gebirgiger. wo ihre Leiden ein Ende finden sollten. Die Stadt Cumana mit ihrem Schloß erschien zwischen Gruppen von Cocosbäumen. von Spaniern bewohnter Landstrich. Die Länge. das er betreten soll. wo empfindliche Kälte herrsche. bis zu Tagesanbruch zu laviren. Juli 1799. Cachicamo und Temblador uns ganz unbekannt waren. und auf den Ebenen kommen zwei sehr verschiedene Krokodile [ Crocodilus acutus und C. nach Süden den Horizont. gegenüber der 108 . Viertes Kapitel Erster Auftenthalt in Cumana.In diesem Striche angelangt. ferner Boas. Obgleich die Worte Bava. Am 16. nicht die sehr niedrige Landzunge. man hielt es für ein feindliches Fahrzeug und die Batterien von Cumana gaben Feuer darauf. Dem Capitän des Postschiffes wurde ein Bein weggerissen und er starb wenige Tage darauf in Cumana. Nach Louis Berthoud´s Chronometer liegt Cap Macanao unter 66°47￿5￿ Länge. sie gleich in den Wäldern bei Cumana beobachten zu können. elektrische Aale [ Gymnotus electricus. ohne die Laternen auf dem Hintertheil anzuzünden. Bava. sahen wir die hohen Berge von Kap Macanao im Westen der Insel Margarita majestätisch am Horizont aufsteigen. der Capitän hielt es für rathsamer. Nichts reizt die Neugierde des Naturkundigen mehr als der Bericht von den Wundern eines Landes. der vor kurzem eben hier vorgekommen war. ließ uns die naive Beschreibung der Gestalt und der Sitten der Thiere alsbald die Arten erkennen. die nach West fortstreicht und sich in eine Untiefe verliert. mögen diese Gipfel 500–600 Toisen absolute Höhe haben. Er scheute sich. und ein unglücklicher Zufall.] und mehrere Tigerarten.] vor. halb von Wolken verschleiert. und die. Der Wind war sehr schwach. Ich nahm die Felsen am Ende des Vorgebirges auf. Wir hörten zu unserer großen Freude. weichen von Fidalgos Beobachtungen nur um 4 Zeitsecunden ab. gingen wir im Hafen vor Anker. Nach den Höhenwinkeln. Temblador. Um neun Uhr morgens. die ich für Macanao gefunden. bei Nacht in den Hafen von Cumana einzulaufen. die wir in 18 Meilen Entfernung nahmen. und hofften. Der indianische Lootse unterhielt uns von den Thieren und Gewächsen seines Landes. daß diese Thiere über ungeheure Landstriche zerstreut sind. Die Berge von Neuandalusien begrenzten. ein und vierzig Tage nach unserer Abfahrt von Corunna. malerische Küste vor uns. Ein Paketboot hatte Anker geworfen. — Die Ufer des Manzanares Wir waren am 16. welche die Creolen so benennen. lag eine grüne. Juli mit Tagesanbruch auf dem Ankerplatz. Die Kranken schleppten sich auf das Verdeck um sich am Anblick eines Landes zu laben. bei Tagesanbruch.

den Tulpenbaum und Cupressus disticha wählt. Nicht weniger interessant ist die die cumanische Avicennia durch eine andere Eigenthümlichkeit: diese Pflanze gehört dem Gestade und der Küste von Malabar gemeinschaftlich an.5. die gelbe Gomphrena und die Cactus bedecken den mit salzsaurem Natron geschwängerten Boden. selbst wenn man zum Vergleich die Platane. liegt eine Meile [4. Die starke Hitze wurde durch die Strahlung des zum Theil pflanzenlosen Bodens noch gesteigert. Die gefiederten Blätter der Palmen hoben sich von einem Himmelsblau ab. die Kraft der Pflanzenfarben. Die Ebene war bedeckt mit Büschen von Cassien. die Gestalten der Gewächse. die Hauptstadt von Neuandalusien. denn in der gemäßigten Zone. daß die Angabe des Indianers über das Alter des Käsebaumes etwas übertrieben war.Mündung des Rio Manzanares. nachdem wir über die Barre des Manzanares gefahren. Reihern und Flamingo bevölkert sind. Pelicanus fuscus. Das glänzende Tageslicht. alles trug den großartigen Stempel der tropischen Natur.2 bis 26°. Er zeigte uns als Beweis der Fruchtbarkeit des Klimas einen Käsebaum (Bombax heptaphyllum). die zwischen der Vorstadt der Guayqueries und der Küste liegt. In kleinen Salzwasserlachen stand er auf 30°. wie die europäischen Heiden. Wir haben an Ufern des Orinoco und des Magdalenenflusses die Beobachtung gemacht. die hier kaum zwei Fuß hoch wird. der viel mehr einem Gehölz als einem bebauten Lande glich. angelangt. Der indische Lootse führte uns durch seinen Garten. Capparis und den baumartigen Mimosen. in den weißen Sand gesteckt.5 km] vom Landungsplatz oder der Batterie de la Bocca.3 beträgt. das bunte Gefieder der Vögel. konnten uns aber erst spät am Morgen ausschiffen. Cumana. weil wir den Besuch der Hafenbeamten abwarten mußten. dessen Stamm im vierten Jahre bereits gegen dritthalb Fuß [75 cm] Durchmesser hatte. das keine Spur von Dunst trübte. war die Avicennia tomentosa ( Mangle prieto). die Ochromen und andere Bäume aus der Familie der Malven ausnehmend rasch wachsen. zeigte 37°. die. ein blendendes Licht war in der Luft verbreitet und lag auf den weißlichen Hügeln mit zerstreuten cylindrischen Cactus und auf dem ewig ruhigen Meere. Der hunderttheilige Thermometer. Die Sonne stieg rasch zum Zenith auf. die Carolineen. die wir auf dem amerikanischen Festland pflückten. die das Ufer säumten und deren über sechzig Fuß [20 m] hohe Stämme die Landschaft beherrschten. auf dem feuchten und warmen Boden Nordamerikas zwischen dem Mississippi und den Aleghanis werden die Bäume in zehn Jahren nicht über einen Fuß [32 cm] dick.5 m] dick werden. und das Wachsthum ist dort im Allgemeinen nur um ein Fünftheil rascher als in Europa.]. Dieser Strauch. während im Hafen von Cumana die Temperatur des Meeres an der Oberfläche meist 25°.7. Wir hatten über eine weite Ebene [ El Salado] zu gehen. daß die Bombax. das Sesuvium. und dergleichen in der heißen Zone nur am Meeresufer und auf den hohen Plateaus der Anden vorkommen. sie gehören zu den wenigen Pflanzen. Ich glaube aber doch. die gleich den Pinien Italiens ihre Zweige schirmartig ausbreiten. Im Garten des Lootsen am Gestade von Cumana 109 . Unsere Blicke hingen an den Gruppen von Cocosbäumen. bei der wir ans Land gestiegen. Linné. dessen Ufer von Alcatras [Ein brauner Pelikan von der Größe des Schwans. gesellig leben. Die erste Pflanze. die zwischen neun und fünfzehn Fuß [3 und 4.

Der Statthalter zeigte uns mit einheimischen Pflanzen gefärbte Baumwolle und schöne Möbeln ganz aus einheimischen Hölzern. das zu jener Zeit in Europa kaum dem Namen nach bekannt war. neue Gebäude erhoben sich auf den Trümmern der alten. ganz neuen Häusern von sehr freundlichem Ansehen besetzt sind. wenn er ihn auf einer fernen Küste aussprechen hört. Er empfing uns mit der Offenheit und edlen Einfachheit. er interessirte sich lebhaft für alle physischen Wissenschaften und fragte uns zu unserer großen Verwunderung. Eisenoxyd. uns eine Zeitlang in Neuandalusien aufzuhalten. deren Straßen geradlinigt und mit kleinen. das Cumana anderthalb Jahre vor unserer Ankunft zerstört hatte. Don Vicente Emparan. um ihm die Pässe zu überreichen. geführt. Der Statthalter von Cumana äußerte sich sehr zufrieden über unseren Entschluß. 60 bis 70 an der Zahl. haben Seidenglanz und an der Spitze einen gelben Staubbeutel. Hygrometer. nicht lieblicher in den Ohren klingen. wenn es uns nicht gelang.5 und 19. Der Kampf war so furchtbar. Dieser Stadttheil war infolge des Erdbebens. daß wir. daß beide Schiffe fast zugleich sanken. hatte er sich als Schiffscapitän in der königlichen Marine ausgezeichnet. oder ob. und das in seinen Gebirgen und an den Ufern seiner zahlreichen Ströme der Naturforschung das reichste Feld der Beobachtung bietet. Wir wußten. bei unserem Aufenthalt in den spanischen Colonien mit zahllosen Unannehmlichkeiten zu kämpfen haben würden. Dem Reisenden kann der Name des Vaterlandes. Dieser schöne Baum. dies allein von der größeren Feuchtigkeit herrühre. Sein Name erinnert an einen der merkwürdigsten und traurigsten Vorfälle in der Geschichte der Seekriege. Die Blüthe der Guama ist 18 Linien [4 cm] lang. Ehe er zum Statthalter von Portobelo und Cumana ernannt wurde. weil jeder das andere Schiff für ein feindliches hielt. Emparan war ein zu warmer Freund spuria.5 m] hoch. Nur ein sehr kleiner Theil der beiderseitigen Mannschaft wurde gerettet. wird zwischen 8 und 10 Toisen [15. der am liebsten an feuchten Orten wächst. ob wir nicht glaubten.sahen wir auch zum erstenmal einen Guama36 voll Blüthen. begegneten uns überall die Spuren dieser schrecklichen Katastrophe. trotz der Befehle des Hofs und der Empfehlung eines mächtigen Ministers. die von jeher Züge des baskischen Volkscharakters waren. und die beiden Brüder hatten das Unglück. Wir gingen durch die Vorstadt der Indianer. in dem hier Bava oder Krokodile von der kleinen Art vorkommen. wenn das Eisen hierzulande rascher oxydire. bei den Regenten dieser ungeheuren Landstrecken besondere Theilnahme für uns zu wecken. die der Haarhygrometer anzeige. daß die Luft unter dem schönen tropischen Himmel weniger Stickstoff (azotico) enthalte als in Spanien. Die weißen Staubfäden. einander kurz vor ihrem Tode zu erkennen. Nach dem letzten Bruch zwischen Spanien und England schlugen sich zwei Brüder des Statthalters Emparan bei Nacht vor dem Hafen von Cadix mit ihren Schiffen. eben erst neu aufgebaut worden. die das Staatssecretariat uns ausgestellt. 36 Inga 110 . als uns hier die Worte Stickstoff. deren zahlreiche Staubfäden sich durch ihre ungemeine Länge und ihren Silberglanz auszeichnen. sitzen an einer grünlichen Blumenkrone. Kaum waren wir auf einer hölzernen Brücke über den Manzanares gegangen. Wir wurden vom Capitän des Pizarro zum Statthalter der Provinz.

im Hause eines catalonischen oder galizischen Pulpero (Krämer) Aufnahme zu finden. um in San Blas. die während einer langen. Galizier und Biscayer stehen im stärksten Verkehr mit Amerika. für die astronomischen Beobachtungen günstig gelegenes Haus. seit den ersten Niederlassungen spanischer Ansiedler in der neuen Welt die Gastfreundschaft nicht merkbar abgenommen habe. nicht einmal mit Papier bezogen. die Geduld. Sie bilden dort gleichsam drei gesonderte Corporationen. wie für unbekannte Menschen ganze Jahre lang unverdrossen gesorgt wird. uns überall in Südamerika eine freundliche Aufnahme zu verschaffen. und wenn sich auf der Stufe gesellschaftlicher Eintwicklung. das in Cumana meist statt des Glases dient.der Wissenschaft. ob er nun nach Chile oder nach Mexiko oder auf die Philippinen kommt. der einige Tage nach unserer Ankunft in Raserei verfiel. daß ein Europäer. daß dieß allerdings anders werden muß. befand sich ein Neger. Man kann hören. schweren Wiedergenesung nimmer ermüdet. Wir sahen welche. die er uns während unseren langen Aufenthaltes in seinem Regierungsbezirke gegeben. eine 111 . Die Catalonier. und der Kranke in seiner Hängematte unter einem Schuppen das nöthige Obdach findet. daß wir so weit hergekommen. Soll man aber die Ueberlast. wo die einheimischen Gewächse wirksame Heilmittel liefern. die in Cumana an Land kamen. so ziemlich sicher auf Unterstützung rechnen kann. der Europa verlassen hatte. die aufopfernde Sorgfalt der Frauen. dessen Gemüthsart man nicht kennt. die ihnen von ihren Landsleuten geworden. die auf die Sitten. die nach einem Monat. die man als vorgeschrittene Kultur zu bezeichnen pflegt. daß. Sämmtliche Passagiere des Pizarro verließen das Schiff. In den Spanischen Colonien ist die Gastfreundschaft so groß. Unter den Kranken. vielleicht mit Ausnahme einiger sehr volkreichen Städte. Wir mietheten ein geräumiges. Man genoß darin. Gastfreundschaft sey leicht zu üben in einem herrlichen Klima. wo es Nahrungsmittel im Ueberfluß gibt. um es seltsam zu finden. welche die Ankunft eines Fremden. am Eingang des Golfs von Californien. wenn der Südwind wehte. einer Familie verursacht. Der ärmste Einwohner von Siges oder Vigo ist sicher. Der Gedanke thut wehe. Am Abend ließen wir unsere Instrumente ausschiffen und fanden zu unserer Befriedigung keines beschädigt. für nichts rechnen? und die Beweise gefühlvoller Theilnahme. käme er auch ohne Empfehlung und ohne Geldmittel an. Ich habe die rührendsten Beispiele gesehen. haben Großes dazu beigetragen. die Fenster waren ohne Scheiben. den Gewerbsfleiß und den Handel der Colonien bedeutenden Einfluß haben. trotz der guten Pflege. wenn er krank in irgend einem Hafen ans Land geht. Er argwöhnte keine andern Beweggründe unserer Reise als die in unseren Pässen angegebenen. obgleich sein Herr. einer angenehmen Kühle. die alte castilianische Offenheit allmählich verliert. und die öffentlichen Beweise von Achtung. um Pflanzen zu sammeln und die Lage gewisser Oertlichkeiten astronomisch zu bestimmen. soll man von dem allen absehen? Man will die Beobachtung gemacht haben. noch erschrecklich blaß und mager waren. ein siebzigjähriger Mann. er starb in diesem kläglichen Zustand. wenn einmal Bevölkerung und Industrie in den Colonien rascher zunehmen. aber die vom bösartigen Fieber Befallenen genasen sehr langsam.

unter Wasser. zuvorgekommen sind. gehört einer geologisch sehr interessanten Bildung an. Ich erwähne dieses Falls. daß zuweilen Menschen. und hier bezeichnet ein enges mit Gomphrena flava bedecktes Thal den Punkt. Ein Blick auf den Stadtplan von Cumana läßt diese Thatsache so unzweifelhaft erscheinen. den wir. sehr kräftig und auf der Küste von Guinea geboren. ist mit Fackeldisteln bedeckt.54 m] Umfang hatte. der nur die Fackeldisteln unserer Gewächshäuser kennt. dessen Eingang durch kein Außenwerk vertheidigt wird. wundert sich. wie oben bemerkt. ihm alle erdenkliche Pflege hatte zu Theil werden lassen. Die Kette der Kalkalpen des Brigantin und Tataraqual streicht von Ost nach West vom Gipfel Imposible bis zum Hafen von Mochima und nach Campanario. Manche davon sind 30–40 Fuß [10–13 m] hoch und ihr mit Flechten bedeckter. wo die See 40–50 [73–91 m] und weiter nach Südost sogar 87 Faden [159 m] tief ist. Bei Maniquarez an der Punta Araya maßen wir einen Cactus.neue Heimath zu suchen. Der Neger war ein junger Mensch von achtzehn Jahren. die sie nach mir besucht. von wo der Platz einem Angriff am meisten ausgesetzt ist. die außerhalb des Kreises ihrer Beobachtungen fallen. als daß die Becken von Paris. Dieses Tal. ohne daß er vom Feuer der westlichen Batterien auf der Playa Chica an der Mündung des Stroms und beim Cerro Colorado etwas zu fürchten hätte. Der Feind kann in voller Sicherheit zwischen der Punta Arenas del Barigon und der Mündung des Manzanares durchgehen. Die Stadt Cumana lehnt sich an diese Hügel. In einer sehr fernen Zeit scheint das Meer diesen Gebirgsdamm von der Felsen küste von Araya und Maniquarez getrennt zu haben. Durch mehrjährigen Aufenthalt auf der Hochebene von Castilien hatte aber seine Constitution den Grad von Reizbarkeit erhalten. Oxford und Wien einst Meerboden gewesen. erscheint als der Punkt. durch das der Manzanares läuft. die einst ein Eiland im Golf von Cariaco waren. Da mir aber seit meiner Rückkehr nach Europa einige Reisende mit der Beschreibung von Küstenstrichen. Antonio und die Stadt Cumana im Rücken angreifen. als eine Insel im ehemaligen Golf betrachten. Das Meer zog sich langsam zurück und legte das weite Gestade trocken. auf dem sich eine Hügelgruppe erhebt. so beschränke ich mich hier auf Bemerkungen. wo einst der Durchbruch der Gewässer stattfand. auf dem die Stadt Cumana liegt. Das Stück der Ebene norwärts von der Stadt heißt »der kleine Strand« ( Plaga chica). Der Boden. sie dehnt sich gegen Ost bis zur Punta Delgada aus. dessen Stamm über vier Fuß neun Zoll [1. daß das Holz dieses 112 . der die Miasmen der heißen Zone für die Bewohner nördlicher Länger so gefährlich macht. den verderblichen Einflüssen der tropischen Hitze erliegen. Der weite Golf von Cariaco ist durch einen Einbruch des Meeres entstanden. in mehrere Aeste kronleuchterartig getheilter Stamm nimmt sich höchst seltsam aus. und ohne Zweifel stand damals an der Südküste das ganze mit salzsaurem Natron getränkte Land. Ein Europäer. Der Hügel aus Kalkstein. die im heißen Erdstrich geboren sind. die aus Gips und Kalkstein von der neuesten Bildung besteht. aber in einem gemäßigten Klima gelebt haben. Er kann an der Punta Delgada landen und das Fort St. um zu zeigen. wenn er sieht.

der Coral und andere Schlangen mit Giftzähnen zur Legezeit solche heißen trockenen Orte aufsuchen.Gewächses mit dem Alter sehr hart wird. Wir werden in der Folge sehen. daß es Jahrhunderte lang der Luft und Feuchtigkeit widersteht. liegt nur 30 Toisen [58. wie das Egyptens und Californiens. wo stachlichte Cactus von hohem Wuchs in Reihen stehen. Coro. Zuweilen wurden wir von der Nacht überrascht. aber nach der Form des gegliederten Stamms. Das Schloß St. Antonio liegt auf der westlichen Spitze des Hügels.5 m] über dem Wasserspiegel des Meerbusens von Cariaco. wie diese Gewächse. Die Cactusgebüsche spielen auf dürrem Boden in Südamerika dieselbe Rolle wie in unseren nördlichen Ländern die mit Binsen und Hydrocharideen bewachsenen Brüche. der bis zum Gürtel nackt ist. nach der Zahl der Gräten und der Stellung der Stacheln ausnehmend viele Varietäten bilden. Tunales genannt. die ganz bekleidet gehen. Unsere Lage war dann desto bedenklicher. und daß es die Indianer von Cumana vorzugsweise zu Rudern und Türschwellen verwenden. Hier ließe sich der Bau dieses sonderbaren Gewächses an Tausenden von Exemplaren beobachten. es wird gegen Osten von einer nicht befestigten Höhe beherrscht. charakteristisch sind. Antonio. da der Cascabel oder die Klapperschlange. so kommt man am Abhang desselben Felsen zu den Trümmern des alten Schlosses Santa Maria. Wo man Erdwerke anlegt. Geht man vom Fort St. wenn man von Terra Firma ins Innere des Landes kommt. Auf seinem kahlen Kalkhügel beherrscht es die Stadt und liegt. wo die organische Natur eine so gewaltige Triebkraft hat. Nirgends in Südamerika kommen die Gewächse aus der Familie der Nopaleen häufiger vor als in Cumana. suchen die Ingenieurs recht viele stachlichte Fackeldisteln darauf anzubringen und ihr Wachsthum zu befördern. gilt fast für undurchdringlich. sie sind ebensosehr von den Stämmen gefürchtet. deren Gipfel bis zur Schneeregion aufsteigen und deren duftiges Blau mit dem Himmelsblau verschmilzt. denn in diesem Klima gibt es fast keine Dämmerung. um ihre Eier in den Sand zu legen. In einem Klima. Nur dort könnte der Botaniker nach langem Aufenthalt eine Monographie der Cactus schreiben. um 113 . wie man auch die Krokodile in den Wassergräben der festen Plätze hegt. wo man an Festtagen die Flagge von Castilien aufzieht. Solche Stellen. trockenes Klima. höchst malerisch da. Antonio gegen Südwest herab. Es hebt sich hell von der dunkeln Wand der Gebirge ab. die nicht in Hinsicht auf Blüthen und Früchte. Auf unsern einsamen Spaziergängen versuchten wir es manchmal in den Tunal einzudringen. die für ein heißes. Der Tunal gilt hier und überall in den spanischen Niederlassungen für ein nicht unwichtiges militärisches Vertheidigungsmittel. Ein Ort. zieht der Mensch fleischfressende Reptilien und mit furchtbaren Stacheln bewehrte Gewächse zu seiner Vertheidigung herbei. Dies ist ein herrlicher Punkt. halten nicht allein den Eingeborenen auf. immer mehr verschwinden. der die Spitze des Schloßberges krönt und durch den zum Theil ein Fußweg führt. Curaçao und auf der Insel Margarita. aber nicht auf dem höchsten Punkt. Das Schloß St. wenn man in den Hafen einfährt.

Die Stadt hat kein ausgezeichnetes Gebäude aufzuweisen. und in Folge der eigenthümlichen Beschaffenheit des Bodens und der Art der Bewegung stürzt kein Gebäude ein. und da die Sonne die untern Luftschichten. die weit von den Schlünden thätiger Vulkane liegen. gehörten früher zu der Nation der Guaraunos. gegen Westen mahnen die kleinen Inseln Caracas. durch welche die Küste von Terra Firma zerrissen worden ist. Achra. das der organischen Natur Leben verleiht. wie die Enden der großen Vorgebirge der Küste. L. so erscheinen ihre Spitzen infolge der Luftspiegelung hinaufgezogen.gegen Sonnenuntergang des kühlen Seewindes und der Aussicht auf den Meerbusen zu genießen. VI. (Plato bei Plutarch de placit. Antonio und den kleinen Flüssen Manzanares und Santa Catalina. die Sprache ihrer Vorfahren sey eine Mundart des Guaraunosprache gewesen. Lib. Alte Männer versicherten mich. die in ihren Wirkungen dener einer springenden Mine ähnlich sind. und das Gestirn. Die eigentliche Stadt Cumana liegt zwischen dem Schlosse St. Der Name dieses Indianerstammes war vor der Eroberung ganz unbekannt. sehr hohe Kirchen stehen. Die Eingeborenen.) 114 . Diese Eilande gleichen Festungswerken. die See und das Erdreich ungleich erwärmt. zu deren Erklärung so viele eitle Theorien ersonnen worden sind. Es ist die succusio und die inclinatio des Seneca (Quaestiones naturales. wie die in der Luft schwebenden Gesteinmassen sich wieder auf ihre Grundlage niedersenken. bewachsen mit Mammea. wo einige schöne Tamarindenbäume stehen. Wir werden öfters Gelegenheit haben. Es sind ihrer drei: Die der Serritos auf dem Wege nach der Plaga chica. daß die Art und Weise der Erdstöße viel zu veränderlich ist. wird die Reihe schwacher Erdstöße nach Ablauf vieler Jahre leicht durch größere Katastrophen unterbrochen. wie in Lima und mehreren anderen Städten. die nur noch auf dem Sumpfboden zwischen den Armen des Orinoco lebt. In Cumana. bei Einbruch der Nacht sieht man dann. als daß man sie unter solche vermeintliche Gesetze bringen könnte. Das durch die Arme des ersteren Flusses gebildete Delta ist ein fruchtbares Land. 21). die in den Gärten oder Charas der Indianer gebaut werden. und bei der Häufigkeit von Erdbeben wird sie schwerlich je welche haben. Starke Erdstöße kommen zwar im selben Jahre in Cumana nicht so häufig vor als in Quito. Philos. auf diese Erscheinungen zurückzukommen. und für die man eine Classification gefunden zu haben glaubte. scheint durch die veränderliche Beugung seiner Strahlen den starren Fels vom Fleck zu rücken und dürre Sandebenen wellenförmig zu bewegen. Bananen und anderen Gewächsen. c. III. Picuito und Boracha an die Katastrophe. wo durch prächtige. Mit Vergnügen verfolgt man bei Tage diese wechseln den Erscheinungen. Aber schon der Scharfsinn der Alten machte die Bemerkung. die denselben jetzt führen. c. und die große Vorstadt der Guayqueries. Die hohen Berggipfel der Insel Margarita erscheinen über der Felsenküste der Landenge von Araya. San Francisco genannt. aber die Erdbeben in Quito sind nur scheinbar so heftig. aber seit hundert Jahren gebe es in Cumana und auf 37 Diese Eintheilung schreibt sich schon aus der Zeit des Posidonius her. stoßende und wellenförmige Bewegungen annahm. 15.37 Die Vorstädte von Cumana sind fast so stark bevölkert wie die alte Stadt. wenn man senkrechte und wagrechte Bewegungen. die südöstlich gelegene.

sondern in den Städten. Die Guayqueries. an einen Strick gebundenen Stock gegen sie schleuderten.000 Seelen stark gewesen. das heißt: spitziger Stock. Wenn man bedenkt. gerade wie die Worte Peru und Peruaner. Man kann versichert seyn. daß meine Schätzung auf ziemlich sichern Grundlagen ruht. unreife. andere geben im Jahr 1810 30. Ein Schatzbeamter. daß man sich bei dieser Zählung höchstens um ein Drittheil oder ein Viertheil geirrt haben könne. seinen Ursprung einem bloßen Mißverständnisse. ihre Vorstädte und die einzelnen Häuser auf eine Meile in der Runde nur 10. daß sämmtliche Indianerkinder getauft und in das Taufregister der Pfarre eingetragen sind. so ist doch die Sterblichkeit unter den kleinen Kindern furchtbar groß. civilisirtes Fischervolk. versichert. was auf eine Bevölkerung von höchstens 16.000 Seelen betrug. stießen sie auf einige Eingeborene.800 Seelen schließen läßt. Depons gibt in seinem schätzbaren Werk über die Provinz Caracas der Stadt im Jahre 1802 gegen 28. wogegen königliche bei der Landesregierung angestellte Beamte meinten. die Fische harpunirten. die Stadt samt den Vorstädten habe nicht 12. als die Frage verhandelt wurde.000 bis 19. die Bevölkerung sey im Jahr 1800 26. ob die Einkünfte aus der Tabakspacht durch eine Personalsteuer ersetzt werden könnten. der vornehmste Hafen des Königreichs Neuspanien. und ich darf mir schmeicheln.000 an. unverdauliche Früchte zu genießen. aber wenn auch die Pocken im Lande noch unbekannt sind. die ihre Hütten an den Stämmen der Morichepalme aufhängen. Als die Begleiter des Columbus an der Insel Margarita hinfuhren. Guaike. unterscheiden sich jetzt auffallend von den wilden Guaraunos am Orinoco. besonders die eingeborenen. Das Wort Guayqueries verdankt.740 Einwohner. daß Cumana bereits um ein Drittheil volkreicher seyn sollte als Vera Cruz.000 Seelen. Vergleicht man die jährlichen Taufregister. ein gewandtes. die in nationalökonomischen Untersuchungen wenig Bescheid wissen. schweren Holz der Macanapalme und antworteten: Guaike. auf 20. indem sie einen mit einer sehr feinen Spitze versehenen. 115 .000 Einwohner. welche die Regierung hatte zusammenstellen lassen. Don Manuel Navarete. weil sie in völliger Verwahrlosung aufwachsen und die üble Gewohnheit haben. Eine im Jahr 1792 vorgenommene Zählung ergab für die Stadt Cumana. Es waren mir verschiedene Notizen über die statistischen Verhältnisse des Landes zu Hand. so läßt sich bezweifeln. Die Weiber sind allerdings sehr fruchtbar.Margarita keinen Eingeborenen vom Stamme mehr. so macht sich von 1792 bis 1800 nur eine geringe Zunahme bemerklich. auf deren Nordküste noch jetzt der am höchsten stehende Theil dieser Nation wohnt. und nimmt man an. Die Zahl der Geburten beträgt im Durchschnitt 520 bis 600. der etwas anderes spreche als castilianisch. Sie fragten sie in haytischer Sprache. und zwar nicht auf dem Land.000. Die Bevölkerung von Cumana ist in der neuesten Zeit viel zu hoch angegeben worden. Im Jahre 1800 schätzten sie Ansiedler. Es läßt sich auch leicht darthun. wie langsam die Bevölkerung in Terra Firma zunimmt. wie sie hießen: die Indianer aber meinten. daß im Jahr 1802 die Bevölkerung kaum über 18. die Fremden erkundigten sich nach den Harpunen aus dem harten.

Im übrigen ist die Ebene theils kahl. aber diese Manglares sind nicht groß genug. Talinum cumanense und Portulaca lanuginosa. deren in Südamerika so viele vorkommen. sondern in porösen Thongefäßen von Maniquarez aufbewahrt. Barcelona und Venezuela ausgezeichnet. Vermuthlich wird sich die indianische Vorstadt allmählich bis zum Landungsplatz ausdehnen. eine strauchartige Mimose mit sehr reizbaren Blättern. den Tamarindenbäume.] besetzt. als die Häuser. Talinum cuspidatum. daß sich die Wiederkäuer Europas vollkommen an das heißeste Klima gewöhnen. Der Boden bietet hier gute Weide.so käme auf dreiundvierzig Köpfe nur Eine Geburt. Dem Strande zu ist die Hitze etwas weniger drückend als in der Altstadt. höchstens 340 Toisen lang ist. aus Rohr erbaut. die sich an die Felsen und Hügel am rechten Ufer des Manzanares lehnen. wo für die Alppflanzen die Temperatur in keiner Jahreszeit hoch genug ist und sie daher weniger aromatisch sind als auf den Pyrenäen. um der Salubrität der Luft in Cumana Eintrag zu thun. in der heißen Zone geben die Kühe keine sehr fette Milch. Bombax und andere durch ihr Laub und ihre Blüthen ausgezeichnete Gewächse beschatten. Die Milchwirthschaft ist in den Provinzen Neuandalusien. liegen zerstreut zwischen den Baumgruppen. während sich die Geburten zur Gesammtbevölkerung in Frankreich wie 28 zu 100 und in den tropischen Strichen von Mexico wie 17 zu 100 verhalten. Antonio die Temperatur der Luft ungemein hoch steigt. Geht man zur indischen Vorstadt hinaus und am Fluß gegen Süd hinauf. wo wegen des Zurückprallens der Sonnenstrahlen vom Kalkboden und der Nähe des Berges St. besonders aber Cassien. Den Einwohnern Cumanas ist die Kühlung durch den Seewind lieber als der Blick ins Grüne. Gomphrena myrtifolia. Unter diesen krautartigen Gewächsen erheben sich da und dort die Avicennia tomentosa. die ein Gewebe aus sehr dichten Holzfasern ist. Bei der Mündung des kleinen Flusses Santa Catalina ist der Saum des Ufers mit sogenannten Wurzelträgern [ Rhizophora Mangle. und so kennen sie fast keinen andern Spaziergang als den großen 116 . da die Fläche. theils bedeckt mit Büschen von Sesubium portulacastrum. wie man glaubt. Gomphrena flava. der Boden ist Thon und damit. auf den Bergen Estremaduras und Griechenlands. den heftigen Stößen der Erdbeben weniger ausgesetzt. die Scoparia dulcus. und Melkereien. aber der Aufenthalt in Cumana. Brasilienholzbäume. so kommt man zuerst an ein Cactusgebüsch und dann an einen wunderschönen Platz. daß wir auf unsern Reisen mehr als dreißig neue Arten zusammengebracht haben. auf der noch keine Häuser oder Hütten stehen. In der Vorstadt der Guayqueries haben die Seewinde freien Zutritt. wenn man nicht in der Frucht des Flaschenkürbisbaums. wenn sie nur Wasser und gutes Futter finden. In Folge eines in nördlichen Ländern herrschenden Vorurtheils habe ich geglaubt. und häufig ist die Butter auf den Ebenen der heißen Zone besser als auf dem Rücken der Anden. Die Milch bleibt frisch. besonders aber die Reise über die weiten mit Gräsern und krautartigen Mimosen bewachsenen Ebenen von Calabozo haben mich belehrt.

den die Couriere von Caracas einschlagen. Die Gase. Ich habe indianische Kinder vom Stamme der Chaymas achtzehn Zoll lange und sieben Linien breite [40 cm lange und 15 mm breite] Scolopender oder Tausendfüße aus dem Boden ziehen und verzehren sehen. wie der Gipfel des Mawna-Roa auf den Sandwichinseln. sich umwandeln oder zersetzen.oder Trappformation enthalten möchte. Der Gipfel des Bergs ist fast ganz kahl und abgeplattet. man möchte sagen mit dem Leben verschwenderischer. über die Bergkette zu kommen waren fruchtlos. die das völlig unbewohnte Land untersuchen und einen geraden Weg nach NeuBarcelona über den Gipfel der Mesa eröffnen sollten. aber alle Bemühungen. Mexico und Peru sieht man selten einen Eingeborenen einen Baum pflanzen allein in der Absicht. Linné]. wo wir wohnten. nimmt sich hinter dem Brito und dem Tetaraqual höchst malerisch aus. die den Brigantin umgeben. den Vipern und Klapperschlangen. Glieder der Basalt. die das Vehikel dieses Aromas sind. es ist eine senkrechte Wand. dem Jaguar. Die Castilianer. die Veränderungen in der irdischen Refraction mit den meteorologischen Veränderungen in der irdischen Refraction zu vergleichen. diente sie mir lange dazu. oder. ein Tisch. scheinen sich nur in dem Maaße zu entwickeln. von denen eben die Rede war. und mit Ausnahme der Umgegend der großen Hauptstädte weiß man in diesen Ländern so gut wie nichts von Alleen. während in Cumana sechs bis acht Monate lang kein Tropfen fällt. Da diese Gruppe im Hause. um mich des bezeichnenderen Ausdruckes der spanischen Schiffer zu bedienen. der die Reste zahlloser Reptilien. Wo man den Boden aufgräbt. Diese eigenthümliche Bildung und die symmetrische Lage einiger Kegel. von den Sonnenstrahlen erhitzte Boden verbreitet jenen Bisamgeruch. dem Krokodil. Galinazogeier [ Vultur aura. Man vermuthete mit Recht. brachten mich anfänglich auf die Vermuthung. das dem Inneren eines Schiffes gleicht. haben ihre Sitten und ihre Vorurtheile in die Colonien mitgenommen. Der durchnäßte. dem Cabiaï [ Cavia capybara. sie seyen im allgemeinen keine Freunde von Bäumen und Vogelgesang. besonders bei Sonnenaufgang. Der Statthalter von Cumana hatte im Jahr 1797 muthige Männer ausgeschickt. dieser Weg werde kürzer und für die Gesundheit der Reisenden nicht so gefährlich seyn als der längs der Küste. als der Boden. den kleinen Arten von Tigerkatzen. die wechselnd sich entwickeln. Die dürre Ebene von Cumana zeigt nach starken Regengüssen eine merkwürdige Erscheinung. denen man nachsagt. muß man staunen über die Massen organischer Stoffe. Würmer und Insekten enthält. Sein Name rührt her von der Gestalt eines sehr tiefen Thals an seinem nördlichen Abhang. Linné]. In 117 . der sogenannte Brigantin. der in der heißen Zone Thieren der verschiedensten Klassen gemein ist. Die Gewitter bilden sich mitten in dieser Cordillere. Am Strande und bei den Melkereien. Die Natur scheint in diesen Himmelsstrichen kraftvoller. eine mesa. nur unter einem Winkel von drei Grad erscheint. und man sieht von weitem. Der höchste Gipfel der Bergkette. die ganz aus Kalkstein besteht.Strand. hat man. sich mit Wasser schwängert. daß diese Berggruppe. In Terra Firma. wie die dicken Wolken sich in starken Regen auflösen. eine sehr schöne Aussicht auf die Gruppe hoher Kalkberge. fruchtbarer. sich Schatten zu schaffen.

hat man sich. So besuchten wir jeden Abend eine Zirkel sehr achtungswerter Personen in der Vorstadt der Guaykari. in einem Striche der Savanen (Llanos). das die aragonesischen Mönche für alte entkräftete Missionäre. sind bei hellem Wetter auf 50 Meilen nicht mehr sichtbar. die sonst in der Gegend sehr selten sind. beim ersten Ipure ein Wehr bauen zu lassen. 118 . hat man Schöpfräder. Amana und Guanipa bekannt ist und beim indianischen Dorfe San Fernando die Gewässer des Rio Juanillo aufnimmt. den Vorschlag gemacht. sobald Feuchtigkeit zu der herrschenden Hitze hinzukommt. Die Landleute. denn der Boden ist trotz seiner scheinbaren Dürre ausnehmend fruchtbar. ist eine unschätzbare Wohltat in einem Lande. aus der Familie der Ananas. mehrere Male des Tages zu baden. Die Kinder bringen sozusagen einen Teil ihres Lebens im Wasser zu. selbst die weiblichen Glieder der reichsten Familien. während der Thermometer der Luft auf 30–33° steht. der unter dem Namen der Plateaus von Jonoro. einem höchst angenehmen Landhaus. so hätten diese Berge etwa 620 Toisen absoluter Höhe. deren Geruch und deren kühles Laub die Klapperschlangen hieher ziehen. die Berge von Carmathen und Landsdown. Ceiba und anderen Bäumen von riesenhaftem Wuchs beschattet. heißt eine von einem Garten umgebene Hütte. Gegen Ost werden die Waldbäume immer kräftiger und man sieht hier und da einen Affen [Der gemeine Machi oder Heulaffe.] aus.diesen Ländern Amerikas. alle Einwohner.] wegen der vielen Pflanzungen. wie in Neuholland38 im Westen von Sidney. von Mimosen. Erythrina. Da stellte man bei 38 Die blauen Berge in Neuholland. Er entspringt.]. Ein Fluß. Durch das von den Gebirgen im Innern und dem südlichen Abhang des Cerro de San Antonio gebildete Längenthal fließt der Manzanares. verdorben Chara. welche die Einwohner seit einigen Jahren den Fluß entlang versucht haben. der unter seiner prächtigen Brücke noch schmäler erscheint. wenn man morgens einander begegnet. Zu den Füßen der Capparis. Nimmt man den Höhenwinkel zu einem halben Grad an. können schwimmen. nichts Wichtigeres zu fragen. durch Maulthiere getriebene Pumpen und andere sehr unvollkommene Wasserwerke angelegt. dessen Temperatur zur Zeit des Hochwassers auf 22° fällt. sollten nach und nach die Auslagen für die Schleuße ersetzen. Bauhinien und des Zygophyllum mit goldgelben Blüthen breitet sich ein Teppich vom Bromelien [Chihuchihue. die ihres Amtes nicht mehr walten können. als ob der Fluß heute kühler sey als gestern. Man hat der Regierung öfter. Bis das Projekt in Ausführung kommt. Der Manzanares hat sehr klares Wasser und zum Glück nichts mit dem Madrider Manzanares gemein. Ein schmaler Pfad führt vom Hügel von San Francisco durch den Forst zum Kapuzinerhospiz. er heißt die Ebene der Charas. aber immer vergeblich. gebaut haben. Man hat verschiedene Bademethoden. Die Ufer des Manzanares sind sehr freundlich. die im Allgemeinen in Cumana nicht wohlhabend sind. bietet nicht sowohl die Höhe der Cordilleren als die Gestaltung des Gesteins schwer zu besiegende Hindernisse. [ Chacra. In der ganzen Umgegend von Cumana ist dieß der einzige ganz bewaldete Landstrich. wie alle Flüsse Neuandalusiens. um die Ebene der Charas künstlich zu bewässern. wo das ganze Jahr eine furchtbare Hitze herrscht und man den Trieb hat. und in einem Lande. wo der Mensch dem Naturstande noch so nahe ist.

3 m] lang. die jetzt sehr selten sind und den Menschen nahe kommen. vom starken Regenfall in den benachbarten Distrikten. tonigen und salzhaltigen Boden zusamen. weiße Schloßberg San Antonio wirft zugleich eine große Masse Licht und strahlender Wärme zurück. Einige Vögel von bedeutender Größe tragen zur 119 . Der Große Ozean an der Küste von Peru kann nicht stiller und ruhiger seyn als das Meer der Antillen von Portocabello an.schönem Mondschein Stühle ins Wasser. Männer und Frauen waren leicht bekleidet. In weiter Ferne gegen Süden streicht dunkel ein mächtiger Gebirgszug hin. wir haben nie eines im Manzanares gesehen. die Bevölkerung von europäischer und gemischter Abkunft von den kupferfarbenen Eingeborenen trennt. staubig und dürr. Die einzige Gefahr im Hafen von Cumana ist eine Untiefe. kahle. bietet vortrefflichen Ankergrund. erscheint es mir als zweckmäßig. Dies sind die hohen Kalkalpen von Neuandalusien.und Dattelstämme erheben sich über die Häuser mit platten Dächern. Durch die Bavas oder kleinen Krokodile. wo man in Schaluppen ohne Verdeck das Meer befährt. Ich habe die Lage von Cumana etwas ausführlich beschrieben. besonders aber vom Luxus. den die Damen in Cumana den Damen in Caracas und Havana zum Vorwurf machen. er besteht aus Breccien. Ehe wir von diesen außerordentlichen Erscheinungen sprechen. der die Stadt von den Vorstädten. auf dem Cumana liegt. Der freistehende. ehe man sie gewahr wird. wohl aber Delphine. die seit Jahrhunderten der Herd der fruchtbarsten Erdbeben war. ließ sich die Gesellschaft durchaus nicht stören. nur einige Tamarinden-. rauchten Cigarren dazu und unterhielten sich nach Landessitte von der ungemeinen Trockenheit der Jahreszeit. wogegen ein frischer. und die Familie und die Fremden blieben ein paar Stunden im Flusse sitzen. Von den Stürmen bei den Antillischen Inseln spürt man nie etwas in diesem Strich. Kokosnuß. eine Gegend kennenzulernen. die von West nach Ost 900 Toisen [1750 m] lang ist und so steil abfällt. ohne anzugreifen. Die Stadt liegt am Fuße eines kahlen Hügels und wird von einem Schlosse beherrscht. welche die Flotten von ganz Europa aufnehmen könnte. Der Hafen von Cumana ist eine Reede. wie in manchen Bädern des nördlichen Europas. weil es mir wichtig schien. Der ganze Meerbusen von Cariaco. Baxo del Morro roxo. wenn sie durch ihre Luftlöcher Wasser spritzen. namentlich aber vom Vorgebirge Codera bis zur Landspitze von Paria. Diese Tiere sind drei bis vier Fuß [1 bis 1. der sechsunddreißig Semeilen [67 km] lang und sechs bis acht [11 bis 15 km] breit ist. die verschiedenen Züge des von mir entworfenen Naturbildes zusammenzufassen. Majestätische Wälder bedecken diese Kordillere im innern Land und hängen durch ein bewaldetes Tal mit dem nackten. wo dem Kalk Sandsteine und andere neuere Bildungen aufgelagert sind. keine Kuppel fällt von weitem dem Reisenden ins Auge. daß man dicht dabei ist. besonders dem Meere zu ist trübselig. deren Schichten versteinerte Seetiere einschließen. Kein Glockenturm. die zuweilen bei Nacht im Flusse heraufkommen und die Badenden erschrecken. Die Ebene ringsum. kräftiger Pflanzenwuchs von weitem den geschlängelten Lauf des Flusses bezeichnet.

der Küstenstrich von NeuAndalusien und der von Peru gemein haben. Auf dem neuen Continent unterscheiden sich die Niederungen an der See von den Gebirgsländern im Innern so scharf. auf der baumlosen Halbinsel und der Ebene von Cumana. wie am Fuße der Anden. trennt die sekundären Gebirgsbildungen vom primitiven Schiefergebirge der Halbinsel Araya. mit Asphalt vermischt. Zugleich bildete sich eine ungeheure Spalte in den Bergen von Cariaco. rastlos beschäftigt. Am Ende des sechzehnten Jahrhunderts waren die Erdbeben sehr häufig. sehr plumpen Vögeln. und wie erzählt wird. am Ufer des Meerbusens dieses Namens. die gleich den Schwänen mit gehobenen Flügeln über das Wasser gleiten. Es ist eine an der Küste von Cumana und auf der Insel Margarita sehr verbreitete Meinung. überschwemmte das Meer öfter den Strand und stieg 15–20 Toisen [30–39 m] 120 . tote Tiere zu suchen. sprachen die Eingeborenen bei der dritten Reise des Christoph Kolumbus davon wie von einem ziemlich neuen Ereignis. Ein reiner. Die Erinnerung an diese gewaltige Umwälzung hatte sich unter den Indianern bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts erhalten. Beide Küsten werden von einem ruhigen. So zeigen denn an diesen Küsten. Himmel und Erde scharfe Gegensätze von Heiterkeit und Bewölkung. wie oben angedeutet. Diese Angaben werden um so mehr Interesse haben. blauen. wurde gänzlich zerstört. Näher bei den Wohnstätten der Menschen sind Tausende von Galinazogeiern. trockener Himmel. kommt nun noch. Das Meer stürzte über das Land her. die vor kurzem eingestürzten Gebäude wieder aufzurichten. von Trockenheit und gewaltigen Wassergüssen. sich zusammenziehen und in fruchtbaren Regengüssen sich entladen sieht. eben war man daran. Zu den Zügen. daß der Meerbusen von Cariaco sich infolge der Zertrümmerung des Landes und eines gleichzeitigen Einbruches des Meeres gebildet habe. das Jakob Castellon bei Neutoledo gebaut hatte. sprang aus dem Glimmerschiefer hervor. und nach den Ueberlieferungen. von völliger Kahlheit und ewig neu sprossendem Grün. welche. und eine gewaltige Masse Salzwasser. Wir selbst haben in Cumana sehr starke Erdstöße gespürt. während man zwischen den Berggipfeln im Inneren Gewitter sich bilden. an dem nur bei Sonnenaufgaug leichtes Gewölk aufzieht. da die Erdbeben bisher weniger aus physischem und geologischem Gesichtspunkt. die sich in Cumana erhalten haben. und das kleine Fort. Dezember 1797 genau zu erkundigen. wahre Chakals unter dem Gefieder. Am Gestade und am Meerbusen sieht man Scharen von Fischreihern und Alcatras. Ein Meerbusen. Im Jahre 1530 wurden die Bewohner der Küsten von Paria und Cumana durch neue Erdstöße erschreckt. auf dessen Grunde heiße Quellen vorkommen.eigentümlichen Physiognomie des Landes bei. als vielmehr nur wegen ihrer schrecklichen Folgen für die Bevölkerung und für das allgemeine Wohl ins Auge gefaßt worden sind. uns an Ort und Stelle über die Vorgänge bei der furchtbaren Katastrophe vom 14. daß die Erdbeben dort wie hier gleich häufig sind. wie die Ebenen Unterägyptens von den hochgelegenen Plateaus Abyssiniens. und so hatten wir Gelegenheit. und daß die Natur für diese Erscheinungen beidemal dieselben Grenzen einzuhalten scheint. beständig vom selben Winde leicht bewegten Meere bespült. ruht auf der See.

als sich die Erdbeben nur noch alle Monate wiederholten. das zum Teil auf dem Anhang desselben liegt. glich. wann diese frühen Erdbeben stattgefunden haben. erst am Unglückstage des 14. die man auch im Königreich Quito unmittelbar nach der großen Katastrophe vom 4. Man weiß nur. weil sie überall von warmen Quellen unterhöhlt zu seyn scheint. Man glaubt sogar. feierten nach einen uralten Aberglauben durch festlichen Tanz den Untergang der Welt und ihre bevorstehende Wiedergeburt. Oktober 1766 die Stadt Cumana von Grund aus zerstört wurde. daß ein blinder Lärm durch einen Einge121 . die an solche Vorfälle gewöhnt sind. auf dem jetzt das kleine Kloster San Francisco steht. zwei Meilen östlich von Cumana hinzieht. wie sie zuweilen auch auf den Inseln des Grünen Vorgebirges beobachtet wird. die sich gegen Casanay. infolge dieser häufigen Ueberschwemmungen habe man das an den Berg gelehnte Stadtviertel angelegt. Februar 1797 beobachtet hat. Ueber vier Fünftheile der Stadt wurden damals völlig zerstört. entgeht solches nicht. hohler Boden. nur wenige das Leben verloren. die Stöße bloße wagerechte wellenförmige Bewegungen. Während der Jahre 1766 und 1767 lagerten die Einwohner von Cumana in den Straßen und begannen mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser erst. deren leichten Hütten die stärksten Erdstöße nichts anhaben. tembla! [Erbarmen! sie (die Erde) bebt! sie bebt!] und es kommt selten vor. und die Indianer. Da es keine Chronik von Cumana gibt. die verheerendsten Erdbeben werden durch ganz schmale Schwingungen des Bodens und durch ein Sausen angekündigt. Hier auf der Küste traten damals dieselben Erscheinungen ein. An verschiedenen Orten der Provinz tat sich die Erde auf und spie nach Schwefel riechendes Wasser aus. die über 150 Jahre hinaufreicht. Während sich der Boden beständig wellenförmig bewegte. wie bei einem andern sehr merkwürdigen im Jahr 1794. so daß die meisten Bewohner sich auf die Straße flüchten konnten. der von einem starken unterirdischen Getöse begleitet war. als wollte sich die Luft im Wasser auflösen. Diese Ausbrüche waren besonders häufig auf einer Ebene. Nach der Ueberlieferung waren beim Erdbeben von 1766. Durch ungeheure Regengüsse schwollen die Flüsse an. Zum Glück ging dem heftigen Stoß eine leichte wellenförmige Bewegung voraus. und da sich wegen der beständigen Verheerungen der Termiten oder weißen Ameisen in den Archiven keine Urkunde befindet. Man glaubt in Cumana allgemein. Dezember 1797 spürte man in Cumana zum erstenmal eine hebende Bewegung von unten nach oben. und Leuten. das Jahr war ausnehmend fruchtbar. und von denen. daß näher unserer Zeit das Jahr 1766 für die Ansiedler das entsetzlichste und zugleich für die Naturgeschichte des Landes merkwürdigste gewesen ist. und die unter dem Namen terra de hueca. die eben in den Kirchen waren. der Explosion einer in großer Tiefe angelegten Mine. In diesem verhängnisvollen Augenblicke hört man überall den Ruf: Misericordia! tembla. war es. Seit fünfzehn Monaten hatte eine Trockenheit geherrscht. als am 21. In wenigen Minuten stürzten sämtliche Häuser zusammen.hoch an. Die Einwohner flüchteten sich auf den Cerro de San Antonio und auf den Hügel. so weiß man nicht genau. bekannt ist. Das Gedächtnis dieses Tages wird alljährlich mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Prozession begangen. und der Stoß. wie in Riobamba.

Die Aengstlichen achten auf das Benehmen der Hunde. auf ihre Organe wirken. läßt sich nicht läugnen. betheiligtwe. wurde ein Fall beobachtet. der mit diesen Erscheinungen zusammenhängt und der schon öfters vorgekommen war. daß letztere in nicht vulkanischen Ländern so auffallende Erscheinung in den aus Alpenkalk bestehenden Gebirgen bei Cumanacao. Pedro de Ursua. In diesen Savanen steigen Feuergarben zu bedeutender Höhe auf. Als ich mich in Peru aufhielt. Dem Plane dieses Werkes entsprechend 39 Wenn das Volk in Cumana und auf der Insel Margarita von el tirano spricht. Das Volk. Am selben Orte war das unterirdische Getöse. er ob etwa Gase. und im Rio Guarapiche beim Dorfe Maturin entstand eine Klippe. Wir lassen es dahingestellt. Dieses Feuer. Ziegen und Schweine. sey keinerlei Spale darin zu bemerken. das von Südost nach Südwest fortzurollen schien. es brach eine Viehseuche aus und viele Stücke scheinen durch die bösen Dünste.« Lopez d’Aguirre soll nämlich. der im Jahr 1560 sich am Aufstand Fernandos de Guzman gegen den Statthalter von Omegua und Dorado. am stärksten. untersuche. da übrigens hier zu Land nicht so abergläubisch ist als in Spanien. im Thale des Rio Bordones. auf der Insel Margarita und mitten in dn Savanen oder LLanos von Neu-Andalusien ziemlich häufig ist. Dezember 1797 am Klosterberg von San Francisco einen starken Schwefelgeruch. ob sie das unterirdische Getöse zuerst hören. Die Punta Delgada an der Westküste des Meerbusens von Cariaco wurde damals bedeutend größer. in dem Lande umgehen. Die letzteren. wahrscheinlich weil die Säule des sich entbindenden Gases mit Stickstoff und Kohlensäure vermengt ist und nicht bis zum Boden herab brennt. das an die Wasserstoffquellen oder Salse in Modena und an die Irrlichter unserer Sümpfe erinnert. Ähnliche Hebungen sind bei der völligen Zerstörung Cumanas im Jahr 1766 bobachtet worden.borenen veranlaßt wird. nicht weiter. Wir werden in der Folge sehen. die der Erde entsteigen. beim Hospiz der Kapuziner und im Meerbusen von Cariaco bei Mariguitar Flammen aus dem Boden schlagen. wobei ohne Zweifel der Boden des Flusses durch elastische Flüssigkeiten zerrissen und emporgehoben wurde. betäubt oder erstickt worden zu seyn. und sich nachher selbst traidor. die der Boden ausstieß. und man versichert. zündet das Gras nicht an. Daß letzteres möglich ist. die einen ausnehmend scharfen Geruch haben und gewöhnt sind im Boden zu wühlen. Nach starken Erdstößen wurde das Gras af den Savanen von Tucuman ungesund. man kann sie Stunden lang an den dürrsten Orten beobachten. weil sie näher am Boden sind. das er mit seinen Verbrechen befleckt.39 Durch das große Erdbeben von 1797 ist die Untiefe an der Mündung des Rio Bordones in ihrem Umriß verändert worden. wenn man den Boden. so ist immer der schändliche Lopez d’Aguirre gemeint. nannte. verkünden die Nähe der Gefahr durch Unruhe und Geschrei. welche die verschiedenen Erdbeben in Cumana hervorgebracht. dem der brennbare Stoff entströmt. 122 . von Gewisensbissen gefoltert. nennt diese röthlichen Flammen seltsamerweise »die Seele des Tyrannen Aguirre. Zugleich sah man am Ufer des Manzanares. Wir verfolgen die lokalen Veränderungen. Verräther. In Cumana spürte man eine halbe Stunde vor der großen Katastrophe am 14.

so gut bei starkem Wind als bei drückend schwüler stiller Luft eintreten können. die nach einer langen Reihe kleiner Stöße eintreten. Man nimmt allgemein an. will es mir scheinen. natur. Nach einer uralten. was mit diesen schrecklichen und zugleich so schwer zu erklärenden Vorgängen zusammenhängt. so zeigt sich. so müssen wir wenigstens versuchen. gleich schreckliche gefolgt. die jedesmal durch die gänzliche Zerstörung der Stadt bezeichnet werden. an der Küste und in 4870 m Höhe erlebt. am 31. Seneca. Die großen Erdbeben. Lib. unverkennbar mit einer gewissen Regelmäßigkeit eintreten. die nicht bauen wollen. auf dem Festland und in Meeresbecken. Nach den vielen Erdbeben. acht Grad über dem Horizont mit einem röthlichen Duft überzieht. auch in Cumana. Wenn Naturforscher. c. daß er sein Hauptaugenmerk auf Vulkane und Erdbeben gerichtet haben werde. wo sich neue Gebäude auf den Trümmern der alten erhoben. der das spanische Amerika bereist hat. wenn man unter jedem Punkt des Erdballes. die Gesetze derselben kennen zu lernen und durch Vergleichung zahlreicher Thatsachen das Gemeinsame und immer Wiederkehrende vom Veränderlichen und Zufälligen zu unterscheiden. Man hat sie nach achtzig. unsere Kenntniß von den Gletschern und dem Nordlicht erweitern. nach hundert und manchmal nach nicht dreißig Jahren sich wiederholen sehen. ist auch vom besten Einfluß auf die öffentliche Ruhe und die Erhaltung des Gewerbefleißes. Daß die Einwohner selbst an einen solchen Typus glauben. wo Erdbeben im Verhält123 . aber dieser Schluß ist nur dann richtig. äußern. und wenn wi nicht hoffen dürfen. als ob die Schwingungen des Bodens und der vorgehende Zustand der Luft im allgemeinen nicht viel miteinander zu tun hätten. einen besonderen Herd annimmt. während an der Küste von Peru. B. An der Küste von Neu-Andalusien wird man ängstlioch. Diese Vorzeichen sind indessen sehr unsicher und wenn man sich nachher alle Vorgänge im Luftkreis zur Zeit der stärksten Erschütterungen vergegenwärtigt. dass heftige Stöße so gut bei feuchtem als bei trockenem Wetter. die Epochen. Jeder Strich des Erdballs liefert der Forschung eigenthümliche Stoffe.. wenn bei großer Hitze und nach langer Trockenheit der Seewind auf einmal aufhört und der im Zenith reine wolkenlose Himmel sich bis zu sechs. die ich nördlich vom Aequator. z. die Ursachen der Naturerscheinungen zu ergründen. 12. VI. daß es ziemlich lange Zeit braucht. so doch auf eine längere Reihe von Jahren erstreckt. bis dieselben Ursachen wieder mit derselben Gewalt wirken können.suchen wir vielmehr die Ideen unter allgemeine Gesichtspunkte zu bringen und alles. so läßt sich von Einem.] stehen die Erdbeben und der Zustand der Luft vor dem Eintreten derselben sichtbar in Zusammenhang. erwarten. auf die Zerstörung Lissabons am ersten November 1755 sey bald eine zweite. wo nicht auf ein größeres Stück der Erdoberfläche. scheinen in Cumana nichts Periodisches zu haben. deren Erfahrung sich. II. März 1761. in Lima. hört man Leute. Meteorologica. In europäischen Ländern dagegen. Ueberall. wenn man die Erdstöße als lokale Erscheinungen auffaßt. in Einen Rahmen zusammenzufassen. welche die Schweizer Alpen oder die Küsten Lapplands besuchen. Acapulco und Lima sehr verbreiteten Meinung [ Ariostoteles. der großen Erschütterungen ausgesetzt ist. Dieser Ansicht sind auch viele gebildete Männer in den spanischen Kolonien. Quaest. Lib.

der den Luftdruck vermindert.niß zu Amerika selten vorkommen. sah man während des furchtbaren Erdbebens vom 1. wenn wirklich Gase und Dämpfe ausströmen. je lauter das unterirdische Getöse war. In die Atmosphäre ausströmende elastische Flüssigkeiten können lokal auf den Barometer wirken. da es fast unmöglich ist. wahrscheinlich ein aufsteigender Strom bildet. als während derselben und hernach stattfindet. in nahe Beziehung zu bringen. daß in weiter Ferne von den Schlünden tätiger Vulkane der durch Erdstöße geborstene und erschütterte Boden zuweilen Gase in die Luft ausströmen läßt. als man auf St. als die Vorläufer der Erdstöße an. In Riobamba bricht eine brennbare Schlammasse. November 1755 Flammen und eine dicke Rauchsäule aus der Felswand bei Alvidras und nach einigen Augenzeugen aus dem Meere selbst hervorbrechen. aus Spalten. So glaubt man in Italien an einen Zusammenhang zwischen dem Sirocco und Erdbeben. die im Verhältnis zur ganzen Luftmasse sehr unbedeutend ist. Ich bin geneigt. auf diesen Umstand sind die Physiker umso mehr aufmerksam zu machen. sobald ein großer Ausbruch erfolgt.]. das zufällig zur selben Zeit erscheint. daß bei den meisten Erdbeben der erschütterte Boden nichts von sich gibt. Ich habe mich in Cumana. die Schwankungen im Luftdruck zu beobachten. Sieben Meilen [31 km] von Lissabon. Moya genannt. An den Tagen. Wie schon oben angeführt. so muß man sich begnügen. wo die Erde durch starke Stöße erschüttert wird. weil er wenige Minuten vor der Katastrophe zufällig auf seinen Barometer gesehen und bemerkt habe. daß das Quecksilber auffallend stark falle. und in London sah man das häufige Vorkommen von Sternschnuppen und jene Südlichter. Ich weiß nicht. freilich nicht durch ihre Masse. und daß. während der Stöße selbst. das die Stöße begleitete. Domingo in der Stadt Cap Français unmittelbar vor dem Erdbeben von 1770 den Wasserbarometer um 2½ Zoll will haben fallen sehen [Dieses Fallen entspricht nur zwei Linien Quecksilber. ob dieser Behauptung Glauben zu schenken ist. Lima und Riobamba hievon überzeugt. Aus diesem letzteren Umstand erklärt sich eine Erschein- 124 . die man im Jahr 1748 bis zum Jahr 1756 spürte. sondern weil sich. An anderen Orten spie ebendaselbst der Boden Wasser und Erdpech aus. bei Colares. dieß weit nicht so oft vor den Stößen. So erzählt man auch bei der Zerstörung von Oran habe sich ein Apotheker mit seiner Familie gerettet. die Schwingungen des Bodens und irgend ein Meteor. und türmt sich zu ansehnlichen Hügeln auf. sind sie Physiker geneigt. so wirken vielleicht die Erdbeben nicht gleichmäßig auf die us umgebende Luft. Im gemäßigten Erdstrich äußern die Nordlichter nicht immer Einfluß auf die Declination der Magnetnadel und die Intensität der magnetischen Kraft. auf den Barometer vor oder nach dem Vorfall zu sehen. Der Rauch dauerte mehrere Tage und wurde desto stärker. Es ist schwerlich in Zweifel zu ziehen. die seitdem von Dalton öfters beobachtet worden sind. die sich wieder schließen. anuzunehmen. brachen in Cumana aus dem trockensten Boden Flammen und mit schweflichter Säure vermischte Dämpfe hervor. zeigt sich unter den Tropen keine Störung in der regelmäßigen stündlichen Schwankung des Barometers.

Domingo. wo es sehr viele Höhlen. Noch gegenwärtig glaubt man in der Hauptstadt von St. wo. Quaest. Eine dritte Classe dieser Erscheinungen. enthalten eine ungeheure Masse Schwefel und andere brennbare Stoffe. Das unterirdische Getöse. So glaubt man in Cumana. auf dem das Kloster San Francisco liegt. In allen den Erdbeben ausgesetzten Ländern sieht man als die Veranlassung und den Herd der Erdstöße den Punkt an. c. Für die Annahme. was in unserer Zeit über die Wirkung elastischer. wenn sie den Reisenden die Guaicos oder Höhlen am Pichincha zeigen. scheint das furchtbare Getöse zu sprechen. und die merkwürdigste von allen ist das Monate lang fortwährende unterirdische Donnerrollen. mit der sich die Schwingungen auf große Entfernung. VI. einen Donner wie vom Feuer einer Batterie gehört hat. das man während der Erdstöße auf der Ebene der Charas am Rande der Brunnen vernimmt. den Keim alles dessen enthält. den die Erdbeben im tropischen Amerika auf das Klima und den Eintritt der nassen und der trockenen Jahreszeit äußern. Zuweilen werden Wasser und Sand über 6. crebis ad eluviem cuniculus cavata (Plin. Aehnliche Erscheinungen entgingen schon dem Scharfsinn der Alten nicht. die in den Ländern Griechenlands und Kleinasiens wohnten. warum so selten ein auffallender meteorologischer Vorgang als Vorbote dieser großen Umwälzungen in der Natur erscheint.5 m hoch emporgeschleudert. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit. II. quale et crebi specus praebent: conceptum enim spiritum exhalant.ung. der Schloßberg von San Antonio besonders aber der Hügel. die schwerlich abzuläugnen ist. daß bei den Erdbeben in Cumana elastische Flüssigkeiten durch die Erdoberfläche zu entweichen suchen. der so leicht das Maß seiner Kräfte vergißt. deutlich darauf hinweist. quod in certis notatur oppidis. die Wirkungen am auffallendsten sind. die Wirkungen der Ausbrüche aus der Tiefe mildern zu können meint. durch welche der Mensch. im Inneren des Erdballes eingeschlossener Dämpfe gesagt worden ist. die Seneca von den Erdbeben gibt (Natur. Was ein großer römischer Naturforscher vom Nutzen der Brunnen und Höhlen sagt. Erdspalten und unterirdische Ströme gibt. 125 . c. L. In Cumana geht es denselben immer zuvor. ich meine den räthselhaften Einfluß. nachdem die Stöße längst aufgehört haben. wahrscheinlich in Folge einer eigenthümlichen Anordnung der Gesteinschichten. Man vergißt. so sieht man ein. daß die Geschwindigkeit. 82). daß der Mittelpunkt der Bewegung von der Erdoberfläche sehr weit entfernt ist. Ohne Zweifel aus demselben Grunde sind die Erdbeben nicht an gewisse Gebirgsarten 40 Plinius: In puteis est remedium. daß die Erklärung. während man in Quito und neuerdings in Caracas und auf den Antillen. daß die Brunnen die Kraft der Erdstöße schwächen. Das gleichförmige Walten der Natur erzeugt allerorten dieselben Vorstellungen über die Ursachen der Erdbeben und über die Mittel.40 wiederholen in der Neuen Welt die unwissendsten Indianer in Quito. Wenn die Erde erst im Moment der Erschütterung selbst eine Veränderung in der Luft hervorbringt. ohne daß dabei die geringste Wellenbewegung des Bodens zu spüren wäre. Lib. das bei Erdbeben so häufig vorkommt. quae minus quatiuntur. 4 bis 31). sogar über das Becken des Oceans fortpflanzen. ist meist außer Verhältniß mit der Kraft der Erdstöße.

aber zuweilen werden in derselben Gebirgsart die obenauf gelagerten Schichten zu einem unüberwindlichen Hinderniß für die Fortpflanzung der Bewegung. das Vorhandenseyn der Cordillere von Caracas und die Häufigkeit der Erdbeben an den Ost. die sie empfunden. wenn in Cumana der Boden bebt. In Neu-Andalusien. Die Bewohner dieser Nordküste. So sah man schon in den sächsischen Erzgruben die Bergleute wegen Bebungen. die aus Glimmerschiefer besteht. Würde der Boden an den Küsten deßhalb stärker erschüttert. während man an der Küste von Cumana der tiefsten Ruhe genießt. wie wenig begründet jene Ansicht ist. daß auf dem Festlande wie auf den Inseln die Westund Südküsten den Stößen am meisten ausgesetzt seyen. bauten ihre Hütten auf unerschütterlichem Boden. und doch ist der Meerbusen von Cariaco nur 60–80 Faden tief. sondern alle sind vielmehr gleich geeignet. Dieser Umstand weist. wie in Chili und Peru. wie manche Physiker behaupten. daß die Ursachen der Erdbeben und der vulkanischen Ausbrüche in engem Verbande stehen. Wenn nun auch in den weitentlegensten Ländern die Urgebirge.gebunden. die secundären und die vulkanischen Gebirgsarten an den krampfhaften Zuckungen des Erdballs in gleichem Maße theilnehmen nehmen. wie sie sich schon lange in der Geologie geltend gemacht haben. wurden vor der großen Katastrophe im Jahr 1797 die Erdbeben nur längs der aus Kalk bestehenden Südküste des Meerbusens von Cariaco bis zur Stadt dieses Namens gespürt. das Vorgebirge aus Glimmerschiefer ist seinerseits zum Mittelpunkt von Bewegungen geworden. endlich die Trapp-Porphyre der Provinzen Quito und Popayan. Mit dieser auf die Erfahrung von Jahrhunderten gebauten Sicherheit ist es vorbei: mit dem 14. December 1797 scheinen sich im Innern der Erde neue Verbindungswege geöffnet zu haben. wie wir bald sehen werden. B. während man an der Erdoberfläche nichts davon gespürt hatte. Diese Beobachtung sieht im Zusammenhang mit den Ideen hinsichtlich der Lage der großen Gebirgsketten und der Richtung ihrer steilsten Abhänge. Jetzt empfindet man es in Araya nicht nur. die secundären Kalksteine des Apennins. in Carupano. darauf hin. daß in einem nicht sehr ausgedehnten Landstrich gewisse Gebirgsarten die Fortpflanzung der Stöße hemmen. im Meerbusen von Paria. den Glimmerschiefer der Halbinsel Araya. den Gneis von Caracas. die Bewegung fortzupflanzen. In Cumana z. erschrocken ausfahren.und Nordküsten von Terra Firma. 126 . den Urgebirgsschiefer von Tepecuacuilco in Mexico. Cariaco und Cumana beweisen. nenne ich nur die Granite von Lima und Acapulco. während auf der Halbinsel Araya und im Dorfe Maniquarez der Boden an denselben Bewegungen keinen Theil nahm. An allen diesen Orten wird der Boden häufig durch die heftigsten Stöße erschüttert. gehen die Erdstöße den Küsten nach und nicht weit ins Innere des Landes hinein. so läßt sich doch nicht in Abrede ziehen. Man will beobachtet haben. weil diese die am tiefsten gelegenen Punkte des Landes sind. Um nicht den Kreis meiner eigenen Erfahrung zu überschreiten. Bereits wird zuweilen im Dorfe Maniquarez der Boden stark erschüttert. ein 3000–4000 Toisen breiter Meerbusen lag zwischen ihnen und einer durch die Erdbeben mit Trümmern bedeckten und verwüsteten Ebene. Spaniens und Neu-Andalusiens.

so entdeckt man. Dagegen unterliegt es keinem Zweifel. die Stöße nicht eben so oft und eben so stark zu fühlen? Die Erdbeben in Cumana sind mit denen auf den kleinen Antillen verkettet. er stürzte sich auf die Küste und zerstörte eine Menge Gebäude. Am 11. weil sich der Asphalt. folgte am 14. daß bei den beiden letzten Erdbeben von Lissabonˆ[Am 1. die am 9. Dezember das große Erdbeben von Cumana. November 1755 und 31. ohne Zweifel. sie könnten mit den vulkanischen Erscheinungen in den Kordilleren der Anden in einigem Zusammenhang stehen. stieg das Wasser in der Bucht von Carlisle zwanzig Fuß [6. der im Meerbusen von Cariaco. kaum Spuren gleichzeitiger Tätigkeit.000 Eingeborene unter den Trümmern ihrer Häuser begraben wurden. betrachtet man die Reihe der Ausbrüche des Vesuv und des Aetna genau. daß die Wirkungen großer Erdbeben sich ungleich weiter verbreiten als die Erscheinungen der tätigen Vulkane. Februar 1797 erlitt der Boden der Provinz Quito eine Umwälzung. und starke Bodenschwingungen wurden sowohl auf den Inseln als an den Küsten von Terra Firma gespürt. durch die. als der Vulkan auf Guadeloupe Bimssteine. wo die Flut gewöhnlich nur 24–28 Zoll [640 bis 746 mm] hoch steigt. September. Ein anderer Vulkan der Antillen. wie bei der Insel Trinidad. trotz der sehr schwachen Bevölkerung des Landes. hat seitdem ein neues Beispiel solcher Wechselbeziehungen geliefert. Auf Barbados. März 1761. Barbados und Martinique. Es wurde zugleich »tintenschwarz«. der auf St. in Amerika die Inseln Antiqua. Asche und Wolken von Schwefeldämpfen ausstieß. Die gänzliche Zerstörung der Stadt Caracas erfolgte 34 Tage vor diesem Ausbruch. Diese Erscheinungen weisen darauf hin. so nahe auch diese Berge beieinander liegen. Beim ersteren Erdbeben überschwemmte das Meer in Europa die Küsten von Schweden. glaubte man 127 . daß auf ungeheure Strecken hin unterirdische Verbindungen bestehen. Juni 1586 beim Erdbeben von Lima den Hafen von Callao überschwemmte. in denen Lima und Guatemala völlig zerstört wurden. Vincent. ähnlich wie die achtzig Fuß [56 m] hohe Flutwelle. und man hat sogar vermutet. Zur selben Zeit wurden die Bewohner der östlichen Antillen durch Erdstöße erschreckt. als er im Jahre 1812 wieder auswarf. den man in Lissabon spürte. auf dem Meeresboden häufig vorkommt. die erst nach acht Monaten aufhörten. In Amerika hatte man auf dem Ontariosee seit Oktober 1755 eine starke Aufregung des Wassers beobachtet. Beobachtet man in Italien die Umwälzungen des Erdbodens. Auf diesen Ausbruch vom 29. Man hat längst die Bemerkung gemacht. beobachtet. Auf den Antillen und auf mehreren Schweizer Seen wurde eine auffallende Bewegung des Wassers sechs Stunden vor dem ersten Stoß. England und Spanien. gegen 40. In Cadiz sah man auf acht Meilen [36 km] weit aus der offenen See einen sechzig Fuß [20 m] hohen Wasserberg anrücken. die kaum acht oder zehn Toisen über dem Meeresspiegel liegen. Bei der Zusammenstellung der meist weit auseinanderliegenden Zeitpunkte. in Erdspalten stürzten oder in den plötzlich neu gebildeten Seen ertranken. währenddessen man lange anhaltendes unterirdisches Brüllen hörte. mit dem Wasser vermengt hatte.5 m] hoch.warum wären dann in den Savanen oder Prairien. Er hatte seit 1718 kein Feuer mehr gespieen.

1717. sey zur selben Stunde verschwunden. die im Jahre 1797 seit mehreren Monaten dem Vulkan in der Nähe dieser Stadt entstiegen war. Alles weist darauf hin. Setzt man sich im Inneren eines brennenden Kraters neben die Hügel.] das Meer bis in die Neue Welt hinüber in Aufregung geriet. so erscheint die angebliche Fortpflanzung der Bewegung sehr zweifelhaft. die Betrachtung einer wundervollen Natur und die Berührung mit Menschen von anderer Race auf die Geistesentwicklung in Europa gewirkt haben. 1689. Wir haben dies im Jahre 1805 auf dem Vesuv beobachtet. 17. aus dem übrigens eben nur schweflig saure Dämpfe aufstiegen. daß elastische Flüssigkeiten einen Ausweg suchen. 1716. ohne jeden Augenblick freudig zu staunen. sie erweiterte auch ihre Vorstelluugen von der physischen Beschaffenheit der Länder. die schwarze dicke Rauchsäule. In Pasto hörten wir.und Aschenauswürfe bilden. den schon die Alten erkannten. die über 5400 km von der Küste von Portugal liegt. 10. Ich gestehe.hin und wieder die Bemerkung zu machen. wenn die Erdstöße nicht gleichzeitig sind. Man kann die Beschreibungen der ältesten spanischen Reisenden. 8. wo sechzig Meilen [270 km] gegen Süd die Städte Riobamba. Okt. Der Keim sehr vieler physikalischer Wahrheiten ist in den Schriften des sechzehnten Jahrhunderts niedergelegt. so fühlt man mehrere Sekunden vor jedem einzelnen Ausbruch die Bewegung des Bodens. als ob sich eine Wirkung langsam den Kordilleren entlang geäußert hätte. Juni 1678. 27. Febr. während der Berg glühende Schlacken auswarf: wir waren im Jahre 1802 Zeugen diesselben Vorganges gewesen. 128 . Juni 1578. und dieser Keim hätte Früchte getragen. wäre er nicht durch Fanatismus und Aberglauben erstickt worden. März 1679. Nov. Febr. daß die Erdbeben und die vulkanischen Ausbrüche41 in engem ursächlichen Zusammenhang stehen. von den Spielarten des Menschengeschlechts und von den Wanderungen der Völker. z. Verschiedene Tatsachen weisen darauf hin. von Chile bis zum Meerbusen 41 Dieser ursächliche Zusammenhang. B. beschäftigte die Geister nach der Entdeckung von Amerika wieder sehr lebhaft. wie mächtig der Anblick eines großen Festlandes. Diese Entdeckung vergnügte nicht allein die Neugier der Menschen durch neue Naturprodukte. Sept. bald von Nord nach Süd. 12. 1688. als wir am Rande des ungeheuren Kraters des Pichincha standen. daß das eigentlich Wirksame bei den Erdbeben darin besteht. oder doch kurz nacheinander folgen. An den Küsten der Südsee pflanzt sich diese Wirkung oft fast augenblicklich sechshundert Meilen [2700 km] weit. bei der Insel Barbados. 4. Peru (Breite 12° 6´ Süd) 17. die sich durch die Schlacken. nicht lesen. Ich gebe hier vier dieser auffallenden Zeitpunkte: Mexiko (Breite 13° 32´ Nord) 30. 1577. bald von Süd nach Nord. namentlich die des Jesuiten Acosta. Hambata und Tacunga durch einen ungeheuren Stoß über den Haufen geworfen wurden. um sich in der Luft zu verbreiten.

die von Peru und Terra Firma liefern deutliche Belege für diese Behauptung. daß häufig. wenn das unterirdische Feuer den Porphyrdom des Chimborazo durchbrechen könnte und dieser kolossale Berg sich wieder in einen thätigen Vulkan verwandelte. daß die unterirdischen Meteore so festen Gesetzen unterliegen. je weiter ein Ort von den thätigen Vulkanen abliegt. welche die Erdbeben unter verschiedenen Himmelsstrichen begleiten. und zwar scheinen. die Erscheinungen der Vulkane und Erdbeben als Wirkungen des Galvanismus aufzufassen. mehrere unterrichtete Männer auf den Gedanken. die elektrische Spannung der Luft im Augenblick. um aber diese Erscheinung zu erklären. was sehr merkwürdig ist. die in geradem Widerspruch steht mit allem. der sich bei eigenthümlicher Anordnung ungleichartiger Erdschichten entwickeln soll. so lange nicht Rauch und Feuer aus der Mündung der Vulkane bricht. die als Ursachen der großen Umwälzungen erscheinen. braucht man seine Zuflucht nicht zu einer Hypothese zu nehmen. je weniger die Bodenfläche Oeffnungen hat. wie die Mischung der Gase. die Grafschaft Perigord. in Tiefen.von Guayaquil fort. führten zur Bekräftigung ihrer Ansicht an. wo die halbmetallischen Grundlagen der Kieselerde. wenn im Verlauf einiger Stunden starke Erdstöße auf einander folgen. In Neapel und Messina. Ja im Königreich Quito brachte die große Katastrophe von Riobamba. am Fuß des Cotopaxi und des Tunguragua fürchtet man die Erdbeben nur. merkbar zunimmt. die wir Urgebirge nennen. was bis jetzt über den Bau unseres Planeten und die Anordnung seiner Erdschichten beobachtet worden ist. der Kalkerde. die Küsten von Spanien und Portugal. Wir haben gezeigt. Zu allen Zeiten haben analoge Thatsachen zu denselben Hypothesen geführt. die mit den Höhlungen im Innern in Verbindung stehen. und daß man sie in den Erdbildungen zu suchen hat. Wir haben versucht. seit sich aus der Ebene von Lelante eine Erdspalte gebildet. daß diese Ursachen in ungeheuren Tiefen liegen. die. Fünftes Kapitel Die Halbinsel Araya — Salzsümpfe — Die Trümmer des Schlosses Santiago 129 . die aus Kalk bestehende Kette des Apennins. am Schluß dieses Kapitels die allgemeinen Erscheinungen zusammenzustellen. Wir haben uns aller Betrachtungen über das Wesen der chemischen Agentien enthalten. welche die Erdoberfläche von Zeit zu Zeit erleidet. die unsern Luftkreis bilden. Man hat in neuester Zeit den Versuch gemacht. Es läßt sich nicht läugnen. die Schwingungen des Bodens der Spannung elastischer Flüssigkeiten zuschrieben. daß die Erdbeben auf der Insel Euböa gänzlich aufgehört haben. die Erdstöße desto stärker zu seyn. oxydierten Kruste. von der oben die Rede war. wie wir. wohl gar unter der erdigen. Es ist als würde die Erde desto stärker erschüttert. Es sey hier nur daran erinnert. der Soda und der Pottasche gelagert sind. Die Griechen. Die mit Flötzen von sehr neuer Bildung bedeckten Granitberge Calabriens. daß das unglückliche Land wohl nicht so oft verwüstet würde. wo der Boden am stärksten erschüttert wird.

wo man in Erfahrung gebracht hatte. mit der die Menschen sich mit den Himmelserscheinungen und verschiedenen naturwissenschaftlichen Gegenständen abgeben. Diese drei Werke und der traité d’économie politique von Baron Bielfeld sind die bekanntesten und geachtetsten fremden Bücher im spanischen Amerika von Caracas und Chili bis Guatimala und Nordmexico. wenn sie hörten. wenn man die Uebersetzungen derselben recht oft citiren kann. vier Gruppen aufnahm. obgleich ich in verschiedenen Intervallen drei. Die Neugierde. Wir wurden sehr durch Besuche von der Arbeit abgezogen. wie sie Louis Berthouds Chronometer angab. äußert sich ganz anders bei altcivilisirten Völkern als da. Die Mannigfaltigkeit der Gegenstände. in Lima. in der Umgegend zu botanisieren und die Spuren des Erdbebens vom 14. wo der Himmel beständig rein und klar ist. ließ uns nur schwer den Weg zu geordneten Studien und Beobachtungen finden. so machten dagegen unsere Instrumente die Neugier der Einwohnerschaft rege. die uns zumal in Anspruch nahmen. Dezember 1797 zu beobachten. Dergleichen Auftritte wurden meist desto angreifender. obgleich mir viel daran lag. je verworrener die Begriffe waren. wie sie in Europa nur in früher Jugend auftritt.Die ersten Wochen unseres Aufenthaltes in Cumana verwendeten wir dazu. In beiden Fällen finden sich in den höchsten Ständen viele Personen. welche die Besucher von Astronomie und Physik hatten. kennen zu lernen. sie äußert sich so arglos und naiv. sich zu belehren. Man gilt nur dann für gelehrt. Fernrohre oder elektromotorische Apparate besitzen. aber in den Colonien und bei jungen Völkern ist die Wißbegier keineswegs müßig und vorübergehend. Santa Fe de Bogota und Mexico. Der Zufall wollte. wo die Geistesentwicklung noch geringe Fortschritte gemacht hat. noch der cours de physique von Sigand la Fond. noch das Wörterbuch von Valmont de Bomare befanden. Juli konnte ich eine ordentliche Reihe astronomischer Beobachtungen beginnen. fangen die Namen Haller. Wenn unsere ganze Umgebung den lebhaftesten Reiz für uns hatte. Die 130 . So ging es uns fünf ganze Jahre. unsere Instrumente zu berichtigen. Cavendish und Lavoisier an jene zu verdrängen. daß in einem Lande. so mußte man sich wohl herbeilassen. sondern entspringt aus dem lebendigen Trieb.« nueva filosofia führen. daß sich unter unsern Büchern weder das spectacle de la nature vom Abbé Pluche. mehrere Nächte sternlos waren. daß wir Mikroskope. so oft wir uns an einem Orte aufhielten. welche Wissenschaften in den spanischen Colonien den sonderbaren Titel: »neue Philosophie. Erst am 28. auf oft verworrene Fragen Auskunft zu geben und stundenlang dieselben Versuche zu wiederholen. und nur in den großen Hauptstädten. deren Ruf seit einem halben Jahrhundert populär geworden ist. die den Wissenschaften ferne stehen. Die Halbgelehrten sahen mit einer gewissen Geringschätzung auf uns herab. und wollte man nicht Leute vor den Kopf stoßen. die so seelevergnügt durch einen Dollond die Sonnenflecken betrachteten oder auf galvanische Berührung einen Frosch sich bewegen sahen. Zwei Stunden nach dem Durchgang der Sonne durch den Meridian zog jeden Tag ein Gewitter aus und es wurde mir schwer rorrespondirende Sonnenhöhen zu erhalten. die Länge.

vom Chronometer angegebene Länge von Cumana differirte nur um 4 Secunden Zeit von der. ohne daß die meteorologischen Instrumente die geringste Veränderung in den niedern Luftregionen anzeigten. zeigte der Hygrometer große Feuchtigkeit an. aus Monddistanzen. neben dem Umstand. daß nach Messungen mit einem Ramsden¿schen Sextanten die Mondscheibe nicht ganz in der Mitte der Höfe stand. weißlichen von 44 Grad Durchmesser und einen kleinen. bei reinem Himmel. Unsere älteste Karte des neuen Continents. Orange und Violett unterscheiden. Sie zeigen sich. verglichen mit in Europa angestellten Beobachtungen. und doch hatte unsere Ueberfahrt einundvierzig Tage gewährt und bei der Besteigung des Pic von Teneriffa war der Chronometer starken Temperaturwechseln ausgesetzt gewesen. Am 17. selbst bei der größten Trockenheit. wenn das gute Wetter sehr beständig scheint. Canopus und Achernar habe ich niemals Farben gesehen. Der Mond ging nach einem Gewitterregen hinter dem Schlosse San Antonio auf. in Italien und Spanien. als sie wirklich sind. Die Bestimmung der Länge gründet sich auf den Uebertrag der Zeit. Bei 40 Grad Höhe verschwanden sie. der in allen Farben des Regenbogens glänzte und 1 Grad 43 Minuten breit war. die Jefferys in seinem im Jahr 1794 herausgegebenen »Amerikanischen Steuermann« angibt. August machte ein Hof oder eine Lichtkrone um den Mond den Einwohnern viel zu schaffen. Man betrachtete es als Vorboten eines starken Erdstoßes. die Fidalgo vor mir. Grad der Breite und dem Aequator sogar um die Venus kleine Höfe gesehen. oder vielmehr so elastisch und gleichförmig verbreitet. Dreihundert Jahre lang zeichnete man die ganze Küste von Paria zu weit südlich. Ohne die Messung hätte man 131 . Geographen Kaiser Carls des Fünften. aber durch rein chronometrische Mittel gefunden. weil in der Nähe der Insel Trinidad die Strömungen nach Nord gehen und die Schiffer nach der Angabe des Logs weiter gegen Süd zu seyn glauben. Sie weicht nur um sehr weniges von der ab. Der Himmelsraum zwischen beiden Kronen war dunkelblau. Die farbigen Kreise um den Mond sind in den nördlichen Ländern weit seltener als in der Provence. daß der große Platz von Cumana unter 10°27￿52￿ der Breite und 66°30￿2￿ der Länge liegt. Die Erscheinung hatte nichts Auffallendes außer der großen Lebhaftigkeit der Farben. einen großen. welche ich durch Himmelsbeobachtungen gefunden. auf die Sonnenfinsterniß vom 28. sah man zwei Kreise. In der heißen Zone sieht man fast jede Nacht schöne prismatische Farben. Aus meinen Beobachtungen in den Jahren 1799 und 1800 ergibt sich als Gesammtresultat. aber um Sirius. denn nach der Volksphysik stehen alle ungewöhnlichen Erscheinungen in unmittelbarem Zusammenhang. und dieß ist auffallend. die von Diego Ribeiro. Zuweilen habe ich zwischen dem 15. die Wasserdünste schienen aber so vollkommen aufgelöst. Während der Mondhof in Cumana zu sehen war. was um 58 Minuten von der wahren Breite abweicht und einen halben Grad von der. daß sie der Durchsichtigkeit der Luft keinen Eintrag thaten. setzt Cumana unter 9°30￿ Breite. Wie er am Horizont erschien. man konnte Purpur. Oktober 1799 und aus zehn Immersionen der Jupiterstrabanten.

Ackerns und Erntens ersparen [ La Bruyère. Macarapan. ganz wie es auf dem Pferdemarkt geschieht. während man zur selben Zeit die Gesammtbevölkerung auf hundert und zehntausend schätzte. wo ein solches Schauspiel sehr selten vorkommt und die Zahl der Sklaven im Allgemeinen höchst unbedeutend ist. sie rissen ihnen den Mund auf. und dennoch waren die ersten Sklaven. Dieser entwürdigende Brauch schreibt sich aus Afrika her. wo im sechzehnten Jahrhundert der Handel mit amerikanischen Sklaven schauerlich lebhaft war. verdienen es von den Physikern von Neuem in den Kreis der Beobachtungen gezogen zu werden. der mit Menschenpflicht. den die spanischen Gesetze niemals begünstigt haben. Dieselbe betrug im Jahr 1800 in den Provinzen Cumana und Barcelona nicht über sechstausend.] vom Verkauf der Christensklaven in Algier entwirft. die wir aufgestellt sahen. Je tieferen Eindruck der erste Verkauf von Negern in Cumana auf uns gemacht hatte. wie man sie in allen heißen Ländern sieht. Hier wurden die Schwarzen verkauft. die den Sklavenhandel abgeschafft hat. wenn sie entlaufen. Nationalehre und den Gesetzen des Vaterlandes im Streite liegt. über denen eine lange hölzerne Galerie hinläuft. Man lieferte ihnen jeden Morgen Kokosöl. die Cervantes nach langer Gefangenschaft bei den Mauren in einem seiner Theaterstücke [ El trado de Argel. was uns empörte. Der Handel mit afrikanischen Sklaven. Wenn unser Haus in Cumana für die Beobachtung des Himmels und der meteorologischen Vorgänge sehr günstig gelegen war. XI. Charactères cap. Die zum Verkauf ausgesetzten Sklaven waren junge Leute von fünfzehn bis zwanzig Jahren. wie die getreue Schilderung zeigt. Unter allen europäischen Regierungen war die von Dänemark die erste und lange die einzige.]. In Mexico habe ich bei vollkommen klarem Himmel breite Streifen in den Farben des Regenbogens über das Himmelsgewölbe und gegen die Mondscheibe hin zusammenlaufen sehen. So behandelt man Menschen. auf einem dänischen Sklavenschiff gekommen. Araya und besonders Neu-Cadix. welche in der Luft unter den Tropen beim Mondlicht zu Tage kommen. Jeden Augenblick erschienen Käufer und schätzten nach der Beschaffenheit der Zähne Alter und Gesundheitszustand der Sklaven. läßt sich durch nichts in seinen Speculationen stören. um sie wieder zu erkennen. diese Excentricität rühre von der Projection der Kreise auf die scheinbare Concavität des Himmels her. dieses merkwürdige Meteor erinnert an das von Cotes im Jahr 1716 beschriebene. Der gemeine Eigennutz. um sich den Körper damit einzureiben und die Haut glänzend schwarz zu machen. Die Form der Höfe und die Farben. ist jetzt völlig bedeutungslos auf Küsten. die anderen Menschen die Mühe des Säens. Cumana. desto mehr wünschten wir uns Glück. das auf dem Eiland Cubagua an- 132 . früher Amaracapana genannt. daß es noch heutigen Tages auf den Antillen spanische Ansiedler gibt. die ihre Sklaven mit dem Glüheisen zeichnen.glauben können. so mußten wir dagegen zuweilen bei Tage etwas ansehen. daß wir uns bei einem Volk und auf einem Continent befanden. Es ist ein empörender Gedanke. die von der afrikanischen Küste herüberkommen. Der große Platz ist zum Teil mit Bogengängen umgeben.

