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­ Das Dokumentationsprojekt von DEEZ!

Ausgabedatum Ausgabeformat Umfang Herausgeber/in

: 08.02.201 2 : pdf | www.leerstandsoffensive.eu : 1 38 Seiten A 4 : LEERSTANDSOFFENSIVE Alte Schulstraße 1 2 92540 Altendorf

Alle Rechte bei der Herausgeberin/ beim Herausgeber!

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Offensiv gegen den Leerst and – Ergebnisbericht 2011

LEERSTANDSOFFENSIVE
BRÜCKENLAND BAYERN-BÖHMEN
Gefördert durch das Bund-Länder-St ädt ebauförderungsprogramm “Kleinere St ädt e und Gemeinden”

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort ................................................................................................. 1 Einleitung .............................................................................................. 3 1. Betrachtungsgebiet Leerstandsoffensive ................................................ 4
1.1 Lage ....................................................................................................... 4 1.2 Raumplanerische Einordnung .......................................................................... 6 1.2.1 Landesplanung .................................................................................. 6 1.2.2 Regionalplanung ................................................................................ 7

2.

Akteure und Beteiligungsprozess ......................................................... 8
2.1 Proj ekt st rukt ur .......................................................................................... 8 2.2 Eingebundene Akt eure ................................................................................. 9 2.3 Öffent lichkeit sarbeit ................................................................................. 10 2.4 Bürgerbet eiligung ..................................................................................... 15 2.4.1 Bürgerbüro .................................................................................... 15 2.4.2 Fachdiskussionen ............................................................................. 16 2.4.3 Ideenwerkst at t ............................................................................... 17 2.4.4 Proj ekt werkst at t ............................................................................. 18 2.5 Exkurs: Exkursionen ................................................................................... 19

3.

Bestandsanalyse der Gemeinden ......................................................... 21
3.1 Alt endorf ............................................................................................... 22 3.2 Eslarn .................................................................................................... 27 3.3 Gut eneck ............................................................................................... 32 3.4 Niedermurach .......................................................................................... 37 3.5 Schönsee ................................................................................................ 41 3.6 Schwarzach ............................................................................................. 46 3.7 St adlern ................................................................................................. 51 3.8 Teunz .................................................................................................... 55 3.9 Thanst ein ............................................................................................... 61 3.10 Weiding ................................................................................................. 65 3.11 Winklarn ................................................................................................ 68

3.12 Gemeindeübergreifende Bet racht ung von Chancen und Risiken .............................. 74

4. 5.

Zwischenfazit ................................................................................ 75 Konzepte ...................................................................................... 78
5.1 Obj ekt bezogene Konzept e ........................................................................... 79 Alt engerecht es Wohnen .............................................................................. 80 Zurück ins Dorf – Der neue Dorfladen .............................................................. 83 Auch das ist möglich – Jugend belebt Ort skern................................................... 86 Arbeit splat z mit Wohnangebot ...................................................................... 88 Pilgerherberge ......................................................................................... 90 Gemeinschaft sbauernhof ............................................................................. 94 Wanderkino............................................................................................. 96 Sanierung eines ort sprägenden Gebäudes als Gemeinschaft saufgabe ........................ 98 5.2 Werkzeuge ............................................................................................. 101 Verfügungsfond ....................................................................................... 102 Wohnqualit ät auf Grundst ücken ................................................................... 104 Kommunen werden vorübergehend Leerst andsbesit zer ........................................ 106 Service-Agent ur ....................................................................................... 107 5.3 St rat egien zur weit eren Bewusst seinsbildung ................................................... 110 Geschicht en über die Leere ........................................................................ 111 Kunst im Leerst and................................................................................... 113

6. 7.

Fazit .......................................................................................... 115 Ausblick ..................................................................................... 118

Quellenverzeichnis................................................................................ 123 Anhang............................................................................................... 127

Abkürzungsverzeichnis
CeBB i.d.Opf. LAG LK LSO Lt d. u.m.s. VG Cent rum Bavaria Bohemia in der Oberpfalz Leader-Akt ionsgruppe Landkreis Leerst andsOFFENSIVE Leit ender urban management syst ems GmbH Verwalt ungsgemeinschaft

Vorwort
Leerst and ist der Vorbot e des demografischen Wandels. Dieser ist unumkehrbar und er vollzieht sich mit zunehmender Geschwindigkeit . Demografie bet rifft alle Lebensbereiche, von der Abfallwirt schaft über die Nahversorgung bis zum Kindergart en. Die Bevölkerung und mit ihr die Einnahmen der Kommunen sinken, ihre Aufgaben aber wachsen. Die Zeit arbeit et gegen den „ ländlichen Raum“ . Wenn nicht heut e und j et zt ent schieden wird, sieht es in wenigen Jahren wahrlich düst er aus und der Zug ist endgült ig abgefahren. Auf Heilsbringer von außen wart en oder die unausweichlichen Veränderungen selbst offensiv und kreat iv angehen in dem Bewusst sein, dass man es selbst in der Hand hat , die Region zu st ärken? Wer j ammert und nicht s unt ernimmt , ist mit Sicherheit Verlierer des Wandels. St rat egien und Ideen sind gefragt , um das Ausblut en des ländlichen Raums zu bremsen und die Zeit bombe zu ent schärfen. Dafür gibt es leider keine Pat ent rezept e und wir dürfen auch nicht in polit ischen St rukt uren und im gewachsenen Erfahrungsschat z hängen bleiben. Man muss et was wagen, vielleicht auch ungewöhnliche Wege gehen. Genau das haben elf Gemeinden der Leader-Akt ionsgruppe Brückenland Bayern-Böhmen im Landkreis Schwandorf get an. „ Offensiv an die Problemat ik herangehen, nicht reagieren, sondern handeln“ , laut et die Devise. Es war sicherlich ein Experiment , wenn sich vier j unge Hochschulabsolvent en verschiedenst er St udienricht ungen in einem Leerst and einquart iert en, um zehn Monat e lang gemeinsam hier zu wohnen und im Verbund der bet eiligt en Gemeinden und des Proj ekt koordinierenden Büros u.m.s. St rat egien gegen den Leerst and zu ent wickeln. Dass die St aat sregierung und federführend das Referat St ädt ebauförderung bei der Regierung der Oberpfalz dieses Modellproj ekt mit der höchst möglichen finanziellen Förderung und auch durch außerordent liches persönliches Engagement unt erst üt zt hat , gibt uns die Gewissheit , dass der ländliche Raum nicht allein gelassen ist und die Zuversicht , dass wir in der Bewält igung dieser Herausforderungen auf opt imale Unt erst üt zung bauen können. Der Weg zur Lösung dieser wachsenden Problemat ik bedurft e anfangs einer ent sprechenden Bewusst seinsbildung, die mit t lerweile Frücht e t rägt . Zur St andort best immung war auch eine umfangreiche Dat enerhebung erforderlich. Das ist im Abschlussbericht ausführlich dokument iert . Ebenso, dass es uns gelungen ist , ein breit gefächert es Net zwerk lokaler Akt eure aufzubauen und konkret e Konzept e gegen den Leerst and bis zur Umset zungsreife zu ent wickeln. Uns ist aber auch deut lich geworden, dass damit nur ein bescheidener Anfang gemacht wurde, der noch vieler gemeinsamer Anst rengungen bedarf. Wir brauchen auch künft ig die Solidarit ät der Generat ionen, das Mit einander von Jung und Alt und ebenso auch finanzielle Unt erst üt zung. Es darf nicht auf das Geld ankommen, im Mit t elpunkt müssen die Menschen st ehen.

Georg Köppl 1. Bürgermeist er der federführenden Gemeinde Alt endorf

1

Einleitung
Der ländliche, vor allem periphere Raum wird immer st ärker geprägt durch leerst ehende und sich im Verfall befindende Gebäude, besonders in den Ort skernen. Der vorhandene Wohnraum innerort s ent spricht zudem nicht mehr dem akt uellen Wohn- und Lebensst il. Mit Neubauland in Ort srandlage versuchen Gemeinden diesem Problem ein Angebot ent gegenzuset zen, was j edoch das „ Ausblut en der Ort skerne“ zur Folge hat . Der Zusammenhang zwischen Innen- und Außenent wicklung wird in vielen Gemeinden deut lich. „ Schandflecke“ prägen inzwischen die Ort skerne, j ene Mit t elpunkt e die bisher sowohl in Dörfern als auch in Kleinst ädt en als Ident ifikat ionsräume für das ländliche Leben galt en. In der Region Oberpfalz st ellen sich elf Mit gliedsgemeinden der Leader-Akt ionsgruppe Brückenland Bayern-Böhmen (LAG) dieser Herausforderung mit dem int erkommunalen Kooperat ionsproj ekt „ Leerst andsOFFENSIVE“ (LSO). Durch ihre bisherige gemeinsame Tät igkeit in der LAG wurde deut lich, dass zusammen viel erreicht werden kann und dass für das Thema der Leerst andsproblemat ik gemeindeübergreifende Lösungen not wendig sind. Das Ent wickeln kommunal und regional beeinflussbarer Handlungsfelder und Konzept e während der Proj ekt laufzeit soll maßgeblich zur Leerst andsbewält igung, insbesondere der Ort skernbelebung, beit ragen. Die „ t hink t ank“ - Idee einer Denkfabrik, in der die Bet eiligt en Konzept e und St rat egien mit ent sprechender öffent licher Präsenz erarbeit en, dient als Grundlage für dieses experiment elle Proj ekt [vgl. LAG Brückenland Bayern-Böhmen]. Der Gewinn des Proj ekt s im Wet t bewerb „ Nachbarschaft en in kleinen St ädt en und Kreisen“ , ausgerufen durch die Schader St ift ung in Darmst adt , zeigt , dass Schrumpfungsprozesse gerade im ländlichen Raum ein wicht iges Thema sind und dass die gemeinde- und fachübergreifende Zusammenarbeit zur Problembewält igung und Lösungsfindung immer mehr an Bedeut ung gewinnt . Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über die Problemlagen der Region, die Proj ekt st rukt ur der LSO sowie die Ergebnisse des Proj ekt s.

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1. Betrachtungsgebiet Leerstandsoffensive
1.1 Lage
Das Proj ekt gebiet liegt im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz, und ist der Planungsregion Oberpfalz-Nord zugeordnet . Es erst reckt sich über eine Fläche von ca. 346 km² und reicht dabei vom Fluss Naab im West en bis zur deut sch-t schechischen Grenze im Ost en. Das bedeut et e bis zur polit ischen Wende in Ost europa in 1989 eine Randlage unmit t elbar am „ eisernen Vorhang“ . Heut e wird das Gebiet der Proj ekt gemeinden im Raumordnungsbericht des Bundes [vgl. BBR 2005, S. 19f.] der Kat egorie der Peripherräume mit sehr geringer Dicht e zugeordnet . Diese Regionen weisen eine besonders geringe Bevölkerungsdicht e (unt er 50 EW/ km² im Gegensat z zu 229 EW/ km² im Bundesdurchschnit t ) und eine im Vergleich besonders hohe Ent fernung zu den Zent ren auf. Zur weit eren Charakt erisierung der Lage werden im Folgenden die verkehrliche Erschließung, überregionale Anbindungen und der Nat urraum näher beschrieben.

Abb. 1:

Lage der Oberpfalz in Deut schland [eigene Darst ellung nach Regierung der Oberpfalz]

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Abb. 2:

Lage des Bet racht ungsgebiet es innerhalb der Oberpfalz (li.), Gemeinden der LSO (re.) [li.: eigene Darst ellung nach Regierung der Oberpfalz, re.: eigene Darst ellung]

Verkehrliche Erschließung und überregionale Anbindungen Mit den Aut obahnen A6 und A93 grenzen zwei wicht ige Verkehrsachsen an das Proj ekt gebiet . Über die A6 lassen sich west lich Nürnberg und öst lich Prag erreichen. Die A93 führt südlich nach Regensburg und München sowie nördlich nach Hof. Die von Würzburg nach Cham führende Bundesst raße 22 ist die einzige überregionale Verkehrsverbindung, die direkt durch Gemeindegebiet der LSO führt . Das Bet racht ungsgebiet liegt zwischen den drei europäischen Met ropolregionen München, Nürnberg und Prag, die j e nach Gemeinde innerhalb von 1¼ und 2,5 St unden mit dem PKW erreichbar sind. Der nächst gelegene Bahnhof mit Fernverkehrsanschluss befindet sich in der Kreisst adt Schwandorf, was für einzelne Proj ekt gemeinden eine Ent fernung von bis zu 60 km bedeut et . Angebot e des Schienennahverkehrs sind nicht vorhanden. Es verkehren einige Buslinien, die vor allem auf den Schülert ransport ausgericht et sind [vgl. u.a. Int erview Böhm, Int erview Neußinger]. Naturraum und Landschaft Die Region liegt in der Mit t elgebirgslandschaft Oberpfälzer Wald. Dieser biet et durch ein at t rakt ives Landschaft sbild t ourist isches Pot enzial insbesondere für Wanderer und Radt ourist en. Zur deut sch-t schechischen Grenze hin nehmen die Gebirgshöhen zu. Die höchst gelegene Gemeinde ist St adlern auf 708 m über NN. Die Flusst äler der durch das Gebiet führenden Flüsse Ascha, Murach und Schwarzach t ragen ebenfalls zur t ourist ischen Bedeut ung der Region bei. Darüber hinaus ist die Landschaft vor allem von Forst - und Landwirt schaft geprägt .

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1.2 Raumplanerische Einordnung
Die bayerische Landesplanung legt im Landesent wicklungsprogramm (LEP) die Ordnung und Ent wicklung der Teilgebiet e des Bundeslandes fest . Die daran anschließende Regionalplanung det ailliert die Ziele der Landesplanung und Raumordnung auf regionaler Ebene. Sie st ellt das Bindeglied zur kommunalen Ort splanung dar [vgl. Leser, S. 436 u. S. 692]. Nachfolgend sind auf das Bet racht ungsgebiet bezogene Ent wicklungs- und Sicherungsziele der übergeordnet en Landes- und Regionalplanung aufgeführt .

1.2.1 Landesplanung
Die elf Gemeinden der LSO werden gemäß Landesent wicklungsprogramm des Freist aat es Bayern von 2006 raumst rukt urell dem ländlichen Teilraum mit besonderem Ent wicklungsbedarf zugeordnet . Diese Raumkat egorie hat den allgemeinen Ent wicklungsfort schrit t im Bereich der Ausst at t ung mit Arbeit splät zen und der Höhe des Einkommens nicht erreicht . Im Zent ralört lichen Syst em des LEP nehmen die Gemeinden daher auch keine besondere St ellung ein. Sie liegen im Einzugsbereich der „ Möglichen Mit t elzent ren“ Nabburg, Neunburg vorm Wald, Oberviecht ach und Vohenst rauß, wodurch die Grundversorgung mit Bildung, Einzelhandel und medizinischen Einricht ungen sowie das Angebot an Arbeit splät zen gesichert sind.

Abb. 3:

Zent rale Ort e [LEP Bayern 2006, St rukt urkart e, Ausschnit t ]

Der Oberpfälzer Wald ist in der Definit ion des LEP ein Gebiet mit erheblichem Urlaubst ourismus. Gesichert und verbessert werden soll der Tourismus durch nachfragegerecht e Anpassungen der gewerblichen und kommunalen Einricht ungen [vgl. LEP Bayern 2006, S. 35]. Über allem sollen aus der Ost erweit erung der EU Ent wicklungschancen zur grenznahen Kooperat ion genut zt werden. Vor allem bei raumbedeut enden Maßnahmen gilt es gemeinsame Lösungen insbesondere in der Regionalplanung zu finden [vgl. ebenda, S. 57].

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1.2.2 Regionalplanung
Die Regionalplanung best eht in der akt uellen Fort schreibung des seit 1989 gült igen Regionalplans Oberpfalz-Nord (REP Oberpfalz-Nord 1989) und benennt konkret e Ziele für die perspekt ivische Ent wicklung der Region. Innerhalb des zent ralört lichen Syst ems nehmen der Markt Eslarn und die St adt Schönsee die St ellung eines Kleinzent rums ein. Im REP ist fest gelegt , dass Kleinzent ren ihre Nahbereiche mit Güt ern des t äglichen Bedarfs und sozialen, kult urellen und wirt schaft lichen Einricht ungen versorgen. Im Zusammenhang mit der Dorferneuerung sollen die Gemeinden des Oberpfälzer Waldes ent wickelt werden. Der REP fordert , der Abwanderung in den öst lichen Gemeinden der Landkreise Schwandorf und Neust adt a. d. Waldnaab ent gegen zu wirken, sodass die Auslast ung der Infrast rukt ur gewährleist et ist [vgl. REP Oberpfalz-Nord 1989, B II]. Technische Infrastruktur Die Regionalplanung st rebt eine bessere Verbindung von Schönsee über Oberviecht ach nach Schwandorf an [vgl. REP Oberpfalz-Nord 1989, B IV]. Insbesondere für den öst lichen Bereich des Landkreises Schwandorf soll ein Ausbau des öffent lichen Nahverkehrs st at t finden. Zusät zlich soll auch die grenzüberschreit ende Ent wicklung unt erst üt zt werden, indem bisher unt erbrochene Verbindungen in die Tschechische Republik wieder erricht et werden [vgl. ebenda, B IX]. In allen Teilräumen der Region sind flächendeckend leist ungsfähige Informat ions- und Kommunikat ionssyst eme auszubauen [vgl. ebenda]. Wirtschaftsstruktur und Tourismus Eine Verbesserung und Weit erent wicklung der regionalen Wirt schaft ist im REP ebenso vorgesehen wie eine Schwerpunkt set zung auf vielseit ige Erholungseinricht ungen für Wochenendund Urlaubst ourist en im Oberpfälzer Wald. Let zt eres soll besonders in Eslarn und Schönsee gesichert sowie in den Gemeinden Niedermurach, St adlern, Teunz und Thanst ein weit erent wickelt werden [vgl. REP Oberpfalz-Nord, B IV und B VII]. Die Weit erführung grenzüberschreit ender Wander- und Radwege in der Region Eslarn und Schönsee/ St adlern soll angest rebt werden. In grenzüberschreit ender Abst immung sollen auch die Wint ersport gebiet e in Schönsee und in den Landkreisen Schwandorf und Neust adt a. d. Waldnaab ent wickelt werden [ebenda, B VII]. Soziale Infrastruktur Die Regionalplanung unt erst üt zt die Einricht ung von Kindergärt en im Landkreis Schwandorf [REP Oberpfalz-Nord 1989, B VI 1]. Wenn möglich, sollen alle schulischen Einricht ungen in den Proj ekt gemeinden erhalt en werden. Für Schönsee ist eine Verbesserung des Mit t elschulangebot es vorgesehen [ebenda, B VI 2]. Außerdem soll eine gleichmäßig gut e Versorgung an medizinischen Einricht ungen in allen Teilräumen gewährleist et sein [ebenda, B VIII].

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2. Akteure und Beteiligungsprozess
2.1 Projektstruktur
Die Diskussion zur Zusammenarbeit der Gemeinden in der Leerst andst hemat ik st art et e 2009. Sowohl Vorbereit ung als auch Durchführung des Proj ekt s können rückblickend als schnell und zielst rebig beschrieben werden.

Vorbereitung
Im November 2009 st art et en alle zwölf LAG-Gemeinden mit der 1. Regionalkonferenz mit dem Tit el „ Revit alisierung von Innerort sbereichen und Nut zung leerst ehender Gebäude - Lösungsansät ze durch int erkommunale Zusammenarbeit “ . Dort wurde das Thema erst malig gemeindeübergreif end diskut iert . Im Mai 2010 fand dann die 2. Regionalkonferenz zur Verst ändigung auf das konkret e Proj ekt „ Leerst andsOFFENSIVE“ st at t . Die St adt Oberviecht ach hat an den erst en beiden Regionalkonferenzen t eilgenommen, eine Teilnahme am Proj ekt dann nicht weit erverfolgt . In bereit s init iiert en Schrit t en zu einem St adt ent wicklungskonzept wurde die Leerst andssit uat ion für Oberviecht ach, die in weit ere Planungen mit int egriert werden soll, bereit s erhoben. Die Proj ekt st rukt ur baut auf einer Idee der damaligen LAG-Geschäft sführerin auf: zehn Monat e Arbeit en und Wohnen vor Ort war der Grundgedanke. So sollt e ein int ensiver Einst ieg in das Thema geleist et werden, durch den das Bewusst sein für die Leerst andsproblemat ik geschaffen und Veränderungen über den Proj ekt zeit raum hinaus angest oßen werden können. Daraus hat sich der innovat ive Ansat z eines t hink t ank mit fünf Absolvent innen und Absolvent en relevant er St udiengänge ent wickelt . Das Team sollt e unt erst üt zt durch ein ext ernes Coaching-Büro mit Praxiserfahrung, in einem Leerst and arbeit en und wohnen. Idealerweise sollt en diese Teammit glieder auch aus verschiedenen Regionen st ammen, um die fachliche Vielfalt durch eine Fülle an persönlichen Erfahrungen zu ergänzen. Nach einer Ausschreibung st art et e das Büro urban management syst ems GmbH aus Leipzig im Okt ober 2010 in das Proj ekt . Das Team des Coaching-Büros ist durch die Fachbereiche Archit ekt ur, St adt planung, Immobilienwirt schaft und Geografie ähnlich int erdisziplinär aufgest ellt , wie es auch für das Team vor Ort vorgesehen war. Zudem best anden in dem Büro Erfahrungen aus der Arbeit mit anderen st rukt urschwächeren Kommunen und Regionen, die für das Proj ekt in der Oberpfalz von Vort eil waren. Die Aufgaben des Büros lagen in der Beset zung des Teams, dessen Anleit ung und Berat ung, der Vernet zung mit LAG und Land, der Moderat ion und Prozessdokument at ion. Nach der Bewerbungsphase im Dezember 2010 ent st and ein Team, das während seiner Arbeit vor Ort als Expert ent eam bet it elt wurde, weil durch sie Fachwissen mit regional spezifischer Erfahrung in der Proj ekt region verbunden wurde - ein Vorgehen, wie es im Planungsallt ag selt en der Fall ist . Bet racht ungsgebiet der LSO sind die Gemeinden Alt endorf, Gut eneck, Niedermurach, Schwarzach bei Nabburg, St adlern, Teunz, Thanst ein, Weiding, die Märkt e Winklarn und Eslarn sowie die St adt Schönsee.

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Durchführung
Die Gemeinde Alt endorf hat die Aufgabe der Federführung übernommen. Zu den Aufgaben des Bürgermeist ers zählt e die Verwalt ung der (Förder-)Gelder, die organisat orische Unt erst üt zung des Teams vor Ort sowie die Vorbereit ung der Regionalkonferenzen. Die Rahmenbedingungen in der Gemeinde Alt endorf waren für die Arbeit des Teams sehr gut . Die Gemeinde ist im Besit z eines leerst ehenden Mehrfamilienhauses, das mit vert ret barem Aufwand für die zehn Monat e zum Arbeit en und Wohnen hergericht et werden konnt e und den not wendigen Plat z für vier Personen und eine Büroet age bot . Der Bürgermeist er der Gemeinde ist als Journalist bei der regionalen Tageszeit ung „ Der Neue Tag“ t ät ig. Dies war für das Team die best mögliche Unt erst üt zung bei der Öffent lichkeit sarbeit . Ein Absolvent der Immobilienwirt schaft ließ sich nicht für das Proj ekt gewinnen. Aus dieser Fachdisziplin wurden, auch nach mehrmaliger Ausschreibung, keine Bewerbungen eingereicht . Somit blieb es bei einem Team aus vier Absolvent en, wobei die fehlende Fachkompet enz durch das Coaching-Büro abgedeckt werden konnt e. Innerhalb des ganzen Proj ekt s fanden monat lich Regionalkonferenzen im Wechsel in den Gemeinden st at t . Diese hat t en den Zweck über Proj ekt fort schrit t e zu informieren, anst ehende Aufgaben zu koordinieren und Umset zungverant wort ungen abzust immen. Dadurch war ein regelmäßiger, direkt er Aust ausch zwischen den Akt euren des Proj ekt s gewährleist et , der immer wieder Diskussionen zu akt uellen sowie vergangenen Ent wicklungen zuließ.

2.2 Eingebundene Akteure
Neben den akt iven Akt euren des Proj ekt s waren weit ere Akt eure eingebunden. Drei wesent liche sind die LAG Brückenland Bayern-Böhmen als Ideengeber und -begleit er, die Baudirekt ion Oberpfalz als Förderer, sowie das Amt für Ländliche Ent wicklung Oberpfalz. Ent scheidende Vorausset zung für das Proj ekt war die best ehende Leader -Akt ionsgruppe Brückenland Bayern-Böhmen. Aus dieser erfolgreichen int erkommunalen Zusammenarbeit heraus wurde die Idee eines gezielt en Proj ekt s zum Umgang mit der Leerst andsproblemat ik geboren. Auch die Erfahrung der Gemeinden, St ädt e und Märkt e aus der bisherigen Zusammenarbeit war wesent lich um das Proj ekt in der Kürze der Zeit vorzubereit en und durchzuführen. Die Förderung erfolgt durch die Baudirekt ion Oberpf alz mit Mit t eln des St ädt ebauförderungsprogramms „ Kleinere St ädt e und Gemeinden“ . Das seit 2010 exist ent e Programm verfolgt den Ansat z, die ört liche Bevölkerung st ark in die Prozesse mit einzubeziehen. „ Vorbereit ung und Durchführung von Invest it ionen zur Erhalt ung und Ent wicklung der kommunalen Infrast rukt ur der Daseinsvorsorge in vorrangig überört lich zusammenarbeit enden oder ein Net zwerk bildenden St ädt en oder Gemeinden in funkt ional verbundenen Gebiet en bzw. kleineren St ädt en in Abst immung mit ihrem Umland“ ist das Ziel des auf den ländlichen und peripheren Raum zugeschnit t enen Programms und verdeut licht die Wicht igkeit des int erkommunalen Handelns [Oberst e Baubehörde Bayern].

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Der Förderant eil für das Proj ekt lag bei 80% Die übrigen 20%der veranschlagt en Gesamt not en . von 166.100€ wurden durch die Gemeinden get ragen. Das bedeut et e j e Gemeinde einen Kost enaufwand von et wa 2,20€ j e Einwohner. Das Amt für Ländliche Ent wicklung war ebenfalls st et iger Kont akt und bei den Regionalkonferenzen anwesend. Bereit s seit über 30 Jahren begleit en die Ämt er für Ländliche Ent wicklung die bayerischen Gemeinden im Rahmen von Dorferneuerungsverfahren und unt erst üt zen sie bei den sich st ändig wandelnden Herausforderungen wie dem demographischen Wandel. Die direkt e Abst immung mit beiden Förderinst anzen sowie der Erfahrungsaust ausch mit diesen haben die Gemeinden wesent lich in ihren Vorhaben unt erst üt zt .

2.3 Öffentlichkeitsarbeit
„ Zeit bombe rückt ins Bewusst sein“ [Der Neue Tag 29.01.2011] - Mit dieser Schlagzeile bericht et e die Regionale Tageszeit ung „ Der Neue Tag“ am 29. Januar 2011 von der gut besucht en Auft akt veranst alt ung der LSO in Schönsee. Bis diese öffent liche Wahrnehmung des Problems Leerst and j edoch in der Mehrzahl der Bevölkerung ankam, war es ein weit er Weg. Mit welchen Mit t eln das Expert ent eam versucht hat , die Bewusst seinsbildung für die Leerst andsproblemat ik offensiv zu st ärken, wird im Folgenden anschaulich dargest ellt . Corporate Design Zu Beginn des St ädt ebauförderungsproj ekt es wurde eine Gest alt ungsgrundlage ent wickelt , mit der die LSO mit ihren erarbeit et en Inhalt en und Veranst alt ungshinweisen an die Öffent lichkeit t ret en kann (vgl. Abb. 4). Diese einheit liche Gest alt ung hat geholfen, die LSO in der Region fest zu et ablieren und ein Zusammengehörigkeit sgefühl des int erkommunalen St ädt ebauförderungsproj ekt es zu vermit t eln.

Abb. 4:

Visit enkart e LSO (li.), Logo LSO (re.) [Eigene Darst ellungen]

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Presse Um weit e Teile der Bevölkerung zu erreichen, wurden regelmäßig Pressemit t eilungen von der LSO herausgegeben. Insgesamt sind auf diese Weise über 30 Art ikel über die LSO während des Proj ekt zeit raums Januar bis Dezember 2011 veröffent licht worden (vgl. Abb. 5). Die überdurchschnit t liche Bericht erst at t ung der Zeit ungen hat die LSO zweifellos bereichert , weil die Art ikel t ransparent über die Ergebnisse und die Arbeit des Expert ent eams bericht et en. Die Kommunikat ion nach außen hat besonders in der Anfangsphase zu einem Großt eil durch die Tageszeit ungen st at t gefunden, womit für das innovat ive St ädt ebauförderungsproj ekt geworben werden konnt e.

Abb. 5:

Pressespiegel über die LSO [Eigene Darst ellung nach Der Neue Tag, Mit t elbayerische Zeit ung 2011]

Radio und TV Zu Beginn und am Ende des Proj ekt s bericht et e eine Redakt eurin vom Bayerischen Rundfunk über die LSO. Durch die Veröffent lichung dieser Kurzbeit räge im Radiosender Bayern 1 konnt e ein überregionales Publikum in Bayern erreicht werden. Darüber hinaus fanden zwei Kurzint erviews mit einem Privat sender der Region st at t , die auf die LSO aufmerksam macht en (vgl. Abb. 6). Außer den Print medien und dem Radio konnt e die LSO auch mit Live-Bildern per Fernsehen die Aufmerksamkeit gleich zu Beginn der Arbeit auf sich lenken und die Bevölkerung in Hinblick auf die wachsende Leerst andsproblemat ik sensibilisieren. Die Ausst rahlung erfolgt e im Bayerischen Fernsehen bundesweit . Mit dieser Form der Öffent lichkeit sarbeit konnt e zweifellos die bis dahin weit est e Außenwirkung des int erkommunalen St ädt ebauförderungsproj ekt s erreicht werden.

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Abb. 6: Radio und TV-Sender als Werbung für die LSO

Tag der offenen Tür Die öffent liche Veranst alt ung, die vorwiegend der Vorst ellung des Expert ent eams und seiner Arbeit dienen sollt e, konnt e bei gut em Wet t er eine beacht liche Besucheranzahl von et wa 80 Personen verzeichnen.    Begehbares Arbeit s- und Wohnhaus in der Trägergemeinde Alt endorf Öffent liche Veranst alt ung für alle Bürgerinnen und Bürger Aufbau von St at ionen zum Thema Leerst and (u.a. Leerst ands-Lounge, Kindermalwet t bewerb)

Abb. 7:

Eröffnung „ Tag der offenen Tür“ (li.), Leerst ands-Quiz im Bürgerbüro (re.) [Eigene Fot os]

Vorstellung der Leerstandsoffensive in den elf Gemeinden Aufgrund der Sit uat ion, dass das Proj ekt gebiet sehr weit läufig ist und große Teile der Bevölkerung Senioren und Jugendliche mit geringerer Mobilit ät darst ellen, wollt e sich das Expert ent eam direkt vor Ort in den elf Gemeinden vorst ellen. Ziel war es, einen großen Kreis der Bevölkerung zu erreichen.   Vorst ellung erst er Analyseergebnisse und der Dramat ik der Leerst andsent wicklung Beant wort ung von Fragen aus der Bevölkerung

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Je nach Bet roffenheit der Gemeinde mit der Leerst andsproblemat ik fiel die Besucheranzahl sehr unt erschiedlich aus. Insgesamt konnt e sich die LSO damit aber in den Gemeinden gut verankern und Dist anz zur Bevölkerung abbauen.

Abb. 8:

Vorst ellung des Expert ent eams in der Gemeinde Alt endorf [Eigene Fot os]

Homepage leerstandsoffensive.eu + Facebook Nach fünf Monat en konnt e endlich im Juni die offizielle Homepage der LSO eingeweiht werden. Damit konnt e sich das St ädt ebauförderungsproj ekt einem noch größeren und j üngeren Personenkreis öffnen:   t ransparent e und akt uelle Informat ionen über Leerst and in den elf Gemeinden Einladung zu öffent lichen Veranst alt ungen Leerst andsbörse – Vermit t lung von leerst ehenden Immobilien Privat e Bauherren und Unt ernehmer als „ Test imonials“

Mit der Erst ellung eines Profils in dem sozialen Net zwerk „ Facebook“ im Int ernet wollt e das Team der LSO noch mehr j üngere Menschen ansprechen.

Abb. 9:

Homepagest rukt ur und –design (li.), facebook-Profil (re.)

über 520 Freunde bei Facebook zum Ende der LSO

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schnelle Veröffent lichung von akt uellen Informat ionen ausführliche Fot o-Alben von der LSO

Banner + Aufkleber + „L auf Tournee“ durch die elf Gemeinden Die LSO wollt e auch direkt in den elf Gemeinden präsent sein und hat daher noch folgende zusät zliche Öffent lichkeit smaßnahmen durchgeführt :   Befest igung von 20 Banner in zehn der elf Gemeinden (vgl. Abb. 10) Vert eilung von Aufkleber für Eigent ümer zur Leerst andsmarkierung Wander-L mit Plakat über LSO 1x durch alle elf Gemeinden

Abb. 10: Banner am Ort seingang Winklarn (li.), Aufkleber als Markierung für Leerst and (Mit t e), „ L“ auf Tournee in St adlern (re.) [Eigene Fot os]

Abschlusspräsentation In der let zt en Phase des St ädt ebauförderungsproj ekt es hat t e die LSO über Radio, Zeit ungen und Int ernet alle Bürgerinnen und Bürger, Unt ernehmerinnen und Unt ernehmer, Akt eure der Region, Polit iker und Int eressiert e zu einer Abschlussveranst alt ung geladen. Alle elf Bürgermeist er nahmen daran t eil und bekundet en somit ihr großes Int eresse an dem Erfolg des zehnmonat igen Proj ekt s. Mit dem ehemaligen Schlossbauernhof der Gemeinde Alt falt er (vgl. Abb. 11) konnt e ein hist orisches Gebäude, das zu einem Kult ur- und Veranst alt ungszent rum in der Ort smit t e hergericht et werden soll, als adäquat er Veranst alt ungsort mit Symbolcharakt er für die Behebung von Leerst änden gefunden werden.    Begrüßung durch Bürgermeist er Georg Köppl, Lt d. Baudirekt or Rudolf Fröschl und LSO Rückblick auf zehn Monat e Proj ekt arbeit Vorst ellung der fünf fort geschrit t enst en Konzept e Ausst ellung im Viehst adel über LSO + Umnut zung Schlossbauernhof

Über 130 Gäst e konnt en bei dieser Veranst alt ung gezählt werden, die mit einer Feuert anzShow nach Ende der Präsent at ion und der Begleit ung durch die Blaskapelle „ Auerbacht al“ auch einen fest lichen Rahmen bot .

