Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 1 Februar 2012

BANK UND FINANZWIRTSCHAFT
BACHELOR-STUDIENGANG







„Bank- und Finanzwirtschaft“



Fachgebiete:

Volkswirtschaft Seite 02 - 28

Betriebswirtschaft Seite 29 - 39

Gesellschaftsrecht Seite 40 - 55

Ausleihungsgeschäft Seite 56 - 65

Wertpapier Seite 66 - 76

Versicherungswirtschaft Seite 77 - 93

Mathematik Seite 94 - 115



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 2 Februar 2012

V VO OL LK KS SW WI I R RT TS SC CH HA AF FT T


INHALTSVERZEICHNIS

1 WAS IST VWL 4
1.1 Versuch einer Definition der Volkswirtschaftslehre 4
1.2 Wozu Wirtschaften 4
1.3 Ziele der Wirtschaftspolitik 4
1.4 Wer steuert eigentlich eine Volkswirtschaft 5
2 DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KREISLAUF UND DAS
BRUTTOINLANDSPRODUKT 7
2.1 Die Basis des volkswirtschaftlichen Kreislaufmodells 7
2.2 Die Banken im Zentrum des volkswirtschaftlichen Kreislaufes 8
2.3 Was ist das Bruttoinlandsprodukt 9
2.4 Wie wird das BIP gemessen 10
3 DIE ROLLE DES GELDES 10
3.1 Funktionen des Geldes 10
3.2 Der innere Wert des Geldes 12
3.3 Der äußere Wert des Geldes 13
3.4 Geldschöpfung 14
4 PREISSTABILITÄT UND INFLATION 15
4.1 Was bestimmt den Preis 15
4.2 Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis 16
4.3 Die Marktform bestimmt den Preis 17
4.4 Inflation 19
5 GELDPOLITIK 20
5.1 Die Steuerung der Geldmenge 20
6 DIE EZB UND DIE NATIONALEN NOTENBANKEN 22
6.1 Die EZB 22
6.2 Aufgaben der nationalen Notenbanken (z.B. OeNB) 22

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 3 Februar 2012

7 BUDGET- UND FISKALPOLITIK 23
8 VOLLBESCHÄFTIGUNG UND ARBEITSLOSENRATE 25
8.1 Was bedeutet Vollbeschäftigung 25
8.2 Ursachen von Arbeitslosigkeit 25
8.3 Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit 26
9 DIE ZAHLUNGSBILANZ 27
9.1 Die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz 27
9.2 Defizit oder Überschuss 28


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 4 Februar 2012

1 WAS IST VWL
1.1 Versuch einer Definition der Volkswirtschaftslehre

Um sich mit einer Wissenschaft zu beschäftigen, muss man versuchen diese Wissenschaft
gegenüber anderen Lehren abzugrenzen. Ein solcher Abgrenzungsversuch kann in der
Definition des Aufgabengebietes gesehen werden.

Ein Blick in Gabler´s Wirtschaftslexikon verrät einiges über das folgende Themengebiet:

Def.: Unter Volkswirtschaftslehre wird jener Teil der Wirtschaftswissenschaften
bezeichnet, der sich um fundamentale Erkenntnisse über Zusammenhänge und Abläufe
wirtschaftlicher Art bemüht.


Schon alleine diese Definition lässt in etwa erahnen, wie komplex dieses Aufgabengebiet ist.
Laut dieser Definition versucht ein Volkswirt alle Zusammenhänge in einer Volkswirtschaft,
also eines Landes aufzuzeigen, zu analysieren und zu erklären. Er sollte demnach in der
Lage sein, Auskunft über zukünftige Entwicklungen zu geben, wenn sich irgendeine Situation
in einem Land ändert (und in einer Volkswirtschaft ändert sich ständig irgend etwas, auch
wenn es bloß das Wetter ist).
1.2 Wozu Wirtschaften?

Eigentlich könnte sich ein Außenstehender die Frage stellen, wozu so viele Menschen damit
beschäftigt sind, sich für das Allgemeinwohl einzusetzen und in eine Volkswirtschaft
eingreifen. Es wäre doch genauso legitim zu behaupten, man soll der Natur den Lauf der
Dinge überlassen und sich nicht in die Abläufe der Wirtschaft einmischen (Es gab sogar viele
Theoretiker, die so argumentierten.).

Das Problem liegt in dem Konflikt zwischen den scheinbar unbegrenzten Bedürfnissen
und den knappen Mitteln bzw. Ressourcen, die für diese Bedürfnisbefriedigung
vorhanden sind.


1.3 Ziele der Wirtschaftspolitik

Ziele und Zielkonflikte der Wirtschaftspolitik werden häufig mit dem „magischen Vieleck“
dargestellt.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 5 Februar 2012


„Das magische Vieleck“ - Ziele der Wirtschaftspolitik

Bundesregierung
Sozialpartner
Bevölkerung
Vollbeschäftigung
Preisstabilität
Wirtschaftswachstum
mm
Umweltqualität
Verteilungs-
gerechtigkeit
außenwirtschaftl.
Gleichgewicht
OeNB
Nationalbank
Legende
:
zeigt die Harmonie bzw. die Disharmonie der einzelnen Ziele der Wirtschaftspolitik
zeigt die Einflussmöglichkeiten verschiedener Gruppen auf die Ziele der Wirtschaftspolitik

1.4 Wer steuert eigentlich eine Volkswirtschaft

Wie bei einem Stimmungsbarometer gibt es gute und schlechte Jahre bzw. Jahrzehnte. Dies
spiegelt sich in einem andauernden Auf und Ab der Wirtschaft wider.

Nach heutiger Ansicht sind jedoch diese Wellenbewegungen ungünstig und es sollte
versucht werden die „Täler“ und „Spitzen“ abzuflachen, so dass es zu einer „ruhigen“
Weiterentwicklung der Menschheit kommen kann.
Um dies zu steuern, muss allerdings eine Instanz eingeschaltet werden, die übergeordnete
Interessen vertritt und so für das Allgemeinwohl sorgt. Allgemein spricht man bei dieser
Steuerung auch von Wirtschaftspolitik.

Eine Übersicht über die Träger, Ziele und Mittel dieser Wirtschaftspolitik soll die folgende
Graphik geben.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 6 Februar 2012


Wirtschaftspolitik

Ziele

Mittel
Vollbeschäftigung
Preisstabilität
Wirtschaftswachstum
Verteilungsgerechtigkeit
Außenwirtschaftl. Gleichgewicht
Umweltqualität
......
Geldpolitik
Steuerpolitik
Preispolitik
Beschäftigungspolitik
.....

Träger
Der
Bund
Die
Länder
Die
Gemeinden
......
Verbände Die
Wirtschafts-
und Sozial-
partner

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 7 Februar 2012


2 DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KREISLAUF UND DAS
BRUTTOINLANDSPRODUKT
2.1 Die Basis des volkswirtschaftlichen Kreislaufmodells

Wie vernetzt und komplex eine Volkswirtschaft sein kann, wurde schon im 1. Kapitel („Was
ist VWL") versucht zu erklären. Außerdem brauchen Sie nur einen Blick in eine Tageszeitung
oder die Fernsehnachrichten zu werfen, um zu bemerken, wie verflochten die einzelnen
Aufgaben und Pole einer Volkswirtschaft sind.

Die Aufgabe von Volkswirten besteht u.a. darin, zu untersuchen, welcher Zusammenhang
zwischen allen volkswirtschaftlichen Teilnehmern besteht. Sie werden sofort erkennen, dass
dies eine äußerst schwierige Aufgabe ist. Der Versuch alle wirtschaftlichen Verknüpfungen
von rd. 8 Mio. Österreichern herauszufinden würde schon in seinen Anfängen scheitern.

Vielversprechender erscheint aber die Möglichkeit, alle Teilnehmer an einer Volkswirtschaft
in sog. Aggregate zusammenzufassen - in ähnliche, zusammenhängende Einheiten.

Bei der einfachsten Darstellung finden sich somit in unserer Volkswirtschaft nur mehr zwei
Pole
- die Haushalte und
- die Unternehmungen

Graphisch können diese zwei Pole und deren Zusammenhänge folgendermaßen dargestellt
werden:


1. Stufe des volkswirtschaftlichen Kreislaufes:


Markt für Konsumgüter


2 6
5 3



Haushalte Unternehmen


1 7
8 4


Markt für
Produktionsfaktoren


1. Einkommen 5. Ausgaben für Konsum
2. Bezug v. Konsumgütern 6. Angebot von Konsumgütern
3. Erlöse 7. Ausgaben für Produktionsfaktoren
4. Bezug von Produktionsfaktoren 8. Angebot von Produktionsfaktoren

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 8 Februar 2012




Auf dieser Basis ist es nun möglich, alle Verbindungen zwischen diesen Aggregaten
aufzuzeigen und zu analysieren. Unter diesem Gesichtspunkt findet man für die zwei
Teilnehmer folgende Aufgaben.

Haushalte:

o Ausgaben für Konsum ÷ Bezug von Konsumgütern
Haushalte geben das Geld (ihr Einkommen) für den Erwerb von Konsumgütern aus
bzw. sparen es.

o Angebot von Produktionsfaktoren ÷ Einkommen:
Die privaten Haushalte stellen Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital und Boden) zur
Verfügung und erhalten dafür Entgelte (Löhne, Zinsen, Dividenden und Pacht bzw.
Miete)

Unternehmen:

- Ausgaben für Produktionsfaktoren ÷ Bezug von Produktionsfaktoren:
Durch die Inanspruchnahme von Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital und Boden)
entstehen für die Unternehmungen Kosten in Form von Entgelten (Löhne, Zinsen,
Dividenden und Pacht bzw. Miete)

- Angebot von Konsumgütern ÷ Erlöse
Die Unternehmen bieten Güter an und erwirtschaften durch ihren Verkauf Erlöse.

Zusammenfassend kann man daraus erkennen:
Keiner der Teilnehmer stellt ohne Gegenleistung etwas zur Verfügung. Verbindet man nun
diese Aussage mit den zwei Teilnehmern, so gelangt man zu dem volkswirtschaftlichen
Kreislauf.

Die Haushalte stellen ihre Produktionsfaktoren zur Verfügung und erhalten dafür
Einkommen. Dieses Einkommen verwenden sie nun wieder für den Konsum, wodurch den
Unternehmen Erlöse erwachsen. Durch diese Erlöse können nun die Unternehmungen
investieren und neue Güter produzieren, die sie den Haushalten am Markt zur Verfügung
stellen. Die, durch ihre Einkommen wieder mit Geld bestückt, kaufen diese Güter usw. usw.

Anders gesagt könnte man den volkswirtschaftlichen Kreislauf in zwei Strömen erfassen:

- der Geldstrom und
- der Güterstrom

Diese beiden Ströme laufen immer in entgegen gesetzte Richtung, Geld wird immer gegen
Güter getauscht und umgekehrt.


2.2 Die Banken im Zentrum des volkswirtschaftlichen Kreislaufes

Gehen wir zurück zum Ausgangspunkt unseres Kreislaufmodells. Dort konnten wir erkennen,
dass die Haushalte durch ihren Konsum den Unternehmen Erlöse zufließen ließen, wodurch
die Unternehmer wieder produzieren konnten.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 9 Februar 2012

Nun ergibt sich aber das Problem, dass die Haushalte nicht ihr ganzes Einkommen
verkonsumieren. Sie legen einen Teil auf die Seite, um für die Zukunft vorzusorgen, um sich
„morgen“ etwas zu leisten oder aus welchem Grund auch immer, auf alle Fälle sparen sie.

Nun steht aber den Unternehmen nicht das gesamte Einkommen zur Verfügung, wodurch
der Kreislauf teilweise unterbrochen ist (zumindest verschiebt sich der Konsum um eine
gewisse Periode).

Nun tritt aber ein anderer Faktor hinzu, der es erst recht ermöglicht zu konsumieren. Sogar
mehr zu konsumieren, als tatsächlich Geld zur Verfügung steht. Es ist das Aggregat
„Banken“.

In vielen Darstellungen des volkswirtschaftlichen Kreislaufes - auch in unserer des
„erweiterten volkswirtschaftlichen Kreislaufes“ finden sich die Banken im Zentrum.

Der Grund dafür liegt auch darin, dass heutzutage ein Leben ohne Banken nicht mehr
vorstellbar wäre (stellen Sie sich bloß einmal vor, alle Unternehmen müssten ihre Gehälter
am 1. des Monats bar auszahlen!!??!!).

Banken nehmen volkswirtschaftlich einen enorm wichtigen Platz ein.

Sie übernehmen eine Sammelfunktion von Einkommensüberschüssen. Diese Gelder legen
sie nicht auf die Seite, sondern verborgen sie weiter. Dadurch wird es einerseits
Unternehmen möglich große Investitionen zu tätigen, auf die sie ohne Banken vielleicht
jahrelang ansparen müssten, andererseits geben sie aber auch Haushalten Kredite, mit
denen es möglich wird schon jetzt Wünsche zu erfüllen, die erst in ein paar Jahren
erschwinglich wären.

Das heißt: Banken nehmen beim Sparen nur eine Zwischenstufe ein, indem sie Gelder
sammeln und an andere Wirtschaftsteilnehmer wieder vergeben, die damit den Kreislauf in
Schwung halten.

„Spareinlagen „arbeiten“ als Kredite“
„Über Kredite werden Investitionen finanziert“
„Wirtschaftswachstum braucht Investitionen“
„Sparer sichern somit die Kapitalversorgung einer Volkswirtschaft“


Banken übernehmen aber auch noch weitere Rollen. Sie sind es, die gemeinsam mit der
Zentralbank „Geld schöpfen“ können. Das bedeutet, dass im Endeffekt der Wirtschaft mehr
Geld zur Verfügung steht als sie tatsächlich in bar hat! Die Erklärung dafür finden Sie in
Kapitel 3.4. „Geldschöpfung“ ...

2.3 Was ist das Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe der Werte aller Güter und
Dienstleistungen der letzten Verwendungsstufe (Endprodukte ohne Vorleistungen), die
innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft erzeugt wurden.

Die Vorleistungen müssen von den Endprodukten abgezogen werden, da keine Leistung
doppelt berücksichtigt werden darf.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 10 Februar 2012

(Das Bruttoinlandsprodukt wurde früher auch als Bruttonationalprodukt oder Bruttosozial-
produkt bezeichnet.)
2.4 Wie wird das BIP gemessen

BIP = Menge aller Güter und Dienstleistungen (der letzten Verwendungsstufe bzw. der
Endverbraucher) x deren Preise

Beispiel

Angenommen das BIP einer Volkswirtschaft machte im Jahre X 2.410 Mrd. Geldeinheiten
aus. Im nächsten Jahr (Y) ergaben die Berechnungen für dieselbe Volkswirtschaft 2.500 Mrd.
Geldeinheiten. Um wie viel ist die Wirtschaft dieses Landes gewachsen?

100 *
X BIP
Y BIP


73 , 103
410 . 2
100 * 2.500
=  die Wirtschaft dieses Landes ist von X auf Y um
3,73% gewachsen.

Mit dem BIP können die Leistungen der einzelnen Volkswirtschaften miteinander verglichen
werden.

Im BIP werden Leistungen berücksichtigt, die nicht unbedingt den „Wohlstand“ einer
Volkswirtschaft erhöhen (z.B. Unfallfolgekosten, Kosten für Umweltschäden, Kosten bei
Krankheit eines Menschen,...).
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass der wirtschaftliche Kreislaufprozess
nicht unabhängig von der natürlichen Umwelt gesehen werden kann. Deshalb wurde auch
die Umwelt als zusätzlicher Faktor ins „Magische Vieleck“ der Wirtschaftsziele aufgenommen
(auch in der Praxis?).

Unter Berücksichtigung dieses Aspekts stellt sich die Frage, ob ein ständig ansteigendes BIP
überhaupt noch sinnvoll ist. Werden durch mehr Produktion und Konsum nicht alle negativen
Auswirkungen nur noch verstärkt?

3 DIE ROLLE DES GELDES
3.1 Funktionen des Geldes

Drehen wir das Rad der Zeit ein wenig zurück.
„Es war einmal in einem Dorf ...“ Erste Zeile aus Asterix-Heft

Zu dieser Zeit (obwohl es schon Geld gab, war es in unserem Dorf nicht wichtig) war es
üblich Tauschhandel zu betreiben. D.h.: wollte man zu Mittag einen Fisch essen, so war es
notwendig, ein anderes Gut, das der Fischer benötigte (z.B. einen Hinkelstein), gegen einen
Fisch zu tauschen. Dieses System funktionierte generell recht gut, bis das Geld seinen
Einzug hielt und jeder nun mit Geld einkaufen konnte.

Die Vorteile, die sich daraus ergaben, waren vielschichtig.
Zuerst war es ab nun jedem möglich Werte (Preise) zu vergleichen. Es hatte ja alles nicht nur
seinen Wert (der ja individuell verschieden sein konnte), sondern es hatte auch seinen Preis.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 11 Februar 2012

Man konnte somit alle Waren mit einem einheitlichen System bewerten, was eine erhebliche
Vereinfachung mit sich brachte.

Trotzdem wurde eine Art des Tauschhandels weitergeführt. Nur wurden jetzt nicht Waren
gegen Waren getauscht, sondern Geld gegen Ware und Ware gegen Geld.

Weiters wurde es nun möglich Werte aufzubewahren. Während Waren den Nachteil hatten
mit der Zeit an Wert zu verlieren (ein 2 Wochen alter Fisch?!?) konnte man Geld ohne
weiteres auf die Seite legen, ohne dass es dadurch zu einem schwerwiegenden Wertverlust
kam - man konnte also sparen.

Zusammenfassend kann man nun feststellen, dass die Funktionen des Geldes,
Tauschmittel, Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrung, Eigenschaften
sind, die Grundvoraussetzung für ein entwickeltes Wirtschaftsleben darstellen.

Nun hat sich aber das Geld seit seiner Einführung vor vielen hundert Jahren durchaus
weiterentwickelt.

Historisch hat sich unser heutiges Geld (Geldarten) vom

- Naturgeld (Vieh, Muscheln) über das
- Vollwertige Münzgeld (Silber- und Goldmünzen) und das
- Zeichengeld (unterwertige Münzen) zum
- Stoffwertlosen (aber staatlich garantierten) Papiergeld (Banknoten) weiterentwickelt.

Die heutigen Erscheinungsformen von Geld könnte man nach folgenden Kriterien einteilen:

- Bargeld: Münzen und Noten
- Buchgeld: Giro- und Kreditkonten
- Geldsurrogate: Kreditkarten, Schecks, Wechsel

Nun stellt sich allerdings die Frage, welchen Wert das heutige Geld hat.

Der Wert des Geldes

Schauen Sie sich einmal eine Banknote an (z.B. einen Hundert-EURO-Schein) und
versuchen Sie den Wert dieser Note zu erkunden:

Kopie einer 100-Euro-Banknote


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 12 Februar 2012






Der Wert der Note an sich ist unbedeutend niedrig. Er besteht aus dem Wert des Papiers
plus der Farbe, die aufgedruckt wurde und diverser anderer Werte in bzw. auf der Banknote
(z.B. spezieller Aufdruck).
Nun steht aber auf diesem Geldschein eine Summe, die den Wert im Tausch gegen Waren
darstellt EUR 100,--.

Wie ist es nun möglich, dass dieser Hunderter hundert EURO wert ist??

3.2 Der innere Wert des Geldes

Ein Beispiel:

Zur Vorstellung über den inneren Wert des Euro nehmen Sie Ihren Hundert-EURO-Schein
und gehen Sie damit auf den Markt. Sie wollen dort Ihre Erdbeerration für das ganze Jahr
kaufen. Es ist Frühling und Sie finden einen Marktstand, der Ihnen ein Kilogramm Erdbeeren
um EUR 5,-- pro Kilogramm verkauft. D.h. sie erhalten für Ihren „Hunderter“ 20 Kilogramm
Erdbeeren

EUR 100,-- = 20 Kilo Erdbeeren

Ein andermal bezahlen Sie aber für 1 kg Erdbeeren EUR 10,--.

Das obige Beispiel betrachtend, stellt sich nun die Frage, warum Ihr „Hunderter“ einmal 20
Kilo und dann nur 10 Kilo Erdbeeren wert war. Anders ausgedrückt muss man sich fragen
„wie groß ist der innere Wert des Geldes (des Hundert-EURO-Scheines) und was verändert
diesen Wert?“

Es erscheint sehr naheliegend, dass man im Winter, wo es bekannter weise wenig
Erdbeeren am Markt gibt, mehr für ein Kilo Erdbeeren zahlen muss als im Frühling. Der
Grund dafür liegt auch sehr nahe: im Winter werden weniger Erdbeeren angeboten als im
Frühling.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 13 Februar 2012

Der Wert Ihrer Banknote ist also abhängig von der angebotenen Gütermenge.
- Ist die Gütermenge hoch, so sinkt der Preis pro Einheit (pro Kilo) und Sie können sich
mehr um Ihr Geld kaufen ÷ der innere Wert des Geldes steigt.
- Ist die Gütermenge niedrig, so steigt der Preis pro Einheit (pro Kilo) und Sie können
sich weniger um Ihr Geld kaufen ÷ der innere Wert des Geldes sinkt.

Nun könnte allerdings der Fall eintreten, dass nur Sie bereit sind im Winter Erdbeeren zu
kaufen. Das bedeutet, dass die zur Verfügung gestellte Geldmenge (Ihr „Hunderter“) niedrig
ist und damit der Wert von Erdbeeren im Winter wieder sinkt (der Markthändler will ja seine
Erdbeeren verkaufen - und nur Sie wollen welche haben).

Der Volkswirt erweitert nun diese Sichtweite auf eine ganze Volkswirtschaft und kommt zum
Schluss, dass hier der gleiche Marktmechanismus zu finden ist, wie auf dem einzelnen
Marktstand.

Er stellt, um den inneren Wert des Euros zu erhalten, Geldmenge und Gütermenge
gegenüber.

Die Formel, die das Verhältnis zwischen Geldmenge und Gütermenge ausdrückt, sieht
nun unter Berücksichtigung der Umlaufgeschwindigkeit so aus:



Geldmenge (g) mal Umlaufgeschwindigkeit (u)
= Verfügbare Güter und Dienstleistungen (h) mal Preisniveau (p)

Die Geldmenge ist somit eine wichtige Zielgröße der Geldpolitik

Steigt nun die Geldmenge gegenüber der Gütermenge, so sinkt der innere Wert des Geldes

Sinkt nun die Geldmenge gegenüber der Gütermenge, so steigt der innere Wert des Geldes


3.3 Der äußere Wert des Geldes

Unter dem äußeren Wert des Geldes versteht man das Austauschverhältnis zweier
Währungen untereinander.
Ausdruck findet dieser Wert in den Wechselkursen der Währungen.

Genauso wie beim inneren Wert einer Währung, sollte die Wirtschaftspolitik auf eine
möglichst geringe Veränderung des äußeren Wertes des Geldes achten. Nun ist diese
Aufgabenstellung vielfach schwieriger als beim inneren Wert des Geldes. In der
Europäischen Union wurden mit 01. Jänner 1999 die Wechselkurse der elf Euroländer
zueinander und zum Euro unwiderruflich festgelegt. Von Interesse ist seither der
Wechselkurs des Euro (bzw. der einzelnen nationalen Währungen des Eurolandes)
gegenüber anderen wichtigen Weltwährungen - z.B. US$, YEN, SFR.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 14 Februar 2012


Welche Bedeutung allerdings eine Wechselkursänderung hat, soll anhand des folgenden
Beispiels erläutert werden.

Beispiel

Sie sind gerne gut gekleidet und fahren aus diesem Grund auch gerne nach New York, um
dort Kleidung direkt an Ort und Stelle zu kaufen.
Angenommen Sie kaufen in New York ein Paar Jeans um USD 50,- bei einem Wechselkurs
von 1: 1,20.
Jeans USD 50,- / Kurs 1:1,20= EUR 60,-

Ein paar Wochen später fahren Sie nach New York, um sich dort die gleichen Jeans wieder
zu kaufen. Der Preis, USD 50,- ist gleichgeblieben, doch änderte sich der Kurs auf nunmehr
1:25
Jeans USD 50,- / Kurs 1:25= EUR 62,50

Ändert sich also der Wechselkurs so hat dies automatisch Auswirkungen auf das inländische
Kaufverhalten von Ausländern.

Steigt der Kurs der inländischen Währung im Verhältnis zu einer ausländischen Währung,
so werden dadurch Importe aus diesem Land begünstigt und Exporte in dieses Land
verteuert.

Sinkt der Kurs der inländischen Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung, so
werden dadurch Importe aus dem anderen Land verteuert und Exporte in das andere Land
begünstigt.

3.4 Geldschöpfung

Erinnern wir uns an die Aufgabe der Wirtschaftspolitik, für einen stabilen Wert des Geldes zu
sorgen. Dabei wurde auf die Problematik der Geldregulierung kurz eingegangen.
Wie man das Geldvolumen erhöhen bzw. senken kann, werden Sie im Kapitel "Geldpolitik"
erfahren.
Welche Auswirkungen aber eine einfache Geldvolumenserhöhung haben kann, wollen wir
uns nun genauer anschauen.

Unter Geldschöpfung versteht man die Schaffung von neuem Geld (= Kaufkraft) und
einer damit verbundenen Erhöhung des Geldvolumens.

Man unterscheidet zwei Arten von Geldschöpfung, die allerdings sehr eng miteinander
verbunden sind:
- Zentralbankgeldschöpfung: durch eine Zentralbank
- Buchgeldschöpfung: durch die Geschäftsbanken

3.4.1 Die Zentralbankgeldschöpfung

In erster Linie kann man das Geldvolumen durch Neudruck von Banknoten und Münzen
erhöhen. Doch alleine der Druck von Geld hat noch keine Auswirkungen auf die Geldmenge.
Solange nämlich das Geld bei der Zentralbank liegt hat es keinen Wert.
Erst wenn das Geld in Umlauf gebracht wird, erhält es einen Wert, den es aufgedruckt hat.

Nun hat die Zentralbank die Möglichkeit, das Geld zu den Geschäftsbanken zu
transformieren, indem sie Finanzierungsfazilitäten anbietet.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 15 Februar 2012


Durch Vergünstigung der Konditionen kann die Zentralbank die Geschäftsbanken anregen,
z. B. verstärkt Wertpapiere oder Wechsel weiterzugeben. Dafür erhalten sie Geld, das sie in
Folge in Form von Krediten an ihre Kunden weitergeben können.

3.4.2 Die Buchgeldschöpfung

Zur Erläuterung der Buchgeldschöpfung soll wieder ein Beispiel herangezogen werden.

Beispiel:
Angenommen Sie legen EUR 10.000,- auf die Bank in Form einer Spareinlage, weil Sie das
Geld momentan nicht benötigen. Nun legt Ihre Bank das Geld nicht in den Tresor, sondern
wird es in Form eines Kredites an einen anderen Kunden weitergeben. Dabei muss sie
allerdings eine Auflage der Zentralbank beachten, nach der die Bank aufgefordert wird, z.B.
5 % ihrer Spareinlagen als Mindestreserve bei ihr zu hinterlegen. So kann ihre Geschäfts-
bank 95 %, d.s. EUR 9.500,- an den anderen Kunden weitergeben.

Dieser Kunde nimmt den Kredit bar in Anspruch und kauft sich dafür einen Kleinwagen. Der
Unternehmer wiederum legt das eingenommene Geld selbst wieder bei seiner Bank in Form
einer Giroeinlage ein. Auch diese Bank wird diese Einlage wieder in Form eines Kredites
weitergeben (abzüglich der 5 % natürlich) - 95 % von EUR 9.500,- = EUR 9.025,-.
Dieser Kreislauf kann nun immer weiter laufen. Wir wollen ihn aber kurz unterbrechen und
betrachten, wie viel Geld nun insgesamt zur Verfügung steht.

1. Sie haben eine Einlage von EUR 10.000,- und die stehen Ihnen ja zur Verfügung
2. der andere Kunde hat EUR 9.500,- in Form eines Kredites zur Verfügung
3. Der nächste Kunde kann nun von seiner Bank EUR 9.025,- in Anspruch nehmen

Insgesamt stehen also EUR 28.525,- zur Verfügung.

Es findet also eine Multiplikation der ursprünglichen Einlage statt, die allerdings nicht
unbegrenzt fortgesetzt werden kann.

4 PREISSTABILITÄT UND INFLATION

4.1 Was bestimmt den Preis

Sie erinnern sich an das "Erdbeerbeispiel" aus dem Kapitel 3 - "Die Rolle des Geldes"??

Hier ging es um den Zusammenhang zwischen Geld- und Gütermenge.
Steigt die Geldmenge im Vergleich zur Gütermenge, dann steigt der Preis und umgekehrt.

Verändern wir nun unsere Sichtweise ein wenig, so können wir Geld - und Gütermenge
durch Angebot und Nachfrage ersetzen:

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 16 Februar 2012


4.2 Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

- Erhöht sich die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt, so steigt damit auch die
Menge des Geldes, die für dieses Produkt ausgegeben werden soll

- Erhöht sich das Angebot eines bestimmten Produktes, so steigt damit auch die Menge
der angebotenen Güter

Verschieben wir nun unsere Betrachtungsweise auf den Zusammenhang von Angebot und
Nachfrage. Dabei wollen wir beobachten, wie dieses Zusammenspiel auf den Preis unseres
Produktes Einfluss nehmen kann.

Das Beispiel der Mandarinen.

Überlegen Sie kurz, zu welchem Preis Sie eher bereit sind, viele Mandarinen zu kaufen; zu
einem hohen Preis oder zu einem niedrigeren Preis?

Selbstverständlich, wären Sie eher bereit, Mandarinen zu einem günstigeren Preis zu
kaufen.
Das heißt, dass Sie bei steigenden Preisen immer weniger bereit wären, Mandarinen zu
kaufen!!

Nun stellen Sie sich einmal auf die andere Seite des Marktstandes - Sie sind also
Mandarinenverkäufer.
Überlegen Sie nun, zu welchem Preis Sie eher bereit wären, Mandarinen zu verkaufen; zu
einem hohen Preis oder zu einem niedrigeren Preis?

Na klar, bei höheren Preisen sind Sie eher gewillt, sich hinter den Marktstand zu stellen und
Mandarinen zu verkaufen.
Das heißt, dass Sie bei steigenden Preisen immer mehr bereit wären, Mandarinen zu
verkaufen!!

Nun ist Ihnen auch klar, dass man sich am Marktstand auf einen Preis einigen muss.
Bei zu hohem Preis will der Käufer keine Mandarinen haben und der Marktstandbesitzer
"bleibt auf seinen Mandarinen sitzen".
Sind die Preise sehr niedrig, wird der Käufer sehr glücklich sein über dieses tolle Angebot,
doch der Mandarinenverkäufer wird wohl kaum bereit sein, weiterhin anzubieten, "seine
Sachen packen und nach Hause gehen".

Es muss sich also nun ein "goldener Mittelpreis" finden, bei dem sowohl der Käufer als auch
der Verkäufer, also der Nachfrager und der Anbieter, zufrieden sind.
Dieser Preis wird als Gleichgewichtspreis bezeichnet, der sich auch graphisch herleiten
lässt.

Wir legen die Nachfragefunktion und die Angebotsfunktion übereinander. Der Schnittpunkt
stellt den Gleichgewichtspreis dar. Zu diesem Preis entspricht die Angebotsmenge der
Nachfragemenge, d.h.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 17 Februar 2012


Angebotsmenge = Nachfragemenge

Preis

Nachfrage Angebot







Gleichgewichtspreis


Menge


Was passiert nun, wenn sich Angebot oder Nachfrage ändert?

1. Die Nachfrage steigt - das Angebot bleibt konstant:

Immer mehr Leute wollen Mandarinen haben (z.B. in der Weihnachtszeit). Die Nachfrager
sind bereit, die gleiche Menge an Mandarinen auch zu einem höheren Preis zu kaufen.
÷ die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.
¬ der Gleichgewichtspreis (der neue Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragefunktion)
steigt.

2. Das Angebot steigt - die Nachfrage bleibt konstant:

Auf Grund der gestiegenen Produktion von Mandarinen werden immer mehr Mandarinen
angeboten. Um nun die Menge abzusetzen, sind die Anbieter bereit, zum gleichen Preis
mehr Mandarinen anzubieten.
÷ die Angebotskurve verschiebt sich nach rechts
¬ der Gleichgewichtspreis (der neue Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragefunktion)
sinkt.

3. Eine Kombination: Angebot und Nachfrage steigen:

Sollte nun die Produktion von Mandarinen steigen und der Preis dadurch sinken, und
gleichzeitig aus einem anderen Grund die Nachfrager bereit sein, mehr Mandarinen zu
verkaufen wird
÷ sich sowohl die Angebots- als auch die Nachfragefunktion nach rechts verschieben
¬ der Gleichgewichtspreis gleich bleiben oder nur unwesentlich verändern, die abgesetzte
Menge allerdings steigen

Dieses Beispiel ist durchaus in der Praxis anzutreffen. Gehen sie einmal auf den Markt (z.B.
am Naschmarkt in Wien) und Sie werden erkennen, dass sich die Preise dort so bilden.

4.3 Die Marktform bestimmt den Preis

Würden sich alle Marktteilnehmer immer wie oben beschrieben verhalten, wäre eine solche
Preisbildung durchaus praxisrelevant.
Diese Umgebung nennt der Volkswirt auch Vollkommener Markt.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 18 Februar 2012


Alle Marktteilnehmer handeln ausschließlich nach dem ökonomischen Prinzip.

Nun ist es aber leider nicht immer so, dass sich die Menschen so rational ökonomisch
verhalten. Manchmal bieten Verkäufer Produkte zu einem unwahrscheinlich niedrigen Preis
an, um damit die Konkurrenz auszuschalten.
Auch wissen nicht immer alle Käufer über das gesamte Angebot und den entsprechenden
Preis bescheid (Wissen Sie, wie viel heute ein Kilo Mandarinen kostet?!?).
Manchmal sind die Konsumenten auch bereit, einen absolut überhöhten Preis zu zahlen, da
Sie dieses Produkt aus Prestigegründen haben wollen (z.B. Luxusartikel).

In der Volkswirtschaft spricht man dann von den sogenannten unvollkommenen Märkten.

Betrachtet man nun die Unterschiede zwischen vollkommenem und unvollkommenem Markt,
müssen folgende Punkte berücksichtigt werden, die einen vollkommenen Markt
voraussetzen.

1. Alle Güter sind vollkommen gleichartig (in Beschaffung, Qualität, ...):
¬ alle Marktteilnehmer müssten den gleichen Geschmack haben?!?

2. Keine Präferenzen:
¬ kein Käufer bevorzugt einen bestimmten Anbieter?!?

3. Alle Marktteilnehmer sind jederzeit vollständig über alle aktuellen Marktdaten wie
Kosten, Preise, Mengen, Arten usw. informiert
¬ Ehe ein Käufer sich für ein Produkt entscheidet, informiert er sich über alle
Angebote und deren Preise?!?

4. Alle Marktteilnehmer entscheiden rational entsprechend dem ökonomischen Prinzip:
¬ Jeder Käufer und Verkäufer versucht jederzeit Maximal- und Minimalprinzip zu
verfolgen?!?

5. Änderungen von Marktdaten führen sofort zu entsprechenden Reaktionen:
¬ eine minimale Preisänderung eines Produktes führt z.B. zu einer sofortigen
Veränderung des Kaufverhaltens aller Nachfrager?!?

Nach der obigen Unterscheidung erscheint es naheliegend, dass ein vollkommener Markt nur
in absoluten Seltenheitsfällen anzutreffen ist.

Viel wahrscheinlicher ist es, unvollkommene Märkte anzutreffen, die je nachdem unter-
schiedliche Vollkommenheiten erreichen können.

Je unvollkommener nun der Markt ist, desto größer ist auch der preispolitische Spielraum für
den einzelnen Marktteilnehmer.

Dabei sind aber nicht nur die Kosten im eigenen Land entscheidend, denn wenn Rohstoffe
oder Handelswaren aus dem Ausland bezogen werden, können Preissteigerungen
sozusagen importiert werden.
Das anschaulichste Beispiel dafür zeigt wohl eine Erhöhung des Erdölpreises. Eine
Erhöhung des Preises für ein "Fass Erdöl" erhöht nicht nur die Benzinkosten, sondern auch
alle Preise jener Produkte, die Erdöl als Rohstoff besitzen (Reifen, Gummiprodukte, ...).



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 19 Februar 2012

4.4 Inflation

Nachdem wir nun geklärt haben, welche Einflüsse auf den Preis eines Produktes wirken
können, ist es relativ leicht, Gründe für die Inflation zu erforschen.

Zuerst soll allerdings die Inflation an sich definiert werden.

Inflation:
Unter Inflation versteht man das Ansteigen des allgemeinen Preisniveaus und eines
damit verbundenen nachhaltigen Kaufkraftverlustes der Währung im Inland.

Wichtig ist bei dieser Definition, dass es sich um eine allgemeine Erhöhung des
Preisniveaus handeln muss, also nicht nur eine Erhöhung eines einzelnen Preises.
Nun stellt sich die Frage, wie solche Preissteigerungen gemessen werden können?
Jemand müsste alle Preise in einem Land beobachten, sie messen und mit den Preisen
einer Vorperiode in Verbindung setzen.

Nun werden sie vielleicht verwundert sein, aber genau das passiert wirklich und dieser
"Jemand" ist die Statistik Austria. Die Messung erfolgt für Österreich mittels des
Verbraucherpreisindex (VPI). Für den Vergleich innerhalb Europas wurde der
Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) entwickelt.

Verbraucherpreisindex - VPI:
Der VPI gibt an, um wie viel teurer (oder billiger) im Durchschnitt jene Waren und
Dienstleistungen (im Warenkorb festgelegt) geworden sind, für die der
durchschnittliche Haushalt sein Geld ausgibt.

Hier wimmelt es von "Durchschnitten". Das muss näher erklärt werden.

o Durchschnittlicher Haushalt:
Dieser besteht derzeit aus 2,20 Personen.

o Warenkorb:
Nun ist es einsichtig, dass nicht wirklich alle Waren in einem Land analysiert werden
können. Man versucht aber genau festzustellen, was denn ein Haushalt so in einem
Monat kauft, sammelt diese Produkte und stellt damit den sogenannten Warenkorb
zusammen.

Nun ändern sich aber auch das generelle Kaufverhalten und die Produkte die angeboten
werden (vor 30 Jahren gab es noch nicht so viele Computer am Markt; heute ist ein PC aus
einem Haushalt kaum wegzudenken). Deshalb wird der Warenkorb immer neu bewertet.

Die Statistik Austria ermittelt in regelmäßigen Abständen (monatlich) den Preis für diesen
Warenkorb und vergleicht diesen mit dem Preis des gleichen Monats im Vorjahr. Dies
geschieht, da sich das Konsumentenverhalten saisonal verändert (z.B. kauft im Juli keiner
Schokoladeosterhasen!). Das Ergebnis dieser Preisveränderung wird in Prozenten
dargestellt und als Inflationsrate bezeichnet.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 20 Februar 2012


5 GELDPOLITIK

Ehe wir uns mit den Aufgaben und Instrumenten der Geldpolitik beschäftigen werden, wollen
wir versuchen zu klären, was denn "Geldpolitik" überhaupt ist.

Es wird Ihnen vielleicht schon einmal der Gedanke gekommen sein, wie es denn möglich sei,
ein Land wirtschaftlich zu "steuern".
Nun ist es zweifelsohne keine leichte Aufgabe, eine ganze Volkswirtschaft (und damit
verbunden alle Einwohner eines Landes!!!) auf "richtigen Kurs" in Richtung Weiterent-
wicklung zu halten.

Eine Möglichkeit, diese komplexe Aufgabe zu erfüllen, stellt die "Geldpolitik" dar. Bei dieser
Geldpolitik versucht man, über den Faktor "Geld" eine Volkswirtschaft zu lenken. Daneben
gibt es auch andere Möglichkeiten, wie z.B. Steuerpolitik (Erhöhung bzw. Senkung von
Steuern) oder Beschäftigungspolitik (der Versuch Arbeitslosigkeit zu bekämpfen). Man
könnte auch die verschiedenen Politiken mit den Zielen der Wirtschaftspolitik vergleichen
(vgl. Kapitel 1 - "Was ist VWL")

Definition Geldpolitik:
Geldpolitik versucht nun über die Steuerung der Geldmenge Einfluss auf die
Wirtschaftsentwicklung einer Volkswirtschaft zu nehmen.
Träger dieser Geldpolitik ist vor allem die Europäische Zentralbank

Den Zusammenhang zwischen Geldmenge und Wirtschaftsentwicklung haben Sie ja bereits
kennen gelernt (vgl. Kapitel 3 - "Rolle des Geldes").

Sie erinnern sich auch an die Auswirkungen einer Geldmengenerhöhung (vgl. Kapitel 3 -
"Die Rolle des Geldes").

Hierbei ging es u.a. um das Thema der Geldschöpfung, die ja durch die Zentralbank oder die
Geschäftsbanken durchgeführt werden kann.

5.1 Die Steuerung der Geldmenge

Eine Beeinflussung der Geldmenge bedeutet eine Beeinflussung der Wirtschaft eines
Landes. Nun wollen wir die Frage "Wie kann die Wirtschaft mit mehr Geld versorgt werden"
genauer betrachten.

Stellen Sie sich einmal die Frage, wie Sie zu Geld kommen können!:
- Sie können arbeiten gehen und somit Geld verdienen, oder
- Sie können sich aber auch Geld ausborgen

Wenn Sie sich nun Geld ausborgen, werden Sie dies meist bei einer Bank tun. Das gilt aber
nicht nur für Sie, sondern auch für jeden anderen Bürger des Landes und auch für jedes
Unternehmen im Land.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 21 Februar 2012


Wenn nun jemand zur Bank geht und sich von ihr Geld ausborgt, so muss er ja nicht nur den
geborgten Betrag wieder zurückzahlen, sondern auch Zinsen für die Dauer des "Borgens"
zahlen.

Das heißt, dass der Preis des Geldes nicht nur der Geldwert an sich ist, sondern auch ein
"Gewinnzuschlag" in Höhe der Zinsen anfällt.

Preis des Geldes = Geldwert + Zinsen.

Spielen wir nun dieses "Spiel" weiter, müssen wir uns die Frage stellen, wie Banken selbst
zu Geld kommen können, das sie in Folge als Kredit vergeben können.

Banken müssen genauso wie Sie auch Geld ausborgen. Dies kann nun in unterschiedlicher
Form geschehen:
- Banken können sich Geld von Sparern oder Girokontenbesitzern "ausborgen", oder
- Banken können sich Geld von der Zentralbank leihen

Wenn sich nun Banken über die Zentralbank refinanzieren, so müssen sie selbstverständlich
auch dafür Zinsen zahlen.

Weiters erscheint äußerst logisch, dass sich Banken eher Geld von der Zentralbank
ausborgen, wenn der dafür veranschlagte Zinssatz gering ist. Bei einem entsprechend
höheren Zinssatz, wird sich die Refinanzierung der Banken eher in Grenzen halten.
5.1.1 Expansive Geldpolitik

Wenn nun die Situation eingetreten ist, dass die Bevölkerung eines Landes der Zukunft eher
skeptisch gegenübersteht und ihr Konsumverhalten reduziert, wird demnach auch die
Kreditnachfrage sinken. Nun können die Banken versuchen dieser Kreditnachfrage einen
gewissen Anreiz zu geben. Dies geschieht durch eine Verbilligung ihrer Kredite.

Diese Verbilligung muss allerdings erst von Seiten der Zentralbank durch eine Senkung der
Refinanzierungskosten gestützt werden, da ansonsten die Banken Verluste erleiden würden.
Aus diesem Grund kann die Zentralbank in solch einer wirtschaftlichen Situation ihre
"Kreditkonditionen" für Banken günstig gestalten (z.B. Senkung der Leitzinsen, Senkung der
Mindestreserve), damit diese mehr Geld nachfragen und diese Geldmenge an die
Bevölkerung, ebenfalls mit günstigen Konditionen, weitergeben können. Der optimale
Endeffekt wäre eine Erhöhung der Geldmenge, verbunden mit einem verstärkten Konsum
und einer damit einhergehenden "Ankurbelung" der Wirtschaft.
Die EZB hat - wie bereits erwähnt - laut ihrem Auftrag vor allem für Preisstabilität zu sorgen.
Eine wirtschaftspolitische Steuerung im oben beschriebenen Sinn geht über diesen Auftrag
hinaus.

5.1.2 Restriktive Geldpolitik

Im umgekehrten Fall, also in einer Aufschwungsphase kann die Zentralbank die Wirtschaft
vor dem sogenannten "Überhitzen" schützen und wird aus diesem Grund die
Refinanzierungskonditionen verteuern. Banken wiederum versuchen in solch einer
optimistischen Zeit, in der viel Kredite nachgefragt werden, ihr Produkt (den Kredit) teuer zu
verkaufen. Andererseits müssen sie ja auch ihre Zinsen erhöhen, um die gestiegenen
Refinanzierungskosten wieder zu verdienen.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 22 Februar 2012


6 DIE EZB UND DIE NATIONALEN NOTENBANKEN
6.1 Die EZB

Mit Beginn der Währungsunion - 01. Jänner 1999 - wurde die Geldpolitik von der nationalen
auf die europäische Ebene gehoben. Sie liegt nun im Verantwortungsbereich des
Eurosystems - wie sich die Europäische Zentralbank (EZB) und die seit 1.1. 2001- zwölf -
nationalen Notenbanken in der Währungsunion bezeichnen. Das entscheidende
geldpolitische Gremium ist der EZB-Rat, welcher sich aus den 17 Notenbankgouverneuren
der Euroländer und den sechs EZB-Direktoren zusammensetzt. Geldpolitische
Entscheidungen werden nach dem Prinzip "eine Person, eine Stimme" mit einfacher Mehr-
heit getroffen. Es wird vorausgesetzt, dass sie ausschließlich im Interesse des gesamten
Euroraumes getroffen werden und nationale Fragen in den Hintergrund treten.
Der Maastricht-Vertrag grenzt jene Bereiche, die mit Beginn der Währungsunion in die Zu-
ständigkeit der EU fallen, ab. Demnach bestehen die grundlegenden Aufgaben des
Eurosystems darin,
- die Geldpolitik des Eurogebiets festzulegen und auszuführen,
- Devisengeschäfte im Einklang mit der Geldpolitik des Eurogebietes durchzuführen,
- die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten sowie
- das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.
Im Zentrum der geldpolitischen Strategie der EZB steht - wie bereits erwähnt - das vor-
rangige Ziel, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Preisstabilität wird definiert
als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von mittelfristig unter 2
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich der EZB-Rat auf eine
vorausschauende Strategie geeinigt, die auf zwei Säulen basiert:
- Erstens wird der Geldmengenentwicklung eine besondere Rolle zugesprochen. Es wurde
ein Referenzwert von 4,5 Prozent (jährlich) für das Geldmengenwachstum M3 festgelegt.
- Zweitens erfolgt eine breit angelegte Beurteilung der künftigen Preisentwicklung.

6.2 Aufgaben der nationalen Notenbanken (z.B. OeNB)

- Welche wesentlichsten Aufgaben und Funktionen haben vor dem skizzierten Hintergrund
noch die nationalen Notenbanken? Eine eindeutige Funktion besteht darin, dass die
Nationalbanken Durchführungsorgane der vom EZB-Rat bestimmten Geldpolitik sind.
Weitere Aufgabenfelder ergeben sich insbesondere auch in Zusammenhang mit der
Frage der Durchführung der Bankenaufsicht und der generellen Informations- und
Kommunikationsfunktion.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 23 Februar 2012

Steuererhöhungen dämpfen
das Wachstum

7 BUDGET- UND FISKALPOLITIK

Die zentralen Größen, um die es in der Budget- und Fiskalpolitik geht, sind die Einnahmen
und Ausgaben des Staates (fiscus lat. = der Staat).

Beispiele für Einnahmen des Staates sind alle Arten von Steuern: den größten Anteil an den
Steuereinnahmen haben die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer. Zu den Einnahmen
gehören auch die Gebühren (z.B. Stempelmarken).

Auf der anderen Seite gibt der Staat sein Geld vor allem für folgende Zwecke aus:
Subventionszahlungen, Sozialzuschüsse, Pensionszahlungen und Förderungen. Einen
großen „Brocken“ machen bei hoher Staatsverschuldung auch die Zinszahlungen für diese
Staatsschuld aus.

Ein Teilziel in unserem Wirtschaftssystem ist, dass sich Einnahmen und Ausgaben des
Staates die Waage halten. Wie sich im folgenden Jahr diese Einnahmen und Ausgaben
entwickeln sollen, wird jährlich im Budget festgelegt, das der Bundesminister für Finanzen
vorlegt und das vom Parlament beschlossen werden muss.

Die Aufgabe der Fiskalpolitik ist es, die Einnahmen und Ausgaben nicht willkürlich, sondern
nach bestimmten Grundsätzen zu gestalten. Der Staat hat in diesem Zusammenhang drei
wichtige Funktionen zu erfüllen:

- Allokationsfunktion: = den Bedarf an öffentlichen Gütern sicherstellen

- Distributionsfunktion: = Umverteilung der Einkommen

- Stabilisierungsfunktion: = Ausgleich konjunktureller Schwankungen

Im Konjunkturaufschwung dämpft der Staat die Nachfrage.
Im Konjunkturabschwung belebt der Staat die Nachfrage.


Konjunkturverlauf









WIE
Konjunktur-
verlauf
mit
staatlichen
Eingriffen
zusätzliche Staatsausgaben ver-
mindern die Abschwungsphase
Zeit

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 24 Februar 2012







Diese Art von Fiskalpolitik wird auch „antizyklische Konjunkturpolitik“ genannt, d.h. der Staat
arbeitet gegen den Konjunkturzyklus und gibt in „schlechten“ Zeiten Geld aus, das er sich in
„guten“ Zeiten - z.B. durch Steuererhöhungen - wieder zurückholen kann.

Der Konjunkturverlauf kann also sowohl durch Geldpolitik als auch durch Fiskalpolitik beein-
flusst werden:

Fiskalpolitik Geldpolitik
Träger Staat Zentralbank
Instrument Staatsausgaben und -einnahmen Geldmengenregelung/Zinspolitik
Zweck Globalsteuerung Feinsteuerung

Was tut der Staat in der Abschwungphase?

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 25 Februar 2012


8 VOLLBESCHÄFTIGUNG UND ARBEITSLOSENRATE
8.1 Was bedeutet Vollbeschäftigung

Vollbeschäftigung ist ein Wirtschaftsziel des magischen Vielecks, das erreicht werden soll,
Arbeitslosigkeit soll also möglichst verhindert werden. Eine Arbeitslosenrate von null Prozent
kann es aber nie geben (durch Fluktuation, saisonale Entwicklung, strukturelle
Arbeitslosigkeit). Bei welcher Arbeitslosenrate genau Vollbeschäftigung herrscht, hängt von
verschiedenen Faktoren ab. Im allgemeinen versteht man unter Vollbeschäftigung, dass
weniger als 3 % der Erwerbsfähigen unfreiwillig arbeitslos sind und die
Produktionskapazitäten der bedeutendsten Industrien zu 90 % genutzt sind.

Überlegen Sie, in welchen Phasen des Konjunkturablaufs Vollbeschäftigung erreicht werden
kann und in welchen eine höhere Arbeitslosigkeit herrschen wird!



8.2 Ursachen von Arbeitslosigkeit

Die Ursachen für Arbeitslosigkeit sind vielfältig. Sehr oft spielen mehrere Ursachen
zusammen, wenn es zum Abbau von Arbeitskräften kommt. Eine Zuordnung zu einer
Ursache ist nur selten möglich, da zu viele Einflussfaktoren auf die gesamte Volkswirtschaft
wirken.
Wenn man aber die genaue Ursache nicht feststellen kann, wird es noch schwieriger, die
richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einzusetzen.


Arbeitslosenquote Österreichs 1998-2006
0,0%
1,0%
2,0%
3,0%
4,0%
5,0%
6,0%
7,0%
8,0%
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Österreich (lt. Österr. Mehode AMS)
Österreich (lt. EUROSTAT)

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 26 Februar 2012

8.2.1 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

Die Höhe der Arbeitslosenrate muss man natürlich in Zusammenhang mit der Wirtschafts-
entwicklung sehen.

Versuchen Sie, eine volkswirtschaftliche Erklärung zu finden, warum in einer Hochkonjunktur
die Arbeitslosigkeit gering ist und warum in einer Rezession sehr hoch!

8.2.2 Strukturelle Arbeitslosigkeit

Durch Verlagerungen der Beschäftigungsstruktur und regional unterschiedliche
wirtschaftliche Dynamiken werden in einem Wirtschaftssektor Arbeitskräfte abgebaut. Diese
strömen dann in die anderen Sektoren, meist in den nächsthöheren:
z.B. von der Landwirtschaft in die Industrie
von der Industrie in den Dienstleistungssektor
8.2.3 Saisonale Arbeitslosigkeit

Sie entsteht durch die saisonal schwankende Nachfrage nach Arbeitskräften in bestimmten
Branchen (Baugewerbe, Fremdenverkehr). Aufgrund des hohen Anteils des Fremden-
verkehrs an der Gesamtwirtschaft ist in Österreich auch der Anteil der saisonalen
Arbeitslosen an den gesamten Arbeitslosen relativ hoch (ca. ein Drittel).
8.2.4 Technologische Arbeitslosigkeit

Auch der Einsatz neuer Technologien kann für Arbeitslosigkeit verantwortlich sein (z.B.:
Ersetzen der Handarbeit durch Roboter, Ersetzen von Stahl durch Aluminium, ...). Wenn
menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt werden, spricht man auch von
Rationalisierungsarbeitslosigkeit. Diese Rationalisierungen (= Einsparung der Lohn-
kosten) sind für Unternehmer oft notwendig, um konkurrenzfähig zu bleiben.
8.2.5 Fluktuationsbedingte Arbeitslosigkeit bzw. friktionelle Arbeitslosigkeit

Wenn jemand kündigt, um woanders eine neue Stelle zu finden und dadurch kurze Zeit
arbeitslos ist, spricht man von fluktuationsbedingter Arbeitslosigkeit.

8.3 Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Genauso vielfältig wie die Ursachen der Arbeitslosigkeit sind folglich auch die Maßnahmen
zu deren Bekämpfung. Dabei ist von den politisch Verantwortlichen vor allem darauf Bedacht
zu nehmen, dass nicht nur die Arbeitslosigkeit selbst, sondern vor allem ihre Ursachen
bekämpft werden, um ein Entstehen von Arbeitslosen schon von vornherein zu verhindern.

Bei diesen Maßnahmen unterscheidet man grundsätzlich zwischen aktiver und passiver
Arbeitsmarktpolitik. Unter aktiver Arbeitsmarktpolitik versteht man die Schaffung von
Arbeitsplätzen, zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten, Umschulungen etc., um eine schnelle
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Passive Arbeitsmarktpolitik soll
bei Verlust des Arbeitsplatzes ein gewisses Ersatzeinkommen garantieren (Arbeits-
losenunterstützung, Notstandshilfe). Sie macht zur Zeit den Großteil der Gesamtausgaben
für Arbeitsmarktpolitik aus (ca. 80 %; vergleiche Schweden: dort werden 70 % für aktive
Arbeitsmarktpolitik verwendet!).

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 27 Februar 2012


9 DIE ZAHLUNGSBILANZ

Mit der Zahlungsbilanz wird das außenwirtschaftliche Gleichgewicht gemessen. Sie ist eine
Gegenüberstellung der Zahlungsströme aus Österreich ins Ausland bzw. aus dem Ausland
nach Österreich. Man kann sie auch als die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung einer
Volkswirtschaft bezeichnen.

Die Zahlungsbilanz wird in mehrere Unterbilanzen gegliedert, in denen jeweils bestimmte
Arten von Transaktionen mit dem Ausland zusammengefasst sind.
9.1 Die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz
























Die wichtigste Teilbilanz der Zahlungsbilanz ist die Leistungsbilanz. Sie besteht aus Waren-
und Dienstleistungsbilanz und Transferbilanz.
In der Waren- und Dienstleistungsbilanz finden sich alle Exporte und Importe von Waren
und Dienstleistungen, wie z.B.:

- Lieferung von österreichischen Erzeugnissen nach Deutschland
- Import von italienischen Lebensmitteln
- Bezahlung eines französischen Unternehmensberaters
- Einnahmen aus dem Fremdenverkehr in Österreich

In der Transferbilanz werden alle Leistungen ans Ausland oder aus dem Ausland
zusammengefasst, die ohne Gegenleistung getätigt werden, wie z.B.:

- Pensionszahlungen einer schwedischen Firma an einen österreichischen Arbeit-
nehmer
- Förderungen der EU
- Überweisung eines österreichischen Stipendiums nach Südtirol


Z
A
H
L
U
N
G
S
B
I
L
A
N
Z



Leistungsbilanz
Waren- und
Dienstleistungsbilanz
Transferbilanz
t
Kapitalerträge
Reiseverkehr
Restliche Positionen

Kapitalbilanz
Langfristige Forderungen/Verpflichtungen
Kurzfristige Forderungen/Verpflichtungen
Reserveschöpfung und
Bewertungsänderungen
Statistische Differenz
Veränderung der
offiziellen
Währungsreserven

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 28 Februar 2012


Eine zweite wichtige Teilbilanz ist die sogenannte Kapitalverkehrsbilanz. Hierunter fallen
kurzfristige und langfristige Forderungen und Verbindlichkeiten, wie z.B.:

- Kauf von Anleihen eines deutschen Unternehmens
- Verkauf von österreichischen Pfandbriefen an tschechische Anleger
9.2 Defizit oder Überschuss

Bei den Teilbilanzen kann - je nachdem ob die Exporte oder die Importe überwiegen - ein
Defizit oder ein Überschuss vorhanden sein. Das kann jedoch nur bei den Teilbilanzen der
Fall sein, die Zahlungsbilanz als gesamtes muss - so wie die Bilanz eines Unternehmens -
immer ausgeglichen sein!