August gegen zwei Uhr nach Mitternacht schifften wir uns bei der indischen Vorstadt auf dem Manzanares ein. gekräuselter Rauch stieg zu den Gipfeln der Palmen auf und gab der Mondscheibe einen röthlichen Schein. wo einem ist. der im Alter von zweiundzwanzig Jahren nach Terra Firma gekommen war. die zur Betreibung des Sklavenhandels errichtet waren. von den Grausamkeiten. sich hin und her bewegenden Lichtpunkten. nachdem sie mehrmals die Herren gewechselt. damit wir bei Nacht ruhen könnten. Es war Sonntag Nacht und die Sklaven tanzten zur rauschenden. Leichter. Es ist bekannt. Noch waren wir nicht zwei Monate in der heißen Zone. wo sie mit dem Glüheisen auf Stirne und Armen gezeichnet und den Beamten der Krone der Quint entrichtet wurde. wohl bekannt ist. Als wir Fluß abwärts an die Pflanzungen oder Charas kamen. die lange in beiden Indien gelebt haben. Er sah die Sklaven nach Neu-Cadix bringen. eintönigen Musik einer Guitarre. Die Barke.] glänzten in der Luft. welche im heißen Erdstrich der Schmuck der Nächte sind. Hüten wir uns. Dieser Umstand. Die Nacht war köstlich kühl. der allen. als daß er ausschläft. Schwärme leuchtender Insekten [ Elater noctilucus. daß wir vor Frost nicht schlafen konnten. daß der hunderttheilige Thermometer auf 21°. Unser erster Ausflug galt der Halbinsel Araya und jenen ehemals durch Sklavenhandel und die Perlenfischerei vielberufenen Landstrichen. wie häufig die Leuchtwürmer in Italien und im ganzen mittaglichen Europa sind. als ob das Schauspiel. Nachdem er die Woche über hart gearbeitet.8 stand. war sehr geräumig. bei denen unglückliche Eingeborene weggeschleppt wurden. nicht weil sie verkauft wurden. welche die schmale Halbinsel Maniquarez bilden. Der Grundzug im Charakter der afrikanischen Völker von schwarzer Rasse ist ein unerschöpfliches Maß von Beweglichkeit und Frohsinn. Cariaco und Paria Raubzüge mit. Am 19. die er mit angesehen. Er erzählt sehr naiv und oft mit einem Gefühlsausdruck. Girolamo Benzoni aus Mailand. sahen wir Freudenfeuer. und bereits waren unsere Organe so empfindlich für den kleinsten Temperaturwechsel. die Trümmer des alten Schlosses von Araya zu besehen. sondern weil die Soldaten mit Würfeln um sie spielten. machte im Jahr 1542 an den Küsten von Bordones. die Salzwerke zu besuchen und auf den Bergen. wie er bei den Geschichtschreibern jener Zeit selten vorkommt. in der wir über den Meerbusen von Cariaco fuhren. diesen Leichtsinn hart zu urteilen. einige geologische Untersuchungen anzustellen. Zu unserer Verwunderung sahen wir. Domingo geschickt. Man hatte große Jaguarfelle ausgebreitet. konnten damals für Comptoirs gelten. tanzt und musicirt der Sklave am Feiertage dennoch lieber. aber ihr malerischer Eindruck ist gar nicht zu vergleichen mit den zahllosen zerstreuten. auf der ungeheuren Ebene der Grasfluren wiederholte. über diese Sorglosigkeit. wird ja doch dadurch ein Leben voll Entbehrung und Schmerz versüßt. sich auf der Erde. auf dem mit Sesuvium bedeckten Boden und in den Mimosenbüschen am Fluß. Unser Hauptzweck bei dieser kleinen Reise war. welches das Himmelsgewölbe bietet. die Neger angezündet hatten.gelegt worden war. Aus diesem Hafen wurden sie nach Haiti oder St. verdient von den Physiologen 133 .

In Cumana hört man bei starken Regengüssen in den Straßen schreien: »Que hielo! Estoy emparamado!«43 und doch fällt der dem Regen ausgesetzte Thermometer nur auf 21°. zu der sich die Cordilleren erheben. Gegen acht Uhr Morgens stiegen wir an der Landspitze von Araya bei der »Neuen Saline« ans Land. daß er zwischen dem zehnten und zwölften Grad südlicher Breite weit mehr vom Frost als vom Hunger gelitten. daß. den man auf allen Karten des spanischen Amerikas findet.8 fiel. sondern einen gebirgigen. Ein einzelnes Haus steht auf einer kahlen Ebene neben einer Batterie von drei Kanonen.5.42 Im Januar 1803. d. Im Hafen von Guayaquil. Es fällt häufig Schnee. auf dem Gipfel der Montagne Pelée auf Martiniques [der Berg ist nach verschiedenen Angaben zwischen 666 und 736 Toisen hoch] haben er und seine Begleiter vor Frost gebebt. Er bedeutet in den Colonien weder eine Wüste noch eine »lande«. wo es beständig naßkalt ist. dichten Nebel gehüllt sind. dagegen steht er auf 37 bei einer Temperatur von 30°. um die entgegengesetzten Empfindungen von Frost und Hitze zu erzeugen. wenn man die Worte Paramo und Nevado aussucht. was einen zur Linie des ewigen Schnees emporragenden Berg bedeutet. daß unter dieser Breite die Temperatur des Meerwassers nicht unter 23° seyn kann. denn man darf die Worte Paramo und Puna nicht. h. sahen wir die Eingeborenen sich über Kälte beklagen und sich zudecken. während sie bei 30°. 134 .beachtet zu werden. Aus Paramo hat man emparamarse gemacht. Es brauchte nicht mehr als sieben bis acht Grad. Ich friere. Die Feuchtigkeit. bei unserem Aufenthalt in Guayaquil. Da die Paramos fast beständig in kalten.8 fällt. den Winden ausgesetzten Landstrich. liest man. der nur ein paar Stunden liegen bleibt. so sagt das Volk in Santa Fe und Mexico: cae un paramito. frieren. sich zuzudecken. In der heißen Zone liegen die Paramos gewöhnlich 1600–2000 Toisen hoch. In der anziehenden Reisebeschreibung des Capitän Bligh. als wäre ich auf dem Rücken der Berge!« Das provincielle Wort emparamarse läßt sich nur durch lange Umschreibung wiedergeben. mit dem Wort Nevado peruanisch Ritticapa verwechseln. mit der sich die Leitungsfähigkeit der Lust für den Wärmestoff ändert. 43 »Welche Eiseskälte. wie überall in der heißen Zone auf tief gelegenem Boden.5 die Hitze erstickend fanden. Boucher erzählt. mit verkrüppelten Bäumen bewachsenen. obgleich die Wärme noch 21 ½ Grad betrug. wenn der Thermometer auf 23°. und daß die durch Verdunstung entstehende Abkühlung in Nächten. so oft bei feuchter Luft der Thermometer um 4–5½ Grad fällt. als wäre man auf dem Rücken der Anden. eine richtige Vorstellung von der geringsten Höhe erhält. Paramo. weil an diesen Küsten der Südsee die gewöhnliche Lufttemperatur 28° beträgt. daß man zwischen den Wendekreisen auf Ebenen. kühlt sich die Lust nur durch Gewitterregen ab. peruanisch Puna ist ein Name. während der Thermometer auf 23°. weil man in Ländern.5. der Deluc’sche Hygrometer auf 50–52 Grad stehen bleibt. und ich habe beobachtet. wie es den Geographen häufig begegnet. der in Folge einer Meuterei an Bord des Schiffes Bounty zwölfhundert Meilen in einer offenen Schaluppe zurücklegen mußte. nur unbeträchtlich ist. wenn ein feiner Regen fällt und die Lufttemperatur bedeutend abnimmt. spielt bei diesen Empfindungen eine große Rolle. auf die sich seit Zerstörung des Forts 42 Die Mannschaft der Schaluppe wurde häufig von den Wellen durchnäßt. Diese Begriffe sind für die Geologie und die Pflanzengeographie sehr wichtig. wo noch kein Berggipfel gemessen ist. wir wissen aber. Aus allen diesen Beobachtungen geht hervor. wo die Lufttemperaur selten über 25° steigt. wo die Lufttemperatur bei Tag fast beständig über 27° ist. bei Nacht das Bedürfniß fühlt.

Die Spanier. wo die See meist nicht unruhiger ist als das Wasser unserer Flüsse. machten sich die Holländer den natürlichen Reichtum des Bodens zunutze. Diese fuhren nichts desto weniger fort heimlich Salz zu holen. Man spürte einen heftigen Windstoß. Der Salineninspektor bringt sein Leben in einer Hängematte zu. Djeda’s und Amerigo Vespucci’s Fußstapfen diese Länder besuchte. das unter dem Namen Castillo de Santiago oder Real Fuerza de Araya berühmt geworden ist. beuteten schon zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts die Salzsümpfe aus. in der er den Arbeitern seine Befehle erteilt. Da das Vorgebirge Araya damals keine ständige Bevölkerung hatte. Heutzutage hat jede Kolonie ihre eigenen Salzwerke und die Schiffahrtskunst ist so weit fortgeschritten. kein Dorf oder auch nur ein Hof liegt. mit dem Befehl. bis man im Jahr 1622 bei den Salzwerken ein Fort errichtete. eine große Seltenheit in diesen Strichen. scheinen doch bereits die Guaykari im Ton. weil sie fast allein von Pflanzenkost leben. Solche Vortheile waren zur Zeit der Eroberung unbekannt. die sich zuerst auf Cubagua und bald nachher auf der Küste von Cumana niedergelassen hatten. Die großen Salzsümpfe sind auf den ältesten spanischen Karten bald als Bucht. die sich als Lagunen nordwestlich vom Cerro de la Vela hinziehen. um Montevideo und Buenos Aires mit ihrem Bedarf für das Einsalzen zu versorgen. den Cerro de la Vela und das Kalkgebirge des Brigantin. der seinen Orbis novus im Jahr 1633 schrieb und sehr gute Nachrichten von diesen Küsten hatte. Laet. nach Carthagena und Portobelo verschifft wurde. Man wundert sich. die Fluth drang weit ins Land hinein und durch den Einbruch 135 . und eine Lancha del rey (königliche Barke) führt ihm jede Woche von Cumana seine Lebensmittel zu. die Lagune sey von der See durch eine über der Fluthhöhe gelegene Landenge getrennt gewesen. Selbst die jetzt die neuen genannten Salzwerke. sagt sogar ausdrücklich. Obgleich die Eingeborenen Amerikas unter allen Völkern des Erdballes am wenigsten Salz verbrauchen.und Salzboden der Punta Arenas gegraben zu haben. Kaum findet man am Ende der Landspitze von Araya ein paar armselige indianische Fischerhütten. als er im Jahr 1499 in Colombo’s. den sie für ein Gemeingut aller Nationen ansahen. Jakob. unnütz. die hohen Berggipfel von Margarita. die Trümmer des Schlosses St. das über eine Million harter Piaster gekostet hatte. Holländern und anderen Seemächten Eifersucht erregte. am Ende des Vorgebirgs Araya. daß die Cadizer Handelsleute mit geringen Kosten spanisches und portugiesisches Salz 1900 Meilen [8500 km] weit in die östliche Halbkugel senden können. dass das Salz von Araya mit großen Kosten nach den Antillen. das gegen Süden den Horizont begrenzt. Man übersieht von hier aus zugleich das Eiland Cubagua. Im Jahr 1605 schickte der Madrider Hof bewaffnete Fahrzeuge nach Punta Araya. Wie reich die Halbinsel Araya an Kochsalz ist. waren schon in der frühsten Zeit in Gang.St. Jakob die Verteidigung dieser Küste beschränkt. die Industrie in den Colonien war damals noch so weit zurück. daselbst auf Station zu liegen und die Holländer mit Gewalt zu vertreiben. daß bei einem Salzwert. wurde schon Alonso Niño bekannt. das früher bei den Engländern. bald als Lagune angegeben. Im Jahr 1726 zerstörte ein außerordentliches Ereigniß die Saline von Araya und machte das Fort.

und der Unterschied rührt daher. ist im Handel von Barcelona der vornehmste Ausfuhrartikel. Seitdem hat man nördlich von der Hügelkette. Bis dahin waren sie in den Händen indianischer Fischer. kommen nur dreitausend vom Salzwerk von Araya. kommt mit dem Salzthon 136 . Das gesalzene Ochsenfleisch. besuchten diese unbewohnte Insel. die nur sehr wenig Salz verzehren. wenn man 50. Von neun bis zehn tausend Fanegas Salz.des Meeres wurde der Salzsee in einen mehrere Meilen langen Meerbusen verwandelt. das Salzwerk von Tortuga möchte Veranlassung zu einer festen Niederlassung werden. sechzig Pfund auf den Kopf. Der Salzverbrauch war in den Jahren 1799 und 1800 in den beiden Provinzen Cumana und Barcelona zwischen neun und zehn tausend Fanegas.000 Fanegas unreines Salz. das in diesen Ländern für den Fortschritt des Gewerbfleißes von großem Belang ist. daß man so viel Salz zum Einsalzen braucht. und es ergeben sich dabei. da das indianische niedere Volk und die Sklaven von Fischen und etwas Tasajo leben. welche das Schloß von der Nordküste der Halbinsel trennt. Der Thon. besteht die Salzregie. wodurch dem Schleichhandel mit Terra Firma Vorschub geleistet würde. als Industriezweig betrachtet. wofür sie der Regierung nur die mäßige Summe von 300 Piastern bezahlten. Aus diesen statistischen Notizen geht hervor. Tasajo genannt. jede zu sechzehn Arrobas oder vier Centnern. Andere Nationen.000 Indianer abrechnet. In Frankreich rechnet man. die nach Belieben Salz bereiteten und verkauften. [In dieser Reisebeschreibung sind alle Preise in harten Piastern und Silberrealen. Für diese Preiserhöhung leistet nur geringen Ersatz. Die Salzwerke von Araya werden erst seit dem Jahr 1792 von der Regierung selbst betrieben. Man grub einen Kanal. aus dem zu Araya das Salz gewonnen wird. künstliche Behälter oder Kasten angelegt. so fehlte es oft an Salz zum Einsalzen des Fleisches und der Fische. Die Salinenverwaltung von Araya brachte im Jahr 1799 dem Schatze 8000 Piaster jährlich ein. und die Fanega. nur zwölf bis vierzehn Pfund. welche die Guayqueries für einen halben Piaster verkauften. Dieser Verbrauch ist sehr beträchtlich. Die Provinz Caracas hat schöne Salzwerke bei den Klippen los Noquez. Piritu und im Golfo triste aus Meerwasser gewonnen. In Mexico liefert der einzige Salzsee Pennon Blanco jährlich über 250. Acht Realen gehen auf einen harten Piaster oder 105 Sous französischen Geldes. grau. durch den das Meer zu den Salzsümpfen dringen konnte. daß das Salz reiner ist und daß die Fischer und Colonisten es das ganze Jahr im Ueberfluß beziehen können. daß die Salzbereitung in Araya. Seit die Provinz Cumana unter der Intendauz von Caracas steht. kostet anderthalb Piaster. und der Madrider Hof fürchtete in seiner argwöhnischen Politik. Pozuelos.] aber das Salz war sehr unrein. welche die beiden Provinzen zusammen liefern. nach Necker. von keinem großen Belang ist. reales de plata ausgedrückt. das früher aus der kleinen Insel Tortuga gelegene ist auf Befehl der spanischen Regierung zerstört worden. die auf den kleinen Antillen Colonien haben. Der Preis der Fanega war damals vier Realen. und enthielt sehr viel salzsaure und schwefelsaure Bittererde. Da zudem die Ausbeutung von Seiten der Arbeiter äußerst unregelmäßig betrieben wurde. das übrige wird bei Morro de Barcelona.

in der gesättigten Lösung bilden sich Salzkrusten. so tritt er dagegen bei Ischl in Oesterreich als mächtige Schicht im Alpenkalk auf. der in Berchtesgaden und in Südamerika in Zipaquira mit dem Steinsalz vorkommt. Wie der Schwefel und die Steinkohle sehr weit auseinander liegenden Formationen angehören. daß das Wasser überall. salzhaltig ist. die ihm aufgelagert sind. und in 2000 Toisen Höhe in den Cordilleren von Neugrenada gesehen. Diese beiden Erscheinungen haben. daß das reine [das von Wieliczka und Peru] oder mit salzhaltigem Thon vermengte Steinsalz [das von Hallein. aus geologischen Gesichtspunkt betrachtet. das im Sand am Meeresufer vorkommt. der jünger ist als die Kreide. Das Salz. bald in einem mit sehr neuem Muschelsandstein bedeckten Salzthon (Punta Araya). Das neue Salzwerk von Araya besteht aus fünf Behältern oder Kasten. die sehr bedeutend abweichen mußten von denen.überein. bei Punta Araya. Man beobachtet im Allgemeinen. sehr reinen salzsauren Natrons heraufgefördert. schießt das Salz in großen Krystallen an. aber auf der Insel Margarita bei Pampadar wird das Salz nur dadurch bereitet. wie sie von Lepechin. wo sich Lachen im Thonboden gebildet haben. Ich habe salzhaltigen Thon am Meeresspiegel. indem man an der Stelle. das in Thonbildungen enthalten ist. doch sehr alt ist. und da Kristalle von derselben Zusammensetzung und der gleichen Gestalt einander anziehen. stand sie mit der See in keiner Verbindung. Sie nimmt übrigens nur das Regenwasser auf. Wenn man die Masse mit Regenwasser netzt und der Sonne aussetzt. von 137 . daß es sich unter Naturverhältnissen gebildet hat. unter welchen die jetzigen Meere in Folge allmähliger Verdunstung hie und da ein paar Körner salzsauren Natrons im Ufersande niederschlagen. bald im Alpenkalk. darf nicht verwechselt werden mit dem Salz. kommt auch das Steinsalz bald im Uebergangsgips. bald in einem Gips vor. einen Faschinendamm anlegte. obgleich gleichfalls jünger als die Existenz organischer Wesen auf der Erde. daß man süßes Wasser den salzhaltigen Thon auslaugen läßt. So lange die Lagune den Spaniern und Holländern als Salzwerk diente. Wir wollen nicht in Zweifel ziehen. Gmelin und Pallas in den sibirischen Salzseen beobachtet worden sind. wo das Meer im Jahr 1726 eingebrochen war. Die Lagune westlich vom Schloß Santiago zeigt alle Erscheinungen. und das an den Küsten der Normandie ausgebeutet wird. aber sein Vorhandenseyn läßt sich leicht bemerklich machen. das durch die Thonschichten durchsickert und sich am tiefsten Punkte der Halbinsel sammelt. Ischl und Zipaquira] der Niederschlag eines alten Meeres seyn könne. Wenn derselbe am erstgenannten Ort unter einer Muschelbreccie von sehr neuer Bildung liegt. wie in den Salzsümpfen im mittäglichen Frankreich. so gut wie nichts mit einander gemein. der. Im neuen Salzwerk bei den Batterien von Araya leitet man allerdings das Meerwasser in die Kasten. Nach großer Trockenheit werden noch jetzt vom Boden der Lagune drei bis vier Kubikfuß große Klumpen krystallisirten. so wachsen die kristallinischen Massen von Tag zu Tag an. wie die vielen Gebirgsglieder zeigen. neuerdings hat man nun diese Verbindung wieder aufgehoben. sinken zu Boden. Das salzsaure Natron ist in diesem Thon nicht in sichtbaren Theilchen eingesprengt. alles weist aber darauf hin. Das der brennenden Sonne ausgesetzte Salzwasser des Sees verdunstet an der Oberfläche.

2 und der Sand an der Küste in sechs Zoll Tiefe 42°.5. um einige Meilen weiterhin in einer indianischen Hütte bei den Trümmern des Schlosses von Araya die Nacht zu zuzubringen. ist es dennoch reiner und enthält weniger salzsaure und schwefelsaure Erden. den das Meer liefert. zuzuschreiben ist. Unsere Instrumente und unseren Mundvorrat schickten wir voraus. ob diese Reinheit dem Antheil von Salz. Die Verdunstung ist sehr stark und wird durch den beständigen Luftzug gesteigert. Wir fanden (am 19. Das Wasser. nachdem man die Behälter gefüllt. welche die Halbinsel Araya und die Insel Margarita umgeben. kommt von stärker geneigten Abhängen und hat ein größeres Bodenstück ausgelaugt.44 so weiß man doch nicht. als des Meerwassers. zwischen denen die Lagune liegt. das durch Kanäle hereingeleitet wird. Dieses Sichgleichbleiben des Salzgehaltes des Meeres erinnert an die noch weit größere Gleichförmigkeit der Vertheilnng des Sauerstoffs im Luftmeer. das sich durch Einsickerung am tiefsten Punkt der Ebene sammelt. Dieses Salzwerk ist nicht so günstig gelegen wie die Lagune. das in die letztere fällt. während die Luft im Schatten 27°. Man hat nie daran gedacht. Die Salzarbeiter klagen meist über Regenmangel. August um 3 Uhr Nachmittags) die Temperatur des Salzwassers in den Kasten 32°. 44 Mit 138 . spürten wir in diesen Ländern nur abends und in der Morgenkühle Eßlust. welches Quantum von Salz allein auf Rechnung des Seewassers kommt. wo sich Polargletscher bilden. um Schichten aufzusuchen. die reicher an salzsaurem Natron sind. weder die bereits ausgelangte Erde wegzuschaffen. wenn der Wind die See an die Küste treibt. Wir tauchten den Thermometer in die See und sahen ihn zu unserer Ueberraschung nur auf 23° steigen. Wir wandten uns nach Süd und gingen zuerst über die kahle mit Salzton bedeckte Ebene und dann über zwei aus Sandstein bestehende Hügelketten. denn wenn auch die Menge der im Meerwasser gelösten Salze höchst wahrscheinlich unter allen Himmelsstrichen dieselbe ist. Leicht ließe sich indessen der Wind als Triebkraft benützen. brachen wir gegen Abend auf. und an deren Abfällen sich tiefere Wasserschichten mit den oberflächlichen vermischen. ob auch das Verhältnis zwischen dem salzsauren Natron. das Salz wird aber auch am achtzehnten bis zwanzigsten Tage. und beim neuen Salzwerk scheint es mir schwer auszumitteln. ausgezogen. Die mittlere Tiefe beträgt acht Zoll. Die Eingeborenen schätzen es aus ein Sechstheil des ganzen Ertrags. Nachdem wir die Salinen besehen und unsere geodätischen Arbeiten beendet hatten. Diese niedrige Temperatur rührt vielleicht von den Untiefen her. Die Indianer pumpen mit der Hand das Meerwasser aus einem Hauptbehälter in die Kasten. der salzsauren und schwefelsauren Bittererde und dem schwefelsauren und kohlensauren Kalk sich gleich bleibt. denn wenn wir von der großen Hitze und der Reverberation des Bodens erschöpft waren. Obgleich das salzsaure Natron aus der Halbinsel Araya nicht so sorgfältig bereitet wird als in den europäischen Salzwerken. da der Seewind fortwährend stark aus die Küste bläst. Wir wissen nicht.5 zeigte. In beiden Elementen wird das Gleichgewicht in der Lösung oder im Gemenge durch Strömungen hergestellt und erhalten. Die Nacht überraschte Ausnahme der Binnenmeere und der Länder. Man bedient sich sowohl des Regenwassers. noch Schachte im Salzthon niederzutreiben.denen die größten eine regelmäßige Form und 2300 Quadrattoisen Oberfläche haben.

andererseits von senkrechten Felswänden begrenzt ist. vortreffliches Wasser. während wir einen schmalen Pfad verfolgten. dgl. stieß der Neger zu uns. in der wir die Nacht zugebracht. Wir wollten Halt machen. die man in diesen Ländern bei Menschen aller Kasten findet.« sagten sie. Er hatte längst gemerkt. Giftige Reptilien sind allerdings beim Schlosse Araya sehr häufig. Diese armen Leute leben vom Fischfang. öden Ort. romantischen Anstrich vor uns. Nur wenige blieben aus Anhänglichkeit an den Heimathboden am wilden. Nachdem im Jahre 1762 das Schloß von Araya. »sind drüben über der Meerenge. Die Flut war im raschen Steigen und engte unseren Weg mit jedem Schritt mehr ein. wir mußten nachgeben und hingehen. Wir wurden mit der herzlichen Gastfreundschaft aufgenommen. daß die Hütte. war er unruhig geworden und uns entgegengegangen. wo die Ziegen ihnen reichliche Nahrung bieten. Und.uns. wollte verdursten und drang lebhaft in uns. der uns als Führer diente. der einerseits vom Meer. sprach er beständig von Tigern und Klapperschlangen. zogen sich die in der Umgegend angesiedelten Indianer und Farbigen allmählich nach Maniquarez. Nach den aufbehaltenen Fellen waren sie nicht viel kleiner als die ostindischen Tiger. aber der Mulatte. das sich einst um das Schloß gebildet. Nachdem wir drei Viertelstunden über einen von der steigenden Flut bedeckten Strand gegangen. Säulenkaktus und Mimosen bewachsen und gleichen nicht sowohl einem Werke von Menschenhand. in der wir unsere Hängematten befestigten. deren Scheibe von Zeit zu Zeit zwischen dem Gemäuer des Schlosses erschien. da er uns nicht kommen sah. Sie schienen mit ihrem Loos zufrieden und fanden die Frage seltsam. Er führte uns durch ein Gebüsch von Fackeldisteln zu der Hütte einer indianischen Familie. und erst vor kurzem waren beim Eingang des Dorfes Maniquarez zwei Jaguars erlegt worden. warum sie keine Gärten hätten unsd keine nutzbaren Gewächse bauten. was im heißen Landstrich über die ausgesuchtesten Speisen geht. um die Unterhaltungskosten der Besatzung zu sparen. noch durch die Großartigkeit der Pflanzengestalten die Schönheit der Trümmer gehoben. Vergeblich führten wir unserem Führer zu Gemüt. Am Fuße des alten Schlosses von Araya angelangt lag ein Naturbild mit einem melancholischen. Sie liegen auf einem kahlen. wir fanden daselbst Fische. die in den ältesten Umwälzungen des Erdballes zertrümmert worden. durch die Furcht auf uns zu wirken. Es sind dies die schwachen Ueberbleibsel eines ansehnlichen Dorfes. wir bringen Fische nach Cumana 139 . daß diese Tiere an einer Küste. der unsern Mundvorrath getragen hatte. woher wir gekommen waren. Des anderen Tages bei Sonnenaufgang sahen wir. Von außen war die Hütte. sehr sauber. umzukehren. »Unsere Gärten. keinen Menschen anfallen. Die Trümmer einer Kirche waren halb im Sand begraben und mit Strauchwerk bewachsen. und doch wurde weder durch die Kühle des finsteren Forstes. und da er hoffte. Bananen u. Cariaco und in die indianische Vorstadt von Cumana. daß wir uns verirrt hatten. zu einem Haufen kleienr Wohnungen am Ufer des Salzsees gehörte. als vielmehr Felsmassen. mit Agaven. um das großartige Schauspiel zu genießen und den Untergang der Venus zu beobachten. dürren Berge. der an den Küsten und auf dem Untiefen in der Nähe äußerst ergiebig ist. gänzlich zerstört worden war.

Sein Gewerbe als Schuster konnte in einem Lande. An der Perlenküste sieht es allerdings so armselig aus. die unter diese Himmelsstrichen fast allen Leuten eigen sind.und Diamantenland. irgend eine Vergütung anzunehmen. die der Trägheit zusagt. die nicht seine eigene ist. in heiße und kalte [reizende oder schwächende. wo sich Gold und Silber im Boden finden. Um uns zu zeigen. die er. in Canada und in den Ländern westlich von den Aleghanys vor. Zugleich hieß er uns. die sehr groß und schön sind. daß seine Uneigennützigkeit ihm nicht gestattete. nicht viel eintragen. uns etwas habe schenken können. dem sie gehört. das drüben über dem Meer für eine große Kostbarkeit gelte. ist in Maniquarez und auf der ganzen Halbinsel Araya Brauch. sie sind völlig verwildert und man zeichnet sie wie die Maultiere. daß ein armer Schuster von Araya. Der Hauptreichtum der Einwohner besteht in Ziegen. daß einem Einwohner von Maniquarez eine Ziege abhanden gekommen. daß das europäische Pulver so teuer sey und ein Mann wie er zu denselben Waffen greifen müsse wie die Indianer. er kannte die Vorzeichen der Erdbeben. Cocosnüsse und Manioc. wie sich das Salz durch den Einfluß der Sonne und des Vollmonds bildet. daß Weisheit höher zu wägen ist denn Perlen. war das höchste Ziel seiner Wünsche. deren Hütten um den Salzsee stehen. der eine tüchtige Ladung Bananen an den Landungsplatz tragen könnte. Er nahm uns mit dem Ernst und der Selbstgefälligkeit auf. Seine Philosophie ging nicht über den engen Kreis der Lebensbedürfnisse hinaus.« in Choco und Brasilien. Unter den Farbigen. Der Mann war das gelehrte Orakel des Dorfs. Farbe und Zeichnung nicht zu unterscheiden wären. Die wilden Ziegen sind hellbraun und nicht verschiedenfarbig wie die zahmen. Nach einer langen Rede über die Eitelkeit menschlicher Herrlichkeit zog er aus einer Ledertasche sehr kleine und trübe Perlen und drang uns dieselben auf. wie alle Colonisten von Chili bis Californien. welchen Luxusartikel er höchst wegwerfend behandelte.und verschaffen uns dafür Bananen. wie bewandert er in der heiligen Schrift sey. die sich für besonders begabt halten. er beschwerte sich auch. wo die meisten Leute barfuß gehen. und gab uns interessante Notizen über die Perlen von Cubagua. weil sie nach Aussehen. Er hatte die geschichtlichen Ueberlieferungen des Landes gesammelt. so bringt er sie sogleich dem Nachbar. Dergleichen Züge. Ein derber Esel. kommen häufig auch in Neu-Mexiko. und daß wahrscheinlich eine Familie in der Nachbarschaft sich güthlich damit gethan habe. das ich dem braven Manne gab. etwas spät nach und freue mich. Zwei Tage lang hörten wir als von einer selten vorkommenden Niederträchtigkeit davon sprechen. Ich komme dem Versprechen. aber ein weißer Mann und von edlem castilischen Blute. Wenn ein Colonist auf der Jagd eine Ziege schießt. Er war eben daran. die Sehne seines Bogens zu spannen und Pfeile zu spitzen. dabei bemerken zu können. aber mit dem Elend paart sich hier nicht die 140 . es in unsere Schreibtafel aufzuzeichnen. die für große Sittenreinheit beim gemeinen Volk sprechen.« Diese Wirtschaft. wie im »Gold. führte er wohlgefällig den Spruch Hiobs an. um Vögel zu schießen. er wußte. und die Arzneipflanzen. die Merkmale. sthenische oder asthenische nach Browns System] eintheilte. befand sich ein Schuhmacher von castilianischem Blute. Sie laufen frei umher wie die Ziegen auf dem Pic von Tenerifa.

was einem gewissen Ludwig Lampagnano begegnete. c. Der Quint. wo die Paläologen reich mit Perlen gestickte Kleider trugen. wie mehrere Geschichtsschreiber behaupten. allzu freigebig um. Antwerpen und Genua seyn mochte. Dieser sorgfältige 141 . Polyhistor c. und nach Laets Angabe45 hatte sie im Jahr 1633 längst aufgehört. wo die maurischen Könige saßen. muß man bedenken. Atlas pittoresque Tafel 1 und 2. IX. III. an deren Hof der ganze asiatische Prunk herrschte. obscura admodum fama« Laet. quum unionum captura floreret. Lib.zügellose Gewinnsucht. 669. es stehe ihm nicht das Recht zu. 35. Benzoni erzählt. mit fünf »Caravelen« an die Küste von Cumana zu gehen und Perlen zu fischen. Bis zum Jahre 1530 scheint sich der Werth der nach Europa gesendeten Perlen im Jahresdurchschnitt auf mehr als 800. illa deficiente. weil sie gegen 2600 Mark Silber führte. [Humboldt. Las Casas und Benzoni erzählen. sehr häufig. daß die Eingeborenen Amerikas die Perlen als Luxusartikel nicht gekannt haben sollen. Punta Araya und die Mündung des Rio la Hacha waren im sechzehnten Jahrhundert berühmt. 45. dem Karl der Fünfte das Privilegium ertheilt hatte. Ich habe die Basaltbüste einer mexikanischen Priesterin bekanntgemacht.und Armbänder. und zwar nicht ohne Uebertreibung. die zuerst an Terra Firma landeten. Lib. Orbis. Deipnosoph. von Konstantinopel her. XII. [ Strabo lib. Die Ansiedler schickten ihn mit der kecken Antwort heim. sahen bei den Wilden Hals. Gegen das Ende des sechzehnten Jahrhunderts nahm die Perlenfischerei rasch ab. mit Perlen besetzt ist. Durch den 45 »Insularum Cubaguae et Coches quondam fuit dignitos. der auch sonst mit der Calantica der Isisköpfe Aehnlichkeit hat. daß zur selben Zeit alle Bergwerke Amerikas nicht zwei Millionen Piaster lieferten und daß die Flotte Ovandos für unermeßlich reich galt. die auf dem Meeresboden leben. den die königlichen Beamten vom Ertrag an Perlen erhoben. Die ostindischen Perlen waren geschätzter als die westindischen. 68. wie sie durch Schätze des Mineralreichs erzeugt wird.000 Dukaten. 18. der Kaiser gehe mit etwas. und von Granada her. p. die man zur Perlenfischerei brauchte. XV. Coche. In der ersten Zeit der Eroberung lieferte die Insel Coche allein 1500 Mark Perlen monatlich. das nicht sein gehöre. Die Insel Margarita. c. Solinus. von welcher Bedeutung dieser Handelszweig in Sevilla. indessen kamen doch die letzteren in der ersten Zeit nach der Entdeckung von Amerika in Menge in den Handel. nach dem damaligen Werth der Metalle und in Betracht des starken Schmuggels eine sehr bedeutende Summe. da der asiatische Luxus auf zwei gerade entgegengesetzten Wegen nach Europa gedrungen war. Die Perlen waren desto gesuchter. und bei den zivilisierten Völkern in Mexiko und Peru waren Perlen von schöner Form ungemein gesucht. Cubagua. Die Spanier. c. besonders Athenaeus. Die Perlenmuschel ist auf den Untiefen. wie grausam man mit den Indianern und Negwern umging. Nov. nunc. Toledo. Plinius Lib.] deren Kopfputz. wie im Altertum der Persische Meerbusen und die Insel Taprobante. Um zu ermessen.000 Piaster belaufen zu haben. über Austern zu verfügen. sie sich von Kap Paria zum Kap Vela erstrecken.] Es ist nicht richtig. belief sich auf 15. In Italien wie in Spanien wurde die Insel Cubagua das Ziel zahlreicher Handelsunternehmungen.

ob etwa Erdbeben die Beschaffenheit des Seebodens verändert haben. gerade wie man in den Minen den Sand auswascht.46 Man glaubt in Cumana. die Perlenfischerei wieder aufzunehmen]. und um die Perlen zu gewinnen. Diese Frage ist desto schwerer zu beantworten da wir nicht wissen. Die Regierung gestattet die Fischerei nur einen Monat lang. Nach der Sage öffneten die Fischer auf der Bank bei der Insel Margarita die Muscheln Stück für Stück. welche nicht an den Schalen hängen. warum die Perlen. Einfluß geäußert haben.000 Muscheln ist oft nicht Eine werthvolle Perle. die aus dem Meerbusen von Panama und von der Mündung des Rio de la Hacha kommen. nicht wie man nach der Volkssage glaubt. Zugleich wurden die Perlenmuscheln seltener. auf Ceylon schüttet man die Thiere aus und läßt sie faulen. die doch schwerlich darnach tauchten. das Land sey dergestalt in Vergessenheit gerathen. wo er von der Punta Araya spricht. weil man im Unverstand die Muscheln zu Tausenden abgerissen und so ihrer Fortpflanzung Einhalt getan hatte. und man fragt sich. »ut vix ulla alia Americae meridionalis pars hodie obscurior sit« 46 Es wundert mich. und den starken Gebrauch der geschnittenen Diamanten [Das Schneiden der Diamanten wurde im Jahre 1456 von Ludwig de Berquen erfunden.]. die man jetzt in Muscheln findet. weiter. weil die Tiere vom Geräusch der Ruder verscheucht wurden. welche die echten Perlen täuschen nachmachten. 142 .Gewerbfleiß der Venediger. Auf der Insel Ceylon. so klein sind und so wenig Glanz haben. während man bei der Ankunft der Spanier sehr schöne bei den Indianern fand. Gegenwärtig bringt das spanische Amerika nur noch die Perlen in den Handel. wascht man die Haufen thierischen Gewebes aus. Auf den Untiefen um Cubagua. Die Perlenmuschel ist noch von zarterer Constitution als die meisten andern kopflosen Weichthiere. Compilater sagt. und doch kommen manche Arten der Gattung Unio in den peruanischen Flüssen in großer Menge vor. Der gewöhnliche Preis ist ein Piaster für das Dutzend. In 10. die an den Fischnetzen hängen bleiben [Die Einwohner von Araya verkaufen zuweilen solche kleine Perlen an die Kaufleute von Cumana. oder ob Richtungsänderungen in untermeerischen Strömen auf die Temperatur des Wassers oder auf die Häufigkeit gewisser Weichthiere. Um sich eine Vorstellung davon zu machen. Das Thier lebt nur neun bis zehn Jahre und die Perlen fangen erst im vierten Jahre an zum Vorschein zu kommen.] wurden die Fischereien in Cubagua weniger einträglich. sondern. der Gold. hat man das Thier vergeblich auf andere Küstenpunkte zu verpflanzen gesucht. während man in Cubagua die Muschelbank das ganze Jahr hindurch ausbeutete. von denen sich die Muscheln nähren. daß manches Fahrzeug in zwei. Coche und Margarita ist die Fischerei aufgegeben.000 Muscheln aufnimmt. daß in Südamerika Perlen in Süßwassermuscheln gefunden worden wären. die Perlenmuschel habe sich nach zweihundertjähriger Ruhe wieder bedeutend vermehrt [Im Jahr 1812 sind bei Margarita einige Versuche gemacht worden. drei Wochen über 35.oder Zinngeschiebe oder Diamanten enthält. in welchem Maße die Taucher unter diesem Thiergeschlecht aufräumen. wo in der Bucht von Condeatchy die Perlenfischerei sechshundert Taucher beschäftigt und der jährliche Ertrag über eine halbe Million steigt. in allgemeinen Gebrauch kam es aber erst im folgenden Jahrhundert. auf unsern Reisen nirgends gehört zu haben. wie an der californischen Küste. muß man bedenken.

und zu den irrigsten Vorstellungen von der Körperverfassung der verschiedenen Menschenracen Anlaß gegeben hat. sobald er auf dem Wege ist. Der Wind kam vom Orte her. geben der Landschaft einen grünen Schein. Conserven. wo ihre Handlungen durch einen gleich kräftigen Willen bestimmt werden. Unser Führer zeigte uns eine Cisterne ( el aljibe). obgleich ziemlich schadhaft. achthundert Quadratfuß. ehe er eine Meile [5 km] gegangen war. man sieht noch Mauerstücke von sieben-. die den Kohlenwasserstoff zersetzen und zugleich Würmern und Insekten zum Aufenthalt dienen. Morgens führte uns der Sohn unseres Wirths. — Das Töpfergeschirr von Maniquarez ist seit unvordenklicher Zeit berühmt. die am Wege stehen. Jahrhunderte lang hatte man geglaubt. das durch seine ausnehmend feste Bauart merkwürdig ist. Dieses Verfahren ist einerseits eine Probe vom Zustand der Künste in ihrer Kindheit und andererseits von der Starrheit der Sitten. jeden Augenblick nieder. Der kupferfarbene Eingeborene. über den Barigon und Caney ins Dorf Maniquarez.3°. aber im Jahr 1797 haben die Einwohner von Maniquarez nach langem vergeblichem Suchen doch solches gefunden. so oft man mit den Indianern reist. deren schon die ersten Beschreibungen dieser Länder erwähnen. Unser Führer setzte sich. so reut ihn sein Entschluß. so bleibt das Wasser darin frisch und sehr gut. Im Schatten eines schönen Tamarindenbaumes bei den Casas de la Vela wollte er sich gar niederlegen. die allen eingeborenen Völkern Amerikas als ein Charakterzug eigen ist.Am 20. ein sehr kräftiger Indianer. Es wird noch gerade so fabriziert wie vor der Eroberung. Diese Cisterne wurde im Jahr 1681 vom Statthalter Don Juan Padilla Guardiola vollendet. Durch das Rückprallen der Sonnenstrahlen vom Sand stieg der Thermometer auf 31. Als wir über die kahlen Hügel am Vorgebirge Cirial gingen. die von Spanien nur dreißig bis vierzig Tagreisen zur See entfernt ist. weil er sich zu den Seinen zurücksehnt. treibt einen Kahn gegen die rascheste Strömung und rudert so vierzehn bis fünfzehn Stunden in einem fort. die dreißig Fuß tief ist und. bilden sich nicht darin. der in Cumana das kleine Fort Santa Maria gebaut hat. Ich hebe diesen Charakterzug hervor. demselben. wo die Bergölquellen liegen. Geld ist keine Lockung für ihn. beklagt sich nur deshalb mehr darüber. spürten wir einen starken Bergölgeruch. und hat er sich je einmal durch Gewinnsucht verführen lassen. da er einem überall entgegentritt. um den Anbruch der Nacht abzuwarten. Es waren vier Stunden Weges. Die 143 . muß man sie ¿ unter Umständen beobachten. weil ihn kein Reiz antreibt. der sich beklagt. den Bewohnern der Halbinsel Araya Wasser liefert. die kaum einen Riß zeigen. Da der Behälter mit einem Gewölbe im Rundbogen geschlossen ist. Derselbe Indianer aber. wenn man ihm beim Botanisieren eine Pflanzenbüchse zu tragen gibt. Wir besahen in der Nähe die Trümmer des Schlosses Santiago. Die Säulenkaktus. man mußte sie mit Minen sprengen. Die Mauern aus behauenen Steinen sind fünf Fuß dick. ohne Kühle und Schatten zu bieten. Will man die Muskelkraft der Völker richtig schätzen lernen. und dieser Industriezweig ist ganz in den Händen der Indianerweiber. In dreihundert Jahren konnte die Töpferscheibe keinen Eingang auf einer Küste finden. die Halbinsel Araya habe gar keine Quellen süßen Wassers. der besser als der reisende Europäer an die glühende Hitze des Himmelsstriches gewöhnt ist.

Diese Kalkdeckel brausen mit Zitronensaft 144 . der viel Glimmer enthält. der auch in Rudeln lebt. man kann sagen für den wunderbarsten aller Naturkörper auf der Küste von Araya gilt beim Volke der Augenstein. Sein Fell ist auf dem Rücken rothbraun. wie die Thiere hinübergekommen sind. es ist gefleckt. auf dessen ganz weißem Fell man nur hier und da gleichsam einen Schatten von den runden Flecken sah. Es war eine Hirschkuh von der Größe des europäischen Rehs und von äußerst zierlicher Gestalt. so schichten sie Strauchwerk von Desmanthus. Die Hirsche von der kleinen Art sind auf diesem unbewohnten Eilande so häufig. Cassia und baumartiger Capparis um die Töpfe und brennen sie in freier . Dieser Thon ist das Zersetzungsprodukt eines durch Eisenoxyd roth gefärbten Glimmerschiefers. porösen Deckel kleiner einschaliger Muscheln sind. der zufällig ins Auge geraten ist. Sie haben 1–4 Linien Durchmesser. daß man täglich drei und vier schießen kann. auf einen Zinn. Man findet es im Sande. Nicht lange nach der Eroberung sollen venetianische Goldschürfer dort Gold aus dem Glimmerschiefer gewonnen haben. damit wir uns selbst von der Wirksamkeit des Mittels überzeugten. daß es ein solches Werkzeug gibt. sondern im Gestein eingesprengt zu seyn. Dieses Metall scheint hier nicht auf Quarzgängen vorzukommen. Steckt man es ins Auge. die andere gewölbt. wie beim Axis.Eingeborenen haben eine dunkle Vorstellung davon. wenn man ihnen das Muster in die Hand gäbe. Dieses Gebilde aus Kalkerde ist in aller Munde. Wir trafen in Maniquarez Kreolen. Wir sahen alsbald. Der Venado auf Cubagua gehört zu einer der vielen kleinen amerikanischen Hirscharten. wie zuweilen im Granit und Gneiß. die eine Fläche ist eben.oder Fayence-Teller. die von den Zoologen lange unter dem allgemeinen Namen Cervus Americanus zusammengeworfen wurden. Auf der neuen Saline und im Dorfe Maniquarez brachte man uns solche Augensteine zu Hunderten. Die Indianerinnen nehmen vorzugsweise solchen. sprechen nur von der Menge Kaninchen auf der Insel. B. Albinos kommen in der Neuen Welt sogar unter den Tigern vor. sobald man es durch Citronsaft reizt. Für den merkwürdigsten. und da rührt es sich nicht. so dreht sich das angebliche Tier um sich selbst und schiebt jeden fremden Körper heraus. Die Thongruben sind eine halbe Meile östlich von Maniquarez. Luft. daß diese Steine die dünnen. Ich weiß nicht. Piedra de los ojos. am Bauche weiß. Weiter westwärts von der Thongrube liegt die Schlucht der Mina (Bergwerk). In den Ebenen am Cari zeigte man uns als eine große Seltenheit in diesen heißen Ländern eine weiße Spielart. so bewegt es sich. denn Laet und andere Chronisten des Landes. die von einer Jagdpartie auf Cubagua kamen. Er scheint mir nicht identisch mit der Biche des Savanes von Guadeloupe oder dem Guazuti in Paraguay. nach der Volksphysik ist es ein Stein und ein Thier zugleich. und die Eingeborenen machten uns den Versuch mit dem Citronsaft eifrig vor. Sie formen mit großem Geschick Gefäße von zwei bis drei Fuß Durchmesser mit sehr regelmäßiger Krümmung. Man wollte uns Sand in die Augen bringen. z. Azara sah einen Jaguar. nimmt man es aber einzeln auf und legt es auf eine ebene Fläche. die von der Gründung von Neucadix berichten. Da sie den Brennofen nicht kennen. und sie würden sich desselben bedienen.

In dieser Gegend besteht der Meeresboden offenbar aus Glimmerschiefer. und aus dieser Gebirgsart entspringt bei Punta de la Brea. genannt Punta de Soto. um nach Cumana zurückzukehren. daß der Sohn des Steuermannes fortwährend mit einer Tutuma. Punta de la Brea und Punta Guaratarito. Auf der Halbinsel Araya aber fließt Naphtha aus dem Urgebirge selbst. aber als ein höchst merkwürdiger Fall erscheint das Vorkommen einer Naphtaquelle in einer Urgebirgsart. um den Thränenfluß zu steigern. Diese Erklärungen waren aber gar nicht nach dem Geschmack der Einwohner von Araya. so muß der Glimmerschiefer wenige Toisen unter dem Sande liegen. je geheimnißvoller sie ist. In Folge ähnlicher Reaction bewegt sich zuweilen das Brod im Backofen auf wagerechter Fläche. wie ruhig die See in diesen Strichen ist. Hier kommen die Quellen zu Tag. deren Geruch sich weit in die Halbinsel hinein verbreitet. und daß die meisten heißen Quellen Amerikas aus Gneis und Glimmerschiefer hervorbrechen. daß alles mineralische Harz Produkt der Zersetzung von Pflanzen und Thieren oder des Brandes der Steinkohlen sey. Nichts zeigt so deutlich. Alle bis jetzt bekannten gehören secundären Formationen an. wenn man bedenkt. und das Bergöl. weil er noch am wenigsten beschädigt war. so sieht man die kleinen Quellen wegrücken. das durchsichtig und von gelber Farbe der eigentlichen Naphtha nahe kommt. Dieses geologische Verhältniß zwischen salzsaurem Natron und Erdpech kommt in allen Steinsalzgruben und bei allen Salzquellen vor. Ostwärts von Maniquarez an der Südküste liegen nahe an einander drei Landzungen. wenn man sie ins Auge schiebt. bestiegen wir ein Fischerboot. als die Kleinheit und der schlechte Zustand dieser Kähne. Die Natur erscheint dem Menschen desto größer. Der Boden des Meerbusens ist mit Sand bedeckt. Der Salzthon von Araya enthält festes. der Frucht der Cres- 145 . den wir ausgesucht hatten. Nimmt man an. Das Wasser ist mit Zostera bedeckt. und die Volksphysik weist alles von sich. die ein sehr hohes Segel führen. und mitten in einer sehr großen Bank dieses Gewächses sieht man einen freien runden Fleck von drei Fuß Durchmesser. indem sich die Kohlensäure entwickelt. um die interessante Erscheinung in der Nähe zu beobachten. was in Europa zum Volksglauben an bezauberte Oefen Anlaß gegeben hat. eine Naphthaquelle. Man mußte bis zum halben Leibe ins Wasser gehen. Nachdem wir uns in der Umgegend von Maniquarez umgesehen.auf und rücken von der Stelle. deren sich die Wilden in Amerika bedienen. Die Naphtha bedeckt das Meer über tausend Fuß [320 m] weit. Der Kahn. und diese Erscheinung wird noch bedeutender. aber achtzig Fuß vom Ufer. daß in diesem Urgebirge der Herd des unterirdischen Feuers ist. sprudelt stoßweise unter Entwicklung von Luftblasen hervor. auf dem einzelne Massen von Ulva lactuca schwimmen. Stampft man den Boden mit den Füßen fest. daß man am Rande brennender Krater zuweilen Naphthageruch bemerkt. und dieser Umstand schien für die Annahme zu sprechen. wie die kleinen Perlen und verschiedene runde Samen. Die pietras de los ojos wirken. zerreibliches Bergöl. daß das Fallen der Schichten sich gleich bleibt. zeigte sich so leck. was einfach ist.

B. von den Ruinen des Schlosses Santiago. einst wieder aufgebaut wird. besonders nordwärts von der Halbinsel Araya. für neue Erfindung. von denen abzustammen ihr Stolz war. Sie hatten ihre heiligen Haine. Die Einwohner von Araya. Große Uebereinstimmuug in Sitte und Brauch that das ihrige dazu. daß die mit Kokosnüssen beladenen Piroguen umschlagen. Das Klima in jenen ersten Niederlassungen über dem Meere war vom Klima des Mutterlandes nicht sehr verschieden. haben nicht vergessen. das dreihundert Jahre. während der Sohn schwimmend die Kokosnüsse zusammenholt. in den europäischen Niederlassungen erscheint ein Ereigniß. Häufig opferten die Colonien die Erstlinge ihrer Ernten in den Tempeln der Mutterstädte. z. verdient alle Beachtung. Andere Erinnerungen. Athen und Corinth.centia cujete. Er hat nicht nur etwas Peinliches für den Reisenden. hafteten an den Colonien selbst. erbten dort von Geschlecht zu Geschlecht fort und äußerten fortwährend den besten Einfluß auf Geist. was man erst seit zweitausend Jahren kennt. Bei den Alten. der sich dadurch um den höchsten Genuß der Einbildungskraft gebracht sieht. das. Es kommt im Meerbusen von Cariaco. die seine Hütte umgeben. das Wasser hinauszuschaffen. an die Gestalt der Felsen. was den Dichtungen der frühesten Zeitalter Leben und Dauer verleiht. Sitten und Politik der Ansiedler. eine Verbindung zu befestigen. wie sie hoffen. Die Griechen in Kleinasien und aus Sicilien entfremdeten sich nicht den Einwohnern von Argos. ohne daß der Indianer in seinem unerschöpflichen Gleichmut eine Klage hätte hören lassen. in deren Schatten seine Wiege gestanden. an die Bäume. ihre Dichter. die wir auf der Rückkehr vom Orinoco noch einmal besuchten. erhielten sich die alten Ueberlieserungen des Mutterlandes. gingen Ueberlieferungen und geschichtliches Bewußtseyn des Volks vom Mutterland auf die Colonien über. nicht selten vor. als ungemein alt. die gleich mächtig zur Einbildungskraft sprechen. die sich auf religiöse und politische Interessen gründete. In weniger als einer Viertelstunde ist die Pirogue wieder unter Segel. deren Ruhm selbst über das Mutterland Glanz verbreitete. bei Phöniziern und Griechen. Ueberall. in Cyrenaica wie an den Ufern des Sees Mäotis. die nicht gut schwimmen können. so schickte man von hinten in Jonien nach Griechenland und ließ es aus den Prytaneen wieder holen. die den Colonisten an den Boden fesseln. das Wasser ausschöpfen mußte. Sie sprechen gerne von der Perlenfischerei. ihren lokalen Mythenkreis. sie hatten. überhaupt von dem. Dieser Mangel an alter Ueberlieferung. 146 . daß ihre Halbinsel einer der Punkte ist. denn wird die Pirogue von einem indianischen Fischer mit seinem Sohne geführt. Vor solchen Unfällen fürchten sich aber nur Reisende. ihre Schutzgottheiten. und wenn durch einen unheilvollen Zufall das heilige Feuer auf den Altären von Hestia erloschen war. auf dem er wohnt. er äußert auch seinen Einfluß auf die mehr oder minder starken Bande. wo sich am frühesten Castilianer niedergelassen. was sie den ehemaligen Glanz des Landes nennen. der den jungen Völkern in den Vereinigten Staaten wie in den spanischen und portugiesischen Besitzungen eigen ist. wenn sie zu nahe am Winde gerade gegen den Wellenschlag steuern. bis zur Entdeckung von Amerika hinausreicht. In China und Japan gilt alles. so dreht der Vater den Kahn wieder um und macht sich daran.

als die gänzliche Trennung vom Mutterland. daß sich in gleich weit von Europa entfernten Ländern Sitten und Ueberlieferungen desselben im gemäßigten Erdstrich und auf dem Rücken der Gebirge unter dem Aequator mehr erhalten haben. Die Schifffahrt hat im neuerer Zeit solche Fortschritte gemacht. so zu sagen. Man kann auch die Bemerkung machen. Völker von ganz verschiedener Herkunft und völlig abweichender Mundart haben damit gemeinschaftliche Erinnerungen erhalten. einem lebendigeren Andenken an das Mutterlaud zu begegnen. Um die Landschaften und die alten bürgerlichen Stürme des Mutterlandes zu vergessen. Dieser Einfluß physischer Ursachen auf die Zustände jugendlicher gesellschaftlicher Vereine tritt besonders auffallend hervor. die mit Eichen und Fichten bewachsen sind. Die meisten wurden in einem Landstrich gegründet. Thälern Namen beilegt. Der neue Himmel. die religiösen Vorstellungen und die physische Beschaffenheit des Landes durch unauslösliche Bande verknüpft. diese Namen verlieren bald ihren Reiz und sagen den nachkommenden Geschlechtern nichts mehr. so haben eben damit die christlichen 147 . wo Klima. die physische Beschaffenheit des Landes wirken weit stärker auf die gesellschaftlichen Zustände in den Colonien ein. In fremdartiger Naturumgebung erwachsen aus neuen Bedürfnissen andere Sitten. In dieser Beziehung kommen Pennsylvanien. das ganz veränderte Klima. wo das Klima den Anbau des Getreides gestattet. als in den Tiefländern der heißen Zone. die an vaterländische Landschaften erinnern. mehr Ueberlieferungen. innigere Beziehungen zwischen den Colonisten und dem Mutterland aufrecht zu erhalten. knüpfen sich fortan gleich Phantasiegebilden weder an einen bestimmten Ort. Der Ruhm Don Pelagio’s und des Cid Campeador ist bis in die Gebirge und Wälder Amerikas gedrungen. und die sich erhalten. und wenn durch die Missionen in einem großen Theil des neuen Festlandes die Grundlagen der Cultur gelegt worden sind. neben denen. hätte der Ansiedler auch dem von seinen Voreltern überlieferten Götterglauben entsagen müssen. aber sie schweben seiner Seele vor wie Wesen aus einer idealen Welt. Naturprodukte. Die Aehnlichkeit der Naturumgebung trägt in gewissem Grad dazu bei. Flüssen. die geschichtlichen Erinnerungen verblassen allmählich. Das Christenthum hat den Kreis der Vorstellungen erweitert. die ihm eigenthümlich angehören. es hat alle Völker darauf hingewiesen.Dieser und noch mancher andern Vortheile entbehren die heutigen Ansiedlungen. noch an eine bestimmte Zeit. wenn es sich von Gliedern desselben Volksstannnes handelt. die sich noch nicht lange getrennt haben. Bei den Alten waren die Geschichte. Durchreist man die neue Welt. so meint man überall da. daß sie Glieder Einer Familie sind. aber eben damit hat es das Nationalgefühl geschwächt. keine Localfarbe mehr. Wenn auch der Ansiedler Bergen. Neu-Mexico und Chili mit den hochgelegenen Plateaus von Quito und Neuspanien überein. als einst der Phasis und Tartessus von den griechischen und phönicischen Küsten. es hat in beiden Welten die uralten Ueberlieferungen des Morgenlandes verbreitet. aus dem Dämmer der Fabelzeit. Bei den neueren Völkern hat die Religion. daß die Mündungen des Orinoco und Rio de la Plata näher bei Spanien zu liegen scheinen. der Anblick des Himmels und der Landschaft ganz anders sind als in Europa. dem Volk kommen je zuweilen diese glorreichen Namen auf die Zunge.

ihre Gründung und ihre Trennung vom Mutterlande. Des politischen Lebens bar. haben diese Handels. Andererseits sieht der Ansiedler von europäischer Abkunft verächtlich auf alles herab. und die ritterliche Ehre wie der kriegerische Ruhm durch Fanatismus und Golddurst befleckt wurden? Die Colonisten sind von sanfter Gemüthsart. Die Geschichte der neuen Kolonien hat nur zwei merkwürdige Ereignisse aufzuweisen. die sich wesentlich an die von den Colonisten bewohnten Länder knüpfen. Welchen Reiz können jene außerordentlichen Zeiten haben. in Guatimala und in Mexico sind allerdings Trümmer von Gebäuden. das Gesetzgebung. aber statt Bilder des friedlichen Fortschrittes des Gewerbefleißes und der Entwickelung der Gesetzgebung in den Kolonien vorzuführen. die sich im Osten der Anden ausbreiten. wo die Spanier unter Carls V. aber in einer ganzen Provinz findet man kaum ein paar Familien. die einen klaren Begriff von der Geschichte der Incas und der mexikanischen Fürsten haben. auf den Ebenen. Durch diesen glücklichen Wetteifer gelangten Kunst und Literatur in Jonien. Regierung mehr Mut als sittliche Kraft entwickelten. Nordwärts vom Rio Gila. erzählt diese Geschichte nur von verübtem Unrecht und von Gewaltthaten. sie 148 .kosmogonischen und religiösen Vorstellungen ein merkbares Uebergewicht über die rein nationalen Erinnerungen erhalten. In Peru. Heutzutage dagegen haben die Colonien weder eine eigene Geschichte noch eine eigene Literatur. Aber auch welch ein Abstand zwischen der eintönigen Geschichte neuerer Niederlassungen und dem lebenvollen Bilde. Sitten und politische Stürme der alten Colonien darbieten! Ihre durch abweichende Regierungsformen verschieden gefärbte geistige Bildung machte nicht selten die Eifersucht der Mutterländer rege.und Ackerbaustaaten an den großen Welthändeln immer nur passiven Antheil genommen. was sich auf die unterworfenen Völker bezieht. an den Usern des Missouri. überläßt er sich ganz dem Genusses der Gegenwart und wirft selten einen Blick in Vergangene Zeiten. aber mit dem Aufhören des Gebrauches der Quippus und der symbolischen Malereien. Noch mehr: die amerikanischen Colonien sind fast durchaus in Ländern angelegt. Da Erstere ist reich an Erinnerungen. Der Eingeborene hat seine Sprache. wo bei dem geringen Unterschied der Jahreszeiten der Ablauf der Jahre fast unmerklich wird. gehen die Ueberlieferungen nicht über ein Jahrhundert hinauf. Er sieht sich in die Mitte gestellt zwischen die frühere Geschichte des Mutterlandes und die seines Geburtslandes. historische Malereien und Bildwerke Zeugen der alten Kultur der Eingeborenen. Großgriechenland und Sicilien zur herrlichsten Entwicklung. seine Tracht und seinen Volkscharakter behalten. Die in der neuen Welt haben fast nie mächtige Nachbarn gehabt. und die eine ist ihm so gleichgültig wie die andere. in einem Klima. durch die Einführung des Christentums und andere Umstände. wo die dahingegangenen Geschlechter kaum eine Spur ihres Daseyns hinterlassen haben. und die gesellschaftlichen Zustände haben sich immer nur allgemach umgewandelt. sind die geschichtlichen und religiösen Ueberlieferungen allmählich untergegangen. die ich anderswo auseinander gesetzt.

menschenfressenden Caraiben. um sich mit Gewalt oder im Tauschhandel Sklaven. Goldkörner und Farbholz zu verschaf- 149 . und was noch lebendiger zur Einbildungskraft spricht als alle Wunder der physischen Welt. mitten im heißen Erdstrich.sind durch ihre Lage den Nationalvorurtheilen enthoben. In den Augen des Colonisten sind sie Fremde. Ich glaube hiermit die hauptsächlichsten Ursachen angegeben zu haben. kaum aus dem Naturzustande getreten. die Bande des Blutes aufzulösen. auf das nunmehr bewohnte Land sich beziehende. aber sie verschwinden in der Masse und konnten der allgemeinen Verdammnis nicht entgehen. ohne daß andere. hier laufen die Täler aus. aber in Terra Firma kam es lange zu keienr ordentlichen und planmäßigen Niederlassung. das im Schatten von Palmen und Baumfarnen in einem engen Thale liegt. bald von den zivilisierten Handelsvölkern Europas verwüstet wurden. sind Krieger des Mutterlandes. jenseits dieser Berge lebt ein vor Kurzem noch nomadisches Volk. Gegenstände von mannigfaltiger Anziehungskraft sollten uns dort in Anspruch nehmen. wie einem Volke. aus denen in den heutigen Kolonien die Nationalerinnerungen sich verlieren. die bald von den kriegerischen. welchen von Tausenden von Nachtvögeln bewohnt sind. wir sollten ein Kloster besuchen. jedoch nicht barbarisch. Unter den “Konquistadoren” waren sicher rechtschaffene und edle Männer. wild. würdig in ihre Stelle träten. Die Männer. Zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts wurden die unglücklichen Einwohner auf den Küsten von Carupano. das es verschmähte. Bereits wurden die Antillen angebaut und man führte dort die Gewächse der Alten Welt ein. und so wissen sie die Thaten bei der Eroberung nach ihrem wahren Werthe zu schätzen. wir können es nicht genug wiederholen. In den benachbarten Bergen gibt es dort Höhlen. Sechstes Kapitel Die Berge von Neuandalusien — Das Tal von Cumanacoa — Der Gipfel des Cocollar — Missionen der Chaymasindianer Unserem ersten Ausflug auf die Halbinsel Araya folgte bald ein zweiter und lehrreicherer ins Innere des Gebirges zu den Missionen der Chaymasindianer. geistesbeschränkt. In der stürmevollen Zeit einer staatlichen Wiedergeburt sehen sie sich auf sich selbst gestellt. köstliche Kühle genießt. Die Spanier besuchten die Küste nur. äußert einen bedeutenden Einfluß auf die ganze Lage der Ansiedler. Macarapas und Caracas behandelt. nicht weil es lange versunken war. wo man. denn drei Jahrhunderte haben hingereicht. und es ergeht ihnen. sondern weil es eben nichts weiß. Wir betraten jetzt ein mit Wäldern bedecktes Land. die sich damals ausgezeichnet. Zu diesen so mächtig anziehenden Gegenständen kamen noch geschichtliche Erinnerungen. sind Europäer. Dieser Umstand. Perlen. seine Geschichtsbücher zu befragen und aus den Unfällen vergangner Jahrhunderte Lehren der Weisheit zu schöpfen. wie zu unsrer Zeit die Einwohner der Küste von Guinea. Am Vorgebirge Paria sah Kolumbus zuerst das Festland.

die trefflich dazu dienten. Der Handel mit den kupferfarbigen Eingebornen führte zu denselben Unmenschlichkeiten wie der Negerhandel. hatte sich über alle Völker verbreitet. So hat jedes Jahrhundert seine eigene geistige und sittliche Farbe. Durch den Schein gewaltigen Religionseifers meinte man diese unersättliche Habsucht in eine höhere Sphäre zu heben. die Gefangenen wurden aus dem innern Lande an die Küste geschleppt und an die Weißen verkauft. Die Abschließung hatte zur Folge. wenn man daran denkt. als ihre zerstreuten Hütten noch nicht um das Haus des Missionars beisammen lagen. Ihre Zahl hat ansehnlich zugenommen. dem Nationalhaß immer frische Nahrung gab. Das herrliche Jahrhundert Leos X. So haben sich allmählich. die vier und fünfmal größer sind als Frankreich. trat in der neuen Welt mit einer Grausamkeit auf. die aus allen Stufen menschlicher Entwicklung die edlen Früchte der Unabhängigkeit sind. Man hat Alles bei ihnen. und damit den kleinen Krieg. Und doch waren die Spanier damals und noch lange nachher eines der civilisirtesten Völker Europas. bei solch erhabenem Schwung der Einbildungskraft hätten sich die Sitten sänftigen müssen. zur Geltung gebrachten Gundsätzen auf Terra Firma längst aufgehört. Ein Abglanz der Herrlichkeit. der die amerikanische Bevölkerung herabbrachte. den Mönchsorden unterwirft. die sie auf ihren Schiffen fesselten. überall. haben die europäischen Völker in allen Abschnitten der Geschichte denselben Charakter entwickelt. Der Sklavenhandel hatte dank den von Karl V.fen. jenes merkwürdige Regiment. Aber jenseits der Meere. die man Missionen nennt und die der Entwickelung des Ackerbaues Vorschub leisten. dem Blutvergießen Einhalt zu thun und den ersten Grund zur gesellschaftlichen Entwicklung zu legen. sind in der Folge dem Fortschritt derselben hindelich geworden. die in iherem Namen verübt worden. wo der Golddurst zum Mißbrauch der Gewalt führt. deren Sprache dieselbe Quelle hat wie die Sprache Dantes und Petrarcas. was trotz der Segnungen einer menschlicheren Gesetzgebung noch jetzt auf den Westküsten von Afrika vorgeht. in dieser mächtigen geistigen Entwicklung. keineswegs aber ihr geistiger Gesichtskreis. Von Stunde an wurden die Kriege unter den Eingeborenen häufiger. aber in gleichförmiger. sie vereinigte umherziehende Stämme zu den kleinen Gemeinden. das immer darauf hinausgeht. auf lange Zeit die Keime der Cultur erstickte. sich abzuschließen. Sieger und Unterworfene verwilderten dadurch. sie führte für die Eingeborenen das Wort vor dem Richterstuhl der Könige. was sie waren. daß sie der Menschheit einigen Trost brachte für die Greuel. er hatte auch dieselben Folgen. sie widersetzte sich den Gewalttätigkeiten der Pfründeninhaber. Sie haben mehr und mehr von der Charakterstärke und der natürlichen Lebendigkeit eingebüßt. daß die Indianer so ziemlich blieben. Man wundert sich aber nicht so sehr über das entsetzliche Bild der Eroberung von Amerika. und Länder. wie man sie nur den finstersten Jahrhunderten zutrauen sollte. Es war Pflicht der Religion. aber die Conquistadoren setzten ihre Streifzüge ins Land fort. planmäßiger Entwicklung jene großen mönchischen Niederlassungen gebildet. in der in Italien Kunst und Literatur blühten. Einrichtungen. sogar die 150 . Man sollte glauben.

Thermometer und ein Saussure’scher Hygrometer. zu denen der Barometer unter den Tropen täglich regelmäßig steigt und fällt. der geistigen Vertiefung förderlich seyn. der uns zu Fuß begleitete. Aus allen diesen Ursachen zusammen verharren die Indianer in den Missionen in einem Zustand von Uncultur. Es ergibt sich daraus. wenn es sich von geologischen Aufnahmen. aber in die Wildnisse der neuen Welt verpflanzt. sie hemmt den Verkehr unter den Völkern. was wenig zu bedeuten hat. zugleich aber auch dumm. und hat man ein einziges mal. unsere Instrumente und das nötige Papier zum Pflanzentrocknen zu tragen. was die Seele erhebt und den Vorstellungskreis erweitert. ein Inclinationscompaß. so lassen sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Abweichungen von diesem Stand das ganze Jahr hindurch und zu allen Stunden des Tages und der Nacht angeben. indessen mag sie immerhin hie und da Leidenschaften zur Ruhe bringen. auf alle Beziehungen des bürgerlichen Lebens angewendet. unseren Mundvorrat. wie die Entwicklung des menschlichen Geistes überhaupt. wegen der sehr beschwerlichen Wege unser Gepäck möglichst zu beschränken. Ihr Lebensunterhalt ist meist gesicherter.3 Linien. sie weist Alles ab. als mit dem Chronometer. Auf diese Jnstrumente beschränkten wir uns bei kleineren Ausflügen immer. ihre Sitten sind milder geworden. Wir ließen ihn in den fünf Jahren von einem Führer tragen. und so hat man sie gehorsam gemacht. Nachdem wir die Zeiten von Ebbe und Fluth im Luftmeere genau beobachtet. das heißt die Stunden. Die Mönchszucht innerhalb der Klostermauern entzieht zwar dem Staate nützliche Bürger. wenn sie nicht Rückschritte machten. die mehr als 12–15 Toisen ausmachen. die Quecksilberhöhe beobachtet. je länger sie andauert. Die größten Schwankungen im Luftdruck betragen in diesem Klima an der Küste nur 1–1. sahen wir ein. Sie hält von Geschlecht zu Geschlecht die geistige Entwicklung nieder. aber selbst diese ziemlich kostspielige Vorsicht schützte ihn nicht immer vor Beschädigung. ein Apparat zur Ermittlung der magnetischen Declination. 151 . eben weil sie nicht fortschreiten. aber der Zwang und das trübselige Einerlei des Missionsregiments lastet auf ihnen und ihr düsteres. muß sie desto verderblicher wirken. und ich bemerke hier. der Stillstand heißen müßte. an welchem Ort und zu welcher Stunde es sey. Am 4. daß im heißen Erdstrich durch den Mangel an correspondirenden Beobachtungen nicht leicht Fehler entstehen können. wie ungern sie die Freiheit der Ruhe zum Opfer gebracht haben. wenn nicht auch die menschlichen Vereine denselben Gesetzen gehorchten. der unabänderlichen Regel unterworfen. verschlossenes Wesen verräth. Zwei Lasttiere reichten auch hin. In derselben Kiste waren ein Sextant. September um 5 Uhr morgens brachen wir zu unserem Ausflug zu den Chaymas-Indianern und in die hohe Gebirgsgruppe von Neu-Andalusien auf. Man hatte uns geraten. daß kein Instrument dem Reisenden mehr Last und Sorge macht. oder vom Einfluß der Höhe auf das Klima und die Vertheilung der Gewächse handelt. daß wir das Relief des Landes mittelst des Barometers würden aufnehmen können. Mit dem Barometer mußte noch vorsichtiger umgegangen werden.unbedeutendsten Verrichtungen des häuslichen Lebens. große Schmerzen lindern. ohne correspondirende Beobachtungen in Cumana zu Hülfe zu nehmen.

Nach zwei Stunden Weges gelangten wir an den Fuß der hohen Bergkette im Inneren. von der Sonnengluth und vom Sauerstoff der Luft verbrannte Rinde sticht ab vom frischen Grün der Pothos und der Dracontien. an deren Südabhang wir hinzogen. einst eine durch einen Meeresarm vom Festland getrennte Insel bildeten. deren lederartige glänzende Blätter nicht selten mehrere Fuß lang sind. Diese geographische Vertheilung der Gewächse weist. Der Weg oder vielmehr der Fußpfad nach Cumanacoa führt am rechten Ufer des Manzanares hin über das Kapuzinerhospiz. wie es scheint. Bäume von riesiger Höhe. Cosstus. steigen aus den Schluchten empor. in die Höhe steigen. daß die heiße Erdzone und das nördliche Europa die interessante Eigentümlichkeit gemein haben. die Hügel. die von Mestizen bewohnt sind. die in Havana unter dem seltsamen Namen Dictamno real gezogen wird. wie auf einem vom schmelzenden Schnee durchfeuchteten Boden die Vegetation in den Gebirgen ganz den Charakter einer Sumpfvegetation zeigt. Beim Hospiz Divina Pastora wendet sich der Weg nach Nordost und läuft zwei Meilen über einen baumlosen Landstrich. als ob unter den Tropen die parasitischen Monocotyledonen die Stelle des Mooses und der Flechten unserer nördlichen Landstriche verträten. In diesen amerikanischen Alpen wachsen noch in bedeutenden Höhen Helikonien. So kommt es. die am Golf von Cariaco vorkommen. Allionia. über die mit goldgelb blühender Bava [ Zygophyllum arboreum. Alles erhält einen großartigeren. Man findet hier nicht nur Cactus. Büsche des cistusblätterigen Tribulus und die schöne purpurfarbige Euphorbie. als die Luft sich zu erwärmen beginnt. feuchte Orte aufsuchen. ihre Umrisse erscheinen schärfer. daß. Nachdem wir von Cumana aufgebrochen. Peruvium. Hier beginnen neue Gebirgsarten und damit ein anderer Habitus des Pflanzenwuchses. Das Blau der Berggipfel ist dunkler. die vom Brigantin bis zum Cerro de San Lorenzo von Ost nach West streicht. wie oben bemerkt worden.] bedeckte Ebene und die Berge des Brigantin. desto mehr erinnerten uns die Gesteinmassen sowohl nach Gestalt als Gruppierung an Schweizer und Tiroler Landschaften. Maranta und andere Pflanzen aus der Familie der Canna-Arten. Es ist nicht anders. auf den Umriß der alten Küste hin und spricht dafür. sondern auch Avicennia. malerischeren Charakter. wie nahe uns die Cordillere gerückt schien. Jacq. das in einem kleinen Gehölze von Gayacbäumen und baumartigen Capparis liegt. mit Schlinggewächsen bedeckt. Je weiter wir kamen. Der quellenreiche Boden ist nach allen Richtungen von Wasserfäden durchzogen. Wir kamen in der Schlucht los Frailes und zwischen Cuesta de Caneyes und dem Rio Guriental an Hütten vorbei. daß in einer beständig mit Wasserdampf erfüllten Luft. der früher Seeboden war. Es fiel uns auf. so lange nicht die Durchsichtigkeit der Luft durch die Dünste beeinträchtigt wird. hatten wir auf dem Hügel von San Francisco in der kurzen Morgendämmerung eine weite Aussicht über die See.Der Morgen war köstlich kühl. ihre schwarze. bevor die Scheibe der ausgehenden Sonne den Horizont erreicht hatte. ihre Massen treten deutlicher hervor. Thalinum und die meisten Portulaceen. die Nachts in den Thälern lagern und im Maaße. die in der Nähe der Küste nur niedrige. Jede 152 .

dennoch wird die Culturentwicklung der Völker dadurch niedergehalten. so sieht man. wo unser Geschlecht in ewigem Kampf mit den Elementen liegt. weite Landstrecken. Weizen. Diese Vereinzelung hemmt den Fortschritt der Kultur. Gerste. warum sich im Schooße des Ueberflusses. unter den Tropen dagegen. Ohne Nachbarn. wie klein diese Flecke urbar gemachten Landes sind. die Geistesfähigkeiten nicht so rasch entwickeln als unter einem strengen Himmel. ernährt reichlich eine zahlreiche Bevölkerung. Nur wenn dieses Bedürfniß sich geltend macht. die dieser Reichthum des Bodens. wie es zu einer Natur paßt.Hütte liegt mitten in einem Gehege. In Europa schätzen wir die Zahl der Einwohner nach der Ausdehnung des urbaren Landes. wird für den Reisenden ein Merkmal der Ueberfülle der Natur. sondern auch von der Wahl der Nahrungsgewächse bedingt wird. Diese Betrachtungen über den Ackerbau in heißen Landstrichen erinnern von selbst daran. als die gleiche mit Getreide bestellte Fläche. als der Menschenverein zahlreicher wird und die Bande zwischen den einzelnen sich fester knüpfen und vervielfältigen. in der Region der Getreidearten. auf dem Bananenbäume. In diesen gesegneten Landstrichen entspricht die unermeßliche Fruchtbarkeit des Bodens der Gluthhitze und der Feuchtigkeit der Lust. stoßen die bebauten Grundstücke nothwendig an einander. weil der Mensch zu seinem Lebensunterhalt nur wenige Morgen bebaut. und daß solches nicht nur von der Höhe der Bevölkerung. Zuckerrohr und Mais einfriedigt. Anders in der heißen Zone. wenn man nicht bedächte. erscheint jede Ansiederfamilie wie ein vereinzelter Volksstamm. Rohes. welch inniger Verband zwischen dem Umfang des urbar gemachten Landes und dem gesellschaftlichen Fortschritt besteht. Daß die Hütten einsam im Walde zerstreut liegen. In Europa bedecken unsere nahrhaften Grasarten. das Bananenbäume. In einem milden. die ihm weit reichere und frühere Ernten liefern. deren ursprüngliche Physiognomie durch die Kunst noch nicht verwischt ist. geben sowohl der physischen Gestaltung des Landes als dem Charakter der Bewohner ein eigenes Gepräge. oft reicht ein ganz kleiner Fleck urbaren Landes für den Bedarf mehrerer Familien hin.und Brodfruchtbäumen. die sich nur in dem Maaß entwickeln kann. daß die bebauten Grundstücke durch Wald von einander getrennt bleiben oder unmittelbar an einander stoßen. Yams und Mais stehen. Man müßte sich wundern. die alle Aufmerksamkeit verdienen. gleichförmigen Klima kennt der Mensch kein anderes dringendes Bedürfniß als das der Nahrung. Roggen. daß ein mit Pisang angepflanzter Morgen Landes gegen zwanzigmal mehr Nahrungsstoff liefert. überall. Melonenbäume. im heißesten und feuchtesten Striche von Südamerika. fühlt er sich zur Arbeit getrieben. die Einsamkeit entwickelt aber auch und stärkt im Menschen das Gefühl der Unabhängigkeit und Frei153 . wo die Völker sich von Cerealien nähren. scheinen sehr stark bevölkerte Provinzen beinahe wüste zu liegen. So groß die Fülle der Lebensmittel ist. und man sieht leicht ein. Wirft man einen Blick auf die von ackerbautreibenden Völkern bewohnten Länder. Diese Umstände. fast ohne allen Verkehr mit Menschen. beide erhalten dadurch in ihrem ganzen Wesen etwas Wildes. wo der Mensch sich Gewächse aneignen konnte. Manioc. die strotzende Kraft der organischen Natur hervorbringt. Ein kleines Stück Boden. im Schatten von Bananen.

wodurch diese so unendlich anziehend und malerisch wird. das Gepräge einer jungfräulichen. die Einwohner in der heißesten Jahreszeit sehr kaltes Quellwasser trinken können. so erhält sich. Da hier von Quellen die Rede ist. er tritt nicht als unumschränkter Gebieter auf. den niemals eine Pflugschar zerrissen hat. der in Ruhe des Segens der Natur genießt. durch Wahl und Ertrag der Nahrungsgewächse drei wichtige Momente vorzugsweise bestimmt: das gesellige Beisammenleben der Familien oder ihre Vereinzelung. und die Physiognomie der Landschaft.heit. Die Lappen bei Umeo und Sörsele. sondern wie ein flüchtiger Gast. Allem Vermuthen nach wird dieser Zustand nur äußerst langsam einem andern Platz machen. Unter den Tropen nehmen die ackerbauenden Völker weniger Raum ein. so folgt daraus. der raschere oder langsamere Fortschritt der Cultur. der die Bodenoberfläche nach Gefallen modelt. gleich einer Liane. Die Quellen.7° stand. acht. daß die Quelle von Quetepe sich erst in mehr als 350 Toifen absoluter Höhe so bedeutend abkühlt. in Folge einer merkwürdigen Verknüpfung physischer und moralischer Ursachen. Gegen drei Uhr nachmittags hielten wir auf einer kleinen Hochebene an. desto mehr zeigte uns das Barometer. geben häufig eine zu rasche Abnahme der Luftwärme an. Wenn in unsern gemäßigten Landstrichen es besonders der Getreidebau ist. Quetepe genannt. während das Thermometer an der Luft auf 28.6 bis 3. es zeigte 22. so sey bemerkt. daß der Boden mehr anstieg. die von benachbarten höheren Bergen herabkommen. Die wildwachsenden Pflanzen beherrschen noch durch ihre Masse die angebauten Gewächse und bestimmen allein den Charakter der Landschaft. die sich im Luftzuge schaukeln.25 m hoch] und bildet über dem Wege Gewinde. der von jeher die Völker von castilianischem Blute ausgezeichnet hat. Dieselben Ursachen.5° der hundertteiligen Scale (18° R. daß nur in Ländern. Die Baumstämme boten uns hier einen ganz eigenen Anblick. wenn nicht andere lokale Ursachen auf die Temperatur der Quellen Einfluß äußern. die etwa 190 Toisen [370 m] über dem Meere liegt. wo die mittlere Sommertemperatur von der durchschnittlichen des ganzen Jahres bedeutend abweicht.). Je tiefer wir in den Wald hineinkamen. zehn Fuß [2. Bre154 . in der heißen Zone selbst bei zunehmender Bevölkerung die Großartigkeit der Pflanzengestalten. deren Wasser bei den Eingeborenen als sehr kühl und gesund berühmt ist. unter dem 65. aller Wahrscheinlichkeit nach. Wir fanden das Wasser wirklich ausgezeichnet. der Anstrich von Wildheit erhalten bleibt. die Herrschaft des Menschen reicht nicht so weit. der in gemäßigten Klimaten sich durch den Getreidebau verliert. deren mächtiger Einfluß uns weiterhin noch oft beschäftigen wird. In der Umgegend der volkreichsten Städte starrt der Boden noch immer von Wäldern oder ist mit einem dichten Pflanzenfilz überzogen. So werden denn. ungezähmten Natur. der dem urbaren Lande einen so trübselig eintönigen Anstrich gibt. daß dem Boden. Es stehen hier einige Hütten an einer Quelle. die in der heißen Zone in der Ebene oder in unbedeutender Höhe zu Tage kommen. eine Grasart mit quirlförmigen Zweigen klettert. Nimmt man als mittlere Temperatur des Wassers an der Küste von Cumana 26° an. selbst in den am stärksten bevölkerten Ländern des tropischen Amerika. haben zur Folge. sie nährt jenen Stolz.

während bei Tage die Luftwärme im Schatten auf 26 oder 27 Grad steigt. da uns hier zum erstenmal die Vegetation der Tropen in ihrer Massenhaftigkeit entgegentrat. ist pflanzenlos und fällt gegen Nord und Süd steil ab. weil man meint. um mittelst des Chronometers die Länge des Orts zu bestimmen. welche die Küste von den großen Ebenen oder Savannen an den Ufern des Orinoko trennt. von hohen Bergen umgebenes Becken steht durch einen schmalen Canal. bei einer feindlichen Landung würden die Einwohner von Cumana auf diesem Gebirgskamm eine Zufluchtsstätte finden. die Baumwipfel.itegrad. Dieser Aussichtspunkt wird uns lange in Gedächtnis bleiben. brachen wir die ersten Melastomen. erfrischen sich an Quellen. und ich konnte eben noch ein paar Stundenwinkel aufnehmen. mit langen Blüthenbüscheln gekrönt. in Gebüschen von Polygala montana. Der Teil dieser Berggruppe. Man gibt sich leicht Rechenschaft von diesen Erscheinungen. Besonders fiel uns die merkwürdige Bildung eines Hafens auf. dessen geographische Lage genau zu kennen so wichtig wäre. der Reisende behält die Orte lieb. das er bis dahin nie wild wachsend gesehen. — Die magnetische Inclination war in Quetepe 40°. den man Laguna grande oder Laguna de Obispo nennt. mit dem Meerbusen von Cariaco 155 . das Vorgebirge Macanao und die Halbinsel Maniquarez. Ein ungeheurer Wald breitete sich zu unseren Füßen bis zum Ocean hinab. Auf einem Sandsteinhügel über der Quelle hatten wir eine prachtvolle Aussicht auf das Meer. dessen tiefdunkle Färbung das Licht in der Luft noch glänzender erscheinen ließ. ist der Abstand zwischen der Luft und den Quellen niemals über 16–17 Grad. Die Felsenküste von Araya lag nach ihrer ganzen Länge vor uns. Die Aussicht auf dem Imposible ist noch schöner und weiter als auf der Ebene Quetepe. daß die Temperatur in der Tiefe des Bodens und die der unterirdischen Quellen fast ganz übereinkonnnt mit der mittleren Jahrestemperatur der Luft. durch den nur Ein Schiff fahren kann. je mehr man sich vom Aequator entfernt. den Landungsplatz und die Rhede von Cumana sehen. mit Lianen behangen. durch den der Weg nach Cumanacoa läuft.7 der hunderttheiligen Scale. unter den Stämmen von Malpighia corolloboefolia mit stark lederartigen Blättern. die unter dem Namen Melastoma rufescens beschrieben worden. Ein weites. Auf dem Hügel von Quetepe. Weiter gegen Südwest wird der Boden dürr und sandig. Wir kamen kurz vor Sonnenuntergang auf dem Gipfel an. Deutlich konnten wir mit bloßem Auge den abgestutzten Gipfel des Brigantin. deren Temperatur im August kaum 2 bis 3 Grad über dem Frierpunkt steht. und daß diese von der mittleren Sommerwärme desto mehr abweicht. Dieser Anblick ergriff uns um so mehr. und unter den Tropen steigt er selten auf 6–7 Grad. namentlich die schöne Art. wir erstiegen eine ziemlich hohe Berggruppe. wenn man weiß. In unsern gemäßigten Landstrichen. ohne Zweifel weil die Regenzeit seit mehreren Tagen begonnen und die Luft bereits Wasserdunst aufgenommen hatte. der Cyanometer gab das Blau des Himmels im Zenith nur zu 84° an. in Frankreich und Deutschland. wo er zuerst ein Pflanzengeschlecht angetroffen. bildeten einen ungeheuren grünen Teppich. Er führt den Namen Imposible.

Dasselbe Commando bleibt fünf bis sechs Monate lang auf dem Berg. haben bewiesen. Der Gipfel des Imposible ist. könnten mehrere Geschwader neben einander ankern. den nur einmal im Jahr die Fahrzeuge besuchen. der sich wie ein Fluß durch senkrechte. deren Schauplatz nach der seitdem eingetretenen politischen Umwälzung diese Gegend wurde. wo ein Militärposten von acht Mann unter einem spanischen Unteroffizier liegt. Hinten in der Bucht liegen einige Weiden.2° auf 21. bei einem plötzlichen feindlichen Ueberfall nach kurzem Widerstand das Schloß San Antonio aufzugeben und die ganze Kriegsmacht der Provinz um den Berg zusammenzuziehen. Man nimmt dazu vorzugsweise Soldaten. die für die Theorie der irdischen Strahlenbrechung nicht ohne Belang ist. kommt aus dem Sandstein. Die Schichten desselben streichen hier wie auf dem Rücken der benachbarten Berge ziemlich regelmäßig von NordNord-Ost nach Süd-Süd-West.3°. der als der Schlüssel der Llanos anzusehen ist. die Chacras oder Pflanzungen in der Gegend haben. mittlere Zeit. eine starke Quelle zu Tag. die Leonardo da Vinci aus dem Hintergrund seines berühmten Bildnisses der Joconda [Mona Lisa. Gattin des Francesco del Gioconde] angebracht hat. das heißt die Bewohner der Ebenen. welche Maulthiere nach den Antillen bringen. na156 . flüchteten sich viele Einwohner nach Cumanacoa und brachten ihre werthvollste Habe in Schuppen unter. den Fidalgo genau aufgenommen hat. Diese Richtung ist auch im Urgebirge der Halbinsel Araya und längs der Küste von Venezuela die häufigste. das neben einem Pulvermagazin liegt und wo der Reisende alle Bequemlichkeit findet. Es ist ein völlig einsamer Ort. Die Nacht brachten wir in einem Hause zu. Unser Blick verfolgte die Windungen des Meeresarms. versteinerungslosen Sandstein bedeckt. in dem die Sonnenscheibe den Meereshorizont berührte. fast senkrecht ausgerichtete Schichten. die zweite um 6 Uhr 10 Min. soweit meine Beobachtung reicht. Man sieht an diesem Punkt von Nordwest nach Südost streichende. Wir konnten mit dem Chronometer den Moment beobachten. bei Peñas Negras. Man war entschlossen. zerbrochene. Wurde diese auffallende Abkühlung etwa durch einen aufsteigenden Strom bewirkt? Die Luft war indessen ruhig und kein wagrechter Luftzug zu bemerken. Am nördlichen Abhang des Imposible. schicken ihre Produkte. Die kriegerischen Ereignisse. wurde auf dem Gipfel des Berges in 296 Toisen absoluter Höhe angestellt. Diese Beobachtung. Die erste Berührung fand statt um 6 Uhr 8 Minuten 13 Secunden. kahle Felsen sein Bett gegraben hat. In diesem Hafen. 26 Sec. wie richtig jener erste Plan berechnet war. Drei Minuten nach der letzten scheinbaren Berührung der Scheibe mit dem Meereshorizont fiel das Thermometer plötzlich von 25. Mit dem Untergang der Sonne trat eine sehr rasche Abkühlung der Luft ein. die man in der Eile auf dem Gipfel des Imposible aufgeschlagen. mit einem quarzigen. Es ist ein Hospiz. der mit Schieferthon wechsellagert. Die Llaneros. Als nach der Einnahme der Insel Trinidad durch die Engländer im Jahr 1797 der Stadt Cumana ein Angriff drohte.in Verbindung. Dieser merkwürdige Anblick erinnert an die phantastische Landschaft.