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Abb. 11: Schlossbauernhof in Alt falt er (o. li.), Ausst ellung über Ergebnisse und Proj ekt (o. re.), Coaching-Büro u.m.s. beim Ausblick (u. li.) Feuert anz-Show als Ausklang (u. re.) [Eigene Fot os]

2.4 Bürgerbeteiligung
Ein großer Fokus dieses int erkommunalen St ädt ebauförderungsproj ekt es lag auf der Bet eiligung der Bevölkerung der elf Gemeinden. Es sollt e ein Bewusst sein für die wachsende Leerst andst hemat ik in der Region Brückenland Bayern-Böhmen geschaffen werden. Darüber hinaus sollt en Eigent ümer von Immobilien zum Handeln mot iviert werden, um die Problemat ik der leerst ehenden Gebäude flächendeckend anzugehen. Die Bürger waren somit ein wicht iger Adressat der Proj ekt arbeit der LSO, da ohne ihre Bet eiligung Konzept e gegen Leerst ände umgeset zt , aber nicht angenommen werden würden. Von Anfang an war daher erklärt es Ziel des Expert ent eams, die Bürgerinnen und Bürger, aber auch wicht ige Akt eure der Region mit ihrem Vor-Ort - und Fach-Wissen an der inhalt lichen Arbeit der LSO zu bet eiligen. Dafür wurden st ändige und t emporäre Maßnahmen eingeset zt , die die elf Monat e der Proj ekt zeit fort laufend begleit et haben. Mit welchen Formen und in welchem Umfang die Bürgerbet eiligung vom Expert ent eam akt iv gest alt et wurde, wird im Folgenden erläut ert .

2.4.1 Bürgerbüro
Zu Beginn des St ädt ebauförderungsproj ekt es wurde im Arbeit s- und Wohnhaus der LSO in Alt endorf ein Bürgerbüro eingericht et . Die barrierefreie Erreichbarkeit und regelmäßige Öf fnungszeit en für verschiedene Bevölkerungsgruppen sollt en für die int ensive Nut zung dieser Einricht ung sorgen.

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  

Schaut afeln mit Informat ionen über LSO regelmäßige Öffnungszeit en: Di: 16:00 – 18:00 Uhr, Do: 10:00 – 12:00 Uhr, 1. So/ Monat : 11:00 – 12:00 Uhr Berat ungsgespräche für Eigent ümer und Int eressent en von leerst ehenden Gebäuden Bekannt machung durch Presse, Int ernet , Veranst alt ungen und A-St änder vor dem Haus

Die persönlichen und oft vert raulichen Gespräche mit den Bürgern waren für die Erarbeit ung der Konzept e sehr wert voll, da dadurch der Vor-Ort -Bezug und die individuellen Bedürfnisse in den Gemeinden aus Nut zerseit e in den Vordergrund rückt en (vgl. Abb. 12). Allerdings wurden die Termine meist ens vorher mit den Expert en t elefonisch vereinbart , nur selt en fand j emand spont an den Weg ins Bürgerbüro. Besonders in den Anfangsmonat en wurde diese Einricht ung zurückhalt end genut zt . Mit zunehmender Präsenz des Expert ent eams in den elf Gemeinden kamen mehr Personen in die Sprech-st unden. Für die weit ergehende Nut zung ist zu überlegen, inwieweit das Bürgerbüro mit regelmäßigen Veranst alt ungen für verschiedene Zielgruppen ergänzt und somit mehr bekannt gemacht wird.

Abb. 12: Expert ent eam informiert im Bürgerbüro (li.), Bürgerbüro im Haus der LSO (re.) [Eigene Fot os]

2.4.2 Fachdiskussionen
Für die Bewert ung der Analyse der elf Gemeinden aus Nut zersicht wurden verschiedene Zielgruppen in nach Alt endorf eingeladen. Das Expert ent eam bereit et e dafür die herausgearbeit et en St ärken und Schwächen für die einzelnen Handlungsfelder (Bevölkerungsent wicklung, Siedlungsst rukt ur, Wirt schaft sst rukt ur, Soziale Infrast rukt ur, Technische Infrast rukt ur, Leerst andsst rukt ur) auf.     vier Fachdiskussionen j e mit Jugendlichen, Senioren, Landfrauen und Gewerbet reibenden Vorst ellung der Ergebnisse der Analyse durch LSO mit selbst ent wickelt en Pikt ogrammen Bewert ung der Auswirkungen durch Teilnehmer aus Nut zersicht Ent wicklung von möglichen Maßnahmen durch Diskussionst eilnehmer Bewert ung der Ideen mit Klebepunkt en: Vot um für die wicht igst en Handlungserfordernisse

16

Welche Ideen pro Zielgruppe am meist en bewert et wurden, wird im Folgenden kurz dargest ellt . Senioren   Bet reut es Wohnen in einem großen Leerst and Behindert engerecht e Planung von Neubaut en Ausweisung von Gewerbe- und nicht nur Wohn gebiet en St ärkung der Nachbarschaft shilfe

 

Jugendliche  Bessere Förderung der Jugend durch die Gemeinde Part ybus Ausbau der St raßen (insbesondere nach Tschechien)

Landfrauen   Eingesessenes Gewerbe und Handwerk weit erführen Dienst leist ungen für Senioren et ablieren Int ernet ausbau Tant e-Emma-Laden Sensibilisierung für das Vorhandene Publikat ion von gelungenen Sanierungsproj ekt en

  

Gewerbetreibende     Angebot e aus der Region für die Region Bürgerbüro für Unt erst üt zung, Proj ekt vermit t lung (Jobs/ Ausbildung) Tourismus als Pot enzial erweit ern „ Wir“ -Gefühl st ärken Int ernet / St raßen ausbauen Ursachen von Leerst änden erforschen

Abb. 13: Diskussionsrunden mit Senioren (oben), mit Jugendlichen (2.v. oben), mit Landfrauen (2.v. unt en), mit Gewerbet reibenden (unt en) [Eigene Fot os]

2.4.3 Ideenwerkstatt
Für die Phase zwischen Analyse und Konzept ent wicklung wurde eine 1. Leerst andswerkst at t einberufen, um gemeinsam mit der Bevölkerung und regionalen Akt euren erst e Ideen für die Akt ivierung bzw. Umnut zung von leerst ehenden Gebäuden zu sammeln. Mit der ehemaligen Brauerei Thammer in Winklarn konnt e eine besonders wert volle Immobilie im Ort skern für diese öffent liche Veranst alt ung gewonnen werden.

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Mit zwei Presseart ikeln wurden Bevölkerung und regionale Akt eure eingeladen, um akt iv an der Leerst andsbehebung t eilzunehmen. Von der Gemeinde wurde für diesen Tag der Markt plat z für den Verkehr gesperrt . Hier fand bei st rahlendem Sonnenschein am Freit ag Nachmit t ag die Eröffnung durch Bürgermeist er, Coaching-Büro und Expert ent eam st at t . Ca. 100 Teilnehmer konnt en gezählt werden.   Vorst ellung der Analyse mit Leerst andszahlen durch die Bürgermeist er Präsent at ion der Ideen aus den Fachdiskussionen durch LSO Ent wicklung von weit erführenden Ideen zur Leerst andsbehebung (siehe unt en) Fazit des Lt d. Baudirekt ors Rudolf Fröschl zur Veranst alt ung: Ort skerne sind zu erhalt en Einweihung der Homepage durch die elf Bürgermeist er und den Lt d. Baudirekt or

Abb. 14: Eröffnung Ideenwerkst at t (li.), Arbeit sgruppen zur Ideenfindung (re.) [Eigene Fot os]

Erste entwickelte Konzeptideen (Auszug):   Konferenzsaal für größere Firmen Erlebnisgast ronomie / Gemeinschaft sküche Brauereimuseum / Zoigl-Brauerei mit Biergart en Außenst elle Universit ät / Bildungszent rum Mehrgenerat ionenhaus Seniorenbauernhof + Wohneinheit en Gesundheit szent rum mit Café Familienwohnhof für 3-4 Familien Dorf-/ Freiluft kino Kunst hof mit Werkst ät t en und Übernacht ungsmöglichkeit en Kult urwerkst at t für Glasmalerei Exist enzgründerhaus uvm.

2.4.4 Projektwerkstatt
Im zweit en Teil des St ädt ebauförderungsproj ekt es, als schon erst e Grobkonzept e ent wickelt worden waren, fand eine 2. Leerst andswerkst at t in einem leerst ehenden Wohnhaus im Zent -

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rum von Schönsee st at t . Hierbei war das Ziel, in Arbeit sgruppen die einzelnen Grobkonzept e mit verschiedenen Bürgern und Fachleut en zu vert iefen und somit auf die Vor-Ort -Bedürfnisse abzugleichen. Auch hier war j eder herzlich eingeladen, sich akt iv durch seine Mit wirkung an der Behebung von Leerst änden zu bet eiligen. Über Int ernet , Zeit ungen und persönliche Einladungen wurde auf diese let zt e große öffent liche Veranst alt ung vor der Abschlusspräsent at ion aufmerksam gemacht .   Vorst ellung der Grobkonzept e durch LSO Anpassung der Grobkonzept e aus Nut zersicht in Arbeit sgruppen Öffent liche Präsent at ion der Konzept ergebnisse auf der Kirchst raße

Abb. 15: Vert iefung der Konzept e in Arbeit sgruppen (li.), Öffent liche Präsent at ion der Ergebnisse (re.) [Eigene Fot os]

Die folgenden Konzepte wurden in den Arbeitsgruppen weiterentwickelt    Wohnqualit ät auf Grundst ücken im Ort skern Geschicht en über die Leere / Wanderkino – Kult ur kommt zu dir Kunst im/ am Leerst and Kompet enzzent rum Bauen und Wohnen / Arbeit splat z und Alt bau Alt engerecht es Wohnen und Chance für j unge Familien Auch das ist möglich – Jugend belebt Ort skern Zurück ins Dorf – Der Neue Dorfladen

2.5 Exkurs: Exkursionen
Für die Gemeinden der LSO endet der Horizont nicht an den Proj ekt grenzen. Um aus anderen Beispielen im Umgang mit der vorliegenden Problemat ik zu lernen wurden zwei Exkursionen durchgeführt : eine zweit ät ige des Expert ent eams gemeinsam mit den Gemeindevorst änden und der LAG sowie eine eint ägige nur vom Proj ekt t eam. Neben der Informat ion wurde auch die Möglichkeit des direkt en Aust auschs mit Vorst änden und Proj ekt umset zern anderer Gemeinden in Deut schland genut zt .

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Abb. 16: Exkursion Oberfranken (li.), Exkursion Leipzig (Mit t e u. re.) [Eigene Fot os]

Die erst e Exkursion führt e nach Hessen und Oberfranken. Die hessische Gemeinde Daut phet al unt erst üt zt die privat e Reakt ivierung von leerst ehenden Gebäuden mit kommunalen Finanzmit t eln [Daut phet al]. Die Int erkommunale Allianz Oberes Wernt al ist ein Zusammenschluss aus zehn Gemeinden. Unt er dem Prinzip „ Doppelt e Innenent wicklung“ fokussieren diese Gemeinden eine maßvolle und qualifiziert e Bau- und Freiraument wicklung im Best and. Dies soll durch Wieder- und Neunut zung von Pot enzialen sowie die Schaffung und Verbesserung von Freiräumen erzielt werden [Int erkommunale Allianz Oberes Wernt al]. Weit ere Exkursionsziele befanden sich in der St adt Leipzig. Das Ziel der Selbst nut zer ist die Verringerung der Abwanderung ins Umland durch die Schaffung von Wohneigent um in zent raler Lage. Dabei werden durch Berat ung, Gruppenmoderat ion, Market ing und Net zwerkbildung Baugruppen gebildet , die gemeinsam kaufen und sanieren bzw. bauen möcht en. Unt erst üt zt werden diese Baugruppen in der Findungs- und Anfangsphase [Selbst nut zer]. Die zweit e Init iat ive hat die Zwischennut zung leerst ehender Gebäude zum Ziel. Dort werden Gest at t ungsvert äge zwischen Hauseigent ümern und möglichen Nut zern geschlossen, durch die der Eigent ümer die Bet riebskost en einspart , indem er dem Nut zer das Gebäude oder Teile davon überlässt [Haushalt en e.V.]. Auch wenn nicht alle Ansät ze auf die periphere Region der Oberpfalz übert ragbar sind, konnt en durch beide Exkursionen neue Inspirat ionen für das Vorgehen im Proj ekt gesammelt werden.

20

3. Bestandsanalyse der Gemeinden
In der folgenden Analyse der elf Gemeinden wurden verschiedene Quellen verwendet . Zur besseren Verst ändlichkeit werden diese zunächst näher differenziert . Im Fließt ext ent fallen die Quellenangaben. Alle Dat en zur Demographie, zur Wirt schaft sst rukt ur und zur Bet t enauslast ung in Übernacht ungsbet rieben st ammen vom Bayerischen Landesamt für St at ist ik oder sind darauf beruhende eigene Berechnungen, soweit nicht anders angegeben. Diese Angaben beziehen sich grundsät zlich auf die Gesamt gemeinde, da auf Ort st eilebene keine Dat en erhoben werden. Die Auslast ung der Bet t en bezieht sich auf Übernacht ungsbet riebe mit neun oder mehr Bet t en, da erst ab dieser Bet riebsgröße Zahlen vorliegen. Dat en zur Anzahl von Gast ronomie- und Übernacht ungsbet rieben, zu Art und Umfang des Einzelhandels, der medizinischen Versorgung, der sozialen Infrast rukt ur und qualit at ive Angaben zur Int ernet versorgung wurden, soweit nicht anders vermerkt , den Int erviews mit den Bürgermeist ern ent nommen. Ergänzend wurden Informat ionen von den Verwalt ungsgemeinschaft en eingeholt . Auch diese Dat en beziehen sich in der Regel auf die gesamt e Gemeinde, weit ere Ausdifferenzierungen sind ent sprechend gekennzeichnet . Ent fernungen zwischen Ort en oder zu Aut obahnen und Bundesst raßen sowie Fahrt zeit en wurden mit hilfe des Int ernet dienst es Google Maps ermit t elt . Dabei beziehen sich die Minut enangaben auf Fahrt en mit dem PKW. Alle Dat en und kart ographischen Darst ellungen zur Leerst andsst rukt ur und zu Baulandreserven beruhen auf der im Rahmen der Leerst andsoffensive erhobenen Leerst andsdat enbank. Dabei wurde das gesamt e Gemeindegebiet bet racht et . Auf Ort st eile bezogene Angaben sind als solche erkennbar. Die Leerst andsquot en beziehen sich auf den Bereich der Wohngebäude. Dies ist darin begründet , dass nur für die Wohngebäude die absolut e Zahl aller Gebäude ermit t elt werden konnt e. Die bet racht et en Dörfer lassen von der Siedlungsgest alt her meist deut liche überprägt e Ort sformen erkennen. Typisch sind vor allem flächenhaft e Haufendörfer und eher linienhaft e Reihendörfer. Meist t ret en sie j edoch als Mischform auf. Häufig liegt ein Krist allisat ionspunkt der Siedlung, z.B. eine Kirche, vor. Nach dem zweit en Welt krieg orient iert en sich die Siedlungen zunehmend linienhaft an St raßen. In der sog. SWOT-Analyse werden die zent ralen St ärken und Schwächen j e Proj ekt gemeinde zusammengefasst und im Anschluss Chancen und Risiken übergeordnet bet racht et . SWOT ist ein englisches Akronym, und st eht für St rengt hs (St ärken), Weaknesses (Schwächen), Opport unit ies (Chancen) und Threat s (Bedrohungen).

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3.1 Altendorf
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Die Bevölkerung Alt endorfs bet rug 2009 935 Einwohner und ist seit 1999 um 4,4% zurückgegangen. In den Jahren 2005 bis 2009 war der Wanderungssaldo leicht negat iv, dagegen lässt sich ein leicht er Geburt enüberschuss für die Gemeinde fest st ellen. Die Bevölkerungsprognose sagt einen Bevölkerungsrückgang um 5,9%auf 880 Einwohner bis zum Jahr 2021 voraus.
60, 0

971

976

970 950
Bevölkerungsanzahl

966

959

55, 0

950

951

946

935

930 910 890 870 850 830 2000 2001 2002
37,9 38,3

944

950

50, 0
41,9

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

38,9

39,1

39,2

39,2

39,1

39,4

39,6

40,1

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 17: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Im Zeit raum 1999-2009 nahm der Ant eil der Alt ersgruppe unt er 18 Jahren um 1,6 Prozent punkt e ab, der Ant eil der über-65-Jährigen st ieg dagegen um 2 Prozent punkt e an (vgl. Abb. 17). Diese Verschiebungen äußern sich auch in einem angest iegenen Durchschnit t salt er von 37,9 Jahren im Jahr 2000 auf 40,1 Jahre im Jahr 2009. Damit liegt Alt ersdorf noch unt er dem bayerischen Durchschnit t salt er von 42,9 Jahren (St and 2010). Die demografischen Veränderungen in Alt endorf ziehen Konsequenzen für die Ansprüche an Wohnraum und Baugrund nach sich. Die Nachfrage reduziert sich akt uell und neue Anforderungen wie Barrierefreiheit gewinnen an Bedeut ung. Das gilt für Wohnraum, gleichermaßen für den öffent lichen Raum und die Infrast rukt ur der Gemeinde Alt endorf. Zudem st eigt die Bedeut ung medizinischer Dienst leist ungen und die Versorgung ält erer, immobiler Bevölkerungst eile wird zu einer Herausforderung der Dorfent wicklung. Siedlungsstruktur Die Gemeinde Alt endorf best eht aus zwölf Ort st eilen, von denen Alt endorf, Fronhof und Willhof Best andt eil der Leerst andsoffensive sind. Die gesamt e Gemeinde besit zt eine Fläche von rund 23 km² und eine Einwohnerdicht e von 40 EW/ km² . Diese sehr geringe Siedlungsdicht e ist t ypisch für die dünnbesiedelt e Oberpfalz und liegt unt er der Bevölkerungsdicht e des LK Schwandorf von 97 EW/ km² .

22

Durchschnittsalter

880

Haupt ort Al t endorf Alt endorf ist der größt e Ort st eil des Gemeindegebiet s. Um den alt en Ort skern in der Umgebung der Kirche legen sich mehrere Erweit erungsgebiet e aus verschiedenen Epochen. Das zulet zt in den 1990er Jahren ent wickelt e Wohngebiet ist nur lückenhaft bebaut . Der Ort skern wird von der Bevölkerung nicht als Treffpunkt genut zt [vgl. Int erview Köppl]. Mit verant wort lich dafür ist der enge St raßenraum, der nur wenig Plat z für einen Aufent halt biet et . Ein Dorfplat z fehlt . Die Neuordnung dieses Bereiches ist Gegenst and eines Dorfent wicklungskonzept es, das akt uell erarbeit et wird. In Alt endorf fallen einige Gebäude auf, die ehemals gewerblich genut zt wurden und die eine frühere vielfält ige dörfliche Wirt schaft sst rukt ur erahnen lassen. Archit ekt onisch wicht ige hist orische Gebäude sind in Alt endorf das Schloss oder die ehemalige Mälzerei/ Brauerei Göt z, die durch ihre sogenannt e Darrhaube (ein met allischer, drehbarer Aufbau auf dem Dach) das Ort sbild mit prägt . Fronhof Bei Fronhof handelt e es sich ursprünglich um eine klassisch landwirt schaft liche Siedlung, best ehend aus einigen Gehöft en. Ein klarer Ort smit t elpunkt ist in dem Haufendorf nicht zu erkennen. Südwest lich der alt en Siedlung, auf der anderen Seit e der den Ort durcht rennenden Kreisst raße 2159 gelegen, wurde ein neues Baugebiet erschlossen. Es hat eine linienhaft e Form und fügt sich somit nicht in den alt en Ort ein. Willhof Das Haufendorf ist ebenfalls von landwirt schaft lichen Gehöft en geprägt . Auch hier wurden außerhalb des alt en Ort sbereiches neue Bauflächen ausgewiesen, welche eine linienhaft e St rukt ur der Siedlung verst ärkt en. Wie in Fronhof besit zt Willhof keinen klaren Ort smit t elpunkt . In der Gesamt schau fällt auf, dass die Ränder der Ort st eile in das Umland ausgreifen. Um den ursprünglichen Charakt er der Dörfer zu erhalt en, sollt en diese Ent wicklungen zumindest nicht weit er unt erst üt zt werden. Es best ehen ausreichende Nachverdicht ungspot enziale.

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Wirtschaftsstruktur 1 Die Gemeinde Alt endorf hat t e 2009 insgesamt 73 sozialversicherungspflicht ige Arbeit splät ze. Dies ent spricht einer geringen Arbeit splat zdicht e von 78 Arbeit splät zen j e 1.000 EW. Dieser Wert liegt unt er dem Durchschnit t swert der Proj ekt gemeinden, der bei 178,8 liegt . Die Auspendlerquot e ist dement sprechend hoch, wobei die Arbeit splät ze der Pendler vor allem in den nahegelegenen St ädt en Nabburg und Neunburg vorm Wald liegen. Vor einigen Jahrzehnt en gab es verschiedene Bet riebe unt erschiedlicher Branchen mit zahlreichen Beschäft igt en, die eingest ellt wurden oder abwandert en. Zwischen 1999 und 2009 sind die Arbeit splät ze um ca. 15% zurückgegangen. Als größerer Arbeit geber verblieb das Kühlt ransport unt ernehmen Pirzer mit ca. 50 Arbeit nehmern. Die Landwirt schaft st ellt im Haupt ort Alt endorf keinen bedeut enden Zweig mehr dar, während in den weit eren Ort st eilen Vollerwerbsbet riebe verblieben sind. Die allgemeine Ent wicklung der landwirt schaft lichen Bet riebe in Bayern zeigt , dass kleinere Bet riebe unt erhalb einer Fläche von 50ha weit erhin abnehmen [vgl. Amt für Ernährung, Landwirt schaft und Forst en Weiden i.d.Opf.] Tourismus Übernacht ungsmöglichkeit en und Gast st ät t en sind vorhanden. Der Umfang und die Qualit ät des Angebot s sollt e gehalt en und verbessert werden, da Alt endorf durch seine at t rakt ive landschaft liche Lage im Schwarzacht al, den durch das Gemeindegebiet führenden Jakobspilgerweg und den über ein LAG-Proj ekt auf der ehemaligen Bahnt rasse ent wickelt en BayerischBöhmischen Freundschaft sweg (Radweg) t ourist isches Pot enzial biet et . Da der Radweg nicht direkt durch den Haupt ort führt , ist an der St recke eine gut e Beschilderung der vorhandenen Angebot e wicht ig. Einzelhandel Met zger- und Bäckergeschäft e exist ieren in der Gemeinde nicht mehr. Alt ernat iven werden lediglich durch fahrende Bäcker- und Met zgerfilialen gebot en. Es gibt einen gering frequent iert en Dorfladen. Seine Angebot sschwerpunkt e sind Sport kleidung und Get ränke. Im Lebensmit t elbereich fehlen daher Angebot e für die Dorfbevölkerung.

1

Die Legende zur den Pikt ogrammen ist in der Anlage zu finden.

24

Soziale Infrastruktur Alt endorf besit zt eine kürzlich energet isch saniert e Grundschule und einen Kindergart en. Das Vereinsleben und ehrenamt liches Engagement sind in der Gemeinde sehr st ark ausgeprägt . Dies ist ein wicht iger Fakt or für soziale Net zwerke und die Ident ifikat ion mit dem Ort . Angebot e im Bereich der medizinischen Infrast rukt ur fehlen.

Technische Infrastruktur Alt endorf wird durch eine Buslinie bedient , welche zwischen Nabburg und Schönsee verkehrt . Pro Tag best ehen fünf Verbindungen, am Samst ag zwei Verbindungen in j ede Richt ung, am Sonnt ag keine. Einen Bürgerbus, wie in anderen Gemeinden des Proj ekt gebiet es, gibt es noch nicht . Somit ist die Bedienung der Gemeinde als dünn zu beschreiben, den Schwerpunkt bildet klar der Schülerverkehr. Der Ort ist j edoch gut sowohl an die Aut obahn (elf Minut en) als an den bevorzugt en Einkaufsort Nabburg (elf Minut en) angebunden. Die Int ernet anbindung ist in Alt endorf als sehr gut einzust ufen. Leerstandsstruktur In der Gemeinde Alt endorf st ehen derzeit 26 Gebäude leer. Davon befinden sich 15 im Haupt ort Alt endorf, acht in Fronhof und vier in Willhof. Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das dörflich t radit ionelle Haus mit St all (neun Gebäude) sowie das Zweifamilienhaus (sieben Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 7,9% und liegt damit über der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Von Leerst and bedroht sind in der Gemeinde Alt endorf weit ere 16 Gebäude. Davon liegen elf im Haupt ort , drei in Fronhof und zwei in Willhof. Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Zweifamilienhäuser (fünf Gebäude) und Einfamilienhäuser (vier Gebäude). Insgesamt sind 5,2% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Nimmt man die akt uellen sowie die pot enziellen Leerst ände zusammen, so ergibt sich eine t endenzielle Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude von 13,1% Sie liegt niedriger als die t endenzielle . Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (15,9% ). Die akt uellen und pot enziellen Leerst ände konzent rieren sich in allen Ort st eilen im Ort skern. Teilweise sind j edoch auch schon Erweit erungsgebiet e der 60er bis 80er Jahre vom Leerst and bet roffen. Besonders in Fronhof st ellt sich die akt uelle Leerst andssit uat ion bereit s dramat isch

25

dar. Acht nah beieinander liegende Gebäude im Ort skern sind verlassen und weit ere drei Gebäude sind vom Leerst and bedroht . Als Ursache hierfür ist u.a. der Wegzug von Einwohnern vom Ort skern des Dorfes in die Erweit erungsgebiet e zu nennen. In Alt endorf best ehen erhebliche in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 2 ha, auf denen sich 21 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 35 Baulücken vor. Die Nachfrage war in den let zt en Jahren sehr gering [vgl. Int erview Köppl].

Abb. 18: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

26

Stärken und Schwächen

St ärken

 im Vergleich niedriges Durchschnit t salt er  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Lage in Aut obahnnähe (9 km)  sehr gut e Int ernet versorgung

Schwächen

 keinerlei medizinische Angebot e vor Ort  im Vergleich sehr wenige Arbeit splät ze  fehlende st at ionäre Lebensmit t elversorgung

 zent rale Lage innerört licher Funkt ionen  Schule und Kinderbet reuung vorhanden

 Überangebot an Bauplät zen

 enger St raßenraum (Ort skern des Haupt ort s)  st arke Leerst andskonzent rat ion im Ort skern von Fronhof

3.2 Eslarn
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Der Markt Eslarn hat t e zwischen 2000 und 2004 eine st abile Bevölkerungsent wicklung. Auch das Durchschnit t salt er st ieg in diesem Zeit raum nur wenig an. Von 2004 bis 2009 verlor der Markt ca. 240 Einwohner. Insgesamt ist ein Bevölkerungsverlust von 7,2% seit 1999 auf 2.893 Einwohner fest zust ellen. Die Bevölkerungsst rukt ur hat sich seit 2005 st ark verändert . Der Ant eil der über-65-j ährigen nahm zwischen 1999 und 2009 um 3,4 Prozent punkt e zu. Der Alt ersdurchschnit t ist von 40,2 Jahren (2000) auf 43,1 Jahre (2009) angest iegen. Bis 2021 wird für Eslarn ein weit erer Bevölkerungsrückgang um ca. 11% auf 2.560 Einwohner und ein Durchschnit t salt er von 46 Jahren erwart et . Durch die rückläufige und alt ernde Bevölkerung ändern sich die Ansprüche an den Wohnraum und die Infrast rukt ureinricht ungen. Es werden weniger Wohngebäude benöt igt und diese müssen den Ansprüchen ält erer Menschen ent sprechen können.

27

3200

60, 0

3153

3135

3095

2997

3000
Bevölkerungsanzahl

3056

3134

55, 0

2958

2937

2925

2893

2800 2600
40,2 40,7 40,7 40,7 40,8

50, 0
46,0

2400 2200 2000 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Jahr

2560

41,9

42,1

42,4

42,8

43,1

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 19: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Siedlungsstruktur Lediglich der Haupt ort Eslarn, auf den der Großt eil der Bevölkerung ent fällt , ist Best andt eil der Leerst andsoffensive. Die gesamt e Markt gemeinde besit zt eine Fläche von gut 55 km² und eine Einwohnerdicht e von 52 EW/ km² . Damit liegt die Einwohnerdicht e leicht unt er dem Wert des LK Neust adt a.d.Waldnaab (68 EW/ km² ). In der Markt gemeinde lässt sich ein großer hist orischer Ort skern rund um den Markt plat z erkennen. Um diesen legen sich Erweit erungsgebiet e unt erschiedlichen Alt ers. Trot z vorhandener freier Zwischenräume, welche von der Siedlung bisher nicht in Anspruch genommen werden, best eht ein kompakt es Ort sbild. Es liegen ausreichend Nachverdicht ungspot enziale vor. Deshalb und aufgrund der prognost iziert en sinkenden Bevölkerungszahl sollt en keine weit eren Baugebiet e ausgewiesen werden. Wirtschaftsstruktur Die sozialversicherungspflicht igen Arbeit splät ze sind seit 1999 um 0,8% leicht zurückgegangen. Die Arbeit splat zdicht e liegt mit 222 j e 1.000 EW über dem Durchschnit t swert der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW). Die meist en Arbeit splät ze best ehen im produzierenden Gewerbe. Fünf Kunst st offsprit zereien haben ihren St andort in Eslarn und dominieren den produzierenden Sekt or des Ort es.

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Durchschnittsalter

Tourismus In der Vergangenheit spielt e der Tourismus im Markt Eslarn eine deut lich größere Rolle, was die akt uell rückläufigen Übernacht ungszahlen erklärt [vgl. Int erview Gäbl]. Die Auslast ung der angebot enen Bet t en in Bet rieben mit mehr als neun Bet t en (erst ab dieser Bet riebsgröße liegen Dat en vor) befand sich in den vergangenen Jahren bei lediglich ca. 8% womit in diesem , Bereich eine st arke Überkapazit ät vorhanden ist . Mit 28 Übernacht ungsbet rieben und 13 Gast ronomiebet rieben exist ieren in Eslarn deut lich mehr Angebot e als in den anderen Proj ekt gemeinden. Tourist ische Pot enziale best ehen durch zahlreiche Rad- und Wanderwege, wie dem Bocklradweg oder dem Jakobsweg. Einzelhandel Zwei Lebensmit t ler sowie j eweils drei Bäcker und Met zger ermöglichen eine gut e Versorgung mit Güt ern des t äglichen Bedarfs. Fachgeschäft e sind kaum vert ret en. Die Eslarner erledigen ihre Lebensmit t eleinkäufe vorwiegend vor Ort [vgl. Int erview Gäbl].

Soziale Infrastruktur Eine Grundschule und Möglichkeit en der Kinderbet reuung sind in Eslarn vorhanden. Neben einem Allgemeinmediziner sind zahlreiche medizinische Dienst leist er vor Ort (u.a. Apot heke, Physiot herapie, Pflegedienst ). Es kann somit von einer gut en Versorgung im Bereich der medizinischen Infrast rukt ur gesprochen werden. Das Vereinsleben und das Ehrenamt werden als st ark ausgeprägt beschrieben, was ein wicht iger Baust ein in der Ident ifikat ion der Bevölkerung mit dem Markt Eslarn ist [vgl. Int erview Gäbl]. Ein gut es Beispiel dafür sind die vielen Freiwilligen, die sich am Bet rieb und Ausbau des Kommunbrauhauses bet eiligen und somit das Fort leben dieser Tradit ion ermöglichen.

29

Technische Infrastruktur Von Eslarn aus ist die A6 in neun Minut en zügig zu erreichen, worin eine St andort gunst best eht . Jedoch ist die Fahrt zeit bis zum nächst en Oberzent rum (Weiden) mit 35 Minut en recht hoch. Die Int ernet versorgung wird als gut beschrieben. Das Angebot des öffent lichen Nahverkehrs ist mit einer wochent ags st ündlich verkehrenden Buslinie in Richt ung Vohenst raußWeiden gut aufgest ellt . Nach Schönsee im LK Schwandorf ist dagegen keine Verbindung vorhanden.

