VIEL GRÜN AUF WENIG PLATZ

Naturnah Gärtnern auf Fensterbrett & Co
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Viel Grün auf wenig Platz 3
Vorwort
WAS WÄRE EIN LEBEN OHNE PFLANZEN?
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ie bescheren uns Lebendigkeit, wohltuendes Grün und prächtige Blüten.
Selbst der tristeste Korridor und das von Ordnern überquellende Büro wirken
durch eine Pflanze freundlicher und lebendiger. Fast überall ist Platz für Pflanzen
und selbst in Gläsern, im Wasser, auf Wurzeln gedeihen und wachsen sie.
Mit Hilfe dieser Broschüre können Sie auch ganz ohne „grünen Daumen“ die für
Sie optimal passenden Pflanzen finden, diese zum Wachsen, Gedeihen und Blühen
bringen, und dabei Ihre Umwelt schonen.
Sie finden hier alle natürlichen und naturgerechten Maßnahmen zum „Zimmerpflanzen-,
Balkon- und Fensterkistlgärtnern“. Ökologisches Handeln fängt bereits beim Einkauf
an – mit umweltfreundlich produzierten Pflanzen, natürlichen Pflanzsubstraten, Kom-
postdüngern bis hin zu biologischen Pflegemitteln und natürlichem Pflanzenschutz.
Darüber hinaus erfahren Sie alles rund um den Gesundheitswert begrünter Innen- und
Außenräume und erhalten Tipps für die richtige Pflanzenauswahl.
Viel Freude mit Ihren Grünpflanzen
wünscht herzlichst
Ihr Umweltminister
Dr. Josef Pröll
IMPRESSUM:
Medieninhaberin und Herausgeberin:
"die umweltberatung" Österreich – Verband
Österreichischer Umweltberatungsstellen
1130 Wien, Hietzinger Kai 5/7, Tel. 01/8776099,
Fax DW 13, E-Mail: oesterreich@umweltberatung.at
Für den Inhalt verantwortlich:
Melissa Tauber, Magdalena Uedl-Kerschbaumer
Wir danken Ingrid Tributsch, Manuela Lanzinger, Sibylle Unger (Teil Zimmerpflanzen –
"die umweltberatung" Wien), Christina Wundrak, Stefan Strobelberger, Helga Schleritzko,
Johanna Haijawi, Sabina Achtig und Elisabeth Koppensteiner (Teil „Der Garten im Kübel“ –
NÖ Gartentelefon) sowie dem Verein Lebensqualität in NÖ für Texte und redaktionelle
Unterstützung.
Gestaltung:
MD-design, Markus Damböck, agentur@md-design.at
Druck:
AV+Astoria Druckzentrum GmbH
Faradaygasse 6, 1030 Wien
Fotos und Zeichnungen ohne Quellenangabe: "die umweltberatung",
Magdalena Uedl-Kerschbaumer, Wir danken der Gärtnerei „Birgits und
Rainers Blumenstube“ in Radenthein für das Fotoshooting.
www.natur-im-garten.at/newsletter
"die umweltberatung" – Natur im
Garten informiert Sie über die
Gartentipps der Saison, Tricks
des Bio-Gartendoktors und
aktuelle Veranstaltungen
und Seminare.
www.natur-im-garten/bio-gartendoktor
Der „Bio-Gartendoktor“ informiert
über Schadbilder, Diagnose- und
Therapiemöglichkeiten und gibt
Tipps zum vorsorgenden
Pflanzenschutz.
www.umweltberatung.at
Aktuelle Umweltinformationen und
Tipps für Ihren Alltag. Angebote für die
Umweltbildung finden Sie unter
www.umweltbildung.umweltberatung.at.
Angebote für Gemeinden finden Sie
unter www.gemeinden.umweltberatung.at
www.umweltberatung.at/newsletter
"die umweltberatung" informiert Sie
regelmäßig über Neuerscheinungen,
aktuelle Veranstaltungen Ihrer Region
und hält Sie mit Umwelttipps auf dem
Laufenden.
GARTEN-INFORMATION IM INTERNET
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4 Viel Grün auf wenig Platz
Inhaltsverzeichnis Viel Grün auf wenig Platz
Kleine Gärten in Stadt und Land 5
VIEL GRÜN AUF WENIG PLATZ
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er ohne großen Garten lebt,
braucht trotzdem nicht auf
eine naturnahe, pflanzen-
reiche Atmosphäre zu verzichten. Auch
städtische Wohnstrukturen bieten vielfäl-
tigste Möglichkeiten kleiner Grünräume
auf Balkons oder Terrassen.
Ansprechende Innenraumbegrünung, die
nachweislich unser Wohlbefinden steigert,
Schadstoffe aus der Luft filtert und sogar
positive Auswirkungen auf die Genesung
kranker Menschen oder unser Kaufverhal-
ten hat, ist eine boomende Branche.
Waren es früher einzelne Blumentöpfe am
Fensterbrett, werden Raumpflanzen heute
als Stilelement, Farbgeber oder Raumteiler
in unerschöpflicher Vielfalt eingesetzt. Der
Übergang vom Innenraum nach Draußen
über Balkone, Wintergärten, Dachgärten
und Terrassen ist dabei fließend.
Zimmerdschungel, Balkongemüse und Terrassengärten
Die steigende Anzahl der Gestaltungs- und
Pflegeanfragen an den Servicetelefonen
von "die umweltberatung" zeigt die wach-
sende Bedeutung von Zimmerpflanzen,
Balkon- und Terrassenbepflanzung.
Ähnlich wie beim ökologischen Gärtnern
im Außenraum besteht auch bei der Innen-
raumbegrünung zunehmend das Bedürfnis
nach torffreien Erden, biologischen Dün-
gern, und giftfreier Schädlingsbekämp-
fung. Vermehrt wird auch die Frage nach
fair und nachhaltig produzierten Pflanzen
gestellt.
Diese Broschüre verrät ökologische Tipps
und Tricks für die häufigsten Anfragen an
unseren Servicetelefonen.
Gerne beraten wir Sie auch
persönlich unter 01/803 32 32 oder
am NÖ Gartentelefon 0 27 42/743 33.
VIEL GRÜN AUF WENIG PLATZ ……………………… 5
WAS PFLANZEN FÜR SIE TUN KÖNNEN …………… 6
ZIMMERPFLANZEN GESTALTEN RÄUME …………… 7
PFLANZEN EINKAUFEN ………………………………… 8
DER TOPF MACHT DIE MUSIK ……………………… 10
ERDE ……………………………………………………… 12
PFLANZEN SELBST VERMEHREN …………………… 14
ZIMMERPFLANZEN FÜR ALLE ANSPRÜCHE ……… 17
DER GARTEN IM KÜBEL ……………………………… 26
TOPFPFLANZEN PFLEGEN …………………………… 37
PFLANZENGESUNDHEIT ……………………………… 39
ZIMMERPFLANZENSCHÄDLINGE …………………… 42
LITERATUR & FIRMENLISTE …………………………… 46
"DIE UMWELTBERATUNG" …………………………… 48
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6 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 7
Zimmerpflanzen gestalten Räume Was Pflanzen für Sie tun können
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er in Wohnung, Schule oder
Arbeitsplatz von Pflanzen
umgeben ist, lebt gesünder.
Bedenkt man, dass Menschen heutzutage
ca. 80–90% ihrer Zeit in geschlossenen
Räumen verbringen, wird eine naturnahe
Umgebung noch bedeutungsvoller.
Zimmerpflanzen verbessern nachweislich
das Raumklima. Sie erhöhen die Luftfeuch-
tigkeit, mindern die statische Aufladung, re-
duzieren Lärm und Staub und filtern Wohn-
raumgifte, die von Möbeln, Teppichen und
Baustoffen abgegeben werden.
Darüber hinaus wirken sie sich positiv auf
die Psyche aus. Stress und Aggressionen
werden nachweislich abgebaut. Wer von
Pflanzen umgeben lebt und arbeitet, hat
mehr Abwehrkräfte. Weil gesunde Mitar-
beiterInnen kreativer und produktiver sind,
investieren viele Firmen in das wohltuende
„Grün“, um so ein positives, anregendes
Arbeitsumfeld zu schaffen.
Pflanzen bringen uns auch „die Natur“ ins
Haus. Die Farbe Grün wirkt beruhigend und
WAS PFLANZEN FÜR SIE TUN KÖNNEN
überaus dekorativ. Pflanzen schaffen eine
angenehme Atmosphäre und verleihen Räu-
men erst Lebendigkeit, Farbe und Fülle.
Die positiven Wirkungen eines begrünten
Lebensumfeldes sind ein spannendes
Thema für die Wissenschaft. Interessant
ist, dass die Forschungsergebnisse über-
wältigend positiv sind. Innenraumforscher-
Innen haben in den letzten Jahren nach-
gewiesen, dass Pflanzen selbst, aber auch
die Pflegearbeiten, für Menschen gesund
sind.
➜ Zum Weiterlesen:
Broschüre „Gesund mit Pflanzen“ –
Bewusst lebt besser, Bestellung
beim Fonds Gesundes Österreich,
Tel.: 01/895 04 00, www.fgoe.org
Oberzaucher, L. u. Grammer, K.:
„Phytophilie – Die positiven Auswirkungen
von Pflanzen auf kognitive Vorgänge.“
„Proceedings“ – 4. Kongress d. Gesellschaft
für Anthropologie e. V. (GfA) / Hrsg. M. Schultz,
1. Auflage. Göttingen: Cuvillier, 2000)
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orbei ist die Zeit, als man unter
Wohngrün ein paar Blumentöpfe
am Fensterbrett verstanden hat.