Bei der Casa de la Polvora beobachtete ich die Inclination der Magnetnadel. Durch diese Zufälle sind auf dem Wege von Cumana nach Cumanacoa die alten Bäume seltener geworden. halb in ungeheure Rauchwolken gehüllten Flammen gewährten das großartigste Schauspiel. Ich stand Nachts auf. Gotthard zugebracht. Der Weg abwärts ist für Lasttiere sehr gefährlich. Am 5. Das Volk bezahlte geduldig den Zoll für einen Weg. wie unser Führer. Die Einwohner zünden die Wälder an. leider hatte man damit in der Ebene am Fuß des Imposible begonnen. aus denen aus allen Fortschrittsprojekten in den spanischen Colonien nichts wird. aber das Haus auf dem Imposible.7 (15° R. Es war Mitternacht. Cuspa und Cecropia mit silberglänzenden Blättern niederstürzen. Der einsame Ort erinnerte mich lebhaft an die Nächte. das hierzulande schon selten genug ist. lag auch 258 Toisen über dem Meeresspiegel. und doch stand der Thermometer noch auf 19°. Verschiedene Civilbehörden nahmen das Recht in Anspruch. sieht man den Alpenkalk unter dem Sandstein wieder zum Vorschein kommen. um die Weiden zu verbessern und das Unterholz zu vertilgen. ich starrte vor Kälte. die Intensität der magnetischen Kraft hatte somit zwischen der Küste und dem Berg zugenommen. nicht auslöschen. 157 . die ich oben auf dem St. daß an verschiedenen Orten der Provinz die Trockenheit zugenommen habe.5. Leder und Vieh über den Imposible in den Hafen von Cumana. Im Jahr 1797 hatte man sehr zweckmäßig beschlossen. von St. Da die Schichten meist nach Süd und Südost fallen. Wenn man vom Imposible herabkommt. in dem wir die Nacht zubrachten. Die Straße war sogar zu einem Drittheil bereits fertig. September vor Sonnenaufgang brachen wir vom Imposible auf. der gar nicht da war.mentlich Mais. Die Arbeit gerieth aus einer der Ursachen ins Stocken. und das schwierigste Stück des Wegs wurde gar nicht in Angriff genommen. an denen sie gekocht haben. sondern auch weil er nicht mehr so stark bewaldet ist wie zur Zeit der Eroberung. In der Regenzeit werden diese Quellen zu reißenden Bergströmen. um die Breite des Orts nach dem Durchgang Fomahaults durch den Meridian zu bestimmen. und die Einwohner machen die richtige Bemerkung. die auf ihren Zügen die Feuer. die im Schatten von Hura. Die Zahl der Schwingungen in zehn Minuten Zeit betrug 233. Wir sahen rasch hintereinander Indianer oder Mulatten mit Maulthieren ankommen. die Arbeit mit zu leiten. der Pfad ist meist nur 15 Zoll [40 cm] breit und läuft beiderseits an Abgründen hin. Die röthlichen. so kommen am Südabhang des Berges sehr viele Quellen zu Tag. Häufig entstehen auch ungeheure Waldbrände durch die Unvorsichtigkeit der Indianer. Es brannte an mehreren Stellen in den weiten Waldungen um den Berg. sie war gleich 40°. bis der Statthalter von Cumana den Mißbrauch abstellte. das die auf dem Alpenkalk gelagerten Sandsteinschichten enthalten mochten.). In Cumana sah ich ihn nie unter 21° fallen. was vielleicht von eisenschüssigem Gestein herrührte. unter dem das Gras erstickt. nicht allein weil der Boden durch die vielen Erdbeben von Jahr zu Jahr mehr zerklüftet wird. Fernando bis an den Berg eine gute Straße anzulegen.

durch den eine Menge kleiner Flüsse laufen. Ströme und Pflanzenmassen. sondern mitten darin. blaßgelbe Rinde ist ein ausgezeichnetes Fiebermittel. deren Laub auf beiden Seiten ganz grün war. Wir machten die Bemerkung. und nach den kürzlichen Mittheilungen Don Pedro Francos. so weiß er sich von seinen mannigfaltigen Empfindungen kaum Rechenschaft zu geben. so hat er ein ganz unerwartetes Naturbild vor sich. was mehr sein Staunen erregt. Mitten im Wald. habe sie vor letzterer den Vorzug. erinnert nur entfernt an die Schilderungen. in Florida und in andern gemäßigten Ländern der neuen Welt entworfen haben. in Pulverform gereicht. welche berühmte Schriftsteller an den Ufern des Mississippi. betraten wir einen dichten Wald. Seine sehr dünne. eiförmig. sondern auf einem gewaltigen Continent. der Manioc und so viele andere nutzbare Gewächse. da sie bei Kranken mit geschwächtem Unterleib den Magen weniger angreife. Melonenbäume und Orangenbäume mit großen süßen Früchten wild wachsend. je nachdem der Boden dürr oder sumpfig ist. ganzrandig. seine wechselständigen Blätter sind glatt. Die Cuspa wird mit sehr guten Erfolg als weingeistiger Extrakt und als wässeriger Aufguß sowohl bei Wechselfiebern als bei bösartigen Fiebern gegeben. Hat er Sinn für landschaftliche Schönheit. wie am Südabhang des Cocollar. aber diese Bitterkeit ist nicht so unangenehm. schattige Orte liebt. an den Ufern des Rio Erdeño. Als wir aus der Schlucht.Die Cuspa. ist ein den europäischen Botanikern noch unbekannter Baum. findet man. mehr oder weniger silberfarbige Blätter treibt. Wir sahen Stämme. Es sind wahrscheinlich Ueberbleibsel einiger Conucas oder indianischer Pflanzungen. so wenig wie der Pisang. nicht auf einer der antillischen Inseln. Es ist als hätte der mit Gewächsen überladene Boden gar nicht Raum genug zu 158 . die man leicht durchwatet.5 m] hoch. Die Wurzeln dieser Bäume waren unter Büschen von Dorstenia versteckt. Wenn ein eben aus Europa angekommener Reisender zum erstenmal die Wälder Südamerikas betritt. obgleich sie den Menschen seit uralter Zeit auf seinen Wanderungen begleitet haben. wo Alles riesenhaft ist. Er weiß nicht zu sagen. hat den Aerztn in Cadiz einen ansehnlichen Vorrat davon geschickt. daß die Cecropia. daß er sich nicht an den Grenzen der heißen Zone befindet. Bei jedem Schritt fühlt er. Pharmaceuten am Militärspital zu Cumana. der Statthalter von Cumana. herauskamen. Berge. dieselbe hat sogar mehr Bitterkeit als die Rinden der echten Cinchonen. deren eigentliche Heimat wir nicht kennen. hat man in Europa die Cuspa für fast ebenso wirksam erklärt. die nur feuchte. Sein Stamm wird kaum 15 bis 20 Fuß [5 bis 6. Er diente lange nur als Bauholz uns seit dem Jahre 1797 unter dem Namen Cascarilla oder Quinquina von Neuandalusien berühmt geworden. der Melonenbaum. die feierliche Stille der Einsamkeit oder die Schönheit der einzelnen Gestalten und ihrer Kontraste oder die Kraft und die Fülle des vegetabilischen Lebens. Man behauptet. Alles was er sieht. der Mais. Emparan. die in der Umgegend von Cumana und Bordones ziemlich häufig vorkommt. die durch die Stellung ihrer Aeste und den schlanken Stamm an den Palmenhabitus erinnert. die sich am Imposible hinabzieht. als die Quinquina von Santa Fe. denn auch der Orangenbaum kann in diesen Landstrichen nicht zu den ursprünglich hier heimischen Gewächsen gerechnet werden.

ihrer Entwicklung. Früchte und Laub. die wegen der lebhaften Farben ihres Gefieders allgemein bekannt sind. wie in einem Dampfbade. da wir sehr leicht gekleidet waren. Diese saftigen Gewächse werden acht bis zehn Fuß hoch. hier wimmelte der Boden von Wasserpflanzen mit pfeilförmigen Blättern. so würde ein ganzes Stück Land damit bedeckt. Man muß in diesen Ländern. sorgsam verpflanzen. Blüten. durch die man kaum hin und wieder den blauen Himmel sieht. Bei San Fernando war die Verdunstung unter den Strahlen der Sonne so stark. da das Grün der tropischen Gewächse meist einen sehr kräftigen. Zerstreute Felsmassen waren mit einem großen Baumfarn bewachsen. mehr als hundert Fuß [30 m] hoch. unter denen wir die prachtvollen Blüthen der Costus.] wachsen. Es sind Werke des bewunderungswürdigen Bautriebes der Drosseln. die von Fels zu Fels stürzen. klettern zu den Baumwipfeln empor und schwingen sich. könnten sie in Europa für kleine Wälder gelten. flogen nur paarweise. besonders in den heißen Thälern der Anden gelebt haben. vom einen zum anderen. Durch diese wunderliche Aufeinanderfolge erweitern die Wälder. während die eigentlichen Papageien in Schwärmen von mehreren hundert Stück umherfliegen. der sich vom Polypodium arboreum der Antillen wesentlich unterscheidet. wie die Fels und Gebirgswände. daß zuweilen das Geschrei dieser Vögel das Brausen der Bergströme. glänzende Stamm der Jagua ist meist den Bauchufern 159 . die verschiedenen Arten gehören. da die Schmarotzergewächse sich überall durcheinander wirren. — Dieselben Lianen. besonders von Canna-Arten. die auf einem einzigen Heuschreckenbaum oder amerikanischen Feigenbaum [ Ficus gigantea. der Thalien und Heliconien erkannten. Der glatte. So kommt es. der Botaniker Gefahr läuft. Er schien mir um so tiefer indigoblau. die am Boden kriechen. Wir wanderten einige Stunden im Schatten dieser Wölbungen. Die letzteren. Das herrliche Bild eines Wiesgrundes und eines mit Blumen durchwirkten Rasens ist den niedern Landstrichen der heißen Zone fast ganz fremd und findet sich nur auf den Hochebenen der Anden wieder. daß. um es für möglich zu halten. Ueberall verstecken sich die Baumstämme hinter einen grünen Teppich. übertönt. die Pfeffer. Unter dem gemäßigten Himmelsstrich hätten unter solchen Umständen Gräser und Riedgräser einen weiten Wiesenteppich gebildet. das mit dem hohen Wuchs angenehm kontrastiert. durchnäßt wurden. und wollte man all die Orchideen. Eine starke Meile vor dem Dorfe San Fernando kamen wir aus dem Walde heraus. deren Gesang sich mit dem heiseren Geschrei der Papageien und Aras mischte.und Pothosarten. daß wir. die an den Aesten der niedrigsten Bäume aufgehängt sind. Hier sahen wir zum erstenmal jene Nester in Gestalt von Flaschen oder kleinen Taschen. Ein schmaler Fußpfad führt auf mehreren Umwegen in ein offenes. aber ausnehmend feuchtes Land. ins Bräunliche spiegelnde Ton hat. und wo sie dicht beisammen stehen. zu verwechseln. den Bereich der organischen Natur. Form und Stellung der Blätter geben ihr ein Ansehen von Leichtigkeit. Nichts kann zierlicher sein als diese baumartige Grasart. das die Indianer Jagua oder Guadua nennen und das über vierzig Fuß [13 m] hoch wird. Am Wege wuchs eine Art Bambusrohr.

Es ist eine förmliche Karawanserei. und was ziemlich auffallend ist. Der westliche Abhang der Anden erscheint als ihre eigentliche Heimath. 47 In den spanischen Kolonien heißt Mision oder Pueblo de Mision ein Anzahl Wohnungen um eine Kirche herum. »königliches Haus«. den Pfarrer einer indianischen Gemeinde. oder vielmehr Nestus alpina] der Insel Bourbon.zugeneigt und schwankt beim leisesten Luftzuge hin und her.47 Die Häuser oder vielmehr Hütten der Chaymasindianer sind weit auseinander gerückt und nicht von Gärten umgeben. der Ordensgeistlicher ist. das auf einer schmalen. alles erinnert an die Gemeinden der mährischen Brüder. Es war die erste Mision. Die indianischen Dörfer. Jede indianische Familie baut draußen vor dem Dorfe außer ihren eigenen Garten den Conuco de la comunidad. wie wir oft erfahren. und wollte ich nur meine eigene Erfahrung sprechen lassen. die Wohnung des Missionars und das bescheidene Gebäude. Die breiten geraden Straßen schneiden sich unter rechten Winkeln. wo die Reisenden Obdach finden. Die gleichförmige Bauart. unsoliden Wände bestehen aus Letten oder Lianenzweigen. sondern auch in den hohen Thälern der Cordilleren bis in 860 Toisen Meereshöhe angetroffen. Auf dem großen Platze mitten im Dorfe stehen die Kirche. so möchte ich behaupten. In den Sümpfen sind auf den großen unter Wasser stehenden Ebenen am untern Orinoco. von sehr steilen Kalksteinwänden umgebenen Ebene liegt. das pomphaft Case des Rey. Die ostindischen Bambus. und man könnte meinen. wo ein Missionar. daß von allen Pflanzengestalten unter den Tropen keine die Einbildungskraft des Reisenden mehr anregt als der Bambus und der Baumfarn. kaum über dem Meer gelegenen Landstrichen. wo das Wort Wirtshaus noch unbekannt ist. als man gewöhnlich glaubt. den Pfarrer eines von Weißen oder Farbigen bewohnten Dorfes. die ausnehmende Reinlichkeit in den Häusern. Man unterscheidet noch weiter den Cura doctrinero. heißen Pueblos de Doctrina. in Neugrenada und im Königreich Quito mehrere Meilen lange dichte Wälder bilden. In Amerika sind aber die Bambusanen nicht so häufig. Die Casas des Rey findet man in allen spanischen Kolonien. welcher der Missionar vorsteht. Der Weg mit dem Bambusgebüsch zu beiden Seiten führte uns zum kleinen Dorfe San Fernando. die der Küste zu liegen.oder Indigoplantage. gehören derselben Pflanzengruppe an. der Guaduas Südamerikas. die unter der Obhut von Pfarrers stehen. und deren Ertrag. und. die sehr dünnen. In den Missionen. wenn das Gesetz streng befolgt wird. ist der Gemeindegarten meist eine Zucker. und den Cura rector. So hoch auch das Rohr [ Arundo donax] im mittäglichen Europa wächst. nur zur Erhaltung der Kirche und zur Anschaffung von Paramenten verwendet werden darf. wogegen sie im Nordwesten. die wir in Amerika betraten. das ernste schweigsame Wesen der Einwohner. sie seyen eine Nachahmung der nach dem Gesetze Manco-Capacs errichteten Tambos in Peru. am Apure und Atabapo fehlen sie fast ganz. den Gottesdienst versieht. so gibt es doch keinen Begriff vom Aussehen der baumartigen Gräser. die calumets des hauts [ Bambusa. wir haben sie nicht nur in tiefen. eine wahre Wohltat in einem Lande. betitelt wird. 160 . In diesem arbeiten die Erwachsenen beider Geschlechter morgens und abends je eine Stunde. vielleicht sogar die riesenhaften Arundinarien an den Ufern des Mississippi.

daß sich die Spanier mitten in den Wäldern Amerikas für die Kriege und politischer Stürme der alten Welt immer noch so lebhaft interessiren. carne de vaca. ehe man ihr das breite Messer in die Halswirbel stieß. die des anderen Tages geschlachtet werden sollte. nach welcher kein Weißer weltlichen Standes sich länger als eine Nacht in einem indianischen Dorfe aufhalten darf. die Milch des Landes. mit ihm die Kuh zu besuchen. Er saß den größten Teil des Tages über in einem großen Armstuhle von rotem Holz und beklagte sich bitter über die Trägheit und Unwissenheit seiner Landsleute. sey doch gutes Kuhfleisch. aber thatsächlich eine so ziemlich unabhängige Hierarchie für sich. oft an einer alten Verordnung festhalten. man muß sich mit Empfehlungen geistlicher Behörden versehen. die man sich im Norden vom schwärmerischen Trübsinn und dem beschaulichen Leben der Missionare macht. der ihm nach mehreren 161 . als die Missionäre. Die Kuh hatte nur sieben Piaster gekostet. die den Missionen der Chaymas-Indianer vorstehen. die ihm sehr gewagt und zum wenigsten ganz unnütz schien. wo es an geistiger Beschäftigung fehlt. er pries in begeisterten Worten das Wasser. er sah die Mission gedeihen. die Sinnlichkeit quillt eben überall über. Hier wie am Orinoco wurde es uns sehr beschwerlich. die Bananen. Seine bedeutende Körperrundung. Oft bat uns unser Wirth. am wirksamsten sind die der Gardians der Klöster und der in Rom residirenden Ordensgenerale. sey es aus Besorgniß für die Sittlichkeit ihrer Pfarrkinder. konnte er sich eines boshaften Lächelns nicht enthalten. Unser Missionär schien übrigens mit seiner Stellung vollkommen zufrieden. sein Interesse für Gefechte und Belagerungen stimmten schlecht zu der Vorstellung. empfing uns doch der alte Ordensmann ganz freundlich und erlaubte uns. Der Missionar von San Fernando war ein sehr bejahrter. man machte ihr einen Schnitt durch die Häckse. sein guter Humor. so lernten wir dabei doch die ausnehmende Fertigkeit der Chaymas kennen. Diese Empfehlung kam uns desto mehr zu statten. Als er unsere Instrumente. unsere Bücher und getrockneten Pflanzen sah. der köstlichste. Er behandelte die Indianer gut.Wir waren an die Ordensleute. Will man in den spanischen Missionen angenehm reisen. den Schlaf nicht ausgenommen. so darf man sich meist nicht allein auf den Paß des Madrider Staatssecretariats oder der Civilbehörden verlassen. durch ihren Syndicus in Cumana empfohlen. und dieß galt für sehr viel. und er gestand mit der in diesem Klima landesüblichen Naivität. unsere Hängematten in einem Gange seines Hauses zu befestigen. die er eben gekauft hatte. Die Missionen bilden. und am andern Tage bei Tagesanbruch mußten wir sie nach Landessitte schlachten sehen. Er richtete tausenderlei Fragen an uns über den eigentlichen Zweck unserer Reise. deren acht in weniger als zwanzig Minuten das Thier in kleine Stücke zerlegten. So viel ihm auch eine Kuh zu tun gab. Am selben Tag hatte der Missionar einem Soldaten aus Cumana. vor denen die Missionare weit mehr Respekt haben als vor den Bischöfen. So widrig dieses Geschäft war. von allen Genüssen dieses Lebens. ich sage nicht nach ihren ursprünglichen canonischen Satzungen. die in ihren Ansichten selten mit der Weltgeistlichkeit übereinstimmt. aber noch sehr kräftiger und munterer Kapuziner aus Aragon. oder um die mönchische Zucht der zudringlichen Neugier Fremder zu entziehen.

zeigt recht auffallend. Jaguare und andere Tiere der Neuen Welt abgebildet. Der Weg von San Fernando nach Cumana führt über kleine Pflanzungen durch ein offenes feuchtes Tal. welche die Kirche und die Hütten der Indianer in Asche legte. Dieser Fall. schoß die Milch ein. wo es jetzt liegt. Wir kamen durch das Dorf Arenas. Sein Gipfel ist nur 215 Toisen höher als der große Dorfplatz. zu sich ins Bett und drückte es an die Brust. die Eingeborenen stehen unter einem Pfarrer und sind nicht so nackt und kultivierter als jene. Dieselbe war fett und sehr süß. In der Nacht vom fünften September und am andern Morgen lag ein dicker Nebel. und diese Beamten sind lauter kupferfarbene Eingeborene. aber Arenas ist keine Mission mehr. daß die Chaymas-Indianer so früh altern. aber kahle Felsmassen. auf einem schmalen Fries sind Gürteltiere. Eine Feuersbrunst. sie haben ihren Gobernador. Die Mission San Fernando wurde zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts an der Stelle gegründet. der eine physiologische Merkwürdigkeit ist. als die Europäer gewöhnlich glauben. weil die Bambus am Wege nur wenig Schutz gewähren. die sich aus der dichten Pflanzendecke erheben. Solch kriegerische Anstalten und einem rein mönchischen Regiment kamen uns sehr seltsam vor. geben ihm etwas sehr Großartiges. ihre Alguazils Majors und ihre Milizoffiziere. gab den Anlaß. hatte es bis dahin nicht bemerkt. und der Fall macht Eindruck auf die Einbildungskraft. als seine 162 . Ihre Kirche ist im Lande wegen einiger rohen Malereien bekannt. maß ich geometrisch den großen Kalkberg. Der Vater war nicht wenig erstaunt. und wir hatten stark von der Hitze zu leiden. wir waren ab er unmittelbar den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Die Schützencompagnie hat ihre Fahnen und übt sich mit Bogen und Pfeilen im Zielschießen. Im Schatten stand das Thermometer nicht über 30°. In diesem Dorfe wohnt ein Landmann Namens Francisco Lozano. wenn er auch den bekannten Gesetzen der organischen Natur vollkommen entspricht. Er zog in Abrede. das von Indianers desselben Stammes wie die von San Fernando bewohnt ist. wie hoch in uncultivirten Ländern die Arbeit dem Werth der Naturprodukte gegenüber im Preise steht. Lozano. Der Mann hat einen Sohn mit seiner eigenen Milch aufgezogen. so unbedeutend er scheint. wieder aufbauten. Bevor wir aufbrachen. zu dieser raschen Zunahme der Bevölkerung viel beitrage. Wir wateten durch viele Bäche. die jungen Leute im dreizehnten oder vierzehnten Jahre zu verheirathen. damals zweiundreißig Jahre alt. daß die Kapuziner das Dorf an dem schönen Punkt. Die Zahl der Familien ist auf hundert gestiegen. Kaimane. es ist die Bürgerwehr des Landes. Die Mutter war krank geworden. aber infolge der Reizung der Brustwarze. und doch waren wir nur hundert Toisen über dem Meeresspiegel. wo die kleinen Flüsse Manzanares und Lucasperez sich vereinigen.vergeblichen Versuchen endlich am Fuß die Ader geschlagen. und der Missionar machte gegen uns die Bemerkung. achtzehn Piaster bezahlt. daß er Milch gab. um es zu beruhigen. da nahm der Vater das Kind. daß der Brauch. Das Regierungswesen in diesen indianischen Gemeinden ist übrigens sehr verwickelt. der achthundert Toisen südlich von San Fernando liegt und nach Norden steil abfällt. an der das Kind saugte.

dreimal des Tages. nicht von den Weibern gesäugt. Dadurch wird bestätigt. Ueberblickt man die Lebenserscheinungen in ihrer Gesammtheit. Lozano war nicht zu Hause. die auf dem Berge Oeta rieben den Ziegen. Es gibt unter den mancherlei Spielarten unseres Geschlechts eine. die gesäugt haben. der schon 13 bis 14 Jahre als war. um die Milch herbeizulocken. Es kommt bei Menschen und Thieren nicht gar selten vor. wie bei Weibern. Der Landmann in Arenas. die Neugierde auszubeuten. dessen Geschichte wir soeben erzählt. daß die Brust männlicher Individuen Milch enthält. bei der der Busen zur Zeit der Mannbarkeit einen ansehnlichen Umfang erhält. In allen Jahrhunderten werden Beispiele 163 . Er kam mit seinem Sohne. und die Russen haben nie für schwächlich und weibisch gegolten. Bonpland untersuchte die Brust des Vaters genau und fand sie runzlig. so zeigt sich. und ich kann versichern. Wir sahen das Protokoll. die etwas Milch haben. und sie versicherten uns. 20] Diese sonderbare Wirkung eines Nervenreizes war den griechischen Schäfern bekannt. und das Klima scheint auf diese mehr oder weniger reichliche Absonderung keinen merkbaren Einfluß zu äußern. Es ist indessen höchst unwahrscheinlich. Unter den Merkmalen der vermeintlichen Schwächlichkeit der Amerikaner führen die Reisenden auch auf. in einem Teile Brasiliens werden die Kinder von den Männern. Ferner haben Petersburger Anatomen die Beobachtung gemacht. Historia animalium. Seine Nachbarn wurden aufmerksam auf ihn. erst durch die Reizung der Brust in Folge des Saugens sey bei ihm die Milch gekommen. Die Alten erzählen von der Milch der Böcke aus Lemnos und Corsica. die noch nicht geworfen hatten. geben ihrer in Menge. und er versicherte uns wiederholt. daß solches bei einem ganzen Volksstamm in irgend einem der heutigen Reisenden unbekannten Landstriche Amerikas beobachtet worden sein sollte.Brust schwoll.]. Lib. daß Milch in den Brüsten der Männer beim niederen russischen Volke weit häufiger vorkommt. besuchte uns aber in Cumana. c. der Knabe habe während des Stillens nichts bekommen als die Milch des Vaters. die Euter mit Nesseln. er dachte aber nicht daran. ist nicht vom kupferfarbenen Stamm der Chaymas. als bei südlicheren Völkern.« [ Aristoteles. der jahrelang einen Tag um den anderen gemolken wurde und mehr Milch gab als die Ziegen. daß niemals beide Brüste gleich viel Milch gegeben. Lozano gehörte nicht dazu. daß der Fall gegenwärtig in der Neuen Welt nicht häufiger vorkommt als in der Alten. er ist ein Weißer von europäischem Blut. Augenzeugen desselben leben noch. Er bemerkte. daß die Männer Milch in den Brüsten haben [Man hat sogar alles Ernstes behauptet. was die Alten beobachtet haben: »Männer. das über den merkwürdigen Fall aufgenommen worden. III. Noch in neuester Zeit war in Hannover ein Bock. als wir die Missionen bereisten. Der Statthalter Don Vicente Emparan hat eine ausführliche Beschreibung des Falles nach Cadiz geschickt. sobald man an den Brüsten saugt. und Lozano erklärte dies aus dem Umstande. und säugte fortan das Kind fünf Monate lang zwei-. daß besonders die linke Brust sehr ausgedehnt war. wie er wohl in Europa getan hätte. daß keine ganz für sich allein steht.

Wir brachten indessen unsere Instrumente ziemlich gut beim Verwalter der Tabaksregie. und doch schien das Instrument in ganz gutem Stand. um es zu beschwichtigen. ist es von Interesse für die Physiologie. als er von einem Kriegszuge zurückkam. wie der Name Caracas den Namen Santiago de Leon. auf dem Cumanacoa steht. von hohen Bergen umgebenen Ebene und nimmt sich von außen sehr trübselig aus. daß die Wälder sehr nahe. Die Stadt hieß anfangs San Baltazar de las Arias. berichtet. an die Brust gedrückt. wir blieben vier Tage hier und er ließ sich nicht abhalten. uns auf allen unsern Ausflügen zu begleiten.3 Linien tiefer stehen als an der Küste. weil man dort von der Kälte in Cumanacoa die übertriebensten Vorstellungen hat. Sie hängt übrigens genau mit dem Streit über die Endursachen zusammen. Aber der klimatische Unterschied zwischen zwei so nahen Orten rührt vielleicht weniger von der hohen Lage des letzteren her als von örtlichen Verhältnissen. liegt nicht mehr als 104 Toisen über dem Meeresspiegel. Die Häuser sind sehr niedrig. geistig sehr regsamen Mann. Die Ebene. die Regenniederschläge und die Nebel sehr stark sind. daß die Erscheinung zu unserer Zeit bestätigt werden konnte. Die kleine Stadt liegt auf einer kahlen. wozu wir rechnen. Sofort schoß die Milch so stark ein. und nach vielem Suchen habe ich kaum zwei oder drei Fälle finden können. Als wir den Barometer öffneten. nicht mannbaren Mädchen oder von bejahrten Weibern mit eingeschrumpften Brüsten. Er erzählt. welche Kinder säugten. Feria und Robert. ein Syrier habe nach dem Tode der Mutter sein Kind. Bei Männern kommt solches weit seltener vor. und noch neuerdings hat man geradezu behauptet: »Die Natur habe die Fähigkeit zu säugen dem einen Geschlecht versagt. den man noch häufig auf unseren Karten sieht. unter. bequeme Wohnung einrichten lassen. Bischof von Cork. um eine von französischen Freibeutern begonnene Niederlassung zu zerstören.erzählt von jungen. unsolid und. als man in Cumana glaubt. sahen wir zu unserer Ueberraschung das Quecksilber kaum 7. und dieß ist drei oder viermal weniger. oder vielmehr das Plateau. Daß auch der Mann Brüste hat. Einer wird vom veronesischen Anatomen Alexander Benedictus angeführt. wie in allen eingeschlossenen Thälern. Da die meisten dieser Fälle ziemlich entlegenen Zeiten angehören. Da die Wärmeabnahme unter 164 . der am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts lebte. fast kreisrunden. daß der Vater sein Kind allein säugen konnte. Don Juan Sanchez. einem liebenswürdigen. sämmtlich aus Holz. die niedergehenden Luftströme. Er hatte uns eine geräumige. aber der indische Name verdrängte jenen. in Vergessenheit gebracht hat. Andere Beispiele werden von Santorellus. ist den Philosophen lange ein Stein des Anstoßes gewesen. Cumanacoa wurde im Jahre 1717 von Domingo Arias gegründet. häufig. drei oder vier ausgenommen. wodurch einen großen Theil des Jahres hindurch die unmittelbare Wirkung der Sonnenstrahlen geschwächt wird. Die Bevölkerung ist kaum 2300 Seelen stark. zur Zeit des Vaters Caulin im Jahr 1753 betrug sie nur 600.« In der Nähe der Stadt Cumanacoa wird der Boden ebener und das Thal nach und nach weiter. den er an die Mündung des Guarapiche unternommen. weil diese Fähigkeit gegen die Würde des Mannes wäre.

westwärts von Caracas.und Nachtgleiche. lauter Orte.bis zur Sommer. vom Sommersolstitium bis Ende August.5–20° (14°. und während derselben fiel der Thermometer um 5–6 Grad. in Tomependa am Ufer des Amazonenstroms und in den Thälern von Aragua. die Sonne kam aber bis zum Untergang nicht leicht zum Vorschein und der Hygrometer ging dem Trockenpunkte zu. was auffallend ist.Tag. wo dann der Thermometer auf 26–27° steht. Die trockene Jahreszeit währt in Cumanacoa von der Winter. sehr heiß ist. diese Güsse dauerten zwei bis drei Stunden. Nach der Breite von Cumanacoa geht die Sonne das einemal am 16. sobald das Gewölk sich zerstreute und die Sterne in ihrer ganzen Pracht leuchteten. Dieses kühle Klima fällt um so mehr auf. und darin besteht eben die große Aufgabe der Meteorologie. das auch zum Ausbruch kam. wie man uns versicherte. Dicke. und aus dem eben Angeführten geht hervor. April. und nur durch Ritzen im Gewölk konnte ich ein paar Sternbeobachtungen anstellen. bedeutend kühl. Das Thermometer stand auf 18. Zur Zeit der größten Hitze. wir werden aber bald sehen. durchaus gesetzmäßig Monate lang einen Tag wie den andern. In der Ebene wie im Gebirge laufen die Linien gleicher Wärme (Isothermen) nicht immer dem Aequator oder der Erdoberfläche parallel. und. während an letzterem die Regenzeit sechs bis sieben Monate dauert. so sollte der geringe Höhenunterschied von 100 Toisen nur einen Unterschied in der mittleren Temperatur von 1 bis 1½ Grad verursachen. daß derselbe über vier Grad beträgt. die bis zum November anhält und in der das Wasser in Strömen vom Himmel gießt. sehr niedrig ziehende Wolken lösten sich in Regen auf.8–16° R. und doch läßt sich nicht der geringste Luftzug spüren. daß diese beiden Durchgänge mit dem Eintreten der großen Regenniederschläge und der starken elektrischen Entladungen zusammenfallen. da es noch in der Stadt Carthago. Strichregen sind im April. ging das Instrument aus 55° zurück. Am heißesten ist es von Mittag bis drei Uhr. und dies ist in der heißen Zone und für das Gefühl des Reisenden. zog fast regelmäßig ein Gewitter auf. Jede Nacht war der Himmel mit schweren Wolken wie mit einem dichten Schleier umzogen. nunmehr tritt die eigentliche Regenzeit ein. Gegen Morgen nahm die Temperatur wegen der starken Verdunstung nur langsam zu und noch um zehn Uhr war sie nicht über 21°. die in 200–480 Toisen absoluter Meereshöhe liegen.). später wird es wieder sehr trocken. das anderemal am 27. Dieser Witterungswechsel erfolgt. der von der Küste herkommt.den Tropen und Sommers in der gemäßigten Zone ungefähr gleich ist. Mai und Juni ziemlich häufig. schwarze. Gegen fünf Uhr hörte der Regen ganz auf. etwa zwei Stunden nach dem Durchgang der Sonne durch den Meridian. In Cumana sah ich die Temperatur bei Nacht niemals unter 21° sinken. August durch das Zenith. Der Hafen von Cumana liegt von Cumanacoa nur etwa sieben Seemeilen. Der Delucsche Hygrometer zeigte in Cumanacoa 85°. den Lauf dieser Linien zu ermitteln und durch alle von örtlichen Ursachen bedingte Abweichungen hindurch die constanten Gesetze der Wärmevertheilung zu erfassen. Unser erster Aufenthalt in den Missionen fiel in die Regenzeit. Nach vergleichenden Beobachtungen muß ich an165 . Am ersteren Orte regnet es fast nie. aber um acht oder neun Uhr Abends waren wir schon wieder in eine dicke Wolkenschicht gehüllt.

und nur diesem verdankt es die kleine. und der Wurzelschoß treibt so rasch neue Blätter. und wenn man statt meteorologischer Instrumente nur sein Gefühl befragte. deren Quellen das ganze Jahr nicht versiegen. Ihre Haupteigentümlichkeiten sind ein baumartiges Solanum. daß im Thale von Cumanacoa die Gewächse aus der Familie der Solaneen so ausnehmend stark entwickelt sind. Seit der Einführung der Pacht ( Estanco real de Tabaco) im Jahre 1779 ist der Tabaksbau in der Provinz Cumana fast ganz auf Cumanacoa beschränkt. daß es in Cumanacoa bei Nacht um 2–3. ab. um sie der unmittelbaren Einwirkung der Sonne zu entziehen. in einen fetten. Aufseher streifen durch das Land. wenn sie einen gewissen Ruf hat. so würde man sie für noch bedeutender halten. sie zerstören jede Anpflanzung. Besser wäre es. aber infolge der großen Feuchtigkeit der Luft ungemein frisch. Schon der Umstand. weil er sich wesentlich vom Tabaksbau in Virginien unterscheidet. Im vierten Monat fängt man an sie abzunehmen. Diese Unterschiede sind sehr bedeutend. Diese Grobheit hat nicht wenig dazu beigetragen. das unter den Tropen furchtbar schnell aufschießt. selbstgemachte Cigarren zu rauchen. oder 14. sorgfältig aus. und reutet das Unkraut. sie enthal166 . Kanäle zöge. Die Vegetation auf der Ebene um die Stadt ist sehr einförmig. In guten Jahren schneiden die Pflanzer den Stock. die Blätter nacheinander abzunehmen. wenn der vier Fuß hoch ist. Die ganze Tabaksernte muß an die Regierung verkauft werden. oder vielmehr nur ihn einzuschränken. die in Europa dieses Handwerk treiben. was aber für den Ausfall der Ernte nicht so gut ist. und diese erste Ernte ist in wenigen Tagen vorüber. das 13 m hoch wird. ließ man geradezu nur an einem Punkte Tabak bauen.und Bananenblättern. Die Pflanzen werden in geraden Reihen drei. gut gelockerten Boden versetzt. Die Wurzelblätter zeigen sich am achten Tage. Er übertrifft allen aus Neuspanien und der Provinz Varinas. wenn man von den vielen Bächen. vier Fuß voneinander gesteckt. von Aquartia und Cestrum weisen darauf hin. Wir theilen Einiges über den Bau desselben mit. daß sie schon am 13. Diese Aufseher sind meist Spanier und fast eben so grob wie die Menschen. bei Tag um 4–5 Grad kühler ist als in Cumana. daß hier der Boden für den Tabaksbau sehr geeignet seyn muß. schlecht gebaute Stadt. Der Boden ist sehr fruchtbar und er wäre auch leicht zu bewässern. die sie außerhalb der zum Bau angewiesenen Distrikte finden. so wie sie trocken werden. Tage geerntet werden können.nehmen. die es wagen. Nach dem Tabak auf der Insel Cuba und dem vom Rio Negro hat der Cumana am meisten Arom. die Urtica baccifera und eine neue Art der Gattung Guettarda. und geben die Unglücklichen an. man jätet sie fleißig und köpft den Hauptstengel mehrmals. Der Tabak wird sofort einen und einen halben Monat. bis bläulich grüne Flecken auf den Blättern als Wahrzeichen der Reife sich zeigen. man bedeckt die jungen Pflanzen mit großen Heliconien. den Haß zwischen den Colonien und dem Mutterland zu schüren. Das wichtigste Erzeugnis ist der Tabak. und um dem Schmuggel zu steuern. Diese haben sehr lockeres Zellgewebe. nachdem der Samen aufgegangen. Die Aussaat wird im September vorgenommen. besonders die vielen Arten von Solanum arborescens. zuweilen wartet man damit bis zum Dezember.

den man in Deutschland sonderbarerweise türkischen Tabak nennt. wo sie doch in gebirgigen Lagen 167 . so könnte die Provinz Cumana einen großen Theil von Europa damit versehen. die Eingeborenen vom Stamme der Chaymas lassen sich durch Aussicht auf Gewinn selten dazu verlocken. andere Distrikte scheinen sich für die Erzeugung dieser Colonialwaare ganz so gut zu eignen wie das Thal von Cumanacoa. im Wasser schwer löslichen Stoff. denselben Vorschüsse zu machen. Die beiden Provinzen Cumana und Barcelona verbrauchen aber 12. Findet der Verwalter den Tabak gut zubereitet. auch hält es die Pacht nicht für gerathen. an den die eigenthümlich reizende Wirkung des Tabaks gebunden scheint. Der Boden von Cumanacoa eignet sich für diesen Culturzweig so ausgezeichnet. Begreiflich verlieren die Blätter an Arom. h. der noch einmal gegährt hat. Dasselbe Gewicht wird auf Rechnung der Krone für zwölf einen halben Piaster wieder verkauft.000. machen die Leute den Tabak selten vor August fertig. Wäre der Tabaksbau frei. Beschäftigt man sich mit der Geschichte unserer Culturpflanzen. noch auf den Antillen kannte. wird übrigens nur die Tabaksart mit großen sitzenden Blättern. mehr Eiweiß und weniger von dem scharfen. Der Tabak wird in Cumanacoa nach dem Verfahren behandelt. daß vor der Eroberung der Gebrauch des Tabaks über den größten Theil von Amerika verbreitet war. löst die Rippen ab und dreht sie zu Strängen. flüchtigen. dann schneidet man die Bündel auf.ten mehr Wasser. ja. und der Ausfall wird aus dem spanischen Guyana gedeckt. In der Gegend von Cumanacoa geben sich im Durchschnitt nur 1500 Personen mit dem Tabaksbau ab. lauter Weiße. In Cumanacoa. d. Wir sahen auf dem großen Platz Haufen von fünfhundert Arobas vernichten. Gegenwärtig. kommt unwiderruflich um die Früchte seiner langen Arbeit. der eigentliche Yetl der alten Mexicaner. das bei den Spaniern de cura seca heißt. aus denen man in Europa sicher Schnupftabak gemacht hätte. wo der Same Feuchtigkeit findet. wo der übermäßige Regen nicht selten dem Arom der Blätter Eintrag thut. Der Verwalter läßt den Tabak sechzig Tage unberührt in den königlichen Magazinen liegen. der sogenannte virginische Tabak [ Nicotiana tabacum] gebaut. wo der Tabaksbau auf ein paar Quadratmeilen beschränkt ist. und der Pflanzer. Ganz unbekannt ist der Tabak mit gestielten Blättern [ Nicotiana rustica]. während man die Kartoffel weder in Mexico. wildwächst. der von der königlichen Pacht Vorschüsse erhalten hat. wird öffentlich verbrannt. Der faule ( potrido) Tabak. Der zubereitete Tabak sollte im Juni in die königlichen Magazine geschafft werden. so bezahlt er dem Pflanzer für die Aroba von fünfundzwanzig Pfund drei Piaster. So kommt er beim Cerro del Cuchivano und bei der Höhle von Caripe vor. aber aus Faulheit und weil sie dem Bau des Mais und des Maniok mehr Aufmerksamkeit schenken. daß der Tabak überall. um die Qualität zu prüfen. beträgt der ganze Ertrag der Ernte nur 6000 Arobas. wenn sie zu lange der feuchten Luft ausgesetzt bleiben. Man hängt die Blätter an Cocuizafasern [ Agave americana] auf. so sieht man mit Ueberraschung. wie in den benachbarten Distrikten von Aricagua und San Lorenzo.

ungemein rasch. das man »faulen« läßt. Letzteres Gewächs. Dieß kann nur von der Feuchtigkeit des Klimas herrühren und daher. Die Pflanzungen in Cumanacoa. die wir gesehen. und die Auflösung des ersteren schien mir weit satter blau.sehr gut fortkommt. daß je trockener das Klima ist. wenn unerwartet Regen eintritt. sind nach demselben Plane eingerichtet. Aus einer weiten Abseiheküpe kommt der farbhaltige Bodensatz in die Trockenkasten und wird daselbst auf Brettern aus Brasilholz ausgebreitet. sehr niedrigen Dächer geben den Trockenkasten von weitem das Ansehen von Treibhäusern. stehen neben einander. als ein Produkt. Arenas. die Kufe um so langsamer arbeitet und die Stengel zugleich desto mehr Indigo aus der niedersten Oxydationsstufe enthalten. westlich von der Stadt Caracas. Zwei Weichküpen. das nur für einen Luxusartikel gelten kann. Alle Indigofabriken. zwischen denen die Wassermühle angebracht ist. Aus letzterer Provinz ist der Samen von Indigofera Anil die neben Indigofera tinctoria gebaut wird. wenn sie dasselbe länger in der ersten Kufe weichen ließen. zuerst auf die Küste von Cumana gekommen. San Fernando und Cumanacoa bringen in den Handel nur 3000 Pfund Indigo. Aus diesen obern Kufen läuft die Flüssigkeit in die Stampfkasten. er kommt an Glanz und Fülle der Farbe oft dem Indigo von Guatimala nahe. Ferner wurde in Portugal schon im Jahr 1559 Tabak gebaut. Ich glaube auf meinen Reisen die Bemerkung gemacht zu haben. wo 562 Cubikfuß locker aufgeschichteten Krautes 35 bis 40 Pfund trockenen Indigo geben. Diese geneigten. Sie währt meist nicht länger als vier bis fünf Stunden. Der Baum des großen Rades läuft zwischen diesen Kasten durch. In der Provinz Caracas. die im Handel noch geschätzter ist als der Indigo von Caracas. der im Lande 4500 Piaster werth ist. so gibt eine vier Fuß hohe Pflanze nicht mehr Farbstoff als eine dreimal kleinere in den trockenen Thälern von Aragua. Wahrscheinlich erhielten die Einwohner von Cumanacoa mehr Farbestoff aus dem Kraut. das für das Wohl der menschlichen Gesellschaft so bedeutsam geworden ist. Ich habe während meines Aufenthalts in Cumana den etwas schweren kupferfarbigen Indigo von Cumanacoa und den von Caracas zur Vergleichung in Schwefelsäure aufgelöst. Es fehlt an Menschenhänden und die 168 . und an ihm sitzen an langen Stielen die Löffel zum Stampfen. Das wichtigste Produkt nach dem Tabak ist im Thale von Cumanacoa der Indigo. Da im Thale von Cumanacoa sehr viel Regen fällt. während die Kartoffel erst am Ende des siebzehnten und zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts in den europäischen Ackerbau überging. daß während der Entwicklung der Pflanze die Sonne nicht scheint. dreißig oder fünfunddreißig Stunden in die Stampfe. hat sich auf beiden Continenten weit langsamer verbreitet. Jede mißt fünfzehn Quadratfuß und ist zwei einen halben Fuß tief. in denen das Kraut »faulen« soll. kommt die Flüssigkeit erst nach zwanzig. die mittelst kleiner Rollen unter Dach gebracht werden können. San Fernando und Arenas liefern eine Waare. Im Thale von Cumanacoa verläuft die Gährung des Krauts. Trotz der ausgezeichneten Beschaffenheit der Produkte und der Fruchtbarkeit des Bodens ist der Landbau in Cumanacoa noch völlig in der Kindheit.

Die Indianer hielten sie. die ich aus den tropischen Ländern von Mexico. Es stand nicht zu hoffen. alles Ernstes versicherten. aber nach den fossilen Knochen. Dadurch hoffte man die jährliche Tabaksernte auf 15. gehörten die riesigen Schenkelknochen von Cumanacoa wahrscheinlich einer ausgestorbenen Elephantenart an. es seyen Naturspiele und keiner großen Beachtung werth. denn es ist sehr merkwürdig. die Sklavenbevölkerung in Terra Firma zu vermehren. wie in Georgien und Virginien. für Riesenknochen. weil sich das Vieh dort so leicht vermehrt. die ich aus andern Strichen Südamerikas heimgebracht und die von Cuvier genau untersucht worden. Alles zu erklären. die ihnen Vorschüsse macht. in zwei oder drei Jahren den Ankaufspreis abzutragen.schwache Bevölkerung nimmt durch die Auswanderung in die Llanos täglich ab. völlig abhängig.000 Arobas zu bringen. daß man. nach einer gewissen Reihe von Jahren den Schwarzen oder ihren Nachkommen die Freiheit schenken würde. Quito und Peru mitgebracht. wie noch heute das Volk in Europa. desto bedenklicher schien es. bald kürzer dauert. die im Stande wären. und hier. da die Regenzeit bald länger. daß das Thal ein alter Seeboden ist. nach dem Vorgang mancher Provinzen der Vereinigten Staaten. dem See zu senkrecht ab. die vier Fuß lang waren und über dreißig Pfund wogen. zumal nach den entsetzlichen Vorgängen auf St. Die vermeintlichen Riesenknochen wurden nach Cumana gebracht. nicht in tief gelegenen 169 . Zum Schmuck der Kirchen am Allerseelentag läßt man Schädel aus den Kirchhöfen an der Küste kommen. Neugrenada.und Tabakspflanzungen bedeckte Ebene von Cumanacoa ist von Bergen umgeben. während die Halbgelehrten im Lande. Es kann befremden. auch fallen die Berge. mit kleinen zweischaligen Muscheln darunter. wie die edelsten und seltensten Regungen der Gerechtigkeit und Menschenliebe. Diese Leute beriefen sich bei ihrer Behauptung auf den Umstand. Ich habe mich dort vergeblich darnach umgesehen. Der See hatte nur Arenas zu einen Abfluß. baut man lieber Nahrungsgewächse als Tabak. Alles weist darauf hin. Diese unermeßlichen Savanen nähren den Menschen reichlich. Die mit Höfen und Indigo. wo der Boden mit Salzen geschwängert ist. Die Pflanzer sind von der königlichen Pacht. Weise Politik hat nicht selten dieselben Folgen. Beim Graben von Hausfundamenten stieß man bei Cumanacoa auf Schichten von Geschieben. auf königliche Kosten fünfhundert Neger anzuschaffen und sie den Pflanzern abzugeben. daß die fossilen Reste von Mastodonten und Elephanten. daß menschliche Gebeine im Boden von Cumanacoa sehr rasch vermodern. daß dieselben in so geringer Höhe über dem gegenwärtigen Wasserspiegel gefunden worden. während der Indigo. Nach der Angabe mehrerer glaubwürdiger Personen sind sogar vor mehr als dreißig Jahren hinten in der Schlucht San Juanillo zwei ungeheure Schenkelknochen gefunden worden. Domingo. Der Ertrag des letzteren ist desto unsicherer. Man hatte neuerdings der Regierung den Vorschlag gemacht. die besonders gegen Süd höher ansteigen und für den Physiker und den Geologen gleich interessant sind. welche einst das Ufer desselben bildeten. Zu meiner Freude habe ich viele Grundeigenthümer sich gegen dieses Projekt aussprechen hören. die das Privilegium haben.und Tabaksbau viel Sorge und Mühe macht.

werden sie bis sechs Fuß lang. erscheint die Bergkette wie durch ein Erdbeben aus einander gerissen. Wir werden später Gelegenheit haben. daß in Sibirien. läuft durch die Spalte. von denen wir an Ort und Stelle Kunde erhielten. Der Tiger lag auf seiner Beute und ließ sie ruhig herankommen. Linné. vor dem Menschen nicht fliehen. Weiter nach West. Eine ungeheure Felswand. ähnlich den Jagdmessern. er erlag erst nach langem hartnäckigem Widerstand. Die Spalte ist über hundert fünfzig Toisen breit und von senkrechten Felsen umgeben. Man baut hier auf feuchtem Boden Bananen. Dieser Fall und viele andere. besonders die. die einem den Weg sperren. 49 Große Messer mit sehr langen Klingen. Der kleine Fluß entspringt sieben Meilen weit gegen Südwest am Fuße des Brigantin und bildet schöne Fälle. Als wir dem südlichen Rand des Beckens von Cumanacoa zugingen.Strichen (wo in gemäßigten Zonen Megatherien am Rio Luxan48 und in Virginien. daß der große Jaguar [ Felis Onca. dem Erdspalt von Cuchivano gegenüber. als um sich gegen wilde Thiere zu vertheidigen. deren verschlungene Zweige nicht Raum haben sich auszubreiten. nördlich oder südlich vom Aequator gefunden. die Buffon panthère oillée nennt und in Afrika zu Hause glaubt. Diese eng mit einander verknüpften Thatsachen scheinen den Weg zur Auffindung eines wichtigen geologischen Gesetzes zu bahnen. nahm sich die Spalte aus wie eine durch einen Erdfall entstandene Grube. Wir besuchten öfters einen kleinen Hof. Sie rückten mitten in der Nacht aus. Andererseits macht Pallas die Bemerkung. Ein Bach. Conuco de Bermudez. Vom Winseln des verendenden Pferdes erwachten die Sklaven im Hofe. sondern auf den in sechshundert bis vierzehnhundert Fuß Höhe gelegenen Hochebenen erhoben wurden. der Erdspalt sey von Jaguars bewohnt. 170 . sahen wir den Turimiquiri vor uns liegen. daß Buffon die größte amerikanische Katzenart ganz falsch beurtheilt hat. gilt nur von den kleinen Ocelots. zeigt. Diese Thiere bringen den Tag in Höhlen zu und schleichen bei Nacht um die Wohnungen.] von Terra Firma. steigt mitten im Walde empor. Er schleppte seine Beute bei hellem Mondschein über die Savane unter einen ungeheur dicken Ceibabaum. das Ueberbleibsel eines alten Küstenstrichs. große Mastodonten am Ohio und fossile Elephanten am Susquehanna vorkommen). Der Eigenthümer sagte uns. auf diesen für die Zoologie und Thiergeographie wichtigen Punkt zurückzukommen. wie der Jaguarete in Paraguay und der eigentliche asiatische Tiger. sondern der gemäßigten Zone an. ehe er in die Ebene von Cumanacoa ausläuft. oder Pantherkatzen. Da sie reichliche Nahrung haben. Die Zoologen wissen jetzt. Was der berühmte Schriftsteller von der Feigheit der Tiger der neuen Welt sagt. beim Cerro del Cuchivano. wenn ihm dieser zu Leibe geht und die Zahl der Angreifenden ihn nicht scheu macht. gehören nicht der heißen. bewaffnet mit Spießen und Machetes49 . sowohl um die Lianen und Baumäste abzuhauen. fossile Knochen in den gebirgigen Landestheilen gar nicht vorkommen. also auch nördlich vom Wendekreis. Alle diese ungeheuren Knochen. die man auf den Ebenen der neuen Welt. die ungemein malerisch ist und Risco del Cuchivano heißt. Tabak und mehrere Arten von Baumwollenbäumen. In der heißen Zone geht man nicht ohne Machete in den Wald. Ein solcher Tiger hatte im verflossenen Jahr ein zum Hof gehöriges Pferd verzehrt. Tief beschattet von den Bäumen. deren Wolle nankinggelb ist und die auf der Insel Margarita so häufig vorkommt. und 48 Das virginische Megatherium ist der Megalonyx Jeffersons. der Rio Juagua.

und man darf sich nicht auf die Lianen verlassen. wo ich hersey. warum wir an Gold im Muschelkalk nicht glauben könnten. sowohl an einem frisch zerrissenen Stachelschwein. als weil sie sich in den Kopf gesetzt hatten. und am 10. Das Niederklettern ist ziemlich mühselig. dreihundert Fuß tiefen Abgrund hin auf einem ganz schmalen Vorsprung. wenn man dem Jaguar auf schmalem Pfad begegne. daß Tiger in der Nähe waren. hat sich in Terra Firma im Volk der Glaube an das besondere bergmännische Geschick der Deutschen erhalten. um die Indianer in ihren Piroguen anzugreifen. nicht auf den Menschen. wäre man versucht zu glauben. gerne näher untersucht. nicht sowohl weil sie sich vor einem vulkanischen Ausbruch fürchteten. von Zeit zu Zeit schlagen Flammen daraus empor. daß am Orinoco der ächte amerikanische Jaguar sich zuweilen ins Wasser stürzt. daß sie mehrere hundert Fuß hoch werden. daß man nicht mehr weiß. Die Pflanzer bahnten mit ihren Sklaven einen Weg durch den Wald bis zum ersten Fall des Rio Juagua.wir werden bald sehen. aber die üppige Vegetation. die in ihrem Schoße die Ursachen dieses merkwürdigen Feuers zu bergen schienen. »was der deutsche Bergmann vom Reichthum des Erzgangs halte. wohin man den Fuß setzen soll. die wie große Stricke von 171 . anhaltenden Getöse begleitet. In den Colonien ist jeder Franzose ein Arzt. Die benachbarten Berge sind dann davon beleuchtet. und nach der Höhe der Felsen. watet durch oder läßt sich von einem Sklaven hinüber tragen. Zur Vorsicht gingen die Indianer nach dem Hof zurück und brachten Hunde von sehr kleiner Race mit. Dem Hofe Bermudez gegenüber liegen die Oeffnungen zweier geräumigen Höhlen im Erdspalt des Cuchivano. Wir hätten die Felsen. sie wollten einmal wissen. Man behauptet. der dem der europäischen Katze gleicht. so merkten wir. über welche diese brennenden Dünste hinanfreichen. Es half nichts. Kaum hatten wir die Schlucht betreten. Sie kommt vorzüglich in der Regenzeit vor. und die Besitzer der dem Berge Cuchivano gegenüber liegenden Pflanzungen versichern. zeigte man mir Muster von Erzen. springe er zuerst auf den Hund los. sobald man erfuhr. Man geht an einem zwei-. Auf einer botanischen Excursion nach Rinconada versuchten wir vergeblich in die Spalte einzudringen. die man bei Nacht sehr weit sieht. so steigt man zum Bach hinunter. Wohin ich in Südamerika kam. wie auf dem Wege von Grindelwald am Mettenberg hin zum großen Gletscher. überall. Wir stiegen nicht am Ufer des Baches. September machten wir unsern Ausflug nach dem Risco del Cuchivano. daß wir ihnen auseinandersetzten. und klimmt an der andern Bergwand weiter. Wird der Vorsprung so schmal. als am Gestank ihres Kothes. die Alsinger und Sailer in Coro und Caracas als Statthalter gesessen.« Seit Karls des Fünften Zeit und seit die Welser. Beim letzten großen Erdbeben in Cumana war diese Erscheinung von einem unterirdischen dumpfen. der Risco del Cuchivano enthalte eine Goldgrube. jeder Deutsche ein Bergmann. die Flammen zeigen sich seit dem December 1797 häufiger. die in einander geschlungenen Lianen und Dornsträucher ließen uns nicht vorwärts kommen. sondern an der Felswand über dem Wasser hinauf. Zum Glück nahmen die Bewohner des Thals lebhaften Antheil an unsern Forschungen.

die Kiese in den Quarzgängen des Glimmerschiefers sind allerdings sehr oft goldhaltig. daß Männer. sie seyen aber bei Nacht und Nebel verschwunden. Je weiter wir kamen. Das Wasser spült die metallisch glänzenden Körner aus. Die Mergelschicht. die wir untersuchen sollten. das man in eine der schwarzen. deren rother adstringirender Saft zur Stärkung des Zahnfleisches gebraucht wird. Das Loch liegt auf der rechten Seite des Rio Inagua an einem Punkt. Zwei Eingeborene.den Baumgipfeln niederhängen. in der er vorkommt. an Schwefelkies reichen Mergelschichten im Kalk zu graben angefangen. denen man dasselbe Holz zu kauen gibt. die in die Spalten zwischen den Schichten hineingewachsen waren. streicht über den Bach hinüber. bei Nacht 19 Grad. desto dichter wurde die Vegetation. daß der Schwefelkies 172 . sogar den Boden mit Moosen und Flechten überzogen. Die angebliche Goldgrube von Cuchivano. berühmt wegen ihrer herrlichen purpurrothen Blüthen. Der Schwefelkies ist hell goldgelb und man sieht ihm nicht an. Sie unterschieden die Arten durch den Geruch. ihr Seidenglanz und ihr strotzendes Fleisch stechen grell ab vom bräunlichen Ton der Baumfarn mit dem zartgefiederten Laub. die Heliconien mit schönen purpurnen Blüthen. die wir bei jedem Schritte aufnahmen. das Kalkgestein zersprengt. An mehreren Stellen hatten die Baumwurzeln. ist nichts als ein Loch. weil der Bach hier über acht Fuß tief ist. daß dieß ein Mährchen ist. ihre Stengel haben zusammen ein ganz ansehnliches Gewicht. denn wie soll man zu Blättern. Die feuchte Luft und der Mangel an direktem Sonnenlicht begünstigen ihre Entwicklung.und Schmarotzergewächse hängen nur locker an den Aesten. »die weit her gekommen. Wir konnten übrigens von den scharfen Sinnen unserer Führer nicht viel Nutzen ziehen. Die Indianer hieben mit ihren großen Messern Kerben in die Baumstämme und machten uns auf die Schönheit der rothen und goldgelben Hölzer aufmerksam. der Bach führe Gold. deren ersten Aeste fünfzig. wo sie zu Hause seyen. daß er Kupfer enthält. und von denen man nicht gewußt. und doch beträgt die Temperatur bei Tag 25. das zwanzig Fuß hoch ist ( Eupatorium laevigatum. denselben Namen aus. sechzig Fuß über dem Boden sind? Mit Ueberraschung sieht man in dieser Schlucht die Baumrinde. nach dem großen Erdbeben im Jahr 1766 habe das Wasser des Inagua so viel Gold geführt. die Costus und andere Gewächse aus der Familie der Amomeen werden hier acht bis zehn Fuß hoch. Es braucht keines Beweises. Diese Cryptogamen sind hier so häufig wie im Norden. wohin man vorsichtig klettern muß. sprechen. Lamarck). Man erzählt. eine noch nicht beschriebene Art Croton. Ihr helles frisches Grün. Die Cannas. aber nichts berechtigt bis jetzt zur Annahme. meist ohne sich zu besinnen. und das einheimische Drachenblut. läuft man Gefahr eine ganze grüne Laube niederzureißen.« Goldwäschen angelegt hätten. Sie zeigten uns ein Gewächs mit zusammengesetzter Blüthe. und deßhalb glaubt das Volk. Blüthen oder Früchten gelangen. Wir konnten kaum die Pflanzen fortbringen. die einst bei unsern Möbelschreinern und Drehern sehr gesucht seyn werden. und wenn man auf abschüssigem Boden sich mit dem Körper an Lianen hängt. Die Ranken. die auf Stämmen wachsen. besonders aber durch Kauen der Holzfasern. die sie umschlingen. nachdem sie eine Menge Gold gesammelt. die sogenannte Rose von Belveria ( Brownea racemosa).

desto leichter wird es in der Einbildung der Einwohner.im Mergelschiefer des Alpenkalks gleichfalls Gold enthalte. ich hatte gut sagen. die ich während meines Aufenthalts in Caracas angestellt. Wie viele Zeit haben wir auf unserer fünfjährigen Reise verloren. 173 . Je ärmer ein Land an Erzgruben ist. mit der man nach Erzen sucht. wo man den Boden kaum umzuwenden braucht. aus denen man vor einigen Jahren die Flammen hatte brechen sehen. wenn Leute aller Stände. In einem Landstrich. und die Stöße. welche in den letzten Jahren häufiger geworden sind. daß man in Macarapan seit einigen Monaten öfters Schwefelgeruch spüre. wenn der Cuchivano ein thätiger Vulkan würde. thun dar. kommt es selten vor. gründeten sie Prophezeiungen. Sie erinnerten daran. um ihm reiche Ernten zu entlocken. welch gewaltige Unruhe im Nordosten von Terra Firma in der Natur herrscht. Nachdem wir den Schwefelkies am Rio Juagua untersucht. die sich wie ein enger. erscheint doppelt auffallend in einem Lande. Unsern Führern behagte mein Unglaube sehr schlecht. wo man früher nichts von Erdbeben wußte. die Schätze aus dem Schoße der Erde zu holen. se veniesse a reventar. Sie sollen von denselben Nachtvögeln bewohnt seyn. um auf das dringende Verlangen unserer Wirthe Schluchten zu untersuchen. die wir bald in der Cueva del Guacharo bei Caripe werden kennen lernen. weil wir so oft über den Bach gegangen waren. leider dem Menschen unzugänglich. langten wir am Fuß der Höhlen des Cuchivano an. Unsere Führer und der Pächter. daß ein großer Berg in senkrechtem Durchschnitt seine Schichten zeigt. Hier sah man die Flammen hervorkommen. in denen schwefelkieshaltige Schichten seit Jahrhunderten den stolzen Namen Minas de Oro führen! Wie oft sahen wir lächelnd zu. Mitten in diesem Durchschnitt. liegen die Spalten. die man jetzt an Orten empfindet. Beamte. gingen wir weiter in der Schlucht hinauf. von sehr hohen Bäumen beschatteter Kanal fortzieht. ein verständiger. daß der Schwefelkies von Cuchivano durchaus nicht goldhaltig ist. aus dieser angeblichen Goldgrube könnte man höchstens Alaun und Eisenvitriol gewinnen. um mittelst Quecksilbers das Gold auszuziehen! Die leidenschaftliche Gier. mit den Oertlichkeiten der Provinz wohl bekannter Mann. Es schien ihnen unzweifelhast. ernste Missionäre mit unermüdlicher Geduld Hornblende oder gelben Glimmer zerstießen. zum Beweis. Wir ruhten am Fuß der Höhlen aus. daß seit dem großen Erdbeben von Quito und Cumana im Jahr 1797 Neu-Andalusien vom unterirdischen Feuer immer mehr unterhöhlt werde. der die Stadt Cumanacoa ausgesetzt wäre. Dorfgeistliche. wo der üppige Pflanzenwuchs überall den Boden und das Gestein bedeckt. verhandelten nach der Weise der Creolen über die Gefahr. das sie im Wasser glänzen sahen. Nach sehr beschwerlichem Marsch und ganz durchnäßt. die uns damals in ihrem Munde auffielen. die man in Cumana hatte aus dem Boden schlagen sehen. die zu zwei Höhlen führen. Einige direkte Versuche auf nassem Weg. Sie brachten die Flammen zur Sprache. Achthundert Toisen hoch steigt senkrecht eine Felswand auf. sie lasen nichtsdestoweniger heimlich jedes Stückchen Schwefelkies auf. Entsetzliche Zerstörungen haben im Jahr 1812 in Caracas stattgefunden. die fast sämmtlich in Erfüllung gegangen sind. Auf diese und ähnliche Erscheinungen.

den man von brennendem Wasserstoffgas herleitet. Asphaltadern oder brennenden Erdölquellen. wie wenig man mit den Theorien ausrichtet. fast hätte ich gesagt. daß die Alten erzählen. aber der Mons albanus ist ein erst in neuerer Zeit erloschener Vulkan. die Lager gediegenen Schwefels bei Carupano und die schwefligt sauren Dämpfe. in welch ungeheuren Entfernungen sich die Stöße unter dem Meeresboden fortpflanzen. die sich auf wenige. es ist auch nicht zu bezweifeln. in hellem Lichte glänzen sieht. welche mehrere neuere Geologen eine so wichtige Rolle spielen lassen. daß. so läßt man bald Erklärungen fallen. ist vorzugsweise der Geruch von schwefligter Säure. Alle diese Erscheinungen hängen von allgemeineren. die Entbindung von Wasserstoffgas erfolgen kann. wenn es mit den Kiesen im Mergelschiefer in Berührung kommt. Aber bei vulkanischen Ausbrüchen tritt weit constanter schwefligte Säure auf als Wasserstoff. dem heutigen Monte cavo sey zuweilen bei Nacht Feuer gesehen worden. daß man zuweilen die Luftsäule. so wenig den zu Tag ausgehenden Gebirgsarten zugeschrieben werden. Kann man jene Flammen etwa daraus erklären. die man zuweilen in den Savanen spürt: zwischen all dem ließe sich leicht ein Zusammenhang denken. als die Stöße. daß das Wasser. September beobachtet. Ueberblickt man die vulkanischen Erscheinungen und die Erdbeben im Ganzen. während der Cuchivano ein Kalkberg ist in einer Gegend. Livius XXV. die man in der Provinz Cunana so häufig spürt. liegt Cumanacoa unter 10°16￿11￿ der Breite. aus denen die äußere Erdrinde besteht. wurde von Chillo aus auf dem Gipfel des Cotopaxi zu einer Zeit beobachtet. rein örtliche Beobachtungen gründen. Je weiter die Geologie fortschreitet. wo weit und breit keine Trappbildungen vorkommen. die ich in der Nacht vom 7. die man am Cuchivano beobachtet? Ich weiß wohl. und die Erdbeben von Cumana. wenn sich bei der starken Affinität zwischen dem Eisenoxyd und den Erden bei hoher Temperatur Wasser über Schwefelkiesen zersetzt. desto mehr sieht man ein. der noch zu Catos Zeit Rapilli auswarf [ Albano monte biduum continenter lapidibus pluit. sondern in sehr bedeutender Tiefe unter der Oberfläche in den Urgebirgsarten zu suchen.60 und die Intensität der magnetischen Kraft gleich 228 Schwingungen in zehn Zeitminuten. Nach Meridianhöhen des südlichen Fisches. und der Herd der vulkanischen Wirkungen ist nicht in den secundären Gebirgsbildungen. die Intensität war demnach um neun Schwingungen oder ¹⁄￿￿ geringer als in Ferrol. 7. Dieser Lichtschein. die über der Mündung brennender Vulkane aufsteigt. zersetzt wird? Ist das Feuer. brennendes Wasserstoffgas? Das Wasser. wo der Berg ziemlich ruhig schien. die Angabe der geschätztesten Karten ist also um ¼ Grad unrichtig. Die Neigung der Magnetnadel fand ich gleich 42°. das aus den Höhlen des Cuchivano kommt. auf dem Mons Albanus bei Rom. welche die Apenninen erschüttern. den man zuweilen bei starken Erdstößen verspürt. Nach meiner Ansicht können die Stöße.Was ist wohl aber die Ursache der feurigen Erscheinungen.]. bedenkt man. Ich weiß. die von unbedeutenden Schichten von Schwefelkies und bituminösem Mergel ausgehen. und der Geruch. das durch den Kalkstein sickert und durch die Schwefelschichten zersetzt wird. tiefer liegenden Ursachen her. 174 .

den alten Seeboden.Am zwölften setzten wir unsere Reise nach dem Kloster Caripe. vortreffliches Fleisch und vor allem ein herrliches Klima. da die Hochebene des Cocollar nicht so hoch liegt. einen köstlichen aromatischen Geruch von sich geben. die nicht viel höher sind als der Jura. nur hin und wieder tauchen aus den Schluchten kleine Baumgruppen auf. ein reißendes Bergwasser voll Kalksteinblöcken. fort. In jenen fernen Ländern. kurz vor Sonnenuntergang fiel er auf 19 und bei Nacht zeigte er kaum 14. kamen wir auf einer kleinen Ebene zum Hato del Cocollar. ein geborener Biscayer]. das war die Schönheit und Stille der Nächte. die Brownea coccinea die über hundert Fuß hoch wird. Man geht über eine ungeheure. dem Hauptort der Chaymas-Missionen. die eben erst unter die Tropen gekommen. wo der Mensch die Gaben der Natur noch voll zu schätzen weiß. das von bewaldeten Hügeln umgeben sehr freundlich daliegt. oder auch nur große Bäume mehr. der 408 Toisen hoch ganz allein auf dem Plateau liegt. wie wir in Eu175 . Wir kamen durch das kleine indianische Dorf Aricagua. und biegt dann nach Süd ab. Er schien sich daran zu weiden. Ihre Aeste sind gegen den Boden geneigt oder breiten sich schirmartig aus. Bei Nacht war es daher um sieben Grad kühler als an der Küste. Dieses Stück des Weges ist sehr angreifend. wie Europäer. wo Abhänge oder halb mit Erde bedeckte Gesteinmassen sich zeigen. Ueberall. der vom Hafen von Cumana an unser Begleiter gewesen war. und trotz der scheinbaren Einförmigkeit der Vegetation findet man ausnehmend viele sehr interessante Pflanzen. sieht man auf dem hohen Punkt nichts als kahle Savanen. In dieser Einsamkeit blieben wir drei Tage. deren man nach Sonnenuntergang hier aus den Bergen genießt. breitet die Clusia oder der Cupey mit den großen Nymphäenblüthen sein herrliches Grün aus. und daß es keine schädlichen Insekten gibt. Der Eigenthümer des Hofes blieb mit uns wach. Wir führen hier nur an eine prachtvolle Lobelia mit purpurnen Blüthen. so sieht man zu seiner Ueberraschung fast keine Wälder. vortrefflich verpflegt von dem Eigenthümer [Don Mathias Yturburi. den gesunden Wind. So weit das Auge reicht. wiederum auf eine ausnehmend rasche Wärmeabnahme hinweist. Wir zogen der geraden Straße den Umweg über die Berge Cocollar und Turimiquiri vor. sich nicht genug wundern konnten über die frische Frühlingsluft. weil seine Blätter. man setzt zweiundzwanzigmal über den Pututucuar. Es ist dieß ein Hof. Die Wurzeln dieses Baums haben zuweilen acht Zoll Durchmesser und gehen oft schon fünfzehn Fuß über dem Boden vom Stamme ab. wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. und vor allen den Pejoa. Hat man auf der Cuesta del Cocollar zweitausend Fuß Meereshöhe erreicht. Der Weg läuft zuerst ostwärts drei Meilen über die Hochebene von Cumanacoa. der um den Hügel weht. was. preist der Grundeigenthümer das Wasser seiner Quelle. als die Stadt Caracas. mit Gräsern bewachsene Hochebene. Von hier an ging es bergauf und wir hatten über vier Stunden zu steigen. Nachdem wir noch lange bergan gestiegen waren. Was uns aber am meisten am einsamen Ort entzückte. der im Lande berühmt ist. Nur Mimosen mit halbkugeliger Krone und drei bis vier Fuß hohem Stamm unterbrechen die öde Einförmigkeit der Savanen. Wir fanden daselbst bei der reichen Weide Milch. Bei Tag stieg der hunderttheilige Thermometer nicht über 22 oder 23 Grad.

Ohne Nachbarschaft. aus einer Schlucht heraus das Schellengeläute einer Kuh oder das Brüllen des Stieres zu unsern Ohren drang. genießt er hier der Unabhängigkeit. als sähen wir weit weg das gestirnte Himmelsgewölbe auf dem Ocean ruhen. zum Theil aber an den Sattel gewöhnt sind. Bösartige Fieber rafften mit den Zimmerleuten der königlichen Marine die Aufseher der neuen Anstalt weg. die glänzenden Sternbilder im Süden. So plump ihr Aussehen ist. die um das Meer der Antillen her liegen. wie die Vereinzelung sie gewährt. die in reiner. Unser Wirth hatte das seltene Glück. und sie jährlich auf die Werfte von Caraques bei Cadix zu schicken. wurde das Grab der europäischen Seeleute. Alles mahnte uns daran. sanft gewellte Hochebene. nicht acclimatisirte Männer mußten der anstrengenden Arbeit. Wir machten zuerst bei einer Quelle Halt.und Brasilholzwäldern. den Turimiquiri zu besteigen.5 geringer 176 . wie weit wir von der Heimatherde waren. und der Heiterkeit des Gemüths. Unser Wirth war mit einer Mannschaft. die über das Weltmeer herüber riefen und uns mit Zauberkraft aus einer Hemisphäre in die andere versetzten. wilden Aussehens der Küste den Namen »Golfo triste« gegeben. inmitten dieser fremdartigen Natur. nachdem er den größten Theil der Seinigen hatte hinsterben sehen. sie im Groben so zuzuhauen. der mit dem Brigantin nur Einen Gebirgsstock bildet. die bis zunm Horizont fortstreichen. die leuchtenden Insekten. klettern sie doch ganz flink den schlüpfrigsten Rasen hinaus. zog er weit weg von der Küste auf die Berge des Cocollar. wie sie schlichten Menschen eigen ist. in die neue Welt gekommen. weiter Ferne Stimmen. den der Anblick des gestirnten Himmels an diesem einsamen Ort in einem hinterläßt. dachte man die größten Stämme auszusuchen. der die ersten Spanier wegen des trübseligen. Nichts ist dem Eindruck majestätischer Ruhe zu vergleichen. die ewige Quelle seiner Freuden und seiner Schmerzen! In der Morgenkühle machten wir uns auf. Blätter und Hölzer geschwängert sind. die frei in den Savanen laufen. der Sonnengluth und der ungesunden Luft der Wälder erliegen. Cedrela. Blickten wir bei Einbruch der Nacht hinaus über die Prairien. welche mit den Wohlgerüchen der Blüthen. Man macht einen Theil des Wegs auf Pferden. die an der Küste des Meerbusens von Paria Holzschläge für die spanische Marine einrichten sollte. Ihre Temperatur war 21°. dann sprang mit einemmal der Gedanke an die Heimath ins uns auf. so war es uns. Und wenn nun. stärkender Luft leben. die nicht aus dem Kalkstein. Aber weiße. führen auch den Keim der Auflösung in die Organe. In den großen Mahagoni-.ropa uns der Vorzüge unseres Wohnhauses oder des malerischen Effekts unserer Pflanzungen rühmen. So wunderbar beweglich ist die Einbildungskraft des Menschen. also um 1°. und die Bucht. sondern noch aus einer Schichte quarzigen Sandsteins kommt. über die grün bewachsene. So heißt der Gipfel des Cocollar. diesen Gefahren zu entgehen. die in der Luft tanzten. Der Baum. Es war. welcher bei den Eingeborenen früher Sierra de los Tageres hieß. als hörten wir aus weiter. Dieselben Lüfte. unter dem wir saßen. gerade wie in den Steppen am Orinoco. im ungestörten Besitz eines Savanenstrichs von fünf Meilen. wie man sie zum Schiffsbau braucht.

befindet sich auf dem Menschen fast unzugänglichen Gipfeln ein Wäldchen von Cedrela. die dicht bewaldet sind und wo es viele Tiger 50 Hura crepitans. Ueberall. wenn man ihn abbricht. In Cumana schreibt man den Umstand. die kaum höher sind als der Mont d’Or und der Puy de Dome. Man findet sie in den Provinzen Cumana und Caracas meist erst in 400 bis 500 Toisen Höhe. Ja der kurze Rasen zeigt sich auf dem Cocollar stellenweise sogar schon bei 350 Toisen über dem Meer und man kann auf demselben bis zu 1000 Toisen Höhe gehen. daß die Berggipfel in Neu-Andalusien lange nicht zu der obern Baumgrenze hinaufreichen. wenn zufällig auch nur ein ganz klein wenig davon zwischen die Augenlider kam. An mehreren Stellen habe ich ganz deutlich beobachtet. können die Baumsamen sich nicht mehr im Boden befestigen und keimen. daß keine Bäume mehr vorkommen. und die Milch. Im Kalkstein sind Klumpen von braunem Eisenoxyd und Spatheisen eingesprengt. Trotz aller Behauptungen der Einwohner an der Küste ist unter dem 10. daß der Sandstein dem Kalk nicht nur aufgelagert ist. ist der Boden eben und bildet gleichsam kleine Plateaus. sogar das Zuckerrohr gut fortkommen. Die Gebirgsarten des Turimiquiri sind ein Alpenkalk. über diesem mit Gräsern bedeckten Gürtel. nur mit Gräsern bewachsen. kommen Flechten und verschiedene europäische Moose vor. weiter hinauf. Dieser Baum wird ungeheuer dick. Javillos50 und Mahagonibäumen. da Gräser und Alppflanzen seit dreihundert Jahren den Boden mit einem dicken Filz überzogen haben. die vierzehn Fuß lang und acht breit waren. Man unterscheidet im Lande den abgerundeten Gipfel des Turimiquiri und die spitzen Pics oder Cucuruchos. Die Samen des Javillo sind ein starkes Gift. wo der Sandstein zu Tage kommt. obgleich Wind und Vögel sie fortwährend von entlegenen Wäldern in die Savanen herübertragen. Diese Kufen aus Einem Stück dienen zur Aufbewahrung des Guarapo oder Zuckerrohrsasts und der Melasse. dessen große lederartige Blätter im Wind wie Pergament rauschen. Die Weiden auf dem Turimiquiri nehmen an Güte ab. wo zerstreute Felsmassen Schatten bieten. vergegenwärtigt man sich aber die Vertheilung dör Gewächse in den Cordilleren der heißen Zone. die in dieser Breite mindestens 1600 Toisen hoch liegt. daß die Bergsavanen des Cocollar und Turimiquiri ihre Entstehung nur der verderblichen Sitte der Eingeborenen verdanken. die wie Stufen über einander liegen. je höher sie liegen.als die der Quelle von Quetepe. Melastoma xanthostachis und ein Strauch ( Palicourea rigida). aus der Familie der Euphorbien. Jetzt. und ziemlich dünne Schichten Mergel und quarziger Sandstein. die Marica martinicensis. die Wälder anzuzünden. niemals Reif gesehen worden. die sie in Weideland verwandeln wollen. die aus dem Blüthenstengel quillt. wachsen hie und da in der Savane. so sieht man. Das Klima auf diesen Bergen ist so mild. Bis zu 700 Toisen und sogar darüber ist der Berg. Ueberall. sondern daß beide nicht selten in Wechsellagerung vorkommen. der Höhenunterschied beträgt aber auch gegen 220 Toisen. 177 . im Thal von Curiepe zwischen Cap Codera und Caracas maß Bonpland Kufen aus Javilloholz. ähnlich dem bei Cumanacoa. hat uns oft Augenschmerz verursacht. daß beim Hofe auf dem Cocollar der Baumwollenbaum. Grad der Breite auf Bergen. der großen Höhe zu. wie alle in der Nachbarschaft. Nach diesen lokalen Verhältnissen muß man annehmen. Aber die Hauptzierde des Rasens ist ein Liliengewächs mit goldgelber Blüthe. der Kaffeebaum.

Der Hof auf dem Cocollar am Fuße des Turimiquiri liegt unter 10°9￿32￿ der Breite. das fünf Meilen lang fast durchaus von Ost nach West streicht. die gegen den Meerbusen von Cariaco hinunterläuft. und dann betritt man dichten Wald. an der Grenze Lapplands Kirchen 178 . Es ist als sähe man in einen Trichter hinunter. dessen schwarzes Gestein gleich einem ungeheuren Bollwerk aus dem Wasser aufsteigt. obgleich er nur Indianer aus seinem Dorfe dabei verwendet hatte. Die Säulencapitäle. Nach Höhenwinkeln und einer ziemlich kurzen Standlinie. Vom Gipfel bis hinunter zum Meer liegen Bergketten vor einem. Erstere ist berühmt wegen einer kleinen Kirche aus Backsteinen. Die Inclination der Magnetnadel fand ich gleich 42°10￿. wo der Kamm hätte weiter laufen sollen. die sich darin findet. die parallel von Ost nach West streichen und Längenthäler zwischen sich haben. Den runden begrasten Gipfel fanden wir 707 Toisen hoch. mit zwei Thürmen und dorischen Säulen. Der Weg führt Anfangs über Savanen. In diesem Thale liegen die Missionen San Antonio und Guanaguana. in erträglichem Styl. Gegen Nord hob sich eine schmale Landzunge. Am 14. Der Gardian der Kapuziner wurde mit diesem Kirchenbau in nicht ganz zwei Sommern fertig. so wohl bekannt ist. die Gesimse und ein mit Sonnen und Arabesken gezierter Fries wurden aus mit Ziegelmehl vermischtem Thon modellirt. Jenseits der Halbinsel begrenzte den Horizont das Vorgebirge Macanao. maßen wir den Spitzberg oder Cucurucho und fanden ihn 350 Toisen höher als unsern Standort. Die Nadel schwang 220mal in zehn Zeitminuten. An der Stelle. weiterhin werden die Abfälle sehr steil und streichen hinter einander fort bis zum Ufer des Meerbusens von Cariaco. braun vom Meere ab. erheben sich zwei Bergspitzen aus Kalkstein. der eine Seemeile von jenem durch eine ungeheure Spalte unterbrochen ist. die der Küste von Cumana zusteuern. ein glänzendes Licht zurückwarf. so daß seine absolute Höhe über 1050 Toisen beträgt. der den Schiffern. auf dessen Boden unter zerstreuten Baumgruppen das indianische Dorf Aricagua erscheint. hat man ein schönes Thal vor sich. Dieß ist der eigentliche Cucurucho de Turimiquiri. ist das Thal von Cumanacoa.gibt. die Halbinsel Araya. Man genießt auf dem Turimiquiri einer der weitesten und malerischsten Aussichten. auf die man wegen des großen und schönen Fells Jagd macht. von denen die nördliche die höhere ist. bald kegelförmiger Höhen dar. die wir auf dem abgerundeten kahlen Gipfel zogen. Die Umrisse dieser Gebirgsmassen erinnern an die Ketten des Jura. Sie gilt in der Umgegend für ein Wunder. Wundert man sich. der für höher gilt als der Brigantin. Nachdem man zwei sehr steile Berggräte überstiegen. Von diesem Gipfel läuft nun nach West ein steiler Felskamm aus. von den Bergwassern ausgespülter Thäler unter rechtem Winkel münden. von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet. und die einzige Ebene. so stellen sich die Seitenketten als Reihen gleich vieler bald abgerundeter. September gingen wir vom Cocollar zur Mission San Antonio hinunter. Da in letztere eine Menge kleiner. Die im Kalk liegenden Brauneisensteinmassen mögen die Intensität der magnetischen Kraft um ein Weniges steigern. das. Bis zum Imposible sind die Berghänge meist ziemlich sanft. die mit großen Kalksteinblöcken übersäet sind.

so überraschen einen dergleichen erste Kunstversuche noch mehr in einem Erdstrich. die ich zwei Jahre später. auf dem er wohnt. als ich den Magdalenenstrom hinausfuhr. Der Colorado hat eine sehr starke Strönnmg und wird bei seiner Mündung breiter als der Rhein. früher lag es weiter nach Süden und lehnte sich an einen Hügel. daß wir uns trockneten. solches gleichfalls zu beklagen. Es goß in Strömen vom Himmel. Der Statthalter der Provinz mißbilligte es. äußerte gegen uns. Reise in Norwegen] anzutreffen. Der große Platz liegt 216 Toisen über Cumana. Der Missionär nahm uns sehr herzlich auf. die Gemeindegelder. der meint. mit welcher Leichtigkeit man die Wohnsitze der Indianer verlegt. Wo es nur Thon. ist die Hütte in wenigen Tagen wieder fertig. sich vereinigen. wie das Dorf San Antonio. gezeichnet habe. Diesen gewaltsamen Aenderungen liegt oft nichts zu Grunde als die Laune eines frisch aus Spanien angekommenen Missionärs. An seinen Ufern wächst eine ausnehmend schöne Grasart. daß in Missionen mit solchem Luxus gebaut werde. der schon seit dreißig Jahren in den Wäldern Amerikas lebte. Sie machen sich eben so wenig aus architektonischen Ornamenten als einst die Eingeborenen in den Jesuitenmissionen in Paraguay. nachdem er den Rio Areo aufgenommen. Buch. ostwärts. die beide in den Bergen des Cocollar entspringen und weiter unten. Es war ein alter Mann. die Mission sey dem Fieber ausgesetzt oder liege nicht luftig genug. sein Haus abzureißen und es anderswo wieder aufzubauen. S. weil er ihrer natürlichen Trägheit behagt. Es gibt in Südamerika Dörfer. Ein Dorf wechselt seinen Platz wie ein Lager. 179 . wo noch Alles den Stempel menschlicher Urzustände trägt und von den Europäern erst seit etwa vierzig Jahren der Grund zu künftiger Cultur gelegt wurde. über fünf und zwanzig Faden tief. der Guarapiche ist. bloß weil der Mönch die Aussicht aus seinem Hause nicht schön oder weit genug fand. und zum großen Leidwesen der Mönche wurde die Kirche nicht ausgebaut. gleichmüthig aufnimmt. Guanaguana hat noch keine Kirche. Es ist vorgekommen. sie sind insgeheim mit dem Spruche des Statthalters vollkommen einverstanden. der ganze Wald erschien in Folge des starken anhaltenden Regens wie Ein Sumpf. der. Das Dorf steht erst seit dreißig Jahren am jetzigen Fleck.im reinsten griechischen Styl [In Skelestar bei Torneo. Man wundert sich. daß ganze Dörfer mehrere Stunden weit verlegt wurden. die so ziemlich in derselben Höhe liegt. Der alte Geistliche. Der Halm mit zweizeiligen Blättern wird 15 bis 20 Fuß hoch. daß er den Befehl. um auf den Barometer zu sehen und ein paar Sonnenhöhen zu nehmen. Es that sehr noth. Palmblätter und Heliconienblätter gibt. die in weniger als einem halben Jahrhundert dreimal den Ort gewechselt haben. seine Indianer sehr verständig behandelte. Rohr. Ich hielt mich in der Mission San Antonio nur auf. Die Indianer von San Antonio sind weit entfernt. wie es schien. Unsere Maulthiere konnten sich durch den dicken Morast auf dem schmalen ebenen Weg kaum durcharbeiten. Jenseits des Dorfs durchwateten wir die Flüsse Colorado und Guarapiche. Den Eingeborenen knüpfen so schwache Bande an den Boden. Gegen Abend langten wir in der Mission Guanaguana an.

