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„Im Anfang schuf Gott …“ – was bedeutet das?

Lesehinweise zu den biblischen Schöpfungstexten im Spannungsfeld von Kreationismus, Darwinismus und intelligent Design Manfred Oeming

1. Der Kreationismus als weltweite Bewegung Kreationismus ist eine vor allem aus den USA nach Europa herüberkommende Anschauung von der Entstehung der Welt. „Die Behauptungen von Charles Darwin stimmen nicht“ – so lautet die Grundüberzeugung der Kreationisten wie auch der Vertreter des intelligent design, die sich jedoch ansonsten in ein weites Spektrum ausfalten. Für Vertreter des intelligent design ist der Gedanke wesentlich, dass es zwar eine Evolution gegeben habe, dass diese aber nicht nach dem blinden Zufall abgelaufen sei, sondern nach einem sinnvollen, göttlichen Plan. Das Prinzip des brutalen Konkurrenzkampfs der Arten ums nackte Überleben, das „survival of the fittest“, ist nicht der Schlüssel zur Realität des Lebens und erklärt nicht die Tatsachen. Darwin hat Unrecht, wenn er die zunehmend perfektionierte Anpassung an die jeweiligen Lebensräume, die Selektion des an bestimmte ökologische Nischen am besten Angepassten zum Grundsatz einer umfassenden Weltanschauung machen will. Die unglaublichen Komplizierten Gesetzmäßigkeiten und Funktionszusammenhänge des Universums und des Lebens könnten nur durch eine überragende Intelligenz und Macht als Ursache erklärt werden. Die Vertreter des Kreationismus (vom lateinischen creatio = [göttliche] Schöpfung) gehen in ihrer Absetzung von Darwin noch sehr viel weiter. Gott hat die Welt und alle ihre Ordnungen in einem wunderbaren Schöpfungsakt, der creatio prima, aus dem Nichtsein ins Dasein gerufen. Die Gattungen haben sich nicht kontinuierlich und allmählich über Jahrmillionen aus einfachen Anfangsformen heraus entwickelt. Am radikalsten legen die so genannten „JungeErde-Kreationisten“ die Schöpfungsgeschichte aus. Sie glauben, die Erde sei erst 6.000 Jahre alt und in den biblischen sieben Tagen von Gott erschaffen worden. Die von Darwin postulierte Evolution hat es nicht gegeben! Alle heute lebenden Tierarten haben sich seit dem Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht verändert. Die Schöpfung liegt – so zumindest einige Kreationisten – noch nicht lange zurück, erst etwa 10.000 Jahre. Der Mensch stammt also auch nicht vom Affen ab. In Wahrheit ist der Darwinismus eine wertzersetzende, die Autorität der Tradition untergrabende, gefährliche Irrlehre. Die Welt darf nicht nach dem Prinzip funktionieren, dass sich der Stärkste auf Kosten der Schwachen durchsetzt, und tut es auch nicht. Für diese Mischungen aus naturhistorischen und ethischen Überzeugung berufen sich die intelligent designer wie die Kreationisten nachhaltig auf die Bibel. Der biblische Schöpfungsbericht erzähle doch, dass Gott in einem sehr kurzen Zeitraum von sieben Tagen die Erde erschaffen hat, zwar in Stufen, aber eben innerhalb kurzer Frist und mit qualitativen Sprüngen. Es wird dabei vorausgesetzt, dass der biblische Text einen zuverlässigen Tatsachenbericht liefere, der bis in die Einzelheiten historisch belastbar sei, wobei die sieben Tage auch sieben Jahrtausende meinen können, denn vor Gott sind nach Ps 90,4 „tausend Jahre wie ein Tag“. Viele naturwissenschaftlich geschulte Zeitgenossen können es nicht glauben: In Europa zumindest hat sich der Darwinismus doch schon durch den Schulunterricht als Abiturwissen so selbstverständlich etabliert, dass andere Modelle der Weltenstehung als nicht akzeptabler Rückfall in eine vorwissenschaftliche Denkweise erscheinen.1 Erst recht scheint die Kurzzeit1

Vgl. Ulrich Kutschera, Streitpunkt Evolution. Darwinismus und intelligentes Design, Berlin. Münster, 2. Aufl. 2007; ders., Evolutionsbiologie, Stuttgart, 3. Aufl. 2008, der dafür eintritt, dass die Naturwissenschaften den

indem neben der atheistischen Evolutionstheorie das Recht auf alternative Erklärungen im Biologieunterricht behandelt werden muss. was man ererbt hat. die der Bibel sehr viel zutrauen. Oeming. 4 Vgl. in Asien und auch in Europa eine regelrechte Bewegung. Daher werde der Darwinismus letztlich die Religion austreiben. im Stile pubertärer junger Erwachsener alles abzuschütteln. Grammatik. weil ich mich zwei Seiten verpflichtet fühle – denjenigen. und bewegt sich dabei im Blick auf Religion auf dem Niveau von Konfirmandenunterricht (Harald zur Hausen. München. wie sie in der Welt der biblischen Erzählungen vorgestellt werden. .4 Andere Zugangsweisen ergeben sich durch Integration z. über ein angemessenes Verständnis der Heiligen Schriften nachzudenken. psychologischen oder philosophischen Kategorien. Bei dieser Bildungs-Debatte. Ich taste mich in der Bibelauslegung also auch in systematisch-theologische Grundlagenfragen und in das komplexe Gebiet de Verhältnisbestimmung von Glauben und Naturwissenschaft hinein. 175-178. Stoffpläne von Schulen (zumal von Privatschulen) werden in Frage gestellt. entwicklungspsychologisch analysiert. als die kindlichnaive Lektüre meinte. 485-488. Gewaltige Wunder wie Sintflut oder Auszug aus Ägypten haben keine archäologischen Spuren hinterlassen und können so. wie von beiden Seiten zum sehr naiv die Grenzen überschritten werden. es hat sich alles so zugetragen. von politischen. spielt eine bestimmte Lektüre der Bibel eine wichtige Rolle. Metaphorischen Theologie. 5 Vgl.2 Wenn man das Verstehen der Bibel.Chronologie der Erdgeschichte absurd. Plötzlich aber gibt es gegen den vermeintlich unaufhaltsamen Gang der Geistesgeschichte in eine religionslose Zeit hinein auch und gerade in den großen Industrienationen in USA. im Bereich der Naturwissenschaften Aussagen machen zu können.B. Darmstadt 22007. ist die Aufgabe der Biblischen Hermeneutik. die sich vor allem auf die Heiligen Schriften berufen. auch wenn die Gesetze der Natur dabei vollkommen außer Kraft gesetzt werden. Eine Einführung. dann muss man sich hüten. sondern muss doch versuchen. Der unsichtbare Käfig. die „zweite Naivität“ (Paul Ricoeur)3: auch wenn man die wissenschaftlichen Probleme und kritischen Anfragen kennt. und es ist verständlich. die der Biologie und Geologie sehr viel zutrauen – und weil ich daher den jeweiligen Wahrheitsgehalt fair beschreiben möchte. 3 P. Ich empfinde diese Aufgabe deswegen als nicht als ganz leicht. kann man drei Lesarten der Bibel unterscheiden: 1. Münster 2008. Genom und Glaube. das sich bei jedem einzelnen Menschen herausbildet. Ricoeur. 1974. Johannes Hartl. Tagungen zur Widerlegung des Darwinismus kommen (wieder) in Mode. wie es erzählt wird. 2. Jede Wissenschaft muss sich immer auch ihrer Grenzen bewusst sein. 2 Es ist erschreckend zu sehen. „In der Bibel steht geschrieben: die Erschaffung der Welt basiert auf dem Handeln eines intelligenten Designers. die kindlich-naive Lesart: Man nimmt die Erzählungen der Bibel als Mitteilung über historische Fakten. dessen Aktivitäten wir erkennen können“ Es werden höchstrichterliche Prozesse angestrengt. der aufgeklärte. dass in diesem Zusammenhang ein Alttestamentler gebeten wird. Der Konflikt der Interpretationen II. den Sinn der Texte als Texte zu erfassen. Dieser nicht ganz leichten Aufgabe will ich mich im Folgenden stellen. wie umgekehrt Theologen aus dem Umfeld des Kreationismus in erschreckender Anmaßung meinen.5 Darwinismus als Tatsache erwiesen hätten und dass nahezu alle naturwissenschaftlichen Intelligenzträger (98%) sich als ungläubig betrachten. M. mich aber auch gegen beide Seiten kritisch abgrenzen muss. Pragmatik und Wahrheitsgehalt religiöser Sprache. erwachsene Zugang: wesentliche Inhalte können nicht stimmen und werden von den Naturwissenschaften und den historischen Disziplinen nicht bestätigt. Hermeneutik und Psychoanalyse. biologistisch das Wesen von Religion aufklären zu können. Biblische Hermeneutik. Heidelberg 2002). Selbst ein Nobelpreisträger für Medizin meint. Solche Zugangsweisen zu erhellen und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen abwägend zu würdigen. der auf einer anderen Ebene liegt. Ist dann alles nur Fiktion? 3. und denjenigen. nicht wirklich geschehen sein. die in Deutschland medienwirksam in Hessen geführt wurde.

