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In Sachen Röthlin ./.

Spiridon-Verlags GmbH - 10 U 127/11 vorab per Fax: 90 15 22 00 Kammergericht Berlin Elßholzstraße 30-33 10781 Berlin

beantragen und in Klägers

wir

namens des und

Vollmacht

Berufungsklägers (nachfolgend verwenden wir nur noch die Parteibezeichnungen erster Instanz) unter Abänderung
00387-11/SB/NN 25. November 2011

des am 30.06.2011 verkündeten Urteils des Landgerichts Berlin, Az. 27 O 195/11, wie folgt zu entscheiden (Der Einfachheit halber stellen wir in zweiter Instanz nochmals den erstinstanzlichen Klageantrag in vollem Umfang, wobei sich die Berufung ausweislich unserer nachfolgenden Begründung nur auf diejenigen Klageanträge bezieht, die erstinstanzlich zurückgewiesen wurden. Sollte der Senat Bedenken gegen diese Form der Antragsfassung haben, bitten wir um richterlichen Hinweis): 1. Der Beklagten wird es bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, letztere zu vollziehen an einem Geschäftsführer, untersagt, in Bezug auf den Kläger a) zu behaupten und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen - „Nach einem Start in Ras Al Khaima im Januar 2009, wo er aufgab, war Röthlin auf dem Rückflug zusammengeklappt. In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt. Er wurde zwei Mal operiert. Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des sauerstoffbindenden verbotenen Dopingmittels EPO sein.

Die Ärzte entschieden sich für die Blutanomalie und behandelten ihn entsprechend.“ „...entschied sich der Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa...“

- „In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Bluts entgegenwirken soll.“ - der Kläger habe zwischen den Olympischen Spielen 2008 und der EM in Barcelona 2010 lediglich 3 Wettkämpfe bestritten. b) durch die Formulierungen - „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister (...) Nach seiner Krankheitsgeschichte und den Vorleistungen durfte man von dem 35-jährigen Röthlin einen solchen Exploit, ..., keineswegs erwarten (...) In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt... Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des Sauerstoff bindenden verbotenen Dopingmittels Epo sein (...) In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Bluts entgegen wirken soll. (...) Man fragt sich angesichts der neuen Ungereimtheiten, wie er seine Bestzeit von 2:07:23 bei seinem Sieg in Tokio im Februar 2008 erzielt hat bei einer Halbmarathon-Bestzeit von schwachen 62:16 min. Marathonläufer auf diesem Niveau weisen fast alle einen PB um oder unter 60 min. auf. Man weiß, dass Epo im Marathonlauf einem Spitzenläufer einen Vorteil von 3 min. bringen kann (...) Der krebskranke Armstrong und der asthmakranke Jan Ullrich hatten ähnliche Steigerungsraten nach kümmerlichem Saisonbeginn bei den entscheidenden Rennen. Es gewinnt anscheinend immer öfter der Läufer oder Radfahrer mit dem besten Arzt.“ den Eindruck zu erwecken und/oder erwecken zu lassen, der Kläger habe den Europameistertitel 2010 im Marathonlauf nach Einnahme von Dopingmitteln gewonnen, wie geschehen in der Zeitschrift „Spiridon“, Ausgabe 9/2010, S. 14. 2. 2/36

Die Beklagte wird verurteilt, die nachfolgende Richtigstellung in der nächsten, für den Druck noch nicht abgeschlossenen Ausgabe der Zeitschrift "SPIRIDON" in gleicher Schrift und in gleichen Teilen des Druckwerks wie der beanstandete Text sowie in allen Ausgaben, in denen der beanstandete Text erschienen ist auf der der Ausgangsmitteilung entsprechenden Seite unter drucktechnischer Hervorhebung des Wortes "Richtigstellung" und der Fundstelle der Erstmitteilung abzudrucken, wobei die Größe des Wortes "Richtigstellung" der Größe der Schrift der Worte "Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister" zu entsprechen hat, sowie der Fließtext durch entsprechende drucktechnische Anordnung und Schriftgröße dem beanstandeten Fließtext zu entsprechen und die Größe der Fundstelle einfachen Fettdruck aufzuweisen hat:

Richtigstellung
In der „Spiridon“ (Ausgabe 9/2010) schreiben wir auf Seite 14 in einem Artikel mit der Überschrift „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister“ über Herrn Viktor Röthlin: „Nach einem Start in Ras Al Khaima im Januar 2009 ... war Röthlin auf dem Rückflug zusammengeklappt. In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt. Er wurde zwei mal operiert. Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des Sauerstoff bindenden verbotenen Dopingmittels EPO sein. Die Ärzte entschieden sich für die Blutanomalie und behandelten ihn entsprechend.“ Hierzu stellen wir richtig: Das Rennen in Ras Al Khaima fand am 20.02.2009 und nicht im Januar 2009 statt. Herr Viktor Röthlin ist auf dem Rückflug am 22.02.2009 nicht zusammengeklappt. Erst am 12.03.2009 litt er erstmals unter akuter Atemnot. Als Ursache für die bei ihm diagnostizierte Lungenembolie wurde eine genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung festgestellt. Die 3/36

Vermutung, als Ursache komme auch die Anwendung des Dopingmittels Epo in Betracht, hatten seine Ärzte zu keinem Zeitpunkt. Deshalb hatten seine Ärzte bei der Behandlung auch keinen Entscheidungsspielraum. Herr Viktor Röthlin wurde auch kein einziges Mal operiert. Weiter heißt es in dem Artikel „...entschied sich der Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa...“ Hierzu stellen wir richtig: Herr Viktor Röthlin ist nicht Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa. Weiter heißt es in dem Artikel „In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Blutes entgegenwirken soll.“ Hierzu stellen wir richtig: Herr Viktor Röthlin wurde vor dem Marathon in Barcelona nicht mit einem Blutexpander behandelt. Um das Risiko lebensbedrohender die ausschließlich Blutgefäßverschlüsse die Neubildung von zu reduzieren, wurden ihm von seinen Ärzten Medikamente verschrieben, Blutgerinnseln verhindern. Des Weiteren heißt es in dem Artikel „Das sind Röthlins Wettkämpfe seit den Olympischen Spielen 2008:

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2008 42,195 km 10 km 2009 2010

OS Peking Basel

2:10:35 (6.) 29:06 (5.) 26:20(10./24.4.) 51:01 (12./22.5.) 2:15:31 (1./1.8.)“

keinen Wettkampf beendet, krank 8,71 km Luzern 16,109 km 42,195 km Bern EM Barcelona

Hierzu stellen wir richtig: Seit den Olympischen Spielen 2008 hat Herr Viktor Röthlin neben den vorerwähnten Wettkämpfen noch an folgenden Wettkämpfen teilgenommen: 2008 8km Corrida Bulloise 23:15:6 (4.) 20:56:7 (4.) 25:20:0 (1.) 43.59.1 (5.) 48:37:2 (10.) 29:54 (7.) Schließlich heißt es in dem Artikel „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister (...) Nach seiner Krankheitsgeschichte und den Vorleistungen durfte man von dem 35-jährigen Röthlin einen solchen Exploit, ..., keineswegs erwarten (...) In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt... Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des Sauerstoff bindenden verbotenen Dopingmittels Epo sein (...) In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Bluts entgegen wirken soll. (...) Man fragt sich angesichts der neuen Ungereimtheiten, wie er seine Bestzeit von 2:07:23 bei seinem Sieg in Tokio im Februar 2008 erzielt hat bei einer Halbmarathon-Bestzeit von schwachen 62:16 min. Marathonläufer auf diesem Niveau weisen fast 5/36

7.25km Escalade Genf 8.8km Silvesterlauf Zürich 14.5km Ägeriseelauf 2010 15km Kerzerslauf

2009 21.0975km RAK Half Marathon (Aufgabe)

10km BUPA Great North Sunderland

alle einen PB um oder unter 60 min. auf. Man weiß, dass Epo im Marathonlauf einem Spitzenläufer einen Vorteil von 3 min. bringen kann (...) Der krebskranke Armstrong und der asthmakranke Jan Ullrich hatten ähnliche Steigerungsraten nach kümmerlichem Saisonbeginn bei den entscheidenden Rennen. Es gewinnt anscheinend immer öfter der Läufer oder Radfahrer mit dem besten Arzt.“ Der hierdurch erweckte Eindruck, Herr Viktor Röthlin habe den Europameistertitel 2010 im Marathon-Lauf nach Einnahme von Dopingmitteln gewonnen, ist falsch. Herr Viktor Röthlin hat keine Dopingmittel zu sich genommen. Die Redaktion hilfsweise Die Beklagte wird verurteilt, die nachfolgende Richtigstellung in der nächsten, für den Druck noch nicht abgeschlossenen Ausgabe der Zeitschrift "SPIRIDON" in gleicher Schrift und in gleichen Teilen des Druckwerks wie der beanstandete Text sowie in allen Ausgaben, in denen der beanstandete Text erschienen ist auf der der Ausgangsmitteilung entsprechenden Seite unter drucktechnischer Hervorhebung des Wortes "Richtigstellung" und der Fundstelle der Erstmitteilung abzudrucken, wobei die Größe des Wortes "Richtigstellung" der Größe der Schrift der Worte "Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister" zu entsprechen hat, sowie der Fließtext durch entsprechende drucktechnische Anordnung und Schriftgröße dem beanstandeten Fließtext zu entsprechen und die Größe der Fundstelle einfachen Fettdruck aufzuweisen hat:

Richtigstellung
In der „Spiridon“ (Ausgabe 9/2010) schreiben wir auf Seite 14 in einem Artikel mit der Überschrift „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister“ über Herrn Viktor Röthlin: 6/36

„Nach einem Start in Ras Al Khaima im Januar 2009 ... war Röthlin auf dem Rückflug zusammengeklappt. In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt. Er wurde zweimal operiert. Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des Sauerstoff bindenden verbotenen Dopingmittels EPO sein. Die Ärzte entschieden sich für die Blutanomalie und behandelten ihn entsprechend.“ Hierzu stellen wir richtig: Das Rennen in Ras Al Khaima fand am 20.02.2009 und nicht im Januar 2009 statt. Herr Viktor Röthlin ist auf dem Rückflug am 22.02.2009 nicht zusammengeklappt. Erst am 12.03.2009 litt er erstmals unter akuter Atemnot. Als Ursache für die bei ihm diagnostizierte Lungenembolie wurde eine genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung festgestellt. Die Vermutung, als Ursache komme auch die Anwendung des Dopingmittels Epo in Betracht, hatten seine Ärzte zu keinem Zeitpunkt. Deshalb hatten seine Ärzte bei der Behandlung auch keinen Entscheidungsspielraum. Herr Viktor Röthlin wurde auch kein einziges Mal operiert. Weiter heißt es in dem Artikel „...entschied sich der Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa...“ Hierzu stellen wir richtig: Herr Viktor Röthlin ist nicht Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa. Weiter heißt es in dem Artikel „In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem 7/36

Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Blutes entgegenwirken soll.“ Hierzu stellen wir richtig: Herr Viktor Röthlin wurde vor dem Marathon in Barcelona nicht mit einem Blutexpander behandelt. Um das Risiko lebensbedrohender die ausschließlich Blutgefäßverschlüsse die Neubildung von zu reduzieren, wurden ihm von seinen Ärzten Medikamente verschrieben, Blutgerinnseln verhindern. Des Weiteren heißt es in dem Artikel „Das sind Röthlins Wettkämpfe seit den Olympischen Spielen 2008: 2008 42,195 km 10 km 2009 2010 OS Peking Basel 2:10:35 (6.) 29:06 (5.) 26:20(10./24.4.) 51:01 (12./22.5.) 2:15:31 (1./1.8.)“

keinen Wettkampf beendet, krank 8,71 km Luzern 16,109 km 42,195 km Bern EM Barcelona

Hierzu stellen wir richtig: Seit den Olympischen Spielen 2008 hat Herr Viktor Röthlin neben den vorerwähnten Wettkämpfen noch an folgenden Wettkämpfen teilgenommen: 2008 8km Corrida Bulloise 23:15:6 (4.) 20:56:7 (4.) 25:20:0 (1.) 43.59.1 (5.) 48:37:2 (10.)

7.25km Escalade Genf 8.8km Silvesterlauf Zürich 14.5km Ägeriseelauf 2010 15km Kerzerslauf

2009 21.0975km RAK Half Marathon (Aufgabe)

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10km BUPA Great North Sunderland 29:54 (7.) Die Redaktion 3. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger eine Geldentschädigung zu zahlen, deren Höhe in das Ermessen des Gerichts gestellt wird, die jedoch mindestens 15.000,00 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszinssatz der europäischen Zentralbank seit Rechtshängigkeit betragen soll.

4. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 3.938,90 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank seit Rechtshängigkeit zu zahlen. 5. Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Zur Begründung führen wir wie folgt aus:

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I. Mit Urteil des Landgerichts Berlin vom 30.06.2011, Az. 27 O 195/11, wurde der Klage des Klägers nur teilweise stattgegeben. Die mit Schriftsatz vom 12.08.2011 eingelegte Berufung richtet sich gegen die Teilabweisung der Klage. Die Begründung des Landgerichts, die zur Teilabweisung der Klage geführt hat, ist rechtsfehlerhaft. Das erstinstanzliche Urteil wird insofern der Überprüfung durch das Berufungsgericht unterzogen. Die konkreten Rechtsfehler werden nachfolgend unter II. aufgezeigt. II. 1. Mit der am 11.04.2011 zugestellten Klage hat der Kläger beantragt, der Beklagten bei Vermeidung der gesetzlichen Ordnungsmittel zu untersagen, in Bezug auf den Kläger zu behaupten und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen „Nach einem Start in Ras Al Khaima im Januar 2009, wo er aufgab, war Röthlin auf dem Rückflug zusammengeklappt. In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt. Er wurde zwei Mal operiert. Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des sauerstoffbindenden verbotenen Dopingmittels EPO sein. Die Ärzte entschieden sich für die Blutanomalie und behandelten ihn entsprechend.“ Das Landgericht hat dem Begründung Landgericht größtenteils den Unterlassungsantrag in mit zutreffender hat auf das die Bezug

stattgegeben.

Demgegenüber

Unterlassungsanspruch

Formulierungen „In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt. Er wurde zwei Mal operiert.“ als unbegründet angesehen. Das Landgericht meint, der Satz „In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt“ sei keine falsche Tatsachenbehauptung. Eine solche ergebe sich auch nicht aus der 10/36

gedanklichen Verbindung mit dem weiteren Text. Die Behauptung „er wurde zwei Mal operiert“ sei zwar „nicht ganz richtig“, stelle aber letztendlich keinen rechtswidrigen des Klägers unbeachtlich Eingriff dar, sei, da ob in das es eine allgemeine für oder dessen zwei Persönlichkeitsrecht

Persönlichkeitsrechtsbild

Operationen durchgeführt worden seien. Diese Einschätzung kann einer zweitinstanzlichen Überprüfung nicht Stand halten: a) Die Behauptung „In der Schweiz wurde eine gefährliche Lungenembolie erkannt“ ist für sich genommen richtig. Nichtsdestotrotz kann der Kläger auch insoweit Unterlassung beanspruchen, da der Satz mit den ihn einbindenden falschen Tatsachenbehauptungen gedanklich untrennbar verbunden ist. Dem streitigen Satz vorangestellt ist die wahrheitswidrige Behauptung, der Kläger sei auf dem Rückflug von Ras Al Khaima „zusammengeklappt“. Dem streitigen Satz nachgestellt ist die wahrheitswidrige Behauptung, der Kläger sei zwei Mal operiert worden. Hieran schließt sich wiederum die falsche Tatsachenbehauptung an, die den Kläger behandelnden Ärzte hätten als Ursache der in der Schweiz festgestellten Lungenembolie u. a. die Anwendung des sauerstoffbindenden verbotenen Dopingmittels EPO vermutet. Sämtliche Aussagen bauen gedanklich aufeinander auf, wobei die erwähnte Lungenembolie das Bindeglied der Aussagen ist. Die wahrheitswidrige Behauptung, der Kläger sei auf dem Rückflug „zusammengeklappt“ versteht der Leser als erstes Symptom der Erkrankung. Hiernach wird dann wahrheitswidrig behauptet, die festgestellte Lungenembolie habe nach Auffassung der den Kläger behandelnden Ärzte seine Ursache in der EPO-Anwendung. Insbesondere die falsche Darstellung des von den Ärzten diagnostizierten Ursachenzusammenhangs verletzt den Kläger erheblich in seinen Persönlichkeitsrechten, weshalb es dem Kläger möglich sein muss, die Weiterverbreitung des falschen Ursachenzusammenhangs zu untersagen. Dies bedingt notwendigerweise, dass die Beklagte nicht mehr weiter behaupten darf, die in der Schweiz diagnostizierte Lungeembolie habe