Eine Teilbilanz ist defizitär, wenn die Importe größer sind als die Exporte. Sie weist einen
Überschuss auf, wenn die Exporte größer als die Importe sind.




















Die Maßnahmen der Wirtschaftspolitik sollen für eine möglichst ausgeglichene Leistungs-
bilanz sorgen (Importe und Exporte sollen einander die Waage halten). Denn ein außen-
wirtschaftliches Gleichgewicht ist Voraussetzung für stabile Preise und Wechselkurse. Das
ist besonders für ein kleines Land wie Österreich von Bedeutung, das sehr stark auf Importe
angewiesen ist.


LEISTUNGSBILANZDEFIZIT




Import = 100


Export = 80



Alles, was ein Land importiert bzw. importiert werden muss, muss
durch eigene Waren und Leistungen auf dem
Auslandsmarkt verdient werden. Leistungsbilanzdefizit =
es wird mehr importiert als exportiert
OK
Defizit = 20

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 29 Februar 2012

B BE ET TR RI I E EB BS SW WI I R RT TS SC CH HA AF FT TS SL LE EH HR RE E


INHALTSVERZEICHNIS


1 EINTEILUNG DES BETRIEBLICHEN RECHNUNGSWESENS 30
2 BEGRIFF UND AUFGABEN DER BUCHHALTUNG 30
3 BILANZ 31
4 KONTEN 34
4.1 Bestandskonten 34
4.2 Erfolgskonten 37


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 30 Februar 2012
1 EINTEILUNG DES BETRIEBLICHEN RECHNUNGSWESENS

Das betriebliche Rechnungswesen umfasst die Ermittlung und die Aufbereitung von
Informationen, die dazu dienen, einen Betrieb und seine Beziehungen zur Umwelt
abzubilden. Das bedeutet: Die Aufgabe des Rechnungswesens ist die zahlenmäßige
Erfassung aller betrieblichen Vorgänge. Es sollen Erkenntnisse über die Vergangenheit und
Unterlagen für Entscheidungen über die Zukunft gewonnen werden.

Das Rechnungswesen läßt sich in vier Teilgebiete einteilen:



RECHNUNGSWESEN




BUCHHALTUNG KOSTENRECHNUNG PLANUNG STATISTIK

2 BEGRIFF UND AUFGABEN DER BUCHHALTUNG

Unter B U C H H A L T U N G versteht man das zahlenmäßige Erfassen von
buchungsfähigen Geschäftsfällen und deren Aufzeichnung in zeitlicher Reihenfolge und
systematischer Ordnung.

BUCHUNGSFÄHIGE GESCHÄFTSFÄLLE sind jene geschäftlichen Vorgänge, die zu einer
Veränderung von Höhe und/oder Zusammensetzung des Vermögens und des Kapitals
führen. Sie führen zu Buchungen.

Beispiele für buchungsfähige Geschäftsfälle:

Bareinzahlung auf Sparbuch/
Barabhebung vom Gehaltskonto


AUFGABE der Buchhaltung ist es, den Stand und die Veränderungen des Vermögens
und des Kapitals nachzuweisen sowie den Erfolg einer Periode aufzuzeigen. Sie ist eine
Zeitrechnung (Periodenrechnung) und mündet mit ihren Aufzeichnungen im Jahresab-
schluss bzw. in der Erfolgsermittlung.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 31 Februar 2012
3 BILANZ

In der Bilanz werden VERMÖGEN UND KAPITAL gegenübergestellt.

Beispiel für eine Bankbilanz:

Vermögen (Aktiva) Bilanz Kapital (Passiva)
Barreserve 30.000,-- Spareinlagen 320.000,--
Guthaben bei Banken 60.000,-- Verpflichtungen 70.000,--
Wechsel 60.000,-- Rücklagen
Wertpapiere 80.000,-- (Eigenkapital) 60.000,--
Ausleihungen 150.000,--
Grundstücke u.
Gebäude 50.000,--
Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung 20.000,--
450.000,-- 450.000,--
========== ==========

Als Differenz zwischen Vermögen und Schulden (Fremdkapital) wird das EIGENKAPITAL
ausgewiesen.

VERMÖGEN (Aktiva) sind alle dem Betrieb zur Verfügung stehenden Mittel, das Betriebs-
eigentum.

KAPITAL (Passiva) sind die Quellen, aus denen die Mittel für den Erwerb von Vermögens-
teilen fließen.

Voraussetzung für die Erstellung der Bilanz ist die INVENTUR.

Sie ist die körperliche Bestandsaufnahme von Vermögen und Kapital durch Messen,
Zählen, Wiegen und notfalls durch Schätzen. Die Ergebnisse der Inventur werden in einem
Verzeichnis, dem I N V E N T A R I U M festgehalten.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 32 Februar 2012
Bilanz



VERMÖGEN KAPITAL

AKTIVA PASSIVA

MITTELVERWENDUNG MITTELHERKUNFT

SOLL HABEN

================


In der Bilanz müssen die Summen der Vermögens- (Aktiv-) und der Kapital- (Passiv-)seite
stets gleich groß sein, da alle Mittel, die verwendet werden, auch von irgendwoher kommen
müssen.

Beim Vermögen kann man ANLAGEVERMÖGEN, das im Unternehmen längere Zeit bleibt,
und UMLAUFVERMÖGEN, das dem Unternehmen nur kurze Zeit zur Verfügung steht,
unterscheiden.

Beim Kapital kann man EIGENKAPITAL, das aus den Rücklagen und aus dem Grundkapital
bestehen kann sowie FREMDKAPITAL, das von anderen zur Verfügung gestellt wird,
unterscheiden.

+ BILANZ ist die Gegenüberstellung von Vermögen (linke Seite = Aktiva) und Kapital
(rechte Seite = Passiva).

- Beide Seiten müssen den gleichen Wert haben.

- Die Bilanz muss auf einen bestimmten Bilanzstichtag
bezogen sein.




Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 33 Februar 2012

+ VERMÖGEN:
- besteht aus ganz konkreten Dingen (z.B. Büroeinrichtung, Maschinen,
Kassabestand, ...)
- wird durch das Kapital finanziert.

+ KAPITAL:
- ist die Finanzierungsquelle des Vermögens.

Das Gesamtkapital besteht aus:
- dem Fremdkapital (Kredite, ...) und
- dem Eigenkapital (Stammkapital, ...).

+ EIGENKAPITAL:
- ist Gesamtvermögen MINUS Fremdkapital (Schulden)


Anmerkung:
Da das Gesamtvermögen und das Gesamtkapital in der Bilanz immer den gleichen
Wert haben müssen, folgt:

Steigt das Gesamtvermögen  steigt das Gesamtkapital
Sinkt das Gesamtvermögen  sinkt das Gesamtkapital
Bleibt das Gesamtvermögen gleich  bleibt auch das Gesamtkapital gleich

Folgende Beispiele stammen zwar aus dem Privatbereich, sollen Ihnen aber die bilanz-
technischen Vorgänge gleichnishaft erläutern:

Bsp.: Barabhebung vom Gehaltskonto EUR 1.000,--:
hat keinen Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals sondern führt nur zu einer
Erhöhung der Position Bargeld und zu einer Verminderung der Position Gehaltskonto.
(= Änderung der Vermögenszusammensetzung, die Bilanzsumme (Gesamtvermögen
u. -kapital) bleibt gleich)

Bsp.: Rückzahlung eines Kredites für einen Autokauf mittels Sparbuchabhebung:
hat keinen Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals, sondern führt nur zu einer
Verminderung der Position Sparbuch und zu einer Verminderung der Position Kredit.
(= Verminderung des Vermögens und der Schulden im gleichen Ausmaß; das
Gesamtvermögen und das Gesamtkapital sinken)

Bsp.: Verkauf von Wertpapieren um EUR 8.000,--:
Der Wertpapierbestand sinkt und das Guthaben am Bankkonto steigt; das
Gesamtvermögen bleibt gleich (=Vermögensumschichtung).

Bsp.: Erbschaft um EUR 15.000,--:
Das Eigenkapital und das Guthaben am Bankkonto steigen; das Gesamtvermögen
und das Gesamtkapital steigen.

Bsp.: Autounfall:
Der Wert des Autos und das Eigenkapital sinken; das Gesamtvermögen und das
Gesamtkapital sinken.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 34 Februar 2012
4 KONTEN

Buchungen werden auf KONTEN durchgeführt.

Ein KONTO ist ein zweiseitige Verrechnungsfeld.

Konto

Links Rechts

SOLL HABEN


Der Unterschied zwischen der Soll- und der Habensumme eines Kontos ist der SALDO. Er
wird nach der größeren Seite benannt und steht auf der kleineren Seite.

4.1 Bestandskonten

Die Verbuchung des Vermögens erfolgt auf VERMÖGENSKONTEN, die Verbuchung des
Kapitals auf KAPITALKONTEN.

Vermögens- und Kapitalkonten sind BESTANDSKONTEN, weil auf ihnen Bestände
verrechnet werden.

BESTANDSKONTEN


VERMÖGENSKONTEN KAPITALKONTEN


Beispiele: Beispiele:
GUTHABEN BEI BANKEN (NOSTROGUTHABEN) SPAREINLAGEN
WECHSEL GIROEINLAGEN
KREDITE DEPOSITENEINLAGEN
DARLEHEN LOROEINLAGEN
LIEGENSCHAFTEN RÜCKLAGEN

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 35 Februar 2012
Buchungsgrundsätze für Bestandskonten:

Vermögenskonten Kapitalkonten

SOLL Bestand HABEN

SOLL Zugang HABEN

HABEN Abgang SOLL


- Jeder Bilanzposten (Maschinen, Gebäude, ...) wird auf ein eigenes Blatt (Konto)
geschrieben.

- Jedes Konto hat eine Soll-Seite (links) und eine Haben-Seite (rechts).




- Der Anfangsbestand (AB) jedes Kontos ist auf der selben Seite wie in der Bilanz zu
finden ÷

Der Anfangsbestand (AB) steht bei den
÷ Vermögenskonten (= aktive Bestandskonten) im Soll (links)
÷ Kapitalkonten (= passive Bestandskonten) im Haben (rechts).


ACHTUNG!
Der Anfangsbestand des Kontos Sparbuch steht beim Kunden im SOLL, während die Bank
die Spareinlage in ihrer Buchhaltung im HABEN verbucht.
Grund: Für die Bank ist die Spareinlage wie ein Kredit zu behandeln, den der Kunde ihr gibt
(Fremdkapital). Für den Kunden ist die Spareinlage eine Forderung gegenüber der Bank
(Vermögen).


- Zugänge erhöhen den Bestand ÷ Verbuchung auf der selben Seite wie der AB (bei
Vermögenskonten im Soll, bei Kapitalkonten im Haben) Abgänge vermindern den
Anfangsbestand ÷ Verbuchung auf der gegengesetzten Seite wie der AB (bei
Vermögenskonten im Haben, bei Kapitalkonten im Soll)

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 36 Februar 2012

Bsp.: Abhebung EUR 1.000,-- bar vom Gehaltskonto


Verminderungen werden Zugänge werden bei
bei Vermögenskonten Vermögenskonten im Soll
im Haben gebucht. gebucht.


Bsp.: Abhebung vom Sparbuch und Rückzahlung des Autokredites von 10.000,-


Verminderungen werden Verminderungen werden bei
bei Vermögenskonten Kapitalkonten im Soll
im Haben gebucht. gebucht.

÷ Das Vermögen (Sparguthaben) und die Schulden (Fremdkapital) haben sich in gleicher
Höhe vermindert: das Eigenkapital ist daher gleich geblieben.

- Die Bilanz wird zu einem bestimmten Stichtag erstellt. Daher müssen die
Veränderungen von Vermögen und Kapital laufend auf Konten verbucht werden und der
Saldo zum Stichtag in die Bilanz übertragen werden.

- Der Saldo (Endbestand (EB)) ergibt sich durch:

1) Addition der größeren Seite des Kontos
2) Eintragung der Summe auf beiden Kontoseiten
3) Subtraktion der kleineren Seite von der Endsumme.
Die Differenz ist der Saldo (Endbestand) des Kontos.
4) Der EB (Saldo) wird zum Ausgleich auf der kleineren
Seite des Kontos eingetragen.
Steht der Saldo im Haben, wird er ins Soll der Bilanz übertragen.
Steht der Saldo im Soll, wird er ins Haben der Bilanz übertragen.





Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 37 Februar 2012

4.2 Erfolgskonten

Die Erstellung der Betriebsleistung verursacht AUFWENDUNGEN.

Zur Deckung dieser Aufwendungen benötigt das Unternehmen ERTRÄGE.

Beispiele für Aufwendungen: Beispiele für Erträge:

ZINSEN ZINSEN
PERSONALAUFWAND PROVISIONEN
SACHAUFWAND LIEGENSCHAFTSERTRÄGE

Jeder AUFWAND und jeder ERTRAG wirkt sich auf das EIGENKAPITAL bei den Unter-
nehmungen aus.

Aufwand = VERMINDERUNG des Eigenkapitals

Ertrag = ERHÖHUNG des Eigenkapitals

Die Buchung aller Aufwendungen und Erträge direkt gegen das EIGENKAPITAL ist jedoch
unübersichtlich, weshalb man während des Jahres ERFOLGSKONTEN führt.

ERFOLGSKONTEN


AUFWANDSKONTEN ERTRAGSKONTEN

Aufwands- und Ertragskonten werden als Vorstufen des Eigenkapitalkontos buchungstech-
nisch wie KAPITALKONTEN behandelt.

Aufwand = VERMINDERUNG DES EIGENKAPITALS = Abgang = SOLL
von einem
Kapitalkonto

Ertrag = ERHÖHUNG DES EIGENKAPITALS = Zugang = HABEN
zu einem
Kapitalkonto

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 38 Februar 2012

Der Abschluss aller Erfolgskonten erfolgt am Jahresende auf dem
GEWINN- UND VERLUSTKONTO (G&V).

Der Saldo des Gewinn- und Verlustkontos - Gewinn oder Verlust - wird gegen das EIGEN-
KAPITAL verrechnet.

Die Kreditinstitut-Buchhaltung ist aus zwei Gründen eine

DOPPELTE BUCHHALTUNG


DOPPELTE
VERRECHNUNG WÄHREND
DES JAHRES
DOPPELTE ERMITTLUNG
DES JAHRESERFOLGS


D.h. jeder Buchung im Soll D.h. Ermittlung des
steht eine gleichgroße Jahreserfolges in der
Buchung im Haben gegenüber. G&V-Rechnung (Gegenüber-
stellung von Aufwand und
Ertrag) und in der Bilanz
(Gegenüberstellung von
Eigenkapital zu Beginn und
zu Ende das Jahres)



- Ein Aufwand vermindert das Eigenkapital; ein Ertrag erhöht das Eigenkapital.

Bsp.: Eine Gutschrift von Wertpapiererträgnissen von EUR 2.000,-- auf ein
Sparbuch bringt:
÷ auf der Vermögensseite einen Zuwachs (Guthaben steigt) und
÷ auf der Kapitalseite auch eine Erhöhung (Eigenkapital steigt)

- Aufwände und Erträge werden zur besseren Übersicht nicht direkt in der Bilanz (auf
das Konto Eigenkapital), sondern auf Erfolgskonten verbucht.

- Die 2 Arten der Erfolgskonten sind:
÷ Aufwandskonten: Aufwendungen werden im Soll verbucht
÷ Ertragskonten: Erträge werden im Haben verbucht.

Anmerkung: Erfolgskonten haben keinen Anfangsbestand.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 39 Februar 2012

Bsp.: Kauf von Briefmarken gegen Barzahlung um EUR 50,--



Portokosten sind Aufwendungen und daher im Soll zu
verbuchen. Die Verminderung des Kassabestandes
(des Vermögens) ist im Haben zu verbuchen.

Bsp.: Wettgewinn von EUR 20,-- in bar:
Die Erhöhung des Kassabestandes ist im Soll zu
verbuchen. Die Erhöhung der außerordentlichen
Erträge ist im Haben einzutragen.




- Bei der Bilanzerstellung werden die Salden der Erfolgskonten nicht direkt in die
Bilanz übertragen, sondern auf ein eigenes Gewinn- und Verlustkonto (GuV)
verbucht.



÷ Steht der Saldo in der GuV im Soll, liegt ein Gewinn vor.
Ein Gewinn wird ins Haben des Kontos Eigenkapital in der
Bilanz übertragen.

÷ Steht der Saldo in der GuV im Haben, liegt ein Verlust vor.
Ein Verlust wird ins Soll des Kontos Eigenkapital
übertragen.



÷ Ein Verlust vermindert das Eigenkapital (Buchung im Soll).

÷ Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital (Buchung im Haben).



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 40 Februar 2012

G GE ES SE EL LL LS SC CH HA AF FT TS SR RE EC CH HT T

INHALTSVERZEICHNIS

1 ALLGEMEINES 41
1.1. Einteilung der Handelsgesellschaften 41
1.2. Rechtsquellen 41
2 RECHTSBEGRIFFE: UNTERNEHMER, FIRMA, FIRMENBUCH 42
2.1. Unternehmer 42
2.2. Firma 42
2.3. Firmenbuch 42
3 PERSONENGESELLSCHAFTEN 43
3.1. Offene Gesellschaft (OG) 43
3.2. Kommanditgesellschaft (KG) 45
3.3. GesmbH & Co KG 46
3.4. Gesellschaft nach bürgerlichem Recht 47
4 KAPITALGESELLSCHAFTEN 47
4.1. Aktiengesellschaft 47
4.2. Gesellschaft mit beschränkter Haftung 49
5 PROKURA UND HANDLUNGSVOLLMACHT 51
5.1. Prokura 51
5.2. Handlungsvollmacht (HV) 52
5.3 Gegenüberstellung Prokura- Handlungsvollmacht 53



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 41 Februar 2012
1 ALLGEMEINES

Eine Handelsgesellschaft ist eine Gesellschaft zum Betrieb eines Unternehmens unter
gemeinsamer FIRMA.

1.1 Einteilung der Handelsgesellschaften

PERSONENHANDELS- KAPITAL-
GESELLSCHAFTEN GESELLSCHAFTEN

a) Offene Gesellschaft a) Aktiengesellschaft

b) Kommanditgesellschaft b) Gesellschaft mit
beschränkter Haftung

Im Vordergrund stehen die Im Vordergrund steht
Gesellschafter und ihre das Kapital
Mitarbeit

Besitzen Rechtsfähigkeit Besitzen Rechtsfähigkeit

Die Gesellschafter haften Keine persönliche Haftung
persönlich für die Verbindlich-
keiten der Gesellschaft
Personen



1.2 Rechtsquellen

Am 1.1.2007 trat die große Handelsrechtsreform in Kraft, mit welcher das
Handelsgesetzbuch (HGB) in Unternehmensgesetzbuch (UGB) umbenannt wurde. Neben
zahlreichen weiteren Änderungen ist vor allem die Abschaffung des Kaufmannsbegriffs
hervorzuheben: Man spricht nun nicht mehr vom Handelsrecht als dem Sonderprivatrecht
der Kaufleute, sondern vom Unternehmensrecht als dem Sonderprivatrecht der
Unternehmer.

Im Folgenden wird lediglich die ab 1.1.2007 geltende Rechtslage dargestellt.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 42 Februar 2012
2 RECHTSBEGRIFFE: UNTERNEHMER, FIRMA, FIRMENBUCH

2.1 Unternehmer

Unternehmer im Sinne des Unternehmensrechts ist, wer ein Unternehmen betreibt (§ 1
Abs 1 UGB).

Unter Unternehmen versteht man jede
- auf Dauer angelegte Organisation,
- selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit,
- mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein.

Nicht auf Dauer angelegt und kein Unternehmen im Sinn des Unternehmensrechts sind
daher z.B.
Gelegenheitsgeschäfte (Obstverkauf aus dem eigenen Garten, Weinausschank während
eines 5tägigen Winzerfestes etc.).

Kapitalgesellschaften sind Unternehmer kraft Rechtsform; auf Personengesellschaften sind
die Vorschriften des UGB nur dann zur Gänze anwendbar, wenn sie ein Unternehmen
betreiben.

Angehörgie der freien Berufe sowie Land- und Forstwirte sind – obwohl sie den
allgemeinen Unternehmerbegriff erfüllen – von der Anwendung des 1. Buches des UGB
(Firma, Prokura) ausgenommen. Sie können sich jedoch durch freiwillige Eintragung in das
Firmenbuch diesen Bestimmungen unterstellen (opting-in). Offene Gesellschaften und
Kommanditgesellschaftes iSd 2. Buches UGB stehen auch Freiberuflern und Land- und
Forstwirten offen. Das 3. Buch UGB (Rechnungslegung) ist auf Angehörige freier Berufe
sowie Land- und Forstwirte nicht anzuwenden. Das 4. Buch UGB (Sonderregelungen über
unternehmensbezogene Geschäfte) ist jedenfalls auch auf Freiberufler und Land- und
Forstwirte anwendbar.


2.2 Firma

Die Firma eines Unternehmers ist der gesetzlich geschützte Name des Unternehmers, unter
dem er seine Geschäfte betreibt und seine UNTERSCHRIFT abgibt sowie selbst klagt oder
geklagt wird.

Jeder Unternehmer, der nach § 189 UGB der Pflicht zur Rechnungslegung unterliegt, ist
verpflichtet, sich in das Firmenbuch eintragen zu lassen. Rechnungslegungspflichtig ist jeder
Unternehmer, der mehr als € 400.000,– Umsatzerlöse im Geschäftsjahr erzielt.

2.3. Firmenbuch

Das Firmenbuch dient der Verzeichnung und Offenlegung von rechtlich bedeutsamen
Tatsachen des Geschäftsverkehrs, die sich nur auf Unternehmer (und Privatstiftungen)
beziehen.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 43 Februar 2012
Das Firmenbuch besteht aus



Hauptbuch Urkundensammlung

- Einzelunternehmer
- OG
- KG
- AG
- Ges.m.b.H.
- Genossenschaften
- Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
- Sparkassen
- Privatstiftungen
- Urkunden, die Gegenstand der
Eintragung waren

In der Datenbank ist für jeden eingetragenen Rechtsträger eine Firmenbuchnummer zu
führen. Diese ist seit 01. Jänner 1993 auf allen Geschäftsbriefen anzuführen.

Zur Einsicht in das Hauptbuch und in die für die Urkundensammlung eingereichten
Schriftstücke ist jedermann befugt. Aus beiden können Ausdrucke gefordert werden.

Die Einsicht in das Firmenbuch ist auch bei Notaren und Rechtsanwälten möglich.

Einzutragende Daten sind u.a.:

1. die Firmenbuchnummer,
2. die Firma
3. die Rechtsform
4. der Sitz und die für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift,
5. eine kurze Bezeichnung des Geschäftszweiges nach eigener Angabe
6. Zweigniederlassungen mit ihrem Ort, der für Zustellungen maßgeblichen
Geschäftsanschrift und ihrer Firma, wenn sie von der Firma der Hauptniederlassung
abweicht,
7. Der Tag der Feststellung der Satzung bzw. des Abschlusses des Gesellschaftsvertrages,
8. Name und Geburtsdatum des Einzelunternehmers, bei anderen Rechtsträgern ihrer
vertretungsbefugten Personen sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis,
9. Bei Prokuristen deren Name und Geburtsdatum sowie der Beginn und die Art ihrer
Vertretungsbefugnis.
3 PERSONENGESELLSCHAFTEN
3.1. Offene Gesellschaft (OG)

a) Die OG ist eine Gesellschaft, die

- unter eigener Firma geführt wird,
- bei der die Gesellschafter gesamthandlich verbunden sind und
- bei der sämtliche Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haften.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 44 Februar 2012



Persönliche Haftung
Mit gesamtem Vermögen





Mitarbeit im Unternehmen
Gesellschafter Und (oder) Kapitaleinsatz
der OG

Nach der alten Rechtslage unterschied man zwischen Offener Handelsgesellschaft (OHG)
und Offener Erwerbsgesellschaft (OEG). Erstere stand nur zum Betrieb eines
vollkaufmännischen Unternehmens zur Verfügung; letztere nur zum Betrieb eines nicht- oder
minderkaufmännischen Unternehmens. Rechtsanwälte konnten sich bspw nur zu einer OEG
zusammenschließen, weil sie als Nichtkaufleute galten. Da die OEG im
Gesellschaftsverhältnis (Geschäftsführung, Vertretung, Gewinnverteilung) denselben Regeln
unterlag wie die OHG, wurde die Zweiteilung mit der Handelsrechtsreform abgeschafft.
Bestehende OEG’s gelten ab 1.1.2007 jedenfalls als OG’s. Vor dem 1.1.2007 eingetragene
OEG’s haben ab 1.1.2010 den Rechtsformzusatz „OG“ zu führen; eine OHG, die am
1.1.2007 den Rechtsformzusatz „OHG“ in ihrer Firma führt, kann diesen beibehalten.

b) Gründung/Entstehung

Die Gründung erfolgt durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrages, der grundsätzlich
formfrei ist (Praxis: grundsätzlich schriftlich).

Die OG entsteht jedoch erst mit ihrer Eintragung in das Firmenbuch.

c) Haftung

Für die Gesellschaftsschulden haftet die OG mit dem Gesellschaftsvermögen und
außerdem jeder Gesellschafter mit seinem gesamten Privatvermögen.

Im einzelnen haften die Gesellschafter:
- unbeschränkt (bar): d.h. die Haftung ist nicht auf einen bestimmten Betrag
begrenzt, jeder Gesellschafter haftet mit seinem gesamten
Privatvermögen
- solidarisch: d.h. jeder Gesellschafter haftet für die ganze Schuld
- primär: d.h. der Gläubiger muss nicht zuerst die OG in Anspruch
nehmen, er kann sofort auf die Gesellschafter greifen

In der Praxis werden die OG und ihre Gesellschafter von einem Gesellschaftsgläubiger stets
gemeinsam geklagt.

OG



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 45 Februar 2012
Ausschluss oder Beschränkung der Haftung sind Dritten gegenüber unwirksam.

Der ausgeschiedene Gesellschafter haftet für die vor seinem Ausscheiden entstandenen
Geschäftsverbindlichkeiten, wenn diese vor Ablauf von fünf Jahren nach seinem
Ausscheiden fällig werden; die Frist beginnt mit dem Ende des Tages, an dem das
Ausscheiden des Gesellschafters in das Firmenbuch eingetragen wird. Derartige Ansprüche
verjähren spätestens in drei Jahren nach Fälligkeit.

d) Vertretung

Unter Vertretung versteht man das rechtsgeschäftliche Handeln nach außen, im Namen
und mit Wirkung für und gegen die OG.

- Nach dem Gesetz ist jeder Gesellschafter allein vertretungsberechtigt
(Einzelvertretung).

- Der Gesellschaftsvertrag kann jedoch andere Vertretungsregelungen, die in das
Firmenbuch einzutragen sind, vorsehen:
* einzelne Gesellschafter werden von der Vertretung ausgeschlossen.
* es kann bestimmt werden, dass alle oder mehrere Gesellschafter gemeinsam
vertreten (Gesamtvertretung).
* Vertretung durch einen oder mehrere Gesellschafter in Gemeinschaft mit einem oder
mehreren Prokuristen (gemischte Gesamtvertretung).

Die Vertretungsverhältnisse sind immer dem Firmenbuch zu entnehmen.

Sehr häufig wird die Vertretung durch je zwei Vertretungsbefugte kollektiv angeordnet.

d) Zeichnung

Firmenwortlaut der OG
Unterschrift des/der Gesellschafter oder Prokuristen.

3.2. Kommanditgesellschaft (KG)

a) Die Kommanditgesellschaft ist eine Gesellschaft, die
- unter eigener Firma geführt wird und
- bei der
- ein oder mehrere Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt
(Komplementäre) und
- ein oder mehrere Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern nur mit einem
bestimmten Betrag, der Haftsumme, haften (Kommanditisten).

Nach alter Rechtslage unterschied man auch hier zwischen Kommanditgesellschaften (KG)
und Kommandit-Erwerbsgesellschaften (KEG). Erstere konnten nur zum Betrieb eines
vollkaufmännischen, letztere nur zum Betrieb eines minder- oder nichtkaufmännischen
Unternehmens gegründet werden. Bestehende KEG’s gelten jedenfalls ab 1.1.2007 als
KG’s. Vor dem 1.1.2007 eingetragene KEG’s haben ab dem 1.1.2010 den Rechtsformzusatz
„KG“ zu führen.
b) Gründung/Entstehung

Die Gründung erfolgt durch Abschluss eines formfreien Gesellschaftsvertrages.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 46 Februar 2012

Gesellschafter können natürliche und juristische Personen sowie
Personengesellschaften sein.

Die KG ist zum Firmenbuch anzumelden. Die KG entsteht wie die OG erst mit der
Eintragung in das Firmenbuch.

c) Haftung

Der Komplementär haftet wie der Gesellschafter einer OG, somit unbeschränkt,
solidarisch und primär.

Die Haftung des Kommanditisten den Gesellschaftsgläubigern gegenüber ist mit der im
Firmenbuch eingetragenen Haftsumme beschränkt.

d) Vertretung

Die Vertretung obliegt grundsätzlich den Komplementären und kann wie bei der OG in Form
der einzel-, gesamt- und gemischten Vertretung erfolgen.

Die konkrete Vertretungsregelung ist dem Firmenbuch zu entnehmen.

e) Zeichnung der KG

Firmenwortlaut der KG
Unterschrift des/der Komplementär(e) und/oder Prokurist(en)

3.3 GesmbH & Co KG

a) Die GesmbH & Co KG ist eine Typenvermischung zwischen einer Personen- und
einer Kapitalgesellschaft; eine KG, an der eine GmbH als Komplementär beteiligt ist. Sie
entsteht durch Eintragung in Firmenbuch.

b) Vertretung

Die GesmbH ist Komplementär der KG und hat als solche die Geschäftsführung und
Vertretung der KG inne. Da die GesmbH als juristische Person nicht selbst handeln kann,
wird die Geschäftsführung der KG vom Geschäftsführer der GmbH wahrgenommen.

c) Haftung

Die GmbH haftet als Komplementär mit ihrem gesamten Vermögen für die Schulden der KG,
nicht jedoch die Gesellschafter der GmbH.

d) Zeichnung für die KG

Firmenwortlaut GmbH & Co KG
Firmenwortlaut GmbH
Unterschrift der Geschäftsführer der GmbH

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 47 Februar 2012
3.4. Gesellschaft nach bürgerlichem Recht

Die Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesbR) ist eine Vereinigung zweier oder
mehrerer Personen auf Grund eines Vertrages, nach welchem diese ihre Mühe allein, oder
auch ihre Sachen zum gemeinschaftlichen Nutzen vereinigen.

Die GesbR hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie kann daher nicht als Eigentümer
auftreten und kann nicht geklagt werden.

Der GesbR kommt im Wirtschaftsleben große Bedeutung zu, so z.B. als
Arbeitsgemeinschaften (Errichtung eines Großbaues), Kreditkonsortien, Emissionskonsortien
etc.

a) Gründung/Entstehung

Für die Entstehung der GesbR bestehen keine Formvorschriften.
Die GesbR wird nicht in das Firmenbuch eingetragen.

b) Vertretung

Da die GesbR keine Rechtsfähigkeit besitzt und somit auch keine vertretungsbefugten
Organe hat, steht die Vertretung, wenn der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt,
allen Gesellschaftern gemeinsam zu.

Eine Sondervorschrift enthält nunmehr § 178 UGB: Handeln Gesellschafter einer
unternehmerisch tätigen GesbR, die im Geschäftsverkehr unter eigenem Namen auftritt,
oder zur Vertretung der Gesellschaft bestellte Personen in deren Namen, so werden alle
Gesellschafter daraus berechtigt und verpflichtet. Dies gilt dann nicht, wenn der handelnde
Gesellschafter nicht vertretungsbefugt war und dem Dritten (Geschäftspartner) der Mangel
der Vertretungsbefugnis bekannt war oder er ihn zumindest kennen musste.


4 KAPITALGESELLSCHAFTEN

- Aktiengesellschaft
- GesmbH

4.1. Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft
* mit eigener Rechtspersönlichkeit,
* deren Gesellschafter mit Einlagen auf das in Aktien zerlegte Grundkapital beteiligt
sind,
* ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.

Merkmale der AG sind:
+ eigene Rechtspersönlichkeit
+ Grundkapital zerlegt in Aktien

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 48 Februar 2012
+ keine Haftung der Aktionäre über ihre Einlage hinaus

a) Gründung/Entstehung

Mit Eintragung der neugegründeten AG im Firmenbuch entsteht die AG als juristische
Person.

b) Haftung

Das Grundkapital einer AG muss mindestens EUR 70.000,- betragen und wird in Aktien
zerlegt. Es dient den Gläubigern als Haftungsgrundlage.

Es gibt verschiedene Aktientypen:
Inhaber-, Namens-, Stamm- und Vorzugsaktien,
die im Rahmen des Wertpapiergeschäftes näher behandelt werden.
Die Aktien bedeutender Gesellschaften werden an der Börse gehandelt.

Für die Verbindlichkeiten der AG haftet nur das Gesellschaftsvermögen; das bedeutet, dass
die Aktionäre nicht mit ihrem Privatvermögen haften, sondern höchstens Gefahr laufen, das
zum Erwerb der Aktien aufgewendete Kapital zu verlieren.

c) Organe einer AG

- Hauptversammlung
- Aufsichtsrat
- Vorstand

- Hauptversammlung

Sie setzt sich zusammen aus den Aktionären der AG und ist das oberste willensbildende
Organ der AG.

Sie muss mindestens einmal jährlich stattfinden.

Aufgaben der Hauptversammlung sind u.a.:
* Wahl und Abberufung der Aufsichtsratsmitglieder
* Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates
* Gewinnverteilung
* Wahl der Abschlussprüfer

- Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung auf die Dauer von höchstens vier Jahren
gewählt, und hat mindestens dreimal im Geschäftsjahr zusammenzutreten.

Aufgaben des Aufsichtsrates sind u.a.:
- Überwachung des Vorstandes
- Bestellung und Abberufung des Vorstandes
- Prüfung des Jahresabschlusses und Bericht darüber in der Hauptversammlung


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 49 Februar 2012
- Vorstand

Der Vorstand der AG wird vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt.
Wiederbestellung ist möglich.

Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung und Vertretung der AG.

d) Vertretung

Die AG wird gerichtlich und außergerichtlich in allen Angelegenheiten durch den
Vorstand vertreten. Wenn der Vorstand aus mehreren Personen besteht, gilt im Zweifel
Kollektivvertretung aller Vorstandsmitglieder gemeinsam.
Die Satzung kann aber etwas anderes bestimmen (Einzelvertretung, Vertretung durch
mehrere Vorstandsmitglieder oder gemischte Vertretung d.h. Vorstand gemeinsam mit
Prokurist).
Dritten gegenüber ist die Vertretungsmacht des Vorstandes unbeschränkt und
unbeschränkbar.

Die jeweilige Vertretungsbefugnis der Vorstandsmitglieder (und der Prokuristen) ist dem
Firmenbuch zu entnehmen.

e) Zeichnung

Firmenwortlaut der AG
Unterschrift eines Vorstandsmitgliedes bzw. Prokuristen oder Handlungsbevollmächtigten.



4.2 Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft

- mit eigener Rechtspersönlichkeit,

- deren Gesellschafter mit Einlagen auf das in Stammeinlagen zerlegte Stammkapital
beteiligt sind,

- ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.

Es gilt das Gesetz über die GesmbH.

Merkmale der GesmbH:
- Eigene Rechtspersönlichkeit
- Stammkapital zerlegt in Stammeinlagen
- keine persönliche Haftung der Gesellschafter

a) Gründung/Entstehung

Die GesmbH wird durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrags, an dem die
Gründungsgesellschafter beteiligt sind, errichtet. Möglich ist aber auch eine Ein-Mann-
Gründung; bei dieser spricht man nicht von Gesellschaftsvertrag, sondern von „Erklärung

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 50 Februar 2012
über die Errichtung der Gesellschaft“. Sowohl Gesellschaftsvertrag als auch Erklärung über
die Errichtung der Gesellschaft können nur in der Form eines Notariatsaktes abgeschlossen
werden.

Durch die Eintragung in das Firmenbuch ist die GesmbH als juristische Person entstanden.
Davor besteht eine sog „Vorgesellschaft“, die bereits rechtsfähig ist, auf die jedoch noch
nicht alle Vorschriften über die GmbH anwendbar sind. Die Verbindlichkeiten der
Vorgesellschaft gehen mit Eintragung der GmbH auf diese über.

Die Geschäftsführer müssen eine Bankbestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass die
Bareinlage geleistet wurde und dieser Betrag zur freien Verfügung der Geschäftsführer steht
(§ 10 Abs 3 GmbHG).

b) Haftung

Das Stammkapital wird im Gesellschaftsvertrag festgelegt und muss mindestens € 35.000,--
betragen. Mindestens die Hälfte der Stammeinlagen muss aus Bareinlagen bestehen, der
Rest kann durch Sacheinlagen aufgebracht werden. Die Mindesteinlage beträgt € 70,--.

Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Stammeinlage. Wurde das Stammkapital bei der
Gründung jedoch nur teilweise aufgebracht, kann es – vor allem im Konkursfall – zu einer
Nachforderung der noch ausstehenden Stammeinlagen kommen.

c) Organe

Die zwingenden Organe einer GesmbH sind
+ Generalversammlung
+ unter Umständen Aufsichtsrat
+ Geschäftsführer

- Geschäftsführer

Die GesmbH muss einen oder mehrere Geschäftsführer haben, die die Gesellschaft
- leiten und
- gerichtlich und außergerichtlich vertreten.

Die Bestellung erfolgt durch Beschluss der Generalversammlung.

- Generalversammlung

Die Generalversammlung der Gesellschafter ist das oberste willensbildende Organ der
GesmbH.

Die Aufgaben sind u.a.:
- Bestellung, Abberufung und Entlastung der Geschäftsführung und des allfällig
vorhandenen Aufsichtsrates.
- Prüfung und Genehmigung des Rechnungsabschlusses.

- Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist bei nachstehenden Voraussetzungen zwingend, sonst freiwillig zu bilden:
- Stammkapital beträgt mehr als € 70.000,-- und Anzahl der Gesellschafter übersteigt 50
- Mehr als 300 Arbeitnehmer

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 51 Februar 2012

d) Vertretung

Die Vertretung der GesmbH obliegt dem Geschäftsführer.

Sofern im Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorgesehen ist, gilt Kollektivvertretung aller
Geschäftsführer.

In der Praxis wird die GesmbH durch zwei vertretungsbefugte Personen vertreten.

Die genaue Vertretungsregelung ist dem Firmenbuch zu entnehmen.

e) Zeichnung

Firmenwortlaut der GesmbH.
Unterschrift des oder der Geschäftsführer oder Prokuristen


5 PROKURA UND HANDLUNGSVOLLMACHT

Prokura und Handlungsvollmacht sind durch das Unternehmensgesetzbuch definierte
Vollmachten.

5.1. Prokura

Die Prokura ermächtigt zu allen Arten von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften
und Rechtshandlungen, die der Betrieb IRGENDEINES UNTERNEHMENS mit sich bringt.

Ob diese Geschäfte gewöhnlicher oder außergewöhnlicher Art sind, ob sie regelmäßig oder
nur ausnahmsweise getätigt werden, ist unerheblich.

Die Prokura kann nur von in das Firmenbuch eingetragenen Unternehmern ausdrücklich,
mündlich oder schriftlich erteilt werden.

Die Prokura ist mit Musterzeichnung in das Firmenbuch einzutragen.

Die Prokura entsteht mit Erteilung und nicht erst mit der Eintragung.

Zu manchen Handlungen ist jedoch der Prokurist gesetzlich nicht ermächtigt:

* Einstellung und Veräußerung des Unternehmens
* Änderung der Firma
* Aufnahme von Teilhabern
* Belastung und Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden, welche zum Unter-
nehmen gehören
* Erteilung der Prokura an dritte Personen und die Übertragung der Prokura an andere
Personen. Hingegen ist er berechtigt, Handlungsbevollmächtigte zu bestellen.
* Unterzeichnung des Jahresabschlusses. Im Falle einer gemischten Gesamtvertretung ist
die Unterfertigung durch einen Geschäftsführer und den Prokuristen ausreichend.
* Zeichnung von Anmeldungen zum Firmenbuch


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 52 Februar 2012
Beschränkungen des Umfanges der Prokura, mit Ausnahme der im Handelsgesetzbuch
genannten, können nicht rechtswirksam vereinbart werden.

Arten der Prokura


Einzelprokura Gesamtprokura

Prokurist ist allein Zusammenwirken von zwei
vertretungsbefugt oder mehreren Prokuristen
oder anderen Vertretungsbefugten

Die Art der Prokura ist dem Firmenbuch zu entnehmen.
Der Prokurist hat die Firma mit seinem Namen und einem die Prokura andeutenden Zusatz
zu zeichnen.
Gebräuchlich: "ppa"!!!

Die Prokura ERLISCHT durch:
- Widerruf
- Konkurs des Geschäftsherrn
- Tod des Prokuristen, nicht aber Tod des Geschäftsherrn

5.2. Handlungsvollmacht (HV)

Handlungsvollmacht ist jede im Rahmen eines Unternehmens erteilte Vollmacht, die nicht
Prokura ist.

Der Umfang der Handlungsvollmacht erstreckt sich auf Geschäfte und Rechtshandlungen,
die der Betrieb eines DERARTIGEN Unternehmens gewöhnlich mit sich bringt.

Die HV kann von jedem Unternehmer erteilt werden.

Die HV kann nicht nur ausdrücklich, sondern auch konkludent (schlüssig) erfolgen,
insbesondere dadurch, dass der Geschäftsherr duldet, dass jemand als sein Vertreter
auftritt.

Eine Eintragung der Handlungsvollmacht in das Firmenbuch ist nicht möglich.

Zu manchen Handlungen ist jedoch der Handlungsbevollmächtigte nicht berechtigt.

Die Handlungsvollmacht umfasst nicht:

+ Eingehen von Wechselverbindlichkeiten
+ Darlehensaufnahme
+ Gerichtliche Vertretung
+ Handlungen, die auch ein Prokurist nicht vornehmen kann

Die Beschränkung der Handlungsvollmacht ist im Gegensatz zur Prokura möglich.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 53 Februar 2012
Der Umfang der Handlungsvollmacht wird durch den Vollmachtgeber bestimmt:



General- Art- Spezial-
VOLLMACHT

Berechtigt zur Vornahme
aller Geschäfte im Rahmen
eines derartigen
Handelsgewerbes
Berechtigt zur Vornahme
einer bestimmten Art von
Geschäften
Berechtigt zur Vornahme
eines bestimmten
Geschäfts


Der Handlungsbevollmächtigte hat die Firma mit einem das Vollmachtsverhältnis
ausdrückenden ZUSATZ zu zeichnen, gebräuchlich ist „iV“.

Handlungsvollmacht erlischt wie die Prokura.
5.3 Gegenüberstellung Prokura- Handlungsvollmacht

Prokura Handlungsvollmacht

- kann nur ein im Firmenbuch einge-
tragener Unternehmer erteilen
- kann jeder Unternehmer erteilen

÷ Firmenbuch
÷ nur ausdrückliche Bestellung möglich
÷ Dritten gegenüber unbeschränkbar
÷ nicht eingetragen
÷ auch stillschweigende Erteilung
÷ Dritten gegenüber beschränkbar

Einzelprokura:
der Prokurist handelt allein
Generalhandlungsvollmacht:
alle Geschäfte und Rechtshandlungen, die
der Betrieb eines derartigen Handels-
gewerbes mit sich bringt.

Gesamtprokura:
der Prokurist kann nur mit einem anderen
Prokuristen (oder mehreren) gemeinsam
handeln
Arthandlungsvollmacht:
Einschränkung auf alle gewöhnlichen
Geschäfte einer bestimmten Art

Filialprokura:
Einschränkung auf eine (oder mehrere)
Niederlassung(en)
Einzelhandlungsvollmacht:
nur für ein einzelnes, ganz bestimmtes
Geschäft
Gesetzliche Beschränkungen
der Prokurist kann nicht: der Handlungsbevollmächtigte kann nicht:

÷ das Unternehmen einstellen oder
verkaufen
÷ die Firma ändern
÷ neue Teilhaber aufnehmen
÷ Grundstücke belasten oder veräußern
÷ Wechselverbindlichkeiten eingehen

÷ Darlehen aufnehmen
÷ das Unternehmen bei Gericht vertreten
÷ solche Geschäfte und Rechtshandlungen

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 54 Februar 2012
÷ einen Prokuristen bestellen oder die
Prokura übertragen
÷ (alleine ohne Geschäftsführer) den
Jahresabschluss unterschreiben
vornehmen, die auch dem Prokuristen
versagt sind



Übersicht über Vertretungsbefugte

Kontoinhaber vertretungsbefugte Organe Nachweis
eingetragener Unternehmer Geschäftsinhaber
Prokurist
HV
Firmenbuch
Offene Gesellschaft Gesellschafter
Prokurist
HV
Firmenbuch
Kommanditgesellschaft Komplementär
Prokurist
HV
Firmenbuch
Aktiengesellschaft Vorstandsmitglied(er)
Prokurist
HV
Firmenbuch
Gesellschaft mit beschränkter
Haftung
Geschäftsführer
Prokurist
HV
Firmenbuch
Ges.m.b.H. & Co. KG Geschäftsführer, Prokurist,
HV der Ges.m.b.H.; Prokurist
und HV der KG
Firmenbuch
Genossenschaft Vorstandsmitglied(er) – bei
Kreditgenossenschaften im
Bankbereich die
Geschäftsleiter
Firmenbuch
Verein Vorstandsmitglied(er) Vereinsregisterauszug
Öffentlich-rechtliche
juristische Personen
je nach Art der juristischen
Personen
Bestätigung der
nächsthöheren bzw. sachlich
zuständigen
Verwaltungsbehörde (z.B.
Bezirkshauptmannschaft,
Landesregierung, Bundes-
ministerium)
Anerkannte
Religionsgemeinschaften
nicht einheitlich Bestätigung der überge-
ordneten Kirchenbehörde,
z.B. des zuständigen
bischöflichen Ordinariates

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 55 Februar 2012
Politische Parteien nicht einheitlich Bestätigung einer
Parteileitungsstelle, z.B.
Landesparteileitung
Gesellschaft nach bürger-
lichem Recht (z.B. Arbeits-
gemeinschaft)
alle Gesellschafter
gemeinsam
Legitimierung der
Gesellschafter


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 56 Februar 2012
A AU US SL LE EI I H HU UN NG GS SG GE ES SC CH HÄ ÄF FT T
INHALTSVERZEICHNIS
1. ALLGEMEINES 57
1.1 Kapitalsammelfunktion 57
1.2 Transformationsfunktion 58
1.3 Geldschöpfungsfunktion 58
2. FORMEN DER AUSLEIHUNG 59
2.1 Darlehen 59
2.2 Kredit 59
2.3 Aval /Bankgarantie 59
3. KONDITIONEN 60
3.1 Zinsen 60
3.2 Provisionen 60
3.3 Gebühren 60
3.4 Spesen 60
4. BONITÄT 60
4.1 Kreditwürdigkeit 60
4.2 Kreditfähigkeit 61
5. SICHERHEITEN 61
5.1 Personalsicherheiten 61
5.2 Sachsicherheiten 63


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 57 Februar 2012
1. ALLGEMEINES

Unter "Leihgeschäft" versteht man die Ausleihung von Gegenständen oder Geldbeträgen an
natürliche oder juristische Personen.

Im Ausleihungsgeschäft der Kreditinstitute werden

dem Kunden (= Kreditnehmer / Schuldner)
für einen bestimmten Zeitraum
Geldbeträge gegen
Bezahlung von Zinsen
durch die Bank (Gläubiger) zur Verfügung gestellt.


Bedeutung der Ausleihungen für die Wirtschaft:

Für die Wirtschaft bedeutet die Ausleihung ein Instrument zum Ausgleich unterschiedlichen
Finanzierungsbedarfes.
Um diese Funktion ausüben zu können, müssen die Kreditinstitute das verfügbare Kapital
(bestehend aus Spar- und Giroeinlagen, Termineinlagen etc.) "transformieren", um die
Grundsätze der Liquidität (jederzeitige Zahlungsbereitschaft der Kreditinstitute),
Rentabilität (Erwirtschaften eines Gewinns) und Sicherheit (Einschränken der
Verlustgefahr durch Hereinnehmen von Sicherheiten) aufrechterhalten zu können.

Daraus lassen sich drei Hauptaufgaben der Kreditinstitute und Banken ableiten:

1. Kapitalsammelfunktion

2. Transformationsfunktion

a) Größentransformation
b) Fristentransformation
c) Riskentransformation

3. Geldschöpfungsfunktion

1.1 Kapitalsammelfunktion

Aufgabe von Kreditinstituten ist es u.a., Einlagen (Spar- und Giroeinlagen), in jeder Höhe
und für jede Frist hereinzunehmen.
Geldinstitute veranlagen täglich fällige bzw. für einen bestimmten Zeitraum gebundene
Gelder und bezahlen dafür Zinsen.
Da es sich bei der Hereinnahme von Einlagen um Verbindlichkeiten gegenüber den Sparern
handelt, spricht man hier vom PASSIVGESCHÄFT (steht auf der Passivseite der Bilanz).

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 58 Februar 2012

1.2 Transformationsfunktion

Da die bloße Hereinnahme von Einlagen den Kreditinstituten nur Aufwendungen (Zinsen)
verursachen würde, wird dieses Kapital in Form von Ausleihungen der Wirtschaft bzw. den
privaten Haushalten zur Verfügung gestellt.

Um Ungleichheiten zwischen dem Einlagenstand und Ausleihungswünschen zu
koordinieren, muss die Bank das Kapital "transformieren":

1.2.1 Größentransformation

Das Kreditinstitut hat hier die Aufgabe, die Einlagen verschiedenster Größe auf jene Größen
abzustimmen, die von den Kreditnehmern gewünscht werden. Wichtig ist aber, dass hierbei
u.a. die Einzelkreditgrenzen (Höchstgrenze für einen Kredit an einen einzelnen
Kreditnehmer) beachtet werden.

1.2.2 Fristentransformation

Die Einlagen, die dem Kreditinstitut nicht nur wie oben erwähnt in unterschiedlichen Größen,
sondern auch für verschiedene Fristen zur Verfügung stehen, müssen auf jene Fristen
abgestimmt werden, welche die Kreditnehmer wünschen.

Hier muss auf die Aufrechterhaltung der Liquidität der Bank geachtet werden.

1.2.3 Riskentransformation

Das Risiko der Weiterverleihung von Einlagen hat allein das Kreditinstitut zu tragen (nicht der
Einleger!). Das Kreditinstitut muss also im eigenen Interesse das Risiko im
Ausleihungsgeschäft so gering wie möglich halten (insbes. Streuung der Risken,
Hereinnahme von Sicherheiten).
1.3 Geldschöpfungsfunktion

Unter Geldschöpfung versteht man die Erhöhung der Geldmenge, ohne dass dieser
erhöhten Geldmenge eine Erhöhung der Produktions- und Leistungsmenge gegenübersteht.

Beispiel:
Kunde A zahlt auf sein Sparbuch EUR 20.000,-- ein.
Das Kreditinstitut gibt diese Einlagen in Form von Ausleihungen weiter:
Kunde B bekommt vom Kreditinstitut einen Kredit in Höhe von EUR 10.000,-- auf seinem
Konto gutgeschrieben (nicht bar ausbezahlt!).
Aus den ursprünglichen EUR 20.000,-- sind plötzlich EUR 30.000,-- auf zwei verschiedenen
Konten geworden: Kunde A hat ein Sparbuch mit einer Einlage von EUR 20.000,-- zur
Verfügung, Kunde B hat auf seinem Konto EUR 10.000,-- gutgeschrieben.

Dies funktioniert aber nur dann, wenn der Kredit "unbar" gegeben wird, d.h., durch Buchung
auf ein Kreditkonto, von dem dann die Zahlungen unbar geleistet werden.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 59 Februar 2012
2. FORMEN DER AUSLEIHUNG
Für das Kreditinstitut sind Ausleihungen ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftes. Man
nennt das Ausleihungsgeschäft auch "Aktivgeschäft", da es auf der Aktivseite der Bankbilanz
steht.

Sie wissen, dass das Kreditinstitut dem Kunden Geld für einen bestimmten Zeitraum
überlässt. Dies kann in verschiedenen Formen geschehen, die wir Ihnen im folgenden
Kapitel erklären wollen:

2.1 Darlehen

Das Darlehen ist ein Realkontrakt. Das heißt, es kommt nur durch tatsächliche Übergabe
des Geldes an den Darlehensnehmer zustande. Über den Darlehensvertrag wird ein
Schuldschein errichtet.

Der Darlehensnehmer ist jetzt Eigentümer der Darlehensvaluta. Er kann nun - je nach
Vertragsinhalt - das Darlehen auf einmal oder in Teilbeträgen zurückzahlen. Über bereits
zurückgezahlte Beträge darf der Schuldner aber nicht mehr verfügen! Eine
Wiederausnützung des Darlehens ist also unmöglich.

2.2 Kredit

Der Kredit ist ein Konsensualvertrag. Das heißt, er kommt durch bloße Willensüberein-
stimmung zustande. Auch hier wird ein Vertrag (Kreditvertrag) abgeschlossen.

Da der Kredit ein Konsensualvertrag ist, kann hier ein Vertragsverhältnis bestehen, ohne
dass der Kreditnehmer schon Geld erhalten hat. Es besteht also nur die Vereinbarung, dass
das Kreditinstitut dem Kunden eine bestimmte Summe leihen wird.

Der Kredit kann als Einmalkredit (für Investitionen) mit festzulegender Tilgungsmodalität
(z.B. monatliche Ratenzahlung) oder als Rahmenkredit (für Betriebsmittel =laufende
Kosten) vereinbart werden. Innerhalb des Rahmens ("Höchstgrenze") und innerhalb der
Laufzeit kann der Rahmenkredit immer wieder ausgenützt werden.
2.3 Aval /Bankgarantie

Der Kunde "kauft" in diesem Fall nicht Geld von dem Kreditinstitut, sondern „leiht sich deren
guten Namen“. Die Sparkasse/Bank garantiert gegenüber Dritten, für den Fall, dass ihr
Kunde eine bestimmte Leistung nicht vereinbarungsgemäß erbringt, ohne Prüfung des
Grundgeschäftes einen vereinbarten Haftungsbetrag zu zahlen.

Die Sparkasse/Bank verkauft hier dem Kunden ihren Namen, ihren guten Ruf und ihre
Liquidität, damit sich dieser bei Dritten z.B. Geld beschaffen kann.

Ein Beispiel dafür ist der Haftrücklaß, der bei Bauunternehmungen vorkommt: der Bauherr
zahlt dem Unternehmer (= Kunde des Kreditinstitutes) nicht die volle Bausumme aus, damit
Garantieleistungen auch nach längerer Zeit gedeckt sind.

Um nun einerseits die volle Bausumme ausbezahlt zu bekommen, andererseits aber dem
Bauherrn nicht die Sicherheit zu nehmen, übernimmt das Kreditinstitut die Haftung für die
Restsumme gegenüber dem Bauherrn.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 60 Februar 2012
3. KONDITIONEN

Das Kreditinstitut sammelt also Einlagen von Personen, die derzeit keinen
Finanzierungsbedarf haben, verleiht dieses Kapital an Dritte und verrechnet dafür (außer der
Kapitalrückzahlung) noch einen Preis in Form von Zinsen, Provisionen, Gebühren und
Spesen
3.1 Zinsen
Zinsen sind der Preis für das effektiv in Anspruch genommene Kapital.
Die Höhe Zinssatzes ergibt sich aus
- den Refinanzierungskosten der Bank (z.T. abhängig vom Rating der Bank)
- den Prozesskosten der Bank
- den Eigenkapitalkosten der Bank
- den Risikokosten (Abhängig von der Bonität des Kunden und den Kreditsicherheiten)
- der Kreditlaufzeit und den Rückführungsmodalitäten (Liquiditätsmarge)

Ziel ist ein risikoadäquater und zugleich marktkonformer Zinssatz.

3.2 Provisionen
Provisionen sind Entgelte für bestimmte Leistungen (Bereitstellung von Geld) des
Kreditinstitutes (z.B. Bereitstellungsprovision bei Rahmenkrediten).
3.3 Gebühren
Gebühren sind jene Kreditkosten, die an die öffentliche Hand abzuführen sind
(z.B. gesetzliche Kreditgebühr i.H.v. 0,8% der Kreditsumme). Diese Kreditgebühr entfällt seit
1.1. 2011.
3.4 Spesen
Spesen sind der Ersatz von Kosten und Barauslagen die an Dritte bezahlt wurden
(z.B. Portospesen, Kosten für Gutachten).

Durch die Erträge aus Zinsen und Provisionen muss das Kreditinstitut seine eigenen
Aufwendungen (z.B. Personalkosten, Miete, Zinsen für Einlagen) abdecken und darüber
hinaus Gewinne erzielen.

4. BONITÄT

Der Kreditnehmer genießt das Vertrauen des Gläubigers, daß er die vereinbarte
Gegenleistung (Kapitalrückzahlung + Zinsen + Gebühren und Spesen) auch tatsächlich
erbringen wird. Daher ist das Kreditrisiko genau abzuwägen und zu beurteilen. Geprüft
werden vor der Kreditvergabe

4.1 Kreditwürdigkeit
persönliche materielle
Beurteilung von Charaktereigenschaften,
Geschäftsmoral, Fleiß und Tüchtigkeit, Ruf
des Kreditnehmers
Überprüfung und Beurteilung der
Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers
(z.B. Werthaltigkeit von Sicherheiten)
= soft facts = hard facts

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 61 Februar 2012

4.2 Kreditfähigkeit
Fähigkeit des Kreditnehmers, seine Verbindlichkeiten zu bezahlen
Beurteilung aufgrund von Prüfung von Unterlagen
(z.B. Gehaltsbestätigung, Einkommensteuerbescheide, Bilanzen)
= hard facts

Weiters sind bei Kreditvergabe bestehende gesetzliche Vorschriften (z.B. Bankwesengesetz,
Lohnpfändungsgesetz, Konsumentenschutzgesetz etc.) zu berücksichtigen.


