Münchens Kolonialviertel

Deutsche Kolonialgeschichte und die Auseinandersetzung um Münchner Straßennamen

Hererohäuptling Kambazembi, Waterberg, ca. 1870
Foto: Wikipedia

Eine Reise in die deutsche Vergangenheit. häufig wird das damalige Vorgehen der deutschen Kolonialherren beschönigt Thema oder sogar gerechtfertigt – und zwar von Politikern wie auch von Bürgern. An den heftiLehrstück über gen Reaktionen wurde deutlich. klagende Anwohner.Münchens Kolonialviertel – VORWORT Unglaublich. die sich über sechs Münchner und ein Jahre lang hinziehen sollte und aufschlussreiches allerhand kolonialistisches Gedankengut zutage förderte. einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen Geschichte zu leisten und zugleich ein Stück Stadtgeschichte zu dokumentieren. bei der wir uns für weltweite Solidarität und Gerechtigkeit und gegen Rassismus einsetzen.Stadtrat Siegfried Benker für die denen Kolonialismus in Fraktion Bündnis 90/Die Grünen /Rosa Liste die Entkolonialiden Köpfen so mancher sierung der Münchner Straßennamen und stieß damit eine Münchnerinnen und Debatte an. das noch einer gründlichen Politik mit Aufarbeitung bedarf. ist uns die Bewusstseinsbildung zu diesem Thema ein besonderes Anliegen. dass den Umgang der die deutsche Kolonialgeschichte ein Thema ist. der Vorstand 3 . ein Blick auf Im Juni 2003 beantragte der den immer noch vorhan. Nord Süd Forum München. Deshalb nimmt das Nord Süd Forum mit dieser Broschüre die Gelegenheit wahr. was ein Stadtratsantrag zur Umbenennung von Straßennamen auslösen kann: Jahrelange Auseinandersetzungen. wüste Beschimpfungen. Gerade im Rahmen unserer EineWelt-Arbeit. ausgehend von der Auseinandersetzung um Straßennamen in Münchens Kolonialviertel. Das Wissen über dieeinem sen Teil unserer Vergangenheit ist meist lükbrisanten kenhaft und einseitig.

...................... Deutsch-Südwest-Afrika Lothar von Trotha und der Völkermord an den Herero ........Vorwort ........... 03 “Wir waren mal wer – und das lassen wir uns nicht nehmen!“ Interview mit Stadtrat Siegfried Benker ...... Kamerun Hans Dominik – der “Schrecken von Kamerun“ .............. Togo......................................................... Deutsch-Ostafrika Hermann von Wißmann – ein harmloser Afrikaforscher? ................................................................................ Quellen .................................................... Kiautschou / Tsingtau China............... Deutsche Kolonien und Münchner Straßennamen ............................................................................................................................ Karl von Gravenreuth ............................................................................................................................... Deutsch-Neuguinea und Samoa ........................................................ Die lange Geschichte bis zum Beschluss und seiner Umsetzung .............. III.............................................................................................................................................................................................................. IV. Impressum .......... Historische Hintergründe ausgewählter Münchner Kolonialstraßennamen ................................ 09 11 13 14 15 15 19 21 22 23 24 26 27 4 .......................... 05 Entkolonialisierung der Münchner Straßennamen – kurzer Abriss einer sechsjährigen Auseinandersetzung .. I.................................................................... Neue Namenserläuterungen für die Münchner Kolonialstraßen ............. II....... Deutsche Kolonialgeschichte (1871 -1919) ..

Konkret benannt habe ich immer Lothar von Trotha. dass die Straßen. Nord Süd Forum: Das ist ja ein harter Vorwurf. Das Zeitalter des Kolonialismus ist doch längst vorbei und die Entkolonialisierung von Straßennamen sollte doch Konsens sein. Hans Dominik. umbenannt werden. Bei vielen wurde aber auch deutlich. die nach den schlimmsten Kolonialherren benannt wurden. Mails und Briefe waren eindeutig. Die Benennung der Kolonialstraßen in Trudering und Bogenhausen war ja ein bewusstes Zeichen im öffentlichen Raum: Nach dem Verlust des Kolonialreiches nach dem 1. was ich unter Entkolonialisierung verstanden habe. Ich wollte vor allem. dass die deutsche Kolonial- 5 . nach einigen der übelsten Kolonialoffiziere. Alle anderen Straßennamen sollten bleiben und Erläuterungstafeln angebracht werden. dass sich die MünchnerInnen mit der Geschichte des deutschen Kolonialismus beschäftigen – aber auch. dass sie um das kämpfen. Viele. hinaus geäußert hat – und das waren viele – die haben darauf abgehoben. was dahinter steht: Die Beschönigung der deutschen Kolonialgeschichte. dass konkret im Stadtbild etwas geschieht. Die Hauptwiderstände waren folgende: Die Anwohner waren nicht im Ansatz bereit. eine Umbenennung mitzutragen. Sie haben im Sommer 2003 einen Antrag auf “Entkolonialisierung der Münchner Straßennamen“ gestellt – und damit eine mehr als sechsjährige heftige Debatte ausgelöst. weil sie die daraus folgenden Unannehmlichkeiten wie Änderung der Adresse im Personalausweis oder Änderung des Briefpapiers nicht mittragen wollten. Weltkrieg wollten die Kolonialverbände und die Nationalsozialisten ihre Ansprüche nochmals geltend machen – und haben eben das Kolonialviertel geschaffen. nach Schlachtenorten oder es waren einfach geografische Bezeichnungen. Wo kamen denn die Hauptwiderstände her? Siegfried Benker: Zunächst möchte ich erläutern.“WIR WAREN MAL WER “ – UND DAS LASSEN WIR UNS NICHT NEHMEN! Interview mit Stadtrat Siegfried Benker Nord Süd Forum: Sehr geehrter Herr Benker. Benannt wurden die Straßen nach historischen Siegen über Einheimische – genauer genommen meistens Massakern. die eine Straßenumbenennung bedeutet. Mein Antrag ging dahin. Hermann von Wißmann und Karl von Gravenreuth. Lässt sich das denn belegen? Siegfried Benker: Die Anrufe. Wer sich über die Tatsache des Ungemachs.