dass die Bibel die Wahrheit sagt. Challenge: Torah Views on Science New York: Association of Orthodox Jewish Scientists.“ „Wie kann er (der moderne Mensch) darauf vertrauen. The Science of God: The Convergence of Scientific and Biblical Wisdom 1998. Die „Heilige Schrift“ verliert ihre grundlegende Würde. Aus letzterem Kreis zitiere ich zur Illustration aus dem Buch The Bible is a Textbook of Science von Henry M.Volume 1". an den Ort eines notwendigen Bekenntnisses. wenn sie über Erlösung und Himmel und Ewigkeit spricht. ist ein türkischer Geologe. Der Darwinismus stellt dann vor den status confessionis. ders. Frankfurt am Main 2000. Die Schöpfungsgeschichte ist Anfang und Grundlage von allem. Lesehinweise zu den biblischen Schöpfungstexten Nathan Aviezer. falsch sind? Gewiss.“ Ein Grundimpuls scheint also die Sehnsucht nach sicheren Fundamenten und vertrauenswürdiger Verbindlichkeit zu bilden. wenn sich herausstellt. wenn Gott wirklich allmächtig und allwissend ist. Gesprächspartner für die neuen alten Lesarten gibt es genug. Diese Ängste teilt die christliche Apologetik mit den anderen monotheistischen Religionen. Dabei ist ein Faktum besonders wichtig: Die Bibel fängt mit einer Schöpfungserzählung an.D. dekadenten „Westen“. Erste Worte haben (wie letzte Worte) immer herausragende Bedeutung. auch auf dieser Tagung.. München 1993). Wir finden einen ausgebauten jüdischen Kreationismus6 ebenso wie einen islamischen Kreationismus. Andernfalls ist schnell alles unwahr und wertlos! Bei der Lektüre dieser Texte steht also sehr viel auf dem Spiel. Ph. 6 kg schwerer "Atlas Of Creation . Nathan Slifkin. The Challenge of Creation: Judaisms Encounter with Science. Aryeh Carmell / Cyril Domb (editors). Morris. Hoboken/NY: Ktav 1990.. Dass aber die Hauptthesen aus kulturellen Ängsten gespeist werden. Gerald L. und sie muss daher wörtlich wahr sein. and Evolution. 1976. Der christliche Kreationismus wird prominent durch „Wort und Wissen” oder durch das „Institute for Creation Research“ (ICR) in San Diego/Kalifornien vertreten.Es ist mir noch nicht abschließend klar. Die Evolutionstheorie gefährdet somit den ganzen christlichen Glauben. Zoo Torah. Ich möchte die Leistungskraft dieser Lesarten für das Verstehen der biblischen Schöpfungsaussagen prüfen. was man empirisch ja auf keine Weise bestätigen kann. dass die überprüfbaren Daten. In the Beginning … Biblical Creation and Science. Schroeder. Die Übereinstimmung der modernen Naturwissenschaft mit der Bibel. 7 Adnan Oktar alias Harun Yahya. was als Offenbarung gilt. = Schöpfungsgeschichte und Wissenschaft. wenige Sätze: „How can he trust the Bible to speak truly when it tells of salvation and heaven and eternity which he is completely unable to verify empirically he finds that data which are subject to test are fallacious? Surely if God is really omnipotent and omniscient. wird mit einem solchen Werk sehr deutlich. dann kann ER sehr wohl auch mit vollständiger Wahrheit und Klarheit ebenso über irdische Dinge sprechen wie über himmlische. Sein Lexikon kommt ganz naturwissenschaftlich aufgemacht daher. die gesamte christliche Heilsvorstellung wird zerstört. von denen sie spricht. Solcher christlicher Kreationismus beruht nach meiner Einschätzung nicht zuletzt auf grundlegenden Ängsten gegenüber der Moderne und erst recht Postmoderne: Durch archäologische und historische Forschungen wird die Bedeutung der Bibel relativiert. reprint edition (2006). wo der gesamte christliche Glaube auf dem Spiel steht und an dem es eine zerstörende Häresie abzuwehren gilt. 2. Geoffrey Cantor / Marc Swetlitz (editors). Cosmology. Genesis and the Bib Bang. ob die Thesen des Kreationismus und des „intelligent design“ zur ersten oder zur zweiten Naivität gehören. Jewish Tradition and the Challenge of Darwinism 2006.7 Der Kreationismus erscheint in diesem Rahmen als Teil des Kulturkampfes zwischen einem wertkonservativem „Osten“ und einem wertfreien/wertelosen. Es geht aber auch um die Absicherung von Werten durch die ewige Ordnung der Schöpfung. He is as well able to speak with full truth and perspicuity when He speaks of earthly things as when He speaks of heavenly things. Auch die Bedeutung Jesu Christi wird relativiert. New York 1990 (deutsche Ausgabe: Schöpfung und Urknall. 2007. 6 .