5. SICHERHEITEN

Entsprechend der Bonität des Kunden und der Laufzeit des Kredites wird das Kreditinstitut
entscheiden, ob es vom Kreditnehmer Sicherheiten verlangt oder den Kredit blanko gewährt.

Sicherheiten lassen sich in Personalsicherheiten und Real(Sach)sicherheiten gliedern.

5.1 Personalsicherheiten

Die Bürgschaft
Die Bürgschaft kommt durch einen Vertrag zwischen Gläubiger (Bank) und Bürgen zustande.
Gemäß § 1346 ABGB ist die Bürgschaftserklärung in schriftlicher Form abzugeben, der
zugrunde liegende Kreditvertrag ist dem Bürgen nachweislich zur Kenntnis zu bringen. Der
Bürge ist somit auch von Kreditvertragsänderungen (Sicherheiten, Laufzeit, Höhe) aber auch
von Zahlungsverzug in Kenntnis zu setzen.
Liegt der Bürgschaftserklärung kein Kreditvertrag zugrunde (z.B. bei einer formlosen
Überziehung), so ist sie mit 0,8 % (gesetzliche Kreditvertragsgebühr) zu vergebühren.

Die gemeine Bürgschaft (§ 1346 ABGB)
Liegt eine gemeine Bürgschaft vor, darf der Gläubiger den Bürgen erst nach erfolgloser
Mahnung des Schuldners zur Zahlung auffordern – im kommerziellen Kreditgeschäft der
Banken hat diese Form der Bürgschaft kaum Bedeutung.

Die Ausfallsbürgschaft (§ 1356 ABGB)
In diesem Fall verpflichtet sich der Bürge lediglich für den Fall, dass gegen den Schuldner
erfolglos Exekution geführt worden ist oder über das Vermögen des Schuldners ein
Insolvenzverfahren eröffnet wurde, dem Gläubiger den erlittenen Ausfall aus einem
Kreditgeschäft zu ersetzen.
Das bedeutet, dass erst nach Verwertung der entsprechenden Sicherheiten und erfolgloser
Exekution der Ausfallsbürge zur Zahlung aufgefordert werden kann.
Institutionen wie die AWS (früher BÜRGES), die FGG oder Garantiegesellschaften der
Länder können – um aussichtsreiche wirtschaftliche Vorhaben zu fördern – gegenüber den
finanzierenden Banken solche Ausfallsbürgschaften übernehmen.

Die Bürge- und Zahlerhaftung (§ 1357 ABGB)
Weil am leichtesten durchzusetzen, stellt die Bürge- und Zahlerhaftung die bei Banken
beliebteste Form der Bürgschaft dar.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 62 Februar 2012
Im ABGB ist geregelt, dass der Bürge und Zahler als Mitschuldner für die gesamte Schuld
haftet und es von der Willkür des Gläubigers abhängt, ob zuerst der Schuldner, der Bürge
oder beide gleichzeitig belangt werden.

Nach Bezahlung der Schuld hat der Bürge ein besonderes Regressrecht gegenüber dem
Hauptschuldner.
Die Bürgschaftsverpflichtung endet
- bei Tilgung der Hauptschuld
- bei Entlassung des Bürgen durch die Bank (diesem Antrag des Bürgen muss die
Bank jedoch nicht nachkommen!)
- 3 Jahre nach dem Tod des Bürgen, wenn der Gläubiger den Erben innerhalb dieser
Frist nicht verständigt
- durch Zeitablauf (bei zeitlich befristeten Bürgschaften)
- bei Kreditnehmerwechsel ohne Zustimmung des Bürgen



Garantie
Im Gegensatz zum Bürgschaftsvertrag stellt der Garantievertrag einen selbständigen
Schuldvertrag dar, d.h. er ist nicht von einem Grundgeschäft (z.B. Kreditvertrag) abhängig.
Der Garant verpflichtet sich zur Erbringung einer bestimmten Leistung
über erste Aufforderung des Begünstigten
ohne Prüfung des Grundgeschäftes
im Rahmen der im Garantievertrag festgelegten Bedingungen (Betrag, Laufzeit, Form der
Inanspruchnahme, sonstige Bedingungen).


Unterschiede
Bürgschaft Garantie
akzessorisch, d.h.
abhängig vom Bestehen einer Hauptschuld
fiduziarisch, d.h.
selbständiger Schuldvertrag
der Bürge erfüllt die Verpflichtung eines
Dritten
der Garant erfüllt seine eigene
Verpflichtung
strengere Form der Haftung

In der Praxis des kommerziellen Kreditgeschäftes wird die Garantieerklärung in erster Linie
zur Besicherung von nicht verbrieften, kurzfristigen Überziehungen herangezogen. Die
Garantieerklärung ist von einer gesetzlichen Gebühr befreit.

Patronatserklärung
Das Wesen der Patronatserklärung liegt darin, dass eine Muttergesellschaft dem Kreditgeber
ihres Tochterunternehmens Zusagen macht bzw. Verhaltensweisen in Aussicht stellt, die
eine Kreditvergabe rechtfertigen.
Obwohl die Ansprüche gegen den Patronatsgeber aus der gesetzlich nicht geregelten
Patronatserklärung im Schadensfall schwer durchsetzbar erscheinen, wird bei der
Kreditentscheidung wesentlich auf die Bonität des Mutterunternehmens abgestellt.
Je nach Formulierung und Sicherungsgehalt wird unterschieden zwischen einer strengen
(garantieähnlichen), einer mittleren und einer leichten (reine Good Will-Erklärung ohne
Verbindlichkeit) Form der Patronatserklärung.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 63 Februar 2012

5.2 Sachsicherheiten

Zur Besicherung eines Kredites werden dem Kreditgeber bestimmte Sachwerte oder Rechte
in unterschiedlicher Weise zur Verfügung gestellt:
Pfandrechte können an beweglichen oder unbeweglichen Sachen sowie an Rechten
begründet werden.
Weitere Möglichkeiten der Besicherung im kommerziellen Kreditgeschäft bestehen im
Eigentumsvorbehalt, der Sicherungsübereignung von Gütern, der Verpfändung von
Warenlagern und der Abtretung von Forderungen.

5.2.1 Das Pfandrecht

Voraussetzung für das Zustandekommen des Pfandrechts:

- Existenz einer gültigen Forderung
- Verpfänder muss Eigentümer der Pfandsache sein
- körperliche Übergabe der Pfandsache (Modus)
- Verpfändungserklärung (Titel)

Es gibt das Pfandrecht an:

unbeweglichen Sachen (z.B. an einer Liegenschaft – hypothekarische Besicherung)
beweglichen Sachen (z.B. Verpfändung Warenlager =Warenlombard)
Rechten (z.B. Lebensversicherung, Wertpapier, Sparbuch)

5.2.2 Die Hypothek

Zur Begründung einer Hypothek wird ein Pfandvertrag errichtet. Die Form des
Pfandvertrages hängt von der Rechtsnatur des Grundgeschäftes ab (ob das Grundgeschäft
ein Kredit oder ein Darlehen ist):

Grundgeschäft ist

a) ein Darlehen: der Schuldschein begründet die sogenannte Festbetrags- oder
Darlehenshypothek (Festbetrag deshalb, weil die Höhe der Schuld beim Darlehen
eindeutig ist, da es nicht wieder ausgenützt werden kann).

b) ein Kredit: die Pfandbestellungsurkunde begründet die Höchstbetrags- oder
Kredithypothek (Höchstbetrag deshalb, weil der Kredit immer wieder ausnützbar ist und
keine eindeutige Höhe, sondern nur ein Limit festgelegt werden kann).

Die Verpfändung wird in das öffentlich einsehbare Grundbuch eingetragen, um
Mehrfachverpfändungen zu vermeiden (Publizitätsprinzip)

Das Pfandrecht ist das dingliche (gegen jedermann wirksame) Recht des Gläubigers,
sich aus der verpfändeten Sache zu befriedigen, wenn der Schuldner die vereinbarte
Gegenleistung nicht erbringt.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 64 Februar 2012
5.2.3 Das Grundbuch

Damit Publizität und Einheitlichkeit gesichert sind, haben alle Grundbücher denselben
Aufbau. Jedes Grundbuch besteht aus:
- dem Hauptbuch
- der Urkundensammlung
- den Hilfseinrichtungen

Das Hauptbuch

besteht aus den in einer Katastralgemeinde (KG) zusammengefassten
Grundbuchseinlagen. Jeder Grundbuchsauszug gliedert sich in:

1. Das Gutsbestandsblatt (A-Blatt)
Das A-Blatt beinhaltet: alle Parzellen (mit ihren Katastralzahlen), aus denen sich
dieser Grundbuchskörper zusammensetzt sowie ihre Benützungsart (Wiese, Baufläche
...). Weiters enthält das A-Blatt die Änderungen hinsichtlich des Gutsbestandes und
der Benützungsart. Der dritte wesentliche Inhalt des Gutsbestandsblattes sind jene
Realrechte, die der Liegenschaft nützen (z.B. Wegerecht).

2. Das Eigentumsblatt (B-Blatt)
Es enthält den bzw. die Namen der Eigentümer sowie das Eigentumsverhältnis
(z.B. 2/3:1/3, 1/2:1/2 ...) und jene Beschränkungen, denen der Eigentümer
unterworfen ist (z.B. Minderjährigkeit, Entmündigung ...). Im B-Blatt wird auch die
Rangordnung für die beabsichtigte Veräußerung angemerkt.

3. Das Lastenblatt (C-Blatt)
Es enthält alle die Liegenschaft belastenden dinglichen Rechte (Hypothek,
Dienstbarkeiten, Reallasten ...) sowie deren Änderung und Aufhebung.

Die Urkundensammlung

Hier werden die Originale oder Abschriften aller Urkunden, die zu einer Eintragung ins
Grundbuch geführt haben, gesammelt (Grundlage jeder Eintragung muss eine Urkunde
sein).

Die Hilfseinrichtungen

1) Das Tagebuch
jedes einlangende Grundbuchsgesuch wird (nach der Reihenfolge des Einlangens) im
Tagebuch unter einer fortlaufenden Nummer erfasst (Tagebuchzahl), welche auch im
Hauptbuch bei der entsprechenden Eintragung vermerkt ist.

2) Das Eigentümerverzeichnis
enthält die Namen der Eigentümer aller Liegenschaften in alphabetischer Reihenfolge.

3) Das Grundstücksverzeichnis
enthält sämtliche Grundstücke, nach Parzellennummern geordnet.

Um den Wert einer Hypothek als Kreditsicherheit zu ermitteln, muss der Verkehrswert der
Pfandliegenschaft festgestellt werden (Schätzgutachten).
Dienstbarkeiten (z.B. Wegerecht) oder Reallasten vermindern den Verkehrswert einer
Liegenschaft.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 65 Februar 2012
5.2.4 Die Forderungs-/Fakturenzession

Hier besichert der Kreditnehmer seinen Kredit durch die Abtretung (Zession) von
Forderungen gegen Dritte an die Bank:
der Gläubiger (Kunde / Kreditnehmer =Zedent) überträgt seine Forderungen gegen den
Schuldner (=Zessus) in das Eigentum eines neuen Gläubigers (Kreditinstitut / Kreditgeber
=Zessionar).


Die Zession ist durch den Sicherungszweck eingeschränkt, das Kreditinstitut erwirbt nur
Treuhandeigentum. Erlischt der Sicherungszweck (ist der Kredit zurückgezahlt), fällt das
Eigentum an den ursprünglichen Gläubiger (Zedent) zurück.

Um das Ausleihungsrisiko so weit wie möglich zu verringern, werden Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen nur bis zu 50 %, Forderungen an die öffentliche Hand mit bis zu
80 % bevorschusst.

Es können aber nicht nur Forderungen, sondern auch Rechte vom Kreditnehmer an das
Kreditinstitut abgetreten werden (Rechte aus Versicherungsverträgen). Nicht abgetreten
werden kann die Forderung aus Arbeitsleistung (Gehaltszession), da dies vom
Konsumentenschutzgesetz verboten ist.


Die Zession kann erfolgen als

- Einzelzession (hier wird nur eine bestimmte Forderung abgetreten)
- Rahmenzession
(die derzeitigen und in Zukunft entstehenden Forderungen werden jeweils mit separaten
Anboten an den Zessionar (= Kreditinstitut) abgetreten)
- Generalzession
(alle derzeit bestehenden und in Zukunft entstehenden Forderungen werden in Einem
abgetreten)

Zessionen können in

- stiller, Drittschuldner (= Zessus) ist über die erfolgte Abtretung nicht informiert
- offener, der Zessus wird von der Forderungsabtretung verständigt und kann mit
schuldbefreiender Wirkung nur noch an den Zessionar (= Kreditinstitut) Zahlung leisten
und
- offener anerkannter (bestätigter) (der Zessus bestätigt, dass er die Zession der
Ursache und Höhe nach zur Kenntnis genommen hat)

Form erfolgen.





Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 66 Februar 2012
W WE ER RT TP PA AP PI I E ER R

INHALTSVERZEICHNIS

1 FORDERUNGSWERTPAPIERE 67
1.1 Festzinsanleihen/Produktbeschreibung 67
1.2 Variabel verzinste Anleihen 68
1.3 Pfand- und Kommunalbriefe 68
1.4 Die steuerbegünstigte Wohnbau-Wandelanleihe 69
1.5 Ertragsberechnungen 70
1.6 Die Kapitalertragsteuer bei Forderungswertpapieren 70
1.7 Allgemeine und spezielle Risiken bei Forderungswertpapieren 71
2 INLÄNDISCHE INVESTMENTZERTIFIKATE 71
2.1 Kapitalanlagegesellschaft / Fondsarten 71
2.2 Charakteristische Merkmale von Investmentfonds 72
2.3 Die Preise eines Investmentzertifikates/Ermittlung der Preise 73
2.4 Ertrag von Investmentzertifikaten 73
3 AKTIEN 74
3.1 Allgemeines 74
3.2 Die Dividende 75
3.3 Die KESt bei Dividendenpapieren - KESt I 75
4 DAS DEPOTGESCHÄFT 75
4.1 Arten der Verwahrung 75

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 67 Februar 2012

1. FORDERUNGSWERTPAPIERE

Österreichische Forderungswertpapiere guter Schuldner (z.B. Bund, Banken) zählen
zweifellos zu den beliebten und sicheren Wertpapier-Anlageformen.

1.1 Festzinsanleihen/Produktbeschreibung

Anleihebedingungen: Diese beinhalten alle Rechte und Pflichten sowohl für den
Emittenten als auch für den Kunden.

Laufzeit: Jede Anleihe hat eine fixe Laufzeit. Eine Veränderung der
Laufzeit darf nur dann erfolgen, wenn dies bereits in den
Anleihebedingungen vorgesehen ist (Verlängerung durch Emittent
oder Kündigung durch Emittent und/oder durch Anleihegläubiger).
Festzinsanleihen werden häufig mit Laufzeiten im Bereich von 5 -
10 Jahren emittiert.

Verzinsung: Die Verzinsung wird in Prozenten vom Nennwert angegeben und
ist für die gesamte Laufzeit fix. Die Auszahlung der Zinsen erfolgt
regelmäßig, meist jährlich.

Rendite: Die Rendite ist ein Jahreszinssatz, der sich aus allen Konditionen
der Anleihe errechnet. Die Rendite ermöglicht es dem Anleger,
aus vergleichbaren vorliegenden Angeboten das im Moment
günstigste auszuwählen.

Zeichnungspreis: Ist der Preis, den der Kunde bei Erstausgabe der Anleihe
(Zeichnung) bezahlt. Er liegt in den meisten Fällen um die 100 %
des Nennwertes.

Tilgung: Die Art der Rückzahlung geht aus den Bedingungen hervor. Die
heute übliche Art ist die „endfällige Tilgung“, d.h. am Ende der
Laufzeit erhält der Anleger gemäß den Bedingungen sein Kapital
zurück. Die meisten Anleihen werden heute zum Nennwert getilgt.

Sicherheiten: Jeder Emittent haftet grundsätzlich „mit dem gesamten
Vermögen“. Forderungswertpapiere können aber noch zusätzlich
mittels Bundes- oder Landeshaftung besichert sein (z.B. Anleihen
von Energiegesellschaften oder Sondergesellschaften des
Bundes). Werden Bankschuldverschreibungen besonders be-
sichert, so erkennen Sie das unter dem Namen „fundierte
Bankschuldverschreibung“.

Was sind mündelsichere Wertpapiere?

Zum Schutz der Vermögenswerte von unter Vormundschaft stehenden Personen (Mündel)
sieht der Gesetzgeber eine Reihe von bestimmten Anlageformen vor, in denen Mündelgelder
angelegt werden dürfen (§§ 230 - 230e ABGB). Wird das Geld des Mündels auch in
Wertpapiere veranlagt, so gelten folgende Wertpapiere als mündelsicher:

- Teilschuldverschreibungen von Anleihen, für deren Verzinsung und Rückzahlung der
Bund oder eines der Länder haftet

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 68 Februar 2012
- Pfand- und Kommunalbriefe
- fundierte Bankanleihen
- Mündelgeldfonds
- sonstige Wertpapiere, sofern sie durch besondere gesetzliche Vorschriften zur Anlegung
von Mündelgeld für geeignet erklärt worden sind oder vom Vormundschaftsgericht
anerkannt werden.


1.2 Variabel verzinste Anleihen

Eine variabel verzinste Anleihe ist dadurch gekennzeichnet, dass während der fixen Laufzeit
der Zinssatz gemäß Anleihebedingungen den aktuellen Marktzinsen angepasst wird. Der
Emittent bezahlt marktgerechte Zinsen, der Anleger erhält marktgerechte Zinsen.

Verzinsung: * variabel gemäß Anleihebedingungen
* Berechnungsgrundlage: a) Geldmarktsatz – EURIBOR *
oder b) Sekundärmarktrendite
* Zinssatzanpassung: Alle 3, 6 oder 12 Monate
* Auf- oder Abschläge (Marge) sind möglich
* Zinssatzunter- und/oder Zinssatzobergrenzen möglich
* Auszahlung der Zinsen gemäß Anleihebedingungen
* EURIBOR = European Interbank Offered Rate

Tilgung: - Am Ende der Laufzeit oder
- eventuell vorzeitig durch Kündigung

1.3 Pfand- und Kommunalbriefe

Sie sind fest- oder variabel verzinsliche Wertpapiere, die den Anleihen hinsichtlich der
Laufzeit, der Verzinsung und den Zeichnungsbedingungen sehr ähnlich sind. Die Emission
von diesen Wertpapieren unterliegt besonders strengen gesetzlichen Bestimmungen und
schützt somit die Anleger vor Verlusten ihres Vermögens.

Emittenten: Pfand- und Kommunalbriefe dürfen nur von Banken emittiert werden,
welche die Berechtigung zur Ausübung des Hypothekenbanken-
geschäftes haben. Das sind:

* Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG
* Die BANK AUSTRIA CREDITANSTALT AG
* Die LANDESHYPOTHEKENBANKEN
Die PFANDBRIEFSTELLE der österreichischen
Landeshypothekenbanken

Pfandbriefe: Sind Schuldverschreibungen, die durch grundbücherlich sicher-
gestellte langjährige Darlehen (Hypothekardarlehen) gedeckt sind.
Die durch den Verkauf erhaltenen Gelder verwenden die
Hypothekenbanken dazu, Eigentümern von Liegenschaften Darlehen
zu gewähren.

Um sicherzustellen, dass der Wert der Liegenschaften auch bei
Preisschwankungen auf dem Immobilienmarkt stets ausreicht, dürfen
die von den emittierenden Banken gewährten Darlehen 60 % (bei
landwirtschaftlichen Flächen etwas mehr) des Schätzwertes der
Liegenschaft nicht übersteigen.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 69 Februar 2012


Öffentl. Pfandbriefe: Sind Schuldverschreibungen, die durch Darlehen an inländische
Körperschaften des öffentlichen Rechts (Bund, Länder, Gemeinden)
gegen Gewährleistung (Haftung durch eine solche Körperschaft - im
wesentlichen durch das Steueraufkommen) gedeckt sind.


Sicherheiten: Über die soeben angeführten Sicherheiten hinaus haften die
emittierenden Institute mit ihrem gesamten Vermögen, bei den
Landeshypothekenbanken noch zusätzlich das betreffende Bundes-
land.


Darlehen: Diese dürfen nur für die oben erwähnten Zwecke gewährt werden.
Insgesamt dürfen nicht mehr an Pfand- und Kommunalbriefen
ausgegeben werden, als die Summe der gewährten Darlehen
ausmacht. Der Zinsertrag aus den Darlehen muss immer höher sein
als der Zinsaufwand für die ausgegebenen Wertpapiere.
„Dumpingzinsen“ sind also ausdrücklich verboten.


Verzinsung: Die Höhe der Zinsen richtet sich wie bei anderen
Forderungswertpapieren nach den aktuellen Marktsätzen in diesem
Laufzeitsegment. Die Verzinsung kann sowohl fix als auch variabel
sein.



1.4 Die steuerbegünstigte Wohnbau-Wandelanleihe

Die Wohnbauanleihe ist eine Schuldverschreibung mit einem zusätzlichen Wandelrecht,
mindestens 1 mal im Jahr die Anleihe in Partizipationsscheine oder Aktien einer
Wohnbaubank AG zu tauschen.
Die Wohnbaubank AG als Emittentin verpflichtet sich, den Emissionserlös zur Errichtung von
Wohnungen mit einer Nutzfläche von höchstens 150 m2 zur Verfügung zu stellen. Der Erlös
muss innerhalb von 3 Jahren für die Errichtungskosten verwendet werden.
Das Besondere an dieser Wohnbauanleihe ist die steuerliche Behandlung.
Wohnbauanleihen, die zum Zeitpunkt der Emission dem „Bundesgesetz über steuerliche
Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus“, BGBl. Nr. 253/1993 entsprechen, haben
folgende steuerliche Begünstigungen:
- Die Anschaffungskosten für den Ersterwerb der Wandelschuldverschreibungen sind
im Rahmen des einheitlichen Höchstbetrages der Sonderausgaben, soweit dieser
noch nicht ausgenützt ist, absetzbar.
Die Anleihe ist dafür 10 Jahre bei einem inländischen Kreditinstitut zu hinterlegen.
- Zinserträge bis zu 4 % des Nennbetrages sind KESt-frei. Der Zinsanteil über 4 % des
Nominales unterliegt der KESt. Die Einkommenssteuer gilt daher für die gesamten
Kapitalerträge inklusive des KESt-freien Anteils als abgegolten, wenn der Anleger
bestätigt, dass die Wohnbauanleihe seinem Privatvermögen zuzuordnen ist bzw.
dass die Zinsen hieraus bei ihm als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erfassen sind.
(„Privatvermögenserklärung“). Ebenso abgegolten ist die Erbschaftssteuer für den
Erwerb von Todes wegen.



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 70 Februar 2012
1.5 Ertragsberechnungen

Der Kauf eines festverzinslichen Wertpapiers hat eine längerfristige Kapitalbindung zur
Folge. Dies wird in der Regel durch einen höheren Ertrag ausgeglichen.
In diesem Zusammenhang sind drei Begriffe zu unterscheiden:
- Nominalverzinsung/-zinssatz (Kupon)
- Laufende Verzinsung
- Rendite

Nominalzinssatz (Kupon):

Der Nominalzinssatz ist der in den Anleihebedingungen vereinbarte fixe oder variable
Zinssatz, bezogen auf den Nennwert = Kupon. Er ist immer nur ein Teil des effektiven
Ertrages, den der Kunde mit einer Anleihe erzielt.

Laufende Verzinsung:

Die laufende Verzinsung ist die effektive Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Sie ergibt
sich, wenn der Nominalzins auf den Anschaffungskurs bezogen wird. Nur wenn der
Anschaffungskurs gleich dem Nennwert (= 100 %) ist, sind laufende Verzinsung und
Nominalzins gleich. Liegt der Anschaffungskurs unter dem Nominalwert, dann ist die
laufende Verzinsung höher als der Nominalzins und umgekehrt.

Rendite:

Darunter versteht man den Jahresgesamtertrag in Prozent des eingesetzten Kapitals, unter
der Annahme, dass die jährlichen Zinserträge wieder zum gleichen Zinssatz veranlagt
werden. Da heute noch nicht gesagt werden kann, zu welchen Marktzinsen der Kunde die
Zinsen wiederveranlagen kann, wird der tatsächlich erzielte Ertrag von der ursprünglich
errechneten Rendite abweichen.
Sie dient jedoch für Vergleichszwecke um aus einer Vielzahl von Angeboten das im Moment
günstigste auszuwählen.


1.6 Die Kapitalertragsteuer bei Forderungswertpapieren

Für Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren gilt:

* 25 % Kapitalertragsteuer
* Die KESt bei Forderungswertpapieren ist eine Finalsteuer, d.h. mit Abzug sind folgende
Steuern abgegolten:

- Einkommensteuer
- Erbschaftssteuer

Die KESt-Regelungen für Forderungswertpapiere haben bis 31.12.1993 nur den privaten
Bereich umfasst. Ab 1.1.1994 ist die Wirkung der Endbesteuerung auf alle natürlichen
Personen und Körperschaften, die nicht buchführungspflichtig sind (z.B. ideelle Vereine)
ausgeweitet worden. Das bedeutet, dass auch Einzelunternehmen, Personengesellschaften
(OHG, KG) und eingetragene Erwerbsgesellschaften (EEGs) unter die Endbesteuerung im
Bereich der KESt II fallen und eine Unterscheidung in betriebliche und private Einkünfte nicht
mehr notwendig ist.
Diese Regelungen treffen nicht auf Kapitalgesellschaften zu. Hier bleibt die KESt weiterhin
eine Vorauszahlung auf die Körperschaftssteuer (Möglichkeit der Befreiungserklärung).

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 71 Februar 2012


1.7 Allgemeine und spezielle Risiken bei Forderungswertpapieren

Bei der Geldanlage in Wertpapieren stehen den vielen Vorteilen und Gewinnchancen auch
manche Risiken gegenüber. Allgemein gilt das Prinzip: Je höher die Gewinnchancen umso
größer sind die Risiken. Unsere Aufgabe ist es, ausführlich, vollständig, zeitnah, verständlich
und sorgfältig über diese Chancen und Risiken zu informieren. Bitte beachten Sie, dass
durch die Einführung des Euro bei Anleihen aus Ländern der Währungsunion das
Währungsrisiko weggefallen ist. Die Beratung wird sich bei Anleihen aus diesen Ländern
daher mehr auf die Liquidität und vor allem die Bonität der Emittenten konzentrieren.



2 INLÄNDISCHE INVESTMENTZERTIFIKATE
2.1 Kapitalanlagegesellschaft / Fondsarten

Investmentzertifikate dürfen nur von Kapitalanlagegesellschaften (KAG) ausgegeben
werden. Fondsmanager verwalten treuhändig das Fondsvermögen, d.h. nur die KAG ist
berechtigt, über die Vermögenswerte zu verfügen. Sie handelt im eigenen Namen und auf
Rechnung der Anteilsinhaber unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und der
Fondsbestimmungen.

Inhaber von Investmentzertifikaten sind am gesamten Fondsvermögen eines
Investmentfonds beteiligt. Je nach Risikobereitschaft und Anlagewunsch der Kunden stehen
derzeit eine Menge von Fondsarten zur Auswahl. Diese lassen sich generell in drei große
Gruppen unterscheiden:

Fonds, die Kundengelder nur in Aktien veranlagen = AKTIENFONDS

Fonds, die Kundengelder in Aktien und Renten-
werte veranlagen = GEMISCHTE FONDS

Fonds, die Kundengelder nur in Rentenwerte ver- = RENTENFONDS
anlagen.

Je nachdem, ob die Fonds ihre Erträge ausschütten oder im Fondsvermögen einbehalten
unterscheidet man weiters in „Ausschüttungsfonds“ und „Thesaurierungsfonds“.

Ausschüttungsfonds: Hier werden alle erwirtschafteten Erträge (Zinsgutschriften und
Dividenden) und realisierte Kursgewinne (teilweise) ausbezahlt. Der Anleger erhält somit
einen laufenden jährlichen Ertrag und hat die Chance auf Wertsteigerungen.

Thesaurierungsfonds: Bei diesen werden alle erwirtschafteten Erträge im Fonds
wiederveranlagt. Der Anleger erhält somit keinen laufenden jährlichen Ertrag, sondern ist an
der Wertsteigerung des Investmentfonds beteiligt.

Das Investmentfondsgesetz kennt aber noch andere Arten oder Bezeichnungen von Fonds.
Hier nur eine kurze Übersicht:

Abfertigungs- und Pensionsrückstellungsfonds: Diese hat es bisher auch gegeben,
jedoch ist es seit 1998 möglich, in einem gewissen Umfang auch eine Veranlagung in Aktien

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 72 Februar 2012
vornehmen zu können. Dadurch können Abfertigungs- und Pensionsrückstellungsfonds in
mehreren Risikoklassen angeboten werden.

Mündelgeldfonds: Seit 01.03.1998 sind Anteilscheine an Kapitalanlagefonds zur Anlage
von Mündelgeld geeignet, soferne sie den § 5 (6) des Investmentfondsgesetzes
entsprechen.

Dachfonds: Ein Dachfonds darf die Kundengelder nur in andere Fonds veranlagen. Mit
Dachfonds wurden für den Privatkundenbereich Fonds geschaffen, die es den Kunden mit
geringeren Anlagebeträgen ermöglichen sollen, eine breite Streuung von Fondsanteilen mit
wechselnder Zusammensetzung in einem Portfolio vereint zu haben, somit mittel- bis
langfristige Ansparbedürfnisse zielgerichtet abgedeckt zu bekommen.


2.2 Charakteristische Merkmale von Investmentfonds

Die Idee des Investmentsparens hat bereits breite Bevölkerungskreise erfasst. Zum einen ist
es eine einfache und bequeme Geldveranlagung, zum anderen können vor allem auch
Kunden, die nur kleinere Beträge zu veranlagen haben, die Vorteile von Wertpapieren
nützen und eine Streuung ihrer Mittel erzielen, die sonst nicht möglich wäre.
Charakteristische Merkmale von Investmentfonds sind:

* Gesetzliche Grundlage: Investmentfondsgesetz (Anlegerschutz)

* Fondsbestimmungen: Regeln die Rechtsbeziehungen zwischen Fonds und Kunden
sowie die Anlagegrundsätze.

* Risikostreuung: Kundengelder werden in viele Wertpapiere gemäß Anlage-
grundsatz veranlagt. Risiko ist geringer als bei einem einzigen
Wertpapier.

* Konditionen: Wertpapiere werden in großen Mengen von der
Fondsverwaltung ge- und verkauft. Dadurch kaufen sie zu
besseren Konditionen als der Einzelkunde ein.

* Trennung zwischen Ver- Die Fondsgesellschaft verwaltet das Fondsvermögen treu-
waltung und Abwicklung: händig. Zur Führung von Konten und Depots sowie zur
Ausgabe und Rücknahme von Anteilen muss eine Depotbank
bestellt und vom BMfF genehmigt werden.

* Rücknahme: Zur jederzeitigen Rücknahme der Anteile ist die
Kapitalanlagegesellschaft durch das Investmentfondsgesetz
verpflichtet.

* Erträgnisse: Inländische Investmentfonds können ihre Erträge (Zinsen,
Dividenden, Kursgewinne, andere Erträgnisse) ausschütten
oder im Fondsvermögen belassen = thesaurieren. Es gilt das
„Alles oder Nichts Prinzip“, also entweder ausschütten oder
thesaurieren.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 73 Februar 2012

2.3 Die Preise eines Investmentzertifikates/Ermittlung der Preise

Berechnungsgrundlage ist das Fondsvermögen und die Anzahl der ausgegebenen
Zertifikate. Dazu ein Beispiel:


Alle Angaben in EUR

WERTPAPIERBESTAND 1.291.151.920,-
BARGELD 85.342.664,-


FONDSVERMÖGEN 1.376.494.584,-



Umlaufende Anteile: Stück: 82.800.000
Errechneter Wert eines Anteils: EUR 16,62

1) Der errechnete Wert
errechnet sich, indem das aktuelle Fondsvermögen durch die Anzahl der
ausgegebenen Zertifikate geteilt und kfm. gerundet wird. Er beträgt in unserem
Beispiel EUR 16,62.

2) Der Ausgabepreis
wird um einen bestimmten, aus den Fondsbestimmungen ersichtlichen
Ausgabeaufschlag erhöht und kfm. gerundet. In unserem Beispiel wird zum errechneten
Wert von 16,62 ein Ausgabeaufschlag von 2,5 % addiert und kfm. gerundet. Der
Ausgabepreis pro Anteil beträgt somit EUR 17,04.

3) Der Rücknahmepreis
ist spesenfrei und entspricht dem errechneten Wert gemäß Fondsbestimmungen und
beträgt somit EUR 16,62.


2.4 Ertrag von Investmentzertifikaten

Der Ertrag eines Investmentfonds setzt sich aus den vereinnahmten Zinsen, Dividenden und
Kursgewinnen abzüglich Kursverlusten, Spesen und Verwaltungsgebühren zusammen.
Dieser Ertrag wird nun je nach Fondsart ausgeschüttet oder im Fonds behalten und wieder
veranlagt (thesauriert).

Unabhängig ob Ausschütter oder Thesaurierer sind die Erträge im Fonds zu versteuern.

Noch ein Wort zur Steuer:

Jede Kapitalanlagegesellschaft muss für jeden von ihr gemanagten Fonds jährlich einen, von
einem Wirtschaftsprüfer geprüften Rechenschaftsbericht sowie einen Halbjahresbericht
veröffentlichen. Der Anleger findet darin unter anderem eine Vermögensaufstellung, einen
Bericht über die Veränderung des Vermögens sowie eine Ertragsrechnung und steuerliche
Hinweise.



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 74 Februar 2012

3 AKTIEN

3.1 Allgemeines

Was ist eine Aktiengesellschaft?

§ 1 Aktiengesetz
Aus diesem Paragrafen lässt sich folgendes herauslesen:

a) Eine AG besteht unabhängig von ihren Aktionären und handelt durch ihre Organe
(eigene Rechtspersönlichkeit)

b) Das Grundkapital ist ein ziffernmäßig bestimmter Betrag. In Österreich beträgt das
Mindestgrundkapital EUR 70.000,-. Das Grundkapital wird in Aktien repräsentiert, die
entweder auf Stück oder auf einen bestimmten Nennwert in Euro lauten. Bei auf
Nennwerten lautenden Aktien ergibt die Summe der Aktiennennbeträge die Höhe des
Grundkapitals, bei Stückaktien ist das Grundkapital nicht errechenbar, sondern aus der
Satzung oder der Bilanz ersichtlich (da nur die Stückanzahl, aber kein wertmäßiger
Anteil am Grundkapital bekannt ist).

c) Die Aktionäre haften nur bis zur Höhe ihres(r) Anteils(e) für die Verbindlichkeiten der AG.
Eine darüber hinausgehende Haftung (mit dem Privatvermögen) ist ausgeschlossen.


Arten von Aktien
Je nach den, mit den Aktien verbundenen, Mitgliedschaftsrechten unterscheidet das
Aktiengesetz zwischen STAMMAKTIEN und VORZUGSAKTIEN.

Stammaktien
Stammaktien verbriefen die normalen (untenstehenden) Aktionärsrechte.

Vorzugsaktien
Vorzugsaktien sind Aktien, bei denen ein Aktionärsrecht gestrichen, dafür aber ein anderes
Recht besonders ausgestattet wird. In diesem Fall gewähren sie ein Recht auf eine
Mindestdividende, deren Höhe in der Satzung der AG festgesetzt ist. Wird dieser
Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt, muss dieser Rückstand im
darauf folgenden Jahr neben der vollen Vorzugsdividende dieses Jahres nachgezahlt
werden. Geschieht dies nicht, haben auch die Vorzugsaktionäre solange ein Stimmrecht in
der Hauptversammlung, bis diese Rückstände nachgezahlt werden.

Bezüglich der Übertragbarkeit unterscheiden wir INHABERAKTIEN und NAMENSAKTIEN. In
Österreich sind INHABERAKTIEN üblich.

Die wichtigsten Rechte eines Aktionärs:

Auskunftsrecht, Stimmrecht, Recht auf GEWINN (z.B. Dividende), Bezugsrecht, Recht auf
Liquidationserlös




Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 75 Februar 2012
3.2 Die Dividende

Den Aktionären steht das Recht zu, am Gewinn der Gesellschaft teilzuhaben. Weist die
Gesellschaft keinen Reingewinn in ihrer Bilanz aus, so wird auch keine Dividende an die
Aktionäre ausgeschüttet. Soferne ein Gewinn zur Verteilung an die Aktionäre gelangt, wird
dieser pro Stück angegeben.

Durch diese Dividendenzahlung fließen Barmittel von der AG an die Aktionäre. Genau um
diesen Barbetrag verringert sich der Wert des Unternehmens, daher wird am Zahltag der
Dividende an der Börse ein Kursabschlag in der Höhe der Dividende je Aktie vorgenommen
und durch den Kurszusatz ”ex Dividende” ersichtlich gemacht.


3.3 Die KESt bei Dividendenpapieren - KESt I

Inländische Dividenden stellen Einkünfte aus Kapitalvermögen dar und unterliegen somit der
Einkommensteuer, die mit der 25 %igen KESt (KESt I) abgegolten ist.
Die KESt wird direkt im Unternehmen, das die Dividenden ausschüttet, einbehalten und an
die Finanz abgeführt (Besteuerung an der Quelle). Die Einbehaltung der KESt bedeutet
Endbesteuerung hinsichtlich Einkommensteuer (Est), sofern sich die Wertpapiere im Besitz
von natürlichen Personen oder Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften befinden.
Bei einem Anteil von unter 1 % am Grundkapital gilt auch Erbschafts- und Schenkungssteuer
von Todes wegen abgegolten. Bezüglich der Schenkungssteuer besteht keine
Endbesteuerung.

Dividenden aus ausländischen Aktien unterliegen bei Zufluss zwischen dem 1. April 2003
und dem 31. März 2004 einer 25 % Sondereinkommensteuer, die die Einkommensteuer
abgilt. Bei Zufluss ab dem 1. April 2004 unterliegen ausländische Dividenden ebenso wie
inländische Dividenden einem 25% KESt-Abzug mit Endbesteuerungswirkung.
Ausländische Quellensteuern können gemäß den Bestimmungen des jeweiligen
Doppelbesteuerungsabkommens (DBAs) auf die Einkommensteuer angerechnet bzw.
rückerstattet werden.
Bei der Erbschaftssteuer (ErbSt) besteht seit 1.1.2001 (KMOG) eine Endbesteuerung bzgl.
ausländischer Aktien, wenn der Aktionär weniger als 1 % an der AG besitzt.


4 DAS DEPOTGESCHÄFT

Unter Depotgeschäft versteht man die gewerbsmäßige Aufbewahrung von Wertpapieren
aller Art durch Banken. Das Depotgesetz vom 1.1.1970 beinhaltet strenge Vorschriften zum
Schutz der Eigentümer der Wertpapiere. Es gilt für alle Wertpapiere, die derzeit im
Wertpapiergeschäft gängig sind.

4.1 Arten der Verwahrung

Die Sammelverwahrung
Der Hinterleger gibt bei der Sammelverwahrung das Eigentum an bestimmten Stücken auf,
er erhält dafür das Miteigentum nach Bruchteilen.

Bei der Sammelverwahrung brauchen daher nicht die einzelnen Stücke eines jeden
Hinterlegers wie bei der Streifbandverwahrung getrennt werden. Eine Trennung erfolgt nur
nach einzelnen Wertpapierarten.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 76 Februar 2012
Die Sonderverwahrung - Streifbandverwahrung
Der Verwahrer ist bei dieser Verwahrungsform verpflichtet, die Wertpapiere jedes einzelnen
Hinterlegers gesondert von den eigenen Beständen und den Beständen Dritter unter
äußerlich erkennbarer Bezeichnung dieser Hinterleger zu verwahren.

Die äußerlich erkennbare Bezeichnung der jedem Depotkunden gehörenden Werte wird in
der Regel dadurch vorgenommen, dass die Wertpapiere, nach Gattungen getrennt, mit
einem Streifband versehen werden. Auf diesem steht der Name bzw. die Kontonummer des
Hinterlegers, der Nennbetrag oder die Stückanzahl, die Wertpapier-Kennnummer und das
Eingangsdatum sowie allfällige Sperrvermerke.

Die Sammel- und Streifbandverwahrung erfolgt durch die Bank:

a) entweder im eigenen Tresor der Bank oder
b) bei einer anderen Bank = Drittverwahrer

Drittverwahrung

Der Verwahrer ist berechtigt, die Wertpapiere unter seinem Namen einem anderen
Verwahrer (Drittverwahrer) zur Verwahrung anzuvertrauen. Der Zwischenverwahrer haftet für
das Verschulden des Drittverwahrers wie für eigenes Verschulden.
Die Wertpapiere verschiedener Depots werden ungetrennt unter dem Namen des
Zwischenverwahrers an den Drittverwahrer weitergegeben. Dabei werden Wertpapiere, die
beim Zwischenverwahrer für verschiedene Kunden in Streifbandverwahrung hinterlegt sind,
beim Drittverwahrer wieder in Streifband verwahrt.

In Wertpapierrechnung

Der Kunde erhält für die im Ausland angeschafften und im Ausland aufbewahrten
Wertpapiere eine Gutschrift in „Wertpapierrechnung“, die den Anspruch auf die
angeschafften Wertpapiere gibt. Da die Wertpapiere im Ausland lagern, werden höhere
Depotgebühren verrechnet.

Depotgebühren

Neben den normalen An- und Verkaufsspesen bei Wertpapiergeschäften verrechnet das
Kreditinstitut für die Verwahrung dem Kunden Depotgebühren. Die Sammelverwahrung ist
dabei im Vergleich zur Streifbandverwahrung die kostengünstigere für den Kunden. Die
Gebühren bewegen sich je nach Verwahrart im Bereich von 1 – 3 (max.) Promille vom
Kurswert.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 77 Februar 2012
V VE ER RS SI I C CH HE ER RU UN NG GS SW WI I R RT TS SC CH HA AF FT T

INHALTSVERZEICHNIS

1. DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT 78
1.1. Risikogeschäft 78
1.2. Spargeschäft/Entspargeschäft 78
1.3. Dienstleistungsgeschäft 79
2. RISIKEN UND IHRE GESTALTUNG 80
2.1. Schadenskomponenten 80
2.2. Risikoträger 81
2.3. Risikopolitische Maßnahmen 82
3. DAS PRODUKT VERSICHERUNGSSCHUTZ 84
3.1. Abgrenzung zwischen Sozial- und Privatversicherung 84
3.2. Sozialversicherung 86
3.3. Privatversicherung 87
3.3.1 Versicherbarkeit 87
3.3.2. Versicherungssparten, -zweige, -arten 88
4. LEBENSVERSICHERUNGEN 91
4.1. Arten der Lebensversicherung 91
4.2. Personen im Versicherungsvertrag 93


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 78 Februar 2012
1. DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT









1.1. Risikogeschäft
Das Risikogeschäft ist das Hauptgeschäft der Versicherungen. Der
Grundgedanke des Risikogeschäfts besagt, dass viele
Versicherungsnehmer kleine Beiträge (Prämien) bezahlen, damit bei
einem Schadensereignis die versprochene Leistung für den Versicherten
erbracht werden kann.
Merkmale:
- Das Versicherungsunternehmen übernimmt eine Vielzahl von Risken
- Diese werden gedeckt durch
 Abgabe eines Versicherungsschutzversprechens
 Erbringung von Versicherungsleistungen nach Eintritt von Schadenfällen
- Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit


1.2. Spargeschäft/Entspargeschäft
Das Spar/Entspargeschäft kommt zum Tragen bei
- Hauptformen der Lebensversicherung
- Unfallversicherung mit Prämienrückerstattung

Der Versicherungsnehmer zahlt einmal oder laufend Prämien an das
Versicherungsunternehmen ein. Ein Teil dieser Prämien sind Sparprämien, die das
Versicherungsunternehmen gewinnbringend veranlagt (Spargeschäft). Zu einem
bestimmten Zeitpunkt wird das Kapital zuzüglich Zinsen und Gewinn dem
Versicherungsnehmer in Form einer einmaligen Zahlung oder einer Rente
zurückgezahlt (Entspargeschäft).

Versicherungsgeschäft
Risikogeschäft
Dienstleistungsgeschäft
Spargeschäft

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 79 Februar 2012
1.3. Dienstleistungsgeschäft
Das Dienstleistungsgeschäft im Rahmen des Versicherungsgeschäfts ist
wichtig, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden ans
Unternehmen zu binden und gut zu betreuen.




















Quelle: Dr. Gassner-Möstl E., Versicherungsbetriebslehre, Universitätslehrgang für
Versicherungswirtschaft, 1999, Seite 6

Im Rahmen des Dienstleistungsgeschäfts wird sehr oft im direkten Kontakt zwischen
Versicherungsunternehmen und Kunden gearbeitet.

Im Bereich der Abwicklung müssen sehr viele einzelne Schritte vollzogen
werden, z.B.:
- Untersuchung der zu versichernden Risiken
- Auswahl des geeigneten Versicherungsschutzes
- Bearbeitung der Versicherungsanträge
- Ausfertigung der Versicherungspolizzen
- Analyse von Versicherungsfällen
- Datenverwaltung der Kundendaten, etc.


Beratung Abwicklung
betriebsintern kundenbezoge
n
betriebsintern kundenbezoge
n
- Schaffung der
Voraussetzunge
n für gute
Kundenberatung
z.B.Mitarbeiter-
schulung
- umfassende
Beratung des
Kunden im
Bereich des
Prämienveranla-
gungsgeschäfts,
sowie in der
Vertrags- und
Schadenbearbei
-tung
- Schaffung der
Voraussetzungen
für eine gute
Abwicklung z.B.
organisatorische
Maßnahmen,
EDV
- Vertrags-
bearbeitung
- Schadenbear-
beitung

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 80 Februar 2012
2. RISIKEN UND IHRE GESTALTUNG
Wir alle sind im täglichen Leben einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Ein Blick in
die Tageszeitung allein kann dies drastisch vor Augen führen. Niemand weiß, ob er
nicht schon morgen von einem Schaden betroffen ist.
Die Möglichkeit, dass ein Schaden eintritt, wird als Risiko bezeichnet.
Welche Arten von Schäden gibt es, wer kann von Schäden betroffen sein, und wie
können Risiken gestaltet werden?


2.1. Schadenskomponenten
- Sachschäden: Beschädigung oder Abhandenkommen von materiellem
Vermögen
- Schäden durch Einnahmeverluste: Nichterzielung von geplantem
Vermögen, z.B. durch Wegfall von Kunden
- Haftpflichtschäden: Verluste durch Schadenersatz und andere ungewollte
Aufwendungen
- Personenschäden

Beispiel:
Ein defekter Thermostat bewirkt in einer chemischen Putzerei die Explosion
einer Reinigungsmaschine.

Welche Folgen kann dieses Schadenereignis nach sich ziehen?
1. Der Sachschaden an der Reinigungsmaschine kann bis zur totalen
Vernichtung (Totalschaden) führen. Darüber hinaus können auch
Gegenstände beschädigt oder vernichtet werden, die sich in der Umgebung
der Maschine befinden. Als Folge der Explosion kann ein Brand entstehen,
der letztlich die gesamte Betriebseinrichtung in Schutt und Asche legt und
das Gebäude, in dem sich der Betrieb befindet, schwer beschädigt.
2. Je nach Ausbreitung der Beschädigungen kann der Betrieb der Putzerei
unterbrochen werden. Vielleicht fällt bloß die eine Anlage aus, vielleicht
aber sogar der gesamte Betrieb. Die Dauer der Betriebsunterbrechung
richtet sich nach der Zeit, die für die Wiederinstandsetzung bzw.
Neuanschaffung der Gegenstände erforderlich ist. Während dieser Zeit der
beschränkten Leistungsfähigkeit des Betriebes entfallen Einnahmen, die
zur Deckung fortlaufender Betriebsausgaben oder Privatausgaben des
Unternehmers dringend gebraucht würden. Vielleicht wechseln Kunden zu
anderen Putzereien, die später nicht mehr wiedergewonnen werden
können.
3. Bei der Explosion und dem anschließenden Brand können auch Dritte
geschädigt werden:
- Die Eigentümer der Wäschestücke, die der Putzerei zum Reinigen
übergeben wurden
- die Benützer anderer Teile des Gebäudes, in dem sich der Betrieb
befindet
- der Hauseigentümer
Mit Schadenersatzforderungen dieser Geschädigten ist zu rechnen.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 81 Februar 2012

4. Personen können an ihrer Gesundheit zu Schaden kommen:
- Der Eigentümer oder Geschäftsführer der Putzerei,
- Beschäftigte und Kunden, die sich im Gefahrenbereich aufgehalten
haben, und
- unbeteiligte Dritte, wie z. B. Passanten, die von einer
zerberstenden Auslagenscheibe verletzt werden.
Für die Betroffenen handelt es sich dabei um Beeinträchtigungen ihrer
Gesundheit, für den Putzereiunternehmer können diese Personenschäden
die Form von Haftpflichtschäden annehmen.


2.2. Risikoträger
Als Risikoträger gilt derjenige, der von einem Schaden betroffen sein kann.
Risikoträger
- Private Haushalte (Einzelpersonen, Personengruppen, Familien)
- Unternehmungen (private, öffentliche)
- andere Organisationen (z. B. Vereine, Sozialversicherungsträger)
- Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden)

Beispiel:
In Graz kam auf einer Regenfahrbahn ein Kleinwagen ins Schleudern und
stürzte auf die Gleise der Südbahn. Der Lenker und die Mitfahrer konnten
aus dem Auto aussteigen, bevor ein Güterzug mit 100 km/h auf den Wagen
auffuhr und ihn dabei total zerstörte. Die Lokomotive und 2 Waggons
sprangen dabei aus den Gleisen. Der eine Waggon beschädigte dadurch ein
kleines Häuschen, das an die Bahn angrenzte. Obwohl es nur zwei
Leichtverletzte gab, betrug der Schaden insgesamt EUR 5 Millionen.

Ansprüche wurden gestellt:
- von der ÖBB:
 für eine Lokomotive, 2 Lastwaggons und zerstörte Gleisanlagen
 für die Betriebsunterbrechung der Bahn, da die Strecke Wien-Graz für
einige Tage unterbrochen war und zahlreiche Züge über Nebengleise
geleitet werden mussten.
- von verschiedenen Firmen oder Organisationen:
z. B. für Aufräumungsarbeiten, für die auch ein Spezialkran erforderlich war.
- von Drittgeschädigten:
 von den Besitzern des Häuschens
 von den Mitfahrern im Fahrzeug, deren persönliche Sachen beschädigt
wurden
 von den Unternehmern, die ihre Ware mit der Bahn transportieren
ließen, die bei dem Unfall vernichtet wurde.
Wer aller war von diesem Schadenereignis und seinen Folgen betroffen?
- Der Fahrer des Kleinwagens und seine Mitfahrer.
- Die ÖBB

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 82 Februar 2012
- Unternehmen, deren Waren durch den Unfall vernichtet oder beschädigt
wurden.
- Einnahmenverluste z.B. der ÖBB, da durch die Gleisbauarbeiten der
Güterverkehr auf dieser Strecke für zwei Tage eingestellt werden
musste.
- Die Sozialversicherungsträger durch die Behandlungskosten und
Krankengeld für die zwei Leichtverletzten.
- Wäre bei dem Unfall nicht ein Güterzug, sondern ein Personenzug
betroffen gewesen, hätte der Schaden für den Sozialversicherungsträger
ein Vielfaches betragen können.
- Gebietskörperschaften durch Beschädigung öffentlichen Vermögens.


2.3. Risikopolitische Maßnahmen
Risiken können durch risikopolitische Maßnahmen beeinflusst werden.

Risikopolitische Maßnahmen
- vermeiden
- vermindern
- abwälzen
- selbst tragen

Beispiel:
Eine Hausfrau reinigt die Fenster. Um eine große Panoramascheibe von außen
reinigen zu können, erklimmt sie die Lehne eines alten Sessels. Sie verliert das
Gleichgewicht, fällt in die Scheibe und zieht sich schwere Schnittverletzungen
zu.

Welche Maßnahmen hätten ergriffen werden können, um dieses Risiko zu
beeinflussen?

1. Vermeidung des Risikos
Die Familie könnte auf die Reinigung der Fenster verzichten. Das hätte aber
zur Folge, dass die Aussicht und das Licht vermindert wäre. Wie in vielen
anderen Fällen erscheint daher auch hier eine Risikovermeidung nicht
sinnvoll.
Vielfach bedeutet Risikovermeidung das Zurückstecken von Zielen, z. B. das
Ablehnen risikoreicher Investitionen. Manchmal jedoch kann auch
Risikovermeidung sinnvoll sein, beispielsweise wenn ein Betrieb seine
Produkte künftig nicht mehr aus leicht brennbaren, sondern aus
unbrennbaren Materialien herstellt und damit das Brandrisiko für seine
Lagerbestände beseitigt.

2. Verminderung des Risikos
Die Hausfrau hätte statt des Sessels eine stabile Leiter benutzen können.



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 83 Februar 2012
3. Abwälzung des Risikos
Man kann ein Risiko abwälzen, indem entweder die Aktivität selbst oder die
finanziellen Folgen aus dem Schadenfall an einen Dritten übertragen werden.
Durch Beauftragung einer Reinigungsfirma könnte zwar die Scheibe
ebenfalls zu Bruch gehen, das Verletzungsrisiko trägt aber die Firma.
Allerdings bedeutet die Anwesenheit fremder Personen im Haus neue
Risiken.
Durch Abschluss einer Glasbruch- und Unfallversicherung könnten die
finanziellen Folgen aus diesem Schadenereignis abgewälzt werden.

4. Selbsttragung des Risikos
Jeder der Risikoträger muss zahlreiche Risiken selbst tragen. Das
Vermeiden eines Risikos bedeutet letztlich nur, dass stattdessen ein anderes
Risiko eingetauscht wird. Statt Fensterputzen hätte die Frau auch Radfahren
gehen und sich dabei verletzen können.
Entschließt man sich, das Risiko selbst zu tragen, kann man finanzielle
Vorsorge durch Rücklagen-Bildung treffen. Man kann sich auch überlegen,
ob man anstelle des ganzen Risikos nur Teile des Risikos selbst tragen
möchte und den Rest abwälzt.

Beispiel:
Die Frau reinigt nur die Innenfenster. Die Außenfenster und die große
Panoramascheibe lässt sie von einer Reinigungsfirma putzen.

Exkurs: Selbstversicherung
Eine Form der Selbsttragung des Risikos ist die Selbstversicherung.
Ein Risikoträger kann versuchen für die eigenen Risiken selber einen Ausgleich
zu schaffen. Dies setzt eine planmäßige Vorgangsweise und eine große Anzahl
von Risiken voraus.

Beispiel:
Der Fuhrpark einer Spedition besteht aus 50 LKWs, die alle nur
haftpflichtversichert sind. Da keine Fahrzeug-Elementarkaskoversicherung
abgeschlossen wurde, erspart sich das Unternehmen die Zahlung höherer
Prämien. Die ersparten Prämienzahlungen bleiben im Unternehmen und
können im Schadenfall für Reparaturen oder Neuanschaffungen verwendet
werden. Durch die große Zahl der LKWs ist es unwahrscheinlich, dass der
gesamte Fuhrpark von einem Schaden betroffen wird. Die Spedition kann auch
bei Ausfall von z. B. 2 LKWs fast in vollem Umfang liefern und verliert dadurch
keine Kunden.

Beispiel:
Staatliche Einrichtungen, wie z. B. Universitäten, das Bundesheer, die
Bundespolizei und dergleichen sind nicht bei privaten Versicherungs-
unternehmen versichert; durch die Vielzahl verschiedener Risiken ist dem
Staat eine Selbstversicherung möglich.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 84 Februar 2012
3. DAS PRODUKT VERSICHERUNGSSCHUTZ
Für Versicherte ist Versicherung eine finanzielle Vorsorge für den Schadenfall.
Da jeder von Risiken bedroht wird, möchte man dagegen Vorsorge treffen. Die
Versicherung dient dazu, Störungen entgegenzuwirken. Diese können z.B.
unvorhergesehene Ausgaben oder entgehende Einnahmen sein. Die
Versicherung wird in den Grundformen der Sozialversicherung und der
Privatversicherung (Vertrags-, Individualversicherung) betrieben. Die
Sozialversicherung und die Vertragsversicherung unterstehen zum Teil gleichen,
zum Teil verschiedenen Versicherungsgegebenheiten.

Daneben gibt es noch, vor allem im ländlichen Bereich, sogenannte
versicherungsähnliche Einrichtungen oder Gemeinschaften (z.B.
Winzergenossenschaften, Feuerkassen, ...). Sie wurden aus dem Gedanken der
Gefahrengemeinschaft eingerichtet.

Sie beruhen auf der Grundlage von Sondervereinbarungen oder einer
Mitgliedschaft zur Gemeinschaft. Die Prämien werden im Schadenfall
nachträglich von den Mitgliedern eingehoben. Die Höhe der Leistung richtet sich
nach der Anzahl und der finanziellen Leistungskraft der Mitglieder d.h. bei
Großschäden ist oft nur eine Teilvergütung möglich. Rechtsanspruch auf die
Leistung gibt es in der Regel keinen. Die Gemeinschaft entscheidet im Einzelfall,
ob und wie viel sie an den Geschädigten an Leistung erbringen kann.
3.1. Abgrenzung zwischen Sozial- und Privatversicherung

Wichtige Unterscheidungsmerkmale
Sozialversicherung Privatversicherung
1) Entstehung des Versicherungsverhältnisses
Pflichtversicherung:
Automatisch mit Aufnahme einer
versicherungspflichtigen Beschäftigung

Ausnahmen:
Freiwillige
- Selbstversicherung
- Weiterversicherung
- Höherversicherung
freiwillige Versicherung:
freiwillig durch Abschluss eines eigenen,
individuellen Vertrages

Ausnahmen:
z.B. Pflicht-Haftpflichtversicherungen für
Kraftfahrzeuge, Jäger,
Flughaftpflichtversicherung (Auch bei
vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungen
kann der Versicherungsnehmer den
Versicherer und einen über die
Mindestdeckungssummen hinausgehenden
Versicherungsschutz frei wählen.)