Nach Herzog Ernst ist ein Platz in Untersendling benannt. Nord Süd Forum: Ein Argument der Gegner war ja immer. Ich will aber auch inhaltlich darauf eingehen. Entscheidend ist die Frage: Wo hat der einzelne wirkliche persönliche Schuld auf sich geladen? Doch auch diese Frage führt zu schwierigen ethischen und historischen Fragen: Wie schuldig ist der einzelne 6 . überall etwas zu unternehmen. Dies geschah aber nie mit dem Wunsch. Agnes Bernauer. die nach heutiger Sicht keine ehrende Straßenbenennung mehr erhalten würden. dass die Kolonialherren auch Gutes wie Straßen und Schulen gebracht haben. Bei einer Veranstaltung in Trudering hat ein Anwohner sogar die 25 Stockschläge für die Schwarzen in Kamerun verteidigt. Ich will Geschichte ja nicht verschwinden lassen. der Gas für eine humane Waffe hielt und im 1. Man sucht sich aus. Oder Hella von Westarp – ihre Straße ist in Kirchtrudering – war Sekretärin der Thule-Gesellschaft. Ich bin völlig gegen eine Umbenennung aller Kolonialstraßen. Sollte da nicht auch genauer hingeschaut werden? Siegfried Benker: Es gibt noch weitere Beispiele: die Haberstraße in Untermenzing ist nach dem Chemiker Fritz Haber benannt. die nach wirklichen oder vermeintlichen Verbrechern benannt wurden. bei Straubing ertränken lassen. Die Abwägung. erspart. Heinrich von Treitschke hat sich mit dem Satz “Die Juden sind unser Unglück“ hervorgetan. Siegfried Benker: Das hat sich für mich eher nach einseitiger Information angehört. Die Verbrechen des Deutschen Kolonialismus sind hinter den unerhörten Verbrechen des Nationalsozialismus fast verschwunden. sondern bewusst machen.geschichte doch gar nicht so schlimm war. In Moosach gibt es noch immer die Treitschkestraße. als ob die Gegner zumindest gut informiert gewesen wären: Kamerun galt ja bis 1918 als “The 25 Country“ – wegen der Standardstrafe der deutschen Kolonialherren gegen alle Formen des wirklichen oder befürchteten Ungehorsams dort. Weltkrieg die Kolonien abtreten musste. blieben Deutschland die Befreiungskriege der Kolonien. weil gerade in ihrem Viertel die Kolonialstraßen thematisiert wurden. Es ist anscheinend das Gegenstück zu dem “wir sind wieder wer“ nach dem 2. die genau diese schöngefärbte Kolonialgeschichte brauchen und verwenden. um sich trotz des Nationalsozialismus einen Stolz auf die deutsche Geschichte zu konstruieren. Diese Frage wurde immer wieder aufgeworfen. ist äußerst schwierig und nur im Einzelfall zu entscheiden. dass auch andere Straßen nach Menschen benannt sind. Weltkrieg: “Wir waren mal wer“ – und das lassen wir uns nicht nehmen. nirgends etwas zu machen. Der hatte aus dynastischen Gründen 1435 die Ehefrau seines Sohnes. Die CSU hat sogar von Diskriminierung der Truderinger gesprochen. was man haben will. bei welchem Straßennamen etwas getan werden sollte und wo nicht. Nord Süd Forum: Das klingt so. Weltkrieg “Vater des Gaskriegs“ genannt wurde. sondern mit dem Anliegen. Mit Akribie wurden mir weitere Straßen genannt. um die Entkolonialisierung der Münchner Straßennamen zu verhindern. wie sie beispielsweise Frankreich in Algerien geführt hat. zumindest nicht so schlimm wie die anderer Länder. Und weil Deutschland schon nach dem 1. Und damit wird die deutsche Kolonialgeschichte schöngeredet – es sind überraschend viele. einer Vorläuferin der NSDAP. Es war also oft ein Argument.

sondern nur aus ihrer Zeit heraus. Damals wären die Zeiten halt so gewesen. Ehrungen in Form von Straßenbenennungen abzuerkennen oder die offiziellen Erläuterungen für die Straßenbenennungen deutlich zu ändern.Wehrmachtssoldat. nicht aus heutiger Sicht bewerten dürften. das den einzelnen persönlich schuldig macht? Ich halte es für völlig verfehlt. Damals wie heute. Nord Süd Forum: Viele haben eingewandt. dem ehemaligen Deutsch-Südwest-Afrika übrigens. Da habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten – sogar aus Namibia. Es war keineswegs so. Wenn. die Geschichte des Kolonialismus zu thematisieren – Straßenumbenennungen wären aber der falsche Weg. Herzog Ernst mit Lothar von Trotha zu vergleichen. sondern immer auch um Bewusstseinsarbeit. kann das denn sein. sind allesamt nach Personen benannt. Die Diskussion um die Kolonialstraßen hat mit Sicherheit viele Menschen dazu gebracht. die ich zur Umbenennung vorgeschlagen habe. Es ist diese ewige Tätersicht. Die CSU hat ja immer gesagt. dass die ehemalige Von-Trotha-Straße jetzt nicht mehr nach dem Täter. Es waren ja die Proteste im Deutschen Reich. dass wir die Personen. Zu Lothar von Trotha hat August Bebel im deutschen Reichstag gesagt. Aber es ist schon ein Zeichen. Nord Süd Forum: Nachdem die Diskussion zwischenzeitlich so nervenaufreibend war: Machen Sie weiter und schlagen jetzt andere Straßen zur Umbenennung vor? Siegfried Benker: Die Diskussion hat dazu geführt. die hier durchscheint: Wir konnten doch gar nicht anders. wie man so schön sagt? Siegfried Benker: Selbstverständlich ist es eine Bewertung aus heutiger Sicht. einen Krieg wie der Herr von Trotha könne jeder Metzgerknecht führen. die irgendwann zur von oben verordneten Aufhebung des Vernichtungsbefehls von Trothas führten. Beurteilen Sie nicht aus der heutigen Sicht heraus Schuld und Unschuld? Waren die Täter einfach Kinder ihrer Zeit. die während der Kolonialzeit agiert haben. Die Straßen. dann muss jede einzelne Straße und jede einzelne Geschichte genau angeschaut werden. dass die Verbrechen des Kolonialismus nicht auch schon damals deutlich benannt wurden. Massaker an der Zivilbevölkerung waren immer Verbrechen. Natürlich hat das immer eine begrenzte Wirkung – wie ein Buch oder ein Dokumentarfilm auch. Deshalb sollen eben auch Erläuterungstafeln angebracht werden. dass eine Stadtratsmehrheit heute bereit ist. dass es diese Straße weiter gibt? Auch im Stadtrat hat die von der CSU 7 . Hans Dominik wurde zwischenzeitlich auch vor den Reichstag zitiert wegen seines Vorgehens in Kamerun. die bereits in ihrer Zeit heftig umstritten waren. Aber: Verbrechen gegen die Menschlichkeit. dass sich viele Menschen erstmals ihren Straßennamen genauer angeschaut haben – und eine ganze Reihe hat sich an mich gewandt und gesagt: Schauen Sie sich doch mal meine Straße an. sondern nach den Opfern benannt ist. sich erstmals mit der deutschen Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Siegfried Benker: Es geht nicht nur um Umbenennungen. dass Verbrechen an ihnen verübt werden. der in der Sowjetunion gekämpft hat? Wo ist die Grenze zwischen dem “normalen“ Kriegshandeln und dem Handeln. dass es zwar richtig sei. Die Opfer wussten auch schon 1904. Nord Süd Forum: Jetzt sind wir in einer schwierigen Debatte. Ich halte es für ein wichtiges Zeichen.

wie viele historisch problematische Straßenbenennungen wir in München tatsächlich haben. München. Windhoek. Nord Süd Forum: Vielen Dank für das Gespräch. Berlin 2009 8 . Diese ganzen historischen Straßen müssen deshalb nicht verschwinden. Wenn aber Initiativen von unten Straßennamen thematisieren und das vielleicht zu der ein oder anderen Erläuterungstafel führt – das fände ich wirklich gut. in: INKOTA-Dossier 5. Von den deutschen Truppen in Ketten gelegte Herero-Krieger Foto des National Archives of Namibia.eher verhindernd gemeinte ständige Vorbringung weiterer belasteter Straßennamen doch eher für Nachdenklichkeit darüber gesorgt. Nord Süd Forum: Und wenn Anwohner und Bezirksausschüsse dann eine Umbenennung wollen? Siegfried Benker: Dann wird es sicher nicht an mir scheitern. im Oktober 2010.