Leerstandsstruktur Im Markt Eslarn st ehen derzeit 92 Gebäude leer. Davon befinden sich 80 im Haupt ort Eslarn. Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das Einfamilienhaus (28 Gebäude) sowie das dörflich t radit ionelle Haus mit St all (25 Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt im Markt Eslarn 8,4% und liegt damit über der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Pot enziell von Leerst and bedroht sind im Markt Eslarn weit ere 123 Gebäude. Davon liegen 120 im Haupt ort . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (55 Gebäude) und Zweifamilienhäuser (52 Gebäude). Insgesamt sind 12% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt somit 20,4%und ist damit deut lich höher als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). Die höchst e Konzent rat ion an Leerst änden im Markt Eslarn lässt sich im Ort skern ausmachen, j edoch nicht ausnahmslos. In Eslarn sind auch weit ere Wohn- und Gewerbegebiet e bereit s j et zt bet roffen. Bei den pot enziellen Leerst änden verst ärkt sich dieser Trend: In Zukunft sind nahezu alle Bereiche des Markt es von leerst ehenden Gebäuden bedroht , der Schwerpunkt der Problemat ik wird aber auch dann noch im Ort skern liegen. Mit 94 Baulücken liegt in Eslarn, wie in Abb. 20 ersicht lich, ein hohes Nachverdicht ungspot enzial vor. Die Baulücken befinden sich außerhalb des Gelt ungsbereiches von Bebauungsplänen.

30

Abb. 20: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen

St ärken

 akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  ort sansässiger Allgemeinmediziner und Zahnarzt  im Vergleich viele Arbeit splät ze  Lage in Aut obahnnähe (7 km)  Nähe zu Tschechien  gut er ÖPNV-Anschluss

Schwächen

 im Vergleich hoher akt ueller Leerst and mit Konzent rat ion im Ort skern  hoher zu erwart ender Leerst and  geringe Bet t enauslast ung

 besonders st arker Bevölkerungsrückgang zwischen 1999 und 2009

 fehlende Diversifizierung im produzierenden Sekt or

 gut e Int ernet versorgung

 st arker St andort der kunst st offverarbeit enden Indust rie  zahlreiche gast ronomische- und Übernacht ungsangebot e

 umfassendes Angebot an Nahversorgung

 Schule und Kinderbet reuung vorhanden

31

3.3 Guteneck
Bevölkerungsentwicklung und -struktur In der Gemeinde Gut eneck bet rug die Bevölkerungsanzahl 882 im Jahr 2009 und ist seit 1999 um 1,1% leicht gesunken. Die Geburt enrat e verzeichnet bis 2009 einen leicht en Anst ieg, der nur knapp über der St erberat e liegt . Diese posit ive nat ürliche Bevölkerungsent wicklung konnt e das leicht negat ive Wanderungssaldo in den Jahren 2005 bis 2009 j edoch nicht ausgleichen. Die Fort züge sind seit 1999 angest iegen. Im Zeit raum 1999 bis 2009 nahm der Ant eil der Alt ersgruppe unt er 18 Jahre um 3% leicht ab, während der Ant eil der über-65-Jährigen um fast 5% et was st ärker anst ieg. Von 2000 bis 2009 hat der Alt ersdurchschnit t von 37,7 Jahren auf rund 40,6 Jahren im Jahr 2009 deut lich zugenommen (vgl. Abb. 21). Gut eneck ist bei Bet racht ung des Durchschnit t salt ers j edoch immer noch die j üngst e der elf Gemeinden. Laut Prognose des St at ist ischen Landesamt es Bayern wird die Bevölkerungszahl bis 2021 dennoch um fast 10%zurückgehen (vgl. Abb. 21). Die Kombinat ion von Bevölkerungsverlust und der Veränderung der Alt ersst rukt ur hat zur Folge, dass es eine geringere Nachfrage an Wohnraum gibt und andere Qualit ät en zukünft ig das Immobilienangebot prägen werden. Die Anzahl der Leerst ände wird durch diesen Prozess weit er zunehmen, sofern keine Gegenst euerung oder Markt anpassung erfolgt .
930 910 60, 0

900

899

885

893

890
Bevölkerungsanzahl

899

55, 0

881

880

50, 0
43,2

850 830 810 790 770 750 730 2000 2001
37,7 38,0

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

38,4

38,3

2002

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 21: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Siedlungsstruktur Die Fläche der Gemeinde Gut eneck bet rägt insgesamt 35 km² . Mit einer Einwohnerdicht e von 43 EW/ km² verfügt die Gemeinde über eine dünne Besiedlung, die weit unt er dem Durchschnit t swert des LK Schwandorf (97 EW/ km² ) liegt . Neben dem Haupt ort Gut eneck best eht das Gemeindegebiet aus weit eren zwölf Ort st eilen, wovon drei für das Proj ekt der Leerst andsoffensive angemeldet sind (Pischdorf, Unt eraich und Weident hal).

32

810

39,1

39,3

39,5

39,6

40,0

40,6

Durchschnittsalter

870

879

881

882

Haupt ort Gut eneck Gut eneck erst reckt sich aufgrund des Reliefs als Siedlungsband vom Tal bis zur höchst en Erhebung im Ort skern, wobei die Haupt st raße als Durchgangsst raße dient . Zent rale Plät ze als Treffpunkt e für die Bevölkerung sind bisher nicht vorhanden. Aufgrund der abweisenden Wirkung von hohen Mauern und landwirt schaft lichen Nut zungen ist ein Blick ins Zent rum von der Haupt st raße aus erschwert . Die vorwiegend vorzufindende Wohnbebauung ist auf einer Hanglage angeordnet , auf deren höchst er Erhebung das Schloss Gut eneck st eht . Leider wird das Pot enzial der vom Schloss ausgehenden wirt schaft lichen Bedeut ung bisher wenig für den Ort skern genut zt . Der nördliche Teil des Ort es ist kompakt mit größeren Wohnhäusern und mit unt er landwirt schaft lichen Hofst ellen bebaut . Im südlichen Bereich ist hingegen eine lückenhaft e Bebauungsst rukt ur mit neueren Einfamilienhäusern mit dem Pot enzial zur Nachverdicht ung vorzufinden. Im Zent rum (Hofmarkst raße) sollt e wieder eine Mischnut zung angest rebt werden, um den Ort skern zu beleben. Weit erhin fehlt es an Sicht achsen und offenkundigen Verbindungen, die zum Verweilen oder Besuch des Zent rums von Gut eneck und ins dort gelegene Wirt shaus einladen. Pischdorf Pischdorf liegt in einem Tal, das nach Norden und Süden hin anst eigt . Die Bebauungsst rukt ur ist durch größere Wohngebäude und landwirt schaft lich genut zt e Baut en geprägt . Gegliedert wird die Ort schaft durch einen zent ralen, versiegelt en Plat z im Zent rum, der keine Aufent halt squalit ät besit zt . Die Kirche befindet sich am Ort srand Richt ung Weident hal, sodass es im Ort skern keinen zent ralen Treffpunkt gibt . Unt eraich Die Ort schaft Unt eraich verfügt im Ort skern über einen begrünt en Plat z, an dem sich nördlich die Kirche anschließt . Es gibt keine sicht bare Gliederung der einzelnen Nut zungen. Die haupt sächlich landwirt schaft lichen Hofst ellen mit angrenzender Wohnnut zung sind ent lang der Haupt st raße angeordnet , die st ark von Durchgangsverkehr geprägt ist . Am Rand der Ort schaft befindet sich das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, das als Treffpunkt und Veranst alt ungsort dient . Aufgrund der vorhandenen Durchfahrt sst raße biet et sich Unt eraich für gewerbliche Nut zungen an, die auf Kundenverkehr angewiesen sind. Weident hal Das Haufendorf liegt in einem Talkessel. Am zent ralen Plat z im Ort skern, der j edoch wenig Aufent halt squalit ät biet et , befindet sich das ehemalige Gast haus Manner. Die Kirche liegt mit einer größeren Friedhofsanlage direkt im Zent rum. Im nördlichen Bereich davon befindet sich die Grundschule mit angeschlossenem Kindergart en. Die Bebauung ist vorwiegend durch größere Wohngebäude und landwirt schaft lich genut zt e Höfe geprägt . Nördlich der Schule wurden neue Wohnhäuser auf einem separat en Baugebiet erricht et , welches mit 10 weit eren Bauplät zen Pot enzial zur Nachverdicht ung biet et . Der Ort st eil Weident hal biet et durch Schule und Kindert agesst ät t e insbesondere als Wohnst andort für Familien eine geeignet e Infrast rukt ur vor Ort .

33

Wirtschaftsstruktur Im Jahr 2009 befanden sich in der Gemeinde Gut eneck rund 44 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt e. Seit 1999 hat sich die Beschäft igungszahl um 42,1% deut lich reduziert . Der Rückgang der Arbeit nehmer hat damit auch unmit t elbare Auswirkungen auf die Wanderungsbilanz. Der Verlust an Arbeit splät zen ist insbesondere im Bereich des produzierenden Gewerbes mit einem Rückgang von sieben und im Segment Handel, Verkehr, Gast gewerbe von fast zwanzig Arbeit splät zen verbunden. Mit 49,9 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en j e 1.000 EW fällt die Arbeit splat zdicht e im Vergleich zum Durchschnit t swert der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW) unt erdurchschnit t lich aus und st ellt damit den geringst en Wert der Beschäft igt endicht e aller 11 Gemeinden dar. Das hohe negat ive Pendlersaldo zeigt , dass viele Bewohner von Gut eneck in den nahegelegenen St ädt en arbeit en. Die Zahl der Bet riebe im Ort , zumeist im produzierenden Gewerbe, vert eilt sich in et wa gleichmäßig über die einzelnen Ort st eile. Wicht ige Bereiche liegen im Baugewerbe, in der Holzverarbeit ung und im KfzGewerbe. Tourismus Gast häuser sind in Gut eneck unzureichend vorhanden. Das Wirt shaus „ Zum Vet t erl“ im Haupt ort biet et nur unregelmäßige Öffnungszeit en, was viele pot enzielle Gäst e in die Wirt shäuser der Nachbargemeinden führt . Tourist ische Akt ivit ät en gehen haupt sächlich von dem Schloss Gut eneck aus. Der allj ährliche Weihnacht smarkt verzeichnet pro Saison ca. 40.000 Besucher. Ebenfalls werden Ferienwohnungen und ein Gäst ehaus angebot en, die oft von Hochzeit sgesellschaft en genut zt werden. Von hier aus sind Impulse und Pot enziale für das gesamt e Gemeindegebiet herauszuarbeit en. Mit dem Jakobsweg führt ein berühmt er Wanderweg durch das Gemeindegebiet , der j edoch bisher nicht für Gut eneck als Chance für den Tourismus genut zt wird. Im Rahmen der Dorferneuerung, die in 2012 st art et , sind j edoch Maßnahmen für Übernacht ungsmöglichkeit en angedacht , da diese bereit s nachgefragt werden [vgl. Int erview Wilhelm].

34

Einzelhandel In Gut eneck ist kaum noch Einzelhandel vorhanden. Im Ort st eil Pischdorf sind eine Met zgerei und eine Gärt nerei verort et . Im Haupt ort Gut eneck hat sich in einem ehemaligen Lebensmit t elgeschäft ein Geschäft für Second-Hand und Pferdeart ikel als Zwischennut zung angesiedelt . Am südlichen Ort srand von Weident hal befindet sich das einzige Raiffeisen-Lagerhaus der Region.

Soziale Infrastruktur In der Gemeinde Gut eneck gibt es keine medizinischen Einricht ungen. Die nächst e medizinische Versorgung befindet sich in Nabburg. Im Ort st eil Weident hal gibt es eine Grundschule, in der die erst en beiden und die drit t en und viert en Klassen j eweils zusammengefasst sind. Seit 2009 gibt es in Weident hal auch einen Kindergart en, sodass die sozialen Einricht ungen für Familien insgesamt als gut bewert et werden können. Des Weit eren herrscht ein sehr reges Vereinsleben. Schwerpunkt mäßig ist dieses vor allem in Weident hal vert ret en und konzent riert sich auf die Feuerwehren, das Sport heim, das Schüt zenheim und die Blaskapelle. Technische Infrastruktur Die verkehrliche Anbindung von Gut eneck erfolgt über Nabburg an die A93 (acht Minut en) und die Bundesst raße 22 (elf Minut en). Der nächst e Bahnhof mit Regionalverkehr liegt in Nabburg. Der öffent liche Personennahverkehr wird durch eine wochent ags viermal und samst ags einmal verkehrende Schulbuslinie gewährleist et , womit nur eine geringe Versorgung best eht . Die Int ernet versorgung ist in allen Ort st eilen als schlecht einzust ufen, was ebenso auch auf die Mobilfunkversorgung zut rifft . Für neue Unt ernehmensansiedlungen ist dieser Zust and ein Hemmnis und künft ig zu verbessern. Leerstandsstruktur In der Gemeinde Gut eneck st ehen derzeit sechs Gebäude leer. Davon befinden sich vier im Haupt ort und zwei in Pischdorf. Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt in Gut eneck 1,9%und liegt damit deut lich unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e (6,5% ).

35

Pot enziell von Leerst and bedroht sind weit ere sieben Gebäude. Davon befinden sich vier im Haupt ort , zwei in Weident hal und eines in Unt eraich. Bei den pot enziellen Leerst änden sind vorwiegend Einfamilienhäuser bet roffen. Insgesamt sind 2,7% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 4,6% und ist damit deut lich niedriger als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% Die Leerst andsproblemat ik st ellt sich in ). Gut eneck noch nicht als gravierend dar. In Gut eneck best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 0,93 ha, auf denen sich elf Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen dreizehn Baulücken vor.

Abb. 22: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

36

Stärken und Schwächen St ärken  im Vergleich niedriges Durchschnit t salt er  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Lage in Aut obahnnähe (7 km)  im Vergleich noch geringer Leerst and Schwächen  keinerlei medizinische Angebot e vor Ort  im Vergleich sehr wenige Arbeit splät ze  schlecht er ÖPNV-Anschluss

 Bäcker/ Met zger vorhanden

 wenige weit ere Leerst ände zu erwart en  Schloss Gut eneck als t ourist ischer Anziehungspunkt

 schlecht e Int ernet - und Mobilfunkversorgung  kein breit es Lebensmit t elangebot  kein zent raler Treffpunkt (Haupt ort )  fehlende Verbindung zwischen Schloss und Gemeinde  unregelmäßig geöffnet es Gast haus (Haupt ort )

 welt weit agierende Spezialfirma Lobinger Uplift er  Schule und Kinderbet reuung vorhanden

3.4 Niedermurach
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Wie der Abb. 23 zu ent nehmen ist , hat die Bevölkerung der Gemeinde Niedermurach und ihrer Ort st eile seit 1999 um fast 5% abgenommen. Die Alt ersst rukt ur hat sich ebenfalls verändert , wobei sich das Durchschnit t salt er auf 41,2 Jahre erhöht hat .
1400 60, 0

1363

1345

1350
Bevölkerungsanzahl

1371

55, 0

1334

1337

1326

1299

1296

1299

1301

1300 1250 1200 1150 1100

50, 0
44,4

1210

38,3

38,4

39,1

39,3

39,8

40,0

40,7

40,7

40,8

41,2

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

2000

2001

2002

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009 2021 (Progn.)

Abb. 23: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Der nat ürliche Bevölkerungssaldo bet rägt im Durchschnit t +1,6, demnach gibt es in Niedermurach mehr Geburt en als St erbefälle. Das Wanderungssaldo dagegen ist negat iv und bet rägt 2005 bis 2009 im Jahresdurchschnit t -8,2. Bis 2021 ist ein weit erer Bevölkerungsrückgang auf 1.210 Einwohner zu erwart en.

Durchschnitssalter

37

Siedlungsstruktur Das Gemeindegebiet Niedermurachs und der dazugehörigen sechs Ort st eile hat eine Größe von knapp 30 km² . Die Einwohnerdicht e bet rägt 43,4 EW/ km² . Niedermurach Der Siedlungskörper ist relat iv kompakt , wenngleich einige Baulücken im Ort skern sowie am Siedlungsrand dies aufbrechen. Niedermurach ist st ädt ebaulich durch Wohngebäude der let zt en beiden Jahrhundert e geprägt . Es gibt keine größeren Gewerbebaut en. Im Ort befindliche Bet riebe wie Met zgerei oder Wirt shaus sind im Erdgeschoss von Wohngebäuden oder in ähnlicher Bebauung zu finden. Die Siedlungsst rukt ur lässt einen klar greifbaren Ort skern ausmachen. St andort e von Kirche, Met zgereien und Wirt shaus befinden sich nahe der Murach in Sicht weit e zueinander. Ein belebt er Ort skern ist für die Gemeinde ent scheidend, da hier zufällige, ungeplant e Begegnungen außerhalb des Vereinslebens und der Wirt shäuser st at t finden können. Diese sorgen für die Lebendigkeit des Dorfes. Pert olzhof en Der Ort st eil Pert olzhofen liegt et wa vier km südöst lich von Niedermurach ent fernt und weist eine ähnliche Siedlungsst rukt ur auf, wobei der Ort skern fehlt und fast ausschließlich Wohnbebauung vorzufinden ist . Die Siedlung ist recht kompakt , wobei einige Gebäude wenige hundert Met er außerhalb liegen. Wirtschaftsstruktur In Niedermurach liegt mit 74,6 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en j e 1.000 EW eine Arbeit splat zdicht e unt er dem Durchschnit t der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW) vor. Die meist en Beschäft igt en sind in den neun Bet rieben des produzierenden Sekt ors t ät ig. Die übrigen Beschäft igt en arbeit en im Dienst leist ungssekt or, im Bereich Handel, Verkehr und Gast gewerbe oder der Land- und Forst wirt schaft . Die Zahl der sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en in Niedermurach hat seit 1999 um fast 5%abgenommen.

Tourismus Niedermurach liegt unt er anderem an dem Radweg Bayerisch-Böhmischen Freundschaft sweg. In keinem der sieben Gast ronomiebet riebe, vert eilt über Niedermurach und die Ort st eile, best ehen Übernacht ungsmöglichkeit en. Somit ist die t ourist ische Ent wicklung t rot z der Lage an den Radwegen ohne einen Ausbau der Angebot e eingeschränkt bis kaum möglich.

38

Einzelhandel In Niedermurach gibt es kein Lebensmit t elgeschäft , j edoch zwei Met zgereien und ein Zweiradgeschäft . Der t ägliche Bedarf kann somit nicht im Ort gedeckt werden.

Soziale Infrastruktur Mit sozialer Infrast rukt ur sind die Gemeinde Niedermurach und ihre Ort st eile schwach ausgest at t et . Vor Ort ist keine ärzt liche Versorgung durch Allgemeinmediziner, Fachärzt e oder medizinische Dienst leist er gegeben. Es gibt j edoch einen ehrenamt lichen Krankenpflegeverein, bei dem der 1. Bürgermeist er auch als 1. Vorsit zender fungiert . Da dieser kein professioneller Dienst ist , best eht bei gleichbleibend geringer Versorgung überlagert mit der Alt erungst endenz die Gefahr der Überforderung/ -last ung des Ehrenamt s in diesem Bereich. Mit weit eren 27 Vereinen und Verbänden aus den Bereichen Sport , Kult ur, Religion, Gart enpflege und Tierhalt ung st ellt sich das bürgerschaft liche Engagement innerhalb der Gemeinde sehr akt iv dar [vgl. niedermurach.de]. Im Ort st eil Pert olzhofen gibt es einen Kindergart en und eine Kinderkrippe, in der Gemeinde Niedermurach eine Grundschule. Alle weit erführenden Schulen müssen in den umliegenden Gemeinden, vor allem in Oberviecht ach aufgesucht werden. Durch die geringe Dist anz von nur vier km ist die Erreichbarkeit der Schulen als gut zu bewert en. In der Gemeinde gibt es einen Jugendt reff, der Jugendlichen in Niedermurach außerhalb des Vereinslebens als Treffpunkt dient (Leerst andsdat enbank).

39

Technische Infrastruktur Die Anbindung der Gemeinde Niedermurach an zent rale Ort e durch öffent liche Verkehrsmit t el ist verbesserungsbedürft ig. Vor Ort wurde ein ehrenamt licher Bürgerbus/ Kindergart enbus ins Leben gerufen, damit gewährleist et ist , dass die Kinder gemeinsam und günst ig in den Kindergart en gebracht werden. Die Elt ern bet eiligen sich lediglich an den Benzinkost en. Wie lange sich diese St rukt ur über das Ehrenamt t ragen lässt , ist schwer vorherzusehen [vgl. Int erview Eiser]. Der Anschluss der A93 in Nabburg sowie zur A6 nahe der t schechischen Grenze ist mit dem Pkw in et wa zwanzig Minut en Fahrt zeit erreichbar, der Anschluss der B22 in nur knapp vier Minut en. Oberviecht ach, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs, liegt nur knapp vier Minut en ent fernt . Dort sind weit ere zahlreiche Angebot e in direkt er Nähe problemlos zu erreichen. Dies birgt die Gefahr, dass sich Niedermurach und seine Ort st eile zu reinen Schlafort en nahe des Unt erzent rums ent wickeln. Die Int ernet anbindung ist in einigen Ort en defizit är, wird j edoch ausgebaut . Leerstandsstruktur In der Gemeinde Niedermurach st ehen derzeit 24 Gebäude leer. Davon befinden sich elf im Haupt ort , zwei in Pert olzhofen und zehn im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffener Gebäudet yp ist dabei das Einfamilienhaus (22 Gebäude). Alle leerst ehenden Gebäude wurden vor 1970 erbaut . Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 5,9% und liegt damit leicht unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Im gesamt en Gemeindegebiet ist kein pot enzieller Leerst and zu verzeichnen, was im Vergleich zu den anderen zehn Gemeinden ein deut licher Vort eil ist . In Niedermurach best ehen erhebliche in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 3,81 ha, auf denen sich 34 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 38 Baulücken vor.

40

Abb. 24: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen St ärken  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Lage nahe Oberviecht ach  im Vergleich geringer Leerst and  Met zger vorhanden Schwächen  keinerlei medizinische Angebot e vor Ort

 im Vergleich sehr wenige Arbeit splät ze  schlecht e Int ernet versorgung  kein breit es Lebensmit t elangebot

 keine weit eren Leerst ände zu erwart en  Schule und Kinderbet reuung vorhanden

3.5 Schönsee
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Im Jahr 2009 hat t e die Gemeinde Schönsee 2.682 Einwohner und damit seit 1999 einen Bevölkerungsrückgang von 4,3%zu verzeichnen. Parallel dazu ist der Alt ersdurchschnit t um 3,4 Jahre auf 45,1Jahre gest iegen.

41

2772

60, 0

2729

2736

2750

2728

2729

2718

2701

2700
Bevölkerungsanzahl

2728

55, 0

2682

2600
42,6 43,1 42,8 43,1 43,3 43,7 43,9 44,1

47,4

50, 0 45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

44,6

45,1

2500 2400 2300 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 25: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Die St erberat e war zwischen 2005 und 2009 deut lich höher als die Geburt enrat e. Das Wanderungssaldo lag in diesen Jahren bei nur –1,6, damit ist eine st eigende Leerst andsproblemat ik weit est gehend auf die nat ürliche Bevölkerungsent wicklung zurückzuführen. Diese Veränderungen in der Bevölkerungszusammenset zung st ellen für die vorhandenen Ort sst rukt uren eine Herausforderung dar. Eine Veränderung in der Nachfrage wird eine zu erwart ende Folge sein. Siedlungsstruktur Zu den 50 km² Gemeindegebiet zählen neben Schönsee weit ere neun Ort st eile. Im Proj ekt ist nur der Haupt ort ohne Ort st eile Bet racht ungsraum. Ort sbild und Wohnqualit ät in Schönsee werden durch Weiher mit angrenzenden öffent lichen Grünflächen aufgewert et . Das für den ländlich geprägt en Raum ungewöhnlich großzügige öffent liche Grün im Ort sinneren dient als Aufent halt s- und Erholungsfläche. Die Haupt st raße mit ihren Einkaufsmöglichkeit en und anderen Anlaufst ellen wie der Gemeindekanzlei, die auch Sit z der Verwalt ungsgemeinschaft ist , st ellt den sicht bar abgrenzbaren Ort skern dar. Es best eht j edoch die Gefahr, dass aufgrund der zunehmenden Mobilit ät des Einzelnen die Nachfrage nach Angebot en in Schönsee durch das vielfält igere Angebot in Oberviecht ach abnimmt . Damit würde die Haupt st raße in ihrer Funkt ion als Ort skern nicht weit er best ehen und leerst ehende Ladenlokale das Ort sbild negat iv prägen.

42

Durchschnittsalter

2540

Wirtschaftsstruktur Insgesamt sind in Schönsee 850 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt e t ät ig. Seit 1999 hat diese Zahl um 16,6% zugenommen. Je 1.000 EW gibt es 316,9 Beschäft igt e, dieser Wert liegt klar über dem Durchschnit t der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW). Fast 600 sind im produzierenden Gewerbe beschäft igt , wobei einige Bet riebe mit dem Werkst off Glas arbeit en. Die rest lichen Arbeit splät ze fallen auf die Bereiche Dienst leist ung und Handel, Verkehr und Gast gewerbe. Der Land- und Forst wirt schaft liche Sekt or ist dagegen mit nur vier Beschäft igt en schwach aufgest ellt . Das ent spricht dem allgemeinen Trend, dem Übergang von vielen kleinen zu wenigen großen Bet rieben. Am Ort srand sind einige größere Gewerbebet riebe sowie weit ere kleine Bet riebe zu finden, die vor Ort Ausbildungs- und Arbeit splät ze in verschiedenen Branchen biet en. Tourismus In Schönsee gibt es 16 Gast ronomiebet riebe und 19 Übernacht ungsmöglichkeit en. Die Bet t enauslast ung in Übernacht ungsbet rieben ab neun Bet t en bet rug dabei 2010 lediglich 9,7% Po. t enzial zum Erhalt dieses Angebot s ergibt sich u.a. durch die Lage am Bayerisch-Böhmischen Freundschaft sweg. Einzelhandel Innerhalb der mit t elst ändigen Gewerbe ist eine große Vielfalt vert ret en. In Schönsee gibt es Bäckereien, Met zgereien und Lebensmit t elgeschäft e, sodass viele Erledigungen und Einkäufe vor Ort bewält igt werden können. Da eine Zunahme der Alt ersgruppe mit eingeschränkt er Mobilit ät zu erwart en ist , ist dies ein deut licher St andort vort eil.

43

Soziale Infrastruktur In Schönsee gibt es vier niedergelassene Ärzt e. Zudem sind mit drei Physiot herapeut en, einer Apot heke sowie einem Pflegeheim für behindert e Menschen auch weit ere Angebot e der medizinischen Versorgung vorzufinden. Es gibt vor Ort eine Grundschule. Die weit erführenden Schulen müssen in Oberviecht ach besucht werden. Das Angebot einer Kindert agesst ät t e fehlt bisher, derzeit wird der Ant rag auf eine Erweit erung des Kindergart ens um eine Kindert agesst ät t e verhandelt . Das Vereinsleben in Schönsee st ellt sich mit über 40 Vereinen aus verschiedenen Bereichen sehr abwechslungsreich dar. Es gibt im Ort einen Jugendclub, einen Seniorent reff, ein Kult urhaus und weit ere Einricht ungen, die für die j eweilige Zielgruppe vor Ort als Anlaufst elle außerhalb des Vereins- und Gast ronomieangebot s dienen. Technische Infrastruktur Das Angebot an öffent lichen Verkehrsmit t eln ist in Schönsee gering. In Richt ung Oberviecht ach – Nabburg werden wochent ags fünf Busverbindungen und samst ags eine angebot en, in Richt ung Waldmünchen wochent ags zwei und samst ags eine. Ein Bürgerbus mit ehrenamt lichen Busfahrern wird außerdem durch den LK gefördert . Der Anschluss an die B22 ist von Schönsee kommend in 15 Minut en mit dem Pkw möglich. Zur Aut obahn A93 in Nabburg oder A6 nahe der t schechischen Grenze werden 30 bzw. 20 Minut en benöt igt . Trot z der Angebot e in Schönsee, erledigt ein Großt eil der Bevölkerung die Einkäufe zur Deckung des t äglichen Bedarfs in Overviecht ach (15 Minut en). Die Int ernet anbindung in Schönsee ist zufriedenst ellend. Es exist ieren diesbezüglich j edoch durchaus auch Engpässe. Die Behebung dieser wird bereit s in Angriff genommen. Wicht ig ist hier eine zeit nahe Umset zung, da Wohn- und Arbeit sst andort e ohne Int ernet anbindung langfrist ig keine Nachfrage haben werden. Leerstandsstruktur Im gesamt en Gebiet der St adt Schönsee st ehen derzeit 75 Gebäude leer. Davon befinden sich 31 direkt in Schönsee und 44 im rest lichen Gebiet . Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das Einfamilienhaus (67 Gebäude) sowie das Zweifamilienhaus (7 Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt in der St adt Schönsee 8,1% und liegt damit über der akt uellen Gesamt leerst andsquot e (6,5% ).

44

Pot enziell von Leerst and bedroht sind weit ere 192 Gebäude. Davon liegen 120 direkt in Schönsee und 72 im rest lichen Gebiet . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (179 Gebäude). Insgesamt sind 20,1% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände, und somit j edes fünft e Wohnhaus in Schönsee. Ent sprechend ergibt sich eine t endenzielle Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude von 28,2% Sie bet rägt damit nahezu . das Doppelt e der t endenziellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (15,9% ). Unt er den akt uellen und zu erwart enden Leerst änden st eht keines unt er Denkmalschut z, was eine Wiedernut zung vereinfacht , da keine Auflagen zu erwart en sind. Die Leerst ände liegen akt uell noch gleichmäßig vert eilt im inneren Siedlungsbereich, j edoch keiner in den Ausläufern. Bei den pot enziellen Leerst änden st ellt sich die Lage ähnlich dar, j edoch aufgrund der Anzahl wesent lich drast ischer und t rot z der gleichmäßigen Vert eilung ort sbildprägender. In Schönsee best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 2,68 ha, auf denen sich 33 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von BPlangebiet en liegenden Reserven liegen 50 Baulücken vor.

Abb. 26: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

45

Stärken und Schwächen St ärken  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  mehrere ort sansässige Mediziner  im Vergleich viele Arbeit splät ze  Nähe zu Tschechien  gut e Int ernet versorgung Schwächen  im Vergleich hohes Durchschnit t salt er  sehr hoher zu erwart ender Leerst and  schlecht er ÖPNV-Anschluss

 hoher akt ueller Leerst and

 umfassendes Angebot an Nahversorgung  st arker St andort der glasverarbeit enden Indust rie  Erholungsqualit ät innerhalb des Siedlungsbereichs

 Schule und Kinderbet reuung (Kindergart en) vorhanden

 CeBB als grenzüberschreit ender kult ureller Akt eur

3.6 Schwarzach
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Die Bevölkerung in Schwarzach bet rug 1999 1.486 Einwohner und erfuhr im Jahr darauf einen Einwohnerzuwachs. Trot z der Schwankungen bis 2009 lässt sich eine posit ive Bevölkerungsent wicklung von 1999 bis 2009 von 3,4%verzeichnen.
1560 60, 0

1554

1548

1544

1537

1544

1540
Bevölkerungsanzahl

1546

55, 0

1536

1537

1522

1520 1500 1480 1460 1440

50, 0
44,2

38,1

38,5

38,8

39,1

1490

39,4

39,8

40,5

40,5

41,4

41,4

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

2000

2001

2002

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 27: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern] Mit einem Durchschnit t salt er von 41,4 Jahren für das Jahr 2009 liegt die Gemeinde Schwarzach noch unt er dem bayrischen Durchschnit t salt er von 42,9 Jahren (St and 2010).