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 85 Februar 2012

2) Versicherungsunternehmen
In Österreich nur Körperschaften des
öffentlichen Rechts (z.B. Krankenkassen,
Pensionsversicherungsanstalten, Allgemeine
Unfallversicherungsanstalt, ...)

In Österreich nur private
Versicherungsunternehmen in der
Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG)
oder eines Versicherungsvereins auf
Gegenseitigkeit (VVaG) bzw. rechtlich
unselbständigen Zweigniederlassungen
ausländischer Versicherungsunternehmen in
Österreich.
3) Beitrags-/ Prämienbemessung
Beitragsbemessung knüpft am Einkommen
an. Fester Prozentsatz des Einkommens bis
zu einer Höchstbeitragsgrundlage.
Prämie richtet sich nach der persönlichen
individuellen Gefahrensituation, d.h. nach der
gewählten Leistung und dem Tarif.
Berechnung erfolgt nach dem
Äquivalenzprinzip, d.h. Gleichwertigkeit
zwischen Prämie und Versicherungsleistung.
4) Versicherungsschutz, versicherte Risiken
nur Personenrisiken können gedeckt werden.
Der Versicherungsschutz ist gesetzlich
genau festgelegt, er kann nicht geändert
werden.
Personen- und Vermögensrisiken können
gedeckt werden. Der Versicherungsschutz ist
je nach Bedarf und Notwendigkeit (d.h. für
„alle“ versicherbaren Gefahren) im
Versicherungsvertrag frei wählbar.


5) Rechtsgrundlagen
nur Sozialversicherung und darauf beruhende
Verordnungen, kein individueller Vertrag und
keine AVB
nur grundsätzliche Regelung durch Gesetze
(z.B. ABGB, HGB, VAG, VersVG);
Festlegung durch den Vertrag (Polizze) und
Besondere Bedingungen im Rahmen der
AVB
6) Versicherte Personen
der Arbeitnehmer und seine nicht selbst
erwerbstätigen Angehörigen
alle im Vertrag (Einzelvertrag)
angeführten Personen
7) Art der Leistung
Geld- und Naturalleistungen
- Geld: z.B. Rentenleistungen
- Natural: z.B. Krankenhausaufenthalte,
Medikament, Prothesen, etc.
(fast) ausschließlich Geldleistungen
(Kapital oder Rentenleistungen)
8) Finanzierungsverfahren
Umlageverfahren Kapitaldeckungsverfahren

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 86 Februar 2012

9) Finanzierungsquellen
Beiträge der Arbeitgeber und
Arbeitnehmer,
Zuschüsse des Bundes
Prämien der Versicherungsnehmer,
Zinsenerträge aus Kapitalveranlagung
10) Gerichtsbarkeit
zuständig sind die Sozialgerichte zuständig sind die ordentlichen Gerichte
11) Aufsichtsbehörde
Bundesministerium für soziale Sicherheit
und Generationen; Bundesministerium
für Gesundheit und Frauen
Bundesministerium für Finanzen/
Finanzmarktaufsicht

Quelle: Dr. Holzer-Möstl E., Versicherungsbetriebslehre, Universitätslehrgang
für Versicherungswirtschaft, Wien 2003, Seite 19
3.2 Sozialversicherung
Auch die Sozialversicherung orientiert sich am Gedanken der
Gefahrengemeinschaft, verfolgt jedoch zusätzlich sozialpolitische
Zielsetzungen. Sie bietet einen Grundversicherungsschutz für einen möglichst
großen Teil der Bevölkerung in den Fällen der Arbeitslosigkeit, der
Arbeitsunfähigkeit, der Krankheit, des Alters, des Todes und versucht
Fürsorgefälle zu vermeiden. Die Individualversicherung dient dagegen dem
einzelnen bei der Sicherung seiner besonderen Interessen.

Die Sozialversicherung wird unterteilt in die Zweige:
- Pensionsversicherung
- Krankenversicherung
- Unfallversicherung
- Arbeitslosenversicherung
Sind gewisse im Gesetz geregelte Voraussetzungen erfüllt, hat jeder
Sozialversicherte Anspruch auf Leistungen.

Die Sozialversicherung ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, die für ihre
Versicherten
- im Krankheitsfall die Wiederherstellung der Gesundheit und
Arbeitsfähigkeit, sowie einen Ersatz für die ausfallende Entlohnung,
- im Invaliditätsfall einen Ausgleich für die geminderte Erwerbsfähigkeit
- bei Arbeitslosigkeit und im Alter eine finanzielle Mindestgrundlage
sicherstellen soll.



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 87 Februar 2012
3.3. Privatversicherung
3.3.1 Versicherbarkeit
Ein Risiko muss eine Reihe von Eigenschaften aufweisen, damit es
versicherbar ist:
- Zufälligkeit
- Eindeutigkeit
- Schätzbarkeit
- Unabhängigkeit
- Größe
Zufälligkeit
Bei Abschluss des Versicherungsvertrages ist das Schadenereignis noch nicht
bekannt und kann weder vom Versicherer noch vom Versicherungsnehmer
beeinflusst werden. Es ist also dem Zufall überlassen.

Eindeutigkeit
Bei Vertragsabschluss muss genau festgehalten werden (z.B. in den
Versicherungsbedingungen, in Klauseln), welche Leistung vom
Versicherungsunternehmen bei bestimmten Schadenfällen zu erbringen ist. Dieser
Schadenfall muss sowohl für den Versicherungsnehmer als auch für das
Versicherungsunternehmen eindeutig feststellbar sein.

Schätzbarkeit
Die Höhe des möglichen Schadens (Leistungsausmaßes) muss schätzbar oder
messbar sein.

Unabhängigkeit
Ein Schadenereignis darf nicht bewirken, dass andere Schadenfälle
wahrscheinlicher werden.

Beispiel:
Die ABC-Versicherung soll ein Lager für Ölfässer versichern. Bei der
Risikoanalyse stellt sich heraus, dass die nahe angrenzenden
Einfamilienhäuser bei einem Brand ebenfalls äußerst gefährdet wären. Im Falle
eines Feuers wären sowohl das Erdöllager, als auch die Einfamilienhäuser
betroffen und somit die Unabhängigkeit nicht gewährleistet.

Größe
Ein zu versicherndes Risiko darf nicht so groß sein, dass es wesentlich größer
ist als die anderen Risiken. Dadurch würden die Prämien für alle übermäßig
ansteigen und ein Risikoausgleich nicht mehr möglich sein.
Wichtig ist, dass überprüft wird, in welchem Ausmaß die einzelnen Merkmale
vorhanden sind. Aufgrund des Ergebnisses wird die Prämie berechnet.

Beispiel:
Es stellt sich heraus, dass ein zu versicherndes Risiko sehr groß ist. Der
Erstversicherer wird daher versuchen, Rückversicherungsschutz zu erhalten und diese
Kosten in die Prämie einkalkulieren.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 88 Februar 2012
3.3.2. Versicherungssparten, -zweige, -arten
Die Produkte der Versicherungsunternehmen können unterschiedlich
eingeteilt werden.

Eine Möglichkeit der Gliederung der Versicherungssparten ist
Eine weitere Möglichkeit der Unterteilung ist:
Versicherungssparten
nach dem
versicherten Risiko
nach der
Versicherungs-
leistung
nach dem Grund des
Vertragsabschlusses
Personenversicherung freiwillige
Versicherung
Schadenversicherung
Interessenversicherung
z.B. Versicherung von
- Fahrzeugen
- Transporten
- Naturereignissen
- Vermögensdelikten
- Schäden an bestimmten
Gegenständen
- Tieren



















Sachversicherung
(Vermögens-
versicherung
im weiteren Sinne)
Summenversicherung Pflichtversicherung
z.B.
- Lebensversicherung
- Krankenversicherung
- Unfallversicherung
Vermögens-
versicherung
(im engen Sinn)
z.B.
- Allgemeine Haftpflichtversicherung, Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung
- Vermögensschadenversicherung, Kreditversicherung
- Rechtsschutzversicherung
- Vermögensschaden allgemein: BU-Versicherung, Reisewetterversicherung,
EDV-Versicherung








Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 89 Februar 2012



Personenversicherung
Bei Personenversicherungen (Kranken, Lebens-, Unfallversicherung) trifft der
Versicherungsfall unmittelbar die versicherte Person. Erst als Folgewirkung ist das
Vermögen des Versicherten betroffen.
Da Schäden an Personen in der Höhe schwer einschätzbar sind, werden bei
Personenversicherungen in erster Linie Summenversicherungen abgeschlossen.
Das bedeutet, dass bei einem Schadensfall eine vorher definierte
Versicherungssumme zur Auszahlung gelangt.

Beispiel:
Beim Schitourengehen stürzt ein Hobbysportler ab, bricht sich beide Beine und
das Becken. Als Folge dieses schweren Sportunfalls verbringt er mehrere Monate
im Spital und in Rehabilitationszentren und muss in Zukunft teure orthopädische
Schuhe tragen oder kann seine Arbeit nur mehr in eingeschränktem Umfang
ausüben.

Vermögensversicherung
Die Vermögensversicherung umfasst die Versicherung von Sachen
(Sachversicherung) oder von Vermögenswerten, die keine Sachen sind, z.B. von
entgehenden Erträgen (Betriebsunterbrechungsversicherung) oder
unvorhergesehenen Aufwendungen (Haftpflichtversicherung).

















Versicherungssparten
Personenversicherung Vermögensversicherung

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 90 Februar 2012



Personenversicherung
Lebensversicherung Krankenversicherung Unfallversicherung
z.B.:
- (reine)
Risikoversicherung
- Erlebensversicherung
- Ablebens- (Todesfall-)
Versicherung
- Gemischte
(Er- und Ablebens-)
Versicherung
- Rentenversicherung
- Terme fix
Versicherung
- Fondsgebundene
Lebensversicherung
- Dread disease

z.B.:
- Krankheitskosten-
versicherung
(Interessen-
versicherung)
- Spitalskosten-
versicherung
- Versicherung der
Kosten ambulanter
ärztlicher Behandlung
- Taggeld-
versicherung
(Summen-
versicherung)
- Krankenhaustagegeld-
versicherung
- Krankengeld-
versicherung


z.B.:
- Kfz-Insassenunfall-
versicherung
- Einzel UV
- Familien UV
- Kinder UV
- Gruppen UV
- Reise UV
- Kollektive UV



z.B.:
- Betriebsunter-
brechungs-
versicherung

Vermögensversicherung
Unvorher-
gesehene
Aufwendungen
Entgehende
Erträge
Immaterielle
Güter
Sachgüter
z.B.:
- Haftpflicht-
versicherung
- Rechtsschutz-
versicherung

z.B.:
- Warenkredit-
versicherung
- Exportkredit-
versicherung

2 Typen der
Sachversicherung:
- nach dem
versicherten Objekt
benannte
Versicherungsarten:
 Maschinenbruch-
 Haushalts-
 Schiversicherung
- nach der
versicherten Gefahr
benannte
Versicherungsarten
 Feuerversicherung,
 Transport-
versicherung



Quelle: Dr. Holzer-Möstl E., Versicherungsbetriebslehre, Universitätslehrgang für
Versicherungswirtschaft, Wien 2003, Seite 25


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 91 Februar 2012
4. LEBENSVERSICHERUNGEN
4.1. Arten der Lebensversicherung
Entsprechend dem gewünschten Versorgungszweck kann die
Lebensversicherung unterschiedlich gestaltet werden. Wesentliches Merkmal
ist dabei, ob Leistungen im Todes- und Erlebensfall fällig werden sollen. Die
wichtigsten Formen sind:

Ablebensversicherung (Risikoversicherung)
Die Versicherungsleistung wird hier nur beim Tod der versicherten Person
während der Versicherungsdauer fällig. Es findet keine Vermögensbildung
statt. Deshalb gibt es im Erlebensfall keine Leistung. Diese Versicherungsform
dient der Hinterbliebenenvorsorge und der Absicherung von Krediten.
Die Beiträge sind bis zum Ende des Versicherungsjahres, in dem der
Versicherte stirbt, längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu
bezahlen.

Reine Erlebensversicherung
Die Erlebensversicherung dient vor allem zur eigenen Absicherung für den
Lebensabend, wenn für keine anderen Personen (Kinder, Partner) vorgesorgt
werden muss. Die Erlebensversicherung ist auch für Personen geeignet, die
aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine Er- und Ablebensversicherung
abschließen können.

Beim Ablauf der Versicherung erfolgt die Auszahlung einer einmaligen
Kapitalleistung oder einer privaten Pension. Bei Ableben während der Laufzeit
erhält der Begünstigte die eingezahlten Jahresnettoprämien (eingezahlte
Prämien minus Versicherungssteuer, Unterjährigkeitszuschlag, Prämien für
Zusatzversicherung, etc.) plus angesammelte Gewinne. Eine Alternative dazu
ist die Leistung der anteiligen Versicherungssumme.

Rentenversicherung
Zielgruppe für eine Rentenversicherung sind Personen, die ein planmäßiges
und kostengünstiges Ansparen für eine zweite Pension suchen, allerdings
keine Hinterbliebenenabsicherung brauchen. Spätestens am Ende der
Beitragszahlungsdauer wird eine lebenslange Rente ausbezahlt. Der
Versicherungsnehmer kann zwischen verschiedenen Rentenarten wählen.
Bei Ableben der versicherten Person während der Versicherungsdauer werden
die eingezahlten Jahresnettoprämien (eingezahlte Prämien minus
Versicherungssteuer, Unterjährigkeitszuschlag, etc.) plus angesammelte
Gewinne sofort ausbezahlt.

Er- und Ablebensversicherung (gemischte Lebensversicherung)
Bei dieser Versicherungsform wird die Versicherungsleistung
(Versicherungssumme plus Gewinnanteile) beim Tod der versicherten Person
spätestens jedoch beim Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer
ausbezahlt. Sie dient somit der Hinterbliebenen- und Altersvorsorge.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 92 Februar 2012
Die Prämien sind bis zum Ende des Jahres, in dem der Versicherte stirbt,
längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu bezahlen.
Die Er- und Ablebensversicherung ist die häufigste Form der
Lebensversicherung.

Er- und Ablebensversicherung auf das Leben zweier (oder mehrerer) Personen
Sie dient vor allem als wechselseitige Vorsorge für den Ablebensfall und
gemeinsames Ansparen für das Alter von wirtschaftlich abhängigen Personen,
insbesondere Ehepaaren. Sie eignet sich besonders als Teilhaberversicherung.
Die Versicherungssumme plus Gewinnanteile werden beim Tode der zuerst
sterbenden versicherten Person, längstens jedoch bei Ablauf der Versicherung
fällig.
Die Prämien sind bis zum Ende des Jahres, in dem einer der Versicherten
stirbt, längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu bezahlen.

Aussteuerversicherung
Diese Versicherung dient im Allgemeinen der Versorgung der Kinder bei einer
Heirat oder einer Haushaltsgründung. Bei einer Aussteuerversicherung wird die
Versicherungsleistung bei Heirat des mitversicherten Kindes fällig (frühestens
mit Vollendung des 16. Lebensjahres). Spätestens wird die Leistung nach
Erreichen des 25. Lebensjahres mit dem Datum des Vertragsablaufs
ausbezahlt, auch wenn das Kind bis zu diesem Zeitpunkt nicht geheiratet hat.
Die Prämie ist bis zum Tode des versicherten Versorgers zu bezahlen,
längstens bis zum Ablauf der Versicherung. Bei Tod des Versicherten vor
Vertragsablauf wird der Vertrag mit der vertraglich festgelegten
Versicherungssumme prämienfrei gestellt.

Bei Tod des mitversicherten Kindes werden die eingezahlten Beiträge (ohne
Unterjährigkeitszuschlag bzw. Versicherungssteuer ) plus angesammelte
Gewinne rückerstattet.

Versicherung auf festen Termin (Ausbildungsversicherung)
Die Ausbildungsversicherung dient vor allem dem Kinde für die Gründung einer
neuen Existenz (Ausbildung, Haushaltsgründung, Heirat) aber auch zur
Bezahlung von Schulden oder Hypotheken.
Die Versicherungssumme gelangt am Ende der vereinbarten
Versicherungsdauer zur Auszahlung, gleichgültig ob der Versicherte diesen
Zeitpunkt erlebt oder nicht.
Die Prämien sind bis zum Ende des Versicherungsjahres, in dem der
Versicherte stirbt, längstens bis zum Ablauf der Versicherung zu bezahlen.

Fondsgebundene Lebensversicherung
Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Lebensversicherung, bei der
die Sparprämien teilweise oder zur Gänze in Investmentfonds veranlagt
werden. Dadurch kann eine höhere Rendite erwirtschaftet werden, es wird aber
auch ein höheres Risiko in Kauf genommen.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 93 Februar 2012

Überblick

Art Leistung bei Ableben Leistung bei Erleben
Er- und Ablebens-
versicherungen
Versicherungssumme plus
bis dahin angesammelte
Gewinnanteile
Versicherungssumme plus
Gewinnkapital
Erlebens-
versicherungen
Eingezahlte
Jahresnettoprämien plus bis
dahin angesammelte
Gewinnanteile
Versicherungssumme plus
Gewinnkapital
Ablebens-
versicherungen
Versicherungssumme keine Leistung


4.2. Personen im Versicherungsvertrag
Versicherungsnehmer ist Vertragspartner des Versicherers. Er kann den
Vertrag gestalten und grundsätzlich alle Verfügungen treffen. Die
Prämienzahlungspflicht liegt bei ihm. Versicherungsnehmer und versicherte
Person können, müssen aber nicht dieselbe Person sein.

Versicherte Person ist diejenige, auf deren Leben der Versicherungsvertrag
abgeschlossen worden ist. Sie stellt das versicherte Risiko dar.

Begünstigter (Bezugsrecht): der Versicherungsnehmer bestimmt, welche
Person im Versicherungsfall die Versicherungsleistung erhalten soll und damit
bezugsberechtigt ist. Das Bezugsrecht kann für den Er- bzw. Ablebensfall
unterschiedlich gestaltet sein.
Der oder die Begünstigten sind mit Namen und Geburtsdatum anzu-
führen.
Im Allgemeinen wird ein widerrufliches Bezugsrecht vereinbart, d.h. der
Versicherungsnehmer kann bis zum Eintritt des Versicherungsfalles jederzeit
das Bezugsrecht ändern. Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht braucht der
Versicherungsnehmer für eine Änderung, wie überhaupt bei Verfügungen über
den Versicherungsvertrag, die Zustimmung des unwiderruflich Begünstigten,
wenn dessen Rechte beeinträchtigt werden können.

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 94 Februar 2012
M MA AT T H HE EM MA AT T I I K K

INHALTSVERZEICHNIS


1. GRUNDLAGEN 95
1.1. Voraussetzungen 95
1.2. Prozentrechnung 95
1.3. Brutto/Netto: 95
2. GLEICHUNGEN UND UNGLEICHUNGEN 96
3. ABBILDUNG ODER FUNKTION 99
4. ZINSRECHNUNG 102
4.1. Grundlagen 102
4.1.1. Überblick über die Methoden der Verzinsung 103
4.2. Zinseszinsrechnung (exponentielle Verzinsung): 103
4.3. Abzinsung (Diskontierung) 106
4.4. Einfache (lineare) Verzinsung: 106
4.5. Unterjährige Verzinsung 108
4.6. Vorschüssige Verzinsung 110
4.7. Nachschüssige Verzinsung 111
4.8. Äquivalente Zinssätze 112
4.9 Gemischte Verzinsung 115
4.10 Tageszählkonventionen: 115



Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 95 Februar 2012
1. GRUNDLAGEN

1.1. Voraussetzungen

- Kenntnis der allgemeinen Rechenregeln für reelle Zahlen (Addition, Subtraktion,
Multiplikation, Division)
- Rechnen mit Brüchen, Quadratwurzeln, Logarithmen
- Geradengleichung in der Ebene

1.2. Prozentrechnung

1% bedeutet 0,01. Werden p% einer Größe K aufgeschlagen, so wächst K an zu
K * (1 + p/100)
Beispiel:
Bei einem Warenwert von € 200.- ergeben 15% Aufschlag einen Endpreis von
200 * ( 1 + 15/100) = € 230.-

Abschlag oder Diskont oder Rabatt:
Werden p% Rabatt gewährt, so erniedrigt sich der Wert der Größe K zu
K * (1 - p/100)
Beispiel:
Bei einem Warenwert von € 300.- ergeben 10% Diskont einen Endpreis von
300 * ( 1 - 10/100) = € 270.-

1.3. Brutto/Netto:
Aus dem Nettopreis einer Ware wird der Bruttopreis gebildet, indem man
Bruttopreis = Nettopreis * (1 + Umsatzsteuer)
rechnet.
Bespiel:
Ein Paar Schuhe kostet brutto € 100.-. Wie hoch ist der Nettopreis, wenn die Umsatzsteuer
16% beträgt? Welchen Betrag macht die Umsatzsteuer aus?
Nettopreis = 100 / (1 + 0,16) ≈ € 86,21.-
Höhe Umsatzsteuer = 100 – 86,21 = € 13,79.- oder 86,21 * 0,16 ≈ € 13,79.-


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 96 Februar 2012
2. GLEICHUNGEN UND UNGLEICHUNGEN

Gesucht sind die Lösungen der folgenden Gleichung:
4x+7=19
Im ersten Schritt wird 7 von beiden Seiten subtrahiert.
4x = 12
Nun werden beide Seiten durch 4 dividiert.
x = 3
Grundsätzlich sind in einer Gleichung alle mathematischen Operationen erlaubt. Einzige
Bedingung ist, diese Operation auf beide Seiten anzuwenden.

Beispiele:
5
18
18 5
3 15 3 2
) 5 *( | 3
5
3 2
=
=
÷ = ÷
÷ =
÷
÷
x
x
x x
x
x
x


12
10 2 2
) 2 )( 5 *( |
2
2
5
1
÷ =
+ = ÷
÷ +
÷
=
+
x
x x
x x
x x


Ungleichungen verhalten sich im Prinzip wie Gleichungen mit der Einschränkung, dass bei
einer Multiplikation beider Seiten mit einem negativen Ausdruck ein „>“ zu einem „<“ wird und
umgekehrt ein „<“ zu einem „>“.
Beispiel:
3/2. als
größer ist x : gilt die für hlen, reellen Za der Raum
dem aus aller x Menge die ist ge Lösungsmen : lies
2
3
| ,
2
3
3 2
)
`
¹
¹
´
¦
> e = >
e >
x R x L x
R x mit x


Beispiel:

unendlich und 1/4 - zwischen Intervall offenes
,
4
1
4
1
| ,
4
1
1 4
2 1 4 8
) ( 1 4 2 8
+

¸

(
¸
(
· + ÷ =
)
`
¹
¹
´
¦
÷ > e = ÷ >
÷ >
÷ > ÷
e + > +
x R x L x
x
x x
R x x x


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 97 Februar 2012
Beispiel:

{ } | |
{ } | |
{ }
oder ........
L und L gen Lösungsmen beiden der g Vereinigun Die
) 3 ( ) 3 ( | : usammen
3 , 3 |
3 3
0 ) 3 ( 0 ) 3 (
) 2
, 3 3 |
3 3
0 ) 3 ( 0 ) 3 (
) 1
: 2
0 ) 3 )( 3 (
) ( 0 9
2 1
2 1
2
1
2
v
=
÷ < v > e =
÷ · ÷ = ÷ < e = ¬
< ÷ < ¬
< ÷ < +
· + = > e = ¬
> ÷ > ¬
> ÷ > +
¬
> + ÷ ·
e > ÷
x x R x L L z
x R x L
x und x
x und x
x R x L
x und x
x und x
Fälle
x x
R x x



Ähnliches Beispiel (Kleiner- statt Größerzeichen!):

{ }
{ } | |
{ } 3 3 | : zusammen
3 , 3 3 3 |
3 3
0 ) 3 ( 0 ) 3 (
) 2
. . ,
3 3
0 ) 3 ( 0 ) 3 (
) 1
: 2
0 ) 3 )( 3 (
) ( 0 9
2 1
2
1
2
< < ÷ e =
+ ÷ = < < ÷ e = ¬
< ÷ > ¬
< ÷ > +
= ¬
> ÷ < ¬
> ÷ < +
¬
< + ÷ ·
e < ÷
x R x L L
x R x L
x und x
x und x
R in Lösung keine existiert es h d L
x und x
x und x
Fälle
x x
R x x





Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 98 Februar 2012
Beispiel:
Zwei Kopiergeräte K1 und K2 stehen zur Verfügung.
K1: pro Kopie entstehen Kosten von € 0,15.- monatlich und weiters € 50.- an
Wartungskosten
K2: Pro Kopie entstehen Kosten von € 0,07.- monatlich und weiters € 74.- an Wartung
Bei welcher Anzahl monatlicher Kopien ist K1 günstiger als K2?

300
24 08 , 0
74 07 , 0 50 15 , 0
<
<
+ < +
x
x
x x

Bei weniger als 300 Kopien ist das Kopiergerät 1 günstiger als Nummer 2.

Beispiel:
2
5
5 2
2 3 3
3 * | ) 2 (
3
1
1
) 2 *( |
3
1
2
1
2 . . , 0 2
: . 1
3
1
2
1
÷ >
÷ >
÷ > +
÷ > +
÷ >
÷
+
> > ÷
>
÷
+
x
x
x x
x x
x
x
x
x h d x
Fall
x
x

Beide Ungleichungen x>-5/2 und x>2 sind für x>2 erfüllt  { } 2 |
1
> = x x L
2
5
5 2
2 3 3
3 * | ) 2 (
3
1
1
] ! [ ) 2 *( |
3
1
2
1
2 . . , 0 2
: . 2
÷ <
÷ <
÷ < +
÷ < +
÷ >
÷
+
< < ÷
x
x
x x
x x
negativ x
x
x
x h d x
Fall

Beide Ungleichungen x<-5/2 und x<2 sind für x<-5/2 erfüllt 
)
`
¹
¹
´
¦
÷ < =
2
5
|
2
x x L
Als gesamte Lösungsmenge erhält man:
( )
)
`
¹
¹
´
¦
|
.
|

\
|
÷ < v > = =
2
5
2 |
2 1
x x x L L L

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 99 Februar 2012
3. ABBILDUNG ODER FUNKTION

Von einer Funktion spricht man dann, wenn einem x-Wert eindeutig ein y-Wert zugeordnet
werden kann. Umgekehrt, also jedem y-Wert eindeutig einen x-Wert zuzuordnen, muss nicht
immer funktionieren.



Definitionsbereich und Wertebereich (= Bildbereich):
Der Definitionsbereich einer Funktion besteht aus der Menge aller
möglichen Werte, die in die Funktion eingesetzt werden können. Klassisch sind das alle
möglichen x-Werte, die in die Funktionsvorschrift eingesetzt werden können.
Der Wertebereich bezeichnet alle möglichen Werte, die die Funktion annehmen kann (= y-
Werte)

Für eine Gerade gilt:
f: R  R, x  k * x + d oder f(x) = k * x + d oder y = k * x + d,
dabei bedeuten:

f: die Funktion f
R  R: Abbildung des Definitionsraumes in R auf einen Bildbereich, der ebenfalls in R liegt
x  k * x + d : Jedem Wert auf der x-Achse, der im Definitionsbereich liegt, wird ein Wert k *
x + d zugeordnet (ein y-Wert).

Die Konstante stellt k die Steigung und d den Abschnitt auf der y-Achse bei x = 0 dar. Diese
Darstellung ist umkehrbar eindeutig.


Bei einer Parabelgleichung hingegen gilt dies nicht:
f: R  R, x  x
2
oder f(x) = x
2
oder y = x
2

Jedem positiven y-Wert können zwei x-Werte zugeordnet werden:
x y ± =

k
d
y = k*x + d
1

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 100 Februar 2012
Funktionen stellt man mittels einer Wertetabelle und eines Graphen dar:

Für eine Gerade
( 2*x bedeutet 2x

):
y = 2 * x + 3
0
5
10
15
20
25
0 2 4 6 8 10 12
x
y


Für eine Polynomfunktion
( x^3 bedeutet x
3
):
y =x^3+2*x^2+x
-4
-2
0
2
4
6
-4 -3 -2 -1 0 1 2
x
y

Für die e-Funktion
( exp(x) bedeutet e
x
):
y =exp(x)
0,00
5,00
10,00
15,00
20,00
25,00
-4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4
x
y





x Y
=2*x+3
0 3
1 5
2 7
3 9
4 11
5 13
6 15
7 17
8 19
9 21
10 23
x Y
=x^3+3*x^2+x
-3 -3
-2,5 0,625
-2 2
-1,5 1,875
-1 1
-0,5 0,125
0 0
0,5 1,375
1 5
x Y
=exp(x)
-3 0,05
-2 0,14
-1 0,37
0 1,00
1 2,72
2 7,39
3 20,09

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 101 Februar 2012
Für den natürlichen Logarithmus:
y =ln(x)
-5,00
-4,00
-3,00
-2,00
-1,00
0,00
1,00
2,00
3,00
0 1 2 3 4 5 6
x
y


Beispiel:

1 kg Äpfel kostet bei einem Händler € 1,80.-. Kauft man dieselbe Sorte beim Erzeuger, so
beträgt der Preis € 1.- pro kg, allerdings fallen für die Fahrt zum Erzeuger Spesen in der
Höhe von € 30.- an. Welche Menge Äpfel muss man mindestens kaufen, damit sich die Fahrt
zum Erzeuger lohnt? Stellen Sie den Sachverhalt in einer Grafik dar.

x kg Äpfel
kg x
x
x x
5 , 37
4 / 5 * | 30 8 , 0
30 1 8 , 1
=
=
+ =


Preisvergleich Äpfel
0
20
40
60
80
100
0 20 40
kg

Preis b Händler
=1,8*x
Preis b Erzger
=1*x+30


x y
=ln(x)
0,01 -4,61
0,1 -2,30
0,2 -1,61
0,5 -0,69
1 0,00
2 0,69
3 1,10
4 1,39
5 1,61
6 1,79
kg Äpfel
Preis b
Händler Preis b Erzger
x =1,8*x =1*x+30
1 1,8 31
2 3,6 32
5 9 35
10 18 40
15 27 45
20 36 50
25 45 55
30 54 60
35 63 65
40 72 70
45 81 75
50 90 80

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 102 Februar 2012

4. ZINSRECHNUNG

4.1. Grundlagen

Die Zinsrechnung gleicht der Prozentrechnung. Der wesentliche Unterschied besteht darin,
dass die Zinsrechnung die Zeit mit einbezieht.

Größen, die in eine Zinsrechnung eingehen, sind:

- Zinsen
- Kapital
- Zinssatz (Zinsfuß)
- Zeit (Laufzeit)

Gegeben sei eine Größe X, die zum Zeitpunkt t (t = 0, 1, ................, n) den Wert Kt
(t = 0, 1, 2, ............, n) annimmt. Die Werte Kt stellen eine Zeitreihe dar, die sich von
(t – 1) bis t oder, anders geschrieben, von t bis t+1 (12, 23, 34, usw.) ändern können.

K
0
K
1
K
2
K
3 usw.
K
n




0 1 2 3 4 5 ............... n

t = 0, 1, 2, ............................, n Zeitpunkte
1, 2, ............................, n Perioden (Jahre)

n = Laufzeit (Zinsdauer): Jahre, Monate, Tage


Zeitpunkt
0 = Anfang des 1. Jahres
1 = Anfang des 2. Jahres = Ende des 1. Jahres
..................
N = Anfang des (n + 1). Jahres = Ende des n
ten
Jahres

y

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 103 Februar 2012

4.1.1. Überblick über die Methoden der Verzinsung

Man unterscheidet grundsätzlich 4 Verfahren der Verzinsung,
1. stetige
2. diskrete
3. einfache und
4. lineare.

Typ Verzinsung Diskontfaktor Aufzinsungsfaktor Zinsanteil
stetig exp(-i
s
* t) exp(+i
s
* t) exp(i
s
* t) – 1
diskret (1 + i)
-t
(1 + i)
t
(1 + i)
t
– 1
einfach 1 / (1 + i * t) 1 + i * t i * t
linear 1 - i * t 1 + i * t i * t

Zinszuschläge erfolgen im Allgemeinen nur zu bestimmten Zeitpunkten
(=Zinszuschlagsterminen = Zinsverrechnungsterminen = kurz: Zinsterminen). Bei der
diskreten Verzinsung erfolgt der Zinszuschlag 1x/Jahr (Sparbuch), halbjährlich, vierteljährlich
oder monatlich.
Bei der stetigen Verzinsung erfolgt die Zinsverrechnung in theoretisch unendlich vielen
Zeitpunkten, d.h. es wird ständig verzinst. Daraus resultiert eine e-Funktion.
Einfache und lineare Verzinsung werden in der Praxis oftmals synonym verwendet. Die
einzelnen Methoden werden im Folgenden im Detail behandelt.

4.2. Zinseszinsrechnung (exponentielle Verzinsung):
Ist eine Art der diskreten Verzinsung.

Gegeben sei ein Anfangskapital K
0
und Zinsfuß p. Am Ende eines jeden Jahres t, t =
1,2,3,.............., n werden Zinsen für K
t-1
bezahlt, also nicht nur für K
0
(Anfangskapital),
sondern für K
0
und auch in der Zwischenzeit aufgelaufene Zinsen.

Aus einem Anfangskapital K
0
erhält man den Kontostand K
1
nach 1 Jahr bei p% Verzinsung:

K
1
= K
0
+ Zinsen = K
0
+ K
0
* p/100= K
0
( 1 + p/100 )
1
= K
0
( 1 + i )
1


Dabei bezeichnet:

p ....... Zinsfuß, z. B. p = 4
i ……. Zinssatz (i = p/100), z. B. i = 4 % p.a.
Das Kürzel “p.a.“ bedeutet „per annum“ und heißt soviel wie „pro Jahr“ oder „jährlich“. Das ist
die Bezeichnung für den Jahresnennzins (=nomineller Jahreszins).


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 104 Februar 2012
Zinsen am Ende der einzelnen Jahre:

Anfallende Zinsen Anfallende Zinsen Anfallende Zinsen
Z
1
= K
0
* i
Z
2
= K
1
* i = (K
0
+ K
0
* i ) * i = K
0
* (1+i) * i
Z
3
= K
2
* i K
0
* ( 1 + i ) = K1
K
0
* ( 1 + i ) * ( 1 + i ) = K2
= K
0
* ( 1 + i ) * ( 1 + i ) * i
= K
0
* (1+i)
2
* i
.................
Z
n
= K
n-1
* i = K
0
* (1+i)
n-1
* i = K
0
* (1+i)
n-1
* i


Kapital am Ende der einzelnen Jahre:

K
1
= K
0
+ K
0
* i = K
0
+ z = K
0
* ( 1 + i )
K
2
= K
1
+ K
1
* i = K
1
+ Z
2
= K
0
* ( 1 + i )
= K
0
* ( 1 + i ) * ( 1 + i)
= K
0
* ( 1 + i )
2

K
3
= K
2
+ K
2
* i = K
2
+ Z
3
= K
0
* ( 1 + i )
= K
0
* ( 1 + i ) * ( 1 + i )
= K
0
* ( 1 + i ) * ( 1 + i ) * (1 + i )
= K
0
* ( 1 + i )
3

K
n
= K
n-1
+ K
n-1
* i
K
n
= K
0
* ( 1 + i )
n


Da das Kapital von Periode zu Periode anwächst, nennt man die Berechnung mittels

K
n
= K
0
* ( 1 + i )
n
= K
0
* q
n

auch „Aufzinsen“. Den Faktor

q = 1 + i = 1+ p/100

bezeichnet man als den Aufzinsungsfaktor. Oft wird er auch als

r = 1 + i

dargestellt.

Dabei werden die Zinsen des abgelaufenen Jahres am Jahresende zum Kapital
hinzugerechnet („kapitalisiert“) und im folgenden Jahr mitverzinst. (Daher: „Zinseszins“)

Beispiele:

1. Ein Kapital von 3000 € wird mit 5% verzinst. Wie viel bekommt man am Ende eines
Jahres samt Zinsen?
K
1
= K
0
* (1 + p/100)
1
= 3000 · (1+5/100) = 3000 · 1,05 = € 3150.-

2. Ein Kapital von 3000 € soll 4 Jahre mit 5% Zinsen verzinst werden. Wie viel ist der
Endbetrag?
K
4
= K
0
* (1 + p/100)
4
= 3000 · (1+5/100)
4
= € 3646,52.-

3. Welches Kapital muss ich heute anlegen, um 20 000 € nach 10 Jahren bei 3%
Verzinsung zu bekommen?
K
0
= K
n
/ (1+p/100)
10
= 20 000 / 1,03
10
= 14881,88 €




Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 105 Februar 2012
4. Bei welchem Zinssatz wurde ein Kapital von 4500 € angelegt, wenn es in 5 Jahren
auf 5344,59 € angewachsen ist?
K
n
= K
0
· q
n

5344,59 = 4500 · q
5
|: 4500
1,18769 = q
5
| 5.Wurzel ziehen
q =
5
18769 , 1
= 1,035
1+p/100 = 1,035  i = 3,5%

5.
Gegeben: i = 0,08 Jahr
-1
, n = 2 Jahre
und K
0
= € 10.000.-
Gesucht: K
2

Lösung: K
2
= K
0
* ( 1+ i)
2

= 10.000 * ( 1 + 0,08)
2

= € 11.664.-

6. Wie lange muss ich ein Kapital von 1000 € auf der Bank zu i = 4,5% p.a. liegen
lassen, damit ich 2000 € bekomme?

K
n
= K
0
· q
n

K
n
/ K
0
= q
n
| ln
ln (K
n
/ K
0
)= ln (q
n
)
ln (K
n
/ K
0
)= n * ln q
n = ln (K
n
/ K
0
) / ln q
n = 15, 75 Jahre

7. Welches Endkapital erhält man in 10 Jahren, wenn man heute 3000 € einlegt, in 3
Jahren 2000 € einlegt und in 7 Jahren 6500 € einlegt? (Zinssatz i = 3% p. a.)

Zum besseren Überblick wird eine Zeitleiste
angelegt:
q = 1,03
Danach wird im Prinzip nur noch summiert:
E = 3000· q
10
+ 2000· q
7
+ 6500· q
3
= 13594,22 €
Wenn man die Kapitalien ohne Zinsen summiert,
erhält man: 3000+2000+6500 = 11500 €, also
erhält man an Zinseszinsen: 13594,22 – 11500 =
2094,22 €
(Quelle: Finanzmathematik, Gurtner 2003)


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 106 Februar 2012

4.3. Abzinsung (Diskontierung)
ist der umgekehrte Weg. Man berechnet aus einem gegebenen K
n
ein gesuchtes K
0
:

n
n
i
K
K
) 1 (
0
+
=

Den Faktor 1/ (1 + i )
n
= (1 + i )
-n
nennt man Abzinsungsfaktor, es gilt weiter:

Abzinsungsfaktor = 1 / Aufzinsungsfaktor.

Mithilfe des Logarithmus kann die diskrete Verzinsung in eine stetige umgewandelt werden:
(1 + i)
n
= exp(i
s
* n)
ln [ (1 + i)
n
] = ln [ exp(i
s
* n) ]
n * ln (1 + i ) = i
s
* n
ln (1 + i ) = i
s
wobei i
s
der stetige Zinssatz ist, d. h.:

K
n
= K
0
* ( 1 + i )
n
 K
n
= K
0
* e
i
s
n

Die exponentielle Verzinsung mit Jahresnennzins i liefert dieselben Ergebnisse für
ganzzahlige Zinsperioden wie die äquivalente stetige Verzinsung mit i
s
!

4.4. Einfache (lineare) Verzinsung:

Bei einfacher Verzinsung sind die Zinsen pro Zeiteinheit immer konstant. Im einfachsten Fall
fällt also jedes Jahr derselbe Zinsbetrag an. Das Kapital wächst damit linear mit der Dauer
der Anlage, was einer Geradengleichung entspricht.

K
n
= K
0
* ( 1 + n * i) = K
0
+ K
0
* i * n
K
0
= Achsenabschnitt
K
0
* i = Steigung der Geraden


Die Laufzeit n steht bei dieser Art der Verzinsung nicht im Exponenten, sondern als Faktor
vor dem Zinssatz i.
Sind Anfangskapital, Laufzeit und Zinssatz gegeben, kann das Endkapital berechnet werden.
Andererseits kann auch das Anfangskapital berechnet werden, wenn Endkapital, Laufzeit
und Zinssatz gegeben sind. In ähnlicher Weise können auch die Laufzeit und der Zinssatz
bestimmt werden, wenn die restlichen Größen bekannt sind.

K
n
= K
0
* (1 + n*i )
) * 1 (
0
i n
K
K
n
+
= einfache Diskontierung

) * 1 ( i n + Aufzinsungsfaktor
) * 1 (
1
i n
v
+
= einfacher Abzinsungsfaktor




Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 107 Februar 2012
Beispiel:
Lineares Abzinsen

Gegeben: i = 0,10 Jahr
-1
, n = 0,5 Jahre und K
n
= € 10.000.-
Gesucht: K
0

Lösung: K
0
= K
n
* ( 1- n*i)
= 10.000 * ( 1 – 0,5 * 0,1)
= 10.000 * (0,95) = 9.500 Euro


Bei dieser Verzinsungsmethode werden die Zinsen nicht mitverzinst!

Die einfache Verzinsung kommt für ganze Jahre in der Praxis nicht vor. Gängig ist diese
Berechnung für Teile einer Zinsperiode, wie etwa Bruchteile eines Jahres.
Bezeichnet i den Jahresnennzins und liegt 1 Zinstermin pro Jahr vor, so stellt jeder Zeitraum
< 1 Jahr eine gebrochene Zinsperiode dar. In diesem Fall wird i. d. R. linear verzinst.

Es liege ein gewisses Kapital von Anfang Mai bis Anfang Oktober vor:

K
5
liegt n Monate (n=5):
K
5
= K
0
* (1 + 5/ 12 * i )

in der Zukunft.

Liegt das Kapital z. B. vom 1. Mai bis zum 20. Mai vor, so gilt:

K
19
liegt n Tage:
K
19
= K
0
* (1 + 19/ 360 * i )

(Dabei wird jeder Monat mit 30 Tagen und ein Jahr somit mit 360 Tagen angenommen.)


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 108 Februar 2012
Eine andere Art der diskreten Verzinsung stellt die

4.5. Unterjährige Verzinsung

dar. Wenn bei der Zinseszinsrechnung der Zuschlag der aufgelaufenen Zinsen auf das
Kapital zu mehreren Terminen (=Zinsverrechnungstermine, kurz: Zinstermine) gleichen
Abstands innerhalb eines Jahres erfolgt, spricht man von unterjähriger Verzinsung, d.h. die
Zinsen werden nicht am Ende eines jeden Jahres, also jährlich dem Kapital zugeschlagen
und dann mitverzinst, sondern

halbjährlich oder
vierteljährlich oder
monatlich usw. oder allgemein 1/m -jährlich („ein-mtl-jährlich“)

Je größer m wird, umso kleiner wird die Zinsperiode, und umso häufiger werden Zinsen zum
Kapital zugeschlagen. Die unterjährige Verzinsung entspricht einer exponentiellen
Verzinsung, wobei bei ersterer die Zinsperiode kein ganzes Jahr, sondern ein 1/m – tes Jahr
ist.

Häufig erfolgt die Verzinsung mehrmals im Jahr. Die Anzahl der Zinsperioden im Jahr sei m,
wobei m in der Re gel nur die Werte 2, 4 oder 12 annimmt, dies entspricht Zinsperioden von
der Dauer eines Halbjahres (Semesters) eines Vierteljahres (Quartals) oder eines Monates.

Den Jahresnennzins oder nominellen Jahreszins bezeichnet man mit j
m
.

Der Index m deutet an, dass der Zins m-mal im Jahr in Raten zu j
m
/m = i
m
verrechnet wird.
Man nennt i
m
den relativen Zinssatz. Für j
1
= i
1
schreibt man kurz i. Daher bedeutet z.B j
12
=
6%, dass 12-mal im Jahr ein relativer Zinssatz i
12
= 0,5% verrechnet wird, oder j
4
= 4%, dass
4-mal im Jahr ein relativer Zinssatz i
4
= 1% verrechnet wird!

Die entsprechenden Symbole bei antizipativem Zinseszins sind folgende: f
m
ist der
Jahresnenndiskont oder der nominelle Jahresdiskont. f
m
/ m = d
m
ist der relative
Diskontsatz. Für f
1
= d
1
schreibt man kurz d.

Jährliche Verzinsung
(Gegeben: i =Jahresnennzinssatz)
Unterjährige Verzinsung
(Gegeben: i = Jahresnennzinssatz)


K
n
= K
0
* ( 1 + i)
n


K
n
= K
0
* ( 1 + i / m )
n*m




Verzinsung m
monatliche 12
vierteljährlich 4
halbjährlich 2
jährlich 1

Den Zinssatz i
m
= i/m nennt man relativen Zinssatz: z. B.:
Jahresnennzins i = 6% p. a.
Anzahl der Zinsperioden pro Jahr m = 12
-> relativer Zinssatz i
m
= i
12
= 0,5%.





Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 109 Februar 2012
Beispiel (exponentielle Verzinsung):

Auf welche Summe wachsen € 1.500.- bei i = 3 % Zinsen p.a. in 10 Jahren an, wenn das
Kapital jährlich verzinst wird (= die Zinsperiode beträgt 1 Jahr)?

K
n
= K
0
* ( 1 + i )
n
= 1.500 * ( 1 + 0,03)
10
=
2.015,87

Auf welche Summe wachsen € 1.500.- bei i = 3 % Zinsen p.a. in 10 Jahren, wenn das Kapital
monatlich verzinst wird (=die Zinsperiode beträgt 1 Monat, die Zinsverrechnung erfolgt
monatlich)?






Überlegungen:

Die Angabe i = 3 % p.a. bezieht sich auf ein Jahr. Wenn monatlich verzinst wird, bedeutet
dies, daß im 1. Monat 3/12 % zum Anfangskapital hinzugeschlagen werden, im zweiten
Monat wieder 3/12 % usw.:

K
120
= 1.500* ( 1 + 0,03 / 12 )
120
= 2.024,03

Da mehr Zinstermine auftreten muss das letzte Ergebnis (2.024,03) größer sein als das
frühere (2.015,87).

Aus dem relativen Zinssatz lässt sich ein konformer Jahreszinssatz (=effektiver Zinssatz)
errechnen: Setzt man

( 1 + i / m )
m
= 1 + i
eff

so erhält man den konformen (=effektiven) Zinssatz i
eff
.

Ausgangslage: 12 %
p.a.
keine Nebenkosten
Jährliche Verzinsung monatliche
Verzinsung
quartalsweise
Verzinsung
Nomineller Zinssatz
(Ausgangslage)
12 % p.a. 12 % p.a. 12 % p.a.
Relativer Zinssatz (12% / 1 Jahr ) =
12%
(12% / 12 Monate) =
1 %
(12% / 4 Monate) =
3 %
Effektiver Zinssatz 12 % = tatsächlicher Zinssatz
auf ein Jahr bezogen,
wenn monatlich verzinst
wird

[Formel: (1+ i _)
m
- 1]
m

 [1+ 0,01 ]
12
– 1

= 12,68 % p.a.


= tatsächlicher Zinssatz
auf ein Jahr bezogen,
wenn quartalsmäßig
verzinst wird

[Formel: (1+ i _)
m
- 1]
m

 [1+ 0,03 ]
4
– 1

= 12,55 % p.a.




Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 110 Februar 2012
Der effektive Zinssatz wird auch der zu dem nominellen Zinssatz konforme (= äquivalente
= gleichwertige) Jahreszinssatz genannt, d.h. 1 % p. m. bei monatlicher Verzinsung
entsprechen einer 12,68%igen jährlichen Verzinsung ( 1 % p.m.  12 % p.a.). Der
Grund hierfür liegt wiederum in der „Zinseszinsberechnung“: Bei monatlicher Verzinsung
(ausgehend von nachschüssiger Verzinsung) werden jedes Monatsende die Zinsen zum
Anfangskapital hinzugezählt (man spricht von „Kapitalisierung“) und später vom
„Anfangskapital inkl. Zinsen“ die neuen Zinsen berechnet usw. Der jährliche nominelle
Zinssatz ist kleiner als der effektive, der aus einer unterjährlichen relativen Verzinsung
resultiert.

Bei einer jährlichen Verzinsung wird nur einmal kapitalisiert, und zwar am Jahresende (K
0
=
Zinsberechnungsbasis bleibt das ganze Jahr über gleich).

Beispiel:
Jahresnennzins i = 12% p. a.
Anzahl der Zinsperioden pro Jahr m = 12
relativer Zinssatz i
m
= i
12
= 1%
i
eff
= 12,68%


4.6. Vorschüssige Verzinsung



0 1 2 3 4 5 .................n

Von vorschüssiger bzw. antizipativer Verzinsung spricht man, wenn die Zinsen zu Beginn der
Verzinsungsperiode fällig werden. Die Zinsen werden, genau gleich wie bei der
nachschüssigen Verzinsung, vom Anfangskapital berechnet. Zur Auszahlung kommt jedoch
der um die Zinsen verminderte Betrag. Die Zinsen werden vom Kapital abgezogen. Es wird
ein Diskont gewährt.
Vorschüssige Verzinsung ist üblich bei der Diskontierung von Wechseln sowie vereinzelt bei
Kreditaufnahmen.

Beispiel:
Bei einem Kreditbetrag von € 100.000,00.- und einem antizipativen Zinssatz von d = 10 %,
werden vom Kreditinstitut bei einfacher Verzinsung € 10.000,00 als Zinsen einbehalten und
€ 90.000,00 an den Kreditnehmer ausbezahlt Nach Ablauf einer Periode von z. B. einem
Kalenderjahr muss der volle Kreditbetrag von € 100.000,00.- vom Kreditnehmer
zurückgezahlt werden. Bis zur Laufzeit einer ganzen Zinsperiode (hier: 1 Jahr) kann die
lineare Verzinsung verwendet werden, darüber hinaus wird exponentiell verzinst.
K
0
= K
n
* (1 – n * d) = K
n
* (1 – d)
1

K
0
= € 100.000,00 * (1 – 1 * 0,1)
K
0
= € 100.000,00 * 0,9
K
0
= € 90.000,00
Es werden € 90.000.- am Beginn der Laufzeit ausbezahlt.
Die Laufzeit betrage nun 5 Jahre. Der Zinssatz bleibt mit d = 10 % gleich. Die Frage ist jetzt,
wie viel man vom Kreditinstitut am Anfang der Laufzeit ausbezahlt bekommt. Am Ende der
Laufzeit von 5 Jahren muss nach wie vor ein Betrag von € 100.000,00.- zurückgezahlt
werden.
K
0
= K
n
* (1 – d)
n

K
0
= € 100.000,00 * 0,9
5

K
0
= € 59.049,00
Es werden € 59.049.- am Beginn der Laufzeit ausbezahlt.
t

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 111 Februar 2012

4.7. Nachschüssige Verzinsung




0 1 2 3 4 5 ................n

Um nachschüssige bzw. dekursive Verzinsung handelt es sich, wenn die Zinsen wiederum
vom entlehnten Kapital berechnet werden ABER, im Unterschied zur antitzipativen
Verzinsung, dem Kapital am ENDE der Zinsperiode ZUGERECHNET werden. Die Formel
dazu lautet:
K
n
= K
0
* (1 + i * n) für die lineare Verzinsung und
K
n
= K
0
* (1 + i )
n
für die exponentielle

Beispiel:
Die mit Sicherheit bekannteste und in der Praxis am weitesten verbreitete Form von
einfacher, dekursiver Verzinsung ist das Sparbuch. Angenommen, ein Betrag von € 1.000,00
liege am 15.2.02 vor. Der Zinssatz bei 5jähriger Bindung des Kapitals sei 3,5 %. Es
interessiert heute,
a. wie viel diese Anlage zu Ende des Jahres wert ist und in weiterer Folge
b. wie viel am Ende der Laufzeit von fünf Jahren. Für das erste Anlagejahr
berechnen wir die Zinstage. Wir rechnen mit 30 Tagen/Monat und 360
Tagen/Jahr. Der Februar hat 15 zinsrelevante Tage und zehn Monate à 30
Tage werden für den Rest des Jahres addiert:
Lösung:
a.
K
n
= K
0
* (1 + i * n)
K
n
= € 1.000,00 * (1 + 0,035 * 315/360)
K
n
= € 1.000,00 * 1,030625
K
n
= € 1.030,63
Die Zinsen für 315 Tage betragen demnach € 30,63.
Das Sparbuch startet nun mit einem Kapital von € 1.030,63 ins nächste Jahr. Von diesem
durch die Zinsen vermehrte Sparbetrag werden wiederum Zinsen berechnet, daher der
Name Zinseszinsen.
b.
Da für volle Zinsperioden exponentiell verzinst wird, liegen nach 5 Jahren auf dem Sparbuch
K
n
= K
0
* (1 + i)
n

K
n
= 1.000,00 * (1 + 0,035)
5

K
n
= 1.000,00 * 1,187686
K
n
= € 1.187,69.-.

t

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 112 Februar 2012
4.8. Äquivalente Zinssätze
Wir haben zwei Arten von Verzinsung kennengelernt, vorschüssige bzw. antizipative und
nachschüssige bzw. dekursive. Welcher Zinssatz scheint vorteilhafter?
Äquivalent sind Zinssätze dann, wenn Sie aus dem gleichen Anfangskapital über denselben
Zeitraum verzinst die gleichen Endkapitalien liefern. Durch Gleichsetzung der vorschüssigen
und der nachschüssigen Zinsberechnungsformel gelangt man zu:
i
i
d
+
=
1
Umwandlung eines nachschüssigen Zinssatzes i in einen vorschüssigen d

d
d
i
÷
=
1
Umwandlung eines vorschüssigen Zinssatzes d in einen nachschüssigen i

Beispiel:
Wir haben bei dem Kreditangebot von € 100.000,00 neben der Variante 1 mit einem
vorschüssigen Zinssatz von d = 10 % auch eine Variante 2 mit einem nachschüssigen
Zinssatz von i = 10 % zur Auswahl. Welcher Zinssatz ist jetzt für Sie als Kreditnehmer
vorteilhafter, weil günstiger? Wir könnten im Fall der Variante 1 unseren Auszahlungsbetrag
berechnen und aus der Differenz mit dem Kreditbetrag die Zinsen kalkulieren. Gleiches
machen wir im Fall der Variante 2, nämlich die Berechnung des Endkapitals bei einem
Auszahlungsbetrag von € 100.000,00.- und ermitteln wiederum die Zinsen aus der Differenz
der beiden Beträge. Dieses richtige aber umständliche Verfahren können wir anhand der
äquivalenten Zinssätze eleganter lösen. Wir formen für die Variante 1 den antizipativen
Zinssatz d in einen dekursiven i um und vergleichen das Ergebnis mit dem dekursiven
Zinssatz der Variante 2:
i = 0,10
1 – 0,10
i = 0,10
0,90
i = 11,11 %
D.h. ein antizipativer Zinssatz von 10 % entspricht einem dekursiven von 11,11 %, was
bedeutet, dass wir als Kreditnehmer mehr Zinsen dafür bezahlen müssen. Dementsprechend
werden wir uns für die Variante 2 (dekursive Verzinsung) entscheiden und 1,11 % an
dekursiven Zinsen sparen.


Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 113 Februar 2012
Zum Abschluss wird ein Vergleich der verschiedenen Verzinsungsmethoden anhand einer
Wertetabelle und einer Grafik dargestellt:
Jahresnennzins i = 4%
äquiv. stetiger i
s
= 0,03922071
Linear Diskret Stetige Stetige
n y Y y Y
(Jahre) = (1 + n * i) = (1 + i)^n = exp(i
s
* n) = exp(i

* n)
0 1,00 1,00 1,00 1,00
1 1,04 1,04 1,04 1,04
5 1,20 1,22 1,22 1,22
10 1,40 1,48 1,48 1,49
15 1,60 1,80 1,80 1,82
20 1,80 2,19 2,19 2,23
25 2,00 2,67 2,67 2,72
30 2,20 3,24 3,24 3,32
35 2,40 3,95 3,95 4,06
40 2,60 4,80 4,80 4,95
45 2,80 5,84 5,84 6,05

Vergleich der Verzinsungsmethoden
0,00
1,00
2,00
3,00
4,00
5,00
6,00
7,00
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50
Laufzeit in Jahren
K
a
p
i
t
a
l

a
m

E
n
d
e

d
e
r

L
a
u
f
z
e
i
t
y = (1 + n * i)
y = (1 + i)^n
y = exp(is * n)
y = exp(i * n)

ln(1+i) = i
s

Man erkennt, dass die diskrete und stetige Verzinsung die lineare nach einigen Zinsperioden
weit hinter sich lassen.

Allgemein lautet für eine oder m Zinsperioden im Jahr die Äquivalenzgleichung:
d d
i i
m
m
m
÷
=
÷
= + = +
1
1
) 1 (
1
) 1 ( 1
Wird ein Kapital zu i =4% oder f
4
=4% oder j
2
=4% gleich lang aufgezinst, so erhalten wir
jedes Mal einen anderen Endwert. Jahresnennzinse und Jahresnenndiskonte, die dagegen
den gleichen Endwert liefern, nennt man äquivalent. f
4
=4% bedeutet: der Jahresnenndiskont
beträgt 4 % p.a. zu 4 Perioden (d
4
=f
4
/4 =1% pro Quartal). j
2
=4% bedeutet: der
Jahresnennzins beträgt 4% p.a. zu 2 Zinsperioden (i
2
=j
2
/2 =2% pro Halbjahr).

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 114 Februar 2012
Wenn die nominellen Zins- und Diskontsätze i, j
m
, f
m
, d zueinander äquivalent sind, nennt
man die relativen Zins- und Diskontsätze in i, j
m
, f
m
, d zueinander konform, d.h. sie liefern
denselben Kapitalwert.