Juni 1933 zum Anlass.8. Dem Stadtrat wird ein Vorschlag unterbreitet. welche Straßennamen nach Personen. gibt es in Bogenhausen und in Trudering. Karl von Gravenreuth. an denen für die deutschen Kolonialtruppen siegreiche Schlachten stattgefunden hatten wie am Waterberg in DeutschSüdwest-Afrika oder am Taku-Fort in China. Vorgeschichte: Die Entstehung des Kolonialviertels in Trudering 1932 Am 1. die Von-Gravenreuth-Straße. der folgenden Inhalt hatte: 1. vertreten durch den im Kolonialviertel wohnenden damaligen Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Münchner Rathaus. Die sich daraus ergebenden notwendigen Umbenennungen von Straßen nahm der damals bereits von den Nationalsozialisten dominierte Stadtrat am 22. in Trudering ein sogenanntes “Kolonialviertel“ zu schaffen. Ereignissen und Orten aus der Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonien benannt sind. Weitere Straßen wurden nach Orten benannt. Hans Podiuk. April 1932 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Trudering nach München eingemeindet. Dem Stadtrat wird dargestellt. welche Straßennamen zumindest durch ein Zusatzschild erläutert werden sollten und welche Straßen definitiv umbenannt werden sollten – hier wurden immer wieder die Von-Trotha-Straße. die Dominikstraße und die Wißmannstraße genannt. Das Deutsche Kolonialreich sollte in Trudering nochmals vermessen und symbolisch zurückgefordert werden. Die CSU. Der Stadtratsantrag Am 16. bekannt für den grausamen Vernichtungsfeldzug gegen die Herero in Deutsch-Südwest-Afrika 1904. Die Nationalsozialisten kamen mit den Benennungen den alten Forderungen der Kolonialverbände und der “Kriegerschaft Deutscher Kolonialtruppen“ nach. erklärte am 1. welche Straßen auch aus heutiger Sicht unproblematisch sind. Wir betonen hier Trudering. 2.2003 für die CSU: 9 . Juni 2003 stellte Stadtrat Siegfried Benker für die Fraktion der Grünen im Münchner Rathaus einen Antrag. weil sich nur dort die Anwohner mit allen Mitteln gegen Änderungen wehrten. der auf eigene Faust Dörfer von Einheimischen angreifen ließ. der für umfangreiche Überfälle und Massaker an der Bevölkerung in Kamerun verantwortlich war und schließlich Lothar von Trotha. Hans Dominik. wie mit diesem Kolonialerbe umgegangen werden soll. der nicht nur Afrikaforscher. Die Straßen dieses Viertels setzen sich seitdem zusammen aus reinen Länderbezeichnungen wie Togostraße oder Kamerunplatz – aber auch aus Ehrungen für einige der grausamsten Offiziere der Kolonialgeschichte des Deutschen Reiches: Hermann von Wißmann. Es sollen Vorschläge unterbreitet werden. sondern auch Gouverneur für Deutsch-Ostafrika und dort für einige der brutalsten Feldzüge verantwortlich war.E NTKOLONIALISIERUNG DER MÜNCHNER STRASSENNAMEN – KURZER A BRISS EINER SECHSJÄHRIGEN AUSEINANDERSETZUNG Straßennamen. die an die deutsche Kolonialgeschichte erinnern. … und die Reaktionen von Politikern und Anwohnern Dieser Antrag wurde in der Presse positiv aufgenommen – doch der Sturm der Entrüstung ließ nicht lange auf sich warten.

“Straßennamen sind aus ihrer Zeit heraus entstanden und entsprechend zu beurteilen. soweit es nicht linksextremistisch denkt.“ Nach schwierigen Debatten beschloss der Stadtrat aufgrund des Antrages am 25. Haufenweise wird dem Antragsteller Geschichtsfälschung vorgeworfen. um dann die “Naziklatsche“ auspacken zu können.9... Die CSU sprach noch am selben Tag von einem “Entkolonialisierungs-Feldzug“ und davon. der nur den berechtigten Anspruch des Deutschen Reiches auf eigene Kolonien verteidigt hat.“ Herr M.intensiver zu durchleuchten“. der sich wohl stellvertretend gegen das ganze deutsche Volk richtet.06: “Ich habe Ihren Kreuzzug gegen die Einwohner von Waldtrudering verfolgt. “dass es überhaupt keine Notwendigkeit gibt. Hans Dominik wird zum “entscheidungsfreudigen Kolonialkrieger“. dass “der Holocaust eine möglichst lange Vorgeschichte erhält“. geht davon aus. die nicht nur den Straßennamen verteidigen wollen. dass das Münchner Stadtarchiv die zur Debatte stehenden 29 Straßen gutachterlich überprüfen – und zusammen mit dem zuständigen Kommunalreferat aufgrund dieses Gutachtens Vorschläge für das weitere Vorgehen erarbeiten sollte. Interessant sind hierbei die Schreiben. wenn Straßen nach Orten oder Personen aus der Kolonialzeit benannt sind.. Ein Herr M. Ich persönlich kann keine Verherrlichung von Kolonialverbrechen erkennen. Da werden die “Stockschläge für die Neger in Kamerun“ verteidigt. dass es bei diesem “Umbenennungszirkus“ nur darum geht.2003 mit den Stimmen von SPD und GRÜNEN.die Straßenbenennungen aus der Kolonialzeit. sondern gleichzeitig die deutsche Kolonialgeschichte. Hinweise auf historische Tatsachen werden als parteiliche Gutachten abgetan und ignoriert. Von den befragten 511 Anwohnern der vier zur Umbenennung vorgeschlagenen Straßen antworten im Rahmen des Umbennungsverfahrens 52% – und von diesen sind über 93% gegen eine Umbenennung. Die Presse berichtete ausführlich und der Antragsteller erhielt weit über hundert Briefe aus diesem Stadtviertel.1. .. schrieb dem Antragsteller am 30. Angeführt von der CSU brach nun in Waldtrudering ein Entrüstungssturm los.

Doch das Kommunalreferat vertrat die Meinung. Die SPD wollte der Benennung in Hererostraße dann nicht mehr ohne vorheriges Gutachten des Stadtarchivs zustimmen. dass nur die Von-Trotha-Straße umbenannt werden sollte. Jahrhundert. Diese wurden noch eine Zeit lang beschädigt und beschmiert. Vollversammlung des Stadtrats beschließt Umbenennung Damit konnte am 5. dass eine Umbenennung der Von-Trotha-Straße in Hererostraße unbedenklich wäre. dass alle 29 Straßen der Kolonialviertel mit gedenkenden und erläuternden Schildern zur Namensherkunft zu versehen seien. Kronawitter. Derzeit aber scheint diese Debatte beendet zu sein. November 2007 brachte das Baureferat die neuen Straßenschilder an. Der Kommunalausschuss beschloss am 8. Die neuen Schilder Hererostraße werden montiert Am 9. dass es sich bei den Herero nicht um ein “Tätervolk“ handle und erklärte ausdrücklich. Oktober 2006 die Vollversammlung des Stadtrates die Umbenennung der Von-Trotha-Straße in Hererostraße beschließen. und 19. Der Stadtrat hätte nun die vier besonders strittigen Straßen umbenennen können. Foto: Henning Hintze 11 .D IE LANGE G ESCHICHTE BIS U MSETZUNG ZUM B ESCHLUSS UND SEINER Gutachten des Stadtarchivs und Beschluss des Kommunalausschusses Das Stadtarchiv – und alle befragten externen Gutachter – bestätigten die historischen Begründungen des Antragstellers in allen Punkten. Juli 2007 endgültig abgewiesen. Diese Klage wurde am 11.12. Der Streit um die Umbenennung in Hererostraße Weiteres Gutachten des Stadtarchivs – Die Herero als “Tätervolk“? Die CSU meldete Zweifel an der Umbenennung in Hererostraße an – die Herero würden ja selber ein “Tätervolk“ darstellen – wegen angeblicher Kriege der Herero mit anderen Stämmen im 18.2005 – nach einer erbitterten Redeschlacht – die Umbenennung der Von-Trotha-Straße. Zugleich wurde festgelegt. Klage beim Verwaltungsgericht München ein. CSU. Klage beim Verwaltungsgericht Hiergegen reichten sowohl eine Reihe von Anwohnern als auch der damalige Bezirksausschuss-Vorsitzende Dr. In einem weiteren Gutachten stellte das Stadtarchiv klar.