So geschah es. 13 Es wurde Abend. und die Vögel sollen sich auf dem Land vermehren. Fünfter Tag (Wassertiere und Vögel) 20 Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen. 2 die Erde aber war wüst und wirr. von Tagen und Jahren dienen. und bevölkert das Wasser im Meer. um Tag und Nacht zu scheiden. als Abbild Gottes schuf er ihn. 16 Gott machte die beiden großen Lichter. über die Vögel des Himmels. die Samen tragen. 22 Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar. Zweiter Tag (Gewölbe ) 6 Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser. und es wurde Morgen: zweiter Tag. So geschah es. 4 Gott sah. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten. und es wurde Morgen: dritter Tag. Dritter Tag (Land und Pflanzen) 9 Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort. 27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild. Gott sah. und Vögel sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen. und herrscht über die Fische des .1 Genesis 1-2 Lassen Sie uns an den Texten knapp entlang gehen und mit Gen 1 beginnen. Folgende Auszüge sollen knapp angeleuchtet werden: 1. So geschah es. Finsternis lag über der Urflut. unterwerft sie euch. 11 Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen. Tritojesaja. Gott sah. 19 Es wurde Abend. Erster Tag (Tag und Nacht) 1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. und es wurde Morgen: vierter Tag. Paulus. 8 und Gott nannte das Gewölbe Himmel. über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. mit mir das Thema Schöpfung in der Bibel zu bedenken. Kohelet 4. Sechster Tag (Landtiere und Menschen) 26 Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild. die über die Erde hin leuchten. und die Finsternis nannte er Nacht. auch die Sterne. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres. und von Bäumen. Hiob 4. Und es wurde Licht. Gott schied das Licht von der Finsternis. dass es gut war. alle Arten von Pflanzen. und vermehrt euch. bevölkert die Erde. Gott sah. über das Vieh. daß es gut war. 5 und Gott nannte das Licht Tag. 3 Gott sprach: Es werde Licht. 10 Das Trockene nannte Gott Land. Genesis 1-2 2. das kleinere. 23 Es wurde Abend. So geschah es. uns ähnlich. alle Arten von Bäumen. 18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Vierter Tag (Lichter) 14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein. 12 Das Land brachte junges Grün hervor. damit sie über die Erde hin leuchten. von denen das Wasser wimmelt. die Samen tragen. die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. und alle Arten von gefiederten Vögeln. dass es gut war. und ich möchte Ihnen dazu einige Lesehilfen zu zentralen Texten anbieten. alle Arten von Pflanzen. dass es gut war. und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar. das über die Nacht herrscht. das größere. Psalmen 5. 21 Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen. und es wurde Morgen: fünfter Tag. 28 Gott segnete sie. damit das Trockene sichtbar werde. und das angesammelte Wasser nannte er Meer. Offenbarung des Johannes 2. Es wurde Abend. Als Mann und Frau schuf er sie. das über den Tag herrscht. 17 Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe. Es wurde Abend. 7 Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes.Ich möchte Sie einladen. 15 sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein. und es wurde Morgen: erster Tag. die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Deuterojesaja 3. dass das Licht gut war. und vermehrt euch. Gott sah.

21bß. Der Text will nicht über die geschichtliche Herkunft der „Ursuppe“ Auskunft geben. 2 Am siebten Tag vollendete Gott das Werk.21ab'. .. Der Bericht folgt einem festen Schema (das allerdings in Einzelheiten wie der Anzahl und Abfolge der Formelemente variieren kann): Wortbericht („Und Gott sprach: »Es werde . als sie erschaffen wurden Diese berühmte Darstellung der Schöpfung hatte und hat kulturprägende Kraft. Aber da sprach Gott: ‚Es werde Licht!‘“ Der Ausdruck „im Anfang“ beschreibt also gar nicht den zeitlichen Uranfang.4 („Dies ist die Entstehungsgeschichte der Himmel und der Erde. nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte.].14a'. so tief die Verwurzelungen und Vernetzungen mit anderen Bereichen der Bibel und der Kultur. dass Gott „am Anfang“ nicht ein Tohuwabohu geschaffen hat... So geschah es.14aßb. dass sie inhaltlich unauslotbar ist.Meeres.12a. und es wurde Morgen: der sechste Tag. was sich auf der Erde regt. wenn Gott sein Schöpfungshandeln beginnt: Vor der Schöpfung war Chaos. Dieser Inhalt „es wurde Licht“ wird durch die Form der nachfolgenden Erzählung anschaulich gemacht.6a. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig.13. Siebter Tag (Ruhe Gottes) 2:1 So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.9b.7a. als ein so genanntes „proleptisches Summarium“.18b. 4b. sondern will die Überwindung des schon länger andauernden Tohuwabohu durch Gottes schöpferisches Wort hervorheben. 4 (a) Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde. die sich auf dem Land regen..24b). aus einer streng theologischen Aussage eine naturhistorische Aussage zu machen. Rein philologisch sollte klar sein.« V.. 30 Allen Tieren des Feldes. was es bedeutet. Es wäre also ein Missverständnis. Ich kann nur wenige Aspekte betonen: „Im Anfang schuf Gott“ – der hebräische Ausdruck Bürë´šît Bärä´ ´élöhîm ist so aber keineswegs eindeutig richtig übersetzt. Das hebräische Wort Bärä´ hat eine andere Gestalt als die späteren Erzähltempora. über die Vögel des Himmels und über alle Tiere.23). dann aber kommt sein „Licht“ in die Finsternis. Der Satz beschreibt nur. verlässliche.. d. der herrschte. sondern einen qualitativen Neuanfang. Billigungsformel („Und Gott sah [.19. 11a. Gott schuf den Anfang.. 6b. bevor das erste erzählbare Ereignis eintrat.16-18a.9a. woher das Chaos kommt.15a) und ein Tatbericht („Gott schied/machte/schuf“ V. Es wurde Abend.9aß. es geht nicht um die Frage. Man kann diese sprachliche Besonderheit des Perfekts im Unterschied zu den nachfolgenden Narrativen. und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten.12b.h. als sie geschaffen wurden“) abgeschlossen und mit dem Nachfolgenden vernetzt wird. oder man deutet es als eine im Hebräischen häufige Form der Überschrift. nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte. die Samen tragen. Gottes Schöpfung schenkt ein tiefes Vertrauen in die Sinnhaftigkeit des Daseins. dass das Chaos überwunden wurde. welches das Nachfolgende insgesamt wie eine Überschrift vorwegnimmt und durch eine Unterschrift in Gen 2. ergänzt um eine Zweckbestimmung V. 3a.8b.. gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. Leben ermöglichende Ordnung. 3b. 29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde. 5b. 31 Gott sah alles an. stärker abgewandelt V.7b.25a) Vollzugsbestätigung („Und es wurde .10b. auf doppelte Weise deuten: Entweder ist das Perfekt durativ zu verstehen. denn an ihm ruhte Gott.24a. so reich sind die Bezüge. was Lebensatem in sich hat.11b. 4a. was er gemacht hatte: Es war sehr gut. sondern um das Bekenntnis. dass es gut war“ V. die in den deutschen Übersetzungen schlicht vorborgen bleibt.15b. Licht ist eine eindrückliche Metapher für eine klare. und er ruhte am siebten Tag. Damit wird ein Lebensgefühl ausgedrückt. es beschreibt einen andauernden Zustand. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. allen Vögeln des Himmels und allem./geschah so“ V.20. das er geschaffen hatte. ein so genanntes Perfekt. In beiden Fällen müsste man übersetzen: „Im Anfang des Schaffens Gottes den Himmel und die Erde – da war die Erde (dauerhaft) wüst und leer .25b) Tageszählung (V.

Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. ja fast monoton. Max Weber sprach zu Recht vom „alttestamentlichen Rationalismus“8 und von „Entzauberung der Welt. dein Knecht. der glasklar geordnet und streng zielgerichtet seine Schöpfung nach einem festen Plan erfolgreich herstellt.“ (Ex 20. eben auch durch die Integration des Menschen.. Der Mensch ist Mandatar Gottes. Welker. 122. In dieser streng geordneten Welt kommt dem Menschen (als Mann und Frau gleichzeitig erschaffen und in gleicher Weise als Mann und Frau beauftragt) eine primäre Rolle zu: Er erscheint als Krone der Schöpfung. Tübingen 1920. an Gottes Statt am weiteren Gang der Schöpfung mitzuwirken. an Gottes Stelle über die Erde zu herrschen. Das Ziel der Schöpfung ist noch offen.24 (WMANT 17). es ist also ein unvergleichliches. Was ist Schöpfung? Zur Subtilität antiken Weltordnungsdenkens. und ruhte am siebenten Tage.1-2. M. Meiner Meinung nach10 stammt der Terminus aus der Königsideologie. weil am siebten Tag Sabbat gefeiert werden soll: „Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 11 M. Bei der creatio prima war der Mensch nicht beteiligt.Als weiteres Element tritt bei den ersten drei Schöpfungswerken die Benennung des Geschaffenen durch Gott hinzu („Und Gott nannte .4a und 2. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles. wohl aber bei der creatio continua und creatio nova. Zur Überlieferungsgeschichte von Genesis 1. etwa als Vernunftbegabung. 10 Im Anschluss an W. 9 8 .10a). sondern sehr knapp in großer Souveränität. 415. die seine Anwesenheit in der Welt symbolisch repräsentiert und auf eine bestimmte Funktion abhebt: dem Menschen ist die Wahrnehmung der Herrschaft Gottes über die Erde übertragen. auch nicht dein Sohn.9-11). eine Statue Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun. Damit wird die Unvergleichbarkeit des göttlichen Wirkens betont und damit seien prinzipielle Unanschaulichkeit eingeschärft. Die Welterklärung diese Textes zeichnet sich durch zwei Elemente aus: sie ist einerseits sehr abstrakt.. geradezu unanschaulich.de/download/michael_welker. deine Tochter.4b-3. Schmidt. Der Mensch ist „Ko-Kreator“11. Schon die Weltentstehung erfolgt vor allem in der sachlichen Kategorie der Kausalität. http://www. Der Text scheint mit seinem Schema von den sieben Tagen gerade diesen Rhythmus von Arbeit und Ruhe in der Schöpfung selbst verankern zu wollen und ist daher als Ätiologie des Sabbat verstanden worden. sechs Tage dauert die Schöpfung nur deshalb. Der Mensch ist von Gott dazu eingesetzt. Nur gemeinsam „als Mann und Frau“ sind sie Ebenbild Gottes. wobei der Königsgedanke „demokratisiert“ worden ist: Der Mensch (nicht ein Mensch) ist königlich. als aufrechter Gang oder als Ausdruck für Beziehungsfähigkeit. exklusiv göttliches Schaffen ohne Analogie in der Menschlichen Kreativität.ekd.pdf. nicht apologetisch oder polemisch von Gottes Handeln geredet. der in deiner Stadt lebt. Gott erscheint in Genesis 1 als intelligenter Designer.“ V. was darinnen ist.H. deine Magd. auch nicht dein Fremdling. Andererseits wirkt der Text auffällig unaufgeregt. jeder Mensch ist vollplastisches Ebenbild Gottes. dein Vieh. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.. Die Zahlen dürfen nicht als naturwissenschaftliche Zeitangaben missverstanden werden.. Die Gottebenbildlichkeit ist im Laufe der Auslegungsgeschichte sehr unterschiedlich gedeutet worden. III.8a. schwülstig oder breit ausladend. 21967 140-149. sondern haben kultische Funktion. Die Schöpfungsgeschichte der Priesterschrift. Weber. nüchtern. 5a. Es wird nicht pathetisch. welche mit der altjüdischen Prophetie einsetzte“. Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. deines Gottes. er hat den Auftrag. Das hebräische Wort für schaffen (bara’) kommt nur als Verbum mit Gott als Subjekt vor. I. geradezu rational kühl. Danach fand die Erschaffung der Erde fand danach vor 5876 Jahren statt. Aus der Schöpfung ist also ein Kalender abzuleiten9 (der seinerseits wiederum ganz an der Geschichte Israels und dabei wieder zentral an der Geschichte des Tempels interessiert ist).

… [ V. Allein das Wort des einen Gottes ordnete das Chaos und gab ihm eine feste Struktur.4b direkt und unmittelbar ein zweiter Bericht. die er vom Menschen genommen hatte. der Herr. Nach Gen 1f.B. der Herr. einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen. wie und wozu der erste Mensch Adam entstand. in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. hatte es auf die Erde noch nicht regnen lassen. 8 Dann legte Gott. die Einordnung der Gestirne als „Lampen“ für Nacht und Tag statt als Götter Gen 1. glücklichen Wesen. einen Garten an und setzte dorthin den Menschen. fand er nicht. die Tiere werden (entgegen der Reihenfolge in Gen 1) nach Adam aus Lehm erschaffen und sollen den vermissten Partner des Menschen darstellen. erst jetzt wird durch die wesensverwandte „Männin“ der Mann zu einem ganzheitlichen. so sollte es heißen. Die nüchterne Beschreibung der Funktionen der Geschöpfe im Gesamtplan Gottes ( vgl. wie er sie benennen würde. Deshalb kommt es im „zweiten Versuch“ zur Erschaffung der Eva aus dem Gebein Adams. aber sie schämten sich nicht voreinander. der Herr. und sie werden ein Fleisch. als der Herr. den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem.und Lebensumstände. und es gab noch keinen Menschen. ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. die dem Menschen entsprach. 10-14 beschreiben die Urflüsse] 15 Gott. die ihm entspricht. Die Erzählung will primär erzählen. Artikel „Weltbild“. um zu sehen. das begeistert ausruft: „Endlich Fleisch von meinem Fleisch“. 7 Da formte Gott. daher entfalten Schöpfungsaussagen Ätiologien (= Angaben über die Ursache) der gegenwärtigen Welt. der Herr: Es ist nicht gut. 18 Dann sprach Gott. nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. 20 Der Mensch gab Namen allem Vieh. 16 Dann gebot Gott. Aber eine Hilfe. Das priesterliche Weltbild wird damit geradezu Motor des wissenschaftlichen Fortschritts. Ich will ihm eine Hilfe machen. . der den Ackerboden bestellte. 25 Beide. Oeming. 19 Gott. Vater und Mutter verlässt und zu ihr 12 M. der Herr. nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden. wirst du sterben. Erde und Himmel machte. nicht aber die Erschaffung der Unterwelt.12 Erstaunlicherweise folgt auf den großartigen Schöpfungsbericht mit seinem Höhepunkt im Sabbat Gottes ab Gen 2. Die ganze Schöpfung dreht sich um den Menschen.14) trägt zur Entdämonisierung und Entmythisierung der Welt bei. in Eden. 5 gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine Feldpflanzen. um den Adam endlich in einen guten Zustand zu versetzen (V. verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten. eine Frau und führte sie dem Menschen zu. der Herr. der Herr. formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu. Gott . der sich in vielen Punkten fundamental vom ersten unterscheidet: Zur Zeit. daß der Mensch allein bleibt. 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen. z. Dieser zweite „Bericht“ hat einen ganz anderen Ton und einen ganz anderen Fokus. Gott entwickelt also im „trail and error“-Verfahren Strategien. denn Gott. der Herr. baute aus der Rippe. ist wohl getan. Charakteristisch wird die Erschaffung von Himmel und Erde erzählt. was Gott tut. 18-21). der Herr. ist die Welt sehr klar geordnet. waren nackt. 9 Gott. der Herr. TRE 35 (2003) 569-581. im Osten. aber sie passen nicht (V. Nicht alles. denn vom Mann ist sie genommen. dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen. denn sobald du davon ißt. Die Existenz der Frau verleiht ihr eine mächtige Stellung. 6 aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackerbodens. 21 Da ließ Gott. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte. so daß er einschlief. sodann warum und wie dieser Adam zu seiner Eva kam und was das alles implizierte. den er geformt hatte. Adam und seine Frau. sie ist so attraktivm dass Adam alle familiären Bande aufgibt. damit er ihn bebaue und hüte. 18).Im Ursprung liegt das Wesen der Dinge. Frau soll sie heißen. Die Schöpfung hatte also einen Fehlschlag zu verzeichnen. 22 Gott. 23 Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. zunächst um das „Unikat“ Adam. 24 Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau.