Wert ausgedrückt durch
i r d oder
i = i r-1 d / (1-d) d.r
r = 1+i r 1 / (1-d) i / d
d = i / (1+i) (r+1) / r d i / r


Beispiele:

1) Ein Kapital K
0
=2.400.- ist n =5 Jahre aufzuzinsen bei a) i=4%, b) j
4
=4%, c) d=4%, d) f
4

=4%.
a) K
5
=K
0
. r
5
=2.400· 1.04
5
=2.919,97
b) K
5
=K
0
. r
4
20
=2.400.1,01
20
=2.928,46
c) K
5
=K
0
. r
5
=2.400· 1,04166667
5
=2.943,44
d) K
5
=K
0
. r
20
=2.400·1,010 101 010
20
=2.934,32

2) Für eine Realität bietet A € 50.000,- sofort und € 20.000,- in 3 Jahren, B bietet sofort €
40.000,-. Wie viel hat er nach einem Jahr noch zu zahlen, damit sein Angebot dem des A
gleichwertig wird? j
2
= 4% p.a.

Da der Wert eines Kapitals von dem Zeitpunkt abhängt, an dem es gezahlt wird, kann man
die Kapitalien nicht selbst, sondern nur ihre auf ein und denselben Zeitpunkt auf- oder
abgezinsten Werte vergleichen!!! Wir wählen als Bezugspunkt das Ende des ersten Jahres
und setzen an:

50.000 . 1,022 + 20.000· 1,02
-4
= 40.000· 1,02
2
+ X
X =10.000· 1,02
2
+ 20.000· 1,02
-4
= 28.880,91

Wählt man hingegen das Ende des dritten Jahres als Bezugspunkt, so kommt man zu dem
Ansatz:

50.000 . 1,02
6
+ 20.000 = 40.000· 1,02
6
+ X . 1,02
4

Wird diese Gleichung durch 1,02
4
dividiert, so erhält man wieder den ersten Ansatz und
erkennt, dass die Wahl des Bezugspunktes beliebig erfolgen kann. Man wird jenen erwählen,
der für die Berechnung am zweckmäßigsten erscheint.

3) Der Betrag K
0
=2.400 sei über n =5 Jahre aufzuzinsen bei a) i =4%, b) j
4
=4% und unter
Berücksichtigung der KEST (k=25%) zu berechnen:

a) i =4%, i’ = i.(1 – k) = 0,04 . 0,75 =0,03
K
n
=2.400· 1,03
5
=2.782,26

b) j
4
= 4%, i
4
= 1%. Da die Kapitalertragssteuer vom jährlichen Zinsertrag zu zahlen ist,
berechnen wir zunächst mit Hilfe der Äquivalenzgleichung den konformen Jahreszins i.
1 + i = (1- i4)
4
, i = 1,01
4
- 1 = 0,04060401
i’ = 0,040 60401 ·0,75 = 0,0304530075
K
5
= 2.400 . 1,030453 = 2.788,38

4) Eine Maschine kostet bei sofortiger Barzahlung, € 16.000,-. Werden dagegen bar nur
€ 8.000,- erlegt, so sind in 5 Monaten € 8.500,- zu bezahlen. Welcher Diskontsatz d wurde
verrechnet?

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 115 Februar 2012
Wir wenden monatliche Diskontierung an:
16.000 = 8.000 + 8.500· (1 – d
12
)
5

d
12
=1 – (8.500 / 8.000)
1/5
=0,012 051 714; f
12
=14,46%
d = 1 – (1 – d
12
)
12
= 13,54%


4.9 Gemischte Verzinsung

Bei der gemischten Verzinsung werden für ganze Jahre (bzw. Verzinsungsperioden)
Zinseszinsen und für den Bruchteil einer Zinsperiode (typischerweise 1 Jahr) einfache
Zinsen bzw. kaufmännischer Diskont verrechnet.

Ein Kapital K
0
sei n Jahre und T Tage aufzuzinsen.

K
n
= K
0
(1+ i)
n
. (1 + i. T/365)

bei kalendermäßiger
Verrechnung. Wird eine Kapitalertragssteuer von k% berücksichtigt, so ist i durch
i’ =i . (1 - k) zu ersetzen.

Beispiel:
1. Ein Kapital von € 1.000,- ist mit i = 3,5% vom 1. 1. 1995 bis zum 18. 5. 1998 aufzuzinsen
(Tageszählkonvention act/365),
a) ohne KEST,
b) mit k = 25%.

a) K
n
= 1.000· 1,035
3
· (1 + 0,035 . 138 / 365) = 1.123,39
b) i’ = 0,035 . 0,75 = 0,026 25
K
n
=1.000· 1,02625
3
. (1 + 0,02625 . 138 / 365) =1.091,56

2. Ein Kapital von € 1.000,- wurde am 1. 1. 1970 angelegt. Wann ist es auf € 2.500,-
angewachsen bei
a) i = 4%, b) j
4
= 4% und gemischter Verzinsung?

1.000· 1,04
n
= 2.500
n = In 2.5 / In 1,04 = 23,362.
Wir erhalten 23 Jahre und aus
2.500 = 1.000 . 1,04
23
. (1 + 0,04 . T / 360) ergibt sich
T= 128,84 ~ 129
Das war der 9. Mai 1993


4.10 Tageszählkonventionen:

Für bestimmte Verzinsungsarten ist es für die konkrete Rechnung wichtig, wie viele Tage ein
Monat und wie viele Tage ein Jahr hat. Die häufigsten Tageszählkonventionen sind:

30/360, act/360, act/365, act/act.

Der einfachste Fall ist 30/360, bei dem jedes Monat 30 Tage und das Jahr 360 (siehe
voriges Beispiel) hat. Der realistischste Fall ist act/act, bei dem die aktuelle Tagesanzahl
ermittelt wird. Je nach Finanzprodukt kann die Tageszählweise unterschiedlich sein. Beim
Aufnahmetest wird die Tageszählkonvention angegeben sein, wenn sie von 30/360
abweicht.

VOLKSWIRTSCHAFT
INHALTSVERZEICHNIS 1 WAS IST VWL 4
4 4 4 5

1.1 Versuch einer Definition der Volkswirtschaftslehre 1.2 Wozu Wirtschaften 1.3 Ziele der Wirtschaftspolitik 1.4 Wer steuert eigentlich eine Volkswirtschaft

2

DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KREISLAUF UND DAS BRUTTOINLANDSPRODUKT

7
7 8 9 10

2.1 Die Basis des volkswirtschaftlichen Kreislaufmodells 2.2 Die Banken im Zentrum des volkswirtschaftlichen Kreislaufes 2.3 Was ist das Bruttoinlandsprodukt 2.4 Wie wird das BIP gemessen

3

DIE ROLLE DES GELDES

10
10 12 13 14

3.1 Funktionen des Geldes 3.2 Der innere Wert des Geldes 3.3 Der äußere Wert des Geldes 3.4 Geldschöpfung

4

PREISSTABILITÄT UND INFLATION

15
15 16 17 19

4.1 Was bestimmt den Preis 4.2 Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis 4.3 Die Marktform bestimmt den Preis 4.4 Inflation

5

GELDPOLITIK

20
20

5.1 Die Steuerung der Geldmenge

6

DIE EZB UND DIE NATIONALEN NOTENBANKEN

22
22 22 Februar 2012

6.1 Die EZB 6.2 Aufgaben der nationalen Notenbanken (z.B. OeNB) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 2

7 8

BUDGET- UND FISKALPOLITIK VOLLBESCHÄFTIGUNG UND ARBEITSLOSENRATE

23 25
25 25 26

8.1 Was bedeutet Vollbeschäftigung 8.2 Ursachen von Arbeitslosigkeit 8.3 Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

9

DIE ZAHLUNGSBILANZ

27
27 28

9.1 Die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz 9.2 Defizit oder Überschuss

Aufnahmeskriptum Bachelor

Seite 3

Februar 2012

Das Problem liegt in dem Konflikt zwischen den scheinbar unbegrenzten Bedürfnissen und den knappen Mitteln bzw. der sich um fundamentale Erkenntnisse über Zusammenhänge und Abläufe wirtschaftlicher Art bemüht.: Unter Volkswirtschaftslehre wird jener Teil der Wirtschaftswissenschaften bezeichnet. die so argumentierten. Laut dieser Definition versucht ein Volkswirt alle Zusammenhänge in einer Volkswirtschaft. auch wenn es bloß das Wetter ist). wozu so viele Menschen damit beschäftigt sind. wie komplex dieses Aufgabengebiet ist. Ein solcher Abgrenzungsversuch kann in der Definition des Aufgabengebietes gesehen werden. man soll der Natur den Lauf der Dinge überlassen und sich nicht in die Abläufe der Wirtschaft einmischen (Es gab sogar viele Theoretiker. muss man versuchen diese Wissenschaft gegenüber anderen Lehren abzugrenzen.). Ein Blick in Gabler´s Wirtschaftslexikon verrät einiges über das folgende Themengebiet: Def. Schon alleine diese Definition lässt in etwa erahnen. Ressourcen.1 1. 1. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 4 Februar 2012 . die für diese Bedürfnisbefriedigung vorhanden sind.1 WAS IST VWL Versuch einer Definition der Volkswirtschaftslehre Um sich mit einer Wissenschaft zu beschäftigen. zu analysieren und zu erklären. sich für das Allgemeinwohl einzusetzen und in eine Volkswirtschaft eingreifen. Er sollte demnach in der Lage sein. also eines Landes aufzuzeigen. wenn sich irgendeine Situation in einem Land ändert (und in einer Volkswirtschaft ändert sich ständig irgend etwas.3 Ziele der Wirtschaftspolitik Ziele und Zielkonflikte der Wirtschaftspolitik werden häufig mit dem „magischen Vieleck“ dargestellt. Auskunft über zukünftige Entwicklungen zu geben. 1.2 Wozu Wirtschaften? Eigentlich könnte sich ein Außenstehender die Frage stellen. Es wäre doch genauso legitim zu behaupten.

Dies spiegelt sich in einem andauernden Auf und Ab der Wirtschaft wider.„Das magische Vieleck“ . die Disharmonie der einzelnen Ziele der Wirtschaftspolitik zeigt die Einflussmöglichkeiten verschiedener Gruppen auf die Ziele der Wirtschaftspolitik 1. Nach heutiger Ansicht sind jedoch diese Wellenbewegungen ungünstig und es sollte versucht werden die „Täler“ und „Spitzen“ abzuflachen. so dass es zu einer „ruhigen“ Weiterentwicklung der Menschheit kommen kann. muss allerdings eine Instanz eingeschaltet werden. Allgemein spricht man bei dieser Steuerung auch von Wirtschaftspolitik. Um dies zu steuern. die übergeordnete Interessen vertritt und so für das Allgemeinwohl sorgt. Jahrzehnte. Ziele und Mittel dieser Wirtschaftspolitik soll die folgende Graphik geben.Ziele der Wirtschaftspolitik Bundesregierung Wirtschaftswachstum mm außenwirtschaftl.4 Wer steuert eigentlich eine Volkswirtschaft Wie bei einem Stimmungsbarometer gibt es gute und schlechte Jahre bzw. Gleichgewicht Vollbeschäftigung OeNB Nationalbank Sozialpartner Verteilungsgerechtigkeit Preisstabilität Umweltqualität Bevölkerung Legende : zeigt die Harmonie bzw. Eine Übersicht über die Träger. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 5 Februar 2012 .

.. Gleichgewicht Umweltqualität .... Träger Der Bund Die Länder Die Gemeinden .. Mittel Geldpolitik Steuerpolitik Preispolitik Beschäftigungspolitik ..... Verbände Die Wirtschaftsund Sozialpartner Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 6 Februar 2012 ....Wirtschaftspolitik Ziele Vollbeschäftigung Preisstabilität Wirtschaftswachstum Verteilungsgerechtigkeit Außenwirtschaftl..

Österreichern herauszufinden würde schon in seinen Anfängen scheitern. Bezug v.in ähnliche. welcher Zusammenhang zwischen allen volkswirtschaftlichen Teilnehmern besteht. Angebot von Konsumgütern 7. Ausgaben für Produktionsfaktoren 8. Konsumgütern 3. zu untersuchen.1 Wie vernetzt und komplex eine Volkswirtschaft sein kann.a. zusammenhängende Einheiten. Sie werden sofort erkennen. um zu bemerken. wurde schon im 1. Der Versuch alle wirtschaftlichen Verknüpfungen von rd. Außerdem brauchen Sie nur einen Blick in eine Tageszeitung oder die Fernsehnachrichten zu werfen. Angebot von Produktionsfaktoren Februar 2012 . 8 Mio. Kapitel („Was ist VWL") versucht zu erklären. Die Aufgabe von Volkswirten besteht u. Bei der einfachsten Darstellung finden sich somit in unserer Volkswirtschaft nur mehr zwei Pole  die Haushalte und  die Unternehmungen Graphisch können diese zwei Pole und deren Zusammenhänge folgendermaßen dargestellt werden: 1. Vielversprechender erscheint aber die Möglichkeit. alle Teilnehmer an einer Volkswirtschaft in sog. dass dies eine äußerst schwierige Aufgabe ist. Ausgaben für Konsum 6. Stufe des volkswirtschaftlichen Kreislaufes: Markt für Konsumgüter 2 5 3 6 Haushalte Unternehmen 1 8 7 4 Markt für Produktionsfaktoren 1. darin. Bezug von Produktionsfaktoren Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 7 5. Erlöse 4.2 DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KREISLAUF UND DAS BRUTTOINLANDSPRODUKT Die Basis des volkswirtschaftlichen Kreislaufmodells 2. Einkommen 2. wie verflochten die einzelnen Aufgaben und Pole einer Volkswirtschaft sind. Aggregate zusammenzufassen .

Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 8 Februar 2012 . Dividenden und Pacht bzw. Dieses Einkommen verwenden sie nun wieder für den Konsum. Verbindet man nun diese Aussage mit den zwei Teilnehmern. Zinsen. Die Haushalte stellen ihre Produktionsfaktoren zur Verfügung und erhalten dafür Einkommen. durch ihre Einkommen wieder mit Geld bestückt. Die. sparen es. - Zusammenfassend kann man daraus erkennen: Keiner der Teilnehmer stellt ohne Gegenleistung etwas zur Verfügung. Unter diesem Gesichtspunkt findet man für die zwei Teilnehmer folgende Aufgaben. 2. die sie den Haushalten am Markt zur Verfügung stellen. Dort konnten wir erkennen. Durch diese Erlöse können nun die Unternehmungen investieren und neue Güter produzieren.Auf dieser Basis ist es nun möglich. Miete) Unternehmen: Ausgaben für Produktionsfaktoren  Bezug von Produktionsfaktoren: Durch die Inanspruchnahme von Produktionsfaktoren (Arbeit. Kapital und Boden) entstehen für die Unternehmungen Kosten in Form von Entgelten (Löhne. alle Verbindungen zwischen diesen Aggregaten aufzuzeigen und zu analysieren.2 Die Banken im Zentrum des volkswirtschaftlichen Kreislaufes Gehen wir zurück zum Ausgangspunkt unseres Kreislaufmodells. Dividenden und Pacht bzw. usw. wodurch die Unternehmer wieder produzieren konnten. dass die Haushalte durch ihren Konsum den Unternehmen Erlöse zufließen ließen. Kapital und Boden) zur Verfügung und erhalten dafür Entgelte (Löhne. Anders gesagt könnte man den volkswirtschaftlichen Kreislauf in zwei Strömen erfassen:  der Geldstrom und  der Güterstrom Diese beiden Ströme laufen immer in entgegen gesetzte Richtung. Miete) Angebot von Konsumgütern  Erlöse Die Unternehmen bieten Güter an und erwirtschaften durch ihren Verkauf Erlöse. wodurch den Unternehmen Erlöse erwachsen. kaufen diese Güter usw. so gelangt man zu dem volkswirtschaftlichen Kreislauf. o Angebot von Produktionsfaktoren  Einkommen: Die privaten Haushalte stellen Produktionsfaktoren (Arbeit. Zinsen. Geld wird immer gegen Güter getauscht und umgekehrt. Haushalte: o Ausgaben für Konsum  Bezug von Konsumgütern Haushalte geben das Geld (ihr Einkommen) für den Erwerb von Konsumgütern aus bzw.

Nun steht aber den Unternehmen nicht das gesamte Einkommen zur Verfügung.Nun ergibt sich aber das Problem. auf die sie ohne Banken vielleicht jahrelang ansparen müssten.. Sie übernehmen eine Sammelfunktion von Einkommensüberschüssen. des Monats bar auszahlen!!??!!). 2. In vielen Darstellungen des volkswirtschaftlichen Kreislaufes . dass im Endeffekt der Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung steht als sie tatsächlich in bar hat! Die Erklärung dafür finden Sie in Kapitel 3. Sie sind es. wodurch der Kreislauf teilweise unterbrochen ist (zumindest verschiebt sich der Konsum um eine gewisse Periode). Nun tritt aber ein anderer Faktor hinzu. andererseits geben sie aber auch Haushalten Kredite. die erst in ein paar Jahren erschwinglich wären.4.auch in unserer des „erweiterten volkswirtschaftlichen Kreislaufes“ finden sich die Banken im Zentrum. die gemeinsam mit der Zentralbank „Geld schöpfen“ können. mit denen es möglich wird schon jetzt Wünsche zu erfüllen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 9 Februar 2012 . auf alle Fälle sparen sie. indem sie Gelder sammeln und an andere Wirtschaftsteilnehmer wieder vergeben. die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft erzeugt wurden. Das bedeutet. die damit den Kreislauf in Schwung halten. Banken nehmen volkswirtschaftlich einen enorm wichtigen Platz ein. Die Vorleistungen müssen von den Endprodukten abgezogen werden. Dadurch wird es einerseits Unternehmen möglich große Investitionen zu tätigen. um für die Zukunft vorzusorgen. Der Grund dafür liegt auch darin. „Geldschöpfung“ . als tatsächlich Geld zur Verfügung steht. dass die Haushalte nicht ihr ganzes Einkommen verkonsumieren. Sogar mehr zu konsumieren. Das heißt: Banken nehmen beim Sparen nur eine Zwischenstufe ein.3 Was ist das Bruttoinlandsprodukt Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe der Werte aller Güter und Dienstleistungen der letzten Verwendungsstufe (Endprodukte ohne Vorleistungen). Diese Gelder legen sie nicht auf die Seite. da keine Leistung doppelt berücksichtigt werden darf. sondern verborgen sie weiter. „Spareinlagen „arbeiten“ als Kredite“ „Über Kredite werden Investitionen finanziert“ „Wirtschaftswachstum braucht Investitionen“ „Sparer sichern somit die Kapitalversorgung einer Volkswirtschaft“ Banken übernehmen aber auch noch weitere Rollen. dass heutzutage ein Leben ohne Banken nicht mehr vorstellbar wäre (stellen Sie sich bloß einmal vor. Es ist das Aggregat „Banken“. der es erst recht ermöglicht zu konsumieren. um sich „morgen“ etwas zu leisten oder aus welchem Grund auch immer. Sie legen einen Teil auf die Seite.. alle Unternehmen müssten ihre Gehälter am 1.

: wollte man zu Mittag einen Fisch essen.500 Mrd. Werden durch mehr Produktion und Konsum nicht alle negativen Auswirkungen nur noch verstärkt? 3 3. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 10 Februar 2012 .. die sich daraus ergaben. Mit dem BIP können die Leistungen der einzelnen Volkswirtschaften miteinander verglichen werden..73  die Wirtschaft dieses Landes ist von X auf Y um 2. Um wie viel ist die Wirtschaft dieses Landes gewachsen? BIP Y *100 BIP X 2. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt. Im nächsten Jahr (Y) ergaben die Berechnungen für dieselbe Volkswirtschaft 2...410 3. ein anderes Gut. waren vielschichtig. Im BIP werden Leistungen berücksichtigt.4 Wie wird das BIP gemessen BIP = Menge aller Güter und Dienstleistungen (der letzten Verwendungsstufe bzw. Dieses System funktionierte generell recht gut. Kosten für Umweltschäden.(Das Bruttoinlandsprodukt wurde früher auch als Bruttonationalprodukt oder Bruttosozialprodukt bezeichnet. einen Hinkelstein).“ Erste Zeile aus Asterix-Heft Zu dieser Zeit (obwohl es schon Geld gab.h. Es hatte ja alles nicht nur seinen Wert (der ja individuell verschieden sein konnte). Kosten bei Krankheit eines Menschen. Zuerst war es ab nun jedem möglich Werte (Preise) zu vergleichen. der Endverbraucher) x deren Preise Beispiel Angenommen das BIP einer Volkswirtschaft machte im Jahre X 2.) 2. Deshalb wurde auch die Umwelt als zusätzlicher Faktor ins „Magische Vieleck“ der Wirtschaftsziele aufgenommen (auch in der Praxis?). dass der wirtschaftliche Kreislaufprozess nicht unabhängig von der natürlichen Umwelt gesehen werden kann. Unfallfolgekosten.B. Geldeinheiten aus. Unter Berücksichtigung dieses Aspekts stellt sich die Frage..73% gewachsen. gegen einen Fisch zu tauschen. sondern es hatte auch seinen Preis. das der Fischer benötigte (z.B. Die Vorteile.). „Es war einmal in einem Dorf . D. ob ein ständig ansteigendes BIP überhaupt noch sinnvoll ist.410 Mrd.1 DIE ROLLE DES GELDES Funktionen des Geldes Drehen wir das Rad der Zeit ein wenig zurück. war es in unserem Dorf nicht wichtig) war es üblich Tauschhandel zu betreiben. Geldeinheiten. bis das Geld seinen Einzug hielt und jeder nun mit Geld einkaufen konnte. die nicht unbedingt den „Wohlstand“ einer Volkswirtschaft erhöhen (z. so war es notwendig.500 *100  103.

Man konnte somit alle Waren mit einem einheitlichen System bewerten. Zahlungsmittel. Tauschmittel. Weiters wurde es nun möglich Werte aufzubewahren. was eine erhebliche Vereinfachung mit sich brachte. Die heutigen Erscheinungsformen von Geld könnte man nach folgenden Kriterien einteilen:  Bargeld: Münzen und Noten  Buchgeld: Giro. Nur wurden jetzt nicht Waren gegen Waren getauscht. Nun hat sich aber das Geld seit seiner Einführung vor vielen hundert Jahren durchaus weiterentwickelt. sondern Geld gegen Ware und Ware gegen Geld. Schecks. Wechsel Nun stellt sich allerdings die Frage. Historisch hat sich unser heutiges Geld (Geldarten) vom Naturgeld (Vieh.und Kreditkonten  Geldsurrogate: Kreditkarten. Recheneinheit und Wertaufbewahrung. welchen Wert das heutige Geld hat. Der Wert des Geldes Schauen Sie sich einmal eine Banknote an (z. Trotzdem wurde eine Art des Tauschhandels weitergeführt. einen Hundert-EURO-Schein) und versuchen Sie den Wert dieser Note zu erkunden: Kopie einer 100-Euro-Banknote Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 11 Februar 2012 . dass die Funktionen des Geldes. Während Waren den Nachteil hatten mit der Zeit an Wert zu verlieren (ein 2 Wochen alter Fisch?!?) konnte man Geld ohne weiteres auf die Seite legen. die Grundvoraussetzung für ein entwickeltes Wirtschaftsleben darstellen. Muscheln) über das Vollwertige Münzgeld (Silber.und Goldmünzen) und das Zeichengeld (unterwertige Münzen) zum Stoffwertlosen (aber staatlich garantierten) Papiergeld (Banknoten) weiterentwickelt. Eigenschaften sind.man konnte also sparen. ohne dass es dadurch zu einem schwerwiegenden Wertverlust kam .B. Zusammenfassend kann man nun feststellen.

spezieller Aufdruck).--. Er besteht aus dem Wert des Papiers plus der Farbe. die aufgedruckt wurde und diverser anderer Werte in bzw. Wie ist es nun möglich. Das obige Beispiel betrachtend. auf der Banknote (z.pro Kilogramm verkauft. Es ist Frühling und Sie finden einen Marktstand. Sie wollen dort Ihre Erdbeerration für das ganze Jahr kaufen. Der Grund dafür liegt auch sehr nahe: im Winter werden weniger Erdbeeren angeboten als im Frühling. die den Wert im Tausch gegen Waren darstellt EUR 100. mehr für ein Kilo Erdbeeren zahlen muss als im Frühling.-. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 12 Februar 2012 .-.--.B. sie erhalten für Ihren „Hunderter“ 20 Kilogramm Erdbeeren EUR 100. der Ihnen ein Kilogramm Erdbeeren um EUR 5.= 20 Kilo Erdbeeren Ein andermal bezahlen Sie aber für 1 kg Erdbeeren EUR 10.2 Der innere Wert des Geldes Ein Beispiel: Zur Vorstellung über den inneren Wert des Euro nehmen Sie Ihren Hundert-EURO-Schein und gehen Sie damit auf den Markt.h. dass dieser Hunderter hundert EURO wert ist?? 3. Anders ausgedrückt muss man sich fragen „wie groß ist der innere Wert des Geldes (des Hundert-EURO-Scheines) und was verändert diesen Wert?“ Es erscheint sehr naheliegend. Nun steht aber auf diesem Geldschein eine Summe. warum Ihr „Hunderter“ einmal 20 Kilo und dann nur 10 Kilo Erdbeeren wert war. stellt sich nun die Frage. wo es bekannter weise wenig Erdbeeren am Markt gibt. dass man im Winter.Der Wert der Note an sich ist unbedeutend niedrig. D.

und nur Sie wollen welche haben). Er stellt. Geldmenge und Gütermenge gegenüber. wie auf dem einzelnen Marktstand. so sinkt der innere Wert des Geldes Sinkt nun die Geldmenge gegenüber der Gütermenge.  Ist die Gütermenge hoch. Nun könnte allerdings der Fall eintreten. Jänner 1999 die Wechselkurse der elf Euroländer zueinander und zum Euro unwiderruflich festgelegt. dass hier der gleiche Marktmechanismus zu finden ist. Der Volkswirt erweitert nun diese Sichtweite auf eine ganze Volkswirtschaft und kommt zum Schluss. sieht nun unter Berücksichtigung der Umlaufgeschwindigkeit so aus:  Geldmenge (g) mal Umlaufgeschwindigkeit (u) = Verfügbare Güter und Dienstleistungen (h) mal Preisniveau (p) Die Geldmenge ist somit eine wichtige Zielgröße der Geldpolitik Steigt nun die Geldmenge gegenüber der Gütermenge. Nun ist diese Aufgabenstellung vielfach schwieriger als beim inneren Wert des Geldes. die das Verhältnis zwischen Geldmenge und Gütermenge ausdrückt. Die Formel. SFR.  Ist die Gütermenge niedrig. US$. YEN. Das bedeutet.Der Wert Ihrer Banknote ist also abhängig von der angebotenen Gütermenge. Von Interesse ist seither der Wechselkurs des Euro (bzw. so sinkt der Preis pro Einheit (pro Kilo) und Sie können sich mehr um Ihr Geld kaufen  der innere Wert des Geldes steigt. sollte die Wirtschaftspolitik auf eine möglichst geringe Veränderung des äußeren Wertes des Geldes achten.3 Der äußere Wert des Geldes Unter dem äußeren Wert des Geldes versteht man das Austauschverhältnis zweier Währungen untereinander. In der Europäischen Union wurden mit 01.z. dass nur Sie bereit sind im Winter Erdbeeren zu kaufen. so steigt der Preis pro Einheit (pro Kilo) und Sie können sich weniger um Ihr Geld kaufen  der innere Wert des Geldes sinkt.B. dass die zur Verfügung gestellte Geldmenge (Ihr „Hunderter“) niedrig ist und damit der Wert von Erdbeeren im Winter wieder sinkt (der Markthändler will ja seine Erdbeeren verkaufen . Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 13 Februar 2012 . Genauso wie beim inneren Wert einer Währung. der einzelnen nationalen Währungen des Eurolandes) gegenüber anderen wichtigen Weltwährungen . um den inneren Wert des Euros zu erhalten. so steigt der innere Wert des Geldes 3. Ausdruck findet dieser Wert in den Wechselkursen der Währungen.

Erst wenn das Geld in Umlauf gebracht wird. erhält es einen Wert. senken kann.. so werden dadurch Importe aus diesem Land begünstigt und Exporte in dieses Land verteuert. Wie man das Geldvolumen erhöhen bzw. Steigt der Kurs der inländischen Währung im Verhältnis zu einer ausländischen Währung. Der Preis./ Kurs 1:25= EUR 62. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 14 Februar 2012 .50 Ändert sich also der Wechselkurs so hat dies automatisch Auswirkungen auf das inländische Kaufverhalten von Ausländern. so werden dadurch Importe aus dem anderen Land verteuert und Exporte in das andere Land begünstigt. Beispiel Sie sind gerne gut gekleidet und fahren aus diesem Grund auch gerne nach New York. indem sie Finanzierungsfazilitäten anbietet.4. um sich dort die gleichen Jeans wieder zu kaufen.ist gleichgeblieben.4 Geldschöpfung Erinnern wir uns an die Aufgabe der Wirtschaftspolitik. doch änderte sich der Kurs auf nunmehr 1:25 Jeans USD 50. Sinkt der Kurs der inländischen Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung.bei einem Wechselkurs von 1: 1. Solange nämlich das Geld bei der Zentralbank liegt hat es keinen Wert.20. 3... soll anhand des folgenden Beispiels erläutert werden./ Kurs 1:1. den es aufgedruckt hat..Ein paar Wochen später fahren Sie nach New York. werden Sie im Kapitel "Geldpolitik" erfahren. um dort Kleidung direkt an Ort und Stelle zu kaufen. wollen wir uns nun genauer anschauen. das Geld zu den Geschäftsbanken zu transformieren. Man unterscheidet zwei Arten von Geldschöpfung. die allerdings sehr eng miteinander verbunden sind:  Zentralbankgeldschöpfung: durch eine Zentralbank  Buchgeldschöpfung: durch die Geschäftsbanken 3. Welche Auswirkungen aber eine einfache Geldvolumenserhöhung haben kann. USD 50.Welche Bedeutung allerdings eine Wechselkursänderung hat. Angenommen Sie kaufen in New York ein Paar Jeans um USD 50. Jeans USD 50.1 Die Zentralbankgeldschöpfung In erster Linie kann man das Geldvolumen durch Neudruck von Banknoten und Münzen erhöhen. Doch alleine der Druck von Geld hat noch keine Auswirkungen auf die Geldmenge. für einen stabilen Wert des Geldes zu sorgen. Unter Geldschöpfung versteht man die Schaffung von neuem Geld (= Kaufkraft) und einer damit verbundenen Erhöhung des Geldvolumens.20= EUR 60. Nun hat die Zentralbank die Möglichkeit. Dabei wurde auf die Problematik der Geldregulierung kurz eingegangen.

EUR 9. Dabei muss sie allerdings eine Auflage der Zentralbank beachten. verstärkt Wertpapiere oder Wechsel weiterzugeben.in Form eines Kredites zur Verfügung 3... 5 % ihrer Spareinlagen als Mindestreserve bei ihr zu hinterlegen..000.B. weil Sie das Geld momentan nicht benötigen. 1.. z. dann steigt der Preis und umgekehrt. der andere Kunde hat EUR 9. Steigt die Geldmenge im Vergleich zur Gütermenge. So kann ihre Geschäftsbank 95 %. Dafür erhalten sie Geld.525.. Der nächste Kunde kann nun von seiner Bank EUR 9. Sie haben eine Einlage von EUR 10. Der Unternehmer wiederum legt das eingenommene Geld selbst wieder bei seiner Bank in Form einer Giroeinlage ein. z. d.Durch Vergünstigung der Konditionen kann die Zentralbank die Geschäftsbanken anregen. wie viel Geld nun insgesamt zur Verfügung steht. 3. das sie in Folge in Form von Krediten an ihre Kunden weitergeben können. Dieser Kunde nimmt den Kredit bar in Anspruch und kauft sich dafür einen Kleinwagen.500.auf die Bank in Form einer Spareinlage.und Gütermenge durch Angebot und Nachfrage ersetzen: Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 15 Februar 2012 .500. Es findet also eine Multiplikation der ursprünglichen Einlage statt.und die stehen Ihnen ja zur Verfügung 2.zur Verfügung.= EUR 9.025. Wir wollen ihn aber kurz unterbrechen und betrachten. Auch diese Bank wird diese Einlage wieder in Form eines Kredites weitergeben (abzüglich der 5 % natürlich) . Dieser Kreislauf kann nun immer weiter laufen.500. 4 PREISSTABILITÄT UND INFLATION 4. die allerdings nicht unbegrenzt fortgesetzt werden kann.und Gütermenge.an den anderen Kunden weitergeben.2 Die Buchgeldschöpfung Zur Erläuterung der Buchgeldschöpfung soll wieder ein Beispiel herangezogen werden.-.000.."Die Rolle des Geldes"?? Hier ging es um den Zusammenhang zwischen Geld.025. B. Beispiel: Angenommen Sie legen EUR 10.. nach der die Bank aufgefordert wird.4. Verändern wir nun unsere Sichtweise ein wenig. Nun legt Ihre Bank das Geld nicht in den Tresor.s.in Anspruch nehmen Insgesamt stehen also EUR 28. so können wir Geld .1 Was bestimmt den Preis Sie erinnern sich an das "Erdbeerbeispiel" aus dem Kapitel 3 .95 % von EUR 9. sondern wird es in Form eines Kredites an einen anderen Kunden weitergeben.

viele Mandarinen zu kaufen. Zu diesem Preis entspricht die Angebotsmenge der Nachfragemenge.Sie sind also Mandarinenverkäufer. Überlegen Sie nun. Mandarinen zu verkaufen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 16 Februar 2012 . dass man sich am Marktstand auf einen Preis einigen muss. Mandarinen zu verkaufen!! Nun ist Ihnen auch klar. der sich auch graphisch herleiten lässt. so steigt damit auch die Menge des Geldes. Sind die Preise sehr niedrig. Mandarinen zu einem günstigeren Preis zu kaufen. also der Nachfrager und der Anbieter. Dieser Preis wird als Gleichgewichtspreis bezeichnet. dass Sie bei steigenden Preisen immer weniger bereit wären. "seine Sachen packen und nach Hause gehen". doch der Mandarinenverkäufer wird wohl kaum bereit sein. Dabei wollen wir beobachten. d. zu welchem Preis Sie eher bereit wären.h. wie dieses Zusammenspiel auf den Preis unseres Produktes Einfluss nehmen kann. dass Sie bei steigenden Preisen immer mehr bereit wären. Das Beispiel der Mandarinen. Es muss sich also nun ein "goldener Mittelpreis" finden. Das heißt.2 Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis  Erhöht sich die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt. bei höheren Preisen sind Sie eher gewillt. weiterhin anzubieten. so steigt damit auch die Menge der angebotenen Güter Verschieben wir nun unsere Betrachtungsweise auf den Zusammenhang von Angebot und Nachfrage. Das heißt. zu einem hohen Preis oder zu einem niedrigeren Preis? Na klar. wären Sie eher bereit. zufrieden sind. die für dieses Produkt ausgegeben werden soll  Erhöht sich das Angebot eines bestimmten Produktes. Der Schnittpunkt stellt den Gleichgewichtspreis dar. zu einem hohen Preis oder zu einem niedrigeren Preis? Selbstverständlich. bei dem sowohl der Käufer als auch der Verkäufer. sich hinter den Marktstand zu stellen und Mandarinen zu verkaufen. Bei zu hohem Preis will der Käufer keine Mandarinen haben und der Marktstandbesitzer "bleibt auf seinen Mandarinen sitzen". wird der Käufer sehr glücklich sein über dieses tolle Angebot. zu welchem Preis Sie eher bereit sind. Überlegen Sie kurz.4. Wir legen die Nachfragefunktion und die Angebotsfunktion übereinander. Mandarinen zu kaufen!! Nun stellen Sie sich einmal auf die andere Seite des Marktstandes .

 die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.  die Angebotskurve verschiebt sich nach rechts  der Gleichgewichtspreis (der neue Schnittpunkt von Angebots. wenn sich Angebot oder Nachfrage ändert? 1.3 Die Marktform bestimmt den Preis Würden sich alle Marktteilnehmer immer wie oben beschrieben verhalten. am Naschmarkt in Wien) und Sie werden erkennen. Die Nachfrage steigt . 3. in der Weihnachtszeit). Diese Umgebung nennt der Volkswirt auch Vollkommener Markt.Angebotsmenge = Nachfragemenge Preis Nachfrage Angebot Gleichgewichtspreis Menge Was passiert nun.B. Eine Kombination: Angebot und Nachfrage steigen: Sollte nun die Produktion von Mandarinen steigen und der Preis dadurch sinken. Um nun die Menge abzusetzen.  der Gleichgewichtspreis (der neue Schnittpunkt von Angebots. Die Nachfrager sind bereit. und gleichzeitig aus einem anderen Grund die Nachfrager bereit sein. die abgesetzte Menge allerdings steigen Dieses Beispiel ist durchaus in der Praxis anzutreffen. die gleiche Menge an Mandarinen auch zu einem höheren Preis zu kaufen. dass sich die Preise dort so bilden.das Angebot bleibt konstant: Immer mehr Leute wollen Mandarinen haben (z. wäre eine solche Preisbildung durchaus praxisrelevant. 2.und Nachfragefunktion) steigt. Gehen sie einmal auf den Markt (z.als auch die Nachfragefunktion nach rechts verschieben  der Gleichgewichtspreis gleich bleiben oder nur unwesentlich verändern. Das Angebot steigt .und Nachfragefunktion) sinkt. 4. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 17 Februar 2012 . mehr Mandarinen zu verkaufen wird  sich sowohl die Angebots. zum gleichen Preis mehr Mandarinen anzubieten. sind die Anbieter bereit.die Nachfrage bleibt konstant: Auf Grund der gestiegenen Produktion von Mandarinen werden immer mehr Mandarinen angeboten.B.

die einen vollkommenen Markt voraussetzen. Je unvollkommener nun der Markt ist. zu einer sofortigen Veränderung des Kaufverhaltens aller Nachfrager?!? 2. dass sich die Menschen so rational ökonomisch verhalten. informiert er sich über alle Angebote und deren Preise?!? Alle Marktteilnehmer entscheiden rational entsprechend dem ökonomischen Prinzip:  Jeder Käufer und Verkäufer versucht jederzeit Maximal. Gummiprodukte. Auch wissen nicht immer alle Käufer über das gesamte Angebot und den entsprechenden Preis bescheid (Wissen Sie.B. . wie viel heute ein Kilo Mandarinen kostet?!?).. da Sie dieses Produkt aus Prestigegründen haben wollen (z.B.):  alle Marktteilnehmer müssten den gleichen Geschmack haben?!? Keine Präferenzen:  kein Käufer bevorzugt einen bestimmten Anbieter?!? Alle Marktteilnehmer sind jederzeit vollständig über alle aktuellen Marktdaten wie Kosten. müssen folgende Punkte berücksichtigt werden. 3. denn wenn Rohstoffe oder Handelswaren aus dem Ausland bezogen werden. Mengen. Betrachtet man nun die Unterschiede zwischen vollkommenem und unvollkommenem Markt. die je nachdem unterschiedliche Vollkommenheiten erreichen können. können Preissteigerungen sozusagen importiert werden. Arten usw. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 18 Februar 2012 .). Nun ist es aber leider nicht immer so.. Luxusartikel). sondern auch alle Preise jener Produkte. dass ein vollkommener Markt nur in absoluten Seltenheitsfällen anzutreffen ist. In der Volkswirtschaft spricht man dann von den sogenannten unvollkommenen Märkten. Preise. Nach der obigen Unterscheidung erscheint es naheliegend. Qualität. Das anschaulichste Beispiel dafür zeigt wohl eine Erhöhung des Erdölpreises.. informiert  Ehe ein Käufer sich für ein Produkt entscheidet. 4. desto größer ist auch der preispolitische Spielraum für den einzelnen Marktteilnehmer. Eine Erhöhung des Preises für ein "Fass Erdöl" erhöht nicht nur die Benzinkosten. 5. Manchmal bieten Verkäufer Produkte zu einem unwahrscheinlich niedrigen Preis an.Alle Marktteilnehmer handeln ausschließlich nach dem ökonomischen Prinzip. . Manchmal sind die Konsumenten auch bereit. unvollkommene Märkte anzutreffen. einen absolut überhöhten Preis zu zahlen. 1. Viel wahrscheinlicher ist es..und Minimalprinzip zu verfolgen?!? Änderungen von Marktdaten führen sofort zu entsprechenden Reaktionen:  eine minimale Preisänderung eines Produktes führt z. Dabei sind aber nicht nur die Kosten im eigenen Land entscheidend. Alle Güter sind vollkommen gleichartig (in Beschaffung. die Erdöl als Rohstoff besitzen (Reifen. um damit die Konkurrenz auszuschalten.

20 Personen. Verbraucherpreisindex . Wichtig ist bei dieser Definition. Nun ändern sich aber auch das generelle Kaufverhalten und die Produkte die angeboten werden (vor 30 Jahren gab es noch nicht so viele Computer am Markt. Zuerst soll allerdings die Inflation an sich definiert werden. Das Ergebnis dieser Preisveränderung wird in Prozenten dargestellt und als Inflationsrate bezeichnet. heute ist ein PC aus einem Haushalt kaum wegzudenken). Für den Vergleich innerhalb Europas wurde der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) entwickelt. Deshalb wird der Warenkorb immer neu bewertet. ist es relativ leicht. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 19 Februar 2012 . o Durchschnittlicher Haushalt: Dieser besteht derzeit aus 2. sie messen und mit den Preisen einer Vorperiode in Verbindung setzen.4. um wie viel teurer (oder billiger) im Durchschnitt jene Waren und Dienstleistungen (im Warenkorb festgelegt) geworden sind. wie solche Preissteigerungen gemessen werden können? Jemand müsste alle Preise in einem Land beobachten.4 Inflation Nachdem wir nun geklärt haben. Die Messung erfolgt für Österreich mittels des Verbraucherpreisindex (VPI). Hier wimmelt es von "Durchschnitten". Nun werden sie vielleicht verwundert sein. welche Einflüsse auf den Preis eines Produktes wirken können. Inflation: Unter Inflation versteht man das Ansteigen des allgemeinen Preisniveaus und eines damit verbundenen nachhaltigen Kaufkraftverlustes der Währung im Inland. o Warenkorb: Nun ist es einsichtig. Gründe für die Inflation zu erforschen. Man versucht aber genau festzustellen.B. Nun stellt sich die Frage. dass es sich um eine allgemeine Erhöhung des Preisniveaus handeln muss. Das muss näher erklärt werden. da sich das Konsumentenverhalten saisonal verändert (z. sammelt diese Produkte und stellt damit den sogenannten Warenkorb zusammen. also nicht nur eine Erhöhung eines einzelnen Preises. dass nicht wirklich alle Waren in einem Land analysiert werden können. für die der durchschnittliche Haushalt sein Geld ausgibt. was denn ein Haushalt so in einem Monat kauft.VPI: Der VPI gibt an. Die Statistik Austria ermittelt in regelmäßigen Abständen (monatlich) den Preis für diesen Warenkorb und vergleicht diesen mit dem Preis des gleichen Monats im Vorjahr. Dies geschieht. aber genau das passiert wirklich und dieser "Jemand" ist die Statistik Austria. kauft im Juli keiner Schokoladeosterhasen!).

"Rolle des Geldes"). Steuerpolitik (Erhöhung bzw. 5.a. stellt die "Geldpolitik" dar. Bei dieser Geldpolitik versucht man. Eine Möglichkeit. Senkung von Steuern) oder Beschäftigungspolitik (der Versuch Arbeitslosigkeit zu bekämpfen). Es wird Ihnen vielleicht schon einmal der Gedanke gekommen sein. wie z. wie es denn möglich sei.B. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 20 Februar 2012 . werden Sie dies meist bei einer Bank tun. ein Land wirtschaftlich zu "steuern".Sie können arbeiten gehen und somit Geld verdienen. Nun ist es zweifelsohne keine leichte Aufgabe. wollen wir versuchen zu klären. über den Faktor "Geld" eine Volkswirtschaft zu lenken. Kapitel 1 . Das gilt aber nicht nur für Sie. Hierbei ging es u. um das Thema der Geldschöpfung. Träger dieser Geldpolitik ist vor allem die Europäische Zentralbank Den Zusammenhang zwischen Geldmenge und Wirtschaftsentwicklung haben Sie ja bereits kennen gelernt (vgl. Kapitel 3 . Stellen Sie sich einmal die Frage. die ja durch die Zentralbank oder die Geschäftsbanken durchgeführt werden kann. Sie erinnern sich auch an die Auswirkungen einer Geldmengenerhöhung (vgl."Was ist VWL") Definition Geldpolitik: Geldpolitik versucht nun über die Steuerung der Geldmenge Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung einer Volkswirtschaft zu nehmen. diese komplexe Aufgabe zu erfüllen.Sie können sich aber auch Geld ausborgen Wenn Sie sich nun Geld ausborgen.1 Die Steuerung der Geldmenge Eine Beeinflussung der Geldmenge bedeutet eine Beeinflussung der Wirtschaft eines Landes. Man könnte auch die verschiedenen Politiken mit den Zielen der Wirtschaftspolitik vergleichen (vgl. was denn "Geldpolitik" überhaupt ist. wie Sie zu Geld kommen können!: . Nun wollen wir die Frage "Wie kann die Wirtschaft mit mehr Geld versorgt werden" genauer betrachten.5 GELDPOLITIK Ehe wir uns mit den Aufgaben und Instrumenten der Geldpolitik beschäftigen werden. sondern auch für jeden anderen Bürger des Landes und auch für jedes Unternehmen im Land. Daneben gibt es auch andere Möglichkeiten. Kapitel 3 "Die Rolle des Geldes"). oder . eine ganze Volkswirtschaft (und damit verbunden alle Einwohner eines Landes!!!) auf "richtigen Kurs" in Richtung Weiterentwicklung zu halten.

Die EZB hat . 5.2 Restriktive Geldpolitik Im umgekehrten Fall. ebenfalls mit günstigen Konditionen. also in einer Aufschwungsphase kann die Zentralbank die Wirtschaft vor dem sogenannten "Überhitzen" schützen und wird aus diesem Grund die Refinanzierungskonditionen verteuern. Dies geschieht durch eine Verbilligung ihrer Kredite. Banken müssen genauso wie Sie auch Geld ausborgen. Dies kann nun in unterschiedlicher Form geschehen: . da ansonsten die Banken Verluste erleiden würden. damit diese mehr Geld nachfragen und diese Geldmenge an die Bevölkerung.1 Expansive Geldpolitik Wenn nun die Situation eingetreten ist. Das heißt. Diese Verbilligung muss allerdings erst von Seiten der Zentralbank durch eine Senkung der Refinanzierungskosten gestützt werden. oder . dass der Preis des Geldes nicht nur der Geldwert an sich ist.laut ihrem Auftrag vor allem für Preisstabilität zu sorgen. Eine wirtschaftspolitische Steuerung im oben beschriebenen Sinn geht über diesen Auftrag hinaus. wenn der dafür veranschlagte Zinssatz gering ist. so muss er ja nicht nur den geborgten Betrag wieder zurückzahlen. Senkung der Leitzinsen.1.Wenn nun jemand zur Bank geht und sich von ihr Geld ausborgt.Banken können sich Geld von Sparern oder Girokontenbesitzern "ausborgen".1. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 21 Februar 2012 . Senkung der Mindestreserve). Preis des Geldes = Geldwert + Zinsen. 5. ihr Produkt (den Kredit) teuer zu verkaufen. Bei einem entsprechend höheren Zinssatz. wie Banken selbst zu Geld kommen können. Banken wiederum versuchen in solch einer optimistischen Zeit. so müssen sie selbstverständlich auch dafür Zinsen zahlen.Banken können sich Geld von der Zentralbank leihen Wenn sich nun Banken über die Zentralbank refinanzieren. dass sich Banken eher Geld von der Zentralbank ausborgen. weitergeben können. Spielen wir nun dieses "Spiel" weiter. Weiters erscheint äußerst logisch.B. Nun können die Banken versuchen dieser Kreditnachfrage einen gewissen Anreiz zu geben. das sie in Folge als Kredit vergeben können. in der viel Kredite nachgefragt werden. Der optimale Endeffekt wäre eine Erhöhung der Geldmenge. müssen wir uns die Frage stellen. wird demnach auch die Kreditnachfrage sinken. Andererseits müssen sie ja auch ihre Zinsen erhöhen. sondern auch Zinsen für die Dauer des "Borgens" zahlen. Aus diesem Grund kann die Zentralbank in solch einer wirtschaftlichen Situation ihre "Kreditkonditionen" für Banken günstig gestalten (z. um die gestiegenen Refinanzierungskosten wieder zu verdienen. verbunden mit einem verstärkten Konsum und einer damit einhergehenden "Ankurbelung" der Wirtschaft.wie bereits erwähnt . wird sich die Refinanzierung der Banken eher in Grenzen halten. dass die Bevölkerung eines Landes der Zukunft eher skeptisch gegenübersteht und ihr Konsumverhalten reduziert. sondern auch ein "Gewinnzuschlag" in Höhe der Zinsen anfällt.

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6.1

DIE EZB UND DIE NATIONALEN NOTENBANKEN
Die EZB

Mit Beginn der Währungsunion - 01. Jänner 1999 - wurde die Geldpolitik von der nationalen auf die europäische Ebene gehoben. Sie liegt nun im Verantwortungsbereich des Eurosystems - wie sich die Europäische Zentralbank (EZB) und die seit 1.1. 2001- zwölf nationalen Notenbanken in der Währungsunion bezeichnen. Das entscheidende geldpolitische Gremium ist der EZB-Rat, welcher sich aus den 17 Notenbankgouverneuren der Euroländer und den sechs EZB-Direktoren zusammensetzt. Geldpolitische Entscheidungen werden nach dem Prinzip "eine Person, eine Stimme" mit einfacher Mehrheit getroffen. Es wird vorausgesetzt, dass sie ausschließlich im Interesse des gesamten Euroraumes getroffen werden und nationale Fragen in den Hintergrund treten. Der Maastricht-Vertrag grenzt jene Bereiche, die mit Beginn der Währungsunion in die Zuständigkeit der EU fallen, ab. Demnach bestehen die grundlegenden Aufgaben des Eurosystems darin,    die Geldpolitik des Eurogebiets festzulegen und auszuführen, Devisengeschäfte im Einklang mit der Geldpolitik des Eurogebietes durchzuführen, die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und zu verwalten sowie das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.

Im Zentrum der geldpolitischen Strategie der EZB steht - wie bereits erwähnt - das vorrangige Ziel, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Preisstabilität wird definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von mittelfristig unter 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich der EZB-Rat auf eine vorausschauende Strategie geeinigt, die auf zwei Säulen basiert:   6.2  Erstens wird der Geldmengenentwicklung eine besondere Rolle zugesprochen. Es wurde ein Referenzwert von 4,5 Prozent (jährlich) für das Geldmengenwachstum M3 festgelegt. Zweitens erfolgt eine breit angelegte Beurteilung der künftigen Preisentwicklung. Aufgaben der nationalen Notenbanken (z.B. OeNB) Welche wesentlichsten Aufgaben und Funktionen haben vor dem skizzierten Hintergrund noch die nationalen Notenbanken? Eine eindeutige Funktion besteht darin, dass die Nationalbanken Durchführungsorgane der vom EZB-Rat bestimmten Geldpolitik sind. Weitere Aufgabenfelder ergeben sich insbesondere auch in Zusammenhang mit der Frage der Durchführung der Bankenaufsicht und der generellen Informations- und Kommunikationsfunktion.

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BUDGET- UND FISKALPOLITIK

Die zentralen Größen, um die es in der Budget- und Fiskalpolitik geht, sind die Einnahmen und Ausgaben des Staates (fiscus lat. = der Staat). Beispiele für Einnahmen des Staates sind alle Arten von Steuern: den größten Anteil an den Steuereinnahmen haben die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer. Zu den Einnahmen gehören auch die Gebühren (z.B. Stempelmarken). Auf der anderen Seite gibt der Staat sein Geld vor allem für folgende Zwecke aus: Subventionszahlungen, Sozialzuschüsse, Pensionszahlungen und Förderungen. Einen großen „Brocken“ machen bei hoher Staatsverschuldung auch die Zinszahlungen für diese Staatsschuld aus. Ein Teilziel in unserem Wirtschaftssystem ist, dass sich Einnahmen und Ausgaben des Staates die Waage halten. Wie sich im folgenden Jahr diese Einnahmen und Ausgaben entwickeln sollen, wird jährlich im Budget festgelegt, das der Bundesminister für Finanzen vorlegt und das vom Parlament beschlossen werden muss. Die Aufgabe der Fiskalpolitik ist es, die Einnahmen und Ausgaben nicht willkürlich, sondern nach bestimmten Grundsätzen zu gestalten. Der Staat hat in diesem Zusammenhang drei wichtige Funktionen zu erfüllen: - Allokationsfunktion: - Distributionsfunktion: - Stabilisierungsfunktion: = den Bedarf an öffentlichen Gütern sicherstellen = Umverteilung der Einkommen = Ausgleich konjunktureller Schwankungen

Im Konjunkturaufschwung dämpft der Staat die Nachfrage. Im Konjunkturabschwung belebt der Staat die Nachfrage.

Konjunkturverlauf WIE
Steuererhöhungen dämpfen das Wachstum zusätzliche Staatsausgaben vermindern die Abschwungsphase

Konjunkturverlauf mit staatlichen Eingriffen

Zeit

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Was tut der Staat in der Abschwungphase?

Diese Art von Fiskalpolitik wird auch „antizyklische Konjunkturpolitik“ genannt, d.h. der Staat arbeitet gegen den Konjunkturzyklus und gibt in „schlechten“ Zeiten Geld aus, das er sich in „guten“ Zeiten - z.B. durch Steuererhöhungen - wieder zurückholen kann. Der Konjunkturverlauf kann also sowohl durch Geldpolitik als auch durch Fiskalpolitik beeinflusst werden: Fiskalpolitik Staat Staatsausgaben und -einnahmen Globalsteuerung Geldpolitik Zentralbank Geldmengenregelung/Zinspolitik Feinsteuerung

Träger Instrument Zweck

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Arbeitslosigkeit soll also möglichst verhindert werden. Eine Zuordnung zu einer Ursache ist nur selten möglich.0% 7. hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei welcher Arbeitslosenrate genau Vollbeschäftigung herrscht. Österr. Im allgemeinen versteht man unter Vollbeschäftigung. EUROSTAT) 8. dass weniger als 3 % der Erwerbsfähigen unfreiwillig arbeitslos sind und die Produktionskapazitäten der bedeutendsten Industrien zu 90 % genutzt sind.0% 3. wenn es zum Abbau von Arbeitskräften kommt. strukturelle Arbeitslosigkeit). das erreicht werden soll. Mehode AMS) Österreich (lt.0% 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Österreich (lt. saisonale Entwicklung.0% 1.0% 6.1 VOLLBESCHÄFTIGUNG UND ARBEITSLOSENRATE Was bedeutet Vollbeschäftigung Vollbeschäftigung ist ein Wirtschaftsziel des magischen Vielecks. wird es noch schwieriger. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 25 Februar 2012 .8 8. Überlegen Sie. Eine Arbeitslosenrate von null Prozent kann es aber nie geben (durch Fluktuation. Sehr oft spielen mehrere Ursachen zusammen.0% 4. Wenn man aber die genaue Ursache nicht feststellen kann.2 Ursachen von Arbeitslosigkeit Die Ursachen für Arbeitslosigkeit sind vielfältig.0% 2. da zu viele Einflussfaktoren auf die gesamte Volkswirtschaft wirken.0% 5. die richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einzusetzen. in welchen Phasen des Konjunkturablaufs Vollbeschäftigung erreicht werden kann und in welchen eine höhere Arbeitslosigkeit herrschen wird! Arbeitslosenquote Österreichs 1998-2006 8.0% 0.

Wenn auch von der Lohn- Auch der Einsatz neuer Technologien kann für Arbeitslosigkeit verantwortlich Ersetzen der Handarbeit durch Roboter. dass nicht nur die Arbeitslosigkeit selbst. sondern vor allem ihre Ursachen bekämpft werden. menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt werden..1 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit Die Höhe der Arbeitslosenrate muss man natürlich in Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung sehen.: .). Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 26 Februar 2012 . um konkurrenzfähig zu bleiben.3 Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Genauso vielfältig wie die Ursachen der Arbeitslosigkeit sind folglich auch die Maßnahmen zu deren Bekämpfung. Bei diesen Maßnahmen unterscheidet man grundsätzlich zwischen aktiver und passiver Arbeitsmarktpolitik. Ersetzen von Stahl durch Aluminium. von der Landwirtschaft in die Industrie von der Industrie in den Dienstleistungssektor 8.2. warum in einer Hochkonjunktur die Arbeitslosigkeit gering ist und warum in einer Rezession sehr hoch! 8. um woanders eine neue Stelle zu finden und dadurch kurze Zeit arbeitslos ist. Diese Rationalisierungen (= Einsparung kosten) sind für Unternehmer oft notwendig. ein Drittel).2 Strukturelle Arbeitslosigkeit Durch Verlagerungen der Beschäftigungsstruktur und regional unterschiedliche wirtschaftliche Dynamiken werden in einem Wirtschaftssektor Arbeitskräfte abgebaut.5 Fluktuationsbedingte Arbeitslosigkeit bzw. Umschulungen etc. um eine schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dabei ist von den politisch Verantwortlichen vor allem darauf Bedacht zu nehmen. Notstandshilfe). zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten.2. Passive Arbeitsmarktpolitik soll bei Verlust des Arbeitsplatzes ein gewisses Ersatzeinkommen garantieren (Arbeitslosenunterstützung.3 Saisonale Arbeitslosigkeit Sie entsteht durch die saisonal schwankende Nachfrage nach Arbeitskräften in bestimmten Branchen (Baugewerbe. 8. Aufgrund des hohen Anteils des Fremdenverkehrs an der Gesamtwirtschaft ist in Österreich auch der Anteil der saisonalen Arbeitslosen an den gesamten Arbeitslosen relativ hoch (ca. Fremdenverkehr).B. Versuchen Sie. 8.. Diese strömen dann in die anderen Sektoren. vergleiche Schweden: dort werden 70 % für aktive Arbeitsmarktpolitik verwendet!). spricht man von fluktuationsbedingter Arbeitslosigkeit. spricht man Rationalisierungsarbeitslosigkeit. friktionelle Arbeitslosigkeit Wenn jemand kündigt. meist in den nächsthöheren: z. um ein Entstehen von Arbeitslosen schon von vornherein zu verhindern.. eine volkswirtschaftliche Erklärung zu finden.2. Unter aktiver Arbeitsmarktpolitik versteht man die Schaffung von Arbeitsplätzen. Sie macht zur Zeit den Großteil der Gesamtausgaben für Arbeitsmarktpolitik aus (ca.2.8.B. 80 %. 8.4 Technologische Arbeitslosigkeit sein (z.2.