Die Indianer in Guanaguana erzählten mir als etwas Ungewöhnliches. Es sind hölzerne Cylinder von sehr kleinem Durchmesser. als sie aus den Wäldern wieder heim kamen. belehrte uns unser Wirth. Aber hier wie überall. in meinem Werke über Mexico. Dieses auffallende Vorkommen scheint 180 . mit dem Anbau der Nahrungspflanzen zu wechseln. Die Eingeborenen haben höchst einfache Vorrichtungen. um sich von saftigen Pflanzen. Ich habe anderswo. und in der tropischen Hitze an die aragonesischen Winter erinnern. Das schöne Thal von Guanaguana läuft gegen Ost in die Ebenen von Punzere und Terecen aus.d. ihn an sein geliebtes Heimathland. im verflossenen Jahr seyen sie. Die geräumige Wohnung des Padre war eben fertig geworden. um die Quellen von Bergöl zwischen den Flüssen Guarapiche und Areo zu untersuchen. weniger lenksam waren als zuvor. die lieber ganz nackt gehen als die leichtesten Kleider tragen. von dieser Ordnung dürfe unter keinem Vorwand abgegangen werden. von Farnwurzeln und wilden Baumfrüchten zu nähren. Nur der Missionär hatte dabei zu leiden gehabt. Gerne hätten wir diese Ebenen besucht. oder über Caycara und Guahuta. sie seyen in den benachbarten Wäldern umhergezogen. dann zum Kirchenbau und endlich für die Kleidung der Indianer verwendet werden. wo der Segen der Natur die Entwicklung der Industrie hemmt. und wir bemerkten zu unserer Ueberraschung. ihre Weiber und Kinder drei Monate lang al monte gewesen. daß das Haus. aber die Regenzeit war förmlich eingetreten. von Palmkohl. wo sich ein Hato (Hof für Viehzucht) der Missionäre befindet. und kein Mensch denkt daran. um die gesammelten Pflanzen zu trocknen und aufzubewahren. das ein plattes Dach hatte. und wir hatten täglich vollauf zu thun. weil das Dorf ganz verlassen stand und die Gemeindegenossen. wo alle Waaren auf Maulthieren in die Seehäfen kommen. Die Indianer in Guanaguana bauen Baumwolle für sich. h. den Transport in den spanischen Colonien erschwert. für die Kirche und für den Missionär. auseinander gesetzt. Der Ertrag gilt als Gemeindeeigenthum und mit den Gemeindegeldern werden die Bedürfnisse des Geistlichen und die Kosten des Gottesdienstes bestritten. große Schwefelmassen. die Fanega zu hundert Pfund. Nun. wie sehr die Sitte. mit einer Menge Kaminen wie mit Thürmchen geziert war. der Ertrag der Arbeit der Indianer. müßten zuerst zum Bau des Missionshauses. die Baumwolle mit dem Samen zu verkaufen. sondern in geringer Tiefe unter der Fläche des Bodens in Thonschichten. Diese höchst mangelhaften Maschinen leisten indessen gute Dienste und man fängt in den andern Missionen an sie nachzuahmen. nicht in Gips oder Kalkstein. Er versicherte in wichtigem Ton. Der Weg von Guanaguana nach dem Dorfe Punzere führt entweder über San Felix. bis die Reihe an sie kommt. An letzterem Orte findet man. macht man nur ganz wenige Morgen Landes urbar. um den Samen von der Baumwolle zu trennen. das gleichfalls seinen indianischen Namen behalten hat. das heißt. Sie sprachen von diesem Nomadenleben keineswegs wie von einem Nothstand. die Indianer. können gut warten. nach dem Bericht der Indianer. Der Boden ist in Guanaguana eben so fruchtbar wie im benachbarten Dorfe Aricagua. Sie sollten. zwischen denen die Baumwolle durchläuft und die man wie Spinnräder mit dem Fuße umtreibt. Eine Almuda (1850 Quadrattoisen) trägt in guten Jahren 25–30 Fanegas Mais.

da entwickelt sich die Intelligenz der Reitpferde und Lastthiere auf wahrhaft erstaunliche Weise. Nachdem wir eine Weile mit dem Verlangen gekämpft. das heißt. nach dem Hafen San Juan. daß man sich ihnen ruhig anvertrauen kann.« Dieses Wort aus dem Munde des Volks. die gleichfalls wilde Seide liefern. der Bergsattel. sie überlegen. der zweite hat Blätter. das eine neue Niederlassung von Canariern ist. wohl besser als 181 . die Abhänge zu beiden Seiten sind ziemlich jäh. aber so gefährlich. das in den Thieren nur belebte Maschinen sieht.Amerika eigenthümlich. Von Punzere läuft der Weg über Terecen und Neu-Palencia. Indessen sind die Bergseiten vielmehr nur starke Böschungen als eigentliche Abgründe. was zu thun sey. die nach ächtem Ceylonzimmt riechen. von einander getrennt [Im ganzen spanischen Amerika bedeutet cuchilla Messerklinge. Spüren die Maulthiere eine Gefahr. ist mit kurzem. wenn er frei ist. Wenn man in den Anden sechs. die einen schönen Glanz hat. Diese Erscheinung erinnert an den Asphaltsee oder Chapapote auf der Insel Trinidad. Man beschrieb sie uns als kleine Schachte oder Trichter. der am rechten Ufer des Rio Areo liegt. sieben Monate auf entsetzlichen Wegen durch die von den Bergwassern zerrissenen Gebirge zieht. bewegen die Ohren auf und ab. man sieht. Wir fanden den Uebergang beschwerlich.]. die Frucht langer Erfahrung. kommt vielleicht mit denen in den Provinzen Gnanaxuato und Antioquia überein. wandten wir uns gerade den Bergen zu. Ihr Benehmen ist ganz wie das der Saumthiere in der Schweiz und in den Pyrenäen. wir werden demselben im Königreich Quito und in Neugrenada wieder begegnen. Sie kommen langsam zum Entschluß. der sie spinnt. einen Bergkamm mit sehr steilen Abhängen. den Guarapiche hinunter in den Golfo triste zu fahren. Allerdings ist der Weg an mehreren Stellen nur 14 oder 15 Zoll breit. wenn ihn der Reisende nicht unvorsichtigerweise stört oder übereilt. Die Thäler von Guanaguana und Caripe sind durch eine Art Damm oder Grat aus Kalkstein. widerlegt das System. sondern das vernünftigste. Im schönen Walde von Punzere kommen zwei Bäume vor. und man muß in einer Pirogue über diesen Fluß setzen. und wenn der Reisende fiele. Je wilder ein Land ist. Vor Punzere sieht man in den Savanen Säckchen von Seidengewebe an den niedrigsten Baumästen hängen. la mas racional. über den er wegläuft. wenn man zu den berühmten Bergölquellen von Buen Pastor gehen will. so bleiben sie stehen und wenden den Kopf hin und her. sehr glattem Rasen bedeckt. als man ihn in Cumana schildert. desto feinfühliger und schärfer witternd wird der Instinkt der Hausthiere. der in gerader Linie von Buen Pastor nur 35 Seemeilen entfernt ist. das den bequemsten Schritt hat. ist er keineswegs. der unter dem Namen Cuchilla de Guanaguana weit und breit berühmt ist. und die Maulthiere hier zu Lande haben einen so sichern Gang. aber sich sehr rauh anfühlt. aber derselbe fällt immer richtig aus. Man kann auch die Gebirgsbewohner sagen hören: »Ich gebe Ihnen nicht das Maulthier. weil wir damals noch nicht in den Cordilleren gereist waren. Es ist dieß die seda silvestre oder einheimische wilde Seide. Der Nachtschmetterling. könnte er auf dem Grase sieben. ersterer liefert ein von den Pinches oder indianischen Zauberern sehr gesuchtes Harz. die sich von selbst im sumpfigen Boden gebildet haben. die unter den Namen Curucay und Canela bekannt sind. achthundert Fuß hinunterrollen.

hatten wir eine interessante Fernsicht. Das blendend weiße Gestein blickt nur hin und wieder hinter dem Laube vor. Ein Bergzug von unbedeutender Breite trennt zwei Becken. das eine ist köstlich kühl. Die Kalksteinschichten werden dünner. so betritt man bald ein ganz bewaldetes Land. desto dichter wird der Wald. Das Kreuz ist von Bänken umgeben. in dem das Kloster Caripe liegt. Unter allen hochgelegenen Thälern in NeuAndalusien ist auch nur das von Caripe [absolute Höhe des Klosters 412 Toisen] sehr stark bewohnt. den Spitzberg Turimiquiri und zahllose parallel streichende Bergketten. wo die kranken und schwachen Mönche ihren Rosenkranz beten. in der wir von Punta Delgada an gewesen waren. sie bilden Mauern. Der Boden ist mit Moos und einer neuen Art Drosera bedeckt. in Neu-Grenada und Peru häufig. Das Kloster lehnt sich an eine ungeheure. Gegen Nordost öffnet sich das Thal. In einer Provinz mit schwacher Bevölkerung. nur mit Gras bewachsenen Bergen umher freundlich absticht. sie erinnerte mich lebhaft an die Thäler der Grafschaft Derby und 182 . Solchen Contrasten begegnet man in Mexico. Der Weg von der Cuchilla herab ist bei weitem nicht so lang als der hinaus. Wir fanden die absolute Höhe der Cuchilla gleich 548 Toisen. aus den Ebenen wegzuziehen und sich in gemäßigteren Gebirgsstrichen niederzulassen. senkrechte. im Pappenheimschen und bei Dicow in Gallizien. analog dem Jurakalk. Siebentes Kapitel Das Kloster Caripe — Die Höhle des Guacharo — Nachtvögel Eine Allee von Perseabäumen führte uns zum Hospiz der aragonesischen Kapuziner. dicht bewachsene Felswand. das andere als furchtbar heiß verrufen. welche jenem übergelagert ist. Man kann sich kaum eine malerischere Lage denken. Auf dem höchsten Punkt des Kammes oder der Cuchilla von Guanaguana angelangt. desto üppiger die Vegetation. findet der Mensch wenig Anlaß. sogar die Gebirgsart. Gesimse und Thürme wie in Peru.alle Beweisführung der speculativen Philosophie. daß das Thal von Caripe 200 Toisen höher liegt als das Thal von Guanaguana. aber im Nordosten von Südamerika sind sie selten. Je näher man dem Kloster Caripe kommt. Es ist nicht mehr Alpenkalk. als es bewaldet ist und so von den kahlen. Alles bekommt einen andern Charakter. Wir fanden. Steigt man auf sehr krummem Pfade vom Bergkamme nieder. Wir übersahen mit Einem Blick die weiten Prairien oder Savanen von Maturin und am Rio Tigre. sie liegt also 329 Toisen über dem Missionshaus von Guanaguana. die von weitem einer wogenden See gleichen. die im Wuchs der Drosera unserer Alpen gleicht. sondern eine Formation. wo die Gebirge weder eine sehr bedeutende Masse. Sein Anblick ist um so einladender. noch ausgedehnte Hochebenen haben. Bei einem Kreuz aus Brasilholz mitten auf einem großen Platz machten wir Halt.

Mit den Befehlen des Madrider Hofes in der Hand. der einsam am Ufer des Rio Tigre lebt. An die Stelle der europäischen Buchen und Ahorne treten hier die großartigeren Gestalten der Ceiba und der Praga. Wir trafen im Kloster zahlreiche Gesellschaft: junge. schon von weitem an den dichten Massen von Grün. wie die spanischen Klöster. befördert das Wachsthum der großen Bäume. ihnen ein Geheimniß daraus zu machen. um in der neuen Welt oder auf den Philippinen die Niederlassungen der Ordensgeistlichen zu ergänzen. sogar in den Wäldern Amerikas zu spüren. sollte man da meinen. die sie verbreiten. dem wohlthuenden Eindruck der Gastfreundschaft. nennt man in den spanischen Colonien Mission auch die jungen Mönche. Die Mönche in Caripe wußten wohl. eine Controverse anzuknüpfen. Das Hospiz hat einen innern Hof mit einem Kreuzgang. An den nackten Bergseiten erkennt man die Stellen. Der Pater Gardian war nicht zu Hause.« Der Fortschritt in der geistigen Entwicklung ist. um unsere Instrumente unterzubringen und zu beobachten. die mit einander aus einem spanischen Hafen abgehen. Er gedachte dieses Werk in der Einsamkeit zu studiren. hatte ich keinen Grund. Diese Quellen kommen meist aus Spalten oder engen Schluchten hervor. um uns den Aufenthalt angenehm zu machen. legen ihre Conucos längs dieser Schluchten an. in der sich eine ziemlich ansehnliche Büchersammlung befand. Ich glaube kaum. welche einsame Orte lieben. Unzählige Quellen brechen aus den Bergwänden. Dieses Durcheinander von cultivirten und wilden Gewächsen gibt diesen Punkten einen eigenthümlichen Reiz. Ich fand hier zu meiner Ueberraschung neben Feijos teatro critico und den »erbaulichen Briefen« auch Abbé Nollets » traité d’électricité. Dieser geschlossene Raum war sehr bequem für uns. Bananen und Melonenbäume stehen hier um Gebüsche von Baumfarn. wo Quellen zu Tage kommen. in der er fortan für seine übrige Lebenszeit sich selbst überlassen seyn sollte. die das Becken von Caripe kreisförmig umgeben und deren gegen Süd steil abfallende Hänge tausend Fuß hohe Profile bilden. der Wissenstrieb wach und rege bleibt. und die Eingeborenen. irgend ein Versuch.und Irassepalmen. aber so viel ist sicher und gereicht dem Geist des Jahrhunderts zur Ehre. daß bei einem jungen Mönche. daß wir bei unserern Aufenthalt in den Klöstern und Missionen Amerikas nie eine Spur von Unduldsamkeit wahrgenommen haben. aber niemals that irgend ein Zeichen von Mißtrauen. die anfangs am Gestein zu hängen scheinen und sich dann den Windungen der Bäche nach ins Thal hinunter ziehen. Ich wohnte in der Zelle des Gardians. Die Feuchtigkeit.« 183 .an die höhlenreichen Berge bei Muggendorf in Franken. Wir wurden von den Mönchen im Hospiz mit der größten Zuvorkommenheit aufgenommen. vor Kurzem aus Europa angekommene Mönche sollten eben in die Missionen vertheilt werden. irgend eine unbescheidene Frage. Der jüngste Kapuziner von der letzten Mission51 hatte eine spanische Uebersetzung von Chaptals Chemie mitgebracht. welche die Mönche mit so 51 Außer den Dörfern. daß ich im protestantischen Deutschland zu Hause war. aber er war von unserem Abgang von Cumana in Kenntniß gesetzt und hatte Alles aufgeboten. Daher der Ausdruck: »in Cadix eine neue Mission holen. während alte kränkliche Missionäre in der scharfen gesunden Gebirgsluft von Caripe Genesung suchten. in denen Eingeborene unter der Obhut eines Geistlichen stehen.

Nach den Beobachtungen. daß das gemäßigte Klima und die leichte Luft des Orts dem Anbau des Kaffeebaums. wenn man in Einem Tage entweder von der Küste oder von den glühenden Savanen von Terezen ins Kloster kommt und daher gewöhnt ist. Man sieht auch hier wieder. die alle unter den Tropen liegen. Wegen der dichten Wälder können die Sonnenstrahlen nicht vom Boden abprallen. Der Superior der Kapuziner.5 zu seyn.) warm ist. die man in Cumana gemacht. daß solches Wasser einem fast eiskalt vorkommt. besonders bei Sonnenaufgang. Die Erfahrung hat ausgewiesen. Seine Meereshöhe ist ungefähr dieselbe wie die der Stadt Caracas oder des bewohnten Strichs in den blauen Bergen von Jamaica. wo sie es mit den Anfängen der Cultur zu thun hat. Gegen ein Uhr Nachmittags stand er nur auf 21° bis 22°. bei der die Gewächse der heißen Zone noch wohl gedeihen. Das Wasser. hat in seiner Provinz diesen neuen Kulturzweig eingeführt. Flußwasser zu trinken. das meist 25–26° (20–20°. nach der des Monats September zu schließen. überall wirken sie höchst vortheilhaft auf die Urbarmachung des Bo- 184 . wie die geistliche Hierarchie überall. Wo die Klöster es noch nicht zum Reichthum gebracht haben. Die mittlere Temperatur des Thals von Caripe scheint.und Moosfilz bedeckt.) stehen. gegenüber der übermäßigen Hitze auf den Ebenen bei Cumana könnte man sie eine Frühlingstemperatur nennen. Man baute früher Indigo in Caripe. ein thätiger.viel Herzlichkeit und Offenheit übten. die starke Hitze verlangt. Bei anhaltend nebligter Witterung ist von Sonnenwirkung ganze Tage lang nichts zu spüren und gegen Einbruch der Nacht wehen frische Winde von der Sierra del Guacharo ins Thal herunter. kühlt sich in Caripe während der Nacht auf 13° ab. Wir fanden im Gemeinde-Conuco viele Küchenkräuter. Ich brauche nicht zu bemerken. so ziemlich dieselbe. daß man es aufgab.8–14 R. wo übrigens die größte Hitze 10 Grad mehr beträgt als an den heißesten Tagen in Caripe. 18°. aber die Pflanze. Das Kloster liegt an einem Orte. der bekanntlich hohe Lagen liebt. sich Nachts zuzudecken. in derselben Richtung ihre Thätigkeit entwickelt. Wir sahen den hunderttheiligen Thermometer um Mitternacht zwischen 16 und 17½ Grad (12°. wie rasch die Wärme von der Küste an abnimmt. Auch ist die mittlere Temperatur dieser drei Punkte. auf dem neuen Continent wie in Gallien. und dieser ist feucht und mit einem dicken Gras. Da das Kloster nur 400 Toisen über dem Meere liegt. Zuckerrohr und fünftausend Kaffeestämme. in Syrien wie im nördlichen Europa. Mais. Morgens zwischen 19 und 20. auch nur den geringsten Eintrag. der in alter Zeit Areocuar hieß. weicht unter dieser Zone die Temperatur des Septembers von der des ganzen Jahres kaum um einen halben Grad ab. lieferte hier so wenig Farbstoff. Wir werden weiterhin untersuchen. sehr förderlich sind. so fällt es auf.8 R.5. Die mittlere Temperatur von Caripe ist gleich der des Monats Juni zu Paris. Die Mönche hofften in wenigen Jahren ihrer dreimal so viel zu haben. Es ist dieß eine Temperatur. woher diese Duldsamkeit der Missionare rührt und wie weit sie geht. das man in porösen Thongesäßen dem Luftzug aussetzt. In Caripe fühlt man das Bedürfniß. aufgeklärter Mann. die eine reiche Ernte versprachen.

Sie legen auf jenes Recht sehr großes Gewicht. zuweilen auch Geld werden unter ihnen vertheilt. Im Allgemeinen schien uns in den Missionen der aragonesischen Kapuziner grundsätzlich eine Ordnung und eine Zucht zu herrschen. Die Alcaden und Alguazils von indianischem Blut führen dabei die Aufsicht. Kleidungsstücke. wie man versichert. Aehnlichkeit mit den Gemeinden der mährischen Brüder. Diese Mönchsanstalten haben. Mißbräuche. so haben auch alle gleichen Theil am Gewinn. Die Eingeborenen sind gehalten. die mit dem allgemeinen Geist aller klösterlichen Anstalten zusammenhängen. wo man so großen Hang zum Wunderbaren hat. und da alle Indianer darin arbeiten. mit deren Fett man in den Missionen kocht. neben der ausnehmenden Kühle des Klimas. liegt nicht im Thal 185 .dens und die Einführung fremdländischer Gewächse. mit dem sie in der Kirche und bei den Gemeindeversammlungen repräsentiren. und in den katholischen Gemeinden. als die Geistlichen gerne sahen. Mais. dürfen dem einzelnen Orden nicht zur Last gelegt werden. wie ich schon oben bemerkt. welche die Einwohner eine »Fettgrube« nennen. Kaum hat daher der Fremde in Cumana den Fuß ans Land gesetzt. kommt den Europäern höchst lustig vor. Wir waren an diese Züge im Charakter des Indianers noch nicht gewöhnt. wie sie leider in der neuen Welt selten zu finden sind. sahen wir die Indianer überall milde behandeln. bei denen die Neugierde keine Nahrung findet. fanden sie aber später gerade so am Orinoco. So lange wir uns in Caripe und in den andern Missionen der Chaymas aufhielten. nicht sowohl um mit den Mönchen über Angelegenheiten der Mission zu verhandeln. wird die Unabhängigkeit der Familien und die Selbstständigkeit der Genossenschaftsglieder mehr geachtet. Lebhafte Theilnahme an Naturmerkwürdigkeiten erhält sich überall. in Mexico und Peru bei Völkern von sehr verschiedenen Sitten und Sprachen. geheimnißvolle Miene. In einem Lande. als unter dem Vorwand. In Caripe stellt sich der Gemeinde-Conuco als ein großer schöner Garten dar. ist eine Höhle. wo in trübseliger Eintönigkeit die alltäglichen Vorkommnisse sich ablösen. Ackergeräthe. natürlich ein unerschöpflicher Gegenstand der Unterhaltung und des Streits. so hört er zum Ueberdruß vom Augenstein von Araya. der sein Kind gesäugt. Die Alcaden kamen alle Tage ins Kloster. schweigsamer Ernst. und. wo in der Gesellschaft kein Leben ist. ihre kalte. Es sind das die hohen Staatsbeamten. vom Landmann in Arenas. die man Missionen nennt. Ihr pedantischer. sie fördern die Entwicklung in der Bildung begriffener Menschenvereine. die allein einen Stock tragen dürfen und vom Superior des Klosters angestellt werden. wurden die Besuche häufiger. aus der ein Strom entspringt und in der Tausende von Nachtvögeln leben. Am berühmtesten ist das Thal von Caripe. jeden Morgen von sechs bis zehn Uhr darin zu arbeiten. der Eifer. durch die große Cueva oder Höhle des Guacharo. und von der Höhle des Guacharo. als in den protestantischen Gemeinden nach Zinzendorfs Regel. Der Gardian des Klosters Verkauft den Ertrag des Gemeinde-Conuco. die mehrere Meilen lang seyn soll. Da wir ihnen Branntwein gaben. sich nach dem Befinden der kürzlich angekommenen Reisenden zu erkundigen. Die Höhle.

sie haben gleichsam einen nordischen Typus. wie unsere Pferde. selbst in den gewaltsamen Veränderungen. in einem Rachen ausgestreckt. unter einem zwei Fuß hohen Gewölbe über einen unterirdischen Fluß setzt. in der äußeren Gestaltung der Berge. Hyänen und Bären. nicht gefaßt. die so groß waren. welche die äußere Rinde unseres Planeten erlitten hat. Die Cueva del Guacharo öffnet sich im senkrechten Profil eines Felsen. dann wandten wir uns westwärts an einem kleinen Flusse hinauf. September brachen wir nach der Sierra auf. bald zwischen dem Fluß und einer Felswand. auffallende Aehnlichkeit mit einander haben. sieht man den Eingang noch nicht. die große Grabstätten sind für die Gebeine von Tigern. umherliegende Baumstämme. in so geringer Meereshöhe. schön beraste Ebene. Zahlreiche Erdfälle. morastigem Boden. in allem. hier. Wenn einerseits alle Höhlen nach ihrer ganzen Bildung. Die Natur gehorcht unter allen Zonen unabänderlichen Gesetzen in der Vertheilung der Gebirgsarten. durch den Glanz der Stalaktiten. und man geht unter einem Felsenüberhang. über welche die Maulthiere nur schwer hinüber kommen. und auf diesen waren wir hier auf dem Plateau von Caripe. also bis auf ein Fünftheil so hoch als die Colonnade des Louvre. Der Bach läuft durch eine Schlucht. Ich hatte die schöne Höhle von Treshemienshiz in den Karpathen befahren. Auf dem Fels über der Grotte stehen riesenhafte Bäume. der aus der Höhle hervorkommt. eine Kreuzblüthe zu finden. Nach dieser großen Einförmigkeit konnte ich glauben. so gibt andererseits der großartige tropische Pflanzenwuchs der Mündung eines solchen Erdlochs einen ganz eigenen Charakter. die mit der malerischen Scenerie der Hochalpen vertraut sind. aber die Wirklichkeit übertraf meine Erwartung weit. Man weiß. während die des Courbaril und der Erythrina sich ausbreiten und ein dichtes 186 . begleitet von den indianischen Alcaden und den meisten Ordensmännern des Klosters. die Rankengewächse am Boden machen dieses Stück des Weges sehr ermüdend. kaum 500 Toisen über dem Meere. Ein schmaler Pfad führte zuerst anderthalb Stunden lang südwärts über eine lachende. auf sehr schlüpfrigem. Der Anblick hat etwas Großartiges selbst für Augen.von Caripe selbst. was ich der Art auf meinen früheren Reisen beobachtet. Am 18. wo man. Ich hatte damals die Höhlen am Pic von Derbyshire gesehen. Man geht drei Viertelstunden lang aufwärts bald im Wasser. Wenn man am Fuß des hohen Guacharoberges nur noch vierhundert Schritte von der Höhle entfernt ist. es ist eine Wölbung achtzig Fuß breit und siebzig hoch. Der Eingang ist nach Süd gekehrt. sondern drei kleine Meilen vom Kloster gegen West-Süd-West. eben nicht sehr abweichen. so daß man den Himmel gar nicht sieht. die das Wasser eingegraben. die Höhle von Caripe werde im Aussehen von dem. was die unorganisches Natur betrifft. das nicht tief ist. Der Mamei und der Genipabaum mit breiten glänzenden Blättern strecken ihre Aeste gerade gen Himmel. das der Sierra des Guacharo zuläuft. Der Weg schlängelt sich mit dem Fluß und bei der letzten Biegung steht man auf einmal vor der ungeheuren Mündung der Höhle. Wir waren überrascht. den Raphanus pinnatus. wie selten Arten dieser Familie unter den Tropen sind. Sie mündet in einem Seitenthale aus. ferner die Höhlen im Harz und in Franken.

die Stimme der Ziegenmelker und Procnias. die von Eichen und düstern Lerchen beschattet sind! Aber diese Pflanzenpracht schmückt nicht allein die Außenseite des Gewölbes. Letzterer nistet auch in Felsspalten und heißt der 187 . durch den Mangel der Haut zwischen den vorderen Zehengliedern wesentlich unterscheidet. hört man das heisere Geschrei der Nachtvögel. Oxalis und Orchideen von seltsamem Bau [Ein Dendrobium mit goldgelber. Es ist so ziemlich der einzige körnerfressende Nachtvogel.grünes Gewölbe bilden. Wir sahen in diesen Blumengewinden eine violette Bignonie. mit kleinen schwarzen Streifen und Tupfen. in denen nur ein Dämmerlicht herrscht. wie der Nußheher ( Corvus cariocatactes) und der Pyrrhocorax. Der Guacharo verläßt die Höhle bei Einbruch der Nacht. die Gestalt der geierartigen Vögel mit Büscheln steifer Seide um den krummen Schnabel. herzförmige. Die Flügel haben 17–18 Schwungfedern und ihre Spannung beträgt 3½ Fuß. und sie hört erst 30–40 Schritte vom Eingang auf. Das Tageslicht dringt so weit ein. daß achtzehn Fuß hohe prächtige Heliconien mit Pisangblättern. Er frißt sehr harte Samen. Sein Gefieder ist dunkel graublau. schwarz gesäumte Flecken. die. besonders bei Mondschein. sie sind blau und kleiner als bei den Ziegenmelkern. wie die Eingeborenen glauben. schon der Bau seiner Füße zeigt. ehe wir nöthig hatten die Fackeln anzuzünden. den wir bis jetzt kennen. der sich in derselben Richtung von Südost nach Nordwest hineinzieht. wie in die tiefen Felsspalten in den Anden. Flügel und Schwanz zeigen große. sie dringt sogar in den Vorhof der Höhle ein. Pothos mit saftigen Stengeln. Wir maßen den Weg mittelst eines Stricks und waren gegen vier hundert dreißig Fuß weit gegangen. Da wo das Licht zu verschwinden anfängt. so ist dieser merkwürdige Vogel unter die Passeres stellen. Welcher Contrast zwischen der Cueva de Caripe und den Höhlen im Norden. Mit Erstaunen sahen wir. das purpurfarbige Dolichos und zum erstenmal die prachtvolle Solandra. Streicht man nach Cuvier die Ordnung der Picae (Spechte). Ich habe ihn im zweiten Band meiner Observations de zoologie et d’anatomie comparée in einer eigenen Abhandlung unter dem Namen Steatornis (Fettvogel) beschrieben. wie mit der Ansicht der Wasserfälle. die den Charakter der Landschaft bestimmt. deren orangegelbe Blüthe eine über vier Zoll lange fleischige Röhre hat. Der Guacharo hat die Größe unserer Hühner. der Hauptreiz besteht in der mehr oder weniger großartigen Umgebung. In der Lebensweise kommt er sowohl den Ziegenmelkern als den Alpenkrähen [ Corvus Pyrrhocorax] nahe. Kopf. Die Vegetation zieht sich in die Höhle von Caripe hinein. Es ist mit dem Eingang der Höhlen. Pragapalmen und baumartige Arumarten die Ufer des Baches bis unter die Erde säumten. während vom Winde geschaukelte Rankengewächse sich vor dem Eingang der Höhle zu Gewinden verschlingen. deren Gattungen fast unmerklich in einander übergehen. Die Augen des Vogels können das Tageslicht nicht ertragen. drei Zoll langer Blüthe] wachsen in den dürrsten Felsspalten. daß er nicht jagt wie unsere Eulen. durch den ausnehmend starken mit einem doppelten Zahn versehenen Schnabel. weil die Höhle nur Einen Gang bildet. nur in diesen unterirdischen Räumen zu Hause sind. die sich von Caprimulgus durch den Umfang der Stimme. weiße. Er bildet eine neue Gattung. schwarzgefleckter.

die dem Tageslicht nicht ausgesetzt sind und ihre Muskeln wenig brauchen. bauen sich die Indianer aus Palmblättern Hütten am Eingang und im Vorhof der Höhle. Man schlägt jedesmal mehrere tausend Vögel todt. noch Nachtschmetterlingen nach. daß ihre Lebensweise ganz verschieden seyn muß. als wollten sie ihre Brut vertheidigen. von denen die Ziegenmelker sich nähren. das die Indianer alle Jahre in der Höhle anrichten. mit furchtbarem Geschrei den Indianern um die Köpfe fliegen. erinnert an die uralten Erfahrungen beim Mästen der Gänse und des Viehs. Wir sahen noch Ueberbleibsel derselben. Sie stacken 60–70 Fuß hoch über unsern Köpfen in trichterförmigen Löchern. die in den nordischen Tannenwäldern gesellig leben und auf Bäumen nisten. frisch getödteten Vögel am Feuer aus und gießt es in Thongefässe. Jedes Jahr um Johannistag gehen die Indianer mit Stangen in die Cueva del Guacharo und zerstören die meisten Nester. Dieser In- 188 . nicht mehr als 150 bis 160 Flaschen (zu 44 Kubikzoll) ganz reine Manteca. und eine Fettschicht läuft vom Unterleib zum After und bildet zwischen den Beinen des Vogels eine Art Knopf. Man weiß. Die europäischen Nachtvögel sind mager. den Tausende dieser Vögel im dunkeln Innern der Höhle machen. Man bekommt. Die Indianer zeigten uns die Nester der Vögel. es ist halbflüssig. Ihr Bauchfell ist stark mit Fett durchwachsen. das übrige weniger helle wird in großen irdenen Gefässen aufbewahrt. Hier läßt man das Fett der jungen. daß die Speisen irgend einen unangenehmen Geruch oder Geschmack davon bekämen. um zu sehen. Wurde es ein paar Minuten ruhiger um uns her. sondern vom dürftigen Ertrag ihrer Jagd leben. die in andern Zweigen der Höhle nisteten. Er läßt sich nur mit dem Geschrei unserer Krähen vergleichen. indem sie Fackeln an eine lange Stange banden. wobei die Alten. daß man es länger als ein Jahr aufbewahren kann. hell und geruchlos. in keinem Verhältniß. Die Menge des gewonnenen Oels steht mit dem Gemetzel. die zu Boden fallen. und wir haben nicht bemerkt. Die Banden lösten einander im Schreien ordentlich ab. so erschallte von weither das Klaggeschrei der Vögel. ohne daß es ranzig wird.« Die Indianer behaupten. wie sehr dasselbe durch Dunkelheit und Ruhe befördert wird. der Guacharo gehe weder Insekten aus der Ordnung der Lamellicornia (Käfern). werden auf der Stelle ausgeweidet. Zur Zeit der »Fetternte« ( cosecha de la manteca). scheint es. je mehr Vögel das Licht der Copalfackeln aufscheucht.»Nachtrabe. deren Gipfel einander berühren. von denen die Decke wimmelt. Je tiefer man in die Höhle hinein kommt. Es ist so rein. desto stärker wird der Lärm. wie man es in Caripe nennt. Man darf nur die Schnäbel des Guacharo und des Ziegenmelkers vergleichen. Das gellende durchdringende Geschrei der Guacharos hallt wider vom Felsgewölbe und aus der Tiefe der Höhle kommt es als Echo zurück. Daß körnerfressende Vögel. Die Jungen. so fett werden. In der Klösterküche zu Caripe wurde kein anderes Fett gebraucht als das aus der Höhle. Dieses Fett ist unter dem Namen Guacharoschmalz oder Oel ( manteca oder aceite) bekannt. Schwer macht man sich einen Begriff vom furchtbaren Lärm. weil sie nicht wie der Guacharo von Früchten.

da die Körner. bis jetzt habe die Menge der Vögel nicht merkbar abgenommen. so lange die Hügel aus Kalkincrustationen dieß gestatten. Das Geschlecht der Guacharos ware längst ausgerottet. bestimmt sich das öffentliche Recht darnach. aber in Folge der Klosterzucht sind ihre Rechte gegenwärtig nur noch Ehrenrechte. Vielleicht bevölkert sich die große Höhle immer wieder mit Colonien. das nur zwei Fuß tief ist. der daraus entspringt. ihnen nicht zusagten. aber dem Menschen unzugänglichen Höhlen zu nisten.] in Carolina. für Piroguen schiffbar wird. wie sich das Verhaltniß zwischen dem Starken und dem Schwachen. Wenn man in der Höhle den jungen Vögeln Kropf und Magen ausschneidet. nach seiner Vereinigung mit dem kleinen Rio de Santa Maria. Die von den Narben der alten Blattstiele gebildeten Ringe dienen gleichsam als Sprossen einer aufrecht stehenden Leiter. Wir gingen in die Höhle hinein und am Bache fort. wird ihnen abgekauft. Es erschiene natürlich. diese unterirdische Wasserader sey die Quelle des Rio Caripe. Aus Aberglauben wagen sich die Indianer selten weit in die Höhle hinein.dustriezweig der Eingeborenen erinnert an das Sammeln des Taubenfetts [Das pigeon oil kommt von der Wandertaube. so behauptet man. muß man in das Bette selbst hinunter. noch über den Ursprung der von den Mönchen den Indianern auferlegten Verpflichtung. wenn nicht mehrere Umstände zur Erhaltung desselben zusammenwirkten. Man verfolgt das Ufer. Man hat junge Guacharos in den Hafen von Cumana gebracht. die sie anstellen. findet man mancherlei harte. Wir erlauben uns kein Urtheil weder über die Rechtsansprüche der Morocoymas. Man sammelt sie sorgfältig und läßt sie den Kranken in Cariaco und andern tief gelegenen Fieberstrichen zukommen. die man ihnen gab. das Uebrige. Columba migratoria. Die Alten bringen diese Samen den Jungen zu. von dem früher mehrere tausend Fässer gewonnen wurden. Auch scheint derselbe Vogel in benachbarten. Am Ufer des unterirdischen Baches fanden wir eine Menge Palmholz. die unter dem seltsamen Namen »Guacharosamen« ( semilla del Guacharo) ein vielberufenes Mittel gegen Wechselfieber sind. auf denen die Indianer zu den Vogelnestern an der Decke der Höhle hinaufsteigen. Der Gebrauch des Guacharofetts ist in Caripe uralt und die Missionare haben nur die Gewinnungsart geregelt. Die Höhle von Caripe behält. der wenige Meilen davon. denn die Missionäre versicherten uns. trockene Samen darin. Derselbe ist 28–30 Fuß breit. genau gemessen. daß der Ertrag der Jagd denen gehörte. Die Mitglieder einer indianischen Familie Namens Morocoymas behaupten von den ersten Ansiedlern im Thale abzustammen und als solche rechtmäßige Eigenthümer der Höhle zu seyn. auf 472 Meter oder 1458 Fuß 189 . es sind Ueberbleibsel der Stämme. Wir hörten zu unserer Ueberraschung. aber in den Wäldern der neuen Welt. oft. sie beanspruchen das Monopol des Fetts. zwischen dem Eroberer und dem Unterworfenen gestaltet. sie lebten da mehrere Tage. wenn sich der Bach zwischen sehr hohen Stalaktitenmassen durchschlängelt. ohne zu fressen. Nach dem System der Missionare haben die Indianer Guacharoöl für das ewige Kirchenlicht zu liefern. welche aus jenen kleinen Erdlöchern ausziehen. wie im Schooße der europäischen Cultur.

Der Mensch. Die Stalaktiten. Imorons. zwei Guacharos zu schießen. Finsterniß wird aller Orten mit der Vorstellung des Todes in Verbindung gebracht. Da wo der Bach den unterirdischen Fall bildet. Ivorokiamo. die weder von der Sonne. der bis dahin den Zoologen ganz unbekannt gewesen war. daß sie über das vordere Stück hinausgingen. vor allen solche. noch vom Monde.und Empfindungsvermögens fließen. Wir konnten nicht ausfindig machen. sie glauben. Die verschiedensten und darunter die rohesten Sprachen haben gewisse Bilder mit einander gemein. und die Giftmischer. So gleichen sich unter allen Himmelsstrichen die ältesten Mythen der Völker. und die Guacharos. die uns in diesen unterirdischen Räumen umgab. heißt so viel. 240 Toisen langen Ganges daraus hinaus. sterben. der in der Muggendorfer Höhle in Franken »Opfererde« heißt. Ich kenne auf beiden Continenten keine zweite Höhle von so gleichförmiger. Diese von Nachtvögeln bewohnte Höhle ist für die Indianer ein schauerlich geheimnißvoller Ort. die. das Himmel. nur noch 40 Fuß hoch ist und nordostwärts in ihrer ursprünglichen Richtung. Daher nahmen auch die Zauberer. daß irgendwo recht viele Nester beisammen seyen. sagen sie. uns nachflatterten. parallel mit dem großen Thale des Caripe. Wir erkletterten nicht ohne Beschwerde die Erhöhung. die von der Decke herabhängen und in der Luft schwebenden Säulen gleichen. tief hinten wohnen die Seelen ihrer Vorfahren. so oft wir aus dem Geschrei und dem Flügelschlagen der Nachtvögel schließen konnten. 190 . vom Fackelschein geblendet. Wir hatten unsere Gewehre fast auf Gerathewohl abgeschossen. das sie allein jährlich zum Fettsammeln besuchen. Wir hatten viele Mühe. Die Höhle von Caripe ist der Tartarus der Griechen. Es brauchte das ganze Ansehen der Patres. auf den Aufenthalt der Seelen nach dem Tod. Zu den Guacharos gehen. Damit fand ich Gelegenheit. fortstreicht. über die der unterirdische Bach herunter kommt. Zis. grün bewachsene Gelände ungemein malerisch dar. als zu den Vätern versammelt werden. mahnen an die stygischen Vögel. um den Obersten der bösen Geister. ihre nächtlichen Gaukeleien am Eingang der Höhle vor. In dieser Gegend der Höhle setzt der Bach eine schwärzlichte Erde ab. zu beschwören. auf den Lohn der Gerechten und die Strafe der Bösen beziehen. die sich aus zwei die Welt regierende Kräfte. wo der Boden rasch unter einem Winkel von 60 Grad ansteigt und der Bach einen kleinen unterirdischen Fall bildet.dieselbe Richtung. die große Aehnlichkeit hat mit dem Stoff. Man sieht vom Ende eines geraden. soll Scheu tragen vor Orten. stellt sich das dem Höhleneingang gegenüber liegende. Nuna. um sie bis zu der Stelle zu bringen. beschienen sind. und wir sahen sie vor uns im glänzenden Lichte. Gewächse und Gestein zumal widerstrahlen. regelmäßiger Gestalt. daß die Höhle sich weiterhin bedeutend verengert. die unter kläglichem Geschrei über dem Wasser flattern. Die Oeffnung der Höhle erscheint um die Mitte des Tages auffallend enger als sonst. ob diese feine. den Vogel zu zeichnen. Piaches. Das ferne Tageslicht stach grell ab von der Finsterniß. Wir sahen da. dieselbe Breite und die anfängliche Höhe von 60–70 Fuß. Nach mehreren fruchtlosen Versuchen gelang es Bonpland. die Indianer zu bewegen. heben sich von einem grünen Hintergrunde ab. weil diese unmittelbar aus dem Wesen unseres Denk.

Wir konnten es kaum glauben. wo er Halt machte. welche die Vögel zum Futter für ihre Jungen in die Höhle bringen. Diese unterirdischen bleichen. je nachdem die Luft rein war oder viel Wasserstoff und Stickstoff enthielt. denn außer den Bergen von Caripe und Cumanacoa hat man diese Nachtvögel bis jetzt nirgends angetroffen. Schon wegen der Guacharos hätte sie berühmt werden sollen. wir hatten nur Fackeln aus Baumrinde und einheimischem Harz. welche die Kalkincrustationen bedeckt. specifisch zu unterscheiden. Diese Spuren von Organisation im Schoße der Finsterniß reizten gewaltig die Neugier der Eingeborenen. Es war unmöglich. er hatte vom Eingang bis zum Punkt. Wir gingen in dickem Koth bis zu einer Stelle. Ein Bischof von St.schwammigte Erde durch Spalten im Gestein. nur weiß man den Zeitpunkt nicht genau. Der Bischof hatte sich mit dicken Kerzen aus weißem spanischem Wachs versehen. wo ich über das Vergeilen der Pflanzen Versuche anstellte. oder ob sie durch das Regenwasser. und die Höhle lief noch weiter sort. nachdenklichem Ernst. Mich aber erinnerten sie an eine der glücklichsten Zeiten meiner frühen Jugend. die sich durch den Mangel an Licht nach Form. Thonerde und vegetabilischem Detritus. keimen überall. Als wir endlich heraus waren. Die Samen. noch weiter in die Höhle hinein zu gehen. Vergeilte Stengel mit ein paar Blattrudimenten waren zum Theil zwei Fuß hoch. eine unterirdische Vegetation entgegentrat. Wir mußten uns der Feigheit unserer Führer gefangen geben und umkehren. Mit aller ihrer Autorität konnten die Missionäre die Indianer nicht vermögen. Wir waren froh. die sonst so stumpf und schwer anzuregen sind. wo sich mit der Dunkelheit nicht der wohlthuende Eindruck der Ruhe und Stille paart. setzten wir uns am Bache nieder und ruhten von der Anstrengung aus. Gewächse. 2500 Fuß gemessen. hereingeflötzt wird. desto gellender wurde das Geschrei der Guacharos. wie er sich an einem Orte ziemte. Ehe unsere Augen vom Tageslicht geblendet wurden. als stünde weit weg ein Gemälde vor uns und die Oeffnung der Höhle wäre der Rahmen dazu. der für sie solche Schauer hat. sahen wir vor der Höhle draußen das Wasser durch das Laub der Bäume glänzen. die vom Erdboden hieher gebannt waren. das in die Höhle dringt. Farbe und ganzem Habitus völlig umgewandelt hatten. daß wir das heisere Geschrei der Vögel nicht mehr hörten und einen Ort hinter uns hatten. Es war. 191 . wo uns zu unserer Ueberraschung. formlosen Gewächse mochten ihnen wie Gespenster erscheinen. wo sie auf die Dammerde fallen. Es war ein Gemisch von Kieselerde. Wir gingen dem Bache nach wieder zur Höhle hinaus. Thomas in Guyana scheint weiter gekommen zu seyn als wir. Man sah auch überall so ziemlich das Nämliche. hereinfällt. die mit dem Erdreich außerhalb in Verbindung stehen. Sie betrachteten sie mit stillem. Der dicke Rauch solcher Fackeln in engem unterirdischem Raum thut den Augen weh und macht das Athmen beschwerlich. Je mehr die Decke sich senkte. Die Erinnerung an diesen Vorfall hat sich im Kloster Caripe erhalten. daß der Name der Höhle von Caripe bis jetzt in Europa völlig unbekannt gewesen seyn sollte. die sehr verschieden ausfielen. an einen langen Aufenthalt in den Freiberger Erzgruben.

Cumanacoa und Cariaco erkundigten. So viel wir uns auch bei den Einwohnern von Caripe. sind der unmittelbaren Forschung zugänglich. also mitten im heißen Erdgürtel. wo die Geschlechter einander ablösten. sogar mit geschichtlichen Erinnerungen die so selten sind in Ländern. der am Ufer des Rio Caripe sein Lager aufgeschlagen. kenne ich bis jetzt auch nicht Einen Fall. dienten uns. ohne eine Spur ihres Daseyns zu hinterlassen. und 506 Toisen über dem Spiegel des Wassers im Meerbusen von Cariaco. Daß diese zoologische Erscheinung hier so ausnehmend selten ist. Nur die Steinschichten. was man ein wenig hochtrabend die Temperatur des Erdinnern heißt. daß es in Frankreich. wenn man ins Auge faßt. sondern daß sie auch je nach der Lage des Orts im Verlauf des Jahrs regelmäßige SchwingunMegalonyx wurde in den Höhlen von Green-Briar in Virginien gefunden. aber im Wasser des unterirdischen Bachs bis hinten in der Höhle 16°. Die Höhle von Caripe liegt ungefähr unter 10°10￿ der Breite.52 eines Faulthiers von der Größe eines Ochsen.6. die in diese Berge gekommen. wenn man bedenkt. haben einen Monat lang in der Höhle hier gelebt und auf einem Stein bei Fackellicht das heilige Meßopfer gefeiert. Luft und Boden die Wärme ins Gleichgewicht zu setzen strebt. die ersten Ordensleute. welche der Physiker in den Höhlen anstellen kann. Wir wurden trefflich bewirthet. Mit Ausnahme des Megalonyx.2. erscheint weniger auffallend. Beim Eingang der Höhle zeigte der Thermometer an der Luft 17°. gehören sämmtlich dem ausgeschwemmten Land in den Thälern und auf hohen Plateans an. nach Landessitte als Tischtuch. England und Italien auch eine Menge Höhlen gibt.Die Missionäre hatten am Eingang der Höhle ein Mahl zurichten lassen. 52 Der 192 . Wir fanden im September die Temperatur der Luft im Innern durchaus zwischen 18°. und man weiß jetzt. Die interessanteste Beobachtung.9 der hunderttheiligen Scale. welche die Rinde unseres Planeten bilden. Ehe ich Europa verließ. und erst in neuerer Zeit hat man mit einigem Erfolg an der Lösung dieses großen Problems der unterirdischen Meteorologie gearbeitet. Die äußere Luft hatte 16°. um das kleine Dorf Santa Maria zu gründen. dem er sehr nahe steht und das so groß war wie ein Nashorn. daß man in der Höhle des Guacharo je Knochen von Fleischfressern oder Knochenbreccien mit Pflanzenfressern gefunden hätte.8.4 und 18°. Die Missionäre hatten am einsamen Orte Schutz gefunden vor der Verfolgung eines Häuptlings der Tuapocans. wie sie in den Höhlen Deutschlands und Ungarns oder in den Spalten des Kalksteins bei Gibraltar vorkommen. daß in einer Höhle der neuen Welt ein Thierskelett gefunden worden wäre. um zu bestimmen. Elephanten und Mastodonten. die seidenartig glänzen. 1500 Meilen vom Megatherium. Wohlgefällig erzählten uns unsere Wirthe. in denen man nie eine Spur von fossilen Knochen entdeckt hat. wie sich zwischen Wasser. beklagten sich die Physiker noch. daß die mittlere Temperatur dieser Schichten sich nicht nur nach der Breite und der Meereshöhe verändert. Pisangund Bijaoblätter. das Jefferson beschrieben. Die fossilen Knochen der Megatherien. wir hörten nie. daß man so wenig Anhaltspunkte habe. ist die genaue Bestimmung ihrer Temperatur. welche Reisende aus Südamerika mitgebracht. Diese Beobachtungen sind von großer Bedeutung.

Aus diesen Betrachtungen folgt. die wir in dieser Reisebeschreibung mittheilen. daß. Und wenn nun auch in der heißen Zone die Schwankungen in der äußern Temperatur sehr unbedeutend sind. als die Bodentemperatur in diesen Bergen betrachten. im heißen Erdstrich eine merkbare Verminderung der Temperatur des Bodens hervor? Ist diese Temperatur dort niedriger als die der Luft? Das wollen wir in der Folge untersuchen. 193 . Die Luft in der Höhle dagegen steht nicht still. Die Zeit ist schon fern. wenn man sicher wäre. mögen für sich betrachtet von geringem Belang scheinen. Demnach könnte man die Temperatur des Wassers. welche in den Tiefen des tropischen Meeres in Folge der Polarströme fortwährend herrscht. wenn wir in den hohen Regionen der Cordilleren mehr Beobachtungen zusammengebracht haben werden. das in diesen Kellern 12 Grad zeigt. Da die mittlere Luftwärme im heißesten Monat 19°. als in den Kellern der Pariser Sternwarte. ist in 500 Toisen Meereshöhe die mittlere Temperatur der Erde nicht unter 16°. wie so manche andere.5 nicht übersteigt. in den Grotten der Insel Cuba auf 22–23 Grad. Diese Zunahme ist ungefähr proportional der Zunahme der mittleren Lufttemperaturen vom 48. sie communicirt mit der Atmosphäre draußen. so würde man sehr wahrscheinlich zu keiner Zeit des Jahres den Thermometer in der Luft der Höhle über 19° steigen sehen.gen um die mittlere Temperatur der benachbarten Luft beschreibt. sich doch in jeder Zone Grenzzahlen auffinden lassen. daß diese Temperatur des Bodens nicht höher seyn kann als 19°. dieß geht aus der Messung der Temperatur des unterirdischen Wassers hervor. wenn man auch keine ganz genauen Resultate erhält. wo man sich wunderte. unter den Tropen. so bilden sich dennoch Strömungen. In Caripe. wenn man in andern Himmelsstrichen in Höhlen und Brunnen eine andere Temperatur beobachtete.2.8. Josephsbrunnen in Cairo auf 21°. daß das Wasser nicht rasch von benachbarten höheren Bergen herabkommt. Dasselbe Instrument. nimmt unzweifelhaft die Temperatur des Gesteins oder des Bettes an.8. so verbreiten sie Licht über den Haushalt der Natur im Großen und über den beständigen Wärmeaustausch zwischen Luft und Boden zu Herstellung des Gleichgewichts.7 zeigt. vergleicht man sie aber mit den kürzlich von Leopold von Buch und Wahlenberg unter dem Polarcirkel angestellten Beobachtungen. daß in Lappland die feste Erdrinde eine um 3 bis 4 Grad höhere mittlere Temperatur hat als die Luft. Grad der Breite bis zum Wendekreis. Diese Ergebnisse. Es ist kein Zweifel mehr. im St. Das Wasser. daß in der Höhle des Guacharo das Wasser des Baches gegen 2 Grad kühler ist als die umgebende Luft im unterirdischen Raum. Bringt die Kälte. ob es nun durch das Gestein sickert oder über ein steinigtes Bette fließt.2. weil die Luft in der Höhle im September 18°. also 16°. Wir haben eben gesehen. durch welche die Luftwärme im Innern periodische Veränderungen erleidet. steigt in unterirdischen Räumen auf Madera bei Funchal aus 16°. So läßt sich nun aber auch beweisen.

— Berg und Wald Santa Maria. — Hafen von Cariaco. daß sie sich die wunderlichsten Vorstellungen machen. und die Aehnlichkeit gewisser Laute verwirrt den armen Indianern die Köpfe so sehr.Achtes Kapitel Abreise von Caripe. nicht mehr aus einander zu bringen. den Gemeinde-Conuco oder die Versammlungen. die wir im Kapuzinerkloster in den Bergen von Caripe zubrachten. Die Mönche ließen uns volle Freiheit und wir denken mit Vergnügen an einen Aufenthalt zurück. das heißt dem Religionsunterricht der Eingeborenen. invierno und infierno. und fast immer harrte ich vergebens. der so angenehm als für unser Unternehmen förderlich war. Konnten wir des starken Regens wegen nicht weit hinaus. Oft zitterte ich vor Frost. war nicht mehr zu verwischen. wornach es auf der Karte von Caulin um 18￿. mit Neubekehrten über Dogmen zu verhandeln. trockneten unsere Pflanzen und zeichneten die. und invierno der Winter. Die Instrumente blieben mehrere Stunden im Klosterhof aufgestellt. Andererseits verstehen gegenwärtig die Ordensleute von der Sprache der Chaymas so gut wie nichts. wo die Bösen furchtbaren Regengüssen ausgesetzt seyen. Wir kehrten erst ins Kloster zurück. Rasch verflossen uns die Tage. um Pflanzen zu sammeln. im Kopfe der Neophyten waren die Vorstellungen Regen und Hölle. Wir sahen eines Tags. den zwei ähnliche Consonanten hervorgebracht. nicht dasselbe Ding seyen. Leider war der bedeckte Himmel in einem Thal. Von Sonnenaufgang bis Einbruch der Nacht streiften wir durch die benachbarten Wälder und Berge. astronomischen Beobachtungen nicht günstig. in denen die Alcaden jeden Abend die Arbeiten für den folgenden Tag austheilen. aber es half Alles nichts: der erste Eindruck. wie sich der Missionär große Mühe gab. Zuweilen gingen wir mit ihnen früh Morgens in die Kirche. und doch war unser Leben so einfach als einförmig. auf der von Arrowsmith um 14￿ unrichtig eingezeichnet ist. schrieben wir Abends im Kloster unsere Beobachtungen und Bemerkungen nieder. 194 . wo sich ein Stern vor seinem Durchgang durch den Meridian zwischen den Wolken zeigen würde. Ich blieb Nachts oft lange auf. Ich gebe nur Ein Beispiel. wo die Wälder ungeheure Wassermassen an die Luft abgeben. Die Chaymas kennen keinen andern Winter als die Regenzeit. Es ist dieß in unserem Klima die Tagestemperatur gegen Ende Septembers. Der Missionär verlor die Geduld. wenn uns die Glocke ins Refectorium an den Tisch der Missionäre rief. um der » Doctrina« beizuwohnen. darzuthun. — Die Mission Catuaro. Ein paar gute Beobachtungen Fomahaults und Denebs im Schwan ergaben für Caripe 10°10￿14 Breite. Es ist ein zum wenigsten sehr gewagtes Unternehmen. welche nach unserer Ansicht neue Gattungen bildeten. daß infierno die Hölle. sondern so verschieden wie Hitze und Frost. und unter der »Hölle der Weißen« dachten sie sich einen Ort. zumal wenn sie des Spanischen nur in geringem Grade mächtig sind. Nachdem wir fast den ganzen Tag im Freien zugebracht. deren wir nie genug beisammen haben konnten. so besuchten wir die Hütten der Indianer. um den Augenblick zu benützen. obgleich der Thermometer nie unter 16 Grad fiel.

daß die verschiedensten Klimate so viele Züge mit einander gemein haben. und sie läßt sich in dieser wie in geologischer Hinsicht mit dem Jura vergleichen. Wildheit und Friedlichkeit. dir wir nach einander besucht. wenn der Himmel auf Regen deutet. Ihr Vorrath von Wein und Weizenbrod war nur gering. Schwermuth und Lieblichkeit. Inmitten einer so gewaltigen Natur herrscht in unserm Innern nur Friede und Ruhe. wie ganz anders wir hier daran waren als die Reisenden. und so wurden wir erst am Ende gewahr. dieser fremdartigen Gestalten der Gewächse. als darüber. schallt das eintönige Geheul der rothen Brüllaffen durch die Luft. die uns ins Refectorium rief! Das Zartgefühl der Mönche ließ uns recht lebhaft empfinden. Wie unendlich lang kam uns dieser Aufschub vor! wie bange war uns vor der Glocke. und wenn auch der eine wie das andere dort zu Lande bei Tisch nur als Luxusartikel gelten. daß wir den guten gastfreundlichen Mönchen zur Last fielen. stehen Palmen und Baumfarn. die wir als die große Kette des Brigantin und Cocollar bezeichnet. das alte Moos und das Farnkraut auf den Baumwurzeln. Als das Thal von Caripe hinter uns lag. Abends. die man bei jedem Schritte erhält. Wir mußten den nordöstlichen Abhang der Kalkalpen von Neu-Andalusien. läßt doch die Natur den Menschen aller Orten eine Stimme hören. Besonders berüchtigt ist in dieser Beziehung der Cerro de Santa Maria. unsere Abreise noch einige Tage zu verschieben. Oft. den wir im Thal von Caripe erlebt. Auf den Hügeln. Ja noch mehr. kamen wir zuerst über eine Hügelkette. in der Einsamkeit dieser Berge wundert man sich weniger über die neuen Eindrücke. Alles ruft dem Reisenden wohlbekannte Empfindungen zurück. Die mittlere Höhe dieser Kette beträgt nicht leicht über 6–700 Toisen. Die Naturschönheiten dieser Berge nahmen uns völlig in Anspruch. die Pyrenäen und die Alpen. an dem die Missionäre hinauf müssen. wenn sie sich von Cumana in ihr Kloster Caripe begeben. ja sogar gefährlich. daß die Berggipfel von der geringsten Meereshöhe nicht selten die unzugänglichsten sind. die in vertrauten Lauten zu ihm spricht. verglichen. das dem fernen Brausen des Windes im Walde gleicht. daß unsere Wirthe sie sich selbst versagten. beides zusammen ist der Charakter der Landschaft. die unsere Instrumente und Pflanzen trugen. der über die geneigten Kalksteinschichten niederstürzt. so machte es uns doch sehr verlegen. Endlich am 22. wenn wir diese Berge. und doch nöthigte uns der furchtbare Regen. Der Rasen am Boden. Grün und Himmel. die Anden von Peru. Bereits war unsere Brodration auf ein Viertheil herabgekommen. September brachen wir auf mit vier Maulthieren. an die das Kloster sich lehnt. wurden wir inne. das harmonische Farbenspiel von Wasser. hinunter. daß der bedeckte Himmel uns die Sterne entzog. die nordostwärts vom Kloster liegt. daß man ihnen in den coptischen Klöstern Ober-Egyptens ihren Mundvorrath entwendet. der Bach. Der Weg führte immer bergan über eine 195 .Der Verdruß. Aber trotz dieser unbekannten Töne. all dieser Wunder einer neuen Welt. Obgleich die Berge von Cumana nicht sehr hoch sind. die darüber zu klagen haben. so ist der Weg hinunter gegen Cariaco zu doch sehr beschwerlich. war der einzige.

denn in Folge einer sehr gewöhnlichen optischen Täuschung scheint der Weg. finden Menschen. um die Ladung zwischen den Baumstämmen durchzubringen. es ist ein eigentlicher chemin des échelles. Die Stufen sind zwei bis drei Fuß hoch. Der Reiter hat nichts zu befahren. ockerhaltigen Thon. etwas höher als der Hintergrund der Höhle des Guacharo. die den Klosterkühen eine treffliche Weide bieten. Verfehlt das Thier den nächsten Steinblock. senken das Kreuz und rutschen auf Gerathewohl hinab. der die Zwischenräume der Steine ausfüllt. glatten Abhang. daß sie auf dem langen. welche Eilande gebildet. Auf der Hochebene von Guardia sahen wir uns wie auf einen alten. so sinkt es bis zum halben Leib in den weichen. wenn er nur den Zügel fahren läßt und dem Thiere keinerlei Zwang anthut. sind völlig ohne Baum und Buschwerk. der erforderlich ist. Er besteht aus verwittertem. mit Thon bedecktem Schiefersandstein und die Böschung scheint furchtbar steil. Wo diese fehlen. denn aus dem Grase erhebt sich nur da und dort eine Agave [ Agave americana] (Maguey). und der sich ohne Zweifel zum Getreidebau eignete. deren Blüthenschaft über 26 Fuß hoch wird. als wollten sie die Stelle untersuchen. und kaum kann man sich einen entsetzlicheren Weg denken. Es geht nun sieben Stunden lang in einem fort abwärts. der den Barometer trug. die vorspringenden Landzungen. 196 . Aus Besorgniß. vom langen Aufenthalt des Wassers wagrecht geebneten Seeboden versetzt. Dieser Kalksteinkegel nimmt sich sehr malerisch aus. unter einem Winkel von mehr als 60 Grad geneigt. Auf diesen früheren Zustand scheint selbst die Vertheilung der Gewächse hinzudeuten.weite Savane auf die Hochebene Guardia de San Augustin. daß ein Landstrich. man verliert ihn aber bald wieder aus dem Gesicht. Man meint noch die Krümmungen des alten Ufers zu erkennen. und die armen Lastthiere messen erst den Raum ab. Man kommt zuerst über einen jähen. wenn man den dicken Wald betritt. Hier hielten wir an. Es ist wahrscheinlich das höchst gelegene Thal in den Provinzen Cumana und Venezuela. während die Ränder mit hochstämmigen Bäumen bewachsen sind. und schieben die vier Beine zusammen wie die wilden Ziegen. um auf den Indianer zu warten. die steilen Klippen. den die Missionäre seltsamerweise das Fegefeuer nennen. der unter dem Namen Montana de Santa Maria bekannt ist. in der während der Regenzeit die wilden Wasser von Fels zu Fels abwärts stürzen. Es ist dieß das eigentliche Bereich der Monocothyledonen.und Thierbeine Halt an ungeheuren Baumwurzeln. Dieselben sind oft zwanzig Zoll dick und gehen nicht selten hoch über dem Boden vom Stamme ab. wenn man oben auf der Anhöhe hinunter sieht. Der Boden des Beckens ist eine Savane. bleiben sie eine Weile stehen. Beim Hinabsteigen nähern die Maulthiere die Hinterbeine den Vorderbeinen. und springen dann von einem Felsblock auf den andern. wir befanden uns in 533 Toisen absoluter Höhe. An diesem Punkte sieht man zur Linken die große Pyramide des Guacharo. eine Art Schlucht. Man kann bedauern. wo man eines gemäßigten Klimas genießt. Die Creolen vertrauen der Gewandtheit und dem glücklichen Instinkt der Maulthiere so sehr. Die Savanen oder natürlichen Wiesen. völlig unbewohnt ist. einen Fehltritt zu thun. Von dieser Ebene geht es fortwährend abwärts bis zum indianischen Dorf Santa Cruz.

feuchte. die von weitem wie Palmen aussehen. Wir stiegen lieber ab. und gewöhnt waren langsam vorwärts zu kommen. als jene. Die indianischen Völkerschaften der Cumanagotas und Tagires räucherten einst damit vor ihren Götzen. Die jungen Zweige haben einen angenehmen. welche Blüthen. über 9 und 10 Fuß dicken Hymenäastämmen nahmen unsere Aufmerksamkeit am meisten in Anspruch: das Drachenblut ( Croton sanguifluum). flüssiges. da wir Anstrengung weniger scheuten. Der Wald. Dem Fuße des Berges von Santa Maria zu wurden die Baumfarn immer sel- 197 . das der Boden. Wie in den Wäldern am Orinoco sieht man auch hier.und Buchenwäldern. zu Linnés Zeit kannten die Botaniker ihrer nicht vier auf beiden Continenten. Man bemerkt. Zu den aromatischen Gerüchen. die 120 bis 130 Fuß hoch werden. Sie lieben versteckte Plätze. Peperomien und andern Saftpflanzen bedeckten Stämme ausdünsten. häufig Dunststreifen an den Stellen. Eichen. Die Natur hat ihnen gemäßigte. glühend heißen Ebenen aussuchen. Wohl gehen sie hie und da bis zur Küste hinab. Die Bäume sind wirklich ungeheuer hoch und dick. weil wir immer Pflanzen sammelten und die Gebirgsarten untersuchten. Wir fanden hier und im Thal von Caripe fünf neue Arten Baumfarn. wenn man die Baumwipfel ins Auge faßt. Da unser Chronometer so schonend behandelt werden mußte.« den wir im Kloster Caripe zuweilen gegessen. stachligten Blättern stachen die Baumfarn äußerst angenehm ab. die ich je gesehen. stockende Luft. dem ganzen Wesen cryptogamer Gewächse treu. Einer derselben. Unter ihrem dichten. die Corypha der Steppen und andere amerikanische Palmenarten die kahlen. aber dann nur im Schutze dichten Schattens. dessen purpurbrauner Saft an der weißen Rinde herabfließt. starkriechendes Harz gibt.gefährlichen Wege abwärts im Sattel bleiben. schattige Standorte angewiesen. der den steilen Abhang des Berges von Santa Maria bedeckt. ihre mit einem uralten Filz von Orchideen. und die Irasse-. ist einer der dichtesten. Von diesen Palmen mit gefiederten. gemäßigte. wie man ihn bei uns im Herbst bei nebligtem Wetter spürt. der ein weißlichtes. machten uns die Führer auf den Curucay von Terecen aufmerksam. daß die Baumfarn im Allgemeinen weit seltener sind als die Palmen. Nach dem Curucay und ungeheuren. Letztere gibt einen sehr schmackhaften »Palmkohl. Corozound Pragapalmen. kommt ein anderer. Früchte. Es ist als könnte die Luft trotz der hohen Temperatur nicht all das Wasser aufnehmen. dunkelgrünen Laub herrscht beständig ein Dämmerlicht. bleiben die Farn mit Baumstämmen. eine feuchte. der Farn Calahuala. eine ungeheure Größe für ein Gewächs aus dieser Familie. blieb uns nicht einmal eine Wahl. aber fast eben so heilkräftig. wo ein paar Sonnenstrahlen durch die dicke Lust dringen. ein Dunkel. sogar das Holz verbreiten. Cyathea speciosa wird über 35 Fuß hoch. Sie scheuen den unmittelbaren Sonnenstrahl. das Dämmerlicht. und während der Pumos. der nicht derselbe ist wie der in Peru. weit tiefer als in unsern Tannen-. aber etwas zusammenziehenden Geschmack. Macanilla-. das Laub der Bäume. Unter den majestätischen Bäumen.

wenn die Luft gewaltsam in die knöcherne Trommel einströmt. diese Heulaffen in der Nähe zu sehen. die Haut desselben fein und gefaltet. haben wir nie weder an einzelnen Exemplaren. taubennestförmige. Die schönen Schmetterlinge mit großen Flügeln. große Aehnlichkeit mit dem untern Kehlkopf der Vögel haben. daß wir nicht mehr weit von der Küste und einem Landstrich waren. wie groß bei den Alouatos die Knochenschachtel ist und wie viele Heulaffen in den Wäldern von Cumana und Guyana auf einem einzigen Baum beisammensitzen. Der Bart ist ziemlich lang. Bei den Tausenden von Araguatos. den Alouaten und Marimondas. gleicht einem jungen Bären. die ungeheuer hoch fliegen. und trotz seines kleinen Gesichtswinkels von nur 30 Grad hat er in Blick und Gesichtsausdruck so viel Menschenähnliches als die Marimonda ( Simia Belzebuth) und der Kapuziner am Orinoco ( S. und das klägliche Geheul der Araguatos. Wir hatten hier zum erstenmal Gelegenheit. liegt die Zunge bei den großen Affen. als die Zoologen annehmen.tener. so wundert man sich nicht mehr so sehr über die Stärke und den Umfang ihrer vereinigten Stimmen. in denen sich die Stimme fängt. erstickten wir beinahe vor Hitze. ein einfaches. die Wolken hingen am Gipfel des hohen Guacharogebirgs. das wir in Caripe bei Sonnenuntergang so oft gehört hatten.3 Zoll Regen an Einem Tage fällt. sein Pelz ist dicht und rothbraun von Farbe. Ihr oberer Kehlkopf hat sechs Taschen. und bei den gesellig lebenden Arten sind sie vollends sehr selten. stark zugespitzten Kopfes bis zum Anfang des Wickelschwanzes drei Fuß lang. die wie Sperlinge pfeifen. Der Himmel war bedeckt und drohte mit einem der Güsse. die ich unter 198 . nicht nackt wie beim Mono colorado oder Büffons Alouate roux den wir auf dem Wege von Carthagena nach Santa-Fe de Bogota genau beobachtet haben. mehrten sich: Alles deutete darauf. die uns in den Provinzen Cumana. ans einer großen Knochentrommel. bei den Tamanacas-Indianern Aravata. Caracas und Guyana zu Gesicht gekommen. Die Sonne beschien hin und wieder die Baumwipfel. noch an ganzen Banden einen Wechsel im Rothbraun des Pelzes an Rücken und Schultern wahrgenommen. Geoffroy). auch Brust und Bauch sind schön behaart. bei denen zuweilen 1 bis 1. deren verschiedene Arten von den Zoologen lange verwechselt worden sind. bei den Maypures Marave genannt. Ich habe diese den Anatomen nur sehr unvollständig bekannten Organe an Ort und Stelle gezeichnet und die Beschreibung nach meiner Rückkehr nach Europa bekannt gemacht [ Observations de zoologie]. Der Araguato bei Caripe ist eine neue Art der Gattung Stentor. die Palmen häufiger. Durch die Farbe unterschiedene Spielarten schienen mir überhaupt bei den Affen nicht so häufig zu seyn. Der Araguato. wo die mittlere Tagestemperatur 28–30 Grad der hunderttheiligen Scale beträgt. Das Gesicht des Araguato ist blauschwarz. Er ist vom Scheitel des kleinen. und wovon zwei. chiropotes). die Nymphalen. und obgleich wir vor ihrem Strahl geschützt waren. dünnes Zungenbein haben. Während die kleinen amerikanischen Sapajus. verkündete den nahen Ausbruch des Gewitters. Bedenkt man. Der den Araguatos eigene klägliche Ton entsteht. Schon rollte der Donner in der Ferne. Sie gehören zur Gattung Alouate ( Stentor.

welche die Chaymassprache verstanden. In den Augen der Eingeborenen ist jeder Weiße ein Mönch. wo wir übernachten wollten. wie meistens die Eingeborenen hier zu Lande.« Ich habe anderswo die Bemerkung gemacht. Links sahen wir in ein enges Thal hinein. und der Wald immer dichter zu werden schien. sie spielen nie wie die kleinen Sagoins. Alles an ihm ist trübselig. denn in den Missionen zeichnet sich der Geistliche mehr durch die Hautfarbe als durch die Farbe des Gewandes aus. je mehr Menschenähnlichkeit sie haben. Stimme. je mehr sich die Geisteskräfte bei ihnen zu entwickeln scheinen. Vollends malerisch wird die Landschaft 199 . Wir mußten uns trennen. Dieß war uns um so verdrießlicher. in denen wir an der zierlichen Gestalt und den gefiederten Blättern Praga. sie verstehen ein wenig Spanisch. Derselbe unterscheidet sich sowohl vom Uarino ( Simia Guariba) als vom Alouate roux ( S. kam uns ein Trupp Indianer entgegen. Der Blick streifte über die Baumwipfel weg. waren noch weit zurück. Die Lichtungen im Walde glichen großen Trichtern. Blick. Sie waren völlig nackt. Gang. Ich habe ganz junge Araguatos gesehen. ein Pater. Sie zogen still. Wie wir auch den Indianern mit Fragen. und wir hatten auf unserem Weg keine Quelle gefunden. sogar die kleinsten Jungen. Nach mehreren Stunden beständig abwärts über zerstreute Felsblöcke sahen wir uns unerwartet am Ende des Waldes von Santa Maria. die in den Hütten der Indianer aufgezogen wurden. die sich in der Regenzeit frisch begrünt hatte. und wir konnten aus ihren Antworten nicht klug werden. Wir waren völlig erschöpft und der Durst quälte uns furchtbar. Seniculus). je näher das Gewitter kam. und zwar desto mehr. sie erwiederten offenbar auf gerathewohl si oder no. einen Ziegenbart und eine gravitätische Haltung ( honrado gesto). Da die Indianer uns immer si Padre. Die Hitze wurde drückender. waren alle mit Bogen und Pfeilen bewaffnet. da ihr Lächeln und ihr Geberdenspiel verriethen. wie sie zu dreißig. das sich dem Guacharogebirge zuzieht und im Hintergrunde mit dichtem Walde bedeckt ist. die indianischen Führer. und Lopez del Gomara schildert zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts ihr ernstes Wesen sehr naiv. die den Bergen von Caripe zuzogen. da die beladenen Maulthiere bei jedem Schritt in den Schluchten stürzten. vierzig in einer Reihe von Baum zu Baum auf den verschlungenen wagrechten Aesten über den Weg zogen. dunkelgrüner Teppich ausnahmen.und Irassepalmen erkannten. daß die Affen desto trübseliger sind.dem Namen Simia ursina bekannt gemacht habe. zusetzten. meinten wir. So weit das Auge reichte. ob es noch weit nach der Mission Santa Cruz sey. die Männer. die 800 Fuß tief unter dem Weg sich wie ein hingebreiteter. daß sie uns gerne gefällig gewesen wären. Die ziemlich schwer beladenen Weiber schlossen den Zug. Ich habe ihn lieber so benannt als nach der Farbe des Pelzes. Wir hatten Halt gemacht. um den Durst zu löschen. Wir hätten gerne von ihnen erfahren. wenn er sagt: » Der Aranata de los Cumaneses hat ein Menschengesicht. ihres Wegs. Ihre Munterkeit und Beweglichkeit nimmt ab. um den Heulaffen zuzusehen. lag eine Grasflur vor uns. da die Griechen bereits einen stark behaarten Affen unter dem Namen Arctopithekos kannten. Während dieses neue Schauspiel uns ganz in Anspruch nahm. die Augen am Boden. wie weit es noch sey. no Padre zur Antwort gaben.

Der Gipfel der Sierra ist abgeplattet und nur am Ostende erhebt sich. der Guacharo überrage den Turimiquiri und den Brigantin. Es maß sieben Zoll im Durchmesser. wenn wir recht gesehen haben. San Josef. gleich einer geneigten Pyramide. er ist mit einer dicken Schicht Dammerde bedeckt. uns in Cariaco einzuschiffen und gerade über den Meerbusen. Hochstämmige Bäume stehen noch um die Kirche her und die Tiger fressen bei Nacht den Indianern ihre Hühner und Schweine. Die Mission Catuaro liegt in ungemein wilder Umgebung. daß hier lange Zeit Wasserbecken übereinander lagen und sich in einander ergossen. es loszubrechen. Von der Mission Catuaro aus wollten wir ostwärts über Santa Rosalia. Carupano. Der Thermometer zeigte 26 Grad. und wir setzten des andern Tags. erfuhren aber zu unserern großen Verdruß. halb verdurstet. Seine Gestalt erinnert an die Aiguilles und Hörner der Schweizer Alpen (Schreckhörner. als wir sonst in diesem Theile von Südamerika nirgends einen Ammoniten gesehen haben. Ein reicher Cacaopflanzer sollte uns von Santa Rosalia in den Hafen von Carupano begleiten. Der Kalkstein geht nicht mehr zu Tage aus. Ihr nördlicher. und die. die in allen Erdstrichen vorkommt. Wo wir ihn im Walde von Santa Maria zum letztenmale sahen. nach Cumana zurückzufahren. Diese Wand ist so schwach bewachsen. da wir fast acht Stunden kein Wasser gehabt hatten. Wir wohnten beim Geistlichen. Wir fanden daselbst unter Melastomenbüschen einen schönen Farn mit Blättern gleich denen der Osmunda. Finsteraarhorn). die in der Ordnung der Polypodiaceen eine neue Gattung ( Polybotria) bildet. wie schon oben bemerkt. statt zwischen der Insel Margarita und der Landenge Araya durch. unsern Weg zum Meerbusen von Cariaco hinunter fort.dadurch. Wir hatten noch zu rechter Zeit gehört. so ist es nicht zu verwundern. So beschlossen wir denn. Diese Beobachtung ist um so interessanter. Die Mission Santa Cruz liegt mitten in der Ebene. über die wir zum indianischen Dorfe Santa Cruz zogen. einem Mönche von der Congregation der Observanten. der majestätische Pic Guacharo. Jenseits Santa Cruz fängt der dichte Wald von Neuem an. als sie wirklich sind. Casanay. ein fast senkrechtes Profil. Wir kamen gegen Abend daselbst an. und. Rio-Carives und den Berg Paria gehen. Wir brachten die Nacht in einer der Ajupas zu. fanden wir Nester von Eisenerz darin. daß die Sierra del Guacharo vor einem liegt. die man »Häuser des Königs« nennt. daß er in Geschäften nach Cumana müsse. besteht aus mehreren sehr ebenen Plateaus. daß der starke Regen die Wege bereits ungangbar gemacht habe und wir Gefahr laufen. Die Savane. daß man die Linien der Kalkschichten mit dem Auge verfolgen kann. 23. dem Meerbusen von Cariaco zugekehrter Abhang ist steil und bildet eine Felsmauer. Da die meisten Berge mit steilem Abhang höher scheinen. es gelang uns aber nicht. Diese geologische Erscheinung. Wegen des Regens war an keine Sternbeobachtung zu denken. ein Ammonshorn. die wie Stockwerke über einander liegen. September. wir waren auch nur noch 190 Toisen über dem Meer. dem die Kapuziner die Mission 200 . scheint darauf hinzudeuten. über dreitausend Fuß hoch. daß man in den Missionen der Meinung ist. unsere frisch gesammelten Pflanzen zu verlieren. den Reisenden als Tombo oder Caravanserai dienen.

Wir konnten es nicht ablehnen. In diesem wenig betretenen Lande ist die Vegetation in der Regenzeit so üppig. lauter Dinge. den er mit dem Gardian seines Klosters führte. welche der Race daraus erwachsen. über die Mittel. war eine große Aufregung unter den Negern zu Coro. über die angeborene Bösartigkeit der Schwarzen. die im Jahr 1798 in Caracas beinahe zu einem Ausbruch geführt hätten. er ließ uns jetzt mit seinen Faseleien über die Thierseelen und den menschlichen freien Willen in Ruhe. Aber vereinzelt. durch die sie ums Leben kommen. Wie lang kam uns der Weg vor. ging jetzt hin. Den Unabhängigkeitsbestrebungen. welche Besitzungen in beiden Indien haben. Uebrigens war in der kleinen Mission Catuaro Alles ungewöhnlich. Zu unserem großen Verdruß wollte der Missionär von Catuaro uns durchaus nach Cariaco begleiten. als man in Europa glaubt. er hatte uns aber nunmehr von einem ganz andern. ein kleiner.übergeben hatten. einen liebenswürdigen. weil es ihrem eigenen Orden an Leuten fehlte. Wenn man in der Regenzeit sich durch Wälder durchgearbeitet hat. daß die Gerechtigkeit. weit entfernt sie im Leben kräftig schützen zu können. Er wollte meine Ansicht hören über den freien Willen. Maracaybo und Cariaco vorangegangen und gefolgt. über die Segnungen. sich mit metaphysischen Fragen. gebildeten Mann. um ihm seinen geistlichen Beistand anzubieten. die mit ihren Machetes vor uns her einen Weg durch den Wald bahnen sollten. traurigeren Gegenstand zu unterhalten. Ich erwähne dergleichen an sich unbedeutende Vorfälle nur. Dem Gardian der Kapuziner schien es zu vornehm für einen Missionär und er hatte die Indianer zwingen wollen. fast übertrieben lebhafter Mann. mit Schlingpflanzen und verschlungenen Baumästen bedeckten Fußsteigen fast nicht durchkommt. daß ein Mann zu Pferd auf den schmalen. über die er die seltsamsten Ideen hatte. die ihn ohne Rücksicht auf seine Standesvorrechte ins Gefängniß geworfen. es niederzureißen. die keineswegs immer so friedlich ist. sogar das Pfarrhaus. nicht einmal im Stande ist die Barbareien zu bestrafen. ist die spanische Gesetzgebung unstreitig sehr mild. auf dem wir uns in Verhandlungen einlassen mußten »über die Nothwendigkeit des Sklavenhandels. der Statthalter hatte kräftige Einsprache gethan und auch seinen Willen gegen die Mönche durchgesetzt. wie er es nannte. Trotz dieser Abenteuer war ihm leider die Liebhaberei geblieben. Er war ein Doktor der Theologie. daß sie als Sklaven unter Christen leben!« Gegenüber dem »Code noir« der meisten andern Völker. die Geister von ihren Körperbanden frei zu machen. besonders aber über die Thierseelen. der Seelsorger von Catuaro. weil sie einen Blick in die innere Verwaltung der Missionen werfen lassen. Leitet man eine Untersuchung ein. Es hatte zwei Stockwerke und hatte dadurch zu einem hitzigen Streit zwischen den weltlichen und geistlichen Behörden Anlaß gegeben. er unterhielt uns beständig von dem Proceß. auf kaum urbar gemachtem Boden leben die Neger in Verhältnissen. so schreibt man den Tod 201 . ist man zu Spekulationen der Art wenig aufgelegt. von der Feindschaft seiner Ordensbrüder. von der Ungerechtigkeit der Alcaden. In letzterer Stadt war ein armer Neger zum Tod verurtheilt worden. und unser Wirth. Wir trafen in der Mission Catuaro den Corregidor des Distrikts. zu befassen. Er gab uns drei Indianer mit. magerer.

das nennt man nun Saca-Manteca. Er zerstörte muthwillig den größten Theil seines Vermögens. wie günstig die Gesetze wirken. so ist das reine Täuschung. mit den vier andern. die aber gar nicht tief und durchaus nicht gefährlich gewesen. wie außerordentlich fruchtbar und feucht die Ebene ist. der Geist. gleich blauen Wolken. wenige Wochen bevor ich in die Provinz kam. aber die Rechtsformen sind streng vorgeschrieben und die Gewalt des Statthalters geht nicht so weit. und welch ungeheure Masse von Pflanzenstoff hier zersetzt wird. zähem Thon gefüllten Furche dahin. Bei der großen Gewandtheit der einheimischen Maulthiere ist dieses Hinabgleiten ohne alle Gefahr. eine ungemein üppige Vegetation beisammen. den Wunden. die nicht in den Colonien oder doch nur auf den Antillen gelebt haben. Aber in Cariaco selbst. müssen sie desto besser behandelt werden. die man ihm allerdings beigebracht. Er verdient den Namen. Diese Fieber werden im Herbst bösartig und gehen in Ruhren über. menschenfreundlicher Mann. Der Statthalter von Cumana war ein gerechter. ohne daß diese Vortheile durch ein Klima ausgewogen 202 . sind meist der Meinung. aber sie starben auf der Ueberfahrt. Bei den jähsten Abhängen senken die Maulthiere das Kreuz und rutschen hinunter. mit feinem. Bedenkt man. haben nichts mit einander gemein. nach denen die Peitsche die und die Form haben muß und nur so und so viel Streiche auf einmal gegeben werden dürfen. wenn man zum Wald heraus ist. der nur acht Neger hatte. um Mißbräuche abzustellen. warum die Luft hier nicht so gesund seyn kann wie über dem dürren Boden von Cumana. durch die Bergwasser ausgespülten. weil der Koth so weich ist wie Butter. schiffte er sich nach dem Hafen von Cumana ein. Man geht wie in einer engen. und wenn man rühmt. mit Pflanzungen. der die Gesetze macht. Nicht leicht finden sich in der heißen Zone große Fruchtbarkeit des Bodens. Hütten und Gruppen von Cocospalmen bedeckten Ebene. Solche furchtbare Unthaten blieben so gut wie unbestraft. die nun einmal von jedem europäischen Colonisationssystem untrennbar sind. je weniger ihrer seyen. machtlos. nassen Klima. und so ist es auch hier ein wahrer »chemin des échelles. daß seine Sklaven ihm erhalten bleiben. und der. Der Weg durch den Wald von Catuaro ist nicht viel anders als der vom Berge Santa Maria herab. tödtete ein Pflanzer. den eine Felsmauer vom Ocean trennt. Westwärts von Cariaco breitet sich der weite Meerbusen aus. Es ist eine der weitesten. da es im Interesse des Herrn liege. Zwei der Sklaven blieben auf der Stelle todt. Wir fanden in Cariaco einen großen Theil der Einwohner in ihren Hängematten krank am Wechselfieber. so sieht man leicht. gegen Ost zeigen sich.« Weiterhin. Der Weg führt über die Felsschichten herab. lange dauernde Wasserniederschläge. ihrer sechs durch unmenschliche Hiebe. auch sind die schlimmsten Stellen hier eben so sonderbar getauft wie dort. denn von hier sieht man die Stadt Cariaco in einer weiten. die kräftiger schienen. dem heißen. die hohen Gebirge von Areo und Paria. häufige. kommt man zum Berge Buenavista. Leute. Die bürgerliche Behörde ist in Allem. prachtvollsten Aussichten an der Küste von Neu-Andalusien. was die Haussklaverei angeht. Vor dieser abscheulichen That war im selben Jahr eine ähnliche unter gleich empörenden Umständen begangen worden.des Sklaven seiner Kränklichkeit zu. der sie vollzieht. die am Ausgehenden Stufen von verschiedener Höhe bilden.

Aus denselben Ursachen. wie es scheint. besteht er aus dem Kalkstein des Uferstrichs. Vom Kalkgebirge des Brigantin und Cocollar läuft ein starker Ast nach Nord und hängt mit dem Urgebirg an der Küste zusammen. daß die beiden Meerbusen dadurch entstanden sind. Das Meer zieht sich zurück. die sich mit der Luft mischen und sie ungesund machen. während die andere. so daß der Meerbusen von Paria und der von Cariaco nicht zu Einem verschmelzen konnten. der die Meerbusen von Cariaco und von Paria von einander trennt. andererseits nach dem von Cariaco sich abdachen. näher zu betrachten. daß ein quergelegter Gebirgskamm unter rechtem Winkel zwei Ketten verbindet. entwickeln sich auch Gase aus dem Boden. Wäre dieser Felsdamm nicht da. das der Gesundheit der Weißen mehr oder weniger gefährlich wird. wo es Flecke gibt. Wer die Reliefbildung des Landes zu seinem besondern Studium macht. viermal längere Insel bilden. früher mit der Küstenkette von Araya durch die Halbinsel Chacopata und die caraibischen Inseln Lobo und Coche zusammengehangen. der ohne Unterbrechung fortstreicht. Wir werden oft Gelegenheit haben. sich fortwährend in das Meer hinaus verlängern. muß es auffallend finden. an denen sich sogar die Eingeborenen nur schwer acclimatisiren. welche Quarzkörner enthalten. Es wird nicht ohne Interesse seyn. Mergelund Kalkschichten wechseln mit andern. Dieser Ast heißt Sierra de Meapire. den Landstrich. Im gegenwärtigen Zustand der Dinge sieht man die feuchten Ebenen. Margarita parallel laufende. und nimmt man an. Die Insel Margarita hat. wenn wir den Cacaobau und die Ufer des Orinoco beschreiben. Auf dem Gipfel des Cerro de Meapire sieht man das Gebirge einerseits nach dem Meerbusen von Paria. Ostwärts und westwärts vom Kamm liegt ein niedriger. schon ein Blick auf die Umrisse der Küsten und die geognostische Karte des Landes muß auf dieselben Gedanken bringen. nördliche. Vom Schlosse Araya bis zum Cap Paria würde die ganze Gebirgsmasse an der Küste eine schmale. Er schien mir im Durchschnitt nicht über 150–200 Toisen hoch. daß der Cerro de Meapire diesen gewaltsamen Erschütterungen widerstanden hat. daß die Meerbusen von Cariaco und Paria früher einen weit größeren Umfang 203 . aus secundären Gebirgsbildungen besteht. auf die Verknüpfung dieser Erscheinungen zurückzukommen.würden. Diese Ansichten gründen sich nicht nur auf unmittelbare Untersuchung des Bodens und die Schlüsse aus der Reliefbildung desselben. südliche. Wenn die Höhenverhältnisse des Bodens darauf hinweisen. deren eine. die ostund westwärts vom Kamm streichen und uneigentlich die Thäler von San Bonifacio und Cariaco heißen. es machen sich dabei auch lokale Verhältnisse geltend. so muß man voraussetzen. Im Thale von Cariaco hängt übrigens die Ungesundheit der Luft nicht allein von den eben erwähnten allgemeinen Ursachen ab. daß der Boden durch Erdbeben zerrissen worden ist und sich gesenkt hat. und diese Verrückung der Küste ist besonders bei Cumana auffallend. so bestünde wahrscheinlich auch die Landenge nicht. welche den Boden so fruchtbar machen und die Entwicklung der Gewächse beschleunigen. der Stadt Cariaco zu führt er den Namen Cerro grande de Cariaco. wo ich ihn untersuchen konnte. wie die Kette noch jetzt mit den Gebirgen des Cocollar und von Caripe durch den Gebirgskamm Meapire zusammenhängt. sumpfiger Boden. Urgebirge ist.

Ein Flüßchen. und denen sie einen Stachel unter dem Schwanz andichten. herab. im Jahr 1799 sahen wir sie weit im Lande liegen. der mit dem Rio Areo in Verbindung steht und 4–5 Meilen breit ist. Uebelriechende Dünste steigen fortwährend vom stehenden Sumpfwasser auf. beim Morro de Nueva Barcelona. die an der Nordküste des Meerbusens von Cariaco kleine Pflanzungen besitzen. Sie sind zerklüftet in Folge von Erdbeben. er sey deßhalb so stark. Das Gebirgsland um dieses Becken ist nur den Eingeborenen bekannt. dessen Ausdünstungen zum Theil die Ungesundheit des Klimas von Cariaco veranlassen. der Rio Azul. die nordwestlich von der Stadt Cariaco am Ende des Meerbusens liegen. Durch die Lage der Laguna von Campoma wird der Nordwest. dicht am Meer gebaut. Sein Einfluß unterliegt desto weniger einem Zweifel. Ganze Familien freier Neger. Sie riechen nach Schwefelwasserstoff und zugleich nach faulen Fischen und zersetzten Vegetabilien. und man glaubt. welche die Chaymas-Indianer Guainas nennen. liegen mit Eintritt der Regenzeit siech in ihren Hängematten. der 204 . Das Flüßchen und die schwefelwasserstoffhaltigen Quellen ergießen sich zusammen in die Laguna de Campoma. Die Miasmen bilden sich im Thale von Cariaco gerade wie in der römischen Campagna.hatten. deren Zunahmeverhältnisse noch nicht gehörig beobachtet sind. Geht man von der Sierra Meapire nach West hinunter. weil die warmen Wasser sich hier aufgestaut haben. Die Eingeborenen glauben. und endlich kommt man zum See Campoma. Das Wasser des Rio Azul ist kalt und hell. drei bis viertausend Toisen weit zu erstrecken. Bei Cumana wurde im Jahr 1791 eine Batterie. So heißt ein weites Sumpfland. er entspringt am westlichen Abhang des Meapire. schwefelwasserstoffhaltiger Quellen aus dem Boden brechen. das in der trockenen Jahreszeit in drei Becken zerfällt. so kommt man gegen Ost an den großen Putacuao. der Boden sey deßhalb hohl. Diese Fieber nehmen den Charakter remittirender bösartiger Fieber an. An der Mündung des Rio Nevari. daß gegenwärtig das Land sich allmählich vergrößert. die sogenannte Bocca. da die Wechselfieber dem Sumpfe zu. so betritt man zuerst einen »hohlen Boden« ( tierra hueca). der bei dem großen Erdbeben des Jahres 1766 in zähes Erdöl gehüllten Asphalt auswarf. dem feinen Regen aussetzt. die hier einen besondern Herd haben und sich selten bis Cumana fortpflanzen. welche die Landenge zwischen den Ebenen von San Bonifacio und von Cariaco bildet. den Einwohnern der kleinen Stadt Cariaco höchst gefährlich. der der Hauptherd der faulen Miasmen ist. läuft durch diese Ebenen. Geht man von der Sierra de Meapire. aber durch die tropische Hitze wird ihre verderbliche Kraft gesteigert. Diese lokale Erscheinung rührt wahrscheinlich von Anschwemmungen her. der sehr oft nach Sonnenuntergang weht. zieht sich das Meer noch rascher zurück. erschöpft von langer Arbeit und starker Hautansdünstung. immer häufiger in Nervenfieber übergehen. so läßt sich auch nicht in Zweifel ziehen. und nach dem Schall des Hufschlags scheinen sich die unterirdischen Höhlungen von West nach Ost bis Casanay. weiterhin sieht man eine Unzahl warmer. wenn man sich. weil das Gewässer des Putacuao-Sees auf der andern Seite des Gebirgszugs durchsickere. Hier kommen die großen Boas vor.

den Verboten des Madrider Hofs zuwider. der einen nicht bebauten Boden bedeckt? Zu diesen örtlichen Ursachen kommen andere. so erzeugen sie Ausdünstungen. die man für schädlich hält. mit dem Aufguß von Scoparia dulcis. führt nicht zum Tode. Auch ist es merkwürdig. je mehr Morgen Landes man urbar gemacht. geruchloses Wasser erhält. der Glaube herrscht. wenn man einen Wald niederschlägt und nun die Sonne eine dicke Schicht abgestorbenen Laubs erhitzt. der Durchstich brauchte gar nicht tief zu seyn. da das kalte. daß hier. klare Wasser des Rio Azul sich auf dem Boden des Sees befindet und man beim Nachgraben aus den untern Schichten trinkbares. weil sie. Die Frucht ist schwer in Magazinen aufzubewahren. Wenn das Wechselfieber mehrere Jahre hinter einander einen Menschen befällt. sondern abwechselnd naß und von der Sonne erhitzt werden. widerstehen den klimatischen Einflüssen mehr als irgend ein anderer Menschenschlag. die Baumwolle ist sehr schön und es werden mehr als 10. weniger zweifelhafte. aber dieser Schwächezustand. Man behauptet. wie ich anderswo gezeigt habe. Im Ganzen ist bei den Epidemien in Cariaco die Sterblichkeit geringer. ließe sich leicht erweitern und so dem stehenden Wasser ein Abfluß verschaffen. 205 . selten mit Euspare. so greift es den Körper stark an und bringt ihn herunter. als man erwarten sollte. und nach Jahresfrist »geht sie an.gegen Abend häufig fällt.000 Centner erzeugt. an Gerbstoff gebundenen Stoff enthalten. Der Bau des Cacaobaums hat in letzter Zeit sehr abgenommen. bei Cariaco ist das Land kahl und sehr sparsam bewaldet. Die Einwohner treiben sehr fleißig Baumwollenbau. Die freien Neger. Die Miasmen. wo sie faulen. der in ungesunden Gegenden so häufig vorkommt. Die Bevölkerung hat rasch zugenommen. das heißt mit der Chinarinde von Angostura. wie in der römischen Campagna. Auf diesen Küsten ist je nach der Laune eines Ministeriums und dem mehr oder minder kräftigen Widerstand der Statthalter der Handel mit den Neutralen bald verboten. Soll man glauben. besonders aber die Creolenneger. daß frisch ausgewählte und vom Regen durchfeuchtete Dammerde die Luft mehr verderbt als der dichte Pflanzenfilz.« wenn sie noch so sorgfältig getrocknet worden ist. und man fürchtet sie desto mehr. die diesen Ebenen entsteigen. die Luft sey in dem Maße ungesunder geworden. versichern sogar. bald mit gewissen Beschränkungen gestattet. Man behandelt die Kranken mit Limonade. die sich bilden. seit die Provinzialbehörden. einen thierischvegetabilischen. Die Farbigen. Dieser Nachtheil ist für den Colonisten von großem Belang. nicht selten dem Handel mit fremden Colonien Vorschub geleistet haben. Die Manglebäume erzeugen Miasmen. Avicennien und andern Baumarten mit adstringirender Rinde bedeckt. durch den die Laguna de Campoma mit dem Meer zusammenhängt. der Kanal. die das Sumpfland häufig betreten. Sie hat sich in zehn Jahren verdoppelt und betrug im Jahr 1800 über 6000 Seelen. Die leeren Hülsen der Baumwolle werden sorgsam verbrannt. wirft man sie in den Fluß. haben indessen nichts gemein mit jenen. Das nahe Meeresufer ist mit Manglebäumen. Dieser köstliche Baum trägt erst im achten bis zehnten Jahr. wenn Wurzeln und Stamm nicht immer unter Wasser stehen. Alle Tropenbewohner sind mit den schädlichen Ausdünstungen dieser Gewächse bekannt. Die Stadt Cariaco ist mehreremale von den Caraiben verheert worden.

