2 117 3.1 104 3.und berufsbedingter Risiken 7 9 11 23 2.Inhalt Abbildungen Vorwort 1.1 70 2.2 50 2.3.3.oder Hilfsarbeiter mit Führerschein? Anzeichen für eine prekäre Verberuflichung Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Logistische Rationalisierung im Straßengütertransport "Alles fließt": Transport. 101 3. Bewältigung und Billigung: Überlegungen zur sozialen Genese arbeitsbedingter Belastungen und Beanspruchungen Über den sozialen Sinn riskanter Arbeitsleistungen.3 67 2.2 76 3. Umschlag und Lagerhaltung unter logistischem Rationalisierungsdruck "Taylorisierung" oder "Industrialisierung" der Transportarbeit? Die Grenzen einer Konvergenz zwischen produzierender und transportierender Arbeit Die Arbeitswissenschaft und das Reich der Sinne. Heldenmythos. männliche Arbeitskultur und die Soziologie Arbeits.und Berufsrisiken von Fernfahrern im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Selbsteinschätzung Das Risikoprofil eines mobilen Arbeitsplatzes: Vorschläge für eine Typologisierung unscharfer Risikokonturen "Berufskraftfahrer": Fach.1 35 2. 2.3 146 5 . Vorschläge für einen Perspektivenwechsel in der Belastungsforschung Theoretische Defizite und methodologische Probleme des ergonomischen Belastungs-Beanspruchungs-Konzeptes Bewertung. Vorschläge für ein Verständnis subkultureller Formen der Reproduktion arbeits.

4.und Industriesoziologie Die Selbsteinschränkung von Handlungschancen als "Neigung zum Wahrscheinlichen". Zuckerbrot und Selbstverpflichtung.2 263 5. 231 5.1 177 4. Grenzen gängiger Motivationskonzepte in der Arbeits.1 233 5. Transportarbeit als ein obskures Objekt der Begierde? Vorschläge für ein Konzept der soziokulturellen "Motivation" riskanter Arbeitsleistungen Zwischen Peitsche.2 204 5.3 283 329 Literatur 6 . Der Beitrag des Habitus-Feld-Konzeptes zum Verständnis von Arbeitsmotivationen Männliche Berufstätigkeit als Passion? Berufliche Subkulturen von Fernfahrern zwischen Mythos und Realität Spielen mit dem Ernst des Lebens: Arbeitsspiele von Fernfahrern an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit Fernfahrermythen als Bezugspunkt sozialer Gruppierung? Möglichkeiten und Grenzen kollektiver Risikobewältigung Vom "Kapitän der Landstraße" zum "Highway Helden"? Fernfahrermythen im Fokus kultursoziologischer Risikoforschung 171 4.

9: Abb. 15: Abb. 14: Abb. 20: Wöchentliche Arbeitszeit von Fernfahrern Relevante Belastungskomponenten bei Lkw-Fahrern im Güterfernverkehr Zeitungsanzeigen für die Umschulung zu und Anstellung von Berufskraftfahrern Der maskuline Traum von Kraft. 10: Abb. 19: Abb. 13: Abb. 3: Abb. 1: Abb. 4: Abb. 18: Abb.eine Re-Interpretation von Giddens Synopse über die Bedeutung des Kulturellen bei der Reproduktion der Gesellschaft "Motive" der Berufswahl bei Fernfahrern Die Fernfahrerei als eine lustvolle und befriedigende Arbeitstätigkeit Zur "Transformation" von Bedürfnissen Der Habitus als "System von Erzeugungsschemata" Vergleich einiger Elemente der Vorstellungen über "Spiel" und "Arbeit" bei Huizinga. 7: Abb.Abbildungen Abb. 2: Abb. Caillois und Marx Fernfahrer als Cowboys von heute? Mythische Analogien I 25 43 58 68 69 90 91 93 94 122 123 133 154 159 172 173 198 215 242 247 7 . Schnelligkeit und sexueller Potenz Der "Brummi" des Bundesverbandes des Deutschen Güterfernverkehrs "Ein Truck für den Fahrer": Scania R 143 mit computergestützter Schalttechnik Der Zusammenhang zwischen der Rationalisierung und dem Nutzungszeitraum von Nutzfahrzeugen "Integriertes Fahrerinformationssystem" als Zukunft der LKW-Cockpit-Technik? Aufbauschema des "Integrierten Fahrerinformationssystems" (IFIS) von Mannesmann-Kienzle Die "Ringstruktur" der Tätigkeit nach Leontjew (1979) Die "Ringstruktur" einer sozialen Interaktion (im Anschluß an Leontjew 1979 und Mead 1973) Die Hauptthesen von Hackers "Konzept der Auseinandersetzung mit Aufgaben" Strukturmodalitäten sozialer Reproduktion . 12: Abb. 11: Abb. 8: Abb. 6: Abb. 16: Abb. 5: Abb. 17: Abb.

