You are on page 1of 56

Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN

ii EUROBUILD in Steel
Dieses Dokument präsentiert bewährte Lösungen für die Gestaltung von
Industriebauten aus Stahl in Form eines „Best-Practice“-Leitfadens und richtet
sich an Architekten und andere Entwurfsbeteiligte in der frühen Planungsphase.
Es wurde als Teil einer Reihe von drei Dokumenten im Rahmen des RFCS-
Projektes Euro-Build in Steel (Projekt n ° RFS2-CT-2007-00029) erstellt.
Ziel des Projektes ist, Informationen über bewährte Lösungen im Stahlbau zu
präsentieren, und einen Ausblick auf die nächste Generation von Stahlbauten zu
gewähren. Die weiteren Dokumente behandeln „Best-Practice“-Lösungen im
Büro- und Verwaltungsbau bzw. im Wohnungsbau.
Am Projekt Euro-Build in Steel sind folgende Partner beteiligt:
ArcelorMittal
Bouwen met Staal
Centre Technique Industriel de la Construction Métallique (CTICM)
Forschungsvereinigung Stahlanwendung (FOSTA)
Labein Tecnalia
SBI
The Steel Construction Institute (SCI)
Technische Universität Dortmund
Obwohl dafür Sorge getragen wurde, dass alle hierin enthaltenen Daten und Informa-
tionen, soweit sie sich auf Tatsachen, anerkannte Praxis oder den Stand der Technik
zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehen, nach bestem Wissen zutreffend sind,
übernehmen die Partner im Euro-Build-Projekt und die Gutachter keine Verantwortung
für Fehler oder Fehlinterpretationen dieser Daten und/oder Informationen oder Verluste
oder Schäden, die aus oder im Zusammenhang mit ihrer Verwendung entstehen.
ISBN 978-1-85942-127-7
© 2008. Technische Universität Dortmund
Dieses Projekt wurde mit fnanzieller Unterstützung durch die Europäische Kommis-
sion, Research Fund for Coal and Steel, durchgeführt
Titel: Mors company building, Opmeer / Netherlands
Foto: J. und F. Versnel, Amsterdam
Inhalt
01 Einleitung
01
02
15
25
33
45
02 Entwurfsaspekte
03 Tragsysteme
04 Gebäudehülle
05 Nationale
Besonderheiten
06 Fallstudien
01
Abb. 1.1 Stahlrahmenkonstruktion für ein
Freizeitzentrum
01 Einleitung
Hallen sind typische Industriebauten und in fast jedem Gewerbegebiet
zahlreich zu finden. Ihre Qualität wird durch viele Faktoren, wie z.B.
die Nutzungsanforderungen, die erforderliche Flexibilität oder dem An-
spruch an die Architektur, beeinflusst. Der Werkstoff Stahl eröffnet zahl-
reiche Möglichkeiten, die Ansprüche an eine flexible Nutzung und eine
ansprechende Gestaltung zu erfüllen.
Bei Hallen spielt die Wirtschaftlichkeit
des Tragwerks eine wichtige Rolle. Mit
zunehmender Spannweite steigt der
Anspruch, durch eine optimierte Planung
Materialeinsatz, Herstellungskosten und
Montageaufwand zu minimieren. Ver-
mehrt werden Gebäude so konzipiert,
dass die Energiekosten gesenkt und ein
hoher Grad an Nachhaltigkeit erreicht
wird.
Hallen verwenden Stahlkonstruktionen
und metallische Verkleidung aller Art.
Durch den Einsatz von Stahl können
große, stützenfreie Räume geschaffen
werden, die effzient und leicht instand
zu halten sind und anpassungsfähig auf
geänderte Ansprüche reagieren. Der
Werkstoff Stahl wird sowohl aus wirt-
schaftlichen Gründen als auch im Hinblick
auf andere Aspekte wie Brandschutz,
Architektur und Nachhaltigkeit gewählt.
Eine Halle ist zumeist kein frei stehender
Baukörper, sondern wird durch angren-
zende Bürobereiche, Nebenräume oder
Vordächer ergänzt. Damit diese Ele-
mente die einfache und klare Form des
Gebäudes nicht negativ beeinfussen, ist
eine ganzheitliche Planung essentiell.
Dieselben Entwurfskonzepte können für
unterschiedliche Arten von Gebäuden,
einschließlich Sport- und Freizeiteinrich-
tungen, Industriehallen, Supermärkten,
etc. herangezogen werden.
Diese Publikation beschreibt die ge-
bräuchlichen Formen von Hallenbauten
und ihre Palette von Anwendungen in Eu-
ropa. Unterschiede, die aufgrund lokaler
Bau- und Entwurfspraxis, Verordnungen
und Verfügbarkeit von Materialien exi-
stieren können, fnden sind im letzten
Kapitel.
eiNleitUNg
01 EUROBUILD in Steel
EUROBUILD in Steel 02
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
02 Entwurfsaspekte
Hallen bieten Raum für die unterschied-
lichsten Nutzungen. Diese können
produktionsbedingt den Einsatz von
Kranen, schweren abgehängten Ausrü-
stungsgegenständen sowie zusätzlichen
Bürofächen oder Mezzanine-Etagen
beinhalten.
In den letzten 30 Jahren wurden vielfäl-
tige Tragsysteme entwickelt, die die Ko-
sten der Stahlkonstruktion im Vergleich
zur Nutzfäche minimieren. Im Gegensatz
dazu wurden in letzter Zeit insbesondere
für architektonisch hochwertige Indus-
triebauten vermehrt auch anspruchsvolle
Tragwerke realisiert, z.B. abgespannte
Tragwerke und Hohlproflkonstruktionen.
Bezüglich der Konstruktion und des
Aussehens einer Halle bietet sich dem
Ingenieur ein breites Spektrum mög-
licher Konfgurationen, um die architekto-
nischen Ideen und die funktionalen Anfor-
derungen zu realisieren. In der Regel hat
eine Halle einen rechteckigen Grundriss,
der in Längsrichtung erweiterbar ist. Der
Tragwerksentwurf muss mit den funktio-
nellen Anforderungen einschließlich der
Belichtung sowie dem Energiesparkon-
zept abgestimmt werden.
Die folgenden Hallenformen liefern nur
einen Überblick über mögliche architek-
tonische und konstruktive Lösungen. In
den letzten Jahren wurden viele Baupro-
jekte für Messehallen, Bahnhöfe, Flughä-
fen und Sportarenen realisiert. Diese Art
von Projekten haben fast immer beson-
dere Tragstrukturen. Die folgenden allge-
meinen Entwurfsprinzipien beschränken
sich daher auf Standardfälle.
tragwerk
Das einfachste verwendete Tragsystem
besteht aus Stützen und Bindern, ge-
gebenenfalls ergänzt durch Pfetten und
Verbände. Durch Variation der Verbin-
dungen zwischen Stütze und Binder und
am Stützenfuß kann dieses System fexi-
bel an die gegebene Situation angepasst
werden. Die am häufgsten verwendeten
Tragsysteme für Hallen sind der Zwei-
gelenkrahmen sowie Stützen-Binder-Sy-
stem mit eingespannten oder gelenkigen
Stützenfüßen. Rahmen mit biegesteifen
Eckverbindungen sind in ihrer Ebene sta-
bil und erfordern lediglich Verbände für
die Stabilisierung aus der Tragwerksebe-
ne heraus.
In Abbildung 2.1 sind verschiedene Kon-
struktionen bestehend aus Stützen und
Bindern dargestellt. Abbildung 2.1(a) zeigt
ein Beispiel einer pfettenlosen Konstruk-
tion, die durch Schubfeldwirkung im Dach
und Verbände in den Wänden ausgesteift
wird. In Abbildung 2.1(b) wird durch den
Einsatz von Pfetten erreicht, dass die
Dacheindeckung nur Vertikallasten ab-
tragen muss und zudem die Stützweite
reduziert ist. Architektonisch betrachtet
ergibt sich eine unruhigere Innenansicht
als bei der pfettenlosen Konstruktion.
Abbildungen 2.1(c) und (d) zeigen aufge-
löste Strukturen, die vor allem bei größe-
ren Spannweiten vorteilhaft sind und sich
durch große Filigranität auszeichnen.
Abbildung 2.2 zeigt unterschiedliche Rah-
menkonstruktionen mit eingespannten (a)
oder gelenkigen (b) Stützenfüßen. Einge-
spannte Stützenfüße können von Vorteil
sein, wenn der Betrieb schwerer Krane
Tragwerk
Die Gestaltung von Industriebauten hängt von vielen Faktoren ab. Der
folgende Leitfaden dient dazu, die wichtigsten Einflussfaktoren für den
Entwurf sowie die Vorteile des Stahlbaus aufzuzeigen.
02
Bauphysik
Lastannahmen
Entwurfsbestimmende
Faktoren
Böden
Technischer Ausbau
Belichtung
EUROBUILD in Steel 03
eNtwUrfsasPekte 02
(b) Halle mit Pfetten
(d) Unterspannte Binder
mit Pfetten
(a) Halle ohne Pfetten, Dach-
aussteifung durch Trapezblech
(c) Fachwerkträger und Pfetten
Abb. 2.1 Stützen- und
Binderkonstruktionen
(d) Abgespannte Rahmen
(b) Zweigelenkrahmen
mit Pfetten
(a) Eingespannte Rahmen
(c) Dreigurtige Fachwerkrahmen
Abb. 2.2 Rahmentragwerke
(d) Aufgeständerte Bögen
als Fachwerk
(c) Bogenkonstruktion als
Fachwerk
(b) Aufgeständerte Bögen (a) Dreigelenkbögen
mit Pfetten
Abb. 2.3 Bogenkonstruktionen
(a) Trägerrost auf
eingespannten Stützen
(c) Raumtragwerk auf
eingespannten Stützen
(b) Abgespannter Rost
(d) Gekrümmtes
Raumtragwerk
Abb. 2.4 Raumtragwerke
EUROBUILD in Steel 04
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
(a) Zweigelenkrahmen (b) Rahmen mit gekrümmtem Träger
(c) Rahmen mit Mezzanin-Ebene (d) Rahmen mit Kranbahn
(e) Zweischiffiger Rahmen
(f) Rahmen mit integriertem Büroanbau
(g) Rahmen mit Mansarddach
Abb. 2.5 Verschiedene Arten von
Rahmentragwerken
erforderlich ist, da sie zu geringeren Trag-
werksverformungen führen. Gelenkige
Stützenfüße führen zu kleineren Funda-
menten und einfacheren Fußpunktkon-
struktionen. Bei den Beispielen (c) und
(d) liegt das Tragwerk teilweise außer-
halb der Gebäudehülle. Dies erfordert
eine sorgfältige Detaillierung der Durch-
dringungspunkte. Aufgrund der aufwän-
digen Details ist diese Art des Tragwerks
hauptsächlich für Hallen, die auch reprä-
sentative Zwecke erfüllen, geeignet.
Bogentragwerke bieten sowohl günstigen
Lastabtrag als auch ein optisch anspre-
chendes Erscheinungsbild. In Abbildung
2.3(a) ist eine Halle bestehend aus einem
Dreigelenkbogen dargestellt. Alternativ
können die Bögen wie in 2.3(b) auch auf
Stützen aufgeständert oder gemäß 2.3(c)
in Fachwerke aufgelöst werden.
Die bislang beschriebenen Hallenformen
sind gerichtete Tragwerke, bei denen der
Lastabtrag entlang den Primär- und Se-
kundärbauteilen erfolgt. Bei den Träger-
rosten und Raumfachwerken werden alle
Tragelemente gleichmäßig am Lastab-
trag beteiligt, sie werden als ungerichtete
Tragwerke bezeichnet. Einige Beispiele
sind in Abbildung 2.4 dargestellt. Ein Vor-
teil der ungerichteten Tragwerke ist ihre
Erweiterbarkeit in beide Richtungen.
rahmentragwerke
Die am weitesten verbreitete Bauweise
für Hallenkonstruktionen in den meisten
europäischen Ländern ist die Rahmen-
konstruktion, da sie für die gegebene
Bauaufgabe ein günstiges Tragverhalten
aufweist. Das Konzept dieses Tragsy-
stems kann auf unterschiedliche Weise
variiert und erweitert werden, siehe Ab-
bildung 2.5.
Zusätzlich zu der Primärkonstruktion
existiert eine Vielzahl von Sekundärbau-
teilen, zum Beispiel dünnwandige kalt-
geformte Pfetten und Wandriegel sowie
Trapezblecheindeckungen und Verbän-
de, die auch zur Aussteifung des Ge-
samttragwerks beitragen.
Das einfache System des Rahmens kann
zum Beispiel durch den Einsatz von ge-
krümmten Bauteilen oder Cellformträgern
optisch ansprechend gestaltet werden
(siehe Abbildung 2.8 und 2.9).
Eine innovative Lösung, bei der die bie-
gesteife Verbindung zwischen Stütze
und Binder durch ein Gelenk und einen
Zugstab ersetzt wird, ist in Abbildung
2.10 dargestellt. Dies führt zu einer guten
Ablesbarkeit des Kraftfusse. Rahmen
können zudem auch mehrschiffg ausge-
bildet werden, wie Abbilddung 2.5(e) und
(f) zeigt. Dabei kann entweder eine ein-
zelne Mittelstütze oder ein Stützenpaar
angeordnet werden.
EUROBUILD in Steel 05
eNtwUrfsasPekte 02
Abb. 2.7 Zweischiffger Rahmen mit
Pfetten und Dachverband
Quelle: Kingspan Ltd
Abb. 2.8 Rahmenkonstruktion mit
gekrümmtem Binder
Abb. 2.6 Gekoppelte einschiffge Rahmen
EUROBUILD in Steel 06
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
Abb. 2.10 Innovative Lösung zur
Realisierung einer biegesteifen
Rahmenecke
fachwerke
Für weitgespannte Hallentragwerke
werden häufg Fachwerkträger verwen-
det. Dabei kommen C-, H- oder O-Pro-
fle zum Einsatz. Unterschiedliche Arten
von Fachwerkträgern sind in Abbildung
2.11 dargestellt. Die zwei gebräuchlisten
Formen sind reine Strebenfachwerke (W-
Form) und Fachwerke mit Pfosten und
fallenden Diagonalen (N-Form). Bei Kon-
struktionen mit Fachwerkbindern wird die
Aussteifung in der Regel mittels Verbän-
den und nicht durch Rahmentragwirkung
erzielt. Es besteht jedoch auch die Mög-
lichkeit, auch die Stützen in Fachwerk-
bauweise auszubilden, siehe Abbildung
2.13.
Abb. 2.9 Rahmenkonstruktion mit
Cellformträgern
Durch Verwendung von Fachwerken
kann eine vergleichsweise hohe Steifg-
keit bei minimalem Materialverbrauch er-
zielt werden. Neben der Fähigkeit große
Spannweiten zu überbrücken, bieten
Fachwerkträger fligranes Erscheinungs-
bild, welches insbesondere von Archi-
tekten geschätzt wird, sowie den Vorteil
einer einfachen und platzsparenden
Leitungsführung.
Voraussetzung für wirtschaftliches Kon-
struieren ist eine möglichst einfache
Ausbildung der Knotenpunkte. Die Aus-
bildung echter „Gelenke“ ist nicht üblich.
Durch geschraubte oder geschweißte
Verbindungen entstehen mehr oder we-
niger steife Verbindungen. Die dadurch
entstehenden zusätzlichen Schnittgrö-
ßen werden jedoch bei der Bemessung
des Fachwerkträgers vernachlässigt.
EUROBUILD in Steel 07
eNtwUrfsasPekte 02
Abb. 2.11 Unterschiedliche Arten von Fachwerken für Hallentragwerke
Abb. 2.12 Fachwerkträger aus Hohlproflen
(a) Fachwerkträger - W-Form (b) Fachwerkträger - N-Form (c) Fachwerkträger mit geneigtemt Gurt
(f) Fachwerkträger mit gekrümmtem
Obergurt und Auskragung
(e) Fachwerkträger mit gekrümmtem
Obergurt
(d) Aufgelöster Fachwerkträger
(g) Fachwerkbogen mit Zugband (h) Pultdachträger mit Auskragung
EUROBUILD in Steel 08
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
08
Abb. 2.13 Fachwerkrahmen mit
Fachwerkstützen
Bauphysik
wärmeschutz
Bei Hallen ist die Fläche der Gebäude-
hülle im Vergleich zum eingeschlossenen
Volumen relativ klein. Dies führt zu ver-
gleichsweise geringen Anforderungen an
die Wärmedämmung der Gebäudehülle.
Dennoch spielt auch bei Industriebauten
der Wärmeschutz eine bedeutende Rolle,
zum einen aufgrund von Anforderungen
an die Behaglichkeit, zum anderen aus
Gründen des Energieverbrauchs.
Der Wärmeschutz dient bei Hallen vor
allem der Gewährleistung eines ange-
messenen Raumklimas in Abhängigkeit
von der Nutzung des Gebäudes. Wäh-
rend der Heizperiode besteht eine der
wichtigsten Funktionen der Gebäude-
hülle in der Minimierung der Wärmever-
luste von innen nach außen. Dies gilt
insbesondere für Gebäude mit normalen
Raumtemperaturen, wie zum Beispiel
Einzelhandel, Ausstellungshallen und
Freizeitzentren, sowie in geringerem
Maße auch für Gebäude mit niedrigen
Innentemperaturen wie Werkstätten und
Lagerräume.
Kommen großfächige Wandpaneele
zum Einsatz, haben insbesondere Wär-
mebrücken und die Luftdichtheit der
Fugen einen großen Einfuss auf die
Energiebilanz des Gebäudes. Auf eine
lückenlose Verlegung der Wärmedäm-
mung ist zu achten. Außerdem müssen
Zugbeanspruchte konstruktionen
Durch den Einsatz von abgespannten
oder unterspannten Tragsystemen kön-
nen weitgespannte Tragwerke realisiert
werden, die hohen optischen und archi-
tektonischen Ansprüchen genügen.
Die Aufteilung in vorwiegend zug- und
druckbeanspruchte Bauteile ermöglicht
die Ausbildung sehr fligraner Tragwerke.
Materialsparende Konstruktionen sind je-
doch nicht notwendigerweise wirtschaft-
lich. Vor allem bei räumlichen Tragwer-
ken können die Anschlusspunkte sehr
komplex und arbeitsaufwändig werden.
Daher sind mögliche Anwendungen für
diese Bauweise in der Regel Hallen, die
auch einen repräsentativen Charakter
haben.
Abgespannte Tragwerke können so ge-
staltet werden, dass die Stützen und Ab-
spannungen außerhalb der Gebäudehülle
liegen, wie in Abbildung 2.14 dargestellt.
Zwar können durch die Verwendung von
Abspannungen größere Spannweiten er-
zielt werden, es ist jedoch stets zu über-
prüfen, ob diese Bauweise im Einklang
mit allen funktionellen Anforderungen
steht. So können zum Beispiel die Hän-
ger und Abspannungen die Nutzung des
Außenraumes einschränken.
die Längs- und Querstöße luftdicht ver-
siegelt werden.
Im Sommer dagegen ist es die Aufgabe
der Gebäudehülle einstrahlende Solar-
energie vom Gebäudeinneren fern zu
halten. Der sommerliche Wärmeschutz
hängt von Gesamtfäche und Ausrichtung
der Tageslichtöffnungen sowie von der
Wirksamkeit temporärer Sonnenschutz-
maßnahmen ab.
feuchteschutz
Wärmeschutz und Feuchteschutz sind
stets eng miteinander verknüpft, da Schä-
den durch Feuchtigkeit häufg die Folge
fehlender oder falsch installierter Wär-
medämmung sind. Auf der anderen Seite
kann mangelnder Schutz vor Feuchtig-
keit dazu führen, dass durch Kondensati-
on Tauwasser in der Konstruktion anfällt,
was wiederum Auswirkungen auf die
Wirksamkeit der Wärmedämmung hat.
Innerhalb mehrschaliger Dach- oder
Wandkonstruktionen muss das Kon-
densationsrisiko durch Anordnung einer
Dampfsperre auf der Innenseite kontrol-
liert werden. Bei Wandkonstruktionen,
die auf beiden Seiten dampfdicht sind,
wie zum Beispiel Sandwich Paneelen,
kann keine Wasserdampfdiffusion auftre-
ten. Hier ist jedoch die Luftfeuchtigkeit im
Gebäudeinneren zu regeln, z.B. mittels
einer Klimaanlage.
EUROBUILD in Steel 09
eNtwUrfsasPekte 02
Abb. 2.14 Abgehängte Konstruktion bei der
Renault-Fabrik in Swindon, GB,
erbaut in den 1980ern. Architekt:
Richard Rogers Partnership
schallschutz
In allen europäischen Ländern gibt es
Mindestanforderungen an die Schalldäm-
mung von Gebäuden. Darüber hinaus
kann es bei industriell genutzten Gebäu-
den erforderlich sein, die Schallemission
aus Maschinenbetrieb nach außen zu
begrenzen.
In Stahlbauten wird der Schallschutz in
erster Linie durch die Konstruktion der
Gebäudehülle gewährleistet. Alle Maß-
nahmen des baulichen Schallschutzes
basieren auf den folgenden physika-
lischen Prinzipien:
Unterbrechung der Übertragungs-
wege, z.B. in mehrschaligen
Konstruktionen
Schallabsorption, z.B. durch perfo-
rierte Trapezbleche oder Kassetten
Erhöhung der Masse eines Bauteils
Für einzelne, lokal begrenzte Lärmquel-
len wird eine Abkapselung empfohlen.
Zur Dämmung eines insgesamt hohen
Geräuschpegels sind schallschluckende
Bekleidungen von Wand und Decke sehr
effektiv. Beim Einsatz von mehrschaligen
Konstruktionen kann das Schalldäm-
maß durch Variation der akustisch wirk-
samen Masse nahezu beliebig einge-
stellt werden. Aufgrund der Komplexität
dieses Themas ist es empfehlenswert,
die Hersteller von Schallschutzlösungen
zu konsultieren, die über Spezialwissen
verfügen.



Brandschutz
Auch wenn die allgemeinen Anforde-
rungen der Brandschutzvorschriften in
ganz Europa ähnlich sind, gibt es natio-
nale Unterschiede.
So bestehen zum Beispiel für eine ein-
geschossige Industriehalle mit einer
Brandabschnittsgröße von 50 x 100 m in
den Niederlanden keine Anforderungen
bezüglich der Feuerwiderstandsdauer,
während in Frankreich in einigen Fällen
30 Minuten und in Italien bis zu 90 Mi-
nuten gefordert werden. In der Entwurf-
sphase sollten die folgenden Aspekte
untersucht werden:
Fluchtwege (Anzahl der Notaus-
gänge, Beschilderung, Anzahl der
Treppen, Breite der Türen)
Ausbreitung des Feuers (ein-
schließlich Feuerwiderstand und
Brandverhalten)
Rauch- und Wärmeabzug
Aktive Maßnahmen zur Brand-
bekämpfung (Hand-Feuerlö-
scher, Rauchmelder, Sprinkler,
Werksfeuerwehr)
Erreichbarkeit für die Feuerwehr
Die Anforderungen an den Brandschutz
sollten auf der Grundlage der Parame-
ter erfolgen, die die Brandentwicklung
und -ausbreitung beeinfussen. Diese
umfassen:
Brand (Wahrscheinlichkeit eines
Brandes, Ausbreitung des Feuers,






Branddauer, Brandlast, Intensität des
Feuers,…)
Lüftungsbedingungen (Lüftungsöff-
nungen, Rauchabzugssystem)
Brandabschnitt (Art, Größe,
Geometrie)
Tragsystem
Evakuierungsbedingungen
Sicherheit der
Rettungsmannschaften
Gefahr für die benachbarten
Gebäude
Aktive Maßnahmen zur
Brandbekämpfung
Die neue Generation der europä-
ischen Vorschriften erlauben neben
der Durchführung von Brandversu-
chen im Wesentlichen drei Ebenen der
Brandschutznachweise:
Level 1: Klassifkation von Bauteilen
mithilfe von Tabellen
Level 2: Vereinfachte
Berechnungsmethoden
Level 3: Erweiterte
Berechnungsmethoden










EUROBUILD in Steel 10
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
lastannahmen
Bei Entwurf und Bemessung einer einge-
schossigen Stahlhalle sollten die Lasten
und Lastkombinationen, die in diesem
Abschnitt beschrieben werden, berück-
sichtigt werden. Nutzlasten sowie Wind-
und Schneelasten werden in Eurocode 1
(DIN EN 1991), Teil 1-1, 1-3 und 1-4 an-
gegeben. Tabelle 2.1 zeigt die relevanten
Beanspruchungen in Abhängigkeit vom
untersuchten Bauteil.
Vertikallasten
Eigengewicht
Wenn möglich, sollten die Eigengewichte
der eingesetzten Materialien anhand der
Herstellerangaben überprüft werden. Die
Gewichte in Tabelle 2.2 können in der
frühen Entwurfsphase als typisch für Ma-
terialien, die für Dachsysteme verwendet
Tabelle 2.1 Einwirkungen für die wichtigsten
tragenden Bauteile
Tabelle 2.2 Typische Größenordnungen
für das Eigengewicht von
Dacheindeckungen
Material Gewicht (kN/m²)
Stahlproflbleche (einschalig) 0,07 - 0,20
Aluminiumproflbleche (einschalig) 0,04
Dämmung (Mineralwolle, je 100 mm Dicke) 0,10
Dämmung (Schaumkunststoffplatten, je 100 mm Dicke) 0,04
Innenschale von Kassetten (0,4 mm – 0,7 mm Dicke) 0,04 - 0,07
Sandwichelemente (40 mm – 100 mm Dicke) 0,10 - 0,15
Pfetten (gleichmäßig über die Dachfäche verteilt) 0,03
Stahldeckschicht 0,20
Dachabdichtung, dreilagig, beschiefert inkl Klebemasse 0,29
Schieferdeckung 0,40 / 0,50
Dachziegel 0,60 - 0,80
Betondachsteine 0,50 - 0,70
Stahlpfannendach einschließlich Lattung 0,15
Nr. Einwirkungen Anzusetzen auf
1 Eigengewicht Dach, Pfetten, Primärtragwerk, Fundament
2 Schnee Dach, Pfetten, Primärtragwerk, Fundament
3 Schneeansammlungen Dach, Pfetten, (Primärtragwerk), Fundament
4 Wind Wand, Dach, Pfetten, Primärtr., Fundament
5 Wind (erhöht für Einzelbauteile) Wand, Dach, Pfetten, Befestigungen
5a Wind (erhöhter Windsog) Wand, Dach, Pfetten, (Befestigungen)
6 Temperatur Gebäudehülle, Primärtragwerk
7 Anhängelasten Projektabhängig: Dach, Pfetten, Rahmen
8 Kranlasten Kranbahn
9 Dynamische Einwirkungen Primärtragwerk
10 Imperfektionen: Schiefstellung Wandverbände, Stützen
11 Imperfektionen: Vorkrümmung Dachverbände, Pfetten, Binder
werden, angesetzt werden. Das Eigen-
gewicht der Stahlrahmen beträgt in der
Regel 0,2 bis 0,4 kN/m² verteilt über die
Grundrissfäche.
Lasten aus der Nutzung
Die auftretenden Lasten hängen stark
von der Nutzung des Gebäudes ab und
können stark differieren. Es können
große Einzellasten infolge von abge-
hängten Laufstegen, Kranbahnen und
Klimaanlagen auftreten. Die folgenden
Lastannahmen können für eine Vorbe-
messung verwendet werden.
Gleichmäßige Nutzlast auf dem
gesamten Dach zwischen 0,1 und
0,25 kN/m² Grundrissfäche abhän-
gig von der Nutzung des Gebäudes
sowie vom Vorhandensein einer
Sprinkleranlage.

Veränderliche Lasten
EN 1991-1-1 und -3 defnieren verschie-
dene Arten von veränderlichen Lasten für
Dächer:
Eine Mindestlast von 0,6 kN/m²
(Grundrissfäche) für Dächer mit
Neigungen kleiner 30 °, die nur zu
Reinigungs- oder Wartungszwecken
betreten werden dürfen.
Eine konzentrierte Last von 0,9 kN
- dies wirkt sich nur auf die Bemes-
sung der Dacheindeckung aus.
Eine gleichmäßig verteilte Belastung
durch Schnee über die gesamte
Dachfäche. Der Wert der Last hängt
von der geografschen Lage und der
Höhe des Gebäudes über dem Mee-
resspiegel ab. Bei mehrschiffgen
Rahmen mit geneigtem Dach muss
die Bildung von konzentrierten



EUROBUILD in Steel 11
eNtwUrfsasPekte 02
entwurfsbestimmende
faktoren
allgemeines
Vor der detaillierten Planung ist es erfor-
derlich, eine Vielzahl von Faktoren zu un-
tersuchen, wie zum Beispiel:
Optimierte Flächennutzung
Optimierte Bauzeit
Erschließung und Sicherheit
Flexibilität in der Nutzung
Ökobilanz
Standardisierte Fertigung
Spezialisierte Gebäudetechnik
Technische Gebäudeausrüstung
Freifächengestaltung
Architektonische Qualität und
Wiedererkennungswert
Wärmeschutz und Luftdichtigkeit
Schallschutz
Beständigkeit
Brandschutz
Lebensdauer
Nachhaltigkeit
Rückbau und Wiederverwendung
In einem ersten Schritt ist es notwendig,
die erforderliche Größe des Gebäudes
zu bestimmen und ein Tragwerkskon-
zept zu entwickeln, welches die oben
genannten Faktoren berücksichtigt. Die
Wichtung der einzelnen Faktoren hängt
dabei von der Art des Gebäudes ab. So
sind zum Beispiel die Anforderungen an
ein Verteilzentrum andere als an eine
Produktionshalle.

















Schneelasten an den Tiefpunkten
untersucht werden.
Eine ungleichmäßige Belastung
durch Schneeverwehungen auf dem
Dach infolge Wind. Dabei weht der
Wind über den First des Gebäudes
und es sammelt sich mehr Schnee
auf der Leeseite. Dies ist nur für
Dachneigungen von mehr als 15 °
zu untersuchen und ist daher bei
Industriehallen in der Regel nicht
maßgebend.
Horizontallasten
Windlasten
Windlasten sind nach EN 1991-1-4 an-
zusetzen. Für Bauteile in einschiffgen
Rahmen, bei denen das Verhältnis Höhe:
Spannweite kleiner als 1:4 ist, sind sie nur
selten bemessungsrelevant. Windlasten
können daher in einer Vorbemessung in
der Regel vernachlässigt werden, es sei
denn, das Verhältnis Höhe:Spannweite
ist sehr groß oder der dynamische Druck
ist hoch. In diesem Fall ist oft die Bean-
spruchung durch kombinierte Wind und
Schneelasten bemessungsrelevant.
In zwei- oder mehrschiffgen Rahmen
wird die Dimensionierung der Bauteile
oft durch eine Lastfallkombination aus
Vertikallasten und Wind bestimmt wenn
bei den inneren Stützenreihen alternie-
rend Stützen ausgelassen werden. Hinzu
kommt, dass die Größe der Windlasten

darüber entscheiden kann, ob bei der
Schnittgrößenermittlung Effekte aus The-
orie II. Ordnung berücksichtigt werden
müssen. Dies kann der Fall sein, wenn
große horizontale Verformungen an der
Traufe in Kombination mit hohen Axial-
kräften auftreten.
Abhebende Kräfte aus können die Dach-
eindeckung insbesondere an den Gebäu-
deecken sowie an First und Traufe hoch
beanspruchen. In diesen Bereichen kann
es erforderlich sein, die Abstände der
Pfetten und Wandriegel zu reduzieren.
Imperfektionen
Entsprechend EN 1993-1-1 ist für ver-
schiebliche Rahmen die Wirkung der
geometrischen und strukturellen Imper-
fektionen durch eine geometrische Er-
satzimperfektion in Form von
Bauteilschiefstellungen
Bauteilvorkrümmungen
zu ersetzen. Die geometrischen Ersatz-
imperfektionen dürfen auch durch äqui-
valente horizontale Ersatzlasten berück-
sichtigt werden.
Sonstige Horizontallasten
Je nach Projekt müssen eventuelle zu-
sätzliche horizontale Belastungen in
Erwägung gezogen werden, wie z.B.
Erddruck, Kranlasten, Explosionen und
Erdbebenlasten.


Windsog
Winddruck
Schnee
Eigengewicht
Ersatzlast
aus Schiefstellung
Windsog
Ersatzlast aus
Schiefstellung
Spannweite
Abb. 2.15 Maßgebende Beanspruchungen eines Zweigelenkrahmens
EUROBUILD in Steel 12
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
Um ein optimiertes Entwurfskonzept zu
entwickeln, ist eine Bewertung dieser Ein-
fussfaktoren auf der Grundlage ihrer Be-
deutung je nach Art des Gebäudes erfor-
derlich. In Tabelle 2.3 wird der Stellenwert
der unterschiedlichen Entwurfsparameter
in Abhängigkeit von der Gebäudenutzung
dargestellt. Diese Matrix kann nur als ge-
nerelle Entscheidungshilfe dienen, da je-
des Projekt einzigartig ist und daher auch
die relative Bedeutung einzelner Punkte
unterschiedlich sein kann.
gemischte Nutzung und
Unterteilung in Brand- oder
Nutzungsabschnitte
Größere Hallenbauten werden in zuneh-
mendem Maße für gemischte Nutzung,
d.h. in den meisten Fällen integrierte
Bürofächen und / oder Sozialräume für
die Mitarbeiter, konzipiert. Es gibt unter-
schiedliche Möglichkeiten, diese Flächen
innerhalb einer Halle anzuordnen, siehe
Abbildung 2.16:
Bei eingeschossigen Hallen durch
Innenwände abgeteilter Raum in-
nerhalb des Gebäudes. Dieser kann
sich auch über zwei Stockwerke
erstrecken.
In einem externen Gebäu-
de, welches direkt an die Halle
anschließt
Bei zweigeschossigen Gebäuden
teilweise auf der oberen Etage
Dies führt zu besonderen Anforderungen
an das Entwurfskonzept in Bezug auf
Tragwerke und Bauphysik. Wenn der Bü-
robereich sich auf der oberen Etage ei-
ner Halle befndet, kann hierfür ein eigen-
ständiges Tragwerk ausgebildet werden,
welches von der Halle umschlossen wird.
In diesem Fall können Deckensysteme
aus dem Geschoßbau verwendet wer-
den, die häufg auf Verbundkonstrukti-
onen basieren, z.B. IFB-Träger. Alternativ



kann die Büroeinheit auch über Zugstäbe
an das Haupttragwerk angehängt wer-
den. Dies erfordert besondere Aufmerk-
samkeit bezüglich der Stabilisierung der
angehängten Struktur.
Neben dem Entwurf der tragenden Bau-
teile erfordern die folgenden Aspekte be-
sondere Aufmerksamkeit:
Brandschutz:
Da Büroräume für den Aufenthalt einer
größeren Zahl von Menschen konzipiert
sind, sind die Anforderungen an den
Brandschutz strenger. Wenn die Büros
sich im oberen Stockwerk des Gebäudes
befnden, sind zusätzliche Fluchtwege
erforderlich und aktive Brandbekämp-
fungsmaßnahmen müssen in Betracht
gezogen werden. Die Vermeidung des
Brandüberschlages von einem in den
anderen Brandabschnitt kann zum Bei-
spiel durch eine Verbunddecke erreicht
werden.
Tabelle 2.3 Wichtige Entwurfsparameter für Industriebauten
Entwurfsbestimmende Faktoren
Art der Halle
O
p
t
i
m
i
e
r
t
e

F
l
ä
c
h
e
n
n
u
t
z
u
n
g
O
p
t
i
m
i
e
r
t
e

B
a
u
z
e
i
t
E
r
s
c
h
l
i
e
ß
u
n
g

u
n
d

S
i
c
h
e
r
h
e
i
t
F
l
e
x
i
b
i
l
i
t
ä
t

i
n

d
e
r

N
u
t
z
u
n
g
Ö
k
o
b
i
l
a
n
z
S
t
a
n
d
a
r
d
i
s
i
e
r
t
e

F
e
r
t
i
g
u
n
g
S
p
e
z
i
a
l
i
s
i
e
r
t
e

G
e
b
ä
u
d
e
t
e
c
h
n
i
k
N
a
c
h
h
a
l
t
i
g
k
e
i
t
R
ü
c
k
b
a
u

u
n
d

W
i
e
d
e
r
v
e
r
w
e
n
d
u
n
g
T
e
c
h
n
i
s
c
h
e

G
e
b
ä
u
d
e
a
u
s
r
ü
s
t
u
n
g
F
r
e
i
f
ä
c
h
e
n
g
e
s
t
a
l
t
u
n
g
A
r
c
h
i
t
e
k
t
u
r

u
n
d

W
i
e
d
e
r
e
r
k
e
n
n
u
n
g
s
w
e
r
t
W
ä
r
m
e
s
c
h
u
t
z

u
n
d

L
u
f
t
d
i
c
h
t
i
g
k
e
i
t
S
c
h
a
l
l
s
c
h
u
t
z
B
e
s
t
ä
n
d
i
g
k
e
i
t

L
e
b
e
n
s
d
a
u
e
r
Hochregallager              
Industrielle
Produktionshallen
            
Verteilzentren              
Supermärkte              
Lagerhallen und
Kühlhäuser
            
Kleinere Fabrikanlagen            
Büros und kleine
Fertigungsbetriebe
              
Aufbereitungsanlagen             
Freizeitzentren               
Sporthallen              
Ausstellungshallen               
Flugzeug- und
Wartungshangars
               