Sie werden dort desto einträglicher. sind daher nicht durch junge ersetzt worden. desto baumloser wird es in der heißen Zone. beweglicher und werfen sich mehr auf Unternehmungen. wenn sie jetzt diesem und jenem Culturzweig den Vorzug geben. leichtsinniger. vertilgen die Massen von Würmern und Insekten. Jenes Maß in der sinnlichen Begierde. auf dem unbebauten Boden von Carupano an durch das Thal San Bonifacio bis zum Meerbusen von Paria entstehen neue Cacaopflanzungen. Nur im Innern der Provinz. sich und ihren Kindern langsam. Im Jahr 1792 zählte man ihrer noch 254. sondern auch leichter aufzubewahren sind. ist leicht einzusehen. erst kürzlich urbar gemachtem Boden. desto mehr den Winden ausgesetzt. die nicht der Verderbniß unterliegen wie der Cacao und sich aufbewahren lassen. Dreißig tausend Stämme sichern den Wohlstand einer Familie auf anderthalb Generationen. die meist nur bis zum vierzigsten Jahre tragen.000 Fanegas Cacao (zu 40 Piastern die Fanega in Frieden- 206 . von Wäldern umgebenen Land stockt. haben anuch bestimmend mitgewirkt. so hat dagegen letzterer Zweig der Colonialindustrie im Innern der Provinzen Neubarcelona und Cumana zugenommen. Solche sind Baumwolle und Zucker. Wenn durch die Baumwolle und den Kaffee der Bau des Cacao in der Provinz Caracas und im kleinen Thale von Cariaco beschränkt worden ist. jene Gemüthsruhe.Die Nachfrage nach einer Waare und die Preise. Dieser Wechsel in der äußern Natur ist dem Gedeihen des Cacaobaums hinderlich. je mehr die Luft über dem frisch urbar gemachten. Sie behelfen sich bei ihrer mühsamen Arbeit mit einem einzigen Sklaven. die lange warten kann. Sie werden unternehmender. ostwärts von der Sierra de Meapire. ziehen die jungen Cacaobäume im Schatten der Erythrina und der Bananenbäume. Die Umwandlungen. legen Abzugsgräben an. beschneiden den erwachsenen Baum. welche gleich im ersten Jahr einen Ertrag liefern. und unterziehen sich sieben. die einen raschen Ertrag geben. Warum die Cacaopflanzungen sich von West nach Ost mehr und mehr ausbreiten. Der Colonist kann sich diese Schwankungen nicht zu Nutze machen. Gegenwärtig zieht man andere Culturzweige vor. jene Geduld. sie brechen mit eigener Hand den Boden um. Die Provinz Neu-Andalusien allein erzeugte im Jahr 1799 18. je mehr sie mit Wasser und mephitischen Dünsten geschwängert ist. unterliegen daher dem raschesten Wechsel. acht Jahre lang einem elenden Leben. und deren Produkte nicht nur nicht so lange aus sich warten lassen. weil sich der Cacao in den Magazinen nicht hält. Die Provinz Caracas ist die am frühesten bebaute.000 im Thal von Cariaco und am Ufer des Meerbusens. welche die trübselige Eintönigkeit des einsamen Lebens ertragen läßt. verschwinden nach und nach aus dem Charakter der Hispano-Amerikaner. welche. welche Rinde. aber sicher Wohlstand erarbeiten.000–20. die in Folge der fortschreitenden Cultur und des Verkehrs mit Fremden Sitten und Charakter der Küstenbewohner erlitten. die sich nach der Nachfrage bestimmen. und deßhalb gehen die Pflanzungen in der Provinz Caracas ein und häufen sich dafür westwärts auf unberührtem. desto dürrer. Blätter und Blüthen anfallen. je länger aber ein Land urbar gemacht ist. so daß man sie im günstigsten Zeitpunkt losschlagen kann. bis der Cacaobaum anfängt Ernten zu liefern. Die alten Cacaostämme. treu den alten Sitten der Colonisten. Hier leben Familienväter.

alle Wünsche mißachtet. die in ihren Folgen dem Mutterland noch lange nicht verderblich geworden wäre. Diese Stimmung mußte einem Reisenden ausfallen.szeiten). des natürlichen Reichthums des Landes. daß sie viel mit dem Ausland in Verkehr gestanden. daß der Mais jährlich zwei Ernten und das 380ste Korn gibt. Schilderungen. Seit die Insel Trinidad eine englische Colonie geworden ist. Hier hörten wir zum erstenmal in diesem Himmelsstriche die Namen Franklin und Washington mit Begeisterung aussprechen. in Guire und im neuen Flecken Punta de Pietro gegenüber dem Puerto d’Espana auf Trinidad hat die Bevölkerung sehr stark zugenommen. keine bestimmte Richtung zu erkennen. der unmittelbarer Zeuge der großen politischen Erschütterungen in Europa gewesen war. hätte nicht das Ministerium fort und fort alle Interessen gekränkt. oft übertriebene. Neben dem Ausdruck dieser Begeisterung bekamen wir Klagen zu hören über den gegenwärtigen Zustand von Neu-Andalusien. und seit dem Jahr 1797 ist eine geistige Umwälzung eingetreten. zumal die Küste von Paria und der Meerbusen dieses Namens ein ganz anderes Gesicht bekommen. die durch eine gewisse Leichtigkeit des Benehmens. In Carupano. Gedanken und Ausdruck hatten die Unsicherheit. durch kluge. ungeduldige Wünsche für eine bessere Zukunft. der voreilig sich entwickeln den Kultur erscheint. Die in Cariaco herrschenden Fieber nöthigten uns zu unserem Bedauern. wenn sie nicht über den Gang der menschlichen Dinge völlig verblendet sind. uns auf den Weg zu machen. durch entschiedene Vorliebe für die Regierungssorm der Vereinigten Staaten verriethen. des otaheitischen Zuckerrohrs eingeführt. wo die Regierungen. Es gibt in den Streitigkeiten der Colonien mit dem Mutterland. hat das ganze östliche Ende der Provinz Cumana. unsern Aufenthalt daselbst abzukürzen. Noch gab sich darin nichts Feindseliges. die Ueberfahrt über den Meerbusen von Cariaco in Einem Tage machen zu können. Die Vereinzelung der Niederlassungen hat dem Handel mit fremden Colonien Vorschub geleistet. so riethen uns selbst die Colonisten. glauben sie durch physische Gewalt eine moralische Bewegung niederschlagen zu können. einen Moment. so gehen die Ereignisse unaufhaltsam ihren Gang und die Trennung der Colonien erfolgt mit desto verderblicherer Gewaltsamkeit. des Baumwollenstrauchs. Im Golfo triste ist der Boden so fruchtbar. im schönen Thal des Rio Caribe. in der Hoffnung. 207 . Der Cacao von Cumana ist ohne allen Vergleich besser als der von Guayaquil. Lassen sie diesen Zeitpunkt vorübergehen. durch umfassenderen Ideenkreis und. wie fast in allen Volksbewegnngen. Wir lernten in der Stadt viele Leute kennen. Es sind vom Landungsplatz nach Cumana nur zwölf Seemeilen. Wir schifften uns Morgens sehr früh ein. Da wir noch nicht recht acclimatisirt waren. Gewaltsames. als ein Merkmal der halben Bildung. wovon 5000 nach der Insel Trinidad geschmuggelt wurden. Das Meer ist hier nicht unruhiger als unsere großen Landseen. bei den Völkern wie beim Einzelnen. an die wir empfohlen waren. darf ich hinzusetzen. die. fürsichtige Mäßigung das Gleichgewicht herstellen und den Sturm beschwören können. Fremde haben sich da niedergelassen und den Bau des Kaffeebaums. wenn das Mutterland während des Streits seine Monopole und seine frühere Gewalt wieder eine Zeitlang hatte aufrecht erhalten können. leidenschaftliche. wenn sie vom Winde sanft bewegt werden.

die. Es regnete in Strömen und ein Gewitter brach in der Nähe aus. lange nicht so gut fort als auf den Küsten. Nur der Alcatras. die die Oelbäume des Landes sind. Der ganze. sind eine sehr merkwürdige Erscheinung. Geht man vom Vorgebirge Paria westwärts über Irapa. Es war gerade Fluth und daher der Temperaturwechsel weniger merkbar. einem kleinen Hofe aus der Südküste des Meerbusens. Der Rand des Fahrzeugs stand kaum über Wasser. Die Schale der Frucht gibt einen starken Schaum und die Frucht ist so elastisch. Wir sahen am Flusse indianische Weiber ihr Zeug mit der Frucht des Parapara ( Sapindus saponaria) waschen. schön bewachsene Küste ist fast ganz unbebaut. etwas sumpfige Boden ist aufs sorgsamste angebaut. wo auf dem Boden der See heiße Quellen entspringen. drei. eine wahre »Küstenpalme. Kaum waren wir zu Schiffe. Diese heißen Quellen. oder je nachdem die Strömungen und der Wind die Mischung des warmen Quellwassers und des Wassers des Golfs befördern. wenn man sie auf einen Stein wirft. den Meerbusen von Cariaco. man zählt kaum 700 Einwohner und außer dem Dorfe Mariguitar sieht man nichts als Pflanzungen von Cocosbäumen. auch fuhr unsere Pirogue zu nahe an der Südküste hin. Feine Wäsche soll dadurch sehr mitgenommen werden.« Sie zieht Salzwasser dem süßen Wasser vor und kommt im Innern des Landes. Diese ganze. Schaaren von Flamingos. so hatten wir mit widrigen Winden zu kämpfen.000–12. weil die See hier niemals hoch geht und scholkt. daß sie. mit Rohzucker. Pisangbüscheln und Cocosnüssen überladenen Pirogue (Fancha) konnten wir unsere Instrumente und Sammlungen kaum unterbringen. wie der Chamärops im Becken des Mittelmeers. zu landen. Wenn man in Terra Firma oder in den Missionen am Orinoco Co208 . die Lebensmittel nach Cumana bringeng stranden manchmal daran. der schnurgerade wie ein künstlicher Kanal durch Gärten und Baumwollenpflanzungen läuft. je nachdem die See mehr oder minder tief ist. Da sie kugeligt ist. aber am östlichen Ende bei Curaguaca findet das Senkblei fünf Meilen weit nur 3–4 Faden. wie behauptet wird. Hier liegt der Baxo de la Cotua. so findet man auf einer Strecke von mehr als 150 Meilen eine ununterbrochene Reihe von warmen Quellen. daß man Wasserschichten von verschiedener Temperatur antreffen muß. die bei der Ebbe als Eiland über Wasser kommt. Reihern und Cormorans zogen dem Ufer zu. aber immer ohne Gefahr. Aguas calientes. Wir fuhren über den Strich des Meerbusens. wo die mittlere Jahrestemperatur nicht unter 20° beträgt. viermal sieben bis acht Fuß hoch aufspringt. wo die Luft nicht mit Salztheilchen geschwängert ist. Wir waren unser achtzehn Passagiere. und auf der engen. eine Sandbank. Man sieht leicht. Diese Palme wächst in beiden Continenten in einer Zone. eine große Pelicanart. auf 10.000 Quadrattoisen die Temperatur der See erhöhen. gingen wir westwärts am Flusse Carenicuar hin. Während unseres Aufenthalts in Peru wurde hier auf trockeneren Stellen der Kaffeebau eingeführt. Die Piroguen.Als wir die kleine Stadt Cariaco im Rücken hatten. den Brigantin und die Thäler von Aragua bis zu den Schneegebirgen von Merida. Sie ist. fischte ruhig mitten im Meerbusen weiter. Der Meerbusen ist fast überall 45–50 Faden tief. verfertigt man Rosenkränze daraus. Der widrige Wind und der Regen nöthigten uns bei Pericantral.

dann nimmt der Ertrag ab und ein hundertjähriger Stamm ist zwar nicht ganz unfruchtbar. der Moriche ( Mauritia flexuosa) und die Palma de Sombrero ( Coripha tectorum). derselbe eignet sich aber. Der Baum dauert nicht über 80–100 Jahre aus.cosnußbäume weit von der See pflanzt. Unter den Culturgewächsen haben nur noch das Zuckerrohr. von denen jedoch nicht alle reif werden. geruchlos und ein gutes Brennmaterial. B. wie man glaubt. In der heißen Zone ist die Luft etwa zu 209 . es ist klar. In der Stadt Cumana wird sehr viel Cocosnußöl geschlagen. und er ist dann im Durchschnitt 70–80 Fuß hoch. gleich dem Cocosnußbaum. und zwar um der eßbaren Frucht willen. Man spricht in Cumana von einer hacienda de coco. Auf fruchtbarem. In der Provence gibt ein dreißigjähriger Oelbaum zwanzig Pfund oder sieben Flascos Oel. Dieses ist ein Speiseöl. die mit 3000 Cocosnüssen beladen waren. Die Südküste des Meerbusens in ihrem reichen Pflanzenschmuck bietet den lachendsten Anblick. und das Zuckerrohr von der Küste gibt zwar einen etwas salzigten Saft.000 Palmstämme bei einander stehen. da aber auf den Haciendas de Coco Stämme von verschiedenem Alter durch einander stehen. Der Flasco gilt zwei einen halben Silberrealen oder 32 Sous. feuchtem Boden fängt der Cocosbaum im vierten Jahre an reichlich Früchte zu tragen. in das Loch. daß sie mit süßem oder mit Salzwasser begossen werden können. Man kann im Durchschnitt jährlich auf den Baum 100 Nüsse rechnen. die sehr lange leben. Wir verließen den Hof Pericantral erst nach Sonnenuntergang. da andere Palmen. oft einen halben Scheffel. In Cumana sah ich mehr als einmal Piroguen ankommen. wirft man ein starkes Quantum Salz. wachsen auf der Halbinsel Araya (wie in der Wüste Canound in Indien) 30–50 Pfund schwere Patillas oder Wassermelonen. Ein Baum von gutem Ertrag gibt ein jährliches Einkommen von 2½ Piastern (14 Francs 5 Sous). so wird bei Schätzungen durch Sachverständige das Kapital nur zu 4 Piastern angenommen. die Nordküste dagegen ist felsigt. wo auf einer Quadratmeile über 70. besser zur Branntweindestillation als der Saft aus dem Binnenlande. im sechzigsten Jahr oft erst 14–18 Fuß hoch sind. Im übrigen Amerika wird der Cocosnußbaum meist nur um die Höfe gepflanzt. wie von einer hacienda de caña oder cacao. Der Handel damit ist so lebhaft als auf der Westküste von Afrika der Handel mit Palmöl. z. nackt und dürr. in das die Cocosnüsse gelegt werden. der Bananenbaum. der Mammei und der Avocatier. die acht Flascos [Der Flasco zu 70–80 Pariser Cubikzoll] Oel geben. ihr malerischer Anblick erinnert an die herrlichen Dattelpflanzungen bei Elche in Murcia. Dieser Umstand begünstigt ihre Verpflanzung. Dieses rasche Wachsthum ist desto ausfallender. Trotz des dürren Bodens und des seltenen Regens. also etwas weniger als der Cocosbaum. das von Elays guinneensis kommt. Der Cocosbaum trägt nur bis zum dreißigsten bis vierzigsten Jahr reichlich. der zuweilen fünfzehn Monate ausbleibt. Es gibt im Meerbusen von Cariaco Haciendas mit 8000–9000 Cocosbäumen. bringt aber sehr wenig mehr ein. die Eigenschaft. In den ersten dreißig bis vierzig Jahren trägt am Meerbusen von Cariaco ein Cocosbaum jeden Monat einen Büschel mit 10–14 Früchten. auf dürrem Lande dagegen erhält man vor dem zehnten Jahre keine Ernte. am Meerbusen von Cariaco dagegen sieht man eigentliche Pflanzungen davon.

an Gewitterhimmel und finstere Wälder gewöhnt. die Wirkung der ersten Sonnenstrahlen hindert? In unsern Himmelsstrichen erwachen die Schotengewächse mit reizbaren Blättern schon ehe die Sonne sich zeigt.und Untergang ziemlich regelmäßig beobachtete. ihre Sprache und ihren gemeinsamen 210 . Da ich Sonnen-Auf. ZWEITER BAND Neuntes Kapitel. das in der Luft aufgelöste Wasser einzusaugen. daß die Blätter die wunderbare Eigenschaft haben. welche NeuAndalusien bewohnen. Ich fand sie gerade so in den Steppen. Der Beschreibung unserer Reise nach den Missionen am Caripe wollte ich keine allgemeinen Betrachtungen über die Stämme der Eingeborenen. zarten Blättern empfinden. Abends die geringste Abnahme in der Stärke der Lichtstrahlen. so daß für diese Gewächse.￿⁄￿￿ mit Wasserdunst gesättigt und die Vegetation erhält sich dadurch. scheint es. die Masse des überall zurückgeworfenen Lichtes doppelt auf. Es ist. die ersten Sonnenstrahlen die Blätter nicht um so stärker aufregen. und sie öffnen sie am Morgen erst. überladenen Pirogue eine recht schlechte Nacht und befanden uns um drei Uhr Morgens an der Mündung des Rio Manzanares. wo der Blick aus den Horizont durch keine Unebenheit des Bodens unterbrochen wird. wenn die Scheibe bereits eben so lang am Himmel steht. aufsitzen und erst wieder erwachen. und so fielen uns jetzt die Naturverhältnisse von Cumana. Die Mimosen und Tamarinden schließen bei heiterem Himmel ihre Blätter 25–30 Minuten vor Sonnenuntergang. wenn ihre Scheibe bereits über dem Horizont steht. — Ihre Sprachen. wo es fast keine Dämmerung gibt. Die sogenannten Sinnpflanzen und andere Schotengewächse mit seinen. da durch die Abwesenheit des Lichts ihre Reizbarkeit gesteigert worden seyn muß? Läßt sich vielleicht annehmen. die Nacht eintritt. daß sie. und sie sind so träge. die sich durch die Erkaltung der Blätter in Folge der nächtlichen Strahlung auf dem Parenchym niederschlägt. der kahle Boden. als ob die Bäume mit gefiederten Blättern nicht minder träge wären. um das Spiel der Luftspiegelung und der irdischen Refraction zu verfolgen. so konnte ich auch die Erscheinungen des Pflanzenschlafs fortwährend im Auge behalten. Körperbeschaffenheit und Sitten der Chaymas. der ewig heitere Himmel. dort wie bei uns. daß in einem Erdstriche. über ihre Sitten. Wir waren seit mehreren Wochen an den Anblick der Gebirge. daß die Feuchtigkeit. Aber wie kommt es. Bei Sonnenaufgang sahen wir Tamurosgeier ( Vultur aura) zu Vierzigen und Fünfzigen auf den Cocosnußbäumen sitzen. Wir hatten auf der engen. Diese Vögel hocken zum Schlafen in Reihen zusammen. bevor die Sonnenscheibe ganz verschwunden ist. lange ehe die Sonne untergeht. in der Morgendämmerung. da sie den Tag über an ein sehr starkes Licht gewöhnt sind. wie die Hühner.

die verschiedenen Stämme zu gruppiren. beinahe noch die Hälfte der schwachen Bevölkerung. in den beiden Provinzen Cumana und Nueva Barcelona. Je weiter wir von jetzt an ins Binnenland eindringen. dem nördlichen Ende Asiens jenseits der Tungusen und Tartaren. desto mehr wird uns das Interesse für diese Gegenstände. stammen wahrscheinlich von Völkern. ob uns in Ermangelung aller andern Denkmale die Verwandtschaft der Sprachen und die Beobachtung der Körperbildung dazu dienen können. den Thälern des Caucasus. getrennt durch Verschiedenheit der Sprache und der Sitten. Zu Anfang der Eroberung Amerikas bestanden große gesellschaftliche Vereine unter den Eingeborenen nur auf dem Rücken der Cordilleren und auf den Asien gegenüber liegenden Küsten.Ursprung einflechten. und wie soll man ein Stehenbleiben im Kindesalter der Menschheit (wenn ein solches überhaupt vorkommt) vom Zustand sittlichen Verfalls unterscheiden. Der nordöstliche Theil des tropischen Amerikas. die sie bewohnen. auf die Ansicht. Die Eingeborenen oder Ureinwohner bilden in den Ländern. den Erscheinungen der physischen Natur gegenüber. zerstreut gleich den Trümmern eines Schiffbruchs. von Flüssen durchschnittenen Ebenen. Ihre Kopfzahl läßt sich auf 60. die einst auf bedeutend höherer Culturstufe standen.000 auf Neu-Andalusien kommen. die in den Gesetzen Menus und im Ramajan so oft ausgesprochen wird. die an der Mündung des Lena hausen. das für die Geschichte des Menschengeschlechts von so großer Bedeutung ist. die Intendanz Oaxaca. möchte ich alles dieß. so würden wir uns auf die indischen Sagen berufen. Jetzt. da wir wieder am Orte sind. was sich auf die ursprünglichen Zustände des Menschen und auf die älteste Bevölkerung eines Festlandes bezieht. Terra Firma und die Ufer des Orinoco. das wir von Griechen und Römern angenommen. an und für sich der Geschichte angehörte. wenn man die Theile von Neuspanien dagegen hält. die sich ostwärts ausbreiten und den Horizont begrenzen. traf man nur umherziehende Völkerschaften. durch die sich die ursprüngliche Einheit unseres Geschlechtes verräth. gezwungene Wanderungen. Wir wollen versuchen. unter Einem Gesichtspunkt zusammenfassen. den Bergen des Hindoukho. nach der die Wilden aus der bürgerlichen Gesellschaft ausgestoßene.000 schätzen. deren Gebirge wir vor Kurzem durchwandert. Die Barbarei. die Noth des Lebens. B. Das Wort Barbar. von dem wir ausgegangen. 211 . Auf den mit Wald bedeckten. auf den endlosen Savanen. die Spuren ihrer weiten Wanderungen zu verfolgen und ein paar jener Familienzüge aufzufinden. gleichen hinsichtlich der Mannigfaltigkeit der Völkerschaften. wovon 24. ist vielleicht nicht sowohl der Ausdruck ursprünglicher völliger Culturlosigkeit. oder ein grausames Klima jede Spur von Cultur ausgetilgt haben? Wenn Alles. sie erscheint klein. in die Wälder getriebene Stämme sind. in dem Vereinzelung. als vielmehr die Folge langer Versunkenheit. ist vielleicht nur der Name einer solchen versunkenen Horde. in Anspruch nehmen. Die meisten der Horden. wo seit mehr als acht Jahrhunderten der Ackerbau besteht. die wir Wilde nennen. die in diesen verschiedenen Landstrichen herrscht. z. in der die Mixteca und Tzapoteca des alten mexicanischen Reiches liegen. Diese Zahl ist bedeutend gegenüber der Stärke der Jägervölker in Nordamerika.

Die mittlere Seelenzahl ist nur fünf. die sich hie und da auf den sumpfigten. ist in Europa ziemlich verbreitet. auf ziemlich ausgedehntem Gebiet Pisang. nicht die Guaiqueries auf der Insel Margarita und die große Masse der Guaraunos. Aber der Fortschritt in dieser Beziehung ist langsam. dem die Erfahrung häufig widerspricht. er kennt noch keine Götzen und keine 212 . In den Missionen der aragonesischen Kapuziner.000 Einwohner von der reinen kupferfarbigen Race. weil es zwischen dem unterworfenen. In Terra Firma bestand der Ackerbau lange vor Ankunft der Europäer. Sie sind um nichts barbarischer als die nackten Indianer in den Missionen. die man das Kreuz hat schlagen lehren. Ein solcher Gottesdienst gehört dem Kindesalter der Völker an. also auf dem Festlande selbst blicken lassen. die auf den Inseln im Delta des Orinoco ihre Unabhängigkeit behauptet haben. andererseits heidnisch. wohin nie ein Missionär den Fuß gesetzt hat. auf den Küsten. wohin sie des Fischfangs wegen ziehen.000 Indianer.Diese Intendanz ist um ein Drittheil kleiner als die zwei Provinzen Cumana und Barcelona zusammen. Diese schätzt man gemeiniglich auf 6000 bis 8000.bis sechshundert. wild und unabhängig für gleichbedeutend hält. Der unterworfene Indianer ist häufig so wenig ein Christ als der unabhängige Götzendiener. leben allein 15. so meinte ich nur die in Terra Firma lebenden. die Natur und ihre Kräfte göttlich zu verehren. Das verdankt man allerdings dem Regiment der Missionen. beide sind völlig vom augenblicklichen Bedürfnis in Anspruch genommen. und bei beiden zeigt sich in gleichem Maße vollkommene Gleichgültigkeit gegen christliche Vorstellungen und der geheime Hang.000 schätzte. weil man die Indianer völlig von allem Verkehr abschneidet. sich an festen Wohnsitz gewöhnt und ein ruhigeres.bis dreitausend Einwohnern trifft. er besteht noch jetzt zwischen dem Orinoco und dem Amazonenstrom in den Lichtungen der Wälder. Wenn ich die Zahl der Eingeborenen in den Provinzen Cumana und Barcelona auf 60. wie in der Provinz Barcelona. in den Missionen lebenden. die wir besucht. die unter Häuptlingen friedlich in Dörfern leben. Manioc und Baumwolle bauen und aus letzterer ihre Hängematten weben. wenn man einerseits christlich. zählt aber über 400. gibt es seit dreißig Jahren in Neu-Andalusien keine wilden Indianer mehr. friedlicheres Leben lieben lernt. selbst auf den kleinen Höfen in den Llanos oder Savanen. unterworfen und civilisirt. Indessen sind die Dörfer dort nicht so stark bevölkert. Die Indianer in Cumana leben nicht alle in den Missionsdörfern. oft unmerklich. In den Wäldern Südamerikas gibt es Stämme Eingeborener. Die irrige Meinung. und dem freien oder unabhängigen Indianer einen Unterschied in der Cultur voraussetzt. dieß scheint mir aber zu viel. und man macht sich ganz falsche Vorstellungen vom gegenwärtigen Zustand der Völker in Südamerika. als wären sämmtliche nicht unterworfene Eingeborene umherziehende Jägervölker. mit Morichepalmen bewachsenen Landstrichen (zwischen dem Caño Manamo und dem Rio Guarapiche). Ungern brauche ich das Wort wild. während man weiter nach Westen in den Missionen der Franciskaner von Piritu indianische Dörfer mit zwei. daß der Eingeborene Anhänglichkeit an Grund und Boden bekommt. die fast sämmtlich dem Chaymasstamm angehören. man findet sie zerstreut in der Umgegend der Städte. Außer den Guaraunos-Familien.

Wenn die unabhängigen Indianer nördlich vom Orinoco und Apure. so darf man daraus nicht schließen. Sie scheuen nicht die Berührung mit den Weißen. Bartholomäus Las Casas. in den die Cultur erst seit Christoph Columbus eingedrungen ist. die Zahl der Eingeborenen bedeutend zugenommen hat. wie sehr auch bei diesem schönen Menschenschlag die Bevölkerung der Missionen die Masse der unabhängigen und verbündeten Caraiben übersteigt. Die Missionen sind als Zwischenstaaten zu betrachten. und ein kleines Stück Land reicht zu ihrem Unterhalt hin. Die kupferfarbige Race ist auf beiden Festländern Amerikas noch über sechs Millionen stark. Die gesellschaftlichen Zustände der unabhängig gebliebenen Caraiben an den Quellen des Esquibo und südlich von den Bergen von Pacaraimo thun zur Genüge dar. unter den Indianern nieder. Die Missionen werden zu spanischen Dörfern und die Eingeborenen wis213 . und die Weißen breiten sich langsam aus. begünstigt von den Corregidoren. wie sehr man irrt. Schluchten und Forsten. h. wie die Wilden in den Vereinigten Staaten. In meinem Werke über Mexico habe ich dargethan. Unter den Tropen bedarf der Ackerbau keiner weiten Landstrecken. sie haben allerdings die Freiheit der Eingeborenen beschränkt. Diese bedürfen eines weiten Gebiets. weil die Berührung dort eine unmittelbare ist. Im größten Theil von Südamerika fallen diese Ursachen weg. Zwei caraibische Dörfer in den Missionen von Piritu oder am Carony zählen mehr Familien als vier oder fünf Völkerschaften am Orinoco. von den Schneebergen von Merida bis zum Vorgebirge Paria. In der gemäßigten Zone. sich den Lebensunterhalt in dem Maaße abgeschnitten sehen. Im Maaß als die Ordensgeistlichen gegen die Wälder vorrücken und den Eingeborenen Land abgewinnen. d. in den provincias internas von Mexico so gut wie in Kentucky ist die Berührung mit den europäischen Ansiedlern den Eingeborenen verderblich geworden.heiligen Orte außer Höhlen. wenn man die Ausrottung der Indianer oder auch nur die Abnahme ihrer Volkszahl in den spanischen Colonien als eine allgemeine Thatsache hinstellt. nach einander hinter die Aleghanis. aber fast aller Orten ist durch sie eine Zunahme der Bevölkerung herbeigeführt worden. daß zwischen den Wendekreisen. in dem man ihr Gebiet beschränkt. weil sie nur von der Jagd leben. seit einem Jahrhundert fast ganz verschwunden sind. Uebrigens verhält es sich mit den Wilden im heißen Erdstrich ganz anders als mit denen am Missouri. Nach einem ungleichen Kampfe treten allmählich Pfarrer an die Stelle der Missionäre. hinter Ohio und Mississippi zurückgedrängt. Weiße und Mischlinge lassen sich. in dem Theile der neuen Welt. Die Mönchsorden haben ihre Niederlassungen zwischen den Besitzungen der Colonisten und dem Gebiet der freien Indianer gegründet. und obgleich unzählige Stämme und Sprachen ausgestorben sind oder sich verschmolzen haben. wie sie beim Nomadenleben der unabhängigen Indianer nicht möglich ist. Dabei sucht der weltliche Arm fortwährend die unterworfenen Indianer dem Mönchsregiment zu entziehen. daß es jetzt in diesen Ländern weniger Eingeborene gibt. die. als zur Zeit des Bischofs von Chiapa. suchen ihrerseits die weißen Ansiedler von der andern Seite her das Gebiet der Missionen in Besitz zu bekommen. so unterliegt es doch keinem Zweifel. die Indianer in spanisch Guyana dagegen bauen Manioc und Bananen.

Sie sprechen von Indianern von Cumana und von der Küste von Paria. Die beiden Continente verhalten sich in dieser Beziehung völlig verschieden. wie die Geistlichen. der Guaiqueries in der Vorstadt von Cumana und auf der Halbinsel Araja sind es 2000 Köpfe. Piritus. daß sie eine Volkssprache gehabt haben. Unter den übrigen Völkerschaften sind die Chaymas in den Bergen von Caripe.sen bald gar nicht mehr. Guaraunos. die sie bewohnen. Dadurch häuft sich die Zahl der Völkerschaften ins Unendliche und werden alle Angaben der Missionäre über die ungleichartigen Elemente in der Bevölkerung ihrer Missionen in hohem Grade schwankend. Cumanagotos und Chaymas sind die verbreitetsten. Palenques. Caraiben. Caraiben und Guaraunos. nach der Weise der Alten. Aruacas und Cumanagotos als verschiedene Völker zu betrachten. die Caraiben auf den südlichen Savanen von Neu-Barcelona und die Cumanagotos in den Missionen von Piritu die zahlreichsten. wie die Malaien in der alten Welt. nach dem Berg oder dem Thal. wie die der Caraiben und der Chaymas im südlichen und östlichen? Durch die große Uebereinstimmung in der Körperbildung werden Untersuchungen der Art sehr schwierig. da beide cumanagotisch sprechen. die ihre Hütten an der Mündung des Orinoco auf Bäumen bauen. Guaiqueries. Quaquas. daß sie ganz verschiedener Abstammung sind. auf dem 214 . was im westlichen Theil des Govierno de Cumana die herrschende Sprache ist. Piritus. aber sichern. daß sie demselben Sprachstamm anzugehören scheinen und in ihren grammatischen Formen so nahe verwandt sind. Die Sprachen der Guaraunos. wie viele Guaraunos es gibt. Persische und Sanskrit. Die Provinzen Neu-Andalusien und Barcelona. zählen in ihrer gegenwärtigen Bevölkerung mehr als vierzehn Völkerschaften: es sind in Neu-Andalusien die Chaymas. welche die Entwicklung der Missionen beschrieben haben. Meist benennen sie sogar die Stämme nach ihren Häuptlingen. die gegenwärtig die Mundarten der Cumanagotos. um bekanntere Sprachen zur Vergleichung herbeizuziehen. Trotz dieser Verwandtschaft sind die Chaymas. Wir werden bald sehen. durch menschliche Leidenschaften aufgehalten. das Griechische. die man unter dem Namen Govierno de Cumana begreift. immer geographische Bezeichnungen mit Stammnamen. Man weiß nicht genau. als ob die Nachbarschaft der Wohnsitze gleiche Abstammung bewiese. ob der Tomuza und der Piritu verschiedener Abstammung sind. so läßt sich über ihre ursprüngliche Abstammung und ihr Verhältniß zu andern. Einige Familien Guaraunos sind auf dem linken Ufer des Orinoco. da wo das Delta beginnt. Chacopotas und Guarives. Neun oder zehn unter diesen vierzehn Völkerschaften glauben selbst. Beide sind Küstenvölker. Die Guaiqueries geben selbst zu. So rückt die Cultur von der Küste ins Binnenland vor. langsam. der Missionszucht unterworfen worden. Tomuzas und Chacopatas wage ich nicht das Gleiche zu behaupten. gleichmäßigen Schrittes. Caraiben. daß ihre Sprache und die der Guaraunos einander nahe stehen. ehemals mächtigeren Völkern schwer etwas aussagen. Caraiben und Chaymas haben. in der Provinz Barcelona die Cumanagotos. Deutsche. verwechseln. Was die Stämme betrifft. Quaquas. wie. Tomuzas. Wie will man jetzt ausmachen. Pariagotos. Von den Guaiqueries. Caraiben. Aruacas. Pariagotos. Die Geschichtschreiber der Eroberung. Topocuares.

die in manchen Familien im Geheimen forterben. Der Mensch mit kupferfarbiger Haut zeigt eine geistige Starrheit. aber es war leichter Gebräuche abzustellen und Erinnerungen zu verwischen. ihre Arbeit im Gemeindeconuco. die überall gelten. Die Missionäre konnten den Indianern gewisse alte Gebräuche bei der Geburt eines Kindes. Aus so verschiedenartigen Elementen bestehende Gemeinheiten sind schwer zu regieren. Nase und Wangen Einschnitte machten. oder doch bedeutende Stücke derselben Nation in nahe bei einander gelegenen Dörfern untergebracht. Finnen und Esthen. die Perser und die Kurden Sprachen. beim Mannbarwerden. die im Bau und in den Wurzeln die größte Aehnlichkeit mit einander haben. durch welche sich die amerikanischen Völkerschaften unterscheiden. das ist ein Hauptartikel in der Staatskunst der Missionare. Durch diesen innigen Verband zwischen Sprache. ihre Hütten stehen am einen Orte in Reihen wie am andern. Bei den unterworfenen Chaymas. Die Eingeborenen sehen nur Leute ihres eigenen Stammes. die in den hohen Gebirgen leben. Meist haben die Mönche ganze Nationen. Caraiben. die germanischen Völker und die Hindus. die individuellen Züge. da sie auch noch ihre Sprachen besitzen. die Schattirungen. sie konnten es dahin bringen. so wirken diese wieder auf Gedanken und Empfindung zurück. Volkscharakter und Körperbildung erhalten sich die Völker einander gegenüber in ihrer Verschiedenheit und Eigenthümlichkeit. das der ganzen Race recht eigentlich den Stempel aufdrückt. Alles ist nach Vorschriften geordnet. und mit Ausnahme derer. denn Hemmung des Verkehrs. die der Reisende nach ihrer Körperlichkeit kaum zu unterscheiden vermag. Diesen Charakterzügen begegnet man unter allen Himmelsstrichen vom Aequator bis zur Hudsonsbai und bis zur Magellanschen Meerenge. Die Indianer in den Missionen treiben sämmtlich Ackerbau. Vereinzelung. Und dennoch — und dieß ist eine höchst merkwürdige Beobachtung in der Geschichte der Völker — war diese große Gleichförmigkeit der Lebensweise nicht im Stande. bei der Bestattung der Todten verbieten. als die alten Vorstellungen durch neue zu erset- 215 . Es gibt in den Missionen nur wenige Dörfer. sie konnten beim großen Haufen die abergläubischen Vorstellungen ausrotten. ihr Verhältniß zu den Missionären und den aus ihrer Mitte gewählten Beamten. wo die Familien verschiedenen Völkerschaften angehören und nicht dieselbe Sprache reden. und dieß ist eine unerschöpfliche Quelle von Bewegung und Leben in der geistigen Welt. Tamanacas erhalten sich die nationalen Eigenthümlichkeiten um so mehr. bauen alle dieselben Gewächse. sie sind bedingt durch die physische Organisation der Eingeborenen. zu verwischen. aber die mönchische Zucht leistet ihnen wesentlich Vorschub. die Eintheilung ihres Tagewerks. Lappen. ein zähes Festhalten an den bei jedem Stamm wieder anders gefärbten Sitten und Gebräuchen.neuen findet man eine erstaunliche Mannigfaltigkeit von Sprachen bei Völkern desselben Ursprungs. in der alten Welt dagegen sprechen körperlich ungemein verschiedene Völker. Wenn sich die Individualität des Menschen in den Mundarten gleichsam abspiegelt. daß sie sich nicht mehr die Haut bemalten oder in Kinn.

verdrossen. und sie zählten 6433 Einwohner in 1465 Haushaltungen. welche die Cultur der neuen Welt zugebracht. Die Mittelgröße eines Chaymas beträgt 1 Meter 57 Centimeter oder 4 Fuß 10 Zoll. das älteste ist von 1660. gegen Ost die Guaraunos. Vierzehn alte Missionen blieben wüste liegen oder wurden nicht wieder aufgebaut. wenn man sie nicht mit ihren Nachbarn. hat gegen West die Cumanagotos. Ihre Hautfarbe ist die der ganzen amerikanischen Race von den kalten Hochebenen Quitos und Neugrenadas bis herab zu den heißen 216 . Alle seine Handlungen scheinen nur durch das augenblickliche Bedürfniß bestimmt zu werden. sechzehn Dörfer de doctrina. unabhängigen Indianer gegenüber ein einförmigeres. nicht weil er gefühlvoll ist und gemüthlich. In den Missionen ist dem Indianer sein Lebensunterhalt gesicherter als zuvor. Sie wohnt entlang dem hohen Gebirge des Cocollar und Guacharo an den Ufern des Guarapiche. Die Chaymas sind meist von kleinem Wuchs. dieß fällt namentlich auf. hat sich der Kreis seiner Vorstellungen nicht erweitert. mit Menschen und Elementen. Wo er außer Verkehr mit den Weißen auch all den Gegenständen ferne geblieben ist. und sie hatten 8170 Einwohner in 1766 Familien. Wer nicht lange in den Missionen gelebt hat und an das Aussehen der Eingeborenen nicht gewöhnt ist. sondern nur mit den Eingeborenen Amerikas im Durchschnitt vergleicht. die den Inhalt dieses Abschnittes bilden sollen. untersetzt. Zwischen den Jahren 1730 und 1736 ging die Bevölkerung zurück in Folge der Verheerungen durch die Blattern. die sich alle durch hohen Wuchs auszeichnen. so scharf hervorgehoben. Ich beginne mit der Nation der Chaymas. oder den Payaguas und Guayquilit in Paraguay. deren über 15. weil er die Ruhe liebt. das älteste ist von 1728. die Brust flach. Ich habe die Charakterzüge des Indianers und die Veränderungen. des Areo und des Caño de Caripe. Wenn er gutmüthig ist. gegen Süd die Caraiben zu Nachbarn. Ihr Körper ist gedrungen. seine Miene ist ernst. der Entwicklung der Geistesund Gemüthskraft weniger günstiges Leben. mehr Interesse zu geben. und führt so dem wilden. 1697 und 1720 viel zu leiden. die damals noch unabhängigen Caraiben machten Einfälle und brannten ganze Dörfer nieder. welche Pater Francisco de Pamplona um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts in Zucht zu nehmen anfing.zen. den Caraiben. Diese Missionen hatten in den Jahren 1681. Nach der genauen statistischen Aufnahme des Paters Präfekten zählte man im. Diese nicht sehr kriegerische Nation. so kommt dieß nur daher. Er liegt nicht mehr in beständigem Kampfe mit feindlichen Gewalten. die der kupferfarbigen Race immer verderblicher sind als den Weißen. um den einzelnen Beobachtungen.000 in den oben beschriebenen Missionen leben. alle Glieder rund und fleischigt. Viele Guaraunos. die bereits angesiedelt waren. geheimnißvoll. hält ihre Trägheit und geistige Starrheit leicht für den Ausdruck der Schwermuth und des Tiefsinns. in sich gekehrt.Jahr 1792 in den Missionen der aragonesischen Kapuziner in Cumana neunzehn Missionsdörfer. des Rio Colorado. entliefen wieder in ihre Sümpfe. Er ist schweigsam. die Schultern sind sehr breit. unthätigeres. die sein Wesen unter der Zucht der Missionare erleidet.

Gegen Nord wird die gleichförmige Hautfarbe röther. mit seltsamen Schönheitsbegriffen zusammenhängt53 . aber lange nicht so stark wie bei den Negern. wie früher. sie sind weder so schief gestellt noch so klein wie bei den Völkern mongolischer Race. die ziemlich lang ist. Der Gesichtsausdruck der Chaymas ist nicht eben hart und wild. die sich seit Jahrhunderten unabänderlich von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzen. als es wirklich ist. bei den Chaymas dagegen ist sie dunkelbraun und nähert sich dem Lohfarbigen. Das Kinn ist sehr kurz und rund. die als Kapsel dient.« Die Augen der Chaymas sind schwarz. führen das Pulver von kleinen calcinirten Muschelschaalen in einer Frucht. glatte Haar. Die Zähne sind bei den Chaymas schön und weiß. wie überhaupt alle Eingeborenen Südamerikas und Neuspaniens. am Gürtel. Finsteres. hat aber doch etwas Ernstes. die Geschmacksorgane mit Aetzkalk zu reizen. durch die Form der Augen. Der Ausdruck »kupferfarbige Menschen« zur Bezeichnung der Eingeborenen wäre im tropischen Amerika niemals aufgekommen. namentlich seit den Einfällen der Spanier. Die Völkerstämme in diesem Landstrich sind. Wenn die Chaymas. Zwischen Nase und Mund laufen bei beiden Geschlechtern zwei Furchen von den Naslöchern gegen die Mundwinkel. ohne Zweifel nicht vom selben Stamme waren wie die Chaymas.Tiefländern am Amazonenstrom. von denen Jornandes sagt. daß die Einwohner von Paria. wie Gomara behauptet. hatten wahrscheinlich den Gebrauch. »sie sey fett und habe eine schmale Stirne. welch letztere nach unten gerichtet sind. Coccablätter oder Betel brauchen. mit gewissen Pflanzensäften und Aetzkalk die Zähne schwarz zu färben. den fast gänzlich mangelnden Bart sich der mongolischen Race nähern. Dieses Pulver der Guajiros ist ein Handelsartikel. gibt dem Blick der Weiber etwas Sanftes und läßt das verschleierte Auge kleiner erscheinen. die Augbraunen sind schwarz oder dunkelbraun. sie ist durch organische Verhältnisse bedingt. Chimo. wie bei den Völkern caucasischer Race. und die Gewohnheit. so unterscheiden sie sich von derselben auffallend durch die Form der Nase. welche die Spanier auf der Küste von Paria antrafen. so hin und her geschoben worden. oder daß es ein Mittel gegen Zahnschmerzen 53 Die Völker.« magis puncta quam lumina. das straffe. Der große Mund mit breiten. nur weiter ostwärts. wozu andere Tabak. die Augenlieder haben sehr lange Wimpern. aber nicht dicken Lippen hat häufig einen gutmüthigen Ausdruck. die wild geblieben sind. die Christoph Columbus und Ojeda gesehen. dünn. tiefliegend und stark in die Länge gezogen. wie bei allen Menschen von einfacher Lebensweise. der ganzen Länge nach vorspringt und bei den Naslöchern dicker wird. Den ersten Reisenden war der Brauch aufgefallen. Ich bezweifle sehr. Indessen ist der Augenwinkel den Schläfen zu dennoch merklich in die Höhe gezogen. sie wie schläfrig niederzuschlagen. wenig geschweift. 217 . bei den Guajiros an der Mündung des Rio la Hacha. die Kinnladen sind auffallend stark und breit. Die Stirne ist klein. daß der Brauch des Schwärzens der Zähne. Diese Sitte herrscht noch jetzt auf derselben Küste. sie haben »vielmehr Punkte als Augen. daher heißt es auch in mehreren Sprachen dieses Landstrich von einem schönen Weibe. Die climatischen Unterschiede äußern keinen Einfluß mehr auf dieselbe. die vorspringenden Backenknochen. wenig gewölbt. gegenwärtig weiß man nichts mehr davon. welche Sklavenhandel trieben. Diese Indianer. dem Kupfer ähnlicher.

die sich nur auf die Vereinzelung beziehen.seyn sollte. die sich tödtlich hassen und niemals Ehen unter einander schließen.54 Dieser Typus erhält sich unter der Zucht der Missionen. auch die Weißen in den spanischen Colonien. 4. weil man gelbe Zähne schöner finde als weiße? 54 S. Nach meiner Ansicht beruht dieser Familienzug auf zwei sehr verschiedenen Momenten. meine Verwandten. wird desto auffallender. Zu diesen Ursachen. In Europa werden die Zähne vom übermäßigen Tabakrauchen gleichfalls gelb und schwarz. einen naiven Ausdruck. schmale Hände. wo die Temperatur so gleichförmig ist. die diesem oder jenem Individuum zukäme. eine gewisse gleichförmige Bildung. als sich bei ihnen zwischen dem zwanzigsten und fünfzigsten Jahr das Alter nicht durch Hautrunzeln. während die andern in der Umgebung des Menschen gleichsam an den Segnungen und den Uebeln der Cultur Theil nehmen. was Menschengesichter von einander verschieden macht. Tritt man in eine Hütte. bei den indischen Kasten und allen Gebirgsvölkern bemerklich macht. wenn sich Jahrhunderte lang dieselben Familien mit einander verbinden. Alle Chaymas sehen einander ähnlich wie nahe Verwandte. Wenn sie von Leuten sprechen. man rauche bei uns. Barbarische Nationen haben vielmehr eine Stamm. Ihre Füße aber sind groß und die Zehen bleiben beweglicher als gewöhnlich. deren Einfluß sich ja auch bei den europäischen Juden. Abweichungen in Körperbau und Farbe kommen nur bei den Hausthieren häufig vor. was Beweglichkeit der Züge und mannigfaltigen physnach Gomara. Je weniger zahlreich die Stämme sind. Die wilden Völker zerfallen in eine Unzahl von Stämmen. Welcher Abstand. und diese gleichförmige Bildung. wie fast alle eingeborenen Völker. die ich gesehen. Auf dem Rücken der Cordilleren. sagen sie mis parientes. die von den Reisenden so oft hervorgehoben worden ist. so kann man oft unter den Erwachsenen kaum den Vater vom Sohn. Für diese Blutsverwandtschaft. leiden selten daran. desto mehr muß sich. in Santa-Fe und Popayan sind sie demselben mehr ausgesetzt. selbst wenn ihre Mundarten demselben Sprachstamme angehören und nur ein kleiner Flußarm oder eine Hügelkette ihre Wohnsitze trennt.oder Hordenphysiognomie als eine. die eine Generation von der andern unterscheiden. kleine. Von diesem Uebel wissen die Indianer so gut wie nichts. Der wilde Mensch verhält sich hierin dem gebildeten gegenüber wie die Thiere einer und derselben Art. Ehen werden nur unter Angehörigen derselben Dorfschaft geschlossen. wenigstens in den heißen Landstrichen. 218 . Tacitus Germania. auf den örtlichen Verhältnissen der indianischen Völkerschaften und auf der niedrigen Stufe ihrer geistigen Entwicklung. das der Indianer in Paria. die zum Theil in der Wildnis leben. bisher weniger beachtete. welche so ziemlich um eine ganze Völkerschaft ein Band schlingt. Wäre der Schluß richtig. recht eigentlich nationaler Typus festsetzen. Die Chaymas haben. die in den Missionen geboren sind oder erst nach ihrer Aufnahme aus den Wäldern spanisch gelernt haben. Die Vereinzelung ist so stark wie früher. die nur Eine Völkerschaft unter der Obhut haben. daß es vorzüglich die Geistesbildung ist. hat die Sprache der Indianer. die zum selben Stamme gehören. ein organischer. kommen nun noch andere. Ich habe schon früher bemerkt. Cap. durch graues Haar oder Hinfälligkeit des Körpers verräth.

Unter der Zucht der Mönche wandeln heftige Leidenschaften. von aller Cultur abgeschnitten. Unter den Gemeindegliedern herrscht die vollkommenste Gleichheit. so ist auch nicht zu läugnen. So oft im Folgenden von den Indianern die Rede ist. Beim Indianer in den Missionen dagegen ist. und diese Einförmigkeit. neben das Wenige. wohl aber mit ihr sich steigern. der den Ausdruck der Gemüthsbewegungen so bedeutend verstärkt. Zahl und Maaß unserer Schmerzen und unserer Freuden steigert und auf Physiognomie. was den Zügen den eigentlichen Ausdruck gibt. was wir selbst beobachten konnten. aber er hält länger an. die nicht roth werden können?« sagt der Europäer in seinem eingewurzelten Hasse gegen den Neger und den Indianer. wie ich am Orinoco oft beobachten konnte. und den Hunden in einem wohlhabenden Hause. Die Chaymas haben. was wir von den Missionären erfahren. wird allein vom physischen Bedürfniß bestimmt. der Zorn nicht so heftig. und da er dieses im herrlichen Klima fast mühelos befriedigt. aber seine Aufregung geht um so rascher vorüber. deren geringste Launen man befriedigt! Beim Menschen und bei den Thieren spiegeln sich die Regungen der Seele in den Zügen ab. als wenn er in den Wäldern lebt. wie Groll und Zorn. wie bei den eingeborenen Amerikanern. In der großen Völkerfamilie kommen diese Vorzüge keiner Race in höherem Maaße zu als der caucasischen oder europäischen.iognomischen Ausdruck betrifft. Dieser physischen Schilderung der Chaymas lassen wir einige allgemeine Bemerkungen über ihre Lebensweise und ihre Sitten folgen. sie ist beim Afrikaner lange nicht so bedeutend. sondern vielmehr jene Reizbarkeit der Seele. diese Starrheit der Verhältnisse drückt sich auch in den Gesichtszügen der Indianer aus. »Wie soll man Menschen trauen. zwischen den Hunden. eine entschiedene Abneigung gegen Kleider. Sitten und Sprache zugleich zurückwirkt. Da ich die Sprache des Volks nicht verstehe. und die Züge werden desto beweglicher. starres Gesicht auf einmal krampfhaft verzerrt. Von mittelalterlichen Schriftstellern 219 . daß diese Starrheit der Züge nicht allen Racen mit sehr dunkel gefärbter Haut zukommt. daß beide zwar nicht allein Produkte der Cultur sind. so wird sein bis dahin ruhiges. mannigfaltiger und andauernder die Empfindungen sind. Aber der Indianer in den Missionen. während meines nicht sehr langen Aufenthalts in den Missionen ihren Charakter durchgängig kennen gelernt zu haben. heftigen Gemüthsbewegungen überläßt. die in der neuen Welt wieder verwildert sind. führt er ein träges. Nur beim weißen Menschen tritt das Blut plötzlich in das Gewebe der Haut und tritt damit jener leise Wechsel der Gesichtsfarbe ein. Man muß übrigens zugeben. den Eingeborenen ungleich seltener an. stelle ich das. wie alle halbwilden Völker in sehr heißen Ländern. je stärker sie ist. einförmiges Leben. je häufiger. nicht so offen. Wenn der wilde Mensch sich raschen. die uns in beständiger Berührung mit der Außenwelt erhält. Uebrigens ist es auf allen Stufen menschlicher Entwicklung nicht die Stärke oder die augenblickliche Entfesselung der Leidenschaften. Wenn Mannigfaltigkeit und Beweglichkeit der Züge das belebte Naturreich verschönern. kann ich keinen Anspruch darauf machen.

die mitten um den Leib gebunden ist. Schuhe und Hut Luxusartikel sind. Ein Diener. Schultern und der obere Theil der Brust frei. Ich brauche hier nicht daran zu erinnern. Zur selben Zeit unterschieden sich auf der Küste von Paria die Mädchen von den verheiratheten Weibern dadurch. wo sogar die Edelleute (los mismos caballeros) hinter dem Pfluge gehen. ihr Nacktgehen aufzugeben. welche die Missionäre austheilten. ihr Hemd ausgezogen hatten und es aufgerollt unter dem Arm trugen. wie in allen spanischen Missionen und indianischen Dörfern. daß wir Eingeborenen außerhalb der Mission begegneten. nackt. die. als ihre Kleider naß werden lassen. das heißt ohne Hemd. Es kam vor. der uns auf der Reise nach Charipe und an den Orinoco begleitet und den ich mit nach Frankreich gebracht. nach Gomara.« Die Weiber der Chaymas sind nach unsern Schönheitsbegriffen nicht hübsch. Männer und Weiber sind sehr musculös. Beinkleider. daß Schaam und Gefühl für das Anständige bei den jungen Mädchen nicht viel entwickelter seyen als bei den Männern. ganz nackt gingen. Vögelknochen und Fruchtkernen. namentlich bei Regenwetter. oder. daß Vorderstück und Rückenstück durch zwei schmale Bänder auf der Schulter zusammenhängen. von denen die Eingeborenen nichts wissen. wie Cardinal Bembo behauptet. daß im nördlichen Europa die Hemden und Beinkleider. nicht genug verwundern. tragen sie eine Art Hemd aus Baumwollenzeug. sein Vater habe im Jahr 1498 auf der Insel Trinidad völlig nackte Weiber angetroffen. daß sie Kleider tragen sollen. der vielmehr eine schmale Binde ist als eine Schürze. Männer und Weiber im Innern der Häuser nackt. indessen haben die jungen Mädchen etwas Sanftes und Wehmüthiges im Blick. das von dem ein wenig harten und wilden Ausdruck des Mundes angenehm absticht. trotz des Eiferns der Mönche. Bei den Männern hat dasselbe Aermel. Die Haare tragen sie in zwei lange Zöpfe geflochten. die wir noch bei den Chaymas und allen nackten Völkerschaften am Orinoco angetroffen. zwölften Jahr bleiben Arme. Die ältesten Weiber versteckten sich dabei hinter die Bäume und schlugen ein lautes Gelächter auf. daß sie einen anders gefärbten Guayuco trugen.hören wir. Das Hemd ist so geschnitten. während die Männer den Guayuco trugen. Diese Binde. Bei den Chaymas bleiben. die ich besucht. Die Mädchen heirathen häufig mit zwölf Jahren. konnte sich. Ich brauche kaum zu sagen. bei den Weibern und den Jungen bis zum zehnten. nachdem wir ans Land gestiegen. bis zum neunten gestatten ihnen die Missionäre. daß sie. In der heißen Zone dagegen schämen sich die Eingeborenen. als er einen Bauern mit dem Hut auf dem Kopf ackern sah. Sie wollten sich lieber auf den bloßen Leib regnen. daß bei den Chaymas. Schon Ferdinand Columbus erzählt.und Armbänder aus Muscheln. zur Kirche zu kommen. Die Missionäre klagen meist. das kaum bis zum Knie reicht. und sie laufen in die Wälder. aber der Körper ist fleischigt mit runden Formen. wie sie sagen. nicht wenig zur Bekehrung der Heiden beigetragen haben. Wenn sie durch das Dorf gehen. dadurch. ist nur zwei bis drei Zoll breit und wird mit beiden Enden an einer Schnur befestigt. daß mir nie ein Individuum mit einer 220 . wenn man sie zu frühe nöthigt. Die Haut bemalen sie sich nicht und kennen in ihrer Armuth keinen andern Schmuck als Hals. und er glaubte »in einem armseligen Lande zu seyn. wenn wir an ihnen vorüber kamen.

Unter. deren Hautgewebe stark gefärbt ist. Diese frühe Mannbarkeit ist Racencharakter und keineswegs Folge des heißen Klimas. bei den Eskimos vor. noch auch von den Mexicanern in Cholula und Tlascala. sie kommt ja auch auf der Nordwestküste von Amerika. wenn man behauptet. wie beim Weißen. aber dieß kann nicht von den Indianern in den Missionen gelten. wie die Ordensgeistlichen bezeugen. daß sie allein Folgen höherer Cultur. Beim kupferfarbigen Menschen. die Dauer der Schwangerschaft sich im gesunden Zustande bei keiner Race und in keinem Klima verändert. so müssen wir darin doch wohl großentheils angeborene Anlage erblicken. kann nichts einen Mann vermögen. besonders aber bei Völkern. weil ich den Einfluß der Cultur nicht ganz ausschließen möchte. Man möchte glauben. Die Sitte des frühzeitigen Heirathens ist. so wie in Asien bei den Kamtschadalen und Koriäken. welche die Sitten unserer Bauern haben. wird der Körper durch Luxus und Weichlichkeit geschwächt. daß die Tragezeit. aber im Allgemeinen ist es unrichtig. die Mackenzie besucht hat. die Bernal Diaz bei seiner Mahlzeit erscheinen sah. das. vom ursprünglichen Typus abzuweichen. Ich sage absichtlich: großentheils. Hat eine solche das seltene Glück. die in einem Wohlstand leben. die alle Landbauern sind und in der größten Sitteneinfalt leben. In Europa heirathet ein buckligtes oder sehr häßliches Mädchen. weil sie denselben ausraufen. dasselbe gilt von den vielen tausend Caraiben. Im wilden Zustand. Dergleichen Mißbildungen sind bei gewissen Racen ungemein selten.natürlichen Mißbildung aufgestoßen ist. und die Yabipais bei den toltekischen Ruinen von Moqui. eine Mißbildete oder sehr Kränkliche zum Weibe zu nehmen. beide mit dichtem Bart. aber unter den heutigen Mexicanern. letzteren sieht man Einzelne sogar mit behaarter Brust. wenn sie Vermögen hat. wie die Tongusen und andere Völker mongolischer Race. Man kann sich nur wundern. worin eben der eigenthümliche Racencharakter besteht. so stirbt sie sicher kinderlos. einer weichlicheren Lebensweise und der Sittenverderbniß sind. Wenn die kupferfarbige Race auf allen Culturstufen dieselbe Starrheit zeigt. denn es gibt Völkerschaften. Auch ohne diesen Brauch wären die Indianer größtentheils ziemlich bartlos. reißen sie aus. den sie von civilisirteren Vorfahren ererbt. statt sich den dünnen Kinnbart auszu221 . die in dieser Beziehung ganz vereinzelt neben den andern stehen und deßhalb um so mehr Aufmerksamkeit verdienen. in dem zugleich vollkommene Gleichheit herrscht. in Südamerika die Patagonen und Guaranys. Ich sage größtentheils. und die Kinder erben häufig die Mißbildung der Mutter. Muyscas. daß sie das Alter der Reife erreicht. der Zunahme der Bevölkerung durchaus nicht nachtheilig. weil die schwächlichen Kinder aus Verwahrlosung frühe wegsterben und nur die kräftigen am Leben bleiben. Hieher gehören in Nordamerika die Chepewyans. Ich kann nicht glauben. wo häufig zehnjährige Mädchen Mütter sind. die wir in fünf Jahren gesehen. und aus diesem Grunde waren früher Mißbildungen in Couzco und Tenochtitlan häufiger. dieselbe Unfähigkeit. Mexicanern und Peruanern. Die wenigen Haare. hätte Montezuma nimmermehr die Zwerge und Bucklichten aufgetriehen. sie haben nur deßhalb keinen Bart. die sprossen. die Wilden seyen alle so wohlgebildet und so kräftig. Wenn die Chaymas. Die Chaymas haben beinahe keinen Bart am Kinn.

Beim Volk im Ganzen aber ist und bleibt der Bart in dem Maße verhaßt. wo er sich ihr allein gegenüber sieht. al monte. die als Meßdiener lebhaft wünschten den Väter Kapuzinern. indem sie den Gesichtswinkel zu groß annahmen. ihre Nationalphysiognomie besonders auszeichnet. ihre Bogen und Pfeile. Entbehrung und Leiden sind auch bei den Chaymas. aus dem Reiz der Einsamkeit. je weniger sein Körper behaart. Das Weib ging gebückt unter einer gewaltigen Last Bananen und trug ein Kind auf dem Arm. eine schmale Stirne und eine rothbraune Haut gegeben hat. Ihr Bettzeug.raufen. Dieser Widerwille fließt aus derselben Quelle wie die Vorliebe für abgeflachte Stirnen. fünf Tage in den Wäldern herum. ihre Schilfmatten. so kann bei ihnen die Unreinlichkeit nicht aufkommen. eine mit Palm. die an den Bildnissen aztekischer Gottheiten und Helden in so seltsamer Weise zu Tage kommt. an einer Quelle oder am Eingang einer recht einsamen Schlucht. Die schwerste Arbeit fällt ihnen zu. weil die Einwohner in ihren Gärten sind oder auf der Jagd. Männer und Weiber baden täglich. Sie legen sich regelmäßig um sieben Uhr Abends nieder und stehen lange vor Tag. daß ich sie in der Kirche vor Kälte zittern sah.und Bananenblättern gedeckte Hütte von geringem Umfang. Im Innern sind die Hütten der Indianer äußerst sauber. den die Natur überall auf den Menschen macht. Die Weiber sind so frostig. 55 So 222 . und da sie fast immer nackt gehen. Chica oder irgend einer kupferrothen Farbe bemalt ist. sich häufig rasiren. die Gesellschaft zu fliehen und zum Leben in der Wildniß zurückzukehren. trug der Mann nichts als das Messer (machette). dem tiefen Eindruck. dem angebotenen Unabhängigkeitstrieb. und zwei andere saßen nicht selten oben auf dem Bündel. Den Völkern gilt immer für schön. je flacher sein Kopf. Obgleich sie auf dem Conuco weniger bequem leben. Solches sah ich mit Erfolg junge Indianer thun. die beim gemeinen Volk in kalten Ländern vorzugsweise von den Kleidern herrührt. um halb fünf Uhr Morgens auf. mit dem er sich einen Weg durch das Gesträuch bahnt. Schon oben gedachten wir ihres unwiderstehlichen Triebs. sieht man häufig die Dörfer fast ganz leer stehen. je lebhafter seine Haut mit Roucou. Jeder Indianer hat ein Feuer bei seiner Hängematte. ihren Missionären und Meistern zu gleichen. in dem er bei den Orientalen in Ehren steht. was ihre eigene Körperbildung. Die kleinsten Kinder entlaufen nicht selten ihren Eltern und ziehen vier. Alles befindet sich in der schönsten Ordnung. das Loos der Weiber. wie bei allen halbbarbarischen Völkern. halten sie sich doch dort auf. Wenn man in den Missionen reist. Trotz dieser gesellschaftlichen Unterordnung schienen übertrieben die Griechen bei ihren schönsten Statuen die Stirnbildung.55 Da ihnen nun die Natur sehr wenig Bart. von Früchten. Die Lebensweise der Chaymas ist höchst einförmig. wenn der hunderttheilige Thermometer noch auf 18 Grad stand. ihre Töpfe mit Manioc oder gegohrenem Mais. so hält sich jeder für desto schöner. so oft sie nur können. Außer dem Haus im Dorfe haben sie meist auf ihren Conucos. Bei den civilisirten Völkern fließt wohl die Jagdlust zum Theil aus denselben moralischen Quellen. Wenn wir die Chaymas Abends aus ihrem Garten heimkommen sahen. von Palmkohl und Wurzeln sich nährend. so wächst der Bart stärker.

drohten den Unanstelligen. die einfachsten Gedanken zusammenzubringen und auf spanisch auszudrücken. gebieterisch. von denen diejenigen nichts wissen. der Mann gibt sich mit dem Ackerbau gar nicht ab. das ist. oder. mit welcher Geläufigkeit in Caripe der Alcalde. Bohnen und Kürbisse nur von den Weibern gebaut. sprechen dabei alle auf einmal. am meisten auffiel. desto mehr moralische Starrheit und Unbiegsamkeit kommt ihm zu. und in den Missionen arbeiten die Männer im Felde so gut wie die Weiber. der vereinsamt in den Missionen lebt. Mais. Wenn sich Reisende auf die Aussagen von Eingeborenen berufen wollen. laufe aus der andern Seite den Berg her223 . wie schwer die Indianer spanisch lernen. schalten die Trägen. können sie vor diesem gefälligen Jasagen sich nicht genug in Acht nehmen. der aus der Höhle des Guacharo herauskommt. sey es keineswegs natürliche Beschränktheit. sie vertheilten die Arbeiten für die Woche. Es ist also nicht zu verwundern. Zwischen den Aleghanis und dem Mississippi werden überall. Man konnte sie Ja oder Nein sagen lassen. selbst wenn sie die Bedeutung der Worte und den Satzbau ganz gut kennen. Ihre Züge bleiben dabei unbeweglich. In der heißen Zone gibt es nur sehr wenige Jägervölker. mit starker Betonung. wenn ein Weißer sie über Gegenstände befragt.mir die Weiber der südamerikanischen Indianer glücklicher als die der Wilden im Norden. konnten ihre Gedanken nicht mehr zusammenbringen. die selbst Chaymas sind und die Befehle des Missionärs der Gemeinde zur Kenntniß bringen. wenn der Indianer. dieses Stocken sey nicht Folge der Schüchternheit. daß es den Indianern so ungemein schwer wird. so lange sie mit den Weißen nicht in Berührung kommen und ihnen der Ehrgeiz fremd bleibt. und ihre Trägheit und nebenbei auch jene schlaue Höflichkeit. sondern in allen sehr entlegenen Missionen. latinisirte Indianer. auf die unsere Fragen zu deuten schienen. der Governador. mit lauter Stimme. den Mechanismus einer von ihren Landessprachen abweichenden Sprache zu handhaben. der Sargento mayor stundenlang zu den vor der Kirche versammelten Indianern sprachen. die mit Mestizen. fast ohne Geberdenspiel. Je uncultivirter der Mensch ist. die auch dem rohesten Indianer nicht ganz fremd ist. Was mir aber nicht allein bei den Chaymas. Diese Häuptlinge. ließ sie nicht selten ihren Antworten die Wendung geben. ob er nicht meine. wenn sie uns auf unsern Ausflügen in der Nähe des Klosters begleiteten und wir durch die Mönche Fragen an sie richten ließen. Dieselben Menschen. Man sollte sie für noch einfältiger halten als Kinder. Hemmnissen begegnet. Die Missionäre versichern. Ich war oft erstaunt. je nachdem man die Frage stellte. Man macht sich keinen Begriff davon. die täglich ins Haus des Missionärs kommen und bei der öffentlichen Arbeit die Aussicht führen. sondern nur Unvermögen. der Bach Caripe. Mulatten und Weißen in der Nähe der Städte in Pfarrdörfern wohnen. wie man sich in den Missionen ausdrückt. Sie haben einen Abscheu davor. wo die Eingeborenen nicht größtentheils von der Jagd leben. ihr Blick ist ernst. Ich wollte einmal einen indianischen Alcalden auf die Probe stellen und fragte ihn. civilisirte Indianer zu heißen. bei den Indianern. die ich später besucht. mit denen sie von Kindesbeinen an vertraut sind. Indios muy latinos. die so viel Geisteslebendigkeit verriethen und ziemlich gut spanisch verstanden.

plumperen. Man erkennt an. beider Hände. die in den großen Reichen Couzco und Anahuac gesprochen wurden. bei den Neubekehrten statt des Spanischen einige indianische sehr reiche. in allen Himmelsstrichen nach 5. Menschen gibt. die Zahlen der Europäer gehen nicht über zehen.aus und durch eine unbekannte Oeffnung herein. was nur aus Rechnung der Rohheit der Völker kommt. Kann man sagen. wenn eine Gruppe von zehn Einheiten beisammen ist? Die amerikanischen Sprachen sind so ganz anders gebaut. in diesen Sprachen zähle man nicht über vier. Ich bin weit entfernt. 13 oder 20 auf verschiedene Weise durch fünf eins. daß die Jesuiten. den man nicht sagen lassen konnte. er sey achtzehn oder aber sechzig Jahre alt. Dürfte man nun sagen. Er schien sich eine Weile zu besinnen und sagte dann zur Unterstützung meiner Annahme: »Freilich. aber so. wie man den Bau der semitischen Sprachen. aber keine von diesen hat ein klareres. Marsden hat dieselbe Beobachtung an den Malaien auf Sumatra gemacht. in der sie die Reihen der Einer und der Zehner kennen gelernt haben. aber wenige Indianer wissen damit umzugehen. der Hände und Füße zusammen) einen Abschnitt machen. und da sie im Verkehr mit den Missionären dazu genöthigt sind. Ich habe nicht Einen gesehen. daß fast überall die Mundarten reicher sind und feinere Wendungen aufzuweisen haben. im Satzbau nicht so regelmäßigen Mundarten zu verdrängen. die Indianer verschiedener Stämme ließen sich ganz gelehrig dazu herbei. wie wäre auch sonst vorne in der Höhle immer Wasser im Bett?« Alle Zahlenverhältnisse fassen die Chaymas außerordentlich schwer. als man nach der Culturlosigkeit der Völker. In der Chaymassprache zählen dieselben Menschen nicht über 5 oder 6. weil wir Halt machen. ist durch Reisende aufgekommen. die nicht wußten. und daß 6. zehn oder zwanzig sollen zählen können. nach der so viele Völker Amerikas nur bis zu fünf. je nach dem Geist der verschiedenen Mundarten. Sie suchten durch diese Sprachen die ärmeren. was ihre Anstalten fördern konnte. den Bau der amerikanischen Sprachen zu studiren. die sie sprechen. Es ist natürlich. zehn drei und »Fuß zehn« ausgedrückt werden. die Sprachen der neuen Welt den schönsten Sprachen Asiens und Europas gleichstellen zu wollen. wo sich dieselben unter den armen Bauern von peruanischem oder mexicanischem Stamm erhalten haben. die ziemlich große Zahlen ausdrücken. vermuthen sollte. weil es in den Dörfern. so zählen die fähigsten spanisch. schreibt man nicht mehr der Mangelhaftigkeit der Sprachen zu. Die Chaymassprache hat Worte. welche Alles. und so wurden diese verallgemeinerten amerikanischen 224 . des Griechischen und des Lateinischen studirt. die nicht weiter zählen können? Die seltsame Ansicht. als die Töchtersprachen des Lateinischen. Und der Tausch gelang ohne alle Schwierigkeit. aufs Sorgfältigste in Betracht zogen. bis auf 30 oder 50. 10 oder 20 Einheiten (das heißt nach den Fingern Einer Hand. die doch seit mehr als fünfhundert Jahren civilisirt sind. sehr regelmäßige und weit verbreitete Sprachen. daß man ihnen die geistige Anstrengung ansieht. namentlich das Oquichua und das Guarani. daß die Menschen. einführten. Seit die europäischen Gelehrten es der Mühe werth halten. regelmäßigeres und einfacheres Zahlsystem als das Oquichua und das Aztekische. daß sie sich vorzugsweise der Worte einer Sprache bedienen.

Im Menschen lebt ein unbewußt thätiges und ordnendes Princip. so meint man zunächst. aber alle diese Ursachen lassen den Bau und das innere Getriebe der Sprachen unberührt. unserer eigenthümlichen Organisation. daß es neben dieser Aehnlichkeit der Laute eine andere gibt. die ganze Lebensweise mögen die Laute umwandeln. ob dasselbe lebendig ist oder leblos. dieß rühre daher. die grammatischen Formen. die Gemeinsamkeit der Wurzeln unkenntlich machen und ihrer neue erzeugen. zu entziehen. die Möglichkeit der Inversionen. So findet man fast überall in der neuen Welt. um entweder durch Flexion der persönlichen Fürwörter. Cora und das Mexicanische.Sprachen zu einem bequemen Verkehrsmittel zwischen den Missionären und den Neubekehrten. einander feindlich gesinnt. einfach oder in vielfacher Zahl. um anzugeben. daß alle germanischen Sprachen oder alle Sprachen des lateinischen Europas eine Menge Wurzeln mit einander gemein haben. welche die Wortendungen bilden. um die Missionen zu isoliren und sie dem Einfluß zweier auf einander eifersüchtiger Gewalten. Die Einflüsse des Klimas und aller äußern Verhältnisse sind ein verschwindendes Moment dem gegenüber. und von den heißen Ufern dieses Flusses bis zum Eis der Magellanschen Meerenge den Wurzeln nach ganz verschiedene Stammsprachen so zu sagen dieselbe Physiognomie. sondern auch sehr rohe Sprachen zeigen in ihrem grammatischen Bau die überraschendsten Aehnlichkeiten. ein Spanier leichter Italienisch oder Lateinisch als jede andere Sprache. was der Racencharakter wirkt. abgesehen von ihrer Politik hatten die Jesuiten noch andere Gründe. Guarany. das Aymare. Eben wegen dieser allgemeinen Aehnlichkeit 225 . Die Sprache ist keineswegs ein Ergebniß willkührlicher Uebereinkunft. sich vererbenden Anlagen. Das mehr oder weniger rauhe Klima. männlichen oder weiblichen Geschlechts. In Amerika nun — und dieses Ergebniß der neuesten Forschungen ist für die Geschichte unserer Gattung von der höchsten Bedeutung — in Amerika haben vom Lande der Eskimos bis zum Orinoco. wenn sie gewisse indianische Sprachen zu verbreiten suchten. der Aufenthalt im Hochgebirg oder am Meeresufer. die bis jetzt vereinzelt. Griechisch und die germanischen Sprachen. Mit Unrecht würde man glauben. daß die Zeitwörter eine ganze Menge Formen und Tempora haben. der Mechanismus der Flexionen. durch die Sprachverschiedenheit geschieden waren. denn in uncultivirten Ländern bekommen die Dialekte nach mehreren Jahrhunderten nicht selten die Form oder doch das Aussehen von Ursprachen. um ein Band um zahlreiche Horden zu schlingen. Alles ist ein Ausfluß unseres Innern. ein Däne lerne leichter Deutsch. Idiome. die Gesammtheit der dem Menschen eigenthümlichen. Persisch. der Sprache der Incas sey nur darum der Vorzug vor dem Spanischen gegeben worden. sehr verwickeltes Verfahren. man vergißt. das bei Völkern von verschiedener Race auch verschieden angelegt ist. die Völker von gemeinsamem Ursprung noch ungleich tiefer anregt. deren Wurzeln einander um nichts ähnlicher sind als die Wurzeln des Slavischen und des Baskischen. Nicht allein ausgebildete Sprachen. wie die der Incas. ein künstliches. der Bischöfe und der Statthalter. oder durch Einschieben eines Suffixes zum voraus Wesen und Verhältnisse des Subjekts zu bezeichnen. Diese Sprachen boten ihnen ein bequemes Mittel. Wenn es heißt. gleichen einander im inneren Mechanismus wie Sanskrit.

sechshundert Indianern Ein Weißer. die aus einem Dutzend Völkerschaften bestehen. die Caraiben. so wären bereits weit verbreitete Sprachen fast allgemein geworden. und würden so den Eingeborenen. Wie mag man sich auch wundern. so wären die amerikanischen Sprachen bald von den europäischen verdrängt. aber der Indianer behielte mit einer amerikanischen Sprache auch seine Individualität und seine nationale Physiognomie. und weil amerikanische Sprachen. einen Governador. ohne deßhalb gebildeter zu seyn). drei Sprachen sprechen hören. die Saliven oder Otomaken im Spanischen so geringe Fortschritte machen. deren grammatische Formen höchst regelmäßig und fast so fest sind wie im Griechischen und Sanskrit. statt sie ferne zu halten. die den Fanatismus in die neue Welt eingeführt. ein System. sie hatten bürgerliche Einrichtungen. in neu gebildeten Gemeinden unter den Eingeborenen leben lassen. lernt der Indianer in den Missionen viel leichter eine amerikanische Sprache als die des europäischen Mutterlandes. das sich gar wohl bedeutend verbessern läßt und das als Vorbereitung und Uebergang zu einem unsern Begriffen von bürgerlicher Freiheit entsprechenderen erscheint.im Bau. und daß dieser alle Mühe hat. Alcalden oder Fiscal zum Dolmetscher heranzubilden! Könnte man statt der Zucht der Missionäre die Indianer auf anderem Wege civilisiren. welche die Früchte der Cultur sind. in ihrer inneren Gliederung übereinkommen und von den Töchtersprachen des Lateinischen durchaus abweichen. Häufig verkehren Wilde verschiedener Nationen in einem andern als ihrem eigenen Idiom mit einander. Ein Missionär gegenübersteht. die auch nicht ein Wort mit einander gemein haben (z. und die Eingeborenen überkämen mit den letzteren die gewaltige Masse neuer Vorstellungen. verschwänden mit der Sprachverwirrung. aber die eingeborenen Völker dieser Länder waren keine Wilde. Auf Terra Firma und am Orinoco spräche man jetzt nur Caraibisch oder Tamanakisch. Man erreichte so auf friedlichem Wege. Man wird mir einwenden. die eine ziemlich hohe Stufe der 226 . sie kannten den Gebrauch des Geldes. oder vielmehr ihre Sitten sänftigen (denn der unterworfene Indianer hat weniger rohe Sitten. Aber nachdem ich mich in den Missionen des südlichen Amerikas so lange aufgehalten. wie die der Incas oder das Guarany. Sie wohnten in Städten. Die Missionäre könnten sich diese Sprachen zu eigen machen. das Mexicanische und das Oquichua). Dann brauchte man allerdings keine allgemeinen Sprachen. nachdem ich die Vorzüge und die Mißbräuche des Regiments der Missionare kennen gelernt. mit Waffengewalt durchzuführen begonnen. B. in der Provinz Afrika mit ihrer Herrschaft schnell auch ihre Sprache eingeführt. daß die Chaymas. daß dieses Regiment nicht so leicht abzuschaffen seyn wird. darf ich wohl die Ansicht aussprechen. Guarani. Omagua und Araucanisch. weit näher kommen. einzuführen. im Süden und Südwesten Oquichua. Hätte man das System der Jesuiten befolgt. wenn man bedenkt. In den Wäldern am Orinoco habe ich die rohesten Indianer zwei. daß fünf-. Die zahllosen Schwierigkeiten in der Verwaltung von Missionen. was die allzu sehr gepriesenen Incas. könnte man die Weißen. in Bätica. über die sie herrschen. Die wenig verbreiteten Mundarten würden todte Sprachen. die Römer haben in Gallien.

die persönlichen und possessiven Fürwörter bezeichnet werden. haben häufig für dieselben Gegenstände völlig verschiedene Benennungen. die nach dem Wesen der amerikanischen Sprachen den Worten selbst einverleibt sind. oder aber Postpositionen. aus denen man ersieht. zum Gebrauch der Missionen verfaßt von den Patres Tauste. Wir werden bald sehen. daß diese Endungen zum Theil Flexionen des Zeitworts seyn sind. Trotz dieser Quelle des Irrthums thun. Wegen der großen Feuchtigkeit und der Gefräßigkeit der Insekten lassen sich in diesen heißen Län227 . das ihnen zugänglich ist. RuizBlanco und Breton. so lehren sie doch wichtige Theile desselben für sich kennen. Sylben wie guaz. griechische oder römische Colonien auf wirklich barbarischen Küsten angelegt wurden. und bekanntlich war den Chaymas. denke ich. Himmel. Sie haben im Lande von jeher als verschiedene Idiome gegolten. was in den verschiedenen Sprachen in so abweichender Weise geschieht.Cultur voraussetzen. Machen sie auch nicht mit der inneren Gliederung und dem allgemeinen Plane des Baus bekannt. B. Die Sprache der Chaymas schien mir nicht so wohlklingend wie das Caraibische. das Cumanagotische und das Caraibische. daß der Bau und die grammatischen Formen für die Sprachen weit bezeichnender sind als die Analogie der Laute und der Wurzeln. Erde. wie sie es nennen. Durch die Lockungen des Waarentausches und den langen Aufenthalt der Legionen waren sie mit den Eroberern in unmittelbare Berührung gekommen. nur nach den Wurzeln. sie geben sogar über den wesentlichen Charakter einer Sprache einigen Ausschluß. Mit Unrecht würde man diese Rauheit des Sprachtons dem Leben der Chaymas im Gebirge zuschreiben. Dagegen sehen wir der Einführung der Sprachen der Mutterländer überall fast unüberwindliche Hindernisse entgegentreten. z. das Salivische und andere Orinocosprachen: Namentlich hat sie weniger in accentuirten Vocalen ausklingende Endungen. Während unseres Aufenthalts im Kapuzinerkloster haben Bonpland und ich ein kleines Verzeichniß von Chaymasworten angelegt. Das Vocabulario y arte de la lengua de los Indios Chaymas ist sehr selten geworden. wenn der Reisende Sätze sammelt. die Reisenden gut. die Flexionen außer Augen lassend. Sie sind erst durch die Missionäre dorthin versetzt worden. wie das Zeitwort flektirt wird und. und daß diese Analogie der Laute nicht selten in verschiedenen Dialekten derselben Sprache völlig unkenntlich wird. Zu allen Zeiten und unter allen Himmelsstrichen ist Flucht der erste Gedanke des Wilden dem civilisirten Menschen gegenüber. jede hat ihr Wörterbuch. ez. Die Wörterverzeichnisse sind nicht zu vernachläßigen. wenn man. Die drei verbreitetsten Sprachen in den Provinzen Cumana und Barcelona sind gegenwärtig die der Chaymas. zwei Idiome allein wegen der Unähnlichkeit der Laute für völlig verschieden erklärt. daß man sehr leicht irre geht. pur kommen auffallend oft vor. wie allen Bewohnern heißer Landstriche. denn sie sind ursprünglich diesem gemäßigten Klima fremd. wenn sie immer alles Matterial sammeln. denn die Stämme. Die wenigen Exemplare der meist im siebzehnten Jahrhundert gedruckten amerikanischen Sprachlehren sind in die Missionen gekommen und in den Wäldern zu Grunde gegangen. puic. nach den Worten für Mond. wo carthaginensische. Wasser. Ich weiß wohl. in welche eine Nation zerfällt. So kommt es. die Kälte in Caripe. Anfangs sehr zuwider.

aus dem man die Analogie der Sprachen erkennt. südöstlich von der Mission Encaramada. weil die aragonesischen Kapuziner fast nie an das südliche Ufer des Orinoco kommen und von der Existenz der Tamanacu so gut wie nichts wissen. hatte schon der Abt Gili vermuthet. iteu-ja. er. und durch eine noch schwerer zu übersteigende Schranke. du. tiure. sie lieferten ihm gutes Material zu seinem schönen großen Werk über die Sprachen der neuen Welt. Nur mit großer Mühe konnte ich in den Missionen und Klöstern die Grammatiken amerikanischer Sprachen zusammenbringen. durch den grammatischen Bau und durch die Uebereinstimmung der Worte oder Wurzeln. cu-re. du. Die Wurzel der ersten und der dritten Person ist im Chaymas u und teu dieselben Wurzeln finden sich im Tamanacu. amare oder an-ja. deren Sprache in mehrere Dialekte zerfällt. Die ältesten Missionare in Caripe wissen nichts von dieser interessanten Beobachtung.dern Bücher fast gar nicht aufbewahren. die ich gleich nach meiner Rückkehr nach Europa dem Professor und Bibliothekar Severin Vater zu Königsberg übermacht habe. er. Ohne die Sprache der Chaymas zu kennen. Diese einst sehr mächtige Nation ist auf wenige Köpfe zusammengeschmolzen. wohnen die Tamanacu. die zugleich Possessiva sind: u-re. ich. Die Verwandtschaft zwischen der Sprache dieses Volks und der der Chaymas habe ich erst lange nach meiner Rückkehr nach Europa aufgefunden. noch der Abt Hervas dieser Sprache erwähnen. durch Völker von caraibischem Stämme getrennt. die ein alter Missionär am Orinoco in Italien drucken lassen. Trotz dieser Entfernung und der vielfachen örtlichen Hindernisse erkennt man in der Sprache der Chaymas einen Zweig der Tamanacusprache. gebe ich hier kurz das Ergebniß meiner Untersuchungen. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln sind sie in kurzer Zeit gänzlich verdorben. 228 . Ich hatte damals versäumt meine Notizen über die Chaymassprache aus meinem Tagebuch abzuschreiben und diesem Gelehrten mitzutheilen. sie ist von den Bergen von Caripe durch den Orinoco. Auf dem rechten Ufer des Orinoco. durch die großen Steppen von Caracas und Cumana. Ich thue diese Verwandtschaft auf dem doppelten Wege dar. als ich meine gesammelten Notizen mit einer Grammatik verglich. Im Tamanacu: u-re. — Hier sind zuerst die persönlichen Fürwörter der Chaymas. ich. Da weder Pater Gili. daß die Sprache der Einwohner von Paria mit dem Tamanacu verwandt seyn müsse. über hundert Meilen von den Chaymas.

zu dir. Auya. Baum. dir.« wörtlich: »ich wie nicht. also guaz. Euya.« »du bist fett von Körper. er hat’s gesagt. Punu. ich habe ihn nicht gesehen. Puturo. schön. Guane. Haus.« »quenpotupra quoguaz ich kenne ihn nicht.« Alle Präpositionen wie die Negation pra werden nachgesetzt. so läßt man des Wohlklangs wegen vor dem u ein g hören. Oco.« wörtlich: »ich Haus in. Toya.« »quenepra quoguaz.« wörtlich: »ihn sehend nicht ich bin. Oroa. Pun. eins. Feuer.« »in meinem Hause. Wie die erste Person durch ein u so wird die zweite durch ein m. Piache.« und »acurivanepra. ich bin.« wörtlich: »Fleisch (pun) für (puec) fett (topuche) du seyn (maz).« wörtlich: »du mit lustig ich seyn. Aco. Tuna. Nuna. Jeje. Man sagt im Chaymas: »ipuec. Monat. Orua. oder dir zu. Fleisch. Regen. mit ihm. zwei. ihm.« Die zueignenden Fürwörter kommen vor das Hauptwort zu stehen: »upatay. die dritte durch ein i bezeichnet: du bist. Zauberer. Tamanacu ure. Wissen. »muerepuec araquapemaz. Arzt.« »uotopra. Pra. Nacaramayre. eigentlich g-u-az. Honig. wie im Tamanacu.« Im Tamanacu sagt man: »acurivane.« »uterip229 . Pra. Seyn heißt im Chaymas az.« »euya. Aute. nicht wie ich. setzt man vor das Zeitwort das persönliche Fürwort ich (u von u-re). Poturu.Chaymas Ure. es gibt keinen Fisch. drei. Ata.« wörtlich: »ihn kennend nicht ich bin. Wasser. Iteuya.« wörtlich »er mit. Canepo.«. Conopo. Nunu. nicht. ich. Je. Obin. Uane.« »epuec charpe guaz« »ich bin lustig mit dir. Apoto.« wörtlich: »Fisch nicht. maz. häßlich. »warum bist du traurig?« wörtlich: »das für traurig du seyn?« »punpuec topuchemaz. Nacaramai.« »ucarepra. Psiache. nicht schön. U-apto. Tuna. Tibin. Mond.