B. wie z. Sie besteht aus Warenund Dienstleistungsbilanz und Transferbilanz.Import von italienischen Lebensmitteln . Die Zahlungsbilanz wird in mehrere Unterbilanzen gegliedert. Man kann sie auch als die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung einer Volkswirtschaft bezeichnen.B.Einnahmen aus dem Fremdenverkehr in Österreich In der Transferbilanz werden alle Leistungen ans Ausland oder aus dem Ausland zusammengefasst. In der Waren. aus dem Ausland nach Österreich.und Dienstleistungsbilanz t Kapitalerträge Reiseverkehr Restliche Positionen Leistungsbilanz Transferbilanz Langfristige Forderungen/Verpflichtungen Kapitalbilanz Reserveschöpfung und Bewertungsänderungen Statistische Differenz Veränderung der offiziellen Währungsreserven Kurzfristige Forderungen/Verpflichtungen Die wichtigste Teilbilanz der Zahlungsbilanz ist die Leistungsbilanz.Lieferung von österreichischen Erzeugnissen nach Deutschland . 9. in denen jeweils bestimmte Arten von Transaktionen mit dem Ausland zusammengefasst sind.1 Die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz Z A H L U N G S B I L A N Z Waren. wie z.9 DIE ZAHLUNGSBILANZ Mit der Zahlungsbilanz wird das außenwirtschaftliche Gleichgewicht gemessen. Sie ist eine Gegenüberstellung der Zahlungsströme aus Österreich ins Ausland bzw.Bezahlung eines französischen Unternehmensberaters .und Dienstleistungsbilanz finden sich alle Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen. die ohne Gegenleistung getätigt werden.: Pensionszahlungen einer schwedischen Firma an einen österreichischen Arbeitnehmer Förderungen der EU Überweisung eines österreichischen Stipendiums nach Südtirol Seite 27 Februar 2012 Aufnahmeskriptum Bachelor .: .

wenn die Importe größer sind als die Exporte. Das ist besonders für ein kleines Land wie Österreich von Bedeutung. Leistungsbilanzdefizit = es wird mehr importiert als exportiert OK Die Maßnahmen der Wirtschaftspolitik sollen für eine möglichst ausgeglichene Leistungsbilanz sorgen (Importe und Exporte sollen einander die Waage halten). importiert werden muss. Das kann jedoch nur bei den Teilbilanzen der Fall sein. LEISTUNGSBILANZDEFIZIT Defizit = 20 Import = 100 Export = 80 Alles.2 Kauf von Anleihen eines deutschen Unternehmens Verkauf von österreichischen Pfandbriefen an tschechische Anleger Defizit oder Überschuss Bei den Teilbilanzen kann . die Zahlungsbilanz als gesamtes muss .je nachdem ob die Exporte oder die Importe überwiegen . Sie weist einen Überschuss auf. was ein Land importiert bzw.B. Hierunter fallen kurzfristige und langfristige Forderungen und Verbindlichkeiten. das sehr stark auf Importe angewiesen ist. wenn die Exporte größer als die Importe sind. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 28 Februar 2012 .so wie die Bilanz eines Unternehmens immer ausgeglichen sein! Eine Teilbilanz ist defizitär.: 9.ein Defizit oder ein Überschuss vorhanden sein. muss durch eigene Waren und Leistungen auf dem Auslandsmarkt verdient werden. Denn ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht ist Voraussetzung für stabile Preise und Wechselkurse. wie z.Eine zweite wichtige Teilbilanz ist die sogenannte Kapitalverkehrsbilanz.

BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE INHALTSVERZEICHNIS 1 2 3 4 EINTEILUNG DES BETRIEBLICHEN RECHNUNGSWESENS BEGRIFF UND AUFGABEN DER BUCHHALTUNG BILANZ KONTEN 30 30 31 34 34 37 4.1 Bestandskonten 4.2 Erfolgskonten Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 29 Februar 2012 .

einen Betrieb und seine Beziehungen zur Umwelt abzubilden. die zu einer Veränderung von Höhe und/oder Zusammensetzung des Vermögens und des Kapitals führen.1 EINTEILUNG DES BETRIEBLICHEN RECHNUNGSWESENS Das betriebliche Rechnungswesen umfasst die Ermittlung und die Aufbereitung von Informationen. den Stand und die Veränderungen des Vermögens und des Kapitals nachzuweisen sowie den Erfolg einer Periode aufzuzeigen. in der Erfolgsermittlung. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 30 Februar 2012 . Sie führen zu Buchungen. die dazu dienen. Beispiele für buchungsfähige Geschäftsfälle: Bareinzahlung auf Sparbuch/ Barabhebung vom Gehaltskonto AUFGABE der Buchhaltung ist es. Das bedeutet: Die Aufgabe des Rechnungswesens ist die zahlenmäßige Erfassung aller betrieblichen Vorgänge. Es sollen Erkenntnisse über die Vergangenheit und Unterlagen für Entscheidungen über die Zukunft gewonnen werden. Das Rechnungswesen läßt sich in vier Teilgebiete einteilen: RECHNUNGSWESEN BUCHHALTUNG KOSTENRECHNUNG PLANUNG STATISTIK 2 BEGRIFF UND AUFGABEN DER BUCHHALTUNG Unter B U C H H A L T U N G versteht man das zahlenmäßige Erfassen von buchungsfähigen Geschäftsfällen und deren Aufzeichnung in zeitlicher Reihenfolge und systematischer Ordnung. Sie ist eine Zeitrechnung (Periodenrechnung) und mündet mit ihren Aufzeichnungen im Jahresabschluss bzw. BUCHUNGSFÄHIGE GESCHÄFTSFÄLLE sind jene geschäftlichen Vorgänge.

000. dem I N V E N T A R I U M festgehalten.-150.-60.-========== Bilanz 30.000.000.000.000.3 BILANZ In der Bilanz werden VERMÖGEN UND KAPITAL gegenübergestellt. Gebäude Betriebs. das Betriebseigentum. aus denen die Mittel für den Erwerb von Vermögensteilen fließen.-60. Voraussetzung für die Erstellung der Bilanz ist die INVENTUR. KAPITAL (Passiva) sind die Quellen.-- Als Differenz zwischen Vermögen und Schulden (Fremdkapital) wird das EIGENKAPITAL ausgewiesen.-80.000.000.-70. Beispiel für eine Bankbilanz: Vermögen (Aktiva) Barreserve Guthaben bei Banken Wechsel Wertpapiere Ausleihungen Grundstücke u.000.000.-Spareinlagen Verpflichtungen Rücklagen (Eigenkapital) 60. Sie ist die körperliche Bestandsaufnahme von Vermögen und Kapital durch Messen.-50. Zählen.-========== 450. Die Ergebnisse der Inventur werden in einem Verzeichnis.-450.000.und Geschäftsausstattung 20.000. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 31 Februar 2012 .000. VERMÖGEN (Aktiva) sind alle dem Betrieb zur Verfügung stehenden Mittel. Wiegen und notfalls durch Schätzen.-Kapital (Passiva) 320.

das dem Unternehmen nur kurze Zeit zur Verfügung steht. das von anderen zur Verfügung gestellt wird. das aus den Rücklagen und aus dem Grundkapital bestehen kann sowie FREMDKAPITAL.Bilanz VERMÖGEN AKTIVA MITTELVERWENDUNG SOLL ================ KAPITAL PASSIVA MITTELHERKUNFT HABEN In der Bilanz müssen die Summen der Vermögens. Beim Kapital kann man EIGENKAPITAL.(Passiv-)seite stets gleich groß sein.  Beide Seiten müssen den gleichen Wert haben. auch von irgendwoher kommen müssen. da alle Mittel.  Die Bilanz muss auf einen bestimmten Bilanzstichtag bezogen sein. Beim Vermögen kann man ANLAGEVERMÖGEN.  BILANZ ist die Gegenüberstellung von Vermögen (linke Seite = Aktiva) und Kapital (rechte Seite = Passiva). unterscheiden. die verwendet werden.(Aktiv-) und der Kapital. das im Unternehmen längere Zeit bleibt. und UMLAUFVERMÖGEN. unterscheiden. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 32 Februar 2012 .

Bsp.) und  dem Eigenkapital (Stammkapital.: Erbschaft um EUR 15. -kapital) bleibt gleich) Bsp..--: Der Wertpapierbestand sinkt und das Guthaben am Bankkonto steigt. das Gesamtvermögen und das Gesamtkapital sinken.--: hat keinen Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals sondern führt nur zu einer Erhöhung der Position Bargeld und zu einer Verminderung der Position Gehaltskonto. das Gesamtvermögen und das Gesamtkapital sinken) Bsp. . Das Gesamtkapital besteht aus:  dem Fremdkapital (Kredite. das Gesamtvermögen bleibt gleich (=Vermögensumschichtung).)..)  wird durch das Kapital finanziert. Bsp. sondern führt nur zu einer Verminderung der Position Sparbuch und zu einer Verminderung der Position Kredit.000.. .. Maschinen.   EIGENKAPITAL: ist Gesamtvermögen MINUS Fremdkapital (Schulden) Anmerkung: Da das Gesamtvermögen und das Gesamtkapital in der Bilanz immer den gleichen Wert haben müssen. das Gesamtvermögen und das Gesamtkapital steigen. die Bilanzsumme (Gesamtvermögen u. folgt: Steigt das Gesamtvermögen Sinkt das Gesamtvermögen Bleibt das Gesamtvermögen gleich  steigt das Gesamtkapital  sinkt das Gesamtkapital  bleibt auch das Gesamtkapital gleich Folgende Beispiele stammen zwar aus dem Privatbereich..B. VERMÖGEN: besteht aus ganz konkreten Dingen (z. Kassabestand..: Barabhebung vom Gehaltskonto EUR 1.: Rückzahlung eines Kredites für einen Autokauf mittels Sparbuchabhebung: hat keinen Einfluss auf die Höhe des Eigenkapitals. .: Verkauf von Wertpapieren um EUR 8.: Autounfall: Der Wert des Autos und das Eigenkapital sinken. (= Verminderung des Vermögens und der Schulden im gleichen Ausmaß.--: Das Eigenkapital und das Guthaben am Bankkonto steigen.000. KAPITAL: ist die Finanzierungsquelle des Vermögens. Büroeinrichtung. (= Änderung der Vermögenszusammensetzung. sollen Ihnen aber die bilanztechnischen Vorgänge gleichnishaft erläutern: Bsp.000. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 33 Februar 2012 .

Vermögens.4 KONTEN Buchungen werden auf KONTEN durchgeführt.und der Habensumme eines Kontos ist der SALDO. weil auf ihnen Bestände verrechnet werden. die Verbuchung des Kapitals auf KAPITALKONTEN.und Kapitalkonten sind BESTANDSKONTEN.1 Bestandskonten Die Verbuchung des Vermögens erfolgt auf VERMÖGENSKONTEN. Konto Links SOLL Rechts HABEN Der Unterschied zwischen der Soll. BESTANDSKONTEN VERMÖGENSKONTEN KAPITALKONTEN Beispiele: GUTHABEN BEI BANKEN (NOSTROGUTHABEN) WECHSEL KREDITE DARLEHEN LIEGENSCHAFTEN Beispiele: SPAREINLAGEN GIROEINLAGEN DEPOSITENEINLAGEN LOROEINLAGEN RÜCKLAGEN Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 34 Februar 2012 . Er wird nach der größeren Seite benannt und steht auf der kleineren Seite. 4. Ein KONTO ist ein zweiseitige Verrechnungsfeld.

Gebäude. den der Kunde ihr gibt (Fremdkapital). ACHTUNG! Der Anfangsbestand des Kontos Sparbuch steht beim Kunden im SOLL. bei Kapitalkonten im Soll) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 35 Februar 2012 .) wird auf ein eigenes Blatt (Konto) geschrieben..Buchungsgrundsätze für Bestandskonten: Vermögenskonten SOLL SOLL HABEN Bestand Zugang Abgang Kapitalkonten HABEN HABEN SOLL  Jeder Bilanzposten (Maschinen.  Jedes Konto hat eine Soll-Seite (links) und eine Haben-Seite (rechts). Grund: Für die Bank ist die Spareinlage wie ein Kredit zu behandeln.. Für den Kunden ist die Spareinlage eine Forderung gegenüber der Bank (Vermögen). bei Kapitalkonten im Haben) Abgänge vermindern den Anfangsbestand  Verbuchung auf der gegengesetzten Seite wie der AB (bei Vermögenskonten im Haben.  Zugänge erhöhen den Bestand  Verbuchung auf der selben Seite wie der AB (bei Vermögenskonten im Soll. . während die Bank die Spareinlage in ihrer Buchhaltung im HABEN verbucht.  Der Anfangsbestand (AB) jedes Kontos ist auf der selben Seite wie in der Bilanz zu finden  Der Anfangsbestand (AB) steht bei den  Vermögenskonten (= aktive Bestandskonten) im Soll (links)  Kapitalkonten (= passive Bestandskonten) im Haben (rechts).

Bsp.: Abhebung EUR 1.000,-- bar vom Gehaltskonto

Verminderungen werden bei Vermögenskonten im Haben gebucht.

Zugänge werden bei Vermögenskonten im Soll gebucht.

Bsp.: Abhebung vom Sparbuch und Rückzahlung des Autokredites von 10.000,-

Verminderungen werden bei Vermögenskonten im Haben gebucht.

Verminderungen werden bei Kapitalkonten im Soll gebucht.

 Das Vermögen (Sparguthaben) und die Schulden (Fremdkapital) haben sich in gleicher Höhe vermindert: das Eigenkapital ist daher gleich geblieben.  Die Bilanz wird zu einem bestimmten Stichtag erstellt. Daher müssen die Veränderungen von Vermögen und Kapital laufend auf Konten verbucht werden und der Saldo zum Stichtag in die Bilanz übertragen werden.  Der Saldo (Endbestand (EB)) ergibt sich durch: 1) Addition der größeren Seite des Kontos 2) Eintragung der Summe auf beiden Kontoseiten 3) Subtraktion der kleineren Seite von der Endsumme. Die Differenz ist der Saldo (Endbestand) des Kontos. 4) Der EB (Saldo) wird zum Ausgleich auf der kleineren Seite des Kontos eingetragen. Steht der Saldo im Haben, wird er ins Soll der Bilanz übertragen. Steht der Saldo im Soll, wird er ins Haben der Bilanz übertragen.

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4.2 Erfolgskonten Die Erstellung der Betriebsleistung verursacht AUFWENDUNGEN. Zur Deckung dieser Aufwendungen benötigt das Unternehmen ERTRÄGE. Beispiele für Aufwendungen: ZINSEN PERSONALAUFWAND SACHAUFWAND Beispiele für Erträge: ZINSEN PROVISIONEN LIEGENSCHAFTSERTRÄGE

Jeder AUFWAND und jeder ERTRAG wirkt sich auf das EIGENKAPITAL bei den Unternehmungen aus. Aufwand = Ertrag = VERMINDERUNG ERHÖHUNG des Eigenkapitals des Eigenkapitals

Die Buchung aller Aufwendungen und Erträge direkt gegen das EIGENKAPITAL ist jedoch unübersichtlich, weshalb man während des Jahres ERFOLGSKONTEN führt. ERFOLGSKONTEN

AUFWANDSKONTEN

ERTRAGSKONTEN

Aufwands- und Ertragskonten werden als Vorstufen des Eigenkapitalkontos buchungstechnisch wie KAPITALKONTEN behandelt. Aufwand = VERMINDERUNG DES EIGENKAPITALS = Abgang von einem Kapitalkonto Ertrag = ERHÖHUNG DES EIGENKAPITALS = Zugang zu einem Kapitalkonto = SOLL

= HABEN

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Der Abschluss aller Erfolgskonten erfolgt am Jahresende auf dem GEWINN- UND VERLUSTKONTO (G&V). Der Saldo des Gewinn- und Verlustkontos - Gewinn oder Verlust - wird gegen das EIGENKAPITAL verrechnet. Die Kreditinstitut-Buchhaltung ist aus zwei Gründen eine DOPPELTE BUCHHALTUNG

DOPPELTE VERRECHNUNG WÄHREND DES JAHRES

DOPPELTE ERMITTLUNG DES JAHRESERFOLGS

D.h. jeder Buchung im Soll D.h. Ermittlung des steht eine gleichgroße Jahreserfolges in der Buchung im Haben gegenüber.

G&V-Rechnung (Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag) und in der Bilanz (Gegenüberstellung von Eigenkapital zu Beginn und zu Ende das Jahres)

Ein Aufwand vermindert das Eigenkapital; ein Ertrag erhöht das Eigenkapital. Bsp.: Eine Gutschrift von Wertpapiererträgnissen von EUR 2.000,-- auf ein Sparbuch bringt:  auf der Vermögensseite einen Zuwachs (Guthaben steigt) und  auf der Kapitalseite auch eine Erhöhung (Eigenkapital steigt)

 

Aufwände und Erträge werden zur besseren Übersicht nicht direkt in der Bilanz (auf das Konto Eigenkapital), sondern auf Erfolgskonten verbucht. Die 2 Arten der Erfolgskonten sind:  Aufwandskonten: Aufwendungen werden im Soll verbucht  Ertragskonten: Erträge werden im Haben verbucht.

Anmerkung: Erfolgskonten haben keinen Anfangsbestand.

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liegt ein Gewinn vor.  Steht der Saldo in der GuV im Soll. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 39 Februar 2012 . Die Erhöhung der außerordentlichen Erträge ist im Haben einzutragen. liegt ein Verlust vor.  Bei der Bilanzerstellung werden die Salden der Erfolgskonten nicht direkt in die Bilanz übertragen.in bar: Die Erhöhung des Kassabestandes ist im Soll zu verbuchen. sondern auf ein eigenes Gewinn.-.Bsp.  Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital (Buchung im Haben). Die Verminderung des Kassabestandes (des Vermögens) ist im Haben zu verbuchen.und Verlustkonto (GuV) verbucht. Bsp.: Kauf von Briefmarken gegen Barzahlung um EUR 50.-- Portokosten sind Aufwendungen und daher im Soll zu verbuchen.: Wettgewinn von EUR 20.  Steht der Saldo in der GuV im Haben.  Ein Verlust vermindert das Eigenkapital (Buchung im Soll). Ein Verlust wird ins Soll des Kontos Eigenkapital übertragen. Ein Gewinn wird ins Haben des Kontos Eigenkapital in der Bilanz übertragen.

4. Einteilung der Handelsgesellschaften 1.Handlungsvollmacht Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 40 Februar 2012 .1.3.2.2. Rechtsquellen 2 RECHTSBEGRIFFE: UNTERNEHMER.1.1. Prokura 5. Handlungsvollmacht (HV) 5.2. Gesellschaft mit beschränkter Haftung 5 PROKURA UND HANDLUNGSVOLLMACHT 51 51 52 53 5. Unternehmer 2.2. GesmbH & Co KG 3. FIRMA.3 Gegenüberstellung Prokura.1.2.3. Firmenbuch 3 PERSONENGESELLSCHAFTEN 43 43 45 46 47 3. Kommanditgesellschaft (KG) 3. Firma 2.GESELLSCHAFTSRECHT INHALTSVERZEICHNIS 1 ALLGEMEINES 41 41 41 1. Aktiengesellschaft 4. Offene Gesellschaft (OG) 3. FIRMENBUCH 42 42 42 42 2. Gesellschaft nach bürgerlichem Recht 4 KAPITALGESELLSCHAFTEN 47 47 49 4.1.

2007 geltende Rechtslage dargestellt.2 Rechtsquellen Am 1. mit welcher das Handelsgesetzbuch (HGB) in Unternehmensgesetzbuch (UGB) umbenannt wurde.1.1. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 41 Februar 2012 . Im Folgenden wird lediglich die ab 1. Neben zahlreichen weiteren Änderungen ist vor allem die Abschaffung des Kaufmannsbegriffs hervorzuheben: Man spricht nun nicht mehr vom Handelsrecht als dem Sonderprivatrecht der Kaufleute. 1.1 Einteilung der Handelsgesellschaften PERSONENHANDELSGESELLSCHAFTEN a) b) Offene Gesellschaft Kommanditgesellschaft KAPITALGESELLSCHAFTEN a) b) Aktiengesellschaft Gesellschaft mit beschränkter Haftung Im Vordergrund stehen die Gesellschafter und ihre Mitarbeit Besitzen Rechtsfähigkeit Die Gesellschafter haften persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft Personen Im Vordergrund steht das Kapital Besitzen Rechtsfähigkeit Keine persönliche Haftung 1.2007 trat die große Handelsrechtsreform in Kraft. sondern vom Unternehmensrecht als dem Sonderprivatrecht der Unternehmer.1 ALLGEMEINES Eine Handelsgesellschaft ist eine Gesellschaft zum Betrieb eines Unternehmens unter gemeinsamer FIRMA.

Sie können sich jedoch durch freiwillige Eintragung in das Firmenbuch diesen Bestimmungen unterstellen (opting-in). Kapitalgesellschaften sind Unternehmer kraft Rechtsform. Das 4. die sich nur auf Unternehmer (und Privatstiftungen) beziehen. FIRMA.1 Unternehmer Unternehmer im Sinne des Unternehmensrechts ist. sich in das Firmenbuch eintragen zu lassen. 2. Weinausschank während eines 5tägigen Winzerfestes etc. Das 3. Buch UGB (Sonderregelungen über unternehmensbezogene Geschäfte) ist jedenfalls auch auf Freiberufler und Land.2 RECHTSBEGRIFFE: UNTERNEHMER. Rechnungslegungspflichtig ist jeder Unternehmer. wenn sie ein Unternehmen betreiben. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 42 Februar 2012 . Buches des UGB (Firma.2 Firma Die Firma eines Unternehmers ist der gesetzlich geschützte Name des Unternehmers. selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit. 2. Buches UGB stehen auch Freiberuflern und Land. Unter Unternehmen versteht man jede auf Dauer angelegte Organisation. Angehörgie der freien Berufe sowie Land.000.und Forstwirte nicht anzuwenden. Firmenbuch Das Firmenbuch dient der Verzeichnung und Offenlegung von rechtlich bedeutsamen Tatsachen des Geschäftsverkehrs. unter dem er seine Geschäfte betreibt und seine UNTERSCHRIFT abgibt sowie selbst klagt oder geklagt wird. wer ein Unternehmen betreibt (§ 1 Abs 1 UGB). Prokura) ausgenommen.3. Buch UGB (Rechnungslegung) ist auf Angehörige freier Berufe sowie Land.). auf Personengesellschaften sind die Vorschriften des UGB nur dann zur Gänze anwendbar.und Forstwirte anwendbar. Nicht auf Dauer angelegt und kein Unternehmen im Sinn des Unternehmensrechts sind daher z.B.und Forstwirte sind – obwohl sie den allgemeinen Unternehmerbegriff erfüllen – von der Anwendung des 1. Gelegenheitsgeschäfte (Obstverkauf aus dem eigenen Garten. mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein.– Umsatzerlöse im Geschäftsjahr erzielt. der nach § 189 UGB der Pflicht zur Rechnungslegung unterliegt. Jeder Unternehmer. ist verpflichtet. Offene Gesellschaften und Kommanditgesellschaftes iSd 2. FIRMENBUCH 2. der mehr als € 400.und Forstwirten offen.

Jänner 1993 auf allen Geschäftsbriefen anzuführen. 4. Die Einsicht in das Firmenbuch ist auch bei Notaren und Rechtsanwälten möglich. Genossenschaften Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit Sparkassen Privatstiftungen Urkunden. bei der die Gesellschafter gesamthandlich verbunden sind und bei der sämtliche Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt haften. Offene Gesellschaft (OG) a) Die OG ist eine Gesellschaft. Zur Einsicht in das Hauptbuch und in die für die Urkundensammlung eingereichten Schriftstücke ist jedermann befugt. Einzutragende Daten sind u. die unter eigener Firma geführt wird.: 1. Diese ist seit 01. 8.H. Bei Prokuristen deren Name und Geburtsdatum sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis. die Gegenstand der Eintragung waren In der Datenbank ist für jeden eingetragenen Rechtsträger eine Firmenbuchnummer zu führen. die Firma die Rechtsform der Sitz und die für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift. 6. Name und Geburtsdatum des Einzelunternehmers. die Firmenbuchnummer. der für Zustellungen maßgeblichen Geschäftsanschrift und ihrer Firma. 7.b.1. 5. 3 PERSONENGESELLSCHAFTEN 3. 3. des Abschlusses des Gesellschaftsvertrages. Der Tag der Feststellung der Satzung bzw. bei anderen Rechtsträgern ihrer vertretungsbefugten Personen sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis. eine kurze Bezeichnung des Geschäftszweiges nach eigener Angabe Zweigniederlassungen mit ihrem Ort. 9.Das Firmenbuch besteht aus Hauptbuch - Urkundensammlung - Einzelunternehmer OG KG AG Ges. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 43 Februar 2012 . Aus beiden können Ausdrucke gefordert werden.m.a. 2. wenn sie von der Firma der Hauptniederlassung abweicht.

kann diesen beibehalten. Im einzelnen haften die Gesellschafter: . weil sie als Nichtkaufleute galten. c) Haftung Für die Gesellschaftsschulden haftet die OG mit dem Gesellschaftsvermögen und außerdem jeder Gesellschafter mit seinem gesamten Privatvermögen. die am 1.1. Erstere stand nur zum Betrieb eines vollkaufmännischen Unternehmens zur Verfügung. Vertretung. Bestehende OEG’s gelten ab 1. Gewinnverteilung) denselben Regeln unterlag wie die OHG.h.oder minderkaufmännischen Unternehmens. Die OG entsteht jedoch erst mit ihrer Eintragung in das Firmenbuch.2007 den Rechtsformzusatz „OHG“ in ihrer Firma führt.h. Vor dem 1. er kann sofort auf die Gesellschafter greifen In der Praxis werden die OG und ihre Gesellschafter von einem Gesellschaftsgläubiger stets gemeinsam geklagt.2010 den Rechtsformzusatz „OG“ zu führen.h. jeder Gesellschafter haftet mit seinem gesamten Privatvermögen solidarisch: d. der Gläubiger muss nicht zuerst die OG in Anspruch nehmen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 44 Februar 2012 .2007 jedenfalls als OG’s. jeder Gesellschafter haftet für die ganze Schuld primär: d. b) Gründung/Entstehung Die Gründung erfolgt durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrages.1.unbeschränkt (bar): d. Da die OEG im Gesellschaftsverhältnis (Geschäftsführung. der grundsätzlich formfrei ist (Praxis: grundsätzlich schriftlich).2007 eingetragene OEG’s haben ab 1. Rechtsanwälte konnten sich bspw nur zu einer OEG zusammenschließen. eine OHG. die Haftung ist nicht auf einen bestimmten Betrag begrenzt.Persönliche Haftung Mit gesamtem Vermögen Mitarbeit im Unternehmen Gesellschafter der OG Und (oder) Kapitaleinsatz OG Nach der alten Rechtslage unterschied man zwischen Offener Handelsgesellschaft (OHG) und Offener Erwerbsgesellschaft (OEG).1. wurde die Zweiteilung mit der Handelsrechtsreform abgeschafft.1. letztere nur zum Betrieb eines nicht.

der Haftsumme. wenn diese vor Ablauf von fünf Jahren nach seinem Ausscheiden fällig werden. Der ausgeschiedene Gesellschafter haftet für die vor seinem Ausscheiden entstandenen Geschäftsverbindlichkeiten. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 45 Februar 2012 .1. Erstere konnten nur zum Betrieb eines vollkaufmännischen.1.2.2010 den Rechtsformzusatz „KG“ zu führen. d) Vertretung Unter Vertretung versteht man das rechtsgeschäftliche Handeln nach außen.2007 als KG’s. Die Vertretungsverhältnisse sind immer dem Firmenbuch zu entnehmen.1. vorsehen: * einzelne Gesellschafter werden von der Vertretung ausgeschlossen.oder nichtkaufmännischen Unternehmens gegründet werden. b) Gründung/Entstehung Die Gründung erfolgt durch Abschluss eines formfreien Gesellschaftsvertrages.2007 eingetragene KEG’s haben ab dem 1. dass alle oder mehrere Gesellschafter gemeinsam vertreten (Gesamtvertretung). letztere nur zum Betrieb eines minder. ist jeder Gesellschafter allein vertretungsberechtigt - Der Gesellschaftsvertrag kann jedoch andere Vertretungsregelungen. d) Zeichnung Firmenwortlaut der OG Unterschrift des/der Gesellschafter oder Prokuristen. Kommanditgesellschaft (KG) a) Die Kommanditgesellschaft ist eine Gesellschaft.Ausschluss oder Beschränkung der Haftung sind Dritten gegenüber unwirksam. Derartige Ansprüche verjähren spätestens in drei Jahren nach Fälligkeit. an dem das Ausscheiden des Gesellschafters in das Firmenbuch eingetragen wird. die Frist beginnt mit dem Ende des Tages. Vor dem 1. * Vertretung durch einen oder mehrere Gesellschafter in Gemeinschaft mit einem oder mehreren Prokuristen (gemischte Gesamtvertretung). die in das Firmenbuch einzutragen sind. Nach alter Rechtslage unterschied man auch hier zwischen Kommanditgesellschaften (KG) und Kommandit-Erwerbsgesellschaften (KEG). die unter eigener Firma geführt wird und bei der  ein oder mehrere Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt (Komplementäre) und  ein oder mehrere Gesellschafter den Gesellschaftsgläubigern nur mit einem bestimmten Betrag. Bestehende KEG’s gelten jedenfalls ab 1. * es kann bestimmt werden. Sehr häufig wird die Vertretung durch je zwei Vertretungsbefugte kollektiv angeordnet. haften (Kommanditisten). Nach dem Gesetz (Einzelvertretung). 3. im Namen und mit Wirkung für und gegen die OG.

somit unbeschränkt. e) Zeichnung der KG Firmenwortlaut der KG Unterschrift des/der Komplementär(e) und/oder Prokurist(en) 3. nicht jedoch die Gesellschafter der GmbH. b) Vertretung Die GesmbH ist Komplementär der KG und hat als solche die Geschäftsführung und Vertretung der KG inne. eine KG. Die konkrete Vertretungsregelung ist dem Firmenbuch zu entnehmen. gesamt. und juristische Personen sowie Die KG ist zum Firmenbuch anzumelden.3 GesmbH & Co KG a) Die GesmbH & Co KG ist eine Typenvermischung zwischen einer Personen. Da die GesmbH als juristische Person nicht selbst handeln kann. d) Vertretung Die Vertretung obliegt grundsätzlich den Komplementären und kann wie bei der OG in Form der einzel-. Sie entsteht durch Eintragung in Firmenbuch. Die KG entsteht wie die OG erst mit der Eintragung in das Firmenbuch. c) Haftung Der Komplementär haftet wie der Gesellschafter einer OG. an der eine GmbH als Komplementär beteiligt ist. Die Haftung des Kommanditisten den Gesellschaftsgläubigern gegenüber ist mit der im Firmenbuch eingetragenen Haftsumme beschränkt. c) Haftung Die GmbH haftet als Komplementär mit ihrem gesamten Vermögen für die Schulden der KG. solidarisch und primär.Gesellschafter können natürliche Personengesellschaften sein. d) Zeichnung für die KG Firmenwortlaut GmbH & Co KG Firmenwortlaut GmbH Unterschrift der Geschäftsführer der GmbH Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 46 Februar 2012 . wird die Geschäftsführung der KG vom Geschäftsführer der GmbH wahrgenommen.und einer Kapitalgesellschaft.und gemischten Vertretung erfolgen.

b) Vertretung Da die GesbR keine Rechtsfähigkeit besitzt und somit auch keine vertretungsbefugten Organe hat.3. Die GesbR wird nicht in das Firmenbuch eingetragen.4. wenn der handelnde Gesellschafter nicht vertretungsbefugt war und dem Dritten (Geschäftspartner) der Mangel der Vertretungsbefugnis bekannt war oder er ihn zumindest kennen musste. a) Gründung/Entstehung Für die Entstehung der GesbR bestehen keine Formvorschriften. Aktiengesellschaft Die Aktiengesellschaft ist eine Gesellschaft * mit eigener Rechtspersönlichkeit. Emissionskonsortien etc. * ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften. 4 - KAPITALGESELLSCHAFTEN Aktiengesellschaft GesmbH 4.B. oder zur Vertretung der Gesellschaft bestellte Personen in deren Namen. nach welchem diese ihre Mühe allein. Merkmale der AG sind: + eigene Rechtspersönlichkeit + Grundkapital zerlegt in Aktien Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 47 Februar 2012 . Eine Sondervorschrift enthält nunmehr § 178 UGB: Handeln Gesellschafter einer unternehmerisch tätigen GesbR. Dies gilt dann nicht. allen Gesellschaftern gemeinsam zu. so z. sie kann daher nicht als Eigentümer auftreten und kann nicht geklagt werden. steht die Vertretung. Kreditkonsortien. so werden alle Gesellschafter daraus berechtigt und verpflichtet. oder auch ihre Sachen zum gemeinschaftlichen Nutzen vereinigen.1. wenn der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt. Der GesbR kommt im Wirtschaftsleben große Bedeutung zu. Die GesbR hat keine eigene Rechtspersönlichkeit. die im Geschäftsverkehr unter eigenem Namen auftritt. * deren Gesellschafter mit Einlagen auf das in Aktien zerlegte Grundkapital beteiligt sind. als Arbeitsgemeinschaften (Errichtung eines Großbaues). Gesellschaft nach bürgerlichem Recht Die Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (GesbR) ist eine Vereinigung zweier oder mehrerer Personen auf Grund eines Vertrages.

a.: Überwachung des Vorstandes Bestellung und Abberufung des Vorstandes Prüfung des Jahresabschlusses und Bericht darüber in der Hauptversammlung Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 48 Februar 2012 . Es gibt verschiedene Aktientypen: Inhaber-. Sie muss mindestens einmal jährlich stattfinden.: * Wahl und Abberufung der Aufsichtsratsmitglieder * Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates * Gewinnverteilung * Wahl der Abschlussprüfer  Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung auf die Dauer von höchstens vier Jahren gewählt. Aufgaben der Hauptversammlung sind u.a. Für die Verbindlichkeiten der AG haftet nur das Gesellschaftsvermögen.. b) Haftung Das Grundkapital einer AG muss mindestens EUR 70. die im Rahmen des Wertpapiergeschäftes näher behandelt werden.000. und hat mindestens dreimal im Geschäftsjahr zusammenzutreten. Namens-. dass die Aktionäre nicht mit ihrem Privatvermögen haften.betragen und wird in Aktien zerlegt. c) Organe einer AG Hauptversammlung Aufsichtsrat Vorstand  Hauptversammlung Sie setzt sich zusammen aus den Aktionären der AG und ist das oberste willensbildende Organ der AG.und Vorzugsaktien. Aufgaben des Aufsichtsrates sind u. Die Aktien bedeutender Gesellschaften werden an der Börse gehandelt. sondern höchstens Gefahr laufen. das bedeutet. Es dient den Gläubigern als Haftungsgrundlage. das zum Erwerb der Aktien aufgewendete Kapital zu verlieren. Stamm.+ keine Haftung der Aktionäre über ihre Einlage hinaus a) Gründung/Entstehung Mit Eintragung der neugegründeten AG im Firmenbuch entsteht die AG als juristische Person.

Vertretung durch mehrere Vorstandsmitglieder oder gemischte Vertretung d.2 Gesellschaft mit beschränkter Haftung Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. deren Gesellschafter mit Einlagen auf das in Stammeinlagen zerlegte Stammkapital beteiligt sind. Wiederbestellung ist möglich. an dem die Gründungsgesellschafter beteiligt sind. d) Vertretung Die AG wird gerichtlich und außergerichtlich in allen Angelegenheiten durch den Vorstand vertreten. Merkmale der GesmbH: Eigene Rechtspersönlichkeit Stammkapital zerlegt in Stammeinlagen keine persönliche Haftung der Gesellschafter a) Gründung/Entstehung Die GesmbH wird durch Abschluss eines Gesellschaftsvertrags. bei dieser spricht man nicht von Gesellschaftsvertrag. Dritten gegenüber ist die Vertretungsmacht des Vorstandes unbeschränkt und unbeschränkbar. Prokuristen oder Handlungsbevollmächtigten. Wenn der Vorstand aus mehreren Personen besteht. Die jeweilige Vertretungsbefugnis der Vorstandsmitglieder (und der Prokuristen) ist dem Firmenbuch zu entnehmen. Vorstand Der Vorstand der AG wird vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Die Satzung kann aber etwas anderes bestimmen (Einzelvertretung. 4. Möglich ist aber auch eine Ein-MannGründung. Vorstand gemeinsam mit Prokurist). gilt im Zweifel Kollektivvertretung aller Vorstandsmitglieder gemeinsam. Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung und Vertretung der AG. ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften. - Es gilt das Gesetz über die GesmbH. e) Zeichnung Firmenwortlaut der AG Unterschrift eines Vorstandsmitgliedes bzw. sondern von „Erklärung Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 49 Februar 2012 . errichtet.h.

die bereits rechtsfähig ist. kann es – vor allem im Konkursfall – zu einer Nachforderung der noch ausstehenden Stammeinlagen kommen.  Generalversammlung Die Generalversammlung der Gesellschafter ist das oberste willensbildende Organ der GesmbH. sonst freiwillig zu bilden: Stammkapital beträgt mehr als € 70. Abberufung und Entlastung der Geschäftsführung und des allfällig vorhandenen Aufsichtsrates.000.a. Mindestens die Hälfte der Stammeinlagen muss aus Bareinlagen bestehen. Die Bestellung erfolgt durch Beschluss der Generalversammlung. Wurde das Stammkapital bei der Gründung jedoch nur teilweise aufgebracht. Die Mindesteinlage beträgt € 70. aus der hervorgeht. auf die jedoch noch nicht alle Vorschriften über die GmbH anwendbar sind. Davor besteht eine sog „Vorgesellschaft“. b) Haftung Das Stammkapital wird im Gesellschaftsvertrag festgelegt und muss mindestens € 35. Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Stammeinlage.-betragen.  Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat ist bei nachstehenden Voraussetzungen zwingend. die die Gesellschaft leiten und gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Die Geschäftsführer müssen eine Bankbestätigung vorlegen. Sowohl Gesellschaftsvertrag als auch Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft können nur in der Form eines Notariatsaktes abgeschlossen werden.-.und Anzahl der Gesellschafter übersteigt 50 Mehr als 300 Arbeitnehmer Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 50 Februar 2012 . der Rest kann durch Sacheinlagen aufgebracht werden. c) Organe Die zwingenden Organe einer GesmbH sind + Generalversammlung + unter Umständen Aufsichtsrat + Geschäftsführer  Geschäftsführer Die GesmbH muss einen oder mehrere Geschäftsführer haben.000.: Bestellung. Prüfung und Genehmigung des Rechnungsabschlusses. dass die Bareinlage geleistet wurde und dieser Betrag zur freien Verfügung der Geschäftsführer steht (§ 10 Abs 3 GmbHG). Die Aufgaben sind u. Die Verbindlichkeiten der Vorgesellschaft gehen mit Eintragung der GmbH auf diese über.über die Errichtung der Gesellschaft“.--. Durch die Eintragung in das Firmenbuch ist die GesmbH als juristische Person entstanden.

Unterschrift des oder der Geschäftsführer oder Prokuristen 5 PROKURA UND HANDLUNGSVOLLMACHT Prokura und Handlungsvollmacht sind durch das Unternehmensgesetzbuch definierte Vollmachten. welche zum Unternehmen gehören Erteilung der Prokura an dritte Personen und die Übertragung der Prokura an andere Personen. e) Zeichnung Firmenwortlaut der GesmbH. Die Prokura ist mit Musterzeichnung in das Firmenbuch einzutragen.d) Vertretung Die Vertretung der GesmbH obliegt dem Geschäftsführer.1. Hingegen ist er berechtigt. 5. Zu manchen Handlungen ist jedoch der Prokurist gesetzlich nicht ermächtigt: * * * * * * * Einstellung und Veräußerung des Unternehmens Änderung der Firma Aufnahme von Teilhabern Belastung und Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden. Die Prokura entsteht mit Erteilung und nicht erst mit der Eintragung. Die genaue Vertretungsregelung ist dem Firmenbuch zu entnehmen. ob sie regelmäßig oder nur ausnahmsweise getätigt werden. die der Betrieb IRGENDEINES UNTERNEHMENS mit sich bringt. Die Prokura kann nur von in das Firmenbuch eingetragenen Unternehmern ausdrücklich. In der Praxis wird die GesmbH durch zwei vertretungsbefugte Personen vertreten. ist unerheblich. Sofern im Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorgesehen ist. Handlungsbevollmächtigte zu bestellen. Im Falle einer gemischten Gesamtvertretung ist die Unterfertigung durch einen Geschäftsführer und den Prokuristen ausreichend. Zeichnung von Anmeldungen zum Firmenbuch Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 51 Februar 2012 . Ob diese Geschäfte gewöhnlicher oder außergewöhnlicher Art sind. Prokura Die Prokura ermächtigt zu allen Arten von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen. Unterzeichnung des Jahresabschlusses. gilt Kollektivvertretung aller Geschäftsführer. mündlich oder schriftlich erteilt werden.

Gebräuchlich: "ppa"!!! Die Prokura ERLISCHT durch: Widerruf Konkurs des Geschäftsherrn Tod des Prokuristen.Beschränkungen des Umfanges der Prokura. nicht aber Tod des Geschäftsherrn 5. Eine Eintragung der Handlungsvollmacht in das Firmenbuch ist nicht möglich. dass jemand als sein Vertreter auftritt. die der Betrieb eines DERARTIGEN Unternehmens gewöhnlich mit sich bringt. Die HV kann von jedem Unternehmer erteilt werden. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 52 Februar 2012 . sondern auch konkludent (schlüssig) erfolgen.2. Handlungsvollmacht (HV) Handlungsvollmacht ist jede im Rahmen eines Unternehmens erteilte Vollmacht. Zu manchen Handlungen ist jedoch der Handlungsbevollmächtigte nicht berechtigt. dass der Geschäftsherr duldet. Arten der Prokura Einzelprokura Gesamtprokura Prokurist ist allein vertretungsbefugt Zusammenwirken von zwei oder mehreren Prokuristen oder anderen Vertretungsbefugten Die Art der Prokura ist dem Firmenbuch zu entnehmen. die nicht Prokura ist. Die HV kann nicht nur ausdrücklich. Der Prokurist hat die Firma mit seinem Namen und einem die Prokura andeutenden Zusatz zu zeichnen. mit Ausnahme der im Handelsgesetzbuch genannten. Der Umfang der Handlungsvollmacht erstreckt sich auf Geschäfte und Rechtshandlungen. insbesondere dadurch. die auch ein Prokurist nicht vornehmen kann Die Beschränkung der Handlungsvollmacht ist im Gegensatz zur Prokura möglich. können nicht rechtswirksam vereinbart werden. Die Handlungsvollmacht umfasst nicht: + + + + Eingehen von Wechselverbindlichkeiten Darlehensaufnahme Gerichtliche Vertretung Handlungen.

Handlungsvollmacht Handlungsvollmacht  kann jeder Unternehmer erteilen Prokura  kann nur ein im Firmenbuch eingetragener Unternehmer erteilen  Firmenbuch  nur ausdrückliche Bestellung möglich  Dritten gegenüber unbeschränkbar Einzelprokura: der Prokurist handelt allein  nicht eingetragen  auch stillschweigende Erteilung  Dritten gegenüber beschränkbar Generalhandlungsvollmacht: alle Geschäfte und Rechtshandlungen. ganz bestimmtes Geschäft Gesetzliche Beschränkungen der Prokurist kann nicht:  das Unternehmen einstellen oder verkaufen  die Firma ändern  neue Teilhaber aufnehmen  Grundstücke belasten oder veräußern Aufnahmeskriptum Bachelor der Handlungsbevollmächtigte kann nicht:  Wechselverbindlichkeiten eingehen  Darlehen aufnehmen  das Unternehmen bei Gericht vertreten  solche Geschäfte und Rechtshandlungen Seite 53 Februar 2012 .Der Umfang der Handlungsvollmacht wird durch den Vollmachtgeber bestimmt: General- ArtVOLLMACHT Spezial- Berechtigt zur Vornahme aller Geschäfte im Rahmen eines derartigen Handelsgewerbes Berechtigt zur Vornahme einer bestimmten Art von Geschäften Berechtigt zur Vornahme eines bestimmten Geschäfts Der Handlungsbevollmächtigte hat die Firma mit einem das Vollmachtsverhältnis ausdrückenden ZUSATZ zu zeichnen. Arthandlungsvollmacht: Einschränkung auf alle gewöhnlichen Geschäfte einer bestimmten Art Gesamtprokura: der Prokurist kann nur mit einem anderen Prokuristen (oder mehreren) gemeinsam handeln Filialprokura: Einschränkung auf eine (oder mehrere) Niederlassung(en) Einzelhandlungsvollmacht: nur für ein einzelnes.3 Gegenüberstellung Prokura. gebräuchlich ist „iV“. die der Betrieb eines derartigen Handelsgewerbes mit sich bringt. 5. Handlungsvollmacht erlischt wie die Prokura.

die auch dem Prokuristen versagt sind Übersicht über Vertretungsbefugte Kontoinhaber eingetragener Unternehmer vertretungsbefugte Organe Geschäftsinhaber Prokurist HV Gesellschafter Prokurist HV Komplementär Prokurist HV Vorstandsmitglied(er) Prokurist HV Nachweis Firmenbuch Offene Gesellschaft Firmenbuch Kommanditgesellschaft Firmenbuch Aktiengesellschaft Firmenbuch Gesellschaft mit beschränkter Geschäftsführer Haftung Prokurist HV Ges. & Co. des zuständigen bischöflichen Ordinariates Anerkannte Religionsgemeinschaften Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 54 Februar 2012 . Landesregierung. Prokurist. z.H. Bezirkshauptmannschaft.b.B. Bundesministerium) nicht einheitlich Bestätigung der übergeordneten Kirchenbehörde.H. Prokurist und HV der KG Vorstandsmitglied(er) – bei Kreditgenossenschaften im Bankbereich die Geschäftsleiter Vorstandsmitglied(er) Firmenbuch Firmenbuch Genossenschaft Firmenbuch Verein Öffentlich-rechtliche juristische Personen Vereinsregisterauszug je nach Art der juristischen Bestätigung der Personen nächsthöheren bzw.m. einen Prokuristen bestellen oder die Prokura übertragen  (alleine ohne Geschäftsführer) den Jahresabschluss unterschreiben vornehmen..m. KG Geschäftsführer. sachlich zuständigen Verwaltungsbehörde (z. HV der Ges.B.b.

Arbeitsgemeinschaft) alle Gesellschafter gemeinsam Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 55 Februar 2012 . z. Landesparteileitung Legitimierung der Gesellschafter Gesellschaft nach bürgerlichem Recht (z.Politische Parteien nicht einheitlich Bestätigung einer Parteileitungsstelle.B.B.

1 Kreditwürdigkeit 4. KONDITIONEN 3.3 Geldschöpfungsfunktion 57 57 58 58 2.1 Personalsicherheiten 5. FORMEN DER AUSLEIHUNG 2.2 Transformationsfunktion 1.3 Gebühren 3.4 Spesen 60 60 60 60 60 4.1 Kapitalsammelfunktion 1.1 Zinsen 3. SICHERHEITEN 5.2 Kredit 2.1 Darlehen 2. BONITÄT 4.2 Provisionen 3. ALLGEMEINES 1.3 Aval /Bankgarantie 59 59 59 59 3.2 Sachsicherheiten 61 61 63 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 56 Februar 2012 .2 Kreditfähigkeit 60 60 61 5.AUSLEIHUNGSGESCHÄFT INHALTSVERZEICHNIS 1.

um die Grundsätze der Liquidität (jederzeitige Zahlungsbereitschaft der Kreditinstitute). Im Ausleihungsgeschäft der Kreditinstitute werden dem Kunden (= Kreditnehmer / Schuldner) für einen bestimmten Zeitraum Geldbeträge gegen Bezahlung von Zinsen durch die Bank (Gläubiger) zur Verfügung gestellt. Kapitalsammelfunktion Transformationsfunktion a) b) c) 3. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 57 Februar 2012 . in jeder Höhe und für jede Frist hereinzunehmen.a. Rentabilität (Erwirtschaften eines Gewinns) und Sicherheit (Einschränken der Verlustgefahr durch Hereinnehmen von Sicherheiten) aufrechterhalten zu können. Daraus lassen sich drei Hauptaufgaben der Kreditinstitute und Banken ableiten: 1. müssen die Kreditinstitute das verfügbare Kapital (bestehend aus Spar.und Giroeinlagen.und Giroeinlagen). Bedeutung der Ausleihungen für die Wirtschaft: Für die Wirtschaft bedeutet die Ausleihung ein Instrument zum Ausgleich unterschiedlichen Finanzierungsbedarfes. Einlagen (Spar. Größentransformation Fristentransformation Riskentransformation Geldschöpfungsfunktion 1.) "transformieren". Um diese Funktion ausüben zu können.1 Kapitalsammelfunktion Aufgabe von Kreditinstituten ist es u.1. ALLGEMEINES Unter "Leihgeschäft" versteht man die Ausleihung von Gegenständen oder Geldbeträgen an natürliche oder juristische Personen.. Da es sich bei der Hereinnahme von Einlagen um Verbindlichkeiten gegenüber den Sparern handelt. für einen bestimmten Zeitraum gebundene Gelder und bezahlen dafür Zinsen. Geldinstitute veranlagen täglich fällige bzw. Termineinlagen etc. 2. spricht man hier vom PASSIVGESCHÄFT (steht auf der Passivseite der Bilanz).

000.2.ein. von dem dann die Zahlungen unbar geleistet werden. Aus den ursprünglichen EUR 20. durch Buchung auf ein Kreditkonto.3 Geldschöpfungsfunktion Unter Geldschöpfung versteht man die Erhöhung der Geldmenge. welche die Kreditnehmer wünschen. 1.1 Größentransformation Ausleihungswünschen zu Das Kreditinstitut hat hier die Aufgabe.-.auf zwei verschiedenen Konten geworden: Kunde A hat ein Sparbuch mit einer Einlage von EUR 20.-. den privaten Haushalten zur Verfügung gestellt.000.1. Hereinnahme von Sicherheiten). Hier muss auf die Aufrechterhaltung der Liquidität der Bank geachtet werden. wird dieses Kapital in Form von Ausleihungen der Wirtschaft bzw.000.zur Verfügung. die von den Kreditnehmern gewünscht werden.a.3 Riskentransformation Das Risiko der Weiterverleihung von Einlagen hat allein das Kreditinstitut zu tragen (nicht der Einleger!).2.2 Fristentransformation Die Einlagen.-. 1.2. Beispiel: Kunde A zahlt auf sein Sparbuch EUR 20.000.2 Transformationsfunktion Da die bloße Hereinnahme von Einlagen den Kreditinstituten nur Aufwendungen (Zinsen) verursachen würde. dass hierbei u. 1.h. Streuung der Risken. die dem Kreditinstitut nicht nur wie oben erwähnt in unterschiedlichen Größen.sind plötzlich EUR 30. Das Kreditinstitut gibt diese Einlagen in Form von Ausleihungen weiter: Kunde B bekommt vom Kreditinstitut einen Kredit in Höhe von EUR 10. Kunde B hat auf seinem Konto EUR 10.000.auf seinem Konto gutgeschrieben (nicht bar ausbezahlt!).-. muss die Bank das Kapital "transformieren": 1. die Einlagen verschiedenster Größe auf jene Größen abzustimmen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 58 Februar 2012 .000. ohne dass dieser erhöhten Geldmenge eine Erhöhung der Produktions.und Leistungsmenge gegenübersteht. d.-. wenn der Kredit "unbar" gegeben wird. Dies funktioniert aber nur dann. müssen auf jene Fristen abgestimmt werden. Das Kreditinstitut muss also im eigenen Interesse das Risiko im Ausleihungsgeschäft so gering wie möglich halten (insbes.-. Wichtig ist aber.gutgeschrieben. die Einzelkreditgrenzen (Höchstgrenze für einen Kredit an einen einzelnen Kreditnehmer) beachtet werden.. Um Ungleichheiten zwischen dem Einlagenstand und koordinieren. sondern auch für verschiedene Fristen zur Verfügung stehen.

das Darlehen auf einmal oder in Teilbeträgen zurückzahlen. Ein Beispiel dafür ist der Haftrücklaß. Über bereits zurückgezahlte Beträge darf der Schuldner aber nicht mehr verfügen! Eine Wiederausnützung des Darlehens ist also unmöglich. dass das Kreditinstitut dem Kunden eine bestimmte Summe leihen wird. 2. da es auf der Aktivseite der Bankbilanz steht. Die Sparkasse/Bank verkauft hier dem Kunden ihren Namen. Er kann nun . ihren guten Ruf und ihre Liquidität. dass ihr Kunde eine bestimmte Leistung nicht vereinbarungsgemäß erbringt.B. Geld beschaffen kann. es kommt nur durch tatsächliche Übergabe des Geldes an den Darlehensnehmer zustande. Man nennt das Ausleihungsgeschäft auch "Aktivgeschäft". kann hier ein Vertragsverhältnis bestehen.3 Aval /Bankgarantie Der Kunde "kauft" in diesem Fall nicht Geld von dem Kreditinstitut. Da der Kredit ein Konsensualvertrag ist.B. damit Garantieleistungen auch nach längerer Zeit gedeckt sind. Sie wissen. Die Sparkasse/Bank garantiert gegenüber Dritten. Das heißt. der bei Bauunternehmungen vorkommt: der Bauherr zahlt dem Unternehmer (= Kunde des Kreditinstitutes) nicht die volle Bausumme aus. monatliche Ratenzahlung) oder als Rahmenkredit (für Betriebsmittel =laufende Kosten) vereinbart werden. Es besteht also nur die Vereinbarung. Über den Darlehensvertrag wird ein Schuldschein errichtet. Der Darlehensnehmer ist jetzt Eigentümer der Darlehensvaluta.2 Kredit Der Kredit ist ein Konsensualvertrag.2. damit sich dieser bei Dritten z. Innerhalb des Rahmens ("Höchstgrenze") und innerhalb der Laufzeit kann der Rahmenkredit immer wieder ausgenützt werden.1 Darlehen Das Darlehen ist ein Realkontrakt. Dies kann in verschiedenen Formen geschehen. übernimmt das Kreditinstitut die Haftung für die Restsumme gegenüber dem Bauherrn. ohne dass der Kreditnehmer schon Geld erhalten hat. sondern „leiht sich deren guten Namen“. 2. FORMEN DER AUSLEIHUNG Für das Kreditinstitut sind Ausleihungen ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftes. Um nun einerseits die volle Bausumme ausbezahlt zu bekommen. die wir Ihnen im folgenden Kapitel erklären wollen: 2.je nach Vertragsinhalt . Der Kredit kann als Einmalkredit (für Investitionen) mit festzulegender Tilgungsmodalität (z. dass das Kreditinstitut dem Kunden Geld für einen bestimmten Zeitraum überlässt. Auch hier wird ein Vertrag (Kreditvertrag) abgeschlossen. andererseits aber dem Bauherrn nicht die Sicherheit zu nehmen. Das heißt. er kommt durch bloße Willensübereinstimmung zustande. ohne Prüfung des Grundgeschäftes einen vereinbarten Haftungsbetrag zu zahlen. für den Fall. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 59 Februar 2012 .