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nach Auffassung der den Kläger behandelnden Ärzte seine Ursache in der Anwendung eines Dopingmittels. Der Kläger hätte den Unterlassungsantrag auch wie folgt formulieren können „…es bei Vermeidung der gesetzlichen Ordnungsmittel zu unterlassen, in Bezug auf den Kläger zu behaupten und/oder behaupten zu lassen…die Ursache der beim Kläger erkannten Lungenembolie könne nach Vermutungen der den Kläger behandelnden Ärzte nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des sauerstoffbindenden verbotenen Dopingmittels EPO sein“ Diese Alternativ-Fassung des Unterlassungsantrages zeigt, dass es keinen Unterschied machen kann, ob der Kläger die angegriffene Darstellung in seinem Unterlassungsantrag wörtlich oder zusammengefasst wiedergibt. Die Beklagte ist durch die wörtliche Wiedergabe im Unterlassungsantrag auch nicht daran gehindert, die isolierte Behauptung „in der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt“ zukünftig weiter zu verbreiten. Die Persönlichkeitsrechtsverletzung folgt aus dem Zusammenspiel der Darstellung. Erfolgt die Darstellung ohne den falsch dargestellten Ursachenzusammenhang, besteht kein Anlass, die Äußerung zu verbieten. Hinzu kommt, dass die zusammenfassende Wiedergabe der

ursprünglichen Aussage das Risiko in sich trägt, den Aussagekern falsch wiederzugeben. Deshalb ist es in der forensischen Praxis üblich, die streitigen Äußerungen wörtlich wiederzugeben. Im erstinstanzlichen Schriftsatz vom 16.06.2011 (dort auf Seite 2) hat der Kläger das Landgericht Berlin darum gebeten, einen richterlichen Hinweis für den Fall zu erteilen, dass das Gericht Bedenken gegen die Fassung des Unterlassungsantrages hat. Obwohl das Landgericht nach ständiger Rechtsprechung gehalten gewesen wäre, insbesondere auf die richtige Fassung des Unterlassungsantrages hinzuwirken, ist ein richterlicher Hinweis nach § 139 ZPO unterblieben. Die Bitte um richterlichen Hinweis für den Fall, dass der Senat die Auffassung des erstinstanzlichen Gerichts teilt, wird auch zweitinstanzlich aufrecht 12/36

erhalten. Bei Bedenken ist der Kläger ohne Weiteres bereit, diesen Bedenken durch Umstellung des Unterlassungsantrages insoweit nachzukommen.

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b) Rechtsfehlerhaft ist auch die Einschätzung des Landgerichts, die Behauptung „er wurde zwei Mal operiert“ sei „nicht ganz richtig“, jedenfalls aber nicht persönlichkeitsrechtsverletzend. Für die Ermittlung des Aussagegehaltes einer Äußerung ist darauf abzustellen, wie sie unter Berücksichtigung des allgemeinen Sprachgebrauchs von einem unvoreingenommenen Durchschnittsleser verstanden wird, wobei eine isolierte Betrachtung eines umstrittenen Äußerungsteils regelmäßig nicht zulässig ist, sondern auch der sprachliche Kontext und die sonstigen erkennbaren Begleitumstände zu berücksichtigen sind (BGH vom 16.11.2004, Az. VI ZR 298/03, im erstinstanzlichen Urteil zitiert auf Seite 19). Unter einer Operation versteht der verständige Leser einen chirurgischen Eingriff in den Organismus, sei es unter Vollnarkose oder unter LokalAnästhesie. Eine Operation ist nach dem allgemeinen Verständnis ein schwerwiegender medizinischer Eingriff, der nach dem Leserverständnis auch stets die Befürchtung von Komplikationen nach sich zieht. Zu diesem Verständnis gelangt der Leser des streitigen Artikels insbesondere auch durch den Kontext, in dem die streitige Behauptung hier steht. So lautet schon die Überschrift des Artikels „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister“. Im weiteren Verlauf des Artikels wird hierauf aufbauend immer wieder auf die „Krankheitsgeschichte“ des Klägers abgestellt und diese dramatisiert („…zusammengeklappt…“, „…auch des so noch durch bei „… eine der zu lebensgefährliche dann die Lungenembolie…“,

Fußoperation behindert…“ etc.). Dieser „Krankheitsgeschichte“ wird angebliche Leistungsexplosion um Klägers den Europameisterschaft gegenübergestellt, Eindruck

vermitteln, die Leistungen des Klägers könnten nach einer derart schwerwiegenden Erkrankung nicht ohne verbotene Hilfe, also nicht ohne Dopingmittel, erzielt worden sein. Der Leser kommt angesichts dieser Darstellung gar nicht umhin, in Bezug auf die fälschlicherweise aufgestellte Behauptung, der Kläger habe sich zwei Operationen unterziehen müssen, an schwere chirurgische Eingriffe zu denken.

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Diese Darstellung ist jedoch falsch, wie erstinstanzlich dargelegt und unter Beweis gestellt: Wie durch die als Anlage K 21 erstinstanzlich vorgelegten „medical reports“ belegt, wurde die beim Kläger festgestellte Lungenembolie durch Legen eines sogenannten Lyse-Katheters erfolgreich behandelt. Hierbei wird über einen kleinen Plastikschlauch (Lyse-Katheter), der direkt vor dem Blutgerinnsel platziert wird, kontinuierlich ein Medikament in das Blutgerinnsel eingeleitet, welches dieses dann langsam auflöst. Es handelt sich dabei um einen minimal-invasiven Eingriff, durch den ein offener chirurgischer Eingriff, also eine Operation, vermieden werden kann. Für das Legen des Lyse-Katheters bedarf es nur eines kleinen Stiches durch die Haut, um den Katheter einzuführen, mit dem das erkrankte Organ behandelt wird. Der Stich ist derart minimal, dass die Wunde noch nicht einmal vernäht werden muss. Beim Patienten verbleiben keinerlei Narben. Beweis: 1. Zeugnis des den Kläger behandelnden Arztes, Herrn Dr. med. Beat Williger, erstinstanzlich bereits benannt 2. Sachverständigengutachten Somit ist unter Zugrundelegung des Leserverständnisses schon die Behauptung falsch, der Kläger habe sich überhaupt irgendwelchen Operationen unterziehen müssen. Selbst wenn man aber zu der Auffassung gelangen würde, der verständige Leser würde das Legen eines Lyse-Katheters als Operation verstehen, was abwegig ist, bliebe es dennoch dabei, dass sich der Kläger eben nicht „zwei“ Operationen unterziehen musste, wie von der Beklagten behauptet. In keinster Weise nachvollziehbar ist die Einschätzung des Landgerichts, für das Persönlichkeitsbild des Klägers sei es unbeachtlich, ob nun eine oder zwei Operationen durchgeführt worden seien. In der dürren Argumentation des Landgerichts spiegelt sich eine gefährliche Tendenz wider, die die Rechtsprechung der Instanzgerichte in jüngster Zeit durchzieht. Das Landgericht scheint die Auffassung zu vertreten, 15/36

offensichtliche Unwahrheiten in der Berichterstattung mehr und mehr wegen „Unbeachtlichkeit“ ignorieren zu können (Motto: „Ist doch nicht so schlimm“). Dabei wird vorschnell aus der Sicht des Richters geurteilt, ohne die fallspezifischen Besonderheiten, insbesondere ohne die konkreten Auswirkungen auf das Persönlichkeitsbild des Klägers, zu überblicken. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit diesen Konsequenzen bleibt mehr und mehr aus, was auch das Urteil des Landgerichts zeigt, in dem die Kammer auf Seite 24 lediglich mit einem Satz begründet, warum die falsche Darstellung für das Persönlichkeitsbild des Klägers unbeachtlich sein soll („Dass sich aus der Mitteilung einer Operation ein stärkerer Dopingverdacht ergeben soll als aus der Mitteilung einer medikamentösen Behandlung, kann die Kammer nicht erkennen“). Es mag sein, dass der Presse bei der täglichen Berichterstattung Fehler unterlaufen, die für das Persönlichkeitsbild des Betroffenen unbeachtlich sind. So mag es sein, dass es unbeachtlich ist, wenn berichtet wird, dass ein Betroffener 180 cm groß ist und nicht 185 cm. Ebenso unbeachtlich mag es sein, wenn berichtet wird, der Betroffene wohne in der Hausnummer 34 statt in der Hausnummer 35. Diese Fälle kann man aber nicht ernsthaft mit dem hierzu entscheidenden Fall vergleichen. Es ist auch unerklärlich, wie das Landgericht zu dem Ergebnis kommt, die falsche Darstellung der Anzahl der Operationen wirke sich nicht auf die Stärke des Dopingverdachts aus. Wie bereits dargelegt, vermittelt die Beklagte ihren Lesern den gegenüber dem Kläger erhobenen Dopingverdacht nicht zuletzt über die Krankengeschichte des Klägers. Hierbei ist maßgeblich, dass die Krankengeschichte so dramatisch wie möglich dargestellt wird. Je schlimmer die Erkrankung des Klägers dargestellt wird, umso ungewöhnlicher muss es dem Leser erscheinen, dass der Kläger nur kurze Zeit später den Europameistertitel gewinnt. Der Leser schlussfolgert also letztendlich aus der Dramatisierung der Krankengeschichte, dass Doping im Spiel sein muss, weil niemand nach einer solchen Erkrankung, schon gar nicht nach zwei (!) Operationen, zu derartigen Leistungen ohne verbotene Hilfsmittel fähig sein kann (siehe wiederum die Überschrift „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister“). Insofern macht es selbstverständlich einen erheblichen 16/36

Unterschied aus, dass die medikamentösen Behandlungen des Klägers fälschlicherweise als zwei Operationen dargestellt werden. 2. Mit der Klage hat der Kläger weiterhin beantragt, der Beklagten bei Vermeidung der gesetzlichen Ordnungsmittel zu untersagen, in Bezug auf den Kläger zu behaupten und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen „…entschied sich der Schützling des italienischen