der jetzt auch am Straßenschild angebracht wurde. lautet hingegen: “Hans Dominik… als Offizier verantwortlich für brutale Unterdrückungsmaßnahmen und Hinrichtungen in der deutschen Kolonie Kamerun“. überdacht werden.Der Streit um die Erläuterungstafeln Die zweite Entscheidung des Stadtrats vom 8.2005. die nun in Kurzfassung die wahren Ereignisse der deutschen Kolonialgeschichte aufzeigen.2008 die sieben Erläuterungstafeln in seinem Stadtbezirk mehrheitlich ab mit der Begründung: “Wenn das Verhalten der in den Straßennamen geehrten Personen tatsächlich keine Ehrung zulässt. Der neue Erläuterungstext.2.2009 stimmte der Stadtrat dennoch der Anbringung von Erläuterungstafeln mit aktualisierten Texten zu.“ Der Stadtrat beschließt die Erläuterungstafeln in ihrer heutigen Textfassung In der Kommunalausschusssitzung des Stadtrates vom 12. führte ebenfalls zu Diskussionen. müsste konsequenterweise eine Umbenennung der Straßen erfolgen bzw. die Kolonialstraßen mit Erläuterungsschildern zu versehen. besonders da auch Straßen mit höchst problematischen Namen dabei waren.12.10. Der zuständige Bezirksausschuss Bogenhausen lehnte am 14. So lautete beispielsweise der alte offizielle Erläuterungstext für Hans Dominik: “Hans Dominik… verdient um die Erforschung und Befriedung der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun“. 12 .

Groß-Nabas-Straße 07. Windhuker Straße 08.DEUTSCHE K OLONIEN UND MÜNCHNER STRASSENNAMEN n Kolonien des 2. Bennigsenstraße 13 . Von-Trotha-Straße 02. Taku-Fort-Straße 24. Von-Heydebreck-Straße 03. Lüderitzstraße 05. Askaripfad 12. Dominikstraße 21. Waterbergstraße 06. Leutweinstraße 04. Usambarastraße 16. Tsingtauer Straße Samoa 25. Wißmannstraße 11. Kameruner Straße China 23. Anechostraße Kamerun 19. Swakopmunder Straße Ehemaliges Deutsch-Ostafrika 09. Sansibarstraße Togo 17. Kaiserreiches Münchner Straßennamen nach Ländern / Regionen zugeordnet: Ehemaliges Deutsch-Südwest-Afrika 01. Von-Gravenreuth-Straße 20. Samoastraße Ehemaliges Deutsch-Neuguinea 26. Dar-es-Salaam-Straße 14. Togostraße 18. Tangastraße 13. Von-Erckert-Platz und Von-Erckert-Straße 10. Kibostraße 15. Dualastraße 22.

Die Kolonialmächte standen sich in nichts nach. Diese Aktivitäten führten in München zu den Straßenbenennungen in Trudering und Bogenhausen. Holländer und Portugiesen versuchten. in unserem Fall der Deutschen. München 1981 14 . Nach und nach wurden erworben: Togo. diese Besitztümer offiziell als deutsche Kolonien anzuerkennen. Kamerun. um eine Rückgabe der Kolonien an das Deutsche Reich zu erreichen. Die Antwort der Kolonisatoren. Kiautschou (China). und auch nicht in der Brutalität. läßt sich wohl auch damit erklären. DeutschNeuguinea (Kaiser-Wilhelm-Land. um die Kriegshandlungen in den Kolonien zu glorifizieren und die Erinnerung daran wach zu halten. und zwar mit Erfolg – nur fünf Jahrzehnte vorher. was die Ausplünderung von Land und Leuten anging. die in den Kolonien gekämpft hatten. Indonesien oder Mocambique. dass der Kolonisierte kein Mensch ist. daß man wenigstens auf diesem Gebiet glaubt – nach den Entsetzlichkeiten des deutschen Faschismus – anderen Völkern etwas vorauszuhaben. Der neue deutsche Staat hatte eben kein Algerien. Erhängen und versuchter Völkermord. zu fieberhaften Aktivitäten. sie versucht sie zu entmenschlichen. diesen unterdrückten Menschen Respekt einzujagen.. Jahrhunderts noch keine Kolonien. Weltkrieges von Kriegsgegnern Deutschlands erobert oder mussten nach dem Friedensvertrag von Versailles abgetreten werden.“ Uwe Timm: Deutsche Kolonien. auf eigene Faust zu erwerben.Die koloniale Gewalt hat nicht nur den Zweck. Deutsch-Ostafrika (das heutige Tansania). auf Arbeitsverweigerung die Kettenhaft und auf den bewaffneten Aufstand Erschießen. unterjochen oder töten kann. Nach der Reichsgründung 1871 begannen Abenteurer und Kolonisatoren damit. Bismarckarchipel sowie verschiedene weitere Inselgebiete). zum anderen aber auch.. Auch die Deutschen haben Kolonialkriege geführt. mit der sie jeglichen Widerstand der Unterdrückten niederschlugen. Diese Kolonien wurden entweder bereits während des I. Deutsch-Südwest-Afrika (das heutige Namibia). Zunächst weigerte sich das Deutsche Reich. der in Afrika Straßen und Eisenbahnen gebaut und den Schwarzen das Einmaleins beigebracht hat. Samoa. auch mit Folter und Terror Unabhängigkeitsbewegungen niederzuschlagen. Landstriche. Dieser Verlust der Kolonialgebiete führte bei den sogenannten Kolonialvereinen sowie den Veteranenverbänden der Soldaten (“Schutztruppler“). ohne ein Verbrechen zu begehen. Daß diese Legende so weiterlebt. Erst mit der Ausstellung von “Schutzbriefen“ ab 1884 wurden diese Besitztümer unter Verwaltung des Deutschen Reiches gestellt. vor allem in Afrika.D EUTSCHE K OLONIALGESCHICHTE (1871 – 1919) Durch die Zersplitterung des Deutschen Reiches vor 1871 besaß Deutschland – im Gegensatz zu den anderen europäischen Großmächten – Mitte des 19. zum einen. wo Franzosen. erheben sie es zum Prinzip.“ Jean-Paul Sartre “Im öffentlichen Bewußtsein ist die deutsche koloniale Vergangenheit heute – wenn überhaupt – noch immer in der Weise präsent wie vor 1945: Als Legende vom tüchtigen Deutschen. war auf Ungehorsam die Peitsche. mit allen Mitteln. “Weil keiner seinesgleichen ausplündern.

Schutzgebiet (Deutsch-Südwest-Afrika). versuchte der damalige Gouverneur und Kommandeur der Schutztruppe. November 1904 Nachdem sich die Herero am 12. weil ihnen die deutsche Kolonialpolitik die Lebensgrundlagen als Viehhirten raubte. Theodor Leutwein (Leutweinstraße) den Krieg so zu führen. Gebiet vom Völkerbund als Mandat zugesprochen. Januar 1904 erhoben hatten. 15 . 1884 dt. dass die spätere wirtschaftliche Ausbeutung des Landes unter Zuhilfenahme der Herero nicht gefährdet wurde. Lothar von Trotha und der Völkermord an den Herero Von-Trotha-Straße .Sturm über Südwest.H ISTORISCHE H INTERGRÜNDE K OLONIALSTRASSENNAMEN UNTER BESONDERER AUSGEWÄHLTER M ÜNCHNER B ERÜCKSICHTIGUNG DER VIER BESONDERS PROBLEMATISCHEN K OLONIALHERREN I _________________________________________________________________________________________ Deutsch-Südwest-Afrika 1883 erwarb der deutsche Kaufmann Franz Adolf Lüderitz den gesamten Küstenstreifen zwischen Oranjemündung und 22 ° südl. danach aber im Rahmen eines Friedensvertrages zumindest ein weiteres Zusammenleben zu ermöglichen. 1920 erhielt die Südafrikanische Union das bis dahin dt. Bonn 1997.seit der Umbenennung Hererostraße Foto aus: Walter Nuhn . Kolonialmacht." Lothar von Trotha. Aus diesem Grund verfolgte er die Strategie. ein Krieg in Afrika läßt sich nun mal nicht nach den Gesetzen der Genfer Konvention führen. "Die aufständischen Stämme werden mit Strömen von Blut untergehen. 1903 bis 1907 Aufstand der Herero und Nama gegen die dt. die Herero in eine ausweglose Lage zu bringen. Breite.