wie die Welt entstand.: „14Ihr Männer! Ist nicht der König groß? Sind nicht die Menschen zahlreich? Ist nicht der Wein mächtig? Wer aber ist ihr Beherrscher? Und wer ihr Gebieter? Sind’s nicht die Frauen? … 20 Der Mensch verläßt den eigenen Vater. nicht der Wein – das mächtigste Wesen auf Erden ist. der erst durch die Erschaffung Evas und das Glück des Paares (und seiner Kinder ausgeglichen wird) Diese Schöpfungserzählung enträtselt die große Macht der Frau. Oder etwas später entstanden sein dürfte. und denkt nicht mehr an Vater. der ihn aufgezogen. die er hätte verlassen können. Die Frau gilt als geradezu als das mächtigste Wesen. das aber „nicht gut“ allein sein kann. der sich dabei viel gedacht hat. Die literarische Wiederholung ist eine Anleitung zum Nachdenken und eine Zwang zur erkenntnistheoretischen Selbstbegrenzung. und hängt sich an seine Frau. wird nicht umhin können. und seine eigene Heimat. wie die Pagenerzählung im 3. Das ist aber kein peinliches Versehn des Verfassers. um an seiner Frau zu „kleben“. Die „Dublette“ der Schöpfungserzählungen soll gerade durch die Differenzen zeigen. dass man es nicht so genau wissen kann. Er datiert auf Grund unterschiedlicher Argumente in die judäische Königszeit. Die Macht des Eros erklärt sich aus der Schöpfung.ja eigentlich gar keine Eltern. Chr. mit einem Schuss Polemik gegen die Hybris des Mannes: Was ist der Mann schon ohne Frau? Hier begegnet ein recht konkreter Schöpfungsbegriff: Gott formt wie Künstler den Menschen als Gärtner und Arbeiter im Paradiesgarten. Dieser Text gehört sicher nicht zur Priesterschrift. sondern macht klar. Weil der Gottesname durch das Tetragram JHWH gebildet wird. V. dass man die Texte als Geschichte (im Sinne von history) missversteht. die im Grundbestand vermutlich im babylonischen Exil ca. Esra 4 erklärt. Mutter und Heimat. manche datieren ihn in ihre Blütezeit unter Salomo oder kurz danach. bezeichnet man diesen Erzählfaden als „Jahwisten“.“ 13 . sodann gesellt im Jahwe die Tiere bei. aus dem 3. was sich aber als Irrweg Gottes erweist. die verhindert. Trotz des enormen emanzipatorischen Potentials des Textes ist ein zarter Anflug von Patriarchalismus nicht zu übersehen: die Frau nach dem Mann und für den Mann geschaffen. Die Bibel bietet sogleich zu ihrem Anfang den Lesenden etwas zu lernen. Durch die Zusammenstellung entsteht eine facettenreiche Fülle von Schöpfungsgedanken. Die zeitliche Einordnung dieses Textes ergibt sich aus der Summierung dieser Aspekte und führt in die Zeit des babylonischen Exils und in einen Autorenkreis von Priestern. Es handelt sich um eine sehr alte Kommentierung des Gen-Textes ca. dass die Frauen euch beherrschen. Chr. Jh. sondern auf gegenwärtige Realitäten. der sofort und zugleich als Mann und Frau geschaffen das „Ebenbild Gottes“ bildet. eine Art Evolution scheint hier in nuce gedacht zu sein. also zwischen 950-850 v. die Gott Schritt für Schritt (nicht mit einem Knall) einführte. Jedenfalls wirkt der Text aus heutiger Perspektive noch erstaunlich modern. es geht um einige Grundordnungen des menschlichen Seelenlebens. indem er einen Weg erzählt: Der nach Art eines Handwerkers arbeitende Schöpfer „macht“ zu erst ein Exemplar Adam allein. Wer also die ersten beiden Kapitel der Bibel aufmerksam liest. aber auch eine spannungsvolle Unschärfe. Keiner war dabei. Der Zielpunkt der Evolution als Krone der Schöpfung ist der Mensch. evtl. Der Text zielt auf die kultisch-rituelle Heiligung des siebenten Tages als arbeitsfreiem Ruhetag. Adam hatte – chronologisch besehen . Die Naturwissenschaft seiner Zeit wird in einem recht abstrakten Schöpfungsbegriff allein durch das Wort verarbeitet. Der zweite Schöpfungsbericht will „nur“ das Geheimnis der Geschlechter begründen. 550 v.nicht der König. Chr. wie es ganz wörtlich übersetzt heißt. dass der Text eben nicht historische Tatsachen berichten will und nicht auf urzeitliche Ereignisfolgen abzielt. 22 Daran müsst ihr erkennen. wo die Frau . daher nennt man diese Darstellung mit dem Kunstwort „Priesterschrift“. 21 Er stirbt mit der Frau (im Herzen). Diese beiden Schöpfungserzählungen sind von einem Redaktor zusammengestellt worden. Die beiden Schöpfungsberichte relativieren sich gegenseitig. sondern ist wohl älter. massive Differenzen innerhalb des Textes zu konstatieren: Der erste Schöpfungsbericht begründet Ordnung der Welt.zieht.13 Schöpfungsgeschichte steht hier nicht in Konkurrenz zur Naturwissenschaft.

als er sich vornahm. der dich gemacht und von Mutterleibe an dich gebildet hat. daß du dich vor Menschen gefürchtet hast. sondern habt Hoffnung! Ihr gehört zu Jahwe. der dich gemacht hat. der das alles wirkt. 6 damit man erfahre in Ost und West. mein Knecht Jakob.2 Deuterojesaja Etwa gleichzeitig zur Priesterschrift und vermutlich ebenfalls in Babylon predigt ein Prophet. Die Schöpfungstheologie schenkt ein Urvertrauen in die Welt und die verantwortungsvolle und verantwortungsfähige Stellung des Menschen im Kosmos. dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat. der dich geschaffen hat. und sonst keiner mehr. ich habe dich bei deinem Namen gerufen. dass Jahwe der wahre und einzige Gott ist. denn ich habe dich erlöst. Ich. der Frieden wirkt und das Unheil schafft. bin es. dann wird er auch in Zukunft solches können. 45:9 Weh dem. 51:12 Ich. und dich gemacht hat.in Jes 40-55 gesammelt sind und den man mit dem Kunstwort „Deuterojesaja“ bezeichneten kann. unverschuldet in schweres Leid gestoßen werden kann. dass der Gerechte. und Jeschurun. Ich bin's. wie Gras vergehen. der Schöpfer wird der Erlöser sein. Ich bin der HERR. du bist mein! 44:2 So spricht der HERR. 13 und hast des HERRN vergessen. den ich erwählt habe! 45:5 Ich bin der HERR. der den Himmel ausgebreitet und die Erde gegründet hat. 7 der das Licht bildet und die Finsternis schafft. 23 Wenn seine Geißel plötzlich tötet. die ich hier nur kurz exemplarisch anleuchten möchte. der mit seinem Schöpfer hadert. bestärkende und Zukunft eröffnende Kraft des Schöpfungsglaubens nachhaltig entfaltet: 43:1 Und nun spricht der HERR. sondern war von Amos bis Jeremia vorausgesagt. c) Wenn Gott in der Vergangenheit solches vermochte. wenn solch ein skandalöses Schicksal möglich ist. ohne Königtum.. 2. ohne Tempel. und hast dich ständig gefürchtet den ganzen Tag vor dem Grimm des Bedrängers. 2. der HERR. auf denen der Mensch (jeder Mensch) aufbauen kann. die. daß außer mir nichts ist. Chr. ja sogar der aller Gerechteste. der dir hilft: Fürchte dich nicht. Hier findet man die tröstende. predigende Propheten(kreises) Deuterojesaja verwendet den Schöpfungsgedanken in mehreren Funktionen: a) zum Zweck der Seelsorge an Deprimierten: „Verzweifelt nicht. Die Impulse der Urgeschichte wirken außerhalb der Genesis in weite Bereiche der alttestamentlichen Literatur hinein. eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du? und sein Werk: Du hast keine Hände! . die doch sterben. Gott selbst gerät deswegen auf die Anklagebank: Ich bin unschuldig! Ich möchte nicht mehr leben. Hiob. zugleich aber Verspottung dieser Gottheiten als Nichtse.. dich zu verderben? Wo ist nun der Grimm des Bedrängers? Durch das Exil war Israels und sein Gott eigentlich „erledigt“. kein Gott ist außer mir. 45:12 Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. dessen Worte . Die Welt ist ungerecht. 350-250 v. Die Schöpfung kann nicht in Ordnung sein.3 Hiob In spätpersisch-frühgriechischer Zeit (ca. darum sage ich: Er bringt den Frommen um wie den Gottlosen. Selbst der Untergang von Staat und Tempel ist nicht Zeichen des Scheiterns Jahwes.) stellt sich ein hoch gebildeter Weiser der Erfahrung. und vor Menschenkindern. Israel: Fürchte dich nicht.Die beiden Stories vermitteln aber ein bestimmtes Lebensgefühl: ein fürsorglicher Gott ist am Werk und schafft durch sein Handeln eine sinnvolle Basis und heilvolle Strukturen.mit denen seiner Jünger .“ b) zur Betonung der kämpferischen Auseinandersetzung Gottes mit Rahab und dem Urmeer. Ich habe dich gerüstet. 22 Es ist eins. sogar das Exil in Babylon ist Beweis dafür. und sonst keiner mehr. obgleich du mich nicht kanntest. so spottet er 21 . ohne verheißenes Land! Was bleibt da noch? Der um 540 v. ich verachte mein Leben. Jakob. Chr. ich bin euer Tröster! Wer bist du denn.