und Mobilitätsmythos "Convoy" . 38: Abb. 32: Abb. 33: Abb. 24: Abb. 26: Abb. 34: Abb.alles was Männer anmacht? Fernfahrer . 21: Abb. 22: Abb. Berufs.und Festkultur der Fernfahrer (im Anschluß an eine Spieltypologie von Caillois 1960) "Auf Achse" .der Scania R 143 mit 450 PS Eine LKW-Fahrerin muß "ihren Mann stehen" Starke Laster .Mythische Analogien III .ein Ort für Fernfahrerspiele Ausgewählte Accessoires maskuliner Arbeitsspiele Ein "potentes Triebwerk" für den "King of the Road" . 30: Abb. 27: Abb. Lastkraftwagen als "zweites Ich"? Die Verdinglichung eines Arbeitsmittels "Truck-Treff" .Die Visualisierung des Trucker-Kults "Die schönsten Laster" . 23: Abb. 28: Abb. 39: Abb. 37: Abb.Traum und Wirklichkeit im Roman Truckerthemen und -mythen in der deutschen Fernfahrermusik Analytisches Schema zur Entstehung sozialer Gruppen "Go West. 40: Trucks und ihre Reiter .nur für starke Männer? "Aus Liebe zum Fahren"? Frauen in einem von Männern dominierten Beruf Ein Vorschlag für die Einteilung beliebter Spiele der Arbeits-.Mythische Analogien II Der Trucker als Asphalt Cowboy . 25: Abb.Abb. 31: Abb. Frachten und Moneten "Fernfahrer" . . 29: Abb. Von einem der auszog die Freiheit zu finden" Ökonomische Anspielungen auf den Freiheits.unterwegs nach morgen? 248 249 250 251 253 255 256 257 258 260 261 262 273 282 299 300 303 304 312 327 8 . 35: Abb.Fernfahrer im Film "Convoy" . 36: Abb.ein spannendes Gesellschaftsspiel um Brummis.

Besonderen Dank schulde ich Dirk Hesse vom Lehrstuhl Technik und 9 . indem sie ansatzweise Antworten liefern. Gegen die spontanen Sympathieäußerungen. was man getan hat. genügte es zunächst. der offenkundigen Enttäuschung vieler zu begegnen. wenn ich die Antwort auf die Frage nach den Weil-Motiven dieser ungewöhnlichen Themenwahl nur mit spärlichen biographischen Hinweisen auf die Berufstätigkeit meines Vaters (der Lastwagenfahrer war. etwas über Fernfahrer schreiben zu wollen ohne selbst jahrelang als LKW-Fahrer tätig gewesen zu sein oder doch zumindest einige Repräsentanten dieser eigentümlichen Subkultur in einer Befragung unmittelbar zu Wort kommen zu lassen.) Etwas tun. und die es ermöglichen. Um diese zu befriedigen. die wieder neue. Ebenso schwer war es. was man tut. bereits verfügbares empirisches Material zu (re)interpretieren. was man sucht. daß die hier präsentierten vorläufigen Antworten ebenso wie die neu aufgeworfenen Fragen später einmal der empirischen Prüfung in einer Primärerhebung standhalten werden. war es nicht leicht. die ohne die Um. mit dem man sich der Arbeitsund Lebenswelt von Fernfahrern offenbar zu nähern hat. wofür ich mich an dieser Stelle bedanken möchte..damit eröffnet man sich die Chance. was man vorher nicht wußte" (Bourdieu 1988. 40 und 39). Das Dissertationsvorhaben ist im Rahmen der Graduiertenförderung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell (und mit Geduld) unterstützt worden. die mir bei der Nennung meines Vorhabens immer wieder entgegengebracht wurden.Vorwort "Die Logik der Forschung: das ist eine Verkettung größerer und kleinerer Schwierigkeiten. ohne genau zu wissen. in dem.. immer besser zu wissen.und Nachsicht von Rainer Bohn (edition sigma) in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Dem IuKInstitut für sozialwissenschaftliche Technikforschung in Dortmund habe ich für die finanzielle Unterstützung der Drucklegung zu danken. der während seines späteren Soziologiestudiums den Führerschein Klasse II gemacht hat. die einen in jedem Augenblick zum Nachdenken darüber zwingen. war mein Vorhaben in erster Linie von theoretischen Interessen getragen. S. (. in der Hoffnung. aber "nur" im Nahverkehr und noch nicht mal im gewerblichen) garnieren und auf die verblichenen beruflichen Träume eines kleinen Jungen zurückführen konnte. Die vorliegende Studie hat der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster vorgelegen und ist dort als Dissertation angenommen worden. etwas zu entdecken. Gegen jede Intuition und gegen einen schon fast fraglosen Empirismus. grundlegendere und klarere Fragen nach sich ziehen. was man tut .

Wissenschaftliche Publikationen sind meist von einer bezeichnenden Ästhetik durchdrungen. Meiner Familie Beate. Münster. Thomas Malsch und allen Kolleg(inn)en am Lehrstuhl Technik und Gesellschaft an der Universität Dortmund ist für die kreative Atmosphäre und für die Spielräume zu danken. Auch wenn die hierbei erforderlichen Danksagungsrituale oft etwas fade oder zu gequält originell wirken. ohne die mein Vorhaben praktisch folgenlos geblieben wäre. In diesem Sinne habe ich zunächst meinem Lehrer und Betreuer Hans-Jürgen Krysmanski dafür zu danken. wo es darum geht. Allein im Vorwort ist die erste Person gefragt. bei allem Querdenken den Bezug zum Mainstream nicht aus den Augen zu verlieren. ohne die eine Fertigstellung meiner Dissertation nicht möglich gewesen wäre. mit der . im Februar 1994 Michael Florian 10 . mein in Münster begonnenes Vorhaben zu Ende führen zu können.zumindest im Haupttext . Marcel und Marissa Martin möchte ich an dieser Stelle ganz besonders dafür danken. daß er mir Mut gemacht hat. ihre Vernachlässigung zähneknirschend ertragen und mir die nötigen Freiräume zugebilligt haben. und Heinz Hartmann dafür. vor allem dort. möchte ich den Dank für ein "Ge-Denken" an jene nutzen. neue Wege in der Soziologie zu suchen und zu beschreiten. daß sie einen großen Teil meiner Lasten meist geduldig mitgetragen haben.alle subjektiven Bezüge getilgt und die eigene Person so weit es geht sprachlich ausgeblendet wird.Gesellschaft. der die publikationsreife Einbindung der Grafiken mit hohem professionellen Engagement realisiert hat. die eigene Leistung in aller Bescheidenheit dem Wirken anderer und die unvermeidbaren Fehler sich selbst zuzuschreiben.