Legende Kein Häkchen = weniger wichtig  = wichtig  = sehr wichtig
EUROBUILD in Steel 13
eNtwUrfsasPekte 02
Abb. 2.16 Möglichkeiten für die Anordnung
eines Bürobereichs in einer
Industriehalle
(a) integriert (b) extern (c) im Obergeschoss
Büro
Halle Halle
Büro
Büro Halle
Wärmeschutz:
Büros haben auch höhere Anforderungen
an die Wärmedämmung. In zahlreichen
Hallen, die nur zur Lagerung von nicht-
empfndlichen Waren dienen, ist keine
Wärmedämmung erforderlich. In Büros
ist jedoch ein gewisses Maß an Komfort
zu gewährleisten, daher ist Wärmedäm-
mung erforderlich. Auch die trennenden
Bauteile zwischen kalten und warmen
Bereichen müssen sorgfältig geplant
werden.
Schallschutz:
Vor allem in Industriehallen mit lärm-
intensiven Produktionsverfahren muss
eine strikte Trennung zwischen der Pro-
duktion und dem Büro realisiert werden.
Dies kann anspruchsvolle Lösungen
zur Gewährleistung des Schallschutzes
erfordern.
Für große Hallen kann die Unterteilung
in Brandabschnitte eine wichtige Rolle
bei der Gestaltung spielen, auch wenn
es keine internen Bürofächen gibt. Um
eine Brandausbreitung zu verhindern, ist
die Größe der Brandabschnitte auf einen
bestimmten Wert zu beschränken. Daher
sind Brandwände einzuplanen, die eine
Feuerwiderstandsdauer von mindestens
90 Minuten aufweisen. Dies ist umso ent-
scheidender, wenn in dem Gebäude ge-
fährliche Güter vorhanden sind.
Böden
In den meisten Fällen werden die Fußbö-
den von Industriehallen von Fahrzeugen
befahren oder tragen schwere Maschi-
nen. Sie sind hohen Belastungen aus-
gesetzt und müssen absolut eben sein.
Je nach Anwendung müssen bei der
Bemessung konzentrierte Belastungen
durch Fahrzeuge (Gabelstapler 10-150
kN, LKW 10-40 kN, schwere Lkw 50-100
kN), Maschinen, Regalanlagen und Be-
hälter in Betracht gezogen werden.
Daher haben die meisten industriellen
Gebäuden eine Bodenplatte aus Beton
mit einer Mindesthöhe von 150 mm, die
auf einer Schicht aus Kies oder Sand
und Kies mit einer Dicke von ebenfalls
mindestens 150 mm aufiegt. Bei großen
Flächen kann eine Gleitschicht zwischen
Unterlage und Beton erforderlich werden,
die in der Regel durch zwei Lagen aus
synthetischem Material realisiert wird.
technischer ausbau
Bei Industriebauten liegen häufg spe-
zielle Anforderungen an die technische
Gebäudeausrüstung infolge des Betriebs
von Maschinen oder Fertigungslinien
vor.
Die Integration der erforderlichen Ein-
bauten sollte bereits in der frühen
Planungsphase bedacht werden, um
negative Auswirkungen auf das Erschei-
nungsbild des Gebäudes zu verhindern.
Insbesondere muss die Position und
Größe der Leitungen mit dem Tragwerk
koordiniert und die Auswirkungen auf
eine möglichst natürliche Belichtung ge-
prüft werden.
Durch Verwendung von Cellformträgern,
Fachwerken, etc. kann der technische
Ausbau auf elegante Art in das Tragwerk
integriert und ein einheitliches Erschei-
nungsbild des Gebäudes erzielt werden.
Neben der Anordnung der Leitungen hat
auch die Gestaltung von Technikräumen
einen großen Einfuss.
Eine zentrale Anordnung der Ver- und
Entsorgung bietet den Vorteil der ein-
fachen Wartung. Abbildung 4.17 zeigt
verschiedene mögliche Lösungen für die
Positionierung der Technikräume.
In Industriebauten sind in der Regel Kli-
maanlagen erforderlich. Sie erfordern
große Leitungen und angeschlossene
Aggregate wie Ventilatoren und Filter. Der
Raumbedarf für Heiz-und Kühlsysteme ist
ebenfalls frühzeitig zu berücksichtigen.
In vielen Fällen ist eine natürliche Belüf-
tung für Industriebauten ausreichend. Mit
EUROBUILD in Steel 14
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 02
Abb. 4.18 Tageslichtverteilung bei unterschiedlichen Belichtungskonzepten
Sheds
Fensterbänder
Linienförmige Oberlichter
Punktförmige Oberlichter
Abb. 4.17 Beispiele für die mögliche Anordnung von Technikräumen und Leitungsführung
(a) Technikräume separat (b) Technikräume auf dem Dach
(c) Technikräume innen (d) Technikräume im Untergeschoss
zunehmenden Hallenabmessungen wird
es jedoch schwieriger die verbrauchte
Luft zu erneuern und die Wärme aus der
Halle abzuführen.
Unabhängig von der Höhe des Gebäudes
liegt der Grenzwert, bei dem eine natür-
liche Belüftung noch möglich ist, bei einer
maximalen Breite von rund 15 m.
Der erforderliche Luftaustausch kann
durch Öffnungem im Dach unterstützt
werden.
Die sorgfältige Positionierung der Be-
lüftungsöffnungen kann auch in grö-
ßeren Hallen eine natürliche Belüftung
ermöglichen.
Des Weiteren sollten die folgenden As-
pekte berücksichtigt werden:
Sonnenschutzelemente können den
Luftwechsel beeinträchtigen
Abführung von
Geruchsentwicklungen
Kontrolle der Luftfeuchtigkeit
Kontrolle der Luftdichtheit
Schalldämmung
Belichtung
Die Anforderungen an die Belichtung von
Industriebauten sind von der Art der Nut-
zung abhängig. Selbst wenn nicht explizit
gefordert, ist es für Arbeitsplätze stets
vorzuziehen, ein hohes Maß an natür-
licher Belichtung vorzusehen.
Die Art und Anordnung der Belichtungs-
öffnungen erlauben eine große Vielfalt in
der architektonischen Gestaltung. Diese
können ist auch einen Einfuss auf den
Tragwerksentwurf haben. Im Dach sind
punkt- und linienförmige Oberlichter gän-
gige Lösungen, während in Fassaden so-
wohl einzelne Fensteröffnungen als auch
horizontale oder vertikale Fensterbänder
zum Einsatz kommen. Öffnungen für
natürliche Beleuchtung können im Falle
eines Brandes auch für den Rauch- und
Wärmeabzug dienen.
Die erreichbare Lichtintensität von einzel-
nen Tageslichtöffnungen oder Lichtbän-
dern in Fassaden ist abhängig von der
Entfernung zu den Außenwänden. Durch
den Einsatz von Öffnungen im Dach ist
eine gleichmäßigere Tageslichtverteilung
möglich, vgl. Abbildung 4.18.





tragsysteme 03
Längssaussteifung mit Kreuzverbänden
im Dach und Portalrahmen zur Ìntegration
eines Tores im Wandbereich
Längssaussteifung mit Kreuzverbänden
im Dach und Sonderverband zur Ìntegration
eines Tores im Wandbereich
Halle mit Rahmen in Giebelwand und
Längssaussteifung mit Kreuzverbänden
in Dach und Wand
Halle mit tragender Giebelwand und
Längsaussteifung mit Kreuzverbänden
in Dach und Wand
messungen führen. Außerdem erfordern
eingespannte Stützen die Ausbildung
teurerer Anschlussdetails und werden
daher überwiegend verwendet, wenn
große Horizontalkräfte auftreten. Eine ge-
lenkige Ausbildung der Stützenfüße führt
hingegen zu einer geringeren Steifgkeit
des Rahmens und somit zu erhöhtem
Stahlverbrauch.
Die Steifgkeit der Rahmenecke wird oft
durch Anordnung von Vouten erhöht.
Rahmen
Stützen und Binder
Pfetten und Verbände
Verbindungen
Abb. 3.1 Beispiele für Aussteifungsmaßnahmen von Rahmentragwerken aus der
Rahmenebene
rahmen
Rahmentragwerke sind in der Regel
eingeschossige Konstruktionen, die aus
Stützen und horizontalen oder schräg lie-
genden Riegeln bestehen, welche biege-
steif miteinander verbunden sind.
Rahmen mit gelenkigen Stützenfüßen
werden in der Regel bevorzugt, da sie
im Vergleich zu eingespannten Stüt-
zenfüßen zu geringeren Fundamentab-
Dieser Abschnitt beschreibt gebräuchliche Tragsysteme für eingeschos-
sige Hallen. Es werden sowohl Rahmenkonstruktionen mit biegestei-
fen Anschlüssen als auch Systeme mit gelenkigen Knotenpunkten be-
schrieben. Den Abschluss bilden Angaben zu sekundären Bauteilen und
Verbindungen.
EUROBUILD in Steel 15
03 Tragsysteme
EUROBUILD in Steel 16
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 03
Rahmen mit biegesteifen Ecken sind in
ihrer Tragwerksebene stabil und ermög-
lichen daher einen stützenfreien Raum,
der nicht durch zusätzliche Aussteifungs-
elemente eingeschränkt wird. Die Stabi-
lität wird dabei durch die Kontinuitätsbe-
dingung an den Rahmenecken erreicht.
Die Stabilität aus der Tragwerksebene
muss in den meisten Fällen durch zu-
sätzliche Elemente, wie z. B. Verbände
und Pfetten gewährleistet werden. Bei
Verwendung von Trapezblechen kann
die Aussteifung des Daches auch ohne
zusätzliche Verbände durch Schubfeld-
wirkung realisiert werden. Für die Ge-
samtstabilität der Halle können auch
schubsteife Wände, Kerne und einge-
spannte Stützen eingesetzt werden.
In Rahmenkonstruktionen mit Spannwei-
ten von 12 m bis 30 m werden in der Re-
gel warmgewalzte Profle der Materialgü-
te S235, S275 oder S355 verwendet. Die
Verwendung von hochfestem Stahl ist in
Strukturen, bei denen Gebrauchstaug-
lichkeitskriterien (d.h. Durchbiegung)
oder Stabilität bemessungsrelevant sind,
selten wirtschaftlich.
Querschnitte sollten an hochbean-
spruchten Stellen mindestens der Quer-
schnittsklasse 2 angehören. Wenn eine
plastische Tragwerksberechnung durch-
geführt wird, müssen Klasse-1-Quer-
schnitte verwendet werden. Die Wirkung
der Normalkräfte auf die Klassifzierung
der Bauteile sollte berücksichtigt wer-
den. Allerdings ist in vielen Bauteilen die
Normalkraft im Vergleich zum Biegemo-
ment klein, und daher bei der Einstufung
vernachlässigbar.
einschiffiger Zweigelenkrahmen
Eines der am häufgsten verwendeten
Tragsysteme für eingeschossige Hallen
ist der einschiffge Rahmen, wie in Abbil-
dung 3.2 dargestellt. Die folgenden Merk-
male haben sich als die wirtschaftlichste
erwiesen und können daher als Anhalts-
punkt in einer frühen Vorentwurfsphase
dienen.
Spannweite zwischen 15
und 50 m (25 bis 35 m ist am
wirtschaftlichsten)
Traufhöhe zwischen 5 und 10 m (5
bis 6 m ist am wirtschaftlichsten)
Dachneigung zwischen 5° und 10°
(6° wird allgemein angenommen)
Rahmenabstand zwischen 5 und
8 m (die größeren Abstände treten
im Zusammenhang mit größeren
Spannweiten auf)
Vouten an der Rahmenecke und
wenn nötig am First
Tabelle 3.1 kann als Bemessungshilfe für
den Vorentwurf von einschiffgen Rah-
men verwendet werden. Werden Vouten
angeordnet, können die Querschnitte für
Stützen und Riegel kleiner gewählt wer-
den. Vouten werden oft aus demselben
Profl hergestellt wie der für den Riegel
verwendet wird.





Traufe
Voute zur Verstärkung
der Rahmenecke
Dachneigung First
Firststoß
Riegel
Stütze
Abb. 3.2 Einschiffger Zweigelenkrahmen mit geneigten Riegeln
Tabelle 3.1 Vorbemessungstabelle für Zweigelenkrahmen
Schneelast
Spann-
weite
Trauf-
höhe
Dach-
neigung
Rahmen-
abstand
Erforderlicher
Querschnitt
[kN/m²] [m] [m] [°] [m] Stütze Riegel
0.75
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 600 IPE 550
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 500 IPE 500
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 450 IPE 450
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 360 IPE 360
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 300 IPE 300
1.20
30.0 6.0 6.0 5.0 HEA 500 HEA 500
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 600 IPE 550
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 500 IPE 500
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 450 IPE 450
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 360 IPE 360
2.00
30.0 6.0 6.0 5.0 HEA 650 HEA 650
25.0 6.0 6.0 5.0 HEA 550 HEA 550
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 600 IPE 600
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 500 IPE 500
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 400 IPE 400
EUROBUILD in Steel 17
tragsysteme 03
rahmen mit integrierter mezzanin-
ebene
Bürofächen können in eine Rahmenkon-
struktion integriert werden, indem eine
Mezzanin-Ebene über die ganze oder
Teile der Halle angeordnet wird (siehe
Abbildung 3.3). Diese kann so gestaltet
werden, dass sie den Rahmen stabili-
siert. Häufg ist zusätzlicher Brandschutz
erforderlich.
rahmen mit angehängter
mezzanin-ebene
Büros können auch außerhalb des
Haupttragwerks angeordnet werden,
was zu einer asymmetrischen Rahmen-
konstruktion führt, vgl. Abbildung 3.4. Der
größte Vorteil dieser Variante ist, dass
große Stützen und Vouten die Bürofä-
chen nicht behindern. Die Aussteifung
der angehängten Struktur erfolgt über die
Rahmenwirkung des Haupttragwerks.
rahmen mit konsolen und
kranbahn
Krane haben einen wichtigen Einfuss
auf die Gestaltung und die Abmessungen
von Rahmen. Sie verursachen zusätz-
liche Vertikallasten sowie erhebliche hori-
zontale Kräfte, die insbesondere Einfuss
auf die Größe des Stützenquerschnitts
haben.
Hat der Kran nur eine relativ geringe Ka-
pazität (bis zu ca. 20 Tonnen), kann die
Kranbahn auf Konsolen an den Stützen
befestigt werden (siehe Abbildung 3.5).
Die Verwendung eines Zugbandes oder
eingespannter Stützen kann zur Verrin-
gerung der Verformungen an der Traufe
Mezzanin-Ebene
Abb. 3.3 Rahmen mit integrierter Mezzanin-Ebene
Mezzanin-Ebene
Abb. 3.4 Rahmen mit angehängter Mezzanin-Ebene
erforderlich sein. Die Verschiebungen auf
Höhe der Kranschiene können für das
Funktionieren des Krans von entschei-
dender Bedeutung sein.
Für schwere Kräne ist es angebracht, die
Kranbahn auf zusätzliche Stützen abzu-
setzen, die an die Rahmenstütze ange-
bunden und so stabilisiert werden.
Kranbahn-
Konsole
Abb. 3.5 Rahmen mit Kranbahn auf Konsolen
EUROBUILD in Steel 18
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 03
rahmen mit Zwischenstütze
Ist die Rahmenspannweite größer als
30 m, und es gibt keine Notwendigkeit
für einen stützenfreien Raum, kann eine
Zwischenstütze den erforderlichen Rie-
gelquerschnitt und den Horizontalschub
an den Stützenfüßen reduzieren, vgl. Ab-
bildung 3.6. Dies führt zu Kosteneinspa-
rungen sowohl beim Stahlbau als auch
bei der Gründung.
Diese Art von Rahmen wird manchmal
als „gestützter einschiffger Rahmen“ be-
zeichnet, das Tragverhalten ist aber das
eines zweischiffgen Rahmens.
rahmen mit Zugband
In einem Rahmen mit Zugband (siehe
Abbildung 3.7), werden die horizontalen
Verschiebungen an der Traufe und die
Momente in den Stützen reduziert, dies
geschieht jedoch auf Kosten der lichten
Höhe. Bei Dachneigungen von weniger
als 15 ° entstehen große Normalkräfte im
Riegel und im Zugband.
rahmen mit mansarddach
Ein Rahmen mit Mansarddach besteht
aus einer Reihe von Riegeln und Vouten,
wie in Abbildung 3.8 dargestellt. Diese
Lösung kann verwendet werden, wenn
eine große Spannweite erforderlich ist,
die Traufhöhe des Gebäudes aber auf
ein Minimum reduziert werden muss. Ein
Mansarddach mit Zugband kann eine
wirtschaftliche Lösung sein, wenn es
notwendig ist, die Verformungen an der
Traufe zu beschränken.
Abb. 3.6 Rahmen mit Zwischenstütze
Abb. 3.7 Rahmen mit Zugband
Abb. 3.8 Rahmen mit Manssarddach
Bei größeren Spannweiten
können Hänger erforderlich
sein
Zugband
Lichte Höhe
Mögliche Position für
Abstützung aus der Ebene
Zwischenstütze
*
EUROBUILD in Steel 19
tragsysteme 03
rahmen mit gekrümmtem träger
Rahmen mit gekrümmten Trägern (siehe
Abbildung 3.9 und Abbildung 2.8) werden
oft für architektonische Anwendungen
verwendet. Die Riegel können durch
Kaltverformung gebogen werden, jedoch
kann es bei Spannweiten von mehr als
16 m aus Transportgründen notwendig
sein, Stöße anzuordnen. Aus architek-
tonischen Gründen müssen diese Stöße
sorgfältig detailliert werden.
Wenn zwar ein gebogenes Dach gefor-
dert ist, der Rahmen selbst aber nicht
gekrümmt sein muss, kann die Form
des Rahmenriegels alternativ durch eine
Reihe gerader Elemente angenähert
werden.
rahmen mit cellformträger
Cellformträger können in Rahmen ver-
wendet werden (siehe Abbildung 3.10
und Abbildung 2.9), diese haben dann
häufg gekrümmte Riegel. Werden aus
Transportgründen Stöße erforderlich,
sollten diese sorgfältig detailliert werden,
um die architektonische Qualität dieser
Konstruktionsart zu erhalten.
rahmen in giebelwand
Am Ende von Gebäuden können anstel-
le von Rahmen, die die volle Spannwei-
te überbrücken, auch Giebelstützen mit
aufgelagertem Riegel angeordnet wer-
den (siehe Abbildung 3.11). Soll die Halle
später in Längsrichtung erweitert werden,
werden auch hier oft dieselben Rahmen
wie im Gebäudeinnereren gewählt. In
Fällen, in denen die Stabilität der Giebel-
wand nicht durch Rahmentragwirkung
erfolgt, sind zusätzliche Verbände oder
Schubwände erforderlich, siehe auch Ab-
bildung 3.1.
Abb. 3.9 Rahmen mit gekrümmtem Träger
Abb. 3.11 Rahmenkonstruktion für Giebelwand
Giebel-
verband
Tür
Oberkante
Fertigfußboden
Toröffnung
Abb. 3.10 Rahmen mit Cellformträger
EUROBUILD in Steel 20
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 03
stützen und Binder
stützen- und Binderkonstruktion
mit gelenkig gelagerten stützen
Bei einfachen Stützen- und Binder-
konstruktionen werden die Stützen
hauptsächlich durch Normalkräfte be-
ansprucht. Dies führt zu kleineren Stüt-
zenquerschnitten und ermöglicht daher
eine größere Nutzfäche. Im Vergleich zu
Rahmenkonstruktionen sind die Biege-
momente der Binder größer, was zu grö-
ßeren Riegelquerschnitten führt. Da ge-
lenkige Anschlüsse weniger aufwändiger
zu fertigen sind als biegesteife Verbin-
dungen, können die Herstellungskosten
reduziert werden.
Um das Tragwerk für horizontale Lasten
zu stabilisieren, werden Verbände in
Hallenlängs- und Hallenquerrichtung er-
forderlich, und zwar sowohl im Dach als
auch in den Wänden. Daher wird diese
Art der Konstruktion häufg bei überwie-
gend geschlossenen Hallen verwendet.
Die Aussteifung muss bereits im Bau-
zustand berücksichtigt werden, gege-
benenfalls werden temporäre Verbände
erforderlich.
stützen- und Binderkonstruktion
mit eingespannten stützen
Bei der Verwendung von eingespannten
Stützen sind aufgrund der zusätzlich
auftretenden Biegemomente gute Bau-
grundverhältnisse erforderlich. Im Falle
von Stützen mit geringen Normalkräften
werden große und möglicherweise un-
wirtschaftliche Fundamente notwendig.
Bei großen Industriehallen mit schwerem
Kranbetrieb können die Stützen auch
in Fachwerkkonstruktionen aufgelöst
werden.
Im Vergleich zum Zweigelenkrahmen tre-
ten größere Momente in den Riegeln und
größere seitliche Verfomungen auf. Die
Vorteile dieses Systems liegen in seiner
Unempfndlichkeit gegenüber Setzungen
und der Tatsache, dass es – im Falle ei-
ner Einspannung um beide Stützenach-
sen – sofort nach der Montage ohne zu-
sätzliche Verbände stabil ist.
Aussteifung des Gesamtsystems
durch Kreuzverbände in Dach und
Wänden, Dachstabilisierung durch
Trapezbleche
Aussteifung durch Kreuzverbände
in Dach und Wänden
Abb. 3.12 Aussteifung von Stützen- und Binderkonstruktionen aus der Tragwerksebene
Schneelast
Spann-
weite
Trauf-
höhe
Dach-
neigung
Rahmen-
abstand
Erforderlicher
Querschnitt
[kN/m²] [m] [m] [°] [m] Stütze Riegel
0.75
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 270 HEA 550
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 270 IPE 600
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 240 IPE 500
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 200 IPE 360
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 160 IPE 300
1.20
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 HEA 700
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 HEA 550
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 270 IPE 550
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 220 IPE 450
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 180 IPE 360
2.00
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 330 HEA 900
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 HEA 700
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 HEA 500
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 240 IPE 500
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 200 IPE 450
Tabelle 3.2 Vorbemessungstabelle für Stützen- und Binderkonstruktionen mit gelenkigen
Fußpunkten
Tabelle 3.3 Vorbemessungstabelle für Stützen- und Binderkonstruktionen mit eingespannten
Fußpunkten
Schneelast
Spann-
weite
Trauf-
höhe
Dach-
neigung
Rahmen-
abstand
Erforderlicher
Querschnitt
[kN/m²] [m] [m] [°] [m] Stütze Riegel
0.75
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 360 HEA 550
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 IPE 600
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 IPE 500
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 240 IPE 360
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 200 IPE 300
1.20
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 400 HEA 700
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 330 HEA 550
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 300 IPE 550
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 240 IPE 450
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 200 IPE 360
2.00
30.0 6.0 6.0 5.0 IPE 450 HEA 900
25.0 6.0 6.0 5.0 IPE 360 HEA 700
20.0 6.0 6.0 5.0 IPE 330 HEA 550
15.0 5.0 6.0 5.0 IPE 270 IPE 500
12.0 4.0 6.0 5.0 IPE 220 IPE 450
EUROBUILD in Steel 21
tragsysteme 03
Pfetten und Verbände
Ein typischer Zweigelenkrahmen mit all
seinen sekundären Bauteilen – Pfetten,
Wandriegel und Verbände – ist in Abbil-
dung 3.15 dargestellt.
Ein Rahmen ist in seiner Tragwerksebene
stabil, aus der Tragwerksebene heraus
werden jedoch Aussteifungsmaßnahmen
erforderlich. Diese werden in der Regel
durch Verbände Dach- und Wandebene
realisiert. Ist nur eine Strebe je auszu-
steifendem Feld vorhanden, muss diese
zug- und drucksteif ausgebildet werden,
bei Kreuzverbänden wirken die Bauteile
in der Regel nur auf Zug.
Pfetten und Wandriegel tragen zum ei-
nen die Lasten aus der Dach- und Wand-
verkleidung ab und stabilisieren den Rah-
men gegen Biegedrillknicken. Alternativ
können ausreichend schubsteife Paneele
oder Trapezbleche als Schubfeld ausge-
bildet werden und so zur Stabilisierung
des Rahmens beitragen.
Pfetten
Pfetten haben die Aufgabe, die Lasten
aus der Dacheindeckung an die primären
strukturellen Elemente, d.h. die Rah-
menriegel, weiterzugeben. Außerdem
können sie als Druckglieder wirken. Bei
Rahmenabständen bis zu 7 m kann es
wirtschaftlicher sein, die Trapezbleche
direkt auf die Rahmen aufzulegen, ohne
zusätzliche Pfetten zu verwenden.
Werden größere Rahmenabstände ge-
wählt verringert sich zum einen die An-
zahl der primären strukturellen Elemente
und Fundamente, zum anderen werden
jedoch Pfetten erforderlich. Im Hallenbau
werden für Pfetten sowohl warmgewalzte
I-Profle als auch kaltgeformte Profle mit
Z-, C-, U-oder Sonderform verwendet, si-
ehe Abbildung 3.13.
Werden kaltgeformte Pfetten verwendet,
werden diese in der Regel im Abstand
von ca. 1,5 bis 2,5 m angeordnet. Ein
weiterer Aspekt, der berücksichtigt wer-
Blechdicke 1.5 - 3 mm
Z-Profil
260 mm 240 mm 210 mm 195 mm
H
175 mm Höhe H
H
H
C-Profil
abhängig von H max. 100 mm min. 30 mm
max. 350 mm
min. 80 mm
0
Blechdicke 1.5 - 4 mm
H
ö
h
e

H
max. 350 mm
Blechdicke 1.5 - 4 mm
min. 80 mm
0
abhängig von H max. 100 mm min. 30 mm
U-Profil
H
ö
h
e

H
Abb. 3.13 Typische kaltgeformten Profle für Pfetten
(a) Auflagerung einer durchlaufenden
Walzprofilpfette
(b) Endauflager für Walzprofilpfette
(c) Auflagerung für einer durchlaufenden
kaltgeformtem Z-Profil-Pfette
(d) Auflagerung für einer durchlaufenden
kaltgeformtem Pfette mit Sonderprofil
Abb. 3.14 Lösungen für die Verbindung von
Binder und Pfetten
EUROBUILD in Steel 22
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 03
(a) Haupttragsystem einer Halle und Sekundärbauteile
Pfetten
OKFB
Sockel
Zugband (optional,
aber nicht üblich)
2
kaltgeformter
Traufriegel
1
Wand-
riegel
3
4
5
Fundament
Fußplatte
Stütze
Riegel
Voute
Firststoß
Stellen, an denen der innere
Gurt von Stütze und Riegel
seitlich gehalten wird
(b) Stahlbauübersicht der Dachkonstruktion
Dach-
verband
kaltgeformte
Pfetten
kaltgeformter
Traufriegel
ggf. Kopfbänder
für Traufriegel
Zugstangen
falls erforderlich
(c) Ansicht
Wand-
verband
Zugstange
Wand-
verband

Wandriegel
Abb. 3.15 Übersicht über die Komponenten
einer Rahmenkonstruktion
EUROBUILD in Steel 23
tragsysteme 03
den muss, ist, dass kaltgeformte Pfetten
nur eine begrenzte Steifgkeit aufweisen,
die zur Stabilisierung des Rahmenriegels
gegen Biegedrillknicken herangezogen
werden kann. Für die Verbindung zwi-
schen Pfette und Rahmenriegel bieten
die Hersteller häufg zugelassene Lö-
sungen mit sogenannten Pfettenschuhen
an, siehe Abbildung 3.14.
Die Montage der primären und sekundär-
en Bauteile erfolgt in der Regel unter Ver-
wendung Mobilkräne, wie in Abbildung
3.16 dargestellt. In Regionen mit erhöhter
Belastung durch Wind und Schnee und
in Bereichen, in denen die Pfetten zur
Stabilisierung der Rahmenriegel heran-
gezogen werden, wird häufg ein redu-
zierter Pfettenabstand gewählt. Dies ist
insbesondere im Bereich der Traufe und
bei mehrschiffgen Hallen an der Kehle
der Fall.
Abb. 3.16 Montage einer zeitgemäßen Stahlhalle
Quelle: Barret Steel Buildings Ltd
Schweißnähte
Voute
Steife im Zugbereich
(falls erforderlich)
warmgewalztes ,-Profil
Schrauben der Festigkeitsklass 8.8 oder 10.9
Steife im Druckbereich (falls erforderlich)
Kopfplatte
warmgewalztes ,Profil
Verbindungen
Die drei wichtigsten Verbindungen in ei-
ner Rahmenkonstruktion sind diejenigen
an Stützenfuß, Rahmenecke und gege-
benenfalls am First.
Für die Verbindung von Stütze und Rie-
gel werden zumeist geschraubte Verbin-
dungen, wie in Abbildung 3.17 dargestellt,
verwendet. Um die Querschnittshöhe lo-
kal zu vergrößern und die Tragfähigkeit
des Anschlusses zu vergrößern, wird
häufg eine Voute aus einem Walzprofl
ausgeschnitten und an den Riegel an-
geschweißt. Die Voute wird dabei oft aus
dem gleichen Profl hergestellt wie der
Rahmenriegel.
In einigen Fällen werden die Stütze und
der gevoutete Teil des Riegels als eine
Einheit hergestellt. Der Teil des Riegels
mit konstanter höhe wird dann durch
eine geschraubte Kopfplattenverbindung
angeschlossen.
Zur Verringerung der Herstellungskosten
ist es vorzuziehen, die Rahmeneckver-
bindung so zu entwerfen, dass keine
Abb. 3.17 Typische Ausbildung der biegesteifen Verbindung an der Rahmenecke
EUROBUILD in Steel 24
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 03
Steifen erforderlich sind. Dies kann dazu
führen, dass das Verformungsverhal-
ten der Anschlüsse, d.h. die Auswirkung
auf die Schnittgrößenverteilung und die
Verformungen, bei der Bemessung des
Gesamttragwerks berücksichtigt werden
muss. Ein Verfahren zur Klassifzierung
der Anschlüsse sowie zur Berechnung
der Rotationssteifgkeit verformbarer An-
schlüsse wird in EN 1993-1-8 angegeben.
Diese Rotationssteifgkeit muss dann bei
der Rahmenberechnung berücksichtigt
werden.
Die Firstverbindung wird oft in ähnlicher
Weise konstruiert wie die Rahmenecke,
siehe Abbildung 3.18. Überschreitet
die Spannweite des Rahmens nicht die
Grenzen für maximale Transportabmes-
sungen, kann der Baustellenstoß am
First entfallen, was zu einer Reduzierung
der Kosten führt.
Der Anschlusspunkt am Stützenfuß ist oft
einfach gehalten, um an der Schnittstelle
zwischen Stahl und Beton größere Tole-
ranzen aufnehmen zu können. Typische
Details sind in Abbildung 3.19 dargestellt.
Gelenkige Anschlüsse werden dabei
bevorzugt, um die Fundamentgröße zu
minimieren. Treten jedoch vergleichs-
weise große Horizontallasten auf, wer-
den zumeist eingespannte Stützenfüße
gewählt.
Die detaillierte Gestaltung der Verbin-
dungen erfolgt in der Regel durch den
Stahlbau Auftragnehmer. Sinnvoll dimen-
sionierte Vouten und Stützen können die
Notwendigkeit für teure Versteifungsmaß-
nahmen in den Anschlüssen reduzieren.
warmgewalztes Riegelprofil
Voute zur Verstärkung
(falls erforderlich)
Schrauben der Festigkeitsklasse
8.8 oder 10.9
Kopfplatte
Abb. 3.18 Typische Ausbildung der
biegesteifen Verbindung am First
Abb. 3.19 Typische Beispiele für gelenkige Stützenausbildungen
geBäUdeHülle 04
dachkonstruktionen
Für die Dacheindeckung von Industrie-
bauten kommen unterschiedliche Bau-
systeme in Frage. Diese lassen sich in
einige übergeordnete Kategorien einord-
nen, die in den folgenden Abschnitten be-
schrieben werden.
einschaliges trapezprofildach
Einschalige Trapezprofldächer werden
häufg für landwirtschaftlich genutzte Hal-
len und Industriebauten, bei denen keine
Isolierung erforderlich ist, eingesetzt. Sie
können für Dächer mit einer Mindestnei-
gung von 4° verwendet werden, voraus-
gesetzt die Stöße und Abdichtungen sind
entsprechend den Herstellerangaben
ausgeführt. Die Bleche werden direkt
an den Pfetten und Randträgern befe-
Dieser Abschnitt beschreibt häufig verwendete Systeme für Dach- und
Wandkonstruktion, die zum einen die Gebäudehülle bilden und gleich-
zeitig die Haupttragglieder stabilisieren können. Außerdem werden
überwiegend architektonische Aspekte für Industriebauten wie z. B. die
Integration des technischen Ausbaus oder die Beleuchtung diskutiert.
stigt und gewährleisten eine seitliche
Halterung derselben (siehe Abbildung
4.1). In einigen Fällen wird eine Dämm-
schicht direkt unterhalb der Trapezbleche
angeordnet.
Generell werden Stahltrapezbleche aus
verzinktem Stahl der Sorten S 280 G,
S 320 G oder S 275 G hergestellt. Auf-
grund der Vielfalt der Produktformen exi-
stieren keine Standardabmessungen. Die
Stahlbleche sind in der Regel zwischen
0,50 und 1,50 mm dick (einschließlich
Verzinkung).
Abb. 4.1 Einschaliges Trapezprofldach
Dachkonstruktionen
Wandkonstruktionen
Böden
Technischer Ausbau
Belichtung
EUROBUILD in Steel 25
04 Gebäudehülle
EUROBUILD in Steel 26
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 04
Zweischaliges trapezprofildach
Zweischalige Metalldachkonstruktionen
bestehen in der Regel aus einer Innen-
schale, die an den Pfetten befestigt ist,
gefolgt von einer Distanzkonstruktion
(Kunststoffhülse und Distanzprofl oder
aufgeständerte Halteschienen), Däm-
mung und einer Außenschale. Da die
Verbindung zwischen der äußeren und in-
neren Schale nur eine geringe Steifgkeit
aufweist, müssen die Innenschale und
deren Befestigung so gewählt werden,
dass sie allein die erforderliche seitliche
Stabilisierung für die Pfetten gewährlei-
sten. Alternative Formen der Konstrukti-
on mit Kunststoffhülse und Distanzprofl
oder aufgeständerter Halteschiene sind
in Abbildung 4.2 und 4.3 dargestellt.
In Deutschland ist die Lösung mit aufge-
ständerter Halteschiene bislang unüb-
lich. Stattdessen werden Konstruktionen
eingesetzt, bei denen unterhalb des Di-
stanzprofls spezielle druckfeste Wärme-
dämmung angeordnet wird.
Werden die Fugen hinreichend abgedich-
tet, so kann die Innenschale als luftdichte
Barriere fungieren. Alternativ sollte eine
luftdichte Membran oberhalb der Innen-
schale angeordnet werden.
stehfalz-systeme für
dachdeckungen
Stehfalz-Systeme haben verdeckte Befe-
stigungen und können in Längen von bis
zu 30 m hergestellt werden. Die Vorteile
dieses Systems sind, dass keine Perfora-
tion des Bleches erforderlich ist, die zum
Eindringen von Wasser führen könnte,
und dass eine rasche Montage möglich
ist.
Die Befestigung erfolgt mit speziellen
Klipps, die die Elemente vertikal festhal-
ten und gleichzeitig eine Verschiebung
in Längsrichtung ermöglichen (siehe Ab-
bildung 4.4). Der Nachteil liegt in der ge-
ringeren Bettung der Pfetten als bei kon-
ventionell befestigten Systemen. Durch
eine korrekt befestigte Innenschale kann
nichtsdestotrotz eine ausreichende Bet-
tung erzielt werden.
sandwichelemente
Sandwichelemente bestehen aus zwei
dünnen Metalldeckschichten, die über ei-
nen Dämmstoffkern schubfest miteinan-
der verbunden sind. Sandwichelemente
zeichnen sich aufgrund der Verbundwir-
Distanzprofil
Kunststoff-Hülse
Dämmung
Außenschale
warmgewalzter Riegel
bzw. Pfette
Ìnnenschale
Abb. 4.2 Zweischaliges Trapezprofldach mit Kunststoffhülse und Distanzprofl
Außenschale
Dämmung
Ìnnenschale
Schiene
Aufständerung
Abb. 4.3 Zweischaliges Trapezprofldach mit aufgeständerter Halteschiene
Dämmung
Außenschale
Stehfalz-Klipp
warmgewalzter Riegel
oder Pfette
Abb. 4.4 Stehfalzpaneele mit verdeckter Befestigung
EUROBUILD in Steel 27
geBäUdeHülle 04
Dämmung
Sandwichelement
Stehfalz-
Klipp
Abb. 4.5 Sandwichelemente mit Stehfalzbefestigung
kung durch eine hohe Steifgkeit aus.
Es stehen sowohl Stehfalzbefestigung
(siehe Abbildung 4.5) als auch Systeme
mit direkter Befestigung zur Verfügung.
Aufgrund dessen ergeben sich deut-
lich unterschiedliche federelastische
Halterungen für die zu stabilisierenden
Pfetten.
Sandwichelemente für Dächer haben in
der Regel eine Breite von 1000 mm mit Di-
cken zwischen 70 und 110 mm, abhängig
von der vorgeschriebenen Dämmschicht-
dicke und strukturellen Anforderungen.
Trotz dieser relativ dicken Elemente, ist
das Eigengewicht zwischen 11 kg/m²
(40 mm Dicke) bis ca. 18 kg/m² (200 mm
Dicke) vergleichsweise niedrig. So sind
die Elemente leicht zu handhaben und
montieren. Mögliche Elementlängen von
bis zu 20 m für Dächer und Wände er-
möglichen Konstruktionen ohne oder mit
nur wenigen Stößen. Das Ausgangsma-
terial für die äußeren Schichten ist in der
Regel verzinktes Stahlblech mit Dicken
von 0,4 bis 1,0 mm.
Die inneren Schichten der Sandwiche-
lemente sind oft liniert oder geschlitzt,
spezielle Ausführungen mit ebenen
Deckschichten sind ebenfalls erhältlich.
Außerdem sind mikroproflierte Deck-
schichten erhältlich, die zwar vollständig
profliert sind, aus einer gewissen Entfer-
nung jedoch als eben wahrgenommen
werden. Einige Arten von Oberfächen
für Sandwich-Elemente sind in Abbildung
4.6 dargestellt.
Die Anforderungen an den Korrosions-
schutz von Sandwichelementen sind die-
selben wie für Stahltrapezblech. Für den
Dämmkern wurden folgende Lösungen
entwickelt:
Polyurethan-Hartschaum (PUR)
Mineralfaser-Dämmstoff
Polystyrol (nur in Ausnahmfällen auf-
grund schlechterer Dämmwirkung)
Die Deckschicht und der Isolierschaum
sind während der Produktion und Mon-
tage sowie der ständigen Nutzung des
Gebäudes physiologisch unbedenk-
lich. Der Dämmschichtkern ist geruch-
los, frei von Fäulnis und schimmelre-
sistent. Darüber hinaus bietet er gute
Recyclingmöglichkeiten.
Ein zentrales Thema, das bei der Ge-
staltung von Sandwichelementen zu
berücksichtigen ist, ist der Temperatur-
unterschied. Die Trennung der inneren



und äußeren Haut führt zu Aufheizung
und somit Verlängerung der Außenseite
durch die Sonneneinstrahlung.
Für Einfeldträger bewirkt dies eine Durch-
biegung der Elemente. Auch wenn diese
nicht zu zusätzlichen Schnittgrößen führt,
kann die äußere Erscheinung der Ge-
bäudehülle beeinträchtigt werden.
Bei durchlaufenden Elementen treten zu-
sätzliche Druckkräfte auf, die zu einem
Beulversagen der Deckschicht führen
können. Je dunkler die Farbe des Panels,
desto höher sind die Druckkräfte. Daher
müssen für durchlaufende Elemente die
Nachweise infolge der Lastfällen „Tem-
peratur im Sommer“ und „Temperatur im
Winter“ unter Berücksichtigung der Farbe
durchgeführt werden. Auf europäischer
Ebene defniert EN 14509 (in Vorberei-
tung) die Bemessungsverfahren sowie
die Herstellungs- und Qualitätsanforde-
rungen an Sandwichelemente.
Für weitere Informationen sollten die
Hersteller von Sandwichelementen kon-
sultiert werden.
liniert
Wellprofil
mikroprofiliert
trapezförmig
profiliert
eben
Abb. 4.6 Verschiedene Deckschichtausbildungen für Sandwichelemente
Vorteile von
sandwichelementen:
Industriell hergestellte
Elemente ermöglichen
kurze Bauzeiten und
sind wirtschaftlich
Gute bauphysikalische
Eigenschaften
Sandwichelemente kön-
nen unter nahezu allen
Witterungsbedingungen
montiert werden
Große Stützweiten
ermöglichen Einsparun-
gen beim Haupttragwerk