Heute werden Grünpflanzen als Einzel-
blickpunkt, Raumteiler oder Wandbegrü-
nung eingesetzt.
Zimmerpflanzen verwandeln Säulen, un-
nutzbare Ecken und andere Raumunaus-
gewogenheiten in dekorative Blickfänge.
Sie wirken als „optische Kantenbrecher“
oder lenken Blickfelder. Als raumbildendes
Element schaffen sie in großen Räumen
angenehme, strukturierte Bereiche. Die
Aufteilung großer Räume in geschützte,
überschaubare Bereiche beruhigt. Grüne
Nischen schaffen eine wohltuende Atmos-
phäre und laden zum Verweilen ein.
Pflanzen in Gruppen oder als Raumteiler
haben auch eine sehr gute lärmabsorbie-
rende Wirkung und schaffen somit eine
angenehme Akustik.
ZIMMERPFLANZEN GESTALTEN RÄUME
Ob Sie nun zartes, freundliches Grün oder
imposante, großblättrige Grünpflanzen,
farbenprächtige Blüten oder skulptu-
rale Solitärpflanzen bevorzugen, mit der
großen Vielfalt an Blatt- und Pflanzen-
formen lassen sich verschiedenste Wohn-
und Büroeinrichtungsstile optimal unter-
streichen. Räume werden mit der dazu
passenden Pflanze erst lebendig.
k Tipps:
Treppengeländer können meistens gut •
zur Begrünung genutzt werden. Die
Efeutute (Epipremnum) und die Kasta-
nienrebe (Tetrastigma voinierianum)
begrünen rasch durch üppigen Wuchs.
Selbst die kleinste Blühpflanze ist •
eine gute Investition und bringt
Farbe und Schönheit in Räume.
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8 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 9
Pflanzen einkaufen Pflanzen einkaufen
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chon beim Einkauf entscheidet
sich, ob eine Pflanze zu Hause ge-
deiht oder eine Innenbegrünung
gut wächst.
Zimmerpflanzen kommen aus den ver-
schiedensten Landschaften und Klimazo-
nen. Deshalb sind am besten gleich im
Geschäft zusammen mit dem Fachmen-
schen einige Fragen zu klären, um den op-
timalen Standort und die richtige Pflege
sicherzustellen.
Gerade die unterschiedlichen Ansprüche
nach Tageslicht sind für gesunden, kräf-
tigen Wuchs bedeutend. Ein sonnenhung-
riges Pflänzchen kann sich in einer dunklen
PFLANZEN EINKAUFEN
Raumecke mit Nordfenstern nicht entfalten.
Umgekehrt kann eine den Halbschatten
bevorzugende Blattschönheit auf der hei-
ßen Südfensterbank verbrennen. Deshalb
werden einzelne Pflanzen auch nach ihren
Standortansprüchen vorgestellt.
Pflanzen sind keine Wegwerfartikel, auch
wenn sie manchmal sehr günstig zu kaufen
sind. Viele Pflanzen aus Massenzüchtungen
sind stark gedüngt und sehen im Regal un-
natürlich üppig aus. Zu Hause verlieren sie
oft an Glanz, Größe und Blütenfarbe. Bei
guter Pflege können sie sich jedoch rasch
erholen. Aus dem Fachhandel bezogene
Pflanzen sind bereits an die heimischen
Standortbedingungen angepasst.
k Tipps:
Pflanzen aus Blumengeschäften nach •
einigen Monaten in bessere Blumen-
erde umtopfen.
Zu groß gewordene grüne Freunde •
kann man Schulen oder Kindergärten
als Geschenk anbieten.
Freilandtaugliche Blühpflanzen z. B. •
Primeln, verblühte Schneeglöckchen,
Hyazinthen oder Hortensien können
nach dem Verblühen in den Garten
gepflanzt werden.
Professionelle Beratung beim •
Zimmerpflanzenkauf zahlt sich aus.
Pflanzen selbst vermehren ist die •
günstigste und umweltfreundlichste
Alternative.
Unbelastet(e)
Blumen verschenken:
Importierte Schnittblumen werden häufig
mit vielen Pestiziden und unter sozial un-
fairen Bedingungen für die Landarbeite-
rInnen hergestellt.
Das Blumengütesiegel (Flower Label
Programm – FLP) zertifiziert Blumen aus
menschenwürdiger und umweltgerechter
Produktion.
➜ mehr über das Blumengütesiegel
mit Österreichischer HändlerInnenliste
finden Sie unter www.fian.at und
unter www.fairtrade.at.
10 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 11
Der Topf macht die Musik Der Topf macht die Musik
O
b eine Pflanze in ihrer Schön-
heit in Form und Farbe zur
Geltung kommt oder nicht,
hängt wesentlich von Größe, Form und
Farbe des Übertopfes ab. Das Material des
Innentopfes entscheidet über Wasserhalte-
vermögen und Standfestigkeit.
Dekorative Zimmerpflanzen kommen umso
besser zur Geltung, wenn sie mit ihrem
Behälter und dem umgebenden Raum
ein harmonisches Ganzes darstellen, das
zudem die Persönlichkeit des Besitzers/
der Besitzerin widerspiegelt. Praktische
Erwägungen und umweltrelevante Fakten
DER TOPF MACHT DIE MUSIK
sollten dabei allerdings nicht vollständig
vernachlässigt werden.
Innen- und Übertopf: In Erde kultivierte
Pflanzen werden üblicherweise in einen
Innentopf gepflanzt und dann in einen de-
korativen Übertopf gestellt. Dieser kann bei
Verwendung eines Untersetzers auch entfal-
len. Bei Pflanzgranulaten gibt es diese Dif-
ferenzierung nicht, da die Pflanzen direkt in
ein wasserdichtes Gefäß gepflanzt werden.
Für Pflanzen in Hydrokultur werden spezi-
elle, genormte Innentöpfe aus Kunststoff
und dazu passende Gefäße aus Kunst-
stoff, Keramik oder Metall angeboten.
Übertöpfe
Übertöpfe sind aus den verschiedensten
Materialien erhältlich. Empfehlenswert ist,
dass der Übertopf im Durchmesser minde-
stens 4 bis 5 cm größer als der Innentopf
ist. Der Luftaustausch wird ansonsten be-
hindert.
Neben Kunststoff, Keramik und Terracotta
gibt es Übertöpfe aus Metall, Holz, Glas
und Korbwaren.
k Tipps:
... in den recycle-trash gepflanzt ... •
Aus Holzschubladen, großen Wur-
zeln, alten Haushaltsgegenständen,
wie Suppenschüsseln oder Teekan-
nen kann man ungewöhnliche Gefäße
für Pflanzen herstellen. Mit Teichfolie
(Kautschuk oder Polyethylen) ausge-
kleidet werden sie wasserdicht.
An einem Standort mit direkter •
Sonneneinstrahlung sind dunkle
Töpfe oder Metallkübel, die sich
aufheizen, und sehr helle oder glän-
zende Materialien, die das Sonnen-
licht reflektieren, ungünstig.
Je größer die Pflanze, desto kleiner •
sollte ihr Topf im Verhältnis sein:
Kleine buschige Pflanzen wirken
am besten in etwa gleich großen
Gefäßen, schmale hohe Pflanzen
kommen in Behältern, die etwa ein
Viertel ihrer Höhe haben, am besten
zu Geltung.
Kalk- und Salzränder gebrauchter •
Tontöpfe können leicht mit Essig-
oder Zitronenwasser gereinigt werden.
Innentöpfe
Tongefäße sind besonders empfehlens-
wert. Ton speichert viel Feuchtigkeit und
gibt sie langsam wieder ab, was zu einem
ausgeglichenen Wasserhaushalt beiträgt.
Das Naturmaterial Ton ist unproblema-
tisch in Herstellung und Entsorgung. Ton-
scherben sind als preiswertes Substrat für
die Drainageschicht wieder verwertbar.
Von Nachteil ist das beträchtliche Eigen-
gewicht, insbesondere mit steigender Ge-
fäßgröße. Die Standfestigkeit von großen,
ausladenden Pflanzen wird jedoch deut-
lich verbessert.
Kunststoffgefäße sind günstig, leicht zu
reinigen und haben ein geringes Gewicht.
Von der Terracotta-Optik über Acrylglas
bis hin zu Trend-Gefäßen gibt es ein rie-
siges Angebot an schönen Kunststoffge-
fäßen in allen Farben und Formen. Vor
allem bei Großpflanzen finden sie regel-
mäßige Anwendung. Aber Plastik ist ein
in Herstellung und Entsorgung kritischer
Werkstoff. Gefäße aus PVC sind beson-
ders problematisch und sollten daher un-
bedingt vermieden werden.
Verrottbare Töpfe aus Chi-
naschilf, Flachs, Hanf oder
auf Stärkebasis können
direkt mit eingepflanzt
werden. Sie eignen sich
vor allem zur Pflanzenan-
zucht. Strikt abzulehnen
sind allerdings Torfpress-
töpfe, da sie ebenso wie
torfhaltige Pflanzsubstrate
zum Abbau unserer letzten
Moore beitragen.
12 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 13
Erde Erde
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m Handel werden unterschiedliche
Pflanzsubstrate angeboten. Die drei
am häufigsten angebotenen Substrat-
typen sind dabei Erden, Blähton (Hydro-
kultur) und Tongranulate (z. B. Seramis).
Aufgaben und
Eigenschaften der Erde
Das Pflanzsubstrat muss die Pflanze ver-
ankern und stützen, es speichert Wasser
und Nährstoffe und gibt diese bei Be-
darf an die Pflanze ab. Pflanzenwurzeln
ERDE
brauchen viel Sauerstoff, deshalb sind
genügend luftgefüllte Poren in der Erde
wichtig.