Marathonmediziners Dr. Gabriele Rosa…“ Das Landgericht hat den Unterlassungsantrag mit der Begründung zurückgewiesen, es handele sich um eine zulässige Meinungsäußerung. Auch dies ist rechtsfehlerhaft: Die Äußerung, der Kläger sei „Schützling des italienischen MarathonMediziners Dr. Gabriele Rosa“ ist eine Tatsachenbehauptung. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Begriff „Schützling“ als Synonym für „Zögling“, „Günstling“ bzw. „Protégé“. Beweis: Wikipedia-Auszug Anlage K 27

Im Kontext des hier streitgegenständlichen Artikels versteht der verständige Leser die Aussage dahingehend, als befinde sich der Kläger in der ärztlichen Betreuung bzw. Obhut des namentlich benannten Arztes Dr. Gabriele Rosa. Dies folgt nicht zuletzt aus der den streitigen Artikel abschließenden Aussage „Es gewinnt anscheinend immer öfter der Läufer oder Radfahrer mit dem besten Arzt. Für den Sport ist dies allerdings nicht am besten.“. Dies kann der Leser nur auf den einzigen, im Artikel namentlich benannten Arzt, nämlich Herrn Dr. Rosa, beziehen. Dass es sich bei der Äußerung um eine bewertende Meinungsäußerung handeln soll, ist für den Leser nicht erkennbar und vom Autor des Artikels auch nicht beabsichtigt. Um die Aussage, der Kläger sei Schützling von Herrn 17/36 Dr. Rosa, als Wertung und damit als

Meinungsäußerung verstehen zu können, müssten dem Leser zumindest Anknüpfungstatsachen mitgeteilt werden. Hieraus ließe sich dann für den Leser ggf. erkennen, dass der Autor des Artikels basierend auf diesen Tatsachen eine Wertung vornimmt. Nichts dergleichen findet sich allerdings in dem Artikel. Die Aussage fällt auch ganz bewusst als Tatsachenbehauptung. Dem Autor des Artikels ist bewusst, dass die wahrheitswidrige Behauptung, Schützling von Herrn Dr. Rosa zu sein, ein wichtiger Mosaikstein in dem gegenüber dem Kläger erhobenen Dopingverdacht ist. Andernfalls wäre auch nicht zu erklären, warum in dem Artikel überhaupt auf die angebliche Beziehung zwischen dem Kläger und Herrn Dr. Rosa abgestellt wird. Selbst wenn man die streitige Aussage als „wertende Betrachtung“ auffassen würde, was dem Leser – wie dargelegt – mangels im Artikel aufgeführter Anknüpfungstatsachen allerdings verborgen bleibt, fehlt es entgegen der Auffassung des Landgerichts auch in tatsächlicher Hinsicht an den für eine solche Bewertung anknüpfenden Tatsachen. Wie erstinstanzlich dargelegt, ist Herr Dr. Rosa dem Kläger bekannt. Unstreitig ist auch, dass Herr Dr. Rosa dem Kläger im Jahr 2008 empfohlen hat, voll auf den Professionalismus zu setzen. Das war es dann aber auch schon. Hieraus nun – wie das Landgericht – herleiten zu wollen, den Kläger als Schützling des italienischen Marathon-Mediziners Dr. Gabriele Rosa bewerten zu können, ist abwegig. Aus dem Umstand, dass Herr Dr. Rosa dem Kläger vor mehreren Jahren einen Tipp gegeben hat, kann nicht ernsthaft geschlussfolgert werden, den Kläger als „Schützling“ darstellen zu können. Wollte man dieser Auffassung folgen, wäre die Welt voller „Schützlinge“. Die Behauptung, der Kläger sei Schützling von Herrn Dr. Rosa, ist falsch. Der Kläger ist weder ein Zögling noch ein Protégé von Herrn Dr. Rosa. Er hat sich von diesem auch weder in der Vergangenheit noch aktuell medizinisch betreuen bzw. untersuchen lassen. Der Kläger ist auch nicht Mitglied des von Herrn Dr. Gabriele Rosa betriebenen medizinischen Laufzentrums in Brescia. Auf die erstinstanzlich unterbreiteten Beweisangebote wird insofern nochmals Bezug genommen. Soweit das Landgericht in seinem Urteil darauf abstellt, aus der angegriffenen 18/36

Äußerung ergebe sich nicht zwingend, dass der Kläger sich auch medizinisch von Herrn Dr. Rosa habe behandeln lassen, kommt es hierauf gar nicht an. Selbst wenn dies so wäre, bliebe die Äußerung dennoch falsch, weil sich der Kläger eben auch sonst nicht unter die Obhut von Herrn Dr. Gabriele Rosa begeben hat. Im Übrigen erstaunt die Auffassung des Landgerichts insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Landgericht – anders als sonst – gerade hier den Kontext des Artikels nicht mit in die rechtliche Würdigung einbezieht. Wie vorstehend dargelegt, kann der verständige Leser die ausdrückliche Bezugnahme, Herr Dr. Gabriele Rosa sei „Marathonmediziner“, und das den Artikel abschließende Fazit nur dahingehend verstehen, als befinde sich der Kläger auch in medizinischer, fortlaufender Betreuung des Herrn Dr. Rosa. Jedenfalls ist diese Deutung keineswegs abwegig bzw. fernliegend, weshalb hier die sogenannte Stolpe-Rechtsprechung (…) zum Tragen kommt. Das Landgericht verkennt insofern, dass es im hier vorliegenden Unterlassungsverfahren nicht darauf ankommt, ob dieses Verständnis zwingend bei jedem Leser besteht. Da sich der Kläger aber nun unstreitig nicht in medizinischer Betreuung des Herrn Dr. Gabriele Rosa befindet oder befunden hat, bleibt nicht nachzuvollziehen, wie die streitige Äußerung als wahr eingestuft werden kann. Wiederum rechtsfehlerhaft ist es, wenn das Landgericht meint, in Bezug auf die angegriffene Äußerung dürfte es an der notwendigen Relevanz einer etwaigen Persönlichkeitsrechtsverletzung fehlen. Wie bereits in unserem erstinstanzlichen Schriftsatz vom 16.06.2011 (dort auf Seite 7 unten) dargelegt, stehen insbesondere italienische Sportärzte in dem zweifelhaften Ruf, ihre „Klienten“ nicht nur medizinisch zu betreuen, sondern zudem mit unerlaubten Dopingmitteln zu versorgen. Zum Beleg hierfür überreichen wir nochmals als Anlage K 28 weitere Unterlagen, aus denen sich ergibt, dass insbesondere italienische Sportärzte wie beispielsweise Dr. Francesco Conconi, Dr. Michele Ferrari, Dr. Luigi Cecchini und Dr. Carlo Santuccione zu den bekanntesten Sportärzten gehören, die im Zusammenhang mit der Verabreichung von 19/36

Dopingmitteln, insbesondere auch des im hiesigen Artikel erwähnten Dopingmittels EPO, genannt werden. Die Anmerkung des Landgerichts, es erscheine befremdlich, wenn der Kläger erklärt, alle italienischen Sportärzte seien des Dopings verdächtigt, lässt sich nur vor dem Hintergrund erklären, dass das Landgericht über nicht ausreichende Kenntnisse in der Doping-Diskussion verfügt. Anders verhält es sich allerdings in Bezug auf die hier maßgeblichen Leser der Zeitschrift „Spiridon“. Wie dargelegt, handelt es sich um ein „Special-InterestMagazin“, welches sich gezielt an Leistungssportler im Laufbereich wendet. Den angesprochenen Lesern sind – anders als den Mitgliedern der erstinstanzlichen Kammer – die Doping-Hintergründe bestens bekannt, nicht zuletzt deshalb, weil sie natürlich in der Zeitschrift „Spiridon“ fortlaufend diskutiert werden. Insofern gehören die Mitglieder des Landgerichts natürlich auch nicht zu den angesprochenen Leserkreisen, weshalb sich die Mitglieder der Kammer auch nicht an die Stelle der Leser hätten setzen dürfen. Wenn das Landgericht Zweifel an den dargelegten Zusammenhängen zwischen der Tätigkeit italienischer Sportärzte einerseits und der Verabreichung von Dopingmitteln andererseits gehabt hätte, hätte es entsprechend seiner Hinweispflicht nach § 139 ZPO dem Kläger aufgeben müssen, hierzu substantiierter vorzutragen. Ein entsprechender Hinweis ist jedoch unterblieben. Selbst im Termin zur mündlichen Verhandlung wurde dieser Aspekt nicht erörtert. Vor diesem Hintergrund ist es entgegen der Auffassung des Landgerichts von besonderer persönlichkeitsrechtlicher Relevanz, dass die Beklagte wahrheitswidrig behauptet, der Kläger sei Schützling von Herrn Dr. Rosa. Hierdurch und durch die übrigen falschen Tatsachenbehauptungen sowie Verdächtigungen wird beim Leser der Eindruck verstärkt, der Kläger habe unerlaubte Dopingmittel zur Hilfe genommen. Genau dies bezweckt auch der Hinweis auf Herrn Dr. Rosa, da die Erwähnung von Herrn Dr. Rosa andernfalls gar keinen Erkenntniswert hätte. 3. Des Weiteren hat der Kläger beantragt, der Beklagten bei Vermeidung der gesetzlichen Ordnungsmittel zu untersagen, in Bezug auf den Kläger 20/36