46

Durchschnittsalter

1528

Trot z dieser posit iven Bevölkerungsent wicklung lässt sich für das Jahr 2021 ein Anst ieg des Alt ersdurchschnit t s auf 44,2 Jahre und ein Bevölkerungsrückgang auf 1.490 Einwohner prognost izieren. Das Wanderungssaldo war in den Jahren 2005 bis 2009 leicht negat iv. Die Anzahl der Geburt en lag in demselben Zeit raum nur gering über der Anzahl an St erbefällen. Die Anzahl der unt er 18-Jährigen war von 1999 bis 2009 rückläufig. Im Gegenzug dazu st ieg die Anzahl der über 65-j ährigen Einwohner der Gemeinde Schwarzach um 18,4% . Die Veränderung der Alt ersst rukt ur hat Konsequenzen für die Ansprüche an Wohnraum. Die Nachfrage wird weniger und die Krit erien werden sich ändern. Qualit ät en wie Barrierefreiheit oder die Nähe zu medizinischen Dienst leist ern werden wicht iger. Siedlungsstruktur Die Gemeinde Schwarzach besit zt 17 Ort st eile, wovon vier für das Proj ekt der Leerst andsoffensive angemeldet sind. Das gesamt e Gemeindegebiet hat eine Flächengröße von gut 27 km² . Die Einwohnerdicht e bet rägt 56,2 EW/ km² und liegt unt er der durchschnit t lichen Bevölkerungsdicht e des LK Schwandorf mit 97,0 EW/ km² . Schwarzach Schwarzach ist nicht als Haupt ort zu bezeichnen, sondern nur namensgebend für die Gemeinde [vgl. Int erview Böhm]. Der zent rale Plat z von Schwarzach befindet sich an der Abzweigung nach Unt erauerbach, angrenzend liegt die Raiffeisenbank mit einigen Parkmöglichkeit en. Die Kirche mit ihren angrenzenden Bebauungen und das Gemeindehaus (ehem. Schulhaus) werden durch Wohngebäude voneinander get rennt . Der ursprüngliche Ort skern befand sich oberhalb und unt erhalb des angelegt en zent ralen Plat zes. Die best ehende Siedlungsfläche wurde durch neue Siedlungsgebiet e west lich des hist orischen Ort skerns ergänzt und grenzt sich von der alt en Siedlung ab. Das neue Siedlungsgebiet wirkt deshalb wie ein eigenst ändiger Ort st eil. Al t f alt er Der Ort skern des ursprünglichen Kirchdorfs Alt falt er mit Hanglage grenzt sich durch die Haupt st raße unt erhalb des Hangs und durch die enge St raßenführung als verkehrsberuhigt e Zone ab. Es ist ein Ort skern mit einem Wirt shaus als Treffpunkt und einem Dorfladen gegenüber des leerst ehenden Schlossbauernhofs vorhanden. Allerdings wird ein zent raler Plat z mit Aufent halt scharakt er vermisst . Demnächst ist der Ausbau des alt en Schlossbauernhofs als Gemeindezent rum geplant , welches die Kernst rukt ur von Alt falt er wiederherst ellen und verbessern soll. Neben den best ehenden freien Bebauungsflächen innerort s wurden am Ort srand neue Baulandflächen zur Siedlungserweit erung ausgewiesen, von denen vier noch nicht bebaut sind. Zudem liegt der Sport plat z weit außerhalb der Ort schaft in Richt ung Unt erauerbach, ca. zwei km ent fernt . Wölsendorf

47

Wölsendorf ist in seiner hist orischen St rukt ur als ein St raßendorf mit einem ergänzenden Siedlungsgebiet aus den 1960er Jahren angelegt . Die hist orisch rast erähnliche Siedlungsst rukt ur und St raßenführung vereinfacht die Orient ierung. Die St rukt ur lässt keine klare Ort smit t e erkennen. Ein zent raler Plat z mit Aufent halt scharakt er fehlt bislang, ist j edoch derzeit im Rahmen der Dorferneuerung in Planung. Wölsendorf besit zt aufgrund seiner direkt en Lage an der Aut obahn und seiner geringen Ent fernung zu Schwarzenfeld (fünf Minut en) und Nabburg (zwölf Minut en) eine gut e Verkehrsanbindung. Unt erauerbach Das Haufendorf ist vorwiegend durch landwirt schaft liche Gehöft e und Wohngebäude geprägt . Ein zent raler Dorfplat z befindet sich an der Abzweigung der Krandorfer St raße von der Schwarzacher St raße. Ent lang der durchführenden Haupt st raße siedeln sich die ört liche Feuerwehr, die Kirche und in größeren Abst änden neu bebaut e Wohngrundst ücke an. Wirtschaftsstruktur Die Arbeit splät ze in der Gemeinde Schwarzach sind seit 1999 um 10,9% zurückgegangen und werden 2009 mit 123 sozialversicherungspflicht igen Arbeit splät zen gezählt . Mit 80 sozialversicherungspflicht igen Arbeit splät zen pro 1.000 EW liegt die Gemeinde weit unt er dem Durchschnit t der elf Proj ekt gemeinden (178,8). Im Bereich des mit t elst ändigen Gewerbes sind in der Gemeinde Schwarzach 16 produzierende Gewerbe ansässig. In Wölsendorf sind eine Heizungsbaufirma und ein St ahlbaubet rieb mit einer Beschäft igt enzahl von j eweils 20 Angest ellt en die bedeut endst en Firmen. Landwirt schaft liche Bet riebe st ellen in der Gemeinde keinen bedeut enden Zweig im Sinne des Vollerwerbsbet riebs dar. Tourismus Durch acht Gast ronomiebet riebe st ellt sich das Gemeindeleben posit iv dar. Für Beherbergungsbet riebe ist die Gemeinde von geringer Bedeut ung. Der Müllner-Hof in Schwarzach ist aufgrund seiner Lage am Bayerisch-Böhmischen Freundschaft sweg einer der bekannt est en Ferienunt erkünft e. Daneben best ehen Angebot e über den Landgast hof Schieder in Alt falt er und die Ferienwohnung Herdegen in Unt erauerbach.

48

Einzelhandel Die Nahversorgung im Bereich Lebensmit t el wird mit einem Dorfladen in Alt falt er abgedeckt , der die schnelle Versorgung mit den not wendigst en Produkt en gewährleist et . Weit ere Versorgungsmöglichkeit en werden durch fahrende Bäckerund Met zgerfilialen gebot en.

Soziale Infrastruktur Im gesamt en Gemeindegebiet gibt es keine niedergelassenen Ärzt e, mobile Pflegedienst e oder andere medizinische Einricht ungen. In Alt falt er ist eine Heilprakt ikerin mit ihrer Praxis ansässig. Bildungsst ät t en, wie Schulen und Kindergärt en, müssen außerhalb der Gemeinde in St ulln (sieben Minut en von Wölsendorf), Schwarzenfeld (zehn Minut en) und Nabburg (zwölf Minut en) genut zt werden. Viele Vorhaben der Gemeinde wurden und werden durch ehrenamt liche Tät igkeit en umgeset zt . Die Vereinsmit arbeit in der gesamt en Gemeinde Schwarzach ist auf das rege Engagement der Bürger zurückzuführen. Technische Infrastruktur Ausreichend ausgebaut ist die verkehrst echnische Infrast rukt ur in Bezug auf den ÖPNV. Zwei Buslinien sorgen mit fünf Fahrt en am Tag für die Verbindung nach Nabburg, Schönsee und Schwarzenfeld. Jedoch exist iert am Wochenende kein öffent licher Nahverkehr. Die nächst en Aut obahnanbindungen befinden sich in Schwarzenfeld (sieben Minut en) und Nabburg (zwölf Minut en). Die Int ernet verbindung ist als schlecht einzust ufen.

Leerstandsstruktur In der Gemeinde Schwarzach st ehen derzeit 22 Gebäude leer. Davon befinden sich acht in Schwarzach, j eweils vier in Alt falt er und Unt erauerbach, drei in Wölsendorf und sechs im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das Einfamili-

49

enhaus (neun Gebäude) sowie das dörflich t radit ionelle Haus ohne St all (fünf Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 4,1% und liegt damit unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Pot enziell von Leerst and bedroht sind weit ere 23 Gebäude. Davon liegen zwei in Schwarzach, sieben in Alt falt er, fünf in Wölsendorf, vier in Unt erauerbach und fünf im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (dreizehn Gebäude) und dörflich t radit ionelle Häuser ohne St all (vier Gebäude). Insgesamt sind 4,7% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 8,8%und liegt damit niedriger als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). In Schwarzach best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 2,8 ha, auf denen sich 36 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusät zlich best ehen allerdings erhebliche Reserven außerhalb von B-Plangebiet en, die zumeist in privat er Hand sind. Insbesondere im öst lichen Bereich von Wölsendorf ergibt sich dadurch ein sehr hohes Nachverdicht ungspot enzial. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 87 Baulücken vor.

Abb. 28: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

50

Stärken und Schwächen St ärken  leicht er Bevölkerungsgewinn zwischen 1999 und 2009  Lage in Aut obahnnähe (vier bis sieben km)  Dorfladen vorhanden (Alt falt er)  vielfält ige Gewerbest rukt ur  im Vergleich noch geringer Leerst and Schwächen  keinerlei medizinische Angebot e vor Ort

 akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt

 im Vergleich sehr wenige Arbeit splät ze  kein Bäcker oder Met zger vor Ort

 zahlreiche nicht verfügbare Bauplät ze in privat er Hand  Schule und Kinderbet reuung nicht vorhanden

3.7 Stadlern
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Die Bevölkerungszahl der Gemeinde St adlern nahm zwischen 1999 und 2009 um 13,1% vergleichsweise st ark ab. Bis 2006 war die Abnahme schwach, danach sind die Bevölkerungsverlust e deut licher. Das Wanderungs- und der nat ürliche Bevölkerungssaldo waren im Zeit raum 2005 bis 2009 negat iv. Mit einem weit eren Bevölkerungsrückgang auf 510 Einwohner bis zum Jahr 2021 ist zu rechnen. Parallel ist ein Anst ieg des Durchschnit t salt ers auf 45,7 Jahre im Jahr 2009 zu erkennen. Damit einhergehend verändern sich die Anforderungen an das Angebot vor Ort . Während die Nachfrage nach Schul- und Kindergart enplät zen sinkt , werden Angebot e im medizinischen Bereich immer not wendiger. Bereit s bei einer Umfrage 2011 der Gemeinde zur Bedarfsermit t lung an KiTa-Plät zen wurde lediglich eine Int eressensbekundung regist riert [vgl. Int erview Holler].
656

60, 0
650 648 641 631 632 631 621 602

620
Bevölkerungsanzahl

55, 0
590

50, 0 45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

520 470 420 370 320 2000 2001 2002 2003 2004
42,3 42,8 42,9 43,2 43,4

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 29: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

510

43,8

44,1

44,7

45,5

45,7

Durchschnittsalter

570

49,1

51

Siedlungsstruktur Die unmit t elbare Grenzlage des Ort es ist sehr prägend für St adlern und die beiden Ort st eile Schwarzach und Waldhäuser sowie deren st rukt urelle Rahmenbedingungen. Da aufgrund des sehr schlecht ausgebaut en Grenzübergangs keinerlei Durchgangsverkehr st at t findet , müssen die St rukt uren und Angebot e vor Ort allein durch die Nachfrage der ansässigen Bevölkerung get ragen werden. Wenn diese Nachfrage aufgrund abnehmender Bevölkerungszahlen weit er sinkt , ist es schwer vorherzusehen wie lange Angebot e, wie z. B. der akt uell noch gut laufende Dorfladen, weit ergeführt werden können. St adlern erst reckt sich ent lang der Haupt st raße, an der u.a. das Feuerwehrhaus, die ehemalige Klöpplschule sowie zwei ehemalige Gast höfe liegen. Eine opt ische und greifbare Abgrenzung des Ort skerns ist u.a. durch die bandart ige Siedlungsst rukt ur nicht gegeben und lässt einen Ident ifikat ionsmit t elpunkt vermissen. Wirtschaftsstruktur Mit 183 sozialversicherungspflicht igen Beschäft igt en kommen auf 1.000 Einwohner überdurchschnit t liche 310,2 Beschäft igt e (Durchschnit t = 178,8 j e 1.000 EW). Diese sind größt ent eils im produzierenden Gewerbe (156 Beschäft igt e) t ät ig. Die rest lichen arbeit en im Bereich Dienst leist ung und Handel, sowie Verkehr und Gast gewerbe. Das welt weit agierende Unt ernehmen Münchner Medizin Mechanik (MMM) hat einen Produkt ionshaupt sit z in St adlern. Die Verdopplung der Zahl der sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en in St adlern ist seit 1999 fast ausschließlich auf das Unt ernehmen MMM zurückzuführen. Eine Absiedlung von MMM hät t e für den Ort sowie die Region erhebliche negat ive Folgen. Tourismus Es gibt drei Gast ronomiebet riebe und zwei Übernacht ungsmöglichkeit en in St adlern. Als weit eres Pot enzial ist die Lage am Bayerisch-Böhmischen Freundschaft sweg zu nennen, der durch das Gemeindegebiet führt . Einzelhandel Der Einzelhandel vor Ort ist mit nur einem, j edoch gut angenommenen Lebensmit t elgeschäft sehr schwach beset zt . Es best eht ein nicht unerheblicher Verbesserungsbedarf, um die Versorgung der ört lichen Bevölkerung, insbesondere unt er Zunahme ält erer immobiler Bevölkerungsgruppen, zu sichern.

52

Soziale Infrastruktur In St adlern gibt es neben einem Pflegedienst keine weit eren medizinischen Versorgungseinricht ungen. Alle Schulst ufen und Kinderbet reuungseinricht ungen müssen außerhalb der eigenen Gemeinde aufgesucht werden. Dazu ist ent weder eine ausreichende Verkehrsanbindung mit dem Bus oder ein hoher Fahraufwand der Elt ern not wendig. Das Vereinsleben ist für die Einwohnerzahl der Gemeinde mit 21 Vereinen aus unt erschiedlichen Bereichen sehr breit aufgest ellt . Somit sind t rot z fehlender kult ureller Einricht ungen zahlreiche Akt ivit ät en in der Freizeit möglich. Ein Treffpunkt für j unge Menschen außerhalb von Verein und Gast ronomie ist der Jugendraum in St adlern. Technische Infrastruktur Das Angebot an Verbindungen mit öffent lichen Verkehrsmit t eln wird, t rot z der Nachfrage durch Kinder und Jugendliche, die Schulen und Kindergärt en außerhalb der Gemeinde besuchen, als nicht ausreichend bewert et . Es verkehrt lediglich eine Linie mit fünf Verbindungen am Tag. Obwohl die Bevölkerung einen sehr großen Teil der Wege mit dem eigenen Fahrzeug zurücklegt , ist der eingericht et e Bürgerbus nach Einschät zung des Bürgermeist ers sehr wicht ig für die Gemeinde. Die Randlage St adlerns spiegelt sich auch in der Ent fernung zu Aut obahnen und Bundesst raßen wieder. Die A6 ist von St adlern aus in 30 Minut en erreichbar, die Bundesst raße B22 in 20 Minut en. Der bevorzugt e Ort für Einkäufe des t äglichen Bedarfs ist Oberviecht ach, welcher mit dem Pkw innerhalb von 20 Minut en zu erreichen ist . Die Int ernet verbindung ist in einigen Teilen der Gemeinde verbesserungsfähig. Der Ausbau ist noch für das Jahr 2011 geplant und zugesagt . Diese Maßnahme ist unverzicht bar, um die heut ige Bevölkerung vor Ort zu halt en oder Zuzüge zu ermöglichen. Leerstandsstruktur In der Gemeinde St adlern st ehen derzeit 17 Gebäude leer, die sämt lich im Haupt ort liegen. Am st ärkst en bet roffener Gebäudet yp ist dabei das Einfamilienhaus (15 Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 6,5% und ent spricht damit genau dem Wert der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden. Pot enziell von Leerst and bedroht sind in der Gemeinde St adlern weit ere 49 Gebäude. Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (47 Gebäude). Insgesamt sind 20,7% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Somit ist j edes fünft e Wohngebäu-

53

de in St adlern ein pot enzieller Leerst and. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 27,2%und liegt damit sehr deut lich über der t endenziellen Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). Keines der akt uell leeren Gebäude st eht unt er Denkmalschut z. Derzeit liegen maximal zwei Leerst ände in Sicht weit e zueinander, bei Bet racht ung der pot enziellen Leerst ände verschärft sich dieses Bild j edoch immens. Die südliche Hälft e des Ort es ist sowohl st ärker von akt uellen als auch pot enziellen Leerst änden bet roffen. In St adlern best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 0,53 ha, auf denen sich neun Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 22 Baulücken vor.

Abb. 30: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

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Stärken und Schwächen St ärken  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  im Vergleich viele Arbeit splät ze durch ort sansässiges Unt ernehmen (250 Arbeit splät ze)  Nähe zu Tschechien  Dorfladen vorhanden Schwächen  besonders st arker Bevölkerungsrückgang zwischen 1999 und 2009  im Vergleich hohes Durchschnit t salt er  sehr hoher zu erwart ender Leerst and  kein Bäcker oder Met zger vor Ort  fehlende greifbare Ort smit t e  Schule und Kinderbet reuung nicht vorhanden  schlecht er ÖPNV-Anschluss  hohe Ent fernung zur Aut obahn (24 km)

 gut e Int ernet versorgung

3.8 Teunz
Bevölkerungsentwicklung und -struktur In der Gemeinde Teunz hat sich von 1999 bis zum Jahr 2009 ein leicht er Einwohnerzuwachs um 0,4% von 1.958 auf 1.966 Einwohnern vollzogen. Diese posit ive Bevölkerungsent wicklung ist allerdings nur bis zum Jahr 2003 zu beobacht en, seit dem ist ein st et iger Rückgang der Einwohnerzahl in Teunz zu verzeichnen. Seit 1999 ist die Geburt enrat e von 16,9 auf 6,6 deut lich gesunken und die St erberat e im Zehn-Jahres-Vergleich gest iegen, was zu einer negat iven nat ürlichen Bevölkerungsent wicklung führt e. Im Jahr 2009 sind zwei Personen mehr fort gezogen als zugezogen, während es 1999 mit einem Überschuss von drei Zuzügen noch ein posit ives Wanderungssaldo gab. Innerhalb des gleichen Zeit raums hat der Alt ersdurchschnit t von einem geringen Niveau von 37,2 Jahren aus deut lich zugenommen und befand sich laut Abb. 31 im Jahr 2009 bei rund 40,3 Jahren. Bis zum Jahr 2021 wird sich darüber hinaus die Bevölkerungszahl laut Prognose auf 1.840 Einwohner um knapp 7%reduzieren. Das zeit gleiche Auft ret en von Bevölkerungsverlust und zunehmender Alt erung der Einwohner von Teunz hat zur Folge, dass heut e weniger Wohn- und Gewerberaum nachgefragt wird als noch vor zehn Jahren und dass dieser Umst and Auswirkungen (u.a. Wert minderungen, verändert e Wohnst andards) auf dem Immobilienmarkt hat und haben wird. Die Anzahl der Leerst ände wird ohne Gegenmaßnahmen durch diesen demografischen Prozess weit er zunehmen.

55

2050
2023 2029 2004 2007 1992 1997

60, 0
2018

2000
Bevölkerungsanzahl

55, 0
1984 1975

1950 1900 1850 1800 1750

50, 0
43,2

45, 0 40, 0

1840

37,2

37,9

38,1

38,2

38,7

39,2

39,5

39,7

40,0

40,3

35, 0 30, 0

2000

2001

2002

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 31 Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Siedlungsstruktur Die Fläche der Gemeinde Teunz bet rägt insgesamt knapp 30 km² . Mit 64 EW/ km² verfügt die Gemeinde über die zu den anderen 10 Gemeinden dicht est e Besiedlung, wobei diese immer noch unt er dem Durchschnit t des LK Schwandorf mit 97 EW/ km² liegt . Die Gemeinde best eht aus 20 Ort st eilen, wovon neben dem Haupt ort Teunz die Ort st eile Fuchsberg, Kühried und Wildst ein für das Proj ekt der Leerst andsoffensive angemeldet sind. Haupt ort Teunz Die St rukt ur des Haupt ort es ist durch einen kompakt en Ort skern gekennzeichnet , der über eine Mischnut zung von Wohnen und Gewerbe verfügt . Das Zent rum liegt in einem Tal und wird von mehreren Wasserläufen gegliedert . Der Durchgangsverkehr führt direkt durch den Ort skern (Haupt st raße), was zur Belebung beit rägt . Durch die Dorferneuerung wurde der St raßenraum mit Gehwegen usw. at t rakt iv gest alt et und es sind zent rale Treffpunkt e ent st anden. Charakt erist isch für Teunz ist die Zweit eilung des Zent rums durch den Flusslauf der Murach. Die großflächigen Baust rukt uren im Ort skern mit vorwiegend vorhandener Wohnnut zung und vereinzelt en ehemaligen landwirt schaft lichen Hofst ellen sind an mehreren St ellen von Leerst and gekennzeichnet . Nach West en, Norden und Süden erst recken sich längere Siedlungsbänder, in denen sich neuere Wohngebiet e mit Einfamilienhausbebauung befinden. Für eine höhere At t rakt ivit ät des Ort skerns wird es wicht ig sein, einen st ädt ebaulichen Magnet in der Mit t e von Teunz zu et ablieren, der durch eine Mischnut zung Anziehungspunkt und Verbindungsfunkt ion im Ort skern zugleich darst ellt . Fuchsberg Fuchsberg ist durch ein kompakt es Zent rum geprägt , das mit größeren Wohn- und Gewerbegebäuden bebaut ist . Gegliedert wird die Ort schaft durch einen zent ralen Plat z, an welchem die zent rale Durchfahrt sst raße vorbeiführt . Das Gast haus Fuchsberg biet et zudem eine wicht ige Funkt ion als Treffpunkt für die Ort st eilbevölkerung. Im West en befindet sich die Schlossbrauerei Fuchsberg, die einen größeren Baukörper darst ellt und derzeit seine Gebäude durch

56

'Durchschnittsalter

1966

einen Neubau erweit ert . Während der größt e Teil der Bebauung von dörflich geprägt en Häusern und landwirt schaft lichen Hofst ellen geprägt ist , ist im Nordwest en ein neues Wohngebiet mit Einfamilienhäusern ent st anden. Somit gibt es zwei Siedlungsschwerpunkt e in Fuchsberg, die durch die Haupt st raße mit einander verbunden sind. Kühried Der Ort st eil Kühried ist eine linienhaft e Siedlung. Im West en ist mit dem neuen Gebäude der freiwilligen Feuerwehr ein Zent rum der Dorfkult ur vorhanden, während am anderen Ende des Ort st eiles die Kirche mit einer kleinen Kapelle exist iert . Dazwischen gibt es ausschließlich Gebäude mit Wohn- und landwirt schaft licher Nut zung, sodass die belebenden Funkt ionen am Ort srand angesiedelt sind. Vom Ort skern nach Nordwest en führt eine St raße mit neuer Wohnbebauung. Aufgrund der Höhenlage (580 m NN) biet et sich Kühried für t ourist ische Nut zungen an, die aufgrund der peripheren Lage Erholungsurlaub in Ruhe ermöglichen. Des Weit eren ist der Ort st eil für j unge Familien ideal, die mit dem Aut o schnell nach Teunz zum Einkaufen fahren können und ansonst en eine sichere und nat urnahe Umgebung für ihre Kinder vorfinden möcht en. Wildst ein Die auf der höchst en Erhebung der Gemeinde (740 m NN) gelegene Ort schaft verfügt über ein Zent rum, in dem drei St raßen zusammenführen. Am zent ralen Plat z im Ort skern, der j edoch wenig Aufent halt squalit ät biet et , befindet sich ein Gast hof. Die kleine Kapelle liegt direkt an der Haupt st raße im Zent rum, sodass wicht ige Funkt ionen im Ort skern konzent riert und durch kurze Wege fußläufig erreichbar sind. Die Bebauung ist vorwiegend durch größere Wohngebäude und landwirt schaft lich genut zt e Höfe geprägt . Am öst lichen Ort srand liegt ein Badeweiher und im nordwest lichen Bereich befindet sich abseit s der St raßen eine Burgruine, welche als Wanderziel ent lang des Jakobsweges dient . Der Ort st eil Wildst ein biet et insbesondere für Tourist en eine geeignet e Infrast rukt ur vor Ort sowie eine sehenswert e Landschaft als Panorama-Ausblick. Wirtschaftsstruktur Die Anzahl der Beschäft igt en hat sich in Teunz seit 1999 auf über 420 sozialversicherungspflicht ige Beschäft igt e verdoppelt . Mit 213,6 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en j e 1.000 EW fällt die Arbeit splat zdicht e im Vergleich zum Durchschnit t der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW) hoch aus. Der posit ive Trend der Wirt schaft sent wicklung hat in Teunz auch keine größeren Auswirkungen auf die Bevölkerungsent wicklung. Lediglich das negat ive Pendlersaldo ist gesunken. Der Gewinn an Arbeit splät zen ist insbesondere im Bereich der Dienst leist ungen zu verzeichnen. Im Gegensat z dazu sank die Anzahl der Beschäft igt en im produzierenden Gewerbe. Wicht ige Bereiche der Bet riebe liegen im IT-Gewerbe, Brauereiwesen und in der Holzverarbeit ung. Der größt e Arbeit geber ist die Firma Klug – Int egriert e Syst eme (Soft ware-

57

Ent wicklung) mit 250 Arbeit splät zen und bildet daher das prägendst e Unt ernehmen der Gemeinde Teunz. Tourismus Es sind zwei Übernacht ungsmöglichkeit en und acht gast ronomische Bet riebe in der Gemeinde Teunz vorhanden. Allerdings biet en die beiden Gast höfe im Haupt ort Teunz nur noch Get ränkeausschank sowie Brot zeit en und nur noch ab und zu warme Mahlzeit en an. Die t ourist ischen Angebot e vert eilen sich über das gesamt e Gemeindegebiet , sodass noch bessere Verknüpfungen herausgearbeit et werden sollt en, um die Wirt schaft skraft dieses Sekt ors zu erhöhen. Mit dem Jakobsweg und dem Goldst eig (Ort st eil Wildst ein) führen zwei größere Wanderwege durch das Gemeindegebiet . Die Übernacht ungszahlen im Tourismus sind dennoch seit Jahren rückläufig, wobei es häufig an Qualit ät sst andards der Angebot e mangelt [vgl. Int erview Eckl]. Einzelhandel Der Einzelhandel konzent riert sich im Haupt ort Teunz in der Ort smit t e an der Haupt - und Nabburger St raße. Hier exist ieren eine Bäckerei mit Lebensmit t elgeschäft , zwei Met zgereien sowie ein Text il- und Zeit schrift enladen, sodass die Nahversorgung im Haupt ort gut funkt ioniert .

Soziale Infrastruktur In der Gemeinde Teunz gibt es einen Allgemeinarzt und eine Zahnärzt in im Ort skern, sodass die medizinische Versorgung gewährleist et ist . In der Nachbargemeinde Oberviecht ach befinden sich zudem weit ere Ärzt e und Fachärzt e. Die schulische Versorgung wird in den unt eren Klassen von der Grundschule im Haupt ort übernommen. Zu weit erführenden Schulen müssen die Schüler mit dem Schulbus nach Oberviecht ach fahren. Im Haupt ort gibt es auch einen Kindergart en, sodass die sozialen Einricht ungen für Familien insgesamt als gut bewert et werden können. Die Vereine biet en ein großes Angebot an unt erschiedlichen Freizeit möglichkeit en.

58

Technische Infrastruktur Die verkehrliche Anbindung von Teunz wird durch die direkt e Lage an der Bundesst raße 22 gesichert . Zu den Aut obahnen A6 und A93 sind es j eweils 20 Minut en. Der nächst e Bahnhof mit Regionalverkehr liegt in Nabburg (20 Minut en). Der öffent liche Personennahverkehr wird durch die Linie Nabburg-Oberviecht ach-Schönsee dreimal t äglich und einmal sonnt ags, sowie den Schulbusverkehr gewährleist et . Die Int ernet versorgung ist in allen Ort st eilen als schlecht einzust ufen, wobei bereit s Verbesserungen der Verbindungen mit einer beauft ragt en Firma geplant sind. Eine Aufwert ung dieser wicht igen Infrast rukt ur könnt e in Zukunft die Ansiedlung neuer Unt ernehmen fördern und ist daher zu forcieren. Leerstandsstruktur In der Gemeinde Teunz st ehen derzeit 28 Gebäude leer. Davon befinden sich 13 im Haupt ort , sieben in Fuchsberg, vier in Kühried, drei in Wildst ein und eins im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das Einfamilienhaus (21 Gebäude) sowie das dörflich t radit ionelle Haus mit St all (4 Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 4,6% und liegt damit unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Pot enziell von Leerst and bedroht sind weit ere 30 Gebäude. Davon liegen siebzehn im Haupt ort , sechs in Fuchsberg, drei in Kühried und vier im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (27 Gebäude). Insgesamt sind 5% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 9,6% und liegt somit niedriger als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). Akt uell konzent rieren sich die ungenut zt en Gebäude haupt sächlich im alt en Ort skern. Ein Großt eil wurde vor 1919 erbaut . In Teunz best ehen erhebliche in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 7 ha, auf denen sich 52 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 74 Baulücken vor.

59

Abb. 32 akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen St ärken  kein Bevölkerungsverlust zwischen 1999 und 2009  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  ort sansässiger Allgemeinmediziner  im Vergleich viele Arbeit splät ze Schwächen  schlecht e Int ernet versorgung

 im Vergleich niedriges Durchschnit t salt er

 Konzent rat ion der Leerst ände im Ort skern

 Brauerei mit gut em Image in der Region  Lage an B 22  Lage nahe Oberviecht ach

 prosperierendes Soft ware-Unt ernehmen

 umfassendes Angebot an Nahversorgung  Schule und Kinderbet reuung vorhanden

60

3.9 Thanstein
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Für die Gemeinde Thanst ein lässt sich eine auf den erst en Blick hin st abile Bevölkerungsent wicklung fest halt en. Die Einwohnerzahl bet rug 1999 979 Einwohner und ist bis 2009 um 0,5% gest iegen. Mit einem Durchschnit t salt er von 40,1 Jahren ist Thanst ein im Vergleich zu den anderen Gemeinden mit einer der j üngst en Gemeinden. Nach der Prognose des St at ist ischen Landesamt es für Bayern wird j edoch die Bevölkerung bis 2021 auf 900 Einwohner sinken und ein erhöht es durchschnit t liches Alt er von 42,3 Jahren erreichen.
60, 0
1028 1014 1011 1020

1020
Bevölkerungsanzahl

55, 0
1002 1002 999

970 920

50, 0
42,3

45, 0 40, 0 35, 0 30, 0

870 820 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Jahr

2006

2007

2008

2009 2021 (Progn.)

Abb. 33: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Der negat ive Wanderungssaldo der Jahre 2005 bis 2009 t rug zu einem erhöht en Bevölkerungsrückgang bei. Die Geburt enzahl lag in diesem Zeit raum hingegen höher als die Zahl der St erbefälle, was darauf schließen lässt , dass in Thanst ein mehr j unge Familien leben. Die Geburt enzahl kann j edoch ein Anst eigen des Alt ersdurchschnit t es nicht verhindern. Seit 1999 ist der Ant eil der unt er 18-j ährigen um 11,3% zurückgegangen. Der Ant eil der Alt ersgruppe über 65 Jahre nahm in den Jahren 1999 bis 2009 um 3,9%zu. Siedlungsstruktur Die Gemeinde Thanst ein besit zt eine Flächengröße von knapp 28 km² und best eht aus 22 Ort st eilen. Die Einwohnerdicht e liegt bei 35,3 EW/ km² . Es handelt sich bei vielen Ort st eilen um Aussiedlerhöfe mit großen landwirt schaft lichen Flächen. Für das Proj ekt der Leerst andsoffensive sind die beiden Ort st eile Thanst ein und Kulz angemeldet . Haupt ort Thanst ein Der Ort st eil Thanst ein ist ein Kirchdorf mit Hanglage. Der Ort skern ist geprägt von Wohngebäuden und der Kirche. Über der Kirche liegt am höchst en Punkt des Ort es eine Burgruine. Die Haupt st raße führt unt erhalb des Dorfes ent lang und ent schleunigt somit den Dorfkern. An ihr grenzen kleinere Wohngrundst ücke und Gehöft e an.

900

37,8

37,5

37,9

37,7

37,9

38,4

38,7

39,2

39,7

40,1

Durchschnittsalter

986

988

984

61

Die dicht e und durchmischt e Bebauung im Kern des Dorfes lässt auf einen int akt en Ort skern schließen. Baulücken befinden sich vor allem am Ort srand. Die Lage am Hang, die engen verzweigt en St raßen und die (Haupt -)St raßenführung st ellen für beide Ort st eile ein Pot enzial als Wohnort mit ruhiger Lage und als at t rakt iven Erholungsort dar. Kulz Kulz liegt am Hang und ist ebenfalls als Kirchdorf durch einzelne Gehöft e und Wohngrundst ücke um den Ort skern geprägt . Der hist orische Dorfkern wird durch die Haupt st raße, welche am Fuß des Hanges verläuft , beruhigt . Südlich des Ort skerns erst reckt sich eine weit läufige St reusiedlung. West lich des Ort skerns erst reckt sich eine Neubausiedlung, welche noch Verdicht ungspot enzial aufweist . Wirtschaftsstruktur In der Gemeinde Thanst ein lässt sich ein Arbeit splat zrückgang seit 1999 von 10,5% verzeichnen. Mit einer Anzahl von 51 sozialversicherungspflicht igen Arbeit splät zen j e 1.000 Einwohner liegt Thanst ein weit unt er dem Durchschnit t der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW). Der Bereich des produzierenden Gewerbes ist , aufgrund der Ent fernung zur Aut obahn, eher gering ausgeprägt . Derzeit sind ein Granit werk, ein Milchbauer und eine Schreinerei in der Gemeinde ansässig.

Tourismus Die At t rakt ivit ät der Ort st eile Kulz und Thanst ein als Tourist enziel wird neben der Lage und der Ort sst rukt ur auch in dem hohen Angebot an Übernacht ungsmöglichkeit en und Gast ronomiebet rieben deut lich. Es gibt zehn Bet riebe mit Übernacht ungsmöglichkeit en. Zu erwähnen ist hier der Krämer Hof in Kulz mit acht Doppelzimmern im Angebot . Unt erst üt zt wird die Gemeinde Thanst ein hinsicht lich der At t rakt ivit ät als t ourist ischer Zielort durch das vorhandene Rad-und Wanderwegangebot . Einzelhandel Die schnelle Versorgung mit Nahrungsmit t eln des t äglichen Bedarfs ist in der Gemeinde mit drei Lebensmit t elläden und einem Met zger unt er Berücksicht igung der Ent fernung zum nächst größeren Ort , Neunburg vorm Wald (zehn Minut en), als ausreichend anzusehen.

62

Soziale Infrastruktur Aufgrund des st eigenden Alt ers best eht Handlungsbedarf für den Ausbau der medizinischen Versorgung, welche zurzeit aus nur einem Pflegedienst best eht . Derzeit befindet sich in Thanst ein noch eine Grundschule, deren Schließung j edoch bevorst eht .

Technische Infrastruktur Eine Buslinie unt erhält den öffent lichen Wochenverkehr mit fünf Fahrt en haupt sächlich für den Schülerverkehr und zwei Fahrt en an j edem Samst ag. Zudem t rägt ein Bürgerbus zur Verbindung zu den nächst größeren Ort en Diet erskirchen und Neunburg vorm Wald, mit j eweils einer Fahrt am Dienst ag und am Donnerst ag bei. Die nächst en Aut obahnanbindungen befinden sich ca. 35 Minut en ent fernt .

Leerstandsstruktur In der Gemeinde Thanst ein st ehen derzeit 17 Gebäude leer. Davon befinden sich vier im Haupt ort , acht in Kulz und fünf im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das dörflich t radit ionelle Haus mit St all (sieben Gebäude) sowie das Einfamilienhaus (fünf Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 4,9%und liegt damit unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e (6,5% ). Pot enziell von Leerst and bedroht sind weit ere zwölf Gebäude. Davon liegen j eweils fünf im Haupt ort und in Kulz und zwei im rest lichen Gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (sieben Gebäude). Insgesamt sind 3,9% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 9,6% und liegt somit niedriger als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% ).