EUROBUILD in Steel 28
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 04
Abb. 4.8 Anwendungsbereiche von
Verbindungselementen für
unterschiedliche Bekleidungen
Sandwich
Stahl-Unter-
konstruktion
Sandwich
Holz-Unter-
konstruktion
Trapez
Stahl-Unter-
konstruktion
Längsstöße
Blech/Blech
Querstöße
Blech/Blech
Typ des
Verbindungselementes
Form A
A
Z
Stahl-Informations-Zentrum: Dach und Fassadenelemente aus Stahl - Erfolgreich Planen und Konstruieren,
Dokumentation 588, Düsseldorf, 2005
spezielle Bausysteme
Das Flachdach einer Halle überdeckt
eine große Fläche und ist zur Sonne
ausgerichtet. Aus diesem Grund erhitzen
sich Dächer schnell. Dieser Nachteil kann
jedoch auch als Vorteil genutzt werden.
Eine Membran mit Fotozellen kann in das
Dach integriert werden, um Solarenergie
zu absorbieren. Hierzu gibt es wirtschaft-
liche und leicht zu verarbeiten Produkte
auf dem Markt. Außerdem wurde ein Be-
kleidungssystem mit integrierten Wasser-
rohren entwickelt, um Wärme zu absor-
bieren und zu speichern.
Verbindungstechnik
Verbindungstechniken umfassen die Ver-
bindungen der Stahlbleche auf der Un-
Abb. 4.7 Membran mit Fotozellen und
Wasserkühlung
Quelle: Corus
terkonstruktion sowie die Verbindung der
einzelnen Bleche untereinander.
Für die Befestigung von Stahlblechen
werden (selbstschneidende) Schrauben
oder Nieten verwendet. Bei proflierten
Blechen muss die Befestigung auf der
Unterkonstruktion mindestens in jeder
zweiten Rippe erfolgen. Wenn Trapez-
bleche als Schubfeld eingesetzt werden,
müssen die Befestigungen so angeord-
net werden, dass sie dem Verlauf des
Schubfusses entsprechen.
Bei Sandwichelementen ist der Einfuss
der Befestigung auf die Tragfähigkeit des
Paneels zu überprüfen. Abbildung 4.8
zeigt die verschiedenen Arten von Befe-
stigungselementen in Abhängigkeit von
der Unterkonstruktion.
EUROBUILD in Steel 29
geBäUdeHülle 04
Figure 5.10 Horizontal spacing composite panels and long corridors
wandkonstruktionen
allgemeines
Für die Gestaltung der Außenwände von
Industriebauten existieren zahlreiche
mögliche Lösungen. Die häufgsten
Konstruktionsarten sind in Tabelle 4.1.
dargestellt.
Aufgrund der hohen Qualitätsstandards,
günstigen Baukosten und den kurzen
Bauzeiten werden Wandverkleidungen
aus Stahlblechen am häufgsten verwen-
det. Allgemein folgen Wandkonstrukti-
onen denselben Prinzipien wie Dachkon-
struktionen. Die wichtigsten Arten sind:
Vertikal verlegte Trapezbleche zwi-
schen Wandriegeln
Trapezbleche oder Kassetten, die
horizontal zwischen den Stützen
spannen
Sandwichelemente horizontal
zwischen den Stützen verlegt unter
Verzicht auf Wandriegel
Stahlkassettenprofle zwischen
Wandriegeln
Verschiedene Formen der Wandbeklei-
dung können zusammen in der gleichen




Tabelle 4.1 Wandkonstruktionen im Industriebau
Porenbeton Sichtmauerwerk
Stahltrapezprofl
(einschalig)
Stahlsandwich-
elemente
Stahltrapezprofl
(zweischalig)
Kassetten-
konstruktion
F
o
r
m
a
t
e

&

A
b
m
e
s
s
u
n
g
e
n
Alle
Abmessungen
in mm
Breite 500 - 750
Dicke 100 - 300
Länge bis 7500,
je nach Hersteller
2 Festigkeitsklassen
GB 3,3 / GB 4,4
Sonderprofle
erhältlich
Dicke 115
Breite 700–1050
Proflhöhe 10-206
Länge bis 24000
Blechdicke 0,63-1,5
Tafelgrößen bis
22 m²
Zahlreiche
Sonderprofle
erhlältlich
Breite 1000
Dicke 40 - 200
Länge bis 16000
Blechdicke 0,55
Tafelgrößen bis
16 m²
Sandwichelemente
länger als 10m
werden nicht
empfohlen
Breite 700 – 1050
Blechdicke 0,63-1,5
Länge bis 24000
Wärme-
dämmung > 40
Dicke 90-300
Tafelgrößen bis
22 m²
Höhe 400 - 600
Stege 40-150
Blechdicke 0.63-1.5
Länge bis zu 500
B
a
u
p
h
y
s
i
k
Wärmedämmung
k [W/m²]
150 mm k=0,90
240 mm k=0,70
k = 3,08
40 mm k=0,60
120 mm k=0,20
40 mm k=0,87
140 mm k=0,33
Brandverhalten
>150mm F180-A
>175mm Brandwand
115mm = F90 nicht brennbar schwer brennbar bis W90 / F30 bis F30
Schalldämmung
R´w [dB]
36 dB – 48 dB 44 dB+ 20 dB – 25 dB bis 25 dB bis 46 dB bis 46 dB
B
a
u
k
o
n
s
t
r
u
k
t
i
o
n
Oberfäche
porig, Beschichtung
erforderlich
rauh glatt glatt glatt glatt
Stoßfestigkeit weniger gut sehr gut weniger gut weniger gut weniger gut weniger gut
Eigengewicht 200mm=1,44kN/m² 115mm=1,95kN/m² 0,07-0,20 kN/m² 0,1-0,16 kN/m² 0,17-0,25 kN/m² 0,07-0,20 lN/m²
Abb. 4.9 Horizontal verlegte Wandbekleidung
Fassade verwendet werden, um eine op-
tisch ansprechende Wirkung zu erzielen.
Einige gute Beispiele sind in den Abbil-
dungen 4.9 bis 4.11 dargestellt.
Im Sockelbereich wird häufg aus Grün-
den der Strapazierfähigkeit Mauerwerk
verwendet, vgl. Abbildung 4.11.
Bauen mit Stahl: Stahlbau Arbeitshilfe 44 - Außenwände für Hallen, Düsseldorf 1999
EUROBUILD in Steel 30
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 04
Abb. 4.10 Horizontal verlegte
Sandwichelemente und
Fensterbänder
Abb. 4.11 Sandwichelemente und große Fensteröffnungen mit gemauertem Sockel
EUROBUILD in Steel 31
geBäUdeHülle 04
Abb. 4.13 Typisches Detail einer Brandwand mit Langlöchern zur Gewährleistung der
thermischen Ausdehnung im Brandfall
Langloch für
Temperatur-
ausdehnung
Knagge
Anschluss-
blech

Wandriegel
Abb. 4.12 Beispiele für direkte und verdeckte Befestigung von Sandwichelementen
Stahl-Informations-Zentrum: Dach und Fassadenelemente aus Stahl - Erfolgreich
Planen und Konstruieren, Dokumentation 588, Düsseldorf, 2005
mit verdeckten Schrauben
mit zusätzlichem Befestigungselement
(b) Verdeckte Befestigung (a) Direkte Befestigung
mit verdeckten Schrauben
mit zusätzlichem Befestigungselement
(b) Verdeckte Befestigung (a) Direkte Befestigung
sandwichelemente
Sandwichelemente für Wände haben
Breiten von 600 bis 1200 mm bei einer
Dicke von 40 bis 120 mm, in einigen Fäl-
len sogar 200 mm bei Elementen, die in
Kühlhäusern zum Einsatz kommen.
Wirtschaftliche Erwägungen haben zu
einer zunehmenden Verwendung von
Verbundwerkstoffen und Sandwichele-
menten geführt. Um ein möglichst ästhe-
tische Erscheinungsbild des Gebäudes
zu erzielen, gewinnen folgende Aspekte
an Bedeutung:
Oberfächenbeschaffenheit
Farbigkeit
Detaillierung der Übergänge
Art der Befestigung
Von einem modernen Gebäude erwartet
der Kunde nahezu unsichtbare Befesti-
gungen und perfekte Übergänge an der
Traufe und an den Gebäudeecken. Di-
rekte Befestigungen werden nach wie vor
häufg verwendet, jedoch wurden für mo-
derne Fassadensysteme auch verdeckte
Befestigungen entwickelt. Die Systeme
umfassen sowohl versteckte Schrauben
oder zusätzliche Elemente mit Klipp-
Halterungen, siehe Abbildungen 4.5 und
4.12. Durch den Einsatz dieser zusätz-
lichen Klipp-Halterungen können leich-
te Dellen, die infolge unsachgemäßer
Montage oder aufgrund von Temperatur-
einfüssen auftreten können, vermieden
werden.
Für die Fertigstellung der Fassaden sind
an den Übergängen zwischen Wand und
Dach spezielle Formteile erforderlich,
diese werden von den Herstellern für
die typischen Details angeboten. Spezi-
ell für hochwertige Fassaden bieten die
Hersteller gekantete oder abgerundet
Komponenten für die Übergänge zum
Dach und an den Gebäudeecken. Die-
se speziellen Formteile müssen von der
gleichen Qualität sein wie die benachbar-
ten Elemente.
Brandschutzanforderungen an
wände
Befnden sich Gebäude in der Nähe ei-
ner Grundstücksgrenze, fordert die Bau-
ordnung, dass die Wandkonstruktion die
Ausbreitung eines Brandes auf angren-
zendes Eigentum verhindert. Brandver-
suche haben gezeigt, dass eine Reihe
von Paneelarten diese Forderung erfül-
len können, vorausgesetzt, dass sie nach




wie vor fest mit der tragenden Konstruk-
tion verbunden sind. Für weitere Richt-
linien sollte man sich an die Hersteller
wenden.
Aufgrund der Konstruktion, die für die
Probekörper im Versuch verwendet wird,
halten es einige Hersteller und lokale Be-
hörden für erforderlich, durch Langlöcher
in den Wandriegeln eine thermische Aus-
dehnung zu ermöglichen. Um sicherzu-
stellen, dass hierdurch die Stabilität der
Stütze durch das Entfernen der seitlichen
Halterung unter normalen Bedingungen
nicht beeinträchtigt wird, werden die Lan-
glöcher mit Scheiben aus einem Material
ausgefüllt, das bei hohen Temperaturen
schmilzt, so dass die Verschieblichkeit
nur im Falle eines Feuers eintritt. Ein Bei-
spiel ist in Abbildung 4.13 dargestellt.
EUROBUILD in Steel 32
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 04
Abb. 4.15 Beispiel für den Einsatz von Farbe bei der Fassade eines modernen
Industriegebäudes
Quelle: tks-bau-photos.com
Abb. 4.16 Fassade mit integrierten Photovoltaikelementen
Quelle: tks-bau-photos.com
Abb. 4.14 Industriehalle mit Glasfassade
Quelle: BAUEN MIT STAHL e.V.
andere fassadensysteme
Für Industriebauten können noch viele
andere Fassadenmaterialien verwendet
werden. Häufg wird zum Beispiel Glas
für Fassaden von Hallen eingesetzt, sie-
he Abbildung 4.14.
Die Wahl einer architektonisch hochwer-
tigen Fassade muss nicht automatisch zu
höheren Kosten führen. In dem Beispiel
in Abbildung 4.14 wurden warmgewalzte
Profle für das Haupttragwerk sowie ein
standardisiertes Fassadensystem einge-
setzt. Durch die Integration von solaren
Gewinnen in die Energiebilanz konn-
ten außerdem die Unterhaltungskosten
deutlich reduziert werden. Die Unterkon-
struktion der Fassade und die Details
können aus bekannten Lösungen für den
Geschoßbau übernommen werden, bei
denen diese Art von Gebäudehüllen gän-
gige Praxis ist.
Eine weitere moderne Art der Gestaltung
von Industriebauten in einer architek-
tonisch ansprechenden Art und Weise
ist die Verwendung unterschiedlicher
Farben für die Fassade. Eine Vielzahl
von Farben, einschließlich Pastell- und
Metallictönen, sind bei vielen Blechher-
stellern verfügbar. Durch ein geeignetes
Farbkonzept kann ein Gebäude in seine
Umgebung integriert werden, wie in Ab-
bildung 4.15 dargestellt.
Als zusätzliche Besonderheit können
auch Photovoltaik-Paneele in die Fas-
sade integriert werden. Photovoltaik-Mo-
dule mit Multi-Layer-Beschichtung sind
weniger abhängig vom Einfallswinkel
der Sonnenstrahlen und können daher
auch für Wände, bei denen der Winkel
zur Sonne ist nicht optimal ist, eine hohe
Wirksamkeit erzielen.
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
05 Nationale
Besonderheiten
Deutschland
Niederlande
Spanien
Schweden
Großbritannien
Im folgenden Abschnitt werden nationale Besonderheiten, die in den
einzelnen Ländern existieren, vorgestellt. Dies sind insbesondere Bau-
weisen und -systeme, die zwar nicht flächendeckend in Europa verwen-
det werden, aber dennoch als gute Entwurfspraxis gelten.
deutschland
tragwerk
Wie in den meisten europäischen Län-
dern ist auch in Deutschland der Zwei-
gelenkrahmen das typische Tragsystem
für Hallen. Die Spannweite des Rahmens
variiert bei Verwendung von warmge-
walzten oder geschweißten I-Proflen
von 12 bis 30 m, wobei Werte zwischen
15 und 20 m die Regel sind. Größere
Spannweiten werden durch den Einsatz
von Fachwerkträgern möglich. Gibt es
keine Einschränkungen aus der Gebäu-
denutzung sind mehrschiffge Rahmen
mit Spannweiten von 15 bis 20 m eine
gängige Lösung. Andere Tragsysteme,
wie Einfeldträger auf eingespannten Stüt-
zen aber auch Bögen, Trägerroste oder
Schalen spielen eine eher untergeord-
nete Rolle. Letztere werden hauptsäch-
lich für architektonisch anspruchsvolle
Gebäude eingesetzt.
Der Rahmenabstand beträgt in der Regel
zwischen 5 und 8 m, wobei bis zu 10 m
möglich sind. Die Traufehöhe beträgt in
üblicherweise etwa 4,5 m, wenn Krane
erforderlich sind können aber auch bis zu
8 m notwendig werden.
Bei Rahmen aus Walzproflen werden
in den Ecken häufg Vouten angeord-
net, um den Materialeinsatz in den hoch
belasteten Bereichen zu konzentrieren.
Die Rahmenecke wird zumeist so aus-
geführt, dass der Riegel mittels einer
angeschweißten Stirnplatte an die durch-
gehende Stütze geschraubt wird, wie in
Abbildung 3.17 dargestellt. Teilweise wird
auch der gevoutete Abschnitt des Riegels
zusammen mit der Stütze gefertigt. Der
Baustellenstoß erfolgt dann am Übergang
zwischen gevouteten und konstanten Teil
des Riegels. Überschreitet die Spannwei-
te die maximale Transportabmessungen,
ist ein weitere Stoß am First erforderlich,
vgl. Abbildung 3.18.
Dachkonstruktionen aus Trapezblechen
mit und ohne zusätzliche Pfetten werden
in etwa in gleichem Maße ausgeführt. Bei
den Dächern mit Pfetten geht der Trend
vermehrt zur Verwendung von kaltge-
formten Proflen. Werden Trapezbleche
als Schubfeld ausgebildet, können sie die
Aussteifung des Daches gewährleisten.
Die Bemessung erfolgt fast ausschließ-
lich derart, dass die Beanspruchungen
aus der elastischen Schnittgrößenermitt-
lung den elastisch oder plastisch ermit-
telten Querschnittswiderständen entge-
gengesetzt werden. Das aktuell gültige
Regelwerk DIN 18800, Teil 1-5, ist soweit
gebräuchliche Hallentragwerke behan-
delt werden, nahezu identisch mit der eu-
ropäischen Norm EN 1993 1-1 und zeigt
nur im Detail Unterschiede.
dachkonstruktionen
Der größte Teil der Dacheindeckungen
von Hallenbauten in Deutschland besteht
aus einer Tragschale aus Stahl-Trapez-
proflen, die direkt auf den Rahmen oder
auf Pfetten aufiegt.
Die am meisten verbreitete Art der Dach-
deckung für Industriehallen in Deutsch-
land ist das einschalige Trapezprofldach
mit oberseitiger Dämmung, vgl. Abbildung
5.1(a). Um die Entwässerung sicherzu-
stellen ist eine Neigung von mindestens
2° vorzusehen. Diese Art der Dacheinde-
EURO-BUILD in Steel 33
EUROBUILD in Steel 34
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
ckung ist vergleichsweise kostengünstig,
nachteilig ist jedoch die Anfälligkeit für
mechanische Beschädigungen der be-
witterten Außenschicht.
Zunehmend gewinnen zweischalige
Dachkonstruktionen, siehe Abbildung 5.1
(b), an Bedeutung, da sie leicht zu un-
terhalten sind und eine lange Nutzungs-
dauer ermöglichen. Weitere Vorteile sind
eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen
Beschädigungen und die guten Eigen-
schaften in Bezug auf Schalldämmung
und Feuerbeständigkeit. Häufg wird
die Innenschale mit Hilfe von speziellen
Klemmhaltern befestigt, so dass die was-
serführende Ebene nicht perforiert wer-
den muss.
außenwände
Für Außenwände von Hallen stehen in
Abhängigkeit der Gebäudenutzung und
der bauphysikalischen Anforderungen
zahlreiche System zur Verfügung, siehe
Tabelle 4.1.
Systeme aus leichten, großformatigen Ta-
feln sowie Sandwichelemente gewinnen
heutzutage immer mehr an Bedeutung.
Dies wird insbesondere durch die ge-
senkten Brandschutzanforderungen infol-
ge der Einführung der Muster-Industrie-
bau-Richtlinie begünstigt. Diese Systeme
können schnell und nahezu witterungsun-
abhängig montiert werden und gewähr-
leisten gute Wärmedämmeigenschaften.
wärmeschutz
In Deutschland unterscheidet die Ener-
gieeinsparverordnung (EnEV 2002) zwi-
schen Gebäuden mit normalen Innentem-
peraturen und Gebäuden mit niedrigen
Innentemperaturen (12 °C < t < 19 °C),
die im Industriebau häufg vorkommen.
Bei Gebäuden mit niedrigen Innentempe-
raturen beziehen sich die Anforderungen
der Energieeinsparverordnung nur auf
die Wärmeverluste über die Gebäude-
hülle. Die Heizungsanlage muss bei der
Ermittlung des Heizenergiebedarfs nicht
berücksichtigt werden. Insgesamt sind
die Anforderungen an die Wärmedäm-
mung geringer als bei Gebäuden mit nor-
malen Innentemperaturen, was zu gerin-
geren Dämmschichtdicken führt.
Brandschutz
Im März 2000 ist die neue Industriebau-
richtlinie in Kraft getreten, die auf Ergeb-
nissen aktueller Forschungsprojekte, die
sich mit Naturbrandkonzepten beschäfti-
gen, basiert. In Kombination mit der deut-
schen Norm DIN 18230, regelt sie die
Mindestanforderungen an den vorbeu-
genden Brandschutz von Industriebauten
im Hinblick auf die Feuerwiderstandsdau-
er von tragenden Bauteilen, Größe und
Anordnung der Brandabschnitte sowie
Lage und Länge der Fluchtwege.
Die Richtlinie sieht drei Berechnungsme-
thoden mit steigendem Schwierigkeits-
grad vor:
Vereinfachtes Nachweisverfahren
Vollinhaltliches Nachweisverfahren
mit Brandlastermittlung nach DIN
18230-1
Ingenieurmethoden
Das Ergebnis ist dabei umso konservati-
ver, je einfacher das gewählte Nachweis-
verfahren ist.
Bei Anwendung des vereinfachten Nach-
weisverfahrens (1), können Industrie-
bauten in ungeschütztem Stahl ohne ak-
tive Brandschutzmaßnahmen bis zu einer
Größe von 1.800 m² realisiert werden.
Mit Hilfe einer automatischen Sprinkler-
anlage kann diese Größe auf 10.000 m²
gesteigert werden. Werden Brandwän-
de angeordnet darf die Gesamtgröße
auf die Summe der einzelnen Brandab-
schnitte erhöht werden. Einstöckige
Gebäude, die durch den Einzelhandel
genutzt werden, haben ähnlich niedrige
Anforderungen an den Feuerwiderstand
der tragenden Bauteile, vorausgesetzt es
werden Sprinkler angeordnet. Die maxi-
male Größe der Brandabschnitte beträgt
auch hier 10.000 m².
Das vollinhaltliche Nachweisverfahren (2)
basiert auf der Berechnung einer äquiva-
lenten Branddauer nach DIN 18230-1.
Diese ist defniert als die Zeitdauer eines
Brandes infolge der Einheitstemperatur-
zeitkurve, in dem die maximale Bauteil-
temperatur dem Wert infolge des Na-
turbrandes entspricht. Dadurch können
projektspezifsche Parameter wie z.B.
Belüftung berücksichtigt werden. Durch
diese Methode sind Brandabschnittsgrö-
ßen bis zu 30.000 m² in ungeschütztem
Stahl möglich.
Zusätzlich zu den zwei vereinfachten Be-
rechnungsverfahren dürfen Ingenieurme-
thoden verwendet werden. Die Richtlinie
defniert dabei die Grundprinzipien für die
zu führenden Nachweise.
1.
2.
3.
Sicherheitskategorie
Ohne
Anforderungen
F30
Keine aktive Brandschutzmaß-
nahmen (K1)
1.800 m²* 3.000 m²
Automatische Brandmeldeanlage
(K2)
2.700 m²* 4.500 m²
Automatische Brandmeldeanlage
und Werksfeuerwehr (K3)
3.200-4.500 m²* 6.000 m²
Selbsstätige Feuerlöschanlage
(K4)
10.000 m² 10.000 m²
*Wärmeabzugsfäche ≥ 5% and Gebäudebreite ≤ 40 m
Außenschale
Dachabdichtung
Wärmedämmung
Dampfsperre
(falls erforderlich)
Stahltrapezprofil
Beschichtung
Pfette oder
Rahmenriegel
Dämmung Riegel oder Pfette
Dampfsperre Tragschale
Distanzprofil
Abb. 5.1 In Deutschland verbreitete
Warmdachkonstruktion mit
Trapezproflen
Tabelle 5.1 Zulässige Brandabschnittsgrößen für Industriebauten
EUROBUILD in Steel 35
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
Niederlande
Seit Jahrzehnten ist Stahl der bevor-
zugten Werkstoff für Tragwerk, Dach- und
Fassadensysteme für industrielle und
landwirtschaftliche Gebäude. Die Eigen-
schaften des Werkstoffs Stahl lassen sich
für eingeschossige Gebäude mit großen
Spannweiten vorteilhaft einsetzen:
geringe Bauzeiten
wirtschaftliche Bauweise
Gewichtsersparnis
Vorfertigung
einfache und schnelle Montage
industrielle Fertigungsverfahren
Flexibilität
Demontierbarkeit
Wiederverwendbarkeit auf drei Ebe-
nen: Material, Bauteile, Gebäude
tragwerk
Die überwiegende Mehrheit der Industrie-
bauten sind eingeschossige, einschiffge
Hallen, die teilweise durch Büros ergänzt
werden. Mehrschiffge Hallen kommen
nur selten vor.
Für eingeschossige Gebäude mit einer
Spannweite von bis zu ca. 25 m und ei-
ner Höhe bis zu ca. 6 m sind Rahmen-
konstruktionen mit biegesteifen Ecken
die bevorzugte Lösung. Bei Traufhöhen
über 6 werden Stützen-Binder-Konstruk-
tionen mit gelenkigen Anschlüssen und
Windverbänden wirtschaftlicher. In die-
sem Fall steigt die Anzahl der Anschluss-
punkte, die Baukosten sinken jedoch
aufgrund der effzienteren Materialver-
wendung (Abbildung 5.2).









Abb. 5.4 Für Spannweiten bis 25 m werden Walzprofle bevorzugt
Abb. 5.5 Für größere Spannweiten sind
Fachwerkträger eine beliebte
Alternative
Abb. 5.2 Konstruktion mit gelenkigen
Anschlüssen und
Aussteifungsverband
Abb. 5.3 Rahmenkonstruktion mit
biegesteifen Anschlüssen
Binder
Pfette
gelenkiger
Anschluss Stütze
Windverband
momententragfähige
Anschlüsse
Zweigelenk-
rahmen
Eine Halle in den Niederlanden besteht
üblicherweise aus Rahmen, die aus
warmgewalzten Proflen gefertigt werden.
Als Stützen werden Querschnitte HEA180
und als Riegel IPE 500 im Abstand von
5,4 m gewählt. Die kalt geformten prof-
lierten sind in der Regel 106 mm hoch,
für die Wandelemente werden Kassetten
mit einer Dicke von 90 mm und proflierter
Außenschale bevorzugt.
Für eingeschossige Gebäude mit Spann-
weiten größer als 25 m kommen in der
Regel Fachwerkträger zum Einsatz (Ab-
bildung 5.5). Waben- und Cellformträger
sind eine beliebte Alternative.
Abgespannte Konstruktionen und Seil-
tragwerke sind kostenintensiv. Diese
Konstruktionen können für extreme
Spannweiten oder bei großen Anhänge-
lasten wirtschaftlich sein.
EUROBUILD in Steel 36
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
fassaden
Im Jahr 2007 hat Bouwen met Staal eine
Marktstudie zum Einsatz von Fassaden-
und Dachelementen im Industriebau
in den Niederlanden durchgeführt. Es
zeigte sich, dass Stahl einen Marktanteil
von rund 90% hat. Die restlichen 10%
sind entfallen hauptsächlich auf Mauer-
werk im Sockelbereich.
Grob die Hälfte der Stahl-Fassaden im
Industriebau bestehen aus Kassetten-
proflen mit Außenschalen aus Trapez-
blechen. Die andere Hälfte sind Sand-
wichelemente. Mit jeweils 2 und 1,5
Millionen Quadratmeter pro Jahr sind
diese beiden Fassadensysteme, zusam-
men mit Mauerwerk, die am häufgsten
verwendeten Produkte für Außenwände
in den Niederlanden.
dachkonstruktionen
Im Gegensatz zu anderen europäischen
Ländern hat die überwältigende Mehr-
heit der Hallen in den Niederlanden ein
Flachdach. Geneigte Dächer sind in den
Niederlanden sehr selten, mit Ausnahme
von Scheunen und Ställen im landwirt-
schaftlichen Sektor.
Ungefähr 80% der Dächer von Industrie-
bauten bestehen aus Trapezproflen, die
entweder direkt auf den Rahmen oder
auf Pfetten aufiegen. 15% entfallen auf
Sandwichelemente und 5% auf andere
Werkstoffe.
stehendes wasser auf
flachdächern
Eine spezielle Problemstellung bei Flach-
dächern ist die Ansammlung großer Men-
gen von Wasser. Im Jahr 2002 stürzten
aufgrund heftiger Regenfälle an einem
Tag sechs Dächer ein.
Abb. 5.9 Die Mehrzahl der Industriebauten
in den Niederlanden sind
einstöckige, einschiffge Hallen
kombiniert mit Büros (links). Die
meisten Industriehallen haben
ein Flachdach. Geneigte Dächer
werden für landwirtschaftliche
Gebäude bevorzugt (rechts).
Als Reaktion auf die Katastrophen hat
das Ministerium für Wohnungswesen,
Raumplanung und Umwelt eine For-
schungsgruppe eingerichtet. Eines der
Ergebnisse ist der Leitfaden NPR 6773,
der als Zusatz zur NEN 6702: „Tech-
nische Grundlagen für Baukonstrukti-
onen. Belastungen und Verformungen.“
veröffentlicht wurde.
Diese einfachere und sichere Berech-
nungsmethode in Kombination mit einer
genaueren Überwachung und Kontrolle
hat zu einem erheblichen Rückgang von
Katastrophen geführt.
Brandschutz
Der Hauptgrund für die hohen Marktan-
teile von Stahlerzeugnissen im Industrie-
bau liegt in den Anforderungen an den
Brandschutz. Diese sind im Vergleich zu
anderen europäischen Ländern relativ
gering. Für eingeschossige Hallen und
die meisten Industriebauten mit einem
kleinen Büro gibt es keine Anforderungen
an die Feuerwiderstandsdauer der Kon-
struktion. Manchmal wird für Fluchtwege
oder Brandwände zwischen Brandab-
schnitten oder an angrenzenden Gebäu-
den eine Feuerwiderstandsdauer von 30
oder 60 Minuten gefordert. Diese Forde-
rungen sind in der Regel mit einfachen
Maßnahmen leicht zu erfüllen.
anordnung von Parkflächen
Zurzeit sind 70.000 Hektar Land als in-
dustrielle Entwicklungsfächen in Verwen-
dung. Dies ist etwa 2% der Gesamtfäche
der Niederlande. Die niederländische Re-
gierung versucht den rasch wachsenden
Flächenverbrauch für Gewerbenutzung
einzudämmen.
Abb. 5.6 Marktanteile von
Fassadensystemen bei
Industriebauten in den
Niederlanden (2006)
Abb. 5.7 Kassettenkonstruktion
Abb. 5.8 Sandwichelemente
andere Materialien
10%
45%
Trapezprofile
Sandwich
45%
EUROBUILD in Steel 37
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
Abb. 5.10 1. Parken neben dem Gebäude
2. unter dem Gebäude
3. auf dem Gebäude
4. im Tiefgeschoss
die anfänglichen Investitionskosten
sind bei unterirdischen Parkplät-
zen (4) am höchsten, gefolgt von
Parkplätzen auf dem Dach (3) und
Parkplätzen unter dem Gebäude(2)
an Standorten mit Grundstücksprei-
sen höher als 240 €/m² sollte die An-
ordung von Parkplätzen unter dem
Gebäude (2) in Betracht gezogen
werden.
energieeffizienz
Die Erschöpfung – und damit die stei-
genden Kosten – fossiler Brennstoffe


1 2 4 3
spanien
tragwerk
Das Primärtragwerk der meisten Indus-
triehallen in Spanien besteht aus ge-
schweißten Bauteilen, warmgewalzte
Querschnitte werden jedoch häufg für
speziell nach Kundenwünschen geplante
Hallen eingesetzt.
Die vorgefertigten Bauteile sind so konzi-
piert, dass sie nach genauen Spezifka-
tionen geliefert und auf Baustelle fertig
montiert werden. Dieser gesamte Prozess
ist schnell, effzient und kostengünstig.
Die Bauteile, die für Hallenbauten in Spa-
nien zum Einsatz kommen, können fol-
genden Kategorien zugeordnet werden:
Geschweißte I-förmige Querschnitte für
die Primärkonstruktion der Rahmen (ge-
voutete Stützen und Binder der Stahlgüte
S275 JR mit einer Querschnittshöhe zwi-
schen 750 und 1280 mm)
Abb. 5.11 Einschiffge Rahmen mit
gevouteten Stützen und Riegeln
während der Montage
Kaltgeformte Z- und C-Profle für die se-
kundären Bauteile (Pfetten, Wandriegel)
Systemkomponenten für die Dach-und
Wandbekleidung in Übereinstimmung mit
den Brandschutzanforderungen
Im Allgemeinen haben die gevouteten
Riegel Spannweiten von 25-50 m, es ist
auch aber möglich, Spannweiten von 60-
70 m ohne Zwischenunterstützungen zu
erzielen. Die typischen Rahmenabstände
betragen zwischen 9 und10 m bei einer
Traufhöhe von 7-12 m. Hinzu kommen
Mezzanin-Ebenen, Krane und Kranbah-
nen, Arbeitsplattformen, Vordächer oder
Geländer.
Der Gesamtaufwand für die Fundamente
ist für diese Art von Stahlhallen aufgrund
der größeren Spannweiten und Rahmen-
abstände sowie dem geringeren Stahl-
gewicht gegenüber herkömmlichen Kon-
struktionen deutlich reduziert.
haben zu einem größeren Interesse an
einer nachhaltigen Energienutzung ge-
führt. Die niederländische Regierung
fördert die Energieeinsparung. Im Jahr
2012 muss jedes neue Industriegebäu-
de „energieneutral“ sein. Das bedeutet,
dass der Stromverbrauch maximal so
groß sein darf wie die produzierte Ener-
gie. In der Stadt Zaandam wurde daher
mit viel versprechenden Ergebnissen
zu Versuchszwecken eine sogenannte
„Null-Energie-Halle“ errichtet.
Hierzu sollen veraltete Industriegebiete
umstrukturiert und die Industrie-und Ge-
schäftsgebäuden in diesen Gebieten re-
noviert werden. Bei neuen Bauvorhaben
wird angestrebt, Parkplätze innerhalb des
Gebäudes zu schaffen, um den Druck auf
den öffentlichen Raum zu senken.
Bouwen met Staal hat die fnanziellen
Auswirkungen infolge der Anordnung von
Parkplätzen auf oder unter dem Gebäu-
de untersucht (Abbildung 5.10). Schluss-
folgerungen waren:
EUROBUILD in Steel 38
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
Norm Beschreibung
EAE
Nationale Norm für den Entwurf von Stahlbauten Structural Steel Design Code (Instrucción de Acero
Estructural). Verpfichtend ab 2009
CTE
Nationale technische Baubestimmung (Código Técnico de la Edifcación). Basisdokumente: Grundlagen
des Entwurfs (DB-SE), Einwirkungen (DB-SE-AE), Stahlbauten (DB-SE-A).
EN 1993-1-1
Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten. Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und
Regeln für den Hochbau.
EN 1993-1-3
Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten. Teil 1-3: Ergänzende Regeln für kaltgeformte
dünnwandige Bauteile und Bleche.
RSCIEI
Nationale Brandschutznorm für Industriebauten (RSCIEI - Reglamento de Seguridad Contra Incendios en
los Establecimientos Industriales). Anwendung für Industriebauten verpfichtend.
Tabelle 5.2 Maßgebliche Normen für den Entwurf von Industriebauten in Spanien
Öffentliche und private Unternehmen,
Auftragnehmer und Planer können infol-
ge der Kosteneinsparungen einen groß-
en Gewinn erzielen und proftieren von
der kürzeren Bauzeit.
Normen
Die wichtigsten Regelungen sind in Ta-
belle 5.2 zusammengestellt. Diese An-
gaben stellen nur einen Auszug dar,
gegebenenfalls müssen weitere Normen
berücksichtigt werden.
Brandschutzkonzept
Die spanische Verordnung zum Brand-
schutz für Industriebauten (RSCIEI)
erfordert die Beurteilung der Feuerwi-
derstandsdauer für Industriebauten in
Abhängigkeit von den zu erwarteten
Brandlasten, Brandabschnittsgrö-
ßen sowie der Lage in Bezug auf die
Nachbarbebauung.
Für Industriehallen aus Stahl kommen
unterschiedliche Materialien zum Einsatz,
die eine breite Palette von strukturellen
Anforderungen erfüllen. Diese Flexibili-
tät ermöglicht ein nahezu unbegrenztes
Spektrum an Konfgurationen und An-
wendungen für Rahmenkonstruktionen
im Hallenbau.
Vorteile aus der konstruktion
Diese Bauweise bietet gegenüber tra-
ditionellen Systemen Vorteile. Moderne
Entwurfs- und Fertigungsmethoden tra-
gen dazu bei, durch kürzere Bauzeiten
und minimierten Personaleinsatz auf der
Baustelle die Kosten zu senken.
Primärtragstruktur, Systeme für Dach
und Wand und entsprechendes Zubehör
haben die folgenden Vorteile:
Die Verwendung von geschweißten
primären Traggliedern (Stützen
und Binder) führt in der Regel zu

Abb. 5.12 Innenansicht einer Halle mit gevouteten Stützen
bis zu 40% Gewichtsvorteil bei der
Haupttragkonstruktion im Vergleich
zu konventionellen warmgewalzten
Querschnitten als primäre Bauteile.
Die Verwendung von Z-förmigen
Sekundärbauteilen (Dachpfetten
und Wandriegel), insbesondere die
Ausbildung als Durchlaufträger, führt
dazu, dass bis zu 25% Gewichtsein-
sparung für die Sekundärbauteile
im Vergleich zur Verwendung
von warmgewalzten Pfetten und
Wandriegeln erzielt werden.
Generell sind alle Komponenten
in automatisierten Produktionsli-
nien werkseitig gefertigt, wodurch
viele Probleme vermieden werden
können.
Der Verschnitt, der bei der Herstel-
lung der geschweißten Bauteile und
der kaltgeformten Z-Profle anfällt,
ist in der Regel 75% geringer als bei
warmgewalzten Bauteilen.