zu behaupten und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen „Der Kläger habe zwischen den Olympischen Spielen 2008 und der EM in Barcelona 2010 lediglich drei Wettkämpfe bestritten“ Wie erstinstanzlich dargelegt, hat der Kläger im maßgeblichen Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen 2008 und der EM 2010 insgesamt 10 Wettkämpfe bestritten und nicht, wie in dem streitgegenständlichen Artikel behauptet, lediglich drei Wettkämpfe. Ebenso unzutreffend ist die Darlegung, der Kläger habe im Jahr 2009 wegen Krankheit keinen Wettkampf beendet. Dies ist letztendlich zwischen den Parteien auch unstreitig. Nichtsdestotrotz weist das Landgericht den entsprechenden Unterlassungsantrag mit der Begründung zurück, dass kein verständiger Leser davon ausginge, der Artikel benenne die vom Kläger bestrittene Wettkämpfe abschließend. Zudem, so das Landgericht, seien die nicht erwähnten Wettbewerbe derart unbedeutet, dass hieraus ohnehin keine negativen Schlüsse auf das sei. Leistungsvermögen Auch diese oder etwaige ist Dopingverstöße des Klägers gezogen werden könnten, zumal auch kein Marathonlauf rechtsfehlerhaft: In seiner Entscheidung „Korruptionsvorwurf“ hat der BGH ausgeführt, dass auch eine bewusst unvollständige Berichterstattung rechtlich wie eine unwahre Tatsachenbehauptung zu behandeln sei. Dies gelte auch, wenn dem Leser eine Schlussfolgerung nicht unabweislich nahegelegt oder aufgezwungen werde, sondern wenn bei Mitteilung der verschwiegenen Tatsachen eine bestimmte Schlussfolgerung lediglich weniger naheliegend erscheint und deshalb ein falscher Anschein entstehen kann. Bei derartigen Vorwürfen sei eine vollständige Berichterstattung erforderlich, sodass dem Leser auch entlastende Umstände mitgeteilt werden müssten. Dies könne allerdings nur für wesentliche Angaben gelten, die dazu dienen, dem Vorgang ein anderes Gewicht in seine Kernaussage zu geben. Deren Kenntnis muss für den Leser unerlässlich sein, um sich im Kernpunkt ein zutreffendes Urteil bilden zu können (BGH NJW 2000, 656, 657 – Korruptionsvorwurf). 21/36 darunter Argumentation

Vorliegend kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass bei vollständiger Aufzählung der vom Kläger bestrittenen Wettkämpfe die vom Leser gezogene Schlussfolgerung, der Kläger habe gedopt, weniger naheliegend erscheinen würde: Selbstverständlich geht der verständige Leser des Artikels davon aus, dass die in dem Artikel aufgeführten Wettkämpfe abschließend aufgezählt sind. Dies folgt schon aus der sprachlichen Einbindung der aufgezählten Wettkämpfe. So heißt es zunächst wörtlich „Das sind Röthlins Wettkämpfe seit den Olympischen Spielen 2008:“. Der einleitende Artikel „Das“ wird sprachlich als „bestimmender Artikel“ verwendet, sodass der Leser die nachstehend aufgeführten Wettkämpfe als abschließende Aufzählung verstehen muss. Wäre es der Beklagten um eine beispielhafte Aufzählung gegangen, hätte ohne Weiteres anders formuliert werden können (beispielsweise: „nachfolgend einige der wichtigsten Wettkämpfe Röthlins seit den Olympischen Spielen 2008:“). Auch das Argument des Landgerichts, der verständige Leser erwarte in Bezug auf die Aufzählung der Wettkämpfe nur die Aufzählung solcher Wettkämpfe, die in offiziellen Statistiken geführt werden, ist nicht nachvollziehbar. Es stellt sich schon die Frage, wie das Landgericht zu diesem Verständnis gelangt, zählt es doch nicht – wie bereits vorgetragen – zum angesprochenen Leserkreis. Diese Auslegung gibt auch die sprachliche Fassung des Artikel Textes nicht her. zwischen So wird im streitgegenständlichen keineswegs Wettkämpfen

unterschieden, die sich in offiziellen Statistiken befinden oder solchen, die dort nicht aufgeführt sind. Nochmals: Im Artikel heißt es vor der Aufzählung der Wettkämpfe „Das sind Röthlins Wettkämpfe…“. Im Übrigen bleibt ohnehin unklar, was es mit der Behauptung der Beklagten, sie habe nur die in den offiziellen Statistiken geführten Wettkämpfe aufgezählt, auf sich haben soll. Was versteht die Beklagte unter einer offiziellen Statistik? Was soll sich in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Klägers aus dieser „offiziellen Statistik“ herleiten lassen? Die Antwort ist einfach: Für den verständigen Leser spielt die von der Beklagten erwähnte „offizielle Statistik“ keine Rolle. Er hält die im Artikel 22/36

aufgeführten Wettkämpfe für abschließend, ohne die vom Gericht gezogene Unterscheidung zwischen Wettkämpfen aus der offiziellen Statistik und solchen, die dort nicht aufgeführt sind, anzustellen. Die unvollständige Aufzählung der vom Kläger bestrittenen Wettkämpfe legt beim Leser aber auch durch den Kontext die Schlussfolgerung nahe, die Leistungssteigerung des Klägers sei nur durch Einnahme von Dopingmitteln zu erklären. Unmittelbar vor der Aufzählung befasst sich der streitgegenständliche Artikel mit Konkurrenten des Klägers. Hier wird insbesondere der Marathonläufer Tobias Sauter erwähnt. In Bezug auf Sauter heißt es „Er hangelte sich ohne Leistungsnachweis ja nur von Verletzung zu Trainingslager zur nächsten Verletzung durch. Der WM-Jogger ging bei 30 km raus.“ Es wird also in Bezug auf den Läufer Sauter erklärt, warum dieser – anders als der Kläger – bei der EM in Barcelona eine schwache Leistung gezeigt hat. Konkret wird diese schwache Leistung damit begründet, dass Sauter vor der EM keinerlei Leistungsnachweis erbracht, mithin keine Wettkämpfe bestritten hat. Demgegenüber wird gleich im Anschluss an diese Darlegung auf die wenigen Wettkämpfe des Klägers abgestellt. Dem verständigen Leser wird also die Schlussfolgerung aufgedrängt, welche Leistung des Klägers angesichts der wenigen, vom Kläger angeblich bestrittenen Wettkämpfe zu erwarten gewesen wäre, hätte sich der Kläger nicht unerlaubter Dopingmittel bedient, nämlich eine gleichsam schwache Leistung wie die des Läufers Sauter. Soweit das Landgericht ausführt, die nicht im Artikel genannten Wettkämpfe würden der Kammer so unbedeutend erscheinen, dass daraus keine negativen Schlüsse auf das Leistungsvermögen oder etwaige Dopingverstöße des Klägers gezogen werden könnten, zumal auch kein Marathon darunter sei, zeigt wiederum nur die fehlende Sachkenntnis des Landgerichts in Bezug auf eine Ausdauersportart wie Marathon. So ist dem Landgericht offensichtlich nicht bekannt, dass ein Marathon-Lauf (42,195 km) derart kräftezehrend ist, dass selbst Spitzen-Athleten in der 23/36