"die Belange der Kolonie und der Eingeborenen in der Kriegführung zu berücksichtigen und den Feldzug so durchzuführen. August 1904 kam es nach einem wochenlangen Kesseltreiben zur Entscheidungsschlacht am Waterberg. muss aber mit ca. Sie fand inmitten der notdürftig errichteten Dörfer und Verteidigungslinien der Herero statt.einem Tier war mit einem Messerschnitt die Seite aufgeschnitten.000 bis 30. (Etwas weiter). Am 11. Menschen sitzen in Klumpen ganz unbeweglich. 30../12. Eine Zeitlang verfolgten deutsche Schutztruppler die Fliehenden in die wasserlose Omaheke. Verdurstenlassen als Strategie Zunächst versuchten die fliehenden Herero die wasserlose Omaheke zu umgehen.als wenn sie schliefen. Oberst Deimling soll mit seiner Truppe. Die Zahl der dort Eingeschlossenen ist nur schwer zu schätzen.. da lag eine Ziege am Weg und neben ihr ein Knabe mit mageren.sah ich zwischen Büschen und unter Büschen Schulter dicht an Schulter. sich den nach Südosten und Süden fliehenden Teilen der Herero vorlegen und sie in die Omaheke abdrängen. Die Herero konnten den technisch weit überlegenen deutschen Truppen nur einen Tag Widerstand leisten. Von Trotha erreichte Swakopmund am 11.000 angegeben. merkwürdig langen Gliedern. August gibt General von Trotha weitere Anweisungen für die Verfolgung heraus. Aus dem Tagebuch des Schutztrupplers Michaelsen über seine Verfolgungsaktion: "Nach einer Weile kamen uns drei Kühe entgegen. Weitere Abteilungen sollen den Feind von Norden und Westen her gegen die Omaheke abdrängen. Zum Waterberg hatte sich das gesamte Volk der Herero.000 Menschen angegeben werden. Von-Erckert-Platz) mit seiner Kompanie teil. Bereits im Rahmen dieser Verfolgungsjagden spielten sich furchtbare Szenen ab.. In einer Massenflucht brach das Volk der Herero an der schwächsten Stelle der Umzingelung durch die deutschen Linien und floh in Richtung der Wüste Omaheke.Diese Strategie war den Verantwortlichen im Berliner Generalstab zu langwierig." Von Trotha machte aber deutlich: "Die Würfel sind gegen die Herero gefallen. Die Zahl der aus der Umzingelung Entkommenen wird von Historikern mit 25... als hätten sie sich im Sterben gereckt. Wir ritten eine Weile weiter. in einem weiten Bogen nach Südwesten vorstoßend. Frauen und Kinder mit all ihren Habseligkeiten sowie ihrem gesamten Vieh (dem wichtigsten Besitz der Herero) zurückgezogen.." Waterberg – Beginn eines Völkermordes Die unter Gouverneur Leutwein bereits in Richtung Waterberg (Waterbergstraße) getriebenen Herero wurden nun unter dem Kommando von Trothas eingeschlossen. An diesen Verfolgungsmaßnahmen nimmt auch Hauptmann Friedrich von Erckert (Von-Erckert-Straße. alle Männer. Dieser Plan wurde von von Trotha aber verhindert: Am 16. trocken atmend.. 16 . so dass Leutwein im Mai 1904 abgelöst und als Nachfolger Generalleutnant von Trotha nach Deutsch-Südwest-Afrika geschickt wurde..000 bis 40. Juni 1904. wohl um das hervorquellende Blut zu trinken.. daß das Volk der Herero als solches erhalten bleibe. Im Rahmen einer Unterredung mit von Trotha wollte Leutwein ihn dazu bewegen.

die ich zunächst auf meine eigene Verantwortung übernommen und durchgeführt habe. und habe alle zugelaufenen Weiber und Kinder wieder in das Sandfeld . d. Oktober 1904 wurde ab dem dritten Oktober die Omaheke systematisch und vollständig abgesperrt. Außerdem würde irgendeine Milde von meiner Seite von Seiten der Herero nur als Schwäche aufgefaßt werden. eine Behandlung. der große General der deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero: Die Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. und nicht noch unsere Soldaten infiziert und an Wasser und Nahrungsmitteln beeinträchtigt. sondern nur der rohen Gewalt beugt. Andererseits ist die Aufnahme der Weiber und Kinder.) dazu zwingen. Sämtliche Wasserstellen am Rand 17 . haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten. Innerhalb der deutschen Grenzen wird jeder Herero mit und ohne Gewehr." Von Trotha ließ diese Proklamation in die Hererosprache übersetzen. den ich schon 1897 in meinem Bericht an den Reichskanzler für Ostafrika vorausgesagt habe. der einen der Kapitäne an einer meiner Stationen als Gefangenen abliefert. eine eminente Gefahr für die Truppe. General von Schlieffen. aufhängen lassen. Dieser Aufstand ist und bleibt der Anfang eines Rassenkampfes..1904 Von Trotha verkündete am 2. Sie müssen jetzt im Sandfeld untergehen oder über die Betschuanagrenze zu gehen trachten. die Herero müssten – auch aus Gründen der Abschreckung gegenüber anderen Stämmen – "mit Stumpf und Stiel ausgebrannt werden". kriegsgerichtlich verurteilt. treibe sie zu ihrem Volk zurück. In diesem schreibt er: "Da ich mit den Leuten weder paktieren kann noch ohne ausdrückliche Weisung Seiner Majestät des Kaisers und Königs will. Ich habe gestern. von der ich auch. so ist eine gewisse rigorose Behandlung aller Teile der Nation (der Herero) unbedingt notwendig. Von Trotha aber bestand darauf. die beide zum größten Teil krank sind. zurückgejagt. vor meinem Abmarsch. Meine genaue Kenntnis so vieler zentralafrikanischer Stämme. zumindest einem Teil des in die Omaheke geflohenen Volkes die Rückkehr zu ermöglichen. Oktober 1904 persönlich vor den Offizieren der Schutztruppe folgenden als "Vernichtungsbefehl" in die Kolonialgeschichte eingegangenen Erlass: "Osombe-Windimbe."Noch wäre eine Chance gewesen. ohne direkte Weisung nicht abgehe. Oktober 1904. Ein Exemplar schickte von Trotha an den Chef des Generalstabes.. Das Volk der Herero muß jedoch das Land verlassen. ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf. von Trotha. und legte einen "erläuternden Bericht" bei. Ich." Nach der Proklamation vom 2.. mit oder ohne Vieh erschossen. die in den letzten Tagen ergriffenen Orlogleute. die in die Wüste zurückgejagt wurden. 2. Ich sage dem Volk: Jeder. solange ich das Kommando habe. Sie haben gemordet. Dies sind meine Worte an das Volk der Herero. Der große General des mächtigen Kaisers. daß die Nation in sich untergeht. Der Vernichtungsbefehl vom 2. hat mir überall die überzeugende Notwendigkeit vorgeführt. V. Deshalb halte ich es für richtiger. und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. sie jedoch zu verpflegen eine Unmöglichkeit. so werde ich es mit dem Groot-Rohr (Geschütz. wer Samuel Maharero bringt erhält 5000 Mark. daß sich der Neger keinem Vertrag. gestohlen. vervielfältigen und gefangenen Herero mitgeben. Bantu und anderer. erhält 1000 Mark. oder lasse auf sie schießen.10. Wenn das Volk dies nicht tut.