3. Diese Kreditgebühr entfällt seit 1.4 Spesen Spesen sind der Ersatz von Kosten und Barauslagen die an Dritte bezahlt wurden (z. Durch die Erträge aus Zinsen und Provisionen muss das Kreditinstitut seine eigenen Aufwendungen (z.1 Zinsen Zinsen sind der Preis für das effektiv in Anspruch genommene Kapital. Kosten für Gutachten). gesetzliche Kreditgebühr i. 3. 0. die an die öffentliche Hand abzuführen sind (z.3. Fleiß und Tüchtigkeit. Geschäftsmoral.T. verleiht dieses Kapital an Dritte und verrechnet dafür (außer der Kapitalrückzahlung) noch einen Preis in Form von Zinsen. die derzeit keinen Finanzierungsbedarf haben.3 Gebühren Gebühren sind jene Kreditkosten.8% der Kreditsumme).B.1 Kreditwürdigkeit persönliche Beurteilung von Charaktereigenschaften. 2011.2 Provisionen Provisionen sind Entgelte für bestimmte Leistungen (Bereitstellung von Geld) des Kreditinstitutes (z. Geprüft werden vor der Kreditvergabe 4. Miete.B. Provisionen. Ruf des Kreditnehmers = soft facts materielle Überprüfung und Beurteilung der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers (z. Die Höhe Zinssatzes ergibt sich aus  den Refinanzierungskosten der Bank (z. Werthaltigkeit von Sicherheiten) = hard facts Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 60 Februar 2012 . daß er die vereinbarte Gegenleistung (Kapitalrückzahlung + Zinsen + Gebühren und Spesen) auch tatsächlich erbringen wird.v. 4. Personalkosten. BONITÄT Der Kreditnehmer genießt das Vertrauen des Gläubigers. Bereitstellungsprovision bei Rahmenkrediten).1.B.B. Daher ist das Kreditrisiko genau abzuwägen und zu beurteilen.B. abhängig vom Rating der Bank)  den Prozesskosten der Bank  den Eigenkapitalkosten der Bank  den Risikokosten (Abhängig von der Bonität des Kunden und den Kreditsicherheiten)  der Kreditlaufzeit und den Rückführungsmodalitäten (Liquiditätsmarge) Ziel ist ein risikoadäquater und zugleich marktkonformer Zinssatz. 3. Zinsen für Einlagen) abdecken und darüber hinaus Gewinne erzielen. Gebühren und Spesen 3. Portospesen. KONDITIONEN Das Kreditinstitut sammelt also Einlagen von Personen.H.

dass erst nach Verwertung der entsprechenden Sicherheiten und erfolgloser Exekution der Ausfallsbürge zur Zahlung aufgefordert werden kann. Bilanzen) = hard facts Weiters sind bei Kreditvergabe bestehende gesetzliche Vorschriften (z.8 % (gesetzliche Kreditvertragsgebühr) zu vergebühren. Das bedeutet. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 61 Februar 2012 . Bankwesengesetz.4. Der Bürge ist somit auch von Kreditvertragsänderungen (Sicherheiten. 5.2 Kreditfähigkeit Fähigkeit des Kreditnehmers. Einkommensteuerbescheide. dass gegen den Schuldner erfolglos Exekution geführt worden ist oder über das Vermögen des Schuldners ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Institutionen wie die AWS (früher BÜRGES). Die Ausfallsbürgschaft (§ 1356 ABGB) In diesem Fall verpflichtet sich der Bürge lediglich für den Fall. Höhe) aber auch von Zahlungsverzug in Kenntnis zu setzen. Konsumentenschutzgesetz etc. Gehaltsbestätigung.) zu berücksichtigen. seine Verbindlichkeiten zu bezahlen Beurteilung aufgrund von Prüfung von Unterlagen (z.B. darf der Gläubiger den Bürgen erst nach erfolgloser Mahnung des Schuldners zur Zahlung auffordern – im kommerziellen Kreditgeschäft der Banken hat diese Form der Bürgschaft kaum Bedeutung. so ist sie mit 0.und Zahlerhaftung (§ 1357 ABGB) Weil am leichtesten durchzusetzen. Liegt der Bürgschaftserklärung kein Kreditvertrag zugrunde (z. Die gemeine Bürgschaft (§ 1346 ABGB) Liegt eine gemeine Bürgschaft vor. SICHERHEITEN Entsprechend der Bonität des Kunden und der Laufzeit des Kredites wird das Kreditinstitut entscheiden.B.1 Personalsicherheiten Die Bürgschaft Die Bürgschaft kommt durch einen Vertrag zwischen Gläubiger (Bank) und Bürgen zustande. 5. Gemäß § 1346 ABGB ist die Bürgschaftserklärung in schriftlicher Form abzugeben. der zugrunde liegende Kreditvertrag ist dem Bürgen nachweislich zur Kenntnis zu bringen.B.und Zahlerhaftung die bei Banken beliebteste Form der Bürgschaft dar. Lohnpfändungsgesetz. dem Gläubiger den erlittenen Ausfall aus einem Kreditgeschäft zu ersetzen. bei einer formlosen Überziehung). Sicherheiten lassen sich in Personalsicherheiten und Real(Sach)sicherheiten gliedern. stellt die Bürge. Die Bürge. die FGG oder Garantiegesellschaften der Länder können – um aussichtsreiche wirtschaftliche Vorhaben zu fördern – gegenüber den finanzierenden Banken solche Ausfallsbürgschaften übernehmen. ob es vom Kreditnehmer Sicherheiten verlangt oder den Kredit blanko gewährt. Laufzeit.

h. dass eine Muttergesellschaft dem Kreditgeber ihres Tochterunternehmens Zusagen macht bzw. Laufzeit. Die Bürgschaftsverpflichtung endet  bei Tilgung der Hauptschuld  bei Entlassung des Bürgen durch die Bank (diesem Antrag des Bürgen muss die Bank jedoch nicht nachkommen!)  3 Jahre nach dem Tod des Bürgen. sonstige Bedingungen). ob zuerst der Schuldner. einer mittleren und einer leichten (reine Good Will-Erklärung ohne Verbindlichkeit) Form der Patronatserklärung. er ist nicht von einem Grundgeschäft (z. Je nach Formulierung und Sicherungsgehalt wird unterschieden zwischen einer strengen (garantieähnlichen). d.B. dass der Bürge und Zahler als Mitschuldner für die gesamte Schuld haftet und es von der Willkür des Gläubigers abhängt.h. wenn der Gläubiger den Erben innerhalb dieser Frist nicht verständigt  durch Zeitablauf (bei zeitlich befristeten Bürgschaften)  bei Kreditnehmerwechsel ohne Zustimmung des Bürgen Garantie Im Gegensatz zum Bürgschaftsvertrag stellt der Garantievertrag einen selbständigen Schuldvertrag dar. die eine Kreditvergabe rechtfertigen.h. Nach Bezahlung der Schuld hat der Bürge ein besonderes Regressrecht gegenüber dem Hauptschuldner. d. d. kurzfristigen Überziehungen herangezogen. Die Garantieerklärung ist von einer gesetzlichen Gebühr befreit. Verhaltensweisen in Aussicht stellt. Kreditvertrag) abhängig. selbständiger Schuldvertrag der Garant erfüllt seine eigene Verpflichtung strengere Form der Haftung In der Praxis des kommerziellen Kreditgeschäftes wird die Garantieerklärung in erster Linie zur Besicherung von nicht verbrieften. abhängig vom Bestehen einer Hauptschuld der Bürge erfüllt die Verpflichtung eines Dritten Garantie fiduziarisch. Patronatserklärung Das Wesen der Patronatserklärung liegt darin. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 62 Februar 2012 . wird bei der Kreditentscheidung wesentlich auf die Bonität des Mutterunternehmens abgestellt. Unterschiede Bürgschaft akzessorisch. Der Garant verpflichtet sich zur Erbringung einer bestimmten Leistung über erste Aufforderung des Begünstigten ohne Prüfung des Grundgeschäftes im Rahmen der im Garantievertrag festgelegten Bedingungen (Betrag.Im ABGB ist geregelt. Form der Inanspruchnahme. Obwohl die Ansprüche gegen den Patronatsgeber aus der gesetzlich nicht geregelten Patronatserklärung im Schadensfall schwer durchsetzbar erscheinen. der Bürge oder beide gleichzeitig belangt werden.

Verpfändung Warenlager =Warenlombard) Rechten (z. Die Form des Pfandvertrages hängt von der Rechtsnatur des Grundgeschäftes ab (ob das Grundgeschäft ein Kredit oder ein Darlehen ist): Grundgeschäft ist a) ein Darlehen: der Schuldschein begründet die sogenannte Festbetrags.B. b) ein Kredit: die Pfandbestellungsurkunde begründet die Höchstbetrags.oder Kredithypothek (Höchstbetrag deshalb. sondern nur ein Limit festgelegt werden kann). an einer Liegenschaft – hypothekarische Besicherung) beweglichen Sachen (z.2 Sachsicherheiten Zur Besicherung eines Kredites werden dem Kreditgeber bestimmte Sachwerte oder Rechte in unterschiedlicher Weise zur Verfügung gestellt: Pfandrechte können an beweglichen oder unbeweglichen Sachen sowie an Rechten begründet werden.1 Das Pfandrecht Das Pfandrecht ist das dingliche (gegen jedermann wirksame) Recht des Gläubigers. Die Verpfändung wird in das öffentlich einsehbare Grundbuch eingetragen. Voraussetzung für das Zustandekommen des Pfandrechts:     Existenz einer gültigen Forderung Verpfänder muss Eigentümer der Pfandsache sein körperliche Übergabe der Pfandsache (Modus) Verpfändungserklärung (Titel) Es gibt das Pfandrecht an: unbeweglichen Sachen (z.B. weil der Kredit immer wieder ausnützbar ist und keine eindeutige Höhe.2. Sparbuch) 5.5. Weitere Möglichkeiten der Besicherung im kommerziellen Kreditgeschäft bestehen im Eigentumsvorbehalt. 5. um Mehrfachverpfändungen zu vermeiden (Publizitätsprinzip) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 63 Februar 2012 . Wertpapier. der Sicherungsübereignung von Gütern. wenn der Schuldner die vereinbarte Gegenleistung nicht erbringt.2. Lebensversicherung.oder Darlehenshypothek (Festbetrag deshalb. weil die Höhe der Schuld beim Darlehen eindeutig ist.2 Die Hypothek Zur Begründung einer Hypothek wird ein Pfandvertrag errichtet. sich aus der verpfändeten Sache zu befriedigen. der Verpfändung von Warenlagern und der Abtretung von Forderungen.B. da es nicht wieder ausgenützt werden kann).

die zu einer Eintragung ins Grundbuch geführt haben..) und jene Beschränkungen..5. Baufläche .B. gesammelt (Grundlage jeder Eintragung muss eine Urkunde sein).).. 2) 3) Um den Wert einer Hypothek als Kreditsicherheit zu ermitteln.. Entmündigung .. welche auch im Hauptbuch bei der entsprechenden Eintragung vermerkt ist. 1/2:1/2 . Im B-Blatt wird auch die Rangordnung für die beabsichtigte Veräußerung angemerkt.. zusammengefassten Das Gutsbestandsblatt (A-Blatt) Das A-Blatt beinhaltet: alle Parzellen (mit ihren Katastralzahlen). Reallasten . Weiters enthält das A-Blatt die Änderungen hinsichtlich des Gutsbestandes und der Benützungsart.. Jedes Grundbuch besteht aus:  dem Hauptbuch  der Urkundensammlung  den Hilfseinrichtungen Das Hauptbuch besteht aus den in einer Katastralgemeinde (KG) Grundbuchseinlagen. nach Parzellennummern geordnet. Wegerecht) oder Reallasten vermindern den Verkehrswert einer Liegenschaft. die der Liegenschaft nützen (z. 2/3:1/3. die Namen der Eigentümer sowie das Eigentumsverhältnis (z. Dienstbarkeiten (z. aus denen sich dieser Grundbuchskörper zusammensetzt sowie ihre Benützungsart (Wiese. Wegerecht).B. Minderjährigkeit. Dienstbarkeiten.2.B. denen der Eigentümer unterworfen ist (z.B.. Das Lastenblatt (C-Blatt) Es enthält alle die Liegenschaft belastenden dinglichen Rechte (Hypothek. 2.). Das Eigentümerverzeichnis enthält die Namen der Eigentümer aller Liegenschaften in alphabetischer Reihenfolge. 3. Das Grundstücksverzeichnis enthält sämtliche Grundstücke. Jeder Grundbuchsauszug gliedert sich in: 1. haben alle Grundbücher denselben Aufbau.3 Das Grundbuch Damit Publizität und Einheitlichkeit gesichert sind.) sowie deren Änderung und Aufhebung. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 64 Februar 2012 . Das Eigentumsblatt (B-Blatt) Es enthält den bzw. Die Urkundensammlung Hier werden die Originale oder Abschriften aller Urkunden. Der dritte wesentliche Inhalt des Gutsbestandsblattes sind jene Realrechte. muss der Verkehrswert der Pfandliegenschaft festgestellt werden (Schätzgutachten). Die Hilfseinrichtungen 1) Das Tagebuch jedes einlangende Grundbuchsgesuch wird (nach der Reihenfolge des Einlangens) im Tagebuch unter einer fortlaufenden Nummer erfasst (Tagebuchzahl).

Um das Ausleihungsrisiko so weit wie möglich zu verringern. Forderungen an die öffentliche Hand mit bis zu 80 % bevorschusst.2. Die Zession kann erfolgen als    Einzelzession (hier wird nur eine bestimmte Forderung abgetreten) Rahmenzession (die derzeitigen und in Zukunft entstehenden Forderungen werden jeweils mit separaten Anboten an den Zessionar (= Kreditinstitut) abgetreten) Generalzession (alle derzeit bestehenden und in Zukunft entstehenden Forderungen werden in Einem abgetreten) Zessionen können in    stiller. fällt das Eigentum an den ursprünglichen Gläubiger (Zedent) zurück. Erlischt der Sicherungszweck (ist der Kredit zurückgezahlt). das Kreditinstitut erwirbt nur Treuhandeigentum. der Zessus wird von der Forderungsabtretung verständigt und kann mit schuldbefreiender Wirkung nur noch an den Zessionar (= Kreditinstitut) Zahlung leisten und offener anerkannter (bestätigter) (der Zessus bestätigt. sondern auch Rechte vom Kreditnehmer an das Kreditinstitut abgetreten werden (Rechte aus Versicherungsverträgen).5. Drittschuldner (= Zessus) ist über die erfolgte Abtretung nicht informiert offener. werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nur bis zu 50 %. Nicht abgetreten werden kann die Forderung aus Arbeitsleistung (Gehaltszession). Die Zession ist durch den Sicherungszweck eingeschränkt. dass er die Zession der Ursache und Höhe nach zur Kenntnis genommen hat) Form erfolgen. Es können aber nicht nur Forderungen.4 Die Forderungs-/Fakturenzession Hier besichert der Kreditnehmer seinen Kredit durch die Abtretung (Zession) von Forderungen gegen Dritte an die Bank: der Gläubiger (Kunde / Kreditnehmer =Zedent) überträgt seine Forderungen gegen den Schuldner (=Zessus) in das Eigentum eines neuen Gläubigers (Kreditinstitut / Kreditgeber =Zessionar). da dies vom Konsumentenschutzgesetz verboten ist. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 65 Februar 2012 .

1 Festzinsanleihen/Produktbeschreibung 1.4 Die steuerbegünstigte Wohnbau-Wandelanleihe 1.3 Die KESt bei Dividendenpapieren .2 Variabel verzinste Anleihen 1.und Kommunalbriefe 1.WERTPAPIER INHALTSVERZEICHNIS 1 FORDERUNGSWERTPAPIERE 1.1 Arten der Verwahrung 67 67 68 68 69 70 70 71 71 71 72 73 73 74 74 75 75 75 75 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 66 Februar 2012 .5 Ertragsberechnungen 1.7 Allgemeine und spezielle Risiken bei Forderungswertpapieren 2 INLÄNDISCHE INVESTMENTZERTIFIKATE 2.3 Pfand.2 Die Dividende 3.6 Die Kapitalertragsteuer bei Forderungswertpapieren 1.3 Die Preise eines Investmentzertifikates/Ermittlung der Preise 2.KESt I 4 DAS DEPOTGESCHÄFT 4.1 Allgemeines 3.1 Kapitalanlagegesellschaft / Fondsarten 2.4 Ertrag von Investmentzertifikaten 3 AKTIEN 3.2 Charakteristische Merkmale von Investmentfonds 2.

oder Landeshaftung besichert sein (z. wenn dies bereits in den Anleihebedingungen vorgesehen ist (Verlängerung durch Emittent oder Kündigung durch Emittent und/oder durch Anleihegläubiger). FORDERUNGSWERTPAPIERE Österreichische Forderungswertpapiere guter Schuldner (z. Bund. Anleihebedingungen: Laufzeit: Verzinsung: Rendite: Zeichnungspreis: Tilgung: Sicherheiten: Was sind mündelsichere Wertpapiere? Zum Schutz der Vermögenswerte von unter Vormundschaft stehenden Personen (Mündel) sieht der Gesetzgeber eine Reihe von bestimmten Anlageformen vor. 1. Er liegt in den meisten Fällen um die 100 % des Nennwertes.1 Festzinsanleihen/Produktbeschreibung Diese beinhalten alle Rechte und Pflichten sowohl für den Emittenten als auch für den Kunden. Anleihen von Energiegesellschaften oder Sondergesellschaften des Bundes). in denen Mündelgelder angelegt werden dürfen (§§ 230 . d. so erkennen Sie das unter dem Namen „fundierte Bankschuldverschreibung“. Die Art der Rückzahlung geht aus den Bedingungen hervor.1.B.h. am Ende der Laufzeit erhält der Anleger gemäß den Bedingungen sein Kapital zurück. Festzinsanleihen werden häufig mit Laufzeiten im Bereich von 5 10 Jahren emittiert. so gelten folgende Wertpapiere als mündelsicher:  Teilschuldverschreibungen von Anleihen. aus vergleichbaren vorliegenden Angeboten das im Moment günstigste auszuwählen. Ist der Preis. Die Rendite ermöglicht es dem Anleger. Die Auszahlung der Zinsen erfolgt regelmäßig. Forderungswertpapiere können aber noch zusätzlich mittels Bundes. meist jährlich. Die heute übliche Art ist die „endfällige Tilgung“.B. der sich aus allen Konditionen der Anleihe errechnet. Eine Veränderung der Laufzeit darf nur dann erfolgen. Werden Bankschuldverschreibungen besonders besichert. Die Verzinsung wird in Prozenten vom Nennwert angegeben und ist für die gesamte Laufzeit fix. Jede Anleihe hat eine fixe Laufzeit. für deren Verzinsung und Rückzahlung der Bund oder eines der Länder haftet Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 67 Februar 2012 . den der Kunde bei Erstausgabe der Anleihe (Zeichnung) bezahlt. Jeder Emittent haftet grundsätzlich „mit dem gesamten Vermögen“. Wird das Geld des Mündels auch in Wertpapiere veranlagt. Die meisten Anleihen werden heute zum Nennwert getilgt. Die Rendite ist ein Jahreszinssatz.230e ABGB). Banken) zählen zweifellos zu den beliebten und sicheren Wertpapier-Anlageformen.

die den Anleihen hinsichtlich der Laufzeit. Verzinsung: * variabel gemäß Anleihebedingungen * Berechnungsgrundlage: a) Geldmarktsatz – EURIBOR * oder b) Sekundärmarktrendite * Zinssatzanpassung: Alle 3. sofern sie durch besondere gesetzliche Vorschriften zur Anlegung von Mündelgeld für geeignet erklärt worden sind oder vom Vormundschaftsgericht anerkannt werden. 1.oder variabel verzinsliche Wertpapiere.und/oder Zinssatzobergrenzen möglich * Auszahlung der Zinsen gemäß Anleihebedingungen . die durch grundbücherlich sichergestellte langjährige Darlehen (Hypothekardarlehen) gedeckt sind. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 68 Februar 2012 . Um sicherzustellen.und Kommunalbriefe fundierte Bankanleihen Mündelgeldfonds sonstige Wertpapiere.    Pfand.und Kommunalbriefe dürfen nur von Banken emittiert werden. Der Emittent bezahlt marktgerechte Zinsen. dürfen die von den emittierenden Banken gewährten Darlehen 60 % (bei landwirtschaftlichen Flächen etwas mehr) des Schätzwertes der Liegenschaft nicht übersteigen. Die durch den Verkauf erhaltenen Gelder verwenden die Hypothekenbanken dazu. 6 oder 12 Monate * Auf. dass der Wert der Liegenschaften auch bei Preisschwankungen auf dem Immobilienmarkt stets ausreicht.Am Ende der Laufzeit oder . dass während der fixen Laufzeit der Zinssatz gemäß Anleihebedingungen den aktuellen Marktzinsen angepasst wird. Das sind: * Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG * Die BANK AUSTRIA CREDITANSTALT AG * Die LANDESHYPOTHEKENBANKEN Die PFANDBRIEFSTELLE der österreichischen Landeshypothekenbanken Pfandbriefe: Sind Schuldverschreibungen. Emittenten: Pfand.2 Variabel verzinste Anleihen Eine variabel verzinste Anleihe ist dadurch gekennzeichnet.3 Pfand. der Verzinsung und den Zeichnungsbedingungen sehr ähnlich sind.eventuell vorzeitig durch Kündigung * EURIBOR = European Interbank Offered Rate Tilgung: 1.oder Abschläge (Marge) sind möglich * Zinssatzunter.und Kommunalbriefe Sie sind fest. der Anleger erhält marktgerechte Zinsen. welche die Berechtigung zur Ausübung des Hypothekenbankengeschäftes haben. Die Emission von diesen Wertpapieren unterliegt besonders strengen gesetzlichen Bestimmungen und schützt somit die Anleger vor Verlusten ihres Vermögens. Eigentümern von Liegenschaften Darlehen zu gewähren.

Das Besondere an dieser Wohnbauanleihe ist die steuerliche Behandlung. Die Wohnbaubank AG als Emittentin verpflichtet sich. Nr. „Dumpingzinsen“ sind also ausdrücklich verboten. Der Erlös muss innerhalb von 3 Jahren für die Errichtungskosten verwendet werden. Sicherheiten: Über die soeben angeführten Sicherheiten hinaus haften die emittierenden Institute mit ihrem gesamten Vermögen.Öffentl.  Zinserträge bis zu 4 % des Nennbetrages sind KESt-frei. dass die Zinsen hieraus bei ihm als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erfassen sind. BGBl. Gemeinden) gegen Gewährleistung (Haftung durch eine solche Körperschaft . Die Verzinsung kann sowohl fix als auch variabel sein.im wesentlichen durch das Steueraufkommen) gedeckt sind. Insgesamt dürfen nicht mehr an Pfand. Die Anleihe ist dafür 10 Jahre bei einem inländischen Kreditinstitut zu hinterlegen. Länder. („Privatvermögenserklärung“). Der Zinsertrag aus den Darlehen muss immer höher sein als der Zinsaufwand für die ausgegebenen Wertpapiere. 1. die durch Darlehen an inländische Körperschaften des öffentlichen Rechts (Bund.und Kommunalbriefen ausgegeben werden. wenn der Anleger bestätigt. Ebenso abgegolten ist die Erbschaftssteuer für den Erwerb von Todes wegen.4 Die steuerbegünstigte Wohnbau-Wandelanleihe Die Wohnbauanleihe ist eine Schuldverschreibung mit einem zusätzlichen Wandelrecht. den Emissionserlös zur Errichtung von Wohnungen mit einer Nutzfläche von höchstens 150 m2 zur Verfügung zu stellen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 69 Februar 2012 . absetzbar. mindestens 1 mal im Jahr die Anleihe in Partizipationsscheine oder Aktien einer Wohnbaubank AG zu tauschen. soweit dieser noch nicht ausgenützt ist. Pfandbriefe: Sind Schuldverschreibungen. Darlehen: Diese dürfen nur für die oben erwähnten Zwecke gewährt werden. Wohnbauanleihen. haben folgende steuerliche Begünstigungen:  Die Anschaffungskosten für den Ersterwerb der Wandelschuldverschreibungen sind im Rahmen des einheitlichen Höchstbetrages der Sonderausgaben. Die Einkommenssteuer gilt daher für die gesamten Kapitalerträge inklusive des KESt-freien Anteils als abgegolten. 253/1993 entsprechen. als die Summe der gewährten Darlehen ausmacht. Der Zinsanteil über 4 % des Nominales unterliegt der KESt. die zum Zeitpunkt der Emission dem „Bundesgesetz über steuerliche Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus“. bei den Landeshypothekenbanken noch zusätzlich das betreffende Bundesland. dass die Wohnbauanleihe seinem Privatvermögen zuzuordnen ist bzw. Verzinsung: Die Höhe der Zinsen richtet sich wie bei anderen Forderungswertpapieren nach den aktuellen Marktsätzen in diesem Laufzeitsegment.

wird der tatsächlich erzielte Ertrag von der ursprünglich errechneten Rendite abweichen. Dies wird in der Regel durch einen höheren Ertrag ausgeglichen.Erbschaftssteuer Die KESt-Regelungen für Forderungswertpapiere haben bis 31. dass auch Einzelunternehmen. Laufende Verzinsung: Die laufende Verzinsung ist die effektive Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Nur wenn der Anschaffungskurs gleich dem Nennwert (= 100 %) ist. dass die jährlichen Zinserträge wieder zum gleichen Zinssatz veranlagt werden. Sie dient jedoch für Vergleichszwecke um aus einer Vielzahl von Angeboten das im Moment günstigste auszuwählen.B. 1. d. In diesem Zusammenhang sind drei Begriffe zu unterscheiden:  Nominalverzinsung/-zinssatz (Kupon)  Laufende Verzinsung  Rendite Nominalzinssatz (Kupon): Der Nominalzinssatz ist der in den Anleihebedingungen vereinbarte fixe oder variable Zinssatz. sind laufende Verzinsung und Nominalzins gleich.1994 ist die Wirkung der Endbesteuerung auf alle natürlichen Personen und Körperschaften. die nicht buchführungspflichtig sind (z. Da heute noch nicht gesagt werden kann.6 Die Kapitalertragsteuer bei Forderungswertpapieren Für Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren gilt: * 25 % Kapitalertragsteuer * Die KESt bei Forderungswertpapieren ist eine Finalsteuer. Sie ergibt sich. Ab 1. Diese Regelungen treffen nicht auf Kapitalgesellschaften zu. den der Kunde mit einer Anleihe erzielt. Rendite: Darunter versteht man den Jahresgesamtertrag in Prozent des eingesetzten Kapitals. Das bedeutet.Einkommensteuer . ideelle Vereine) ausgeweitet worden.1. Personengesellschaften (OHG. KG) und eingetragene Erwerbsgesellschaften (EEGs) unter die Endbesteuerung im Bereich der KESt II fallen und eine Unterscheidung in betriebliche und private Einkünfte nicht mehr notwendig ist. mit Abzug sind folgende Steuern abgegolten: . bezogen auf den Nennwert = Kupon.h.12. Er ist immer nur ein Teil des effektiven Ertrages.1. Hier bleibt die KESt weiterhin eine Vorauszahlung auf die Körperschaftssteuer (Möglichkeit der Befreiungserklärung). Liegt der Anschaffungskurs unter dem Nominalwert.1993 nur den privaten Bereich umfasst. dann ist die laufende Verzinsung höher als der Nominalzins und umgekehrt. wenn der Nominalzins auf den Anschaffungskurs bezogen wird.5 Ertragsberechnungen Der Kauf eines festverzinslichen Wertpapiers hat eine längerfristige Kapitalbindung zur Folge. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 70 Februar 2012 . zu welchen Marktzinsen der Kunde die Zinsen wiederveranlagen kann. unter der Annahme.

h. Unsere Aufgabe ist es. ob die Fonds ihre Erträge ausschütten oder im Fondsvermögen einbehalten unterscheidet man weiters in „Ausschüttungsfonds“ und „Thesaurierungsfonds“. jedoch ist es seit 1998 möglich.1 INLÄNDISCHE INVESTMENTZERTIFIKATE Kapitalanlagegesellschaft / Fondsarten Investmentzertifikate dürfen nur von Kapitalanlagegesellschaften (KAG) ausgegeben werden. Allgemein gilt das Prinzip: Je höher die Gewinnchancen umso größer sind die Risiken.und Pensionsrückstellungsfonds: Diese hat es bisher auch gegeben. nur die KAG ist berechtigt. Hier nur eine kurze Übersicht: Abfertigungs. 2 2. über die Vermögenswerte zu verfügen. Die Beratung wird sich bei Anleihen aus diesen Ländern daher mehr auf die Liquidität und vor allem die Bonität der Emittenten konzentrieren. Diese lassen sich generell in drei große Gruppen unterscheiden: Fonds. ausführlich. die Kundengelder nur in Rentenwerte veranlagen.1. vollständig. verständlich und sorgfältig über diese Chancen und Risiken zu informieren. Fondsmanager verwalten treuhändig das Fondsvermögen. in einem gewissen Umfang auch eine Veranlagung in Aktien Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 71 Februar 2012 . Ausschüttungsfonds: Hier werden alle erwirtschafteten Erträge (Zinsgutschriften und Dividenden) und realisierte Kursgewinne (teilweise) ausbezahlt. dass durch die Einführung des Euro bei Anleihen aus Ländern der Währungsunion das Währungsrisiko weggefallen ist. Das Investmentfondsgesetz kennt aber noch andere Arten oder Bezeichnungen von Fonds. sondern ist an der Wertsteigerung des Investmentfonds beteiligt. die Kundengelder in Aktien und Rentenwerte veranlagen Fonds. Der Anleger erhält somit einen laufenden jährlichen Ertrag und hat die Chance auf Wertsteigerungen. Je nach Risikobereitschaft und Anlagewunsch der Kunden stehen derzeit eine Menge von Fondsarten zur Auswahl. Sie handelt im eigenen Namen und auf Rechnung der Anteilsinhaber unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und der Fondsbestimmungen.7 Allgemeine und spezielle Risiken bei Forderungswertpapieren Bei der Geldanlage in Wertpapieren stehen den vielen Vorteilen und Gewinnchancen auch manche Risiken gegenüber. = AKTIENFONDS = GEMISCHTE FONDS = RENTENFONDS Je nachdem. Thesaurierungsfonds: Bei diesen werden alle erwirtschafteten Erträge im Fonds wiederveranlagt. d. Bitte beachten Sie. die Kundengelder nur in Aktien veranlagen Fonds. Der Anleger erhält somit keinen laufenden jährlichen Ertrag. zeitnah. Inhaber von Investmentzertifikaten sind am gesamten Fondsvermögen eines Investmentfonds beteiligt.

die es den Kunden geringeren Anlagebeträgen ermöglichen sollen. somit mittellangfristige Ansparbedürfnisse zielgerichtet abgedeckt zu bekommen. Kursgewinne. Zur Führung von Konten und Depots sowie zur Ausgabe und Rücknahme von Anteilen muss eine Depotbank bestellt und vom BMfF genehmigt werden. die sonst nicht möglich wäre.Die Fondsgesellschaft verwaltet das Fondsvermögen treuwaltung und Abwicklung: händig. Es gilt das „Alles oder Nichts Prinzip“. * Risikostreuung: * Konditionen: * Trennung zwischen Ver. eine breite Streuung von Fondsanteilen wechselnder Zusammensetzung in einem Portfolio vereint zu haben. Dadurch kaufen sie zu besseren Konditionen als der Einzelkunde ein. die nur kleinere Beträge zu veranlagen haben. Mit mit mit bis 2. Rücknahme: Zur jederzeitigen Rücknahme der Anteile ist die Kapitalanlagegesellschaft durch das Investmentfondsgesetz verpflichtet. soferne sie den § 5 (6) des Investmentfondsgesetzes entsprechen. Dachfonds: Ein Dachfonds darf die Kundengelder nur in andere Fonds veranlagen. * * Erträgnisse: Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 72 Februar 2012 .vornehmen zu können.und verkauft.und Pensionsrückstellungsfonds in mehreren Risikoklassen angeboten werden.03. Charakteristische Merkmale von Investmentfonds sind: * * Gesetzliche Grundlage: Fondsbestimmungen: Investmentfondsgesetz (Anlegerschutz) Regeln die Rechtsbeziehungen zwischen Fonds und Kunden sowie die Anlagegrundsätze. Dachfonds wurden für den Privatkundenbereich Fonds geschaffen. zum anderen können vor allem auch Kunden. Risiko ist geringer als bei einem einzigen Wertpapier. Zum einen ist es eine einfache und bequeme Geldveranlagung. Kundengelder werden in viele Wertpapiere gemäß Anlagegrundsatz veranlagt. Inländische Investmentfonds können ihre Erträge (Zinsen.2 Charakteristische Merkmale von Investmentfonds Die Idee des Investmentsparens hat bereits breite Bevölkerungskreise erfasst. Dividenden. andere Erträgnisse) ausschütten oder im Fondsvermögen belassen = thesaurieren. die Vorteile von Wertpapieren nützen und eine Streuung ihrer Mittel erzielen.1998 sind Anteilscheine an Kapitalanlagefonds zur Anlage von Mündelgeld geeignet. Dadurch können Abfertigungs. Mündelgeldfonds: Seit 01. also entweder ausschütten oder thesaurieren. Wertpapiere werden in großen Mengen von der Fondsverwaltung ge.

584. gerundet.291.85. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 73 Februar 2012 . Der Anleger findet darin unter anderem eine Vermögensaufstellung.494. Der Rücknahmepreis ist spesenfrei und entspricht dem errechneten Wert gemäß Fondsbestimmungen und beträgt somit EUR 16.62 ein Ausgabeaufschlag von 2. einen Bericht über die Veränderung des Vermögens sowie eine Ertragsrechnung und steuerliche Hinweise. Unabhängig ob Ausschütter oder Thesaurierer sind die Erträge im Fonds zu versteuern. aus den Fondsbestimmungen ersichtlichen Ausgabeaufschlag erhöht und kfm.04. von einem Wirtschaftsprüfer geprüften Rechenschaftsbericht sowie einen Halbjahresbericht veröffentlichen. Der Ausgabepreis wird um einen bestimmten.62.4 Ertrag von Investmentzertifikaten Der Ertrag eines Investmentfonds setzt sich aus den vereinnahmten Zinsen. indem das aktuelle Fondsvermögen durch die Anzahl der ausgegebenen Zertifikate geteilt und kfm.376. Dividenden und Kursgewinnen abzüglich Kursverlusten.664.- FONDSVERMÖGEN 1.- Umlaufende Anteile: Errechneter Wert eines Anteils: 1) Stück: 82. Der Ausgabepreis pro Anteil beträgt somit EUR 17.62.5 % addiert und kfm.2. In unserem Beispiel wird zum errechneten Wert von 16. Noch ein Wort zur Steuer: Jede Kapitalanlagegesellschaft muss für jeden von ihr gemanagten Fonds jährlich einen. gerundet. 2) 3) 2.342. gerundet wird.000 EUR 16.151. Dazu ein Beispiel: Alle Angaben in EUR WERTPAPIERBESTAND BARGELD 1.3 Die Preise eines Investmentzertifikates/Ermittlung der Preise Berechnungsgrundlage ist das Fondsvermögen und die Anzahl der ausgegebenen Zertifikate.920.800. Dieser Ertrag wird nun je nach Fondsart ausgeschüttet oder im Fonds behalten und wieder veranlagt (thesauriert).62 Der errechnete Wert errechnet sich. Er beträgt in unserem Beispiel EUR 16. Spesen und Verwaltungsgebühren zusammen.

1 Allgemeines Was ist eine Aktiengesellschaft? § 1 Aktiengesetz Aus diesem Paragrafen lässt sich folgendes herauslesen: a) Eine AG besteht unabhängig von ihren Aktionären und handelt durch ihre Organe (eigene Rechtspersönlichkeit) Das Grundkapital ist ein ziffernmäßig bestimmter Betrag. muss dieser Rückstand im darauf folgenden Jahr neben der vollen Vorzugsdividende dieses Jahres nachgezahlt werden. aber kein wertmäßiger Anteil am Grundkapital bekannt ist).000. Eine darüber hinausgehende Haftung (mit dem Privatvermögen) ist ausgeschlossen. Wird dieser Vorzugsbetrag in einem Jahr nicht oder nicht vollständig gezahlt.3 AKTIEN 3. Stammaktien Stammaktien verbriefen die normalen (untenstehenden) Aktionärsrechte. haben auch die Vorzugsaktionäre solange ein Stimmrecht in der Hauptversammlung. Das Grundkapital wird in Aktien repräsentiert. dafür aber ein anderes Recht besonders ausgestattet wird. sondern aus der Satzung oder der Bilanz ersichtlich (da nur die Stückanzahl. Bei auf Nennwerten lautenden Aktien ergibt die Summe der Aktiennennbeträge die Höhe des Grundkapitals. Bezugsrecht.-. bis diese Rückstände nachgezahlt werden. In Österreich sind INHABERAKTIEN üblich. Mitgliedschaftsrechten unterscheidet das Aktiengesetz zwischen STAMMAKTIEN und VORZUGSAKTIEN. In diesem Fall gewähren sie ein Recht auf eine Mindestdividende. Die wichtigsten Rechte eines Aktionärs: Auskunftsrecht. Recht auf GEWINN (z. die entweder auf Stück oder auf einen bestimmten Nennwert in Euro lauten. deren Höhe in der Satzung der AG festgesetzt ist. bei Stückaktien ist das Grundkapital nicht errechenbar. Bezüglich der Übertragbarkeit unterscheiden wir INHABERAKTIEN und NAMENSAKTIEN. Die Aktionäre haften nur bis zur Höhe ihres(r) Anteils(e) für die Verbindlichkeiten der AG. Geschieht dies nicht. Stimmrecht.B. Dividende). Vorzugsaktien Vorzugsaktien sind Aktien. b) c) Arten von Aktien Je nach den. bei denen ein Aktionärsrecht gestrichen. In Österreich beträgt das Mindestgrundkapital EUR 70. Recht auf Liquidationserlös Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 74 Februar 2012 . mit den Aktien verbundenen.

sofern sich die Wertpapiere im Besitz von natürlichen Personen oder Einzelunternehmen bzw. Ausländische Quellensteuern können gemäß den Bestimmungen des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens (DBAs) auf die Einkommensteuer angerechnet bzw. daher wird am Zahltag der Dividende an der Börse ein Kursabschlag in der Höhe der Dividende je Aktie vorgenommen und durch den Kurszusatz ”ex Dividende” ersichtlich gemacht.1970 beinhaltet strenge Vorschriften zum Schutz der Eigentümer der Wertpapiere. 4. so wird auch keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.2001 (KMOG) eine Endbesteuerung bzgl. einbehalten und an die Finanz abgeführt (Besteuerung an der Quelle). 3. er erhält dafür das Miteigentum nach Bruchteilen. rückerstattet werden. am Gewinn der Gesellschaft teilzuhaben. Dividenden aus ausländischen Aktien unterliegen bei Zufluss zwischen dem 1. Durch diese Dividendenzahlung fließen Barmittel von der AG an die Aktionäre. das die Dividenden ausschüttet. Bezüglich der Schenkungssteuer besteht keine Endbesteuerung. Personengesellschaften befinden. Soferne ein Gewinn zur Verteilung an die Aktionäre gelangt. Eine Trennung erfolgt nur nach einzelnen Wertpapierarten. wird dieser pro Stück angegeben. April 2004 unterliegen ausländische Dividenden ebenso wie inländische Dividenden einem 25% KESt-Abzug mit Endbesteuerungswirkung.1. 4 DAS DEPOTGESCHÄFT Unter Depotgeschäft versteht man die gewerbsmäßige Aufbewahrung von Wertpapieren aller Art durch Banken. die die Einkommensteuer abgilt. Weist die Gesellschaft keinen Reingewinn in ihrer Bilanz aus.3 Die KESt bei Dividendenpapieren .KESt I Inländische Dividenden stellen Einkünfte aus Kapitalvermögen dar und unterliegen somit der Einkommensteuer. Bei der Sammelverwahrung brauchen daher nicht die einzelnen Stücke eines jeden Hinterlegers wie bei der Streifbandverwahrung getrennt werden. ausländischer Aktien. wenn der Aktionär weniger als 1 % an der AG besitzt. März 2004 einer 25 % Sondereinkommensteuer. Die KESt wird direkt im Unternehmen. Genau um diesen Barbetrag verringert sich der Wert des Unternehmens. Die Einbehaltung der KESt bedeutet Endbesteuerung hinsichtlich Einkommensteuer (Est). die derzeit im Wertpapiergeschäft gängig sind. Bei der Erbschaftssteuer (ErbSt) besteht seit 1.1. Es gilt für alle Wertpapiere. Bei Zufluss ab dem 1. die mit der 25 %igen KESt (KESt I) abgegolten ist. Bei einem Anteil von unter 1 % am Grundkapital gilt auch Erbschafts. Das Depotgesetz vom 1.1 Arten der Verwahrung Die Sammelverwahrung Der Hinterleger gibt bei der Sammelverwahrung das Eigentum an bestimmten Stücken auf. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 75 Februar 2012 .und Schenkungssteuer von Todes wegen abgegolten.3. April 2003 und dem 31.2 Die Dividende Den Aktionären steht das Recht zu.

die Wertpapier-Kennnummer und das Eingangsdatum sowie allfällige Sperrvermerke. die Wertpapiere jedes einzelnen Hinterlegers gesondert von den eigenen Beständen und den Beständen Dritter unter äußerlich erkennbarer Bezeichnung dieser Hinterleger zu verwahren. beim Drittverwahrer wieder in Streifband verwahrt. Da die Wertpapiere im Ausland lagern. werden höhere Depotgebühren verrechnet. Dabei werden Wertpapiere. die Kontonummer des Hinterlegers. die den Anspruch auf die angeschafften Wertpapiere gibt. mit einem Streifband versehen werden. Die Sammel. die Wertpapiere unter seinem Namen einem anderen Verwahrer (Drittverwahrer) zur Verwahrung anzuvertrauen. die beim Zwischenverwahrer für verschiedene Kunden in Streifbandverwahrung hinterlegt sind. Depotgebühren Neben den normalen An. In Wertpapierrechnung Der Kunde erhält für die im Ausland angeschafften und im Ausland aufbewahrten Wertpapiere eine Gutschrift in „Wertpapierrechnung“.und Streifbandverwahrung erfolgt durch die Bank: a) b) entweder im eigenen Tresor der Bank oder bei einer anderen Bank = Drittverwahrer Drittverwahrung Der Verwahrer ist berechtigt.Streifbandverwahrung Der Verwahrer ist bei dieser Verwahrungsform verpflichtet.und Verkaufsspesen bei Wertpapiergeschäften verrechnet das Kreditinstitut für die Verwahrung dem Kunden Depotgebühren. der Nennbetrag oder die Stückanzahl. Die äußerlich erkennbare Bezeichnung der jedem Depotkunden gehörenden Werte wird in der Regel dadurch vorgenommen. dass die Wertpapiere. nach Gattungen getrennt. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 76 Februar 2012 . Der Zwischenverwahrer haftet für das Verschulden des Drittverwahrers wie für eigenes Verschulden. Auf diesem steht der Name bzw. Die Gebühren bewegen sich je nach Verwahrart im Bereich von 1 – 3 (max. Die Wertpapiere verschiedener Depots werden ungetrennt unter dem Namen des Zwischenverwahrers an den Drittverwahrer weitergegeben.Die Sonderverwahrung . Die Sammelverwahrung ist dabei im Vergleich zur Streifbandverwahrung die kostengünstigere für den Kunden.) Promille vom Kurswert.

-zweige. Arten der Lebensversicherung 4. Schadenskomponenten 2. Privatversicherung 3.3.VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT INHALTSVERZEICHNIS 1. DAS PRODUKT VERSICHERUNGSSCHUTZ 3. Sozialversicherung 3. RISIKEN UND IHRE GESTALTUNG 2.3.3.1.2.2.2. Risikopolitische Maßnahmen 3. -arten 4. LEBENSVERSICHERUNGEN 4.1.2.1 Versicherbarkeit 3. DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT 1.3. Personen im Versicherungsvertrag Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 77 Februar 2012 . Abgrenzung zwischen Sozial. Risikogeschäft 1. Risikoträger 2. Spargeschäft/Entspargeschäft 1.1. Dienstleistungsgeschäft 78 78 78 79 80 80 81 82 84 84 86 87 87 88 91 91 93 2.1.3.2.und Privatversicherung 3. Versicherungssparten.

Risikogeschäft Das Risikogeschäft ist das Hauptgeschäft der Versicherungen.1.2. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird das Kapital zuzüglich Zinsen und Gewinn dem Versicherungsnehmer in Form einer einmaligen Zahlung oder einer Rente zurückgezahlt (Entspargeschäft). die das Versicherungsunternehmen gewinnbringend veranlagt (Spargeschäft). DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT Risikogeschäft Versicherungsgeschäft Spargeschäft Dienstleistungsgeschäft 1. Spargeschäft/Entspargeschäft Das Spar/Entspargeschäft kommt zum Tragen bei  Hauptformen der Lebensversicherung  Unfallversicherung mit Prämienrückerstattung Der Versicherungsnehmer zahlt einmal oder laufend Prämien an das Versicherungsunternehmen ein. damit bei einem Schadensereignis die versprochene Leistung für den Versicherten erbracht werden kann. Ein Teil dieser Prämien sind Sparprämien. Der Grundgedanke des Risikogeschäfts besagt.1. Merkmale:  Das Versicherungsunternehmen übernimmt eine Vielzahl von Risken  Diese werden gedeckt durch  Abgabe eines Versicherungsschutzversprechens  Erbringung von Versicherungsleistungen nach Eintritt von Schadenfällen  Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit 1. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 78 Februar 2012 . dass viele Versicherungsnehmer kleine Beiträge (Prämien) bezahlen.

:       Untersuchung der zu versichernden Risiken Auswahl des geeigneten Versicherungsschutzes Bearbeitung der Versicherungsanträge Ausfertigung der Versicherungspolizzen Analyse von Versicherungsfällen Datenverwaltung der Kundendaten. Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft. Prämienveranlaorganisatorische gungsgeschäfts. Gassner-Möstl E.B. Dienstleistungsgeschäft Das Dienstleistungsgeschäft im Rahmen des Versicherungsgeschäfts ist wichtig.1.3. Versicherungsbetriebslehre.. Beratung Abwicklung betriebsintern kundenbezoge n  betriebsintern kundenbezoge n Vertragsbearbeitung Schadenbearbeitung umfassende  Schaffung der  Beratung des Voraussetzungen Kunden im für eine gute  Bereich des Abwicklung z. z. 1999.B. Maßnahmen.Mitarbeiterschulung  Im Rahmen des Dienstleistungsgeschäfts wird sehr oft im direkten Kontakt zwischen Versicherungsunternehmen und Kunden gearbeitet. etc.B. um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden ans Unternehmen zu binden und gut zu betreuen. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 79 Februar 2012 . Seite 6 Schaffung der Voraussetzunge n für gute Kundenberatung z. EDV sowie in der Vertragsund Schadenbearbei -tung Quelle: Dr. Im Bereich der Abwicklung müssen sehr viele einzelne Schritte vollzogen werden.

die zur Deckung fortlaufender Betriebsausgaben oder Privatausgaben des Unternehmers dringend gebraucht würden. Als Folge der Explosion kann ein Brand entstehen. wird als Risiko bezeichnet. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 80 Februar 2012 . Welche Arten von Schäden gibt es. Neuanschaffung der Gegenstände erforderlich ist. Während dieser Zeit der beschränkten Leistungsfähigkeit des Betriebes entfallen Einnahmen. Darüber hinaus können auch Gegenstände beschädigt oder vernichtet werden. Je nach Ausbreitung der Beschädigungen kann der Betrieb der Putzerei unterbrochen werden. ob er nicht schon morgen von einem Schaden betroffen ist. Niemand weiß. schwer beschädigt. Der Sachschaden an der Reinigungsmaschine kann bis zur totalen Vernichtung (Totalschaden) führen. und wie können Risiken gestaltet werden? 2. in dem sich der Betrieb befindet  der Hauseigentümer Mit Schadenersatzforderungen dieser Geschädigten ist zu rechnen. dass ein Schaden eintritt. durch Wegfall von Kunden  Haftpflichtschäden: Verluste durch Schadenersatz und andere ungewollte Aufwendungen  Personenschäden Beispiel: Ein defekter Thermostat bewirkt in einer chemischen Putzerei die Explosion einer Reinigungsmaschine.B. die der Putzerei zum Reinigen übergeben wurden  die Benützer anderer Teile des Gebäudes.2. Ein Blick in die Tageszeitung allein kann dies drastisch vor Augen führen. die für die Wiederinstandsetzung bzw. in dem sich der Betrieb befindet. vielleicht aber sogar der gesamte Betrieb. Die Dauer der Betriebsunterbrechung richtet sich nach der Zeit. Vielleicht wechseln Kunden zu anderen Putzereien. RISIKEN UND IHRE GESTALTUNG Wir alle sind im täglichen Leben einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Bei der Explosion und dem anschließenden Brand können auch Dritte geschädigt werden:  Die Eigentümer der Wäschestücke. Welche Folgen kann dieses Schadenereignis nach sich ziehen? 1. Die Möglichkeit. 3. der letztlich die gesamte Betriebseinrichtung in Schutt und Asche legt und das Gebäude. Schadenskomponenten  Sachschäden: Beschädigung oder Abhandenkommen von materiellem Vermögen  Schäden durch Einnahmeverluste: Nichterzielung von geplantem Vermögen. die sich in der Umgebung der Maschine befinden.1. die später nicht mehr wiedergewonnen werden können. Vielleicht fällt bloß die eine Anlage aus. 2. z. wer kann von Schäden betroffen sein.

Wer aller war von diesem Schadenereignis und seinen Folgen betroffen?   Der Fahrer des Kleinwagens und seine Mitfahrer.4. Risikoträger     Private Haushalte (Einzelpersonen. öffentliche) andere Organisationen (z. der von einem Schaden betroffen sein kann. und  unbeteiligte Dritte. von verschiedenen Firmen oder Organisationen: z. 2 Lastwaggons und zerstörte Gleisanlagen  für die Betriebsunterbrechung der Bahn. Passanten. bevor ein Güterzug mit 100 km/h auf den Wagen auffuhr und ihn dabei total zerstörte. 2. Die ÖBB Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 81 Februar 2012 . Sozialversicherungsträger) Gebietskörperschaften (Bund. Länder.2. Die Lokomotive und 2 Waggons sprangen dabei aus den Gleisen. Der Lenker und die Mitfahrer konnten aus dem Auto aussteigen.  Beschäftigte und Kunden. Personengruppen. Risikoträger Als Risikoträger gilt derjenige. Vereine. Obwohl es nur zwei Leichtverletzte gab. Für die Betroffenen handelt es sich dabei um Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit. B. für Aufräumungsarbeiten. Der eine Waggon beschädigte dadurch ein kleines Häuschen. Personen können an ihrer Gesundheit zu Schaden kommen:  Der Eigentümer oder Geschäftsführer der Putzerei. betrug der Schaden insgesamt EUR 5 Millionen. B. für die auch ein Spezialkran erforderlich war. die ihre Ware mit der Bahn transportieren ließen. die bei dem Unfall vernichtet wurde. die von einer zerberstenden Auslagenscheibe verletzt werden. deren persönliche Sachen beschädigt wurden  von den Unternehmern. B. Familien) Unternehmungen (private.   von Drittgeschädigten:  von den Besitzern des Häuschens  von den Mitfahrern im Fahrzeug. für den Putzereiunternehmer können diese Personenschäden die Form von Haftpflichtschäden annehmen. die sich im Gefahrenbereich aufgehalten haben. wie z. Ansprüche wurden gestellt:  von der ÖBB:  für eine Lokomotive. Gemeinden) Beispiel: In Graz kam auf einer Regenfahrbahn ein Kleinwagen ins Schleudern und stürzte auf die Gleise der Südbahn. da die Strecke Wien-Graz für einige Tage unterbrochen war und zahlreiche Züge über Nebengleise geleitet werden mussten. das an die Bahn angrenzte.

hätte der Schaden für den Sozialversicherungsträger ein Vielfaches betragen können. Die Sozialversicherungsträger durch die Behandlungskosten und Krankengeld für die zwei Leichtverletzten. sondern aus unbrennbaren Materialien herstellt und damit das Brandrisiko für seine Lagerbestände beseitigt. B. 2. sondern ein Personenzug betroffen gewesen. Um eine große Panoramascheibe von außen reinigen zu können. um dieses Risiko zu beeinflussen? 1. Wäre bei dem Unfall nicht ein Güterzug. Einnahmenverluste z. Risikopolitische Maßnahmen Risiken können durch risikopolitische Maßnahmen beeinflusst werden. da durch die Gleisbauarbeiten der Güterverkehr auf dieser Strecke für zwei Tage eingestellt werden musste. fällt in die Scheibe und zieht sich schwere Schnittverletzungen zu. erklimmt sie die Lehne eines alten Sessels. Welche Maßnahmen hätten ergriffen werden können.    2. Das hätte aber zur Folge. Verminderung des Risikos Die Hausfrau hätte statt des Sessels eine stabile Leiter benutzen können.B. Sie verliert das Gleichgewicht.  Unternehmen. deren Waren durch den Unfall vernichtet oder beschädigt wurden. Manchmal jedoch kann auch Risikovermeidung sinnvoll sein. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 82 Februar 2012 . Vermeidung des Risikos Die Familie könnte auf die Reinigung der Fenster verzichten. dass die Aussicht und das Licht vermindert wäre. Risikopolitische Maßnahmen     vermeiden vermindern abwälzen selbst tragen Beispiel: Eine Hausfrau reinigt die Fenster. beispielsweise wenn ein Betrieb seine Produkte künftig nicht mehr aus leicht brennbaren. Wie in vielen anderen Fällen erscheint daher auch hier eine Risikovermeidung nicht sinnvoll. der ÖBB. Gebietskörperschaften durch Beschädigung öffentlichen Vermögens. z. das Ablehnen risikoreicher Investitionen. Vielfach bedeutet Risikovermeidung das Zurückstecken von Zielen.3.

indem entweder die Aktivität selbst oder die finanziellen Folgen aus dem Schadenfall an einen Dritten übertragen werden. Entschließt man sich. das Bundesheer. erspart sich das Unternehmen die Zahlung höherer Prämien. Allerdings bedeutet die Anwesenheit fremder Personen im Haus neue Risiken. das Verletzungsrisiko trägt aber die Firma.3. Die Spedition kann auch bei Ausfall von z. Die ersparten Prämienzahlungen bleiben im Unternehmen und können im Schadenfall für Reparaturen oder Neuanschaffungen verwendet werden. Beispiel: Staatliche Einrichtungen. Durch Beauftragung einer Reinigungsfirma könnte zwar die Scheibe ebenfalls zu Bruch gehen. kann man finanzielle Vorsorge durch Rücklagen-Bildung treffen. Die Außenfenster und die große Panoramascheibe lässt sie von einer Reinigungsfirma putzen. Selbsttragung des Risikos Jeder der Risikoträger muss zahlreiche Risiken selbst tragen. die Bundespolizei und dergleichen sind nicht bei privaten Versicherungsunternehmen versichert. Beispiel: Der Fuhrpark einer Spedition besteht aus 50 LKWs. Abwälzung des Risikos Man kann ein Risiko abwälzen. Durch Abschluss einer Glasbruch. Durch die große Zahl der LKWs ist es unwahrscheinlich. Dies setzt eine planmäßige Vorgangsweise und eine große Anzahl von Risiken voraus. B. Da keine Fahrzeug-Elementarkaskoversicherung abgeschlossen wurde. 2 LKWs fast in vollem Umfang liefern und verliert dadurch keine Kunden. wie z. die alle nur haftpflichtversichert sind. das Risiko selbst zu tragen. Man kann sich auch überlegen. dass stattdessen ein anderes Risiko eingetauscht wird. B. Beispiel: Die Frau reinigt nur die Innenfenster.und Unfallversicherung könnten die finanziellen Folgen aus diesem Schadenereignis abgewälzt werden. Exkurs: Selbstversicherung Eine Form der Selbsttragung des Risikos ist die Selbstversicherung. durch die Vielzahl verschiedener Risiken ist dem Staat eine Selbstversicherung möglich. Universitäten. dass der gesamte Fuhrpark von einem Schaden betroffen wird. ob man anstelle des ganzen Risikos nur Teile des Risikos selbst tragen möchte und den Rest abwälzt. Statt Fensterputzen hätte die Frau auch Radfahren gehen und sich dabei verletzen können. 4. Ein Risikoträger kann versuchen für die eigenen Risiken selber einen Ausgleich zu schaffen. Das Vermeiden eines Risikos bedeutet letztlich nur. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 83 Februar 2012 .

Rechtsanspruch auf die Leistung gibt es in der Regel keinen. Winzergenossenschaften. Jäger. bei Großschäden ist oft nur eine Teilvergütung möglich. vor allem im ländlichen Bereich. Pflicht-Haftpflichtversicherungen für Kraftfahrzeuge. unvorhergesehene Ausgaben oder entgehende Einnahmen sein. Die Prämien werden im Schadenfall nachträglich von den Mitgliedern eingehoben.) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 84 Februar 2012 . ob und wie viel sie an den Geschädigten an Leistung erbringen kann.). 3. sogenannte versicherungsähnliche Einrichtungen oder Gemeinschaften (z. Sie beruhen auf der Grundlage von Sondervereinbarungen oder einer Mitgliedschaft zur Gemeinschaft. möchte man dagegen Vorsorge treffen.3. Die Sozialversicherung und die Vertragsversicherung unterstehen zum Teil gleichen. Individualversicherung) betrieben. Daneben gibt es noch. Feuerkassen. individuellen Vertrages Ausnahmen: z. DAS PRODUKT VERSICHERUNGSSCHUTZ Für Versicherte ist Versicherung eine finanzielle Vorsorge für den Schadenfall.B. Diese können z. Abgrenzung zwischen Sozial. zum Teil verschiedenen Versicherungsgegebenheiten.B. Die Versicherung wird in den Grundformen der Sozialversicherung und der Privatversicherung (Vertrags-. Flughaftpflichtversicherung (Auch bei vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungen kann der Versicherungsnehmer den Versicherer und einen über die Mindestdeckungssummen hinausgehenden Versicherungsschutz frei wählen. Sie wurden aus dem Gedanken der Gefahrengemeinschaft eingerichtet.1. Die Höhe der Leistung richtet sich nach der Anzahl und der finanziellen Leistungskraft der Mitglieder d..B.. Die Versicherung dient dazu.und Privatversicherung Wichtige Unterscheidungsmerkmale Sozialversicherung Privatversicherung 1) Entstehung des Versicherungsverhältnisses Pflichtversicherung: Automatisch mit Aufnahme versicherungspflichtigen Beschäftigung Ausnahmen: Freiwillige  Selbstversicherung  Weiterversicherung  Höherversicherung freiwillige Versicherung: einer freiwillig durch Abschluss eines eigenen.h. Die Gemeinschaft entscheidet im Einzelfall. Da jeder von Risiken bedroht wird. . Störungen entgegenzuwirken.