Ein hochwertiges Substrat kann Wasser
und Nährstoffe sowohl speichern, als auch
abgeben. Es ist strukturstabil, das heißt,
es verdichtet, wenn überhaupt, nur sehr
langsam. Weiters ist es frei von Schädlin-
gen, Krankheitskeimen und Unkraut.
Es sollte auch einfach in der Handhabung
und möglichst umweltfreundlich sein.
Substrattyp Erde
Blähton
(Hydrokultur)
Tongranulate
(Seramis)
Anschaffungs-
Kosten
niedrig hoch mittel
Pflegeaufwand höher niedrig niedrig
Kompostierbar ja nein nein
Ökologie
Auf Umwelt-
zeichen achten
Wird mit hohem
Energieaufwand
erzeugt
Wird mit hohem
Energieaufwand
erzeugt
Sonstige Nutzen
Bakterien in Erde
filtern Luftschad-
stoffe
Für Büros usw.
wegen Pflege-
leichtigkeit zu
empfehlen
Für Büros usw.
wegen Pflege-
leichtigkeit zu
empfehlen
k Tipps:
Kaufen Sie • torffreie Erde und leisten
Sie damit einen wichtigen Beitrag
zum Umweltschutz! Torf wird durch
den Abbau von Mooren gewonnen,
dadurch werden diese wertvollen
Naturlandschaften unwiederbringlich
zerstört. Bezugsquellen von torffreien
Erdenprodukten erhalten Sie unter
01/803 32 32 oder 0 27 42/743 33,
sowie auf unserer Homepage
www.umweltberatung.at
Einige Produkte sind mit dem Öster- •
reichischen Umweltzeichen ausge-
zeichnet. Es garantiert, dass
diese Erden frei von Torf sind
und strengen Qualitätskrite-
rien entsprechen. Anhand
regelmäßiger Kontrollen
wird die Einhaltung dieser
Kriterien überprüft.
Erde kann auch selbst hergestellt •
werden: Mischen Sie einfach Garten-
oder Blumenerde, reifen Kompost
und Sand zu gleichen Teilen.
Für Kräuter und Gemüse sollte prin- •
zipiell nur Kräutererde, sog. Garten-
humus oder selbst gemischte Pflanz-
erde verwendet werden.
Kaufen Sie grundsätzlich nur Erden •
hoher Qualität. Ihre Pflanzen wach-
sen darin besser, sie sind gesünder
und sehen besser aus. Außerdem
ersparen Sie sich den Ärger mit
lästigen „Mitbringseln“ wie
Trauermücken oder Schim-
melbelag auf der Erde.
Mehr Informationen
dazu finden Sie unter
www.umweltzeichen.at. F
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14 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 15
Pflanzen selbst vermehren Pflanzen selbst vermehren
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s ist einfach und macht Spaß,
selbst Pflanzen zu vermehren. Das
Erlebnis, etwas wachsen und ge-
deihen zu sehen ist für Kinder als auch
für Erwachsene eine gleichermaßen beglü-
ckenden Erfahrung. Außerdem kann man
auf diese Weise umweltfreundlich und
kostenlos zu schönen, robusten Zimmer-
pflanzen kommen.
Durch Teilung vermehrt werden buschig
wachsende Pflanzen mit mehreren Stän-
geln wie z. B. Farne, Kolbenfaden, Zyper-
gras, Bubikopf oder Metzgerpalme (As-
pidistra). Günstigster Zeitpunkt dafür ist
das Frühjahr. Blühende Pflanzen sollten
aber erst nach der Blüte geteilt werden.
Viele Pflanzen lassen sich einfach ausein-
anderreißen, oder sie werden mit einem
Messer geteilt. Wichtig ist jedoch, dass
beide neuen Teile ungefähr gleich viele
Wurzeln und Blätter haben.
„Tochterpflanzen“ oder „Kindel“: Das
sind selbst nachgewachsene neue Jung-
pflanzen, die man einfach entfernt und
neu eintopft. In der Regel haben diese
bereits Wurzeln. Für Grünlilien, Bromelien,
PFLANZEN SELBST VERMEHREN
Kakteen und viele Sukkulenten bietet sich
diese Methode an. Vor Verletzungen durch
Kakteenstacheln kann man sich schützen,
indem man die Mutterpflanze mit einem
Papierstreifen umwickelt und die Tochter-
pflanze mit einem Messer entfernt.
Mit Stecklingen wird vermehrt, indem
Blatt-, Seitentrieb- oder Stammstecklinge
genommen werden.
Blattstecklinge kann man etwa von Usam-
baraveilchen nehmen. Ein abgetrenntes
Blatt wird in einen Topf mit feuchter Erde
gesteckt. Ein über das Blatt gestülptes
Glas erhöht die Luftfeuchtigkeit und för-
dert die Wurzelbildung. Ein Sanseveria-
Blatt kann man in mehrere, ca. 5 cm große
Stücke schneiden, einige Tage trocknen
lassen und dann in sandige Erde setzen,
wobei das „untere“ Ende des Blattstückes
in die Erde gesteckt werden muss (mit
Kerbe markieren).
Für Seitentriebstecklinge werden glatt
abgeschnittene Seitentriebe (5–10 cm,
verzweigte Blätter) z. B. bei Geranien
oder Schefflera einfach in neue Erde ge-
pflanzt.
Stammstecklinge erhält man von Philo-
dendron oder Efeutute. Stecklinge können
auch zuvor in Wasser eingefrischt werden,
bis sie sich bewurzelt haben. Auch Eintop-
fen in feuchten Sand kann die Bewurze-
lung fördern.
Aussäen von Kernen (Samen). So wachsen
Avocados, Zitronen, Feigen etc. auf unseren
Fensterbänken. Dazu Kern oder Samen
(z. B. von Kräutern) einfach in die Erde ste-
cken. Diese an einen sonnigen Platz stellen
und immer leicht feucht halten.
Abmoosen eignet sich etwa für Fenster-
blatt oder Gummibaum. Ein Seitentrieb
wird zu 2/3 eingeschnitten, mit Moos um-
wickelt und einige Wochen feucht gehal-
ten. Haben sich Wurzeln entwickelt, kann
man das abgemooste Stück einpflanzen.
Gummibäume bewurzeln sich durch Ab-
moosen leichter als bei Vermehrung durch
Seitentriebstecklinge.
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16 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 17
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Eine Auswahl an besonders robusten und unproblematischen Pflanzen
ermöglicht Ihnen auch dann eine schöne Innenraumbegrünung,
wenn sie nicht so viel Zeit für die Pflege aufwenden wollen oder
nicht über den berühmten grünen Daumen verfügen.
Grünlilie (Chlorophytum
elatum) macht fast alles
mit und ist kinderleicht
durch Jungtriebe an den
Ranken zu vermehren.
Bogenhanf (Sansevieria
trifasciata) verträgt dun-
kle Ecken und kommt mit
wenig Wasser aus.
Geldbaum (Crassula
arborescens) ist für
sonnige und heiße
Plätze geeignet.
Einblatt (Spatiphyllum
wallisii) treibt auch noch
bei wenig Licht und hat
weiße Hochblätter.
Fensterblatt (Monstera
deliciosa) wächst auch
bei wenig Pflege zu
imposanter Größe heran.
Zamioculcas (Zamioculcas
zamiifolia) verträgt dunkle
Räume. Die Erde sollte nie
komplett austrocknen.
ZIMMERPFLANZEN FÜR ALLE ANSPRÜCHE
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18 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 19
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Schadstoffvertilgende Pflanzen
Wir verbringen täglich viele Stunden in geschlossenen Räumen, deshalb ist
eine gesunde Raumluft besonders wichtig. Schadstoffe wie Formaldehyd, Benzole
oder Trichlorethylen aus Wandfarben, Lacken, neuen Möbeln, Hygieneartikeln etc.
belasten die Luft der Innenräume. Das kann zu Kopfschmerzen oder gereizten Augen
führen. Pflanzen können durch ihre Filterwirkung ein wenig Abhilfe schaffen.
Vor allem eignen sich dafür große, vitale Pflanzen.
Sorgen Sie aber immer für ausreichendes Lüften! Das ist das beste Mittel,
um Schadstoffe in Innenräumen zu verringern!
Grünlilien (Chlorophytum
elatum) sind robust und
besonders aktiv im Abbau
von Schadstoffen.
Efeu (Hedera helix) ver-
trägt keine Staunässe und
sollte im Winter an einem
kühleren Platz stehen.
Drachenbäume (Dracaena-
Arten) stellen eine beson-
ders dekorative Form der
Luftverbesserung in Innen-
räumen dar.
Bogenhanf (Sansevieria
trifasciata) als sukkulente
Art sollte nur sparsam
gegossen werden.
Baumfreund-Arten (Philo-
dendron-Arten) sind eben-
falls ein sehr aktiver und
wüchsiger Luftfilter.
Einblatt (Spatiphyllum
wallisii) bevorzugt einen
schattigen Standort und
hohe Luftfeuchtigkeit.
Efeutute (Epipremnum
pinnatum) mit ihren gelb-
panaschierten Blättern ist
auch für dunklere Ecken
geeignet.
Steckenpalme (Rhapis
excelsa) fühlt sich bei
etwa 20° C und an einem
halbschattigen Standort
am wohlsten.
Echte Aloe (Aloe barbar-
densis) ist nicht nur ein
wirkungsvoller Luftreiniger
sondern auch Heilpflanze
für Verbrennungen.
Kolbenfaden (Aglaonema)
hat mit seinen verschie-
denen Sorten und inten-
siven Blattzeichnungen
viel zu bieten.