Liebe manya. und pra. die Spanier oder die Bekleideten. nicht sagen.« »montaonocon. Inti. Diese Agglutinationen erinnern an den Gebrauch der Hülfszeitwörter as und bhu im Sanskrit. lautet im Chaymas az oder ats.« und »veyou. Manche Indianer. cene. demselben einen verneinenden Sinn.« wörtlich: »ich gehen wollen nicht. Ding. des fu oder fuo im Lateinischen.« In ähnlicher Weise gibt im Tamanacu die Partikel mna. an dem er sich selbst befand. z. Dinge. z. offenbart sich ein regelndes Princip. B.« »mamoyenlenganti. Es gibt gewisse Punkte.« »taronocon. genannt wird. das Gemeinsame in der geistigen Organisation des Menschen spiegelt sich ab im allgemeinen Bau der Sprachen. 57 Tamanacu 56 Daher 230 . Sogar der Peruaner. ucan und eguin im Baskischen. Das Negierte kommt vor das fu-ero. sie selbst.ipra. Die Mehrzahl hat im Tamanacu siebenerlei Formen je nach der Endung des Substantiv. obgleich weit weniger als das Chaymas. Bei den Caraiben. sondern eingeschoben. 58 In der Sprache der Incas heißt Sonne inti. versicherten uns. Der Pluralis auf cne kommt leblosen Gegenständen zu. cenecne. nicht. B. an dem er nicht war. In der Sprache der Incas heißt die Sonne. durch on bezeichnet: »teure. taro. Baum. taromnar. in vielen Tempora der Wurzel der attributiven Zeitwörter angehängt. Die Satzbildung ist im Chaymas wie bei allen Sprachen beider Continente. erhebt sich zur Vorstellung eines Wesens. im Sanskrit: Sonne indre. ich will nicht gehen. es ist nicht sehr kalt. und in jedem Idiom. deren Sprache auch Aehnlichkeit mit dem Tamanacu hat. post-sum (pot-sum). wie durch Agglutination. jejecne Bäume. amav-issem.« wenn er von einem Ort spricht. wörtlich ein bekleideter Mensch. amav-eram. der die Sonne anbetet. dem Zeitwort nicht angehängt. groß vipulo. Pongheme heißt ein Spanier. auch dem scheinbar barbarischsten. die man bis jetzt aufgefunden. ipiri wollen. »miyonocon. der ewig Junge. die dort.« und dieß ist zusammengesetzt aus iteri gehen. die sich eine gewisse Jugendlichkeit bewahrt haben. Der Caraibe wirft »tamoussicabo. Pongamo. die hier. es ist sehr kalt. wird die Verneinung durch ein m vor dem Zeitwort ausgedrückt: »amoyenlenganti. die Sonne.57 Im Chaymas wird die Mehrzahl. den Alten des Himmels.58 während Gott Vinay Huayna. jeje. uatscha). groß veypul. er selbst.« wenn der Sprechende einen Ort meint. sondern auch Gottheit. das den Lauf der Sterne lenkt.56 das izan. hat in der Mehrzahl Tamanakemi. in denen die einander unähnlichsten Sprachen zusammentreffen. zis bedeute nicht nur Sonne. da man bei allen andern amerikanischen Völkern besondere Worte für Gott und für Sonne findet. Die Chaymas haben auch die spanischen Adverbe aqui und alà (allà). das es geschaffen. das in allen Sprachen sehr unregelmäßig ist. Es sind dieß die einzigen Fälle von Lautähnlichkeit. wie im Caraibischen. Im grammatischen Bau sind die beiden Sprachen völlig verschieden.« »teurecon. die dort. sondern wird offenbar auch.« nicht zusammen. im Tamanacu nochiri (in den Zusammensetzungen uac. deren Sinn sich in den Sprachen von germanischer und lateinischer Abstammung nur mittelst Umschreibung wiedergeben läßt. die spanisch verstanden. Dieß schien mir um so auffallender. sagen. oder je nachdem es etwas Lebendes oder etwas Lebloses bedeutet. Es dient nicht bloß zur Bildung des Passivs. Liebe munay. Das Hauptzeitwort seyn. fast wie im Sanskrit.

wie stark die Syntax der Römer in ihren bestimmten. so lassen sich dergleichen Verwandtschaftsgrade nur durch von bekannten Sprachen hergenommene Beispiele bezeichnen. indem die einen. Deutsch. z. Dasselbe gilt von der mexicanischen Sprache. Trotz der erwähnten Aehnlichkeiten glauben wir nicht. Da es für die Sprachverwandtschaft kein absolutes Maaß gibt. Die Buchstaben f und v. Bestimmtheit. Der Chaymas-Indianer spricht patre. Vater. was sonst ausgesagt wird. was ja in allen Himmelsstrichen vorkommt.Zeitwort zu stehen. geht Allem voran. daß alle Sprachen in zwei große Classen zerfallen. ver. fehlen gewisse Buchstaben ganz. Tios. eine innere Entwicklung durch Flexion bezeichnen. pous. daß das Chaymas als ein Dialekt des Tamanacu zu betrachten ist. frater. Persisch und Sanskrit. freier. das Zeitwort vor das persönliche Fürwort. Der Gegenstand. wie im Tamanacu und den meisten amerikanischen Sprachen. Persisch: peder. wie die drei Dialekte Maitano. Aus dem spanischen Wort soldado hat das Tamanacu choraro (solalo) gemacht. Schwedische und Englische. Atani. und sie erscheinen desto naiver. Griechisch: phorton (forton). Diese Sätze haben eine gewisse Unmittelbarkeit. b und p werden verwechselt. auf den der Hauptnachdruck fällt. behar. Dios. Kein Wort beginnt mit einem l. burader.« statt: mit dir bin ich glücklich. Diese höchst geistreiche Auffassung wäre unrichtia. father. es gebe vielsylbige Sprachen ohne alle Flexion. nur kleine Formen oder agglutinirte Partikeln roh neben einander stellen. aracapucha statt padre. Die sprachvergleichende Wissenschaft glaubte gefunden zu haben. so namentlich das f. Cuchivero und Crataima.« statt: wir lieben völlige Freiheit. oder aber diejenigen. arcabuz (Büchse). ihre eigenthümliche Physiognomie beibehalten. die alle. Wenn f und b in so vielen amerikanischen Mundarten fehlen. mit der Zeit von dieser Satzbildung abgegangen wären? Man könnte es vermuthen. wie Griechisch. pater. klaren. Gerade so wird bei den Amerikanern f und b zu p. da der Artikel fehlt. wie das Deutsche. Adan. tla und itl als Endungen oder mitten in den Worten so häufig vorkommen. B. plumperen. die sich wie 231 . Bürde. und die beiden Sprachen scheinen mir höchstens in dem Grade verwandt. Der Amerikaner würde sagen: »Freiheit völlige lieben wir. so kommt dieß vom innigen Verwandtschaftsverhältniß zwischen gewissen Lauten. Der Chaymas-Indianer spricht r statt l weil er dieses nicht aussprechen kann. während die andern. wie es sich in allen Sprachen gleicher Abstammung offenbart. »dir nicht glücklich bin ich. b und d. Auf diese Weise wurden aus den Caribes am Orinoco im französischen Guyana Galibi. Fuß. wenn man sie für sich braucht. caraibischen und arouakischen Sprachen an. mit vollkommenerem Bau. rascher in der Bewegung. die einander so nahe stehen. Der Abweichungen sind viele und wesentliche. wenn man annähme. Im Chaymas. Bündigkeit. wenn man bedenkt. Wir rechnen zur selben Familie Sprachen. Bruder. an die Stelle des r trat l und das c erweichte sich. und aus d wird t. Sie gehören derselben Unterabtheilung der großen Familie der tamanakischen. weniger bildungsfähigen. in der doch die Sylben tli. aber etwas schüchternen Töchtersprachen umgewandelt worden ist. Ob wohl diese Völker. bei fortschreitender Cultur und sich selbst überlassen.

in allen Missionen verbreitete Ansicht rührt.von innen heraus organisch entwickeln. wie. daß im gegenwärtigen Zustand die einen mehr Neigung haben zur Flexion.und Raumverhältnisse bezeichnet. Ich will nicht glauben. Zu den ersteren gehören bekanntlich die Sprachen des indischen. daß die Völker des lateinischen Europa Alles hebräisch oder baskisch nennen. was nicht im griechischen oder römischen Styl gehalten war. wobei aber ein ziemlich entwickeltes Gefühl für Wohllaut ein paar Buchstaben wegwirft oder aber zusetzt. Ueberall. kennen gar keinen äußerlichen Zuwachs durch Suffixe und Affixe. Humboldt] Lassen wir aber auch für die Sprachen keinen durchgreifenden Eintheilungsgrund gelten. so ist doch vollkommen zuzugeben. waren vielleicht ursprünglich Affixe. wie man lange Alles. im Kloster Caripe wie am Orinoco. und daß letztere so viele Tempora haben. »Es ist damit wie mit den Wolken.« Daß die possessiven und persönlichen Fürwörter hinter Substantiven und Zeitwörtern stehen. Liegen etwa religiöse Rücksichten einer so seltsamen Annahme zu Grunde? In Nordamerika. den Pandits zufolge. Ich glaube vielmehr. hörte ich diesen Gedanken äußern. das Koptische oder Altegyptische und in gewissem Grade die semitischen Sprachen und das Baskische. die wir jetzt für Flexionen der Wurzel halten. die andern zur äußerlichen Aggregation. Betrachtet man den eigenthümlichen Bau der amerikanischen Sprachen näher. was ein fremdartiges Aussehen hat. Schon das Wenige. die vom Hebräischen und Baskischen einige oberflächliche Kenntniß hatten. zu den letzteren die amerikanischen Sprachen. die auffallenden Eigenthümlichkeiten. zeigt deutlich die durchgehende Neigung zur Incorporation oder Aggregation gewisser Formen. daß die Uebereinstimmung in verschiedenen einzelnen Zügen 232 . das sind Eigenthümlichkeiten des Hebräischen und der andern semitischen Sprachen. Sie wußten nicht. desto mehr schwinden die Contraste. Durch diese Affixe im Auslaut der Worte werden die mannigfaltigsten Zahl-. haben etwas leichtgläubige Reisende das Hallelujah der Hebräer singen hören. Es ist mit den Sprachen wie mit allem Organischen in der Natur. pelasgischen und germanischen Sprachstammes. bei den Chactas und Chicasas. wie in Mexico. die drei heiligen Worte der eleusinischen Mysterien ( konx om pax) noch heutzutage in Indien ertönen. daß das grammatische System der amerikanischen Sprachen die Missionäre des sechzehnten Jahrhunderts in ihrer Annahme von der asiatischen Herkunft der Völker der neuen Welt bestärkt hat. Je weiter man in ihren innern Bau eindringt. daß die amerikanischen Sprachen dieselben Formen aufzuweisen haben. nichts steht ganz für sich. so glaubt man zu errathen. nichts ist dem Andern völlig unähnlich. Zeit. besonders Geistliche. Manche Missionare fanden es nun sehr merkwürdig. das wir vom Idiom der Chaymas oben mitgetheilt. die sich abtrennen lassen. Viele Formen. woher die alte. Einen Beweis hiefür liefert die langweilige Compilation des Paters Garcia: »Tratad del origen de los indios. daß die amerikanischen Sprachen Aehnlichkeit mit dem Hebräischen und dem Baskischen haben. welchen Zuwachs wir schon öfters als Agglutination oder Incorporation bezeichnet haben. in Peru. von denen nur ein oder zwei Consonanten übrig geblieben sind.« [Wilhelm v. egyptische Denkmäler nannte. die nur von weitem scharf umrissen scheinen.

die Leichtigkeit. Chaymas: quenpotupra guoguaz ich kenne nicht. tenectschi. klein. Spanier. daß man butkè das Ende des Wortes cujuputkè. wir wiederholen es. Ich gebe einige Beispiele dieser physiognomischen Verwandtschaft zwischen den amerikanischen Sprachen und dem Baskischen. Baskisch: maitetutendot. Diminutiv von Frau oder von Maypure-Indianer wird dadurch gebildet. ich werde wiedersehen. die es je nach dem Wesen des regierten Worts annimmt. an letzterer eine Familienähnlichkeit mit den amerikanischen Sprachen fanden. ich kehre zurück. und beguitsa. wörtlich: wissend nicht ich bin. Pongheme. ein kleiner Maypure-Indianer. beguia. wörtlich: ich liebend ihn bin. wenn Leute.für die gemeinsame Abstammung der Sprachen nichts beweist. ich werde sehen. mit der sich die einzelnen Elemente auffinden lassen. tragend bin ich. Aber. Auge. wörtlich: tragend nicht wird seyn. sehen. patcutari. ich trage. ein kleines Weib. tecschare. Weniger zu verwundern ist. die in den Wurzeln durchgängig von einander abweichen. sich gut machen. Maypur butkè. 59 Das 233 . ich gehe. Die Wortbildung. anarepna aichi. alles dieß konnte die Täuschung erzeugen und unterhalten. 59 maypuritaje. Tamanacu. aicabutkè. ein Tamanacu. ponghemtari. spanisch und baskisch. Tamanacu: jarer-uacure. die Formen des Zeitworts und die mannigfaltigen Gestalten. sich zum Tamanacu machen. die nur zwei von einander sehr verschiedene Sprachen. aicataje ein böses Weib. Tamanacutari. sich hispanisiren. ein böser Maypure-Indianer. ich liebe ihn. mit der gleichen Neigung zur Aggregation und Incorporation ist noch keineswegs gleiche Abstammung gegeben. patcurbe gut. teneicre. Taje entspricht dem Italienischen accio. beisetzt. tecscha. verstehen. er wird nicht tragen.

drei Futura. zum Vater gehen. vier Präterita. durch den Zusatz von tu entsteht das Wort aitaganatu. prutpe-jareri. aus denen die Worte zusammengesetzt sind und die meist aus wenigen Buchstaben bestehen. wenn man nicht bedächte. die an die Kindheit des Menschengeschlechts mahnen und in den amerikanischen Sprachen wie im Baskischen durch eine gewisse Naivetät des Ausdrucks überraschen. ume-queria widriges kindisches Benehmen. wörtlich: gerade oder senkrechte Sonne.aitagana. Krankheit. ein doppeltes Präsens. uane-imu. die Blätter. Stirne. kindlich offenes Benehmen. Die amerikanischen Sprachen dagegen gleichen einem verwickelten Mechanismus mit offen zu Tage liegendem Räderwerk. die Finger. wörtlich: Vater (im-de) des Honigs (uane). Sitten und Künste seit vielen Jahrhunderten wie festgebannt sind. als bildeten sie sich erst unter unsern Augen. Tamanacu: Wespe. die Schwämme. 234 . Blitz. puirene-veju. der Donner. Die Sprachen. die Adern der Hand. wörtlich: die Söhne des Fußes. Verfassung. und daß es Länder gibt. 60 Die Endung tasuna bedeutet eine gute Eigenschaft. amgna-mucuru. Es ist. wörtlich: verästete Wurzeln. wörtlich: was zum Auge gehört. vervollkommnen oder ausbessern. wörtlich: die Ohren des Baums. odotsa. und man könnte sie für sehr neuen Ursprungs halten. reizen die gemeine Neugier weniger als solche. Getöse der Wolke. In den ersteren sind die Elemente. Man erkennt die Künstlichkeit. ptari-mucuru. wo Sprache. welche vorherrschende Neigung zur Flexion haben. queria eine schlimme und kommt her von eria. Für sich geben diese Bestandtheile keinen Sinn. zum Vater. sanftes. wörtlich: die Haare des Baumwipfels. ume-tasuna. Im Chaymas und Tamanacu haben die Zeitwörter eine Unzahl Tempora. kinemeru-uaptori. daß die Völker nach einem ursprünglich angelegten Plan den grammatischen Bau ihrer Sprachen erweitern. In der Grammatik des Baskischen zählt Astarloa gleichfalls zweihundert sechs Formen des Zeitworts auf. jeje-panari. 60 Diesen Beispielen mögen einige beschreibende Composita folgen. die Söhne der Hand. die durch bloße Nebeneinanderstellung von Elementen gebildet erscheinen. die Zehen. man kann sagen den ausgearbeiteten Mechanismus des Baus. nicht mehr kenntlich. wörtlich: das Feuer des Donners oder des Gewitters. wörtlich: der lebendige Stein. amgna-mitti. Baskisch: becoquia. alles ist verschlungen und verschmolzen. Diese Häufung ist selbst den rohesten amerikanischen Sprachen eigen. daß der menschliche Geist unverrückt einem einmal erhaltenen Anstoß folgt. das Echo. arribicia.

sind einmal die Völker aus ihrem Schlummer aufgerüttelt und auf die Bahn der Cultur geworfen. Fast alle gehören der Sprache der großen Antillen au. durch sie wurden dieselben über ganz Amerika verbreitet. Canibale). cheictivate. uoite. es geht ihnen großentheils die rasche Bewegung ab. daß ein schon im hohen Alterthum hochberühmtes Volk. Savane. Neid. und wir denken jetzt kaum mehr an ihren barbarischen Ursprung (z. Arepa (Maniocbrod von Jatropha Maniot) und guayuco (Schürze. die auf den Antillen. halb barbarische Sprachen. dem selbst die Griechen einen Theil ihrer Bildung entlehnten. w. hat ein paar Idyllen Theokrits in die Sprache der Incas einfach und zierlich übertragen. vielleicht eine Sprache hatte. perizoma) sind caraibisch. sondern kaum an einander gerückt sind und sich gar nicht unmittelbar berühren. daß nicht wenige amerikanische Worte in die spanische Sprache übergegangen sind. lasse sich so ziemlich jedes neuere Literaturprodukt ins Peruanische übersetzen. Und dennoch hatte die coptische Sprache ihre Literatur. Curiaca (sehr langes Canoe) ist tamanakisch. s. Batata. der in der blutigen Revolution von Quito das Leben verloren. aber im Coptischen ist das Wort Bosheit. Als die Spanier mit dem Jahr 1498 anfingen Terra Firma zu besuchen. Der starke Verkehr zwischen den Eingeborenen und den Spaniern seit der Eroberung hat zur natürlichen Folge gehabt. Chinchorro (Hängematte) und Tutuma (die Frucht der Crescentia Cujete. und man hat mich versichert. Leichtsinn. die früher die Sprache von Haiti. die von der Existenz der Antillen gar nichts wußten. Ein achtungswerther Mann. metrepherpeton. wie auf den Küsten von Cumana und Paria vorkommen. schreibt man indessen mit Unrecht haitischen Ursprung zu. zu einer Zeit. Manche dieser Worte bezeichnen meist Dinge. uonde. Wir dürfen indessen nicht vergessen. hatten sie bereits Worte für die nutzbarsten Gewächse. haben ziemlich kurze abstrakte Benennungen für Größe. Die hauptsächlich durch Aggregation gebildeten Sprachen erscheinen als ein natürliches Hinderniß der Culturentwicklung. Manchen Worten. Don Juan de la Rea. B. die in den spanischen Colonien in täglichem Gebrauche sind. Conuco u. die die Flexion der Wurzeln mit sich bringt und die den Werken der Einbildungskraft den Hauptreiz geben. aus fünf leicht zu unterscheidenden Elementen zusammengesetzt. Cazike. so bietet ihnen die seltsamste Sprache das Werkzeug. wo die Sprache von Haiti bereits eine todte Sprache war. so gut wie die chinesische. mit Ausnahme naturwissenschaftlicher und philosophischer Werke. (das ist) böse (on). welche dem indischen und pelasgischen Stamm angehören. Banana ist aus der Chacosprache. und bedeutet: die Eigenschaft ( met) eines Subjektes (reph). das innerliche Leben. Quizqueja oder Itis hieß. oder ein 235 . Sie behielten nicht nur diese von den Haitiern entlehnten Benennungen bei. Canoe. die vor der Entdeckung der neuen Welt unbekannt waren. die in ihrem Bau unwillkürlich an die amerikanischen Sprachen erinnert.Die höchste geistige Entwicklung hat bis jetzt bei den Völkern stattgefunden. in der die Wurzeln nicht einmal aggregirt. Ich nenne nur die Worte Mais. So viel ist gewiß. und bei Völkern. das thut (er) das Ding (pet). Tabak. Welche Masse einoder zweisylbiger Partikeln werden im Coptischen dem Zeitwort oder Hauptwort angehängt! Das Chaymas und Tamanacu. um Gedanken bestimmt auszudrücken und Seelenregungen zu schildern. Balsa.

wie auch Gomara sprachen von den Einwohnern von Paria überhaupt. Gomara sagt von den Eingeborenen. Utriusque sexus indigenae albi veluti nostrates.61 Gomara und Anghiera schreiben nach mündlichen Berichten. die Chaymas und fast alle Eingeborenen der neuen Welt. daß die Geschichtschreiber des sechzehnten Jahrhunderts behaupten. Ferner sollen sie ähnlich wie Türken gekleidet gewesen seyn. Die heutigen Pariagotes oder Parias sind rothbraun. namentlich die Briefe Peter Martyrs von Anghiera. ehe er im Jahr 1521 in die Hauptstadt Montezumas einzog. und aus denen edle Begeisterung für die großen Entdeckungen eines an außerordentlichen Ereignissen so reichen Jahrhunderts spricht. estan negros del sol. wenn ich sie zum erstenmal in diesem Werke bespräche. die ersten Besucher haben am Vorgebirge Paria weiße Menschen mit blonden Haaren gesehen? Waren dieß Indianer mit weniger dunkler Haut. den ich im spanischen Amerika häufig habe besprechen hören. capillis oblongis protensis flavis. wie die Caraiben. die man lange unter der Gesammtbenennung Cumanier ( cumaneses) zusammengeworfen hat. crispi lanati. qui sub sole versantur. Hat man etwa diesen Kopfputz für einen Turban angesehen? Daß ein Volk unter diesem 236 . sondern weil die Untersuchung für die Geschichte unseres Geschlechts und den Entwicklungsgang unserer Geisteskräfte nicht ohne Belang ist. Wie kommt es nun. ich glaubte. anschaulich zu machen. desnudas y blancas (las de la casa). Man beschäftigt sich mit ihnen nicht. liegt nicht in meiner Absicht.Gefäß für Flüssigkeiten) sind Chaymaswörter. dagegen scheint es mir von Belang. die sie gesammelt. weil sie für sich auf den Rang von Kunstwerken Anspruch machen können. die wir bisher durchzogen. von welcher Bedeutung Untersuchungen der Art sind. die den Denkmälern halb barbarischer Völker zukommt. aufmerksam geworden. und Luther. Paria incolae albi. Beideˆ[Aethiopes nigri. Waren es Albinos. die Columbus an der Mündung des Flusses Cumana gesehen: »Las donzellas eran amorosas. Es verhält sich damit wie mit der Bedeutung. praeter eos. die er am Hofe Ferdinands des Katholischen geschrieben. einen Punkt aufzuklären. Ehe Cortes nach der Landung an der Küste von Mexico seine Schiffe verbrannte. und Anghiera. Mit der Beschreibung der Sitten der Einwohner von Cumana und Paria glaubte man die Sitten aller Eingeborenen der neuen Welt zu schildern.«] beschreiben sie wie Völker germanischen Stammes: sie seyen weiß mit blonden Haaren. war Europa auf die Länder. Eine nähere Beschreibung der Sitten der Völker. die reich sind an geistreichen Bemerkungen über Christoph Columbus. 61 Sie trugen nach Ferdinand Columbus ein Tuch von gestreiftem Baumwollenzeug um den Kopf. nicht von einzelnen Individuen. wenn man die Geschichtschreiber der Eroberung liest. wie Bonpland und ich in Esmeralda an den Quellen des Orinoco gesehen? Aber diese Indianer hatten so schwarzes Haar wie die Otomacas und andere Stämme mit dunklerer Hautfarbe. Ich habe lange bei Betrachtungen über die amerikanischen Sprachen verweilt. Leo X. dergleichen man früher auf der Landenge von Panama gefunden? Aber Fälle dieser Mißbildung sind bei der kupferfarbigen Race ungemein selten. Dieß fällt alsbald auf. los Indios que van al campo.

zu den Bewohnern des nordöstlichen Asiens. Gleich den Malayen wohnt diese hyperboräische Race nur am Meeresufer. die er allein an die Küste von Paria unternommen und die wir bei Peter Martyr d’Anghiera beschrieben finden. more Turcarum. Es ist Himmelsstrich den Kopf bedeckt haben sollte.« Damit ist doch wohl nicht gesagt. cultivirter (de buena conversacion) und weißer gefunden als die Eingeborenen. beweglich. Amerigo Vespucci (wenn man sich auf seine angebliche erste Reise berufen darf. noch weiter. sie wären nicht so dunkel gefärbt. Ihre Haare sind schlicht. sind fast durchgängig von kleinerer Statur als die andern Amerikaner. wie man auf dem Rücken der Anden trägt. die vielleicht nach den Berichten anderer Reisenden zusammengetragen ist) vergleicht die Eingeborenen mit den tartarischen Völkern. näher ansehen. die civilisirter gewesen und Mantel getragen. bekleidete Eingeborene gesehen haben: »Incolas omnes. wenn sie sich nicht der Sonnengluth aussetzten oder nicht von der Luft gebräunt würden. sind lebhaft. die er bis dahin gesehen. denn die Mundart der Tschuktschen an der Mündung des Anadyr hat dieselben Wurzeln wie die Sprache der Eskimos auf der Europa gegenüberliegenden Küste von Amerika. durch sehr nahe Sprachverwandtschaft eng verbunden. sie seyen alle kupferfarbig. Zur einen gehören die Eskimos in Grönland. Gab es aber zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts auf den Küsten von Cumana so wenig als jetzt Menschen mit weißlichter Haut. genu tenus mares. daß bei den Eingeborenen der neuen Welt das Hautsystem durchgängig gleichförmig organisirt sey.Diese Wunderdinge verschwinden. die zwischen ihnen liegt. so ist dieß so unrichtig. duplicibus. Sie nähren sich von Fischen. ganz besonders aus) ihre Haut ist ursprünglich weißlicht. die ich die Eskimo-Tschugasische nennen will. gossampinis vestibus amictos simplicibus repererunt. ist auffallend. »der Admiral habe zu seiner Ueberraschung die Einwohner von Paria und der Insel Trinidad wohlgebildeter. Diese Verwandtschaft erstreckt sich sogar. insuto minutim gossipio ad belli usum. so darf man daraus deßhalb nicht schließen. sed viros. wie in neuerer Zeit außer Zweifel gesetzt worden ist. In der helleren Haut der Eingeborenen und in den sehr kühlen Morgen sah der große Mann eine Bestätigung seiner seltsamen Hypothese von der unregelmäßigen Krümmung der Erde und der hohen Lage der Ebenen in diesem Erdstrich in Folge einer gewaltigen Anschwellung der Erdkugel in der Richtung der Parallelen. daß die Pariagotos weiß gewesen. Da heißt es bloß. die Eskimos und die Tschugasen. als wenn man behauptet. Der östliche und der westliche Zweig dieser Polarrace. glatt und schwarz. wo man vor und nach Pinzon nur nackte Menschen gesehen? 237 . aber was noch weit merkwürdiger ist. in Labrador und auf der Nordküste der Hudsonsbai. und auf einer Küste gelebt. foeminas surarum tenus. die Bewohner der Behringsstraße. Wenn man sagt. den Ferdinand Columbus den Papieren seines Vaters entnommen. Pinzon will auf einer Fahrt. wenn wir den Bericht. der Halbinsel Alaska und des Prinz-Williams-Sunds. geschwätzig. nicht wegen der Hautfarbe. sind trotz der ungeheuern Strecke von 800 Meilen. sondern wegen des breiten Gesichts und wegen des ganzen Ausdrucks desselben. der Zahl nach sehr ungleiche Gruppen theilen. Die Tschuktschen sind die asiatischen Eskimos. aber (und dieß zeichnet die Race. Man kann die Eingeborenen in zwei.« Was soll man aus diesen Völkern machen.

darthun ließe. sowie die Horden am Orinoco. Reise. ohne daß sich. kriegerischer und schweigsamer. den ich gesehen. daß. Westwärts von den Miamis. bei denen die Kinder weiß sind und erst mit der Mannbarkeit so broncefarbig werden wie die Eingeborenen von Peru und Mexico. Die zweite Gruppe der Eingeborenen Amerikas umfaßt alle Völler außer den Eskimo-Tschugasen. auf der gegenüberliegenden asiatischen Küste. erscheinen die erwachsenen Mädchen. wenn sie angehalten werden sich zu waschen. bei den Koluschen und Tschinkitanen in der Norfolkbai. so weiß wie Europäer.) 62 Darf 238 . die der nur zu sehr verbreiteten Ansicht von der außerordentlichen Gleichförmigkeit der Körperbildung bei den Eingeborenen Amerikas widersprechen. Wenn wir dieselben in Eskimos und Nicht-Eskimos theilen. daß die Eintheilung um nichts philosophischer ist. im ganzen Strich von Südamerika. auch den Gebirgsvölkern in Chili zukommen. Die Völker dieses zweiten Zweiges sind größer. so gewinnt man immer doch etwas. stärker. In Mexico. daß sie sich mit Europäern vermischt hätten.gewiß. zahllose Volksstämme zu gruppiren. nach einigen Reiseberichten. selbst nicht bei sehr wohlhabenden Familien. bei denen die Kinder weiß zur Welt kommen. Diese weiße Hautfarbe soll.62 Dieß sind sehr bemerkenswerthe Thatsachen. wenn man ausschließend zu Werke geht. in Neugrenada. ist einem Spanier in Quito oder an den Ufern des Orinoco nie in den Sinn gekommen. die wie Völker vom Stamme Odins geschildert werden? (Azzara. Im nordwestlichen Amerika dagegen gibt es Stämme. in Quito. die im heißesten Erdman an die blauen Augen der Borroas in Chili und der Guayanas am Uruguay glauben. Auch sie weichen hinsichtlich der Hautfarbe auffallend von einander ab. daß die Kinder der Grönländer weiß zur Welt kommen. drei Monaten ebenso broncefarbig als die Erwachsenen. wenn man die Eskimo-Tschugasen ausscheidet. Dieser Unterschied in der Farbe der bedeckten und nicht bedeckten Theile wird bei den Eingeborenen von Peru und Mexico niemals beobachtet. Eliasberg bis zu den Puelchen und Tehuelhets in der südlichen Halbkugel. bis zur Zeit der Eroberung zurück. in Peru. sind die indianischen Kinder im Alter von zwei. Bei dem Häuptling der Miamis Michikinakua waren die Arme und die der Sonne nicht ausgesetzten Körpertheile fast weiß. die bei physiologischen Kenntnissen Gelegenheit finden. Griechen und Barbaren sahen. die sich fast beständig in ihren Häusern aufhalten. vom Cooksfluß bis zur Magellanschen Meerenge. bei manchen erhält sich diese Farbe. Wir wollten hier darthun. von den Ugaljachmusen und Kinais am St. an den Ufern des Orinoco und des Amazonenstroms. als wenn die Alten in der ganzen bewohnten Welt nur Celten und Scythen. im Tiefland wie auf den sehr kalten Hochebenen. mitten unter den kupferbraunen Amerikanern Stämme vorkommen. so geben wir gerne zu. Dieser Umstand verdient genauere Untersuchung durch Reisende. und auch bei den dunkelsten (den von der Luft am meisten gebräunten) sieht man nicht selten das Blut auf den Wangen roth durchschimmern. Daß die Eingeborenen nur von Luft und Sonne gebräunte Weiße seyn möchten. Handelt es sich indessen davon. die braunen Kinder der Mexicaner und die weißen der Miamis im Alter von zwei Jahren zu beobachten.

als im Norden in der Nähe der Gebirge. hat sich bis auf unsere Zeit erhalten. Bei den Thieren ist es anders. bei Strabo. und aus allen guten Beobachtungen geht hervor.strich ihr Leben lang und bei voller Kraft die weißlichte Hautfarbe der Mestizen behalten. so lange sie sich unvermischt erhalten. als die Farbe. Die Eskimos in Grönland und die Lappen sind gebräunt durch den Einfluß der Luft. der Nahrung und anderer äußerer Umstände vom ursprünglichen Typus bedeutend abweichen. und in Folge der Civilisation und fortschreitenden Verweichlichung haben sich manche Racen gebleicht. daß. die verschiedenen Menschenracen. den Körperbau.und 63 Onesicritus. je nach den Hitze. hat alle derartigen Untersuchungen unmöglich gemacht. bei diesen sind Spielarten nach der Farbe häufiger als solche nach dem Körperbau. die Griechen auf die große Frage nach dem Einfluß des Klimas aufmerksam zu machen. die schon bei den Griechen herrschte. den Gesichtsausdruck. 239 . darüber haben wir nichts zu sagen. aber ihre Kinder kommen weiß zur Welt. Diese Ansicht. Lib. durch den Einfluß des Klimas. daß beide derselben Race angehören. Bei Pflanzen und Thieren sind Spielarten. gelbe. daß in Hindostan die Völker im Süden dunkelfarbiger seyen. die Federn der Vögel. wenn wir die weiten Hochebenen der Cordilleren besteigen. nach ihnen sind die Neger und alle dunkelfarbigen Völker durch die übermäßige Sonnengluth geschwärzt oder gebräunt worden.63 wenn auch nicht ohne Widerspruch. was neuerdings sogar von Europäern angenommen worden ist. aber nichts weist darauf hin. Bei Untersuchungen der Art macht der forschende Gedanke Halt. gegen welche alle geschichtliche Ueberlieferung verschwindet. der bis jetzt zwischen Nordamerika und den spanischen Colonien stattfindet. Ich werde Gelegenheit haben auf diese allgemeinen Betrachtungen zurückzukommen. die schwarze. Beim Menschen scheint sich der Farbstoff im Hautsystem durch die Haarwurzeln oder Zwiebeln abzulagern. Sie hatten von Reisenden vernommen. Die Völker mit weißer Haut beginnen ihre Cosmogonie mit weißen Menschen. wie ja auch bei den Thieren im zahmen Zustand die dunkle Färbung in eine hellere übergeht. kupferfarbige und weiße. XV. Buffon wiederholt in Prosa.« Wäre die Geschichte von schwarzen Völkern geschrieben worden. unter den gegenwärtigen Verhältnissen der menschlichen Organisation. beständig geworden und haben sich unverändert fortgepflanzt. selbst die Schuppen der Fische wechseln die Farbe je nach dem vorherrschenden Einflusse von Licht oder von Dunkelheit.und Kältegraden. Die Züge Alexanders scheinen viel dazu beigetragen zu haben. sie hätten behauptet. Beim Menschen betreffen die Abweichungen vom ganzen gemeinsamen Racentypus mehr den Wuchs. was Theodectes zweitausend Jahre früher poetisch ausgesprochen: »die Nationen tragen die Livree der Erdstriche. die sie bewohnen. daß sich die Hautfarbe wohl beim Einzelnen in Folge von Hautreizen. der Mensch sey ursprünglich schwarz oder doch sehr dunkelfarbig. die sich durch Zufall unter unsern Augen gebildet. Ob und welche Veränderungen die Natur in Zeiträumen hervorbringen mag. aber nicht erblich bei einer ganzen Race ändert. Der geringe Verkehr. die vier. und sie setzten voraus. sobald er Erfahrung und Analogie nicht mehr zu Führern hat. Das Haar der Säugethiere.

Ich berufe mich hier vorläufig nur auf das Zeugniß Ulloas. Er hatte den Vortheil. Fast hätte ein Unfall mich genöthigt. und das hohe Thal von Caracas war für meinen Zweck minder günstig wegen der Dünste. mit Geldmitteln versehen. positio coeli corporibus habitum dedit. wie gewöhnlich. daß wir von den ersten Ursachen der Dinge nichts wissen. das in keinem Verkehr mit den Küsten steht. An den Orinoco konnten wir nicht mehr kommen. klarer angedeutet.« Tacitus Agricola. Kein alter Schriftsteller hat die beiden Anschauungsweisen. Wir blieben wieder einen Monat in Cumana. der gewiß weiß. so braun ist als auf den Ebenen. Er unterscheidet zwischen der erblichen Anlage und dem Einfluß des Klima. um der 64 »Die Indianer sind kupferroth. die Reise an den Orinoco aufzugeben oder doch lange hinauszuschieben. um Mondsdistanzen zu nehmen oder die Jupiterstrabanten zu beobachten. Ich blieb lieber bis dahin in Cumana. die Ende Oktobers eintreten sollte.64 Dieser Gelehrte sah die Indianer in Chili. wo der Ansichten noch nicht so vielerlei waren. als Tacitus im Leben des Agricola. — Ungewöhnliche Meteore. und die unter dem vierzigsten nördlichen und südlichen Breitengrade nicht unterscheiden kann. so war es mir von großem Belang. Wenn ich die Länge von Cumana genau bestimmte. an den heißen Küsten von Panama. wenn ich mich nicht lange genug aufhielt. Zehntes Kapitel. so daß man die Indianer auf den Cordilleren von Peru und die auf den heißesten Ebenen leicht verwechselt. am Ufer des Meerbusens. und man diejenigen. wo der Himmel meist schön und heiter ist. und diese Farbe wird durch den Einfluß von Sonne und Luft dunkler. im nördlichen gemäßigten Erdstrich. und wiederum in Louisiana. die sich auf engen Canoes am leichtesten fortbringen ließen.fünfmal höher liegen als das Thal von Caripe. cap. die unter der Linie. gingen wir. auf den Anden von Peru. Die beschlossene Fahrt auf dem Orinoco und Rio Negro erforderte Zurüstungen aller Art. »Habitus corporum varii atque ex eo argumenta. wir mußten uns für eine zehnmonatliche Reise im Binnenlande. Da astronomische Ortsbestimmung der Hauptzweck dieser Reise war. Ich muß darauf aufmerksam machen. daß der Eingeborene unter der Linie im kalten Klima der Cordilleren so broncefarbig. — Erdbeben. 11.« Ulloa Noticias americanas Cap. auf die ich allein rechnen konnte. so sind es feste Stammunterschiede. Wir werden bald an den heißen Ufern des Orinoco Indianern mit weißlichter Haut begegnen: est durans originis vis. den Tag vor der Sonnenfinsterniß. welche die nahen Gebirge umziehen. so hatte ich einen Ausgangspunkt für die chronometrischen Bestimmungen. und thut keinen Ausspruch als ein Philosoph. Bemerkt man Abweichungen in der Farbe. nach denen man sich noch gegenwärtig von der Verschiedenheit benachbarter Völker nach Farbe und Gesichtszügen Rechenschaft gibt. seu procurrentibus in diversa terris. 240 . und es fiel ihm auf. Zweiter Aufenthalt in Cumana. daß weder die Hitze noch ein kaltes Klima die Farbe merkbar verändern. 17. daß er in einer Zeit lebte. Am 27. daß mir die Beobachtung einer Sonnenfinsterniß nicht entging. Wir mußten die Instrumente auswählen. wie mir. Seu durante originis vi. Oktober.

Bonpland. der mir zur Rechten ging. wurde er mehreremale von einem. er entsprang wieder. und nachdem wir ihm lange durch die stachligten Cactus nachgelaufen. sey es aus Feigheit. war nicht so glücklich. gab er die Gegenwehr auf. einen dicken. das wir aufstellen lassen. die uns Anfangs beunruhigt. unten keulenförmig dicker werdenden Stock aus Palmholz. daß er. die eine der kostbarsten Gaben ist. der. die an diesem Seestrich nicht mehr als 12–13 Zoll beträgt. an der Küste zurückgelassen worden. Ich wich dem Schlage aus. der ihn zu Boden streckte. Zufällig fiel er unterwegs. der zunächst an ihm war. 241 . Schwindel befallen. aber als ein kräftiger Mann. Der Himmel war bedeckt und bei der Windstille war es unerträglich heiß. und wie ich mich umwandte.Kühle zu genießen und das Eintreten der Fluth zu beobachten. Er hielt fast über meinem Kopf eine Macana. wären nicht biscayische Handelsleute. Die Einwohner von Cumana bewiesen uns die rührendste Theilnahme. um Pflanzen aufzunehmen. Domingo gedient und war in Folge eines Streits mit dem Capitän. der uns befürchten ließ. Ich half ihm aufstehen. die um den großen See Maracaybo liegen. uns zu Hülfe gekommen. um die Höhe der Fluth zu beobachten. nicht auf uns wartete und dem Tunal zulief. sondern ging langsam davon und nahm Bonplands Hut auf. rang mit ihm und setzte sich dadurch der äußersten Gefahr aus. schlüpfte er in einen Viehstall. Zum Glück war diese Besorgniß ungegründet. nackt bis zum Gürtel. sah ich einen hochgewachsenen Mann von der Farbe der Zambos. Bonpland hatte in der Nacht Fieber. Wir waren allein. er hatte den Zambo später bemerkt als ich. einem kleinen Buschwerk aus Fackeldisteln und baumartigen Avicennien. Der Zambo zog ein langes Messer aus seinem Beinkleid. Ich hörte hinter mir gehen. Es war acht Uhr Abends und der Seewind hatte sich noch nicht aufgemacht. Als der Zambo sich umringt sah. die bei diesem Menschenschlag gemein ist. Wir gingen über den Strand zwischen dem Landungsplatz und der Vorstadt der Guaiqueries. Beim Bücken. Aber wie kam es. als das Schiff aus dem Hafen von Cumana auslief. aus dem er sich ruhig herausholen und ins Gefängniß führen ließ. der Schmerz und der Zorn gaben ihm doppelte Kraft. Er hatte auf einem Caperschiff von St. Der Schlag der Macana hatte bis zum Scheitel die Haut gequetscht und er spürte die Nachwehen mehrere Monate während unseres Aufenthaltes in Caracas. die auf dem Strande Kühlung suchten. und die Symptome. Der Zambo kümmerte sich nicht mehr um mich. welche die Natur einem Reisenden verleihen kann. und hatte gelauert. dachte ich nur an ihn. verschwanden nach und nach. voll der Munterkeit. ging er schon des andern Tags wieder seiner Arbeit nach. oder weil er von weitem Leute am Strande sah. und erhielt über der Schläfe einen Schlag. und im ungleichen Kampfe wären wir sicher verwundet worden. der Zambo sey aus einem der indianischen Dörfer gebürtig. eine halbe Meile von jeder Wohnung auf einer weiten Ebene an der See. unbewaffnet. daß im Schädel etwas ausgetreten seyn möchte. Wir stürzten auf den Zambo zu. da ich meinen Reisegefährten zu Boden stürzen und eine Weile bewußtlos daliegen sah. Er hatte das Signal bemerkt. der die Gewalt des Schlags etwas gebrochen hatte und weit weggeflogen war. um uns auf dem Strande anzufallen. Bonpland. Wir hörten. indem ich links zur Seite sprang. Aufs Aeußerste erschrocken.

verschwanden in den Strahlen der aufgehenden Sonne. Das Ende der Finsterniß war um 2 Uhr 14 Minuten 23. Ich führe diesen merkwürdigen Fall. Vom 10. der Bonpland betroffen. von der ich mich an Ort und Stelle überzeugt. Diese Erscheinung war sehr ungewöhnlich. Ich konnte den Verlauf und das Ende der Sonnenfinsterniß vollständig beobachten. so hörten wir wenige Tage nach unserer Abreise von Cumana nicht ohne Befriedigung. und jetzt stimmten Sonnenfinsterniß und Chronometer bis auf 10 Secunden überein. sobald er uns habe französisch sprechen hören. Wir waren im hiesigen sogenannten Winter. Da der Rechtsgang hier zu Lande so langsam ist. Trotz des Unfalls. November stieg mit Einbruch der Nacht ein röthlichter 242 . Die vollkommene Uebereinstimmung zwischen den Jupiterstrabanten und den Angaben des Chronometers. so oft sie nicht auf den Maulthieren starken Stößen ausgesetzt war. der in den tiefen Luftschichten auf den Hygrometer fast gar nicht wirkt. Domingo. verschleierte bei Nacht die Sterne. uns zu berauben. um die Reisenden darauf aufmerksam zu machen. da man in andern Jahren oft drei. um mich zur Beobachtung der Sonnenfinsterniß zu rüsten. drei Stunden nach dem Durchgang der Sonne durch den Meridian in Süd und Südost aufzogen. am 28. seine Absicht sey nicht gewesen. daß wir nicht klug aus der Sache werden konnten. meist behauptete er.nachdem er einen von uns niedergeschlagen. als ich seit mehreren Wochen wegen der Gewitter. sieben. Dieses Ergebniß wich um nicht weniger als um 1 Minute 9 Secunden Zeit von der Länge ab. Die Tage vor und nach der Sonnenfinsterniß boten sehr auffallende atmosphärische Erscheinungen. das heißt in der Jahreszeit des bewölkten Himmels und der kurzen Gewitterregen. nicht widerstehen können.4 Secunden mittlerer Zeit in Cumana. uns eines zu versetzen. sich mit dem Raub eines Hutes zu begnügen schien? Im Verhör waren seine Antworten so verworren und albern. Ein röthlichter Dunst. Der Himmel war klar und rein. das durch seine gewaltigen Nebelflecke nahe aneinander so stark hervortritt. Das Ergebniß meiner Beobachtung wurde nach den alten Tafeln von Ciccolini in Bologna und Triesnecker in Wien berechnet und in der Conaissance des temps (im neunten Jahrgang) veröffentlicht. hatten mir großes Zutrauen zu Louis Berthoud’s Uhr gegeben. October um fünf Uhr Morgens auf dem Dach unseres Hauses. die kleinsten Umstände bei ihren einzelnen Beobachtungen aufzuzeichnen und bekannt zu machen. wo ein Fehler durch die neuen Tafeln auf ¹⁄￿ reducirt wurde. Die Sichel der Venus und das Sternbild des Schiffes. wie sehr es in ihrem Interesse liegt. war ich andern Tags. acht Jahre auf ihr Urtheil warten müssen. aber in der Erbitterung über die schlechte Behandlung am Bord des Capers von St. vier Monate lang keine Spur von Wolken und Nebel sieht. Ich hatte mir zu einem so schönen Tag um so mehr Glück zu wünschen. dasselbe wurde aber von Oltmanns nach den neuen Mondtafeln von Burg und den Sonnentafeln von Delambre noch einmal berechnet. daß die Verhafteten. der Zambo sey aus dem Schlosse San Antonio entsprungen. von denen die Gefängnisse wimmeln. die der Chronometer mir ergeben. die Uhren nicht nach correspondirenden Höhen hatte richten können. habe er dem Drang. October bis 3. die regelmäßig zwei. an.

ließ sich gar nicht spüren.Nebel am Horizont auf und zog in wenigen Minuten einen mehr oder minder dichten Schleier über das blaue Himmelsgewölbe. 15 Secunden hinter einander. die übrigens in allen Ländern Amerikas. als stünde die Scheibe vor den Wolken. November war der röthlichte Nebel dicker als je bisher. Das Getöse schien aus dem Brunnen herauf zu kommen. Der Saussuresche Hygrometer zeigte keineswegs größere Feuchtigkeit an. bildeten sich blendend weiße Wolken im Zenith und dehnten sich bis zum Horizont aus. Einige Minuten vor dem ersten Stoß trat ein heftiger Sturm ein. der auf den Hygrometer an der Erdoberfläche nicht wirkte. oft kurz abgebrochene Schläge. um 4 Uhr 12 Minuten. Zwischen dem 28. so behielten die Sterne der ersten Größen. Bonpland. häufig vorkommt. nicht einmal im Zenith ihr ruhiges. Diese standen ausnehmend hoch und bildeten Streifen. daß man noch Sterne der vierten Größe dadurch sehen konnte. Der Seewind. obgleich ich in einer Hängematte lag. die ich auf den Gipfeln der höchsten Anden über mir gesehen. was in Cumana ziemlich selten vorkommt. Sklaven. sehr schwarze Wolken die hohen Berge Brigantin und Tataraqual ein. wurde beinahe zu Boden geworfen. Ich selbst spürte den Stoß sehr stark. Gegen vier Uhr fing es an über uns zu donnern. wie durch elektrische Abstoßung. October waren diese Wolken so auffallend durchsichtig. Sie rückten allmählich bis ins Zenith. der meist von acht oder neun Uhr Abends die Luft abkühlt. hörten ein Getöse wie einen starken Kanonenschuß. Unter allen Himmelsstrichen hat es viel Anziehendes für mich. Es sind dieß dieselben kleinen weißen Dunstmassen. wie nach einem starken Gewitterregen. der über einen Tisch gebeugt Pflanzen untersuchte. November gegen zwei Uhr Nachmittags hüllten dicke. eine auffallende Erscheinung. Ich blieb einen Theil der Nacht auf einem Balkon sitzen. die den Erdbeben ausgesetzt sind. obgleich der Thermometer nur auf 26° stand. Am 18. der staubigte. Die Mondflecken sah ich so deutlich. ausgedörrte Boden bekam überall Risse. wie Haufen von Dunstbläschen sich bilden. wo ich die Instrumente aufstellte. dem ein elektrischer Regen mit großen Tropfen folgte. Das Volk schrie laut auf der Straße. Sie flimmerten in allen Höhen. wie um einen Kern anschießen. Am 4. Im Moment. die in Cumana über 20–25 Grad hoch fast nie flimmern. trockene. Die Hitze bei Tag war 28–32°. erfolgten zwei Erdstöße. die aus einem 18–20 Fuß tiefen Brunnen am Manzanares Wasser schöpften. ohne Rollen. wo die stärkste elektrische Entladung stattfand. also für diesen Strich der heißen Zone sehr stark. und die in mehreren Sprachen Schäfchen. sondern ging vielmehr oft von 90° auf 83° zurück. verschwinden und sich von neuem bilden. October und 3. bei Nacht war die Hitze erstickend. aber ungemein hoch. planetarisches Licht. Wenn der röthliche Nebel den Himmel leicht überzog. in gleichen Abständen fortliefen. von Nord nach Süd. und im Augenblick. Ich beobachtete sogleich die Elek243 . wo ich einen großen Theil des Horizonts übersah. erschien mir auffallend. Zuweilen verschwand der Nebel mitten in der Nacht auf einmal. Die Luft war wie in Gluth. daß es war. Die Richtung des Stoßes war. moutons heißen. die. Diese Wirkung eines Nebels. bei heiterem Himmel ein großes Sternbild ins Auge zu fassen und zuzusehen.

zum 4. Das Quecksilber stand im Moment. und das Ausbleiben des Seewindes bei Nacht für sichere schlimme Vorzeichen an. wo der Erdstoß eintrat. der rothe Nebel seit so vielen Tagen. Ihre Scheibe war ungemein stark in die Breite gezogen. aber begleitet von einem deutlich vernehmbaren unterirdischen Geräusch. ja fast zur selben Minute wieder. Das Erdbeben vom 4. dem ein Donnerschlag und ein paar Tropfen Regen folgten. Letztere Erscheinung. bald nach dem Durchgang eines Sterns durch den Meridian. also bis auf wenige Minuten zur selben wahren Zeit. Schon seit langer Zeit haben die Einwohner von Cumana und so vieler Orte unter den Tropen die Beobachtung gemacht. ein heftiger Sturm eintrat. zur selben Stunde wie Tags zuvor. daß ich den Ort. das erste. Die Wolken waren vergoldet und Strahlenbündel in den schönsten Regenbogenfarben liefen bis zur Mitte des Himmels auseinander. Sturm und Gewitter kamen fünf oder sechs Tage zur selben Stunde. In der Nacht vom 3. Der Barometer stand ein klein wenig tiefer als gewöhnlich. vier Tage hinter einander an derselben Stelle des Himmels sich Wolken bilden. wo der Mond stand. Dieselbe Erscheinung kommt Sommers auch im gemäßigten Erdstrich vor und ist dem Scharfblick der Astronomen nicht entgangen. die Elektricität wechselte oft zwischen positiv und negativ. und die Sonne erschien 12 Grad hoch auf indigoblauem Grunde. Gegen neun Uhr Abends erfolgte ein dritter Erdstoß. weit schwächer als die ersten. machte einen um so 244 . Der dicke Wolkenschleier zerriß dicht am Horizont wie zu Fetzen. wie immer bei Gewittern und im nördlichen Europa zuweilen selbst bei Schneefall. Das Volk sieht die Nebel. Der Sonnenuntergang bot ein Schauspiel von seltener Pracht.tricität der Luft mit dem Voltaschen Elektrometer. aber es ließ sich kein Stoß spüren. nur an einem schönen Hof von 12 Grad Durchmesser erkennen konnte. es stieg wieder bis elf Uhr Abends und fiel dann wieder bis vier ein halb Uhr Morgens. daß scheinbar ganz zufällige atmosphärische Veränderungen wochenlang mit erstaunlicher Regelmäßigkeit nach einem gewissen Typus eintreten. das Erdbeben. als am 5. das ich erlebt. Wir erhielten viele Besuche. Alles wurde der Sonnenfinsterniß zugeschrieben. welche den Horizont umziehen. bald vor. eben auf dem Minimum der Höhe. November. Der Himmel blieb bedeckt und auf den Sturm folgte eine Windstille. Die Kügelchen wichen vier Linien auseinander. nach derselben Richtung fortziehen und sich in derselben Höhe wieder auflösen. welche die ganze Nacht anhielt. verschoben und am Rande ausgeschweift. seit die Stadt Cumana durch ein Erdbeben fast gänzlich zerstört worden. der Donnerschlag während desselben. Häufig sieht man nämlich bei heiterem Himmel drei. Besonders groß und allgemein wurde die Unruhe. vollkommen entsprechend dem Gesetze der barometrischen Schwankungen. Es waren kaum zweiundzwanzig Monate verflossen. November war der röthlichte Nebel so dick. November. Aus dem großen Platze war viel Volk versammelt. die sich erkundigten. aber der Gang der stündlichen Schwankungen oder der kleinen atmosphärischen H Ebbe und Fluth wurde durchaus nicht unterbrochen. ob unsere Instrumente nene Stöße für den andern Tag anzeigten.

Auch war es eine wirkliche Hebung von unten nach oben. bei Nacht aufzustehen. kein wellenförmiger Stoß. von so auffallenden meteorischen Erscheinungen begleitet war. Ich hatte schon zur See sorgfältige Beobachtungen der Art angestellt und setzte sie später bei meinem Aufenthalt in Lima. daß ich nach langem Aufenthalt auf den Hochebenen von Quito und an den Küsten von Peru mich selbst an ziemlich starke Bewegungen des Bodens so sehr gewöhnen würde. aber es ist kein angenehmes Erwachen. In der Nacht vom siebten zum achten beobachtete ich die Immersion des zweiten Jupiterstrabanten. auf den man so lange zuversichtlich den Fuß gesetzt. Die Luft war wieder so rein wie sonst und das Himmelsgewölbe zeigte im Zenith das Dunkelblau. wo die Wärme. wie der Schiffer an die Stöße. die wir für unerschütterlich gehalten.stärkeren Eindruck auf mich. da es. wenn man zum erstenmal auch nur einen ganz leichten Erdstoß empfindet. daß in dreihundert Jahren ihre Stadt nicht zerstört worden ist. Ich hätte damals nicht geglaubt. November aufgehört. unter ihren Füßen donnern zuhören. Die Sorglosigkeit der Einwohner. der kurz nach Sonnenuntergang den Horizont umzog. und an den Küsten von Peru gewöhnt man sich am Ende an die Schwankungen des Bodens. die Lichtstärke der schönen Sterne am südlichen Himmel zu vergleichen. Guayaquil und Mexico in beiden Hemisphären fort. Im Jahr 1784 waren die Einwohner von Mexico so sehr daran gewöhnt. Läßt sich ein Erdstoß spüren. Einen Theil der Nacht verwendete ich dazu. Der röthlichte Dunst. die das Fahrzeug von den Wellen erhält. das Wasser gilt uns für ein bewegliches Element. die vorausgesetzte Ruhe der Natur war nur eine scheinbare. wie wir in Europa an das Donnern gewöhnt sind. Tiefe Begriffe sind das Produkt der täglichen Erfahrung und hängen mit allen unsern Sinneseindrücken zusammen. wie wir an den Donner in der Luft. das Licht und große Gleichförmigkeit der elektrischen Spannung mit einander die vollständigste Auflösung des Wassers in der Luft zu bewirken scheinen. treten sie mehrere Tage hinter einander häufig ein. Die Streifen des Planeten waren deutlicher. Es ist als erwachte man. die Erde für eine unbewegliche. Der Mensch faßt sehr schnell wieder Zutrauen. hatte seit dem 7. wenn ein unterirdisches Gebrülle (bramidos) das immer vom Vulkan Pichincha herzukommen scheint (2–3. das den Klimaten eigen ist. Wiederholen sich die Stöße. als die eigenthümliche Empfindung. träge Masse. so nimmt dieses Zagen bald ein Ende. was einen so sehr aufregt. Ueberhaupt ist es nicht so sehr die Besorgniß vor Gefahr. man lauscht hinfort auf das leiseste Geräusch. theilt sich bald selbst dem ängstlichsten Fremden mit. dessen Stärke nur selten mit dem Grad des Getöses im Verhältniß steht. man fühlt. zuweilen 7–8 Minuten vorher) einen Stoß ankündigte. wankt die Erde in ihren alten Grundfesten. man mißtraut zum erstenmal einem Boden. vielleicht zufällig. seit Lacaille den Strich des Himmels. Von Kindheit auf prägen sich unserer Vorstellung gewisse Contraste ein. Es war über ein halbes Jahrhundert verflossen. so ist eine langjährige Täuschung in einen Augenblick zerstört. In der Stadt Quito dachten wir gar nicht mehr daran. als ich sie je zuvor gesehen. 245 . die wissen.

das vom wahren Ostpunkt 30 Grad nach Nord und nach Süd reichte. daß in ihrer Lichtstärke und in ihrer eigenen Bewegung die größten Veränderungen eintreten können. Des Rückens der Cordilleren erwähne ich dabei nicht. die Luft nebligt und die Witterung sehr veränderlich ist. Fomalhaut. zum 12. weil. Gegen Morgen. So viel ist sicher. die Doppelsterne. Nach Bonplands Aussage war gleich zu Anfang der Erscheinung kein Stück am Himmel so groß 246 . wie sie in den Niederungen in der trockenen Jahreszeit fast beständig vorkommt. die Trabanten des Jupiters und gewisse Nebelsterne erscheinen. Procyon. größere oder kleinere Bogen beschreiben und. bemerkte sie zuerst. so viel schärfer begrenzt zeigen sich diese Gegenstände unter den Tropen. Sehr reine Luft. so ist man überrascht. Ihre Richtung war sehr regelmäßig von Nord nach Süd. wird einst Südamerika der Mittelpunkt einer ausgebreiteten Cultur. ￿ des großen Hundes. Nach einem Mittel aus sehr vielen Schätzungen habe ich die relative Lichtstärke der großen Sterne in nachstehender Reihenfolge abnehmen sehen: Sirius. Die Nacht vom 11. November war kühl und ausnehmend schön. der aufgestanden war. um auf der Galerie der Kühle zu genießen. Hat man in unsern nördlichen Himmelsstrichen und in der heißen Zone lange mit denselben Fernröhren beobachtet. so muß die physische Astronomie ungemeine Fortschritte machen. bietet vollen Ersatz für die hohe Lage und die verdünnte Luft auf den Plateaus. wenn nach je 50–60 Jahren Reisende die Lichtstärke der Sterne von Neuem beobachten und darin Wechsel wahrnehmen. ￿ des Centauren. so viel deutlicher. von Wolken war keine Spur zu sehen. alle höher als 25–30 Grad. nachdem sie in der Richtung des Meridians fortgelaufen. wird an Bedeutung gewinnen. Der Wind war in der niedern Luftregion sehr schwach und blies aus Ost. Ich glaube Veränderungen der Art in den Sternbildern des Kranichs und des Schiffes wahrgenommen zu haben. Rigel. Die Sterne nahe am Südpol werden meist so oberflächlich und so wenig anhaltend beobachtet. Achernar. sobald man einmal anfängt im trockenen. Bei gleich heiterem Himmel glaubt man bessere Instrumente unter den Händen zu haben. ohne daß die Astronomen das Geringste davon erfahren.der in Europa unsichtbar ist. Diese Arbeit. Coro und der Insel Margarita den Himmel mit vorzüglichen Werkzeugen zu beobachten. ￿ des Kranichs. Canopus. sah man gegen Ost höchst merkwürdige Feuermeteore. von halb drei Uhr an. einige ziemlich dürre Hochebenen in Mexico und Peru ausgenommen. ￿ des Centauren. vier Stunden lang. Beteigeuze. in Folge der Durchsichtigkeit der Luft und der geringeren Schwächung des Lichts. wie deutlich in letzterer. gegen Süd niederfallen. sie füllten ein Stück des Himmels. Manche stiegen 40 Grad hoch. die entweder von Vorgängen an der Oberfläche der Himmelskörper oder von ihrem veränderten Abstand von unserem Planetensystem herrühren. auf solchen. heißen Klima von Cumana. Tausende von Feuerkugeln und Sternschnuppen fielen hinter einander. Auf einer Strecke von 60 Graden sah man die Meteore in Ostnordost und Ost über den Horizont aufsteigen. Bonpland. deren numerische Ergebnisse ich anderswo veröffentlicht habe. auf sehr hohen Plateaus. ￿ des Pfauen. wo der Luftdruck um 10–11 Zoll geringer ist als an der Meeresfläche. untersucht hatte. ￿ des großen Hundes.

verschwanden ohne Funkenwerfen und ließen leuchtende. nicht röthlicht. Gegen Ost war sehr leichtes Gewölk. je vollständiger der Wasserdunst aufgelöst ist.« Sie versicherten zugleich. daß 247 . sie behaupteten. Das Licht der Meteore war weiß. während unseres zweiten Aufenthalts in Cumana. indessen konnte man noch eine Viertelstunde nach Sonnenaufgang mehrere an ihrem weißen Licht und dem raschen Hinfahren erkennen. Der 12. den Horizont umschleiernde Dunst wieder und stieg 14 Grad hoch herauf. »das Feuerwerk habe um ein Uhr Nachts begonnen. er ging um ein Uhr Nachmittags bei hellem Sonnenschein über die Stadt weg. wenn ich daran erinnere. so war zwischen diesen beiden Classen von Erscheinungen unmöglich eine Grenze zu ziehen. was zwischen den Wendekreisen häufig vorkommt. von dem sehr stark leuchtende Lichtfunken ausfuhren. Am 26. das von den Feuerkugeln. vom Jupiter. vom Mond am zweiten Tag nach der Conjunction ausgeht. Ich bemerke hier. gelang es Bonpland und mir. Alle Meteore ließen 8–10 Grad lange Lichtstreifen hinter sich zurück. welche der Zerstreuung des Sonnenlichts entgegenwirkt. um die Frühmesse zu hören. Es war das letztemal. Dieselbe Ursache. weil sie vor vier Uhr aus den Häusern gehen. 18 Minuten nachdem sich die Sonnenscheibe über den Horizont erhoben. aber die größten. November war wieder ein sehr heißer Tag und der Hygrometer zeigte eine für dieses Klima sehr starke Trockenheit an. Aus demselben Grunde haben unter den Tropen die Sterne erster Größe beim Aufgehen ein auffallend weißeres Licht als in Europa. den Planeten mit bloßem Auge deutlich zu sehen. wahrscheinlich weil die Luft ganz dunstfrei und sehr durchsichtig war. Feuerkugeln und Sternschnuppen wurden seltener. Der ersteren waren wenigere. Von vier Uhr an hörte die Erscheinung allmählich auf. Dieß erscheint nicht so auffallend. von 1–1° 13￿ Durchmesser. die ältesten erinnerten sich. 15–20 Minuten breite Streifen (trabes) hinter sich. und als sie vom Fischfang im Meerbusen zurückgekommen. daß im Jahr 1788 in der Stadt Popayan am hellen Tage das Innere der Häuser durch einen ungeheuer großen Meteorstein stark erleuchtet wurde. vermindert auch die Schwächung des Lichts. nachdem wir die Immersion des ersten Jupiterstrabanten beobachtet. Auch zeigte sich der röthlichte. Manche Sternschnuppen hatten einen sehr deutlichen Kern von der Größe der Jupiterscheibe. Fast alle Einwohner von Cumana sahen die Erscheinung mit an. Diese Fälle beweisen. daß man ihn in diesem Jahre sah. da man ihrer aber von verschiedenen Größen sah. September 1800. Die Phosphorescenz dieser Lichtstreifen hielt 7–8 Secunden an. Die Masse des zerstreuten Lichts ist desto kleiner. aber Jupiter stand auf blauem Grunde. Die Feuerkugeln schienen wie durch Explosion zu platzen.als drei Monddurchmesser. In der indianischen Vorstadt waren die Guaiqueries auf den Beinen. haben sie schon Sternschnuppen. Der Anblick der Feuerkugeln war ihnen keineswegs gleichgültig. aber ganz kleine. im Osten aufsteigen sehen. wie rein und durchsichtig die Luft zwischen den Wendekreisen ist. auf dieser Küste seyen nach zwei Uhr Morgens Feuermeteore sehr selten. daß dem großen Erdbeben des Jahres 1766 ein ganz ähnliches Phänomen vorausgegangen war. das nicht jeden Augenblick von Feuerkugeln und Sternschnuppen gewimmelt hätte.

Ich gebe im Folgenden eine gedrängte Zusammenstellung der Beobachtungen: 1) Die Feuermeteore wurden gegen Ost und Ost-Nord-Ost. ob am 12.derselbe unter dem schönen Himmel von Cumana im Allgemeinen so selten ist. Nach der Lage der Berge und dichten Wälder. die von der Mission San Jose dos Maravitanos den Rio Negro herauf gefahren waren. uns überall zu erkundigen. in der die Feuerkugeln gestanden haben mußten.65 Ich wunderte mich sehr über die ungeheure Höhe. als ich bei meiner Rückkehr nach Europa erfuhr. die selbe Erscheinung sey auf einem 64 Breite. 248 . Alle diese Beobachter verglichen das Phänomen mit einem schönen Feuerwerk. so versäumten wir auf unserer Reise von Caracas nach dem Rio Negro nicht. Vielleicht war nur der Zustand der Atmosphäre. die Bonpland und ich schon im Jahr 1800 bekannt gemacht. Am Südende von spanisch Guyana. wo die Einwohner größtentheils im Freien schlafen. Ellicot (unter 30 Grad 42 Minuten). das von drei bis sechs Uhr Morgens gewährt. Bereits war damals von mehreren Physikern die Frage besprochen worden. als er in Acapulco auf der Westküste von Mexico häufig vorkommt. die mitten in den Savanen der Provinz Barinas liegt. Sie versicherten mich. die Franciskaner an den Fällen des Orinoco und in Maroa am Rio Negro hatten zahllose Sternschnuppen und Feuerkugeln das Himmelsgewölbe beleuchten sehen. um zu gleicher Zeit in Cumana und an der Grenze von Brasilien. Der Kapuziner in der Mission San Fernando de Apure. wo sie sich durch bewölkten Himmel der Beobachtung entzog. unter dem Aequator. Maroa liegt 174 Meilen südwestlich von Cumana. in Popayan und in der südlichen Halbkugel in Quito und Peru habe ich Niemand getroffen. in Südamerika. In einem wilden Lande. daran Schuld. ob die Beobachtungen im Norden und die in Cumana. leider aber erinnerte sich keiner der Richtung der Meteore oder ihrer scheinbaren Höhe. auf einer Strecke von 230 Meilen gesehen zu werden. welche um die Missionen an den Cataracten und um das kleine Dorf Maroa liegen. und als ich von Neapel wieder nach Berlin ging. konnte eine so außerordentliche Erscheinung nur da unbemerkt bleiben. der die Meteore gesehen hätte. mögen die Feuerkugeln noch 20 Grad über dem Horizont sichtbar gewesen seyn. denselben Gegenstand betreffen. in diesem Theile Brasiliens sey die Erscheinung zum wenigsten bis San Gabriel das Cachoeiras. Einige Geistliche hatten diesen Tag in ihrem Ritual angemerkt. auf der Göttinger Bibliothek den Bericht der mährischen Missionare bei den Eskimos. Wie staunte ich aber. andere bezeichneten denselben nach den nächsten Kirchenfesten. Da bei meinem Abgang von Europa die Physiker durch Chladnis Untersuchungen auf Feuerkugeln und Sternschnuppen besonders aufmerksam geworden waren.und 91 Längegrade großen Stück des Erdballs. im kleinen Fort San Carlos. traf ich Portugiesen. in Labrador und in Deutschland gesehen worden! Auf der Ueberfahrt von Philadelphia nach Bordeaux fand ich zufällig in den Verhandlungen der pennsylvanischen Gesellschaft die betreffende Beobachtung des Astronomen der Vereinigten Staaten. November die Meteore gesehen worden seyen. der in diesen westlichen Ländern sehr veränderlich ist. bis zu 40 Grad 65 In Santa-Fe de Bogota. also bis zum Aequator sichtbar gewesen.

Ich 249 . röthliche Lichtstreifen. daß die Feuerkugeln. In der Nacht war es kälter geworden und der Barometer war gestiegen. Man könnte deßhalb glauben. Länge 67° 5￿) und an der Grenze von Brasilien in der Nähe des Aequators unter 70° der Länge vom Pariser Meridian. so setzt dieß für dieselben eine Höhe von 411 Meilen voraus. nachdem er trigonometrische Vermessungen zur Grenzberichtigung am Ohio vollendet hatte. zu der es noch an guten. wie in Cayenne? Man kann nicht vorsichtig genug seyn mit einer Annahme. ähnlich denen einer Rakete. in Grönland zu Lichtenau (Breite 61° 5￿) und Neu-Herrnhut (Breite 64° 14￿. November zwischen 6 und 7 Uhr Morgens (als es in Cumana zwei ein halb Uhr war) einige Sternschnuppen mit sehr weißem Licht. Anderthalb Stunden lang schossen unzählige Sternschnuppen durch den Himmel und verbreiteten ein so starkes Licht. In der Morgendämmerung zwischen 7 und 8 Uhr sah man von Zeit zu Zeit den Himmel durch weißlichte. Bei Weimar zeigten sich die Lichtstreifen gegen Süd und Südwest. 2) In französisch Guyana (Breite 40° 56￿. daß man die Meteore mit den sprühenden Funkengarben bei einem Feuerwerk vergleichen konnte. an weit aus einander gelegenen Orten angestellten Beobachtungen fehlt. befand sich. Ellicot. am letzteren Orte nicht gegen Nord gesehen wurden. Wie kommt es aber. die Feuerkugeln seyen außerhalb der Grenzen der neuen Welt nicht gesehen worden. Ohne die umständliche Angabe. Von Weimar an den Rio Negro sind es 1800 Seemeilen. der damals als ein Opfer seines Rechtssinns und seiner Anhänglichkeit an verfassungsmäßige Freiheit als Deportirter in Cayenne lebte. hätten wir auch geglaubt.« Sehr wahrscheinlich hätte das Meteor noch weiter ostwärts in Polen und Rußland gesehen werden können. östliche Länge 9° 1￿). am 12. November im Kanal von Bahama unter 25 Grad der Breite und 81° 50￿ der Länge. von 2–6 Uhr Morgens gesehen in Cumana (Breite 10° 27￿ 52￿.« Für diese Thatsache liegt ein höchst achtungswerthes Zeugniß vor. 4) In Labrador zu Nain (Breite 56° 55￿) und Hoffenthal (Breite 58°. Länge 66° 30￿). in Cumana gegen Ost und Ost-Nord-Ost. die Ritter den Papieren des Pfarrers von Itterstädt entnommen.« Dasselbe wurde auf dem Festland von Amerika bis zum 30° 43￿ der Breite beobachtet. Sind an so weit auseinander gelegenen Punkten dieselben Meteore gesehen worden. Länge 52° 20￿) erschraken die Eskimos über die ungeheure Menge Feuerkugeln. Zeising (Breite 50° 59￿. 3) Der Astronom der Vereinigten Staaten.4￿). sie fuhren nach allen Richtungen dahin.« 5) In Deutschland sah der Pfarrer von Itterstädt bei Weimar. Länge 54° 35￿) »sah man den Himmel gegen Norden wie in Flammen stehen. manche schienen senkrecht niederzufallen und man glaubte jeden Augenblick. das des Grafen Marbois. am 12. in Schlangenlinien am Horizont hinfahrende Blitze stark beleuchtet. zahllose Aerolithen müßten zwischen Afrika und Südamerika westwärts von den Inseln des grünen Vorgebirges ins Meer gefallen seyn. die in Labrador und Cumana verschiedene Richtungen hatten. die in der Dämmerung nach allen Himmelsgegenden niederfielen. in Porto-Cabello (Breite 10° 6￿ 52￿. Er sah am ganzen Himmel »so viel Meteore als Sterne. »und von denen manche einen Schuh breit waren. »Kurz darauf erschienen gegen Süd und Südwest 4–6 Fuß lange. vom Rio Negro nach Herrnhut in Grönland 1300 Lieues.über dem Horizont. sie werden aufs Schiff herabkommen.

folglich nicht über die höchste Schichte der flockigten Wolken hinauf.000 Toisen. wenn sie zufällig in unsere Atmosphäre gerathen. die. Man könnte annehmen. sich in einer Region. Sie haben häufig über 100 Fuß Durchmesser und ihre Geschwindigkeit ist so bedeutend. daß die Chaymas in Cumana nicht dieselben Feuerkugeln gesehen haben. Welchen Ursprung nun auch diese Feuermeteore haben mögen. sich eine plötzliche Entzündung zu denken.möchte fast glauben. daß in der neuen Welt zwischen 46° und 82° der Länge. der Sternschnuppen. so hält es schwer. aber aus genauen Versuchen mit Gemischen von Gasen von verschiedenem specifischem Gewicht geht hervor. die nur 14. sich entzünden. wie die Portugiesen in Brasilien und die Missionäre in Labrador. Es sind welche beobachtet worden. in die Luftregion aufgestiegen. daß vielmehr Gasausströmungen. die uns bis jetzt ganz unbekannt geblieben. gekräuselten Wolken schätzte ich die Höhe derselben zuweilen auf mehr als Toisen über der Küste. vom Aequator bis zu 64° der Breite in denselben Stunden eine ungeheure Menge Feuerkugeln und Sternschnuppen gesehen worden ist. bei den frühesten Umwälzungen des Erdballs seyen Gase. in der sich die Sternschnuppen bewegen. die der äußersten Grenze unseres Luftkreises. und die höchsten scheinen nicht über 30 Meilen hoch zu seyn. 250 .000 Toisen Höhe) das Quecksilber im Barometer nicht ¹²⁄￿￿￿￿ Linie hoch stünde. etwa 5 Meilen hoch waren. wenn man nicht eine abstoßende Kraft ins Spiel bringen will. und das in einer 66 Nach meinen Beobachtungen auf dem Rücken der Anden in mehr als 2700 Toisen Meereshöhe über die Schäfchen oder kleinen weißen. eine elektrische Entladung denken. daß die Sternschnuppen keine Meteorsteine sind.000 Quadratmeilen erschienen die Meteore überall gleich glänzend. einen begrenzten Raum einnehmen? Wie soll man sich ohne die Bildung von Dünsten. Allerdings kennen wir das bis auf ³⁄￿￿￿￿ gleichförmige Gemisch der atmosphärischen Luft nur bis zu 3000 Toisen Höhe. welche in neuerer Zeit über die Sternschnuppen und ihre Parallaxen so mühsame Untersuchungen angestellt haben. Auf einem Flächenraum von 921. der Feuerkugeln und des Nordlichts eigenthümliche luftförmige Flüssigkeiten an. dem Raum zwischen der Region des Nordlichts und der der leichtesten Wolken66 angehören. und im Laufe der Jahrhunderte hätte sich ein gleichförmiges Gemisch herstellen müssen. die einer ungleichen Ladung fähig sind. Die gasförmigen Körper mischen sich und durchdringen einander bei der geringsten Bewegung. betrachten sie als Meteore. wo (in 25. von der an keinem der uns bekannten Körper etwas zu bemerken ist. Aus diesem sehr merkwürdigen Umstand hat man geschlossen. Die Physiker (Benzenberg und Brandes). und zur Erde fallen. gleich Wolken. wo die Luft verdünnter ist als im luftleeren Raum unserer Luftpumpen. Man hat welche gemessen. daß eine oberste. immer aber bleibt es unzweifelhaft (und diese Thatsache scheint mir höchst merkwürdig). von den untern Schichten ganz verschiedene Luftschicht undenkbar ist. daß sie in wenigen Secunden zwei Meilen zurücklegen. wie will man es erklären. nachdem sie lange gleich Himmelskörpern durch den Raum gezogen. Nimmt man ferner in den uns unzugänglichen Regionen der Feuermeteore. die fast senkrecht oder unter einem Winkel von 50 Grad von unten nach oben liefen. daß sich nicht die ganze Schicht dieser Flüssigkeiten zumal entzündet.

pflanzenlosen Ebenen der Himmel auch nicht die kleinsten Wolken zeigt. in Grönland und in Deutschland gesehen wurden! Benzenberg macht die scharfsinnige Bemerkung. das der Atmosphäre von auswärts zukommt. daß man meinte. in denen am meisten Sternschnuppen fallen. daß die Compression durch den elektrischen Schlag so gut wie keine Wärme mehr entbinden kann? Diese Schwierigkeiten würden großentheils beseitigt. Man sah in der Stadt Quito nur an Einem Stück des Himmels. daß hinter diesem glänzenden Meteor viele kleinere kommen. daß dieselbe Ursache. als kosmische (dem Himmelsraum außerhalb unseres Luftkreises angehörige). damit vier Stunden lang Milliarden von Feuerkugeln und Sternschnuppen fallen konnten. während die Erde in der Ekliptik fortrückt? Von alle dem wissen wir gerade so viel. in der sich die Sternschnuppen gewöhnlich bewegen. aus der das Phänomen häufiger eintritt. ihre Einflüsse noch in Höhen äußern. die nach der Beschaffenheit des Bodens und nach der Lage der Continente und Meere sich ändert. daß dieser Einfluß sich wenigstens bis zur Höhe von 5–600 Toisen geltend macht. die 310 Meilen aus einander liegen.Luft. November beobachtet worden. in andern steigt die Zahl auf 2000. die am Aequator. so kann man sicher darauf rechnen. Was die Sternschnuppen für sich betrifft. wenn man die Sternschnuppen nach der Richtung. nicht als tellurische (nur unserem Planeten angehörige) Erscheinungen betrachten könnte. und die so verdünnt ist. scheint periodisch eine besondere Disposition zur Bildung von Feuerkugeln. unter den Wendekreisen häufiger zu seyn als in gemäßigten Landstrichen. immer auch sehr stark leuchtende unter ganz kleinen. In manchen Monaten zählte Brandes in unserem gemäßigten Erdstrich nur 60–80 Sternschnuppen in der Nacht. als Körper mit festem Kern. über dem Horizont gesehen werden. Wie außerordentlich muß nun an jenem 12. Sieht man eine vom Durchmesser des Sirius oder des Jupiter. scheint darauf hinzudeuten. deren mittlere Temperatur vielleicht 250° unter Null beträgt. wo Centrifugalkraft und Schwere sich ausgleichen. der ganze Berg stehe 251 . auf der Hochebene der Anden ist vor dreißig Jahren eine ähnliche Erscheinung wie die am 12. Hängt die Periodicität dieser wichtigen Erscheinung vom Zustand der Atmosphäre ab. Fallen in einer Nacht sehr viele Sternschnuppen. wie zur Zeit des Anaxagoras. Sternschnuppen und Nordlichtern einzutreten. Hatten die Meteore in Cumana nur die Höhe. November in den hohen Luftregionen die Neigung zur Verbrennung gesteigert gewesen seyn. so ist es höchst wahrscheinlich. über dem Vulkan Cayambe. auch auf die Größe der Meteore und ihre Lichtstärke Einfluß äußert. oder von etwas. nach meiner eigenen Erfahrung. wo ewiger Winter herrscht? Daß in gewissen Jahreszeiten und über manchen dürren. In Europa sieht man in den Nächten. Durch das Periodische daran wird die Erscheinung noch interessanter. In einem von Vulkanen starrenden Land. Sternschnuppen in solcher Menge aufsteigen. an der äußersten Grenze. Ob wohl die strahlende Oberfläche des Erdballs und die elektrische Ladung der tiefen Luftregionen. über den Festländern und an gewissen Küsten häufiger als auf offener See. so scheinen sie mir. in der sie sich bewegen. so konnten dieselben Meteore an Punkten. daß dieß mehrere Wochen anhält. In den hohen Luftregionen.

Reise von Cumana nach Guayra. das Volk lief auf der Ebene von Exido zusammen. aus dem die Einwohner von Venezuela den größten Theil ihrer Produkte ausführen. weil das Land sehr ungesund ist. das Fieber vertreiben. daß das Feuer am Horizont von Feuermeteoren herrührte. deren Bewohner nichts davon wissen. Als wir zur See von Cumana nach Guayra gingen. die der Reisende läuft. wenn man von Caracas nach Cumana zurückgeht und nicht gerne gegen die Strömung fährt. Den kleinen Küstenfahrzeugen kommen Wind und Strömungen zumal zu gut. Der kranke Reisende macht Halt in einer Hütte. Man hat mit allen Hindernissen eines morastigen Bodens. wächst in denselben Thälern. Tuy und Capaya durchziehen und über Ströme setzen. deren Ausdünstungen so gefährlich sind. besonders zwischen den Vorgebirgen Paria und Chichibacoa. war unser Plan der: wir wollten bis zum Ende der Regenzeit in Caracas bleiben. von der Bucht von Mochima bis Coro. die bis zur Höhe von 12 bis 15 Grad nach allen Richtungen durch den Himmel schoßen. Der Landweg von Cumana nach Neu-Barcelona und von da nach Caracas ist so ziemlich im selben Zustand wie vor der Entdeckung von Amerika. gleich Cumana. Dieses außerordentliche Schauspiel dauerte über eine Stunde. von dort über die 67 Die cortex Angosturae unserer Pharmacopöen. dessen Rinde67 ein treffliches Heilmittel gegen diese Fieber ist. Der Baum. Am 18. daß die Bäume. Schon war eine Procession im Begriffe vom Kloster San Francisco aufzubrechen. Zu diesen Hindernissen kommt die Gefahr. am Saume derselben Wälder. Elftes Kapitel. Letztere Stadt aber. wo man eine herrliche Aussicht auf die höchsten Gipfel der Cordilleren hat. in Cumana krank an Typhus und miasmatischen Fiebern ankommen. besonders die Niederungen zwischen der Küstenkette und dem Meeresufer. November um acht Uhr Abends waren wir unter Segel. die wegen der Nähe des Gebirgs rasch anschwellen. zerstreuter Felsblöcke und einer wuchernden Vegetation zu kämpfen.in Feuer. — Morro de Nueva Barcelona. — Das Vorgebirg Codera. Man zieht zuweilen den Weg zu Land dem zur See vor. die Rinde der Bonplandia trifolia 252 . letztere streichen mehr oder minder stark von Ost nach West längs den Küsten von Terra Firma hin. Der Courier von Caracas braucht dazu neun Tage. die sich ihm angeschlossen. ihr gesundes Klima dem dürren Boden und dem Mangel an Regen. als man gewahr wurde. — Weg von Guayra nach Caracas. um längs der Küste von Cumana nach dem Hafen von Guayra zu fahren. die von einem ungeheuren Gehölz von Fackeldisteln und stachlichten Cactus umgeben ist. verdankt. die Thäler des Unare. wir sahen häufig Leute. man muß unter freiem Himmel schlafen. welche die Thalgründe umher beschatten. Es sind nur 60 Meilen und die Ueberfahrt währt meist nur 36–40 Stunden.

wobei im Kloster zu Nueva Barcelona immer große Aufregung herrscht. in dem er selbst so lange an Wechselfiebern gelitten. übernahm er es gefällig. findet man Gefallen daran. berüchtigt durch die Unzahl bösartiger Insekten. uns verlassen. brauchen würden. die vielbestrittene Gabelung des Orinoco zu untersuchen. wovon wir über zwei Drittheile im Canoe zu machen hatten. und dessen muthvoller Eifer den Missionen seines Ordens große Dienste 253 . er ertheilte uns guten Rath für die Erhaltung der Gesundheit in einem Klima. welche die Colonisten mit naiver und gutgemeinter Offenheit in Anwendung bringen. Was jenseits der Llanos liegt. voll Leben und Muth. welche Jahr aus Jahr ein die Luft erfüllen. Engpaß geheißen. Er wurde nach Esmeralda geschickt. trotzdem hielten wir an dem einmal gefaßten Entschlusse fest. zu übertreiben. welcher der Laienbruder nicht entgehen konnte. die mit Rasen bedeckten Ebenen von Calabozo ziehen sich achthundert Meilen gegen Süd fort und stehen mit den Steppen oder Pampas von Buenos Ayres in Verbindung. den Fremden gegenüber die Gefahren. Fray Juan Gonzales war mit den Wäldern zwischen den Katarakten und den Quellen des Orinoco vollkommen bekannt. In einem Lande. welche an den Ufern des Orinoco die eigentlichen Herren sind. Da er sich in der Havana nach Cadix einschiffen wollte. eben in Cumana. aber sehr verständig. Wir waren an diese Abschreckungsmittel. Eine andere Umwälzung im republikanischen Regiment der Mönche hatte ihn seit einigen Jahren wieder an die Küste gebracht und er stand bei seinen Obern in verdienter Achtung. aber die Sammlungen gingen leider mit ihm zur See zu Grunde. h. so wie auf die Empfehlungen der Franziscanermönche. d. Wir konnten auf die Theilnahme und Unterstützung des Statthalters der Provinz.großen Ebenen oder Llanos in die Missionen am Orinoco reisen. Kurz nach seiner Ankunft auf der Küste hatte er sich bei Gelegenheit der Wahl eines neuen Gardians der Missionen von Piritu. Der vortreffliche junge Mann. Er bestärkte uns in unserem Verlangen. andere halten wegen der großen Sterblichkeit unter den Truppen Iturriagas und Solanos auf ihrem Zug an den Orinoco alles Land südlich von den Katarakten von Amtes für äußerst ungesund. gemeiniglich wegen ihrer Lage Angostura. nach Cumana zurückkehren. Zum Glück für uns war einer dieser Geistlichen. diesen ungeheuren Strom südlich von den Cataracten bis zum Rio Negro und zur Grenze von Brasilien hinauffahren und über die Hauptstadt des spanischen Guyana. Wir hatten das Vergnügen auf der Rückreise vom Rio Negro Frater Juan in Nueva Barcelona wieder anzutreffen. ist für die Einwohner von Cumana und Caracas unbekanntes Land. ließ sich unmöglich bestimmen. in die letzte Mission am obern Orinoco. wo man so wenig reist. Wie lange wir zu dieser Reise von 700 Meilen. noch nicht gewöhnt. mit den Missionen besteht lediglich kein Handelsverkehr. die vom Klima. gebildet. einen Theil unserer Pflanzensammlungen und unserer Insekten vom Orinoco nach Europa zu bringen. der uns sehr zugethan war. Auf den Küsten kennt man nur das Stück des Orinoco nahe an seiner Mündung. Juan Gonzales. das Mißfallen seiner Obern zugezogen. Die siegende Partei übte eine durchgreifende Reaction. von wilden Thieren und Menschen drohen. Don Vicente Emparan. Dieser junge Mönch war nur ein Laienbruder. Die einen glauben.

die zum Handel an den Küsten und mit den Antillen gebraucht werden. kommen sie gegen Ost gegen Wind und Strömung nur sehr schwer weiter. Der Eindruck der Natur im indischen Klima ist so mächtig und großartig.hätte leisten können. Obgleich die See vom Vorgebirge Codera bis Guayra sehr unruhig ist und sie ein ungeheures dreieckiges Segel führen. Wir fuhren rasch den kleinen Fluß Manzanares hinab. in dem wir von Cumana nach Guayra68 fuhren. hat man seit dreißig Jahren kein Beispiel. werden auf offenen Fahrzeugen. Diese 120 bis 150 Meilen weiten Fahrten auf offener See. da es noch Nacht war. richtig die Insel Guadeloupe oder Santa Cruz oder Portorico finden. die aus den Bergschluchten herauskommen. daß selbst bei ihren häufigen Fahrten von Cumana nach Guadeloupe oder den dänischen Inseln. Ich habe Guayqueries und Steuerleute vom Schlage der Zambos gesehen. um ihres Weges gewiß zu seyn. dessen Krümmungen Cocosbäume bezeichnen. wenn man das ganze Boot zur Verfügung hat. das wir unter einem Himmelsstrich betreten. Das Fahrzeug. kam im Jahr 1801 in einem Sturm an der afrikanischen Küste ums Leben. bei Tag nach dem Sonnenlauf und dem Wind. viele tausend Lichtfunken. war eines von denen. die mit Klippen umgeben sind. Wir schieden vom Küstenlande von Cumana. Auf dem anstoßenden dürren Strande schimmerten auf den Dornbüschen. Der indianische Steuermann richtet sich bei Nacht nach dem Polarstern. und es kam mir vor. als steuerten sie nicht sowohl nach dem Polarstern selbst als nach jener Linie. nach dem ich mich seit meiner frühesten Jugend gesehnt hatte. Man wird unter den Tropen des Schauspiels nicht müde. die den Polarstern nach der Linie zwischen und des großen Bären zu finden wußten. ohne Beobachtung der Sonnenhöhe. denn die Caper kreuzen eben an den Vorgebirgen. Man wundert sich. aber im Ausgleichen der Abweichungen vom Curs sind sie nicht immer eben so glücklich. wo man keine Küste mehr sieht. in Sicht bekommen müssen. Die indianischen Schiffer sind so gewandt. fast immer ohne Compaß unternommen. 254 . wie Pappeln und alte Weiden in unsern Klimaten. ohne Seekarten. In Kriegszeiten haben nun die Schiffer ihre Unwissenheit und ihre Unbekanntschaft mit dem Gebrauch des Octanten schwer zu büßen. wenn diese hin und her zuckenden röthlichen Lichter sich im klaren Wasser wiederspiegeln und ihre Bilder und die der Sterne am Himmelsgewölbe unter einander wimmeln. Wenn sich die Fahrzeuge unter dem Wind dem Lande nähern. was bei den Windstößen. daß man schon nach wenigen Monaten Aufenthalt lange Jahre darin verbracht zu haben meint. Es war das erste Land. wenn sie von ihrem Curs abgekommen. selten wechselt. wie sie. ein Schiffbruch zu den Seltenheiten gehört. welche die Fahrzeuge von Terra Firma. als hätten wir lange da gelebt. die bei Tag nur staubigte Blätter zeigen. In Europa hat 68 Man bezahlt 120 Piaster für die Ueberfahrt. Die leuchtenden Insekten vermehren sich in der Regenzeit. nach der Weise der Alten. so bald Land zu Gesicht kommt. der. nicht ohne Gefahr ist. sie sind ohne Verdeck und laden gewöhnlich 200 bis 250 Centner. daß eines dieser Fahrzeuge auf der Ueberfahrt von Cumana an die Küste von Caracas gesunken wäre. Sie sind dreißig Fuß lang und haben nicht mehr als drei Fuß Bord über Wasser. wie er voraussetzt.