63

Die Leerst ände in Kulz erst recken sich vorrangig ent lang der Haupt verkehrsst raße. Die zu erwart enden Leerst ände konzent rieren sich dagegen im Ort skern, vereinzelt im Siedlungsgebiet . Die gemeldet en Leerst ände in Thanst ein vert eilen sich gleichmäßig über den gesamt en Ort .

Wie auch in Kulz werden die zukünft igen Leerst ände zu einem großen Teil im Ort skern gesehen. In Thanst ein best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 1,3 ha, auf denen sich 14 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von B-Plangebiet en liegenden Reserven liegen 41 Baulücken vor.
Abb. 34: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen St ärken  kein Bevölkerungsverlust zwischen 1999 und 2009  akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Dorfladen und Met zger vorhanden  dicht e Ort skernst rukt ur Schwächen  im Vergleich sehr wenige Arbeit splät ze  schlecht e Int ernet versorgung  kein Bäcker vor Ort

 im Vergleich niedriges Durchschnit t salt er  wenige weit ere Leerst ände zu erwart en

 hohe Ent fernung zur Aut obahn (31 km)

 Ort skerne von zu erwart endem Leerst and bet roffen

64

3.10 Weiding
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Die Bevölkerungszahl hat seit 1999 st et ig abgenommen und ist seit dem um 13,6% gesunken. Für 2021 wird ein Bevölkerungsrückgang auf 470 Einwohner vorausgesagt . Auffallend für die Gemeinde Weiding ist der hohe Alt ersdurchschnit t , der akt uell bei 46,8 Jahren liegt . Ausgehend von dieser bisherigen Ent wicklung ist für das Jahr 2021 ein Durchschnit t von 51,4 Jahren zu prognost izieren.
639 629 632
60, 0

625

617

608

593

572

564

557

550
Bevölkerungsanzahl

51,4

55, 0 50, 0 45, 0 40, 0
Durchschnittsalter

43,3

43,4

44,3

43,9

44,3

44,6

45,5

46,1

350 250 150 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Jahr

470
2021 (Progn.)

450

46,4

46,8

35, 0 30, 0 2006 2007 2008 2009

Abb. 35: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Die Bevölkerungsabnahme ist , bedingt durch das Durchschnit t salt er, auf die hohe St erberat e zurückzuführen. Hinzu kommt , dass in den Jahren 2005 bis 2009 kaum Geburt en zu verzeichnen sind. Dem negat iven nat ürlichen Ent wicklungssaldo wird ein fast ausgeglichener Wanderungssaldo ent gegengeset zt . Der Ant eil der unt er-18-Jährigen nahm bis zum Jahr 2009 bis auf 18,6%ab. Der Ant eil der über 65-j ährigen Bevölkerung st ieg hingegen um 7,2%an. Diese Ent wicklung wird den Schwerpunkt für die Nachfrage nach Wohnraum und Baugrund in Zukunft verändern. Qualit ät en wie Barrierefreiheit oder die Nähe zu Versorgungseinricht ungen werden an Bedeut ung gewinnen. Siedlungsstruktur Weiding ist mit sechs Ort st eilen und einer Flächengröße von gut 22 km² die zweit kleinst e t eilnehmende Gemeinde und liegt grenznah zu Tschechien. Mit 24,8 EW/ km² besit zt die Gemeinde eine geringe Siedlungsdicht e, was für die dünnbesiedelt e Region des LK Schwandorf (Durchschnit t = 97 EW/ km² ) j edoch t ypisch ist . Weiding ist ursprünglich als Kirchdorf angelegt , dessen Ort skern sich um die Kirche mit Gebäuden der öffent lichen Nut zung (alt e Schule, zwei Gast häuser) abzeichnet . Nordöst lich des Ort skerns lässt sich eine gewachsene st raßendorfähnliche St rukt ur erkennen, die sich ent lang der Haupt st raße erst reckt .

65

Der neu angelegt e Dorfplat z wurde auf einer Freifläche geplant , umgeben von Wohngrundst ücken und in unmit t elbarer Nähe einer großen Kreuzung. Ein Zugang zur Kirche und zu dem ursprünglichen Ort skern ist nur ent lang der st ark befahrenen Haupt st raße möglich. Dies beeint rächt igt die Ort skernst rukt ur und führt zur Zerst ückelung. Die alt e Schule wird t eilweise als Vereinst reffpunkt genut zt . Weit auseinanderliegende Gehöft e lassen auf eine nacht räglich gewachsene St reusiedlungsst rukt ur schließen. Ausgewiesene neue Baulandflächen unt erst üt zen diese offene Dorfform. Wirtschaftsstruktur In Weiding gibt es akt uell 95 sozialversicherungspflicht ige Arbeit splät ze. Dies ent spricht einer Dicht e von 170,6 Arbeit splät zen pro 1.000 Einwohner und liegt somit beim Durchschnit t der Proj ekt gemeinden (178,8 j e 1.000 EW). Das nur gering negat ive Pendlersaldo (-66) zeigt , dass die ort sgebundenen Firmen eine hohe Beschäft igt enanzahl haben. Es befinden sich der Haupt sit z einer Kält et echnikfirma, Schreinerei, Baggerbet rieb und eine Rolladenbaufirma in Weiding. Der Kräut erherst eller Wurdies besit zt in Weiding eine Lagerund Verarbeit ungsst ät t e. Sechs bis sieben Landwirt e sind in Weiding vollerwerbst ät ig [vgl. Int erview Wirnshofer]. In den Jahren 1999 bis 2009 sind die Arbeit splät ze um 6,9%zurückgegangen. Tourismus Trot z rückläufiger Übernacht ungszahlen ist das Angebot an Beherbergungsbet rieben seit 2004 mit fünf Angebot en best ändig. Die Gäst eankünft e sind von 2008 zu 2009 angest iegen, was sich auf das verändert e Freizeit verhalt en mit vermehrt en Kurzurlaubern zurückführen lässt . Neben den Übernacht ungsangebot en begünst igt die Lage zu Tschechien und das vorhandene Rad-und Wanderwegangebot die Best rebungen, Weiding als t ourist isches Ziel zu erhalt en. Einzelhandel Als von der Einwohnerzahl her kleinst e t eilnehmende Gemeinde besit zt Weiding ein ausreichendes Angebot im Bereich der Nahversorgung (Bäcker, Met zger, drei Gast höfe). Der gewerbliche Dienst leist ungssekt or ist mit einem Frisör und einer Änderungsschneiderei vert ret en. Es wird als wicht ig bet racht et , die vorhandenen Versorgungseinricht ungen zu erhalt en.

66

Soziale Infrastruktur Das Angebot für den medizinischen Dienst leist ungssekt or in Weiding beschränkt sich auf eine Physiot herapie und ein Pflegeheim für Behindert e, welches sich außerhalb des Ort es in Waldnähe befindet . Aufgrund des zu erwart enden hohen Alt ersdurchschnit t es in Weiding sind die medizinischen Versorgungsmöglichkeit en im Ort unzureichend. Die Nähe zu Schönsee (ca. fünf min Fahrt zeit ) ermöglicht eine allgemeinmedizinische Versorgung und das nöt ige Angebot an Schulen und Kindergärt en. Die Bürgerbet eiligung lässt sich als rege einst ufen, z.B. durch den Bürgerbus [vgl. Int erview Wirnshofer]. Technische Infrastruktur Derzeit gibt es zwei Buslinien mit j e drei Fahrt en am Tag nach Waldmünchen und einer Fahrt am Tag nach Schönsee. Eine Verbesserung der Sit uat ion wird mit dem Einsat z eines Bürgerbusses, welcher zusät zlich einmal in der Woche nach Schönsee fährt , ermöglicht . Des Weit eren ist Weiding nicht direkt von den Aut obahnen A6 und A93 (30/ 50 Minut en) und der Bundesst raße B22 (15 Minut en) erreichbar. Um die Möglichkeit ort sungebundener Arbeit splät ze zu gewährleist en, ist die schlecht e Int ernet anbindung besser auszubauen.

Leerstandsstruktur In der Gemeinde Weiding st ehen derzeit sechs Gebäude leer, welche sämt lich im Haupt ort liegen. Bet roffen sind ausschließlich Einfamilienhäuser. Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt in Weiding 3,1% und liegt damit unt er der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). In den nächst en Jahren werden keine weit eren leerst ehenden Gebäude erwart et . Somit bet rägt auch die t endenzielle Leerst andsquot e im Bereich Wohnen 3,1% und liegt damit sehr deut lich niedriger als die t endenzielle Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). In Weiding best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 1,18 ha, auf denen sich 14 Wohneinheit en realisieren lassen.

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Abb. 36: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen

St ärken

 akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Lage nahe Schönsee  Nähe zu Tschechien

Schwächen

 besonders st arker Bevölkerungsrückgang zwischen 1999 und 2009  im Vergleich besonders hohes Durchschnit t salt er  kein breit es Lebensmit t elangebot  Überangebot an Bauplät zen

 Bäcker und Met zger vorhanden

 im Vergleich noch geringer Leerst and

 gut e Int ernet versorgung ab 2012

 Schule und Kinderbet reuung nicht vorhanden

3.11 Winklarn
Bevölkerungsentwicklung und -struktur Die Bevölkerungszahl im Markt Winklarn ist seit 1999 um 0,2% auf 1.451 Einwohner leicht zurückgegangen. Die Geburt enrat e liegt unt er der St erberat e. Ein Zuwachs durch nat ürliche Bevölkerungsent wicklung ist damit nicht gegeben. In Winklarn gab es in den Jahren 2005 bis

68

2009 mehr Fort - als Zuzüge, was die Folgen der negat iven nat ürlichen Bevölkerungsent wicklung verst ärkt . Die Anzahl der unt er 18-Jährigen ist im Bet racht ungszeit raum um -10,8% deut lich gesunken. Die Veränderungen zeigen sich auch im Anst ieg des Durchschnit t salt ers, das im Zeit raum 1999 bis 2009 von 41 auf 41,7 Jahre leicht gest iegen ist . Laut Prognose des St at ist ischen Landesamt es Bayern wird sich die Bevölkerungszahl bis 2021 um et wa 4% auf 1.390 Einwohner reduzieren und das Durchschnit t salt er auf 42,7 Jahre weit er anst eigen. Die Alt erung der Einwohner, die in den nächst en Jahren fort schreit en wird, sollt e im Wohnund Gewerbeangebot Berücksicht igung finden (u.a. Barrierefreiheit ). Ohne Orient ierung der Immobilienangebot e und Anpassung der lokalen Infrast rukt ur auf die zukünft igen Haupt nut zergruppen wird es vermehrt zu Leerst änden kommen.
1497
1500 60, 0

1485

1474

1479

1452

1448

1448

Bevölkerungsanzahl

1390

1400 1300 1200 1100 1000 900

1441

1447

1451

55, 0 50, 0 45, 0 40, 0 35, 0 30, 0
Durchschnittsalter

41, 0

41, 0

40, 9

41, 1

41, 4

41, 5

41, 5

41, 8

41, 7

41, 7

42, 7

2000

2001

2002

2003

2004

2005
Jahr

2006

2007

2008

2009

2021 (Progn.)

Abb. 37: Bevölkerungsent wicklung [eigene Darst ellung nach St at ist isches Landesamt Bayern]

Siedlungsstruktur Die Fläche des Markt es Winklarn bet rägt insgesamt 33,8 km² . Mit einer Einwohnerdicht e von 43 EW/ km² verfügt die Markt gemeinde über eine zum LK Schwandorf mit 97 EW/ km² vergleichsweise dünne Besiedlung, die sich haupt sächlich durch die vielen kleint eiligen Ort st eile bemerkbar macht . Neben dem Haupt ort Winklarn t eilt sich das Markt gemeindegebiet auf 20 Ort st eile auf, wovon der Haupt ort Winklarn sowie die beiden Ort st eile Muschenried und Schneeberg für das Proj ekt der Leerst andsoffensive angemeldet sind. Haupt ort Winkl arn Im Haupt ort der Markt gemeinde ist eine klar gegliedert e st ädt ebauliche St rukt ur vorzufinden. Direkt im Zent rum befindet sich der Markt plat z, der von einer Durchfahrt sst raße flankiert und am öst lichen Ende in Sicht weit e von einer Kirche begrenzt wird. Das Niveau des Plat zes ist von West nach Ost in der Höhe abfallend. Der zent rale Ort skern wird durch die St raßen Neunburger St raße, Brauhausst raße, Röt zer St raße sowie dem Markt plat z markiert . Hier ist eine markant e Blockrandst rukt ur vorhanden, die die haupt sächlichen Versorgungseinricht ungen mit Einzelhandel und Dienst leist ungen beinhalt et . Charakt erist isch für den Markt Winklarn sind vielerort s Tore an den Grundst ückseinfahrt en, die Blicke auf den Innenhof freigeben.

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Während der Ort skern und der südliche Bereich dicht er bebaut sind und eine kompakt e Bebauungsst rukt ur aufweisen, ist im Norden eine lockere Bebauung mit neueren Einfamilienhäusern vorhanden. Im öst lichen Bereich des Haupt ort es sind zudem zwei größere Baukörper mit großzügigem umliegenden Freiraum vorhanden: Die alt e Brauerei Bet z sowie die Grundschule der Gemeinde Thanst ein und des Markt s Winklarn. Im Nordost en ist ein neues Wohngebiet mit Einfamilienhausbebauung gelegen, das Pot enzial zur Nachverdicht ung aufweist . Muschenried Der größt e Ort st eil des Markt s Winklarn besit zt einen zent ralen Plat z im Ort skern, von dem die St raßen net zart ig in alle Richt ungen verlaufen. Die Gebäude sind j edoch st ark in zwei Richt ungen konzent riert vert eilt : nach Südwest en sowie Südost en. Während im direkt en Zent rum größere Landwirt schaft shöfe angesiedelt sind, befinden sich in den äußeren Bereichen eher Einfamilienhäuser mit großzügigen privat en Gärt en. Der west liche Teil von Muschenried ist ent lang einer einzigen Haupt st raße mit Wohnhäusern bebaut , während im Ost en mehrere Erschließungswege vorzufinden sind. Am Rand des Ort st eiles ist ein neues Wohngebiet mit Einfamilienhausbebauung angegliedert , das sich durch seine planmäßige Grundst ücksparzellierung st ark vom übrigen hist orisch gewachsenen Bereich Muschenrieds unt erscheidet . Schneeberg Der unt erhalb des Haupt ort es gelegene kleinere Ort st eil erst reckt sich wie ein Band ent lang der Haupt st raße. Der zent rale Ort skern ist kaum fassbar, wird j edoch im Zent rum durch eine kompakt ere Bebauungsst rukt ur erkennbar. Ein zent raler Treffpunkt in Form eines Dorfplat zes ist allerdings nicht vorhanden. An den Rändern ist eine deut lich perforiert e Siedlungsst rukt ur vorhanden, insbesondere im Süden, die von Einfamilienhausbebauung und Nebengebäuden gebildet wird. Die ehemals landwirt schaft liche Prägung ist auch heut e noch durch größere Hofanlagen im Ort skern nachzuvollziehen. Wirtschaftsstruktur Die Beschäft igt enzahl hat sich im Markt Winklarn seit 1999 um 2,1% auf 242 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt e erhöht . Der leicht posit ive Trend der Wirt schaft sent wicklung st eht in Winklarn somit im Gegensat z zu der absinkenden Bevölkerungsent wicklung. Das negat ive Pendlersaldo ist hingegen weit er auf –251 Personen gest iegen. Mit 166,8 sozialversicherungspflicht ig Beschäft igt en j e 1.000 EW fällt die Arbeit splat zdicht e im Vergleich zum Proj ekt durchschnit t (178,8 j e 1.000 EW) unt erdurchschnit t lich aus. Die Vert eilung der Arbeit splät ze in den einzelnen Wirt schaft sbereichen hat sich zum Teil deut lich verändert . Während die Zahl der Beschäft igt en im produzierenden Gewerbe und im Bereich Dienst leist ungen gesunken ist , st ieg die Anzahl der Beschäft igt en im Bereich Handel, Verkehr, Gast gewerbe. Der Großt eil der Gewerbebet riebe konzent riert sich haupt sächlich auf den Haupt ort Winklarn und den Ort st eil Muschenried. Der größt e Arbeit geber ist die Elekt rokonfession Königer im Ort st eil Muschenried mit ca. 80 Beschäft igt en [vgl. Int erview Sailer].

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Tourismus Im Ort skern, am Markt plat z, befinden sich zwei von sieben Gast häusern des Markt es, sodass die gast ronomische Versorgung in Winklarn als gut bewert et werden kann. Für Übernacht ungsmöglichkeit en gibt es im Markt j edoch nur zwei Anbiet er, wobei der Schwerpunkt im Ort st eil Muschenried liegt . Mit dem Bayerisch-Böhmischen Freundschaft sweg befindet sich ein Radweg auf der ehemaligen Bahnt rasse im Ort st eil Schneeberg am Rand des Markt es Winklarn. Der Aschat al-Radweg, der auf den Oberpfälzer Seenland-Radweg mündet , führt auf diese Trasse im Ort st eil Schneeberg. Mit dem Goldst eig führt ein Wanderweg am Rand durch das Markt gemeindegebiet . Die Übernacht ungszahlen im Tourismus sind dennoch rückläufig [vgl. Int erview Sailer]. Die verkehrst echnisch günst ige Lage und die Wander- bzw. Radwege können als Grundlage für weit ere Ausbaumöglichkeit en im Tourismusbereich genut zt werden. Einzelhandel Der Einzelhandel vert eilt sich auf elf Händler, davon fünf im Lebensmit t elbereich. Im Haupt ort Winklarn ist der Großt eil der Läden in der Ort smit t e um den Markt plat z angesiedelt . Die Nahversorgung ist mit einer Kondit orei, einem Bäcker, Lebensmit t elgeschäft und Met zgerei vergleichsweise gut ausgest at t et .

Soziale Infrastruktur Im Markt Winklarn gibt es einen Allgemeinmediziner im Ort skern. In der Nachbargemeinde Oberviecht ach befinden sich weit ere niedergelassene Ärzt e. Zusammen mit der Gemeinde Thanst ein unt erhält die Markt gemeinde eine Grundschule am Ort srand von Winklarn. Die weit erführenden Schulen müssen in Oberviecht ach aufgesucht werden. Im Haupt ort gibt es einen Kindergart en, sodass die sozialen Einricht ungen für Familien insgesamt als gut bewert et werden können. Die Vereine biet en ein großes Angebot an unt erschiedlichen Freizeit möglichkeit en. Das Vereinsleben konzent riert sich vorwiegend auf den Ort skern von Winklarn.

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Technische Infrastruktur Der Markt Winklarn ist durch die direkt e Lage an der Bundesst raße 22 verkehrlich gut angebunden. Zu den Aut obahnen A6 und A93 sind es j eweils 30 Minut en. Der nächst e Bahnhof mit Regionalverkehr befindet sich in Nabburg (30 Minut en). Der öffent liche Personennahverkehr mit Bussen wird durch die Linie Waldmünchen-Tiefenbach-Winklarn-Oberviecht ach dreimal t äglich und die Linie Waldmünchen-Irlach-WinklarnRöt z-Waldmünchen zweimal t äglich sowie den Schulbusverkehr gewährleist et [vgl. LK Cham 2011]. Die Int ernet versorgung ist im Haupt ort Winklarn als gut einzust ufen, während die Verbindungen in den übrigen Ort st eilen z.T. schlecht er sind. Eine gleichmäßige Leist ungsversorgung aller Ort st eile und die bereit s vorhandene gut e Versorgung mit dieser wicht igen Infrast rukt ur ist in Zukunft ein wicht iger Best andt eil für die Förderung und Ansiedlung neuer Unt ernehmen. Leerstandsstruktur Der Markt Winklarn ist vergleichsweise st ark von Leerst and bet roffen. Derzeit st ehen 47 Gebäude leer. Davon befinden sich fünfundzwanzig im Haupt ort , zehn in Schneeberg, vier in Muschenried und acht im rest lichen Markt gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffene Gebäudet ypen sind dabei das Einfamilienhaus (36 Gebäude) sowie das dörflich t radit ionelle Haus mit St all (6 Gebäude). Die derzeit ige Leerst andsquot e im Bereich der Wohngebäude bet rägt 9% und liegt damit über der akt uellen Gesamt leerst andsquot e der elf Gemeinden (6,5% ). Pot enziell von Leerst and bedroht sind im Markt Winklarn weit ere 41 Gebäude. Davon liegen vierundzwanzig im Haupt ort , vier in Muschenried, drei in Schneeberg und zehn im rest lichen Markt gemeindegebiet . Am st ärkst en bet roffen von pot enziellem Leerst and sind Einfamilienhäuser (34 Gebäude). Insgesamt sind 7,9% der Wohngebäude pot enzielle Leerst ände. Die t endenzielle Leerst andsquot e bet rägt 16,9% und liegt somit leicht über der t endenziellen Gesamt leerst andsquot e (15,9% ). Im Haupt ort Winklarn konzent rieren sich die Leerst ände haupt sächlich im Ort skern um den Markt plat z. In Winklarn best ehen in Bebauungsplänen ausgewiesene Baulandreserven mit einer Fläche von 2,66 ha, auf denen sich 19 Wohneinheit en realisieren lassen. Zusammen mit außerhalb von BPlangebiet en liegenden Reserven liegen 41 Baulücken vor.

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Abb. 38: akt uelle Sit uat ion der genut zt en und leerst ehenden Gebäude, Baulandreserven [eigene Darst ellung nach Leerst andsdat enbank]

Stärken und Schwächen St ärken  nahezu st abile Bevölkerungszahl zwischen 1999 und 2009  ort sansässiger Allgemeinmediziner Schwächen  hohe Ent fernung zur Aut obahn (26 km)

 akt ives Vereinsleben/ st arkes Ehrenamt  Lage an B 22

 im Vergleich hoher akt ueller Leerst and mit Konzent rat ion im hist orischen Ort skern

 gut e Int ernet versorgung (Haupt ort )

 Arbeit splat zverlust im Dienst leist ungsbereich

 st ädt ebauliches Pot enzial (Markt plat z, urbane St rukt uren)

 umfassendes Angebot an Nahversorgung  Schule und Kinderbet reuung vorhanden

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3.12 Gemeindeübergreifende Betrachtung von Chancen und Risiken
Neben den individuellen St ärken und Schwächen auf Gemeindeebene best ehen generelle regionsbezogene, bundesweit e oder sogar globale Trends, die die Ent wicklung der einzelnen Gemeinden mit prägen. Angesprochen sind hier allgemeine demographische und wirt schaft liche Veränderungsprozesse, gesellschaft liche Veränderungen im Lebensst il, im Freizeit - und Mobilit ät sverhalt en und in der Arbeit swelt . Zu unt erscheiden sind dabei Ent wicklungen, die als Chance gesehen werden können und solche, die eine Bedrohung für die Zukunft sfähigkeit einer Region darst ellen. Es st ellt sich die Herausforderung, mit Risiken umzugehen und Chancen zu nut zen. Dabei dient die St ärken-Schwächen-Analyse der Gemeinden als Wegweiser: Ist ein Risiko aufgrund einer Schwäche für die Gemeinde besonders bedrohlich? Lässt sich ein allgemeiner Aufwärt st rend in Kombinat ion mit einer passenden St ärke ideal nut zen? Beispielsweise profit ieren besonders j ene Ort e von ort sunabhängigen int ernet gebundenen Arbeit splät zen, die in diesem Bereich eine gut e Versorgung aufweisen können. Ent scheidende Ent wicklungen sind nachfolgend aufgelist et . Chancen  Zunahme des Inlandt ourismus Risiken  Abnahme und Überalt erung der Bevölkerung

 st eigende Akzept anz des Fahrradt ourismus (z.B. Gemeinden am BayerischBöhmischen Freundschaft sweg)  Zunahme des Pilgert ourismus (Gemeinden am Jakobsweg)  Imagezuwachs regionaler Produkt e

 Zunahme von Alt ersarmut und allein st ehenden Senioren  Abwanderungst endenzen in ent legenen ländlichen Regionen

 Aufrecht erhalt en von ört lichen Tradit ionen (z.B. Zoiglbier in Eslarn, Wirt shauskult ur)

 selekt ive Abwanderung weiblicher, gebildet er Bevölkerungst eile  Ausdünnung der medizinischen Versorgungsst rukt uren im ländlichen Raum

 St eigende Bedeut ung eines lebenswert en Wohnumfeldes (Landschaft , Ruhe, Sicherheit )

 Zunahme bürgerschaft lich get ragener Proj ekt e (z.B. Dorfgemeinschaft szent rum Alt falt er oder Bürgerbus Niedermurach)  Zuwachs im Bereich ort sunabhängiger int ernet gebundener Arbeit splät ze

 Schließung und Abbau von t echnischen und sozialen Infrast rukt ureinricht ungen bei fehlender Auslast ung durch Bevölkerungsrückgang (z.B. Schule Thanst ein)  Überlast ung kommunaler Haushalt e  Weit ere Abnahme landwirt schaft licher Bet riebe, Hofst ellen fallen brach

 Int ensivierung der grenzüberschreit enden Beziehungen zu Tschechien (z.B. CeBB in Schönsee)  Abbau der einseit igen Förderung von Neubau

 st eigende Bereit schaft zur arbeit splat z – und freizeit bezogenen Mobilit ät

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4. Zwischenfazit
In allen elf Gemeinden wird die Zahl der Leerst ände in Zukunft deut lich zunehmen. Bereit s heut e sind von insgesamt über 5.200 Wohngebäuden im Proj ekt gebiet 341 Immobilien ohne Nut zung. Im Rahmen des demografischen und wirt schaft lichen Wandels wird eine dramat ische Zunahme der Leerst andsquot e von akt uell 6,5% um knapp 9,4% erwart et . Die gesamt e Anzahl der Leerst ände wird sich damit auf 830 leerst ehende Wohngebäude mehr als verdoppeln, was einer t endenziellen Leerst andsquot e von 15,9% ent spricht . [vgl. Leerst andsdat enbank] Diese ergibt sich aus der Summe der bereit s best ehenden Leerst ände und der Wohngebäude, die in naher Zukunft leerst ehen werden.

Abb. 39: Leerst andsquot e der elf Gemeinden (li.), Leerst and im Ort skern von Schönsee (re.) [vgl. Leerst andsdat enbank (li.), eigenes Fot o (re.)]

Aufgrund des sehr weit reichenden Einzugsbereiches der an der LSO t eilnehmenden Kommunen und der Grenzlage zum Nachbarst aat Tschechien ergeben sich bei den Ursachen und Ausmaßen der wachsenden Leerst andsproblemat ik in den elf Gemeinden sehr differenziert e Ergebnisse. Eines wird in vielen Bereichen deut lich: Es gibt ein st arkes West -Ost -Gefälle. Während die Gemeinden im West en noch von einer gut en Anbindung an die Aut obahn A 93 profit ieren, wirkt sich die schlecht er ausgebaut e Verkehrsinfrast rukt ur im Ost en zusät zlich negat iv auf die Bevölkerungs- und Leerst andsent wicklung aus. Besonders markant wird diese gravierende Veränderung bei der vergleichenden Bet racht ung der Alt ersst rukt ur. Während das Durchschnit t salt er der Bevölkerung in allen Proj ekt gemeinden unt er dem Alt ersdurchschnit t des LK Schwandorf (42,8) liegt , weisen die im Ost en vorhandenen Kommunen Schönsee (44,1), St adlern (44,7) und Weiding (45,8) eine überdurchschnit t lich hohe Alt erung der Gesellschaft auf (vgl. Abb. 40). Damit unmit t elbar verbunden ist auch eine weit ere Abnahme der Bevölkerung in den nächst en Jahren, die in besonderem Maße die Gemeinden im Ost en t rifft und weit ere Leerst ände von Wohngebäuden hervorrufen wird. So werden die Bevölkerungszahlen laut Prognose bis 2021 in den Gemeinden Eslarn, St adlern und Weiding um mehr als – 10%überproport ional reduziert , während in Schwarzach im West en lediglich –3% prognost iziert werden. Eine Ausnahme bildet bei den Gemeinden im Ost en lediglich die St adt Schönsee, die bis 2021 laut Prognose mit –5,3% deut lich weniger Einwohner verliert als die benachbart en Kommunen St adlern und Weiding mit geringerer Infrast rukt urausst at t ung. Ent sprechend der rückläufigen Bevölkerungsent wicklung verhält sich auch die überproport ionale Zunahme der Leerst ände. Im Ost en könnt e die Leerst andsquot e in Zukunft bei knapp unt er 30% liegen, wie das Beispiel der St adt Schönsee mit –29% t endenzieller Leerst andsquot e deut lich macht . Das heißt , j edes 3. – 4. Gebäude könnt e dort in naher Zukunft leer st ehen. Im West en wird die t endenzielle Leerst andsquot e wie in Schwarzach mit 8,8% bzw. Alt endorf mit 13,1% deut lich geringer ausfallen, aber dennoch gegenüber heut e eine Verdopplung erfahren. Im Vergleich der elf Ge-

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meinden wird klar, dass die Kommunen im Ost en einem st ärkeren Handlungsdruck ausgeset zt sind und somit einen größeren Aufwand bet reiben müssen, auch in finanzieller Hinsicht , um die Folgen der demografischen Ent wicklung auszugleichen.

Abb. 40: Alt ersdurchschnit t der LSO-Gemeinden 2010 [Eigene Darst ellung auf Grundkart e Oberpfalz]

Aufgrund der Tat sache, dass in allen elf Gemeinden die Bevölkerung weniger und ält er wird, wird es eine verändert e Nachfrage nach Wohnraum geben. Eine frühzeit ige Beschäft igung mit alt engerecht en Wohnformen und Barrierefreiheit im öffent lichen Raum ist daher dringend anzurat en. Gemeinden mit einer st abilen Ausst at t ung von Infrast rukt ur, wie Verkehrsanbindung, Nahversorgung, und medizinischen Einricht ungen werden durch eine Abschwächung der negat iven Bevölkerungsent wicklung profit ieren. Besonders für j unge Menschen und Familien wird sowohl die Versorgung mit Schulen und Kindert agesst ät t en, als auch die schnelle Int ernet anbindung ein wicht iges Krit erium dafür sein, ob sie an ihrem Wohnort bleiben oder ihn verlassen. Die Immobilienpreise, die Eigent ümer für den Verkauf erzielen können, werden aufgrund der dargest ellt en Sit uat ion in allen elf Gemeinden zukünft ig weit er sinken. Je nach Lagegunst und infrast rukt ureller Anbindung wird der Grundst ückswert höher oder niedriger ausfallen, in der Tendenz aber weit er abnehmen. Als Grund können die prognost iziert en Bevölkerungsabnahmen mit wachsenden Leerst änden sowie die Anzahl der noch vorhandenen Baulücken und Baulandreserven in neuen Wohngebiet en angesehen werden, die in fast allen Gemeinden best ehen. Bereit s heut e sind viele Ort skerne der Mit gliedskommunen als wicht iger Ident ifikat ionspunkt der Gemeinden gefährdet . Funkt ion und At t rakt ivit ät haben durch Zerfallserscheinungen und Geschäft s- oder Gewerbeschließungen deut lich eingebüßt . Ihre ursprünglichen St rukt uren sind meist überformt durch neu ausgewiesene Baulandflächen in den Randlagen und durch das Aussiedeln einzelner landwirt schaft licher Gehöft e. Neben der drohenden Perforat ion bedeut en die erschlossenen unbebaut en Flächen eine zusät zliche finanzielle Belast ung für die einzelnen Gemeinden. Die prognost iziert en Leerst ände werden zukünft ig vermehrt in den Ort smit t en auft ret en, die aufgrund ihrer zent ralen Bedeut ung für die Lebensqualit ät und die Ident ifikat ion zu st ärken sind. Der weit est gehende Erhalt der st ädt ebaulichen St rukt ur und der sensible Umgang mit Abriss sollt en daher element are Best andt eile bei der Weit erent wicklung der Ort skerne sein.

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Immer wicht iger wird im Hinblick auf den wachsenden St andort wet t bewerb und der geringer werdenden Finanzmit t el sein, dass die Gemeinden int erkommunal Aufgaben bündeln und ihre eigenen St ärken herausarbeit en. Das heißt , nicht j ede Kommune kann z. B. mehr eine Schule bet reiben, biet et dafür aber vielleicht eine funkt ionierende Nahversorgung, gast ronomische Einricht ungen oder einen Jugend- bzw. Seniorenclub. Die int erkommunale Zusammenarbeit und Vernet zung ist daher zu forcieren, um Synergieeffekt e zu erzielen. Der wachsenden Zahl der Leerst ände kann nur im Schult erschluss aller bet roffenen Gemeinden begegnet werden.