Dezember 1904 ausdrücklich. Anmerkung: Auch wenn die Gefangenenlager als Konzentrationslager bezeichnet wurden und Tausende von Herero in diesen Lagern starben. Am 12. um den Herero jegliche Hoffnung zu nehmen noch aus der Omaheke entkommen zu können. Nach dem offiziellen Bericht des Kommandos der Schutztruppe "starben 45. wurden sie in unwirtlichen Konzentrationslagern zusammengepfercht. Vom 2. konnten erreichen. den große Scharen flüchtender Herero im August und September vorigen Jahres genommen hatten. zahlreiche Gerippe von Menschen und Pferden bleichten an der Sonne und bezeichneten mit entsetzlicher Deutlichkeit. Wenn sich die Halbverhungerten und -verdursteten stellten. 21. die Herero zur Arbeit zu verwenden und sie hierfür in Konzentrationslager zu sperren. dass sich die Herero nur sehr zögerlich ergaben. Im Lager Swakopmund starben von 2000 Gefangenen innerhalb von sechs Monaten knapp 800 – darunter viele Frauen und Kinder.. Tausende gefallenen Viehs.. namentlich Großvieh. (von den Deutschen Hottentotten genannt). daß der Zug des Todes diesen Weg gegangen war. vor allem im Deutschen Reich. Im Winter 1904/05 erhoben sich in Deutsch-Südwest-Afrika die Namas. Januar 1905 18 . hier insbesondere die Witbois. Ursprünglich wurde zugesagt. um Wasser zu graben – vergeblich! Hilflos verfielen Mensch und Tier den entsetzlichen Qualen des Durstes. Dezember 1904 musste von Trotha auf ausdrücklichen Befehl des Generalstabes aus Berlin seine Proklamation zurücknehmen. insbesondere der evangelischen Missionskirchen.4.Anfang März des Jahres 1905 wurden einzelne Patrouillen in die Omaheke entsandt. Aus einem Militärbericht von damals: "Der Patrouillenführer fand einen ausgetretenen Fußpfad. Die Absperrung wurde bis zum März des Jahres 1905 aufrecht erhalten. führte zu einer Änderung der Politik." Der Druck der Öffentlichkeit.." Die kritische Öffentlichkeit im Deutschen Reich Die Reaktionen auf die Proklamation von Trothas. Vernichtung durch Arbeit Damit war der Leidensweg der Herero aber keineswegs zu Ende. der offenbar den Weg bezeichnete. Reichskanzler von Bülow unterstützte dieses Vorgehen mit einem Telegramm vom 11. Die Folge war.der Omaheke wurden besetzt.000 und 25. dass von Trotha seinen Kurs ändern musste. dass sich ergebende Herero in Reservaten leben könnten. sollte man die Lager aber nicht mit den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus gleichsetzen. Omaruru.2% der Gefangenen in den Lagern“. Swakopmund (Swakopmunder Straße) und Lüderitzbucht (Lüderitzstraße). Von den ca. An vielen Stellen hatten die mit dem Dursttode Ringenden mit fiebernder Hand 15 – 20 Meter tiefe Löcher aufgewühlt. Allein auf dem Weg in die Konzentrationslager starben knapp ein Drittel der erschöpften Gefangenen.000 Herero zu Beginn des Aufstands überlebten ca. Karibib. Dies wurde aber zurückgenommen. Die Gefangenen mussten schwerste Arbeiten verrichten.000 Menschen – unter furchtbaren Qualen in der Wüste verdurstete. August Bebel prangerte das Vorgehen im Reichstag an: "Einen derartigen Krieg wie Herr von Trotha kann jeder Metzgerknecht führen. Von Trotha schlug vielmehr vor. Diese wurden errichtet in Windhuk (Windhukstraße). so dass ein großer Teil der geflohenen Herero – die Schätzungen liegen zwischen 20. 60.000.

Tanganjika. 2009: "Afrikaforscher und Fachschriftsteller. durchquerte zweimal Mittelafrika und erwarb für Deutschland die ehemalige Kolonie DeutschOstafrika". die die Deutschen Kolonialtruppen aufgrund ihrer überlegenen Ausrüstung für sich entscheiden konnten. HelgolandSansibar-Vertrag 1890 wurde Sansibar brit. Deutschland erhielt Helgoland. Weltkrieg konnte sich die dt. Von Erckert fiel am 16. Bei genauerem Hinsehen stellt sich aber heraus. 1919/20 vergab der Völkerbund den größten Teil des vormaligen Dt. erster Kamelreiterführer der deutschen Schutztruppen in Südafrika. An dieser Schlacht nahm auch wieder Hauptmann Friedrich von Erckert teil.-portugies. die seit 1885 durch einen kaiserlichen Schutzbrief faktisch dt. Durch den dt. Schutztruppe unter General P. an Großbritannien. im November 1918 stellte sie die Kampfhandlungen ein. Truppen halten. von Lettow-Vorbeck bis 1916 gegen belg. Protektorat. II _________________________________________________________________________________________ Deutsch-Ostafrika Seit 1884 erwarb Carl Peters Festlandgebiete in Ostafrika.-südafrikan.3. 2. Major von Wißmann war von Februar 1888 bis Februar 1891 Reichskommissar und Leiter der Schutztruppe sowie 1895/1896 Gouverneur der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Im 1.1908 in Südwestafrika.-brit. dass Hermann von Wißmann zwar einige Expeditionen durch Afrika unternommen hatte. Kolonien wurden. einen Namen machte er sich allerdings mit anderen Aktivitäten. Hermann von Wißmann ein harmloser Afrikaforscher? Wißmannstraße Foto: Wikipedia Die Begründung für die Benennung einer Straße nach Hermann von Wißmann lautete bis zur Änderung am 12.-brit.kam es bei Groß-Nabas (Groß-Nabas-Straße) zur entscheidenden Schlacht. Seinen Posten erhielt von Wißmann 1888 19 .-Ostafrika.

Noch lange nach der Niederschlagung des Aufstandes führte diese Truppe "Säuberungsaktionen" und "Bestrafungsaktionen" durch. Die Mannschaften (wurden) geführt von einem Offizierskorps. Januar 1889 bewilligte der Reichstag zwei Millionen Reichsmark für die tausend Mann starke Söldnertruppe Hermann von Wißmanns. schreibt ein Matrose des Kreuzers 'Leipzig' nach der Landung in einem Brief nach Hause. "Mehr und mehr konnten die Gouverneure (wie) ." 20 . das eine Brutstätte von Kolonialchauvins und nationalistischen. antidemokratischen Frondeuren bildete. die deutsche Flagge vom Mast zu reißen. Mit Mord und Terror versuchten sie. Die "Kaiserliche Schutztruppe" war zu einem starken militärischen Instrument ausgebaut worden. sondern um den gerade losbrechenden Aufstand der Jahre 1888 und 1889 niederzuschlagen.Am 30.. Zu diesem Zweck stellte Wißmann eine Söldnertruppe zusammen. Hermann von Wißmann (1895 – 1896) . in Brand geschossen oder zerstört. zur militärisch-diktatorischen Methode kolonialstaatlicher Machtausübung übergehen. Die Strafexpedition kostete 200 Verteidiger das Leben." So wurden die Städte. als dieser es wagte.. So leitete von Wißmann beispielsweise im Februar 1891 eine Strafexpedition gegen den Häuptling Sina von Kibosho.aber nicht für seine Forschungstaten.. von den Kanonenbooten aus beschossen. die deutsche Herrschaft bis in die entferntesten Gebiete auszudehnen. teils zerschossenen Städte von den Deutschen".. "In einem beispiellosen Terrorfeldzug schlug er den Aufstand nieder… Nur mit Schrecken und Grauen sprechen in Ostafrika die Einwohner der teils niedergebrannten. in denen sich Aufständische und ihre Familien verschanzt hatten.