Purpurtute (Syngonium
podophyllum) kann als
Hängepflanze oder an
einem Stützstab gezogen
werden.
Schefflera (Brassaia)
filtert gut Schadstoffe
und verträgt auch
Halb schatten.
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20 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 21
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Schattengewächse
Das sind all jene Pflanzen, die kein direktes Sonnenlicht vertragen.
Einige darunter sind aber hellen Räumen nicht abgeneigt und reagieren mit
einem besseren Blüh ansatz. Geeignet sind auch Aspidistra (Schusterpalme),
Einblatt, Rhapis-Palme oder Zamioculcas.
Monstera (Monstera deli-
ciosa) gedeiht bei Zimmer-
temperatur (nicht dauer-
haft unter ca. 20° C!) sehr
gut, andere Monstera-Ar-
ten sind wärmeliebender.
Frauenhaar-Farn (Adian-
tum) braucht hohe Luft-
feuchtigkeit und ganzjährig
Temperaturen über 20° C.
Philodendron (Philodendron)
hat auch Arten, die eher kühle
Zimmertemperaturen (aber
mehr als 15° C!) sehr gut
vertragen.
Kentie (Kentia) verträgt
dunklere Räume und hat
eine lange Tradition als
„Wiener Kaffeehauspalme“
Aucuba (Aucuba
japonica) eignet sich
für kühle schattige
Standorte und bildet
unscheinbare Blüten
aus.
Flamingoblume (Anthu-
rium) ist pflegeleicht und
lässt sich durch Stecklinge
oder Teilung vermehren.
Kletterprofis
Hängepflanzen sorgen für Blickfänge in Zimmerecken, Regalen oder an der Zimmer-
decke. An Stäben gezogene Rankpflanzen finden auch in schmalen Räumen noch
ausreichend Platz. Zu besonderen Formen erzogen, werden aus ihnen spezielle
Einzelstücke. Die meisten Pflanzen dieser Gruppe haben attraktives Laub, es gibt
aber auch einige VertreterInnen mit schönen Blüten.
Leuchterblume (Ceropegia)
wird sehr lang und ist an
sonnigen Standorten sehr
pflegeleicht
Wachsblume (Hoya car-
nosa) hat betörend duf-
tende Blüten. Der Standort
sollte im Winter kühler sein.
Passionsblume (Passiflora)
trägt bei regelmäßiger Was-
serzufuhr und hellem Stand-
ort außergewöhnliche Blüten.
Efeu (Hedera helix) gibt es
in vielen Sorten mit interes-
santem Laub. Er ist empfind-
lich gegen Staunässe und
kann im Winter kühler stehen.
Kletterfeige (Ficus pumila)
mit grünem oder grün-
weißem Laub darf nicht
austrocknen und möchte
einen hellen Platz.
Kiwiknöterich (Mühlen-
beckia complexa) mit
kleinen rundlichen Blättern
lässt sich an Drahtgerüsten
leicht zu Formen erziehen.
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22 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 23
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Wohltuende Bettgenossinnen
Pflanzen geben in der Dunkelheit Kohlendioxid ab. Daher wird manchmal empfohlen,
keine Zimmerpflanzen im Schlafzimmer aufzustellen. Doch Pflanzen stören Ihren
Schlaf nicht. Verzichten Sie jedoch auf stark duftende Pflanzen im Schlafzimmer.
Da die Schlafraumtemperaturen gewöhnlich niedriger sind, sollte die Pflanze
entsprechend ausgewählt werden. Einige Zimmerpflanzen sind besonders für
Schlafräume empfehlenswert, weil sie auch nachts Kohlendioxid aufnehmen.
Bogenhanf (Sansevieria)
darf nicht zu feucht stehen
und benötigt eine Ruhe-
pause im Winter.
Cymbidie (Cymbidium) möchte
im Winter bei 10 –15° C gehal-
ten werden. Im Sommer kann
sie im Garten stehen.
Aloe (Aloe barbardensis)
ist neben vielen nützlichen
Eigenschaften auch sehr
dekorativ.
Flammendes Schwert
(Vriesea splendens) trägt
ihre auffälligen Blüten
viele Wochen lang.
Schmetterlings-Orchi-
dee (Phalaenopsis) blüht
an einem hellen Standort
regelmäßig wieder.
Lanzenrosette (Aechmea
fasciata) ist sehr robust,
lediglich Staunässe sollte
vermieden werden.
Mediterranes für unbeheizte Wintergärten
Im (fast) unbeheizten Wintergarten wird die Temperatur im Winter um die 5° C
gehalten, also gerade noch frostfrei. Viele der „klassischen“ Wintergartenpflanzen
wie Citrus-Arten, Ölbaum, Kamelien usw. gehören in diese Kategorie. Besonders
harmonisch wirkt Ihr Wintergarten, wenn Sie Pflanzen, die aus der gleichen Region
stammen, mit dazupassender Ausstattung kombinieren, z. B. Mediterran mit
Terracotta oder fernöstlich mit Rattan.
Echte Feige (Ficus carica)
bietet schöne Belaubung
und mildsüße Früchte im
Wintergarten.
Zierbanane (Musa) kann
im Sommer im Freien ste-
hen und gedeiht im Kalt-,
als auch im Warmhaus
Zwergpalmen (Chamae-
rops humilis) sind ideal für
kleinere Wintergärten. Gie-
ßen Sie diese Art sparsam.
Citrus-Arten mit ihren duf-
tenden Blüten und Früch-
ten sind die klassischen
Wintergartenpflanzen.
Olivenbaum (Olea euro-
paea) wächst mit etwas
Geduld zu knorrigen, statt-
lichen Exemplaren heran.
Kamelien (Camellia japonica)
zählen zu den edelsten Kübel-
pflanzen. Auf kalkfreies Sub-
strat u. Gießwasser achten.
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24 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 25
Zimmerpflanzen für alle Ansprüche Zimmerpflanzen für alle Ansprüche
Tropische Schönheiten für den Wintergarten Würzige Küchen-
kräuter in Räumen
In beheizten Wintergärten, die baulich nicht vom Wohnraum getrennt sind, liegen die
Temperaturen ganzjährig bei etwa 18 bis 24° C. Das heißt hier können Sie sich auch
im Winter längere Zeit aufhalten und entspannt lesen oder Kaffee trinken.
Hibiscus (Hibiscus rosa-
sinensis) braucht volle
Sonne und verträgt auch
etwas kühlere Tempera-
turen als 20° C.
Usambaraveilchen (Saint-
paulia ionantha) bringen
Farbe in den Wintergarten.
Sie vertragen keine direkte
Sonne.
Bromelie (Bromelia)
wächst ursprünglich in
Bäumen. Am wohlsten
fühlt sie sich wenn immer
etwas Wasser in den Blät-
tern steht.
Buntwurz (Caladium-Hy-
briden): Ihre großen, mehr
oder weniger pfeilförmigen
Blätter sind meist mehrfar-
big oder marmoriert.
Glanzkölbchen (Aphe-
landra squarrosa) hat
neben den gelben Blüten
auch hübsche grün-weiße
Blätter.
Medinilla (Medinilla ma-
gnifica) ist eher anspruchs-
voll, ihre üppigen Blüten
eignen sich gut für Ampeln
oder hohe Übertöpfe.
Bei genügend Sonnenlicht gedeihen Kräu-
ter und Sprossenkeimlinge auch in ge-
schlossenen Räumen. Gerade in der Küche
hat man so schnell Zugriff auf feinaroma-
tische Gewürze oder frische Salatzutaten.
Für die Haltung in Innenräumen eignen
sich bekannte Kräuter wie Schnittlauch,
Petersilie, Minze, Melisse, Thymian, Basili-
kum, Rosmarin usw., aber auch exotische
Arten wie das Zitronengras.
Wichtig sind helle, gern sonnigere Plätze,
regelmäßiges Gießen und Temperaturen
zwischen 18° und 20° C.
Der idealste Standort sind Fensterbänke,
wobei südländische Kräuter wie Salbei,
Rosmarin oder Thymian am sonnenhung-
rigsten sind.
Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Koriander
und Minzen kommen auch mit Nord- oder
Ostfenstern zurecht und sollten nie aus-
trocknen.
Saatgut und praktische Keimgefäße für
Kresse, Alfalfasprossen, Rettich, Senf,
Mungobohnen oder Sojakeimlinge sind
im Naturkosthandel erhältlich. Sprossen
sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen
und bio aktiven Pflanzenstoffen und ver-
feinern Ihre Salate oder Gemüsegerichte.
k Tipps für essbare Pflanzen:
Verwenden Sie nur spezielle Kräuter- •
oder Gartenerde, sie enthält keinen
leichtlöslichen Mineraldünger.
Wer viel erntet, muss regelmäßig •
nachdüngen, aber bitte nur für Ge-
müse und Kräuter geeignete, orga-
nische Dünger oder Kompost verwen-
den und Dosierempfehlungen genau
einhalten!
Niemals Pflanzenschutzmittel ver- •
wenden, bei Schädlingsbefall Bio-
Methoden anwenden.
Gönnen Sie Ihren Aromakünstlern •
eine Sommerfrische im Freien.
Kranke Pflanzen zur Erholung ins
Freiland bringen.
Vermeiden Sie, dass die Pflanzen •
direkt über Heizkörpern stehen, die
trockene Luft tut ihnen nicht gut.
k Gemüse in geschlossenen Räumen?
Wer Paradeiser, Radieschen oder •
Pflücksalat ernten möchte, wird
an einer sonnigen Außenfenster-
bank mehr Ernteerfolg haben als
im Zimmer. Dort lassen sich kleine
Gemüse- und Salatsorten aber durch-
aus kultivieren.