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5. Konzepte
„ Förderfähig sind vorrangig überört lich zusammenarbeit ende oder ein Net zwerk bildende St ädt e oder Gemeinden in funkt ional verbundenen Gebiet en bzw. kleinere St ädt e in Abst immung mit ihrem Umland“ [VV St ädt ebauförderung 2011, Art . 9 Abs.2]. Dieser gefordert e und im Proj ekt ent sprechend berücksicht igt e Anspruch der int erkommunalen Zusammenarbeit spiegelt sich auch in der Konzept herleit ung wieder. Bei der Ent wicklung von Konzept en wurde nicht vom einzelnen Obj ekt ausgehend vorgegangen sondern die Rahmenbedingungen der elf Gemeinden als Ansat z verwendet . Vorhandene St rukt uren wurden berücksicht igt um zu beurt eilen, welche Bedarfe vor Ort best ehen und gedeckt werden sollt en. Die Vermeidung von Parallelst rukt uren war dabei das Ziel, um keine Konkurrenz zu t eilweise schon schwach ausgelast et en Angebot en aufzubauen. Nicht alle unt ersucht en Handlungsfelder sind durch Konzept e der LSO beeinflussbar. Die t echnische Infrast rukt ur ist insbesondere im Rahmen eines nur zehnmonat igen Proj ekt s wie diesem schwer zu beeinflussen. Alle Konzept e t ragen maßgeblich zur Veränderung der Leerst andsst rukt ur bei und beziehen dabei die Wirt schaft , die Grundversorgung, die Siedlungs- und soziale Infrast rukt ur mit ein. Das Haupt augenmerk bei der Konzept erarbeit ung lag auf der St ärkung und Unt erst üt zung der int erkommunalen Zusammenarbeit . Obj ekt bezogene Konzept e zielen auf eine längerfrist ige Wieder- bzw. Neunut zung ab, hilfest ellende Werkzeuge sollen dabei die Umset zung erleicht ern. Die St rat egien zur Bewusst seinsbildung haben eine kurzfrist ige öffent lichkeit swirksame Akt ivierung ungenut zt er Obj ekt e zum Ziel. Das folgende Kapit el beschreibt die Konzept e mit deren Zielset zung, Inhalt e sowie den erforderlichen Schrit t en zur Umset zung. Auch mögliche Proj ekt part ner und Umset zungsverant wort liche werden genannt . Innerhalb der Konzept arbeit wurden Proj ekt part ner, eine passende Immobilie sowie idealerweise ein Invest or recherchiert und wenn möglich akt iviert . Dies war bei den unt erschiedlichen Konzept en im geset zt en zeit lichen Rahmen sehr unt erschiedlich möglich. Innerhalb der inhalt lich breit gefächert en Konzept auswahl t rat en ebenso vielfält ige Probleme und Hindernisse auf. Vor allem die Akt ivierung von Bet eiligt en und Trägern hat sich oft mals als langwierig herausgest ellt . Hierin ist der unt erschiedliche Umset zungsfort schrit t der einzelnen Konzept e (vgl. Abb. 41, Abb. 47, Abb. 48) begründet .

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5.1 Objektbezogene Konzepte
Die folgenden Konzept e haben eine längerfrist ige, mehrheit lich dauerhaft e Wiedernut zung akt uell leerst ehender Gebäude zum Ziel. Der folgenden Grafik ist der Umset zungsst and der einzelnen Konzept e zu ent nehmen. Drei der acht Konzept e befinden sich in der Modellphase.

Abb. 41: Umset zungsfort schrit t der obj ekt bezogenen Konzept e [Eigene Darst ellung]

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Altengerechtes Wohnen
Keywords   Alt ernat ive Wohnformen Wohnen im Alt er in der Heimat Leben im Ort skern Gemeinsam leben

Umsetzungsstand  Modellphase

Durch den st eigenden Bevölkerungsant eil alt er Menschen und den t eilweisen Wegfall der f amiliären Pflegest rukt uren st eigt auch im Proj ekt gebiet der Bedarf an alt engerecht en Wohnlösungen. Der Umzug in ein Pflegeheim an einen ent fernt eren Ort st ellt für viele Senioren eine st arke Einschränkung der Lebensqualit ät sowie eine ment ale Hürde dar. Das Konzept „ Alt engerecht es Wohnen“ sieht daher vor, in einem größeren oder mehreren nah beieinander st ehenden geeignet en Obj ekt en Angebot e im Bereich von gemeinschaft lichen Wohnproj ekt en, Senioren-WG oder bet reut em Wohnen einzuricht en. Die Lage sollt e zent ral und in Nähe zu best ehenden Infrast rukt uren (Nahversorgung, medizinische Dienst leist ungen) sein. Es können opt ional Angebot e in die Einricht ung int egriert werden, welche sich nach außen an ext erne Nut zer richt en, wie z.B. ein barrierefreies Café. Das Konzept spricht auch j üngere Personen und Familien an, die Int eresse an gemeinschaft lichem und generat ionsübergreifendem Wohnen haben. Mit dem Konzept wird Senioren die Möglichkeit gegeben, in ihrer vert raut en Gemeinde zu verbleiben. Durch die Bet onung des Gemeinschaft sgedankens soll außerdem eine soziale Anbindung gesichert werden, was vor allem für alleinst ehende Senioren, deren Nachkommen häufig abgewandert sind, wicht ig ist . Der Ort skern erfährt eine Belebung, indem einerseit s best ehende gast ronomische Angebot e oder Dienst leist ungen von den Bewohnern genut zt werden. Andererseit s können Angebot e, die in der Gemeinde fehlen, in die Einricht ung int egriert und nach außen geöffnet werden. Als Bet reiber kommen kirchliche Träger wie die Carit as, Wohlfahrt sverbände, die Gemeinde oder privat e Invest oren infrage. Umsetzungsschritte zur langfristigen Leerstandsbelebung2 1. Bedarfsermit t lung in den Gemeinden 2. Proj ekt part ner/ Träger für die Idee gewinnen

2

Schwarz gedruckt e Umset zungsschrit t e konnt en bereit s abgeschlossen werden, graue st ehen noch bevor.

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3. geeignet es Obj ekt oder auch Obj ekt gruppe ermit t eln 4. Erst ellung eines Proj ekt ablaufplans/ Ent wurf unt er Einbindung pot enzieller Int eressent en 5. Bewerbung des Proj ekt s und verbindliche Bewohnersuche 6. bauliche und gest alt erische Realisierung des Vorhabens Finanzierung Die Finanzierung des Proj ekt s erfolgt vorrangig über Eigenmit t el des Trägers. Auch eine Mischfinanzierung aus Bet eiligung der Gemeinde und privat er Invest it ion ist denkbar. Beim Aus- und Umbau können u.a. Fördermit t el für den seniorengerecht en Ausbau verwendet werden, die von der Kredit anst alt für Wiederaufbau zur Verfügung gest ellt werden.

Umsetzungsstand
Sowohl bei der Diskussionsrunde mit Senioren im Mai 2011 als auch bei der erst en Leerst andswerkst at t im Juni wurde das Thema alt engerecht es Wohnen immer wieder von Diskussionst eilnehmern als ein erwünscht es Ziel der LSO formuliert . Bei einer Vert iefung der Diskussion über eine Senioren-WG auf der zweit en Leerst andswerkst at t im Juli 2011 wurde fest gehalt en, dass diese Wohnform für den ländlichen Raum eher für den Zeit horizont ab 2020 denkbar ist , da viele Senioren ihr gewohnt es Umfeld möglichst spät verlassen wollen [vgl. Pogunt ke]. Um das Int eresse an gemeinschaft lichem Wohnen, bei dem j eder Bewohner seinen eigenen Wohnbereich hat , viele Räume j edoch gemeinschaft lich genut zt werden, abzufragen, wurde im Okt ober eine Informat ionsveranst alt ung in Thanst ein durchgeführt . Hierfür wurde eine Referent in eingeladen, die selber in einem generat ionsübergreifenden gemeinschaft lichen Wohnproj ekt wohnt und dieses mit ent wickelt hat . Bei der Veranst alt ung st ellt e sich heraus, dass bei den ält eren Anwesenden auch bei dieser Wohnform noch Vorbehalt e gesehen werden. Zuhörer mit t leren Alt ers konnt en sich dagegen vorst ellen, in eine ent sprechende Wohnanlage zu ziehen. Im Okt ober ergab sich der Kont akt zu einem Pflegedienst leist er, der bereit s Erfahrungen mit der Einricht ung von alt engerecht en Wohnungen in Eslarn hat und an weit eren Proj ekt en in diesem Bereich int eressiert ist . Parallel zur Bedarfsermit t lung erfolgt e eine Überprüfung der Ort skerne hinsicht lich ihrer Versorgungst rukt ur. In Teunz und Winklarn wurden gut e St andort fakt oren vorgefunden, da in beiden Gemeinden gast ronomische Einricht ungen und Lebensmit t elversorger im Ort skern und Ärzt e vorhanden sind. Hier wurden daraufhin anhand der Leerst andsdat enbank geeignet e Immobilien ausgewählt . In Winklarn best eht bereit s der Kont akt zu dem Besit zer einer at t rakt iven und geräumigen Immobilie am hist orischen Markt plat z, der Int eresse an dem Konzept bekundet . Ein Gespräch zwischen dem Eigent ümer und dem pot enziellen Umset zungsverant wort lichen ist derzeit in Planung.

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Abb. 42: Collage zum Konzept Alt engerecht es Wohnen [Eigene Darst ellung 2011]

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Zurück ins Dorf – Der neue Dorfladen
Keywords   kurze Einkaufswege Vermarkt ung regionaler Produkt e bürgerschaft liche Proj ekt verant wort ung Ort des sozialen Aust auschs Verbesserung des Dienst leist ungsangebot s

Umsetzungsstand  Modellphase

Ein gut es Nahversorgungsangebot ist im dünn besiedelt en ländlichen Raum ein zent raler Aspekt , um das Leben, insbesondere für die nicht mot orisiert e Bevölkerung, at t rakt iv zu gest alt en und um Abwanderungsprozessen ent gegenwirken zu können. Während in der Vergangenheit Dorfläden zum St andard auch in kleinen Landgemeinden gehört en, wurden aufgrund von verändert em Einkaufsverhalt en und dem Trend zu größeren Ladenflächen klassische „ Tant eEmma-Läden“ vielfach unrent abel, was insbesondere in den 1990er Jahren zu zahlreichen Schließungen führt e [vgl. Dorfladen-Net zwerk]. Auch in einigen Proj ekt gemeinden kam es zu einem Abbau bzw. einer Verschlecht erung des Angebot s [vgl. Int erview Eiser, Int erview Köppl]. Seit einigen Jahren gibt es als Gegent rend deut schlandweit vereinzelt Beispiele für wiedereröffnet e oder neu gegründet e Dorfläden, die erfolgreich geführt werden. Oft mals sind diese nicht gewinnorient iert , sondern als bürgerschaft liche Gemeinschaft sproj ekt e mit dem Ziel der Angebot sverbesserung in der Gemeinde konzipiert . Durch Ant eilsscheine, welche die Bevölkerung und die Gemeinde erwirbt , wird das benöt igt e Kapit al zur Proj ekt finanzierung erbracht [vgl. Dorfladen-Net zwerk]. Das Konzept eines von der Bevölkerung ent wickelt en und get ragenen Dorfladens in einem leerst ehenden zent ralen Gebäude soll im Rahmen der LSO für eine der Proj ekt gemeinden erprobt werden. Es wird angest rebt , regionale Produkt e in den Verkauf zu int egrieren, um ein hochwert iges und individuelles Warenangebot zu schaffen. Der Dorfladen kann ergänzt werden um weit ere Angebot e wie Café, Post agent ur, Zent rale für Nachbarschaft shilfe oder Einkaufs-Service für ält ere Menschen. Hierbei soll j edoch keine Konkurrenz zu best ehenden St rukt uren aufgebaut werden. Durch einen Dorfladen wird die Versorgungslage insbesondere ält erer und immobiler Menschen in der Gemeinde verbessert . Er gibt darüber hinaus regionalen Produzent en von Lebensmit t eln die Möglichkeit , ihre Produkt e vor Ort zu vermarkt en. Die Einkaufswege der Bevölkerung verkürzen sich. Durch die Konzent rat ion verschiedener Angebot e ent st eht außerdem ein Ort , an dem sich viele Menschen begegnen und der somit die Gelegenheit zu sozialem Aust ausch biet et .

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Verant wort lich in der Umset zung sind Bürger, die bereit sind, sich im Dorfladenproj ekt zu engagieren. Bei der Trägerschaft kommen ein Verein, eine Unt ernehmergesellschaft (eine sogenannt e „ Mini-GmbH“ ) oder eine Genossenschaft in Frage. Umsetzungsschritte zur kurz- bis mittelfristigen Leerstandsbelebung: 1. Kont akt aufnahme zu berat enden, unt erst üt zenden Inst anzen 2. Informat ionsveranst alt ung zur Akt ivierung int eressiert er Bürger zur Mit arbeit 3. Gründung eines Arbeit skreises „ Dorfladen“ 4. Suche nach geeignet er leerst ehender Immobilie 5. Gründung der vom Arbeit skreis favorisiert en Recht sform, verbindliche Zusage der Teilhabe 6. Durchführung der Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an der Immobilie und Einricht ung des Ladens (Nut zung ehrenamt lichen Engagement s) 7. Eröffnung des Geschäft s 8. Fort währende Überprüfung des Angebot s, ggf. Anpassungen an Kundenwünsche Finanzierung Das St art kapit al soll über den Verkauf von Ant eilsscheinen durch die Bevölkerung und die Gemeinde erwirt schaft et werden. Beim Ausbau der Immobilie können Fördermit t el der St ädt ebauförderung oder der Dorferneuerung zum Einsat z kommen. Im laufenden Bet rieb soll der Dorfladen kost endeckend arbeit en.

Umsetzungsstand
Aufgrund posit iver Rückmeldungen und Int eressensbekundungen von einzelnen Akt euren an dem Konzept , wurde Alt endorf als Gemeinde für die pot enzielle Umset zung gewählt . Zum einen ist der Bedarf an einem verbessert en Nahversorgungsangebot vorhanden [vgl. Int erview Köppl]. Zum anderen kann von einer akt iven Bet eiligung der Bevölkerung an der Umset zung ausgegangen werden. In einem erst en Schrit t wurde der Kont akt zu einem Berat er hergest ellt , der sich auf das Begleit en von Dorfladen-Ent wicklungsprozessen spezialisiert hat und bereit s auf zahlreiche abgeschlossene Proj ekt e verweisen kann. Zusammen mit dem Team der LSO führt e dieser im Okt ober 2011 eine Informat ionsveranst alt ung in der Gemeinde durch, bei der die Bevölkerung zunächst über die Möglichkeit en und Grenzen eines Dorfladenproj ekt s aufgeklärt wurde. Hierbei nut zt en die Bürger ausgiebig die Gelegenheit , auch krit ische Fragen zu st ellen und zeigt en sich int eressiert an der Themat ik.

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Zahlreiche Int eressiert e für einen Arbeit skreis konnt en gewonnen werden. Der daraus ent st andene Arbeit skreis Dorfladen t agt e, unt er der Bet eiligung der LSO und des ext ernen Berat ers, Ende Okt ober 2011 zum erst en Mal. Als zent raler Diskussionspunkt st ellt e sich dabei die Frage nach einer geeignet en leerst ehenden Immobilie heraus. In einem gemeinsamen Rundgang durch die Gemeinde wurden im November 2011 Leerst ände in Augenschein genommen und eine Auswahl int eressant er Obj ekt e get roffen. Akt uell befinden sich diese in einer eingehenderen Prüfung.

Abb. 43: Collage zum Konzept „ Der neue Dorfladen“ [Eigene Darst ellung 2011]

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Auch das ist möglich – Jugend belebt Ortskern
Keywords       Angebot e Aufent halt squalit ät Heimat ort Ort skernbelebung Jugendlichen

Umsetzungsstand Det ailkonzept

Neben den vorherrschenden fest en St rukt uren in Vereinen st ehen j ungen Bevölkerungsgruppen nur wenige Möglichkeit en zur Verfügung, mit verant wort lich zu handeln, ihr Umfeld ihren Wünschen ent sprechend zu gest alt en und sich auszuprobieren. Dies führt unt er anderem dazu, dass sich immer weniger Jugendliche mit ihrem Heimat ort ident ifizieren. Mit dem Konzept „ Jugend belebt Ort skern“ soll j ungen Menschen ein geeignet es bebaut es Grundst ück zur Verfügung gest ellt werden, das von ihnen als Jugendclub umgenut zt wird. Darin sollen auch Angebot e für andere Alt ersgruppen int egriert werden. Engagiert e Jugendliche ab dem 15. Lebensj ahr und j unge Erwachsene organisieren und leit en dabei diesen Tref fpunkt weit est gehend selbst . Für Kinder, die das 14. Lebensj ahr noch nicht beendet haben und bei Proj ekt vorhaben mit wirken, muss die Bet reuung durch eine dafür berecht igt e Person gewährleist et werden [Neumeier 2011]. Bei der Gest alt ung werden diese j ungen Gemeindemit glieder mit Unt erst üt zung ihrer Gemeinde akt iv bet eiligt . Ziel des Proj ekt s ist es, die j unge Bevölkerung in die Gest alt ung ihres Umfelds, speziell ihres Ort skerns, mit einzubinden und auf diesem Weg die Ident ifikat ion mit ihrem Heimat ort zu st ärken. Das Vorhaben richt et sich direkt an die Jugendlichen und erfordert die Mit arbeit der Gemeinde. Durch die Selbst init iat ive erfolgt eine Ort skernbelebung, die eine individuelle Aufent halt squalit ät schafft . Umset zungsverant wort liche für das Proj ekt sind die Jugendlichen und die bet reffende Gemeinde. Auch t ret en die Bet reuer für die am Proj ekt bet eiligt en Kinder, die das 14. Lebensj ahr noch nicht beendet haben, als Verant wort liche auf. Umsetzungsschritte zur kurz- bis mittelfristigen Leerstandsbelebung 1. Jugendbeauft ragt e oder Familienbeauft ragt e der Gemeinde und des Landkreises zur Unt erst üt zung des Proj ekt es gewinnen 2. Konzept an die Jugend herant ragen 3. Bet reuung der Jugend organisieren 4. Nut zungskonzept mit Jugendlichen ausarbeit en 5. geeignet en Leerst and finden und Kont akt zu Besit zern herst ellen

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6. Grundst ücksnachbarn über Vorhaben informieren und für das Proj ekt gewinnen 7. Proj ekt vorhaben in einer Informat ionsveranst alt ung an die Gemeinde herant ragen 8. Zwischennut zung oder Kauf des Grundst ücks durch Gemeinde 9. Um- und Inst andhalt ungsmaßnahmen zum neuen Treffpunkt 10. Ausarbeit ung einer „ Hausordnung“ gemeinsam mit Nachbarn und Jugendlichen Finanzierung Der Erwerb des Grundst ücks ist von der Gemeinde zu leist en. Durch das erhöht e Eigenengagement können die Proj ekt kost en gering gehalt en werden. Mit dem Förderprogramm des Bayerischen Jugendrings kann das Vorhaben, unt er Berücksicht igung der Bagat ellgrenzen, bezuschusst werden. Umsetzungsstand In Teunz befindet sich das Konzept derzeit in Verhandlung. Jugendliche der Gemeinde haben sich mit dem Anliegen, dass für die Alt ersgruppe der 12- bis 15-j ährigen kein passender Treffpunkt in der Gemeinde exist iert , an den Bürgermeist er gewandt . Aufgrund des Alt ers bedürfen sie einer organisiert en Bet reuung. Für die Unt erst üt zung des Proj ekt s wurde der Kont akt zum Vorsit zenden des Kreis-Jugendrings hergest ellt und ein Gespräch mit dem Bürgermeist er sowie der Familienbeauft ragt en geführt . Die Familienbeauft ragt e erklärt e sich bereit , die Bet reuung der Jugendlichen zu organisieren. Gemeinsam mit dem Bürgermeist er der Gemeinde konnt e eine geeignet e zent ral gelegene Immobilie ausfindig gemacht und der Kont akt zur Eigent ümerin hergest ellt werden. Der Kaufpreis wurde bereit s verhandelt , ist j edoch im akt uellen Gemeindehaushalt nicht darzust ellen. Als Opt ion zum Immobilienerwerb wurde seit ens der LSO ein Zwischennut zungsmodell vorgest ellt . Aus wirt schaft licher Sicht st ellt das Modell für beide Seit en eine Alt ernat ive dar. Es sieht eine Gest at t ung für die Nut zung des Gebäudes vor. Vom Nut zer des Gebäudes sind nur die Nebenkost en zu t ragen und er st ellt dafür die Belüft ung, Heizung und Belebung sicher. Diese Variant e kommt für die Eigent ümerin j edoch nicht in Frage. Ihre Bedenken äußert en sich u.a. darin, dass sie als „ Vermiet erin“ des Obj ekt s nach wie vor als Ansprechpart nerin gesehen würde. Aus den genannt en Gründen ist die Planungsphase für die Realisierung des Proj ekt s als längerfrist ig anzusehen. Es sind weit ere Gespräche über die Finanzierungsmöglichkeit en des Vorhabens mit den ent sprechenden Inst anzen zu suchen. In einer noch anst ehenden Gesprächsrunde mit den Jugendlichen und deren Elt ern wird das Konzept vorgest ellt und die organisiert e Bet reuung besprochen.

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Arbeitsplatz mit Wohnangebot
Keywords   Erweit erung des Miet ermarkt s Fachkräft e in die Region regionale Unt ernehmen Int egrat ion

Umsetzungsstand  Modellphase

Ein Arbeit splat z, ein reiches Kult urleben, die Nat ur und Landschaft als Pot enziale sind bedeut ende St andort fakt oren der Oberpfalz. Zugleich spielt es eine Rolle, ob Unt ernehmen neben einer Anst ellung ein at t rakt ives Wohnumfeld biet en können. Das Konzept sieht vor, dass Unt ernehmen leerst ehende Immobilien erwerben und so j ungen Mit arbeit ern an den Arbeit splat z gekoppelt e Wohnmöglichkeit en anbiet en können. Ein Absolvent ist in der Regel unmit t elbar nach St udien- oder Ausbildungsabschluss nicht an Wohneigent um mit Grundst ück int eressiert . Das Angebot auf dem Miet ermarkt in der Oberpfalz biet et j edoch, insbesondere in kleinen St ädt en und Gemeinden, wenig bis gar keine Auswahl. Die durch das Konzept forciert e Erweit erung des Wohnungsmarkt s um Miet obj ekt e, ggf. mit Kaufopt ion, richt et sich daher an j unge Arbeit nehmer, die in die Region ziehen, um eine Arbeit sst elle anzut ret en oder an Arbeit nehmer, die bisher längere Pendelwege in Anspruch genommen haben und einen Umzug in die Nähe des Unt ernehmens ins Auge fassen. Zudem sollt en weit ere at t rakt ive Wohnformen als Alt ernat ive zum Eigenheim erschlossen werden, um Fachkräft e in die Region zu ziehen. Denkbar ist beispielsweise eine Mit arbeit erWohngruppe vert eilt auf mehrere Leerst ände in unmit t elbarer Nähe zueinander, um die Int egrat ion zu erleicht ern. Kern des Konzept s ist , dass größere Unt ernehmen der Region, die st ark an Fachkräft en und Hochschulabsolvent en int eressiert sind, geeignet e leerst ehende Gebäude erwerben. Diese Gebäude werden saniert und dann Mit arbeit ern zur Miet e überlassen. Die meist en erhobenen leerst ehenden Gebäude sind Wohngebäude. Bei der hohen Anzahl ist es nicht möglich alle Gebäude in eine (int erkommunal sinnvolle) infrast rukt urelle Nut zung zu überführen. Daher ist es not wendig, diesen Gebäudet yp gezielt zu vermarkt en. Umsetzungsschritte zur kurzfristigen Leerstandsbelebung 1. Kont akt aufnahme zu Unt ernehmensvorst änden 2. Präsent at ion des Konzept s vor int eressiert en Vorst änden

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3. Bei Int eresse an Zusammenarbeit : Klärung der Rahmenbedingungen (räumliche Abgrenzung, Immobilient ypen, gemeinsame Sanierung mit anderen Unt ernehmern um Angebot zu erweit ern oder nur für eigene Mit arbeit er, usw.) 4. Immobilienprüfung auf Eignung 5. Abfragung der Verwert ungsabsicht en der Eigent ümer 6. Besprechung der Ergebnisse mit den Vorst änden 7. Erwerb ausgewählt er Obj ekt e 8. Sanierung der/ s Obj ekt e/ s 9. Vermarkt ung des Konzept s Arbeit splat z mit Wohnangebot Finanzierung Die not wendigen Sanierungen werden durch die umset zenden Unt ernehmen get ragen. Unt erst üt zung bekommen diese durch eine Förderberat ung, speziell für das j eweilige Obj ekt . Die Aussicht auf St ädt ebaufördermit t el zur Sanierung macht dieses Konzept für die Unt ernehmen zusät zlich int eressant . Umsetzungsstand Das Proj ekt befindet sich am Beginn der Umset zungsphase. Zwei Unt ernehmer 3 in der Region konnt en für eine Zusammenarbeit im Rahmen dieses Konzept s gewonnen werden. Zur genaueren Abgrenzung der Immobiliensuche und weit erer Rahmenbedingungen fanden Gespräche st at t . In beiden Fällen wurde die Suche räumlich auf den Haupt ort der Unt ernehmenssit ze reduziert und eine Sanierung für Mit arbeit er des eigenen Unt ernehmens begrenzt . Eine gemeinsame Sanierung mehrerer Obj ekt e durch die beiden Unt ernehmen, zur Erweit erung des Angebot s, hat sich aufgrund der räumlichen Lage zueinander nicht empfohlen. Die Immobiliensuche über die Leerst andsdat enbank ist abgeschlossen und die Eigent ümer der in Frage kommenden Immobilien wurden kont akt iert , um ihre Verwert ungsabsicht en abzufragen. Die daraus ent st andenen Vorschläge mit leerst ehenden Obj ekt en liegen den Unt ernehmensvorst änden vor und befinden sich akt uell in der Besprechung.

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Die Unt ernehmer werden auf eigenen Wunsch, aus Dat enschut zgründen und um Spekulat ion unt er den kont akt iert en Eigent ümern zu vermeiden nicht nament lich genannt .

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Pilgerherberge
Keywords    durch die Gemeinden Pilgern sanft er Tourismus günst ige Übernacht ungsmöglichkeit Radt ourist en

Umsetzungsstand  Det ailkonzept

Das Pilgern hat nicht zulet zt durch den Best seller von Hape Kerkeling „ Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ (2006) an Bedeut ung gewonnen. In der Grenzregion des Brückenlandes Bayern-Böhmen führt der Jakobsweg von Prag aus durch die Gemeinden Eslarn, Teunz, Niedermurach, Gut eneck und Alt endorf weit er nach Nürnberg (vgl. Abb. 44). Um den vermehrt en Pilgern eine adäquat e und bisher nicht vorhandene Low-Budget Übernacht ungsmöglichkeit zu biet en, zielt das Konzept auf die Et ablierung einer Pilgerherberge als Non-Profit -Einricht ung auf der ca. 50 km langen Rout e zwischen Eslarn und Alt endorf. Das Konzept sieht ca. Zwei- und Vier-Bet t -Zimmer sowie einen einfachen Schlafsaal (inkl. Selbst versorgerküche, Gemeinschaft sraum) mit et wa 14 Bet t en [vgl. Pilgerherberge Frommenhausen] und Sanit äreinricht ungen vor. Als St andort sollt e ein Ort skern gewählt werden, der Einkaufsmöglichkeit en und Gast ronomie für Pilger und Radfahrt ourist en biet et . Die Verbesserung der t ourist ischen Infrast rukt ur sowie eine damit verbundene Wert schöpfung würden durch den Ausbau an Übernacht ungsmöglichkeit en in Form einer Pilgerherberge weit er gest ärkt . Zudem können durch dieses t ourist ische Segment neue Zielgruppen erreicht und die Bekannt heit bzw. At t rakt ivit ät des Jakobsweges in der Region Brückenland BayernBöhmen gest eigert werden. Ziel ist eine höhere Frequent ierung des Jakobsweges, um den nat urnahen Tourismus zu erweit ern. Get ragen wird dieses Proj ekt von der LAG sowie einer Gemeinde ent lang des Jakobswegs, die den Umbau eines Leerst ands zur Pilgerherberge mit Fördermit t eln finanzieren und begleit en. Als Bet reiber wird ein gemeinnüt ziger Verein als Ehrenamt in Kooperat ion mit einer gast ronomischen Einricht ung auft ret en.

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Abb. 44: Kart e Jakobsweg mit vorhandenen Übernacht ungsmöglichkeit en und Ausst at t ungsst andards [Eigene Darst ellung]

Umsetzungsschritte zur mittelfristigen Leerstandsbelebung 1. Unt ersuchung von bisherigen Übernacht ungsmöglichkeit en am Jakobsweg 2. Suche einer geeignet en Immobilie am Jakobsweg 3. Prüfung von verschiedenen Bet reiber-Modellen 4. Durchführung einer Machbarkeit sbewert ung (inkl. Förderungsmöglichkeit en) 5. Durchführung der Umbau- und Renovierungsmaßnahmen an der Immobilie und Einricht ung der Pilgerherberge (hier: Nut zung ehrenamt lichen Engagement s). Finanzierung Die Kost en für die Sanierung der Außenhülle werden durch eine öffent liche Mischfinanzierung aus Fördermit t eln (z.B. St ädt ebaufördermit t el) und kommunalen Eigenmit t eln der bet eiligt en Kommunen get ragen. Der Innenausbau wird durch das EU-Förderprogramm Int erreg IV A finanziert , das bis zu 60%der förderfähigen Kost en übernimmt [vgl. Int erview Lischka] Für evt l. ent st ehende Finanzierungslücken sind Gewerbebet riebe der Region als Sponsor zu gewinnen. Bet reiber-Modelle: Gast ronomen, Senioren und Pilgerf reunde al s Ehrenamt liche Die Herricht ung des Gebäudes kann durch Bürger bzw. Senioren erfolgen, die ehrenamt lich die Pilgerherberge sanieren und einricht en. Somit können Kost en in der Bauphase gespart werden. St at t eine Konkurrenz aufzubauen, könnt en die Wirt e für die Pilger das Frühst ück

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bereit st ellen und zusät zlich Gäst e für warme Mahlzeit en gewinnen. Während das Gebäude von der Gemeinde kost enlos zur Verfügung gest ellt wird, übernehmen die Vereine oder Gast wirt e als Bet reiber die Bet riebskost en, die aus den laufenden Einnahmen zu decken sind. Immer mehr Menschen werden ält er und suchen eine sinnvolle Beschäft igung, die der Gemeinschaft dient . Eine Pilgerherberge, die von Spenden der Pilger lebt , ist auf ehrenamt liches Engagement angewiesen. Die Reinigung, Schlüsselübergabe und Wart ung erfolgt von rüst igen Rent nern oder ört lichen Vereinen, die Spaß an der Versorgung von fremden Menschen haben, die nur für eine Nacht eine t rockene Unt erkunft suchen. (Referenz: Pilgerherberge Kamenz, Sachsen; Pilgerherberge Frommenhausen, Baden-Würt t emberg) Privat wirt schaf t liches Bet riebsmodell Privat personen oder Unt ernehmen mit großer Begeist erung für das Pilgern richt en eine Pilgerherberge her, die wirt schaft lichen Gewinn als Ziel hat . Hierbei ist darauf zu acht en, ein umfassendes Angebot neben der niedrigpreisigen Übernacht ungsmöglichkeit zu schaffen. Die Immobilie hat somit eine Mindest größe aufzuweisen, die Räume zur Vermiet ung von Veranst alt ungen, Seminaren et c. bereit hält . Zusät zlich könnt en regionalspezif ische At t rakt ionen et abliert werden, wie z.B. Kunst handwerkst ät t en, ökologischer Landbau mit Verkost ung, Bauerncafé und Freizeit angebot e für die Dorfbevölkerung (z.B. Malkurse, Lit erat urwerkst at t ). Die Pilgerherberge wird dabei zum Treffpunkt für Fremde und Einheimische. (Referenz: Pilgerherberge Cobst ädt , Thüringen; Pilgerherberge Müncheberg, Brandenburg) Umsetzungsstand Zunächst wurde der Bedarf für eine Pilgerherberge im Gespräch mit den Tourismuszent ren der LK Schwandorf und Neust adt a. d. Waldnaab ermit t elt . Demnach gibt es derzeit keine kost engünst ige Übernacht ungsmöglichkeit , die ausschließlich für Pilger dient [vgl. Int erview Beier] [vgl. Int erview Zapf]. Des Weit eren wurden eigene Recherchen durchgeführt , um best ehende Bet t enkapazit ät en und ihre Ausst at t ungsst andards ent lang des Jakobsweges zu ermit t eln (vgl. Abb. 44). Hierbei wurde ein vorrangiger Bedarf für Übernacht ungsmöglichkeit en im Niedrig-Preis-Bereich erkannt . In einem zweit en Schrit t wurden unt erschiedliche Immobilien, vom Einfamilienhaus bis zum ehemaligen St allgebäude auf St ärken und Schwächen unt ersucht . Im Ergebnis konnt en zwei Gebäude in den Ort skernen der am Jakobsweg liegenden Gemeinden Eslarn und Teunz in die engere Auswahl gezogen werden (vgl. Abb. 45). Die Prüfung einer neu vorgeschlagenen Immobilie in der Gemeinde Gut eneck st eht noch aus (vgl. Abb. 45). Für den laufenden Bet rieb der Pilgerherberge sind anschließend verschiedene Bet reibermodelle ausgearbeit et und diskut iert worden. Im weit eren Verlauf wurden bereit s Int eressensgespräche mit pot enziellen Bet reibern aus der Gast ronomie geführt . Dabei konnt en bereit s zwei pot enzielle Bet reiber in Eslarn und Teunz gewonnen werden. In einem weit eren Schrit t sind Gespräche mit ört lichen Vereinen vorgesehen, um ihre Einbeziehung in den Bet rieb der Pilgerherberge abzuklären.

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Abb. 45: Lagerhaus in Eslarn (li.), Pfarrst adel Teunz (Mit t e), Ehem. Klost er Gut eneck (re.) [Eigene Fot os]

Als zeit nahe Aufgabe ist eine Machbarkeit sprüfung für die Pilgerherberge und die dafür vorgesehenen Immobilien vorzunehmen. Hierbei sind Kost en für archit ekt onische Umbaumaßnahmen, den laufenden Bet rieb und den Personalbedarf zu beziffern. Nach Abst immung des Konzept s mit allen Bet eiligt en ist von der Kommune als Bauherr ein Förderant rag zu st ellen, für den et wa drei Monat e Bearbeit ungszeit einkalkuliert werden müssen [vgl. Int erview Lischka].