alles hast du unter seine Füße getan: 8 Schafe und Rinder allzumal. daß du seiner gedenkst. damit man sich vor ihm fürchtet. entstand doch durch die Grenzsetzungen Gottes. 11 Nach dem anonymen „Prediger Salomo“. deiner Finger Werk. der ca. 13 Aber auch.über die Verzweiflung der Unschuldigen. auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. dass diese heilvollen Ordnungen dem Menschen nicht erkennbar sind. hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!«? 12 Hast du zu deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt. dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinem Mühen. wenn du so klug bist! 5 Weißt du. ja sogar trotz aller Verwechselbarkeit mit dem chaotischen Unheil. dass alles. mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 1 Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: . oder wer hat ihren Eckstein gelegt. wer anders sollte es tun? (Hi 9. um das sich alles dreht. für ewig sein wird. 7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk. eben jene Gottlosen herauszunehmen und ihre Macht zu brechen. das ist eine Gabe Gottes. was Gott tut. dazu auch die wilden Tiere. deren Ziel es ist. Alles – wegen der begrenzten Erkenntnisfähigkeit meist vergebliches – Mühen unter der Sonne beruht darauf. nur daß der Mensch das Werk nicht ergründet.5 Die Schöpfungstheologie in den Psalmen Wenn ich sehe die Himmel. 15 Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen und der erhobene Arm zerbrochen werden. 9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles. sondern allenfalls ahnbar (Koh 3. schrieb. daß du dich seiner annimmst? 6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott. 13 damit sie die Ecken der Erde faßte und damit die Gottlosen herausgeschüttelt würden? 14 Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel und färbt sich bunt wie ein Kleid.Chr. 24 Er hat die Erde unter gottlose Hände gegeben. die aller menschlichen Anschauung entzogen ist. 10 HERR. als ich die Erde gründete? Sage mir's. und des Menschen Kind. doch verborgen am Werk. 250 v. aber doch fröhlich nutzen.. den Mond und die Sterne.4-10) 4 . der ein falsches Selbstverständnis hatte. Wenn nicht er. 4 Wo warst du. Kohelet (= „Versamlunsleiter“) gibt es im Ursprung eine schöne Weltordnung. als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun. und das Antlitz ihrer Richter verhüllt er. das Gott getan hat. die du bereitet hast: 5 was ist der Mensch. Und dennoch soll der Mensch die Schöpfungsgaben in aller Demut.. Alles hat seinen Platz und seine rechte Zeit. Und Gott hat es so gemacht.4 Kohelet Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit. aber diese Einsicht soll heilsam sein: Gott ist – trotz aller zeitweiligen Unerkennbarkeit.21-24) Aber die schwer zu begreifende und oft rätselhafte Schöpfung. 14 Ich erkannte. unser Herrscher. 9 als ich's mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln. 10 als ich ihm seine Grenze bestimmte mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Tore 11 und sprach: »Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter. Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. 3. dass die Welt eine große Weite und verborgene Ordnung hat. 7 als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? 8 Wer hat das Meer mit Toren verschlossen. als es herausbrach wie aus dem Mutterschoß. wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat? 6 Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt. was die Meere durchzieht. indem er ihnen aufzeigt. Tragisch ist es aber. dass es nichts Besseres bei ihnen gibt. dass diese anfänglichen Schöpfungsordnungen permanent tragisch verfehlt werden. 3. wie herrlich ist dein Name in allen Landen! (Psalm 8. Schöpfungstheologie ist wieder Seelsorge an einem deprimierten Menschen. der Mensch bildet zwar nicht das Zentrum. 12 Ich erkannte.1-15). die anderen Lebewesen haben auch ihr Lebensrecht. vom Anfang bis zum Ende. wenn sie ihm denn zuteil werden. Der Blick auf die schöpfung un das in ihr überquellende Leben soll Menschen im Leid trösten.

Der Mensch ist im gigantischen Kosmos so winzig und hat doch so gewaltig groß an Macht. Gottes Handeln ist stets notwendig. oder Alte. 8 Die Berge gingen hoch hervor. die nur einige Tage leben. sondern sie vergewissern sich ihrer Stellung in der Welt. meine Seele ! HERR. damit das Wirkfeld der Chaosmächte sich nicht wider ausweitet. du bist schön und prächtig geschmückt. wer hundert Jahre alt stirbt. Der weit gespannte Vorstellungskomplex der Neuschöpfung soll abschließend mit nur drei Textabschnitten wenigstens angeleuchtet werden: Denn siehe. daß es bleibt immer und ewiglich. 31 Das Nachdenken über diese Heilsordnung Gottes führt den Beter in eine Gemeinschaft der Freude mit Gott. das die alttestamentliche Schöpfungstheologie weitgehend und zustimmend übernimmt. der HERR freue sich seiner Werke! 32 Er schaut die Erde an. und Wasser standen über den Bergen. rechnet damit. in der wir erfahren werden. 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Offenbarung des Johannes Ein erstaunliches Phänomen zeigt sich in der Zukunftserwartung der Bibel. Paulus. so erfreut sich der in Gott geborgene Mensch seines Gottes. (Jesaja 66. 9 Du hast eine Grenze gesetzt. von deinem Donner fuhren sie dahin. Sie wollen nicht eine ganz gestimmte Naturgeschichte behaupten. so rauchen sie. darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wiederum das Erdreich bedecken. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das. 2 Licht ist dein Kleid. gilt als verflucht. ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Das Neue Testament. und wer die hundert Jahre nicht erreicht. die ihre Jahre nicht erfüllen. 43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. sondern als Knabe gilt. Die Urzeit ist dabei in gewissem sinne das Muster für die Endzeit. einen andern Glanz hat der Mond. Der Beter weiß sich in die Lebensordnung. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Die Autoren beschreiben ihre Gegenwart und ihr aktuelles Lebensgefühl. (Ps 104. 42 So auch die Auferstehung der Toten. 5 der du das Erdreich gegründet hast auf seinem Boden. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein. solange ich bin. Lobe den HERRN. 34 Mein Reden möge ihm wohlgefallen. mein Gott. er rührt die Berge an. was Gottes eigentliches Ziel mit der Schöpfung ist. du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. sondern perpetuiert sich in ein notwendiges permanentes Heilshandeln Gottes (creatio continua). du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehst auf den Fittichen des Windes. dass diese Weltordnung nur auf Zeit besteht und dass schon bald eine neue. was ich schaffe.Eigene neue Akzente findet man im Psalter: Die Betrachtung der Schöpfung drängt in Freude und Staunen über imponierende Naturgewalten hin zum hymnischen Lob Gottes. 4 der du machst Winde zu deinen Engeln und zu deinen Dienern Feuerflammen. 44 Es 41 7 . daß man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.1-9) 1 Die Psalmen kennen Reste der Vorstellung von der Schöpfung als Kampf Gottes gegen widerspenstige Elemente außerhalb Seiner. eingebunden. Denn siehe.7-20) Einen andern Glanz hat die Sonne. 33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben. Die Schöpfung als urzeitliche Begrenzung der Unheilsmächte mündet nicht in Statik. denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. die Gott selbst stets verteidigt.6 Tritojesaja. so bebt sie. 7 Aber von deinem Schelten flohen sie. das du anhast. einen andern Glanz haben die Sterne. Ich freue mich des HERRN. 2. ganz andere Ordnung anbricht. du bist sehr herrlich. 3 Du wölbest es oben mit Wasser. 6 Mit der Tiefe deckst du es wie mit einem Kleide. den du ihnen gegründet hast. Jedoch geht die neue Kreatura in Christus weit über das bislang besprochnen hinaus. So wie sich Gott an seiner Schöpfung erfreut. Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. und die Täler setzten sich herunter zum Ort. ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude.