Wir steuerten zuerst nach Nord-Nord-West. Jetzt. Gebirgsart. Unter dem schönen südlichen Himmel wird selbst ein Land fast ohne Pflanzenwuchs reizend durch das Licht und die Magie der in der Luft spielenden Farben.der Nordländer und der Bewohner der Niederung selbst nach kurzem Besuch eine ähnliche Empfindung. lebten Erinnerungen daran in uns. es noch einmal zu sehen. sie wirkt auf unsere Einbildungskraft durch ihre Masse. die Lichteffekte mildert und über die Natur eine Ruhe ausgießt. da diese Küste unsern Blicken entschwand. die Farben harmonischer macht. durch den Contrast zwischen ihren Gebilden und den Glanz ihrer Farben. regt sich in ihnen ein dunkles Sehnsuchtsgefühl. wie theuer und denkwürdig bleibt es ihnen ihr Lebenlang! Oft. Fremdlinge in der ganzen Umgebung. Cumana und sein staubigter Boden stehen noch jetzt weit öfter vor meinem inneren Auge als alle Wunder der Cordilleren. der. von der köstlichen Landschaft zwischen Tivoli und dem See von Nemi. Bewohner. in jeden Busch. selbst kärglich bewaldeter Küstenstriche zu begreifen. Wir liefen während der Fluth über die Barre. welche der kleine Manzanares an seiner Mündung gebildet hat. Boden. Gewächse. Die Sonne beleuchtet nicht allein. bedenke man nur. so erkannten wir die Küste nur noch an den zerstreuten Lichtern fischender Guayqueries: da empfanden wir doppelt den Reiz des Landes und das schmerzliche Gefühl. wenn er vom Golf von Neapel. die unter dem schönen Himmel Griechenlands und Italiens wachsen. Um den gewaltigen Eindruck der Landschaften beider Indien. großartigen Scenerie der Hochalpen und Pyrenäen scheidet. an jeden feuchten. sie färbt die Gegenstände. Ich berufe mich auf alle. ohne die Durchsichtigkeit der Luft zu mindern. wie von der Provence nach Unteritalien. daß von Neapel dem Aequator zu der Himmel in dem Verhältniß immer schöner wird. Je neuer und mächtiger die Eindrücke sind. Die Fichten und Eichen auf den Gebirgen Schwedens haben Familienähnlichkeit mit denen. im Waldesdickicht fast nirgends ein Bild. sie umgibt sie mit einem leichten Duft. indem wir auf die Halbinsel Araya 255 . die mit mehr Sinn für die Schönheiten der Natur als für die Reize des geselligen Lebens lange in der heißen Zone gelebt haben. Das erste Land. Auf freiem Feld. oder von der wilden. auf dem das Schloß San Antonio steht. in den Tiefländern beider Indien erscheint Alles neu und wunderbar in der Natur. Vor fünf Monaten hatten wir dieses Ufer betreten. schattigen Ort nur mit Zagen den Fuß setzend. scheiden zu müssen. Der weiße Fels. desto mehr löschen sie frühere Eindrücke aus. Der Mond war noch nicht aufgegangen. und durch die Stärke erhalten sie den Anschein der Zeitdauer. das an Europa mahnt. wie ein neu entdecktes Land. die uns uralt dünkten. Nicht lange. Unter den Tropen dagegen. aber der Theil der Milchstraße zwischen den Füßen des Centauren und dem Sternbild des Schützen schien einen Silberschimmer auf die Meeresfläche zu werfen. mit Allem waren wir vertraut geworden. Der abendliche Seewind schwellte sanft die Gewässer des Meerbusens von Cariaco. die sich in unserer Seele wiederspiegelt. und bis ins höchste Alter. tauchte zuweilen zwischen den hohen Wipfeln der Cocospalmen am Ufer auf. Ueberall in der gemäßigten Zone zeigt die Physiognomie der Pflanzenwelt nur wenige Contraste. das ihr Fuß betreten. denn von der Vegetation hängt der Charakter einer Landschaft ab.

seltsam gestalteten Felsmassen. die das Vorgebirge Arenas umgibt und bis zu den Bergölquellen von Maniquarez fortstreicht. Schwärme von Tummlern zogen unserem Fahrzeug nach. Mehrere dieser Inseln sieht man in Cumana von den flachen Dächern. Inseln. kahlen. welche die Kette der Urgebirge gesprengt und die Glimmerschiefer von Araya und der Insel Margarita vom Gneiß des Vorgebirges Codera losgerissen hat. desto weiter warfen die zerrissenen Berge ihre gewaltigen Schatten auf die Meeresfläche. da außerdem die Wellen nicht leuchteten. die wie Bollwerke aus dem Meere steigen. Wenn sie nun bei der Wendung mit ihren breiten Flossen auf die Wasserfläche schlugen. so gab es einen starken Lichtschimmer. entzog uns den Wind. Die Flamingos begannen 256 . Die Eilande Picua. Da die Felsen fast senkrecht aufsteigen. das größte der Eilande. aber Nachts bei Mondlicht scheinen sie von sehr bedeutender Höhe. so muß man wohl annehmen. In der Nähe der Bank. aber Caracas bedeutete in der ersten Zeit nach der Eroberung keinen Ort. als bräche Feuer aus der Meerestiefe. Hinter diesen Inseln liegen die Busen Mochima und Santa Fe. Diese Felsen sind schwerlich über 150 Toisen hoch. nicht allein vom Schlag ihrer Flossen herrührte. sondern einen Indianerstamm. Zwischen Cumana und Cap Codera bildet das Meer jetzt eine Art Bucht. Die Gruppen der sehr gebirgigten Eilande. alles deutet hier auf eine große Umwälzung hin. eine leichte Einbiegung in das Land. Der Mond war aufgegangen und beschien die zerklüfteten. der Küste der Cumanagotos gegenüber zu finden. Dieß fiel uns um so mehr auf. so fällt der Meeresgrund steil ab und auf einer andern Fahrt habe ich Fregatten hier so nahe ankern sehen. die vom Bordones in der gleichen Richtung von Ost nach West lief. Je mehr die Sonne über den Horizont stieg. Jeder Schwarm ließ beim Durchschneiden der Wellen einen Lichtstreif hinter sich zurück. sondern auch von der gallertartigen Materie. an denen wir nahe hinfuhren. vielleicht dieselbe. Man mag sich wundern. es ist die Gruppe der Caracas. der von den Tummlern ausging. Da der Schlag eines Ruders und der Stoß des Schiffes in dieser Nacht nur schwache Funken gaben. dergleichen die starke Phosphorescenz der See in diesem Klima so häufig bietet.und Chimanaseilande. seit wir zwischen den Inseln des kleinen Archipels hinfuhren. dann fuhren wir dreißig Meilen nach West und West-Süd-West.zuhielten. Picuita. Ihrer fünfzehn oder sechzehn schwammen in gleichem Abstand von einander. Das zerrissene Land. Caracas und Boracha erscheinen als Trümmer der alten Küste. so weit von der Stadt dieses Namens. stark fallenden Schichten. die zerbrochenen. es war. die ihren Körper überzieht und vom Stoß der Wellen abgerieben wird. hatten wir ein belebtes Schauspiel. Um Mitternacht befanden wir uns zwischen nackten Felseninseln. Die Lufttemperatur war bedeutend gestiegen. Das Gestein erhitzt sich am Tage und gibt bei Nacht die absorbirte Wärme durch Strahlung zum Theil wieder ab. und mit Sonnenaufgang trieben uns schmale Wasserfäden in der Strömung auf Boracha zu. daß sie beinahe ans Land stießen. daß der starke Lichtschein. und dort zeigen sich an ihnen in Folge der verschiedenen Temperatur der über einander gelagerten Luftschichten die sonderbarsten Verrückungen und Luftspiegelungen. die sicher eines Tages stark besuchte Häfen werden. die Caracas heißen.

daß es Menschen gibt. besonders bei Windstille. die sich zuweilen bis auf die hohe See hinaus wagen. kaufte er zwei schwarze Sklaven. treibt seit 1795 einen sehr lebhaften Handel. zumal im Frieden. Aus diesem Hafen werden größtentheils die Produkte der weiten Steppen ausgeführt. dessen Körper in einer Art Panzer steckt. daß man sie lange zusammengeworfen hat.ihren Fischfang allenthalben. für die Schärfe des Salzwassers nicht sehr empfindlich seyn kann. daß ein Thier. weil die Vögel die Samen aufzehren. sehr große. ihren Bedarf lieber 257 . braune. Da sich sein Wohlstand gehoben hatte. Vor dreißig Jahren hatte sich eine weiße Familie daselbst niedergelassen und Mais und Manioc gebaut. und dieß ward sein Verderben: er wurde von seinen Sklaven erschlagen. Die Handelsindustrie dieser Länder gründet sich auf den Bedarf der großen und kleinen Antillen an gesalzenem Fleisch. so begnadigte man nach dem barbarischen Landesbrauch den Sklaven unter der Bedingung. Schon Pigasetta sah. auf der Küste der Insel Borneo Crokodile. Wir verließen den Ort. die so gut in der See wie am Lande leben. nicht so die Kulturgewächse. scheinen sich nur durch die Pflege des Menschen zu erhalten. die roh genug sind. wie er in seinem kürzlich in Mailand erschienenen Tagebuch erzählt. an den sie seit seinen frühesten Wanderungen gekettet sind. Der Hafen von Barcelona. Da die Küsten von Terra Firma der Insel Cuba in einer Entfernung von 15–18 Tagereisen gegenüber liegen. Wohl wachsen diese nährenden Gräser hin und wieder aus verstreuten Samen auf.und Süßwasserthieren in manchen sehr neuen Ablagerungen. daß er alle Verhafteten aufknüpfte. und ankerten ein paar Stunden auf der Rhede von Nueva Barcelona an der Mündung des Flusses Neveri. so gehen sie ein. aber auf einer der Caracas leben wilde. für ein an so einsamem Ort begangenes Verbrechen war es schwer Beweise aufzubringen. Alle diese Eilande sind jetzt ganz unbewohnt. Rindvieh. dessen indianischer (cumanagotischer) Namen Inipiricuar lautet. Man sieht leicht ein. Sie gehören zu der Art. an den sich so traurige Erinnerungen knüpfen. die sie Tags zuvor verrathen haben. wenn sie sich aber selbst überlassen bleiben. Der eine dieser Schwarzen ist jetzt in Cumana der Henker. Maulthieren und Pferden. Der Mais in Amerika. Der Vater überlebte allein alle seine Kinder. um ihr Leben um solchen Preis zu erkaufen und mit ihren Händen diejenigen abzuthun. so wie das auffallende Durcheinanderliegen von versteinerten See. Diese Beobachtungen werden für die Geologie von Bedeutung. so beziehen die Handelsleute in der Havana. Die Ziegen verwilderten. und da es an einem Nachrichter fehlte. Der Fluß wimmelt von Krokodilen. die im Orinoco so häufig vorkommt und dem egyptischen Crokodil so sehr gleicht. gegen die längst das Todesurtheil gefällt war. wie der Weizen in Europa. seit man in dieser Wissenschaft die Süßwasserbildungen näher ins Auge faßt. der auf unsern Karten kaum angegeben ist. Er hatte seinen Genossen angegeben. wo nur in einer Bucht vor dem Kalkgestein ein schmaler Strand hinlief. Man sollte kaum glauben. fast so reich wie die Pampas von Buenos-Ayres. schnellfüßige Ziegen mit — wie unser Steuermann versicherte — sehr wohlschmeckendem Fleisch. die sich vom Südabhang der Küstenkette bis zum Orinoco ausbreiten und sehr reich sind an Vieh aller Art. Die beiden Sklaven von der Insel Caracas entgingen lange dem Arm der Gerechtigkeit.

war sehr befriedigend. Wir gingen am rechten Ufer des Neveri ans Land und bestiegen ein kleines Fort. und da er als Agent der französischen Regierung sich fortwährend in der Stadt Caracas aufhalten mußte. und sie kehrten jetzt nach langer Abwesenheit mit dem Brigadegeneral de Carigal und dem Grafen Tovar in ihr Heimathland zurück. der sonst in seinen statistischen Angaben sehr genau ist. bringt also dieser Handelszweig allein gegen 3. Zwei unserer Reisegefährten. Jedes Maulthier zu 26 Piaster (Kaufpreis) gerechnet. die längs der Küsten stationirt waren.000 Franken ein. November Mittags unter Segel gingen. Barcelona und Caracas herabgebracht worden ist.000 Piaster beträgt. diesen zu umgehen und auf den umliegenden Höhen Batterien zu errichten. nachdem er zwischen der Mündung des Flusses und dem Morro gelandet. durch welche die Zahl der Thiere in den Llanos von Cumana.000 Arobas. weiß ich nicht genau. den die großbritannische Regierung Reisenden gewährt. in Carupano 3000 Maulthiere nach den spanischen. so mögen die Besitzer der Hatos bei den Schätzungen. was ich in diesen Ländern suchte. diese unermeßlichen Steppen damals nicht unter 30. Vergebens warteten wir auf Nachricht über die englischen Kreuzer. das 60–70 Toisen über dem Meere liegt. wurden in den Jahren 1799 und 1800 in Barcelona 8000. gibt kleinere Zahlen an. die ich mir verschaffen konnte. nach meiner Schätzung. Die Thiere kommen in drei Tagen aus den Llanos in den Hafen. die bloß wissenschaftliche Zwecke verfolgen. und Sachverständige behaupten. deren Nahrung aus Gemüßen. müssen.000 Köpfen. Die Meridiane von 258 . Kurz bevor wir am 19. als daß sie das Wagniß einer langen Seefahrt in die andere Halbkugel zur Mündung des Rio de la Plata übernähmen. wo sie in der königlichen Garde gedient hatten. Ihnen mußte noch mehr als uns davor bangen.300. abgesehen vom Gewinn durch die Schiffsfracht. Nach den Angaben.000 Maulthieren jährlich in den Handel mit den Antillen gebracht haben. die sie ihm mittheilten. Es ist ein erst seit Kurzem befestigter Kalkfels. kommen auf Cuba allein über 230. um die Länge des Morro zu bestimmen. Da er nicht selbst die Llanos besuchen konnte. aufgebracht und nach Jamaica geführt zu werden. Er wird gegen Süd von einem weit höheren Berge beherrscht. zu niedrig gegriffen haben. die der Archipel der Antillen schon jetzt zählt.000 Sklaven. Die Antwort. während sie wegen der Gebirgskette des Bergantin und des Imposible nach Cumana acht bis neun brauchen. nicht schwer werden. es könnte dem Feind. Coro und aus den Mündungen des Guarapiche und Orinoco ausgeführt werden. in Porto-Cabello 6000. Jedes Fahrzeug. nahm ich Mondshöhen auf. Wie viele aus Burburata. englischen und französischen Inseln eingeschifft. De Pons. das gesalzenes Fleisch oder Tasajo von Terra Firma führt. die mir über den Meerbusen von Paria zukam. gesalzenem Fleisch und getrockneten Fischen besteht. Von der schwarzen Bevölkerung von 1. hatte ich gleich nach meiner Ankunft in Cumana an den Gouverneur der Insel Trinidad geschrieben und ihm mitgetheilt. deren Handelswerth über 45. Barcelona ist besonders für den Viehhandel gut gelegen. Es waren sehr gebildete Officiere.700. kamen aus Spanien. ladet 20 bis 30. aber trotz der Einflüsse. Brüder des Marquis del Toro in Caracas. aber im Vertrauen auf den Schutz.aus dem Hafen von Barcelona. el Morro de Barcelona. Ich hatte keine Pässe von der Admiralität.

zeigte der Thermometer nur noch 24°. Blanquilla und Orchilla mitten im Archipel der Antillen. so fehlt dem Bilde doch immer eine Hauptzierde. wo man die Wahl hatte unter Ländereien und Indianern. die rasch nach West zieht. die Erde streifenden Strahlen beleuchteten die Grasspitzen. daß die kleinsten dicotyledonischen Pflanzen gleich zu Sträuchern werden. ich meine die mancherlei Wiesenblumen. Ihre letzten. in welch letzterer Stadt ich im Jahr 1800 sehr viele astronomische Beobachtungen anstellte. Die Temperatur des Meeres an der Oberfläche war 25°. die unter den Gräsern wachsen. 224 Schwingungen gaben die Intensität der magnetischen Kraft an. und man meint eine unserer nordischen Wiesen vor sich zu haben. Sie fallen allerdings durch ihre Bildung stark ins Auge. wenn die Strömung. die bei der Ebbe über Wasser kommen. Die Inseln Piritu gleichen den Bänken. Die Scheibe der untergehenden Sonne schien wie ein Feuerball über der Grasflur zu hängen. gründeten die Spanier auf Cubagua und Margarita Niederlassungen. anderswo ausgesprochen. als die Caraiben. ließ man sich lieber auf dem Festlande nieder. Bei der Kraft und Ueppigkeit der ganzen Vegetation ist unter den Tropen ein solcher Trieb in den Gewächsen. so wären sie nicht unangebaut geblieben. Sie erheben sich nur 8–9 Zoll über den mittleren Wasserstand. Lägen die kleinen Eilande Tortuga. sie nehmen sich durch die Mannigfaltigkeit und den Glanz ihrer Farben sehr gut aus.9. die Liliengewächse. die bei uns den Rasen und die Wiese bilden. die man wie Lastthiere behandeln konnte. daß fruchtbare Inseln so nahe der Küste gegenwärtig unbewohnt sind. Die gütige Natur verleiht unter allen Zonen der Landschaft einen ihr eigenthümlichen Reiz des Schönen. über die damals viele Zweifel herrschten. Sobald die Eingeborenen unterworfen oder südwärts den Savanen zu gedrängt waren. Nur in der ersten Zeit der Eroberung.Cumana und von Barcelona. Vom Morro de Barcelona bis zum Vorgebirge Codera senkt sich das Land und zieht sich gegen Süden zurück. Man darf sich nicht wundern. Ich habe mich über diese Entfernung. Man könnte sagen. die nur eben über die Gräser emporragen und sich vom ebenen grünen Grunde abheben. als wir aber durch den schmalen Kanal zwischen den beiden Inseln Piritu mit drei Faden Tiefe liefen. Schiffe mit bedeutendem Tiefgang fahren zwischen Terra Firma und der südlich- 259 . vertreten unsere Wiesenblumen.5. tieferes Wasser heraufbrächte. er wäre vielleicht bedeutender. liegen 34 Minuten 48 Secunden aus einander.20. Wenn aber auch in der heißen Zone an tiefen. die Chaymas und Cumanagotos noch Herrn der Küsten waren. aber sie wachsen zu hoch und lassen so das harmonische Verhältniß nicht aufkommen. und wenn nicht in einer so engen Durchfahrt das Land zur Erhöhung der Meerestemperatur mitwirkte. Der Unterschied zeigte sich beständig. feuchten Orten Gräser und Riedgräser sich wie eine Wiese oder ein Rasen ausnehmen. Die Inclination der Magnetnadel fand ich gleich 42°. das zwischen den Gewächsen besteht. die der Abendwind stark hin und her wiegte. es streicht mit gleicher Wassertiefe drei Seemeilen weit in das Meer hinaus. Jenseits dieser Linie ist das Wasser 25–30 Faden tief. Ihre Oberfläche ist völlig eben und mit Gras bewachsen.

dennoch die Wurzeln und ein Theil des Stammes der Manglebäume bald unter Wasser gesetzt. daß wir hoffen konnten das Cap in wenigen Stunden zu umschiffen. je näher wir Cap Codera kamen. bewohnte Hütten. die seekrank sind. daß die Luft so ungesund ist. ohne durch das Wasser zu gehen. wofür sie stimmen. Ihre gelbe Gesichtsfarbe und die auffallende Magerkeit der Kinder mahnten daran. man mußte nachgeben. wie überall in beiden Indien. Avicennien. Manschenillbäumen und der neuen Art der Gattung Suriana. den in verlassenen Bergwerksstollen. ich aber schlief ganz ruhig. Mestizen. die abgefallenen zersetzten Blätter und die im angeschwemmten Seetang hängenden Weichthiere gleichsam in Gährung 260 . und diesen überzieht ein dichtes Buschwerk von sogenannten Wurzelträgern. sehr gefürchtet. die bei den Eingeborenen Romero de la mar heißt. Diesem Buschwerk. daß man nicht mehr an der Küste zu seyn glaubt. Beim Landen kam uns auf 15–20 Klafter ein fader. Als wir uns westlich vom Morro von Barcelona und der Mündung des Rio Unare befanden. da ich. den Fiebern am meisten unterworfenen auf der ganzen Küste ist. nur zwei oder drei von armen Fischern. das mit Schimmel überzogene Zimmerwerk verbreitet. aber unser Schiffer bekam wieder Angst vor den Capern. zu. wo man (von der Spitze von Paria bis zum Vorgebirge San Romano) gar nichts von Stürmen weiß. über den wir schon hinaus waren. Da der Boden einen ganz unbedeutenden Fall hat. sich ans Land zu machen. so werden. Alle Vorstellungen halfen nichts. Die Dauer der Ueberfahrt von Cumana nach Guayra hängt davon ab.sten der Piritu-Inseln. schreibt man es hier. besonders aber den Ausdünstungen der Wurzelträger oder Manglebäume. süßlicher Geruch entgegen. Es windete stark die Nacht über. nie seekrank werde. Wenn nun die Sonne das nasse Holz erhitzt und den schlammigten Boden. ein ziemlich seltenes Glück. wurde das Meer. so weiß man zum voraus. Der Einfluß dieses großen Vorgebirges ist in diesem Striche des Meeres der Antillen weithin fühlbar. im kleinen Hafen Higuerote. so ist ihre Nordspitze von den Schiffern. Die Wälder ziehen sich bis zum Strande herunter. Wir fanden daselbst weder Dorf noch Hof. daß man in der kleinsten Barke nicht landen kann. daß diese Gegend eine der ungesundesten. um die Ueberfahrt fortzusetzen. November lagen wir auf der Rhede in der Bucht von Higuerote. ähnlich dem. Wenn man Leuten. und schon um neun Uhr Morgens am 20. die dort vor dem Hafen lagen. Der Stoß der Wellen wurde auf unserem Fahrzeug schwer empfunden. wo die Lichter zu verlöschen anfangen. Da dieselben sehr niedrig sind. westwärts von der Mündung des Rio Capaya. das bisher sehr still gewesen. Es schien ihm gerathen. Meine Reisegefährten litten sehr. Jenseits dieses Caps ist die See beständig so unruhig. November waren wir so weit. Die Lufttemperatur stieg auf 34 Grad in Folge der Reverberation des weißen Sandes. immer unruhiger. Die See ist hier so seicht. die in diesen Strichen dem Lande zufahren. und wir gedachten noch am selben Tage nach Guayra zu kommen. vor Anker zu gehen und die Nacht abzuwarten. Bei Sonnenaufgang am 20. ob man mehr oder weniger leicht um Cabo Codera herumkommt. vom Landen spricht. der sich zwischen dem Buschwerk und den hochgipfligten Waldbäumen hinzog. bald trocken gelegt. so schwach auch Ebbe und Fluth hier sind.

aber eine merkbare Absorption von Sauerstoff fand nicht statt. was in der Natur auf der Küste bei steigender Fluth täglich vorgeht. den sie neben dem Gerbstoff enthalten. Avicennia und Conocarpus die Luft besonders durch den thierischen Stoff verderben. Der Aufguß des Manglebaums wurde unter einer Glocke zwölf Tage lang mit atmosphärischer Luft in Berührung gebracht. Es war ein Gemisch von Stickstoff und Kohlensäure. auch nur in Spuren. Ueberall wo Manglebäume am Meeresufer wachsen. alle Pflanzen aus den natürlichen Familien der Lorantheen und Caprifoliaceen haben dieselben Eigenschaften. ziehen sich zahllose Weichthiere und Insekten an den Strand. Diese Thiere lieben Beschattung und Zwielicht. wenn es auch aus Bäumen bestände. der Kornelkirschbaum. als dem absorbirten Sauerstoff entsprach. der Guy. Die Rhizophora. da bilden sich wahrscheinlich die schädlichen Gase. Nach dieser nur noch flüchtigen Untersuchung war ich der Ansicht. Schwefelwasserstoff entbunden. und im dicken. die an sich keine der Gesundheit nachtheiligen Eigenschaften haben. Es bildete sich ein kleiner flockigter. die reich sind an adstringirendem Stoff. Combretaceen und Pyrenaceen.02 an.versetzt. verschlungenen Wurzelwerk. denn das Kalkwasser zeigte von diesem nur 0. und ich habe schon oben bemerkt. die Reinheit derselben ward dadurch nicht merkbar vermindert. daß die Luft in den Manglegebüschen durch das nasse Holz und die Rinde zersetzt wird. Der Aufguß mit heißem Wasser war braun. und derselbe war keineswegs durch kohlensaures Gas ersetzt. ich glaube aber vielmehr. die längs der Küste einen deutlichen Streif bildet. die sich der chemischen Untersuchung entziehen. daß Rhizophora. Dieser Umstand fiel mir auf und ich sammelte daher in Higuerote ein ziemliches Quantum Wurzeln und Zweige. In allen Graden der Zersetzung der Holzfaser habe ich nie. dem manche Reisende den eigenthümlichen Geruch unter den Manglebäumen zuschreiben. Ja die Verminderung des Volumens war bedeutender. die nach Verlauf von zehn Tagen ein Volumen von 33 Cubikzoll bildeten. schwärzlichter Bodensatz. Auf der ganzen Küste zeigt das Seewasser da. Erlen und Nußbäume mit Gallerte verbunden ist. ich wollte dabei nachahmen. wo es mit den Manglebäumen in Berührung kommt. Durch die Zersetzung der schwefelsauren Erden und Alkalien und ihren Uebergang in schwefligtsaure Verbindungen wird ohne Zweifel aus manchen Strand. Uebrigens würde dichtes Buschwerk auf schlammigtem Boden schädliche Ausdünstungen Verbreiten. Es entwickelten sich Luftblasen. daß dieser Stoff selbst in der Rinde unserer Buchen.und Seegewächsen. das wie ein Gitter über dem Wasser steht. Schwefelwasserstoff sich entwickeln sehen. Salpetergas zeigte kaum eine Spur von Sauerstoff an. wie aus den Tangen. finden sie 261 . nicht durch die stark gelb gefärbte Schichte Seewasser. Holz und Wurzeln des Manglebaums wurden unter Wasser der Sonne ausgesetzt. um gleich nach der Ankunft in Caracas mit dem Aufguß des Mangleholzes einige Versuche anzustellen. Aller Sauerstoff verschwand. eine braungelbe Färbung. Endlich ließ ich in einer Flasche mit eingeriebenem Stöpsel eine bestimmte Menge stark benetzter Manglewurzeln auf atmosphärische Luft einwirken. hatte einen zusammenziehenden Geschmack und enthielt ein Gemisch von Extractivstoff und Gerbstoff. Diese Sträucher gehören zu den drei natürlichen Familien der Lorantheen.

indem sich der Schlamm zwischen den Wurzeln anhäuft. Wir gingen mit Einbruch der Nacht unter Segel. Am großen Berge Silla und östlich von Maniquarez auf der Landenge von Araya sind Streichung und Fall dieselben. die uns an den Orinoco begleiten sollten. bleibt an den sich zum Boden niederneigenden Zweigen hängen. Die Schaalthiere heften sich an das Gitter. Schon öfter kon- 262 . die immer neben ihnen vorkommen. Es war mir lieb. die auf eine Strecke von 25 Meilen (zwischen den Meridianen von Maniquarez und Higuerote) vom Meere zerrissen oder verschlungen worden. October und November kommt es oft vor. derselbe führt durch ein wildes. als sie vorrücken. daß auch Bonpland diesen Weg wählte. Meinen Reisegefährten war bei der hochgehenden See vor dem Schlingern unseres kleinen Schiffes so bange. aber während sie so der See Boden abgewinnen. es gehörte die Erschöpfung durch einen furchtbar heißen Tag dazu. gehen sie auch zu Grunde. gehen ein. den sie bei ihrer Wanderung eingeschlagen. die Crabben verkriechen sich in die hohlen Stämme. das sechs Seemeilen weit in seiner ganzen Breite vor einem daliegt. Auf diese Weise. aus den Augen zu lassen. der Tang. Die Manglebäume und die andern Gewächse. die Instrumente.Schutz gegen den Wellenschlag. und man meint an diesen großen Profilen die fallenden Schichten zu unterscheiden. daß die Strömung vierzehn Tage. daß sie beschlossen. durch die Montana de Capaja nördlich von Caucagua. sobald der Boden trocken wird und sie nicht mehr im Salzwasser stehen. und daraus scheint hervorzugehen. um in einem kleinen. nicht über 200 Toisen zu betragen schien. feuchtes Land. mit Schaalthieren bedeckten. den Wind und Fluth an die Küsten treiben. die mir nach Höhenwinkeln. Die Bucht von Higuerote ist sehr günstig gelegen. Der zwischen den Wendekreisen überall bemerkliche Zug des Wassers gegen Westen ist an diesen Küsten nur während zwei Drittheilen des Jahrs deutlich zu spüren. Im Maaß. Es imponirt mehr durch seine Masse als durch seine Höhe. um das Vorgebirge Codera. in den Monaten September. als der Wind bis nach Mitternacht der Strömung entgegen blies. halb im Sand begrabenen Stämme bezeichnen nach Jahrhunderten den Weg. Die Schichten zunächst bei der Bucht strichen Nord 60° West und fielen unter 80° nach Nordwest. im Cap Codera wieder auftritt und gegen West als Küstenkette fortstreicht. durch das Thal des Rio Guatire und des Guarenas. Ich selbst ging mit dem indianischen Steuermann allein zur See weiter. wird durch die Küstenwälder das feste Land allgemach vergrößert. die Wellen waren kurz und brachen sich häufig in einander. dicht am Wind segelnden Fahrzeug schlafen zu können. es schien mir zu gewagt. Ihre alten. genau zu betrachten. Der Wind war nicht sehr günstig und wir hatten viele Mühe. die ich am Strande gemessen. drei Wochen lang nach Osten geht. Die See ging um so höher. den sie dem Meere abgewonnen. Ost und West fällt es steil ab. den Landweg von Higuerote nach Caracas einzuschlagen. um Cap Codera herum zu kommen. auf dem er trotz des beständigen Regens und der ausgetretenen Flüsse viele neue Pflanzen zusammenbrachte. Nach Nord. daß die Urgebirgskette dieser Landenge. nimmt dennoch ihre Breite fast nicht zu. und die Grenze des Landstrichs.

und man behauptet. daß die Strömung nach Osten geht. Sie hielt uns wahrscheinlich für eines der Fahrzeuge. Bäume gepflanzt hat. Vom Cap Codera an ist die Küste felsigt und sehr hoch. gerade aus dem Wasser empor. Während dieser Vorgänge bleiben die kleinen Schwankungen des Barometers auf und ab in ihrer Regelmäßigleit durchaus ungestört. lag das hübsch gelegene Dorf Macuto vor uns. die mit den Antillen Schleichhandel trieben und — denn Alles organisirt sich mit der Zeit — vom Gouverneur von Trinidad unterzeichnete Lizenzscheine führten. das auf uns zuzukommen schien. sie ist aber von geringer Ausdehnung.nten Schiffe auf der Fahrt nach Guayra oder Porto Cabello die Strömung. aber diese Stürme sind im Frühjahr weit stärker als im Herbst. Die Gegend war früher den Fiebern sehr ausgesetzt. sind zugleich wild und malerisch. viertausend Fuß hoch steil ab. Der Niguatar und die Silla bei Caracas sind die höchsten Gipfel dieser Küstenkette. bevor der Seewind sich ändert. Der indianische Steuermann erschrack nicht wenig. Die Ursache dieser Unregelmäßigkeiten ist bis jetzt nicht bekannt. sie tritt bei Windstille ein. wenn man sie zum erstenmal von der See aus erblickt. die Luft sey gesünder geworden. Bei Caravalleda wird das bebaute Land breiter. dessen Ausdünstungen man besonders fürchtete. die von West nach Ost ging. Co263 . Ersterer ist fast so hoch als der Canigu in den Pyrenäen. und erst nach einigen Tagen geht auch der Wind der Strömung nach und bläst beständig aus West. obgleich sie den Wind von hinten hatten. November befanden wir uns westwärts vom Cap Codera dem Curuao gegenüber. es ist als stiegen die Pyrenäen oder die Alpen. so gewaltig erscheinen einem die Gebirgsmassen. seit man um einen Teich. das sich bis zur See ausbreitet und geschmückt mit frischem Grün daliegt. die Schiffer schreiben sie Stürmen aus Nordwest im Golf von Mexico zu. Sie ließ uns durch das Boot. Mit Sonnenaufgang am 21. blendend weißen Bergspitzen. Die Strahlen der noch nicht hoch stehenden Sonne fielen hinein und bildeten die anziehendsten Contraste von Licht und Schatten. nicht einmal anrufen. Wir waren so nahe am Land. Nachdem wir dieselbe umsegelt. von ihrem Schnee entblöst. die sie bietet. daß wir die zerstreuten von Cocospalmen umgebenen Hütten unterschieden und die Massen von Grün sich vom braunen Grunde des Gesteins abheben sahen. Hügel mit sanftem Abhang erscheinen und die Vegetation reicht sehr weit hinauf. Westlich von Caravalleda läuft wieder eine nackte Felsmauer bis an die See vor. Zwischen dem Camburi und Niguatar ziehen sich mit Zuckerrohr und Mais bestellte Felder in enge Thäler hinauf. weiterhin die schwarzen Felsen von Guayra mit ihren Batterien in mehreren Stockwerken über einander und in duftiger Ferne ein langes Vorgebirge mit kegelförmigen. nicht bewältigen. die Felsspalten gleichen. Man baut hier viel Zuckerrohr und die barmherzigen Brüder haben daselbst eine Pflanzung und 200 Sklaven. Ueberall fallen die Berge drei. so daß das Wasser weniger dem Sonnenstrahl ausgesetzt ist. ihre Flanken werfen breite Schlagschatten über das feuchte Land. Bemerkenswerth ist dabei auch. Cabo blanco. Auf diesem Uferstrich wachsen großentheils die tropischen Früchte. als sich nordwärts in der Entfernung einer Seemeile eine englische Fregatte blicken ließ. und die Ansichten. die man auf den Märkten von Caracas in so großer Menge sieht.

wie die Beobachtung. Die Crokodile aus der einen Lache in den Llanos sind feig und ergreifen sogar im Wasser die Flucht. alle Beobachtungen an. an den genannten zwei Orten habe ein Bischof den Haien den Segen ertheilt. Die Personen. Guayra ist vielmehr eine Rhede als ein Hafen. nicht ein. die er ausführlich behandelt hat. um die Erklärung der Naturerscheinungen zu vereinfachen. vom schlechten Ankergrund und den Bohrwürmern 69 zumal gefährdet. das Meer ist immer unruhig und die Schiffe werden vom Wind. ganz gut. und was sehr merkwürdig ist. um meine Instrumente nach Caracas schaffen zu lassen. von den Sandbänken. Um nicht öfters auf dieselben Gegenstände zurückzukommen. während die aus einer andern Lache äußerst unerschrocken angreifen. der von diesem Hafen nach Caracas führt. sind sie gefährlich und blutgierig. Linné 264 . so lasse ich mich auf eine nähere Beschreibung der Gegenstände. die Bonpland und ich auf einem Ausflug nach Cabo Blanco zu Ende Januars 1800 gemacht. sobald sie sich in der Gewalt des Menschen sehen. Sie waten bis zu halbem Leibe durch das Wasser. überall zum Wunderbaren. sie haben von den Haisischen. 69 La broma. sondern über dem Dorfe Maiquetia in einem Hause auf einer kleinen Anhöhe. daß die von gewissen Inseln leicht zu zähmen sind. aus Zorn oder Angst zu Grunde gehen. Das Volk greift. Bei den Inseln gegenüber der Küste von Caracas. teredo navalis. die in diesem Hafen so häufig sind. die auf dem benachbarten Festland gefangen werden. sein lehrreiches Werk aber vor dem meinen erschienen ist. Die freien Neger und Mulatten. Nach der Landung im Hafen von Guayra traf ich noch am Abend Anstalt. nicht in der Stadt zu schlafen. gemacht habe. nichts zu fürchten. und so glaubt es denn. Abends kam ich in Caracas an. riethen mir. während sie Badende in den Häfen von Guayra und Santa Marta nicht anfallen. während Affen derselben Art. wie in Nueva Barcelona und Porto Cabello. bei Noques. wie an Affen und Crokodilen.cosnußbäume säumen das Ufer und geben ihm unter dem glühenden Himmel den Anschein von Fruchtbarkeit. die auf dem Landweg zwischen Capaya und Curiepe durch die starken Regengüsse und die ausgetretenen Bergwasser viel auszustehen gehabt hatten. die ich unter den Tropen häufig an Thieren aus andern Klassen. Das Laden ist mit großen Schwierigkeiten verbunden und wegen des starken Wellenschlags kann man hier nicht. denen ich empfohlen war. die Affen zum Verkauf fangen. wo das gelbe Fieber erst seit wenigen Wochen aufgehört hatte. Am 21. vier Tage früher als meine Reisegefährten. welche den Cacao an Bord der Schiffe bringen. Da Depons die Gegend nach mir besucht hat. das dem kühlen Luftzug mehr ausgesetzt war als Guayra. Dieser Umstand scheint auf denselben Momenten zu beruhen. Mit den Haifischen im Hafen von Guayra scheint es sich ähnlich zu verhalten. schließe ich der Beschreibung der Stadt Guayra und des merkwürdigen Weges. In den Missionen am Orinoco und am Amazonenstrome wissen die Indianer. Maulthiere einschiffen. Bonayre und Curacao. Aus den äußern Verhältnissen der Oertlichkeiten wäre diese Verschiedenheit in Gemüthsart und Sitten nicht leicht zu erklären. sind ein Menschenschlag von ungemeiner Muskelkraft. die in Rudeln leben.

Porto Cabello und Coro. ein Verhältniß. mehrere Tage lang kaum schwache Spuren von positiver Elektricität bemerken konnte. Diese Vergleichung erscheint um so interessanter. Das Klima von Guayra gilt mit Recht für heißer als das von Cumana. und meistens auch bei Nacht. die physische Ursache dieses Unterschieds nur in der verschiedenen elektrischen Ladung der Luft zu suchen. Ich verbreite mich weiter unten über die regelmäßigen täglichen Schwankungen in der elektrischen Spannung der Luft unter den Tropen. während in Cumana in denselben Nachmittagsstunden und am selben mit rauchendem Docht versehenen Voltaschen Elektrometer die Fliedermarkkügelchen 1–2 Linien auseinander gegangen waren. die Luft erhitzt wird. das Klima dieses Hafens mitdem von Cumana. Bei Tag ist die Hitze erstickend. Eine stockende. weit weg von den Häusern und über 300 Toisen von den Gneißfelsen. ihre Vergleichung mag dazu dienen. Die Stadt hat 6–8000 Einwohner und besteht nur aus zwei Straßen. Da in diesem Falle das Zeugniß der Sinne ungemein leicht täuscht. die diese Länder besuchen. in einer Bergschlucht eingeschlossene. die schon öfters von uns gemachte Bemerkung zu bestätigen. Trübseliges. wenn man nur die Temperaturen.Guayra ist ganz eigenthümlich gelegen. setzten mich in Stand. besteht die ganze Landschaft aus dem Meereshorizont und dem blauen Himmelsgewölbe. Ich bin weit entfernt. Die von einem ausgezeichneten Arzt in Guayra neun Monate lang angestellten thermometrischen Beobachtungen. Sie wird von der Batterie auf dem Cerro Colorado beherrscht und die Werke an der See sind gut angelegt und wohl erhalten. als der Gegenstand in den spanischen Colonien und unter den Seeleuten. daß im Allgemeinen nur das lange Anhalten einer hohen Temperatur. daß ich etwas westlich von Guayra gegen Macuto zu. das mit den Schwankungen in der Temperatur und mit dem Sonnenstand in auffallendem Zusammenhang steht. es läßt sich nur mit Santa Cruz auf Teneriffa vergleichen. ein unerschöpflicher Stoff der Unterhaltung ist. Außer Cabo Blanco und den Cocosnußbäumen von Maiquetia. Man machte sich übrigens von der Luftbeschassenheit dieses Ortes und des ganzen benachbarten Küstenlandes eine unrichtige Vorstellung. so läßt sich über die Verschiedenheit von Klimaten nur nach Zahlenverhältnissen urtheilen. muß aber doch bemerken. sondern auf einer felsigten Insel ohne Dammerde und Pflanzenwuchs. welche nach Sonnenuntergang von den senkrechten Felsen ausstrahlt. Die vier eben genannten Orte gelten für die heißesten auf dem Küstenstrich der neuen Welt. wie der Thermometer sie angibt. nicht die übermäßige Hitze oder die absolute 265 . von denen ich Einsicht bekam. Die Bergkette zwischen dem Hafen und dem hochgelegenen Thal von Caracas stürzt fast unmittelbar in die See ab und die Häuser der Stadt lehnen sich an eine schroffe Felswand. mit nackten Felsmassen in Berührung stehende Luft wirkt auf unsere Organe ganz anders als eine gleich warme Luft in offener Gegend. Der Anblick des Orts hat etwas Vereinsamtes. Zwischen dieser Wand und der See bleibt kaum ein 100–140 Toisen breiter ebener Raum. die neben einander von Ost nach West laufen. weil der Seewind schwächer ist und durch die Wärme. Havana und Vera Cruz zu vergleichen. vergleichen wollte. man meint nicht auf einem mit ungeheuren Wäldern bedeckten Festland zu seyn.

in Vera Cruz 25°. Die mittlere Temperatur des heißesten Monats war in Guayra etwa 29°. 21°.2.6. unter 28° 28￿ der Breite. Während meines Aufenthalts in Guayra kannte man die Geißel des gelben Fiebers.4. 29°. nach Rouet. gemeiniglich aufhört. die in gewissen Monaten die Temperatur bis zu Terra Firma hin herabdrücken. Vincent.7. Die Temperatur desselben ändert sich in mannigfacher Weise nach der Gestalt der Länder und der Meere. December war die mittlere Temperatur in Guayra um Mittag nur 24°.4.5.3. in Cairo 22°. nicht von der westlicheren Lage von Guayra herrühren? Das Luftmeer. daß die Summe der Wärme. 21°. das in Guayra. bei Nacht 21°. in der Havana (immer nur bei Nordwind) auf 8° und selbst darunter. der calentura amarilla erst seit zwei Jahren. demnach um 3–4 Grade niedriger als die mittlere Temperatur des kältesten Monats in Guayra. in Rom 25°.6 des hunderttheiligen Thermometers. etwas größer ist als in Cumana. Man kann es in verschiedene Becken abtheilen.9. in der Havana 25°.4. aber wie Guayra an eine Felswand gelehnt. das für den oberflächlichen Blick nur Eine Masse bildet.7. in Vera Cruz auf 16°. in Cumana 29°. December und Januar (bei gleichem Abstand von den zwei Durchgängen der Sonne durch das Zenith der Stadt) die Luft in Guayra stärker abkühlt. wird durch Strömungen bewegt.0. wo das gelbe Fieber herrscht. sorgfältig berechneten Beobachtungen. die weit unbedeutender ist. in Santa Cruz auf Teneriffa. 26°. November war in Guayra 31°. nach guten.9. als die fast zur selben Zeit in Vera Cruz und in der Havana eintretende. in Cairo.1.1. Die Nordwinde verursachen zuweilen im südwestlichen Strich des Meeres der Antillen Stauungen und Gegenströmungen. Die mittlere Temperatur des kältesten Monats ist an diesen vier Orten: 23°. in Cumana fällt er zuweilen auf 21°. Um diese Zeit leidet man immer am wenigsten von der Hitze.4. in Cumana 29°. sobald die Tagestemperatur auf 24–25 Grad herabgeht.70 Aus diesen Beobachtungen geht hervor. auch war die Sterblichkeit 70 In Paris ist das Mittel des heißesten Monats 19–20°. in Cumana 27°. daß man den Thermometer (kurz vor Sonnenaufgang) nicht unter 21° fallen sieht. und wovon die unruhigsten (wie das über dem Golf von Mexico oder zwischen der Sierra Santa Martha und dem Meerbusen von Darien) merkbaren Einfluß auf Erkältung und Bewegung der benachbarten Luftsäulen äußern.8. die sich in einander ergießen. Ich glaube übrigens. deren Grenzen durch unabänderliche Gesetze bestimmt sind. in Vera Cruz 27°. in Guayra ungefähr 28°. Während dieser ganzen Zeit regnete es nur viermal. Das Mittel aus den Beobachtungen um Mittag vom 27. Dieß ist der Zeitpunkt. wie in Vera Cruz und auf der Insel St.3.5. in Cairo 13°.2. Das Mittel der ganzen Jahrestemperatur ist.8–1°. welche derselbe im Laufe eines Jahres erhält. Sollte diese Abkühlung. auf denen es ruht.0. Die täglichen Abweichungen betrugen zur selben Stunde nicht leicht über 0°. in Vera Cruz 28°. daß Guayra einer der heißesten Orte der Erde ist. in Rio Janeiro 23°. in der Havana 29°. 266 .8.6. in Rom 15°. Juni bis 16.7.Wärmemenge den Bewohnern der heißen Zone lästig wird. 21°. November bis 19.3. Vom 16. daß sich aber in den Monaten November. und nur 7–8 Minuten lang.

wie schwer es ist. die das anstrengende Geschäft des Holzfällens trieben. und beriefen sich auf dasselbe amerikanische Schiff. vom Typhus befallene Nordamerikaner wurden in den spanischen Spitälern aufgenommen.nicht bedeutend gewesen. vomito prieto (schwarzes Erbrechen) und gelbes Fieber genannt. fingen an mit Guayra zu verkehren. Nach den Vorgängen in Cadix im Jahr 1800 weiß man. Man hatte hie und da Leute. nahmen an. nicht acclimatisirte Europäer in Schrecken. aber beständige von Guayra vor. nur in Porto Cabello. Setzte man sich unmittelbar der Sonne aus. da die Küste von Caracas weit weniger von Fremden besucht war als die Havana und Vera Cruz. aber die Keime der Krankheit. ehe diese auf die Rhede gekommen. Ihr Tod setzte häufig in Städten. das meist nicht zehn Zoll tief ist. um zu beweisen. schwoll nach sechzigstündigem Regen im Gebirge so furchtbar an. sie haben die Seuche eingeschleppt und sie sey an Bord einer aus Philadelphia kommenden Brigantine ausgebrochen gewesen. Da brach das gelbe Fieber aus. so hatte man höchstens die Haut. plötzlich an gewissen unregelmäßig remittirenden Fiebern sterben sehen. Die der letzteren Ansicht waren. man beklagte sich nur über die drückende Hitze. Viele zogen dem kühlen. Es waren meist Menschen. Der Capitän der Brigantine stellte solches in Abrede und behauptete. zum Beispiel in den Wäldern bei dem kleinen Hafen von Capurano oder am Meerbusen von Santa Fe. die fast überall in der heißen Zone vorkommen und die häufig von Fieberbewegungen und Congestionen gegen den Kopf begleitet sind. Der Hafen wurde auch andern Handelsfahrzeugen als denen des Mutterlandes geöffnet. Die gebildetsten Einwohner von Caracas und Guayra waren über das Wesen der Ansteckung beim gelben Fieber getheilter Meinung. und daher empfindlicher für die klimatischen Einflüsse der heißen Zone. wo ihn Castelbondo schon im Jahr 1729 beobachtet und beschrieben hat. in Cartagena das Indias und in Santa Martha bekannt. so gut wie die Aerzte in Europa und in den Vereinigten Staaten. Die kürzlich gelandeten Spanier und die Bewohner des Thales von Caracas scheuten damals den Aufenthalt in Guayra nicht. aber äußerst veränderlichen Klima von Caracas das heiße. die andern. die für sehr gesund galten. von denen sie sporadisch befallen worden. die einen großen Theil des Jahres herrschte. von ungesunder Luft in diesem Hafen war fast gar nicht die Rede. Matrosen aus kälteren Ländern als Spanien. Dieses Wasser. die durch galligte Complication. Auf den Küsten von Terra Firma war der eigentliche amerikanische Typhus. sondern erst im Hafen bekommen. man war rasch bei der Hand mit der Behauptung. selbst Creolen und Farbige. Seit dem Jahr 1797 ist Alles anders geworden. die einen. der als eine Krankheitsform sui generis zu betrachten ist. durch Blutungen und andere gleich bedenkliche Symptome einige Aehnlichkeit mit dem gelben Fieber zu haben schienen. die in ihrer Zweideutigkeit den entgegengesetztesten Theorien das Wort zu sprechen schienen. daß es Baumstämme und 267 . daß er im Lande selbst entstanden. pflanzten sich nicht fort.und Augenentzündungen zu befürchten. daß der Typhus von außen gekommen. über Fälle ins Reine zu kommen. westlich von Cumana. daß das Austreten des Rio de la Guayra eine Veränderung der Luftbeschaffenheit herbeigeführt habe. seine Matrosen haben die Krankheit keineswegs eingeschleppt.

mehr als dreißig Menschen kamen ums Leben und der Schaden wurde auf eine halbe Million Piaster angeschlagen. welche periodisch von der Geißel des gelben Fiebers heimgesucht werden. die fern von der Küste in den Llanos zwischen Calabozo und Uritucu ausgehoben worden. und es ist hier nicht der Ort. nicht mit den atactischen und den Gallenfiebern verwechseln. die man mit einem so vielsagenden Wort Keime der Ansteckung nennt. so geht das gelbe Fieber nicht leicht über den Bergkamm zwischen Guayra und dem Thale von Caracas hinüber. Santa Lucia und St. das sich mittelst Einsickerung des Wassers durch loses. was die Luft hätte verunreinigen können. Ecija und Malaga herbeigeführt haben. die zu Hause den Typhus nicht bekommen. durch welches das Wasser allein abfließen konnte. Das stehende Wasser in den Magazinen. es wüthete nicht allein unter den frisch aus Spanien angekommenen Truppen. neu urbar gemachtes Erdreich gebildet. Der Cumbre und der Cerro de Avila sind eine treffliche Schutzwehr für die Stadt Caracas. denn man darf den vomito. den Kellern und den Gewölben des Gefängnisses mochte immerhin Miasmen in der Luft verbreiten. aber gesund ist. die aber eine höhere mittlere Temperatur hat als Xalapa. das gelbe Fieber. sich zufällig geschlossen hatte.ansehnliche Felsblöcke mit sich fortriß. Mehrere Häuser wurden von der Fluth weggerissen und die Ueberschwemmung drohte den Magazinen um so mehr Gefahr. als das Stadtthor. wo mit den Eichen ein kühles. sondern auch unter denen. wenn wir nicht wüßten. 268 . die von der Sierra de Avila herunter kommen. die als prädisponirende Ursachen den Ausbruch des gelben Fiebers beschleunigt haben können. und die sich in verdorbener Luft entwickeln. daß das Austreten des Rio de la Guayra so wenig die erste Ursache desselben war. Wie das schwarze Erbrechen am Abhang der mexicanischen Gebirge auf dem Wege nach Xalapa beim Encaro (in 476 Toisen Meereshöhe). eine unübersteigliche Grenze findet. daß sogar Eingeborene von Vera Cruz. Letzterer Umstand würde uns noch mehr auffallen. Je mehr ich über diesen Gegenstand nachdenke. also in einem Lande. in denen in Philadelphia. köstliches Klima beginnt. indessen glaube ich. die etwas höher liegt als der Encaro. aber nichts. Man mußte in die Mauer der See zu ein Loch schießen. dasselbe sey aus seinem unterirdischen Becken ausgebrochen. nicht selten in Epidemien in der Havana oder in den Vereinigten Staaten Opfer desselben werden. Dieses Thal ist lange Zeit davon verschont geblieben. des Xenil und des Gual-Medina in den Jahren 1800 und 1804 die furchtbaren Epidemien in Sevilla. Das Wasser wurde 30–40 Fuß breit und 10–12 tief. Domingo die Sterblichkeit so ungemein groß war) hat das gelbe Fieber seine Verheerungen in Guayra fortgesetzt. desto räthselhafter erscheint mir alles. das fast so heiß als Guayra. Man meinte. was auf die gasförmigen Effluvien Bezug hat. die durch die Kälte zerstört werden. sind anderswo niedergelegt. Bonplands und meine Beobachtungen über die physischen Verhältnisse der Städte. als die Ueberschwemmungen des Guadalquivir. Ich habe das Bett des Baches von Guayra genau untersucht und nichts gefunden als dürren Boden und Blöcke von Glimmerschiefer und Gneiß mit eingesprengtem Schwefelkies. Seit den Jahren 1797 und 1798 (denselben. neue Vermuthungen über die Veränderungen in der pathogonischen Constitution mancher Städte zu äußern.

an denen. zuweilen weit früher. wo sie ausgebrochen. als sie seit dem Jahr 1800 ist? Die Reihenfolge pathologischer Thatsachen. höhere Orte geschafft werden. frischen. sogar an sehr hochgelegene. auf den kleinen Antillen herrschen sehen. er bricht erst an Ort und Stelle unter ihnen aus.sich durch Kleider verschleppen und an den Wänden der Häuser haften sollen. oder hat sich in Individuen mit sehr gesteigerter Reizbarkeit eine neue Krankheitsform entwickelt? Nicht lange. scheint oft die Annahme eines örtlichen oder endemischen Ursprungs völlig auszuschließen. In der gemäßigten Zone dagegen. weil die Krankheit an sich nicht ansteckend ist. trockenen Winden ausgesetzte Orte verbreitet. nach Xalapa. auf den Bermudas. Ist hier eine Veränderung in der Luftconstitution eingetreten. viele in kälterem Klima geborene Menschen zugleich ankommen. Theilt er sich durch Ansteckung mit. z. sey es nun. Das äußere Ansehen der Orte. und daß die unmittelbare Berührung der Kranken die Gefahr so wenig steigert. Diese Menschen wurden nicht auf der Ueberfahrt vom Typhus befallen. daß in den achtzehn Jahren vor 1794 in Vera Cruz nicht ein einziger Fall von »Vomito« vorkam. die sich an der Küste geltend machen. in südlicheren Ländern geborenen Europäern. wo der amerikanische Typhus entschiedener ansteckend auftritt. stecken die Bewohner dieser Orte nicht an. weil die. so ist es zu verwundern. so in Spanien nach Medina Sidonia. namentlich an kühlere. Die Fälle von Verschleppung des gelben Fiebers ins Binnenland sind in der heißen Zone sehr zweideutig. giftige Miasmen haften. nach Carlotta und in die Stadt Murcia. die Krankheit kann leicht mit den remittirenden Gallenfiebern verwechselt worden seyn. in Ländern. Wie will man erklären. Nimmt die Temperatur bedeutend ab. weil die prädisponirenden Ursachen. als Absperrung sie vermindert. und die Stadt weniger reinlich war. über die man noch jetzt klagt. die Matrosen sich denselben Ausschweifungen überließen. hier wegfallen. Der amerikanische Typhus scheint auf den Küstenstrich beschränkt. sey es nun. auf ihren einfachsten Ausdruck gebracht. der bis jetzt bei den Seeleuten nicht als besonders ungesund verrufen war. Diese Vielgestaltigkeit derselben Seuche nach den verschiedenen Klimaten. Kranke. nach der längeren oder kürzeren Dauer. Man hat ihn auf den canarischen Inseln. B. daß er in den Städten des tropischen Festlandes keineswegs sich an gewisse Straßen hält. oder weil sich am Meeresufer eigenthümliche gasförmige Effluvien bilden. nach den 269 . obgleich der Verkehr mit nicht acclimatisirten Europäern und Mexicanern aus dem Innern sehr stark war. obgleich seit mehreren Monaten im Hafen kein Kranker gewesen und kein Schiff eingelaufen ist. gewöhnlich auf. welche ihn einschleppen. auf trockenem Boden. hat sich die Seuche unzweifelhaft weit vom Uferland weg. Wenn in einem Hafen des heißen Erdstrichs. so tritt der amerikanische Typhus auf. so hört die Seuche am Orte. sey es. hier ans Land kommen und weil hier die Waaren aufgehäuft werden. welche weiter ins Land hinein. nach der Gesammtheit der prädisponirenden Ursachen. deren Klima früher für sehr gesund galt. ist folgende. so fordert der Typhus seine Opfer auch unter andern. Mit Eintritt der heißen Jahreszeit. wo der Typhus wüthet. fängt sie wieder an. wie man meint.

wünscht darum keineswegs die Barbarei zurück. wo die Schlachtbänke sind. und die der Ataxie 270 . fast keinen Pflanzenwuchs hat. An einem Ort. ebensowenig theilt er die Ansicht der Leute. wer darauf hinweist. die Periode der entzündlichen Erscheinungen. neue Verstimmungen der Lebenskräfte sich ausbilden. Nueva Barcelona und Cumana herrscht. den geheimen Ursachen des amerikanischen Typhus nachzugehen. der auf sehr trockenem Boden liegt. Ein einsichtsvoller Beobachter. Aber bei der großen Beständigkeit der Temperatur. machen periodisch dem gelben Fieber und schwarzen Erbrechen in der Havana und in Vera Cruz ein Ende. ist mit mir der Ansicht. Die Nordwinde. deren wir in der Folge oft zu gedenken haben werden. so kommt aus der kleinen Bucht Catia. Da hier so viele erregende Ursachen zusammenwirken. Glücklicherweise hat sich die Sterblichkeit vermindert. und Individuen von so verschiedener Organisation denselben ausgesetzt werden. Seit das gelbe Fieber in Guayra so furchtbare Verheerungen angerichtet. ist äußerst ungesund. eine mit faulen Dünsten geschwängerte Luft auf die Küste von Guayra. Es ist dieß eines der nothwendigen Uebel im Gefolge fortschreitender Cultur. die Unreinlichkeit des kleinen Orts zu übertreiben. wenn es sich davon handelt. Auf der Rhede ist nirgends eine Strandstrecke. daß bei größerer Handelsfreiheit und stärkerem und innigerem Verkehr zwischen Ländern mit verschiedenen Klimaten das gelbe Fieber sich über die neue Welt verbreiten wird. so ist nicht zu bezweifeln. trotz der Schutzwehr des Cabo Blanco. können möglicherweise sogar neue Krankheitsformen. Wechselfieber. daß der Typhus sehr oft ansteckend ist. dem Cap Codera zu. und wo in 7–8 Monaten kaum ein paar Tropfen Regen fallen. nicht um die Häfen in den Colonien vom Seuchengift zu reinigen. seit man sich in der Behandlung nach dem Charakter der Epidemien in verschiedenen Jahren richtet. können der Ursachen der sogenannten schädlichen Miasmen nicht eben sehr viele seyn.Graden der Bösartigkeit muß uns sehr vorsichtig machen. Faul. ist zu befürchten. Domingo war und die Krankheit auf Cuba. Guayra. ausgenommen den Stadttheil. in den Vereinigten Staaten und in Spanien kennen gelernt hat. wie man mit Vera Cruz und den Kais oder warf s von Philadelphia gethan. aber nicht immer. sondern um dem Eindringen der Aufklärung zu wehren und die Geistesentwicklung aufzuhalten. und wenn von Zeit zu Zeit der Seewind dem Westwind Platz macht. wie sie in Porto Cabello. der Typhus möchte dort einheimisch werden. hat man nicht verfehlt. der in den schrecklichen Epidemien der Jahre 1802 und 1803 Oberarzt in der Colonie St. wo sich zersetzte Tange und Weichthiere anhäufen. aber die benachbarte Küste nach Osten. wenn er einmal in Folge des starken Fremdenverkehrs sehr bösartig aufgetreten ist. und seit man die verschiedenen Stadien der Krankheit. also unter dem Winde von Guayra.und Gallenfieber kommen in Macuto und Caravalleda häufig vor. Die Straßen von Guayra schienen mir im Allgemeinen ziemlich reinlich. Da die Reizbarkeit der Organe bei den nördlichen Völkern so viel stärker ist als bei den südlichen. die dem Verkehr unter den Völkern gerne ein Ende machten. welche die kalte Luft von Canada her in den mexicanischen Meerbusen führen.

außer einem Tamarindenaufguß. die beinahe dem Uebergang über den St. so kommt man zwischen diesem Hafen. an die Stelle des von Guayra treten. in Abrede zu ziehen. Fahrweg anzulegen und die alte Straße von Guayra. aber der Glauben an diese Leistungen ist in den Colonien gar nicht weit verbreitet. aber überall. und dem Hafen von Porto Cabello an mehrere Einbuchtungen des Landes. mit Ausnahme des von Burburata. Die Aerzte schienen auch mit der Wirkung ihres Verfahrens so gut bekannt. die Lebensmittel und Cacao von den benachbarten Pflanzungen laden. ohne alle Arznei. früher sey man langsam hingestorben. los Arecifes. Längst geht man mit dem Plane um. Alle diese Häfen.« Wer so spricht. als man meint. legen einen großen Werth auf den Ankerplatz Catia. weiß nicht ganz. Es wäre sicher unrecht.« Gegenwärtig bringt man es in reinlichen. der nur eine schlecht geschützte Rhede ist. Burburata und Patanebo. die Intensität der magnetischen Kraft = 237 Schwingungen. Fast nirgends auf der Küste ist es so heiß als in der Nähe von Cabo Blanco. »gleich beim ersten Besuch mit Beichtvater und Notar am Krankenbett erschienen. Die Einwohner von Caracas. Ich fand die Breite von Guayra 10° 36￿ 19￿. zieht sich von der Hochebene von Caracas gegen Catia herunter. sie heilen sie aber keineswegs besser. daß sie. Nach diesem Plan könnte der Hafen von Catia. durch diese Schlucht einen. Man tödtete damals nicht durch übertriebene und unzeitige Anwendung von Brechmitteln. gut gehaltenen Spitälern dahin. die Declination nach Nordost 4° 30￿ 35￿. unter dem Namen Quebreda de Tipe bekannt. wie man früher auf den Antillen zu Werke ging. wohl gar (wie im Jahr 1802 bei der französischen Armee auf St. daß zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts die Aerzte auf den Antillen den Kranken nicht so ruhig sterben ließen. Choroni. daß von 100 Kranken nur 15–20 und selbst etwas weniger sterben. daß die neuere Medicin gegen dieses schreckliche Uebel schon Bedeutendes geleistet. die Länge 69° 26￿ 13￿. »die Aerzte wissen jetzt den Hergang der Krankheit befriedigender zu erklären als früher. Sienega de Ocumare. besser kennt und auseinander hält. aufzugeben. der so geräumig als sicher ist. Januar 1800 42° 20.oder Schwäche. Geht man an der aus Granit gebauten Küste von Guayra gegen West. 271 . von China und Opium. Man hört ziemlich allgemein die Aeußerung. Puerto la Cruz. steigt die Sterblichkeit auf die Hälfte. Eine Schlucht. Domingo) auf drei Viertheile der Kranken. von der weiterhin die Rede seyn wird. gegenwärtig führe ein eingreifenderes Heilverfahren rascher und unmittelbarer zum Tode. wo die Kranken zu sehr auf einander gehäust sind. Diesen Küstenpunkt untersuchten Bonpland und ich während unseres zweiten Aufenthalts in Guayra. wo die Schiffe vortrefflich ankern können. Die Inclination der Magnetnadel war am 24. westlich von Cabo Blanco. wohl aber durch wiederholte Aderlässe und übermäßiges Purgiren. Aus der Reise des Paters Labat kann man ersehen. wenigstens die weiter Blickenden. Es sind die kleinen Buchten Catia. Leider ist dieser ganze Küstenstrich unter dem Winde von Cabo Blanco mit Wurzelbäumen bewachsen und höchst ungesund. Gotthard gleicht. werden gegenwärtig nur von kleinen Küstenfahrzeugen besucht. aus dem man Maulthiere nach Jamaica ausführt. Turiamo. sehr treuherzig.

die bei Nacht auf 12 Grad heruntergeht. daß meine Vermessung durch einen unterrichteten Reisenden. besonders zu einer Zeit. da kam hinter mir ein Mann gelaufen und wollte mir einen Trank aufdrängen. verlassen wir die Küste des antillischen Meers. welche den hohen Gipfel der Silla einhüllen. der Hauptstadt einer Statthalterei von 900. nach Pastora am Eingang des Thals von Caracas nicht so weit hinab geht. gleicht. die ich eben begangen. so ernstlich sie gemeint war. so scheint es einem unbegreiflich. und man hatte nicht einmal eine bestimmte Vorstellung davon. da ich mich längst für acclimatisirt hielt.000 Einwohnern.Wir litten sehr durch die Hitze. wie schon oben bemerkt. wenn ich kein Präservativ nehme. da aber der Avila eine bedeutende Gebirgsmasse ist. der mich von seinem Fenster aus seit einer halben Stunde in bloßem Kopf hatte in der Sonne stehen sehen. Man hatte längst bemerkt. wo das gelbe Fieber sich zu zeigen anfängt. Der Weg aus dem Hafen nach Caracas. Die Luft daselbst wird durch niedergehende Luftströme abgekühlt. Gotthard oder den großen St. müsse ich nach der Unvorsichtigkeit. Er versicherte mich. beunruhigte mich nicht.000 Seelen einer Frühlingskühle genießen soll. daß in gerader Entfernung von 5–6000 Toisen in einem engen Thal eine Bevölkerung von 40. dem Weg über den St. um sie bis zu unserer Rückkehr von den Missionen am Orinoco so gut wie nicht wieder zu sehen. staubigen Bodens noch gesteigert wurde. mein Wunsch ist aber bis jetzt nicht in Erfüllung gegangen. Ich stand eines Tages auf dem Dache unseres Hauses. Wenn man zur Zeit der stärksten Hitze die glühende Luft Guayras athmet und den Blick auf das Gebirge richtet. wie konnte ich aber eine Zumuthung ablehnen. als zum Hafen von Guayra. den er fertig in der Hand trug. Es war ein Arzt. die aus so herzlicher Theilnahme entsprang? Ich verschluckte den Trank. denen er im Laufe des Jahres das Leben gerettet. um den Mittagspunkt und den Unterschied zwischen dem Thermometerstand in der Sonne und im Schatten zu beobachten. die übermäßige Einwirkung des Sonnenlichts hatte indessen keine nachtheiligen Folgen für uns. Nachdem wir Lage und Luftbeschaffenheit von Guayra beschrieben. Daß auf diese Weise verschiedene Klimate 272 . unfehlbar noch diesen Abend einen Anfall vom gelben Fieber bekommen. Ich habe den Weg von Guayra nach Caracas mehrere male zu Fuß gemacht und nach zwölf Punkten. die durch die Reverberation des dürren. Diese Prophezeihung. ein Profil desselben entworfen. dem höchsten Punkt der Straße. deren Höhe mit dem Barometer bestimmt wurde. und der Arzt mag mich zu den Kranken geschrieben haben. wie hoch das Thal von Caracas liegen möge. Auch nach dem Klima des Thals von Caracas kann man sich von der Höhe desselben unmöglich einen richtigen Begriff machen. Vor meiner Ankunft in der Provinz Venezuela war derselbe nie bemessen worden. daß es von der Cumbre und las Vueltas. einer Temperatur. so sieht man die zu vergleichenden Punkte nicht zumal. In Guayra fürchtet man die Insolation und ihren Einfluß auf die Gehirnfunktionen ungemein. Bernhard. der nach mir dieses malerische und für den Naturforscher so interessante Land besuchte. Ich hätte gerne gesehen. wiederholt und verbessert worden wäre. da ich ein hoher Nordländer sey. sowie einen großen Theil des Jahrs hindurch durch die Nebel. den Pässen in den Alpen.

Man kommt zuerst über einen sehr steilen Felsabhang und über die Stationen Torre Quemada. die einen befällt. wo der Weizen gediehe. zu den Füßen liegen Cabo Blanco. Der Salto. nicht so lebhaft ist. so ist die Venta in Europa und in den Vereinigten Staaten bereits wegen ihrer schönen Lage berühmt. Quito und Santa Fe de Bogota. Fremde häufiger nach Caracas gehen durften als nach Mexico. als der Eindruck eines neuen Ungemachs. Man hat einen Horizont von mehr als zweiundzwanzig Meilen Halbmesser vor sich. entweder über die Ebenen oder auf Strömen hinauf. Guavra und die Schiffe.3. Caracas liegt nur ein Drittheil so hoch als Mexico. Von Curucuti zum Salto ist der Weg etwas weniger steil. wie auf der alten Straße über den Mont Cenis. in Peru. wenn man in die heißen Küstenebenen hinuntergeht. Und allerdings hat man hier bei unbewölktem Himmel eine prachtvolle Aussicht über die See und die nahen Küsten. ist drückend zum Ersticken. Da. das Dorf Maiquetia mit seinen Cocospalmen. man wird geblendet von der Masse Licht. »der Sprung. auf einer Hochebene. nicht so stark als umgekehrt die lästige Mattigkeit und Erschlaffung. Ich fand diesen Anblick noch weit überraschender. aber überall. gleich schwimmenden Eilanden sich von der uner273 . Der Mensch ist einmal so geschaffen. die aus dem Hafen von Vera Cruz am Südabhang der Gebirge von Neuspanien nach Perote führt. schien mir das Gefühl von gesteigerter Muskelkraft und von Wohlbehagen. die der weiße. das beim Eintritt in kühlere Luftschichten über einen kommt. die mitten in der heißen Zone ein köstlich kühles Klima haben. in Mexico. aber von allen Hauptstädten des spanischen Amerika. Der Weg von Guayra in das Thal von Caracas ist weit schöner als der von Honda nach Santa Fe und von Guayaquil nach Quito. dürre Strand zurückwirft. Auf der Höhe des Bergs sind förmliche Werke angelegt. wenn man nicht lieber Kaffee baute. über die eine Zugbrücke führt. daß der Genuß. bis man in die Heerde der Cultur. kommt in den ganzen Cordilleren der Anden häufig vor. Bei der Venta stand der Thermometer um Mittag auf 19°.einander nahe gerückt sind. Nur drei Meilen in einen Seehafen zu haben und im Gebirge zu liegen.« ist eine Spalte. wo man auf starken Abhängen in ein anderes Klima gelangt. mit Lastthieren oder zu Fuß Vier bis fünf Stunden. liegt Caracas am nächsten an der Küste. die er macht. er ist sogar besser unterhalten als die alte Straße. wenn man nach Guayra hinuntergeht. Der Name »verbrannter Thurm« bezieht sich auf den starken Eindruck. den man erhält. in die großen Städte. und in der moralischen Welt ist es ja ebenso.2. Auf diesem Wege und überall. Man braucht mit guten Maulthieren nur drei Stunden aus dem Hafen von Guayra nach Caracas und zum Rückweg nur zwei. durch die Windungen. Die Hitze. in Neu-Grenada muß man weit ins Binnenland reisen. wenn der Himmel nicht ganz rein ist und Wolkenstreifen. in Quito. wird die Steigung geringer. wenn uns irgendwie leichter wird. Curucuti und Salto zu einem großen Wirthshaus (la Venta). die in den Hafen einlaufen. die oben stark beleuchtet sind. welche die Felswände und vollends die dürre Ebene zu den Füßen ausstrahlen. das sind bedeutende Vortheile. seit die Neutralen von Zeit zu Zeit in den spanischen Häfen zugelassen wurden. gelangt. in Guayra zur selben Zeit auf 26°. das 600 Toisen über dem Meere liegt.

der im Binnenlande zu Hause ist und an dieser Stelle zum erstenmal das Meer und Schiffe sieht. die nach mir das Land besuchen. während man auf dem Wege von Guayra nach Caracas das Tiefland (die Tierra caliente) wie auf einem Thurme beherrscht. Die Breite ist 10° 33￿ 9￿. wie viel Toisen der Posten über dem Meere liegt.meßlichen Meeresfläche abheben. sie strit274 . geht es noch über 150 Toisen hinauf zum Guayavo. Wenn man sich am Abhang der mexicanischen Gebirge (zwischen las Trancas und Xalapa) in derselben Höhe befindet. so verdanke ich es einem Andalusier. Da die Stadt Caracas. die Berge seines Heimathlandes. ist man noch zwölf Meilen von der See entfernt. und wenn sie mich gehen ließen. die Venta del Guayavo und der Hafen von Guayra so nahe bei einander liegen. der zu dieser Beobachtung erforderlich ist. Als ich zum erstenmal über diese Hochebene nach der Hauptstadt von Venezuela ging. jetzt sind fast alle zerstört. der gar freundlich wurde. die Länge des Orts schien mir nach dem Chronometer etwa 2￿ 47￿ im Bogen westlich von der Stadt Caracas. Daran schien ihnen sehr wenig gelegen. auch Venta grande genannt zum Unterschied von drei oder vier andern kleinen Wirthshäusern am Wege [Damals. Nebelschichten in verschiedenen Höhen bilden Mittelgründe zwischen dem Auge des Beobachters und den Niederungen. und die Gegenstände scheinen dann ungleich tiefer unten zu liegen als bei reiner. aber die Luft war während unseres Aufenthaltes an diesen Orten nicht ruhig genug dazu. etwas über die Cumbre (Gipfel) hinauf. nach allen Seiten durchsichtiger Luft. imposanter. in die Schanze Cuchilla. Von der Venta. seyen viel höher als alle Berge in der Provinz Caracas. als ich ihm sagte. übersetzte ich ihnen in spanische Vares. hätten Bonpland und ich gerne ein paar Tage hintereinander die kleinen Schwankungen des Barometers gleichzeitig in einem schmalen Thale.75. um die Entfernung derselben von der Küste genauer angeben zu können. Die Schanze Cuchilla liegt so hoch wie der Gipfel des Puy de Dome und etwa 150 Toisen niedriger als die Post auf dem Mont Cenis. auf einer dem Wind ausgesetzten Hochebene und an der Meeresküste beobachtet. welchen Eindruck dieser Anblick auf einen machen muß. man sieht die Küste nur undeutlich. ich ging aber mit dem Barometer noch weiter. Dieß ist beinahe der höchste Punkt der Straße. Ich habe durch unmittelbare Beobachtungen die Breite der Venta ermittelt. die ich Naturforschern. so wäre ich beinahe von einem Artillerieposten verhaftet worden. und durch eine leicht erklärliche Täuschung wird dadurch die Scenerie großartiger. die Intensität der magnetischen Kraft = 234 Schwingungen. Ich fand in dieser Höhe die Inclination der Magnetnadel 41°. empfehlen möchte. die Sierra Nevada de Grenada. Man denke sich. Es waren Einwohner von Caracas.]. Da ich keinen Paß hatte (in fünf Jahren bedurfte ich desselben nur bei der Landung). Um die alten Soldaten zu besänftigen. traf ich vor dem kleinen Wirthshaus auf dem Guayavo viele Reisende. Ueberdem besaß ich auch nicht den dreifachen meteorologischen Apparat. Von Zeit zu Zeit kommen in den Rissen der vom Winde gejagten und sich ballenden Wolken Bäume und Wohnungen zum Vorschein. die ihre Maulthiere ausruhen ließen.

das Glück der Familien gestört.4. Dieses klare Wasser müßte denen. auf dem Abhange gegen Guayra hin entspränge. noch kälter vorkommen. statt zwischen der Cumbre und dem gemäßigten Thale von Caracas. an einem sehr kühlen Ort hatte errichten lassen. Dieses Stück des Wegs heißt der vielen Krümmungen wegen las Vueltas. Die Reisenden machen gewöhnlich Halt bei einer schönen Quelle. stehen Spielhäuser. und in diesen weiten Einöden. fast über der Region der Wolken. verhandelte. wird gar oft durch die Kunde. der kurz zuvor stattgefunden. fielen mir ungemein auf. sein Weib schmachtete im Gefängniß. wenn die Quelle. überall bewundert man den großartigen Charakter der Landschaft. die auf fallenden Gneißschichten von der Sierra herabkommt. was für eine Höhe von 726 Toisen bedeutend kühl ist. und ich sollte denselben auf unsern Reisen durch die Anden von Neu-Grenada und Peru noch oft erhalten. in der neuen Welt aber sind die Cordilleren bis zu zwölftausend Fuß Meereshöhe bewohnt. steigt man auf die Berge. nach dem gezackten Felskamm. Auf dem Rücken der Anden. Ich fand die Temperatur derselben 16°. die dem Geiste höheren Schwung geben sollte. Joseph España hatte auf dem Schaffot geendet. während der Handel und die Versorgung von Caracas mit Lebensmitteln ihr ausschließliches Monopol war. Ich habe aber die Bemerkung gemacht. die Sklaven in der Zucht zu halten. Während man ein Langes und Breites über den Haß der Mulatten gegen die freien Neger und die Weißen. über die Landsleute nie verschiedener Meinung seyn sollten. die Bitterkeit. der scheinbar die Cumbre mit der Silla verbindet.ten über den Aufstand zur Befreiung des Landes. um Einsamkeit und Freiheit zu suchen. die davon trinken. in einen dicken Nebel und machte der lebhaften Unterhaltung ein Ende. wie unvorsichtig es sey. Von Guayavo an geht man eine halbe Stunde über ein ebenes mit Alppflanzen bewachsenes Plateau. In Europa. Die Aufregung der Gemüther. über politische Gegenstände zu verhandeln. welche die Gesellschaft von Guipuzcoa. der vorhin am ruhigsten gesprochen hatte. dem Nord- 275 . Etwas weiter oben liegen die Mehlmagazine. in einer Naturumgebung. wo überall Angeber lauern. über den Reichthum der Mönche und die Mühe. wie ihre kleinlichen. Ob man auf den weiten Meereshorizont hinausblickt oder nach Südost. man suchte Schutz in der Venta. In der Wirthsstube machte ein bejahrter Mann. weil sie ihren Mann auf der Flucht bei sich aufgenommen und nicht der Regierung angegeben hatte. Die Menschen tragen ihre bürgerlichen Zwiste. die andern darauf aufmerksam. wo die Völker ihre Streitigkeiten in den Ebenen schlichten. daß der Hof ein Ordenszeichen oder einen Titel nicht bewilligt habe. wo die Entdeckung von Erzgängen zur Gründung von Städten geführt hat. genannt Fuente de Sanchorquiz. daß an diesem. hüllte uns ein kalter Wind. sey es auf dem Berge oder in der Stadt. gehässigen Leidenschaften mit hinauf. Diese in der Bergeinöde gesprochenen Worte machten einen tiefen Eindruck auf mich. zu einer Zeit. während die Schlucht (Quebrada) Tocume dazwischen liegt. der vom hohen Gipfel der Silla herab zu kommen schien. Auf dem Wege der Vueltas sieht man zum erstenmal die Hauptstadt dreihundert Toisen tiefer in einem mit Kaffeebäumen und europäischen Obstbäumen üppig bepflanzten Thale liegen. mit der man über Fragen stritt. die man habe.

die Menge einheimischer Erzeugnisse. sobald sich civilisirte oder doch einem festen. Goviernos verschmolzenen Gruppen von Provinzen werden auch die Katastrophe der Trennung der Provinzen vom Mutterland überdauern. Die Umrisse der Seeküsten sind leichter aufzufassen als der krause Lauf dieses Binnengestades. Presidencias. und von da an. bald einer Gebirgskette mit gemäßigtem Klima nach. und meist hängen benachbarte Staaten nur durch urbar gemachte Landzungen zusammen. der Einfluß der Hauptstädte auf das Land umher. Diese verschiedenen Umstände modificiren sich durch die mehr oder weniger gelockerten Bande zwischen den Colonien und dem Mutterland. dessen Mittelpunkt sie ist. als ob sie im Innern durchaus zusammenhingen. in die Stadt Caracas. Weil sie die Zustände der erst in der Bildung begriffenen Staaten der neuen Welt außer Acht lassen. willkürlich Gebiete verbunden hatte. Von der kleinen Schlucht Sanchorquiz an geht es beständig abwärts bis zum Kreuz von Guayra. Sie setzte sich zu gleicher Zeit in verschiedenen Mittelpunkten fest. muß man den Umfang des Gebiets. — Ihre verschiedenen Interessen. mit denen sie Handel treibt. geregelten Regiment unterworfene Gebiete unmittelbar berührten. von ihrem Reichthum und ihrer Lage ab. Quito und Peru). wo man.abhang des Bergs die Schichten (eine in diesem Lande seltene Ausnahme) nicht nach Nordwest. bei den Zollhäusern vorbei und durch das Quartier Pastora. Capitanias generales. verbreitete sie sich von den Küsten ins Binnenland. sondern nach Südost fallen. aber die Macht der Gewohnheit ist so groß und die Handelsinteressen sind so zäh. mit Mißachtung natürlicher Grenzen. die nur schwer mit einander verkehren. was Schuld daran seyn mag. daß sich voraussagen läßt. das auf einem offenen Platze 632 Toisen über dem Meere steht. Die Localkenntniß. Ueberall wo die Cultur nicht schon vor der Eroberung in einem gewissen Grade bestand (wie in Mexico. — Die Stadt Caracas. Die Wichtigkeit einer Hauptstadt hängt nicht allein von ihrer Volkszahl. indem sie die verschiedenen Theile der spanischen und portugiesischen Colonien so zeichnen. in denen sie zu den ihrem politischen Einfluß unterworfenen Provinzen steht. Die Vereinigung zu Provinzen oder Königreichen erfolgte. Sie trennen diese Eroberungen von einander. daß die unterirdischen Gewässer dort keine Quellen bilden können. bald einem großen Flußthal. in Rechnung ziehen. undurchdringliche Wälder und bebautes Land an einander stoßen und einander begrenzen. wie schwer zu übersetzende Meeresarme. auf die unter den Namen Reinos. die Verhältnisse. Wüst liegende oder von wilden Menschen bewohnte Landstriche umgeben jetzt die von der europäischen Cultur eroberten Länder. Zwölftes Kapitel. — Ihr Klima. auf dem Barbarei und Civilisation. die ich mir 276 . Guatimala. liefern so viele Geographen so sonderbar ungenaue Karten. von denen sie sofort gleichsam ausstrahlte. Allgemeine Bemerkungen über die Provinzen von Venezuela. um dieselbe einigermaßen richtig zu beurtheilen. Man wird nur da Stücke losreißen und anders verbinden.

Wenn die Eingeborenen in diesen Wäldern ganz von der Jagd lebten wie die am Missouri. erstere längs den Flüssen St. Ueberall ein trauriges Bild von Noth und Elend. wie in ganz Amerika. der eine nothwendige Folge davon ist.000. dann kommen Savanen oder Weiden. worunter 60. so. Die Mönche suchen sich die Zwistigkeiten unter den Eingeborenen zu Nutzen zu machen und ihre kleinen Missionsdörfer zu vergrößern. Es ist dieß das Ergebniß von Oltmanns Berechnung. die hindurch laufen. immer noch vereinzelt. die von Ost nach West laufen. Atabapo und Rio Negro.000 Quadratmeilen (25 auf den Grad) Umfang. Die Eingeborenen liegen in beständigem blutigem Krieg mit einander und fressen nicht selten einander auf. den Umfang der großen Gebietsabschnitte mit einiger Bestimmtheit anzugeben. in welche wir das Gebiet von Venezuela zerfallen lassen.000. In der zweiten Region. Das Militär. Es umfaßt längs den Küsten Neu-Andalusien oder die Provinz Cumana (mit der Insel Margarita). hat gegen eine Million Einwohner. näher kennen zu lernen. zugänglich ist. Venezuela oder Caracas. leben aber. so meint man. sie haben sich auf den ungeheuren bis zum Horizont fortstreichenden Grasebenen keineswegs niedergelassen.aus eigener Anschauung von diesen Grenzen verschafft. abgesehen von ein paar weit aus einander liegenden Städten. die wüsten und die bewohnten Striche mit einander zu vergleichen. Ueberblickt man die sieben vereinigten Provinzen von Terra Firma. vorgeschobene Posten an der brasilianischen Grenze. Die Menschen sind schon civilisirter.000 Sklaven. auf den Ebenen und Weiden. so sieht man. seyen ein Bild der drei Zustände und Stufen der menschlichen Gesellschaft: in den Wäldern am Orinoco das rohe Jägerleben. die drei Zonen. das fast zweimal so groß ist als das heutige Peru und an Flächengehalt dem Königreich Neu-Grenada wenig nachsteht. Domingo und Apure.und Handelsmittelpunkte äußern. diesen Zustand. in den hohen Thälern und am Fuß der Küstengebirge das Leben des Landbauers. Barcelona. im Innern die Provinzen Barinas und Guyana. daß sie drei gesonderte Zonen bilden. welche die Karten von Amerika durch meine astronomischen Bestimmungen erlitten haben. könnte man sagen. Coro und Maracaybo. das zum Schutz der Mönche daliegt. ist die Nahrung einförmig. In dieser ersten Zone herrscht das Recht des Stärkeren und der Mißbrauch der Gewalt. Der Ackerbau. letztere längs dem Orinoco. sondern kaum gelagert. und endlich jenseits des Orinoco die dritte. zu schätzen.71 Dieses Land. Caracas ist die Hauptstadt eines Landes. Sieht man ihre zum Theil mit Häuten und Leder gedeckten Häuser. den die Städter als Naturzustand preisen. lebt im Zank mit ihnen. Cassiquiare. die Waldzone. und den mehr oder minder bedeutenden politischen Einfluß. Zuvorderst liegt das bebaute Land am Meeresufer und bei der Kette der Küstengebirge. aber sehr reichlich. der allein Capitanio general von Caracas hat 48. setzt mich in Stand. 71 Die 277 . auf den Savanen oder Llanos das Hirtenleben. das im spanischen Regierungsstyl Capitania general de Caracas oder de las Provincias de Venezuela heißt. wobei die Veränderungen zu Grunde gelegt sind. Die Missionäre und eine Handvoll Soldaten besetzen hier. Neu-Grenada 65. Peru 30. die nur mittelst der Ströme. den sie als Regierungs. Wir werden bald Gelegenheit haben.

wie wir eben gethan. kann der Unterschied zwischen den Europäern und ihren Nachkommen allerdings nicht so auffallend schroff seyn. Ja im Königreich Buenos Ayres liegt die Region der Weiden. die Asien gegenüber liegen. die Montanneses72 und Biscayer in Mexico. ob in der Nähe der Küsten. die Catalonier in Buenos Ayres unterscheiden sich hinsichtlich des Geschicks zum Ackerbau. die der atlantische Ocean bespült. überall. wo sich die Hauptmasse der Bevölkerung befindet. in die heiße Zone versetzt. die Mäßigkeit oder die ungezügelte Habgier. die ältesten bürgerlichen Einrichtungen auf den Hochebenen und in den Gebirgen des Binnenlandes. Spanier. es ist aber zu bemerken. welche in den Cordilleren von Charras. die Wälder. welche die politischen Zustände der verschiedenen Colonien genau kennen lernen wollen. Will man eine richtige Vorstellung von diesen gewaltigen Provinzen erhalten. In Mexico. die sogenannten Pampas. Man muß die Theile des spanischen Amerika. zwischen dem vereinzelten Hafen von Buenos Ayres und der großen Masse ackerbauender Indianer. welchem Volksstamm die Mehrzahl der Weißen in jedem Theil der Provinzen angehört. deren Bevölkerung großen Theils aus Indianern von gemischtem Blut besteht. von großem Belang. sich nach der Herkunft der europäischen Familien erkundigen. im Küstenstrich. Industrie und Geistesbildung nehmen keineswegs überall von der Küste dem Innern zu ab. besonders in den warmen und gemäßigten Thälern der Gebirge am Meer. die rauhe oder sanfte Gemüthsart. sehe man jene drei Stufenalter der menschlichen Gesellschaft neben einander. unter einem neuen Himmelsstrich der Erinnerung an das Mutterland fast entfremdet. zum Handel und zu geistigen Beschäftigungen sehr wesentlich von einander. nicht überall im selben Verhältniß zu einander stehen. Die andalusischen Canarier in Venezuela. ausmachen. 278 . die leutselige Gastlichkeit oder den Hang zum einsamen Leben. die Savanen und das bebaute Land. und dieß ist für alle.die Grundlagen der Gesellschaft befestigt und die Bande zwischen Mensch und Mensch enger knüpft. daß sich im selben Lande die gegenseitigen Interessen der Bewohner des Binnenlandes und der Küsten sehr verschiedenartig gestalten. mußten sich ganz 72 So heißen in Spanien die Bewohner der Gebirge von Santander. wie einst in den Colonien jonischer und dorischer Abkunft. Bevölkerung. zu mechanischen Fertigkeiten. von denen trennen. oder concentrirt im Innern auf kalten und gemäßigten Hochebenen der Cordilleren. herrscht in der dritten Zone. die meisten Städte. auch in andern Theilen des spanischen und portugiesischen Amerika. wo man die allmählige Entwicklung der Cultur verfolgen kann. Dieser Umstand macht. Alle diese Stämme haben in der neuen Welt den allgemeinen Charakter behalten. die seit Jahrhunderten fast wie unabhängige Staaten von Vicekönigen oder Generalcapitänen regiert wurden. la Paz und Potosi wohnen. man muß die numerischen Verhältnisse zwischen den Eingeborenen und den andern Menschenstämmen ermitteln. Peru und Quito findet man die stärkste ackerbauende Bevölkerung. daß sie aber nirgends so regelmäßig vertheilt sind wie im Königreich Venezuela. untersuchen. so muß man mehrere Punkte zumal ins Auge fassen. In Ländern. Man könnte einwenden. der ihnen in der alten zukommt. man muß. daß die drei Zonen.

in Folge der Beschaffenheit ihrer Küsten und der Zusammendrängung der Bevölkerung auf dem Rücken der Cordilleren. ist unleugbar. meist sehr verwickelte Institutionen vorgefunden. In der Generalcapitanerie Caracas ist die indianische Bevölkerung des bebauten Landstrichs. die Hauptmasse der Bevölkerung. Daß der Charakter des amerikanischen Spaniers durch die physische Beschaffenheit des Landes. Die Königreiche Neu-Grenada und Mexico verkehren mit den fremden Colonien und mittelst dieser mit dem nicht spanischen Europa allein durch die Häfen von Carthagena und St. Betrachtet man die Zustände der Capitanerie von Caracas nach den oben angegebenen Gesichtspunkten. Bildung und das unruhige Streben nach Selbstregierung. Der Meerbusen von Mexico ist auch einen Theil des Jahrs wegen der gefährlichen Nordstürme wenig besucht. nirgends war der Schleichhandel mit dem Ausland schwerer im Zaum zu halten. in manchen Beziehungen sich verändert hat. durch die Beschäftigung mit dem Landbau. in dem die Liebe zur Freiheit und zu republikanischen Einrichtungen zur Aeußerung kommt. an dessen Ufern fast alle europäischen Nationen Niederlassungen gegründet haben. alte. wo das Klima nicht viel anders war als in Athen oder Corinth. in Santa Fe. einer Art Mittelmeer. Barcelona. sich vorzugsweise in der Nähe der Küste findet. wo die Spanier bei der Eroberung ordentliche Regierungen. die Indianer. daß der Ackerbau. Zur Zeit großer politischer Zerwürfnisse flößen die Indi279 . was auf die ursprüngliche Stammeseigenheit zurückweist. man kann allenthalben in jeder Jahreszeit sicher ans Land kommen. mit Fremden wenig in Berührung. bilden nur da einen sehr ansehnlichen Theil der ackerbauenden Bevölkerung. haben eine Menge Häfen. die zahlreichen Städte. als die Griechen. eine bürgerliche Gesellschaft. und so können sie von allen Vortheilen. wie in Neuspanien südlich von Durango und in Peru von Couzco bis Potosi. wenigstens außerhalb der Missionen. die das innere Meer der Antillen bietet. in Caracas. aber überall. durch die einsame Lage der Hauptstädte auf den Hochebenen oder in der Nähe der Küsten. unbeträchtlich. Porto-Cabello. kurz alles. gleichmäßig zugenommen haben? Die kupferfarbigen Eingeborenen. Nutzen ziehen. was durch höhere Cultur bedingt ist. das an zahlreichen Stellen mit dem atlantischen Ocean in Verbindung steht und seit der Eroberung auf den Fortschritt der Bildung im östlichen Theil des tropischen Amerika sehr bedeutenden Einfluß geäußert hat. Guayra. Ist es da zu verwundern. springen weit gegen Ost vor. Die Küsten von Venezuela dagegen sind sehr ausgedehnt. so zeigt es sich. Martha. in Quito und Buenos Ayres macht sich dennoch etwas geltend. welche sich auf den Küsten von Kleinasien oder Italien niederließen. Der Küstenstrich ist über 200 Meilen lang und wird vom kleinen Meer der Antillen bespült.anders umwandeln. Diese ungeheuren Länder kommen. Coro und Maracaybo. durch den Bergbau. Vera Cruz und Campeche. daß bei diesem leichten Handelsverkehr mit den freien Amerikanern und mit den Völkern des politisch aufgeregten Europas in den unter der Generalcapitanerie Venezuela vereinigten Provinzen Wohlstand. Nirgends kann der Verkehr mit den großen Inseln und selbst mit denen unter dem Wind stärker seyn als durch die Häfen von Cumana. durch die Gewöhnung an das Speculiren im Handelsverkehr.