EUROBUILD in Steel 39
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
Obwohl es möglich ist, Industriebauten
ohne Anforderungen an die Feuerbe-
ständigkeit zu entwerfen, z.B. freistehen-
de Hallen mit geringer Brandlast, bieten
Ingenieurmethoden zur Brandbemes-
sung einen wettbewerbsfähigeren An-
satz im Fall großer Brandlasten oder bei
Entwürfen, die größere Brandabschnitte
erforderliche machen. Ein Beispiel für
die Bestimmung der Tragfähigkeit und
der Feuerwiderstandsdauer einer Indus-
triehalle aus Stahl ist in Abbildung 5.14
dargestellt.
(Alle Abbildungen in diesem Abschnitt
wurden bereitgestellt von:
PRADO TRANSFORMADOS
METÁLICOS S.A., Spanien)
Abb. 5.13 Außenansicht eines modernen Industriebaus
Abb. 5.14 Gesamtmodell einer
Rahmenkonstruktion unter
Brandbeanspruchung im
Versagenszustand
schweden
eine typische schwedische Halle
Der Bau großfächiger Gebäude wie zum
Beispiel Industriehallen ist ein wichtiger
Markt für Stahl in Schweden (SBI 2004).
Übliche Abmessungen Hallen in Leicht-
bauweise sind Spannweiten zwischen
15 und 25 m bei einer Raumhöhe von 5
bis 8 m und einer Grundfäche von 1.500
bis 2.000 m². Unternehmen, die sich auf
leichte Systemhallen spezialisiert haben,
liefern das Gebäude als schlüsselfertiges
Produkt.
Moderne Gebäude dieser Art werden in
der Regel mit etwa 120 bis 150 mm Mi-
neralwolle gedämmt. Diese Gebäude be-
inhalten oft auch Büroräume in Teilen des
Gebäudes, wobei für die Zwischendecke
Beton verwendet wird.
Die häufgsten verwendete und oft auch
wirtschaftlichste Art der Stabilisierung ei-
ner Halle ist die Anordnung von Windver-
bänden in den Giebel- und Längswänden
und die Ausbildung der Trapezproflein-
deckung im Dach als Schubfeld, vgl. Ab-
bildung 5.16. Die Stützen sind gelenkig
gelagert. Die Wandbekleidung kann auch
als Schubfeld ausgebildet werden.
Eine typische Halle ist in Abbildung 5.15
dargestellt. Häufg wird eine Dachnei-
gung von 3,6 ° oder 5,7 ° gewählt. Der
Rahmenabstand beträgt in der Regel 6
bis 10 m. Die Wände bestehen aus Sand-
wichelementen oder proflierten Blechen
auf leichten Wandriegeln. Die Dämmung
wird zwischen der Innenschale aus Tra-
pezproflen und einer Außenschale aus
proflierten Blechen angeordnet. Eine
Kunststoffmembran dient als Feuchtig-
EUROBUILD in Steel 40
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
Die Profle werden in der Regel so dimen-
sioniert, dass sie auch eine ausreichende
Schubfeldsteifgkeit aufweisen und Ver-
bände im Dach entfallen können.
Die tragende Schale von gedämmten
Dächern wird durch Proflbleche gebildet.
Die Höhe des Profls wird in Abhängig-
keit von der Spannweite festgelegt. Die
Wärmedämmung wird in Form von zwei
Schichten Mineralwolle ausgeführt, eine
Folie dient als Dampfsperre und sorgt
für die Luftdichtheit. Für die Außenscha-
le werden Trapezprofle verwendet. Eine
minimale Dachneigung von nur 3,6 ° ist
erforderlich. Je nach Dämmschichtdicke
können U-Werte von unter 0,3 W/m²K
erreicht werden, die die schwedischen
Bauvorschriften erfüllen.
a
qah/2
qah/2
N
N
qah/2+N
b
h
Abb. 5.16 Aussteifung einer Halle durch Wandverbände und Schubfeldwirkung im Dach
Höglund, T.: Stabilisation by stressed skin diaphragm action, Publication 174, SBI
keitssperre und sorgt für die Luftdichtheit.
Die Dachbinder werden als Fachwerkträ-
ger ausgebildet. Spannweiten bis zu 45 m
können mit Standardproflen erreicht wer-
den. Die Stützen sind in der Regel HEA-
Profle, die mit vier Ankerschrauben auf
einer Grundplatte befestigt werden. Ob-
wohl die Stützenfüße gelenkig idealisiert
werden, wird die Verwendung von vier
Schrauben empfohlen, um Stabilität wäh-
rend der Montage zu gewährleisten.
Bei nicht gedämmten Hallen wird das Tra-
pezprofl auf Pfetten befestigt, damit die
Proflierung senkrecht zum First verläuft.
Als Pfetten werden häufg Z-Profle mit ei-
ner Spannweite bis zu 12 m benutzt.
Bei gelenkig gelagerten Stützen ist eine
Stabilisierung der Halle während der
Montage unerlässlich. Häufg ist es not-
wendig, die Stützen und manchmal auch
die Binder abzustützen. Wenn Verbände
während der Montage erforderlich sind,
ist es üblich diese dauerhaft zu verwen-
Abb. 5.15 Ein typisches Industriegebäude in
Leichtbauweise
Stålbyggnad, Publication 130,
SBI
den, und die Wandverkleidung in diesen
Fällen nicht als Schubfeld auszubilden.
dachkonstruktionen
Für Dächer gibt es eine Reihe von Pro-
dukten, vor allem proflierte Bleche und
sogenannte Dachpfannenprofle, wie in
Abbildung 5.17 dargestellt. Dachpfan-
nenprofle können für Dachneigungen
von 14° und steiler verwendet werden.
Sie sind in den Farben erhältlich, die auch
für Betondachsteine oder keramische
Pfannen gebräuchlich sind, sind jedoch
wesentlich leichter als diese.
Bleche mit tiefer Proflierung werden auf
dem schwedischen Markt für isolierte
Dächer mit Spannweiten bis zu ca. 11 m
verwendet Größere Spannweiten können
mit Blechen mit zusätzlicher Querproflie-
rung erreicht werden. Für kürzere Felder
bis zu 8 m werden traditionelle Profle
eingesetzt.
EUROBUILD in Steel 41
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
wandkonstruktionen
Die Proflbleche die für Wandbeklei-
dungen verwendet werden, sind oft
dieselben wie diejenigen für Dächer.
Sandwichelemente gewährleisten die
Wärmedämmung, erfüllen Brandschutz-
anforderungen und haben ein ästhe-
tisches Äußeres. Diese bestehen zwei
Metalldeckschichten mit dazwischen-
liegender Dämmung aus Mineralwolle
oder EPS. In Abhängigkeit von der Dicke
werden U-Werte zwischen 0,18 und 0,3
W/m²K erreicht. Die Systeme enthalten
Abdichtungen gegen Luft und Wasser
zwischen den Deckschichten. Der Ein-
satz von Mineralwolle garantiert gute
Feuerbeständigkeit und Schalldämmung.
Die Lieferlänge der Elemente beträgt bis
zu 10 m.
Die Paneele können mit anderen Materi-
alien wie Stein, Holz, Glas, Putz und Be-
ton kombiniert werden. Es sind verschie-
dene Oberfächenqualitäten mit tiefer
oder kaum wahrnehmbarer Proflierung
lieferbar.
Für die Renovierung von Fassaden gib
es spezielle Systeme. Bei einer Moderni-
sierung wird in der Regel die Wärmedäm-
mung der Fassade verstärkt. Geschlitzte
Distanzprofle für die Befestigung der
Proflbleche erlauben die Verwendung
von für Mineralwolle als Dämmstoff.
Es gibt Produkte auf dem schwedischen
Markt, die die schwedischen Bauvor-
schriften hinsichtlich Wärmedämmung
für Industriebauten erfüllen oder sogar
übertreffen. Eine Halle mit Sandwich-
elementen in Dach und Fassade kann
sogar die strengeren Anforderungen für
Wohngebäude erfüllen. Typische U-Wer-
te für 150 mm dicke Sandwichelemente
sind 0,24-0,28 W/m², es gibt jedoch auch
Standardlösungen mit U-Werten bis zu
0,17 W/m²K.
Abb. 5.17 Beispiele für unterschiedliche Systeme für Dach und Wand auf dem schwedischen
Markt
Abb. 5.18 Plannja 40 Profle für Dacheindeckungen (für den Einsatz auf schwach geneigten
Dächern ab 3.6°)
Quelle: www.plannja.se
Abb. 5.19 Ruukki Fasetti Fassadenelement (Kassettenprofl, projektspezifsch gefertigt)
Quelle: www.ruukki.com
Abb. 5.20 Plannja Paneel (links) Liberta
Grande Kassettenprofl von
Ruukki (rechts)
Kapillarbremse
Befestigung am Obergurt
für erhöhte Dichtigkeit
Tropfkante
Abdichtung
Befestigungs-
streifen
EUROBUILD in Steel 42
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
großbritannien
allgemeines
Der Bau großfächiger eingeschossiger
Industriebauten macht einen bedeu-
tenden Teil des britischen Stahlbausek-
tors aus. Hallen werden für Einzelhandel,
Vertrieb, Lagerhallen, Produktionsstätten
und Freizeitzentren genutzt.
Beispiele für Innovationen sind die An-
wendung von plastischen Bemessungs-
verfahren, computergestützten Konstruk-
tions- und Fertigungsmethoden sowie
optimierten kaltgeformten Komponen-
ten, wie z.B. Pfetten oder proflierten
Fassadensysteme.
Der Gesamtumsatz für eingeschossige
Industriebauten beträgt jährlich rund 1
Milliarde britische Pfund für das Haupt-
tragwerk (1,5 Mrd. €) und 1,5 Milliarden £
(2,25 Mrd. €) für die Gebäudehülle.
Die architektonische Gestaltung von In-
dustriebauten und sonstigen Anlagen hat
sich in den letzten 10-15 Jahren beacht-
lich entwickelt, insbesondere seit dem
Bau markanter Gebäude wie dem Renault
Distribution Center in Swindon oder der
Schlumberger Fabrik in Cambridge.
Rahmenkonstruktionen kommen jedoch
nach wie vor bei der Mehrzahl der In-
dustriebauten zum Einsatz. Allerdings
sind viele Varianten dieser einfachen
Konstruktionsart am Markt vertreten, wie
z.B. die Verwendung von Cellformträgern
oder gekrümmten Dachformen, wie in
Abbildung 5.21 dargestellt.
Heute gibt es viele weitere Anforderungen
an die Gebäudehülle, insbesondere im
Zusammenhang mit den Energiesparan-
forderungen gemäß Teil L der britischen
Bauvorschriften und den gewachsenen
Ansprüchen an die Gebäudenutzung. Im
April 2006 wurde ein überarbeiteter Teil L
mit strengeren Anforderungen sowie die
europäische Richtlinie zur Gesamtener-
gieeffzienz von Gebäuden eingeführt.
Die wichtigsten Merkmale sind:
die Notwendigkeit rund 23 bis 28%
der CO
2
-Emissionen im Vergleich
zu den Bauvorschriften von 2002
einzusparen
die Einführung von Energiepässen
für Gebäude.
stahl im Hallenbau –
entscheidungsgründe
Die folgenden Kriterien können den Wert,
den ein Gebäude für Kunden und Nutzer
erbringt, beeinfussen:
Architektur
Architekten haben einen großen Einfuss
auf die Wahl der Form und das Aussehen
des Gebäudes sowie auf die Gebäude-
hülle. Obwohl der Entwurf des Tragwerks
nach wie vor unter die Zuständigkeit der
Tragwerksplaner und Stahl-Hersteller
fällt, sind Architekten zunehmend in den
Entwurfsprozess von Industriebauten
eingebunden. Beispiele für die archi-
tektonische Verwendung von Stahl sind
z.B. in den Abbildungen 2.10 und 5.22
dargestellt.
Kurze Bauzeiten
Für Logistikfrmen oder ähnlichen Unter-
nehmen ist eine kurze Bauzeit von ent-
scheidender Bedeutung. Dies kann sich
in vielerlei Hinsicht auf den Entwurf aus-
wirken, d.h. Grundriss und Bauteile kön-
nen so gestaltet sein, dass die Montage
parallel statt nacheinander stattfnden
kann.




Flexibilität für unterschiedliche
Nutzungen
Stahltragwerke ermöglichen große
Spannweiten bei minimierten Stützen
und bieten so die maximale Chance ein
Gebäude zu errichten, das sich an un-
terschiedlichste Nutzungen anpasst und
Nutzungsänderungen zulässt.
Um den Wert der Anlage zu erhalten
und Flexibilität für zukünftige Nutzungen
zu schaffen, werden häufg Kriterien wie
minimale Gebäudehöhe und minimale
Nutzlasten festgelegt.
Unterhaltung
Viele Gebäude werden für den Eigenbe-
darf gebaut. Wird ein Gebäude vermietet,
werden anstelle von 25-Jahres-Verträgen,
bei denen der Mieter für Reparaturen ver-
antwortlich ist, kürzere Laufzeiten ange-
setzt, bei denen dann der Eigentümer die
Verantwortung für die Unterhaltung trägt.
Soweit der Eigentümer, der das Gebäu-
de ursprünglich errichten ließ, die Verant-
wortung für die Unterhaltung hat, werden
in der Regel Materialien besserer Quali-
tät mit einer längeren Lebenserwartung
gewählt, um geringere Wartungskosten
zu erzielen.
Nachhaltigkeit
Energiekosten und die Reduzierung der
CO
2
-Emissionen gewinnen zunehmend
an Bedeutung und Nachhaltigkeit ist heu-
te ein zentrales Thema in der Planung. In
Zukunft ist es wahrscheinlich, dass eine
Baugenehmigung leichter zu erhalten
wird, wenn nachhaltige, umweltfreund-
liche Lösungen gewählt werden. Viele
Kunden, potenzielle Kunden und Nutzer
haben Nachhaltigkeitsrichtlinien, deren
Erfüllung sie nachweisen müssen.
entwurfsparameter
Der Stahlbau ist eine der effzientesten
Branchen in der Bauwirtschaft. Führen-
de Hersteller fertigen die Komponenten
in der Werkstatt unter Verwendung von
computergesteuerten Maschinen, die die
erforderlichen Informationen direkt aus
3D-Computer-Modellen beziehen, die
für Entwurf und Bemessung entwickelt
wurden. Die Informationen aus diesem
Modell werden zusätzlich auch noch
für Bestellung, Lieferung und Montage
verwendet.



Abb. 5.21 Einsatz von gekrümmten Stahlbauteilen für ein modernes Industriegebäude
EUROBUILD in Steel 43
eNtwUrfsasPekte 05 NatiONale BesONderHeiteN 05
Haupttragsystem
Das beliebteste Haupttragsystem für
eingeschossige Gebäude mit Spann-
weiten von 25 bis 60 m ist aufgrund der
strukturellen Effzienz und der einfachen
Herstellung und Montage der Zweigelen-
krahmen. Rahmen können sowohl ela-
stisch als auch plastisch bemessen wer-
den. Eine elastische Bemessung führt
zwar zu einem höheren Stahlgewicht, ist
aber auch ohne hoch spezialisierte Soft-
ware einfach durchzuführen und führt zu
einfacherern Details.
Für größere Spannweiten können alter-
nativ Fachwerkträger verwendet werden.
Diese sind insbesondere dann wirtschaft-
lich, wenn Spannweiten größer 60 m
auftreten, oder wenn große technische
Anlagen integriert werden müssen. Ein
gutes Beispiel für die Verwendung von
Fachwerkträger ist in Abbildung 2.12
dargestellt.
Wechselbeziehung von Tragwerk
und Gebäudehülle
Die Wirtschaftlichkeit von Rahmen ist
zum Teil auch darauf zurückzuführen,
dass die sekundären Bauteile wie Pfetten
und Wandriegel die Stützen und Binder
stabilisieren. Die Tragfähigkeit der Pfet-
ten hängt wiederum von der stabilisie-
renden Wirkung der Dacheindeckung ab.
Dabei kann auch die Schubfeldwirkung
angesetzt werden.
Die Bemessungsmethoden für die Stahl-
konstruktion können inzwischen als all-
gemein bekannt vorausgesetzt werden,
so dass sich der Fokus der Aufmerksam-


keit in Richtung der Gebäudehülle ver-
schoben hat. Hierfür gibt es drei wichtige
Gründe:
Die Verwendung von Stahlkon-
struktionen ist nicht mehr auf
Industriebauten beschränkt und
wird heutzutage für einer Vielzahl
von kommerziellen Anwendungen
verwendet.
Der Wunsch, das Kunden-Image
zu verbessern und die Öffnung von
Gebäuden für die Öffentlichkeit hat
dazu geführt, dass der Architektur
und Ästhetik mehr Aufmerksamkeit
geschenkt wird.
Der Schwerpunkt auf die Energie-
sparqualitäten der Gebäudehülle
und die zunehmende Bedeutung der
EU- Richtlinie zur Gesamtenergieef-
fzienz von Gebäuden (EPBD) mit
ihrer Forderung nach Energie-Kenn-
zeichnung. Die Wahl des Auftrag-
nehmers für die Gebäudehülle hat
auch Bedeutung gewonnen, um
eine zuverlässige und wirtschaft-
liche Einhaltung der Vorschriften zu
gewährleisten.
Wärmeschutz
Strengere U-Werte haben in den letzten
Jahren zu einer erheblichen Zunahme der
Dämmschichtdicken geführt, mit Folgen
für die Stabilität der stützenden Bauteile,
Fassadengewicht und Montage. Nun je-
doch ist der Punkt erreicht, wo weitere
Erhöhungen der Dämmschichtdicke nicht
mehr zu wesentlichen Verbesserungen in
der Gesamtenergieeffzienz führen.
-
-
-

Mit zunehmender Dämmschichtdicke
werden Wärmeverluste durch Wärme-
brücken bedeutsamer, so dass eine
sorgfältige Detaillierung mit Spezialkom-
ponenten unabdingbar ist.
Luftdichtigkeit
Die Einführung von Tests zur Prüfung
der Luftdichtigkeit hat die Bedeutung
der Gestaltung und Ausführung von Ge-
bäuden, die nicht zu übermäßigen Wär-
meverlusten neigen, deutlich gemacht.
Jüngste Studien haben gezeigt, dass
die Kontrolle der Luftdichtigkeit ein sehr
wirksames Mittel zur Verbesserung der
Energieeffzienz ist. Während der aktu-
elle Mindeststandard für Luftdichtigkeit
von Gebäuden 10 m
3
/m
2
/h bei 50 Pascal
beträgt, haben Versuche ergeben, dass
selbst mit Standardkonstruktionen ein
Wert von 2 m
3
/m
2
/h möglich ist.
Das Erreichen dieses Maßes hängt je-
doch davon ab, dass Detaillierung und
Bauausführung eine zugesicherte Qua-
lität aufweisen. Für Gebäude mit einer
Grundfäche von weniger als 5000 m
2

ist das Erreichen eines guten Luftdich-
tigkeitsniveaus durch den höheren Anteil
der Öffnungen im Verhältnis zu den ge-
schlossenen Bereichen schwierig.
Entwurfskoordination
Ein erheblicher Teil des Enwurfspro-
zesses von Gebäuden liegt in der Koor-
dination der Schnittstellen zwischen den
verschiedenen Gewerken. Diese Aufga-
be wird traditionell von den Architekten
übernommen, eine bessere Koordinie-
rung wird jedoch erreicht, wenn der Ge-
neralunternehmer hierfür verantwortlich
ist.
Entwurfsprozess
Aspekte, die zusätzlich zu den geltenden
Vorschriften, bedacht werden sollten:
Allgemeine geometrische
Überlegungen
Minimale Höhe (Lichtraum für Krane,
Traufhöhe, etc.)
Bereitstellung maximaler vermiet-
barer Fläche
Stützenanordnung für maximale
Flexibilität der Nutzung
Heutige und künftige Lastannahmen
Auswahl von Pfetten und
Wandriegeln
Maximale Verformungen
Fassadensystem
Möglichkeit, nachträglich Zugang für
Fahrzeuge zu schaffen



-
-
-
-
-
-
-
-
-
Abb. 5.22 Gekrümmte Cellformträger für ein Freizeitzentrum
Quelle: Westok
EUROBUILD in Steel 44
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 05
Tabelle 5.3 Tendenzen im modernen Hallenbau in Großbritannien
Toleranzen der Bodenplatte
Potenzial für Wiederverwendung /
Recycling von Materialien
Ende der Nutzungsdauer
Energieverbrauch und Verringerung
der CO
2
-Emissionen
Einfüsse auf die Konstruktion und
Kosten
Die Auswirkungen des Standortes für
die Tragwerkslösung zusammen mit der
Koordination extern geplanter Einbauten
erfordern in der Regel das Hinzuziehen
eines beratenden Ingenieurs, der mit
dem Architekten schon vor der Vergabe
der Entwurfs- und Bauleistungen zusam-
menarbeitet. Die Aufgaben umfassen die
Auswahl und Gestaltung eines geeig-
-
-
-
-
-
neten Gründungssystems. Bei der Mehr-
zahl der Gebäude werden die Stützen
gelenkig gelagert.
Nachhaltiges Bauen
Die Forderung nach nachhaltigem Bauen
wird in vielerlei Hinsicht gefördert, dies
reicht von der EU-Richtlinie zur Effzi-
enzsteigerung bis zu der zunehmenden
Einführung von Richtlinien zur unterneh-
merischen Sozialverantwortung in vielen
Unternehmen. Der Nachweis des nach-
haltigen Bauens ist zu einer wesentlichen
Frage bei der Erteilung der Baugenehmi-
gung geworden. Das Konzept der Nach-
haltigkeit wird durch die Notwendigkeit
ein Gleichgewicht bei wirtschaftlicher,
sozialer und ökologischer Tragfähigkeit

zu erzielen untermauert. Gute Lösungen
sollten alle drei Kriterien erfüllen und
gute Stahlkonstruktionen tun dies mit
Sicherheit.
künftige trends im industriebau
Die folgende Zusammenfassung der
Trends im modernen Hallenbau ist einem
Bericht des Steel Construction Institute
entnommen.
Entwurfsaspekt Gegenwärtige Praxis
Künftige Tendenzen (zusätzlich zur gegen-
wärtigen Praxis)
Gebäudeform und
Tragwerke
Mehrschiffge Gebäude mit rechteckigem Grun-
driss bis zu 90 m × 150 m Fläche
Traufhöhe 15 m Traufhöhe 8-12 m
Rahmen mit 30-35 m Spannweite mit 6°
Dachneigung
Rahmen mit 2° Dachneigung
6-8 m Rahmenabstand mit internierenden Innen-
stützen im Abstand 12-16 m
200 mm Bodenplatte aus Stahlbeton Bodenplatte aus Spannbeton
Angehängter Bürotrakt mit 13,5 m Tiefe und 6-
7,5 m Spannweite
Dach und Wand
Sandwichelemente für Dach und Wand (außer
Sockel)
Begrünung auf Teilfächen des Daches
Sockelbereich aus Betonfertigteilen
Einsatz von innovativen Lösungen mit Betonfer-
tigteilen für Wände
U-Werte von 0,35 W/m
2
K für Wände
und 0,25 W/m
2
K für Dächer
U-Werte von 0,25 W/m
2
K für Wände
und 0,20 W/m
2
K für Dächer
15% der Dachfäche als Oberlichter für natürli-
che Belichtung
Dreischalige Lichtkuppeln (15% Dachfäche)
Luftdichtigkeit (10 m
3
/hr/m
2
bei 50 Pa)
Systeme aus Holz und GFK für Spannweiten bis
16 m
TGA und
Unterhaltung
Luftheizung Vermehrter Einsatz von Photovoltaik
Einsatz von Photovoltaikelementen (PV) im
Dach bei speziellen Projekten
Windräder zur Energieerzeugung
Feuerlöscher und Feuerlöschanlagen Sprinkleranlagen nach Kundenwunsch
Technischer Ausbau durch Endnutzer
Lebensdauer 40 Jahre – 25 Jahre bis zur ersten
Überholung
Wasserdurchlässiger Belag auf Parkfächen
Regenwassernutzung von Dachfächen
Vermehrte Nutzung der solaren
Warmwassererzeugung
eNtwUrfsasPekte 06 fallstUdieN 06
EUROBUILD in Steel 45
Airbus Industriehalle
Toulouse
Einkaufszentrum Cactus
Esch-Alzette
Netto Supermarkt
Schweden
Verteilzentrum
Waghäusel
Die Fallstudien und die zugehörigen Tragsysteme lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
Netto Supermarkt, Schweden
Leichte Konstruktion aus Stützen
und Binder mit Aussteifung durch
Schubfeldwirkung und Verbände
Verteilzentrum, Waghäusel / Deutsch-
land
Hochregallager in Silobauweise mit
Fassade aus Stahlkassetten und einem
begrünten Dach


Eine Reihe von Fallstudien werden in diesem Abschnitt vorgestellt, um die
zuvor beschriebenen Konstruktionen und Entwurfsprinzipien zu verdeutli-
chen. Die Fallstudien decken ein Spektrum von Bauformen und Standorten
in ganz Europa ab.
Airbus Industriehalle, Toulouse / Frank-
reich
Weitgespannte Fachwerkbinder für
Nutzungsfexibilität und schnelle
Montage.
Einkaufszentrum CACTUS, Esch-Al-
zette / Luxemburg
Rahmen mit gebogenen Cellform-
trägern für die stützenfreien Raum und
ein Höchstmaß an Transparenz.


06 Fallstudien
EUROBUILD in Steel 46
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06
Diese Industriehalle überspannt 200.000
m² Nutzfäche, ist 45 m hoch und bietet
Spannweiten von mehr als 115 m. Krite-
rien, die erfüllt werden mussten, sind die
effziente Flächenausnutzung und Fle-
xibilität bei der Anordnung der internen
Räume.
Aufgrund der zu erwartenden Ände-
rungen in dem industriellen Prozess nach
mehreren Jahren der Produktion wurde
unter Berücksichtigung eines schnellen
Kapitalrückfusses ein Konzept zur Um-
nutzung und Modernisierung entwickelt.
Die Architektur, die das Tragwerk nach
außen sichtbar macht, ist ein Spiegel der
Unternehmensphilosophie.
Das größte Gebäude ist 115 m lang und
250 m tief und ist mit den folgenden
schweren Kranen ausgestattet:
zwei parallele Laufkrane, 50 m
Spannweite, 22 Tonnen Last für das
Heben der Flügel,
zwei parallele Laufkrane, 35 m
Spannweite, 30 Tonnen Last für den
Transport des Rumpfes
zwei Zweiträger Laufkrane mit 4x2
Tonnen Tragfähigkeit für den norma-
len Einsatz.
Die Krane für die Flügel rollen auf Schie-
nen, die von dem Fachwerkträger des



Der Stahlbau ermöglicht große Spannweiten bei ger-
ingem Gewicht für eine große Industriehalle für die
Produktion des Airbus A380, des Flugzeugs der näch-
sten Generation für interkontinentale Flüge.
Nutzen für den
anwender:
„Fast-Track” Projekt
Effiziente Nutzung von
Stahl
Flexibilität bei der
Anordnung der internen
Räume
Nachhaltigkeitsansatz
Hohe Tragfähigkeit





Hauptragwerks abgehängt sind und zu-
sätzlich an den Stützen befestigt sind.
Schiebetüren sorgen für eine 117 x 32 m
Öffnung. Sie werden durch eigene Rah-
menkonstruktionen unterstützt.
Diese riesige Struktur konnte durch den
Einsatz eines Fachwerkträgers und vor-
gefertigter Bauteile wirtschaftlich erstellt
werden.
Innenansicht des Gebäudes während der
Bauphase
AIRBUS-Halle in Toulouse
EUROBUILD in Steel 47
eNtwUrfsasPekte 06 fallstUdieN 06
konstruktionsdetails
Dach und Dachbinder: Die Dachbinder
überspannen 117 m. Die Höhe der Bin-
der variiert zwischen 8 m an der Stütze
bis zu 13,5 m in Feldmitte. Ein Hallenmo-
dul besteht jeweils aus zwei parallel an-
geordneten Fachwerkrahmen im Abstand
von 33 m. Ein Dachelement besteht aus
je einem vorderem und hinteren Binder,
der Dachkonstruktion, technischen Ein-
bauten, Brandschutzausrüstung, usw.
und wird zunächst am Boden komplett
fertiggestellt und dann in einem Stück auf
die Stützen gehoben.
Die Stützen sind im Fundament einge-
spannt und haben in beiden Richtungen
gleiche Schlankheitsverhältnisse um ein
Ausknicken der Stützen während des An-
hebevorgangs zu vermeiden.
Die Herstellung der Binder am Boden
bietet viele Vorteile, z.B. eine sichere
Montage, die begrenzte Notwendigkeit
von Gerüsten, ein einfacher Ablauf und
schneller Bauprozess. Die Verbindungen
zwischen den Bindern und Stützen sind
gelenkig.
Diese einfache Methode bietet die fol-
genden Vorzüge:
Schnelle Verbindung in einer kri-
tischen Phase der Montage
Kein Schweißen während der
Montage
Der Binder wird einfach auf der Stüt-
ze aufgelegt.
Die vertikalen Durchbiegungen der Bin-
der sind aufgrund der Anforderungen aus
dem Kranbetrieb auf 1/2000 der Spann-
weite begrenzt.
Die Stäbe der Fachwerkträger sind aus
I-Proflen hergestellt und mit Schrauben
angeschlossen. Jede Stütze besteht aus
zwei separaten Gurtquerschnitten mit da-
zwischenliegendem Fachwerksteg.



Y10 Y13 Y14 Y7 Y4 Y1
97.20 97.20 97.20 117.20 51.60
Brandwand
+ 32.50
+ 46.00
Projektbeteiligte
Bauherr:
EADS
Architekt:
ADPI
Tragwerksplanung:
Kooperation: ADPI und
Jaillet-Rouby
Ausführung:
URSSA (Spanien), CIMOLAI (Ital-
ien), CASTEL et FROMAGET, JO-
SEPH PARIS, RICHARD DUCROS
(Frankreich), BUYCK (Belgien)
Koordination:
SOCOTEC und VERITAS
(Alle Abbildungen in dieser Fallstudie
wurden bereitgestellt von:
Cabinet Jaillet-Rouby, Frankreich)
EUROBUILD in Steel 48
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06
allgemeines
Dieser mittelgroße Supermarkt befndet
sich im Zentrum der Stadt Esch/Alzet-
te und ersetzt ein älteres Gebäude. Der
Besitzer wünschte sich ein helles, moder-
nes Einkaufszentrum und entschied sich
für einen offenen Raum mit großen ver-
glasten Flächen in zwei der Fassaden.
Eine Anforderung an den Entwurf war,
dass die Stahlkonstruktion, mit ihren lan-
gen gebogenen Cellformträger sichtbar
bleiben sollte.
Aufgrund der Lage des Supermarkts im
Stadtzentrum schrieben die lokalen Be-
hörden eine Feuerwiderstandsdauer von
90 Minuten für die Stahlkonstruktion des
Daches vor. Zur Berechnung der Brand-
entwicklung in dem Supermarkt kam das
Dieses innerstädtische Projekt in Esch/Alzette,
Luxemburg, besticht durch eine moderne Stahlkon-
struktion mit gebogenen Cellformträgern und durch
eine verglaste Fassade. Das Gebäude unterstreicht
die Leichtigkeit der exponierten Stahlkonstruktion
durch ein modernes Brandschutzkonzept.
Naturbrandkonzept zum Einsatz. Durch
Anwendung dieses Verfahrens konn-
te das Gebäudekonzept mit seiner voll
verglasten Fassade und der sichtbaren
Stahlkonstruktion realisiert werden.
Nutzen für den
anwender:
Stützenfreier Innenraum
bietet maximale
Flexibilität
Transparentes
Erscheinungsbild
durch gebogene
Cellformträger
Architektonische Lösung
Ungeschützter
Stahl durch
Ingenieurmethoden
des baulichen
Brandschutzes




Einkaufszentrum CACTUS in Esch/Alzette
EUROBUILD in Steel 49
eNtwUrfsasPekte 06 fallstUdieN 06
tragwerk
Das Haupttragwerk besteht aus einer
Reihe von Rahmen mit Stahlstützen und
gebogenen Cellformträgern. Die Rah-
men sind durch Pfetten und Verbände in
Dach und Wänden miteinander verbun-
den und ausgesteift. Die Rahmenspann-
weite beträgt 20 m. An der Traufe ist die
Halle 7,55 m hoch, in Feldmitte des ge-
krümmten Riegels beträgt die Höhe 9,13
m. Der Abstand zwischen zwei benach-
barten Rahmen liegt bei 7,5 m.
Die Rahmen sind mit durchlaufenden
Pfetten (IPE 200) miteinander verbun-
den. Die Dacheindeckung besteht aus
Stahlproflblechen (HOESCH Bogendach
TR44A), Dämmung und Abdichtung.Die
Träger sind Arcelor Cellular Beams ©
aus HEB450 in S235 Stahl. Die endgül-
tige Höhe der Träger beträgt 590 mm.
Der Durchmesser der Öffnungen beträgt
400 mm und der Abstand zwischen den
Öffnungen 600 mm. Der lichte Abstand
zwischen zwei angrenzenden Öffnungen
ist somit 200 mm.
Naturbrandkonzept
ArcelorMittal R&D Luxemburg wurde
gebeten ein Brandschutzkonzept zu ent-
wickeln und die Anwendung des Natur-
brandkonzeptes wurde von den lokalen
Behörden akzeptiert. Das Brandschutz-
konzept basiert auf der Grundlage der
Vorschriften der EN1991-1-2 (charak-
teristische Brandlast für Bürogebäude
730 MJ/m²) und berücksichtigt die aktiven
Brandbekämpfungsmaßnahmen (auto-
matischer Alarm & Übermittlung an die
Feuerwehr, Rauchabzugsanlagen, usw.).
Sprinkler waren aufgrund der geringen
Größe des Gebäudes nicht erforderlich.
Der Temperaturverlauf im Brandraum
wurde anhand eines Zweizonenmodells
mit der Software Ozone berechnet und
die lokalen Einwirkungen auf die Bauteile
wurden mit Hilfe der Hasemi-Methode
bestimmt. Es wurde eine Reihe von Si-
mulationen durchgeführt, um den Bruch
der verglasten Flächen (Fassaden auf
Vorder- und Rückseite sind komplett ver-
glast) zu analysieren.
Da die maximale resultierende Stahl-
temperatur in den Stützen bis zu 880°C
erreicht, wurde eine 3-D Finite-Elemente-
Analyse unter Berücksichtigung der ge-
samten Gebäudestruktur durchgeführt.
Eine komplettes Modell des Gebäudes
wurde in 3-D abgebildet und analysiert.
Alle Simulationen wurden mit der FE-
Software SAFIR ausgeführt. Das Ergeb-
nis dieser Berechnung mit Ingenieurme-
thoden war, dass die Stahlstruktur keinen
passiven Brandschutz erfordert.
Projektdaten
Fertigstellung: 2003
Maximale Höhe: 9,3 m
Grundrissfäche: 28,5 x 48,0 m
Projektbeteiligte
Bauherr:
Cactus S.A.
Architekt:
Paczowski Fritsch Associés
Tragwerksplanung:
Schroeder & Associés S.A.
Ausführung:
MABILUX S.A.
Brandschutzkonzept:
Arcelor Profil Luxembourg R&D
EUROBUILD in Steel 50
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06
allgemeines
Leichte eingeschossige Gebäude mit
Stahlkonstruktion nehmen unter den
Gebäuden, die als Industrie-oder Lager-
hallen genutzt werden, eine marktbeherr-
schende Position ein.
Für Bauvorhaben, wie Nettos neue Filiale
in Smålandsstenar eignet sich diese ein-
fache und kostengünstige Konstruktion
Lösung sehr gut.
In Schweden werden alle Netto-Shops
sind in einer ähnlichen Art gebaut, dies er-
möglicht einen außergewöhnlich schnel-
len Planungs- und Bauprozess. Das hier
beschriebene System sehr wirtschaftlich
und in Schweden sehr weit verbreitet.
Die kleinen Unterschiede, die es bei die-
sen Tragwerken gibt, resultieren daraus,
dass abhängig von der geografschen
Lage unterschiedliche Schnee- und
Windlasten anzusetzen sind. Die Schnee-
Dies ist ein Beispiel eines typischen schwedischen
Industriebaus in Leichtbauweise, bestehend aus
Stützen, Dachbindern und einer Dacheindeckung,
die als Schubfeld ausgebildet ist, und die Aussteifung
übernimmt.
lasten variieren zwischen 1-3 kN/m² und
die Windgeschwindigkeit zwischen 21-26
m/s.
Das Tragwerk besteht aus gelenkig ge-
lagerten Stützen, Dachbindern und Tra-
pezblechen auf dem Dach, welche zu-
sammen mit den Windverbänden in den
Wänden für Stabilität sorgen. Das Dach
ist als Schubfeld ausgebildet, welches
die Horizontallasten aus Wind an die
Windverbände weiterleitet.
konstruktionsdetails
Die am häufgsten verwendete und oft
auch wirtschaftlichste Art der Stabili-
sierung einer Halle ist die Anordnung
von Windverbänden in den Giebel- und
Längswänden und die Ausbildung der
Trapezprofleindeckung im Dach als
Schubfeld, welches die Horizontallasten
aus Wind an die Windverbände weiter-
leitet. Das Schubfeld wird in der Regel
von Trapezproflen gebildet, die entweder
Nutzen für den
anwender:
Schnelle Bauweise
Hohes Maß an
Vorfertigung
Kleine Abmessungen
der tragenden Bauteile
Wenige oder keine
internen Stützen bieten
große Flexibilität
und einfache
Umbaumöglichkeiten für
geänderte Nutzungen