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26 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 27
Der Garten im Kübel Der Garten im Kübel
E
in ganzer Garten im Topf! Ein ein-
ziger Topf mag vielleicht etwas
wenig sein. Werden jedoch meh-
rere Kübel zusammengestellt, dann kann
ein ganzes Gartenparadies verwirklicht
werden. Ein Balkon mitten im Grau einer
Stadt, eine leere Terrasse vor dem Haus
oder ein unbeachteter Winkel im Innen-
hof kann mit bepflanzten Gefäßen belebt
werden.
Jenseits der klassischen Kübelpflanzen
wie etwa Oleander entfaltet sich hier
die ganze Vielfalt der Pflanzenwelt. Ein
leuchtendes Schmetterlingsparadies oder
ein duftender Kräutergarten können ent-
stehen. Ein Eldorado für nützliche, Schäd-
linge vertilgende Insekten kann geschickt
neben dem Gemüse- oder Naschkisterl
aufgestellt werden, sogar ein Miniatur-
teich ist möglich!
DER GARTEN IM KÜBEL
Fensterbrett, Balkon und Terrasse
Kleine Wildparadiese
Duftende Blumen und Schatten spen-
dende Pflanzen in mobilen großen Töpfen
schaffen Atmosphäre – Orte der Entspan-
nung, idyllische Sitzplätze oder attrak-
tiven Blickfang. Kübelpflanzen lassen sich
ganz nach jedem Geschmack überall dort
anordnen, wo sie am wirkungsvollsten
sind. Bei der Pflanzenauswahl sind neben
den herkömmlichen Balkonblumen wie
Pelargonie, Surfinie und Co. auch Stau-
den, Wildblumen, Kräuter, Gemüse oder
Naschobst eine willkommene Alternative.
Ein Naturgarten im Kübel spricht sich
schnell herum. Die „Flieger“ sind immer die
Ersten: Hummeln, Wild-Bienen, Schmetter-
linge und Schwebfliegen laben sich ganz
selbstverständlich an Wildblumentöp-
fen mit Flockenblume und Thymian, mit
Storchschnabel, Salbei und Majoran.
28 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 29
Der Garten im Kübel Der Karten im Kübel
Sonnenanbeterinnen
und Schattenlieb-
haberinnen
D
ie Bepflanzungsmöglichkeiten
sind mannigfaltig und können
auf die Bedürfnisse aller ab-
gestimmt werden. Der Mini-Garten „Blu-
menkisterl“ lässt der Kreativität freien
Lauf. Er ist aber auch ein Sonderstandort:
An einem Südbalkon kann es sehr heiß
werden und die Pflanzenkisten trock-
nen schnell aus; an einem Nordbalkon
wird sich jedoch nie die Sonne zeigen.
Die Pflanzenauswahl wird sich an diese
Standortvoraussetzungen anpassen.
Das Schmetterlings-
paradies
S
chmetterlinge und andere einhei-
mische Blütenbesucher können mit
den meisten der üblichen Blumen-
kisterlpflanzen nichts anfangen. Diese
sind aus Kreuzungen entstanden, die vor
allem eine große gefüllte Blüte zeigen sol-
len; sie bilden häufig keine Pollen und
Samen mehr aus und führen jeden kleinen
Insekten-Räuber, der auf Blütengäste war-
tet, in die Irre, weil auch die intensivste
Suche nach Nahrung hier erfolglos bleiben
muss.
Wer den Schmetterlingen und den sum-
menden und brummenden Insekten hold
sein möchte, versucht einmal etwas An-
deres und wählt für die Bepflanzung sei-
ner Töpfe und Kisterln einheimische Wild-
pflanzen aus.
➜ Bezugsquellen für Wildpflanzen
finden Sie im Serviceteil und bei
"die umweltberatung"
Vie Vie Vie Vie Vie Vie Vie iiie ie Vie ieeee Vieee i Vi VVie Vie VViiiiie Vieeee Vie Vi VVi Viiiee VVVVie Vie ie iiiii Vi VViiiii Viiiiiii Viiii Vie VVVVVie ie VVVVVVVVii VVie iiie Vie Vie ie iie Vie ie iie Vie Viee Vi Vi Viie ieee VViiieeee VViieeee Vi Viee ieee Vi Viie ieee Vie iie iee ieeee Vie ieee VVViie ie Vie VViee VVVVie Viieee VVVViiiee VVVVVVie ieeeellllll G l GGGGG l GG l G GGGG l GGG ll G l G l G l G l G l GGGGGG G l GGGGGGGGGGG lll GGGGG l GGG l GGG l GGGGGGG l GGGGGG l GGGGGGGGGG l G l GG lll GGGGGG l G l G l G ll GGGGGGGGG ll GGGGGGG ll G l l GGGGGG lll G l GGGGGGGG lll GGG l GGGGGGGG ll GGGG lll GGGGGGG l GGGGGGGG lll G ll GGGG lll GGG l GGG l GGGGGGGGGrün rrrrrrrü rü üüün üün üün üüüüüüün n ün ün ün ün ün ün rrü rün rrü üüün rü rü ün rrrün rün üüün ün ü rü rün üüün rü rü ün rü üüün ün rün rü rrrü rü üüün ün ü rü rün ün ün ün rü rü ün ün n rün nn ün ün rün ün ün ün ün ün ün nnn ün üün üüün ün ün rrrrü ün üün rrrrünn rrrrrrüünnn rrrrrü ün nnnn rrr n ün nn rrrrü rrün ün rr n r nnnn rrrrrüü rr au a au aaaaaaaa au aau au au auu auuuuu aaaaau auuu aaaaaauuuuuu aaaaau aaaaau auuuu aauuuuuu aaauuuuuuu auuuuuuuuu aaauuuuuuuuuu auuuuuuuuuu aaaaauuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu auuuuuuuuuuu auuuuuuuuuuuuuffff w ffffffffffffff w f wwwwww f w f w fffffff www f w f ww f ww fff ww f www fffffff w f w f w f ww f ww ffff w f ww f ww f ww ff wwwww fffff wwwww f w f wwwww f www f wwww ff wwww f www ff wwwwww ffff w ff w ffffffff w fff w ffffffff w ffffffffffff ww fffffff fffffffffffffffff w f ww f ww i eni en eni eni eni eni eni eni en eni ni ni eni en eni eni en eni eni eni eniii eni ni eni eeni eni eni eni eniiii ni ni eni eni enn en eniii eni eni eni en en eni eni eni enii eni enii eni en eni eni ni iii eni ni eni ni nn en en eni nnnn ennnnnnni i en enni i n en eniiiii enii eeni e ii eeenniiii eni eeeniiiii e g P g P ggg P gg g P g P g P g P g P g PPPPPPPP gg PPPP g PPPPPP gg PP PP g P PPPPPPP g P gg P g g PP g PP g PPPPPP g PPP g P gg PPPP PP g PPPPPPP PPP gg P g PPPPPPPPPP g P P g PPPPPPPPPP g P P g PPP PPPP g g P g PPP g g P PPPPPPPP g P g PPP PPPP g P gg P PPPPP g PPPPPPPP g PPPPPPP g P g PPPP gg PP g g PPPP g g PPPPPPP g PPPPP g P g PPPPPPPPPPPP gggggggg lat lla lat a lla lat la la lat lat lat at lat lat lat lat at at lat at la la lla la lat at at lat lat aat t at lat at lat at at t lat lat lat la lat at at at t at laat lat at laat la lat tt la lat lat at lat llaat llat lat aa laat attt lat la laa laaaat t lat la lat laat ttttt llat ttt lattttt llaaatttttt laaaat aaaaattttttt laaaaaaat at ttt at tttttt laaaat at at ttt laaaaaat ttttt laaatttt at t aaaatttttt aaaatttt aaaatttttt aaattttttt laaatttttttt aatttttttttzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz
Der schattige Miniaturwald
1 Lungenkraut –
Pulmonaria officinalis
2
Salomonsiegel –
Polygonatum odoratum
3
Wald-Storchschnabel –
Geranium sylvaticum
4
Gemeine Akelei –
Aquilegia vulgaris
5
Gewöhnlicher Wurmfarn –
Dryopteris filix-mas
Die Sonnenanbeter
1 Margerite –
Leucanthemum vulgare
2 Kleinblütige Königskerze –
Verbascum thapsus
3 Wiesen-Salbei –
Salvia pratensis
4 Moschus-Malve –
Malva moschata
5 Gemeines Sonnenröschen –
Helianthemum nummularium
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FOTO: PENDL FOTO: JD
Das absolute Wildparadies
1 Acker-Glockenblume –
Campanula ranuncoloiedes
2 Gewöhnliches Zittergras –
Briza media
3 Hufeisen-Klee –
Hippocrepis comosa
4 Wilder Dost –
Origanum vulgare
5 Knäuel-Glockenblume –
Campanula glomerata
6 Echtes Johanniskraut –
Hypericum perforatum
7 Spanischer Mauerpfeffer –
Sedum hispanicum
8 Echter Beinwell –
Symphytum officinale
9 Großer Wiesenknopf –
Sanguisorba officinalis
10 Gewöhnlicher Frauenmantel –
Alchemilla vulgaris
11 Gänsefingerkraut –
Potentilla anserina
30 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 31
Der Garten im Kübel Der Garten im Kübel
B
esondere Freude macht es, wenn
sich im „Kübelgarten“ ein Nasch-
bereich findet. An erster Stelle
sind es natürlich Küchen-Kräuter, die sich
auch in Töpfen sehr wohl fühlen.
Rosmarin ist aufgrund seiner Frostemp-
findlichkeit sowieso im Kübel besser auf-
gehoben. Für eine Dauerbepflanzung eig-
nen sich Bohnenkraut, Thymian, Schnitt-
lauch und Salbei. Andere Arten wie Peter-
silie, Basilikum und Majoran können die
Auswahl ergänzen.