Highway Helden . weitgehend vermeiden. Highway Helden . ohne die weibliche Geschlechtsform dabei prinzipiell ausschließen zu wollen. 11 . die dem Beruf des Fernfahrers1 üblicherweise zugeschrieben werden und diese "Männerarbeit" nach gängigen Klischees als für weibliche Arbeitskräfte ungeeignet erscheinen lassen. besonders Abb. Den Diesel wieder aufgetankt und hinterm Haus geparkt. den diese Sprachregelung bewirkt. männliche Arbeitskultur und die Soziologie "Den ganzen Tag. Die Meilen ziehen sich endlos hin und niemals sind sie da.1. die durch das Anhängen der Nachsilben "in" oder "innen" an die männliche Sprachform entstehen. die ganze Nacht fahren sie durch USA. Highway Helden grüßen Dich aus nah und fern" (Tom Astor: "Highway Helden". weicher Kern. Ihr Ziel. das liegt am Horizont und immer geradeaus.1. Die nächste Stadt am Horizont. 'ne Fuhre muß noch raus. 'Ne heiße Suppe. Heldenmythos. so halte ich den Schaden. wenn man eine soziologische Studie über Berufskraftfahrer(innen) im Straßengüterfernverkehr unternimmt. Der geringe Frauenanteil scheint dabei zweitens mit außergewöhnlich hohen arbeits(zeit)bedingten Belastungen und Beanspruchungen zusammenzuhängen. Vier Phänomene lassen sich eigentlich kaum übersehen. Compact Disk "Guten Morgen Deutschland".sind auf dem Bock zu Haus. angesichts der sehr geringen Anzahl betroffener weiblicher Fernfahrerinnen für zumutbar.ohne sie kommt keiner aus. Der Gebrauch der männlichen Sprachform bringt damit eine Dominanz maskuliner Kulturformen zum Ausdruck. die hört niemals auf. Was die Berufskraftfahrerinnen im Straßengüterfernverkehr betrifft. die in diesem Beruf tätig sind. Die höchst aufschlußreiche soziokulturelle "Assimilation" der Fahrerinnen an die von Männern dominierte Arbeitskultur kann hier nicht weiter verfolgt werden (vgl.rauhe Schale. Hamburg 1991). wobei das Belastungsniveau der Fahrer etwa 1 Aus sprachästhetischen Gründen möchte ich die Verwendung von Zwitterbegriffen. Erstens sticht der ungewöhnlich hohe Anteil an männlichen Arbeitskräften ins Auge. viel Kaffee 'ne schnelle Marlboro und dann mit Lola aus der Küche rasch noch mal ins Stroh. Von arbeitswissenschaftlicher Seite wird die Tätigkeit der hauptberuflichen Fahrer im gewerblichen Güterverkehr und im Werkverkehr anerkanntermaßen als eine sehr stark belastende Arbeit eingestuft. beim Truckstop rausgefahren. Die Arbeit. Highway Helden . 29-30). Kapitel 5.

ihre Transporttätigkeit und ihren Beruf als etwas Exklusives und Vornehmes gegenüber der gewöhnlichen Arbeit unter industriellen. 83). Baum et al. Schäfer und Steininger 1989. Solche symbolischen Akte der Klassenfraktionierung hat die Industriesoziologie in der Vergangenheit meist nur ungern hingenommen. fabrikmäßig organisierten Bedingungen hervorzuheben.und berufsbedingten Risiken offenbar als selbstverständlich hinzunehmen. Angesichts der ausgeprägten Macho-Kultur unter den LKW-Fahrern und der Härte.beispielsweise im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen . die gemeinsame Interessen von lohnabhängigen und selbständigen Fahrern berührt haben und die man als Außenstehender vielleicht als eher nebensächlich werten würde: Erhöhung der Preise für Dieselkraftstoff und Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (in den USA 1973). überrascht die Benennung der Fernfahreraktionen mit dem Etikett "Rambo" nicht weiter. ihre vergleichsweise hohen arbeits. Drittens fällt die große Bereitschaft der Fahrer auf. 1989. mit der diese Auseinandersetzung ausgetragen worden ist.auf gleicher Ebene mit Berufsgruppen wie dem Bauhilfsarbeiter oder Metallverformer lokalisiert wird (vgl.eher als sekundär. 236 im Anschluß an eine Erhebung von Plänitz 1983. 12 . um sie zu schützen und die Grenze gegenüber schädigenden und unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu markieren. Die härtesten Auseinandersetzungen und spektakulärsten Konflikte entzündeten sich in der Vergangenheit vorrangig an Problemen. die eigentlich erlassen wurden. die ihnen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen als Trostpflaster für die unnachgiebige Haltung der Regierung bei der Einführung des Punkteführerscheins bringt.2 Noch rätselhafter aber muß einem viertens die unter den Fernfahrern weitverbreitete Marotte erscheinen. sondern es wird im Gegenteil versucht. Was die tatsächlichen Arbeitszeiten von Fernfahrern betrifft. als würden sich die Fahrer häufig sogar als Komplizen bei der Übertretung von Sozialvorschriften betätigen. S. 53). soweit dadurch der 2 Bezeichnenderweise wurde mit den französischen Lastkraftwagenfahrern eine Kompromißlösung ausgehandelt. lange Wartezeiten bei der Zollabfertigung im grenzüberschreitenden Verkehr (Blockade-Aktionen am Brenner 1984) oder die Einführung einer "Verkehrssünderkartei" (Blockade-Aktionen in Frankreich im Juli 1992). S. Im gewerblichen Straßengüterverkehr erscheinen die Konflikte entlang der klassischen Konfrontationslinie zwischen "Kapital" und "Arbeit" . daß mehr als drei Viertel der Fahrer die höchstzulässige Arbeitszeit von 147 Stunden pro Doppelwoche überschreiten und fast die Hälfte aller Fahrer zwischen 85 und 125 Wochenstunden mit Erwerbsarbeit verbringen (vgl. S. Die Härte ihrer anstrengenden Arbeitsleistungen und ihre beruflichen Risiken werden von vielen Fahrern nicht etwa als eine Schwäche ihres relativ niedrigen beruflichen Status' interpretiert. so ist davon auszugehen. Es sieht so aus. aus der Not ihrer enormen Arbeits(zeit)belastungen sogar noch eine Tugend zu machen.