Netto Supermarkt, Schweden
EUROBUILD in Steel 51
eNtwUrfsasPekte 06 fallstUdieN 06
direkt auf den Hauptrahmen oder auf zu-
sätzlichen Pfetten aufiegen.
Proflierte Bleche, die für Dächer oder
Wände verwendet werden, sind sehr ef-
fektiv im Hinblick auf ihre Schubfeldstei-
fgkeit. Vorausgesetzt, dass die Profle
ordnungsgemäß an den sekundären und
primären Tragwerkselementen befestigt
sind, z.B. durch mechanische Befesti-
gungen oder Schweißen, handelt es
sich um eine sehr zuverlässige Form der
Aussteifung.
Die Trapezprofle, die für den Netto-Shop
verwendet werden, sind zwischen 0,65
mm und 1,2 mm dick.
Sie übertragen sowohl vertikale als auch
horizontale Beanspruchungen, wie z. B.
aus Eigengewicht, Schnee und Wind, in
die Verbände und Stützen, die in der Re-
gel durch HEA-Profle gebildet werden.
HEA-Profle werden auch als Giebel-
binder verwendet. Für Deckenträger mit
einer maximalen Spannweite von 10 m
werden auch IPE-Profle verwendet.
Wenn es wichtig ist, die Bauhöhe auf ein
Minimum zu reduzieren, oder wenn es
nicht möglich ist, Verbände in den Wän-
den anzuordnen, kann auch eine rah-
menartige Ausbildung der Längswände
in Betracht gezogen werden.
Die erforderliche Zeit für die Montage der
Stützen, Binder und der tragenden Dach-
schale betrug rund eine Woche, und
erfolgte nach der Herstellung der Fun-
damente. Im nächsten Schritt wurde die
Wandverkleidung montiert und die Dach-
deckungsarbeiten wurden ausgeführt.
Schließlich wurden die technischen Ein-
bauten und der Innenausbau innerhalb
des wetterfesten Gebäudes installiert.
Projektdaten
Verkaufsfäche: 750 m²
Stahlverbrauch: 20 Tonnen
Dachfäche: 1000 m
2
Bauzeit: 5 Wochen
Projektzeitraum: 17 Wochen
Bauzustand: Dacheindeckung und Zwischendecken sind montiert
Projektbeteiligte
Bauherr:
Netto Marknad AB
Architekt:
GL Consult
Tragwerksplanung:
EAB AB
Stahlbauausführung:
EAB AB
3D-Modell zur statischen Berechnung
EUROBUILD in Steel 52
Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06 Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN 06
allgemeines
dm-drogerie markt – eine der führenden
Drogeriemarkt-Ketten in Europa – be-
treibt über 1500 Filialen und beschäftigt
rund 20.000 Mitarbeiter. Bei einem Um-
satz von beinahe 3 Milliarden Euro bietet
dm-drogerie markt eine Palette mit rund
12.000 Produktlinien – etwa 10% davon
Eigenmarken –in Deutschland, Österrei-
ch, der Tschechischen Republik, Italien,
Kroatien und der Slowakei an. Im Jahr
2003 entschied sich dm-drogerie markt
ein weiteres Logistikzentrum am Standort
Waghäusel, in Süddeutschland zwischen
Karlsruhe und Mannheim, zu errichten.
Das Verteilzentrum gliedert sich in 4
Hauptgebäude. Während die Halle für
ein- und ausgehende Waren, der Tech-
niktrakt, sowie der Bereich mit Büros,
Sozialräumen und Kantine als reine
Stahlbetonkonstruktionen konzipiert sind,
wurde für das Herz des Komplexes, das
Im Jahr 2004 hat das dritte Verteilzentrum der Dro-
geriemarktkette dm seinen Betrieb mit einer Lager-
fäche von 20.000 Quadratmetern in Waghäusel
aufgenommen. Durch die Ausführung des Lagers in
Silobauweise konnten im Vergleich zu traditionellen
Lösungen Zeit und Geld gespart werden.
Kommissionierlager, als Stahlkonstruk-
tion erstellt. Das Kommissionierlager ist
90 m lang, 125 m breit und 20 m hoch.
Es bietet Platz für 24.024 Kommissionier-
und Lagerplätze. Das Kommissionierla-
ger besteht aus einer sogenannten ge-
bäudetragenden Regalkonstruktion, d.h.
die Regale bilden gleichzeitig die Unter-
stützung für das Dach und die Fassade.
Die Regale werden auf der Betonplatte
unter freiem Himmel errichtet. Die Dach-
und Wandverkleidung der Regalkon-
struktion erfolgt leicht zeitversetzt parallel
zur Montage. Im Vergleich zur Errichtung
eines Innenlagers mit vorgeschalteter
Bauzeit der Halle werden so deutlich kür-
zere Ausführungszeiten erzielt, und die
Investition kann früher „arbeiten“.
Abgesehen von der kurzen Realisierungs-
zeit und den vergleichsweise geringen
Kosten, ist vor allem der deutlich kürzere
Abschreibungszeitraum ein zusätzlicher
Vorteil. Allerdings muss die Regalkon-
Kommissionierlager
Techniktrakt
Warenein-/
-ausgangshalle
Büro, Sozialräume
und Kantine
Übersicht
Nutzen für den
anwender:
Höchstmögliche
Lagerdichte
Keine Beeinträchtigung
durch Gebäudestützen
Kostengünstigste
Konstruktion für
Hochregallager
Geringe Bauzeit
Schneller
Kapitalrückfluss





Verteilzentrum in Waghäusel
EUROBUILD in Steel 53
eNtwUrfsasPekte 06 fallstUdieN 06
struktion so ausgelegt sein, dass sie den
zusätzlichen Lastfällen einschließlich der
Eigenlast der Gebäudehülle sowie die
Belastungen durch Wind und Schnee ge-
recht wird.
konstruktionsdetails
Die in Silobauweise ausgeführte Stahl-
konstruktion des Kommissionierlagers ist
auf einer Bodenplatte aus Stahlbeton er-
richtet. Auf jeder Kommisionierebene be-
fndet sich ein Büro für Schichtführer mit
4 Arbeitsplätzen in Massivbauweise.
Die Wandverkleidung erfolgt mit zwei-
schaligen gedämmten Kassettenele-
menten aus Stahl. Die Innenkassetten
sind an den Stützen der Giebel und Längs-
wandkonstruktionen befestigt. Die tra-
gende Innenschale des Daches wird aus
Stahltrapezproflen gebildet. Die Dach-
eindeckung besteht aus 100 mm Wärme-
dämmung, Kunststoffdichtungsbahn und
einer extensiven Dachbegrünung.
Es gibt insgesamt 5 Treppentürme aus
Stahlbeton mit einer Feuerbeständigkeit
von 90 Minuten. An der hinteren Wand
dienen außen liegende Fluchtgänge
aus Stahl als Verbindungsstege zu den
Treppentürmen.
Brandschutz
Kommissioniergebäude und die Halle
für Warenein- und -ausgang sind durch
Brandwände getrennt. Diese Brandwän-
de reichen bis 50 cm über das Dach der
WE-WA-Halle. Darüber hinaus verhindert
ein massiver stoßfester Dachstreifen aus
Stahlbeton die Ausbreitung des Feu-
ers zwischen Kommissionierlager und
WE-WA-Halle.
Sowohl das Kommissionierlager als auch
die WE-WA-Halle sind mit vollständigen
Sprinkleranlagen ausgestattet, wobei in
der Kommissionierhalle zusätzlich ein
Regalschutz vorgesehen ist. Darüber hi-
naus ist eine automatische Brandmelde-
anlage installiert.
Projektdaten
Bauzeit:
2003-2004
Grundstücksfäche:
70.000 m²
Kommissionierlager:
200.000 m³
Warenein- und -ausgangshalle:
4.500 m²
Innenansicht des Kommissionierlagers
Projektbeteiligte
Bauherr:
dm- drogerie markt GmbH & Co.
KG
Architekten:
BFK + Partner Freie Architekten
BDA, Stuttgart
Generalübernehmer:
Swisslog AG, Buchs, Switzerland
Stahlbauausführung:
Nedcon Magazijninrichting B.V,
Doetinchem, Netherlands
Brandschutzkonzept:
Brandschutz Hoffmann, Worms
Technische Gebäudeausrüstung:
AXIMA GmbH, Karlsruhe
Schnitt
ArcelorMittal
Long Carbon, Research and Development,
66, rue de Luxembourg, L - 4009 Esch/Alzette, Luxembourg
www.arcelormittal.com
Forschungsvereinigung Stahlanwendung (FOSTA)
Sohnstraße 65, D - 40237 Düsseldorf,
Germany
www.stahlforschung.de
Centre Technique Industriel de la Construction Métallique (CTICM)
Espace Technologique, L’orme des merisiers - Immeuble Apollo,
F - 91193 Saint-Aubin, France
www.cticm.com
Labein - Tecnalia
C/Geldo – Parque Tecnológico de Bizkaia – Edificio 700,
48160 Derio, Bizkaia, Spain
www.labein.es
SBI
Vasagatan 52, SE - 111 20 Stockholm,
Sweden
www.sbi.se
The Steel Construction Institute (SCI)
Silwood Park, Ascot, Berkshire,
SL5 7QN, United Kingdom
www.steel-sci.org
Bouwen met Staal
Boerhaavelaan 40, NL - 2713 HX Zoetermeer,
Postbus 190, NL - 2700 AD Zoetermeer, The Netherlands
www.bouwenmetstaal.nl
Technische Universität Dortmund
Fakultät Bauwesen - Lehrstuhl für Stahlbau
August-Schmidt-Straße 6, D - 44227 Dortmund, Germany
www.tu-dortmund.de

Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN

Inhalt
01 Einleitung

01 02 15 25

02 Entwurfsaspekte
Dieses Dokument präsentiert bewährte Lösungen für die Gestaltung von Industriebauten aus Stahl in Form eines „Best-Practice“-Leitfadens und richtet sich an Architekten und andere Entwurfsbeteiligte in der frühen Planungsphase. Es wurde als Teil einer Reihe von drei Dokumenten im Rahmen des RFCSProjektes Euro-Build in Steel (Projekt n ° RFS2-CT-2007-00029) erstellt. Ziel des Projektes ist, Informationen über bewährte Lösungen im Stahlbau zu präsentieren, und einen Ausblick auf die nächste Generation von Stahlbauten zu gewähren. Die weiteren Dokumente behandeln „Best-Practice“-Lösungen im Büro- und Verwaltungsbau bzw. im Wohnungsbau. Am Projekt Euro-Build in Steel sind folgende Partner beteiligt: ArcelorMittal Bouwen met Staal Centre Technique Industriel de la Construction Métallique (CTICM) Forschungsvereinigung Stahlanwendung (FOSTA) Labein Tecnalia SBI The Steel Construction Institute (SCI) Technische Universität Dortmund Obwohl dafür Sorge getragen wurde, dass alle hierin enthaltenen Daten und Informationen, soweit sie sich auf Tatsachen, anerkannte Praxis oder den Stand der Technik zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehen, nach bestem Wissen zutreffend sind, übernehmen die Partner im Euro-Build-Projekt und die Gutachter keine Verantwortung für Fehler oder Fehlinterpretationen dieser Daten und/oder Informationen oder Verluste oder Schäden, die aus oder im Zusammenhang mit ihrer Verwendung entstehen. ISBN 978-1-85942-127-7 © 2008. Technische Universität Dortmund Dieses Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung durch die Europäische Kommission, Research Fund for Coal and Steel, durchgeführt Titel: Mors company building, Opmeer / Netherlands Foto: J. und F. Versnel, Amsterdam

03 Tragsysteme

04 Gebäudehülle

05 Nationale

Besonderheiten

33
06 Fallstudien

45

ii

EUROBUILD in Steel

eiNleitUNg

01

01 Einleitung
Hallen sind typische Industriebauten und in fast jedem Gewerbegebiet zahlreich zu finden. Ihre Qualität wird durch viele Faktoren, wie z.B. die Nutzungsanforderungen, die erforderliche Flexibilität oder dem Anspruch an die Architektur, beeinflusst. Der Werkstoff Stahl eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die Ansprüche an eine flexible Nutzung und eine ansprechende Gestaltung zu erfüllen.
Bei Hallen spielt die Wirtschaftlichkeit des Tragwerks eine wichtige Rolle. Mit zunehmender Spannweite steigt der Anspruch, durch eine optimierte Planung Materialeinsatz, Herstellungskosten und Montageaufwand zu minimieren. Vermehrt werden Gebäude so konzipiert, dass die Energiekosten gesenkt und ein hoher Grad an Nachhaltigkeit erreicht wird. Hallen verwenden Stahlkonstruktionen und metallische Verkleidung aller Art. Durch den Einsatz von Stahl können große, stützenfreie Räume geschaffen werden, die effizient und leicht instand zu halten sind und anpassungsfähig auf geänderte Ansprüche reagieren. Der Werkstoff Stahl wird sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch im Hinblick auf andere Aspekte wie Brandschutz, Architektur und Nachhaltigkeit gewählt. Eine Halle ist zumeist kein frei stehender Baukörper, sondern wird durch angrenzende Bürobereiche, Nebenräume oder Vordächer ergänzt. Damit diese Elemente die einfache und klare Form des Gebäudes nicht negativ beeinflussen, ist eine ganzheitliche Planung essentiell. Dieselben Entwurfskonzepte können für unterschiedliche Arten von Gebäuden, einschließlich Sport- und Freizeiteinrichtungen, Industriehallen, Supermärkten, etc. herangezogen werden. Diese Publikation beschreibt die gebräuchlichen Formen von Hallenbauten und ihre Palette von Anwendungen in Europa. Unterschiede, die aufgrund lokaler Bau- und Entwurfspraxis, Verordnungen und Verfügbarkeit von Materialien existieren können, finden sind im letzten Kapitel.

Abb. 1.1

Stahlrahmenkonstruktion für ein Freizeitzentrum 01

EUROBUILD in Steel

02

Best Practice iN eUrOPa - iNdUstrieBaUteN

02 Entwurfsaspekte
Die Gestaltung von Industriebauten hängt von vielen Faktoren ab. Der folgende Leitfaden dient dazu, die wichtigsten Einflussfaktoren für den Entwurf sowie die Vorteile des Stahlbaus aufzuzeigen.
Hallen bieten Raum für die unterschiedlichsten Nutzungen. Diese können produktionsbedingt den Einsatz von Kranen, schweren abgehängten Ausrüstungsgegenständen sowie zusätzlichen Büroflächen oder Mezzanine-Etagen beinhalten. In den letzten 30 Jahren wurden vielfältige Tragsysteme entwickelt, die die Kosten der Stahlkonstruktion im Vergleich zur Nutzfläche minimieren. Im Gegensatz dazu wurden in letzter Zeit insbesondere für architektonisch hochwertige Industriebauten vermehrt auch anspruchsvolle Tragwerke realisiert, z.B. abgespannte Tragwerke und Hohlprofilkonstruktionen. Bezüglich der Konstruktion und des Aussehens einer Halle bietet sich dem Ingenieur ein breites Spektrum möglicher Konfigurationen, um die architektonischen Ideen und die funktionalen Anforderungen zu realisieren. In der Regel hat eine Halle einen rechteckigen Grundriss, der in Längsrichtung erweiterbar ist. Der Tragwerksentwurf muss mit den funktionellen Anforderungen einschließlich der Belichtung sowie dem Energiesparkonzept abgestimmt werden. Die folgenden Hallenformen liefern nur einen Überblick über mögliche architektonische und konstruktive Lösungen. In den letzten Jahren wurden viele Bauprojekte für Messehallen, Bahnhöfe, Flughäfen und Sportarenen realisiert. Diese Art von Projekten haben fast immer besondere Tragstrukturen. Die folgenden allgemeinen Entwurfsprinzipien beschränken sich daher auf Standardfälle.

tragwerk

Das einfachste verwendete Tragsystem besteht aus Stützen und Bindern, gegebenenfalls ergänzt durch Pfetten und Verbände. Durch Variation der Verbindungen zwischen Stütze und Binder und am Stützenfuß kann dieses System flexibel an die gegebene Situation angepasst werden. Die am häufigsten verwendeten Tragsysteme für Hallen sind der Zweigelenkrahmen sowie Stützen-Binder-System mit eingespannten oder gelenkigen Stützenfüßen. Rahmen mit biegesteifen Eckverbindungen sind in ihrer Ebene stabil und erfordern lediglich Verbände für die Stabilisierung aus der Tragwerksebene heraus. In Abbildung 2.1 sind verschiedene Konstruktionen bestehend aus Stützen und Bindern dargestellt. Abbildung 2.1(a) zeigt ein Beispiel einer pfettenlosen Konstruktion, die durch Schubfeldwirkung im Dach und Verbände in den Wänden ausgesteift wird. In Abbildung 2.1(b) wird durch den Einsatz von Pfetten erreicht, dass die Dacheindeckung nur Vertikallasten abtragen muss und zudem die Stützweite reduziert ist. Architektonisch betrachtet ergibt sich eine unruhigere Innenansicht als bei der pfettenlosen Konstruktion. Abbildungen 2.1(c) und (d) zeigen aufgelöste Strukturen, die vor allem bei größeren Spannweiten vorteilhaft sind und sich durch große Filigranität auszeichnen. Abbildung 2.2 zeigt unterschiedliche Rahmenkonstruktionen mit eingespannten (a) oder gelenkigen (b) Stützenfüßen. Eingespannte Stützenfüße können von Vorteil sein, wenn der Betrieb schwerer Krane

Tragwerk Bauphysik Lastannahmen Entwurfsbestimmende Faktoren Böden Technischer Ausbau Belichtung

02

EUROBUILD in Steel

eNtwUrfsasPekte

02

Abb. 2.1

Stützen- und Binderkonstruktionen

Abb. 2.2

Rahmentragwerke

Abb. 2.3

Bogenkonstruktionen

Abb. 2.4

Raumtragwerke 03

EUROBUILD in Steel

da sie für die gegebene Bauaufgabe ein günstiges Tragverhalten aufweist. Einige Beispiele sind in Abbildung 2. In Abbildung 2. Dabei kann entweder eine einzelne Mittelstütze oder ein Stützenpaar angeordnet werden. bei der die biegesteife Verbindung zwischen Stütze und Binder durch ein Gelenk und einen Zugstab ersetzt wird. rahmentragwerke Die am weitesten verbreitete Bauweise für Hallenkonstruktionen in den meisten europäischen Ländern ist die Rahmenkonstruktion. Bei den Trägerrosten und Raumfachwerken werden alle Tragelemente gleichmäßig am Lastabtrag beteiligt. Dies führt zu einer guten Ablesbarkeit des Kraftflusse.5 Verschiedene Arten von Rahmentragwerken 04 EUROBUILD in Steel . zum Beispiel dünnwandige kalt- Abb. Die bislang beschriebenen Hallenformen sind gerichtete Tragwerke. Bogentragwerke bieten sowohl günstigen Lastabtrag als auch ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild. Das einfache System des Rahmens kann zum Beispiel durch den Einsatz von gekrümmten Bauteilen oder Cellformträgern optisch ansprechend gestaltet werden (siehe Abbildung 2. Bei den Beispielen (c) und (d) liegt das Tragwerk teilweise außerhalb der Gebäudehülle. Eine innovative Lösung. sie werden als ungerichtete Tragwerke bezeichnet.4 dargestellt. ist in Abbildung 2. geformte Pfetten und Wandriegel sowie Trapezblecheindeckungen und Verbände. bei denen der Lastabtrag entlang den Primär. die auch repräsentative Zwecke erfüllen.5. Dies erfordert eine sorgfältige Detaillierung der Durchdringungspunkte. wie Abbilddung 2. siehe Abbildung 2.3(c) in Fachwerke aufgelöst werden. geeignet.02 Best Practice iN eUrOPa . Alternativ können die Bögen wie in 2.iNdUstrieBaUteN erforderlich ist.3(a) ist eine Halle bestehend aus einem Dreigelenkbogen dargestellt.10 dargestellt. 2. Ein Vorteil der ungerichteten Tragwerke ist ihre Erweiterbarkeit in beide Richtungen. da sie zu geringeren Tragwerksverformungen führen. Aufgrund der aufwändigen Details ist diese Art des Tragwerks hauptsächlich für Hallen. Zusätzlich zu der Primärkonstruktion existiert eine Vielzahl von Sekundärbauteilen.5(e) und (f) zeigt.9). die auch zur Aussteifung des Gesamttragwerks beitragen.8 und 2.und Sekundärbauteilen erfolgt. Das Konzept dieses Tragsystems kann auf unterschiedliche Weise variiert und erweitert werden.3(b) auch auf Stützen aufgeständert oder gemäß 2. Rahmen können zudem auch mehrschiffig ausgebildet werden. Gelenkige Stützenfüße führen zu kleineren Fundamenten und einfacheren Fußpunktkonstruktionen.

eNtwUrfsasPekte 02 Abb. 2. 2. 2.8 Rahmenkonstruktion mit gekrümmtem Binder 05 EUROBUILD in Steel .7 Zweischiffiger Rahmen mit Pfetten und Dachverband Quelle: Kingspan Ltd Abb.6 Gekoppelte einschiffige Rahmen Abb.

sowie den Vorteil einer einfachen und platzsparenden Leitungsführung. auch die Stützen in Fachwerkbauweise auszubilden. Die Ausbildung echter „Gelenke“ ist nicht üblich. siehe Abbildung 2. Voraussetzung für wirtschaftliches Konstruieren ist eine möglichst einfache Ausbildung der Knotenpunkte. Die zwei gebräuchlisten Formen sind reine Strebenfachwerke (WForm) und Fachwerke mit Pfosten und fallenden Diagonalen (N-Form). 2. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit. 06 Durch Verwendung von Fachwerken kann eine vergleichsweise hohe Steifigkeit bei minimalem Materialverbrauch erzielt werden. Bei Konstruktionen mit Fachwerkbindern wird die Aussteifung in der Regel mittels Verbänden und nicht durch Rahmentragwirkung erzielt. EUROBUILD in Steel . 2. Neben der Fähigkeit große Spannweiten zu überbrücken. Unterschiedliche Arten von Fachwerkträgern sind in Abbildung 2. welches insbesondere von Architekten geschätzt wird.11 dargestellt.02 Best Practice iN eUrOPa .13. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Schnittgrößen werden jedoch bei der Bemessung des Fachwerkträgers vernachlässigt. Dabei kommen C-.10 Innovative Lösung zur Realisierung einer biegesteifen Rahmenecke fachwerke Für weitgespannte Hallentragwerke werden häufig Fachwerkträger verwendet. Durch geschraubte oder geschweißte Verbindungen entstehen mehr oder we- niger steife Verbindungen.iNdUstrieBaUteN Abb.oder O-Profile zum Einsatz. bieten Fachwerkträger filigranes Erscheinungsbild. H.9 Rahmenkonstruktion mit Cellformträgern Abb.

eNtwUrfsasPekte 02 Abb.11 Unterschiedliche Arten von Fachwerken für Hallentragwerke Abb.12 Fachwerkträger aus Hohlprofilen EUROBUILD in Steel 07 . 2. 2.

Zwar können durch die Verwendung von Abspannungen größere Spannweiten erzielt werden. Außerdem müssen die Längs. Auf eine lückenlose Verlegung der Wärmedämmung ist zu achten. Bauphysik wärmeschutz Bei Hallen ist die Fläche der Gebäudehülle im Vergleich zum eingeschlossenen Volumen relativ klein. Der Wärmeschutz dient bei Hallen vor allem der Gewährleistung eines angemessenen Raumklimas in Abhängigkeit von der Nutzung des Gebäudes. die auf beiden Seiten dampfdicht sind.und Querstöße luftdicht versiegelt werden.13 Fachwerkrahmen mit Fachwerkstützen Zugbeanspruchte konstruktionen Durch den Einsatz von abgespannten oder unterspannten Tragsystemen können weitgespannte Tragwerke realisiert werden.oder Wandkonstruktionen muss das Kondensationsrisiko durch Anordnung einer Dampfsperre auf der Innenseite kontrolliert werden. es ist jedoch stets zu überprüfen. was wiederum Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Wärmedämmung hat. wie zum Beispiel Einzelhandel.iNdUstrieBaUteN Abb. feuchteschutz Wärmeschutz und Feuchteschutz sind stets eng miteinander verknüpft. dass die Stützen und Abspannungen außerhalb der Gebäudehülle liegen. Bei Wandkonstruktionen.und druckbeanspruchte Bauteile ermöglicht die Ausbildung sehr filigraner Tragwerke. Dies gilt insbesondere für Gebäude mit normalen Raumtemperaturen. Dennoch spielt auch bei Industriebauten der Wärmeschutz eine bedeutende Rolle.02 Best Practice iN eUrOPa . Die Aufteilung in vorwiegend zug. zum einen aufgrund von Anforderungen an die Behaglichkeit. haben insbesondere Wärmebrücken und die Luftdichtheit der Fugen einen großen Einfluss auf die Energiebilanz des Gebäudes. sowie in geringerem Maße auch für Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen wie Werkstätten und Lagerräume. So können zum Beispiel die Hänger und Abspannungen die Nutzung des Außenraumes einschränken. Materialsparende Konstruktionen sind jedoch nicht notwendigerweise wirtschaftlich. Vor allem bei räumlichen Tragwerken können die Anschlusspunkte sehr komplex und arbeitsaufwändig werden. dass durch Kondensation Tauwasser in der Konstruktion anfällt. wie in Abbildung 2. Innerhalb mehrschaliger Dach. 08 EUROBUILD in Steel . Auf der anderen Seite kann mangelnder Schutz vor Feuchtigkeit dazu führen. ob diese Bauweise im Einklang mit allen funktionellen Anforderungen steht. Hier ist jedoch die Luftfeuchtigkeit im Gebäudeinneren zu regeln. die hohen optischen und architektonischen Ansprüchen genügen. Im Sommer dagegen ist es die Aufgabe der Gebäudehülle einstrahlende Solarenergie vom Gebäudeinneren fern zu halten. da Schäden durch Feuchtigkeit häufig die Folge fehlender oder falsch installierter Wärmedämmung sind. Daher sind mögliche Anwendungen für diese Bauweise in der Regel Hallen.14 dargestellt. z. Dies führt zu vergleichsweise geringen Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle. die auch einen repräsentativen Charakter haben. Während der Heizperiode besteht eine der wichtigsten Funktionen der Gebäudehülle in der Minimierung der Wärmeverluste von innen nach außen. 2. mittels einer Klimaanlage.B. Kommen großflächige Wandpaneele zum Einsatz. wie zum Beispiel Sandwich Paneelen. Abgespannte Tragwerke können so gestaltet werden. zum anderen aus Gründen des Energieverbrauchs. kann keine Wasserdampfdiffusion auftreten. Der sommerliche Wärmeschutz hängt von Gesamtfläche und Ausrichtung der Tageslichtöffnungen sowie von der Wirksamkeit temporärer Sonnenschutzmaßnahmen ab. Ausstellungshallen und Freizeitzentren.

in mehrschaligen Konstruktionen • Schallabsorption. z. die die Brandentwicklung und -ausbreitung beeinflussen. GB. durch perforierte Trapezbleche oder Kassetten • Erhöhung der Masse eines Bauteils Für einzelne.14 Abgehängte Konstruktion bei der Renault-Fabrik in Swindon. • • • • • • • Branddauer. In der Entwurfsphase sollten die folgenden Aspekte untersucht werden: • Fluchtwege (Anzahl der Notausgänge. während in Frankreich in einigen Fällen 30 Minuten und in Italien bis zu 90 Minuten gefordert werden. Beim Einsatz von mehrschaligen Konstruktionen kann das Schalldämmaß durch Variation der akustisch wirksamen Masse nahezu beliebig eingestellt werden.und Wärmeabzug • Aktive Maßnahmen zur Brandbekämpfung (Hand-Feuerlöscher. Diese umfassen: • Brand (Wahrscheinlichkeit eines Brandes. Alle Maßnahmen des baulichen Schallschutzes basieren auf den folgenden physikalischen Prinzipien: • Unterbrechung der Übertragungswege. Größe. Beschilderung. Breite der Türen) • Ausbreitung des Feuers (einschließlich Feuerwiderstand und Brandverhalten) • Rauch. Sprinkler.…) Lüftungsbedingungen (Lüftungsöffnungen. Rauchmelder.B.eNtwUrfsasPekte 02 Abb. die über Spezialwissen verfügen. Werksfeuerwehr) • Erreichbarkeit für die Feuerwehr Die Anforderungen an den Brandschutz sollten auf der Grundlage der Parameter erfolgen. Zur Dämmung eines insgesamt hohen Geräuschpegels sind schallschluckende Bekleidungen von Wand und Decke sehr effektiv. gibt es nationale Unterschiede. Rauchabzugssystem) Brandabschnitt (Art. In Stahlbauten wird der Schallschutz in erster Linie durch die Konstruktion der Gebäudehülle gewährleistet. Intensität des Feuers.B. die Schallemission aus Maschinenbetrieb nach außen zu begrenzen. Brandlast. Geometrie) Tragsystem Evakuierungsbedingungen Sicherheit der Rettungsmannschaften Gefahr für die benachbarten Gebäude Aktive Maßnahmen zur Brandbekämpfung Die neue Generation der europäischen Vorschriften erlauben neben der Durchführung von Brandversuchen im Wesentlichen drei Ebenen der Brandschutznachweise: • • • Level 1: Klassifikation von Bauteilen mithilfe von Tabellen Level 2: Vereinfachte Berechnungsmethoden Level 3: Erweiterte Berechnungsmethoden EUROBUILD in Steel 09 . Architekt: Richard Rogers Partnership schallschutz In allen europäischen Ländern gibt es Mindestanforderungen an die Schalldämmung von Gebäuden. Brandschutz Auch wenn die allgemeinen Anforderungen der Brandschutzvorschriften in ganz Europa ähnlich sind. z. Anzahl der Treppen. Ausbreitung des Feuers. Aufgrund der Komplexität dieses Themas ist es empfehlenswert. die Hersteller von Schallschutzlösungen zu konsultieren. Darüber hinaus kann es bei industriell genutzten Gebäuden erforderlich sein. lokal begrenzte Lärmquellen wird eine Abkapselung empfohlen. 2. erbaut in den 1980ern. So bestehen zum Beispiel für eine eingeschossige Industriehalle mit einer Brandabschnittsgröße von 50 x 100 m in den Niederlanden keine Anforderungen bezüglich der Feuerwiderstandsdauer.

04 0. Dach. Pfetten.1 zeigt die relevanten Beanspruchungen in Abhängigkeit vom untersuchten Bauteil.0. Pfetten. je 100 mm Dicke) Dämmung (Schaumkunststoffplatten.0.0. Fundament Wand. die für Dachsysteme verwendet Veränderliche Lasten EN 1991-1-1 und -3 definieren verschiedene Arten von veränderlichen Lasten für Dächer: • Eine Mindestlast von 0.4 mm – 0. • Gleichmäßige Nutzlast auf dem gesamten Dach zwischen 0. Der Wert der Last hängt von der geografischen Lage und der Höhe des Gebäudes über dem Meeresspiegel ab.70 0.60 . Nutzlasten sowie Windund Schneelasten werden in Eurocode 1 (DIN EN 1991). Kranbahnen und Klimaanlagen auftreten. Primärtragwerk Projektabhängig: Dach.29 0.2 können in der frühen Entwurfsphase als typisch für Materialien. Tabelle 2. Die Gewichte in Tabelle 2.0. Befestigungen Wand. die nur zu Reinigungs.20 0. Bei mehrschiffigen Rahmen mit geneigtem Dach muss die Bildung von konzentrierten Nr.2 Typische Größenordnungen für das Eigengewicht von Dacheindeckungen 10 Betondachsteine Stahlpfannendach einschließlich Lattung Gewicht (kN/m²) 0. die in diesem Abschnitt beschrieben werden. angesetzt werden.dies wirkt sich nur auf die Bemessung der Dacheindeckung aus. Rahmen Kranbahn Primärtragwerk Wandverbände.1 Einwirkungen für die wichtigsten tragenden Bauteile 11 Einwirkungen Eigengewicht Schnee Schneeansammlungen Wind Wind (erhöht für Einzelbauteile) Wind (erhöhter Windsog) Temperatur Anhängelasten Kranlasten Dynamische Einwirkungen Imperfektionen: Schiefstellung Imperfektionen: Vorkrümmung Anzusetzen auf Dach. Stützen Dachverbände.80 0. 1 2 3 4 5 5a 6 7 8 9 10 Tabelle 2. (Befestigungen) Gebäudehülle.9 kN . Teil 1-1. 1-3 und 1-4 angegeben. Primärtr.2 bis 0. Die folgenden Lastannahmen können für eine Vorbemessung verwendet werden.40 / 0. • Eine gleichmäßig verteilte Belastung durch Schnee über die gesamte Dachfläche.iNdUstrieBaUteN lastannahmen Bei Entwurf und Bemessung einer eingeschossigen Stahlhalle sollten die Lasten und Lastkombinationen. Dach. Binder Material Stahlprofilbleche (einschalig) Aluminiumprofilbleche (einschalig) Dämmung (Mineralwolle. Pfetten. (Primärtragwerk).07 0. Das Eigengewicht der Stahlrahmen beträgt in der Regel 0.04 0.4 kN/m² verteilt über die Grundrissfläche.1 und 0.02 Best Practice iN eUrOPa . Fundament Wand.15 0. Dach..7 mm Dicke) Sandwichelemente (40 mm – 100 mm Dicke) Pfetten (gleichmäßig über die Dachfläche verteilt) Stahldeckschicht Dachabdichtung. sollten die Eigengewichte der eingesetzten Materialien anhand der Herstellerangaben überprüft werden. Pfetten. Pfetten.50 .10 .50 0. beschiefert inkl Klebemasse Schieferdeckung Dachziegel Tabelle 2. Primärtragwerk.04 . Pfetten.10 0. • Eine konzentrierte Last von 0.6 kN/m² (Grundrissfläche) für Dächer mit Neigungen kleiner 30 °. werden. Pfetten.0. dreilagig. Fundament Dach. Primärtragwerk. Lasten aus der Nutzung Die auftretenden Lasten hängen stark von der Nutzung des Gebäudes ab und können stark differieren. Es können große Einzellasten infolge von abgehängten Laufstegen.20 0. berücksichtigt werden. Pfetten.07 .03 0. Fundament Dach. Vertikallasten Eigengewicht Wenn möglich.25 kN/m² Grundrissfläche abhängig von der Nutzung des Gebäudes sowie vom Vorhandensein einer Sprinkleranlage.15 EUROBUILD in Steel .oder Wartungszwecken betreten werden dürfen. je 100 mm Dicke) Innenschale von Kassetten (0.

wie z. welches die oben genannten Faktoren berücksichtigt. Abhebende Kräfte aus können die Dacheindeckung insbesondere an den Gebäudeecken sowie an First und Traufe hoch beanspruchen.oder mehrschiffigen Rahmen wird die Dimensionierung der Bauteile oft durch eine Lastfallkombination aus Vertikallasten und Wind bestimmt wenn bei den inneren Stützenreihen alternierend Stützen ausgelassen werden. darüber entscheiden kann. es sei denn. Hinzu kommt. Sonstige Horizontallasten Je nach Projekt müssen eventuelle zusätzliche horizontale Belastungen in Erwägung gezogen werden. bei denen das Verhältnis Höhe: Spannweite kleiner als 1:4 ist. Erddruck. In diesen Bereichen kann es erforderlich sein. So sind zum Beispiel die Anforderungen an ein Verteilzentrum andere als an eine Produktionshalle. 2. Windlasten können daher in einer Vorbemessung in der Regel vernachlässigt werden. die erforderliche Größe des Gebäudes zu bestimmen und ein Tragwerkskonzept zu entwickeln. eine Vielzahl von Faktoren zu untersuchen. Explosionen und Erdbebenlasten. die Abstände der Pfetten und Wandriegel zu reduzieren. Ordnung berücksichtigt werden müssen. Abb. Horizontallasten Windlasten Windlasten sind nach EN 1991-1-4 anzusetzen.B. sind sie nur selten bemessungsrelevant. Die geometrischen Ersatzimperfektionen dürfen auch durch äquivalente horizontale Ersatzlasten berücksichtigt werden. dass die Größe der Windlasten zu ersetzen. das Verhältnis Höhe:Spannweite ist sehr groß oder der dynamische Druck ist hoch. Imperfektionen Entsprechend EN 1993-1-1 ist für verschiebliche Rahmen die Wirkung der geometrischen und strukturellen Imperfektionen durch eine geometrische Ersatzimperfektion in Form von • • Bauteilschiefstellungen Bauteilvorkrümmungen entwurfsbestimmende faktoren allgemeines Vor der detaillierten Planung ist es erforderlich. ob bei der Schnittgrößenermittlung Effekte aus Theorie II. Für Bauteile in einschiffigen Rahmen. Kranlasten. wenn große horizontale Verformungen an der Traufe in Kombination mit hohen Axialkräften auftreten. wie zum Beispiel: • Optimierte Flächennutzung • Optimierte Bauzeit • Erschließung und Sicherheit • Flexibilität in der Nutzung • Ökobilanz • Standardisierte Fertigung • Spezialisierte Gebäudetechnik • Technische Gebäudeausrüstung • Freiflächengestaltung • Architektonische Qualität und Wiedererkennungswert • Wärmeschutz und Luftdichtigkeit • Schallschutz • Beständigkeit • Brandschutz • Lebensdauer • Nachhaltigkeit • Rückbau und Wiederverwendung In einem ersten Schritt ist es notwendig. Dies ist nur für Dachneigungen von mehr als 15 ° zu untersuchen und ist daher bei Industriehallen in der Regel nicht maßgebend. Dies kann der Fall sein. Die Wichtung der einzelnen Faktoren hängt dabei von der Art des Gebäudes ab. In diesem Fall ist oft die Beanspruchung durch kombinierte Wind und Schneelasten bemessungsrelevant. Dabei weht der Wind über den First des Gebäudes und es sammelt sich mehr Schnee auf der Leeseite. In zwei.15 Maßgebende Beanspruchungen eines Zweigelenkrahmens 11 EUROBUILD in Steel .eNtwUrfsasPekte 02 • Schneelasten an den Tiefpunkten untersucht werden. Eine ungleichmäßige Belastung durch Schneeverwehungen auf dem Dach infolge Wind.