Der Versicherungsschutz ist je nach Bedarf und Notwendigkeit (d. Krankenkassen. Prämie richtet sich nach der persönlichen individuellen Gefahrensituation.B. Personen. rechtlich unselbständigen Zweigniederlassungen ausländischer Versicherungsunternehmen in Österreich. 8) Finanzierungsverfahren Umlageverfahren Kapitaldeckungsverfahren Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 85 Februar 2012 . ABGB. keine AVB Festlegung durch den Vertrag (Polizze) und Besondere Bedingungen im Rahmen der AVB 6) Versicherte Personen der Arbeitnehmer und seine nicht selbst alle im Vertrag (Einzelvertrag) erwerbstätigen Angehörigen angeführten Personen 7) Art der Leistung Geld. Gleichwertigkeit zwischen Prämie und Versicherungsleistung. VersVG).h.B. Berechnung erfolgt nach dem Äquivalenzprinzip.B. 3) Beitrags-/ Prämienbemessung Beitragsbemessung knüpft am Einkommen an. für „alle“ versicherbaren Gefahren) im Versicherungsvertrag frei wählbar. 4) Versicherungsschutz. nach der gewählten Leistung und dem Tarif. HGB. etc. Medikament. Prothesen.h. Allgemeine Unfallversicherungsanstalt.B. VAG. d. . Krankenhausaufenthalte.. versicherte Risiken nur Personenrisiken können gedeckt werden.und Naturalleistungen (fast) ausschließlich Geldleistungen  Geld: z. Pensionsversicherungsanstalten. Der Versicherungsschutz ist gesetzlich genau festgelegt.) In Österreich nur private Versicherungsunternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) oder eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) bzw.h. d. kein individueller Vertrag und (z.und Vermögensrisiken können gedeckt werden.. Fester Prozentsatz des Einkommens bis zu einer Höchstbeitragsgrundlage. 5) Rechtsgrundlagen nur Sozialversicherung und darauf beruhende nur grundsätzliche Regelung durch Gesetze Verordnungen.2) Versicherungsunternehmen In Österreich nur Körperschaften des öffentlichen Rechts (z. er kann nicht geändert werden. Rentenleistungen (Kapital oder Rentenleistungen)  Natural: z.

die für ihre Versicherten    im Krankheitsfall die Wiederherstellung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Prämien der Versicherungsnehmer.. Zuschüsse des Bundes zuständig sind die Sozialgerichte Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen. Holzer-Möstl E. Die Individualversicherung dient dagegen dem einzelnen bei der Sicherung seiner besonderen Interessen. der Arbeitsunfähigkeit. sowie einen Ersatz für die ausfallende Entlohnung. Wien 2003. Seite 19 3. Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 86 Februar 2012 . des Alters. hat jeder Sozialversicherte Anspruch auf Leistungen. der Krankheit. Zinsenerträge aus Kapitalveranlagung 10) Gerichtsbarkeit zuständig sind die ordentlichen Gerichte Bundesministerium für Finanzen/ Finanzmarktaufsicht 11) Aufsichtsbehörde Quelle: Dr.2 Sozialversicherung Auch die Sozialversicherung orientiert sich am Gedanken der Gefahrengemeinschaft. Die Sozialversicherung wird unterteilt in die Zweige:     Pensionsversicherung Krankenversicherung Unfallversicherung Arbeitslosenversicherung Sind gewisse im Gesetz geregelte Voraussetzungen erfüllt. im Invaliditätsfall einen Ausgleich für die geminderte Erwerbsfähigkeit bei Arbeitslosigkeit und im Alter eine finanzielle Mindestgrundlage sicherstellen soll. des Todes und versucht Fürsorgefälle zu vermeiden. verfolgt jedoch zusätzlich sozialpolitische Zielsetzungen. Die Sozialversicherung ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung.9) Finanzierungsquellen Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Versicherungsbetriebslehre. Sie bietet einen Grundversicherungsschutz für einen möglichst großen Teil der Bevölkerung in den Fällen der Arbeitslosigkeit.

3. Privatversicherung 3. in den Versicherungsbedingungen. als auch die Einfamilienhäuser betroffen und somit die Unabhängigkeit nicht gewährleistet. welche Leistung vom Versicherungsunternehmen bei bestimmten Schadenfällen zu erbringen ist. Unabhängigkeit Ein Schadenereignis darf wahrscheinlicher werden.3. Rückversicherungsschutz zu erhalten und diese Kosten in die Prämie einkalkulieren. Beispiel: Es stellt sich heraus. Dieser Schadenfall muss sowohl für den Versicherungsnehmer als auch für das Versicherungsunternehmen eindeutig feststellbar sein. dass überprüft wird. Es ist also dem Zufall überlassen. Bei der Risikoanalyse stellt sich heraus. dass andere Schadenfälle Beispiel: Die ABC-Versicherung soll ein Lager für Ölfässer versichern. Wichtig ist. Dadurch würden die Prämien für alle übermäßig ansteigen und ein Risikoausgleich nicht mehr möglich sein. nicht bewirken. dass die nahe angrenzenden Einfamilienhäuser bei einem Brand ebenfalls äußerst gefährdet wären. dass es wesentlich größer ist als die anderen Risiken.1 Versicherbarkeit Ein Risiko muss eine Reihe von Eigenschaften aufweisen. Im Falle eines Feuers wären sowohl das Erdöllager. dass ein zu versicherndes Risiko sehr groß ist. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 87 Februar 2012 . Größe Ein zu versicherndes Risiko darf nicht so groß sein. Schätzbarkeit Die Höhe des möglichen Schadens (Leistungsausmaßes) muss schätzbar oder messbar sein. Der Erstversicherer wird daher versuchen. Aufgrund des Ergebnisses wird die Prämie berechnet.3. in Klauseln). damit es versicherbar ist:      Zufälligkeit Eindeutigkeit Schätzbarkeit Unabhängigkeit Größe Zufälligkeit Bei Abschluss des Versicherungsvertrages ist das Schadenereignis noch nicht bekannt und kann weder vom Versicherer noch vom Versicherungsnehmer beeinflusst werden. Eindeutigkeit Bei Vertragsabschluss muss genau festgehalten werden (z. in welchem Ausmaß die einzelnen Merkmale vorhanden sind.B.

-zweige.2.  Allgemeine Haftpflichtversicherung. Versicherungsunternehmen können unterschiedlich Eine Möglichkeit der Gliederung der Versicherungssparten ist Eine weitere Möglichkeit der Unterteilung ist: Versicherungssparten nach dem versicherten Risiko nach der Versicherungsleistung nach dem Grund des Vertragsabschlusses Personenversicherung Schadenversicherung Interessenversicherung freiwillige Versicherung z.3. Reisewetterversicherung. -arten Die Produkte der eingeteilt werden. Versicherungssparten. Versicherung von  Fahrzeugen  Transporten  Naturereignissen  Vermögensdelikten  Schäden an bestimmten Gegenständen  Tieren Vermögensversicherung (im engen Sinn) Summenversicherung Pflichtversicherung z.und Betriebshaftpflichtversicherung  Vermögensschadenversicherung.B. Berufs.  Lebensversicherung  Krankenversicherung  Unfallversicherung Sachversicherung (Vermögensversicherung im weiteren Sinne) z.3.B. Kreditversicherung  Rechtsschutzversicherung  Vermögensschaden allgemein: BU-Versicherung.B. EDV-Versicherung Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 88 Februar 2012 .

Das bedeutet.B. Vermögensversicherung Die Vermögensversicherung umfasst die Versicherung von Sachen (Sachversicherung) oder von Vermögenswerten. Erst als Folgewirkung ist das Vermögen des Versicherten betroffen. Beispiel: Beim Schitourengehen stürzt ein Hobbysportler ab. bricht sich beide Beine und das Becken. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 89 Februar 2012 . dass bei einem Schadensfall eine vorher definierte Versicherungssumme zur Auszahlung gelangt. z. Als Folge dieses schweren Sportunfalls verbringt er mehrere Monate im Spital und in Rehabilitationszentren und muss in Zukunft teure orthopädische Schuhe tragen oder kann seine Arbeit nur mehr in eingeschränktem Umfang ausüben. Lebens-. Unfallversicherung) trifft der Versicherungsfall unmittelbar die versicherte Person. Da Schäden an Personen in der Höhe schwer einschätzbar sind. die keine Sachen sind.Versicherungssparten Personenversicherung Vermögensversicherung Personenversicherung Bei Personenversicherungen (Kranken. werden bei Personenversicherungen in erster Linie Summenversicherungen abgeschlossen. von entgehenden Erträgen (Betriebsunterbrechungsversicherung) oder unvorhergesehenen Aufwendungen (Haftpflichtversicherung).

B.:  Haftpflichtversicherung  Rechtsschutzversicherung Entgehende Erträge z.:  (reine) Risikoversicherung  Erlebensversicherung  Ablebens.B. Versicherungsbetriebslehre. Holzer-Möstl E. Wien 2003.B.B.(Todesfall-) Versicherung  Gemischte (Er.Personenversicherung Lebensversicherung Krankenversicherung Unfallversicherung z.B. Seite 25 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 90 Februar 2012 . Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft.:  Kfz-Insassenunfallversicherung  Einzel UV  Familien UV  Kinder UV  Gruppen UV  Reise UV  Kollektive UV Vermögensversicherung Sachgüter Immaterielle Güter z.:  Krankheitskostenversicherung (Interessenversicherung)  Spitalskostenversicherung  Versicherung der Kosten ambulanter ärztlicher Behandlung  Taggeldversicherung (Summenversicherung)  Krankenhaustagegeldversicherung  Krankengeldversicherung z.:  Betriebsunterbrechungsversicherung 2 Typen der Sachversicherung:  nach dem versicherten Objekt benannte Versicherungsarten:  Maschinenbruch Haushalts Schiversicherung  nach der versicherten Gefahr benannte Versicherungsarten  Feuerversicherung.:  Warenkreditversicherung  Exportkreditversicherung Unvorhergesehene Aufwendungen z.  Transportversicherung Quelle: Dr.B..und Ablebens-) Versicherung  Rentenversicherung  Terme fix Versicherung  Fondsgebundene Lebensversicherung  Dread disease z.

Beim Ablauf der Versicherung erfolgt die Auszahlung einer einmaligen Kapitalleistung oder einer privaten Pension.und Ablebensversicherung abschließen können. Deshalb gibt es im Erlebensfall keine Leistung.4. Rentenversicherung Zielgruppe für eine Rentenversicherung sind Personen. Unterjährigkeitszuschlag. Die Beiträge sind bis zum Ende des Versicherungsjahres.und Ablebensversicherung (gemischte Lebensversicherung) Bei dieser Versicherungsform wird die Versicherungsleistung (Versicherungssumme plus Gewinnanteile) beim Tod der versicherten Person spätestens jedoch beim Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer ausbezahlt.) plus angesammelte Gewinne. Wesentliches Merkmal ist dabei. allerdings keine Hinterbliebenenabsicherung brauchen. Der Versicherungsnehmer kann zwischen verschiedenen Rentenarten wählen.) plus angesammelte Gewinne sofort ausbezahlt. Reine Erlebensversicherung Die Erlebensversicherung dient vor allem zur eigenen Absicherung für den Lebensabend. Die wichtigsten Formen sind: Ablebensversicherung (Risikoversicherung) Die Versicherungsleistung wird hier nur beim Tod der versicherten Person während der Versicherungsdauer fällig. Bei Ableben während der Laufzeit erhält der Begünstigte die eingezahlten Jahresnettoprämien (eingezahlte Prämien minus Versicherungssteuer.und Altersvorsorge. Diese Versicherungsform dient der Hinterbliebenenvorsorge und der Absicherung von Krediten.1. etc. etc. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 91 Februar 2012 . LEBENSVERSICHERUNGEN 4. längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu bezahlen. Bei Ableben der versicherten Person während der Versicherungsdauer werden die eingezahlten Jahresnettoprämien (eingezahlte Prämien minus Versicherungssteuer. Er. wenn für keine anderen Personen (Kinder. Sie dient somit der Hinterbliebenen. in dem der Versicherte stirbt. die ein planmäßiges und kostengünstiges Ansparen für eine zweite Pension suchen. Es findet keine Vermögensbildung statt. Arten der Lebensversicherung Entsprechend dem gewünschten Versorgungszweck kann die Lebensversicherung unterschiedlich gestaltet werden. die aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine Er.und Erlebensfall fällig werden sollen. Unterjährigkeitszuschlag. Partner) vorgesorgt werden muss. Die Erlebensversicherung ist auch für Personen geeignet. ob Leistungen im Todes. Prämien für Zusatzversicherung. Eine Alternative dazu ist die Leistung der anteiligen Versicherungssumme. Spätestens am Ende der Beitragszahlungsdauer wird eine lebenslange Rente ausbezahlt.

Lebensjahres mit dem Datum des Vertragsablaufs ausbezahlt. Die Er. in dem der Versicherte stirbt. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 92 Februar 2012 . längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu bezahlen. Er.Die Prämien sind bis zum Ende des Jahres. Spätestens wird die Leistung nach Erreichen des 25. auch wenn das Kind bis zu diesem Zeitpunkt nicht geheiratet hat. Lebensjahres). Haushaltsgründung. Die Versicherungssumme plus Gewinnanteile werden beim Tode der zuerst sterbenden versicherten Person. Die Prämien sind bis zum Ende des Versicherungsjahres. Fondsgebundene Lebensversicherung Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Lebensversicherung. Aussteuerversicherung Diese Versicherung dient im Allgemeinen der Versorgung der Kinder bei einer Heirat oder einer Haushaltsgründung. insbesondere Ehepaaren. längstens bis zum Ablauf der Prämienzahlungsdauer zu bezahlen. Bei einer Aussteuerversicherung wird die Versicherungsleistung bei Heirat des mitversicherten Kindes fällig (frühestens mit Vollendung des 16. längstens bis zum Ablauf der Versicherung. längstens bis zum Ablauf der Versicherung zu bezahlen. in dem der Versicherte stirbt. Dadurch kann eine höhere Rendite erwirtschaftet werden.und Ablebensversicherung auf das Leben zweier (oder mehrerer) Personen Sie dient vor allem als wechselseitige Vorsorge für den Ablebensfall und gemeinsames Ansparen für das Alter von wirtschaftlich abhängigen Personen. Versicherung auf festen Termin (Ausbildungsversicherung) Die Ausbildungsversicherung dient vor allem dem Kinde für die Gründung einer neuen Existenz (Ausbildung.und Ablebensversicherung ist die häufigste Form der Lebensversicherung. es wird aber auch ein höheres Risiko in Kauf genommen. Die Prämie ist bis zum Tode des versicherten Versorgers zu bezahlen. Bei Tod des mitversicherten Kindes werden die eingezahlten Beiträge (ohne Unterjährigkeitszuschlag bzw. Versicherungssteuer ) plus angesammelte Gewinne rückerstattet. längstens jedoch bei Ablauf der Versicherung fällig. Die Prämien sind bis zum Ende des Jahres. Sie eignet sich besonders als Teilhaberversicherung. Die Versicherungssumme gelangt am Ende der vereinbarten Versicherungsdauer zur Auszahlung. bei der die Sparprämien teilweise oder zur Gänze in Investmentfonds veranlagt werden. in dem einer der Versicherten stirbt. Bei Tod des Versicherten vor Vertragsablauf wird der Vertrag mit der vertraglich festgelegten Versicherungssumme prämienfrei gestellt. Heirat) aber auch zur Bezahlung von Schulden oder Hypotheken. gleichgültig ob der Versicherte diesen Zeitpunkt erlebt oder nicht.

Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht braucht der Versicherungsnehmer für eine Änderung. Sie stellt das versicherte Risiko dar. Die Prämienzahlungspflicht liegt bei ihm.2. wie überhaupt bei Verfügungen über den Versicherungsvertrag. Begünstigter (Bezugsrecht): der Versicherungsnehmer bestimmt. der Versicherungsnehmer kann bis zum Eintritt des Versicherungsfalles jederzeit das Bezugsrecht ändern. d. die Zustimmung des unwiderruflich Begünstigten. Er kann den Vertrag gestalten und grundsätzlich alle Verfügungen treffen. Versicherungsnehmer und versicherte Person können. Der oder die Begünstigten sind mit Namen und Geburtsdatum anzuführen.und Ablebensversicherungen Erlebensversicherungen Leistung bei Ableben Versicherungssumme plus bis dahin angesammelte Gewinnanteile Eingezahlte Jahresnettoprämien plus bis dahin angesammelte Gewinnanteile Versicherungssumme Leistung bei Erleben Versicherungssumme plus Gewinnkapital Versicherungssumme plus Gewinnkapital Ablebensversicherungen keine Leistung 4. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 93 Februar 2012 . Das Bezugsrecht kann für den Er.bzw. auf deren Leben der Versicherungsvertrag abgeschlossen worden ist. Personen im Versicherungsvertrag Versicherungsnehmer ist Vertragspartner des Versicherers. Ablebensfall unterschiedlich gestaltet sein. wenn dessen Rechte beeinträchtigt werden können.Überblick Art Er. Im Allgemeinen wird ein widerrufliches Bezugsrecht vereinbart. Versicherte Person ist diejenige. welche Person im Versicherungsfall die Versicherungsleistung erhalten soll und damit bezugsberechtigt ist. müssen aber nicht dieselbe Person sein.h.

Zinseszinsrechnung (exponentielle Verzinsung): 4. Einfache (lineare) Verzinsung: 4.10 Tageszählkonventionen: 96 99 102 102 103 103 106 106 108 110 111 112 115 115 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 94 Februar 2012 .6.MATHEMATIK INHALTSVERZEICHNIS 1. Voraussetzungen 1. ABBILDUNG ODER FUNKTION 4. GRUNDLAGEN 1. Prozentrechnung 1.4.9 Gemischte Verzinsung 4. Äquivalente Zinssätze 4.3. Brutto/Netto: 95 95 95 95 2.2.2. GLEICHUNGEN UND UNGLEICHUNGEN 3.1.7. Nachschüssige Verzinsung 4.1. Abzinsung (Diskontierung) 4.1.3. Grundlagen 4.1. Unterjährige Verzinsung 4. ZINSRECHNUNG 4.5.8. Vorschüssige Verzinsung 4. Überblick über die Methoden der Verzinsung 4.

79.- Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 95 Februar 2012 ... Subtraktion. Prozentrechnung 1% bedeutet 0.ergeben 15% Aufschlag einen Endpreis von 200 * ( 1 + 15/100) = € 230. Division) Rechnen mit Brüchen.21.21 * 0. Multiplikation. Quadratwurzeln.3.ergeben 10% Diskont einen Endpreis von 300 * ( 1 . Bespiel: Ein Paar Schuhe kostet brutto € 100. so erniedrigt sich der Wert der Größe K zu K * (1 .p/100) Beispiel: Bei einem Warenwert von € 300.79.1.1.2.Höhe Umsatzsteuer = 100 – 86.- 1. indem man Bruttopreis = Nettopreis * (1 + Umsatzsteuer) rechnet. Logarithmen Geradengleichung in der Ebene 1. Voraussetzungen    Kenntnis der allgemeinen Rechenregeln für reelle Zahlen (Addition.. wenn die Umsatzsteuer 16% beträgt? Welchen Betrag macht die Umsatzsteuer aus? Nettopreis = 100 / (1 + 0. so wächst K an zu K * (1 + p/100) Beispiel: Bei einem Warenwert von € 200.oder 86. Brutto/Netto: Aus dem Nettopreis einer Ware wird der Bruttopreis gebildet. GRUNDLAGEN 1. Wie hoch ist der Nettopreis.16) ≈ € 86.01.Abschlag oder Diskont oder Rabatt: Werden p% Rabatt gewährt. Werden p% einer Größe K aufgeschlagen.-.21 = € 13.16 ≈ € 13.10/100) = € 270.

  4 4  4   offenes Intervall zwischen . L  x  R | x      .2. x=3 Grundsätzlich sind in einer Gleichung alle mathematischen Operationen erlaubt. für die gilt : x ist größer als 3/2. Beispiele: 2x  3  3 | *(5  x) 5 x 2 x  3  15  3 x 5 x  18 x 18 5 1 2  | *( x  5)( x  2) x5 x2 x  2  2 x  10 x  12 Ungleichungen verhalten sich im Prinzip wie Gleichungen mit der Einschränkung. dass bei einer Multiplikation beider Seiten mit einem negativen Ausdruck ein „>“ zu einem „<“ wird und umgekehrt ein „<“ zu einem „>“.  Beispiel: 8x  2  4 x  1 8x  4 x  1  2 4 x  1 ( x  R)  1 1  1   . 4x = 12 Nun werden beide Seiten durch 4 dividiert. GLEICHUNGEN UND UNGLEICHUNGEN Gesucht sind die Lösungen der folgenden Gleichung: 4x+7=19 Im ersten Schritt wird 7 von beiden Seiten subtrahiert. diese Operation auf beide Seiten anzuwenden. Einzige Bedingung ist.1/4 und  unendlich x Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 96 Februar 2012 . L  x  R | x   2 2  lies : Lösungsmen ge ist die M enge aller x aus dem  Raum der reellen Zahlen. Beispiel: 2x  3 x mit x  R 3 3  .

.. es existiert keine Lösung in R  Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 97 Februar 2012 ..  3 zusammen : L1  L2  x  R | 3  x  3    L1   ..h...statt Größerzeichen!):  .  3 zusammen : L1  L2  x  R | ( x  3)  ( x  3)  Die Vereinigun g der beiden Lösungsmen gen L1 und L 2   Ähnliches Beispiel (Kleiner. oder  x2  9  0  2 Fälle : 1) ( x  R)  ( x  3)( x  3)  0 ( x  3)  0 und ( x  3)  0  x  3 und x  3 2) ( x  3)  0 und ( x  3)  0  x  3 und x  3  L2  x  R | 3  x  3    3 . d .Beispiel: x2  9  0  2 Fälle : 1) ( x  R)  ( x  3)( x  3)  0 ( x  3)  0 und ( x  3)  0  x  3 und x  3  L1  x  R | x  3  3 ..   2) ( x  3)  0 und ( x  3)  0  x  3 und x  3  L2  x  R | x  3     .

d .15 x  50  0.. K1: pro Kopie entstehen Kosten von € 0. Beispiel:  x 1 1  x2 3 1..an Wartung Bei welcher Anzahl monatlicher Kopien ist K1 günstiger als K2? 0..07 x  74 0.monatlich und weiters € 74.monatlich und weiters € 50.Beispiel: Zwei Kopiergeräte K1 und K2 stehen zur Verfügung.h.15.h.07.08 x  24 x  300 Bei weniger als 300 Kopien ist das Kopiergerät 1 günstiger als Nummer 2.. Fall : x  2  0 .an Wartungskosten K2: Pro Kopie entstehen Kosten von € 0. Fall : x  2  0 . d . x  2 x 1 1  | *( x  2) x2 3 1 x  1  ( x  2) | *3 3 3x  3  x  2 2 x  5 x 5 2 Beide Ungleichungen x>-5/2 und x>2 sind für x>2 erfüllt  L1  x | x  2 2. x  2 x 1 1  | *( x  2) [negativ!] x2 3 1 x  1  ( x  2) | *3 3 3x  3  x  2 2 x  5 x 5 2 Beide Ungleichungen x<-5/2 und x<2 sind für x<-5/2 erfüllt  L2   x | x    Als gesamte Lösungsmenge erhält man:   5 2  5   L  L1  L2   x | x  2   x    2    Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 98 Februar 2012 .

wenn einem x-Wert eindeutig ein y-Wert zugeordnet werden kann. Die Konstante stellt k die Steigung und d den Abschnitt auf der y-Achse bei x = 0 dar. ABBILDUNG ODER FUNKTION Von einer Funktion spricht man dann. Umgekehrt. also jedem y-Wert eindeutig einen x-Wert zuzuordnen. Diese Darstellung ist umkehrbar eindeutig. der im Definitionsbereich liegt. Der Wertebereich bezeichnet alle möglichen Werte. die in die Funktionsvorschrift eingesetzt werden können. muss nicht immer funktionieren. x  x2 oder f(x) = x2 oder y = x2 Jedem positiven y-Wert können zwei x-Werte zugeordnet werden: y  x Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 99 Februar 2012 . Definitionsbereich und Wertebereich (= Bildbereich): Der Definitionsbereich einer Funktion besteht aus der Menge aller möglichen Werte. wird ein Wert k * x + d zugeordnet (ein y-Wert).3. der ebenfalls in R liegt x  k * x + d : Jedem Wert auf der x-Achse. x  k * x + d oder f(x) = k * x + d oder y = k * x + d. k 1 y = k*x + d d Bei einer Parabelgleichung hingegen gilt dies nicht: f: R  R. dabei bedeuten: f: die Funktion f R  R: Abbildung des Definitionsraumes in R auf einen Bildbereich. die die Funktion annehmen kann (= yWerte) Für eine Gerade gilt: f: R  R. die in die Funktion eingesetzt werden können. Klassisch sind das alle möglichen x-Werte.

375 5 y =x^3+2*x^2+x 6 4 2 y 0 -4 -3 -2 -1 -2 -4 x 0 1 2 Für die e-Funktion ( exp(x) bedeutet ex ): x -3 -2 -1 0 1 2 3 Y =exp(x) 0.72 7.00 5.5 -1 -0.875 1 0.00 -4 -3 -2 -1 0 x 1 2 3 4 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 100 Februar 2012 .39 20.00 20.14 0.625 2 1.37 1.00 0.05 0.5 0 0.5 1 Y =x^3+3*x^2+x -3 0.09 y =exp(x) 25.Funktionen stellt man mittels einer Wertetabelle und eines Graphen dar: Für eine Gerade ( 2*x bedeutet 2x ): x 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Y =2*x+3 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 20 15 y=2*x+3 y 10 5 0 0 2 4 6 x 8 10 12 Für eine Polynomfunktion ( x^3 bedeutet x3 ): x -3 -2.00 15.5 -2 -1.00 y 10.00 2.125 0 1.

61 -2..-.69 1.30 -1.00 1.00 x 1 2 3 4 5 6 y Beispiel: 1 kg Äpfel kostet bei einem Händler € 1.00 -5. x kg Äpfel 1.8 x  30 | * 5 / 4 x  37.01 0.79 y =ln(x) 3.10 1.8*x 1.8*x Preis b Erzger =1*x+30 € 40 20 0 0 20 kg 40 Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 101 Februar 2012 .5 1 2 3 4 5 6 y =ln(x) -4.6 9 18 27 36 45 54 63 72 81 90 Preis b Erzger =1*x+30 31 32 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 Preisvergleich Äpfel 100 80 60 Preis b Händler =1.2 0.00 0.00 2.5 kg kg Äpfel x 1 2 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 Preis b Händler =1.1 0.80.00 -1. so beträgt der Preis € 1.00 -3. Kauft man dieselbe Sorte beim Erzeuger. allerdings fallen für die Fahrt zum Erzeuger Spesen in der Höhe von € 30.pro kg.00 -4.61 1. damit sich die Fahrt zum Erzeuger lohnt? Stellen Sie den Sachverhalt in einer Grafik dar.an. Welche Menge Äpfel muss man mindestens kaufen.00 0..39 1.Für den natürlichen Logarithmus: x 0.00 0 -2.8 x  1x  30 0.61 -0.69 0.8 3.

....... .. Jahres = Ende des 1.... n Zeitpunkte 1.. usw..) ändern können..4. Die Werte Kt stellen eine Zeitreihe dar. die zum Zeitpunkt t (t = 0.. Jahres = Ende des nten Jahres Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 102 Februar 2012 ... Jahres Anfang des (n + 1). 23. K0 K1 K2 K3 usw. die sich von (t – 1) bis t oder.. anders geschrieben... 2.... von t bis t+1 (12.......... Monate..... ... 2.. sind: Zinsen Kapital Zinssatz (Zinsfuß) Zeit (Laufzeit) Gegeben sei eine Größe X. dass die Zinsrechnung die Zeit mit einbezieht....... 34. N = Anfang des 1......... Größen... 1. 1..1.. n Perioden (Jahre) n = Laufzeit (Zinsdauer): Jahre.. Grundlagen Die Zinsrechnung gleicht der Prozentrechnung...... Der wesentliche Unterschied besteht darin... ... 2. n) annimmt.... 1... n) den Wert Kt (t = 0................. ZINSRECHNUNG 4..... n t = 0.......... Kn y 0 1 2 3 4 5 ....... Tage Zeitpunkt 0 = 1 = .... die in eine Zinsrechnung eingehen.. .. Jahres Anfang des 2....

p = 4 i ……. 3. Gegeben sei ein Anfangskapital K0 und Zinsfuß p.a.“ bedeutet „per annum“ und heißt soviel wie „pro Jahr“ oder „jährlich“. Zinsfuß.2. Zinssatz (i = p/100). 4. i = 4 % p.4. Die einzelnen Methoden werden im Folgenden im Detail behandelt. z..1. Am Ende eines jeden Jahres t.a. 4... Bei der diskreten Verzinsung erfolgt der Zinszuschlag 1x/Jahr (Sparbuch)... halbjährlich. B..h.. t = 1.. Einfache und lineare Verzinsung werden in der Praxis oftmals synonym verwendet... n werden Zinsen für Kt-1 bezahlt...1. Das Kürzel “p. Überblick über die Methoden der Verzinsung Man unterscheidet grundsätzlich 4 Verfahren der Verzinsung... d. Aus einem Anfangskapital K0 erhält man den Kontostand K1 nach 1 Jahr bei p% Verzinsung: K1 = K0 + Zinsen = K0 + K0 * p/100= K0 ( 1 + p/100 ) 1 = K0 ( 1 + i )1 Dabei bezeichnet: p .2. B.3.. stetige diskrete einfache und lineare. z. Das ist die Bezeichnung für den Jahresnennzins (=nomineller Jahreszins). Diskontfaktor exp(-is * t) (1 + i)-t 1 / (1 + i * t) 1-i*t Aufzinsungsfaktor exp(+is * t) (1 + i) t 1+i*t 1+i*t Zinsanteil exp(is * t) – 1 (1 + i)t – 1 i*t i*t Typ Verzinsung stetig diskret einfach linear Zinszuschläge erfolgen im Allgemeinen nur zu bestimmten Zeitpunkten (=Zinszuschlagsterminen = Zinsverrechnungsterminen = kurz: Zinsterminen). Bei der stetigen Verzinsung erfolgt die Zinsverrechnung in theoretisch unendlich vielen Zeitpunkten... es wird ständig verzinst.... Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 103 Februar 2012 . Daraus resultiert eine e-Funktion. vierteljährlich oder monatlich. 1. Zinseszinsrechnung (exponentielle Verzinsung): Ist eine Art der diskreten Verzinsung. also nicht nur für K0 (Anfangskapital). sondern für K0 und auch in der Zwischenzeit aufgelaufene Zinsen. 2..

Oft wird er auch als r=1+i dargestellt... Ein Kapital von 3000 € soll 4 Jahre mit 5% Zinsen verzinst werden. Zn = Kn-1 * i = K0 * (1+i)n-1 * i Kapital am Ende der einzelnen Jahre: K1 = K0 + K0 * i K2 = K1 + K1 * i K3 = K2 + K2 * i = K0 + z = K1 + Z2 = K2 + Z3 = K0 * ( 1 + i ) = K0 * ( 1 + i )2 = K0 * ( 1 + i )3 n = = = = = K0 * ( 1 + i ) K0 * ( 1 + i ) * ( 1 + i) K0 * ( 1 + i ) K0 * ( 1 + i ) * ( 1 + i ) K0 * ( 1 + i ) * ( 1 + i ) * (1 + i ) Kn = Kn-1 + Kn-1 * i Kn = K0 * ( 1 + i ) Da das Kapital von Periode zu Periode anwächst. Wie viel bekommt man am Ende eines Jahres samt Zinsen? K1 = K0 * (1 + p/100)1 = 3000 · (1+5/100) = 3000 · 1..... (Daher: „Zinseszins“) Beispiele: 1. Den Faktor q = 1 + i = 1+ p/100 bezeichnet man als den Aufzinsungsfaktor. Wie viel ist der Endbetrag? K4 = K0 * (1 + p/100)4 = 3000 · (1+5/100) 4 = € 3646.. Dabei werden die Zinsen des abgelaufenen Jahres am Jahresende zum Kapital hinzugerechnet („kapitalisiert“) und im folgenden Jahr mitverzinst..3. nennt man die Berechnung mittels Kn = K0 * ( 1 + i ) = K0 * q n n auch „Aufzinsen“.. Ein Kapital von 3000 € wird mit 5% verzinst..05 = € 3150..88 € Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 104 Februar 2012 .0310 = 14881...Zinsen am Ende der einzelnen Jahre: Anfallende Zinsen K0 * i K1 * i K2 * i Anfallende Zinsen = (K0 + K0 * i ) * i K0 * ( 1 + i ) = K1 K0 * ( 1 + i ) * ( 1 + i ) = K2 = K0 * ( 1 + i ) * ( 1 + i ) * i = K0 * (1+i)n-1 * i Anfallende Zinsen = K0 * (1+i) * i = K0 * (1+i)2 * i Z1 = Z2 = Z3 = . um 20 000 € nach 10 Jahren bei 3% Verzinsung zu bekommen? K0 = Kn / (1+p/100)10 = 20 000 / 1.... Welches Kapital muss ich heute anlegen.2.52.

18769 = 1. in 3 Jahren 2000 € einlegt und in 7 Jahren 6500 € einlegt? (Zinssatz i = 3% p.59 € angewachsen ist? Kn = K0 · qn 5344.) Zum besseren Überblick wird eine Zeitleiste angelegt: q = 1. erhält man: 3000+2000+6500 = 11500 €. liegen lassen.5% p.000 * ( 1 + 0. damit ich 2000 € bekomme? Kn = K0 · qn Kn / K0 = qn | ln ln (Kn / K0)= ln (qn) ln (Kn / K0)= n * ln q n = ln (Kn / K0) / ln q n = 15. wenn es in 5 Jahren auf 5344. Gurtner 2003) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 105 Februar 2012 .08) 2 = € 11.5% 5.4.a. Gegeben: Gesucht: Lösung: i = 0.22 € (Quelle: Finanzmathematik.000.Wurzel ziehen q = 1.08 Jahr -1. Bei welchem Zinssatz wurde ein Kapital von 4500 € angelegt. 75 Jahre 7.035 1+p/100 = 1.5 6.K2 K2 = K0 * ( 1+ i)2 = 10. n = 2 Jahre und K0 = € 10. Wie lange muss ich ein Kapital von 1000 € auf der Bank zu i = 4. wenn man heute 3000 € einlegt.18769 = q5 | 5. also erhält man an Zinseszinsen: 13594.22 € Wenn man die Kapitalien ohne Zinsen summiert.59 = 4500 · q5 |: 4500 1.22 – 11500 = 2094.035  i = 3. a. Welches Endkapital erhält man in 10 Jahren.664.03 Danach wird im Prinzip nur noch summiert: E = 3000·q10 + 2000·q7 + 6500·q3 = 13594.

Man berechnet aus einem gegebenen Kn ein gesuchtes K0: K0  Kn (1  i ) n Den Faktor 1/ (1 + i ) n = (1 + i ) -n nennt man Abzinsungsfaktor. In ähnlicher Weise können auch die Laufzeit und der Zinssatz bestimmt werden. d. Laufzeit und Zinssatz gegeben sind. Sind Anfangskapital. sondern als Faktor vor dem Zinssatz i. wenn die restlichen Größen bekannt sind. Kn = K0 * (1 + n*i ) K0  Kn (1  n * i) einfache Diskontierung (1  n * i) v 1 (1  n * i) Aufzinsungsfaktor einfacher Abzinsungsfaktor Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 106 Februar 2012 . kann das Endkapital berechnet werden. Kn = K0 * ( 1 + n * i) = K0 + K0 * i * n K0 = Achsenabschnitt K0 * i = Steigung der Geraden Die Laufzeit n steht bei dieser Art der Verzinsung nicht im Exponenten. Einfache (lineare) Verzinsung: Bei einfacher Verzinsung sind die Zinsen pro Zeiteinheit immer konstant. h. was einer Geradengleichung entspricht. Abzinsung (Diskontierung) ist der umgekehrte Weg.3. Laufzeit und Zinssatz gegeben. Im einfachsten Fall fällt also jedes Jahr derselbe Zinsbetrag an. Andererseits kann auch das Anfangskapital berechnet werden. es gilt weiter: Abzinsungsfaktor = 1 / Aufzinsungsfaktor. wenn Endkapital.4. Das Kapital wächst damit linear mit der Dauer der Anlage.: Kn = K0 * ( 1 + i )  Kn = K0 * e s n i n Die exponentielle Verzinsung mit Jahresnennzins i liefert dieselben Ergebnisse für ganzzahlige Zinsperioden wie die äquivalente stetige Verzinsung mit is! 4.4. Mithilfe des Logarithmus kann die diskrete Verzinsung in eine stetige umgewandelt werden: (1 + i) n = exp(is * n) ln [ (1 + i) n ] = ln [ exp(is * n) ] n * ln (1 + i ) = is * n ln (1 + i ) = is wobei is der stetige Zinssatz ist.

) Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 107 Februar 2012 . so gilt: K19 liegt n Tage: K19 = K0 * (1 + 19/ 360 * i ) (Dabei wird jeder Monat mit 30 Tagen und ein Jahr somit mit 360 Tagen angenommen. linear verzinst. Mai vor. Gängig ist diese Berechnung für Teile einer Zinsperiode. Es liege ein gewisses Kapital von Anfang Mai bis Anfang Oktober vor: K5 liegt n Monate (n=5): K5 = K0 * (1 + 5/ 12 * i ) in der Zukunft.1) = 10.500 Euro Bei dieser Verzinsungsmethode werden die Zinsen nicht mitverzinst! Die einfache Verzinsung kommt für ganze Jahre in der Praxis nicht vor.5 Jahre und Kn = € 10.5 * 0. R.000 * ( 1 – 0. n = 0.K0 K0 = Kn * ( 1.95) = 9. d. so stellt jeder Zeitraum < 1 Jahr eine gebrochene Zinsperiode dar.000 * (0.n*i) = 10.Beispiel: Lineares Abzinsen Gegeben: Gesucht: Lösung: i = 0. Liegt das Kapital z. Mai bis zum 20. vom 1. B. wie etwa Bruchteile eines Jahres. In diesem Fall wird i.10 Jahr-1 . Bezeichnet i den Jahresnennzins und liegt 1 Zinstermin pro Jahr vor.000.

sondern ein 1/m – tes Jahr ist. Häufig erfolgt die Verzinsung mehrmals im Jahr. Für j1 = i1 schreibt man kurz i. oder allgemein 1/m -jährlich („ein-mtl-jährlich“) Je größer m wird. d. Die unterjährige Verzinsung entspricht einer exponentiellen Verzinsung. wobei bei ersterer die Zinsperiode kein ganzes Jahr. und umso häufiger werden Zinsen zum Kapital zugeschlagen. Der Index m deutet an. Daher bedeutet z. Unterjährige Verzinsung dar. Die Anzahl der Zinsperioden im Jahr sei m. B.: Jahresnennzins i = 6% p. Den Jahresnennzins oder nominellen Jahreszins bezeichnet man mit jm. fm / m = dm ist der relative Diskontsatz. dass 4-mal im Jahr ein relativer Zinssatz i4 = 1% verrechnet wird! Die entsprechenden Symbole bei antizipativem Zinseszins sind folgende: fm ist der Jahresnenndiskont oder der nominelle Jahresdiskont. umso kleiner wird die Zinsperiode. oder j4 = 4%.Eine andere Art der diskreten Verzinsung stellt die 4. 4 oder 12 annimmt. spricht man von unterjähriger Verzinsung. wobei m in der Re gel nur die Werte 2. also jährlich dem Kapital zugeschlagen und dann mitverzinst. kurz: Zinstermine) gleichen Abstands innerhalb eines Jahres erfolgt. Jährliche Verzinsung (Gegeben: i =Jahresnennzinssatz) Unterjährige Verzinsung (Gegeben: i = Jahresnennzinssatz) Kn = K0 * ( 1 + i) n Kn = K0 * ( 1 + i / m ) n*m Verzinsung monatliche vierteljährlich halbjährlich jährlich m 12 4 2 1 Den Zinssatz im = i/m nennt man relativen Zinssatz: z. Man nennt im den relativen Zinssatz. dass 12-mal im Jahr ein relativer Zinssatz i12 = 0.5. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 108 Februar 2012 . die Zinsen werden nicht am Ende eines jeden Jahres. dies entspricht Zinsperioden von der Dauer eines Halbjahres (Semesters) eines Vierteljahres (Quartals) oder eines Monates. Für f1 = d1 schreibt man kurz d.B j12 = 6%.5% verrechnet wird. a.5%. sondern halbjährlich oder vierteljährlich oder monatlich usw. Wenn bei der Zinseszinsrechnung der Zuschlag der aufgelaufenen Zinsen auf das Kapital zu mehreren Terminen (=Zinsverrechnungstermine.h. dass der Zins m-mal im Jahr in Raten zu jm /m = im verrechnet wird. Anzahl der Zinsperioden pro Jahr m = 12 -> relativer Zinssatz im = i12= 0.

500.a.03 / 12 )120 = 2.500* ( 1 + 0. keine Nebenkosten monatliche Verzinsung 12 % p.55 % p.a. in 10 Jahren an.Beispiel (exponentielle Verzinsung): Auf welche Summe wachsen € 1. die Zinsverrechnung erfolgt monatlich)? Überlegungen: Die Angabe i = 3 % p.015.a.03) größer sein als das frühere (2. in 10 Jahren.024. wenn das Kapital monatlich verzinst wird (=die Zinsperiode beträgt 1 Monat. wenn monatlich verzinst wird 3% = tatsächlicher Zinssatz auf ein Jahr bezogen. im zweiten Monat wieder 3/12 % usw.1] m [Formel: (1+ i _)m . (12% / 12 Monate) = quartalsweise Verzinsung 12 % p. Wenn monatlich verzinst wird. Monat 3/12 % zum Anfangskapital hinzugeschlagen werden.500..01 ]12 – 1 = 12.87). wenn das Kapital jährlich verzinst wird (= die Zinsperiode beträgt 1 Jahr)? Kn = K0 * ( 1 + i ) 2.a.68 % p.024.03 ]4 – 1 = 12.  [1+ 0.: K120 = 1. bedeutet dies.a.. bezieht sich auf ein Jahr.a.a. wenn quartalsmäßig verzinst wird [Formel: (1+ i _)m .015.1] m  [1+ 0. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 109 Februar 2012 .03)10 = Auf welche Summe wachsen € 1. daß im 1. Ausgangslage: 12 % Jährliche Verzinsung p.a. (12% / 4 Monate) = Nomineller Zinssatz 12 % p.bei i = 3 % Zinsen p.bei i = 3 % Zinsen p.500 * ( 1 + 0.a. (Ausgangslage) (12% / 1 Jahr ) = Relativer Zinssatz 12% Effektiver Zinssatz 12 % 1% = tatsächlicher Zinssatz auf ein Jahr bezogen.03 Da mehr Zinstermine auftreten muss das letzte Ergebnis (2.87 n = 1. Aus dem relativen Zinssatz lässt sich ein konformer Jahreszinssatz (=effektiver Zinssatz) errechnen: Setzt man ( 1 + i / m )m = 1 + ieff so erhält man den konformen (=effektiven) Zinssatz ieff.

am Beginn der Laufzeit ausbezahlt.00 als Zinsen einbehalten und € 90.a... Die Zinsen werden vom Kapital abgezogen.68% 4.00 * 0.1) K0 = € 100. m. d. Die Zinsen werden.  12 % p. Beispiel: Jahresnennzins i = 12% p.h.00 * (1 – 1 * 0...und einem antizipativen Zinssatz von d = 10 %.000. Der Zinssatz bleibt mit d = 10 % gleich.000. werden vom Kreditinstitut bei einfacher Verzinsung € 10.zurückgezahlt werden.. Der jährliche nominelle Zinssatz ist kleiner als der effektive. einem Kalenderjahr muss der volle Kreditbetrag von € 100. bei monatlicher Verzinsung entsprechen einer 12.000. Vorschüssige Verzinsung ist üblich bei der Diskontierung von Wechseln sowie vereinzelt bei Kreditaufnahmen..049.. vom Anfangskapital berechnet. Bei einer jährlichen Verzinsung wird nur einmal kapitalisiert. darüber hinaus wird exponentiell verzinst...000. wenn die Zinsen zu Beginn der Verzinsungsperiode fällig werden.00 * 0.00. antizipativer Verzinsung spricht man. 1 % p. der aus einer unterjährlichen relativen Verzinsung resultiert.. Anzahl der Zinsperioden pro Jahr m = 12 relativer Zinssatz im= i12= 1% ieff = 12.049.68%igen jährlichen Verzinsung ( 1 % p.000. Beispiel: Bei einem Kreditbetrag von € 100.9 K0 = € 90.00 Es werden € 59.000. a. und zwar am Jahresende (K 0 = Zinsberechnungsbasis bleibt das ganze Jahr über gleich).000.. K0 = Kn * (1 – d) n K0 = € 100.000.. Vorschüssige Verzinsung 0 1 2 3 4 5 . wie viel man vom Kreditinstitut am Anfang der Laufzeit ausbezahlt bekommt.Der effektive Zinssatz wird auch der zu dem nominellen Zinssatz konforme (= äquivalente = gleichwertige) Jahreszinssatz genannt... K0 = Kn * (1 – n * d) = Kn * (1 – d)1 K0 = € 100..am Beginn der Laufzeit ausbezahlt. Die Frage ist jetzt.000...95 K0 = € 59.00. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 110 Februar 2012 . Es wird ein Diskont gewährt.00 an den Kreditnehmer ausbezahlt Nach Ablauf einer Periode von z.00 Es werden € 90. Zur Auszahlung kommt jedoch der um die Zinsen verminderte Betrag. genau gleich wie bei der nachschüssigen Verzinsung..000.n t Von vorschüssiger bzw. Zinsen“ die neuen Zinsen berechnet usw.00.).6. Die Laufzeit betrage nun 5 Jahre. Am Ende der Laufzeit von 5 Jahren muss nach wie vor ein Betrag von € 100.. Bis zur Laufzeit einer ganzen Zinsperiode (hier: 1 Jahr) kann die lineare Verzinsung verwendet werden..vom Kreditnehmer zurückgezahlt werden..m. B. Der Grund hierfür liegt wiederum in der „Zinseszinsberechnung“: Bei monatlicher Verzinsung (ausgehend von nachschüssiger Verzinsung) werden jedes Monatsende die Zinsen zum Anfangskapital hinzugezählt (man spricht von „Kapitalisierung“) und später vom „Anfangskapital inkl.

ein Betrag von € 1. dem Kapital am ENDE der Zinsperiode ZUGERECHNET werden.63.02 vor.. b.63 Die Zinsen für 315 Tage betragen demnach € 30.69.. Da für volle Zinsperioden exponentiell verzinst wird.n t Um nachschüssige bzw.-.000.4. Für das erste Anlagejahr berechnen wir die Zinstage. Kn = K0 * (1 + i * n) Kn = € 1. wenn die Zinsen wiederum vom entlehnten Kapital berechnet werden ABER.5 %.. Der Februar hat 15 zinsrelevante Tage und zehn Monate à 30 Tage werden für den Rest des Jahres addiert: Lösung: a.030625 Kn = € 1. dekursive Verzinsung handelt es sich..035)5 Kn = 1. im Unterschied zur antitzipativen Verzinsung.187.00 * 1.000.035 * 315/360) Kn = € 1.. wie viel am Ende der Laufzeit von fünf Jahren.00 * (1 + 0.63 ins nächste Jahr. wie viel diese Anlage zu Ende des Jahres wert ist und in weiterer Folge b.00 * 1.. Der Zinssatz bei 5jähriger Bindung des Kapitals sei 3.030. liegen nach 5 Jahren auf dem Sparbuch Kn = K0 * (1 + i)n Kn = 1..00 liege am 15.030. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 111 Februar 2012 . Wir rechnen mit 30 Tagen/Monat und 360 Tagen/Jahr.187686 Kn = € 1. Nachschüssige Verzinsung 0 1 2 3 4 5 .. Es interessiert heute.00 * (1 + 0. Die Formel dazu lautet: Kn = K0 * (1 + i * n) für die lineare Verzinsung und Kn = K0 * (1 + i )n für die exponentielle Beispiel: Die mit Sicherheit bekannteste und in der Praxis am weitesten verbreitete Form von einfacher... Von diesem durch die Zinsen vermehrte Sparbetrag werden wiederum Zinsen berechnet. dekursiver Verzinsung ist das Sparbuch.7..2. daher der Name Zinseszinsen..000. Das Sparbuch startet nun mit einem Kapital von € 1... a.000.000.. Angenommen.

was bedeutet.11 % D. vorschüssige bzw. dekursive. Welcher Zinssatz ist jetzt für Sie als Kreditnehmer vorteilhafter.10 i= 0.10 0.10 1 – 0. dass wir als Kreditnehmer mehr Zinsen dafür bezahlen müssen. Äquivalente Zinssätze Wir haben zwei Arten von Verzinsung kennengelernt.00.11 % an dekursiven Zinsen sparen.4.h. Dementsprechend werden wir uns für die Variante 2 (dekursive Verzinsung) entscheiden und 1.11 %.000.und ermitteln wiederum die Zinsen aus der Differenz der beiden Beträge. Dieses richtige aber umständliche Verfahren können wir anhand der äquivalenten Zinssätze eleganter lösen. wenn Sie aus dem gleichen Anfangskapital über denselben Zeitraum verzinst die gleichen Endkapitalien liefern. ein antizipativer Zinssatz von 10 % entspricht einem dekursiven von 11. Durch Gleichsetzung der vorschüssigen und der nachschüssigen Zinsberechnungsformel gelangt man zu: d i Umwandlung eines nachschüssigen Zinssatzes i in einen vorschüssigen d 1 i i d Umwandlung eines vorschüssigen Zinssatzes d in einen nachschüssigen i 1 d Beispiel: Wir haben bei dem Kreditangebot von € 100.. nämlich die Berechnung des Endkapitals bei einem Auszahlungsbetrag von € 100. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 112 Februar 2012 . Gleiches machen wir im Fall der Variante 2.000.00 neben der Variante 1 mit einem vorschüssigen Zinssatz von d = 10 % auch eine Variante 2 mit einem nachschüssigen Zinssatz von i = 10 % zur Auswahl. antizipative und nachschüssige bzw.90 i = 11.8. Welcher Zinssatz scheint vorteilhafter? Äquivalent sind Zinssätze dann. weil günstiger? Wir könnten im Fall der Variante 1 unseren Auszahlungsbetrag berechnen und aus der Differenz mit dem Kreditbetrag die Zinsen kalkulieren. Wir formen für die Variante 1 den antizipativen Zinssatz d in einen dekursiven i um und vergleichen das Ergebnis mit dem dekursiven Zinssatz der Variante 2: i= 0.

a.00 y = (1 + n * i) y = (1 + i)^n y = exp(is * n) y = exp(i * n) 2.00 0.95 3.40 2.00 Kapital am Ende der Laufzeit 5.80 = (1 + i)^n = exp(is * n) = exp(i * n) 1.00 3.95 4.40 1.19 2.19 2.49 1.82 2.23 2.48 1. Allgemein lautet für eine oder m Zinsperioden im Jahr die Äquivalenzgleichung: 1  i  (1  i) m  1 1  m 1 d (1  d m ) Wird ein Kapital zu i =4% oder f4 =4% oder j2=4% gleich lang aufgezinst. zu 2 Zinsperioden (i2=j2/2 =2% pro Halbjahr).20 2.Zum Abschluss wird ein Vergleich der verschiedenen Verzinsungsmethoden anhand einer Wertetabelle und einer Grafik dargestellt: Jahresnennzins i = 4% Diskret Y Stetige y Stetige Y äquiv. j2=4% bedeutet: der Jahresnennzins beträgt 4% p.67 2.00 0 5 10 15 20 25 Laufzeit in Jahren 30 35 40 45 50 ln(1+i) = is Man erkennt.84 6.80 1.95 5.80 1. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 113 Februar 2012 .00 4. stetiger is = 0.22 1.04 1.04 1.00 1.32 3.00 1. so erhalten wir jedes Mal einen anderen Endwert.04 1.84 5.00 1.22 1.60 2.06 4.80 4.00 2.67 2.24 3.04 1. Jahresnennzinse und Jahresnenndiskonte.00 1.00 6.80 4.72 3.24 3.00 1.20 1.a.80 2.22 1. die dagegen den gleichen Endwert liefern.05 Vergleich der Verzinsungsmethoden 7. zu 4 Perioden (d4=f4/4 =1% pro Quartal).03922071 Linear n y (Jahre) 0 1 5 10 15 20 25 30 35 40 45 = (1 + n * i) 1. dass die diskrete und stetige Verzinsung die lineare nach einigen Zinsperioden weit hinter sich lassen. nennt man äquivalent.48 1.60 1. f4 =4% bedeutet: der Jahresnenndiskont beträgt 4 % p.

-.ist n =5 Jahre aufzuzinsen bei a) i=4%.0120 =2. Werden dagegen bar nur € 8. berechnen wir zunächst mit Hilfe der Äquivalenzgleichung den konformen Jahreszins i.91 Wählt man hingegen das Ende des dritten Jahres als Bezugspunkt.040 60401 ·0.000· 1.a. so sind in 5 Monaten € 8. sondern nur ihre auf ein und denselben Zeitpunkt auf.022 + X X =10.400. damit sein Angebot dem des A gleichwertig wird? j2 = 4% p. 3) Der Betrag K0=2.97 b) K5 =K0. d zueinander äquivalent sind. an dem es gezahlt wird.000· 1.75 = 0.022 + 20.000.04060401 i’ = 0.26 b) j4 = 4%.sofort und € 20.788.400. d) f4 =4%.1.38 4) Eine Maschine kostet bei sofortiger Barzahlung. nennt man die relativen Zins. Wie viel hat er nach einem Jahr noch zu zahlen. Welcher Diskontsatz d wurde verrechnet? Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 114 Februar 2012 .400· 1.400· 1. b) j4=4%. d.943. r5 =2.000· 1.928.400 .04 ..934.02-4 = 28.02-4 = 40. der für die Berechnung am zweckmäßigsten erscheint.1 = 0..024 Wird diese Gleichung durch 1. r20 =2.000. B bietet sofort € 40.041666675 =2. so kommt man zu dem Ansatz: 50.026 + 20.000 . Da der Wert eines Kapitals von dem Zeitpunkt abhängt. c) d=4%. 0. b) j4 =4% und unter Berücksichtigung der KEST (k=25%) zu berechnen: a) i =4%.035 =2.46 c) K5 =K0..75 =0.(1 – k) = 0. 1 + i = (1. Man wird jenen erwählen.i4)4. sie liefern denselben Kapitalwert. 1.030453 = 2. r420 =2. i’ = i.045 =2. fm.Wenn die nominellen Zins. 1. kann man die Kapitalien nicht selbst.500.400 sei über n =5 Jahre aufzuzinsen bei a) i =4%.010 101 01020 =2.oder abgezinsten Werte vergleichen!!! Wir wählen als Bezugspunkt das Ende des ersten Jahres und setzen an: 50.000. Da die Kapitalertragssteuer vom jährlichen Zinsertrag zu zahlen ist. i4 = 1%.024 dividiert.000· 1.. dass die Wahl des Bezugspunktes beliebig erfolgen kann. € 16.und Diskontsätze in i.400· 1.000.000 .0304530075 K5 = 2.000 = 40. 1.in 3 Jahren. r5 =2. fm.000· 1.und Diskontsätze i.880.44 d) K5 =K0.03 Kn =2.32 2) Für eine Realität bietet A € 50.014 . Wert i= r= d= i i 1+i i / (1+i) ausgedrückt durch r d r-1 d / (1-d) r 1 / (1-d) (r+1) / r d oder d. jm.782. i = 1.022 + 20.026 + X .. d zueinander konform.000.r i/d i/r Beispiele: 1) Ein Kapital K0=2.400·1. jm.zu bezahlen. so erhält man wieder den ersten Ansatz und erkennt. a) K5 =K0.h. 1.919.erlegt.-.

Wird eine Kapitalertragssteuer von k% berücksichtigt.5% vom 1.84 ~ 129 Das war der 9.000. bei dem die aktuelle Tagesanzahl ermittelt wird.46% d = 1 – (1 – d12)12 = 13.5 / In 1. (1 + i.000)1/5 =0.000 = 8. 1. T/365) bei kalendermäßiger Verrechnung.500.000· 1. 5. 1995 bis zum 18.000. b) j4 = 4% und gemischter Verzinsung? 1.362.091. (1 + 0.026253. 138 / 365) =1.Wir wenden monatliche Diskontierung an: 16.026 25 Kn =1.000 + 8. a) ohne KEST. 1998 aufzuzinsen (Tageszählkonvention act/365). T / 360) ergibt sich T= 128.000· 1. kaufmännischer Diskont verrechnet. Verzinsungsperioden) Zinseszinsen und für den Bruchteil einer Zinsperiode (typischerweise 1 Jahr) einfache Zinsen bzw.54% 4. Mai 1993 4. 1.ist mit i = 3.500 = 1. 138 / 365) = 1.56 2.000 .123.10 Tageszählkonventionen: Für bestimmte Verzinsungsarten ist es für die konkrete Rechnung wichtig. bei dem jedes Monat 30 Tage und das Jahr 360 (siehe voriges Beispiel) hat.500 / 8.75 = 0. Der realistischste Fall ist act/act. Ein Kapital von € 1. act/360. wenn sie von 30/360 abweicht. Wir erhalten 23 Jahre und aus 2.39 b) i’ = 0. act/365.000· 1. f12 =14.012 051 714.. act/act. wie viele Tage ein Monat und wie viele Tage ein Jahr hat. 0. (1 + 0.9 Gemischte Verzinsung Bei der gemischten Verzinsung werden für ganze Jahre (bzw.0423 .02625 .500 n = In 2.angewachsen bei a) i = 4%. Wann ist es auf € 2.035 .wurde am 1. Der einfachste Fall ist 30/360.035 . so ist i durch i’ =i .k) zu ersetzen. Kn = K0 (1+ i)n.500· (1 – d12)5 d12 =1 – (8.0353· (1 + 0.. Je nach Finanzprodukt kann die Tageszählweise unterschiedlich sein. Ein Kapital von € 1. 1.04 . Ein Kapital K0 sei n Jahre und T Tage aufzuzinsen. Die häufigsten Tageszählkonventionen sind: 30/360.04n = 2. Aufnahmeskriptum Bachelor Seite 115 Februar 2012 . Beispiel: 1. a) Kn = 1. (1 . b) mit k = 25%. 1970 angelegt. Beim Aufnahmetest wird die Tageszählkonvention angegeben sein.04 = 23.

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