Ernten ohne Garten
Aber auch Gemüse wächst ohne Schwie-
rigkeiten im Kübel heran: Stangenbohnen,
Paradeiser, Brokkoli, Paprika, Lauch.
Erforderlich sind hier mindestens 10 Liter
fassende Pflanzgefäße mit großen Was-
serabzugsöffnungen und nährstoffreiche,
mit Kompost angereicherte Pflanzerde.
Dann noch die Wahl der richtigen Sorte
und dem Genuss von selbst gezogenem
Gemüse steht nichts mehr im Wege.
Natürlich gilt: je größer das Gefäß, desto
besser wachsen die Pflänzchen. Aber auch
in gewöhnlichen Balkontrögen kann eine
gute Ernte erzielt werden.
Blattgemüse aus dem Trog
Wunderbar geeignet sind Pflücksalate
oder Spinat. Einfach direkt in die Erde
säen (Rucola, Vogerlsalat, Pflücksalate,
Spinat) oder einzelne Pflanzen (z. B.
Lollo-Salate, Eichblatt-Salat, Mangold
etc.) mit 20–25 cm Abstand einsetzen.
Nimmt man immer nur die äußeren Blät-
ter, kann wochenlang frischer Salat ge-
erntet werden.
Feine Früchtchen
Alle kleinfruchtigen Gemüse- und Obstar-
ten sind geeignet. Chilischoten, Pfeffe-
roni, kleinfruchtige Paradeiser, kleine Sa-
latgurken- und Zucchinisorten, Melanzani,
und bei etwas größeren Gefäßen sogar
Kürbisse oder Zuckermelonen. Auch
Buschbohnen und sogar Stangenbohnen
auf Schnüren sind für die Topfkultur ge-
eignet.
Je größer die Früchte, desto eher wird
die Zufuhr von (organischem, für Gemüse
geeigneten) Dünger notwendig.
Wurzelgemüse
Radieschen, Steckzwiebeln oder Knob-
lauch können auf der Fensterbank wach-
sen. Erdäpfel kann man in Holzkisten
oder größeren Blumentöpfen anbauen,
bei Karotten, Roten Rüben oder Sellerie
sollten größere Gefäße gewählt werden.
Sehr schön anzusehen sind auch Hafer-
wurz oder Schwarzwurzeln, als zweijäh-
rige Pflanzen bilden sie nach einer frost-
geschützten Überwinterung dekorative
Blüten.
k Tipp:
Nährstoffkreislauf schließen!
Wer Balkon, Dachgarten oder Terrasse in
einen Nutzgarten verwandelt, braucht ei-
nerseits sehr viel geeignete Pflanzerde,
andererseits fallen größere Mengen an
organischen Abfällen an. Eine Wurmkom-
postkiste verwandelt verbrauchte Erde
und Pflanzenreste in nährstoffreiche Erde
fürs nächste Jahr.
Anleitungen und nähere Infos:
"die umweltberatung", Tel.: 01/803 32 32
oder 0 27 42/743 33
Das Naschkisterl
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32 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 33
Der Garten im Kübel Der Garten im Kübel
Mini-Obstgarten
Selbst für eine reiche Obst- und Beeren-
ernte ist der Kübelgarten nicht zu klein.
Erdbeeren gedeihen problemlos auch im
Fensterkisterl. Um die Saison zu verlän-
gern, empfiehlt es sich, Monatserdbee-
ren zu verwenden – diese tragen einen
längeren Zeitraum hindurch immer wieder
neue, köstliche Früchte.
Auch andere Beerensträucher wie Stachel-
beeren, Ribiseln, Himbeeren und Brombee-
ren sind für den Mini-Obstgarten geeignet.
10 bis 20 Liter fassende Pflanzgefäße sind
hier sinnvoll. Himbeeren und Brombeeren
lieben zusätzlich „kühle Füße“: Das kann
mit einer ganzjährigen Mulchdecke ge-
löst werden (z. B. Grasschnitt, Laub- oder
Nadelstreu oder auch mit Pflanzen wie
Spinat oder Polsterpflanzen).
Natürlich können auch Obstbäumchen
auf Balkon oder Terrasse gezogen wer-
den. Wichtig dabei ist, dass auf schwach-
wüchsige Bäumchen zurückgegriffen wird.
Die Erziehung als Spalier, das heißt auf
Schnüre oder Drähte aufgebunden, hat
sich als sehr vorteilhaft erwiesen. Bei der
Sortenauswahl sollte unbedingt auf die Be-
fruchtungsverhältnisse geachtet werden.
(Einige Sorten tragen nur Früchte, wenn
ein anderer Baum der dazupassenden
Sorte in unmittelbarer Nähe steht.) Die
Töpfe sollten hier mindestens 20 l fassen.
Ist der Topf vollkommen durchwurzelt,
muss in ein größeres Gefäß umgetopft
werden.
Naschkisterl
1 Monats-Erdbeere –
Fragaria vesca var. Hortensis
2 Ysop –
Hysoppus officinalis
3 Zitronenmelisse –
Melissa officinalis
4 Ringelblume –
Calendula officinalis
Bohnenzelt
5 Stangenbohne –
Phaesolus vulgaris
6 Paprika –
Capsicum annuum
7 Basilikum (rot) –
Ocimum basilicum
8 Schnittlauch –
Allium schoenoprasum
9 Bohnenkraut –
Satureja montana
Kräuterkisterl
10 Lavendel –
Lavandula angustifolia
11 Zitronen-Thymian –
Thymus citriodorus
12 Feld-Thymian –
Thymus serpyllum
13 Wilder Dost –
Origanum vulgare
14 Echter Salbei – Salvia officinalis
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5
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9
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13
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34 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 35
Der Garten im Kübel Der Garten im Kübel
Jahreszeitentöpfe Know-how
der Topfkultur
Frühlingsboten
1 Mini-Narzissen – Narcissus sp.
2 Steinkraut – Alyssum saxatile
Zwerg-Akelei – Aquilegia •
flabellata var. pumila
Moos-Steinbrech – Saxifraga arendsii •
Wald-Vergissmeinnicht – •
Myosotis sylvatica
3 Krokus – Crocus sp.
Horn-Veilchen – Viola cornuta •
Sommer klassisch
Gold-Zweizahn – Bidens ferulifolia •
Löwenmäulchen – Antirrhinum majus •
4 Ringelblume – Calendula officinalis
5 Portulak – Portulaca-Arten
6 Tagetes – Tagetes tenuifolia
7 Zinnie – Zinnia sp.
Herbstkisterl
Zartes Federgras – •
Nasella „Pony Tails”
8 Kissen-Aster – Aster dumosus
9 Cosmea – Cosmea bipinnatus
China-Aster – Callistephus chinensis •
Stiefmütterchen – Viola cornuta
K
übelpflanzen haben besonders
mit den Extremen des Wetters
und dem geringen Platzangebot
im Topf zu kämpfen. Auf einem Balkon
oder einer Terrasse können erhebliche
Temperaturschwankungen auftreten.
Durch das geringe Erdvolumen in den
Töpfen dringt Frost, Hitze und Trockenheit
schnell bis zu den Wurzeln durch. Auch
wird die begrenzte Menge an Erdreich im
Topf schneller ausgelaugt. Mit einigen
Tipps und Tricks wird das Gärtnern im
Topf ganz leicht gemacht und zu einer
erfüllenden Beschäftigung:
Bei der Mischkultur im Topf aus- •
schließlich Pflanzen mit den gleichen
Bedürfnissen verwenden.
Enges Zusammenstellen mehrerer •
Kübel erhöht die Luftfeuchtigkeit und
schützt vor Temperaturextremen.
Wer nicht jeden Tag gießen kann •
oder will, wählt trockenheitsliebende
Pflanzen.
Töpfe mit Grasschnitt, Laub, Heu •
oder Moos mulchen.
Immer Untersetzer verwenden. •
Kälteempfindliche Pflanzen in der •
Übergangszeit nachts mit einem Vlies
oder Tuch abdecken.
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36 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 37
Topfpflanzen pflegen Der Garten im Kübel
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ichtiges Gießen ist besonders
wichtig. Der Wasserbedarf richtet
sich nach Pflanzengröße, Topf-
größe, der Beschaffenheit der Blätter und
dem Standort.
Im Winter ruhen Pflanzen und brauchen
weniger Wasser. Im Zweifel gibt die Fin-
gerprobe Auskunft: Bleibt auf dem Finger
Erde hängen, ist noch genügend Feuchtig-
keit vorhanden.
Viele Zimmerpflanzen in der Heizperiode
sind für regelmäßiges Besprühen dank-
bar.
k Tipps zum Gießen:
Stark ausgetrocknete Erde kann nicht •
sofort Wasser aufnehmen. Langsam
und öfter befeuchten, Ablaufwasser
wegschütten.
Gieß- und Sprühwasser sollte abge- •
standen und zimmerwarm sein.
Die meisten Pflanzen vertragen keine •
Staunässe. Deshalb nach dem Gießen
überschüssiges Wasser ausleeren.
Auf Balkonen und Terrassen kann •
eine automatische Tropfschlauchbe-
wässerung oder Gefäße mit Wasser-
speicherreservoir sinnvoll sein.
S
obald im Herbst die ersten Nacht-
fröste angekündigt werden, ist es
für die meisten Kübelpflanzen Zeit,
in ein geeignetes Winterquartier zu über-
siedeln.