3 wird der Stellenwert der unterschiedlichen Entwurfsparameter in Abhängigkeit von der Gebäudenutzung dargestellt. Neben dem Entwurf der tragenden Bauteile erfordern die folgenden Aspekte besondere Aufmerksamkeit: Brandschutz: Da Büroräume für den Aufenthalt einer größeren Zahl von Menschen konzipiert sind. Alternativ kann die Büroeinheit auch über Zugstäbe an das Haupttragwerk angehängt werden. sind die Anforderungen an den Brandschutz strenger.h. Die Vermeidung des Brandüberschlages von einem in den anderen Brandabschnitt kann zum Beispiel durch eine Verbunddecke erreicht werden. konzipiert. Wenn die Büros sich im oberen Stockwerk des Gebäudes befinden. in den meisten Fällen integrierte Büroflächen und / oder Sozialräume für die Mitarbeiter. Dieser kann sich auch über zwei Stockwerke erstrecken. Wenn der Bürobereich sich auf der oberen Etage einer Halle befindet.oder Nutzungsabschnitte Größere Hallenbauten werden in zunehmendem Maße für gemischte Nutzung. sind zusätzliche Fluchtwege erforderlich und aktive Brandbekämpfungsmaßnahmen müssen in Betracht gezogen werden. d. die häufig auf Verbundkonstruktionen basieren. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten. diese Flächen 12 EUROBUILD in Steel Lebensdauer            Schallschutz Art der Halle Wärmeschutz und Luftdichtigkeit Erschließung und Sicherheit Spezialisierte Gebäudetechnik Optimierte Flächennutzung Ökobilanz .und Wartungshangars Legende                                                                                                                                                  Kein Häkchen = weniger wichtig  = wichtig  = sehr wichtig Um ein optimiertes Entwurfskonzept zu entwickeln. Dies erfordert besondere Aufmerksamkeit bezüglich der Stabilisierung der angehängten Struktur. IFB-Träger.B. welches direkt an die Halle anschließt • Bei zweigeschossigen Gebäuden teilweise auf der oberen Etage Dies führt zu besonderen Anforderungen an das Entwurfskonzept in Bezug auf Tragwerke und Bauphysik. z. siehe Abbildung 2.3 Wichtige Entwurfsparameter für Industriebauten Entwurfsbestimmende Faktoren Standardisierte Fertigung Flexibilität in der Nutzung Architektur und Wiedererkennungswert Freiflächengestaltung Technische Gebäudeausrüstung Rückbau und Wiederverwendung Optimierte Bauzeit Nachhaltigkeit Beständigkeit             Hochregallager Industrielle Produktionshallen Verteilzentren Supermärkte Lagerhallen und Kühlhäuser Kleinere Fabrikanlagen Büros und kleine Fertigungsbetriebe Aufbereitungsanlagen Freizeitzentren Sporthallen Ausstellungshallen Flugzeug.16: • Bei eingeschossigen Hallen durch Innenwände abgeteilter Raum innerhalb des Gebäudes. kann hierfür ein eigenständiges Tragwerk ausgebildet werden. innerhalb einer Halle anzuordnen. • In einem externen Gebäude. Diese Matrix kann nur als generelle Entscheidungshilfe dienen. In diesem Fall können Deckensysteme aus dem Geschoßbau verwendet werden. gemischte Nutzung und Unterteilung in Brand.iNdUstrieBaUteN Tabelle 2. welches von der Halle umschlossen wird. In Tabelle 2. ist eine Bewertung dieser Einflussfaktoren auf der Grundlage ihrer Bedeutung je nach Art des Gebäudes erforderlich.02 Best Practice iN eUrOPa . da jedes Projekt einzigartig ist und daher auch die relative Bedeutung einzelner Punkte unterschiedlich sein kann.

schwere Lkw 50-100 kN). Insbesondere muss die Position und Größe der Leitungen mit dem Tragwerk koordiniert und die Auswirkungen auf eine möglichst natürliche Belichtung geprüft werden. Um eine Brandausbreitung zu verhindern.und Entsorgung bietet den Vorteil der einfachen Wartung. daher ist Wärmedämmung erforderlich. die auf einer Schicht aus Kies oder Sand und Kies mit einer Dicke von ebenfalls mindestens 150 mm aufliegt. ist die Größe der Brandabschnitte auf einen bestimmten Wert zu beschränken. Fachwerken.17 zeigt verschiedene mögliche Lösungen für die Positionierung der Technikräume. Für große Hallen kann die Unterteilung in Brandabschnitte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung spielen. auch wenn es keine internen Büroflächen gibt. etc.16 Möglichkeiten für die Anordnung eines Bürobereichs in einer Industriehalle Wärmeschutz: Büros haben auch höhere Anforderungen an die Wärmedämmung. Sie erfordern große Leitungen und angeschlossene Aggregate wie Ventilatoren und Filter. Daher sind Brandwände einzuplanen. LKW 10-40 kN. Schallschutz: Vor allem in Industriehallen mit lärmintensiven Produktionsverfahren muss eine strikte Trennung zwischen der Produktion und dem Büro realisiert werden. Je nach Anwendung müssen bei der Bemessung konzentrierte Belastungen durch Fahrzeuge (Gabelstapler 10-150 kN. In Industriebauten sind in der Regel Klimaanlagen erforderlich. In Büros ist jedoch ein gewisses Maß an Komfort zu gewährleisten.eNtwUrfsasPekte 02 Abb. ist keine Wärmedämmung erforderlich. Auch die trennenden Bauteile zwischen kalten und warmen Bereichen müssen sorgfältig geplant werden. Daher haben die meisten industriellen Gebäuden eine Bodenplatte aus Beton mit einer Mindesthöhe von 150 mm. Dies ist umso entscheidender. Durch Verwendung von Cellformträgern. Sie sind hohen Belastungen ausgesetzt und müssen absolut eben sein. Bei großen Flächen kann eine Gleitschicht zwischen Unterlage und Beton erforderlich werden. wenn in dem Gebäude gefährliche Güter vorhanden sind. Maschinen. Die Integration der erforderlichen Einbauten sollte bereits in der frühen Planungsphase bedacht werden. Neben der Anordnung der Leitungen hat auch die Gestaltung von Technikräumen einen großen Einfluss. Eine zentrale Anordnung der Ver. Regalanlagen und Behälter in Betracht gezogen werden. 2. negative Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Gebäudes zu verhindern. die nur zur Lagerung von nichtempfindlichen Waren dienen. In vielen Fällen ist eine natürliche Belüftung für Industriebauten ausreichend. Dies kann anspruchsvolle Lösungen zur Gewährleistung des Schallschutzes erfordern. Böden In den meisten Fällen werden die Fußböden von Industriehallen von Fahrzeugen befahren oder tragen schwere Maschinen. um EUROBUILD in Steel 13 . Abbildung 4. Der Raumbedarf für Heiz-und Kühlsysteme ist ebenfalls frühzeitig zu berücksichtigen. die in der Regel durch zwei Lagen aus synthetischem Material realisiert wird. die eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten aufweisen. kann der technische Ausbau auf elegante Art in das Tragwerk integriert und ein einheitliches Erscheinungsbild des Gebäudes erzielt werden. Mit technischer ausbau Bei Industriebauten liegen häufig spezielle Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung infolge des Betriebs von Maschinen oder Fertigungslinien vor. In zahlreichen Hallen.

Durch den Einsatz von Öffnungen im Dach ist eine gleichmäßigere Tageslichtverteilung möglich. Abbildung 4. Die erreichbare Lichtintensität von einzelnen Tageslichtöffnungen oder Lichtbändern in Fassaden ist abhängig von der Entfernung zu den Außenwänden. Diese können ist auch einen Einfluss auf den Tragwerksentwurf haben. ist es für Arbeitsplätze stets vorzuziehen.18 Tageslichtverteilung bei unterschiedlichen Belichtungskonzepten 14 EUROBUILD in Steel .02 Best Practice iN eUrOPa . 4. Öffnungen für natürliche Beleuchtung können im Falle eines Brandes auch für den Rauch. während in Fassaden sowohl einzelne Fensteröffnungen als auch horizontale oder vertikale Fensterbänder zum Einsatz kommen.und Wärmeabzug dienen. Die Art und Anordnung der Belichtungsöffnungen erlauben eine große Vielfalt in der architektonischen Gestaltung. Selbst wenn nicht explizit gefordert.18. Des Weiteren sollten die folgenden Aspekte berücksichtigt werden: • Sonnenschutzelemente können den Luftwechsel beeinträchtigen • Abführung von Geruchsentwicklungen • Kontrolle der Luftfeuchtigkeit • Kontrolle der Luftdichtheit • Schalldämmung (a) Technikräume separat (b) Technikräume auf dem Dach (c) Technikräume innen (d) Technikräume im Untergeschoss Abb. ein hohes Maß an natürlicher Belichtung vorzusehen. Der erforderliche Luftaustausch kann durch Öffnungem im Dach unterstützt werden. bei einer maximalen Breite von rund 15 m. vgl.17 Beispiele für die mögliche Anordnung von Technikräumen und Leitungsführung Belichtung Die Anforderungen an die Belichtung von Industriebauten sind von der Art der Nutzung abhängig. bei dem eine natürliche Belüftung noch möglich ist. Im Dach sind punkt.und linienförmige Oberlichter gängige Lösungen. Unabhängig von der Höhe des Gebäudes liegt der Grenzwert. Punktförmige Oberlichter Fensterbänder Linienförmige Oberlichter Sheds Abb. 4. Die sorgfältige Positionierung der Belüftungsöffnungen kann auch in größeren Hallen eine natürliche Belüftung ermöglichen.iNdUstrieBaUteN zunehmenden Hallenabmessungen wird es jedoch schwieriger die verbrauchte Luft zu erneuern und die Wärme aus der Halle abzuführen.

da sie im Vergleich zu eingespannten Stützenfüßen zu geringeren Fundamentab- messungen führen. Die Steifigkeit der Rahmenecke wird oft durch Anordnung von Vouten erhöht. rahmen Rahmentragwerke sind in der Regel eingeschossige Konstruktionen. die aus Stützen und horizontalen oder schräg liegenden Riegeln bestehen. Rahmen mit gelenkigen Stützenfüßen werden in der Regel bevorzugt.tragsysteme 03 03 Tragsysteme Dieser Abschnitt beschreibt gebräuchliche Tragsysteme für eingeschossige Hallen. 3. Es werden sowohl Rahmenkonstruktionen mit biegesteifen Anschlüssen als auch Systeme mit gelenkigen Knotenpunkten beschrieben. Rahmen Stützen und Binder Pfetten und Verbände Verbindungen Abb. wenn große Horizontalkräfte auftreten. Außerdem erfordern eingespannte Stützen die Ausbildung teurerer Anschlussdetails und werden daher überwiegend verwendet. Den Abschluss bilden Angaben zu sekundären Bauteilen und Verbindungen.1 Beispiele für Aussteifungsmaßnahmen von Rahmentragwerken aus der Rahmenebene 15 EUROBUILD in Steel . welche biegesteif miteinander verbunden sind. Eine gelenkige Ausbildung der Stützenfüße führt hingegen zu einer geringeren Steifigkeit des Rahmens und somit zu erhöhtem Stahlverbrauch.

B. S275 oder S355 verwendet. Die Stabilität wird dabei durch die Kontinuitätsbedingung an den Rahmenecken erreicht.0 6.0 5.0 5.0 6.0 5.0 30.0 15. können die Querschnitte für Stützen und Riegel kleiner gewählt werden. Bei Verwendung von Trapezblechen kann die Aussteifung des Daches auch ohne zusätzliche Verbände durch Schubfeldwirkung realisiert werden.0 15.1 Vorbemessungstabelle für Zweigelenkrahmen Schneelast [kN/m²] Spannweite [m] 30. Allerdings ist in vielen Bauteilen die Normalkraft im Vergleich zum Biegemoment klein. Verbände und Pfetten gewährleistet werden. Kerne und eingespannte Stützen eingesetzt werden.03 Best Practice iN eUrOPa . In Rahmenkonstruktionen mit Spannweiten von 12 m bis 30 m werden in der Regel warmgewalzte Profile der Materialgüte S235. Die Verwendung von hochfestem Stahl ist in Strukturen.0 6.2 dargestellt.0 12.0 6.0 2. und daher bei der Einstufung vernachlässigbar.0 6.0 6.0 6.20 20.0 6.0 5. Werden Vouten angeordnet. bei denen Gebrauchstauglichkeitskriterien (d.75 20.0 Traufhöhe [m] 6.0 5. Für die Ge- samtstabilität der Halle können auch schubsteife Wände. wie in Abbildung 3.0 5.0 6.0 12. Die Wirkung der Normalkräfte auf die Klassifizierung der Bauteile sollte berücksichtigt werden.0 4.iNdUstrieBaUteN Rahmen mit biegesteifen Ecken sind in ihrer Tragwerksebene stabil und ermöglichen daher einen stützenfreien Raum. Die Stabilität aus der Tragwerksebene muss in den meisten Fällen durch zusätzliche Elemente.0 6. müssen Klasse-1-Querschnitte verwendet werden. der nicht durch zusätzliche Aussteifungselemente eingeschränkt wird. wie z.0 15.0 25. selten wirtschaftlich. Vouten werden oft aus demselben Profil hergestellt wie der für den Riegel verwendet wird.0 25. einschiffiger Zweigelenkrahmen Eines der am häufigsten verwendeten Tragsysteme für eingeschossige Hallen ist der einschiffige Rahmen.1 kann als Bemessungshilfe für den Vorentwurf von einschiffigen Rahmen verwendet werden.0 5.0 12. Durchbiegung) oder Stabilität bemessungsrelevant sind.0 5.0 6.0 1.0 5.0 6.0 6. Abb.0 6.0 6.0 6. Die folgenden Merkmale haben sich als die wirtschaftlichste erwiesen und können daher als Anhaltspunkt in einer frühen Vorentwurfsphase dienen.0 6. Querschnitte sollten an hochbeanspruchten Stellen mindestens der Quer- schnittsklasse 2 angehören.0 6.0 5.h. 3.0 5.0 5.0 6.2 Einschiffiger Zweigelenkrahmen mit geneigten Riegeln Tabelle 3.00 20.0 30.0 5.0 5. Wenn eine plastische Tragwerksberechnung durchgeführt wird.0 16 EUROBUILD in Steel .0 5.0 6.0 Rahmenabstand [m] 5.0 25.0 Erforderlicher Querschnitt Stütze Riegel IPE 600 IPE 500 IPE 450 IPE 360 IPE 300 HEA 500 IPE 600 IPE 500 IPE 450 IPE 360 HEA 650 HEA 550 IPE 600 IPE 500 IPE 400 IPE 550 IPE 500 IPE 450 IPE 360 IPE 300 HEA 500 IPE 550 IPE 500 IPE 450 IPE 360 HEA 650 HEA 550 IPE 600 IPE 500 IPE 400 0.0 6. • Spannweite zwischen 15 und 50 m (25 bis 35 m ist am wirtschaftlichsten) • Traufhöhe zwischen 5 und 10 m (5 bis 6 m ist am wirtschaftlichsten) • Dachneigung zwischen 5° und 10° (6° wird allgemein angenommen) • Rahmenabstand zwischen 5 und 8 m (die größeren Abstände treten im Zusammenhang mit größeren Spannweiten auf) • Vouten an der Rahmenecke und wenn nötig am First Tabelle 3.0 Dachneigung [°] 6.0 4.0 4.0 6.0 5.0 5.

Abb. EUROBUILD in Steel 17 . die insbesondere Einfluss auf die Größe des Stützenquerschnitts haben. Sie verursachen zusätzliche Vertikallasten sowie erhebliche horizontale Kräfte. 3.5 Rahmen mit Kranbahn auf Konsolen erforderlich sein. dass sie den Rahmen stabilisiert. Für schwere Kräne ist es angebracht. Die Verschiebungen auf Höhe der Kranschiene können für das Funktionieren des Krans von entscheidender Bedeutung sein. Abbildung 3. 3. vgl.3 Rahmen mit integrierter Mezzanin-Ebene rahmen mit angehängter mezzanin-ebene Büros können auch außerhalb des Haupttragwerks angeordnet werden. kann die Kranbahn auf Konsolen an den Stützen befestigt werden (siehe Abbildung 3. 20 Tonnen). Die Aussteifung der angehängten Struktur erfolgt über die Rahmenwirkung des Haupttragwerks. Abb. indem eine Mezzanin-Ebene über die ganze oder Teile der Halle angeordnet wird (siehe Abbildung 3.4 Rahmen mit angehängter Mezzanin-Ebene rahmen mit konsolen und kranbahn Krane haben einen wichtigen Einfluss auf die Gestaltung und die Abmessungen von Rahmen. Hat der Kran nur eine relativ geringe Kapazität (bis zu ca. Die Verwendung eines Zugbandes oder eingespannter Stützen kann zur Verringerung der Verformungen an der Traufe Abb. dass große Stützen und Vouten die Büroflächen nicht behindern. Der größte Vorteil dieser Variante ist. was zu einer asymmetrischen Rahmenkonstruktion führt.3). die Kranbahn auf zusätzliche Stützen abzusetzen. 3. die an die Rahmenstütze angebunden und so stabilisiert werden.5).tragsysteme 03 rahmen mit integrierter mezzaninebene Büroflächen können in eine Rahmenkonstruktion integriert werden. Häufig ist zusätzlicher Brandschutz erforderlich. Diese kann so gestaltet werden.4.

werden die horizontalen Verschiebungen an der Traufe und die Momente in den Stützen reduziert.6. 3. kann eine Zwischenstütze den erforderlichen Riegelquerschnitt und den Horizontalschub an den Stützenfüßen reduzieren. das Tragverhalten ist aber das eines zweischiffigen Rahmens.03 Best Practice iN eUrOPa . Bei Dachneigungen von weniger als 15 ° entstehen große Normalkräfte im Riegel und im Zugband. Dies führt zu Kosteneinsparungen sowohl beim Stahlbau als auch bei der Gründung. Ein Mansarddach mit Zugband kann eine wirtschaftliche Lösung sein.8 Rahmen mit Manssarddach 18 EUROBUILD in Steel .7). Abbildung 3. Abb. Abb.8 dargestellt. 3.iNdUstrieBaUteN rahmen mit Zwischenstütze Ist die Rahmenspannweite größer als 30 m. Diese Lösung kann verwendet werden. dies geschieht jedoch auf Kosten der lichten Höhe. Diese Art von Rahmen wird manchmal als „gestützter einschiffiger Rahmen“ bezeichnet.6 Rahmen mit Zwischenstütze rahmen mit Zugband In einem Rahmen mit Zugband (siehe Abbildung 3. 3.7 Rahmen mit Zugband rahmen mit mansarddach Ein Rahmen mit Mansarddach besteht aus einer Reihe von Riegeln und Vouten. wenn eine große Spannweite erforderlich ist. wenn es notwendig ist. vgl. Abb. wie in Abbildung 3. die Verformungen an der Traufe zu beschränken. die Traufhöhe des Gebäudes aber auf ein Minimum reduziert werden muss. und es gibt keine Notwendigkeit für einen stützenfreien Raum.

Abb. 3. werden auch hier oft dieselben Rahmen wie im Gebäudeinnereren gewählt. Soll die Halle später in Längsrichtung erweitert werden. sollten diese sorgfältig detailliert werden.9). diese haben dann häufig gekrümmte Riegel.8) werden oft für architektonische Anwendungen verwendet. Aus architektonischen Gründen müssen diese Stöße sorgfältig detailliert werden. in denen die Stabilität der Giebelwand nicht durch Rahmentragwirkung erfolgt. auch Giebelstützen mit aufgelagertem Riegel angeordnet werden (siehe Abbildung 3.9 und Abbildung 2. In Fällen. Abb.1. 3. Abb. kann die Form des Rahmenriegels alternativ durch eine Reihe gerader Elemente angenähert werden. siehe auch Abbildung 3. die die volle Spannweite überbrücken. der Rahmen selbst aber nicht gekrümmt sein muss.11 Rahmenkonstruktion für Giebelwand EUROBUILD in Steel 19 . Wenn zwar ein gebogenes Dach gefordert ist.11). um die architektonische Qualität dieser Konstruktionsart zu erhalten.tragsysteme 03 rahmen mit gekrümmtem träger Rahmen mit gekrümmten Trägern (siehe Abbildung 3. 3. Stöße anzuordnen.10 Rahmen mit Cellformträger rahmen in giebelwand Am Ende von Gebäuden können anstelle von Rahmen. Die Riegel können durch Kaltverformung gebogen werden. jedoch kann es bei Spannweiten von mehr als 16 m aus Transportgründen notwendig sein. sind zusätzliche Verbände oder Schubwände erforderlich. Werden aus Transportgründen Stöße erforderlich.10 und Abbildung 2.9 Rahmen mit gekrümmtem Träger rahmen mit cellformträger Cellformträger können in Rahmen verwendet werden (siehe Abbildung 3.

0 25.0 30.0 15.0 Erforderlicher Querschnitt Stütze Riegel IPE 360 IPE 300 IPE 300 IPE 240 IPE 200 IPE 400 IPE 330 IPE 300 IPE 240 IPE 200 IPE 450 IPE 360 IPE 330 IPE 270 IPE 220 HEA 550 IPE 600 IPE 500 IPE 360 IPE 300 HEA 700 HEA 550 IPE 550 IPE 450 IPE 360 HEA 900 HEA 700 HEA 550 IPE 500 IPE 450 0.0 6.0 6.0 5. 3.0 5.0 25.0 5.0 6. Abb.0 6.0 12. können die Herstellungskosten reduziert werden.0 Rahmenabstand [m] 5. Im Vergleich zu Rahmenkonstruktionen sind die Biegemomente der Binder größer.0 6.0 15. und zwar sowohl im Dach als auch in den Wänden.und Hallenquerrichtung erforderlich.0 5.0 5. Die Aussteifung muss bereits im Bauzustand berücksichtigt werden.0 5.0 30.0 15.0 5.0 5.0 5.0 30.00 20.0 5.iNdUstrieBaUteN stützen und Binder stützen.und Binderkonstruktion mit gelenkig gelagerten stützen Bei einfachen Stützen.und Binderkonstruktionen aus der Tragwerksebene Tabelle 3.0 2.0 5.0 6.0 Erforderlicher Querschnitt Stütze Riegel IPE 270 IPE 270 IPE 240 IPE 200 IPE 160 IPE 300 IPE 300 IPE 270 IPE 220 IPE 180 IPE 330 IPE 300 IPE 300 IPE 240 IPE 200 HEA 550 IPE 600 IPE 500 IPE 360 IPE 300 HEA 700 HEA 550 IPE 550 IPE 450 IPE 360 HEA 900 HEA 700 HEA 500 IPE 500 IPE 450 0.0 Rahmenabstand [m] 5.0 6.12 Aussteifung von Stützen.0 25.75 20. dass es – im Falle einer Einspannung um beide Stützenachsen – sofort nach der Montage ohne zusätzliche Verbände stabil ist.0 Traufhöhe [m] 6.0 5. Dies führt zu kleineren Stützenquerschnitten und ermöglicht daher eine größere Nutzfläche.0 15.0 6.0 6.0 5.0 4.0 6.0 5. was zu größeren Riegelquerschnitten führt.0 5.und Binderkonstruktionen werden die Stützen hauptsächlich durch Normalkräfte beansprucht. gegebenenfalls werden temporäre Verbände erforderlich.0 30.0 6.0 5.0 5.und Binderkonstruktionen mit gelenkigen Fußpunkten Schneelast [kN/m²] Spannweite [m] 30.0 6.0 6. Im Falle von Stützen mit geringen Normalkräften werden große und möglicherweise unwirtschaftliche Fundamente notwendig. Um das Tragwerk für horizontale Lasten zu stabilisieren. Die Vorteile dieses Systems liegen in seiner Unempfindlichkeit gegenüber Setzungen und der Tatsache.0 5.0 6.0 6.0 6. Bei großen Industriehallen mit schwerem Kranbetrieb können die Stützen auch in Fachwerkkonstruktionen aufgelöst werden.0 5.0 Traufhöhe [m] 6.0 5.0 5.00 20.0 6.0 6.2 Vorbemessungstabelle für Stützen.0 6.0 1.0 6.0 6.0 25.0 12.3 Vorbemessungstabelle für Stützen.0 6.0 4.0 Dachneigung [°] 6.0 6.0 5.0 6.0 6.03 Best Practice iN eUrOPa .0 12.0 4.0 12.0 6.0 6.0 5.0 6.0 6.0 6. Tabelle 3. werden Verbände in Hallenlängs.0 12.0 Dachneigung [°] 6.0 5.0 6.0 12.0 6.0 6.0 6.0 5.0 6.0 5.0 6.75 20.und Binderkonstruktion mit eingespannten stützen Bei der Verwendung von eingespannten Stützen sind aufgrund der zusätzlich auftretenden Biegemomente gute Baugrundverhältnisse erforderlich.0 5.0 4.20 20.0 25.0 6. Daher wird diese Art der Konstruktion häufig bei überwiegend geschlossenen Hallen verwendet. Im Vergleich zum Zweigelenkrahmen treten größere Momente in den Riegeln und größere seitliche Verfomungen auf.und Binderkonstruktionen mit eingespannten Fußpunkten Schneelast [kN/m²] Spannweite [m] 30.0 6.0 6.0 6.0 5.0 6.0 6.0 4.0 1.0 5.0 25. Da gelenkige Anschlüsse weniger aufwändiger zu fertigen sind als biegesteife Verbindungen.0 5.0 stützen.0 15.0 20 EUROBUILD in Steel .0 5.20 20.0 15.0 5.0 4.0 6.0 5.0 2.0 5.0 6.

und Wandebene realisiert. d. zum anderen werden jedoch Pfetten erforderlich. Ein weiterer Aspekt. C-.5 bis 2.13 Typische kaltgeformten Profile für Pfetten Abb. weiterzugeben.und Wandverkleidung ab und stabilisieren den Rahmen gegen Biegedrillknicken. Bei Rahmenabständen bis zu 7 m kann es wirtschaftlicher sein. 3.tragsysteme 03 Pfetten und Verbände Pfetten Pfetten haben die Aufgabe. U-oder Sonderform verwendet.13.und drucksteif ausgebildet werden. Wandriegel und Verbände – ist in Abbildung 3. Im Hallenbau werden für Pfetten sowohl warmgewalzte I-Profile als auch kaltgeformte Profile mit Z-. muss diese zug. bei Kreuzverbänden wirken die Bauteile in der Regel nur auf Zug. die Rahmenriegel.15 dargestellt. Außerdem können sie als Druckglieder wirken. Ein Rahmen ist in seiner Tragwerksebene stabil.h. ohne zusätzliche Pfetten zu verwenden. Diese werden in der Regel durch Verbände Dach. Abb. 3. Werden kaltgeformte Pfetten verwendet. die Lasten aus der Dacheindeckung an die primären strukturellen Elemente. siehe Abbildung 3. Pfetten und Wandriegel tragen zum einen die Lasten aus der Dach. 1.14 Lösungen für die Verbindung von Binder und Pfetten 21 EUROBUILD in Steel .5 m angeordnet. werden diese in der Regel im Abstand von ca. Werden größere Rahmenabstände gewählt verringert sich zum einen die Anzahl der primären strukturellen Elemente und Fundamente. die Trapezbleche direkt auf die Rahmen aufzulegen. Ist nur eine Strebe je auszusteifendem Feld vorhanden. Alternativ können ausreichend schubsteife Paneele oder Trapezbleche als Schubfeld ausgebildet werden und so zur Stabilisierung des Rahmens beitragen. der berücksichtigt wer- Ein typischer Zweigelenkrahmen mit all seinen sekundären Bauteilen – Pfetten. aus der Tragwerksebene heraus werden jedoch Aussteifungsmaßnahmen erforderlich.

3.03 Best Practice iN eUrOPa .iNdUstrieBaUteN Abb.15 Übersicht über die Komponenten einer Rahmenkonstruktion 22 EUROBUILD in Steel .

16 dargestellt. Dies ist insbesondere im Bereich der Traufe und bei mehrschiffigen Hallen an der Kehle der Fall.17 dargestellt. die zur Stabilisierung des Rahmenriegels gegen Biegedrillknicken herangezogen werden kann. Die Montage der primären und sekundären Bauteile erfolgt in der Regel unter Verwendung Mobilkräne. Rahmenecke und gegebenenfalls am First.16 Montage einer zeitgemäßen Stahlhalle Quelle: Barret Steel Buildings Ltd Verbindungen Die drei wichtigsten Verbindungen in einer Rahmenkonstruktion sind diejenigen an Stützenfuß. Für die Verbindung zwischen Pfette und Rahmenriegel bieten die Hersteller häufig zugelassene Lösungen mit sogenannten Pfettenschuhen an. dass keine Abb. In einigen Fällen werden die Stütze und der gevoutete Teil des Riegels als eine Einheit hergestellt. Zur Verringerung der Herstellungskosten ist es vorzuziehen. verwendet. In Regionen mit erhöhter Belastung durch Wind und Schnee und in Bereichen. 3.17 Typische Ausbildung der biegesteifen Verbindung an der Rahmenecke EUROBUILD in Steel 23 . 3. siehe Abbildung 3.14. wird häufig eine Voute aus einem Walzprofil ausgeschnitten und an den Riegel angeschweißt. wird häufig ein reduzierter Pfettenabstand gewählt. Der Teil des Riegels mit konstanter höhe wird dann durch eine geschraubte Kopfplattenverbindung angeschlossen. in denen die Pfetten zur Stabilisierung der Rahmenriegel herangezogen werden. Um die Querschnittshöhe lokal zu vergrößern und die Tragfähigkeit des Anschlusses zu vergrößern. Die Voute wird dabei oft aus dem gleichen Profil hergestellt wie der Rahmenriegel. Abb. ist. die Rahmeneckverbindung so zu entwerfen. Für die Verbindung von Stütze und Riegel werden zumeist geschraubte Verbindungen.tragsysteme 03 den muss. wie in Abbildung 3. wie in Abbildung 3. dass kaltgeformte Pfetten nur eine begrenzte Steifigkeit aufweisen.

Die detaillierte Gestaltung der Verbindungen erfolgt in der Regel durch den Stahlbau Auftragnehmer. bei der Bemessung des Gesamttragwerks berücksichtigt werden muss. Diese Rotationssteifigkeit muss dann bei der Rahmenberechnung berücksichtigt werden. Typische Details sind in Abbildung 3. was zu einer Reduzierung der Kosten führt. Abb. Ein Verfahren zur Klassifizierung der Anschlüsse sowie zur Berechnung der Rotationssteifigkeit verformbarer Anschlüsse wird in EN 1993-1-8 angegeben. Dies kann dazu führen.03 Best Practice iN eUrOPa . um an der Schnittstelle zwischen Stahl und Beton größere Toleranzen aufnehmen zu können.h. die Auswirkung auf die Schnittgrößenverteilung und die Verformungen. um die Fundamentgröße zu minimieren. Überschreitet die Spannweite des Rahmens nicht die Grenzen für maximale Transportabmessungen. 3. kann der Baustellenstoß am First entfallen. Der Anschlusspunkt am Stützenfuß ist oft einfach gehalten. Gelenkige Anschlüsse werden dabei bevorzugt.18 Typische Ausbildung der biegesteifen Verbindung am First Abb. siehe Abbildung 3. Sinnvoll dimensionierte Vouten und Stützen können die Notwendigkeit für teure Versteifungsmaßnahmen in den Anschlüssen reduzieren.19 Typische Beispiele für gelenkige Stützenausbildungen 24 EUROBUILD in Steel . d. Die Firstverbindung wird oft in ähnlicher Weise konstruiert wie die Rahmenecke.18. dass das Verformungsverhalten der Anschlüsse. 3.iNdUstrieBaUteN Steifen erforderlich sind. werden zumeist eingespannte Stützenfüße gewählt. Treten jedoch vergleichsweise große Horizontallasten auf.19 dargestellt.

und Wandkonstruktion.geBäUdeHülle 04 04 Gebäudehülle Dieser Abschnitt beschreibt häufig verwendete Systeme für Dach. Die Bleche werden direkt an den Pfetten und Randträgern befe- Abb. Generell werden Stahltrapezbleche aus verzinktem Stahl der Sorten S 280 G. Diese lassen sich in einige übergeordnete Kategorien einordnen. bei denen keine Isolierung erforderlich ist. In einigen Fällen wird eine Dämmschicht direkt unterhalb der Trapezbleche angeordnet. die in den folgenden Abschnitten beschrieben werden. vorausgesetzt die Stöße und Abdichtungen sind entsprechend den Herstellerangaben ausgeführt. die Integration des technischen Ausbaus oder die Beleuchtung diskutiert. stigt und gewährleisten eine seitliche Halterung derselben (siehe Abbildung 4. 4.1). Aufgrund der Vielfalt der Produktformen existieren keine Standardabmessungen. B. eingesetzt. dachkonstruktionen Für die Dacheindeckung von Industriebauten kommen unterschiedliche Bausysteme in Frage. die zum einen die Gebäudehülle bilden und gleichzeitig die Haupttragglieder stabilisieren können. Dachkonstruktionen Wandkonstruktionen Böden Technischer Ausbau Belichtung einschaliges trapezprofildach Einschalige Trapezprofildächer werden häufig für landwirtschaftlich genutzte Hallen und Industriebauten.1 Einschaliges Trapezprofildach 25 EUROBUILD in Steel . Außerdem werden überwiegend architektonische Aspekte für Industriebauten wie z. Sie können für Dächer mit einer Mindestneigung von 4° verwendet werden. S 320 G oder S 275 G hergestellt.50 mm dick (einschließlich Verzinkung). Die Stahlbleche sind in der Regel zwischen 0.50 und 1.

gefolgt von einer Distanzkonstruktion (Kunststoffhülse und Distanzprofil oder aufgeständerte Halteschienen). bei denen unterhalb des Distanzprofils spezielle druckfeste Wärmedämmung angeordnet wird. 4. Abb. Abb. Da die Verbindung zwischen der äußeren und inneren Schale nur eine geringe Steifigkeit aufweist. Stattdessen werden Konstruktionen eingesetzt. so kann die Innenschale als luftdichte Barriere fungieren. Werden die Fugen hinreichend abgedichtet. die an den Pfetten befestigt ist. die zum Eindringen von Wasser führen könnte.2 und 4. Der Nachteil liegt in der geringeren Bettung der Pfetten als bei konventionell befestigten Systemen. müssen die Innenschale und deren Befestigung so gewählt werden. Sandwichelemente zeichnen sich aufgrund der Verbundwir26 Abb. Die Befestigung erfolgt mit speziellen Klipps. Alternativ sollte eine luftdichte Membran oberhalb der Innenschale angeordnet werden. In Deutschland ist die Lösung mit aufgeständerter Halteschiene bislang unüblich.04 Best Practice iN eUrOPa . dass keine Perforation des Bleches erforderlich ist.3 Zweischaliges Trapezprofildach mit aufgeständerter Halteschiene sandwichelemente Sandwichelemente bestehen aus zwei dünnen Metalldeckschichten.4 Stehfalzpaneele mit verdeckter Befestigung EUROBUILD in Steel . und dass eine rasche Montage möglich ist.iNdUstrieBaUteN Zweischaliges trapezprofildach Zweischalige Metalldachkonstruktionen bestehen in der Regel aus einer Innenschale.4). 4. 4. die die Elemente vertikal festhalten und gleichzeitig eine Verschiebung in Längsrichtung ermöglichen (siehe Abbildung 4. dass sie allein die erforderliche seitliche Stabilisierung für die Pfetten gewährleisten.3 dargestellt. Alternative Formen der Konstruktion mit Kunststoffhülse und Distanzprofil oder aufgeständerter Halteschiene sind in Abbildung 4. die über einen Dämmstoffkern schubfest miteinander verbunden sind. Die Vorteile dieses Systems sind. Durch eine korrekt befestigte Innenschale kann nichtsdestotrotz eine ausreichende Bettung erzielt werden.2 Zweischaliges Trapezprofildach mit Kunststoffhülse und Distanzprofil stehfalz-systeme für dachdeckungen Stehfalz-Systeme haben verdeckte Befestigungen und können in Längen von bis zu 30 m hergestellt werden. Dämmung und einer Außenschale.

Die Anforderungen an den Korrosionsschutz von Sandwichelementen sind dieselben wie für Stahltrapezblech.5 Sandwichelemente mit Stehfalzbefestigung und äußeren Haut führt zu Aufheizung und somit Verlängerung der Außenseite durch die Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus bietet er gute Recyclingmöglichkeiten. Außerdem sind mikroprofilierte Deckschichten erhältlich. Für den Dämmkern wurden folgende Lösungen entwickelt: • Polyurethan-Hartschaum (PUR) • Mineralfaser-Dämmstoff • Polystyrol (nur in Ausnahmfällen aufgrund schlechterer Dämmwirkung) Die Deckschicht und der Isolierschaum sind während der Produktion und Montage sowie der ständigen Nutzung des Gebäudes physiologisch unbedenklich. Mögliche Elementlängen von bis zu 20 m für Dächer und Wände ermöglichen Konstruktionen ohne oder mit nur wenigen Stößen. ist der Temperaturunterschied. 4. 4. aus einer gewissen Entfernung jedoch als eben wahrgenommen werden. Einige Arten von Oberflächen für Sandwich-Elemente sind in Abbildung 4. 18 kg/m² (200 mm Dicke) vergleichsweise niedrig. Bei durchlaufenden Elementen treten zusätzliche Druckkräfte auf. das bei der Gestaltung von Sandwichelementen zu berücksichtigen ist.6 Verschiedene Deckschichtausbildungen für Sandwichelemente 27 EUROBUILD in Steel .5) als auch Systeme mit direkter Befestigung zur Verfügung. So sind die Elemente leicht zu handhaben und montieren. Sandwichelemente für Dächer haben in der Regel eine Breite von 1000 mm mit Dicken zwischen 70 und 110 mm. Für Einfeldträger bewirkt dies eine Durchbiegung der Elemente. kann die äußere Erscheinung der Gebäudehülle beeinträchtigt werden. frei von Fäulnis und schimmelresistent. ist das Eigengewicht zwischen 11 kg/m² (40 mm Dicke) bis ca. desto höher sind die Druckkräfte. Aufgrund dessen ergeben sich deutlich unterschiedliche federelastische Halterungen für die zu stabilisierenden Pfetten. die zu einem Beulversagen der Deckschicht führen können. Auf europäischer Ebene definiert EN 14509 (in Vorbereitung) die Bemessungsverfahren sowie die Herstellungs.und Qualitätsanforderungen an Sandwichelemente. spezielle Ausführungen mit ebenen Deckschichten sind ebenfalls erhältlich. Je dunkler die Farbe des Panels.4 bis 1. Der Dämmschichtkern ist geruchlos. Auch wenn diese nicht zu zusätzlichen Schnittgrößen führt. Trotz dieser relativ dicken Elemente. Ein zentrales Thema. Das Ausgangsmaterial für die äußeren Schichten ist in der Regel verzinktes Stahlblech mit Dicken von 0. Für weitere Informationen sollten die Hersteller von Sandwichelementen konsultiert werden. die zwar vollständig profiliert sind. Die Trennung der inneren Abb. Vorteile von sandwichelementen: • Industriell hergestellte Elemente ermöglichen kurze Bauzeiten und sind wirtschaftlich • Gute bauphysikalische Eigenschaften • Sandwichelemente können unter nahezu allen Witterungsbedingungen montiert werden • Große Stützweiten ermöglichen Einsparungen beim Haupttragwerk Abb.6 dargestellt.0 mm. Daher müssen für durchlaufende Elemente die Nachweise infolge der Lastfällen „Temperatur im Sommer“ und „Temperatur im Winter“ unter Berücksichtigung der Farbe durchgeführt werden.geBäUdeHülle 04 kung durch eine hohe Steifigkeit aus. Es stehen sowohl Stehfalzbefestigung (siehe Abbildung 4. Die inneren Schichten der Sandwichelemente sind oft liniert oder geschlitzt. abhängig von der vorgeschriebenen Dämmschichtdicke und strukturellen Anforderungen.

terkonstruktion sowie die Verbindung der einzelnen Bleche untereinander. Aus diesem Grund erhitzen sich Dächer schnell. Wenn Trapezbleche als Schubfeld eingesetzt werden. 2005 28 EUROBUILD in Steel . Dokumentation 588.Stahl-Unter. Bei profilierten Blechen muss die Befestigung auf der Unterkonstruktion mindestens in jeder zweiten Rippe erfolgen.iNdUstrieBaUteN Abb.8 zeigt die verschiedenen Arten von Befestigungselementen in Abhängigkeit von der Unterkonstruktion. müssen die Befestigungen so angeordnet werden. 4.Erfolgreich Planen und Konstruieren. Abbildung 4. Hierzu gibt es wirtschaftliche und leicht zu verarbeiten Produkte auf dem Markt. Verbindungstechnik Verbindungstechniken umfassen die Verbindungen der Stahlbleche auf der Un- Sandwich Sandwich Trapez Längsstöße Querstöße Stahl-Unter. dass sie dem Verlauf des Schubflusses entsprechen.8 Anwendungsbereiche von Verbindungselementen für unterschiedliche Bekleidungen Stahl-Informations-Zentrum: Dach und Fassadenelemente aus Stahl . Bei Sandwichelementen ist der Einfluss der Befestigung auf die Tragfähigkeit des Paneels zu überprüfen. Für die Befestigung von Stahlblechen werden (selbstschneidende) Schrauben oder Nieten verwendet. Eine Membran mit Fotozellen kann in das Dach integriert werden.04 Best Practice iN eUrOPa .7 Membran mit Fotozellen und Wasserkühlung Quelle: Corus spezielle Bausysteme Das Flachdach einer Halle überdeckt eine große Fläche und ist zur Sonne ausgerichtet.Blech/Blech Blech/Blech konstruktion konstruktion konstruktion Typ des Verbindungselementes Form A A Z Abb. Dieser Nachteil kann jedoch auch als Vorteil genutzt werden. um Solarenergie zu absorbieren. 4. Außerdem wurde ein Bekleidungssystem mit integrierten Wasserrohren entwickelt.Holz-Unter. um Wärme zu absorbieren und zu speichern. Düsseldorf.