dieser Glaube schafft nicht Hilfreich sind hier Publikationen der EKD: Weltentstehung. die sprach: Siehe da. Jh. Gott mit ihnen. „Im Anfang schuf Gott“ – das bedeutet unter andrem eine Vergewisserung der guten Ordnungen und impliziert ein Einstimmen in den Sabbat-Rhythmus der Schöpfung. http://www. das Drei-EtagenWeltbild von Erde als Wohnraum der lebenden Menschen. so gibt es auch einen geistlichen Leib. Denn der. war die Vieldimensionalität und Multiperspektivität der Rede von der Schöpfung. die Differenzen innerhalb der biblischen Traditionen zu überspielen oder zu relativieren. In den älteren Texten gibt es z.de/gn_kreat_debatte_michael_beintker. 2 Und ich sah die heilige Stadt. Gewalt und Blutvergießen. Die Toten sind auf Dauer von Gott getrennt in der Unterwelt. und der Tod wird nicht mehr sein. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her. und in die Freude des Mannes an der Frau. dass Gott im Anfang schuf. ein Eintauchen in die Freude an der Fülle der Werke Gottes. Er ist genötigt. und er selbst.B. b) Wird die Bibel wertlos. der als der Schöpfer vorgestellt wird. Damit wird die menschliche und damit die geschichtliche Gestalt der Bibel negiert und in peinlicher Weise werden Nebensachen zu Hauptsachen hochstilisiert. der wird sich auch jetzt und erst recht in Zukunft als der erweisen. Zudem werden weltbildhafte Vorstellungen. Hannover 2008.krauseschoenberg. dass die Seele nach dem Tod in den Himmel kommt und dort bei Gott ist. Im Gegenteil. bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. wird ihr Gott sein. vor allem aber vom Tod. „Im Anfang schuf Gott“ . Zehn Gedanken als vorläufige Abschlussreflexion14 a) Was unsere Textbeispiele zeigen sollten.1-4) 1 Der Glaube an eine zukünftige Neuschöpfung schärft den Blick für die Schwächen und Risse in der jetzigen Schöpfung. 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.41-44) Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Vorstellung der Auferstehung der Toten oder der Gedanke. Die Bibel als ganze zeigt eindeutig ein sich wandelndes Weltbild. v. Das neue sein in Christus ist zwar schon jetzt ansatzweise und zeichenhaft realisiert. dass Sprache immer nur Mitteilung von Tatsachen ist. das neue Jerusalem. schenkt Trost in den Stunden des Verlustes von Vaterland und Tempel. Michael Beintker. Chr. Gibt es einen natürlichen Leib. c) Der Kreationismus nimmt die Bibel nur sehr selektiv wahr und entwertet damit die Schrift. (Offb 21. (1 Kor 15. dass diese Schöpfung noch nicht vollkommen ist. keine Wiederkehr aus der Scheol. Der Glaube. So schön und voller Möglichkeiten der Freude diese Welt auch ist. der Wunder tut. aber die Fülle des Seins liegt noch in der Zukunft. und sie werden sein Volk sein. die wörtlich verstanden nun wirklich eindeutig falsch und überholt sind (z. Der Glauben. dass solche Erzählungen auch symbolische Bedeutung haben wollen. ist eine der Revolutionen im biblischen Weltbild im 2. Diese Schöpfung ist etwas Vorübergehendes. Gott als Designer? Christlicher Schöpfungsglaube und naturwissenschaftliches Weltverständnis. wirkt sich hermeneutisch verhängnisvoll aus. 3. wenn sie kein naturwissenschaftlicher Tatsachenbericht über die Entstehung der Welt ist? Die Antwort kann nur lauten: Nein! Im Kreationismus übersieht man. Himmel als Aufenthaltsort Gottes und seiner Heerschar sowie der guten Seelen oder aber die Erschaffung der Erde in sechs Tagen mit der Erschaffung des Menschen als letztem Glied der Schöpfungskette) geradezu trotzig festgehalten. Die Bibel ernst nehmen heißt die ganze Bibel ernst nehmen. noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. denn das Erste ist vergangen. und das Meer ist nicht mehr.wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hölle unter der Erde als Wohnraum der verstorbenen Sünder.B. verdrängt aber keineswegs den Blick dafür.pdf. von Gott aus dem Himmel herabkommen. Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule (EKD texte 94). die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen. Die naive positivistische Festlegung darauf. sie harrt doch auf Erlösung von Krieg. dass Gott am Anfang schuf. 14 . das seiner Neuschöpfung harrt.