Regel nur einen Marathonlauf pro Jahr bestreiten. Dem Leser der Zeitschrift „Spiridon“ ist dies natürlich bekannt, weshalb er in Bezug auf die Wettkämpfe des Klägers nicht mit einer Aneinanderreihung von Marathon-Läufen rechnet, wie es offensichtlich dem Landgericht vorschwebt. Das Landgericht hat weiterhin verkannt, dass es sich bei den nicht im Artikel aufgeführten Wettkämpfen des Klägers keineswegs um unbedeutende Wettkämpfe handelt. Woher das Landgericht dieses Wissen hernehmen will, bleibt ohnehin rätselhaft. Bei allen, im streitigen Artikel nicht aufgeführten Wettkämpfen handelte es sich um wichtige Aufbauwettkämpfe im Hinblick auf den nächsten großen Marathon-Lauf, also die EM in Barcelona. Dass diese Aufbauwettkämpfe nicht über die Marathondistanz von 42,195 km gingen, hat seine Bewandtnis damit, dass für einen Marathon-Lauf – wie dargelegt – nicht wie für einen 100Meter-Lauf trainiert werden kann. Auch dies ist dem Leser des „Spiridon“ selbstverständlich bekannt. Folgerichtig wäre es für den Leser sehr wohl von besonderer Bedeutung gewesen, auch die nicht aufgeführten Wettkämpfe zur Kenntnis gebracht zu bekommen, zumal der Kläger ausweislich der Aufstellung Anlage K 19 bei diesen Wettkämpfen sehr gute Ergebnisse erzielt hat, insbesondere angesichts der hochkarätigen Konkurrenz aus Afrika. Nur am Rande sei noch darauf hingewiesen, dass die Beklagte die vollständige Liste der vom Kläger im streitigen Zeitraum bestrittenen Wettkämpfe ohne Weiteres über die Homepage des Klägers hätte in Erfahrung bringen können. Im Übrigen können die Ergebnisse eines jeden Athleten beim Veranstalter oder beim Verband nachgefragt werden. Für die Beklagte wäre es entgegen der Annahme des Landgerichts also ohne weiteres möglich gewesen, die fehlenden Wettkämpfe mit aufzuführen. Dass dies nicht geschehen ist, geht letztendlich nur auf das Kalkül und die bewusste Verdachtserweckung durch die Beklagte zurück. 4. Mit der Klage hat der Kläger weiterhin beantragt, der Beklagten bei Vermeidung der gesetzlichen Ordnungsmittel zu untersagen, in Bezug auf

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den Kläger zu behaupten und/oder behaupten zu lassen und/oder zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen: durch die Formulierungen „Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister (...) Nach seiner Krankheitsgeschichte und den Vorleistungen durfte man von dem 35-jährigen Röthlin einen solchen Exploit, ..., keineswegs erwarten (...) In der Schweiz wurde eine lebensgefährliche Lungenembolie erkannt... Die Ursache, so wurde damals vermutet, könne nur eine Blutanomalie oder die Anwendung des Sauerstoff bindenden verbotenen Dopingmittels Epo sein (...) In Barcelona war Röthlin nach verlässlichen Auskünften wegen seiner Blutanomalie mit einem Blutexpander behandelt worden, der einer Verdickung des Bluts entgegen wirken soll. (...) Man fragt sich angesichts der neuen Ungereimtheiten, wie er seine Bestzeit von 2:07:23 bei seinem Sieg in Tokio im Februar 2008 erzielt hat bei einer Halbmarathon-Bestzeit von schwachen 62:16 min. Marathonläufer auf diesem Niveau weisen fast alle einen PB um oder unter 60 min. auf. Man weiß, dass Epo im Marathonlauf einem Spitzenläufer einen Vorteil von 3 min. bringen kann (...) Der krebskranke Armstrong und der asthmakranke Jan Ullrich hatten ähnliche Steigerungsraten nach kümmerlichem Saisonbeginn bei den entscheidenden Rennen. Es gewinnt anscheinend immer öfter der Läufer oder Radfahrer mit dem besten Arzt.“ den Eindruck zu erwecken und/oder erwecken zu lassen, der Kläger habe den Europameistertitel 2010 im Marathonlauf nach Einnahme von Dopingmitteln gewonnen, wie geschehen in der Zeitschrift „Spiridon“, Ausgabe 9/2010, S. 14.

Das Landgericht hat auch diesen Unterlassungsantrag als unbegründet angesehen. Das Landgericht meint, aus den angegriffenen Passagen ergebe sich nicht der zwingende Eindruck, der Kläger habe bei der EM 2010 gedopt. Dem Leser bleibe es überlassen, aus den mitgeteilten Tatsachen seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Soweit der Eindruck vermittelt werde, der Autor habe den Verdacht, dass der Kläger gedopt habe, sei dies zulässig. Es bestünden genügend Anknüpfungstatsachen für die Erörterung dieses Verdachts. Die öffentliche Diskussion entsprechender Verdachtsmomente müssten Spitzensportler hinnehmen, sofern nicht falsche Tatsachen behauptet oder der Verdacht als feststehend dargestellt würden. Diese Ausführungen halten einer 25/36

zweitinstanzlichen Überprüfung durch das Kammergericht nicht Stand. Im Einzelnen: Zuzustimmen ist dem Landgericht, wenn es ausführt, dass der Dopingvorwurf im streitgegenständlichen Artikel nicht offen ausgesprochen wird. Richtig ist auch, wenn das Landgericht insofern die Rechtsprechung des BGH zur Ermittlung sogenannter verdeckter Aussagen heranzieht. Hiernach sollen verdeckte Äußerungen im Interesse des durch Artikel nur 5 Abs. unter 1 GG engen geschützten freien Kommunikationsprozesses Voraussetzungen

anzunehmen seien, nämlich dann, wenn sie sich dem Leser als unabweisbare Schlussfolgerung aus dem Zusammenspiel der offen getätigten Aussagen aufdrängen (BGH GRUR 1980, 1105, 1106; BGH AfP 2000, 88; BGH AfP 2004, 56). Nicht nachvollziehbar und falsch ist dann aber die vom Landgericht vorgenommene Subsumption. Die Beklagte begnügt sich bei ihrer Berichterstattung über den Kläger keinesfalls mit der bloßen Darlegung von Fakten (wobei hinzu kommt, dass die dargelegten Fakten fast ausnahmslos unwahr sind, worauf wir nachfolgend noch näher eingehen). Die Darstellung geht über die bloße Darlegung von Fakten weit hinaus und zwingt dem Leser die Schlussfolgerung auf, der Kläger habe seinen Titel mit Hilfe von Doping erzielt: Schon durch die Überschrift legt die Beklagte dem Leser nahe, dass der Titelgewinn des Klägers nicht auf natürlichem Wege (das heißt dopingfrei) erfolgt sein könne. So bezeichnet die Beklagte es als unglaublich, dass der Kläger nach seiner Erkrankung auf natürlichem Wege Europameister geworden sein könne („Unglaublich! Todkrank und jetzt Europameister“). Im einleitenden Absatz heißt es dann „Mit ähnlicher Energie, wie sie der Radrennfahrer Lance Armstrong aufbot, um Krankheit und Gegner mit medizinischer Hilfe zu überwinden und so ab 1999 acht Jahre 26/36

unschlagbar bei der Tour de France blieb, deklassierte der Schweizer…die europäische Konkurrenz…“. Die Beklagte vergleicht den Kläger also mit dem gerichtsbekannt schwer dopingbelasteten Radrennfahrer Lance Armstrong und legt dem Leser insofern nahe, der Kläger habe wie Armstrong seine Gegner „mit medizinischer Hilfe“ überwunden. Die Beklagte erläutert also schon hier, dass der Kläger über seine Gegner „mit medizinischer Hilfe“ gesiegt habe, was der Leser im Kontext des gesamten Artikels nur dahingehend verstehen kann, dass Dopingmittel zur Anwendung kamen. Die Beklagte lässt den Leser auch gar nicht im Unklaren darüber, welches Dopingmittel hier zur Anwendung gekommen sein soll. Konkret erwähnt die Beklagte das Dopingmittel EPO, indem sie wahrheitswidrig darlegt, die Ärzte des Klägers hätten diese Diagnose als eine von zwei möglichen Ursachen in Erwägung gezogen. Die Beklagte liefert ihren Lesern auch gleich eine Begründung dafür, warum beim Kläger die EPO-Einnahme unentdeckt geblieben sein soll. So behauptet die Beklagte wiederum wahrheitswidrig, der Kläger habe Blutexpander zu sich genommen. Dem verständigen Leser der Zeitschrift „Spiridon“ ist selbstverständlich bekannt, dass sogenannte Blutexpander dazu dienen, die Einnahme von EPO zu verschleiern, was zwischen den Parteien auch unstreitig ist. Beim verständigen Leser entsteht also der zwingende Eindruck, der Kläger habe die EPO-Einnahme durch solche Blutexpander erfolgreich maskiert. Auch wenn es eigentlich im Hinblick auf die sachverständigen Leser der „Spiridon“ nicht notwendig gewesen wäre, erörtert die Beklagte dann auch noch die Vorteile der EPOEinnahme und behauptet in diesem Zusammenhang, dass EPO im Marathon-Lauf einen Vorteil von drei Minuten erbringen könne. Wie bereits dargelegt, dramatisiert die Beklagte die Erkrankung des Klägers durch weitere falsche Tatsachenbehauptungen. Schon in der Überschrift wird der Kläger als „todkrank“ bezeichnet. Hiernach wird die Lungenembolie als „lebensgefährlich“ bezeichnet. Wahrheitswidrig wird geschildert, der Kläger sei auf dem Rückflug von Ras Al Khaima „zusammengeklappt“. Ebenso wahrheitswidrig wird behauptet, der 27/36