S. Mit dem vorliegenden Buch soll ein bescheidener Beitrag in diese Richtung unternommen werden. Heldentum und Arbeitsalltag erscheinen uns als ein Widerspruch in sich. friedfertigen weiblichen Produktivität (vgl. vgl. S. Ouellet 1987). Jg. auch wenn das Weiheverhältnis des deutschen Faschismus zur "Ehre" der physischen Arbeit (auf eine ähnlich mythologisierende Weise wie die sozialistische Symbolfigur des "Helden der Arbeit") durchaus kämpferische Assoziationen wecken und die körperliche Arbeit zur noblesse d'industrielle erheben wollte. die sich nur mit großer Mühe dem Einheitsmuster des industriellen Normalarbeitsverhältnisses unterordnen lassen (vgl. 124. 13. 47) konterkariert werden. ohne einen systematischen Beitrag zum Verständnis (sub)kultureller Formen der sozialen Reproduktion arbeits. z. S. Plänitz 1983. nicht jedermann zugängliche Kräfte und Eigenschaften verfügt. Duden "Etymologie" 1989.). die seine magische.2). S. Unter einem "Helden" wird üblicherweise ein freier. Haar et al. unbändiger Leistungswillen und bedenkenloser Einsatz des Körpers selbst auf Kosten des eigenen Lebens: Der Held verkörpert die geschätzten Tugenden männlicher Arbeitsproduktivität. Fuhrmann 1989) oder eher beiläufig als eine bloße Ideologie. Unempfindlichkeit gegenüber Müdigkeit und Schmerzen. Zaghafte Ansätze zu einer Untersuchung dieses prekären Zusammenhangs sind auf halbem Wege stehengeblieben (z. Die einzigartigen Merkmale des Helden wollen nicht so recht in das gewohnte Image passen. auch "Charisma" bei Max Weber 1980..vermittelt durch die morali13 .und berufsbedingter Risiken von Fernfahrern zu leisten.) hat den Kontrast zwischen "Heldentat" und "Plackerei" als ein subtiles Merkmal sozialer Ungleichheiten eingeführt. 1981. meist kriegerisch tätiger Mann verstanden. die durch faschistische (aber auch durch sozialistische) Mythenbildung weiter stilisiert worden sind und heute durch die feministische Konstruktion einer alternativen. Die voreilige Disqualifizierung der zweifelhaften Konturen des Selbstbildes vieler Fernfahrer als ein "falsches" Bewußtsein oder trügerisches Selbstkonzept hat die Forschung allerdings bislang davon abgehalten. Heft Nr.B. 1983. Selbsttäuschung oder Ersatzbefriedigung "entlarvt" worden (vgl. vgl. S. Der Vergleich zwischen dem physischen Spiel kriegerischer Kräfte und der körperlichen Mühsal industrieller Arbeit wirkt paradox.abstrakte einheitliche "Charakter" kapitalistischer Lohnarbeit in Frage gestellt worden ist. Plänitz 1983. 27f. Die Konzepte einer "Taylorisierung" und "Industrialisierung" gesellschaftlicher Arbeit ließen in ihrem Universalitätsanspruch nur wenig Raum für die Besonderheiten abweichender Arbeitsformen. ernsthaft einem möglichen Zusammenhang zwischen den arbeitsbedingten Risiken und den mit der maskulinen Arbeitskultur verbundenen Emotionen und Exklusivitätsvorstellungen nachzugehen. S. 66ff.. Bereits Thorstein Veblen (zuerst 1899. das wir uns mit Unterstützung industriesoziologischer Weltbilder vom arbeitenden Menschen machen. Übernatürliche Kraft. 1982. 241ff.B. 52 und 56). So ist das auf den ersten Blick höchst obskure Selbstbild der Fernfahrer entweder vernachlässigt (z.3.B. S. 245f. 278. Kapitel 2. 253. das . der über außeralltägliche. Ästhetik und Kommunikation. persönliche Qualität begründen (vgl. Groth 1982. Groth 1982. körperliche Ausdauer.