Der Winterschutz der einheimischen,
also winterharten Pflanzen ist denkbar
einfach. Ein frostsicheres Gefäß, in dem
mittels Drainage (Tonscherben über die
Abzugslöcher der Töpfe vor dem Eintop-
fen geben) für ausreichenden Wasserab-
zug gesorgt ist, wird (ohne Untertöpfe)
auf ca. 3 cm hohe Holzlatten gestellt. So
sind die Pflanzen sicher vor Staunässe.
Am besten ist es, wenn alle Töpfe eng
zusammengestellt werden. Sind etwas
empfindlichere Pflanzen dabei, können
die Zwischenräume zwischen den Töpfen
auch mit Stroh, Jutesäcken oder Zeitungs-
papier (an überdachten Stellen) gefüllt
werden. Ideal als Überwinterungsplatz
für nicht winterfeste Pflanzen ist ein küh-
ler (ca. +2 bis +12° C) und heller Raum.
Überwinterung
k Grundsätzlich gilt:
Schüttere Triebe (evtl. auch unge- •
sunde oder mit Schädlingen befal-
lene) werden abgeschnitten.
Je kühler ein Raum, desto geringer •
ist der Lichtbedarf.
Stehen nur Räume mit über 15° C zur •
Verfügung, ist unbedingt ein heller
Fensterplatz notwendig.
Je kühler und dunkler der Überwinte- •
rungsplatz ist, desto niedriger ist der
Wasserbedarf.
Steht kein optimales Winterquartier •
zur Verfügung, werden die Pflanzen
so spät wie möglich eingeräumt.
Nicht düngen! •
Wenig gießen (erst wenn sich die •
Erde trocken anfühlt).
Im Frühling müssen die Pflanzen •
„ausgewintert“ werden. Sie werden
langsam an die Außentemperatur
und auch an die starke Sonnenein-
strahlung gewöhnt.
TOPFPFLANZEN PFLEGEN
Gießen, Düngen, Umtopfen
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38 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 39
Pflanzengesundheit Topfpflanzen pflegen
Düngen
Zimmer- und Balkonpflanzen sind auf re-
gelmäßige Düngegaben angewiesen.
Die ökologische Alternative sind orga-
nische Dünger aus pflanzlichen oder tie-
rischen Rohstoffen. Sie sind auch als be-
queme Flüssig- oder Korndünger erhältlich.
Günstig und praktisch in der Anwendung
sind z. B. Hornspäne oder Kompost.
k Tipps zum Düngen:
Mengen- und Anwendungshinweise •
immer genau einhalten!
Pflanzen sind beim Kauf oft über- •
düngt und können ihr Aussehen
danach schnell ändern, z. B. Größe,
Blatt- und Blütenfarbe.
Niemals trockene Pflanzen düngen. •
Nach dem Umtopfen braucht •
6–8 Wochen nicht gedüngt werden.
In Ruheperioden und Krankheits- •
phasen nicht düngen.
Erde auflockern
Pflanzen freuen sich, wenn die oberste
Erdschicht von Zeit zu Zeit gelockert und
eventuell mit frischer Erde verbessert
wird. Einmal im Jahr Umtopfen erspart
viele Düngergaben!
Umtopfen
Es ist jedenfalls Zeit zum Umtopfen, wenn
die Wurzeln die Erde völlig durchwachsen
haben oder sogar unter dem Topf heraus-
ragen. Am günstigsten ist Umtopfen zu
Frühlingsbeginn.
Beim Umtopfen das Wurzelnetz leicht auf-
lockern, eventuell etwas schneiden. Der
neue Topf sollte nur eine Größe (= 2 cm)
größer sein als der bisherige. In den Topf
eine Tonscherbe oder etwas Kies geben,
damit das Abflussloch nicht verstopft.
Neue Tontöpfe zuerst mit Wasser voll
saugen lassen.
Einige Pflanzen sind Umtopfmuffel. Vor
allem Orchideen, Bougainvillea, Jasmin,
Hibiscus, Gewürzrinde, Myrte, Korallen-
strauch, Tibouchina, Granatapfel und
Rosmarin kommen deshalb nur alle
2–4 Jahre in frische Erde. Lorbeer, Ole-
ander, Olive und Citrus müssen nur alle
4–5 Jahre umgetopft werden. Sie können
dabei durch einen leichten Wurzelrück-
schnitt zum Wachstum angeregt werden.
PFLANZENGESUNDHEIT
Keine Panik – Erstdiagnose
für geschwächte Pflanzen:
Staunässe? Vertrocknet? Achtung •
Übertöpfe! Staunässe lässt Pflanzen
verkümmern und fördert Pilze,
Springschwänze und Trauermücken.
Trockene Luft am Überwinterungs- •
standort? Fördert Thripse und
Spinnmilben.
Zu viel/wenig gedüngt? Beides lässt •
Pflanzen kränkeln.
In letzter Zeit umgestellt? Viele Pflan- •
zen kümmern dann kurzzeitig, Ficus
benjamina kann Blätter abwerfen.
Ist es zugig? Zugluft fördert Schäd- •
lingsbefall wie Spinnmilben.
Braune Spitzen? Trockene Raumluft •
oder Nährstoffmangel können die
Ursache sein.
Wurde mit zu kalkhaltigem Wasser •
gegossen?
Sind Tierchen sichtbar? Welche? •
Nur wenn Sie genau feststellen, was Ihrer
Pflanze fehlt bzw. welcher Schädling/wel-
che Krankheit Ihre Pflanze befallen hat,
machen Gegenmaßnahmen Sinn. Zusätz-
lich ist es vernünftig, gleichzeitig Vor-
beugemaßnahmen zu setzen, um einen
Wiederbefall nach Möglichkeit zu verhin-
dern. Wenn eine Pflanze allerdings trotz
aufwändiger Pflege nie so richtig wachsen
und gedeihen will, sollte man sie gegen
eine standortgerechtere tauschen.
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40 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 41
Pflanzengesundheit Pflanzengesundheit
Z
um Glück gibt es eine Reihe gift-
freier Methoden, Schädlings- oder
Krankheitsbefall an Topfpflanzen
in den Griff zu bekommen. Mit den vor-
gestellten Maßnahmen gibt es sehr gute
Erfahrungen:
Ausschöpfung aller Vorbeugungs- •
maßnahmen: geeigneter Standort,
gute Pflege, natürliche Pflanzen-
stärkungsmittel
D
er Einsatz von Nützlingen zum
Fangen von Schadinsekten ist
eine bewährte Alternative zur
Anwendung giftiger Präparate, weil er mit
keinerlei gesundheitlichen Risiken ver-
bunden ist.
Nützlinge sind Tiere, die Pflanzen von
Schädlingen befreien oder vorbeugend
freihalten, z. B. Florfliegenlarven und Mari-
enkäferlarven, die Blattläuse fressen, oder
Raubmilben, die Spinnmilben vertilgen.
Der Einsatz von Nützlingen im Garten und
Haus ist dem Erwerbsgartenbau in Glas-
häusern abgeschaut, wo durch die Pflan-
zendichte und Klimabedingungen sehr
leicht Schädlinge auftreten, das Gemüse
aber nicht durch chemische Pflanzen-
schutzmittel belastet werden soll. Gerade
in Räumen und Wintergärten sind Nütz-
linge sehr wirksam, da sie nicht „auswan-
dern“ können.
Meist werden Nützlinge mit der Post ver-
sandt und müssen rasch zu ihrer Nahrung
gelassen werden. Genaue Anleitungen
(z. B. Temperatur, Luftfeuchte etc.) werden
von den Züchterfirmen mitgeschickt, denn
nur deren Einhaltung garantiert einen er-
folgreichen Einsatz.
Biologischer Pflanzenschutz
für Topfpflanzen
Nützlinge contra
Zimmerpflanzenschädlinge
Mechanische Maßnahmen: • z. B. das
Abwaschen, Abbürsten oder Zer-
drücken von Schädlingen
Biologische Maßnahmen: • Nütz-
lingseinsatz. Biotechnische Maß-
nahmen: z. B. Gelbtafeln gegen
Trauermücken, Pheromone
Bio-Pflanzenschutzmittel: • z. B. Neem,
Öle, Seifen, Laugen, Jauchen
Alternative Pflanzenbehandlungs- •
mittel: Homöopathie, Ätherische Öle
Beispiele für funktionierenden
Nützlings-Einsatz sind:
Parasitische Erzwespen gegen •
die Weiße Fliege
Raubmilben gegen Spinnmilben •
Florfliegenlarven gegen Blattläuse •
und Thripse
Räuberische Gallmücken gegen •
Blattläuse im Wintergarten und
Gewächshaus
Australischer Marienkäfer gegen •
Woll- und Schmierläuse
HM Nematoden gegen Dickmaul- •
rüssler (in Balkontöpfen)
SF Nematoden gegen Trauermücken •
➜ Bezugsadressen finden
Sie im Anhang.
➜ Probleme bei der Diagnose? Wir helfen Ihnen gerne weiter:
01/803 32 32 ("die umweltberatung")
0 27 42/743 33 (NÖ Gartentelefon)
Nutzen Sie auch unsere Pflanzendoktor-Homepage:
www.international.natur-im-garten.at, www.natur-im-garten.at
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Sie konsequent ökologisch, firmenunabhängig und praxisnah
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42 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 43
Pflanzengesundheit Pflanzengesundheit
➜ Broschürentipp: Mehr Information zu Schildläusen, Thripsen, Blattläusen, Spinn-
milben, Dickmaulrüsslern und Trauermücken sowie zu Pflanzenbrühen, Nützlingen,
Schädlingen und Krankheiten im Garten finden Sie in der kostenlosen Broschüre
„Natur-Nische Hausgarten“, zu bestellen bei "die umweltberatung" und unter
www.umweltberatung.at.