Abb. 46: Collage zum Konzept „ Pilgerherberge“ [Eigene Darst ellung 2011]

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Gemeinschaftsbauernhof
Keywords   Bauernhof Gemeinschaft liches Wohnen und Arbeit en Bet reuung und Pflege in der Landwirt schaft

Umsetzungsstand  Grobkonzept

Die Oberpfalz war und ist landwirt schaft lich geprägt . Flächen werden heut e von wenigen, aber größeren Bet rieben bewirt schaft et . Zahlreiche landwirt schaft liche Höfe sowie deren Nebengebäude werden überflüssig: Ent weder werden Neunut zungen gefunden oder Abriss ist nach einigen Jahren des Verfalls die let zt e Opt ion. Das Ziel ist es, einen Bauernhof mit landwirt schaft lichen Flächen in unmit t elbarer Nähe wiederzubeleben. Das Konzept sieht eine Mischfunkt ion aus Versorgung mit Lebensmit t eln vor Ort und Bet reuung geist ig behindert er Personen vor. Ein gemeinsames Wohnen und Arbeit en vor Ort biet et die Möglichkeit , in einer st abilen Gemeinschaft die eigenen, individuellen Fähigkeit en auszubilden, was durch die Vielfält igkeit der landwirt schaft lichen Arbeit unt erst üt zt wird. Damit ist eine Beschäft igung gegeben, die Ert räge bringt , welche vor Ort , beispielsweise in einem Hofladen verkauft werden. Auch eine saisonale Durchführung, begrenzt auf Sommermonat e, ist bei diesem Konzept denkbar. Mit der Nut zung leer st ehender landwirt schaft licher Höfe sollen zwei Zielgruppen angesprochen werden. Durch die Bet reuung in einem solchen Hof werden behindert e Personen der Region oder auch über die Region hinaus angesprochen. Zweit e Zielgruppe ist die der Einkäufer regionaler Produkt e. Mögliche Umset zungsverant wort liche sind Einricht ungen aus Pflege und Bet reuung, wie bspw. Dr. Loew Soziale Dienst leist ungen GmbH sowie weit ere Bet reiber in der Region. Umsetzungsschritte zur langfristigen Leerstandsbelebung 1. Prüfung des Bedarfs an Einricht ungen für körperlich/ geist ig Behindert e 2. Kont akt aufnahme zu ansässigen Akt euren der Pflege-/ Bet reuungsdienst leist ungen 3. Prüfung einer Finanzierungsmöglichkeit sowie eines Bet reibermodells 4. Immobilienprüfung auf Eignung 5. Erwerb, Miet e, Pacht durch einen Bet reiber 6. Sanierung des passenden Obj ekt s 7. Ausschreibung zu beset zender St ellen (Bet reuung, Leit ung, usw.)

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Finanzierung Das Konzept hat die schwarze Null und keine Gewinnorient ierung als Ziel. Die Kost en sind über den Verkauf der Produkt e im Dorf-/ Hofladen, vorwiegend j edoch über ein passendes Bet reibermodell und nach Möglichkeit unt er Zuhilfenahme von Förderungen für die Bet reuung behindert er Menschen zu decken. Umsetzungsstand Dieses Konzept hat sich nicht über die St ufe des Grobkonzept s hinaus ent wickelt . Regionale Akt eure aus den Bereichen Pflege und Bet reuung sehen Hindernisse im Infrast rukt urangebot der elf Proj ekt gemeinden. Ähnliche Einricht ungen mit landwirt schaft licher Anbindung wurden bereit s in größeren Gemeinden im Norden der Region umgeset zt . Kost enneut ralit ät ist bei solchen Einricht ungen nur mit viel Energie und Ehrenamt zu erreichen. Derzeit best eht seit ens regionaler Akt eure kein Int eresse an einem Ausbau des Angebot s [Rauscher 2011].

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Wanderkino
Keywords   Geselliger Abend Unt erhalt ung mit Bildungswert Chance Kult ur kommt zu dir

 

Umsetzungsstand  Grobkonzept

Um eine Alt ernat ive im kult urellen Bereich zu biet en und zudem wenig mobilen Kult urint eressiert en die Chance zu gegeben, diese erleben zu können, wurde das Konzept Wanderkino unt er dem Mot t o „ Kult ur kommt zu dir“ erarbeit et . An wechselnden Ort en soll für einen Abend ein Leerst and als Kino zur Unt erhalt ung mit Informat ions- und Bildungswert umfunkt ioniert werden. Zudem biet et der Kinoabend die Möglichkeit , in das Programm weit ere Angebot e, zum Beispiel Musik-, Theat ervorführungen oder auch t hemenbezogene Ausst ellungen zu int egrieren. Das Konzept zielt darauf ab, ungenut zt e Gebäude im Ort skern mit einem kult urellen Angebot kurzfrist ig wiederzubeleben. Leerst ände t ragen als kost engünst ige Veranst alt ungsort e somit zur Erweit erung sozialer und kult ureller Angebot smöglichkeit en im ländlichen Raum bei. Mit dieser Maßnahme werden die sonst leerst ehenden Obj ekt e der Öffent lichkeit zugängig gemacht und dabei das Int eresse event ueller Käufer geweckt . Kult urint eressiert e j eden Alt ers werden auf diesem Wege direkt vor Ort angesprochen. Die zur Umset zung nöt igen Verant wort lichen und Träger sollen vorrangig in bereit s best ehenden gemeinnüt zigen Vereinen oder ähnlich zielgericht et en Int eressensgemeinschaft en gesucht werden, auch um den Aufwand hinsicht lich einer Vereinsneugründung zu umgehen. Auch Hochschulen mit ent sprechenden Themengebiet en sollen angesprochen und zur Bet eiligung an der Durchführung akt iviert werden. Umsetzungsschritte zur temporären Leerstandsbelebung 1. Recherche zur recht lichen Absicherung der Grundst ückseigent ümer, der Umset zungsverant wort lichen und weit erer zur Durchführung nöt iger Lizenzen 2. mögliche Proj ekt t räger kont akt ieren und akt ivieren 3. Ausarbeit ung eines Rahmenprogramms mit den Proj ekt t rägern 4. Lizenzvereinbarungen für Filme und GEMA-Gebühren beant ragen 5. geeignet e Leerst ände recherchieren 6. Kont akt zu Besit zern herst ellen und alle weit eren recht lichen Absicherungen t reffen 7. Bekannt machung und Durchführung der Akt ion

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Finanzierung Die Veranst alt ung zielt auf keinerlei Gewinnerwirt schaft ung ab. Die ent st ehenden Unkost en sollen durch Mit gliedsbeit räge, die als Eint rit t in den best ehenden Trägerverein für einen Abend zu ent richt en sind, abgedeckt werden. Eine allgemeine Proj ekt förderung ist über das Programm der Kult urst ift ung des Bundes denkbar. Dies ist davon abhängig, ob das CeBB als Träger des Proj ekt vorhabens eint rit t . Umsetzungsstand Hindernisse und Probleme ergaben sich in der Suche nach Umset zungsbet eiligt en und Trägern. Der ort sansässige Kinobet reiber in Oberviecht ach bekundet e kein Int eresse und sieht in dem Vorhaben eher eine Konkurrenz als eine mögliche Erweit erung des eigenen Angebot s. Auch aus seiner Erfahrung als Bet reiber eines Open-Air-Kinos sieht er, wie auch der Bet reiber des CeBB, den Aufwand gegenüber dem Nut zen als zu hoch an. Der Kost enfakt or und der zu bet reibende Aufwand für die recht lichen Absicherungen st ellt en sich für eine kurzfrist ige, nicht gewinnorient iert e Leerst andsbelebung bereit s in den Recherchen als sehr aufwendig dar. Für die Akt ion konnt en aus den angeführt en Gründen bisher noch keine Proj ekt t räger mit best ehender Vereinsst rukt ur gefunden werden. In der 2. Leerst andswerkst at t wurde allerdings von privat en Personen angemerkt das Konzept weit er zu verfolgen. Dabei wurde erklärt , dass es gerade für ält ere Menschen ein großer Vort eil wäre, wenn sie ein solches Kult urprogramm auch direkt in ihrem Ort erleben können. Um dieses Akt ionsprogramm über die Grobkonzept phase hinaus weit er voranzut reiben, sind als mögliche Proj ekt t räger auch Privat personen anzusprechen und ggf. eine Vereinsneugründung in Erwägung zu ziehen.

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Sanierung eines ortsprägenden Gebäudes als Gemeinschaftsaufgabe
Keywords   Ort smit t e als Treffpunkt Funkt ion erschafft Begegnungen Gemeinschaft durch Umnut zung und Sanierung

Umsetzungsstand  Modellphase

Eine Dorfmit t e als Treffpunkt ist für die Ident ifikat ion mit dem eigenen Wohnort ent scheidend. Idealerweise liegen viel besucht e Ort e wie Geschäft e, Wirt shaus und Kirche nah beieinander. Ist dies nicht gegeben bzw. st ehen im Ort skern Gebäude leer, nimmt die Akt ivit ät und die At t rakt ivit ät dort ab. Der Verfall eines ort sprägenden Gebäudes kann schnell mit der Vernachlässigung des gesamt en Ort s gleichgeset zt werden. Um das Thema Ident ifikat ion aufzugreifen biet et sich eine Sanierung von hist orischer Bausubst anz gegenüber dem Neubau besonders an. Ein solches Proj ekt verbindet die Geschicht e des Gebäudes mit dem gemeinsamen Erlebnis der Ideenent wicklung und Sanierung zu einem neuen Nut zungszweck. Ziel des Konzept s ist es, leerst ehende, ort sprägende Gebäude wieder zu nut zen und den Charakt er eines belebt en Ort skerns mit Aufent halt sangebot en für die Bewohner der Gemeinden und deren Besucher wieder herzust ellen. Belebt e Ort skerne mit regionalt ypischen Angebot en für Besucher t ragen zu einer At t rakt ivit ät sst eigerung der Region Oberpfalz bei. In den Verwirklichungsprozess sind die Bewohner der j eweiligen Gemeinde akt iv als Ideengeber, Umset zer und spät ere Besucher mit einzubeziehen. Als Proj ekt t räger sind die Gemeinden, Vereine oder privat e Umset zer denkbar. Umsetzungsschritte zur mittelfristigen Leerstandsbelebung 1. Unt ersuchung der Ort skerne auf Ident ifikat ionswert , Treffpunkt e sowie ort sprägende Leerst ände 2. Leit bildent wicklung für die Gesamt gemeinde 3. Ent wicklung eines Umnut zungskonzept s idealerweise in einem Arbeit skreis mit Bürgerbet eiligung 4. Parallel Erwerb durch Gemeinde, Bet reiber oder Verein 5. Sanierung der/ s Obj ekt e/ s 6. Nut zung des Gebäudes in seiner Zielfunkt ion

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Finanzierung Der Erwerb der Gebäude soll seit ens der Umset zer erfolgen. Unt er best immt en Vorausset zungen, die für j edes Proj ekt individuell abzufragen sind, ist dies unt er Zuhilfenahme des St ädt ebauförderprogramms „ Kleine St ädt en und Gemeinden“ möglich. In allen Phasen der Durchführung ist die Bevölkerung mit einzubinden, um eine Ident ifikat ion mit dem Ort zu st ärken und event uelle Kost en zu minimieren. Umsetzungsstand Das Konzept wird in der Gemeinde Schwarzach und dem Markt Eslarn bereit s als Modellvorhaben durchgeführt und st eht in beiden Ort en kurz vor der baulichen Umset zung. In der Gemeinde Schwarzach, Ort st eil Alt falt er, konnt en mit diesem Konzept bereit s vor dem Proj ekt best ehende Ideen wieder aufgegriffen werden. Die Umnut zung einer akt uell leerst ehenden Hofst elle mit Freifläche in der Ort smit t e von Alt falt er zum Veranst alt ungsort und Gemeindezent rum soll realisiert werden. Das Obj ekt befindet sich in Gemeindebesit z. Die Gemeinde ist Träger des Vorhabens. Die j eweilige neue Nut zung der beiden Gebäude wurde bereit s von den Bürgerinnen und Bürgern in einem Arbeit skreis ausgearbeit et . Der ehemalige St adel soll als Veranst alt ungsort für größere Fest lichkeit en, das ursprüngliche St allgebäude mit einer angegliedert en Wohnung zum Café und der darüber liegende Heuschober zum Ausst ellungsraum umgebaut werden. Die eingegrenzt e Freifläche wird als zent raler Plat z mit Aufent halt squalit ät und für Außenveranst alt ungen neu gest alt et . Der über 20 Mit glieder zählende Arbeit skreis erarbeit et derzeit in einzelnen Gruppen j eweils ein det ailliert es Konzept . Dabei ist es den Bürgerinnen und Bürgern von Alt falt er ein Anliegen, den Charme des ehemals landwirt schaft lichen Komplexes bei der Sanierung beizubehalt en. Als nächst er Schrit t st eht die Fest legung eines Daseinsvorsorgegebiet s an, die den Schlossbauernhof mit einschließt . Weit erhin ist ein Archit ekt mit der Ent wurfsplanung und Kost enschät zung zu beauft ragen [vgl. Böhm 2011b]. Der Markt Eslarn hat ebenfalls Ideen einer Nut zungsänderung reakt iviert . Dabei soll die hist orische Malzt enne neben dem akt iv bet riebenen Kommunbrauhaus als Markenzeichen von Eslarn in einem Gesamt konzept wieder einer Nut zung zugeführt werden. Die Braut radit ion der nördlichen Oberpfalz wird t hemat isiert . Das Konzept sieht einen Ausschank mit Erlebnisbrauerei für die Malzt enne vor. Mit Verkost ungen, Ausst ellungen und Führungen können Besucher dieses Gebäude wieder ent decken und erhalt en in angebot enen Workshops Einblicke in das t radit ionelle Handwerk des Brauens. Die brauberecht igt en Kommunbrauer und die Bürger des Markt s Eslarn t ret en bei der Durchführung des Proj ekt s als Mit verant wort liche auf - vorwiegend durch ehrenamt liche Tät igkeit en. Der Bet rieb sieht keine Gewinnerzielung vor. Alle Einnahmen (z.B. Eint rit t sgelder) t ragen zur Unt erhalt ung des Gebäudes und zur laufenden Kost endeckung bei.

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Das Gebäude befindet sich in Besit z der Raiffeisenbank Neust adt -Vohenst rauß. Der Markt Eslarn st rebt den Erwerb mit Unt erst üt zung der St ädt ebauförderung an und wird als finanzieller und organisat orischer Träger des Proj ekt s auft ret en [vgl. LAG zum Leader/ ELER- Proj ekt ].

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5.2 Werkzeuge
Die folgenden Ansät ze sind als Werkzeug zur Umset zung von Konzept en zu verst ehen. Sie werden nicht zum Selbst zweck durchgeführt sondern dienen als Umset zungshilfe um ein Konzept ziel zu erreichen. Darin lässt sich auch begründen, dass alle vier Werkzeuge noch in der Grobkonzept phase befinden. Sie konnt en in keinem, der bereit s in Modellphase befindenden Konzept e Anwendung finden.

Abb. 47: Umset zungsfort schrit t der Werkzeuge [Eigene Darst ellung]

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Verfügungsfond
Keywords     Erhalt der Ort skerne Finanzierungsinst rument gemeinschaft liche Förderung Sanierung von Alt baut en Selbst init iat ive

Umsetzungsstand  Grobkonzept

Die elf Gemeinden besit zen derzeit einige nicht genut zt e Immobilien, welche t eilweise einen prägenden Charakt er im Ort skern besit zen. Der Wandel der Alt ersst rukt ur und die daraus folgenden st eigenden Zahlen der leerst ehenden Gebäude könnt en das Problem verschärfen. Der Verfügungsfonds ist als Förderprogramm ein Werkzeug zur Wiederbelebung ident it ät sst ift ender, leerst ehender Gebäude in den Ort skernen. Das kann den Neukauf eines Obj ekt es bet reffen sowie Sanierungs- und Umbaumaßnahmen leerst ehender Gebäude. Die Förderung soll den Besit zern als Anschubfinanzierung und Unt erst üt zung für das Vorhaben dienen. Regionsverbundene Gewerbet reibende und Bürger erhalt en den Anreiz, dass mit ihrer Spende das Ort sbild at t rakt iver gest alt et wird. Weit erhin können Teile der Einnahmen bei öffent lichen Veranst alt ungen erfolgen. Für die Verwalt ung und Vergabe der Fördergelder ist eine St ift ung denkbar. Als Ent scheidungshilfe für die Vergabe dient ein dafür gewählt er Beirat , best ehend aus Mit gliedern aller elf Gemeinden, der nach vorher fest gelegt en Krit erien die Fördermit t elempfänger ermit t elt . Förderberecht igt sind ausschließlich Privat personen, die den Leerst and erwerben, sanieren, aus- oder umbauen und ihren Haupt wohnsit z in der Gemeinde einricht en. Mit diesem Werkzeug soll die breit e Bevölkerung zur Behebung von Leerst änden ermunt ert und akt iv mit einbezogen werden. Dies meint zum einen die Bewusst seinsbildung im Bezug auf die dramat ischen Folgen von leerst ehenden Gebäuden und zum anderen die gemeinsame Finanzierung der Sanierung von ort sbildprägenden Gebäuden durch Bürger, Gewerbet reibende und Banken i. S. v. Anschubsdarlehen. Ein weit eres Anliegen dieses Konzept es ist es, andere Gemeinden zur Nachahmung zu mobilisieren und Möglichkeit en der akt iven Ort skernbelebung durch Eigeninit iat ive aufzuzeigen. Get ragen wird dieses Proj ekt von einer St ift ung mit Mit gliedern aus allen elf Gemeinden und von den regionalen Banken, die die Bet reuung und Vergabe der Fördermit t el gewährleist en. Ein Bürgerbeirat mit gewählt en Bürgerinnen und Bürgern aus den bet eiligt en Kommunen ent scheidet in Kooperat ion mit der St ift ung über die Vergabe der Fördergelder.

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Umsetzungsschritte 1. Eruierung not wendiger Kapit albeschaffung 2. Gründung / Bet eiligung einer St ift ung 3. Market ing/ Gewinnung von Sponsoren 4. Bewerbung der Förderberecht igt en 5. Vergabe der Gelder durch Bürger-Beirat der elf Kommunen 6. Ausbau/ Herricht ung des Gebäudes durch best enfalls lokale Handwerker 7. Anbringen einer Plaket t e am Haus „ Gefördert durch den Verfügungsfonds zur Leerst andsakt ivierung“ Finanzierung Die Finanzierung erfolgt durch Einlagen der regionalen Gewerbebet riebe, Banken und Förderprogramme, wie z.B. im Denkmalschut zbereich. Darüber hinaus bet eiligen sich die Bürgerinnen und Bürger der elf Gemeinden durch direkt e (Spendenkont o) und indirekt e (u.a. Spenden bei Veranst alt ungen) Spenden am Verfügungsfonds. Umsetzungsstand Das Konzept st ieß bei den Bürgermeist ern der elf Gemeinden auf eine gewisse Skepsis. Laut ihrer Erfahrung könnt e es schwierig werden, die beabsicht igt en Spenden zu erzielen, die für die Umset zung Vorausset zung sind. Des Weit eren benöt igt eine St ift ung ein St art kapit al von ca. 50.000 Euro, was ebenfalls ein Hindernis darst ellt . Außerdem wurde die Neut ralit ät des Bürgerbeirat s angezweifelt , der über die Vergabe der Fördermit t el ent scheiden sollt e. Alt ernat ive Bet reibermodelle müsst en daher geprüft werden. Die weit ere Bearbeit ung wurde daher vorerst nicht weit er verfolgt . Für die Umset zung und das Erreichen der Ziele dieses Werkzeugs bedarf es des Sponsorings oder der Förderung. Diese Vorausset zungen könnt en geschaffen werden, sobald sich Unt ernehmen oder Banken daran bet eiligen.

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Wohnqualität auf Grundstücken
Keywords    Freiflächendefizit modernes Wohnen im Ort skern Lebendige Ort smit t e individuelle Lösungen

Umsetzungsstand  Grobkonzept

Grundst ücke in gewachsenen Ort skernen sind zum Teil sehr dicht bebaut (u.a. mit heut e nicht mehr genut zt en landwirt schaft lichen Nebengebäuden) und haben geringe Freiflächen. Nachbargrundst ücke sind dagegen oft großzügig geschnit t en. Freiflächendefizit e führen dazu, dass Grundst ücke im Ort skern aufgegeben werden und am Ort srand neu gebaut wird. Durch eine Neugliederung von Nachbargrundst ücken und ggf. Abriss vorhandener, ungenut zt er Nebengebäude könnt e eine gleichwert ige Wohnqualit ät auf benachbart en Grundst ücken ent st ehen. Für j eden Ort skern und j edes Grundst ück sind individuelle Lösungen gefragt . Gewachsene St rukt uren wie Gehwegverbindungen sind dabei zu berücksicht igen. Bei Hinzukommen pot enzieller Leerst ände wird sich die Anzahl benachbart er leerst ehender Flächen und Gebäude und damit möglicher Umset zungsbeispiele erhöhen. Um dem Vorurt eil zu begegnen, dass Wohnqualit ät nach modernen Ansprüchen im Ort skern nicht möglich ist , soll die beispielhaft e Durchführung an einem „ Schauobj ekt “ aufgezeigt werden. Innerört liche Grundst ücke können so modernen Wohnansprüchen (Gart en, Spiel-/ Freiflächen, Licht und Luft ) gerecht werden. Die Erhöhung der At t rakt ivit ät von Grundst ücken im Ort skern soll zur Wiederbelebung der Ort smit t e führen. Eine ent sprechende Vergrößerung von Grundst ücken soll den Verkauf oder die Vermiet ung leerst ehender Gebäude erleicht ern. Die gest alt erische Aufwert ung des Ort skerns durch Wiedernut zung der Gebäude und damit einhergehender Sanierungen würde durch neue Besit zer oder Miet er erfolgen. Den Überblick über die Lage leerst ehender Gebäude und Flächen haben die Gemeinden. Dort liegt damit die Verant wort ung zur Kont akt ierung der Eigent ümer, um mit einer Durchführung zusammenhängende Vort eile zu vermit t eln. Die Ent scheidung zur Durchführung auf Privat grundst ücken verbleibt bei den Besit zern. Bei öffent lichen Grundst ücken sind die Gemeinden aufgefordert , den Vort eil „ direkt am Obj ekt “ aufzuzeigen. Außerdem dient die Neugliederung von Grundst ücken als Werkzeug für die Umset zung der anderen erarbeit et en Konzept e.

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Umsetzungsschritte 1. Prüfung der Größe und des Zuschnit t s zueinander benachbart er Grundst ücke leerst ehender Gebäude oder Baulücken 2. Erarbeit ung sinnvoller Zuschnit t e bei Zusammenlegung/ Auft eilung von Grundst ücken (die endgült ige Ent scheidung liegt beim Eigent ümer) 3. Kont akt aufnahme zu Eigent ümern mit Präsent at ion erst er Ideen 4. Bei Int eresse: det ailgenaue Ausarbeit ung der Grundst ücksgrenzänderung und Umset zung Finanzierung Die Übernahme der Kost en erfolgt durch den Eigent ümer des Grundst ücks. Je nach Gemeinde ist im Rahmen der Dorferneuerung die finanzielle Unt erst üt zung eines solchen Vorhabens möglich [vgl. Amt für ländliche Ent wicklung in Bayern]. Umsetzungsstand In Schönsee konnt en passende Nachbargrundst ücke ermit t elt werden. Im direkt en Kont akt zu einem Grundst ücksbesit zer hat sich eine komplexe Eigent ürmersit uat ion mit zum Teil noch unbekannt en Besit zern in einer Erbengemeinschaft aufgezeigt . Solange diese Sit uat ion vorliegt , ist eine Durchführung an diesem Beispielfall nicht möglich. In Alt endorf st eht ein leerst ehendes Gebäude im Rahmen des int erkommunalen Kooperat ionsproj ekt s „ Fischereilehrpfad“ als Informat ionszent rum mit gast ronomischem Angebot in Verhandlung. Die Neugliederung des Grundst ücks würde dort die Freiraumqualit ät des Nachbargrundst ücks aufwert en. Das Proj ekt Fischereilehrpfad befindet sich derzeit noch in der Ent wicklung. Sobald die Fest legung auf ein Gebäude in den Teilnehmergemeinden abgeschlossen ist und sich das Alt endorfer Modell als Favorit aufzeigt , wird dieses Beispiel mit hilfe des beschriebenen Werkzeugs weit er ausgearbeit et .

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Kommunen werden vorübergehend Leerstandsbesitzer
Keywords   innovat ive Nut zungen ermöglichen st rat egisch wicht ige Lagen sichern

Umsetzungsstand  Grobkonzept

Die St ädt ebauförderung sieht die Förderung von Grunderwerb für einen best immt en Zeit raum vor. Hier set zt die Idee an, welche die Kommune als Zwischenerwerber und Invest or von Leerst andsimmobilien vorschlägt . Der Erwerb der Immobilien und Grundst ücke ist ein Werkzeug zur Umset zung innovat iver Proj ekt ideen der LSO. Auf diesem Weg sollen Spekulat ionen verhindert und st rat egisch wicht ige Lagen gesichert werden. Diese Möglichkeit kann für die Konzept e Alt engerecht es Wohnen, Dorfladen, Jugend belebt Ort skern, kunst bezogene Proj ekt e und Gemeinschaft sbauernhof relevant werden. Umset zungsverant wort lich sind Gemeinden, die durch Zwischenerwerb von Immobilien eine Maßnahme zur Leerst andsbekämpfung unt erst üt zen. Umsetzungsschritte 1. Auswahl geeignet er Immobilien für die Umset zungsproj ekt e 2. Verhandlung mit den Eigent ümern 3. Zwischenerwerb der Immobilien unt er Verwendung von St ädt ebauförderungsmit t eln 4. erneut e Veräußerung und Nut zung der Immobilie im Rahmen des j eweiligen Proj ekt s Finanzierung Der Erwerb der Grundst ücke und Gebäude wird in den Richt linien zur Förderung st ädt ebaulicher Erneuerungsmaßnahmen (St BauFR 2007) geregelt , wobei die Förderhöhe von Fall zu Fall unt erschiedlich ausfällt . Umsetzungsstand Im Rahmen der Konzept ent wicklung wurde ent schieden, dass der Zwischenerwerb von Immobilien als konzept übergreifendes Inst rument anzusehen ist . Als eigenst ändiges Konzept wurde es daher nicht weit er bearbeit et .

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Service-Agentur
Keywords     Anlaufst elle Arbeit en-Bauen-Sanieren-Wohnen Berat ungsbedarfe Kompet enzzent rum Erfahrungen

 

Umsetzungsstand Grobkonzept

Am Anfang wurde das Konzept der Service-Agent ur als Anlaufst elle für Fragen und Berat ungsbedarfe rund um die Themen Bauen, Wohnen und Arbeit en ent worfen. Hier sollt en Wissen, Erfahrungen und Mat erialien zum best andsgerecht en und energet ischen Sanieren von hist orischen Gebäuden weit ergegeben und ausget auscht werden. Langfrist ig best and die Idee, daraus einen Ausbau zu einem Kompet enzzent rum für Bauen und Wohnen (inkl. weit ere Angebot e in Verbindung mit Handwerkern, Energieberat ern, Mat erialsammlung usw.) vorzunehmen, welches für die Region als Wissensspeicher und umfängliche Service-St elle dienen kann. Das spät ere Kompet enzzent rum sollt e folgende Baust eine beinhalt en:    Bauberat ung Vermit t lung von Bauauft rägen Ansiedlung von Spezialist en der Alt bausanierung Tausch- und Handelsbörse für Alt baust offe Leerst andsOFFENSIVE (Verst et igung)

Aus dieser Konzept vorlage wurde die Service-Agent ur in Hinblick auf ihre Machbarkeit modif iziert und den ört lichen Gegebenheit en sowie personellen Möglichkeit en angepasst . Die Weit erführung der LSO, die sich in der zweit en Hälft e der Proj ekt zeit andeut et e, wurde daher mit diesem Konzept verknüpft . Das Expert ent eam geht demnach Anfang 2012 über in eine Person zur Verst et igung des begonnenen Prozesses, der sogenannt e „ Kümmerer“ für die LSO, der die Service-Agent ur in erst er Schrit t folge bildet . Der Kümmerer der LSO bildet zunächst alleinig die Service-Agent ur und biet et – ggf. angedockt an der LAG Geschäft sst elle oder dem CeBB Kult urzent rum in Schönsee – eine Anlaufst elle sowie vor Ort (elf Gemeinden) Sprechzeit en. Der Kümmerer gest alt et die LAG-Treffen und hält Kont akt zum Sprecher sowie zu Fördermit t elgebern, Proj ekt bet eiligt en usw. Die Service-Agent ur soll in erst er Linie die begonnenen Konzept e des Teams der LSO weit er begleit en, ggf. modifizieren und schließlich in die Umset zung führen. Durch gezielt e Öffent lichkeit smaßnahmen sollen weit ere Vorurt eile gegenüber Alt bausanierungen abgebaut und neue privat e Bauherren als Umset zer für die Sanierung von leerst ehenden Gebäuden in den

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Ort skernen gewonnen werden. Im Fokus st ehen außerdem die weit ere Bet reuung der Leerst andsbörse sowie Berat ungen zu möglichen Förderungen und recht lichen Vert rägen. Ziel ist die Reduzierung von Leerst änden durch Aufklärung und Förderung von privat en Init iat iven in Kombinat ion mit der Umset zung von öffent lich gefördert en Proj ekt en. Get ragen wird dieses Proj ekt von der LAG sowie den elf Gemeinden, die die Service-Agent ur in int erkommunaler Zusammenarbeit finanzieren. Als Ansprechpart ner vor Ort und Umset zungs-verant wort licher dient eine Person aus dem Expert ent eam, die die Verst et igung der LSO, in Kooperat ion mit dem Coaching-Büro u.m.s., zunächst für ein weit eres Jahr bet reibt . Umsetzungsschritte zur dauerhaften Leerstandsbelebung 1. Erst ellung Konzept der Service-Agent ur 2. Prüfung der Machbarkeit 3. Anpassung Konzept Service-Agent ur an Verst et igung der LSO 4. Personalauswahl für Verst et igung der LSO 5. Erst ellung eines Konzept s mit konkret en Aufgabenschwerpunkt en für die Verst et igung 6. Einreichung Förderant rag bei Regierung der Oberpfalz 7. Suche einer Andockst elle in den elf Gemeinden für das Büro der Service-Agent ur 8. Einricht ung Büro und Beginn des Umset zungsmanagement s der Konzept e Finanzierung Die Kost en werden durch eine Öffent liche Mischfinanzierung aus Fördermit t eln (St ädt ebaufördermit t el Kleinere St ädt e und Gemeinden, hier beant ragt e Förderung) und kommunalen Eigenmit t eln der bet eiligt en Kommunen get ragen. Umsetzungsstand Das Konzept wurde zunächst von dem Ausgangsst adium der Service-Agent ur mit der künft igen Verst et igung der LSO verknüpft . Wegen der Teilnahme am Wet t bewerb „ Bürgerbet eiligung“ der Nat ionalen St adt ent wicklungspolit ik und damit offener Finanzierungsmöglichkeit en wurde das Konzept dann vorerst ruhen gelassen. Die Machbarkeit des Ausbaus zu einem Kompet enzzent rum für Bauen und Wohnen st ellt e sich bereit s vorher als schwierig heraus. Aufgrund der bei der 2. Leerst andswerkst at t geäußert en Bedenken von Handwerkern, dass die st ändige Präsenz von Fachpersonal im Kompet enzzent rum höhere Personalkost en verursacht , ist dieser Ansat z im weit eren Verlauf der Umset zung zu überprüfen. Im Hinblick auf die Verst et igung der LSO wurde vom berat enden Coaching-Büro u.m.s. bereit s eine Person aus dem Expert ent eam für die weit ere Bet reuung ausgewählt . Derzeit wird vom Büro ein Konzept erarbeit et , das die Aufgabenschwerpunkt e und Kost enant eile für ein weit eres Jahr beinhalt et . Dieses Umset zungspapier wird Mit t e Dezember 2011 zusammen mit dem Förderant rag zur Verst et igung der LSO bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht . Bis dahin ent scheiden die elf bisher t eilnehmenden Gemeinden in Gemeinderat ssit zungen, ob sie weit erhin an dem St ädt ebauförderungsproj ekt t eilnehmen und es durch mindest ens 20% Eigenant eil mit finanzieren wollen. Nach Bewilligung der veranschlagt en Fördermit t el wird die

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Service-Agent ur, idealerweise angegliedert an eine bereit s best ehende Inst it ut ion wie das CeBB in Schönsee, Anfang 2012 ihren Bet rieb aufnehmen.

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5.3 Strategien zur weiteren Bewusstseinsbildung
Verschiedene Akt ionen und Veranst alt ungen sollen eine Sensibilisierung für das Thema der Leerst andsbelebung bewirken und zum Teil als „ Schandflecke“ wahrgenommene leerst ehende Gebäude einer vorübergehenden Nut zung zuführen. Vorhandene leerst ehende Gebäude oder Flächen werden in den Akt ionen aufgezeigt und zugängig gemacht . Diese Proj ekt e sollen an verschiedenen Ort en in den elf Gemeinden umgeset zt und gemeindeübergreifend akt iviert werden. Neben einer posit iven Imagebildung ist auch die mit t elfrist ige Zwischennut zung und das Wecken von Kaufint eresse für diese Grundst ücke das Ziel. Um dieses zu erreichen, werden neben regionalen und kommunalen Umset zungsverant wort lichen auch überregionale t hemenrelevant e Akt eure, wie Universit ät en, Vereine oder Int eressensgemeinschaft en, kont akt iert , um sie in den Prozess mit einzubeziehen. Vor diesem Hint ergrund und mit dieser Zielset zung wurden zwei Akt ionen erarbeit et . „ Geschicht en über die Leere“ ist eine indirekt e Maßnahme zur Leerst andsbelebung. Daran knüpft die Akt ion „ Kunst im Leerst and“ als direkt e Umset zung in Form einer Veranst alt ung mit Ausst ellung an.