bietet die berufliche Tätigkeit der Fernfahrer eine wahre Fundgrube an Bildern und Vorstellungen. Das nackte Lohnarbeitsverhältnis verhüllend. Kapitel 5. ohne jemals anzukommen. haben sie den weiten Horizont vor Augen. von transzendentalen und empirischen Bezügen dazu geeignet scheint.3). Wie das vorangestellte Zitat aus einem Song von Tom Astor . bewohnen den Lastkraftwagen als Heim und nutzen Kaffee. wobei der Mythos in seiner eigentümlichen Verschmelzung von Dichtung und Wahrheit. Die zentrale Metapher der Trucker-Mythologie.B.durch die mythische Metaphorik verdunkelt (obskur) wird. daß die selbständigen. die sie von den Rahmenbedingungen des industriellen Normalarbeitsverhältnisses zu 14 . auch der inneren Natur.die Herausbildung von Klassen und Klassenunterschieden ebenso wie die Differenz zwischen den Geschlechtern markiert. die den Kern dieser Analogiebildung darstellt. Als freie und einsame. selbstfahrenden Transportunternehmer ("owner operators") ebenso wie die angestellten. bedeutsame Widersprüche und Paradoxien erklärend zu vermitteln (vgl. 32 sowie Levi-Strauss 1968.der "Stimme der Trucker" (laut EMI Electrola 1987) . Der Gebrauch von Analogien wird zuweilen als ein Kennzeichen mythischer Denkweisen gewertet (z. mit dem die Verkaufs.und Nutzungsbedingungen der Ware Arbeitskraft gesellschaftlich konstruiert und reproduziert werden. 249). erfährt die an sich profane Transportarbeit der Fahrer eine symbolische Aufwertung. behauptet. in dem der alte nordamerikanische Traum von Freiheit und Abenteuer in der schier unendlichen Weite des Wilden Westens auch heute noch gepflegt wird (vgl. Ihre profane Transportarbeit gewinnt dabei den Charakter einer heldenhaften Auseinandersetzung mit der äußeren und. S.ihr kompromittierender Lohnarbeitscharakter in Form des unrühmlichen ökonomischen Tausches von Lohn gegen Arbeitskraft oder Frachttarif gegen Transportleistungen . in denen die unehrenhafte Seite der beruflichen Tätigkeit der Fernfahrer . Der Gegensatz zwischen Transportarbeit und fabrikmäßig organisierter Industriearbeit bildet dabei die Kehrseite jener Analogien. S.). Zigaretten und Frauen gleichermaßen als Aufputschmittel und als unverkennbare Accessoires ihrer außergewöhnlichen Männlichkeit. S. Die Analogie zwischen Heldentat und männlicher Arbeitstätigkeit verweist somit auf eine mögliche kulturelle Dimension in der sozialen Reproduktion menschlicher Arbeitsleistung und -belastung. die dem US-amerikanischen Trucker-Mythos aufleben lassen. die eine harte Arbeit leisten. sind immer unterwegs. zitiert nach Giddens 1988.andeutet.sche Symbolik maskuliner Würde und Ehre . 249f. Mit der Mythisierung der Arbeit zu einer maskulinen Herausforderung wird zugleich auch der zutiefst ökonomische Charakter der Tauschbeziehungen verdrängt. bei Weber 1980. lohnabhängigen Fahrer im Güterfernverkehr als "Highway Helden" die letzten Cowboys unserer Tage repräsentieren. unabhängige und rauhe Männer. was die Bewältigung ihrer Belastungen und Beanspruchungen betrifft. Durkheim 1981.

Nur wer sich leidenschaftslos seiner nüchternen Theorie. daß die Transportunternehmer und die für die Tourenplanung verantwortlichen Disponenten bei Nachweis allzu eng gesteckter Zeitvorgaben stärker mit in die Verantwortung genommen werden. der von den Unternehmern und dem betrieblichen Management zu tragen ist. zugleich aber auch destruktive Kraft des "männlichen Arbeitsvermögens"3 in der maskulinen Arbeitskultur der Fahrer zu suchen. Die nicht nur von Selbständigen bekannte. 220). moralische "Gesamthaltung" eines Menschen bezeichnet "als Grundlage subjektiver Motive und innerer Maßstäbe" (Duden "Fremdwörterbuch" 1974. den aktiven Beitrag der durch Arbeitsanforderungen belasteten "Opfer" aufzudecken und die Komplizenschaft der Betroffenen bei der sozialen Reproduktion riskanter Arbeitsbedingungen nachzuweisen. In den letzten Jahren zeichnet sich in Gerichtsurteilen zu spektakulären LKW. Selbstbelastung und Eigenbeanspruchung bis hin zu Formen einer regelrechten Arbeitssucht ("workaholic") sind mit den sterilen Kausalitätsmodellen behavioristischer Belastungs-BeanspruchungsKonzepte nicht angemessen zu begreifen. S. Mit "Ethos" wird die sittliche bzw. Mit ihren Vorstellungen unmittelbarer Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind die herkömmlichen. In der Verschmelzung von körperlicher Kraft und Männlichkeit ist die eigentliche produktive.und berufsbedingter Risikopotentiale für eine entscheidende Schlüsselgröße. halte ich den Eigenanteil der Fernfahrer an der Genese arbeits. die das gesundheitliche Wohlbefinden riskieren und bei Fahrten unter Müdigkeit sogar mit dem Einsatz des Lebens spielen. Die Aspekte einer Selbstgefährdung und Eigenbeanspruchung der Fahrer sind aber von der zu einem Verelendungsdiskurs neigenden Belastungs-Beanspruchungs-Forschung bislang sträflich vernachlässigt worden (vgl. Ostner 1978) sind die Vorstellungen und Diskurse über sein männliches Pendant bislang weitgehend unterentwickelt.und Meßtätigkeit widmen kann. den viele Menschen mit 3 4 5 Anders als in der Diskussion über das "weibliche Arbeitsvermögen" (Beck-Gernsheim 1976.unterscheiden versucht. arbeitswissenschaftlichen Belastungs-BeanspruchungsKonzepte ungeeignet. können nicht ohne (selbst)zerstörerische Folgen bleiben. asymmetrisch strukturierte "gesellschaftliche Kräfteverhältnis" zwischen "Transportkapital" und "Transportarbeit" ausblenden zu wollen oder etwa den Anteil an der Verursachung und an der "Verantwortung"4 für die Gefährdung der Fahrer zu schmälern.und BusUnfällen ein Trend ab. dem mag die "Passion" und der "Ethos"5. 15 . "Highway Helden" in Not? Derart "heroische" Arbeitsleistungen. bis zu einem gewissen Grade sogar "freiwillig" geleistete Mehrarbeit und Selbstausbeutung. Auf die im "Ethos" angelegte enge Verbindung zwischen den moralischen Vorstellungen und dem subjektiven Wollen muß noch im Kontext eines soziokulturellen Motivationskonzeptes eingegangen werden (Kapitel 4). Ohne das anonyme. Kapitel 3).