55 Tafelgrößen bis 16 m² Sandwichelemente länger als 10m werden nicht empfohlen 40 mm k=0.90 240 mm k=0.200 Länge bis 16000 Blechdicke 0. Allgemein folgen Wandkonstruktionen denselben Prinzipien wie Dachkonstruktionen.5 Tafelgrößen bis 22 m² Zahlreiche Sonderprofile erhlältlich Breite 1000 Dicke 40 .87 140 mm k=0.07-0.1 Wandkonstruktionen im Industriebau Porenbeton Sichtmauerwerk Abb.20 kN/m² glatt weniger gut 0.33 bis W90 / F30 Wärmedämmung k [W/m²] 150 mm k=0.5 Länge bis zu 500 Wärmedämmung > 40 Dicke 90-300 Tafelgrößen bis 22 m² 40 mm k=0.63-1.20 lN/m² Bauen mit Stahl: Stahlbau Arbeitshilfe 44 . die horizontal zwischen den Stützen spannen • Sandwichelemente horizontal zwischen den Stützen verlegt unter Verzicht auf Wandriegel • Stahlkassettenprofile zwischen Wandriegeln Verschiedene Formen der Wandbekleidung können zusammen in der gleichen Tabelle 4.300 Länge bis 7500.600 Stege 40-150 Blechdicke 0. vgl.95kN/m² glatt weniger gut 0. je nach Hersteller 2 Festigkeitsklassen GB 3.750 Dicke 100 . um eine optisch ansprechende Wirkung zu erzielen. Figure 5.9 Horizontal verlegte Wandbekleidung Fassade verwendet werden. Die wichtigsten Arten sind: • Vertikal verlegte Trapezbleche zwischen Wandriegeln • Trapezbleche oder Kassetten.11 dargestellt.10 Horizontal spacing composite panels and long corridors Stahltrapezprofil StahlsandwichStahltrapezprofil (einschalig) elemente (zweischalig) Kassettenkonstruktion Formate & Abmessungen Alle Abmessungen in mm Breite 500 . dargestellt. günstigen Baukosten und den kurzen Bauzeiten werden Wandverkleidungen aus Stahlblechen am häufigsten verwendet.5 Länge bis 24000 Höhe 400 .07-0. Beschichtung erforderlich weniger gut 200mm=1. Die häufigsten Konstruktionsarten sind in Tabelle 4.11.08 115mm = F90 nicht brennbar Bauphysik Brandverhalten schwer brennbar bis F30 Schalldämmung R´w [dB] 36 dB – 48 dB 44 dB+ 20 dB – 25 dB bis 25 dB bis 46 dB bis 46 dB Baukonstruktion Oberfläche Stoßfestigkeit Eigengewicht porig.Außenwände für Hallen.4 Sonderprofile erhältlich Dicke 115 Breite 700–1050 Profilhöhe 10-206 Länge bis 24000 Blechdicke 0.44kN/m² rauh sehr gut 115mm=1. Abbildung 4. Einige gute Beispiele sind in den Abbildungen 4.1.1-0. Aufgrund der hohen Qualitätsstandards.63-1.17-0.25 kN/m² glatt weniger gut 0. Düsseldorf 1999 EUROBUILD in Steel 29 .60 120 mm k=0.3 / GB 4. Im Sockelbereich wird häufig aus Gründen der Strapazierfähigkeit Mauerwerk verwendet.16 kN/m² glatt weniger gut 0. 4.20 Breite 700 – 1050 Blechdicke 0.geBäUdeHülle 04 wandkonstruktionen allgemeines Für die Gestaltung der Außenwände von Industriebauten existieren zahlreiche mögliche Lösungen.9 bis 4.70 >150mm F180-A >175mm Brandwand k = 3.63-1.

iNdUstrieBaUteN Abb.10 Horizontal verlegte Sandwichelemente und Fensterbänder Abb.11 30 Sandwichelemente und große Fensteröffnungen mit gemauertem Sockel EUROBUILD in Steel . 4. 4.04 Best Practice iN eUrOPa .

diese werden von den Herstellern für die typischen Details angeboten. Für die Fertigstellung der Fassaden sind an den Übergängen zwischen Wand und Dach spezielle Formteile erforderlich. Die Systeme umfassen sowohl versteckte Schrauben oder zusätzliche Elemente mit KlippHalterungen. durch Langlöcher in den Wandriegeln eine thermische Aus- dehnung zu ermöglichen. 4. Für weitere Richtlinien sollte man sich an die Hersteller wenden.12 Beispiele für direkte und verdeckte Befestigung von Sandwichelementen • Oberflächenbeschaffenheit Stahl-Informations-Zentrum: Dach und Fassadenelemente aus Stahl . Aufgrund der Konstruktion.5 und 4.13 Typisches Detail einer Brandwand mit Langlöchern zur Gewährleistung der thermischen Ausdehnung im Brandfall Brandschutzanforderungen an wände Befinden sich Gebäude in der Nähe einer Grundstücksgrenze. dass hierdurch die Stabilität der Stütze durch das Entfernen der seitlichen Halterung unter normalen Bedingungen nicht beeinträchtigt wird. die für die Probekörper im Versuch verwendet wird.13 dargestellt. Diese speziellen Formteile müssen von der gleichen Qualität sein wie die benachbarten Elemente. dass die Wandkonstruktion die Ausbreitung eines Brandes auf angrenzendes Eigentum verhindert. Durch den Einsatz dieser zusätzlichen Klipp-Halterungen können leichte Dellen. siehe Abbildungen 4. vorausgesetzt. Dokumentation 588. Speziell für hochwertige Fassaden bieten die Hersteller gekantete oder abgerundet Komponenten für die Übergänge zum Dach und an den Gebäudeecken. Direkte Befestigungen werden nach wie vor häufig verwendet. in einigen Fällen sogar 200 mm bei Elementen. mit zusätzlichem Befestigungselement mit zusätzlichem Befestigungselement Wandriegel Langloch für Temperaturausdehnung Knagge Anschlussblech Abb. dass eine Reihe von Paneelarten diese Forderung erfüllen können. so dass die Verschieblichkeit nur im Falle eines Feuers eintritt. die infolge unsachgemäßer Montage oder aufgrund von Temperatureinflüssen auftreten können. das bei hohen Temperaturen schmilzt. werden die Langlöcher mit Scheiben aus einem Material ausgefüllt. vermieden werden. Ein Beispiel ist in Abbildung 4. mit verdeckten Schrauben Schrauben mit verdeckten Wirtschaftliche Erwägungen haben zu einer zunehmenden Verwendung von Verbundwerkstoffen und Sandwichelementen geführt. Um sicherzustellen. jedoch wurden für moderne Fassadensysteme auch verdeckte Befestigungen entwickelt. 2005 • Detaillierung der Übergänge • Art der Befestigung Von einem modernen Gebäude erwartet der Kunde nahezu unsichtbare Befestigungen und perfekte Übergänge an der Traufe und an den Gebäudeecken. EUROBUILD in Steel 31 . gewinnen folgende Aspekte an Bedeutung: Abb. die in Kühlhäusern zum Einsatz kommen. 4.geBäUdeHülle 04 sandwichelemente Sandwichelemente für Wände haben Breiten von 600 bis 1200 mm bei einer Dicke von 40 bis 120 mm. halten es einige Hersteller und lokale Behörden für erforderlich.Erfolgreich • Farbigkeit Planen und Konstruieren. Um ein möglichst ästhetische Erscheinungsbild des Gebäudes Befestigung Befestigung (b) Verdeckte (b) Verdeckte Befestigung Befestigung (a) Direkte (a) Direkte zu erzielen. fordert die Bauordnung.12. dass sie nach wie vor fest mit der tragenden Konstruktion verbunden sind. Brandversuche haben gezeigt. Düsseldorf.

wie in Abbildung 4.14 wurden warmgewalzte Profile für das Haupttragwerk sowie ein standardisiertes Fassadensystem eingesetzt. Abb. 4. Häufig wird zum Beispiel Glas für Fassaden von Hallen eingesetzt. Die Wahl einer architektonisch hochwertigen Fassade muss nicht automatisch zu höheren Kosten führen.04 Best Practice iN eUrOPa . Abb. 4.14. Eine weitere moderne Art der Gestaltung von Industriebauten in einer architektonisch ansprechenden Art und Weise ist die Verwendung unterschiedlicher Farben für die Fassade. Als zusätzliche Besonderheit können auch Photovoltaik-Paneele in die Fassade integriert werden. bei denen der Winkel zur Sonne ist nicht optimal ist. eine hohe Wirksamkeit erzielen. 4. Durch ein geeignetes Farbkonzept kann ein Gebäude in seine Umgebung integriert werden.com Abb. Durch die Integration von solaren Gewinnen in die Energiebilanz konnten außerdem die Unterhaltungskosten deutlich reduziert werden. Photovoltaik-Module mit Multi-Layer-Beschichtung sind weniger abhängig vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlen und können daher auch für Wände. Die Unterkonstruktion der Fassade und die Details können aus bekannten Lösungen für den Geschoßbau übernommen werden.com 32 EUROBUILD in Steel .V.15 dargestellt. einschließlich Pastell. sind bei vielen Blechherstellern verfügbar. Eine Vielzahl von Farben.iNdUstrieBaUteN andere fassadensysteme Für Industriebauten können noch viele andere Fassadenmaterialien verwendet werden. bei denen diese Art von Gebäudehüllen gängige Praxis ist.15 Beispiel für den Einsatz von Farbe bei der Fassade eines modernen Industriegebäudes Quelle: tks-bau-photos.14 Industriehalle mit Glasfassade Quelle: BAUEN MIT STAHL e. In dem Beispiel in Abbildung 4. siehe Abbildung 4.16 Fassade mit integrierten Photovoltaikelementen Quelle: tks-bau-photos.und Metallictönen.

ist ein weitere Stoß am First erforderlich. nahezu identisch mit der europäischen Norm EN 1993 1-1 und zeigt nur im Detail Unterschiede. Abbildung 3. die zwar nicht flächendeckend in Europa verwendet werden. wenn Krane erforderlich sind können aber auch bis zu 8 m notwendig werden. die in den einzelnen Ländern existieren. wie Einfeldträger auf eingespannten Stützen aber auch Bögen. um den Materialeinsatz in den hoch belasteten Bereichen zu konzentrieren. Der Rahmenabstand beträgt in der Regel zwischen 5 und 8 m. Überschreitet die Spannweite die maximale Transportabmessungen.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 05 Nationale Besonderheiten Im folgenden Abschnitt werden nationale Besonderheiten. Die am meisten verbreitete Art der Dachdeckung für Industriehallen in Deutschland ist das einschalige Trapezprofildach mit oberseitiger Dämmung. dass die Beanspruchungen aus der elastischen Schnittgrößenermittlung den elastisch oder plastisch ermittelten Querschnittswiderständen entgegengesetzt werden. Um die Entwässerung sicherzustellen ist eine Neigung von mindestens 2° vorzusehen. Deutschland Niederlande Spanien Schweden Großbritannien dachkonstruktionen Der größte Teil der Dacheindeckungen von Hallenbauten in Deutschland besteht aus einer Tragschale aus Stahl-Trapezprofilen. Gibt es keine Einschränkungen aus der Gebäudenutzung sind mehrschiffige Rahmen mit Spannweiten von 15 bis 20 m eine gängige Lösung. Die Traufehöhe beträgt in üblicherweise etwa 4. Letztere werden hauptsächlich für architektonisch anspruchsvolle Gebäude eingesetzt.17 dargestellt. wobei bis zu 10 m möglich sind. deutschland tragwerk Wie in den meisten europäischen Ländern ist auch in Deutschland der Zweigelenkrahmen das typische Tragsystem für Hallen. Bei Rahmen aus Walzprofilen werden in den Ecken häufig Vouten angeordnet. Abbildung 5. vgl.5 m. wie in Abbildung 3. Trägerroste oder Schalen spielen eine eher untergeordnete Rolle. Teilweise wird auch der gevoutete Abschnitt des Riegels zusammen mit der Stütze gefertigt. wobei Werte zwischen 15 und 20 m die Regel sind. Der Baustellenstoß erfolgt dann am Übergang zwischen gevouteten und konstanten Teil des Riegels. Dachkonstruktionen aus Trapezblechen mit und ohne zusätzliche Pfetten werden in etwa in gleichem Maße ausgeführt. Diese Art der Dacheinde- EURO-BUILD in Steel 33 .18. Bei den Dächern mit Pfetten geht der Trend vermehrt zur Verwendung von kaltgeformten Profilen. Die Rahmenecke wird zumeist so ausgeführt. Werden Trapezbleche als Schubfeld ausgebildet. die direkt auf den Rahmen oder auf Pfetten aufliegt. vgl.1(a). Andere Tragsysteme. Dies sind insbesondere Bauweisen und -systeme. Die Bemessung erfolgt fast ausschließlich derart. dass der Riegel mittels einer angeschweißten Stirnplatte an die durchgehende Stütze geschraubt wird. vorgestellt. Das aktuell gültige Regelwerk DIN 18800. aber dennoch als gute Entwurfspraxis gelten. können sie die Aussteifung des Daches gewährleisten. ist soweit gebräuchliche Hallentragwerke behandelt werden. Größere Spannweiten werden durch den Einsatz von Fachwerkträgern möglich. Teil 1-5. Die Spannweite des Rahmens variiert bei Verwendung von warmgewalzten oder geschweißten I-Profilen von 12 bis 30 m.

Die Heizungsanlage muss bei der Ermittlung des Heizenergiebedarfs nicht berücksichtigt werden.05 Best Practice iN eUrOPa . so dass die wasserführende Ebene nicht perforiert werden muss. Ingenieurmethoden Das Ergebnis ist dabei umso konservativer. die im Industriebau häufig vorkommen.1 In Deutschland verbreitete Warmdachkonstruktion mit Trapezprofilen ckung ist vergleichsweise kostengünstig. Häufig wird die Innenschale mit Hilfe von speziellen Klemmhaltern befestigt. Dies wird insbesondere durch die gesenkten Brandschutzanforderungen infolge der Einführung der Muster-Industriebau-Richtlinie begünstigt.1. Bei Anwendung des vereinfachten Nachweisverfahrens (1). großformatigen Tafeln sowie Sandwichelemente gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung. Größe und Anordnung der Brandabschnitte sowie Lage und Länge der Fluchtwege.000 m² 4. regelt sie die Mindestanforderungen an den vorbeugenden Brandschutz von Industriebauten im Hinblick auf die Feuerwiderstandsdauer von tragenden Bauteilen. Werden Brandwände angeordnet darf die Gesamtgröße auf die Summe der einzelnen Brandabschnitte erhöht werden. Bei Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen beziehen sich die Anforderungen der Energieeinsparverordnung nur auf die Wärmeverluste über die Gebäudehülle.000 m² gesteigert werden. außenwände Für Außenwände von Hallen stehen in Abhängigkeit der Gebäudenutzung und der bauphysikalischen Anforderungen zahlreiche System zur Verfügung. Die Richtlinie definiert dabei die Grundprinzipien für die zu führenden Nachweise. an Bedeutung. was zu geringeren Dämmschichtdicken führt.800 m² realisiert werden. Einstöckige Gebäude. haben ähnlich niedrige Anforderungen an den Feuerwiderstand der tragenden Bauteile. 5. Diese ist definiert als die Zeitdauer eines Brandes infolge der Einheitstemperaturzeitkurve. Tabelle 5. Belüftung berücksichtigt werden. basiert. Insgesamt sind die Anforderungen an die Wärmedämmung geringer als bei Gebäuden mit normalen Innentemperaturen. Das vollinhaltliche Nachweisverfahren (2) basiert auf der Berechnung einer äquivalenten Branddauer nach DIN 18230-1. da sie leicht zu unterhalten sind und eine lange Nutzungsdauer ermöglichen. Zunehmend gewinnen zweischalige Dachkonstruktionen.1 (b). die auf Ergebnissen aktueller Forschungsprojekte.700 m²* 3.000 m² in ungeschütztem Stahl möglich.200-4.000 m² *Wärmeabzugsfläche ≥ 5% and Gebäudebreite ≤ 40 m 34 EUROBUILD in Steel . wärmeschutz In Deutschland unterscheidet die Energieeinsparverordnung (EnEV 2002) zwischen Gebäuden mit normalen Innentemperaturen und Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen (12 °C < t < 19 °C). nachteilig ist jedoch die Anfälligkeit für mechanische Beschädigungen der bewitterten Außenschicht. Mit Hilfe einer automatischen Sprinkleranlage kann diese Größe auf 10. vorausgesetzt es werden Sprinkler angeordnet. siehe Tabelle 4. Zusätzlich zu den zwei vereinfachten Berechnungsverfahren dürfen Ingenieurmethoden verwendet werden.500 m² 6. In Kombination mit der deutschen Norm DIN 18230. je einfacher das gewählte Nachweisverfahren ist. siehe Abbildung 5. Die Richtlinie sieht drei Berechnungsmethoden mit steigendem Schwierigkeitsgrad vor: 1. die durch den Einzelhandel genutzt werden. Die maximale Größe der Brandabschnitte beträgt auch hier 10. Brandschutz Im März 2000 ist die neue Industriebaurichtlinie in Kraft getreten. Diese Systeme können schnell und nahezu witterungsunabhängig montiert werden und gewährleisten gute Wärmedämmeigenschaften. in dem die maximale Bauteiltemperatur dem Wert infolge des Naturbrandes entspricht.B.800 m²* 2. Weitere Vorteile sind eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen und die guten Eigenschaften in Bezug auf Schalldämmung und Feuerbeständigkeit.000 m². die sich mit Naturbrandkonzepten beschäftigen. Systeme aus leichten.000 m² 10. Durch diese Methode sind Brandabschnittsgrößen bis zu 30.000 m² F30 3. Vollinhaltliches Nachweisverfahren mit Brandlastermittlung nach DIN 18230-1 3. Vereinfachtes Nachweisverfahren 2.500 m²* 10.1 Zulässige Brandabschnittsgrößen für Industriebauten Sicherheitskategorie Keine aktive Brandschutzmaßnahmen (K1) Automatische Brandmeldeanlage (K2) Automatische Brandmeldeanlage und Werksfeuerwehr (K3) Selbsstätige Feuerlöschanlage (K4) Ohne Anforderungen 1. Dadurch können projektspezifische Parameter wie z. können Industriebauten in ungeschütztem Stahl ohne aktive Brandschutzmaßnahmen bis zu einer Größe von 1.iNdUstrieBaUteN Außenschale Distanzprofil Dachabdichtung Wärmedämmung Dampfsperre (falls erforderlich) Stahltrapezprofil Beschichtung Pfette oder Rahmenriegel Dämmung Riegel oder Pfette Dampfsperre Tragschale Abb.

2 Konstruktion mit gelenkigen Anschlüssen und Aussteifungsverband momententragfähige Anschlüsse Zweigelenkrahmen Abb.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 Niederlande Seit Jahrzehnten ist Stahl der bevorzugten Werkstoff für Tragwerk. 25 m und einer Höhe bis zu ca. 5. Waben. einschiffige Hallen. 5. 5. Für eingeschossige Gebäude mit Spannweiten größer als 25 m kommen in der Regel Fachwerkträger zum Einsatz (Abbildung 5. Bauteile. Gebäude Eine Halle in den Niederlanden besteht üblicherweise aus Rahmen. Diese Konstruktionen können für extreme Spannweiten oder bei großen Anhängelasten wirtschaftlich sein.2).5 Für größere Spannweiten sind Fachwerkträger eine beliebte Alternative 35 EUROBUILD in Steel . Bei Traufhöhen über 6 werden Stützen-Binder-Konstruktionen mit gelenkigen Anschlüssen und Windverbänden wirtschaftlicher. Binder Pfette Windverband Stütze gelenkiger Anschluss Abb. Die kalt geformten profilierten sind in der Regel 106 mm hoch.und Fassadensysteme für industrielle und landwirtschaftliche Gebäude.4 Für Spannweiten bis 25 m werden Walzprofile bevorzugt Abb. die teilweise durch Büros ergänzt werden. die Baukosten sinken jedoch aufgrund der effizienteren Materialverwendung (Abbildung 5. In diesem Fall steigt die Anzahl der Anschlusspunkte.5). Die Eigenschaften des Werkstoffs Stahl lassen sich für eingeschossige Gebäude mit großen Spannweiten vorteilhaft einsetzen: • geringe Bauzeiten • wirtschaftliche Bauweise • Gewichtsersparnis • Vorfertigung • einfache und schnelle Montage • industrielle Fertigungsverfahren • Flexibilität • Demontierbarkeit • Wiederverwendbarkeit auf drei Ebenen: Material.4 m gewählt.und Cellformträger sind eine beliebte Alternative. 5. Für eingeschossige Gebäude mit einer Spannweite von bis zu ca. Rahmenkonstruktion mit biegesteifen Anschlüssen Abb. die aus warmgewalzten Profilen gefertigt werden. für die Wandelemente werden Kassetten mit einer Dicke von 90 mm und profilierter Außenschale bevorzugt. Abgespannte Konstruktionen und Seiltragwerke sind kostenintensiv. Mehrschiffige Hallen kommen nur selten vor. 6 m sind Rahmenkonstruktionen mit biegesteifen Ecken die bevorzugte Lösung. Als Stützen werden Querschnitte HEA180 und als Riegel IPE 500 im Abstand von 5.3 tragwerk Die überwiegende Mehrheit der Industriebauten sind eingeschossige. Dach.

5. Belastungen und Verformungen.05 Best Practice iN eUrOPa . Geneigte Dächer werden für landwirtschaftliche Gebäude bevorzugt (rechts).7 Kassettenkonstruktion Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hat die überwältigende Mehrheit der Hallen in den Niederlanden ein Flachdach. Manchmal wird für Fluchtwege oder Brandwände zwischen Brandabschnitten oder an angrenzenden Gebäuden eine Feuerwiderstandsdauer von 30 oder 60 Minuten gefordert. Brandschutz Der Hauptgrund für die hohen Marktanteile von Stahlerzeugnissen im Industriebau liegt in den Anforderungen an den Brandschutz. Grob die Hälfte der Stahl-Fassaden im Industriebau bestehen aus Kassettenprofilen mit Außenschalen aus Trapezblechen.8 Sandwichelemente Abb. Die andere Hälfte sind Sandwichelemente. stehendes wasser auf flachdächern Eine spezielle Problemstellung bei Flachdächern ist die Ansammlung großer Mengen von Wasser. Geneigte Dächer sind in den Niederlanden sehr selten. Eines der Ergebnisse ist der Leitfaden NPR 6773. einschiffige Hallen kombiniert mit Büros (links).9 Die Mehrzahl der Industriebauten in den Niederlanden sind einstöckige. Die niederländische Regierung versucht den rasch wachsenden Flächenverbrauch für Gewerbenutzung einzudämmen. 15% entfallen auf Sandwichelemente und 5% auf andere Werkstoffe.iNdUstrieBaUteN andere Materialien 10% Sandwich 45% 45% Trapezprofile fassaden Im Jahr 2007 hat Bouwen met Staal eine Marktstudie zum Einsatz von Fassadenund Dachelementen im Industriebau in den Niederlanden durchgeführt. Im Jahr 2002 stürzten aufgrund heftiger Regenfälle an einem Tag sechs Dächer ein. die entweder direkt auf den Rahmen oder auf Pfetten aufliegen. Mit jeweils 2 und 1.6 Marktanteile von Fassadensystemen bei Industriebauten in den Niederlanden (2006) Als Reaktion auf die Katastrophen hat das Ministerium für Wohnungswesen. dass Stahl einen Marktanteil von rund 90% hat. Dies ist etwa 2% der Gesamtfläche der Niederlande. Ungefähr 80% der Dächer von Industriebauten bestehen aus Trapezprofilen. 5. Diese sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ gering. anordnung von Parkflächen Zurzeit sind 70. zusammen mit Mauerwerk.“ veröffentlicht wurde. dachkonstruktionen Abb. 5.5 Millionen Quadratmeter pro Jahr sind diese beiden Fassadensysteme. mit Ausnahme von Scheunen und Ställen im landwirtschaftlichen Sektor. Die restlichen 10% sind entfallen hauptsächlich auf Mauerwerk im Sockelbereich. die am häufigsten verwendeten Produkte für Außenwände in den Niederlanden. der als Zusatz zur NEN 6702: „Technische Grundlagen für Baukonstruktionen. 5. Abb. 36 EUROBUILD in Steel . Abb. Raumplanung und Umwelt eine Forschungsgruppe eingerichtet. Die meisten Industriehallen haben ein Flachdach. Diese Forderungen sind in der Regel mit einfachen Maßnahmen leicht zu erfüllen. Für eingeschossige Hallen und die meisten Industriebauten mit einem kleinen Büro gibt es keine Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion. Diese einfachere und sichere Berechnungsmethode in Kombination mit einer genaueren Überwachung und Kontrolle hat zu einem erheblichen Rückgang von Katastrophen geführt.000 Hektar Land als industrielle Entwicklungsflächen in Verwendung. Es zeigte sich.

Bei neuen Bauvorhaben wird angestrebt. warmgewalzte Querschnitte werden jedoch häufig für speziell nach Kundenwünschen geplante Hallen eingesetzt. energieeffizienz Die Erschöpfung – und damit die steigenden Kosten – fossiler Brennstoffe haben zu einem größeren Interesse an einer nachhaltigen Energienutzung geführt. um den Druck auf den öffentlichen Raum zu senken. 5. Die vorgefertigten Bauteile sind so konzipiert.10). Wandriegel) Systemkomponenten für die Dach-und Wandbekleidung in Übereinstimmung mit den Brandschutzanforderungen Im Allgemeinen haben die gevouteten Riegel Spannweiten von 25-50 m. die für Hallenbauten in Spanien zum Einsatz kommen. unter dem Gebäude 3.und C-Profile für die sekundären Bauteile (Pfetten. Krane und Kranbahnen. im Tiefgeschoss 1 2 3 4 spanien tragwerk Das Primärtragwerk der meisten Industriehallen in Spanien besteht aus geschweißten Bauteilen.11 Einschiffige Rahmen mit gevouteten Stützen und Riegeln während der Montage 37 EUROBUILD in Steel . Die niederländische Regierung fördert die Energieeinsparung. Spannweiten von 6070 m ohne Zwischenunterstützungen zu erzielen. Hinzu kommen Mezzanin-Ebenen. In der Stadt Zaandam wurde daher mit viel versprechenden Ergebnissen zu Versuchszwecken eine sogenannte „Null-Energie-Halle“ errichtet. Parken neben dem Gebäude 2. Im Jahr 2012 muss jedes neue Industriegebäude „energieneutral“ sein. Abb. Dieser gesamte Prozess ist schnell. dass sie nach genauen Spezifikationen geliefert und auf Baustelle fertig montiert werden. auf dem Gebäude 4. 5. Schlussfolgerungen waren: • • die anfänglichen Investitionskosten sind bei unterirdischen Parkplätzen (4) am höchsten. dass der Stromverbrauch maximal so groß sein darf wie die produzierte Energie. Abb. können folgenden Kategorien zugeordnet werden: Geschweißte I-förmige Querschnitte für die Primärkonstruktion der Rahmen (gevoutete Stützen und Binder der Stahlgüte S275 JR mit einer Querschnittshöhe zwischen 750 und 1280 mm) Kaltgeformte Z. Arbeitsplattformen. Bouwen met Staal hat die finanziellen Auswirkungen infolge der Anordnung von Parkplätzen auf oder unter dem Gebäude untersucht (Abbildung 5. Parkplätze innerhalb des Gebäudes zu schaffen. Die Bauteile. Vordächer oder Geländer. effizient und kostengünstig. gefolgt von Parkplätzen auf dem Dach (3) und Parkplätzen unter dem Gebäude(2) an Standorten mit Grundstückspreisen höher als 240 €/m² sollte die Anordung von Parkplätzen unter dem Gebäude (2) in Betracht gezogen werden.10 1. es ist auch aber möglich. Der Gesamtaufwand für die Fundamente ist für diese Art von Stahlhallen aufgrund der größeren Spannweiten und Rahmenabstände sowie dem geringeren Stahlgewicht gegenüber herkömmlichen Konstruktionen deutlich reduziert.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 Hierzu sollen veraltete Industriegebiete umstrukturiert und die Industrie-und Geschäftsgebäuden in diesen Gebieten renoviert werden. Die typischen Rahmenabstände betragen zwischen 9 und10 m bei einer Traufhöhe von 7-12 m. Das bedeutet.

Tabelle 5. • Vorteile aus der konstruktion Diese Bauweise bietet gegenüber traditionellen Systemen Vorteile. Teil 1-1: Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau. Der Verschnitt. Brandschutzkonzept Die spanische Verordnung zum Brandschutz für Industriebauten (RSCIEI) erfordert die Beurteilung der Feuerwiderstandsdauer für Industriebauten in Abhängigkeit von den zu erwarteten Brandlasten. ist in der Regel 75% geringer als bei warmgewalzten Bauteilen. Die Verwendung von Z-förmigen Sekundärbauteilen (Dachpfetten und Wandriegel). Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten.2 Maßgebliche Normen für den Entwurf von Industriebauten in Spanien Norm EAE CTE EN 1993-1-1 EN 1993-1-3 RSCIEI Beschreibung Nationale Norm für den Entwurf von Stahlbauten Structural Steel Design Code (Instrucción de Acero Estructural). Anwendung für Industriebauten verpflichtend. Brandabschnittsgrößen sowie der Lage in Bezug auf die Nachbarbebauung.05 Best Practice iN eUrOPa . Stahlbauten (DB-SE-A). 5.12 Innenansicht einer Halle mit gevouteten Stützen Für Industriehallen aus Stahl kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Öffentliche und private Unternehmen. Basisdokumente: Grundlagen des Entwurfs (DB-SE). durch kürzere Bauzeiten und minimierten Personaleinsatz auf der Baustelle die Kosten zu senken. 38 EUROBUILD in Steel .und Fertigungsmethoden tragen dazu bei. Teil 1-3: Ergänzende Regeln für kaltgeformte dünnwandige Bauteile und Bleche.2 zusammengestellt.Reglamento de Seguridad Contra Incendios en los Establecimientos Industriales). Einwirkungen (DB-SE-AE). Nationale Brandschutznorm für Industriebauten (RSCIEI . Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten. Primärtragstruktur. Normen Die wichtigsten Regelungen sind in Tabelle 5. Verpflichtend ab 2009 Nationale technische Baubestimmung (Código Técnico de la Edificación). der bei der Herstellung der geschweißten Bauteile und der kaltgeformten Z-Profile anfällt. Diese Angaben stellen nur einen Auszug dar. Generell sind alle Komponenten in automatisierten Produktionslinien werkseitig gefertigt. Moderne Entwurfs. die eine breite Palette von strukturellen Anforderungen erfüllen.iNdUstrieBaUteN Abb. Diese Flexibilität ermöglicht ein nahezu unbegrenztes Spektrum an Konfigurationen und Anwendungen für Rahmenkonstruktionen im Hallenbau. führt dazu. dass bis zu 25% Gewichtseinsparung für die Sekundärbauteile im Vergleich zur Verwendung von warmgewalzten Pfetten und Wandriegeln erzielt werden. Auftragnehmer und Planer können infolge der Kosteneinsparungen einen großen Gewinn erzielen und profitieren von der kürzeren Bauzeit. wodurch viele Probleme vermieden werden können. gegebenenfalls müssen weitere Normen berücksichtigt werden. Systeme für Dach und Wand und entsprechendes Zubehör haben die folgenden Vorteile: • Die Verwendung von geschweißten primären Traggliedern (Stützen und Binder) führt in der Regel zu • • bis zu 40% Gewichtsvorteil bei der Haupttragkonstruktion im Vergleich zu konventionellen warmgewalzten Querschnitten als primäre Bauteile. insbesondere die Ausbildung als Durchlaufträger.

Diese Gebäude beinhalten oft auch Büroräume in Teilen des Gebäudes. 5. Unternehmen.. die größere Brandabschnitte erforderliche machen.14 dargestellt. die sich auf leichte Systemhallen spezialisiert haben. Der Rahmenabstand beträgt in der Regel 6 bis 10 m.16.A. Die häufigsten verwendete und oft auch wirtschaftlichste Art der Stabilisierung einer Halle ist die Anordnung von Windverbänden in den Giebel. (Alle Abbildungen in diesem Abschnitt wurden bereitgestellt von: PRADO TRANSFORMADOS METÁLICOS S.500 bis 2.15 dargestellt. Moderne Gebäude dieser Art werden in der Regel mit etwa 120 bis 150 mm Mineralwolle gedämmt. Industriebauten ohne Anforderungen an die Feuerbeständigkeit zu entwerfen. bieten Ingenieurmethoden zur Brandbemessung einen wettbewerbsfähigeren Ansatz im Fall großer Brandlasten oder bei Entwürfen. 5. Die Wandbekleidung kann auch als Schubfeld ausgebildet werden. Die Stützen sind gelenkig gelagert. wobei für die Zwischendecke Beton verwendet wird. Häufig wird eine Dachneigung von 3. Die Dämmung wird zwischen der Innenschale aus Trapezprofilen und einer Außenschale aus profilierten Blechen angeordnet.B. Spanien) schweden eine typische schwedische Halle Der Bau großflächiger Gebäude wie zum Beispiel Industriehallen ist ein wichtiger Markt für Stahl in Schweden (SBI 2004). freistehende Hallen mit geringer Brandlast. liefern das Gebäude als schlüsselfertiges Produkt.und Längswänden und die Ausbildung der Trapezprofileindeckung im Dach als Schubfeld.000 m².7 ° gewählt. Die Wände bestehen aus Sandwichelementen oder profilierten Blechen auf leichten Wandriegeln. Eine Kunststoffmembran dient als Feuchtig- Abb. Übliche Abmessungen Hallen in Leichtbauweise sind Spannweiten zwischen 15 und 25 m bei einer Raumhöhe von 5 bis 8 m und einer Grundfläche von 1. Abbildung 5. Ein Beispiel für die Bestimmung der Tragfähigkeit und der Feuerwiderstandsdauer einer Industriehalle aus Stahl ist in Abbildung 5. z.6 ° oder 5. Eine typische Halle ist in Abbildung 5. vgl.13 Außenansicht eines modernen Industriebaus Obwohl es möglich ist.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 Abb.14 Gesamtmodell einer Rahmenkonstruktion unter Brandbeanspruchung im Versagenszustand 39 EUROBUILD in Steel .

Für die Außenschale werden Trapezprofile verwendet. Die Höhe des Profils wird in Abhängigkeit von der Spannweite festgelegt. Publication 130.6 ° ist erforderlich. 11 m verwendet Größere Spannweiten können mit Blechen mit zusätzlicher Querprofilierung erreicht werden. T. Die Stützen sind in der Regel HEAProfile. eine Folie dient als Dampfsperre und sorgt für die Luftdichtheit. die die schwedischen Bauvorschriften erfüllen. Häufig ist es notwendig. Je nach Dämmschichtdicke können U-Werte von unter 0. Bleche mit tiefer Profilierung werden auf dem schwedischen Markt für isolierte Dächer mit Spannweiten bis zu ca.05 Best Practice iN eUrOPa .iNdUstrieBaUteN Abb. qah/2 N N qah/2+N a qah/2 b Abb. Wenn Verbände während der Montage erforderlich sind. sind jedoch wesentlich leichter als diese. Die Profile werden in der Regel so dimensioniert. damit die Profilierung senkrecht zum First verläuft. die Stützen und manchmal auch die Binder abzustützen. 5.16 Aussteifung einer Halle durch Wandverbände und Schubfeldwirkung im Dach Höglund.15 Ein typisches Industriegebäude in Leichtbauweise Stålbyggnad. SBI 40 EUROBUILD in Steel h . die auch für Betondachsteine oder keramische Pfannen gebräuchlich sind.: Stabilisation by stressed skin diaphragm action. dachkonstruktionen Für Dächer gibt es eine Reihe von Produkten. Obwohl die Stützenfüße gelenkig idealisiert werden. wird die Verwendung von vier Schrauben empfohlen. um Stabilität während der Montage zu gewährleisten. Bei nicht gedämmten Hallen wird das Trapezprofil auf Pfetten befestigt. Bei gelenkig gelagerten Stützen ist eine Stabilisierung der Halle während der Montage unerlässlich. Dachpfannenprofile können für Dachneigungen von 14° und steiler verwendet werden. Publication 174.17 dargestellt.3 W/m²K erreicht werden. Die Wärmedämmung wird in Form von zwei Schichten Mineralwolle ausgeführt. und die Wandverkleidung in diesen Fällen nicht als Schubfeld auszubilden. dass sie auch eine ausreichende Schubfeldsteifigkeit aufweisen und Verbände im Dach entfallen können. ist es üblich diese dauerhaft zu verwen- den. 5. vor allem profilierte Bleche und sogenannte Dachpfannenprofile. SBI keitssperre und sorgt für die Luftdichtheit. Die tragende Schale von gedämmten Dächern wird durch Profilbleche gebildet. wie in Abbildung 5. Für kürzere Felder bis zu 8 m werden traditionelle Profile eingesetzt. Als Pfetten werden häufig Z-Profile mit einer Spannweite bis zu 12 m benutzt. Eine minimale Dachneigung von nur 3. Die Dachbinder werden als Fachwerkträger ausgebildet. die mit vier Ankerschrauben auf einer Grundplatte befestigt werden. Spannweiten bis zu 45 m können mit Standardprofilen erreicht werden. Sie sind in den Farben erhältlich.