Abb. 48: Umset zungsfort schrit t der St rat egien zur weit eren Bewusst seinsbildung [Eigene Darst ellung]

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Geschichten über die Leere
Keywords    Einblick Erzählen Tag des offenen Leerst ands hint er die Kulissen Geschicht en

 

Umsetzungsstand Modellphase

Hist orisch int eressant e und für die Gemeinden prägende leerst ehende Gebäude sollen zusammenget ragen und deren Geschicht en in regionalen beziehungsweise überregionalen Medien veröffent licht werden. Dazu wird ein Wet t bewerb in einer Zeit ung ausgeschrieben, in dem Bürger aufgefordert werden, Bilder und Erzählungen über ent sprechende Gebäude einzusenden. Das gesammelt e Mat erial wird aufbereit et und als „ Geschicht e über die Leere“ veröffent licht . Die beschriebenen Obj ekt e sollen in der Nachfolge als Ausst ellungsort e und Präsent at ionsplat t formen ihrer eigenen Geschicht en dienen und für die Bevölkerung im Rahmen einer Veranst alt ung als „ Tag des offenen Leerst andes“ zugängig gemacht werden. Mit dieser Akt ion sollen diese hist orisch int eressant en Gebäude wiederbelebt und deren akt uelle Sit uat ion aufgezeigt werden. Der Besucher erhält zudem einen Einblick in die Geschicht en der leerst ehenden Gebäude sowie eine emot ionale Bindung zu diesen. Angesprochen werden sollen mit diesem Proj ekt Bürger der Gemeinden, Liebhaber alt er Gebäude, Kunst - und Kult urint eressiert e sowie event uelle Kaufint eressent en. Umsetzungsschritte 1. Medient räger für Sponsoring und als Träger der Akt ion finden 2. Zeit ungsaufruf zur Mat erialsammlung (Geschicht en zu Gebäuden, Bildmat erial, usw.) 3. Ident ifizierung geeignet er Leerst ände und Ansprache der Besit zern 4. Aufbereit ung der Mat erialsammlung 5. Veröffent lichung der Geschicht en Finanzierung Durch das Sponsoring eines Medient rägers können die finanziellen Aufwendungen für die Aufarbeit ung und Veröffent lichung der gesammelt en Mat erialien weit est gehend gering gehalt en werden.

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Umsetzungsstand Die Akt ion befindet sich bereit s in der Umset zung. Als Medient räger und Sponsor erklärt e sich die regionale Tageszeit ung „ Der Neue Tag“ Großlandkreis Schwandorf dazu bereit , eine Serie zu veröffent lichen. Ein erst er Aufruf zur Bürgerbet eiligung erfolgt e im Sept ember 2011.

Abb. 49: Aufruf zum Konzept Geschicht en über die Leere in „ Der Neue Tag“ [Der Neue Tag]

Parallel dazu wurden die Bürgermeist er aufgefordert , int eressant e Gebäude aus ihren Gemeinden zusammenzut ragen und deren Besit zer gezielt auf den Zeit ungsaufruf aufmerksam zu machen. Derzeit recherchiert „ Der Neue Tag“ die bisher infrage kommenden Obj ekt e und bereit et das gesammelt e Mat erial auf. Der let zt e Schrit t zur vollst ändigen Durchführung dieser Akt ion ist die Veröffent lichung der Geschicht en im kommenden Jahr.

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Kunst im Leerstand
Keywords   Akt ion Image Inspirat ion Ausst ellung Workshops

  

Umsetzungsstand Grobkonzept

Das Konzept „ Kunst im Leerst and“ soll die Pot enziale leerst ehender Gebäude und Grundst ücke aufzeigen und nut zen. Verbunden mit der Durchführung von Kunst ausst ellungen oder auch Workshops werden sonst nicht öffent lich zugängige, ungenut zt e Obj ekt e begehbar und erlebbar gemacht . Ein erarbeit et es Ausst ellungst hema knüpft an das sich in der Umset zung befindende Konzept „ Geschicht en über die Leere“ an. Dafür erzählt und präsent iert eine Gruppe von Gebäuden im Rahmen einer Ausst ellung, z.B. „ Tag des offenen Leerst andes“ , ihre persönlichen Geschicht en. Dazu werden zusammenget ragene Allt agsgegenst ände aus den Gebäuden sowie die Geschicht en und Bildmat erialien unt er dem Mot t o „ Spurensuche“ in den j eweiligen Immobilien ausgest ellt . Leerst ände erhalt en mit diesen kost engünst igen Zwischennut zungen ein neues Image als Kunst t räger mit hist orischem Wert . Die Umset zung und Organisat ion sollt e möglichst von bereit s exist ierenden Kunst vereinen der Region übernommen werden. Auch die Kommunen sind in eine Durchführung mit einzubinden. Mit dieser Akt ion werden vor allem Liebhaber alt er Gebäude sowie Kunst - und Kult urint eressiert e angesprochen. Umsetzungsschritte zur temporären Leerstandsbelebung 1. Init iat or für Ausst ellung akquirieren (bspw. Kunst - und Kult urvereine, Hochschulen) 2. weit ere Mat erialsammlung zu den Gebäuden (Mobiliar, Küchenut ensilien, usw.) 3. Berat ung zur recht lichen Absicherung 4. Aufbau zur Akt ion „ Tag des offenen Leerst andes“ Finanzierung Diese Akt ion zur kurzfrist igen Leerst andsbelebung soll keine öffent lichen Fördermit t el in Anspruch nehmen und orient iert sich nicht an einer Gewinnerzielung. Eint rit t sgelder für die Ausst ellungen und Workshops können als Unkost enbeit rag zur Deckung der Aufwendungen beit ra-

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gen. Für größere finanzielle Aufwendungen sind Sponsoren mit regionalen und künst lerischen Bezug anzusprechen. Umsetzungsstand In einem erst en Gespräch im August 2011 zeigt e sich der Vorsit zende des Kunst vereins Weiden int eressiert an der Kunst akt ion. Das Mot t o „ Spurensuche“ wurde von ihm als Idee zu möglichen Präsent at ions-/ Ausst ellungsformen beiget ragen. Ein Termin mit dem Vorsit zenden des Kunst vereins „ unverdorben“ in Neunburg vorm Wald st eht noch aus. Das Konzept baut auf die Akt ion „ Geschicht en über die Leere“ auf und wird deshalb erst nach Abschluss dieser Akt ion weit er verfolgt . Bereit s ent st andene Kont akt e werden über den Fort schrit t informiert und zu gegebenem Zeit punkt akt iv mit eingebunden.

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6. Fazit
Der vorliegende Abschlussbericht reflekt iert die Arbeit der sogenannt en LSO, die sich mit der Leerst andsproblemat ik von elf Gemeinden im peripheren Raum der Oberpfalz auseinandergeset zt hat . Der innovat ive Einsat z eines t hink t anks für zehn Monat e, koordiniert durch ein St adt ent wicklungsbüro, hat dabei einen sehr int ensiven Einst ieg in die Themat ik ermöglicht . Die Arbeit vor Ort hat sich als wesent lich herausgest ellt , um in der vergleichsweise kurzen Proj ekt laufzeit die aufgezeigt en Ergebnisse zu erzielen. Mit hin kann das Proj ekt LSO hinsicht lich Bewusst seinsbildung und Proj ekt anschub als wicht iger Ent wicklungsschrit t in die richt ige Richt ung eingeordnet werden. Den zent ralen Erfolgsfakt or der LSO st ellt e die enge, int erkommunale Zusammenarbeit der elf Gemeinden dar: gemeinsame Herausforderungen insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge kombiniert mit der Leerst andsproblemat ik wurden diskut iert und hierzu mit dem t hink t ank Lösungsansät ze in Form konkret er Proj ekt ideen gefunden. Fragest ellungen, die hier u. a. in den Vordergrund gest ellt wurden, waren:    Wie wird die Nahversorgung unserer Haupt ort e und Ort st eile mit einer gemeinsamen St rat egie gesichert , die nicht an Gemeindegrenzen halt macht ? Wie kann auch Senioren mit Bet reuungsbedarf in unserer Region ein zu Hause gegeben werden? Wir ist das t ourist ische Pot ent ial gemeinsam besser zu erschließen mit gemeindeübergreifenden Konzept en und Angebot en?

Im Prozess der LSO 2011 wurde die große Chance erkannt , den z. T. von Verödung bedroht en Dorfmit t en neues Leben zu geben, indem Einricht ungen der Daseinsvorsorge – int erkommunal abgest immt – in diesen Lagen akt iviert oder neu et abliert werden. Allen Bet eiligt en der LSO war bewusst , dass ergänzend zu klassischen Pfaden der Daseinsvorsorge neue Wege beschrit t en werden müssen. Hierzu gehören die Einbindung der Bürger als Verant wort ungsgemeinschaft . Der int erkommunale Ansat z der LSO lässt sich beispielhaft an dem Proj ekt Alt engerecht es Wohnen veranschaulichen. Als empfindliche Lücke in der Daseinsvorsorge wurde das Thema in sämt lichen elf Gemeinden ident ifiziert . Es folgt e der Aust ausch dazu, ob Bet reiber von Bet reuungseinricht ungen in einer der Gemeinden bereit s akt iv waren. In Eslarn wurde ein geeignet er Bet reiber ermit t elt , welcher ggf. auch in ausgewählt en weit eren Gemeinden der LSO akt iv werden könnt e. In von den Gemeinden gemeinsam get ragenen Veranst alt ungen wurden die Senioren als zukünft ige Nut zer über neue Wohnformen aufgeklärt und viele Vorurt eile ent kräft et . Räumlich wurde sich in einer der Regionalkonferenzen der elf Gemeinden auf die ehem. Thammer Brauerei in zent ralst er Ort slage unmit t elbar am Markt plat z von Winklarn, einer Gemeinde mit medizinischer Versorgung, verst ändigt : das Obj ekt biet et eine den Nut zungsanforderungen ent sprechende Ausst at t ung und deckt einen großen, übergemeindlichen Radius ab, indem keine Angebot e in dem Bereich Seniorenwohnen exist ieren. Die gemeinsame Ent wicklung des Proj ekt es st ellt eine der wicht igen Schrit t e der LSO in ihrer zweit en Phase dar.

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Wie sich bereit s in der St art phase zeigt e, waren eine regelmäßige Bericht erst at t ung in Tageszeit ungen und auf der Homepage sowie die Durchführung von Akt ionen in den Gemeinden evident wicht ig. Das Proj ekt konnt e durch diese int ensive Presse- und Öffent lichkeit sarbeit die Aufmerksamkeit von lokalen und überregionalen Akt euren auf sich ziehen. Dabei konnt en j edoch nicht alle Zielgruppen in gleichem Maße erreicht und im Proj ekt bet eiligt werden. Vor allem die Gruppe der Jugendlichen war kaum zu akt ivieren oder länger im Proj ekt zu halt en. Einige Senioren blieben dagegen über die komplet t e Proj ekt laufzeit akt iv. Die int ensive Öffent lichkeit sarbeit hat die Kont akt aufnahme zu Akt euren und Gebäudeeigent ümern vereinfacht . Das Proj ekt und seine Ziele waren, wenn auch nicht im Det ail, bekannt und die Skepsis fiel dement sprechend gering aus. Insbesondere bei den Eigent ümern der leerst ehenden Gebäude war eine mehrfache Kont akt aufnahme not wendig, um das erforderliche Vert rauen zu erzielen. Das eigene Gebäude mit der dazugehörigen Geschicht e hat sich als sehr persönliches und privat es Anliegen herausgest ellt , das einen sensiblen Umgang erfordert . Auch das Angebot der Leerst andsbörse auf der Homepage hat sich unt er diesem Hint ergrund erst langsam, gegen Ende des Proj ekt zeit raums j edoch st et ig erweit ert . Die Nut zung von Leerst änden im Rahmen von Veranst alt ungen, wie den Leerst andswerkst ät t en, t rug ebenfalls zur Bewusst seinsbildung bei. Den Besuchern konnt e derart deut lich gemacht werden, was mit solchen Gebäuden möglich ist und dass es sich lohnt , sich akt iv mit der (Nach-) Nut zung dieser zu beschäft igen. Die Vorschläge der Bevölkerung zur Neu- oder Wiedernut zung der j eweiligen Veranst alt ungsräumlichkeit waren ent sprechend vielseit ig. Die sehr aufwendige Analyse hat ein ungleiches Bild der Gemeinden, Märkt e und St ädt e ergeben. Dies hat sich für die Arbeit im Rahmen der LSO mit unt er als reizvoll aber auch schwierig herausgest ellt , da für die unt erschiedlichen Gemeindet ypen verschiedene Konzept e ent wickelt werden musst en. Die Umset zung eines Dorfladens in den beiden St ädt en der Bet racht ungsregion ist ebenso unwahrscheinlich wie die einer Senioren-Wohneinricht ung in j enen Gemeinden ohne j egliche medizinische Versorgung. Das angest rebt e Ziel, zwei Konzept ideen in die Modellphase zu überführen, konnt e erreicht werden. Ein Proj ekt zu dem Konzept „ Der neue Dorfladen“ sowie zwei Proj ekt e zum Konzept „ Ort prägender Leerst and als Ident it ät st räger“ befinden sich bereit s in der konkret en Immobiliensuche bzw. in der Planung zur baulichen Realisierung. Bei drei weit eren Konzept en konnt en mögliche Bet reiber, Invest oren und/ oder Immobilieneigent ümer akt iviert werden. Da die beiden Proj ekt e in der Modellphase insbesondere durch die Gemeinden und ihre Bürgerinnen und Bürger umgeset zt und bet rieben werden, gilt es perspekt ivisch, die Bet eiligung Privat er st ärker zu forcieren. Bei der akt uellen Haushalt ssit uat ion peripher gelegener Gemeinden ist es erforderlich, dass für auft ret ende Herausforderungen, wie die der Leerst andsproblemat ik, auch andere Akt eure in die Verant wort ung genommen werden. Es bleibt das Fazit zu ziehen, dass, so int ensiv die Arbeit vor Ort war, die Erfolge wesent lich von der Akt ivit ät bet eiligt er Akt eure abhängen. Um weit ere, fehlende Akt eure zu akt ivieren und bereit s kont akt iert e längerfrist ig an Konzept e zu binden, bedarf es weit erer Bet reuung der ent st andenen Net zwerke sowie der ent wickelt en Konzept e. Dies sollt e weit erhin im int er-

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kommunalen Zusammenschluss geschehen, da sich dieser nicht nur für die Net zwerkbildung als sehr hilfreich herausgest ellt hat . Der direkt e Kont akt zwischen den Gemeindevorst änden sowie der indirekt e Aust ausch über das Team vor Ort haben zudem immer wieder einen schnellen Umgang in kurzfrist igen Angelegenheit en, wie beispielsweise dem Erfahrungsaust ausch in dem Bereich der Fördermit t elant räge ermöglicht .

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7. Ausblick
Unt er den Akt euren der LSO best eht Einigkeit darüber, dass ein Abschluss der LSO nach nur einem Jahr ungenut zt e Pot enziale hint erlassen würde. Die erreicht en Erfolge benöt igen weit eren Anschub und Kont inuit ät , um zu baulichen Umset zungen und damit zu invest iven Maßnahmen zu führen. Aufbauend auf den Erfahrungen aus 2011 und den daraus ent st andenen Konzept en planen die Gemeinden eine gemeinsame Fort führung des Proj ekt s für das Folgej ahr. Da die arbeit sint ensive Analysephase abgeschlossen werden konnt e, kann und muss der Personaleinsat z in der Weit erführung des Proj ekt s – auch aufgrund der Haushalt slage der Kommunen – deut lich reduziert werden. Anst elle des bisherigen Modells (vier Fachabsolvent en vor Ort begleit et durch ein St adt ent wicklungsbüro) soll ein Mit glied des Expert ent eams in das begleit ende Büro u.m.s. int egriert werden. Dies dient der Sicherst ellung des Wissenst ransfers und der Verlagerung der gesamt en Proj ekt begleit ung in eine Hand. Der Ansat z, unt er dem die Fort führung geplant ist , kann mit „ Umset zungsmanagement “ bet it elt werden. Dies bedeut et insbesondere die Überführung des Begonnenen in bauliche, infrast rukt urelle und damit invest ive, t eils int erkommunale Maßnahmen. Die Analysephase konnt e abgeschlossen werden. Davon abgesehen ähnelt das nachfolgend beschriebene Arbeit sspekt rum für die geplant e Fort führung inhalt lich der Arbeit sphase 2011. Die breit e Öffent lichkeit soll für die Leerst andst hemat ik und damit einhergehende Probleme weit er sensibilisiert und konkret e Proj ekt e in die Umset zung gebracht werden. Weiterführung/ Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit Bevorst ehende und sich andeut ende Herausforderungen in der Leerst andsproblemat ik, v.a. aber auch in der Daseinsvorsorge sind im Alleingang einzelner Gemeinden im peripheren Raum nicht mehr zu bewält igen. In der LSO 2011 wurde bereit s bewiesen, dass die elf Gemeinden unt ereinander kollegial und mit einander erfolgreich sind. Dies soll in der Fort führung des Proj ekt s int ensiviert werden. Die Weit erführung der regelmäßigen monat lichen Konferenzen ist dabei zent raler Best andt eil der zweit en Phase der LSO, der ausgebaut werden soll. Geplant ist , j eweils ein Spezialt hema (ÖPNV, Bet reuung und Bildung, Nahversorgung et c.) der Daseinsvorsorge auf einer Regionalkonferenz in den Vordergrund zu st ellen und die int erkommunalen Möglichkeit en zu t hemat isieren. Es wird daran fest gehalt en, sich auch in der Zukunft zum Umset zungst and der Proj ekt e und zu Veränderungen in der Leerst andsent wicklung (neue Leerst ände, Verkaufsakt ivit ät en et c.) auszut auschen. St ärker in den Fokus der Regionalkonferenzen rückt die Frage, wie Gemeindeaufgaben zukünft ig st ärker gemeinsam wahrgenommen werden können. Hiervon bet roffen sind bspw. das Vorhalt en von:   Bauhöfen und Feuerwehren, Angebot en der Ganzt angsbet reuung,

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Tourismusmarket ing, Bebauungsplanung im Bereich Wohnen und Gewerbe, Wirt schaft sförderung.

Unt erst üt zend hierzu soll eine syst emat ische Übersicht erarbeit et werden, in welcher Vorhaben/ größere Anschaffungen der Kommunen in den kommenden Jahren erfasst sind. Diese originären Gemeindeaufgaben sollen im Aust ausch besprochen und, sobald dies als möglich und sinnvoll eracht et wird, auch int erkommunal wahrgenommen werden. Betreuung/ Unterstützung angeschobener Projekte Im bisherigen Proj ekt zeit raum gelang es, Konzept e, welche dem Leerst and begegnen und Anpassung in der Daseinsvorsorge vorsehen, zu ent wickeln und in die Umset zungsphase zu überführen. Eine weit ere Begleit ung bis zur konkret en baulichen Maßnahme ist daher Kern der Verst et igung. Die im vorliegenden Bericht beschriebenen Konzept e „ Der neue Dorfladen“ , „ Alt engerecht es Wohnen“ , „ Jugend belebt Ort skern“ , „ Arbeit splat z mit Wohnangebot “ und „ Pilgerherberge“ sind am weit est en fort geschrit t en. Dort haben bereit s die Immobiliensuche und die Kont akt aufnahme sowie -pflege mit möglichen Umset zungsverant wort lichen st at t gefunden. Ausst ehend ist die Fest legung von Bet reibermodellen in Zusammenarbeit mit verant wort lichen Umset zern. Daraufhin erfolgt die Unt erst üt zung bei der Förderant ragst ellung. Als erst es Proj ekt , in welches im Rahmen der LSO int erkommunal Ressourcen fließen soll, ist 2012 die Det ailkonzept ion und organisat orische sowie bauliche Realisierung eines Fisch- und Nat urlehrpfades vorgesehen. Das Vorhaben schließt Aspekt e des Umwelt - und Landschaft sschut zes als auch ein gemeinsames Tourismusmarket ing ein. Begleit end zur Herst ellung und Anreicherung der Wege mit Informat ionen ent lang der Flüsse Schwarzach und Murach ist die Akt ivierung eines Leerst andsobj ekt s als übergemeindliches Informat ionszent rum zur Themat ik des Landschaft sraums der genannt en Flüsse geplant . Akt uell bet eiligen sich an dem Proj ekt die Gemeinden Alt endorf, Gut eneck, Niedermurach, Schwarzach und Schwarzhofen. Die Einbeziehung weit er LAG-Gemeinden, wie z. B. Schönsee, wird derzeit diskut iert . Ein erst er Schrit t zu Beginn 2012 wird in der Beschreibung der Einzelparamet er des Proj ekt es (u. a. genauer Kost en- und Förderrahmen) in einem St eckbrief best ehen. Wiederaufnahme aufgeschobener und Identifizierung neuer Projekte In Abst immung mit der Regierung der Oberpfalz und den Gemeinden sollen Proj ekt e, die bisher nicht in Angriff genommen werden konnt en ggf. eine Modifizierung erfahren und in die Umset zung überführt werden. Auch die Ident ifizierung neuer Proj ekt e im Bereich der Daseinsvorsorge wird angest rebt . Unterstützung einzelner Besitzer bei deren Vorhabenumsetzung Bei besonderer st ädt ebaulicher Bedeut ung einzelner privat er Vorhaben mit einem leerst ehenden Gebäude für das Ort sbild findet Sensibilisierungsarbeit im direkt en Kont akt st at t . Dem Eigent ümer werden gest alt erische oder funkt ionelle Bedeut ung des j eweiligen Gebäudes im ört lichen Gesamt kont ext deut lich gemacht und Opt ionen aufgezeigt .

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Für die Vorbereit ung der Förderung und Durchführung der Sanierung und Umnut zung konkret er öffent licher sowie privat er Leerst andsobj ekt e beabsicht igen die Gemeinden einen Sanierungsbeauft ragt en einzuset zen, der in Ergänzung der Fort führung der LSO akt iv wird. Die in der Region liegenden St ädt e und Gemeinden weisen unt erschiedliche Schwächen, aber auch St ärken auf, die bei der Problembewält igung zu berücksicht igen sind. Sowohl die St ädt ebauförderung, als auch das Amt für Ländliche Ent wicklung biet en dafür Wege und Fördermit t el. Die Ergebnisse der LSO unt erst üt zen dabei die Einleit ung und Durchführung ent sprechender Verfahren der Dorfent wicklung und der St ädt ebauförderung und werden als Baust ein in einen künft igen Dorferneuerungsplan eingehen. Nach Absprache zwischen der Regierung der Oberpfalz Sachgebiet St ädt ebauförderung und dem Amt für Ländliche Ent wicklung werden zurzeit die St adt Schönsee, der Markt Winklarn sowie der Ort Alt endorf über die St ädt ebauförderung bet reut . In der Gemeinde Weiding läuft ein Verfahren der Dorferneuerung; für Gut eneck und Thanst ein ist die Einleit ung vorgesehen. Diese werden vom Amt für Ländliche Ent wicklung Oberpfalz gefördert . Die Begleit ung der j eweiligen Proj ekt e erfolgt in enger Abst immung zwischen beiden Behörden. Öffentlichkeitsarbeit Der Baust ein Öffent lichkeit sarbeit hat sich kont inuierlich durch die bisherige Proj ekt arbeit gezogen und als wesent lich für die erfolgreiche Kont akt aufnahme zu Eigent ümern und Akt euren der Region erwiesen. An Akt ionen, die auf einen Bewusst seinswandel der Bevölkerung in der Bewert ung ihrer Ort skerne abzielen, soll angeknüpft werden. Die Homepage, allgemeine Pressearbeit sowie weit ere Veranst alt ungen sollen zur öffent lichkeit swirksamen Bericht erst at t ung über den Umset zungsst and der Konzept e verhelfen. Außerdem sollen weit ere Anreize für Akt ivit ät en geschaffen werden, die zur Bewusst seinsbildung sowie Sensibilisierung für hist orische Bausubst anzen im Ort skern in Funkt ion und Gest alt beit ragen. Die Pflege der Leerst andsbörse auf der Homepage ist , neben der Vermit t lungsfunkt ion, ebenfalls Best andt eil dieser Aufgabe. Dort erlangt der Immobilienmarkt der Region, der bisher für Außenst ehende kaum Einblick gebot en hat mehr Transparenz. Aufbau und Aufrechterhalten von Netzwerken Für die Umset zung grober Konzept ideen ist das lokale Wissen unverzicht bar, aber auch die Umset zungsbereit schaft lokaler Akt eure ist not wendig. Unumst rit t en ist deshalb die Erfordernis passende Akt eure zum j eweiligen Konzept zu akt ivieren und zusammen zu bringen. Die Mobilisierung dieser Akt eure konnt e erwart ungsgemäß in der Jahresfrist nicht abgeschlossen werden und ist daher weit er zu verfolgen. Im Sinne eines Net zwerkmanagement s wird die Überführung der Net zwerke in selbst ändige St rukt uren angest rebt . Auch die Vernet zung und Aust ausch mit inhalt lichen und räumlichen „ Nachbarproj ekt en“ wie beispielsweise NeuLand in Neumarkt i. d. OPf. oder Modellvorhaben „ Ort schafft Mit t e“ wird weit er verfolgt . Wie beschreiben werden der int erkommunale Aust ausch sowie die Zusammenarbeit auch in 2012 wesent licher Best andt eil der LSO sein. Die St adt Oberviecht ach, die bei der LSO 2011 aus in Kapit el 2.1 genannt en Gründen kein Mit glied war, wurde als Part ner für 2012 kont akt iert . In der LAG Brückenland Bayern-Böhmen haben die elf Gemeinden der LSO 2011 und die

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St adt Oberviecht ach bereit s gemeinsame Erfahrungen in der Zusammenarbeit . Da durch die Analysephase der LSO sowie das St adt ent wicklungskonzept der St adt Oberviecht ach die Erhebungen den gleichen St and erreicht haben, biet et sich eine gemeinsame Zusammenarbeit zum Leerst andst hema ab 2012 an.

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Quellenverzeichnis
Literatur
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Internetquellen
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Schader Stiftung www.schader-st ift ung.de, let zt er Zugriff: 24.08.2011. Selbstnutzer selbst nut zer.de, let zt er Zugriff: 13.09.2011. Statistisches Landesamt Bayern www.st at ist ik.bayern.de, let zt er Zugriff: 30.08.2011.

Gesetzestexte
VV Städtebauförderung 2011 Verwalt ungsvereinbarung St ädt ebauförderung 2011 über die Gewährung von Finanzhilfen des Bundes an die Länder nach Art ikel 104 b des Grundgeset zes zur Förderung st ädt ebaulicher Maßnahmen vom 16.12.2010/ 18.03.2011.

Sonstige Quellen
Böhm, Alois (2011): Email 06.05.2011: Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs der Gemeinde Alt falt er. Böhm, Alois (2011b): Prot okoll 20.10.2011: Thema: Sanierung und Umgest alt ung des leerst ehenden ehemaligen „ Schlossbauernhofes“ in der Ort smit t e von Alt falt er zur künft igen Nut zung als Dorfzent rum; Beant ragung von St ädt ebauförderungsmit t eln; Besprechung am 20.10.2011 mit Frau BORin Birgit t Niegl, Regierung der Oberpfalz. Eslarn (2011): Email 11.05.2010. Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs des Markt Eslarn. Leerstandsdatenbank (2011): basiert auf Erhebungen der Gemeinden, Märkt e und St ädt e. Inhalt e: Baulücken, akt uelle und pot enzielle Leerst ände (alleinlebende Person über 70 Jahren ohne Nachfolger) sowie deren Gebäudet yp, Bauj ahr und weit ere Angaben zum baulichen Zust and. Neumeier, Peter (2011): Prot okoll 06.09.2011: Thema: Konzept „ Jugend belebt Ort skern“ 1. Vorsit zender des Kreisj ugendrings Schwandorf. Rauscher, Joachim (2011): Email 19.08.2011. Thema: Zusammenarbeit zum Konzept „ Gemeinschaft sbauernhof“ . Dr. Loew Soziale Dienst leist ungen, Wernberg-Köblit z. VG Nabburg (2011): Email 01.06.2010. Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs der Gemeinden Alt endorf und Gut eneck. VG Neunburg (2011): Email 03.05.2010. Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs der Gemeinde Thanst ein.

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VG Oberviechtach (2011): Email 06.05.2011: Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs der Gemeinden Teunz, Niedermurach und des Markt Winklarn. VG Schönsee (2011): Email 05.05.2011: Thema: medizinische Versorgung, Gewerbest rukt ur, Ort zur Deckung des t äglichen Bedarfs der St adt Schönsee und der Gemeinden St adlern und Weiding. Poguntke, Otmar (2011): Prot okoll 29.07.2011: Thema: zweit e Leerst andswerkst at t , Diskussion zur Senioren-WG Fachst elle für Senioren im Landrat samt Schwandorf. LAG zum Leader/ ELER- Projekt: 10.Juni 2011: St ellungnahme der LAG zum Leader/ ELERProj ekt „ Kommunbrauhaus Eslarn“ .

Interviewpartner
Beier, Alexandra - Int erview: 05.09.2011, 10:30 – 10:45 Uhr, per Telefon Landrat samt Schwandorf, Tourismuszent rum Böhm, Alois - Int erview: 25.02.2011, 13 - 14 Uhr, Schwarzach 1. Bürgermeist er Gemeinde Schwarzach Eckl, Norbert - Int erview: 01.03.2011, 14 - 15 Uhr, Teunz 1. Bürgermeist er Gemeinde Teunz Eiser, Reiner - Int erview: 25.02.2011, 09 - 10 Uhr, Niedermurach 1. Bürgermeist er Gemeinde Niedermurach Gäbl, Rainer – Int erview: 04.03.2011, 09 - 10 Uhr , Eslarn 1. Bürgermeist er Markt Eslarn Holler, Günther - Int erview: 07.03.2011, 10 - 11 Uhr, St adlern und 09.11.2011, 13 - 14 Uhr, Alt endorf 1. Bürgermeist er Gemeinde St adlern Höcherl, Birgit - Int erview: 28.02.2011, 09 - 10 Uhr, Schönsee 1. Bürgermeist erin St adt Schönsee Köppl, Georg - Int erview: 16.03.2011, 17 - 18 Uhr, Alt endorf 1. Bürgermeist er Gemeinde Alt endorf Lischka, Manuel - Int erview: 28.09.2011, 11:00 - 11:15 Uhr, per Telefon Geschäft sführer LAG Brückenland Bayern-Böhmen Neußinger, Harald - Int erview: 26.02.2011, 10 - 11 Uhr, Thanst ein 1. Bürgermeist er Gemeinde Thanst ein

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Sailer, Johann - Int erview: 01.03.2011, 09 - 10 Uhr, Winklarn 1. Bürgermeist er Markt Winklarn Wilhelm, Johann - Int erview: 24.02.2011, 13 - 14 Uhr, Gut eneck 1. Bürgermeist er Gemeinde Gut eneck Wirnshofer, Johann - Int erview: 28.02.2011, 13:30 - 14:30 Uhr, Weiding 1. Bürgermeist er Gemeinde Weiding Zapf, Reinhold - Int erview: 05.09.2011, 10:00 – 10:15 Uhr, per Telefon Landrat samt Neust adt a. d. Waldnaab, Tourismuszent rum

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Anhang
Interviewfragen an die Bürgermeister Funkt ionen 1. Wo t rifft sich die Dorfgemeinschaft (speziell Jugendliche, Senioren)? 2. Welche Einricht ungen fehlen im Ort ? (z.B. Einzelhandel, Kult ur, Freizeit ) Akt eure 3. Gibt es ehrenamt liches Engagement in ihrer Gemeinde?
4. Welche wicht igen Arbeit geber gibt es im Ort und wie viel Beschäft igt e haben sie?

Übergeordnet e St andort f akt oren 5. Worin sehen Sie Hemmnisse für erfolgreiche Unt ernehmensansiedlungen in ihrem Ort ? 6. Wie gut ist die Int ernet anbindung in ihrer Gemeinde und den Ort st eilen? 7. Welche t ourist ische Bedeut ung hat ihre Gemeinde? Worin sehen Sie Pot enziale? 8. Gibt es öffent liche Pot enzialflächen für Neubau bzw. Umnut zung in zent raler Lage? 9. Wie bewert en Sie die ÖPNV-Angebot e in ihrer Gemeinde? Leerst and 10. Welche prägnant en, ort sbildst örenden Leerst ände gibt es in der Gemeinde? 11. Welche frühere Nut zung befand sich in diesem Leerst and? 12. Wie ist Ihrer Meinung nach der Informat ionsst and der Bevölkerung zum Thema Leerst and? 13. Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen, um den Leerst and zu beseit igen? 14. In welchem Zust and befindet sich der Großt eil der Leerst ände? (Baufällig/ Umnut zung/ Abriss) 15. Haben Sie bzw. best immt e Eigent ümer einen konkret en Umnut zungsvorschlag für best ehende Leerst ände? 16. Gibt es auch Leerst andsimmobilien, die im Eigent um der öffent lichen Hand sind? 17. In welchem Ort st eil sehen Sie besonderen Handlungsbedarf in punkt o Leerst and? 18. Exist ieren derzeit Zwischennut zungen in best ehenden Leerst andsimmobilien? 19. Welche Chancen und welche Risiken sehen Sie in der Leerst andsproblemat ik? 20. Was versprechen Sie sich von der Leerst andsoffensive? Haben Sie Anregungen/ Tipps?

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Legende zu den Piktogrammen der Analyse

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LEERSTANDSOFFENSIVE
Gemeinschaft sproj ekt von 11 Gemeinden der LAG Brückenland Bayern-Böhmen Gefördert durch das Bund-Länder-St ädt ebauförderungsprogramm "Kleinere St ädt e und Gemeinden" Proj ekt bet reuung durch u.m.s. - urban management syst ems GmbH Leipzig www.um-syst ems.de Alt e Schulst raße 12 92540 Alt endorf 09675–914030–0 info@ leerst andsoffensive.eu www.leerst andsoffensive.eu

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