Die eigentümliche. S. mag den anderen als Ausdruck einer anachronistischen.ihrer Erwerbstätigkeit verbinden.h. der aus der nüchternen Erwerbstätigkeit eine in hohem Maße ehrenhafte Tätigkeit macht. die von einer typisch deutschen Weite-Welt-Romantik der "Kapitäne der Landstraße" bis zum typisch nordamerikanischen "Trucker"-Kult reicht. d.und Anwendungsgewalt materieller Machtressourcen beruhende gesellschaftliche Kräfteverhältnis zwischen "Transportarbeit" und "Transportkapital" mit einer freiwilligen symbolischen Unterordnung auf seiten der Beherrschten korrespondiert. S. dennoch müssen alle wohlmeinenden Vorschläge für eine menschengerechte Gestaltung von Arbeit und Technik mit diesem Arbeitsethos rechnen. Aus dieser Perspektive muß das höchst ambivalente Verhältnis der Fernfahrer . mit der Tendenz zu einer weitgehenden Übereinstimmung zwischen geringen subjektiven Erwartungen und geringen objektiven Chancen zur Veränderung des Status quo. von Antizipation und Realisierung der Ursprung jener Art von 'Realismus' (als Sinn für die Realität und als Realitätssinn). vielleicht sogar lächerlichen Sentimentalität erscheinen. 176). die Notwendigkeiten in Strategien. Was "motiviert" die Fernfahrer eigentlich zu derart selbstgefährdenden Arbeitsleistungen? Diese Frage läßt sich nicht in einem Atemzug beantworten.und Lebenswelt der Fernfahrer.. zum Komplizen der Prozesse macht. alle "Entscheidungen". als ob das auf der praktischen Verfügungs. zu einer "Wahl des Schicksals" zu erheben.zu ihrer Arbeit und ihrem Beruf unverständlich und unerklärbar erscheinen. ist als folkloristisches Entrée beliebt. um Diplomarbeiten und Dissertationen oder engagierte Sozialreportagen zu zieren und ist damit zugleich geeignet. 585ff.h. Der in einer gebührenden Distanz zu den praktischen Nöten der Fahrer verharrenden Wissenschaft mag diese "Liebe zum Schicksal" (amor fati) unfaßbar erscheinen.ihre Haßliebe . die bewirkt.). Der im praktischen Umgang mit dem Mangel erfahrene "Notwendigkeitsgeschmack" versucht. die Zwänge in Präferenzen und die Not schließlich in eine Tugend zu verwandeln (vgl. Bourdieu 1982. Was den einen wie Musik in den Ohren klingt. etwas fremdartig anmutende Arbeits. Es scheint so. Die Nöte und Notwendigkeiten der Arbeitspraxis aber werden nicht nur passiv erduldet. 1987. verborgen bleiben. die Nüchternheit der sozialwissenschaftlichen Beobachtung gegenüber der sentimentalen Ergriffenheit der am Arbeitsspiel unmittelbar Beteiligten hervorzuheben. d. die der sozialen Lage angemessen erscheinen. 283ff. 100f. ohne es zu wissen. S. "In diesem Fall ist die Übereinstimmung von Erwartungen und Möglichkeiten. die zur Realisierung des Wahrscheinlichen führen" (Bourdieu 1981. vor allem aber die Formen kultureller Realitätskonstruktion.. gewissermaßen zieht sich die Antwort wie ein "roter Faden" durch die einzelnen Kapitel. 16 . daß jenseits aller Träume und aller Revolten jeder entsprechend der thomistischen Maxime 'nach seinen Verhältnissen' lebt und sich.