280 .000 Sklaven. Cuba. So lange Spanien im ungestörten Besitz dieser schönen Colonien war. von Belang. Diese Besorgnisse werden nur da verschwinden. Unter den Racen. als weil man sich des Beistandes eines unerschrockenen. die vom Jahr 1792 an auf St. daß es im Süden sehr wenige. nicht sowohl aus Gefühlen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit. war im Jahr 1811 das Verhältniß wie 1 zu 3. »Die Neger. die in Folge dieser seltsamen Gestaltung des neuen Continents zwischen Ländern entstehen. Die Elemente der Zerwürfnisse sind überall die gleichen. bald der andern der einander gegenüberstehenden Parteien furchtbar. daß in der ganzen Capitanerie die Sklaven nur ein Fünfzehntheil der ganzen Bevölkerung ausmachen. wie alt schon die Besorgnisse sind. sie werden dennoch in die Aufregung hineingezogen. ihrerseits durch die Gesetzgebung unterstützen. Als ich im Jahr 1800 die Gesammtbevölkerung der sieben vereinigten Provinzen auf 900. und wie instinktmäßig bildet sich ein Einverständniß zwischen Menschen derselben Farbe. Betrachtet man das Meer der Antillen. an Entbehrungen gewöhnten und für sein eigenes Wohl kämpfenden Menschenschlags versichern wollte. durch die öffentliche Meinung und durch religiöse Ansichten in der Haussklaverei nach und nach vor sich geht. das durch die Küsten von Venezuela.000.und Ostküsten. Die Unruhen. auf die man zugleich mit Theilnahme wegen ihres Unglücks und mit Furcht wegen einer möglichen gewaltsamen Auflehnung blickt. wurden die kleinen Sklavenaufstände leicht unterdrückt. im Westen fast keine gibt. welche durch mildere Sitten. Wir werden bald sehen. die um dasselbe Becken gelegen sind. wo unter allen Antillen die Neger den Weißen gegenüber am wenigsten zahlreich sind. nahm ich die Indianer zu einem Neuntheil an.aner den Weißen und Mischlingen keine Besorgnisse ein. hat 212. die der Vereinigten Staaten und durch die Antillen gebildet wird. wo die Regierungen die Umwandlung zum Bessern. Mexico. Ich bin in der Reisebeschreibung des Girolamo Benzoni auf eine merkwürdige Stelle gestoßen. die politischen Beziehungen ins Auge zu fassen. Die sieben vereinigten Provinzen von Venezuela haben 60. welche die Zunahme der schwarzen Bevölkerung einflößt.000 Seelen schätzte. das achtmal kleiner ist. zählt an seinen Ufern gegen anderthalb Millionen Neger. nicht der Kopfzahl nach. und in verschiedenen Ländern des spanischen Amerika wurde die allmählige oder plötzliche Aufhebung der Sklaverei verkündigt. Sklaven und Freie. Es ist dieß gleichsam das afrikanische Stück dieses Binnenmeeres. aus denen die Bevölkerung von Venezuela besteht. Dieses amerikanische Mittelmeer.« sagt Benzoni. aus der hervorgeht. und sie sind so ungleich vertheilt. der für die Unabhängigkeit. haben sich naturgemäß auf die Küsten von Venezuela fortgepflanzt. auch wenn sie verschiedene Sprachen reden und auf weit entlegenen Küsten wohnen. als ein Binnenmeer mit mehreren Ausgängen. Domingo ausgebrochen. in großen Massen finden sie sich nur auf den Nord. Wie sehr auch die meisten Mutterländer ihre Colonien abzusperren suchen. während sie in Mexico fast die Hälfte ausmachen. auf Cuba. entbrannte. Neu-Grenada. so ist es wichtig. aber wegen der Zusammendrängung auf einen kleinen Flächenraum. zu dem der Meerbusen von Mexico gehört. aber sobald ein Kampf anderer Art. machten sich die Schwarzen durch ihre drohende Haltung bald der einen. ist die schwarze.

»haben sich auf St. daß auf die Provinz Caracas allein 40. Diese mühsam herzustellenden Ausnahmen sind schwer der Neugier der Colonisten zu entziehen. auf Maracaybo 10–12. daß jene Insel binnen Kurzem Eigenthum der Schwarzen seyn werde. In der Provinz Venezuela sind die Sklaven fast alle auf einem nicht sehr ausgedehnten Landstrich beisammen. worunter ein Fünftheil Mulatten. die wirklichen Spanier aus dem Mutterland Europäer. freizulassen. Villa de Cura und Nirgua läuft. Guanare und Barquesimeto. welche das Mutterland in die Colonien schickt. es sey dabei auf Erhöhung der Abgaben abgesehen. Wie in der alten Welt ist auch in der neuen die Zählung dem Volk ein Gräuel. Mit Vergnügen spreche ich von Handlungen. Der Herr darf dem Sklaven. und zwar aus Rücksichten einer argwöhnischen Staatsklugheit. Wenn auch die Minister in Madrid richtige Begriffe vom wahren Besten des Landes hatten und von Zeit zu Zeit genaue Berichte über den dem Vorgang von Anglo-Amerikaner. sich über einen so kitzlichen Punkt genaue Auskunft zu verschaffen. die Bonpland und mir so viel Zuneigung und Wohlwollen bewiesen. Auf den Llanos. viele Spanier gesehen habe. sind in der Provinz Venezuela häufiger als irgendwo. statistische Aufnahmen so wenig als das Volk. die gar nicht zweifelten. daß man ihre Kopfzahl kennt. Kurz bevor wir die fruchtbaren Thäler von Aragua und den See von Valencia besuchten. das er treibt. In den spanischen Colonien heißen die in Amerika geborenen Weißen Spanier. die Zahl der weißen Creolen. Domingo dergestalt vermehrt. Sabana de Ocumare. hatte eine Dame im großen Dorfe la Victoria auf dem Todbette ihren Kindern aufgegeben. den weiten Ebenen von Calabozo. dreißig an der Zahl. als ich auf Terra Firma (an der Küste von Caracas) war. in so schönem Lichte zeigen. die Freiheit nicht versagen. Die Zahl der Freigelassenen ist sehr beträchtlich. doppelt so viel gekostet.000 Sklaven in den vereinigten Provinzen von Venezuela sind so ungleich vertheilt. ihre Sklaven. den die Neger und die Farbigen auf die öffentliche Ruhe im Allgemeinen äußern. Yare. weil es meint. auf Cumana und Barcelona kaum 6000. Die Fälle. Die 60. welcher Ausdruck in alle europäischen Sprachen übergegangen ist. Nach den Negern ist es in den Colonien von besonderem Belang. man muß auch ihre Zusammendrängung an gewissen Punkten und ihre Lebensweise als Ackerbauer oder Stadtbewohner in Betracht ziehen. die den Charakter von Menschen. Um den Einfluß zu würdigen. die (12 Meilen von der Küste) über Panaquire. und der in Europa gebürtigen Weißen zu kennen. hätte der Sklave auch wegen des besondern Geschicks im Handwerk. daß ich im Jahr 1545. daß jemand im letzten Willen mehr oder weniger Sklaven die Freiheit schenkt. die ich Hispano-Amerikaner 73 nenne. die auf den Höfen zerstreut und mit der Hut des Viehs beschäftigt sind.000 kommen. der ihm dreihundert Piaster bietet. San Carlos. Andererseits lieben die Verwaltungsbeamten.« Unser Jahrhundert sollte diese Prophezeiung in Erfüllung gehen und eine europäische Colonie in Amerika sich in einen afrikanischen Staat verwandeln sehen. Gachupins oder Chapetons 73 Nach 281 . innerhalb der Küste und einer Linie. zählt man nur 4–5000. denn die spanische Gesetzgebung und die Sitten leisten der Freilassung Vorschub. ist es nicht genug.000. Es hält schwer.

000 Hispano-Amerikaner zählte. der selbst nicht ohne Bildung war. Sonderbare Verblendung. Als der junge Tupac-Amaru.000 Indianern aus den Gebirgen mehrere Provinzen von Oberperu eroberte. Die Leute.000–15. zum voraus die Zahl der Streiter schätzte.000 Seelen anzunehmen. so findet man annähernd die Zahl der weißen Creolen. die ein gemeinsames Interesse haben sollten. weil er ganz Neuspanien kundgethan. daß in Mexico drittehalb Millionen Menschen von der rothen Race wohnen. daß. betrachteten auch die schöne Posteinrichtung. Bedenkt man. daß. Vergleicht man die sieben vereinigten Provinzen von Venezuela mit dem Königreich Mexico und der Insel Cuba. welche Briefe von Buenos Ayres bis nach Neu-Californien befördert. In Mexico sind ihrer gewiß nicht über 60.000–210.zunehmenden Wohlstand der Colonien verlangten. dem Handel mit dem Mutterlande zu lieb. sind in Mexico ein Fünftheil. Nur auf den ausdrücklichen Befehl des spanischen Hofes wurden den Herausgebern des » peruanischen Merkurs« die vortrefflichen volkswirthschaftlichen Notizen überlassen. zieht man den Zustand der Küsten am stillen Meer in Betracht. so läßt sich nicht zweifeln. und nach mehreren Zusammenstellungen finde ich. schmeichelte Anfangs den Creolen und der europäischen Geistlichkeit. daß die Hauptstadt eines Landes von fast sechs Millionen Einwohnern im Jahr 1700 nur 2300 Europäer. ruhten die Befürchtungen aller Weißen auf demselben Grunde. Die Insel Cuba. indem man die relative Stärke der Menschenklassen ermittelt. die Lokalbehörden haben diese guten Absichten in den seltensten Fällen unterstützt. und wie wenige Weiße im Verhältniß zu den Eingeborenen in den Intendanzen Puebla und Oaxaca wohnen. an der Spitze von 40. man hat 200. nach der genauen Zählung von 1811. Ich glaube. wenn nicht in der Capitania general so doch in der Provinz Venezuela das Verhältniß stärker ist als 1 zu 5. sämmtliche spanische Colonien zu 14–15 Millionen Einwohnern angenommen. zwischen Barbarei und Cultur sey. auf der die Weißen sogar zahlreicher sind als in Chili. zu meinen. auf Cuba. die Reben in Neu-Mexico und Chili auszureißen. als eine der gefährlichsten Neuerungen des Grafen Florida Blanca. Erstere. das heißt das Maximum an die Hand. sie riethen (glücklicherweise ohne Erfolg). In Mexico. gibt uns für die Capitania general von Caracas eine »Grenzzahl«. aber die Ereignisse und die Rachsucht seines Neffen Andreas 282 . durch Volkszählungen wecke man in den Colonisten das Bewußtseyn ihrer Stärke! Nur in Zeiten des Unfriedens und des Bürgerzwistes kann es scheinen. nicht in Madrid habe ich den Vicekönig Grafen Nevillagigedo tadeln hören. ein Drittheil der Gesammtbevölkerung.000 Europäer darunter sind. als ob man. höchstens 3 Millionen Creolen und 200.000 Hispano-Amerikaner auf eine Gesammtbevölkerung von 900. die Hispano-Amerikaner. daß der Kampf ein Racenkampf zwischen dem rothen und weißen Mann. der in sich den rechtmäßigen Erben des Reiches der Incas erblickte. Die Hispano-Amerikaner fühlten so gut wie die in Europa geborenen Spanier.000 zu betragen. dagegen über 50. Innerhalb der weißen Race scheint die Zahl der Europäer (die Truppen aus dem Mutterland nicht gerechnet) nicht über 12. die dieses Blatt mitgetheilt hat. die sich darüber beklagten. Tupac-Amaru. selbst die der Europäer.000.

was ihr gemeinsames Interesse sey. die Scheu. Immerhin wäre ihnen eine nationale Regierung und volle Handelsfreiheit lieber 283 . sich in ein Unternehmen einzulassen. die sie kaum dem Namen nach kennen. als sie mit allen theilen. meinen sie. so wenige sind. wobei. sich der Sache der Unabhängigkeit anzuschließen. Sie wollen lieber gewisse Rechte gar nicht bekommen. deren sich ein dünn bevölkertes Land unter dem Druck der schlechtesten Regierung zu erfreuen hat. die in jeder Gemeinde durch ererbten Wohlstand oder durch sehr alten Bestand in den Colonien eine wahre Municipalaristokratie bilden. die Weißen blieben Sieger. Dieser kecke Anschlag hatte desto schlimmere Folgen. Noch andere. da man. vor Allem fürchten sie den Verlust der Ordenszeichen und Titel. stehen Menschen desselben Stammes einander gegenüber. wenn Leute damit bekleidet werden. bei den Unruhen. und so fragen sie nichts darnach. halten diese ab.Condorcan rissen ihn fort und er änderte sein Verfahren. Jetzt. Man scheint sich in Europa zu wundern. Jahrhunderte lang so starken Widerstand leisten konnten. die vom Ufer des Rio de la Plata bis Neu-Mexico auf einer Strecke von vierzehnhundert Meilen ausgebrochen sind. wie wir gesehen. die Liebe zur ungestörten Ruhe. sie verabscheuen jede auf Gleichheit der Rechte gegründete Verfassung. deren. statt den Ursachen des herrschenden Mißvergnügens auf den Grund zu gehen. und von nun an faßten sie das Zahlenverhältniß zwischen der weißen und der indianischen Bevölkerung in den verschiedenen Provinzen sehr scharf ins Auge. Revolution ist ihnen gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer Sklaven. Familienrücksichten. und deren Arm nicht zu ihnen reicht. wie die Spanier aus dem Mutterlande. daß in allen Colonien die europäische Partei nothwendig durch eine große Menge Einheimischer verstärkt wird. und ihrer sind sehr viele. Die einen scheuen alle gewaltsamen Mittel und leben der Hoffnung. der herrschende Cultus sich unmöglich in seiner Reinheit erhalten könne. Andere gehören den wenigen Familien an. mit der Beraubung des Clerus und der Einführung einer religiösen Duldsamkeit. daß die Weißen diese Aufmerksamkeit auf sich selbst richteten und sich mißtrauisch nach den Bestandtheilen ihrer eigenen Kaste umsahen. Jede Unternehmung zur Erringung der Unabhängigkeit und Freiheit trennt die nationale oder amerikanische Partei und die aus dem Mutterland Herübergekommenen in zwei Lager. die Sache des Mutterlandes nur durch strenge Maßregeln zu retten glaubte. das schlimm ablaufen kann. und die. oder für die Einführung einer eigenen. durch Reformen werde das Colonialregiment allgemach weniger drückend werden. die im Rang unter ihnen stehen. ja eine Fremdherrschaft wäre ihnen lieber. wie wir oben angedeutet. Als ich nach Caracas kam. waren letztere eben der Gefahr entgangen. die sie in dem von España angezettelten Aufstand für sich erblickt hatten. Aus einem Aufstand für die Unabhängigkeit wurde ein grausamer Krieg zwischen den Racen. leben auf dem Lande vom Ertrag ihrer Grundstücke und genießen der Freiheit. einen Hauptbestandtheil ihres häuslichen Glücks ausmachen. Erst in unserer Zeit kam es nun dahin. als eine Regierung in den Händen von Amerikanern. wenn auch vom Mutterland abhängigen Repräsentativregierung aufzutreten. die sie sich mit so saurer Mühe erworben. es kam ihnen zum Bewußtseyn. Sie selbst machen keine Ansprüche auf Amt und Würden. und man vergißt.

Santa Fe de Bogota und Quito]. einmal erwacht. Von den Hauptstädten des tropischen Amerika. Cumana und Coro ist nichts indianisch als die Namen. die eben so viele Mittelpunkte des Handels und der Cultur bilden. daß die indianische Bevölkerung in den vereinigten Provinzen von Venezuela nicht stark und nicht altcivilisirt ist. Diese konnten hier nicht. Da die Hauptmasse der Bevölkerung von Venezuela den Küsten nahe gerückt ist und der cultivirteste Landstrich von Ost nach West denselben parallel läuft. langwierigen Opfern entschließen sollten. Wenn die Ruhe erhalten blieb. Thomas in Guyana muß nothwendig einmal ein wichtiger Handelsplatz werden. sobald dieses Gefühl. Man darf nur die Lage der Provinzen. und man dasselbe in Cumana und Caracas dem Mehl aus den Vereinigten Staaten vorzieht. Wir haben oben gesehen. An Caracas. vor allem des Gleichgewichtes. das sich zwischen feindlichen Gewalten herstellt. durch den ihre Produkte abfließen.als das alte Colonialwesen. Caracas ist der Sitz einer Audiencia (hoher Gerichtshof) und eines der 284 . der Meta. die im Gebirge liegen und eines sehr gemäßigten Klimas genießen [Mexico. ihren mehr oder minder starken Verkehr mit den Inseln unter dem Wind oder den großen Antillen. um einzusehen. St. aber diese Wünsche sind gegenüber der Liebe zur Ruhe und der Gewöhnung an ein träges Leben keineswegs so lebhaft. namentlich wenn einmal das Mehl aus Neu-Grenada oberhalb der Vereinigung des Rio Negro und des Umadea eingeschifft wird und aus dem Meta und dem Orinoco hinunter kommt. Es ist ein großer Vorzug der Provinzen von Venezuela. wie der von Mexico und Neu-Grenada nach Vera Cruz und Carthagena. so war dieß die Folge der Gewohnheit. des großen Einflusses einer gewissen Zahl mächtiger Familien. die Richtung der Gebirge und den Lauf der großen Flüsse betrachten. daß nicht ihr ganzer Bodenreichthum in Einem Punkt zusammenfließt. sobald eine bedeutende Menschenmasse ihren Privathaß eine Weile ruhen läßt und im Gefühl eines gemeinsamen Interesses sich verbündet. Santa Fe de Bogota und Quito. der Orinoco. wie Mexico. am Widerstand erstarkt und durch fortschreitende Geistesentwicklung und die Umwandlung der Sitten der Einfluß der Gewohnheit und der alten Vorstellungen sich mindert. daß Caracas auf die Länder. wie in Mexico und Peru. Der Apure. Eine auf Entzweiung gegründete Sicherheit muß erschüttert werden. so ist Caracas kein Mittelpunkt des Handels. Maracaybo. Mit dieser nach vielfachem Verkehr mit allen Ständen entworfenen Skizze der verschiedenen Färbung der politischen Ansichten in den Colonien habe ich auch die Ursachen der langen friedlichen Herrschaft des Mutterlandes über Amerika angegeben. sondern daß sie eine Menge ziemlich gleich bevölkerter Städte haben. die von West nach Ost laufen. nehmen alle Gewässer aus den Llanos oder der Region des Weidelandes auf. Jede der sieben in eine Capitania general vereinigten Provinzen hat ihren eigenen Hafen. niemals einen bedeutenden politischen Einfluß haben kann. deren Hauptstadt es ist. ist Caracas die am tiefsten gelegene. auch sind alle Städte derselben von den spanischen Eroberern gegründet. in die Fußstapfen der alten Cultur der Eingeborenen treten. daß sie sich deßhalb zu schweren.

im Jahr 1800 etwa 40. dem Abhang des Bodens gegen Süden nach. Der Boden. Der Guayrefluß entspringt im Urgebirge des Higuerote. Seit meiner Rückkehr nach Europa hat die Bevölkerung von Caracas beständig zugenommen. um sich oberhalb Yare mit dem Rio Tuy zu vereinigen. wenn das äußerst fruchtbare und handelsthätige Land. und ich habe sie ohne Arzt vornehmen sehen. nur einiger Jahre Ruhe genießt und verständig regiert wird. muß man die Richtung der Küstengebirge und der großen Längenthäler zwischen denselben ins Auge fassen.000 herunter. das zwischen dem Thal von Caracas und dem von Aragua liegt. durch eine bösartige Pockenepidemie sehr stark gelitten. seit diesem denkwürdigen Zeitpunkt ist die Kuhpockenimpfung allgemein geworden. In der Provinz Cumana. Er läuft 30 Meilen lang. kam die Einwohnerzahl auf weniger als 20.000 an. in welche das ganze spanische Amerika getheilt ist. Durch die politischen Ereignisse. Um eine richtige Vorstellung von der Lage der Stadt zu bekommen.000. nach meinen Erkundigungen über die Zahl der Geburten. Die Stadt liegt am Eingang der Ebene von Chacao.000 geschätzt. Dieser Fluß bildet in der Küstenkette eine Art Längenthal. In der Stadt starben 6–8000 Menschen. als das große Erdbeben am 26. geradeaus von West nach Ost. dessen Mittelpunkt Caracas ist. sich in den Orinoco ergießen. März 1812 gegen 12. denn im tropischen Amerika. Auf diesem Stromstück beträgt nach meinen barometrischen Messungen der Fall des Tuy von der Pflanzung Manterola bis zur Mündung 295 Toisen. weil sie immer an mehreren Punkten zugleich sporadisch auftrat. gebirgigen Theile der Provinz. sie betrug 50. und durch die der Rio Guayre fließt. die weniger Verkehr mit Europa hat. Im Jahr 1766 hatte die Bevölkerung von Caracas und des schönen Thals. worunter 12. während die Gewässer der Llanos.000 Seelen. Letzterer ist der einzige Fluß von Bedeutung im nördlichen. die unterrichtetsten Einwohner geben sie sogar zu 45.acht Erzbisthümer. war zu meiner Zeit seit fünfzehn Jahren kein Pockenfall vorgekommen. traten die Pocken (wenn man sich auf einen weitverbreiteten Glauben verlassen kann) vor der Einführung der segensreichen Kuhpockenimpfung nur alle 15–18 Jahre verheerend auf.000 Menschen unter den Trümmern ihrer Häuser begrub. die dieser Catastrophe folgten. Im Jahr 1778 hatte man bereits 30–32.000 freie Farbige. Nach dieser hydrographischen 285 . Alle unmittelbaren Aufnahmen blieben ein Viertheil und mehr unter der wirklichen Zahl. das heißt von fünf Sechstheilen der Provinz Caracas. ist uneben und fällt stark von Nord-Nord-West nach Süd-Süd-Ost ab. Die Bevölkerung war.000 Weiße und 27. ich sage sporadisch. in dem es liegt. während man in Caracas vor dieser schrecklichen Krankheit beständig bange hatte. die sich drei Meilen nach Ost gegen Caurimare und Cuesta d’Auyamas ausdehnt und zwei und eine halbe Meile breit wird. Er erhält bei las Ayuntas nach der Vereinigung der Flüßchen San Pedro und Macarao seinen Namen und läuft zuerst nach Ost bis zur Cuesta d’Auyamas und dann nach Süd. Sie liegt 414 Toisen über dem Meer. von denen über drei Viertheile schiffbar sind. auf dem Caracas liegt. aber diese Verluste werden bald wieder eingebracht seyn. wo der Wechsel der atmosphärischen Zustände und die Erscheinungen des organischen Lebens an eine auffallende Periodicität gebunden scheinen.

die Silla. wo ich meine astronomischen Beobachtungen gemacht habe. I. Nueva Barcelona und Caravalleda. Es ist zu bedauern. später als Cumana. einem eine Meile weit südwärts 74 1567. letzterer 8 Toisen über dem Pflaster vor der Hauptkirche auf dem großen Platz. dann Gneiß. 75 S. Sie sind durch einen Bergzug getrennt. 286 .Skizze erklärt sich die natürliche Neigung der Bewohner derselben Provinz. erinnern sie im Kleinen an die berühmten Guaicos in Quito. welche darin auslaufen und das Terrain durchschneiden. so geht es von Nord nach Süd fast beständig bergab. Der Ruf der Goldminen von los Teques und Baruta hatte damals die Spanier hergelockt. die vom Gebirge herabkommen. Catuche und Caraguata. Gips und Conglomerate mit Seemuscheln. Diese Savanen liegen schon jenseits des Tuy. über den man auf dem Wege von Caracas nach den hohen Savanen von Ocumare über le Valle und Salamanca kommt. Coro. Die Stadt Quito liegt gleichfalls im engsten. Seite 238. da wo. verfolgt man die Kette von Porto-Cabello bis Maniquare und zum Macanao auf der Insel Margarita. daß die Richtung der Schichten des Urgebirgs von der Richtung der ganzen Kette unabhängig ist. und mit den ausgetrockneten Betten von Gebirgswassern. man bedient sich ihrer aber selten.75 Man trinkt in Caracas das Wasser des Rio Catuche. Glimmerschiefer und Urschiefer. Guiripa und Villa de Cura den südlichsten Zug. Es ergibt sich daraus. und. Wie das Vorgebirge Codera. Vom Zollhaus la Pastora über den Platz Trinidad und die Plaza major nach Santa Rosalia und an den Rio Guayre geht es immer abwärts. Als Diego de Losada die Stadt gründete. und dieser 32 Toisen über dem Guayrefluß bei la Noria. aber sie waren noch nicht Herren des ganzen Thals und blieben lieber nahe am Weg zur Küste. Bd. daß Caracas nicht weiter ostwärts liegt. Chacao zu. endlich dichten Kalkstein. und da das Thal dieses Flusses weit tiefer liegt als das von Caracas.74 hielt er sich ohne Zweifel an die Spuren der ersten Niederlassung unter Faxardo. sie haben sehr hohe Ufer. unterhalb der Einmündung des Anauco in den Guayre. dennoch laufen beide eine Strecke weit einander parallel. so bilden die Berge von Panaquire. daß die Schichten dieses gewaltigen Küstengebirges fast durchgängig von Südost nach Südwest streichen und gewöhnlich nach Nordwest fallen. unebensten Theil eines Thals zwischen zwei schönen Ebenen (Turupamba und Rumipamba). sich das Thal breit. Das Thal von Caracas ist zwar nur ein Seitenzweig des Tuythals. ausdehnt. so findet man von West nach Ost zuerst Granit. Trotz des abschüssigen Bodens fahren Wagen in der Stadt. und wie durch stehendes Gewässer geebnet. der Anauco. was sehr bemerkenswerth ist. wo man sich hätte anbauen können. Drei Bäche. laufen von Nord nach Süd durch die Stadt. Wir haben schon öfter bemerkt. der Cerro de Avila zwischen Caracas und Guayra und die Berge von Mariara den nördlichsten und höchsten Zug der Küstenkette. wenn man die alten indianischen Bauten hätte wollen liegen lassen. Ocumare. ihre Produkte auf verschiedenen Wegen auszuführen. Nach meinen barometrischen Messungen liegt das Zollhaus 39 Toisen über dem Platze Trinidad. aber die Wohlhabenden lassen das Wasser aus Valle.

Durch das enge Thal und die Nähe der hohen Berge Avila und Silla erhält die Gegend von Caracas einen ernsten. konnte ich von einer Loge im Theater aus bemerken. in den Monaten November und December. wie in allen Städten. Diese Wolken senken sich oft bis über das Kreuz von Guayra herab und man sieht sie dicht am Boden gegen la Pastora und das benachbarte Quartier Trinidad fortziehen. als ob eine Mine darunter gesprungen wäre. fünf Klöster und ein Theater. in dem ich wohnte. Aber gegen Abend trübt sich die Luft. Wolkenstreifen hängen an ihren immergrünen Seiten und theilen sie gleichsam in übereinanderliegende Zonen. düstern Anstrich. besonders in der kühlsten Jahreszeit. So rühmt man an der Magellanschen Meerenge das Wasser. denn die furchtbaren Erderschütterungen am 26. Die Morgen sind dann ausnehmend schön. weil sie über Sassaparillwurzeln76 laufen. das mit den Wurzeln der Winterana Canella in Berührung kommt. Zu meiner Zeit war das Parterre. die Berge umziehen sich. so wie das aus dem Gamboa gelten für sehr gesund. das Wasser von Valle enthält keinen Kalk. bei reinem klarem Himmel hat man die beiden Dome oder abgerundeten Pyramiden der Silla und den gezackten Kamm des Cerro de Avila vor sich. welche gegen Candelaria zu die Straße von Chacao und Petara aufsuchen. ob Jupiter in der Nacht sichtbar seyn werde. so lange sie ruhig bleibt und der Wind nicht Schichten von verschiedener Temperatur durcheinander wirft. das Erdbeben ausgesetzt ist. der Stadttheil la Trinidad. dieser Contrast zwischen dem heitern Morgen und dem bedeckten Himmel am Abend ist mitten im Sommer verschwunden. Allmählich verschmelzen diese Zonen. 287 . gerade gezogen und schneiden sich unter rechten Winkeln. nicht bedeckt. Man sah zugleich die Schauspieler und die Sterne. Die Häuser sind geräumig und höher. sondern mitten in Deutschland. die kalte Luft. kommen. die Luft behält fast beständig die den Hochebenen und hochgelegenen Thälern eigenthümliche Reinheit und Durchsichtigkeit.gelegenen Dorfe. die ich nur 76 In ganz Amerika glaubt man. Sie ersteht langsam aus ihren Trümmern. ward über den Haufen geworfen. März 1812 haben fast die ganze Stadt zerstört. In dieser Sommerzeit prangt die Landschaft. Im Juni und Juli sind die Nächte hell und ausnehmend schön. staut sich im engen Thal und verdichtet die leichten Dünste zu großen flockigten Wolken. Man zählt in Caracas acht Kirchen. in dem Männer und Frauen gesonderte Sitze haben. auf den mit Fichten und Lerchen bewachsenen Bergen des Harzes zu seyn. das 15 bis 1800 Zuschauer faßt. die von der Silla herabkommt. Dieses Wasser. seyn sollten. Beim Anblick dieses Wolkenhimmels meinte ich nicht in einem gemäßigten Thale der heißen Zone. das Wasser nehme die Eigenschaften der Gewächse an. in deren Schatten es fließt. Da das nebligte Wetter mich um viele Trabantenbeobachtungen brachte. Ich habe keine Spur von Arom oder Extractivstoff darin finden können. Aber dieser düstere. welche die Spanier in Amerika gegründet. Die neue Brücke über den letzteren Fluß ist schön gebaut und belebt von den Spaziergängern. aber etwas mehr Kohlensäure als das Wasser aus dem Anauco. als sie in einem Lande. Die Straßen von Caracas sind breit. schwermüthige Charakter der Landschaft. Im Jahre 1800 waren die zwei Plätze Alta Gracia und San Francisco sehr hübsch: ich sage im Jahr 1800.

Ueber dieser Waldregion steigen zwei Felsmassen in Kuppelform empor. in ihrer vollen Pracht. als er wirklich ist. an dem der Thermometer im Schatten acht Stunden lang über 22° steht. Ersterer heißt der » Wind von Catia. und dasselbe findet sich überall im tropischen Amerika auf der halben Höhe der Cordilleren. Im engen Thale wird die Luft so zu sagen im Gleichgewicht gehalten von zwei Winden. von der Seeseite weht. B. erwähnt haben. Petare und la Vega im angenehmsten Contrast. der im gemäßigten Europa kaum die Schneegrenze erreichte. deren wir oben bei Gelegenheit des Projekts einer neuen Straße und eines neuen Hafens. höher. bei Nacht zwischen 16 und 18 Grad hält. In Cumana und überall in der Niederung ändert sich die Temperatur von 11 Uhr Morgens bis 11 Uhr Abends gewöhnlich nur um 2–3 Grad. aus dem Binnenlande kommt. zwischen 400 und 900 Toisen über dem Meer. Leider ist in diesem so gemäßigten Klima die Witterung sehr unbeständig. während der andere von Ost. 77 Ich 288 . der Orangenbaum. die sich bei Tag zwischen 20 und 26. Mit diesem großartigen Prospekt der Silla und der Bergscenerie im Norden der Stadt steht der angebaute Strich des Thals. Häufig folgt z. in der heißen Zone aber sind selbst die Europäer so sehr an die Gleichförmigkeit der äußeren Reize gewöhnt. purpurroth schimmert. dann kommt die Zone der immergrünen Sträucher. der Aprikosenbaum und der Weizen neben einander gedeihen! Ein einheimischer Schriftsteller vergleicht auch Caracas mit dem Paradiese und findet im Anauco und den benachbarten Bächen die vier Flüsse desselben. Sie sind völlig kahl und dadurch erscheint der Berg. im Januar auf eine Nacht mit einer mittleren Temperatur von 16° ein Tag. daß sie an Einem Tage verschiedene Jahreszeiten haben und die Uebergänge von einer Jahreszeit zur andern sehr schroff sind. statt der Straße und des Hafens von Guayra. Man hört das Klima von Caracas oft einen ewigen Frühling nennen. deren einer von West. als man nach dem bloßen Thermometerstande glauben sollte. daß ein Temperaturwechsel von 6 Grad ihnen beschwerlich wird. Was läßt sich auch Köstlicheres denken als eine Temperatur. die lachende Ebene von Chacao. Der Wind von Catia ist aber nur scheinbar ein Westwind. die zur Blüthezeit der Befaria. und in der der Bananenbaum. Ihr Abstand beträgt etwa 4500 Toisen. Die Einwohner von Caracas klagen darüber. Die untere Hälfte des Bergs ist mit kurzem Rasen bedeckt. meist ist es der Seewind aus Ost fand auf dem Platze Trinidad die scheinbare Höhe der Silla 11° 12￿ 49￿. der Kaffeebaum. Zudem äußern diese atmosphärischen Schwankungen in Caracas auf den menschlichen Organismus stärkeren Einfluß. Die beiden runden Gipfel der Silla erscheinen in Caracas fast unter demselben Höhenwinkel77 wie der Pic von Teneriffa im Hafen von Orotava. wenn nicht sehr breite Thäler und Hochebenen und dürrer Boden die Intensität der strahlenden Wärme übermäßig steigern. westwärts von Cabo Blanco. « weil er von Catia. durch die Schlucht Tipe heraufkommt. Am selben Tage kommen aber Wärmegrade von 24 und von 18° vor. der Alpenrose des tropischen Amerika.wenige Tage zu Ende Januars in schöner Beleuchtung gesehen. der Apfelbaum. Dergleichen Schwankungen sind in den gemäßigten Landstrichen Europas ganz gewöhnlich.

nicht aus dem Hause gehen. und wie 289 . die sich über der Erdoberfläche lagern.und Nordost. von denen die eine während des Sirocco oder des Catia mit Luft gefüllt worden ist. auf den weiten Hochebenen. die im gemeinen Glauben verrufen sind. seine reizende Wirkung möchte eben von dieser Reinheit herrühren. im Maaße als er sich abkühlt. da die genauesten Methoden nur 0. es ist sehr begreiflich. Von den hohen Bergen Aguas Negras zurückgeworfen. und die andere. hier durch die Ausdehnung. daß der auffallende Effekt des Catia und aller Luftströmungen. wenn er stark bläst. die sie erleidet. der. nebligter Luft. die Caracas mit der ganzen gemäßigten Region unter den Tropen. Man braucht keine Miasmen von der ungesunden Seeküste nach Caracas heraufkommen zu lassen. daß der Wind von Catia reiner (etwas reicher an Sauerstoff) sey als der Wind von Petare. Die Einwohner von Caracas fürchten sich sehr vor ihm. ich meinte auch.003 Sauerstoff angeben. Aber die Mittel. welche die Mischung der Luft an einem gegebenen Ort durch die Winde erleidet. die in einer Meereshöhe von 4–800 Toisen entweder auf kleinen Hochebenen oder am Abhang der Cordilleren liegen. Ich glaubte während meines Aufenthalts in Caracas gefunden zu haben. die ich angewendet. wie Xalapa in Mexico und Guaduas in Neu-Grenada. mit allen Orten gemein hat. sich in der Quebrada de Tipe fängt. wie man in Italien thut. auf eudiometrischem Wege nicht zu ermitteln. vom östlichen Ende des Guayrethals herein und führt die trockenere Luft des Gebirgs und des Binnenlandes herbei. Diese Unbeständigkeit der Witterung. und wiederum in sehr bedeutenden Höhen. Ich habe welche gekannt. bevor diese Winde wehten. Er ist sehr feucht und das Wasser schlägt sich auf ihm nieder. sind sehr unzuverläßig. Trotz der hohen Lage ist der Himmel in Caracas gewöhnlich weniger blau als in Cumana. Der Wasserdunst ist dort nicht so vollkommen aufgelöst. Personen mit reizbarem Nervensystem verursacht er Kopfschmerzen. wo die gleichförmige Strahlung des Bodens die Auflösung der Dunstbläschen zu befördern scheint. der Gipfel der Silla umzieht sich daher auch mit Wolken. Die Chemie kennt noch kein Mittel. er zerstreut die Wolken und läßt den Gipfel der Silla in seiner ganzen Pracht hervortreten. kommt der Wind nach Caracas herauf auf der Seite des Kapuzinerklosters und des Rio Caraguata. diese etwas schroffen Uebergänge von trockener. sobald der Catia ins Thal dringt. Beständig heiterer Himmel einen großen Theil des Jahres hindurch kommt nur in den Niederungen an der See vor. um den Inhalt zweier Flaschen zu unterscheiden. Der Wind von Petare kommt von Ost und Südost. und durch die Berührung mit kälteren Schichten sich abkühlt und einen bedeutenden Theil ihres Wassers niederschlägt. Die dazwischen liegende Zone beginnt mit den ersten Wolkenschichten. die an die trockenere Gebirgsluft gewöhnt sind. um sich dem Winde nicht auszusetzen. wenn die sehr feuchte Seeluft durch die Tipeschlucht wie ein aufsteigender Strom in das hohe Thal von Caracas heraufkommt. sind Uebelstände. Es ist mir jetzt wahrscheinlich. es sehr unangenehm empfinden. Bekanntlich sind die Veränderungen. daß Menschen. vielmehr dem Wechsel in Feuchtigkeit und Temperatur als chemischen Mischungsveränderungen zuzuschreiben sind. Unbeständigkeit und viele Nebel bei sehr milder Temperatur sind der Witterungscharakter dieser Region. die. heller zu feuchter. wenn der Sirocco weht.

ungefähr wie man auf die Höhe eines Gestirns im Meridian aus Höhen. beträgt der Unterschied im Maximum 3°. Sobald der starke Wind von Petare nachließ. daß sie nicht viel über oder unter 21–22° beträgt. einen ähnlichen Einfluß des Windes auf die Farbe der Luft beim heitersten Himmel beobachtet. Es war gleich 12 Grad des Cyanometers. Die Intensität des Himmelsblau war auf dem Saussureschen Cyanometer vom November bis Januar im Durchschnitt 18. theils in Chacao. Das Ergebniß. bei Nacht auf 78 Nach Reaumur bei Tag 16°. die im Thale von Caracas zugleich von der hohen Lage (oder von der Ausdehnung der Luft im aufsteigenden Strome) und vom Conflikt der Winde von Catia und von Petare herbeigeführt wird. wenn auch in geringerem Grade.und Südostwinde von Caurimare her und aus dem Binnenland.1. ganz in der Nähe der Hauptstadt. an den Küsten dagegen 22–25 Grad. stieg das Blau im Zenith auf 16 Grad. Zur See habe ich häufig.6. December und Januar als Durchschnitt des täglichen Maximum und Minimum der Temperatur 20°. bei Nacht 12°. steigt er bei Tag auf 25–26°. ist nun aber auf folgendem Wege gewonnen worden. in Mexico. einen Schluß zieht. die ich in drei Jahren theils in Caracas selbst. Nach einer kleinen Reihe von Beobachtungen. Januar war das Blau des Himmels um Mittag im Zenith heller. die Luft war dabei vollkommen durchsichtig. 20°. hielt sich der hunderttheilige Thermometer in der kalten Jahreszeit bei Tage meistens zwischen 21 und 22°.in unserem Klima wird durch die stärkere Zerstreuung des Lichts die Farbe der Luft geschwächt. daß der Wind von Petare das Himmelsgewölbe zuweilen auffallend blaß färbt. 20°.2.9 ab. In Guayra bei Caracas weicht der kälteste Monat vom jährlichen Mittel um 4°.78 In der heißen Jahreszeit. das ich für richtig halte. läßt sich annähernd aus der mittleren Temperatur einiger Monate die mittlere Temperatur des ganzen Jahres berechnen. aber wenn auch im Winter zuweilen die Luft von Guayra (oder von Catia) durch die Quebrada de Tipe ins hohe Thal von Caracas heraufkommt. angestellt. daß in Guayra und Caracas die Temperatur der kältesten Monate 23°. so erhält dasselbe dagegen einen größeren Theil des Jahrs hindurch die Ost. 290 . indem sich Weiß dem Blau beimischt. In Santa Fe de Bogota weicht nach Caldas der Januar von der mittleren Jahrestemperatur nur um 0°. Nach eigenen Beobachtungen fand ich für die drei sehr kühlen Monate November. bei Nacht zwischen 16 und 17°. Diese Unterschiede sind der Ausdruck einer Temperaturabnahme. nie über 20 Grad. Ich habe im Thal von Caracas die Bemerkung gemacht. also der gemäßigten Zone schon sehr nahe. was wir jetzt über die Vertheilung der Wärme in den verschiedenen Jahreszeiten und in verschiedenen Meereshöhen wissen.8–18°. im Juli und August. Wir wissen nach unmittelbaren Beobachtungen. wolkenlos und auffallend trocken.2 und 20°.1 beträgt. Ich glaube indessen darthun zu können. die außerhalb des Meridians gemessen werden. als ich es je in der heißen Zone gesehen.8-13°. Am 23.2. Nach dem aber. Welches ist die mittlere Temperatur von Caracas? Wir kennen sie nicht so genau wie die von Santa Fe de Bogota und Mexico.2 ab.

von Petare und Valle her. waren das Maximum und das Minimum nur 25° und 12°. Beim Gotthardtshospiz z. ergeben als mittlere Jahrestemperatur von Caracas etwas mehr als 21°.5. In Cumana und Guayra (denn man darf keine Orte anführen. Die Kälte nimmt auf unsern Bergen nicht so rasch zu. in Santa Fe und Quito kommen Schwankungen zwischen 3 und 22° vor. nicht die kältesten und heißesten Tage. während derselbe unter der nämlichen Breite beinahe am Meeresspiegel 20–21° beträgt.8 R] gesunken seyn. daß in der heißen Zone das Klima in den Niederungen gleichförmiger ist als auf den Hochebenen.5 wärmer als die Nächte. Breitengrade vor. das fast dreimal weniger hoch und auf einer unbedeutenden Hochebene liegt. In Europa ist in der gemäßigten Zone die Temperatur auf den Gebirgen etwas gleichförmiger als in den Niederungen. durch das Spiel der niedergehenden Luftströme. keineswegs auf’s Klima. ist der Unterschied zwischen den mittleren Temperaturen der wärmsten und der kältesten Monate 17°. Eine solche kommt aber im System der cisatlantischen Klimate auf Ebenen unter dem 36–37. Die Gewitter kommen immer aus Ost und Südost. die sich an jedem Punkte im Laufe des ganzen Jahrs entwickelt. sie soll im Winter unmittelbar nach Sonnenaufgang schon auf 11° [8°. 291 . daß dieser Vergleich sich nur auf die Summe von Wärme bezieht. bei Nacht 17°.3. So lange ich mich in Caracas aufhielt. sondern Stunden des Jahres vergleicht. trockenen Luft der Cordilleren. Wochenlang konnte ich weder Sonnen. das heißt auf die Vertheilung der Wärme unter die verschiedenen Jahreszeiten. wenn man.22–23°. B. eine Minute vor dem Eintritt eines Trabanten. wie die Wärme abnimmt. Die Kälte bei Nacht ist um so empfindlicher. wo die Nordwinde einige Monate lang das Gleichgewicht der Atmosphäre stören) steht der Thermometer das ganze Jahr zwischen 21 und 35°. und dieselben Beobachtungen.6–18°. mir der Planet und meine nächste Umgebung mit einander im Nebel verschwanden. mit einem von mir berichtigten Instrument angestellt. Diese Erscheinungen von nächtlicher Abkühlung mögen auf den ersten Anblick überraschen. Wenn wir den Cordilleren näher kommen. das Auge am Fernrohr hatte. werden wir sehen.79 Dieß ist der gewöhnliche Zustand der Atmosphäre.5.4. In Caracas.noch Sternhöhen messen. wie in Cumana. in Caracas aber kommt es so ziemlich alle 4–5 Jahre einmal vor. In den tief gelegenen Landstrichen hagelt es nicht unter den Tropen. da dabei meist nebligtes Wetter ist. ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht meist nur 3–4°. sind die Tage im November und December noch um 5–5°. Der Uebergang von herrlich durchsichtiger Luft zur völligen Dunkelheit erfolgt so rasch. in Quito fand ich diesen Unterschied (ich zog dabei jeden Tag und jede Nacht das Mittel aus 4–5 Beobachtungen) gleich 7°. Mai und Juni regnet es in Caracas sehr viel. besonders aber durch die nächtliche Wärmestrahlung in der reinen. In den drei Monaten April. daß nicht selten. sie modificiren sich durch die Erwärmung der Hochebenen und Gebirge den Tag über.8. Es ist wohl überflüssig zu bemerken.°2 R] steigen. In den Niederungen. wenn ich schon. Man hat sogar in noch 79 Nach Reaumur bei Tag 20°–20°. Sehr selten sieht man in Caracas im Sommer die Temperatur ein paar Stunden lang auf 29° [23.

Die großen Bananen auf dem Markte von Caracas kommen aus den Haciendas von Turiamo an der Küste zwischen Burburata und Porto-Cabello. in den Thälern von Aragua. Bd. Man hat mich versichert. daß er fast verwildert ist. gesunder 80 S. man pflanzt aber im Thale wegen der trockenen Lage und des steinigten Bodens lieber den Kaffeebaum. Der Bananenbaum in den Pflanzungen um die Stadt ist nicht der große Platano harton sondern die Varietäten Camburi und Dominico. Empedrado und von den Höhen von Buenavista auf dem Wege nach Victoria. Das Zuckerrohr wird sogar in noch höheren Landstrichen als Caracas gebaut. so ist er angenehm überrascht. Der Reisfelder. so bleibt er in Cumana. die Olivenbäume. waren früher in der Ebene von Chacao mehr als jetzt. die in den Colonien gebaut werden. müsse man durch Süßigkeiten den Durst reizen. die Zahl der Arbeitsneger stieg. Im kühlen. wo die Niederung unter den Tropen nicht zugleich sehr feucht ist. 80 292 . die in den mannigfachsten Formen auftreten. die man auf dem Markte kauft. die nicht älter sind als 1793. wo der Apfelbaum vortrefflich gedeiht. das wir eben geschildert. köstlichen Klima.und Quittenbäume aus den Savanen verdrängt. ist dort so gemein. aber ausgezeichnet gute Früchte gibt. desto mehr hat der Mais. der Birnbaum nur schwer fortzubringen ist. Ein Meteorsteinfall ist bei uns nicht so selten als im heißen Erdstrich. Hat sich der Europäer einmal an die starke Hitze gewöhnt. Weinreben und fast alle Obstbäume der gemäßigten Zone zu finden. die man bewässert. die ich im Hof des Klosters San Felipe de Neri gesehen. aber eben wegen des üppigen Wachsthums tragen sie keine Früchte.und Gemüsebau die zerstreuten Apfel. da man hier zu Lande meint. Kommt ein Reisender zum erstenmal in das Thal von Caracas herauf. sind groß und schön. Wenn die Luftbeschaffenheit des Thals allen landwirthschaftlichen Produkten. trotz der häufigen Gewitter. überall. und diese Erscheinung macht dann einen ungemeinen Eindruck auf das Volk. am westlichen Ausgang des Thals. die Bemerkung gemacht. der nicht viele. dessen Stamm nur vier bis fünf Fuß hoch wird. wie in Mexico und in allen hochgelegenen Ländern der heißen Zone. Der Quittenbaum. Hagel unter 300 Toisen Meereshöhe.tieferen Thälern hageln sehen. gedeihen noch die tropischen Gewächse. Ich habe in dieser Provinz. daß da. ungemein günstig ist. Je stärker man in der Umgebung der Stadt Kaffee baute und je mehr mit den Pflanzungen. so läßt sich von der Gesundheit der Einwohner und der in der Hauptstadt von Venezuela lebenden Fremden nicht dasselbe sagen. neben dem Kaffeebaum und Bananenbaum unsere Küchenkräuter. die ausgezeichnet guten Äpfel. Die gesuchtesten Pfirsiche und Äpfel kommen von Macarao. Das äußerst unbeständige Wetter und die häufige Unterdrückung der Hautausdünstung erzeugen catarrhalische Beschwerden. ehe man Wasser trinkt. wachsen bei Caracas auf ungeimpften Stämmen. In der Blüthezeit des Strauchs gewährt die Ebene nach Chacao hin den lachendsten Anblick.80 die weniger Wärme nöthig haben. I. Die schmackhaftesten Ananas sind die von Baruta. Eingemachtes von Apfeln und besonders von Quitten ist sehr beliebt. Kirschbäume gibt es nicht. S. Erdbeeren.

Ein Hochamt. ich bin aber durchaus nicht überzeugt. wie denn in den spanischen Colonien auch die Tage. die ganze sechzehn Monate gedauert. im Thal sehr oft auftreten könnte. weil sie die Hauptstadt vom schwarzen Erbrechen. die man gegenwärtig in der Havana und in Vera Cruz unter dem Namen vomito kennt. nachdem es sechzehn Monate gewüthet. eine Kirche ( ermita) der heiligen Rosalia von Palermo. und also die sehr kühle Jahreszeit. wo vier Meilen von der Küste die Sommertemperatur die Disposition des Körpers noch steigert? Die Lage von Xalapa am Abhang der mexicanischen Gebirge bietet ungleich mehr Sicherheit. Von den Epidemien. Als ich vom gelben Fieber in Guayra sprach. ist zum Andenken an diese Seuche gestiftet. wenn ich durch eingebildete Besorgnisse die Bewohner der Hauptstadt aus ihrer Sicherheit aufschreckte. wurde in Caracas fast nichts bemerkt. Denn die mittlere Temperatur desselben ist immer noch so hoch. Diego de Baños. an denen große Erdbeben stattgefunden. nach Ulloa. erlöst. Schwarze Ausleerungen kommen in remittirenden Gallenfiebern häufig vor und sind an und für sich so wenig als das Blutspeien für die schreckliche Krankheit charakteristisch. daß der amerikanische Typhus. daß dieser Typhus in der gemäßigten Zone durch Berührung ansteckend ist. daß diese Krankheit in dieser Hauptstadt im Jahr 1802 eine Menge junger europäis- 293 . Das Jahr 1696 war wirklich durch eine Gelbefieberepidemie ausgezeichnet. daß der Thermometer sich in den heißesten Monaten zwischen 22 und 26 Grad [17–20° R] hält. wie sollte man da sicher seyn. Es sollte mir leid thun. wenn er durch den starken Verkehr im Hafen auf der Küste einheimischer wird. so ist es leider nur zu gewiß. daß die Epidemie von 1696 das gelbe Fieber oder der ächte amerikanische Typhus war. wo die Krankheit sich erst seit dem Jahr 1688 eigentlich festzusetzen begonnen hatte. das alle Jahre zu Anfang Septembers in der Hauptkirche begangen wird. durch Prozessionen im Gedächtniß erhalten werden. Wenn aber keine genaue Beschreibung vorliegt. daß der amerikanische Typhus in Caracas schon zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts geherrscht habe. da sie um 230 Toisen höher liegt und ihre mittlere Temperatur 3 Grad weniger beträgt. in der der Thermometer auf 12 oder 13 Grade fällt. gedachte ich der allgemein verbreiteten Meinung.als in Caracas und all den Gebirgsländern. überdauert hätte? Sollte der Typhus im hohen Thale von Caracas älter seyn als in den besuchteren Häfen von Terra Firma? In diesen war er. daß er bei großer Bösartigkeit nicht auch in der heißen Zone in einer Gegend ansteckend wird. die im Hafen von Guayra herrschten. wo der gepriesene beständige Frühling herrschen soll. vor dem Jahr 1729 nicht bekannt. Im Jahre 1696 weihte ein Bischof von Venezuela. wie soll man aber in Caracas an eine Epidemie des schwarzen Erbrechens glauben. und so bezweifle ich. Wenn sich nicht wohl bezweifeln läßt. da die Stadt weniger volkreich und fünfmal weiter von der See entfernt ist als Caracas. die auf allen Antillen herrschte. Diese Meinung stützt sich auf die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre. wenn besondere klimatische Verhältnisse ihm Vorschub leisten. aus der hervorgeht. daß diese schreckliche Krankheit fast eben so wenig von der Küste von Venezuela nach der Hauptstadt wandere. als von der Küste von Mexico nach Xalapa. nicht eines Tags. vomito negro.

durch die Stellung der Abhänge und die Höhe der mit Alpenkräutern bewachsenen Savanen. die uns von den Einwohnern aller Stände zu Theil wurde. der die steilsten Felsen bedeckt. die überraschendsten Lichteffekte hervor. Der Gedanke ist beunruhigend. was sich nicht unter Einen Gesichtspunkt bringen läßt. dennoch erlaube ich mir nicht. der edlen Gastfreundschaft zu gedenken. nur in den Niederungen an der Küste zu Hause ist. Es ist leichter. der von der Silla herunter kommt. Ich habe die Verpflichtung. nehmen sich die brennenden Bodenstreifen bei dunkler Nacht wie Lavaströme aus. Quito. Den Tag über jagt der Wind von Petare von Osten her den Rauch über die Stadt und macht die Luft weniger durchsichtig. und dann ist der Anblick am großartigsten. Wolkenzüge ins Thal niedertreibt. zündet man die Savanen und den Rasen an. Andere male. mich über die verschiedenen Stufen der Cultur auszusprechen. Santa Fe de Bogota. welche die Gesellschaft in jeder Colonie bereits erstiegen. den gezackten Kamm des Galipano und das lachende Guayrethal. und in diesen sechs Hauptstädten des spanischen Amerika brachten mich meine Verhältnisse mit Leuten aller Stände in Verbindung. werden noch anziehender durch die Form der Berge. die. so waren wir es noch viel mehr mit der Aufnahme. die wir bei dem damaligen Generalcapitän der Provinzen von Venezuela. fast ganz frei stehenden Hause im höchsten Theil der Stadt.und einspringenden Felsgehänge die von den Bergwassern eingerissenen Schluchten ausfüllen. Herrn von Guevara Vasconzelos. das nur wenige Spanier mit mir theilen. von weitem gesehen. aber sehr nahe an der See gelegenes Plateau die Einwohner keineswegs vor einer Seuche schützt. Ihr starkes.cher Soldaten weggerafft hat. wie man meint. — Berge um die Stadt. hinter einander Caracas. mit der Lage unserer Wohnung zufrieden zu seyn. — Besteigung des Gipfels der Silla. aber ruhiges Licht färbt sich röthlich. genossen. In Mexico und Santa Fe de Bogota schien mir die Neigung zu ern- 294 . Diese großen Brände bringen. als zu vergleichen und zu classificiren. sind die Lichtstreifen in dickes Gewölk gehüllt und kommen nur da und dort durch Risse zum Vorschein. dessen üppiger Anbau von den finstern Bergwänden umher absticht. Diese mannigfaltigen Erscheinungen. wenn der Wind. Hatten wir Ursache. die Schattirungen der Nationalcultur und die vorzugsweise Richtung der geistigen Entwicklung anzugeben. Auf einer Galerie übersahen wir mit Einem Blick den Gipfel der Silla. Havana. Aufenthalt in Caracas. zeigen sich ihre Ränder glänzend beleuchtet. daß mitten in der heißen Zone ein 450 Toisen hoch. Lima und Mexico zu besuchen. Es ward mir das Glück zu Theil. wie sie unter den Tropen häufig vorkommen. und wenn dann die Wolken steigen. Es war in der trockenen Jahreszeit. Ueberall wo die Savanen längs der aus. Bonpland und ich wohnten in einem großen. Ich blieb zwei Monate in Caracas. Dreizehntes Kapitel. Um die Weide zu verbessern. die über dem Thale hängen.

umfassendere Ansichten über die Zustände der Colonien und der Mutterländer. Wie sich diese Ansprüche früher geäußert. Die Menge Ackerbau treibender Indianer in Mexico und im Innern von Neu-Grenada gibt diesen großen Ländern einen eigenthümlichen. wie überall. die auf alles Schöne und Achtungswürdige im spanischen Charakter. sich gründlich zu bilden. man könnte sagen exotischeren Charakter.sten wissenschaftlichen Studien vorherrschend. der Corporationsgeist und der Municipalhaß aus dem Mutterland in die Colonien übergegangen sind. nicht mehr sehr zahlreiche. Der starke Handelsverkehr mit Europa und das Meer der Antillen. Die andere lebt weniger in der Gegenwart als in der Zukunft und hat eine nicht selten leichtfertige Vorliebe für neue Sitten und Ideen. Kommt zu dieser Neigung der Trieb. Da Caracas auf dem Festland liegt und die Bevölkerung nicht so beweglich ist als auf den Inseln. in der Literatur und Kunst dieses Volks herabsahen und damit ihre eigene Nationalität einbüßten. Trotz der Zunahme der schwarzen Bevölkerung glaubt man sich in der Havana und in Caracas näher bei Cadix und den Vereinigten Staaten als in irgend einem Theil der neuen Welt. so findet man in Cumana und andern Handelsstädten von Terra Firma Gefallen daran. die es erobert haben. Sie verabscheut die sogenannte Aufklärung des Jahrhunderts und hegt sorgfältig. Es gibt in Caracas. als ob die fortschreitende Bildung und die in den Sitten sich vollziehende Umwandlung nach und nach und fast durchgängig den gesellschaftlichen Unterschieden im 295 . mit Uebertreibung zu schildern. feurige Einbildungskraft anspricht. in der Havana und in Caracas größere Bildung hinsichtlich der allgemeinen politischen Verhältnisse. in Quito und Lima fand ich mehr Sinn für schöne Literatur und Alles. was eine lebendige. die Adelsansprüche der vornehmsten Familien in Caracas. zwei Menschenklassen. hellblickenden Geiste gezügelt und gelenkt. Da seit der Regierung Karls V. Nirgends sonst im spanischen Amerika hat die Civilisation eine so europäische Färbung angenommen. das munteres Wesen und Herzlichkeit im Verein mit seiner Sitte in uns erzeugen. wo eine große Umwälzung in den Vorstellungen bevorsteht. aber im Kreise der Familien empfindet man das Behagen. wird sie von einem kräftigen. haben auf die gesellschaftliche Entwicklung auf Cuba und in den schönen Provinzen von Venezuela gewaltigen Einfluß geäußert. in ihrer Vorstellung ist Amerika Eigenthum ihrer Voreltern. haben sich die volksthümlichen Gebräuche mehr erhalten als in der Havana. angenehme Sitten und großartige Gesinnung gleich ausgezeichnete Männer kennen gelernt. Sehr geräuschvolle und sehr mannigfaltige Zerstreuungen bietet die Gesellschaft nicht. das wir oben als ein Mittelmeer mit mehreren Ausgängen beschrieben. aber auch andere. ohne im Verkehr mit den Fremden richtige Begriffe über die wahren Grundlagen des öffentlichen Wohls und der gesellschaftlichen Ordnung einzutauschen. weiß ich nicht. Ich habe in Caracas mehrere durch wissenschaftlichen Sinn. es schien mir aber. Sie lebt nur in der Vorzeit. der sogenannten Mantuanos. hält fest an den alten Bräuchen und hat die alte Sitteneinfalt und Mäßigung in Wünschen und Begierden bewahrt. so wird sie in ihren Wirkungen der Gesellschaft ersprießlich. Die eine. die überlieferten Vorurtheile. wie einen Theil ihres Erbguts. man könnte sagen zwei streng geschiedene Generationen. die dieser zweiten Generation angehörten.

schlichte. der eigentliche Adel. Sie eiferten wider die Grausamkeiten. dafür am Ende ihrer Laufbahn mit jenem schweren Umschlag des Glücks gebüßt haben. das heißt der Spanier. so haben die Weißen von diesem Volksstamm nicht wenig dazu beigetragen. ist die angestammte Freiheit. zu Ehren gebracht. In Mexico wie in Peru. so ist begreiflich. deren Vorfahren in jüngster Zeit bedeutende Aemter in Amerika bekleidet haben. Ueberall. die ein bezeichnender Zug des frühen sechzehnten Jahrhunderts ist. in den Colonien zur Geltung zu bringen. welche die Ehre des spanischen Namens befleckten. Losada und Pizarro. 81 S. seines Fleißes und seines Nationalgeistes mit Recht geachteten Volksstamm längst anerkannt: jeder Biscayer nennt sich adelig. todo blanco es caballero den altadeligen europäischen Familien mit ihren Ansprüchen sehr unbequem ist. er glaubt sie auch über dem Meere festhalten zu können. der Waffengenossen der Cortez. gleichviel zu welcher Zeit er sich in den Colonien niedergelassen. wo die Farbigen entweder als Sklaven oder als Freigelassene angesehen werden. sagen hören: »Will der reiche weiße Mann weißer seyn als ich?« Da Europa so große Menschenmengen an Amerika abgeben kann. den Grundsatz von der Gleichheit aller Menschen. die bei der ersten Eroberung im Heere gedient. 1. andere aus den untern Volksklassen haben ihre Namen durch die ritterliche Tapferkeit. Aber nicht allein der Fortschritt der Cultur und der Conflikt zwischen zwei Adelsklassen von verschiedenem Ursprung nöthigt die privilegirten Stände ihre Ansprüche aufzugeben oder doch aus Klugheit nicht merken zu lassen. Der andere Adel haftet mehr am amerikanischen Boden. der den Haß der Menschen sänftigt und nicht selten das harte Urtheil der Geschichte mildert. Bd. Mehrere dieser Krieger. Die Aristokratie findet in den spanischen Colonien noch ein anderes Gegengewicht. Noch mehr: dieser selbe Satz ist in Spanien bei einem wegen seiner Biederkeit. daß man nur Freie zu Ahnen hat. Seite 283. in Caracas wie auf Cuba kann man alle Tage einen Menschen. Unter den Weißen hat sich das Gefühl der Gleichheit aller Gemüther bemächtigt. gehörten den vornehmsten Familien der pyrenäischen Halbinsel an. als die wenigsten. und da es in Amerika und auf den Philippinen mehr Biscayer gibt als zu Hause auf der Halbinsel. er gründet seine Vorrechte zum Theil auf das Ansehen. seine Glieder sind Nachkommen der Conquistadoren.81 daß in der Geschichte dieser Zeit der religiösen und kriegerischen Begeisterung im Gefolge der großen Anführer mehrere redliche. Der Name »Conquistadores« ist desto verhaßter geblieben. nachdem sie.Verkehr unter Weißen alles Verletzende benommen hätten. deren Blut nicht mit afrikanischem Blut vermischt ist. der barfuß geht. Der eine besteht aus Creolen. In den Colonien ist die Hautfarbe das wahre äußere Abzeichen desselben. 296 . friedliche Völker mißhandelt und im Schooße des Ueberflusses geschwelgt. daß der Satz: jeder Weiße ist Ritter. das Bewußtseyn. In allen Colonien gibt es zweierlei Adel. großmüthige Männer auftraten. aber sie verschwanden in der Menge und konnten der allgemeinen Aechtung nicht entgehen. Ich habe oben daran erinnert. das sich von Tag zu Tag mehr geltend macht. in dem er im Mutterlande steht.

daß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in kleinen Städten von 3000 Einwohnern Zeitungen erscheinen. was das Werk einer argwöhnischen Staatskunst ist. keineswegs immer die. Der Personen. an die lange Dürre. denen Lesen ein Bedürfniß ist. In einem Land mit so reizenden Fernsichten. Für Naturwissenschaften und zeichnende Künste bestehen hier keine großen Anstalten. wenn man hört. zu einer Zeit. man liebt die Musik. Unbefangenheit und große Anspruchslosigkeit des Benehmens ein Band zwischen allen Ständen. Eitelkeit und Selbstsucht verletzen um so weniger. wo die Cultur am weitesten fortgeschritten ist. Vergebens sucht man bei den Völkern spanischen Ursprungs das kalte. auf denen man Jahr um Jahr einen Kalender von ein paar Seiten oder ein bischöfliches Ausschreiben zu Stande bringt. wo trotz der Aufstandsversuche die große Mehrzahl der Einwohner nur an materielle Interessen dachte. Ich fand in Caracas in mehreren Familien Sinn für Bildung. wo man. wie Mexico und Santa Fe sie der Freigebigkeit der Regierung und dem patriotischen Eifer der spanischen Bevölkerung verdanken. und damit die Neubegier. überschwenglich reichen Natur gab sich kein Mensch an dieser Küste mit Botanik oder Mineralogie ab. wo die Familienaristokratie am verletzendsten auftritt. der für alle Provinzen von Venezuela den Kalender berechnete und vom gegenwärtigen Stand der Astronomie einige richtige Begriffe hatte.000 Seelen bis zum Jahr 1806 keine Druckerei hatte. an die Fruchtbarkeit des Jahres. die vom vulkanischen Feuer unterhöhlt sind. und sie verknüpft. In einer so wundervollen. anspruchsvolle Wesen. wie die Pflege aller schönen Kunst. wo die Natur so großartig und dabei so geheimnißvoll unruhig ist. Ja. sind nicht sehr viele. selbst in denjenigen spanischen Colonien. und in einem Himmelsstrich. daß Caracas mit einer Bevölkerung von 40–50. an den Kampf 297 . Wenn man daran denkt. denn so kann man doch nicht wohl Pressen nennen. auch ohne Repräsentativregierung und ohne Pairschaft. In den Colonien wie im Mutterlande knüpfen Herzlichkeit. der durch Heirath einer der geachtetsten Familien des Landes angehört. auf Stammbäume und Geburtsvorzüge so sehr viel hält. das durch den Charakter der modernen Bildung im übrigen Europa nur noch allgemeiner zu werden scheint. man kann sagen. Unsere Instrumente waren ihm höchst merkwürdig. In Ländern. Es ist in unserer Zeit gewiß eine auffallende Erscheinung. hat sich durch die Errichtung der ersten guten Druckerei in Caracas verdient gemacht. den Colonisten zur Last zu legen. die verschiedenen Stufen der Gesellschaft. man treibt sie mit Erfolg.Zudem sind die Länder. Delpeche. so wundert man sich. Ein Franzose. Nur in einem Franciscanerkloster fand ich einen ehrwürdigen Alten. daß das kräftigste Mittel des Gedankenaustausches nicht vor einer politischen Umwälzung eingeführt wird. sondern erst nachher. man kennt die Hauptwerke der französischen und italienischen Literatur. steigert sich von selbst die Aufmerksamkeit auf physikalische Erscheinungen. und eines Morgens kamen uns sämmtliche Franciscaner ins Haus und verlangten zu unserer großen Ueberraschung einen Inclinationscompaß zu sehen. da sie sich mit einer gewissen Offenheit und Naivität aussprechen. es wäre aber unbillig.

Wir kamen auf unsern Spaziergängen häufig auf zwei Kaffeepflanzungen. die ich auf unserem Platze Trinidad aufgenommen. schreiben ihnen die Lokalgelehrten eine Höhe zu. schöne Fälle bildet. sondern zu einer Zeit. der je auf dem Gipfel der Silla gewesen wäre. weil sich in die Conaissance de temps Rechnungsfehler eingeschlichen hatten. mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben würden. über der ersten gleichförmig verbreiteten Dunstschicht in trockene. Dieser Weg wird von den Schleichhändlern begangen. nur fünfmal unumwölkt gewesen. etwas bekannt war. der über den Bergkamm an der westlichen Spitze der Silla vorbei zur Küste führt. denen der Weg. die ganze Nacht auf drei Bedeckungen der Jupiterstrabanten. welche mit den hohen Bergen in der Umgegend genau bekannt wären. deren Eigenthümer angenehme Gesellschafter waren. Bonpland und ich. welche über großen Städten liegen. Wir brachten die Nacht des 2. wir konnten aber in Caracas auch nicht Einen Menschen auftreiben. Nach den Höhenwinkeln. hatte man uns gerathen. als der große Platz in der Stadt Quito. um auf den Gipfel zu gelangen. ohne gegen ein Nationalvorurtheil zu verstoßen. Ein böser Stern waltete über den Angaben hinsichtlich der Bedeckungen für December und Januar: man hatte mittlere und wahre Zeit verwechselt. dessen Höhenwinkel mich das Spiel der irdischen Refraction beobachten ließen. erhalten eben dadurch in beiden Continenten einen ungemeinen Ruf. wo die Wolken nicht hoch stehen und man hoffen darf. 298 . um des Lebens zu genießen. bei der in einer schattigen Schlucht der Bach Chacaito. Lange bevor man sie genau gemessen hat. welche die Schleichhändler in diesen Wildnissen verfolgen. Da in dieser Jahreszeit selten zwei heitere Tage auf einander folgen. die man nicht in Zweifel ziehen kann. als lebe man nicht. am Vorabend eines beschwerlichen Marsches gern einiger Ruhe genossen hätten. Es waren Schwarze. aber weder unsere Führer. der vom Gebirge herab kommt.zwischen den Winden von Petare und Catia. einer Kaffeepflanzung. Die Jäger kommen in den Bergen nicht bis oben hinauf. dem eigentlichen Gipfel der Silla gewesen. helle Luft zu gelangen. noch die erfahrensten Leute in der Miliz. nicht bei hellem Wetter aufzubrechen. um Alpenpflanzen zu sammeln. Der Generalcapitän Guevara verschaffte uns Führer durch den Teniente von Chacao. und obgleich wir. und in diesen Ländern geht kein Mensch hinaus. um fortzuleben. Ich hatte die Zeitpunkte der Beobachtungen zum voraus bestimmt und doch verfehlten wir alle. Man ist an ein einförmiges Leben zwischen seinen vier Wänden gewöhnt. Die Berge. glaubte ich viele Leute zu finden. harrten wir. Die Pflanzungen liegen der Silla von Caracas gegenüber. und es ist. schien mir dieser Gipfel nicht so hoch über dem Meere zu liegen. Wir betrachteten mit dem Fernrohr die schroffen Abhänge des Berges und seine beiden Spitzen. sondern eben nur. man scheut die Anstrengung und die raschen Witterungswechsel. Die Nacht war ziemlich hell. Diese Schätzung stimmte aber schlecht mit den Vorstellungen der Bewohner des Thals. waren je auf der östlichen Spitze. um Gebirgsarten zu untersuchen und ein Barometer auf hohe Punkte zu bringen. Januars in der Estancia de Gallegos zu. und konnten so zum voraus ermessen. Während des ganzen Decembers war der Berg.

Der Himmel fing an sich zu bedecken. Man blickt zu beiden Seiten in zwei Thäler nieder. Erythrina mitis] fließt. um vorwärts zu kommen. der Nebel wie Rauch in dünnen. und der Himmel schien bis jetzt unser Vorhaben zu begünstigen. Da wir besorgten. bald zu viel. unsere Führer möchten 299 . Bereits stieg aus dem feuchten Buschwald. Puerta de la Silla nennen. als tief unter sich die Baumwipfel von den fast senkrechten Sonnenstrahlen beleuchtet zu sehen. Der Winkel beträgt häufig 30–32 Grad. die zwischen beiden Gipfeln gegen den Hof Munnoz herabläuft. Gerne hätten wir Fußeisen oder mit Eisen beschlagene Stöcke gehabt. wo man die prächtige Aussicht auf die Küste hat. Der Rasen ist dicht und er war durch die lange Trockenheit sehr glatt geworden. Nach und nach ballten sich diese Dunststreifen zusammen. Wir verloren viele Zeit. und wir entschlossen uns erst. als wir alle den Berg wieder hinabgehen. der gegen Südwest hin eine Art Vorgebirge der Silla bildet. der über uns die Region der Alpensavanen begrenzte. deren reiche Gewässer am Hofe Gallego vorbeifließen. vom Morgenwind gejagt. und nachdem ich vor Sonnenaufgang die Intensität der magnetischen Kraft am Fuße des Berges beobachtet. Zur Rechten sieht man die Schlucht. daß wir bald in dichten Nebel gehüllt seyn würden. Das kurze Gras bedeckt die Gneißfelsen und man kann sich weder am Grase halten. Es war. wir werden bis auf den Gipfel noch sechs Stunden brauchen. Wir erreichten ihn gegen sieben Uhr. als wäre an mehreren Punkten des Waldes zugleich Feuer ausgebrochen. links hat man unter sich die Spalte des Chacaito. Dieser Pfad läuft über einen steilen. auf. unsern Weg allein fortzusetzen. Man mußte sich stark vorüber beugen. wo so viele Gewächse große. Man sucht zuerst den Gipfel eines Hügels zu erreichen. den die Hirten sehr bezeichnend »die Pforte«. Derselbe hängt mit der Masse des Berges selbst durch einen schmalen Damm zusammen. Nichts malerischer in einem Erdstrich. lösten sich vom Boden ab und streiften. lederartige Blätter haben. Wir gingen auf einem schmalen. die vielmehr dicht bewachsene Spalten sind. noch Stufen einschneiden. brachen wir um fünf Uhr Morgens mit den Sklaven. die unsere Instrumente trugen. mit Rasen bedeckten Abhang. Dieses mehr mühsame als gefährliche Ansteigen wurde den Leuten aus der Stadt. um auf sie zu warten. Nach dem Barometer waren wir bereits 685 Toisen über dem Meer.). statt weiter heraufkommen sahen. und dieser führte uns vom Vorgebirge der Puerta auf den Gipfel des großen Berges. mit Rasen bedeckten Felsdamm. Clusia und der indischen Feigenbäume [ Ficus nymphaeifolia. Dieß war für Bonpland und mich ein untrügliches Zeichen. Man hört die Wasserfälle rauschen. Wir waren unser achtzehn Personen und gingen auf schmalem Fußpfad in einer Reihe hinter einander. als leichtes Gewölk um den runden Gipfel des Gebirgs. das heißt gegen 80 Toisen höher als die Venta. die uns begleitet hatten und das Bergsteigen nicht gewöhnt waren. wie auf weicherem Boden. der im dichten Schatten der Erythrina. ohne den Bach zu sehen. glänzende. Von der Puerta an wird der Berg immer steiler. geraden Streifen auf. Der Morgen war schön und kühl.2 R.Dieses Mißgeschick machte mir großen Verdruß. Unsere Führer meinten. Der Thermometer stand ein wenig unter 14° (11°.

der immer wieder darauf kam. am schlimmsten kam ein junger Kapuziner weg. dem es nicht an physikalischen Kenntnissen fehlte. wenn man den Kamm oder die Einsattelung zwischen beiden Gipfeln beinahe erreicht hat. Sie machten sich über die Leute lustig. daß es schwer halten dürfte. und ich muß sagen. Das vertrauliche Geschwätz der schwarzen Creolen stach merkwürdig ab vom schweigsamen Ernst der Indianer. vor uns hergehen. Man kann dem östlichen Gipfel nur so beikommen. Sattel. die in der Savane zerschnitten und ausgeworfen werden sollten. Von den zwei abgerundeten Spitzen. vom höchsten Belang schien. wenn man statt über die Puerta gerade auf den östlichen Gipfel zuginge. er wolle in der Nacht ein paar Raketen steigen lassen. die Besorgung des bei einer Bergfahrt unentbehrlichen Wassers und der Mundvorräthe übernommen. welche die unentbehrlichsten Instrumente trugen. ist die östliche die höchste. um uns im Stiche zu lassen. Hie und da erinnerte ein Himbeerbusch [Rubus jamaicensis] an die europäischen Pflanzenformen. und auf diese sollten wir mit unsern Instrumenten hinaufkommen. mit denen das Gestein bewachsen ist. schwere Kleidung ihm beim Bergsteigen hinderlich werden müsse. Er hatte sich mit weißen Papierstreifen versehen. und so blieb er den Tag vollends in einer nahen Pflanzung und sah uns durch ein auf die Silla gerichtetes Fernrohr den Berg hinaufklettern. so schnell aufgegeben hatten. die in den Missionen von Charipe unsere beständigen Begleiter gewesen waren. Die Sklaven. die den Gipfel des Berges bilden. neben den Himbeerbüschen nach einem Rosenstrauche um. Vom Fuße des Falls des Chacaito bis in 1000 Toisen Höhe fanden wir nur Savanen.sich diesen Umstand zu Nutze machen. Er hatte nicht bedacht. nur ihm. daß seine lange. läuft von dieser Einsenkung ins Thal von Caracas hinab. Von der Einsenkung zwischen beiden Gipfeln hat der ganze Berg den spanischen Namen Silla. um ganz Caracas zu verkünden. bei ihrem Anfang oder am obern Ende nähert sie sich der westlichen Spitze. daß ein Unternehmen glücklich zu Ende geführt worden. Vergebens sahen wir uns auf diesen Bergen von Caracas. In ganz Sü300 . ließen wir diejenigen. zu dem sie sich lange gerüstet. auf den Gipfel der Silla zu gelangen. Eine Schlucht. gegen die Spalte des Chacaito zu. Zu unserem Unstern hatte der Ordensmann. wurden von ihm so lange aufgehalten. Nur zwei kleine Liliengewächse mit gelben Blüthen erheben sich über den Gräsern. Schon ein Blick auf den Berg zeigt diesen Weg als den von selbst gegebenen. wie später auf dem Rücken der Anden. die ein Unternehmen. Der Professor hatte sogar seinen Ordensbrüdern versprochen. daß die europäischen Spanier aller Stände an Körperkraft und Muth den Hispano-Amerikanern denn doch weit überlegen sehen. um den Nachzüglern die einzuschlagende Richtung anzugeben. Er hatte lange vor den Creolen den Muth verloren. daß man zuerst westlich von der Schlucht über das Vorgebirge der Puerta gerade auf den niedrigeren Gipfel zugeht und sich erst nach Ost wendet. und der wenige Jahre darauf von den wilden Indianern am Apure ermordet wurde. ein Professor der Mathematik. deren wir bereits erwähnt. denn die Felsen östlich von der Schlucht sind so steil. das ihm. die zu uns stoßen sollten. Fortwährend ging es am Abhang. daß sie erst sehr spät anlangten und wir zehn Stunden ohne Wasser und Brod zubrachten. aufwärts.

wahrscheinlich wegen des vielen Pejoa (Gaultheria odorata). die durch den Habitus. die Andromeden. so nahe sich auch das Klima auf den hohen Bergen der heißen Zone und das unseres gemäßigten Erdstrichs stehen. so sieht man hier Gewächse mit europäischem Typus tiefer als solche der heißen Zone vorkommen. Wenn auch die Natur in ähnlichen Klimaten. die gekrümmten Aeste. I. Von Zeit zu Zeit wurden wir in Nebel gehüllt und fanden uns dann über die Richtung unseres Weges nur schwer zurecht. glitschigen Abhang die Beine im Stiche lassen. Man hilft mit den Händen nach. mit vertrocknetem. die Thibaudien. eines Gewächses mit wohlriechenden Blättern [s.damerika haben wir keine einheimische Rosenart gefunden. Ich übergab dem Intendanten der Provinz ansehnliche Proben davon. Diese schneeweiße Erde ist ohne Zweifel zersetzter Feldspath. In einem Lande. el Pejual genannt. aber auf so steilen. den Einfluß der strahlenden Wärme auszuschließen.). verbessern. Vielleicht nirgends findet man auf so beschränktem Raum so schöne und für die Pflanzengeographie bedeutsame Pflanzen beisammen. unter dem 19. glattem Rasen bedeckten Abhängen fällt es schwer. Wir waren in 940 Toisen Höhe und dennoch sahen wir in gleicher Höhe ostwärts in einer Schlucht nicht ein paar einzelne Palmen. deren Temperatur mit der Temperatur weiter gegen die Pole gelegener Länder 82 Diese Worte sind oben Bd. sey es nun in Niederungen aus isothermen Parallelen (von gleicher Wärme). Diese Beobachtungen wurden im Schatten gemacht. Hier treten auf: die Familie der Alprosen. gelbem. die harten Blätter. I. In tausend Toisen Meereshöhe stoßen die hohen Savanen der Silla an eine Zone von Sträuchern. Ja dieser liebliche Strauch scheint der ganzen südlichen Halbkugel diesseits und jenseits des Wendekreises zu fehlen. die wir schon öfters mit dem Rhododendrum der europäischen Alpen verglichen haben. selbst die Backsteine. die im gemäßigteren Thalgrunde von Caracas hin und wieder wachsen. fiel der Thermometer auf 12° (9°. 301 . wenn einen auf dem steilen. Bd. wo es nicht an Brennmaterial fehlt.6 R. Diese Gruppe von Palmen in so bedeutender Höhe war eine seltsame Erscheinung gegenüber den Weiden [Wildenows Salix Humboldtiana]. Seite 335]. läßt sich durch Beimischung feuerbeständiger Erden das Töpfergeschirr. denn in dieser Höhe besteht kein gebahnter Pfad mehr. die Vaccinien (Heidelbeerarten) und die Befarien mit harzigen Blättern. Nach vierstündigem Marsch über die Savanen kamen wir in ein Buschwerk aus Sträuchern und niedrigen Bäumen. die großen schönen Purpurblüthen an die Vegetation der Paramos oder Punas82 erinnern. bei hellem Himmel stieg er auf 21°. Ein drei Fuß mächtiger Gang mit Porzellanerde erregte unsere Aufmerksamkeit. Der Abhang des Berges wurde sanfter und mit unsäglicher Lust untersuchten wir die Gewächse dieser Region. sondern ein ganzes Palmenwäldchen. So oft die Wolken uns umgaben. sey es auf Hochebenen. Seite 255 erklärt. wie man in der Cordillere der Anden sie nennt. Erst auf den Bergen von Mexico waren wir so glücklich. Grad der Breite einen amerikanischen Rosenstrauch zu entdecken. Es war die Palma real vielleicht zur Gattung Oreodoxa gehörig.

Eine schweizerische Grasart83 wächst auf den Granitfelsen der Magellanschen Meerenge. die man nach ihrer Physiognomie mit den europäischen verwechseln könnte. Diese Erscheinung ist eine der merkwürdigsten in der Geschichte der organischen Bildungen. das unlösbare Problem. fehlen gänzlich in dem dazwischen liegenden Landstrich. in Neuholland und in Pennsylvanien. ist von Kunth und Leopold von Buch unter den Alpenpflanzen gefunden worden. Bringt aber auch die Natur nicht dieselben Arten hervor. daß mehrere Pflanzen beiden Continenten und den gemäßigten Zonen beider Halbkugeln zugleich angehören. mit der die Zone der Phanerogamen am Vulkan von Teneriffa gleichsam abschließt. Neuholland hat über vierzig europäische phanerogame Pflanzenarten aufzuweisen. Gräser und Riedgräser. die Joseph de Jussieu aus den Pyrenäen mitgebracht hat. sind lange nicht so viele. sie gehöre der Insel eigenthümlich an. läßt uns dennoch keine Ruhe. Baldriane. das heißt in der äquinoctialen Zone. in den Niederungen des gemäßigten Erdstrichs die einen. sowohl auf den Ebenen als auf dem Rücken der Gebirge. Nahe verwandte Arten kommen oft in ungeheuern Entfernungen von einander vor. Prunella vulgaris. die sich im Habitus und selbst im innern Bau gleichen. die Bonpland und ich auf den kalten mexicanischen Hochebenen. Auf den hohen Gebirgen des tropischen Amerika kommen allerdings Wegeriche. nicht dieselben Pflanzenarten hervorbringt. wie sich die Organismen über die Erde verbreitet. und die gegenwärtig vom Meere bedeckt sind. daß die Keime von Organismen. 302 . und Panicum Crus Galli wachsen in Deutschland. und von der man lange glaubte. 84 Viola chiranthifolia die Bonpland und ich beschrieben haben (s. Potentilla anserina. wo so weit entlegene Orte in der Temperatur einigermaßen überein kommen? Trotz des Einflusses des Luftdrucks und der stärkeren oder geringeren Schwächung des Lichts auf die Lebensthätigkeit der Gewächse ist doch die ungleiche Vertheilung der Wärme unter die verschiedenen Jahreszeiten als die Haupttriebkraft der Vegetation anzusehen. gewandert seyn sollen? Oder wie kommt es. Sandkräuter. Scirpus mucronatus.übereinkommt. Ranunkeln. und die meisten Gewächse. die in Deutschland. Nach den Beobachtungen dieses großen Botanikers unterliegt es keinem Zweifel. Eine Veilchenart mit behaarten Blättern. Mispeln. so zeigt doch die Vegetation noch so weit entlegener Landstriche im ganzen Habitus die auffallendste Aehnlichkeit. wurden unter den Pflanzen gefunden. an den heißen Ufern des Orinoco und in der südlichen Halbkugel auf dem Rücken der Anden von Quito gesammelt. als man nach den Angaben der ältesten Reisenden geglaubt hatte. Bd. Wie will man begreiflich machen. wie eitel Hypothesen über den Ursprung der Dinge sind. die den gemäßigten Zonen beider Halbkugeln gemein sind. ich sage in der Geschichte. I. denn wenn auch die Vernunft dem Menschen sagt.84 kommt dreihundert Meilen weiter nordwärts am beschneiten Gipfel der Pyrenäen vor. in Arabien und am Senegal wachsen. so wiederholt sie doch die Gattungen. daß Gewächse über Striche mit ganz verschiedenem Klima. sie sind aber alle specifisch von letzteren verschieden. welche auf beiden Continenten und in beiden Halbkugeln gleichmäßig vorkommen. Der Arten. Seite 123). in 83 Phleum alpinum von Brown untersucht. Eichen und Fichten vor. sich in ungleichen Abständen von den Polen und von der Meeresfläche überall entwickeln.

desto geneigter wird man. von denen es sich hier handelt. wenn sie die Gesetze ermittelt. Und wenn auch. Tocuyo. Am Fuße dieser Kette. Andere male (und die Silla von Caracas bietet ein auffallendes Beispiel hiefür) sind nicht Arten europäischer Gattungen wie Colonisten auf die Berge der heißen Zone herübergekommen. doch darin keinen ausreichenden Erklärungsgrund mehr zu erblicken. wie sie für die Vegetation der Paramos auf den hohen Cordilleren von Santa Fe charakteristisch ist. und doch zeigt die Silla. die Thibaudia und die Alpenrose der Anden oder die Befaria im Paramo von Niquitao und in der mit ewigem Schnee bedeckten Sierra de Merida vorkommen. Bocono und Niquitao) mit den hohen Cordilleren von Merida. der hoch genug wäre. wie wahrscheinlich ist. befriedigendere dafür aufzustellen. Die Küstenkette von Caracas hängt unzweifelhaft (über den Torito. die Palomera. In dieser Weise zeigen sich im Allgemeinen die Gewächse vertheilt und man kann den Forschern die genauere Ermittlung dieser Verhältnisse nicht dringend genug empfehlen. Uvas camaronas. Pamplona und Santa Fe zusammen. daß diese Gewächse auf ihm nach der Silla von Caracas hätten wandern können. sind die Berge von Caracas so niedrig. Andromeden. Je mehr man die Vertheilung der organischen Bildungen auf der Erdoberfläche kennen lernt. der einzige hohe Gipfel einer ziemlich niedrigen Bergkette. siebzig Meilen weit. daß für die oben erwähnten Sträucher aus der Familie der Ericineen das Klima nicht kühl genug ist. fanden wir in großer Anzahl dieselben Pflanzenarten. so ist sein Gipfel mit Alpenkräutern bewachsen. für unlösbar. wenn auch nicht diese Vorstellungen von einer Wanderung aufzugeben. nach denen die Natur die Pflanzengebilde vertheilt hat. und nach meiner Anschauung hat die Erfahrung geleistet. es treten vielmehr hier wie dort Gattungen derselben Zunft auf.den Alpenregionen unter dem Aequator die andern. bis zu den Bergen von Caracas sind es über zweihundert Meilen. ostwärts und westwärts. die Paramos de las Rosas. welche die Hochebene von Bogota umgeben. Myrtillen. sey es nun im Tiefland oder in ganz niedrigen Bergen. so ist doch auf eine weite Strecke kein Felskamm. Wir fanden dieselbe Thibaudia glandulosa am Eingang der Hochebene von Bogota und im Pejual auf der Silla. dieselbe merkwürdige Zusammenstellung von Befarien mit purpurrothen Blüthen. Ich halte vielmehr die Probleme. die nach dem Habitus nicht leicht zu unterscheiden sind und unter verschiedenen Breiten einander ersetzen. Wenn. 303 . daß nirgends Gewächse der heißen Zone von den Küsten der Südsee an die Ufer des Amazonenstroms gelangt seyn können. Gaultherien. so nehme ich es keineswegs über mich. Nertera und Aralien mit wolligten Blättern. sey es inmitten eines Archipels von durch unterirdisches Feuer emporgehobenen Inseln. was sie kann. die zum Theil in ungeheuren Entfernungen auf andern Bergen mit ähnlichem Klima gleichfalls vorkommen. ein Berggipfel zu einer großen Höhe ansteigt. Wenn ich hier gegen voreilige Hypothesen spreche. aber von der Silla bis zum Tocuyo. Von den Bergen von Neu-Grenada. Die Kette der Anden theilt der Länge nach ganz Südamerika in zwei ungleiche Stücke. All die verschiedenen Uebergänge der Cordilleren sind aber der Art.

an der Unterfläche graugrün und an den Rändern aufgerollt. der sie bei Pamplona und Santa Fe de Bogota unter dem 4–7. die wärmsten Monate +12° und 7°. R. Die herrliche Alpenrose der Anden. In dieser Zone haben die kältesten Monate +4° und −10°. Der Stamm theilt sich gleich am Boden in viele zerbrechliche. ferrugineum. in etwas über 1000 Toisen Höhe. R. zugespitzt. Streng genommen ist nun diese Voraussetzung allerdings nicht richtig. in 16–1700 Toisen Meereshöhe. purpurrothen Blüthen. Die Blätter sind eiförmig. Grad nördlicher Breite gefunden. Mit diesem Ausdruck setzt man stillschweigend voraus. ungemein zahlreich und ganz entwickelt oft gegen einen Zoll breit sind. die Befaria. die. wie man schon lange sagt. Grad der Breite entdeckte Befaria wächst sogar auf niedrigen Hügeln. So rücken denn auf einer Strecke von 600 Meilen der Breite diese Sträucher immer weiter gegen das Tiefland herab. Sie war vor unserer Besteigung der Silla so wenig bekannt. ein Berg erreiche die Grenze des ewigen Schnees. die man in NeuGrenada in derselben Höhe findet. in einem Klima mit einer mittleren Temperatur von +2° und −1°. so sind auch die beiden Befariaarten. hirsutum glauca. Die Bienen besuchen ihre schönen. in 800–1100 Toisen Meereshöhe. resinosa 304 . Wie die Alpenrosen Lapplands. die kürzlich in Florida unter dem 30. ledifolia 87 Befaria aestuans. Das Rhododendrum der Schweiz wächst. Die Fichten Mexicos fehlen auf den Cordilleren von Peru. caucasicum. daß unter dem Einflusse gewisser Wärmegrade sich nothwendig gewisse vegetabilische Formen entwickeln müssen. also ähnlich dem Klima der Ebenen Lapplands. R. wurde zuerst von Mutis beschrieben.86 von denen bei Santa Fe de Bogota87 specifisch verschieden. daß wir in den Gebirgen von Mexico. Die ganze Pflanze ist mit langen. wie bei allen Alpenpflanzen. auf der Silla von Caracas. daß er die Grenze des Rhododendrum und der Befaria erreiche. daß sie sich fast in keinem Herbarium in Europa fand. Im kleinen Buschwald auf der Silla ist die Befaria ledifolia nur drei bis vier Fuß hoch. aber in analogen Klimaten können die Arten bedeutend von einander abweichen.Man sagt. fast quirlförmig gestellte Aeste. Wir wunderten uns. die wir von der Silla mitgebracht. keine Befariaart fanden. des Caucasus und der Alpen85 von einander abweichen. klebrigen Haaren bedeckt und hat einen sehr angenehmen Harzgeruch. je weiter vom Aequator sie vorkommen. Nach thermometrischen Beobachtungen in denselben Höhen und unter denselben Parallelen