Die Lieferlänge der Elemente beträgt bis zu 10 m.se Abb. In Abhängigkeit von der Dicke werden U-Werte zwischen 0.20 Plannja Paneel (links) Liberta Grande Kassettenprofil von Ruukki (rechts) 41 EUROBUILD in Steel .19 Ruukki Fasetti Fassadenelement (Kassettenprofil. Es gibt Produkte auf dem schwedischen Markt.3 W/m²K erreicht.18 und 0. Sandwichelemente gewährleisten die Wärmedämmung. Die Paneele können mit anderen Materialien wie Stein.com Abb. Diese bestehen zwei Metalldeckschichten mit dazwischenliegender Dämmung aus Mineralwolle oder EPS. Abb. Geschlitzte Distanzprofile für die Befestigung der Profilbleche erlauben die Verwendung von für Mineralwolle als Dämmstoff. erfüllen Brandschutzanforderungen und haben ein ästhetisches Äußeres. die die schwedischen Bauvorschriften hinsichtlich Wärmedämmung für Industriebauten erfüllen oder sogar übertreffen. Putz und Beton kombiniert werden. projektspezifisch gefertigt) Quelle: www.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 wandkonstruktionen Die Profilbleche die für Wandbekleidungen verwendet werden. sind oft dieselben wie diejenigen für Dächer.18 Plannja 40 Profile für Dacheindeckungen (für den Einsatz auf schwach geneigten Dächern ab 3.17 Beispiele für unterschiedliche Systeme für Dach und Wand auf dem schwedischen Markt Befestigung am Obergurt für erhöhte Dichtigkeit Kapillarbremse Tropfkante Abdichtung Befestigungsstreifen Abb.24-0. Holz. Typische U-Werte für 150 mm dicke Sandwichelemente sind 0.ruukki. Glas. es gibt jedoch auch Standardlösungen mit U-Werten bis zu 0. Bei einer Modernisierung wird in der Regel die Wärmedämmung der Fassade verstärkt. Die Systeme enthalten Abdichtungen gegen Luft und Wasser zwischen den Deckschichten. 5.17 W/m²K. 5.6°) Quelle: www. 5. Eine Halle mit Sandwichelementen in Dach und Fassade kann sogar die strengeren Anforderungen für Wohngebäude erfüllen. Es sind verschiedene Oberflächenqualitäten mit tiefer oder kaum wahrnehmbarer Profilierung lieferbar. Für die Renovierung von Fassaden gib es spezielle Systeme. 5. Der Einsatz von Mineralwolle garantiert gute Feuerbeständigkeit und Schalldämmung.plannja.28 W/m².

werden anstelle von 25-Jahres-Verträgen.B. Heute gibt es viele weitere Anforderungen an die Gebäudehülle.25 Mrd. 5. €) für die Gebäudehülle. die Verwendung von Cellformträgern oder gekrümmten Dachformen.h.5 Mrd. die Verantwortung für die Unterhaltung hat.5 Milliarden £ (2. den ein Gebäude für Kunden und Nutzer erbringt.10 und 5. Allerdings sind viele Varianten dieser einfachen Konstruktionsart am Markt vertreten. Der Gesamtumsatz für eingeschossige Industriebauten beträgt jährlich rund 1 Milliarde britische Pfund für das Haupttragwerk (1. Die wichtigsten Merkmale sind: • die Notwendigkeit rund 23 bis 28% der CO2-Emissionen im Vergleich zu den Bauvorschriften von 2002 einzusparen • die Einführung von Energiepässen für Gebäude. Hallen werden für Einzelhandel. Grundriss und Bauteile können so gestaltet sein. dass die Montage parallel statt nacheinander stattfinden kann. €) und 1. Die Informationen aus diesem Modell werden zusätzlich auch noch für Bestellung.und Fertigungsmethoden sowie optimierten kaltgeformten Komponenten. Obwohl der Entwurf des Tragwerks nach wie vor unter die Zuständigkeit der Tragwerksplaner und Stahl-Hersteller fällt. • Flexibilität für unterschiedliche Nutzungen Stahltragwerke ermöglichen große Spannweiten bei minimierten Stützen und bieten so die maximale Chance ein Gebäude zu errichten. umweltfreundliche Lösungen gewählt werden. potenzielle Kunden und Nutzer haben Nachhaltigkeitsrichtlinien.05 Best Practice iN eUrOPa . computergestützten Konstruktions. insbesondere im Zusammenhang mit den Energiesparanforderungen gemäß Teil L der britischen Bauvorschriften und den gewachsenen Ansprüchen an die Gebäudenutzung. bei denen der Mieter für Reparaturen verantwortlich ist. beeinflussen: • Architektur Architekten haben einen großen Einfluss auf die Wahl der Form und das Aussehen des Gebäudes sowie auf die Gebäudehülle. Produktionsstätten und Freizeitzentren genutzt. werden in der Regel Materialien besserer Qualität mit einer längeren Lebenserwartung gewählt. Beispiele für die architektonische Verwendung von Stahl sind z. entwurfsparameter Der Stahlbau ist eine der effizientesten Branchen in der Bauwirtschaft. Beispiele für Innovationen sind die Anwendung von plastischen Bemessungsverfahren. Dies kann sich in vielerlei Hinsicht auf den Entwurf auswirken.B. In Zukunft ist es wahrscheinlich.B. • Kurze Bauzeiten Für Logistikfirmen oder ähnlichen Unternehmen ist eine kurze Bauzeit von entscheidender Bedeutung. Pfetten oder profilierten Fassadensysteme. wie z. Lagerhallen.22 dargestellt. um geringere Wartungskosten zu erzielen. d. Führende Hersteller fertigen die Komponenten in der Werkstatt unter Verwendung von computergesteuerten Maschinen. die für Entwurf und Bemessung entwickelt wurden. die die erforderlichen Informationen direkt aus 3D-Computer-Modellen beziehen. wie in Abbildung 5. • Unterhaltung Viele Gebäude werden für den Eigenbedarf gebaut. Abb. Um den Wert der Anlage zu erhalten und Flexibilität für zukünftige Nutzungen zu schaffen. wenn nachhaltige.21 Einsatz von gekrümmten Stahlbauteilen für ein modernes Industriegebäude 42 EUROBUILD in Steel . Rahmenkonstruktionen kommen jedoch nach wie vor bei der Mehrzahl der Industriebauten zum Einsatz.iNdUstrieBaUteN großbritannien allgemeines Der Bau großflächiger eingeschossiger Industriebauten macht einen bedeutenden Teil des britischen Stahlbausektors aus. stahl im Hallenbau – entscheidungsgründe Die folgenden Kriterien können den Wert. kürzere Laufzeiten angesetzt. insbesondere seit dem Bau markanter Gebäude wie dem Renault Distribution Center in Swindon oder der Schlumberger Fabrik in Cambridge. in den Abbildungen 2. deren Erfüllung sie nachweisen müssen. Soweit der Eigentümer. Vertrieb. werden häufig Kriterien wie minimale Gebäudehöhe und minimale Nutzlasten festgelegt. Die architektonische Gestaltung von Industriebauten und sonstigen Anlagen hat sich in den letzten 10-15 Jahren beachtlich entwickelt. • Nachhaltigkeit Energiekosten und die Reduzierung der CO2-Emissionen gewinnen zunehmend an Bedeutung und Nachhaltigkeit ist heute ein zentrales Thema in der Planung.21 dargestellt. sind Architekten zunehmend in den Entwurfsprozess von Industriebauten eingebunden. der das Gebäude ursprünglich errichten ließ. das sich an unterschiedlichste Nutzungen anpasst und Nutzungsänderungen zulässt. bei denen dann der Eigentümer die Verantwortung für die Unterhaltung trägt. Lieferung und Montage verwendet. wie z. Im April 2006 wurde ein überarbeiteter Teil L mit strengeren Anforderungen sowie die europäische Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden eingeführt. Viele Kunden. Wird ein Gebäude vermietet. dass eine Baugenehmigung leichter zu erhalten wird.

um eine zuverlässige und wirtschaftliche Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten.Möglichkeit. deutlich gemacht. eine bessere Koordinierung wird jedoch erreicht. Jüngste Studien haben gezeigt.Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) mit ihrer Forderung nach Energie-Kennzeichnung. wenn der Generalunternehmer hierfür verantwortlich ist. Diese sind insbesondere dann wirtschaftlich. haben Versuche ergeben. Während der aktuelle Mindeststandard für Luftdichtigkeit von Gebäuden 10 m3/m2/h bei 50 Pascal beträgt. wenn Spannweiten größer 60 m auftreten. Diese Aufgabe wird traditionell von den Architekten übernommen.Maximale Verformungen . mit Folgen für die Stabilität der stützenden Bauteile. • Luftdichtigkeit Die Einführung von Tests zur Prüfung der Luftdichtigkeit hat die Bedeutung der Gestaltung und Ausführung von Gebäuden.22 Gekrümmte Cellformträger für ein Freizeitzentrum Quelle: Westok • Haupttragsystem Das beliebteste Haupttragsystem für eingeschossige Gebäude mit Spannweiten von 25 bis 60 m ist aufgrund der strukturellen Effizienz und der einfachen Herstellung und Montage der Zweigelenkrahmen. dass Detaillierung und Bauausführung eine zugesicherte Qualität aufweisen.Auswahl von Pfetten und Wandriegeln . dass die sekundären Bauteile wie Pfetten und Wandriegel die Stützen und Binder stabilisieren. .Minimale Höhe (Lichtraum für Krane. • Entwurfskoordination Ein erheblicher Teil des Enwurfsprozesses von Gebäuden liegt in der Koordination der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Gewerken. Die Bemessungsmethoden für die Stahlkonstruktion können inzwischen als allgemein bekannt vorausgesetzt werden.) . Dabei kann auch die Schubfeldwirkung angesetzt werden. Fassadengewicht und Montage. etc. Für Gebäude mit einer Grundfläche von weniger als 5000 m2 ist das Erreichen eines guten Luftdichtigkeitsniveaus durch den höheren Anteil der Öffnungen im Verhältnis zu den geschlossenen Bereichen schwierig. Das Erreichen dieses Maßes hängt jedoch davon ab. Die Wahl des Auftragnehmers für die Gebäudehülle hat auch Bedeutung gewonnen.Die Verwendung von Stahlkonstruktionen ist nicht mehr auf Industriebauten beschränkt und wird heutzutage für einer Vielzahl von kommerziellen Anwendungen verwendet.Der Schwerpunkt auf die Energiesparqualitäten der Gebäudehülle und die zunehmende Bedeutung der EU. die zusätzlich zu den geltenden Vorschriften. dass der Architektur und Ästhetik mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.Allgemeine geometrische Überlegungen . Für größere Spannweiten können alternativ Fachwerkträger verwendet werden.12 dargestellt. wo weitere Erhöhungen der Dämmschichtdicke nicht mehr zu wesentlichen Verbesserungen in der Gesamtenergieeffizienz führen. Eine elastische Bemessung führt zwar zu einem höheren Stahlgewicht. oder wenn große technische Anlagen integriert werden müssen.Stützenanordnung für maximale Flexibilität der Nutzung . Hierfür gibt es drei wichtige Gründe: . ist aber auch ohne hoch spezialisierte Software einfach durchzuführen und führt zu einfacherern Details. bedacht werden sollten: . • Entwurfsprozess Aspekte. Nun jedoch ist der Punkt erreicht.Heutige und künftige Lastannahmen . Die Tragfähigkeit der Pfetten hängt wiederum von der stabilisierenden Wirkung der Dacheindeckung ab.eNtwUrfsasPekte NatiONale BesONderHeiteN 05 Mit zunehmender Dämmschichtdicke werden Wärmeverluste durch Wärmebrücken bedeutsamer. Traufhöhe.Bereitstellung maximaler vermietbarer Fläche . 5. • Wechselbeziehung von Tragwerk und Gebäudehülle Die Wirtschaftlichkeit von Rahmen ist zum Teil auch darauf zurückzuführen.Fassadensystem . dass selbst mit Standardkonstruktionen ein Wert von 2 m3/m2/h möglich ist. die nicht zu übermäßigen Wärmeverlusten neigen. so dass sich der Fokus der Aufmerksam- keit in Richtung der Gebäudehülle verschoben hat. nachträglich Zugang für Fahrzeuge zu schaffen Abb. das Kunden-Image zu verbessern und die Öffnung von Gebäuden für die Öffentlichkeit hat dazu geführt. EUROBUILD in Steel 43 . dass die Kontrolle der Luftdichtigkeit ein sehr wirksames Mittel zur Verbesserung der Energieeffizienz ist. Rahmen können sowohl elastisch als auch plastisch bemessen werden. Ein gutes Beispiel für die Verwendung von Fachwerkträger ist in Abbildung 2. .Der Wunsch. • Wärmeschutz Strengere U-Werte haben in den letzten Jahren zu einer erheblichen Zunahme der Dämmschichtdicken geführt. so dass eine sorgfältige Detaillierung mit Spezialkomponenten unabdingbar ist.

35 W/m2K für Wände und 0.und Bauleistungen zusammenarbeitet. Gute Lösungen sollten alle drei Kriterien erfüllen und gute Stahlkonstruktionen tun dies mit Sicherheit. Das Konzept der Nachhaltigkeit wird durch die Notwendigkeit ein Gleichgewicht bei wirtschaftlicher.iNdUstrieBaUteN - Toleranzen der Bodenplatte Potenzial für Wiederverwendung / Recycling von Materialien Ende der Nutzungsdauer Energieverbrauch und Verringerung der CO2-Emissionen Einflüsse auf die Konstruktion und Kosten neten Gründungssystems. sozialer und ökologischer Tragfähigkeit zu erzielen untermauert.25 W/m2K für Dächer 15% der Dachfläche als Oberlichter für natürliche Belichtung Luftdichtigkeit (10 m3/hr/m2 bei 50 Pa) Luftheizung Einsatz von Photovoltaikelementen (PV) im Dach bei speziellen Projekten Feuerlöscher und Feuerlöschanlagen TGA und Unterhaltung Technischer Ausbau durch Endnutzer Lebensdauer 40 Jahre – 25 Jahre bis zur ersten Überholung Wasserdurchlässiger Belag auf Parkflächen Regenwassernutzung von Dachflächen Vermehrte Nutzung der solaren Warmwassererzeugung 44 EUROBUILD in Steel . Die Auswirkungen des Standortes für die Tragwerkslösung zusammen mit der Koordination extern geplanter Einbauten erfordern in der Regel das Hinzuziehen eines beratenden Ingenieurs. Die Aufgaben umfassen die Auswahl und Gestaltung eines geeig- Tabelle 5. der mit dem Architekten schon vor der Vergabe der Entwurfs. Bei der Mehrzahl der Gebäude werden die Stützen gelenkig gelagert.3 Tendenzen im modernen Hallenbau in Großbritannien Entwurfsaspekt Gegenwärtige Praxis Mehrschiffige Gebäude mit rechteckigem Grundriss bis zu 90 m × 150 m Fläche Traufhöhe 15 m Künftige Tendenzen (zusätzlich zur gegenwärtigen Praxis) Traufhöhe 8-12 m Rahmen mit 2° Dachneigung Gebäudeform und Tragwerke Rahmen mit 30-35 m Spannweite mit 6° Dachneigung 6-8 m Rahmenabstand mit internierenden Innenstützen im Abstand 12-16 m 200 mm Bodenplatte aus Stahlbeton Angehängter Bürotrakt mit 13.5 m Spannweite Sandwichelemente für Dach und Wand (außer Sockel) Sockelbereich aus Betonfertigteilen Bodenplatte aus Spannbeton Begrünung auf Teilflächen des Daches Einsatz von innovativen Lösungen mit Betonfertigteilen für Wände U-Werte von 0. • Nachhaltiges Bauen Die Forderung nach nachhaltigem Bauen wird in vielerlei Hinsicht gefördert. dies reicht von der EU-Richtlinie zur Effizienzsteigerung bis zu der zunehmenden Einführung von Richtlinien zur unternehmerischen Sozialverantwortung in vielen Unternehmen. Der Nachweis des nachhaltigen Bauens ist zu einer wesentlichen Frage bei der Erteilung der Baugenehmigung geworden.20 W/m2K für Dächer Dreischalige Lichtkuppeln (15% Dachfläche) Systeme aus Holz und GFK für Spannweiten bis 16 m Vermehrter Einsatz von Photovoltaik Windräder zur Energieerzeugung Sprinkleranlagen nach Kundenwunsch Dach und Wand U-Werte von 0.05 Best Practice iN eUrOPa . künftige trends im industriebau Die folgende Zusammenfassung der Trends im modernen Hallenbau ist einem Bericht des Steel Construction Institute entnommen.5 m Tiefe und 67.25 W/m2K für Wände und 0.

eNtwUrfsasPekte fallstUdieN 06 06 Fallstudien Eine Reihe von Fallstudien werden in diesem Abschnitt vorgestellt. • Netto Supermarkt. Einkaufszentrum CACTUS. Waghäusel / Deutschland Hochregallager in Silobauweise mit Fassade aus Stahlkassetten und einem begrünten Dach Airbus Industriehalle Toulouse Einkaufszentrum Cactus Esch-Alzette Netto Supermarkt Schweden Verteilzentrum Waghäusel • • EUROBUILD in Steel 45 . Die Fallstudien decken ein Spektrum von Bauformen und Standorten in ganz Europa ab. Esch-Alzette / Luxemburg Rahmen mit gebogenen Cellformträgern für die stützenfreien Raum und ein Höchstmaß an Transparenz. Die Fallstudien und die zugehörigen Tragsysteme lassen sich wie folgt zusammenfassen: • Airbus Industriehalle. Toulouse / Frankreich Weitgespannte Fachwerkbinder für Nutzungsflexibilität und schnelle Montage. um die zuvor beschriebenen Konstruktionen und Entwurfsprinzipien zu verdeutlichen. Schweden Leichte Konstruktion aus Stützen und Binder mit Aussteifung durch Schubfeldwirkung und Verbände Verteilzentrum.

06 Best Practice iN eUrOPa . die von dem Fachwerkträger des Hauptragwerks abgehängt sind und zusätzlich an den Stützen befestigt sind. 35 m Spannweite. Das größte Gebäude ist 115 m lang und 250 m tief und ist mit den folgenden schweren Kranen ausgestattet: • zwei parallele Laufkrane. Diese riesige Struktur konnte durch den Einsatz eines Fachwerkträgers und vorgefertigter Bauteile wirtschaftlich erstellt werden. Schiebetüren sorgen für eine 117 x 32 m Öffnung. Die Krane für die Flügel rollen auf Schienen. ist 45 m hoch und bietet Spannweiten von mehr als 115 m. des Flugzeugs der nächsten Generation für interkontinentale Flüge. 22 Tonnen Last für das Heben der Flügel. 50 m Spannweite. ist ein Spiegel der Unternehmensphilosophie. 30 Tonnen Last für den Transport des Rumpfes • zwei Zweiträger Laufkrane mit 4x2 Tonnen Tragfähigkeit für den normalen Einsatz. Aufgrund der zu erwartenden Änderungen in dem industriellen Prozess nach mehreren Jahren der Produktion wurde unter Berücksichtigung eines schnellen Kapitalrückflusses ein Konzept zur Umnutzung und Modernisierung entwickelt. • zwei parallele Laufkrane. die das Tragwerk nach außen sichtbar macht. die erfüllt werden mussten.000 m² Nutzfläche. Die Architektur. sind die effiziente Flächenausnutzung und Flexibilität bei der Anordnung der internen Räume. Sie werden durch eigene Rahmenkonstruktionen unterstützt. Kriterien. Innenansicht des Gebäudes während der Bauphase 46 EUROBUILD in Steel . Nutzen für den anwender: • „Fast-Track” Projekt • Effiziente Nutzung von Stahl • Flexibilität bei der Anordnung der internen Räume • Nachhaltigkeitsansatz • Hohe Tragfähigkeit Diese Industriehalle überspannt 200.iNdUstrieBaUteN AIRBUS-Halle in Toulouse Der Stahlbau ermöglicht große Spannweiten bei geringem Gewicht für eine große Industriehalle für die Produktion des Airbus A380.

konstruktionsdetails Diese einfache Methode bietet die folgenden Vorzüge: • Schnelle Verbindung in einer kritischen Phase der Montage • Kein Schweißen während der Montage • Der Binder wird einfach auf der Stütze aufgelegt.5 m in Feldmitte. ein einfacher Ablauf und schneller Bauprozess. Die Herstellung der Binder am Boden bietet viele Vorteile.50 97. technischen Einbauten. usw. eine sichere Montage. BUYCK (Belgien) Koordination: SOCOTEC und VERITAS (Alle Abbildungen in dieser Fallstudie wurden bereitgestellt von: Cabinet Jaillet-Rouby. Ein Hallenmodul besteht jeweils aus zwei parallel angeordneten Fachwerkrahmen im Abstand von 33 m. der Dachkonstruktion.20 51.00 + 32. und wird zunächst am Boden komplett fertiggestellt und dann in einem Stück auf die Stützen gehoben.20 117.eNtwUrfsasPekte fallstUdieN 06 Dach und Dachbinder: Die Dachbinder überspannen 117 m. Die Höhe der Binder variiert zwischen 8 m an der Stütze bis zu 13.60 Y1 Y4 Y7 Y10 Y13 Y14 EUROBUILD in Steel 47 . z. Frankreich) Brandwand + 46. die begrenzte Notwendigkeit von Gerüsten. JOSEPH PARIS. RICHARD DUCROS (Frankreich). Die vertikalen Durchbiegungen der Binder sind aufgrund der Anforderungen aus dem Kranbetrieb auf 1/2000 der Spannweite begrenzt.B. Ein Dachelement besteht aus je einem vorderem und hinteren Binder. Jede Stütze besteht aus zwei separaten Gurtquerschnitten mit dazwischenliegendem Fachwerksteg. Die Stützen sind im Fundament eingespannt und haben in beiden Richtungen gleiche Schlankheitsverhältnisse um ein Ausknicken der Stützen während des Anhebevorgangs zu vermeiden. Die Stäbe der Fachwerkträger sind aus I-Profilen hergestellt und mit Schrauben angeschlossen. Die Verbindungen zwischen den Bindern und Stützen sind gelenkig. CIMOLAI (Italien).20 97.20 97. Projektbeteiligte Bauherr: EADS Architekt: ADPI Tragwerksplanung: Kooperation: ADPI und Jaillet-Rouby Ausführung: URSSA (Spanien). Brandschutzausrüstung. CASTEL et FROMAGET.

Zur Berechnung der Brandentwicklung in dem Supermarkt kam das Naturbrandkonzept zum Einsatz. dass die Stahlkonstruktion. Nutzen für den anwender: • Stützenfreier Innenraum bietet maximale Flexibilität • Transparentes Erscheinungsbild durch gebogene Cellformträger • Architektonische Lösung • Ungeschützter Stahl durch Ingenieurmethoden des baulichen Brandschutzes allgemeines Dieser mittelgroße Supermarkt befindet sich im Zentrum der Stadt Esch/Alzette und ersetzt ein älteres Gebäude. Das Gebäude unterstreicht die Leichtigkeit der exponierten Stahlkonstruktion durch ein modernes Brandschutzkonzept. 48 EUROBUILD in Steel .06 Best Practice iN eUrOPa . modernes Einkaufszentrum und entschied sich für einen offenen Raum mit großen verglasten Flächen in zwei der Fassaden. besticht durch eine moderne Stahlkonstruktion mit gebogenen Cellformträgern und durch eine verglaste Fassade. Der Besitzer wünschte sich ein helles. Durch Anwendung dieses Verfahrens konnte das Gebäudekonzept mit seiner voll verglasten Fassade und der sichtbaren Stahlkonstruktion realisiert werden.iNdUstrieBaUteN Einkaufszentrum CACTUS in Esch/Alzette Dieses innerstädtische Projekt in Esch/Alzette. Eine Anforderung an den Entwurf war. Aufgrund der Lage des Supermarkts im Stadtzentrum schrieben die lokalen Behörden eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten für die Stahlkonstruktion des Daches vor. mit ihren langen gebogenen Cellformträger sichtbar bleiben sollte. Luxemburg.

Der Durchmesser der Öffnungen beträgt 400 mm und der Abstand zwischen den Öffnungen 600 mm. Architekt: Paczowski Fritsch Associés Tragwerksplanung: Schroeder & Associés S.5 x 48. Eine komplettes Modell des Gebäudes wurde in 3-D abgebildet und analysiert. Alle Simulationen wurden mit der FESoftware SAFIR ausgeführt. Bauherr: Cactus S. Der Temperaturverlauf im Brandraum wurde anhand eines Zweizonenmodells mit der Software Ozone berechnet und die lokalen Einwirkungen auf die Bauteile wurden mit Hilfe der Hasemi-Methode bestimmt. Brandschutzkonzept: Arcelor Profil Luxembourg R&D Projektdaten Fertigstellung: Maximale Höhe: Grundrissfläche: 2003 9. Dämmung und Abdichtung. usw. Die Rahmen sind durch Pfetten und Verbände in Dach und Wänden miteinander verbunden und ausgesteift. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Rahmen liegt bei 7. Naturbrandkonzept Projektbeteiligte ArcelorMittal R&D Luxemburg wurde gebeten ein Brandschutzkonzept zu entwickeln und die Anwendung des Naturbrandkonzeptes wurde von den lokalen Behörden akzeptiert. um den Bruch der verglasten Flächen (Fassaden auf Vorder.A. Die Dacheindeckung besteht aus Stahlprofilblechen (HOESCH Bogendach TR44A).Die Träger sind Arcelor Cellular Beams © aus HEB450 in S235 Stahl. in Feldmitte des gekrümmten Riegels beträgt die Höhe 9. Das Ergebnis dieser Berechnung mit Ingenieurmethoden war.). Ausführung: MABILUX S. Rauchabzugsanlagen. Die Rahmen sind mit durchlaufenden Pfetten (IPE 200) miteinander verbunden.5 m. Es wurde eine Reihe von Simulationen durchgeführt. Sprinkler waren aufgrund der geringen Größe des Gebäudes nicht erforderlich.0 m EUROBUILD in Steel 49 .eNtwUrfsasPekte fallstUdieN 06 tragwerk Das Haupttragwerk besteht aus einer Reihe von Rahmen mit Stahlstützen und gebogenen Cellformträgern. Das Brandschutzkonzept basiert auf der Grundlage der Vorschriften der EN1991-1-2 (charakteristische Brandlast für Bürogebäude 730 MJ/m²) und berücksichtigt die aktiven Brandbekämpfungsmaßnahmen (automatischer Alarm & Übermittlung an die Feuerwehr. Der lichte Abstand zwischen zwei angrenzenden Öffnungen ist somit 200 mm.A.und Rückseite sind komplett verglast) zu analysieren.A. dass die Stahlstruktur keinen passiven Brandschutz erfordert. Die Rahmenspannweite beträgt 20 m. Die endgültige Höhe der Träger beträgt 590 mm. Da die maximale resultierende Stahltemperatur in den Stützen bis zu 880°C erreicht. An der Traufe ist die Halle 7.3 m 28. wurde eine 3-D Finite-ElementeAnalyse unter Berücksichtigung der gesamten Gebäudestruktur durchgeführt.55 m hoch.13 m.

welches die Horizontallasten aus Wind an die Windverbände weiterleitet. konstruktionsdetails Die am häufigsten verwendete und oft auch wirtschaftlichste Art der Stabilisierung einer Halle ist die Anordnung von Windverbänden in den Giebel. dass abhängig von der geografischen Lage unterschiedliche Schnee.iNdUstrieBaUteN Netto Supermarkt. Die Schnee- lasten variieren zwischen 1-3 kN/m² und die Windgeschwindigkeit zwischen 21-26 m/s.und Windlasten anzusetzen sind. Dachbindern und einer Dacheindeckung. Dachbindern und Trapezblechen auf dem Dach. Das Tragwerk besteht aus gelenkig gelagerten Stützen. In Schweden werden alle Netto-Shops sind in einer ähnlichen Art gebaut. wie Nettos neue Filiale in Smålandsstenar eignet sich diese einfache und kostengünstige Konstruktion Lösung sehr gut. welches die Horizontallasten aus Wind an die Windverbände weiterleitet. Schweden Dies ist ein Beispiel eines typischen schwedischen Industriebaus in Leichtbauweise.06 Best Practice iN eUrOPa . Für Bauvorhaben. bestehend aus Stützen. und die Aussteifung übernimmt. Das hier beschriebene System sehr wirtschaftlich und in Schweden sehr weit verbreitet. dies ermöglicht einen außergewöhnlich schnellen Planungs.und Längswänden und die Ausbildung der Trapezprofileindeckung im Dach als Schubfeld. eine marktbeherrschende Position ein. die es bei diesen Tragwerken gibt. welche zusammen mit den Windverbänden in den Wänden für Stabilität sorgen. Das Schubfeld wird in der Regel von Trapezprofilen gebildet. die als Industrie-oder Lagerhallen genutzt werden. die als Schubfeld ausgebildet ist.und Bauprozess. Die kleinen Unterschiede. resultieren daraus. die entweder 50 EUROBUILD in Steel . Das Dach ist als Schubfeld ausgebildet. Nutzen für den anwender: • Schnelle Bauweise • Hohes Maß an Vorfertigung • Kleine Abmessungen der tragenden Bauteile • Wenige oder keine internen Stützen bieten große Flexibilität und einfache Umbaumöglichkeiten für geänderte Nutzungen allgemeines Leichte eingeschossige Gebäude mit Stahlkonstruktion nehmen unter den Gebäuden.

Die erforderliche Zeit für die Montage der Stützen. die für den Netto-Shop verwendet werden. Projektbeteiligte Bauherr: Netto Marknad AB Architekt: GL Consult Tragwerksplanung: EAB AB Stahlbauausführung: EAB AB Projektdaten Verkaufsfläche: Stahlverbrauch: Dachfläche: Bauzeit: Projektzeitraum: 750 m² 20 Tonnen 1000 m2 5 Wochen 17 Wochen Bauzustand: Dacheindeckung und Zwischendecken sind montiert 3D-Modell zur statischen Berechnung EUROBUILD in Steel 51 .eNtwUrfsasPekte fallstUdieN 06 direkt auf den Hauptrahmen oder auf zusätzlichen Pfetten aufliegen. die für Dächer oder Wände verwendet werden. z. HEA-Profile werden auch als Giebelbinder verwendet. sind zwischen 0. Vorausgesetzt. Profilierte Bleche. die Bauhöhe auf ein Minimum zu reduzieren. kann auch eine rahmenartige Ausbildung der Längswände in Betracht gezogen werden. B. Im nächsten Schritt wurde die Wandverkleidung montiert und die Dachdeckungsarbeiten wurden ausgeführt. Die Trapezprofile. aus Eigengewicht. durch mechanische Befestigungen oder Schweißen. handelt es sich um eine sehr zuverlässige Form der Aussteifung. wie z.2 mm dick. Wenn es wichtig ist. Verbände in den Wänden anzuordnen. in die Verbände und Stützen.B. Für Deckenträger mit einer maximalen Spannweite von 10 m werden auch IPE-Profile verwendet. die in der Regel durch HEA-Profile gebildet werden. oder wenn es nicht möglich ist. Binder und der tragenden Dachschale betrug rund eine Woche. Sie übertragen sowohl vertikale als auch horizontale Beanspruchungen. und erfolgte nach der Herstellung der Fundamente. sind sehr effektiv im Hinblick auf ihre Schubfeldsteifigkeit.65 mm und 1. Schnee und Wind. Schließlich wurden die technischen Einbauten und der Innenausbau innerhalb des wetterfesten Gebäudes installiert. dass die Profile ordnungsgemäß an den sekundären und primären Tragwerkselementen befestigt sind.

Nutzen für den anwender: • Höchstmögliche Lagerdichte • Keine Beeinträchtigung durch Gebäudestützen • Kostengünstigste Konstruktion für Hochregallager • Geringe Bauzeit • Schneller Kapitalrückfluss allgemeines Kommissionierlager Warenein-/ -ausgangshalle dm-drogerie markt – eine der führenden Drogeriemarkt-Ketten in Europa – betreibt über 1500 Filialen und beschäftigt rund 20.und ausgehende Waren. ist vor allem der deutlich kürzere Abschreibungszeitraum ein zusätzlicher Vorteil. der Techniktrakt. der Tschechischen Republik. Das Verteilzentrum gliedert sich in 4 Hauptgebäude. Österreich. als Stahlkonstruktion erstellt.000 Mitarbeiter. Abgesehen von der kurzen Realisierungszeit und den vergleichsweise geringen Kosten. in Süddeutschland zwischen Karlsruhe und Mannheim.000 Produktlinien – etwa 10% davon Eigenmarken –in Deutschland. und die Investition kann früher „arbeiten“. wurde für das Herz des Komplexes. Allerdings muss die Regalkon- Techniktrakt Büro. Während die Halle für ein. Es bietet Platz für 24. Sozialräumen und Kantine als reine Stahlbetonkonstruktionen konzipiert sind. Das Kommissionierlager ist 90 m lang.06 Best Practice iN eUrOPa . Kroatien und der Slowakei an. zu errichten. 125 m breit und 20 m hoch. Bei einem Umsatz von beinahe 3 Milliarden Euro bietet dm-drogerie markt eine Palette mit rund 12. d. Die Regale werden auf der Betonplatte unter freiem Himmel errichtet. Italien. Im Jahr 2003 entschied sich dm-drogerie markt ein weiteres Logistikzentrum am Standort Waghäusel. Sozialräume und Kantine Übersicht 52 EUROBUILD in Steel .024 Kommissionierund Lagerplätze.h.iNdUstrieBaUteN Verteilzentrum in Waghäusel Im Jahr 2004 hat das dritte Verteilzentrum der Drogeriemarktkette dm seinen Betrieb mit einer Lagerfläche von 20.000 Quadratmetern in Waghäusel aufgenommen. Im Vergleich zur Errichtung eines Innenlagers mit vorgeschalteter Bauzeit der Halle werden so deutlich kürzere Ausführungszeiten erzielt. die Regale bilden gleichzeitig die Unterstützung für das Dach und die Fassade. sowie der Bereich mit Büros. das Kommissionierlager. Das Kommissionierlager besteht aus einer sogenannten gebäudetragenden Regalkonstruktion. Durch die Ausführung des Lagers in Silobauweise konnten im Vergleich zu traditionellen Lösungen Zeit und Geld gespart werden. Die Dachund Wandverkleidung der Regalkonstruktion erfolgt leicht zeitversetzt parallel zur Montage.

Die tragende Innenschale des Daches wird aus Stahltrapezprofilen gebildet. Sowohl das Kommissionierlager als auch die WE-WA-Halle sind mit vollständigen Sprinkleranlagen ausgestattet. konstruktionsdetails Es gibt insgesamt 5 Treppentürme aus Stahlbeton mit einer Feuerbeständigkeit von 90 Minuten. Worms Technische Gebäudeausrüstung: AXIMA GmbH.und -ausgang sind durch Brandwände getrennt.V.drogerie markt GmbH & Co. Darüber hinaus ist eine automatische Brandmeldeanlage installiert. Doetinchem. Stuttgart Generalübernehmer: Swisslog AG. Bauherr: dm. Auf jeder Kommisionierebene befindet sich ein Büro für Schichtführer mit 4 Arbeitsplätzen in Massivbauweise. Switzerland Stahlbauausführung: Nedcon Magazijninrichting B.eNtwUrfsasPekte fallstUdieN 06 struktion so ausgelegt sein. Die Wandverkleidung erfolgt mit zweischaligen gedämmten Kassettenelementen aus Stahl. KG Architekten: BFK + Partner Freie Architekten BDA. Kunststoffdichtungsbahn und einer extensiven Dachbegrünung.000 m³ Warenein. Projektbeteiligte Die in Silobauweise ausgeführte Stahlkonstruktion des Kommissionierlagers ist auf einer Bodenplatte aus Stahlbeton errichtet.500 m² Innenansicht des Kommissionierlagers Schnitt EUROBUILD in Steel 53 . An der hinteren Wand dienen außen liegende Fluchtgänge aus Stahl als Verbindungsstege zu den Treppentürmen. wobei in der Kommissionierhalle zusätzlich ein Regalschutz vorgesehen ist. Karlsruhe Projektdaten Bauzeit: 2003-2004 Grundstücksfläche: 70. Buchs. Netherlands Brandschutzkonzept: Brandschutz Hoffmann. dass sie den zusätzlichen Lastfällen einschließlich der Eigenlast der Gebäudehülle sowie die Belastungen durch Wind und Schnee gerecht wird. Die Dacheindeckung besteht aus 100 mm Wärmedämmung.000 m² Kommissionierlager: 200.und -ausgangshalle: 4. Darüber hinaus verhindert ein massiver stoßfester Dachstreifen aus Stahlbeton die Ausbreitung des Feuers zwischen Kommissionierlager und WE-WA-Halle. Brandschutz Kommissioniergebäude und die Halle für Warenein. Diese Brandwände reichen bis 50 cm über das Dach der WE-WA-Halle. Die Innenkassetten sind an den Stützen der Giebel und Längswandkonstruktionen befestigt.

111 20 Stockholm.de .2713 HX Zoetermeer. rue de Luxembourg.es SBI Vasagatan 52. Germany www.arcelormittal. SL5 7QN.ArcelorMittal Long Carbon. Research and Development. Berkshire.40237 Düsseldorf.2700 AD Zoetermeer. NL .com Forschungsvereinigung Stahlanwendung (FOSTA) Sohnstraße 65.4009 Esch/Alzette. Postbus 190. The Netherlands www. 48160 Derio. Spain www. D .Immeuble Apollo.stahlforschung. France www.de Labein .tu-dortmund. L . Luxembourg www.Lehrstuhl für Stahlbau August-Schmidt-Straße 6.bouwenmetstaal.Tecnalia C/Geldo – Parque Tecnológico de Bizkaia – Edificio 700.se The Steel Construction Institute (SCI) Silwood Park. Sweden www. 66. L’orme des merisiers .labein. D . Germany www.com Bouwen met Staal Boerhaavelaan 40.cticm.steel-sci. SE . Bizkaia. F . United Kingdom www. NL .org Technische Universität Dortmund Fakultät Bauwesen .91193 Saint-Aubin.nl Centre Technique Industriel de la Construction Métallique (CTICM) Espace Technologique. Ascot.sbi.44227 Dortmund.