ZIMMERPFLANZENSCHÄDLINGE
Übersicht
Schädling Vorbeugung Gegenmaßnahmen
Blattläuse
• Pflanzen stärken z.B.
mit Algenpräparaten
• Maßvoll düngen
• Optimaler Standort
Mechanisch: Mit Wasserstrahl abspülen, Abwischen, Honigtau abwaschen
Biologisch/Nützlinge: Florfliegenlarven, Schlupfwespen, Gallmücken
Pflanzenschutz: Spritzbrühen: z. B. Zwiebel-, Kartoffelschalen, Knoblauch-,
Brennnessel-, Rainfarn- oder Wermuttee.
Bestäuben: (Gesteinsmehl, Asche, Algenkalkstaub)
Napf-Deckel-
Schildläuse
• Optimaler Standort
Mechanisch: Abbürsten, abkratzen, abwaschen (Honigtau),
weichlaubige Pflanzen zurückschneiden
Biologisch/Nützlinge: Schlupfwespen
Pflanzenschutz: Gießen und Spritzbrühen: (Wurmfarn-, Rainfarntee),
hartlaubige Pflanzen wöchentlich nur an der Blattoberseite mit Rapsölmitteln
oder Schmierseifenlösung besprühen oder mit Spiritus oder Öl dünn einpinseln.
Mindestens 3–4 Mal durchführen.
Woll-,
Schmierläuse
• Pflanzen stärken
(Algenpräparate)
• Standort überprüfen
• Nicht überdüngen
Mechanisch: Abkratzen, Rückschnitt
Biologisch/Nützlinge: australischer Marienkäfer
(Crytolaemus montrouzieri), wenn es warm ist;
Schlupfwespen (Leptomastidea abnormis)
Pflanzenschutz: Besprühen/Bepinseln: Schmierseifen-Spiritus-Lösung,
Rapsölmittel, Rainfarntee, Kaffeesud
Spinnmilben
• Nicht überdüngen
• Richtiger Standort
• Gut lüften
• Luftfeuchtigkeit
erhöhen (besprühen,
große Wassertassen)
Mechanisch: abduschen – mit Wasser besprühen und für ein paar Tage
in einen durchsichtigen Plastiksack stecken und öfter besprühen
Biologisch/Nützlinge: Raubmilben (z. B. Phytoseiulus persimilis)
Pflanzenschutz: Spritzbrühen 2–3 Mal täglich
10 Tage lang (Schachtelhalm-, Brennnesseljauche, Knoblauchtee).
Kranke Blätter vernichten
FOTO: PENDL
FOTOS: BIOHELP GMBH
44 Viel Grün auf wenig Platz Viel Grün auf wenig Platz 45
Pflanzengesundheit Pflanzengesundheit
Schädling Vorbeugung Gegenmaßnahmen
Weiße Fliege
• Richtiger Standort
(nicht zu trocken
und warm)
• Lüften
• Boden feucht halten
• Genügend Abstand
zwischen Pflanzen
Mechanisch: Gelbe Leimtafeln
Biologisch/Nützlinge: Erzwespen (Encarsia formosa)
Pflanzenschutz: Spritzbrühen (Rainfarntee, Sojaöl, Rapsöl, Seifenlösung)
Trauermücken
• Weniger gießen
• Trockener halten
• Torffreie Qualitätserde
(die Larven werden oft
eingeschleppt)
Mechanisch: Erde austrocknen lassen, Töpfe mit Sand abdecken,
umtopfen mit Abwaschen und Erdaustausch
Biologisch/Nützlinge: parasitäre Nematoden (Steinernema sp.)
Biotechnisch: Gelbtafeln (gelbe Leimtafeln aus dem Baumarkt zum Fangen der Mücken)
Thripse
(Blasenfuß)
• Pflanzenstärkungs mittel
(Algen- und Kräutermittel)
• Boden durch Mulchen
feucht halten
• Luftfeuchtigkeit
erhöhen
• Regelmäßig gießen
und lüften
Mechanisch: Mit Wasser besprühen und für ein paar Tage in einen
durchsichtigen Plastiksack stecken und öfter besprühen
Biologisch/Nützlinge: Blumenwanze (Orius-Arten)
Springschwänze
• Luftig aufstellen
• Gießen reduzieren
Mechanisch: Pflanzen in Tauchbad stellen und Tiere absaugen,
danach Töpfe und Untersetzer gut abwaschen
Dickmaul rüssler
• Werden oft mit
torfhaltiger Erde
eingeschleppt –
torffreie Qualitätserde
verwenden
• Nicht überdüngen und
übersäuern (kein Torf
oder Rindenmulch)
Mechanisch: Umtopfen, Erde austauschen, Käfer nachts absammeln
zur Eiablagezeit (Mai, Juni)
Biologisch/Nützlinge: Insektenparasitäre Nematoden (Heterorhabditis-Arten)
Pflanzenschutz: Wermutjauche, Rainfarn-, Knoblauch-, Neem- oder Wermuttee
zum Gießen, Spritzen, als Geruchsbarriere
FOTOS: BIOHELP GMBH
FOTO: TRIBUTSCH
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Literatur & Firmenliste
Firmenliste und
Bezugsquellen
Bezugsquellen für Nützlingsorganismen:
Informieren Sie sich vor jedem Nützlings-
und Pflanzenschutzmitteleinsatz über
aktuelle Zulassungsbestimmungen im
Pflanzenschutzmittelregister unter
www.psm.ages.at! Sie dürfen nur
Nützlinge ausbringen, die in Österreich
zugelassen sind.
k biohelp
Biologischer Pflanzenschutz –
Nützlingszucht
Kapleigasse 16, 1110 Wien
Tel.: 01/769 97 69-0
E-Mail: office@biohelp.at
www.biohelp.at
k H&PWelte GdbR
Maurershorn 18a, D-78479 Reichenau
Tel.: 0049/75 34/71 90
E-Mail: info@welte-nuetzlinge.de
www.welte-nuetzlinge.de
k W. Neudorff GmbH KG
An der Mühle 3, D-31860 Emmerthal
Tel.: 0049/51 55/62 40
E-Mail: info@neudorff.de
www.neudorff.at
In Österreich erhältlich über:
Fa. Windhager
Enzersberg 205, A-5303 Thalgau
Tel.: 0 62 53/616 10
k e-nema
Gesellschaft für Biotechnologie
und biologischen Pflanzenschutz mbH
Klausdorfer Str. 28–36, D-24223 Raisdorf
Tel.: 0049/43 07/82 95-0
E-Mail: info@e-nema.de
www.e-nema.com
Umweltfreundliche
Literatur zu Zimmerpflanzen
k Biologischer Pflanzenschutz
für Haus, Wintergarten und Balkon:
BAUMJOHANN, Dorothea und Peter
Ulmer, Stuttgart 1997
Vorbeugende Pflanzenpflege, biolo-
gischer Pflanzenschutz, Zierpflanzen-Ein-
maleins (Beschreibung und Pflege von
Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen inkl.
Kräuter und Gemüse am Balkon), Bio-
logie und Bekämpfung der wichtigsten
Schädlinge, Diagnoseleitfaden, Vorstel-
lung der Nützlinge.
k Zimmergärtnern naturgemäß:
HEUER, Sigrid
Franckh-Kosmos, Stuttgart 1991
Vorbeugende Pflanzenpflege,
biologischer Pflanzenschutz,
Diagnosetabellen.
k Biologischer Pflanzenschutz für Zim-
merpflanzen (Gärtnern leicht und richtig):
SCHÄFNER, Ulrike
BLV. München 1996
Vorbeugende Pflanzenpflege,
biologischer Pflanzenschutz, Diagnose-
tabellen, Pflegetabelle für häufige
Zimmerpflanzen.
FOTO: JD
Niederösterreich
" die umweltberatung" NÖ
Geschäftsstelle und
Beratungsstelle NÖ-Mitte
3100 St. Pölten, Rennbahnstraße 30/3
Tel: 0 27 42/718 29, Fax DW: 120
niederoesterreich@umweltberatung.at
"die umweltberatung" Mostviertel
Beratungsstelle Amstetten
3300 Amstetten, Graben 40 a
Tel: 0 74 72/614 86, Fax DW: 620
Beratungsstelle Pöchlarn
3380 Pöchlarn, Regensburger Straße 18
Tel: 0 27 57/85 20, Fax DW: 214
"die umweltberatung" Waldviertel
3910 Zwettl, Weitraer Straße 20a
Tel: 0 28 22/537 69, Fax DW: 718
"die umweltberatung" NÖ-Süd
Beratungsstelle Wiener Neustadt
2700 Wr. Neustadt, Bahngasse 46
Tel: 0 26 22/269 50, Fax DW: 418
Beratungsstelle Mödling
2340 Mödling, Lerchengasse 11
Tel: 0 22 36/86 06 64, Fax DW: 518
"die umweltberatung" Weinviertel
Beratungsstelle Hollabrunn
2020 Hollabrunn, Amtsgasse 9/2
Tel: 0 29 52/43 44, Fax DW: 820
Beratungsstelle Orth/Donau
2304 Orth/Donau, Hanfgartenweg 2
Tel: 0 22 12/294 90, Fax DW: 845
Beratungsstelle Zistersdorf
2225 Zistersdorf, Holbeingasse 2
Tel: 0 25 32/815 81, Fax DW: 855
"die umweltberatung"
Kompetenzzentrum Umweltbildung
3013 Tullnerbach, Norbertinumstraße 9
Tel: 0 22 33/576 40, Fax DW: 29
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1140 Wien, Linzer Str. 16/3. Stock
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Kompetenz-Zentrum
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Kompetenz-Zentrum
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Kompetenz-Zentrum
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