die ganze Weite und Breite des Zeugnisses wahrnehmen und würdigen. verfehlt die biblische Botschaft. der Himmel und Erde erschaffen hat und noch erhält. Epistemologisch sehe ich aber viel klarer die Grenzen. Glaube ist menschlich. Aber krampfhaft Weltbildelemente einer vergangenen Zeit zu repristinieren. Bei diesen Erfahrungen war Gott zweifellos entscheidend mit am Werk.: Ich bin Abraham. differenziert Möglichkeiten und Grenzen beschreiben. Schöpfungs“berichte“ sind auch Bilder davon. unterschiedliche Rationalitätsformen. Das ist vielmehr erledigt. Die Bibel ist aber ihrem Wesen nach ein gefrorener Dialog unterschiedlicher Erfahrungen von Menschen mit Gott. sie nicht zu einem politisch konservativen Machtinstrument degenerieren. Bibelkritik ist nötig. differenzierten und wandelbaren Vorstellungen überhaupt angesichtig zu werden. den der Systematische Theologe Klaus Tanner im Dialog mit Evolutionstheoretikern folgendermaßen beschreibt „In der wissenschaftstheoretischen Diskussion seit der Aufklärung ist eines auch zunehmend deutlich geworden: Wir brauchen. der dieser Schöpfung mit Liebe begegnet und sie zum Heil führen will. der Fehler. ein nahes radikales Ende der Evolution und „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65.B. Beide Seiten versuchen ihre Rationalität als die einzig mögliche Diskursform zu behaupten oder durchzusetzen.). um der reichen. (Ex 6. sieht anders aus.22).selbst als kanonische Ganzheit betrachtet .in Fortsetzung und Steigerung prophetischer Visionen . Es geht auch und eher um kommende „Tatsachen“. Isaak und Jakob erschienen als Gott Schaddaj. f) Vielleicht kann die Unterscheidung von Ontologie und Epistemologie ein Stück weiter zur Klarheit helfen: Ontologisch bin ich mit den Kreationisten und Vertretern des „intelligent design“ weitgehend einig: es gibt einen Gott. Die Bibel .und zementiert nicht ein bestimmtes Drei-Etagen-Weltbild. um unser Leben als Menschen führen zu können. an bestimmten Punkten verrennen.3) d) Kritik heißt im Kern: genau unterscheiden. zu denen auch Jesus und Paulus gehören. Sich um den Reichtum und die Tiefe der Schöpfungstexte bemühen. die eine Form von Rationalität. aber Menschenwort und Gotteswort sind nicht ein zu eins identifizierbar. ein sacrificium intellectus darf nicht gefordert werden. e) Schöpfungs“berichte“ bieten weniger Informationen über den fernen Anfang. Missionarischer Umgang mit der Bibel. In der Spätzeit erwarten . absolut. nicht linearen Neuschöpfung der Welt (Apk 21f. geschichtlich. Es gibt nicht die eine Vernunft. Ohne historische Einordnung (und damit auch Relativierung). und zwar durch die Bibel selbst. f) Das Alte und Neue Testament rechnet damit. wie ich ihn mir vorstelle.apokalyptische Kreise. es geht darum. Es tut mir. Dieser Glaube an den umsichtigen Schöpfer artikuliert sich in unterschiedlichen geschichtlichen Situationen unterschiedlich. leid. 66. in denen Gerechtigkeit wohnen werden (Apokalyptik). wenn sich Menschen. mit der alles erklärt und alles dargestellt werden kann. perspektivisch und gerade nicht zeitlos. die Bibel zu gebrauchen und nicht missbrauchen. dass die Ordnungen dieser Welt zeitlich begrenzt sind. sondern über das Lebens-Gefühl in der nahen Gegenwart und die Hoffnung auf die ferne Zukunft. welche Ordnung in Zukunft sein sollte. ewig. die Bibel schließt mit einer sprunghaften .E. sondern viel stärker auf die Gegenwart der Leser. z. g) Meines Erachtens gilt es. aber mit meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben. ohne eine gute Portion Wissen um die Menschlichkeit der von Menschen produzierten Texte wird die Bibel ein sehr problematisches Buch.17. Wir organisieren und . Und hier liegt m.weiß selbst um die Wandelbarkeit ihres Denkens. h) Im Streit von Kreationisten und Darwinisten prallen zwei sehr unterschiedliche Rationalitäten aufeinander. Genauso wie die Neuschöpfung chronologisch nicht am Ende der Zeit steht – in Christus steht die Neuschöpfung in der Mitte der Zeit schon jetzt da – genau so zielen Schöpfungserzählungen nicht auf den historischen Ursprungspunkt zurück. die sich ernsthaft um die Bibel bemühen.

wie ich das angestellt habe? Nein: er wird uns vielmehr fragen: Weißt. 65-84. La Creation dans l'Orient ancien.Wien.). (Bibliothque des histoires). du.. (Lectio divina 127 = Congres et traveaux de l'ACFEB 1985).4. SPCK 1984. Bibelwerk 1985. 68-96.Zürich: Schöningh 1984. Richard J. Louis (Hg. Paris: Ed. Gerhard von Rad und Claus Westermann. Congres de l'ACFEB. Übersichten über die Fülle des alttestamentlichen Materials bieten folgende Sammelbände: Creation: dans l'Orient ancien. wenn wir sie auf diese zeitliche Abfolgen pressen und reduzieren wollten.: Archbishop Ussher and Biblical Chronology. In: Derousseaux.“15 i) Schöpfungserzählungen drängen nicht auf eine exakte chronologische Festlegung von naturhistorischen Events. wir tun den biblischen Texten keinen Gefallen. Annäherungen an ein umstrittenes Gottesprädikat. (Stuttgarter Bibelstudien 115). In den texten implizierte fundamentale Fragen der Umweltethik. Rainer: Schöpfungsmythos und Umweltethik. In: Bottéro. La Bible et l'historien. 155-202. Einzelne Studien vertiefen textliche Teilbereiche und Aspekte: Albertz. In solch einer Diskussionslage wird schnell der Sinn wissenschaftlicher Theorien wie der von religiösen Darstellungsformen verzerrt. Altner. Philadelphia. ganz andere Schöpfung hineinführen.1-2. Barr.thueringen. Bernhard (Issues in Religion and Theology 6). Eine biblische Erinnerung wider die Kolonisierung der Lebenswelt durch die Zweckrationalität (Philosophische Positionen 005).C. Beauchamp. wird er uns dann fragen: Weißt Du. Jean: Naissance de Dieu. Ebach.). Monograph series 24). Stuttgart: Verl. Peter: Menschenschöpfung und Weltschöpfung in der alttestamentlichen Weisheit. die sich nicht einfach entlang der Klassifizierung ‚rational – irrational‘ unterscheiden lassen. Paris: Gallimard 1986.pdf . … Aufladung von Wissenschaft zur Weltanschauung provoziert Gegenreaktionen. Washington. von Derousseaux. wenn andere mit Bekenntnissen antworten. 139-182. Bottero. Doll. Paris: Les Ed. Nachhaltig zu empfehlen sind die klassischen Genesis-Kommentare von Hermann Gunkel. 1996. der verändern will. wozu ich die Welt geschaffen habe? Was hast du daraus gemacht? Hast Du dich an ihr gefreut und hast du mit den anvertrauten Talenten gewuchert? Und dann wird er uns über die Maßen staunend in seine neue. Literaturhinweise zur Weiterarbeit: Der Schöpfungsglaube der Bibel ist außerordentlich intensiv verhandelt worden: Hier kann nur eine kleine Auswahl der einschlägigen Werke geboten werden. Rainer (Hg. muss sich nicht wundern.artikulieren unser Wissen mit Hilfe verschiedener “symbolischer Formen” (Ernst Cassirer). Hg. Pierre: Creation et fondation de la loi en Gn 1. von Clifford. In: Bulletin of the John Rylands Library 67 (1985) 575-608. (Catholic biblical quarterly. In: Der Allmächtige. Jean: Mesopotamische Schöpfungsvorstellungen. j) Wenn wir unserem Schöpfer gegenübertreten. DC: Cath. Kath. Creation in the biblical traditions. Günter: Schöpfung als Prozeß-Gott im Geschehen der Welt. (Biblisch-theologische Schwerpunkte 13). Zorn über das Unrecht.du Cerf 1987. Bottéro. Louis (Lectio divina 127). Hg. du Cerf 1987. wann ich die Schöpfung gemacht habe? Weißt du. Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht 1997.de/imperia/md/content/tsk/veranstaltungen/erfurterdialog/tanner.München. Jean: Les origines de l'univers selon la Bible. Paderborn. von Anderson. In: Albertz. Creation in the Old Testament. Vom Glauben. Wer selbst das Genre wechselt und die Evolutionslehren zu Exklusivität beanspruchenden Bekenntnissen stilisiert. London: Fortress Press. In: Welt und Umwelt der Bibel 2 (1996) 9-11. Jürgen: Leviathan und Behemoth. der Menschenwürde oder der Probleme der Sinnfindung in einer grausam erscheinenden Welt sind viel angemessener und unendlich viel wichtiger. Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verl. James: Why the World was created in 4004 B. of America 1992. 15 http://www. Hg. Biblical Assoc.

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