Die deutsche Herrschaft in Kamerun blieb zunächst vor allem auf die Küste und Küstennähe beschränkt – bis die Deutschen eine eigene bewaffnete Streitmacht zur Durchsetzung ihrer Interessen aufgebaut hatten. Einer der Leiter von Säuberungs. der Norden nur indirekt mit Hilfe der traditionellen Herrscher kontrolliert. Der Reichstag gewährte ein Darlehen um eine private Polizeitruppe für Kamerun aufzubauen. Schutztruppe 1916 nach Spanisch-Guinea ausweichen. Hamburg 1984. 145 Die Erringung einer entscheidenden Marktposition im Hinterland von Kamerun blieb dem deutschen Handel so lange versagt. Sein Grundsatz lautete: "Die Neger müssen wissen. Expeditionen und Vorposten. Ein Beispiel soll hier genügen. Hans Dominik der "Schrecken von Kamerun" Dominikstraße Foto aus: Jürgen Petschull .Der Wahn vom Weltreich. Ab 1891 wurde Kamerun mit einem Netz von Militär. so lange sie das nicht glauben. dann kann man sie mit großer Freundlichkeit und Milde behandeln. Weltkriegs musste die dt. um das Vorgehen seiner Truppen zu verdeutlichen: Im 21 . und zwar hart und unerbittlich. die die Ausbeutung Kameruns vorbereiten und sichern sollten. zu schützen und gegen die Einheimischen zu verteidigen sowie Kriegszüge (“Strafaktionen“ / “Säuberungsaktionen“) gegen Dörfer und Völker durchzuführen. so daß ihnen für alle Zeiten das Auflehnen vergeht.und Verwaltungsposten überzogen. Während des 1.III _________________________________________________________________________________________ Kamerun 1884 schloss Gustav Nachtigal mit einigen Häuptlingen Verträge ab und stellte Kamerun unter den Schutz des Dt.und Strafaktionen (von 1892 – 1910) war Premierleutnant Hans Dominik. Reiches. wie dem Gouverneur die Machtmittel zur Brechung des Widerstandes der dort lebenden Völker fehlten. daß ich der Herr bin und der Stärkere. 1891 war es soweit. S. müssen sie es eben fühlen." Dominik führte dutzende von Kriegszügen durch. Hauptaufgabe dieser Truppe war es. ist das erreicht. Großbritannien und Frankreich schlossen 1916/19 einen Teilungsvertrag.

und Friedensjahre in deutschen Tropen"..und Forschungsreisen in Kamerun". Dominik war sicherlich eine herausragende Person der deutschen Schutztruppen in Kamerun: Er beherrschte verschiedene Sprachen und Dialekte. Noch heute wird Dominik in Kamerun als der "Schreckensherrscher von Kamerun" bezeichnet. genannt die "DominikMauer". denn echt afrikanisch – mit dem Bajonette – hatte die Sudenesen (Dominiks Söldner. weil er in zwei Büchern ("Kamerun – sechs Kriegs. Dominik verewigte die Strafexpedition später in einem seiner Bücher: "Da saß ich nun. die in Kamerun investierten. rot schlug die Lohe gen Himmel." Hans Dominik wurde vor allem bekannt. den die Buschtrommel "Schrecklicher Kerl" nannte.Major Hans Dominik. einen Verteidigungsposten in Yaunde zu errichten. Karl von Gravenreuth Von-Gravenreuth-Straße Foto: Virginija Lickunaite 22 . die in Kamerun gesprochen wurden und konnte die politischen Verhältnisse in Kamerun einschätzen. die diese Verbrechen im Auftrag der Deutschen begingen. da ihnen damit die Ausbeutung des Kameruner Hinterlandes entging. Frauen und Kinder irrten ratlos umher. Krachend stürzten die brennenden Häuser zusammen. Aber er ging auch mit größter Brutalität und eigenmächtig vor. wurden von jenem Offizier kommandiert. die Widerstand gegen die weißen Herren geleistet hatten wurden hier grausam gefoltert bevor man sie oft lebendig in den Abgrund hinter der Mauer stieß. schwangeren Frauen wurde der Leib aufgeschlitzt..inmitten des brennenden Mpako.) gearbeitet.. die Aasgeier." Unter anderem bekam Dominik den Auftrag.. reicher Beute gewiß. "Vom Atlantik zum Tschadsee – Kriegs. durchzusetzen.März 1895 befehligt Premierleutnant Dominik die erste Kompanie einer Truppe. um die Ausbeutung Nord-Kameruns wenigstens in Ansätzen zu gewährleisten. d. Männer wurden zerstückelt und die einzelnen Körperteile in den Abgrund geworfen. Berlin 1901. um die Interessen der Kolonialmacht Deutschland und der Wirtschaftsunternehmen. das Volk der Bakoko niederzuwerfen. Berlin 1908) seine Zeit in Kamerun beschrieben hat.hoch oben kreisten gierig krächzend. deren Aufgabe es war."Eingeborene. Die Bakoko lebten in der Nähe der Küste vom Zwischenhandel zwischen Nordkamerun und der Küstenregion.. In Yaunde gab es eine eigene Hinrichtungsstätte. V. Die schwarzen Söldner. Diese Funktion wollten die deutschen Kolonialherren nicht dulden. laut aufkreischend wenn sie auf einen ihnen bekannten Gefallenen stießen..

Im Nachbarland Dahomey kaufte er 370 Sklaven und bildete mit ihnen die Gravenreuthsche Polizei.000 Soldaten nach China. die an der Niederschlagung des "Boxer-Aufstandes" teilnahmen. ihr eigenes Grab zu schaufeln. Boxer-Aufstand 1900/1901 Die weiteren Kolonien (Togo. da vor allem Ortsnamen für die Straßennamen Verwendung fanden. Hauptaufgabe dieser Truppe war es. Bei einer seiner Strafexpeditionen wurde von Gravenreuth am 3. November 1891 beim Sturm auf ein Dorf tödlich getroffen. dann wurden sie mit den Zöpfen aneinander gebunden. haben wir alle niedergestochen und –geschossen." Oder: "Am Sonntagnachmittag haben wir 74 Gefangene mit dem Bajonett erstechen müssen. IV _________________________________________________________________________________________ Togo.und Expeditionstruppe. Neuguinea: Der Nord-Ost-Teil der Insel war 1884 bis 1919 Teil des dt. DeutschNeuguinea.1884 im Auftrag der Reichsregierung das dt. die die Ausbeutung Kameruns vorbereiten und sichern sollten. worauf sie erschossen wurden und rückwärts in das Grab fielen. Von Gravenreuth beschränkte seine Tätigkeit keineswegs auf die ihm zustehende Begleittätigkeit für die geplante Adamaua-Expedition. denen Fehlverhalten vorgeworfen wurde. aber auch alle Chinesen." Ein anderer Brief vom 26. Kiautschou/Tsingtau China. vorgelesen: "Die gefangenen Chinesen haben wir alle totgeschossen. Expeditionen und Vorposten.1919. Auftragswidrig unternahm er mit seinen Dahomey-Soldaten Strafexpeditionen und überfiel verschiedene Dörfer.7. Deutsche Truppen waren in China an der brutalen Niederschlagung des sog. August 1900: "68 Gefangene sind gezwungen worden. Deutsch-Neuguinea und Samoa Togo: Gustav Nachtigal errichtete am 5. Sozialdemokratische Abgeordnete haben Briefe von Soldaten. brannte sie nieder und vertrieb die überlebenden Einwohner. Kaiser Wilhelm II.Von Gravenreuth wirkte 1888/1889 an der Niederschlagung des sogenannten Araberaufstandes in Tansania mit und wurde 1891 mit der Leitung einer Polizeitruppe in Kamerun beauftragt. Schutzgebietes Kaiser-Wilhelm-Land. 1919 wurde es Mandat des Völkerbundes. die wir sahen und kriegten. gegen die Einheimischen zu verteidigen. Kiautschou / Tsingtau China (Tsingtauer Straße). hielt beim Abschied seine berüchtigte "Hunnenrede": "Kommt Ihr an 23 . Schutzgebiet Togo." Das Deutsche Reich schickte im Juli und August über 12. Die deutschen Truppen haben in Togo (Togostraße) genauso "Bestrafungsaktionen" und "Säuberungsaktionen" durchgeführt wie in ihren anderen deutschen Kolonien. Dies soll nicht bedeuten. dass diese Bezeichnungen in jedem Falle unproblematisch sind.deutsches Pachtgebiet 1897 .Kiautschou mit der Stadt Tsingtau . Samoa sowie verschiedene Inselgruppen) werden hier nicht mehr ausführlich behandelt. "BoxerAufstandes" (1900 und 1901) beteiligt.