als das Wissen aus einem gut erforschten Gebiet auf ein noch unbekanntes Terrain zu übertragen. Als vorwissenschaftliche Denkweise bildet die Analogie einen häufig unverzichtbaren Zwischenschritt sozialwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung. ein theoretisches Modell also. das den an der Kultivierung der Risiken Beteiligten selbst nicht unbedingt in den Sinn kommt. mit einem wissenschaftlichen Wirklichkeitsmodell konfrontieren. Wenn hier der Soziologie ein trügerisches Denken vorgehalten wird. # wo die Industriesoziologie durch Generalisierung der Rahmenbedingungen fabrikmäßig organisierter Produktionsarbeit eine prinzipielle Gleichheit aller industrialisierten Arbeitsformen unterstellt und dabei die Besonderheiten der Transporttätigkeit als produktionsbezogene Dienstleistung vernachlässigt. das sich in mythische Analogien verstrickt. S. 17 . Kultur.) verhalten. # wo die Arbeitssoziologie mit einem zu engen Arbeitsbegriff operiert. Einer unangemessenen soziologischen Mythenbildung begegnen wir aber beispielsweise dort. wo scheinbar archaische Wurzeln der zeitgenössischen Arbeits. Im Mythos der rationalistischen Moderne erscheinen solche nichtrationalen Phänomene aber allenfalls noch als aussterbende Residuen aus vormoderner Zeit.und Berufskulturen ihrerseits dem Mythos der Modernität zum Opfer fallen. an die sehr weitreichende Verwendung der Begriffe "Charisma" und "Tradition" bei Max Weber denkt. soll damit nicht in den postmodernen Chor einer undifferenzierten Denunziation wissenschaftlicher Arbeitsweisen eingestimmt werden. das sich um einen systematischen Zusammenhang zwischen dem Mythos und den arbeits. berufliche Mythologien als einen legitimen Gegenstand zu akzeptieren und den berufsgruppenbildenden Charakter des Mythos zu erkennen und anzuerkennen. Andererseits möchte ich dabei der eigenen.und Lebensweise sehen. bei dem die Fixierung auf die strenge ökonomische Logik des Lohnarbeitsverhältnisses die sozialen und kulturellen Dimensionen der Tauschbeziehungen zwischen "Kapital" und "Arbeit" vernachlässigt und die Verschmelzung zwischen Arbeit und Spiel in der "Logik der Praxis" (Bourdieu) übersieht. Einerseits möchte ich die kollektiven Vorstellungen jener Fernfahrer. auf dem sich Religions-. die dort beginnt. 51ff. Die beruflichen Mythologien der Fernfahrer werden auf einem Feld wirksam. soziologischen Mythenbildung auf die Spur kommen. die in der Truckermythologie einen angemessenen Ausdruck ihrer Arbeits. wo mangels präziserer Informationen vorerst nichts anderes übrig bleibt.und berufsbedingten Risiken bemüht. wenn man z.B. # wo die Berufssoziologie Defizite aufweist.Fern jeder Kuriositätenschau möchte ich dagegen die Arbeitsspiele der sich zu "Truckern" berufen fühlenden Kraftfahrer ernst nehmen und mich als Soziologe in einem doppelten Sinne wie ein "Mythenjäger" (Elias 1970.und Herrschaftssoziologie begegnen und überschneiden.

Anschlußstellen zu traditionellen Sichtweisen in der Industrie. 1972. Mit dem Ziel. auch auf den ersten Blick vielleicht als obskur erscheinende Dimensionen eines Forschungsgegenstandes zu entdecken. Selltiz et al. 62ff. Erst wenn die herkömmlichen Konzepte bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit herangeführt worden sind. Diese Vorgehensweise wird in der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre als "Exploration" bezeichnet (vgl. einzelne für die Erkenntnisgewinnung notwendige Zwischenschritte zu disqualifizieren.). S. möglichst viele verschiedene. Beide "Phasen" folgen zwar eigenen Standards. um sich der Vielfalt eines untersuchten Phänomens einfühlsam nähern zu können und diese Vielfalt durch "dichte Beschreibungen" (Geertz) zugänglich zu machen. die sich für die weitere Orientierung der empirischen Forschungsarbeit eignen. ist verfehlt.und berufsbedingter Risiken von Fernfahrern kaum zu gewährleisten. sollte eine Explorationsstudie möglichst flexibel angelegt sein. 18 . wird die Notwendigkeit deutlich. Allzu "normale" Phasen wissenschaftlicher Selbstgenügsamkeit müssen zuweilen erst durch explorative Umbrüche wachgerüttelt werden. während sich die gängige. meist mit quantitativen Methoden der Sozialforschung operierende Empirie eher der Präzision und Systematik verpflichtet fühlt. zum Teil noch isolierte oder diffuse empirische Wissen über den Forschungsgegenstand systematischer aufeinander zu beziehen. oder anders formuliert: die Gültigkeit und 6 Die Dualisierung methodologischer Kriterien für eine explorative "Vor-Phase" und eine nachfolgende. neue Ansätze für das Verständnis und die Erklärung arbeitsbezogener Phänomene zu entwickeln. Die Frage nach der Selbstgefährdung in Erwerbsarbeit und Beruf konstruiert ein Forschungsfeld. deren Berechtigung ergibt sich aber erst aus dem Gesamtzusammenhang des Forschungsprozesses.und Betriebssoziologie ebenso wie in der Soziologie der Arbeit und der Berufe zu finden.und berufsbedingte Risiken soziologisch umfassender aufzuspüren und sozialwissenschaftlich erfahrbar zu machen. das eigentliche Forschungsproblem präziser zu formulieren und das verstreut vorliegende. Deshalb ist es irreführend. Beim gegenwärtigen Forschungsstand geht es deshalb in erster Linie darum. um neue Ideen und Konzepte nicht in einem theoretischen und methodischen "Vakuum" zu entwickeln.und industriesoziologischen Ansätzen und Perspektiven allein ist gegenwärtig eine umfassende Untersuchung arbeits. Unter dem Eindruck vorhandener Defizite müssen traditionelle Grenzen überschritten und neue Wege gefunden werden.6 Methodologisch gesehen verfolgt eine explorative Studie vorrangig das Ideal. Dennoch halte ich es für wichtig. für das es bislang weder systematisch ausgearbeitete theoretische Konzepte gibt noch erfahrungswissenschaftliches Wissen verfügbar ist. um daraus schließlich angemessene theoretische Hypothesen zu entwickeln. um arbeits.Mit den gängigen arbeits. die Reichweite und Relevanz ihrer Ergebnisse zu verfeinern. der sich über den engen Horizont einzelner Projekte hinaus spannt. "eigentliche" Erhebung.