Kläger habe sich zwei Operationen unterziehen müssen. Diese Dramatisierung mit Hilfe falscher Tatsachenbehauptungen dient ausschließlich dazu, dem Leser zu suggerieren, dass der Titelgewinn bei der EM nur durch die Einnahme verbotener Dopingmittel zu Stande gekommen sein könne. Zutreffend geht die Beklagte dabei davon aus, dass der Leser umso weniger an eine natürliche Leistung glaube, desto schlimmer die vorangegangene Krankheit dargestellt wird. Wie bereits dargelegt, fällt in diesem Zusammenhang die

wahrheitswidrige Behauptung, der Kläger sei Schützling des italienischen Marathonmediziners Dr. Gabriele Rosa. Auch diese falsche Darstellung dient einzig und allein dazu, beim sachverständigen Leser den Eindruck einer Doping-Einnahme zu vermitteln, wobei der Beklagten selbstverständlich bekannt ist, dass der verständige Leser der „Spiridon“ den bereits oben dargelegten Ruf italienischer Sportärzte kennt. Um den Vorwurf zu erhärten, wird dann wiederum wahrheitswidrig unterschlagen, dass der Kläger vor seinem Titelgewinn nicht nur drei Wettkämpfe bestritten hat, sondern zehn Wettkämpfe. Wie bereits dargelegt, wird in diesem Zusammenhang die Parallele zu einem Konkurrenten des Klägers gezogen, nämlich zum Marathon-Läufer Sauter. In diesem Zusammenhang behauptet die Beklagte wahrheitswidrig, der Kläger habe ebenso wenig Wettkämpfe bestritten wie der Marathon-Läufer Sauter, der bei der EM nur 30 Kilometer durchgehalten habe. In diesem Zusammenhang setzt sich die Beklagte auch mit den vom Kläger dargelegten Gründen für den Titelgewinn auseinander und stellt diese nach dem Leserverständnis schon durch die Formulierung in Frage („So will Röthlin die Leistungssteigerung erreicht haben…“). Dabei verschweigt die Beklagte ganz bewusst, dass sich der Kläger lediglich allgemein zu seinem Titelgewinn geäußert hat, also nicht speziell auf die Frage, ob möglicherweise Doping im Spiel sei. Dem Leser wird also suggeriert, der Kläger sei dem Dopingvorwurf gar nicht aktiv entgegen getreten. Selbstverständlich wäre die Äußerung des Klägers gänzlich anders ausgefallen, hätte die Beklagte den Kläger mit dem Dopingvorwurf konfrontiert. Auch hier wird der Leser durch die Beklagte

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also ganz gezielt in die Irre geführt. Der Kläger wird als Zeuge gegen sich selbst vorgeführt. Schließlich wird der vermittelte Eindruck auch noch dadurch abgerundet, dass die Beklagte die Leistungssteigerung des Klägers mit den Leistungsstiegerungen der hochgradig dopingverdächtigten Radsportler Armstrong und Ulrich vergleicht. Auch diesem Zusammenhang belässt es die Beklagte aber nicht mit der bloßen Namensnennung von Armstrong und Ulrich, sondern zieht die Parallele zwischen den beiden Radsportlern und dem Kläger insbesondere dadurch, dass sie auf die Erkrankungen von Armstrong (krebskrank) und Ulrich (asthmakrank) verweist. Auf Grund der im Artikel geschilderten Krankheit des Klägers schlussfolgert der Leser, die Erkrankung des Klägers liefere – wie bei Armstrong und Ulrich – den Vorwand, um unter ärztlicher Aufsicht dopen zu können. Verstärkt wird dieser Eindruck nochmals durch die abschließende Bemerkung „Es gewinnt anscheinend immer öfter der Läufer oder Radfahrer mit dem besten Arzt“. Es bleibt rätselhaft, wie das Landgericht angesichts der Vielzahl der angeblichen Belegtatsachen, der sprachlichen Formulierung und der von der Beklagten gezogenen Vergleiche zu dopingverdächtigen bzw. erfolglosen Athleten zu dem Ergebnis kommen kann, dem Leser der Zeitschrift „Spiridon“ würde die Dopingeinnahme nicht als unabweisliche Schlussfolgerung nahe gelegt werden. Diese Schlussfolgerung ist Sinn und Zweck des gesamten Artikels und so versteht es auch der verständige Leser der Zeitschrift „Spiridon“. Dabei darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass im Artikel nur den Kläger belastende Tatschen aufgeführt werden. Entlastende Indizien werden gezielt verschwiegen. Noch weitaus gravierender ist aber, dass die Vielzahl der gegenüber dem Kläger vorgebrachten Indizien schlicht wahrheitswidrig sind. Zutreffend weist das Landgericht darauf hin, dass bei der Berichterstattung nicht solche Fakten verschwiegen werden dürfen, deren Mitteilung beim Adressaten zu einer dem Betroffenen günstigeren Beurteilung des Gesamtvorganges hätte führen können (S. 26 des Urteils). Dies muss aber gleichermaßen für den Fall gelten, dass die Eindruckserweckung nicht nur durch Unterschlagung entlastender Tatsachen, sondern zudem auch noch durch 29/36

Darlegung wahrheitswidriger Tatsachen hervorgerufen wird. Dies lässt das Landgericht gänzlich unberücksichtigt. Selbst wenn man wie das Landgericht auf Seite 27 des erstinstanzlichen Urteils zu dem Ergebnis kommen sollte, im streitgegenständlichen Artikel werde nur ein Dopingverdacht vermittelt, ändert dies nichts daran, dass der dahingehende Unterlassungsanspruch begründet ist. Das Landgericht verkennt, dass die dann eingreifenden Voraussetzungen für eine zulässige Verdachtsberichterstattung nicht gegeben sind. Nicht nachvollziehbar ist insbesondere die Einschätzung des

Landgerichts, es bestünden vorliegend genügend Anknüpfungstatsachen für die Erhebung des Verdachts. Genau das Gegenteil ist der Fall. Das Landgericht verkennt, dass fast alle Indizien, die die Beklagte für ihren Dopingvorwurf heranzieht, wahrheitswidrig sind. Bereinigt man den Artikel um die wahrheitswidrig dargelegten Tatsachen, verbleiben für den Dopingvorwurf nur zwei Aspekte, nämlich die beim Kläger aufgetretene Lungenembolie und der spätere sportliche Erfolg bei der EM 2010 (!). Wollte man diese Anknüpfungstatsachen stets als ausreichend erachten, um hiernach einen Dopingvorwurf erheben zu können, müsste sich wohl jeder erfolgreiche Sportler im Laufe seiner Karriere konsequenzlos einem Dopingvorwurf aussetzen lassen. Das Landgericht verkennt weiterhin, dass der hier geäußerte

Dopingvorwurf bzw. Dopingverdacht einen erheblichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Klägers darstellt. Der Vorwurf ist schwer ehrverletzend und strafrechtlich als üble Nachrede im Sinne des § 186 StGB zu werten. Dem Kläger wird letztendlich vorgeworfen, er würde aus eigennützigen Motiven seine Konkurrenten betrügen und dabei soweit gehen, sogar seine eigene Gesundheit zu gefährden. Richtigerweise werden Dopingsünder in der öffentlichen Wahrnehmung geächtet. Die Konfrontation mit einem Dopingvorwurf führt regelmäßig dazu, dass der Betroffene am gesellschaftlichen Leben nur noch bedingt teilnehmen kann. Selbst Freunde und Bekannte wenden sich vom Sportler ab. Sponsoren kündigen ihre Verträge, die spätere berufliche Karriere außerhalb des Sports ist gefährdet. Dieser schwerwiegende Eingriff in das 30/36

Persönlichkeitsrecht des Klägers muss zwingend dazu führen, dass eine Vielzahl von Indiztatsachen vorliegen muss, um einen derartigen Vorwurf zu erheben. Diesen Aspekt hat das Landgericht völlig vernachlässigt. Stattdessen scheint das Landgericht die Auffassung zu vertreten, die Relevanz des Thema Doping rechtfertige jede Form des Dopingverdachts. So führt das Landgericht aus, Spitzensportler müssten die öffentliche Diskussion entsprechender Verdachtsmomente hinnehmen, sofern dabei nicht falsche Tatsachen behauptet werden oder der Verdacht als feststehend dargestellt wird. Zutreffend ist insofern lediglich, dass im Rahmen der Verdachtsberichterstattung keine falschen Tatsachen behauptet werden dürfen, was hier – wie dargelegt – an wiederholter Stelle der Fall ist. Ungeachtet dessen kann die fraglos wichtige Dopingdiskussion nicht schematisch dazu führen, gegen jeden erfolgreichen Sportler konkrete Verdächtigungen zu erheben. Das Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ kann und darf angesichts der immensen Folgen für den betroffenen Sportler keine Anwendung finden. Aus den Entscheidungsgründen des Landgerichts lässt sich „zwischen den Zeilen“ herauslesen, dass sich insbesondere erfolgreiche Sportler eine Dopingverdächtigung generell gefallen lassen müssten. Das Landgericht scheint also der Meinung zu sein, Erfolge im Sport könnten generell nur mit Hilfe von Doping erzielt werden. Der erfolgreiche Sportler, so wohl das Landgericht, müsse angesichts der Vielzahl von Dopingfällen kollektiv mit einem entsprechenden Schuldvorwurf leben. Deshalb sei es auch zulässig, dass die Presse entsprechend berichte. Auch dies kann nicht richtig sein. Selbstverständlich ist es zulässig, dort einen Dopingverdacht zu erheben, wo ausreichend Indiztatsachen vorliegen. So mag es zulässig sein, gegenüber Armstrong und Ulrich einen Dopingverdacht zu äußern, da insofern konkrete und überzeugende Hinweise vorliegen, dass beide Sportler gedopt haben. Wie bereits erstinstanzlich vorgetragen, wurde bei Armstrong eine positive Dopingprobe gefunden (die aber aus förmlichen Gründen nicht gegen ihn verwendet werden konnte) und bei Ulrich ein Blutbeutel im Kühlschrank des bekannten Doping-Arztes Fuentes. Hier liegt aber der Fall völlig