In der Lüderitzbucht befand sich nach 1904 ein Internierungslager für gefangene Herero und Nama mit unmenschlichen Haftbedingungen. bekämpfte im Sudan die Sklaverei. Juni 1900 ist eine der Kriegshandlungen. Wer Euch in die Hand fällt. Arzt und Afrikaforscher. (Bennigsenstraße). Pardon wird nicht gegeben. Verantwortlich dafür war Rudolf von Bennigsen.2006.den Feind. Emin Pascha Eigentlich Eduard Schnitzer. erwarb 1883 die dann nach ihm benannte Bucht von Angra Pequena in Südwestafrika und begründete damit die Kolonie DeutschSüdwestafrika. Hauptinteresse war auch hier die Ausbeutung der Inselgruppen. so wird er geschlagen.01. Franz Adolf Eduard Lüderitz (1834 – 1886) Überseekaufmann und Forschungsreisender. Auch in Deutsch-Neuguinea sowie den in der Nähe liegenden Inselgruppen wurden – wenn auch im kleineren Maßstab – Strafexpeditionen durchgeführt." Die Eroberung der "TakuForts" (Taku-Fort-Straße) an der Mündung des Paiho-Flusses am 17. Gouverneur der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Stadtbezirk Bogenhausen Rudolf von Bennigsen (1859 – 1911) Gouverneur der Kolonie Deutsch-Neuguinea (1899 – 1902). die noch heute als nationale Heldentat durch die rechten Internetseiten geistert. sei in Eurer Hand. Begründer der deutschen Oberherrschaft in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. 02-08 / V 07560 VOM 25. (1840 – 1892). Hans Dominik (1870 – 1910) Als Offizier verantwortlich für brutale Unterdrückungs-maßnahmen und Hinrichtungen in der deutschen Kolonie Kamerun. verantwortlich für sog. Strafexpeditionen gegen die einheimische Bevölkerung. SITZUNGSVORLAGE Neue Namenserläuterungen für die Kolonialstraßen im 13. 24 . N EUE NAMENSERLÄUTERUNGEN FÜR DIE K OLONIALSTRASSEN A US DEM STADTRATSBESCHLUSS N R. Gefangene werden nicht gemacht. der diese Ämter beim Aufstand 1904 an General von Trotha abgeben musste. Theodor Leutwein (1849 – 1921) Ehem. Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika und Kommandeur der Schutztruppe.

Gerhard Rohlfs (1834 – 1886) Afrikaforscher. beteiligt an der Niederschlagung der Aufstände der Herero und Nama. von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie. wo er 1895/96 Gouverneur war. seit 1907 in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Karl von Gravenreuth (1858 – 1891) Als Offizier an der Niederschlagung von Aufständen in den Kolonien Deutsch-Ostafrika und Kamerun beteiligt. Hermann von Wißmann (1853 – 1905) Afrikaforscher und Fachschriftsteller. Joachim von Heydebreck (1861 – 1914) Oberstleutnant. Ihm gelang 1865 – 1867 die erste Durchquerung Afrikas in Nord-SüdRichtung von Tripolis nach Lagos. 1911 zum Kommandeur der Schutztruppe ernannt. Hererostraße – ehemalige Von-Trotha-Straße Herero. dessen Aufstand 1904 gegen die koloniale Fremdherrschaft des Deutschen Reiches in einem Vernichtungskrieg von den deutschen Kolonialtruppen unter General von Trotha unterdrückt wurde. Kamerun Westafrikanischer Staat am Golf von Guinea. Groß-Nabas 1905 fand bei Groß-Nabas in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika ein Gefecht gegen aufständische Nama-Stämme statt. Dar-es-Salaam Hauptstadt der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. stellte eine gefürchtete Söldnertruppe in der Kolonie Deutsch-Ostafrika auf. Duala Hauptstadt der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun. Neue Namenserläuterungen für die Kolonialstraßen im 15. Stadtbezirk Trudering-Riem Friedrich von Erckert (1869 – 1908) Hauptmann in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. südwestafrikanischer Volksstamm. 25 . Anecho Ort in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo.

Kibo Höchster Gipfel (5892 m) des Bergmassivs des Kilimandscharo im Nordosten der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Tsingtau Hafenstadt der ehemaligen deutschen Kolonie Kiautschou in China. Quellen: Jürgen Herzog: Geschichte Tansanias. Taku-Fort Chinesische Festung beim Dorf Taku südlich der Paiho-Mündung. (1858. Waterberg Am Waterberg (ehemalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika) wurden 1904 in einem Vernichtungsfeldzug die aufständischen Herero eingekesselt. bei der 1914 einheimische Kolonialtruppen unter deutscher Leitung gegen englische Truppen kämpften. durch Vertrag von1890 erkannte das Deutsche Reich das englische Protektorat über das Sultanat Sansibar an und erhielt dafür Helgoland. Samoa-Inseln Inselgruppe in der Südsee. Togo Westafrikanischer Staat am Golf von Guinea. Sansibar Inselgruppe. Windhuk Hauptstadt der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. 1860 und) 1900 von den verbündeten Truppen der europäischen Staaten während des Boxeraufstands eingenommen. Bonn 1997 Jürgen Petschull: Der Wahn vom Weltreich. Askari Afrikanische Söldnertruppe in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Swakopmund Küstenstadt in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Hamburg 1984 Die Kurzerläuterungen in den Kästen beruhen auf Meyers Taschenlexikon 26 . von der ein Teil bis zum Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie war. Tanga Die nördliche Hafenstadt der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. wo sich nach der Niederschlagung des Herero-Aufstands ein Internierungslager mit unmenschlichen Haftbedingungen befand. Dessau-Roßlau 2000 Walter Nuhn: Sturm über Südwest. von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie. in die wasserlose Wüste Omaheke getrieben und dort dem Tod preisgegeben. Berlin 1986 Walter Nuhn: Kamerun unter dem Kaiseradler.

nordsuedforum.de Die Arbeit des Nord Süd Forums wird vom Kulturreferat der LHM gefördert Schutzgebühr 2 Euro Bei Bestellung per Post bitte in Briefmarken beilegen Redaktion Marita Matschke.V. Schwanthalerstraße 80 80336 München Telefon 089 – 85637523 info@nordsuedforum. Trudi Schulze Wir danken Siegfried Benker für seine wertvolle Mitarbeit. seine Materialien und Hinweise sowie Virginija Lickunaite für ihre redaktionelle Unterstützung und ihre Fotos Layout Gabriele Braun Druck Druckwerk München 1.de www.IMPRESSUM Herausgeber und Bezugsadresse Nord Süd Forum München e. Auflage Dezember 2010 Innenteil gedruckt auf 100% Recyclingpapier Umweltengel-Zertifizierung 27 .

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