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anders, weshalb der erhobene Vorwurf bzw. Verdacht eben nicht geäußert werden kann! Schließlich lässt das Landgericht völlig unberücksichtigt, dass eine Verdachtsberichterstattung sachlich und unter Darlegung der den Verdächtigen entlastenden Umstände erfolgen muss. Hiervon kann in Bezug auf den einseitigen und tendenziösen Artikel der Beklagte nicht ansatzweise die Rede sein. Ebenso unberücksichtigt lässt das Landgericht, dass die journalistischen Sorgfaltspflichten eingehalten werden müssen. Hierzu gehört eine gründliche Recherche der Presse, insbesondere auch die notwendige Konfrontation des Betroffenen mit dem Vorwurf. Von einer sorgfältigen Recherche kann nicht die Rede sein. Dies belegt schon der Umstand, dass der überwiegende Teil der Berichterstattung wahrheitswidrig ist. Die Beklagte hat es zudem unterlassen, den Kläger mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Wie bereits dargelegt, erfolgte die im Artikel wiedergegebene Erklärung des Klägers zu seinem Erfolg nicht in Bezug auf den konkret erhobenen Dopingvorwurf. Genau dies wäre aber im Rahmen einer ausgewogenen Verdachtsberichterstattung notwendig. Auch dies erkennt das Landgericht nicht und meint auch noch, die Wiedergabe der Äußerungen des Klägers würden das Bild einer sachlichen Berichterstattung abrunden. Alles in allem bleibt festzuhalten, dass die streitgegenständliche Berichterstattung den Lesern der Zeitschrift „Spiridon“ die unabweisliche Schlussfolgerung nahelegt, der Kläger habe gedopt. Selbst wenn man wie das Landgericht „nur“ von einer Verdachtsäußerung ausginge, sind die Voraussetzungen für eine zulässige Verdachtsberichterstattung eindeutig nicht gegeben. Dem Klageantrag ist also so oder so stattzugeben. III. 1. Soweit das Landgericht die vom Kläger beantragte Richtigstellung nur teilweise zugesprochen hat, richtet sich die Berufung des Klägers auch gegen diese teilweise Zurückweisung. 32/36

Das

Landgericht der

hat

die

teilweise

Zurückweisung Diesbezüglich hat

des das

Richtigstellungsbegehrens gleichermaßen begründet wie die teilweise Zurückweisung Unterlassungsanträge. Landgericht in seinem Urteil auf die Entscheidungsgründe zur Teilabweisung der Unterlassungsanträge verwiesen. Der Einfachheit halber schließen wir uns dieser Systematik an und verweisen insofern auf unsere obigen Ausführungen zu den nach wie vor verfolgten Unterlassungsansprüchen. Der vollständige und erstinstanzlich begehrte Richtigstellungsanspruch wird mit den gleichen Gründen weiterverfolgt wie der Unterlassungsanspruch. 2. Die Berufung richtet sich auch dagegen, dass das Landgericht den vom Kläger geltend gemachten Geldentschädigungsanspruch nicht zugesprochen hat. Die Beklagte hat den Kläger durch die streitgegenständliche falsche Berichterstattung schwerwiegend in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, indem sie den völlig haltlosen Vorwurf, der Kläger hätte anlässlich des Gewinns des Europameistertitels gedopt, in die Welt gesetzt und verbreitet hat. Ein derartiger Vorwurf stellt gegenüber einem Spitzensportler eine schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung dar, die von der Schwere des Vorwurfs her nicht mehr gesteigert werden kann. Dem Sportler wird unterstellt, aus eigennützigen Gründen Publikum und Mitbewerber betrogen zu haben, indem er sich zu Lasten seiner Wettbewerber unerlaubter Mittel zum Zwecke der Leistungssteigerung bedient habe. Auf die obigen Ausführungen wird zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen. Der Grad des Verschuldens ist in Bezug auf die Beklagte und den Autor besonders schwer. Die Beklagte hat in Bezug auf ihre Recherchen sämtliche journalistischen Sorgfaltspflichten außer Acht gelassen. So hat die Beklagte in jedem Fall unzureichend recherchiert, was durch die Vielzahl der im Artikel aufgestellten falschen Tatsachenbehauptungen offensichtlich wird. Die mangelhafte Recherche wäre aber noch die für die Beklagte harmloseste Sorgfaltspflichtverletzung. Angesichts der 33/36

tendenziösen Berichterstattung ist vielmehr davon auszugehen, dass die Beklagte die falschen Tatsachenbehauptungen bewusst und gezielt verbreitet hat, um bei ihrem Leserpublikum den Dopingvorwurf zu vermitteln. Hinzu kommt, dass die Beklagte dem Kläger keinerlei Gelegenheit gegeben hat, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Hier offenbart sich eine Die weitere Annahme schwere des journalistische Landgerichts, das Sorgfaltspflichtverletzung.

Verschulden der Beklagten erscheine gering, ist nicht nachzuvollziehen. Ebenso wenig nachzuvollziehen ist die Annahme des Landgerichts, eine Geldentschädigung sei deshalb nicht zuzusprechen, weil ein Thema von erheblichen öffentlichem Interesse behandelt werde. Genau das Gegenteil ist richtig: Gerade weil das Thema von öffentlichem Interesse ist und jeder Dopingvorwurf zu einer breiten öffentlichen Erörterung führt, muss hier eine Geldentschädigung zugesprochen werden. Rechtsfehlerhaft ist auch die Erwägung des Klägers des sei Landgerichts, durch die

Persönlichkeitsrechtsverletzung kompensiert. Das Landgericht

teilweise dass die

Geltendmachung von Gegendarstellung und Richtigstellung ausreichend verkennt diesbezüglich, Gegendarstellung keine ausreichende Kompensation herstellen kann. Dem Leser ist bewusst, dass die Gegendarstellung nur die einseitige Sichtweise des Betroffenen beinhaltet und keinesfalls das Eingeständnis des Verlages, hier falsch berichtet zu haben. Hinzu kommt, dass die Beklagte im Zusammenhang mit dem Abdruck der Gegendarstellung darauf hingewiesen hat, nach den einschlägigen landespressegesetzlichen Bestimmungen zum Abdruck verpflichtet zu sein. In Bezug auf den geltend gemachten Richtigstellungsanspruch scheidet eine Kompensation deshalb aus, weil die Richtigstellung bis heute noch nicht durchgesetzt ist. Sollte das Urteil rechtskräftig werden und die Beklagte mehr oder weniger umfangreich zum Abdruck der Richtigstellung verurteilt werden, liegen zwischen der Ursprungsmitteilung und dem Abdruck der Gegendarstellung vermutlich fast vier Jahre. Bei einem derart langen Zeitraum kann die dann abgedruckte Richtigstellung keine ausreichende Kompensation für die erlittene schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellen (Wenzel, Das Recht der Wortund Bildberichterstattung, 5. Auflage, Kapitel 14 Rn. 147). 34/36

Angesichts

der

schwerwiegenden

Folgen

der

ehrverletzenden

Berichterstattung liegt der Kläger bei der Bemessung der angemessenen Geldentschädigung von 15.000 Euro am unteren Ende des möglichen Ermessensspielraums. Die Verurteilung der Beklagten zu diesem Geldentschädigungsanspruch ist aber nicht nur aus Gründen der Kompensation sondern auch aus Gründen der Prävention geboten. 3. Soweit das Landgericht auch den Erstattungsanspruch für die außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten nur teilweise zugesprochen hat, richtet sich die Berufung schließlich auch gegen diese Teilabweisung. Die Teilabweisung in Bezug auf die Rechtsanwaltsgebühren wird vom Landgericht gleichermaßen begründet wie die Teilabweisung des Unterlassungsanspruchs. Auch insofern erlauben wir uns, auf unsere Darlegungen zum Unterlassungsanspruch zu verweisen.

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IV. Ergänzend nehmen wir Bezug auf den gesamten erstinstanzlichen Vortrag. Die dortigen Beweisangebote werden auch zum Gegenstand des Berufungsverfahrens gemacht. Beglaubigte und einfache Abschrift anbei

Bergmann Rechtsanwalt

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