Frankreich. der in der soziologischen Methodendiskussion nur unter Vorbehalten "erlaubt" ist (vgl. Sie beschränken sich notgedrungen auf eine begründete Plausibilität ihrer Einsichten und Thesen. meine Thesen zu testen oder gar zu "beweisen". Österreich. und zwar für eine kontrollierte empirische Feldforschung. 64-80). Gleiches gilt für den "sekundäranalytischen" Gebrauch von Forschungsergebnissen. ohne mich dabei von den bei interkulturellen Vergleichen angemessenen Kontrollen behindern zu lassen (zur Methode des interkulturellen Vergleichs vgl. sind sehr weit verstreut. 19 . Australien und Brasilien). Heintz 1974). im folgenden auch Selltiz et al.bzw. meiner zufälligen Auswahl von Dokumententrägern den Anschein strenger Wissenschaftlichkeit zu verleihen. Neben der Lektüre internationaler Forschungsarbeiten und Dissertationen. der Teilnahme an logistischen Fachtagungen und Workshops. habe ich mich dafür entschieden. Scheuch 1973. 211ff.3). die mir wichtige Einsichten in den Lebens. ohne ihre Flexibilität und Offenheit durch die Last sorgfältig kontrollierter.präsentiert sich das methodische Vorgehen der vorliegenden Exploration (vgl.). Bundesrepublik Deutschland. Entsprechend "eingeschränkt" . Die empirischen Quellen. habe ich eine Vielzahl von "Dokumenten" ausgewertet. publizierte Erlebnisberichte. Dies kommt zugleich einem semiotischen Kulturverständnis entgegen.und Berufsalltag von Fernfahrern erlaubten: Sozialreportagen in Rundfunk und Fernsehen. Großbritannien. die weitere Forschung anregende Funktion.und Berufskultur bemüht (Kapitel 3. noch darauf. 1972. 165ff. von der Präsentation des Materials in Form von ausführlichen Zitaten.). systematischer Erhebungen zu belasten. Bildern und Grafiken Gebrauch zu machen. So habe ich Quellen aus sehr unterschiedlichen Kulturen verwendet (USA.und arbeitswissenschaftlicher Literatur. zumal ich bewußt darauf verzichtet habe.7 Unter methodischen Gesichtspunkten läßt sich dabei jedoch sicherlich eine fehlende systematische Kontrolle der Erhebung bemängeln. Goudsblom 1979. S.B. Aus der Perspektive einer explorativen Studie halte ich diese Mängel jedoch für durchaus vertretbar. Fernfahrerfilme. Explorative Vorarbeiten haben im wesentlichen eine. z. ob meine Annahmen überhaupt "repräsentativ" sind und allgemeine Gültigkeit für alle Fernfahrer beanspruchen können. Da ich meine Studie lediglich als eine sekundärempirisch informierte Vorarbeit verstehe. das sich auf der Grundlage einer "dichten Beschreibung" (Geertz) um ein Verständnis der (sub)kulturellen Bedeutung der "Texte" und "Diskurse" einer Arbeits. S. 7 8 Um eine Teilhabe an der Fülle empirischer Details zu gewährleisten. aus denen ich meine Thesenbildung speise. Reportagen und Anzeigen aus Fernfahrer.8 Meine Anregungen sollen vor allem "Vorschläge" sein. S.Verläßlichkeit ihrer Daten sowie die Generalisierung und Abstraktion ihrer Hypothesen im Auge hat (vgl. kommt es mir nicht in erster Linie darauf an. Trucker-Zeitschriften sowie das entsprechende Liedgut und subkulturelle Accessoires. der Aufbereitung sozial.jedenfalls nach strengen methodologischen Kriterien .

3).und Lebenswelt.als ein vorläufiges Angebot für die Interpretation einer Arbeits. Die "Wahlverwandtschaft" zwischen objektiven Belastungs. d. deren demonstrativer Individualismus die Vergesellschaftung der dort geleisteten Arbeit zunächst als unwahrscheinlich erscheinen läßt. die Heterogenität der Arbeitsbedingungen von Lastwagenfahrern durch eine Typologisierung zu reduzieren und auf dem gegenwärtigen Stand der Forschung ein Risikoprofil für den mobilen Arbeitsplatz der Fernfahrer zu erstellen (Kapitel 2. mit der viele Fernfahrer die prekären Anforderungen durch eine Arbeitsweise zu bewältigen versuchen. Auch in Zukunft werden logistische Rationalisierungsprozesse im Straßengütertransport auf dem Weg zu einer Ökonomisierung der Zeit die Entwicklung der arbeits.und berufsbedingten Risiken im gewerblichen Straßengüter(fern)verkehr vermittelt werden. die riskante Arbeitsbedingungen als eine Herausforderung der männlichen Ehre aufwertet und die schonendere Konditionen industrieller Normalarbeit entschieden ablehnt. In der Bundesrepublik verweisen Anzeichen für eine prekäre Verberuflichung und ein vergleichsweise geringes Sozialprestige der Berufskraftfahrer auf berufliche Risiken. Im Anschluß an eine Präzisierung des Risikobegriffs wird versucht.1).3. Meine These ist. Diese Annahme soll in den nachfolgenden Kapiteln unter Hinzuziehung weiterer theoretischer Überlegungen und empirischen Materials plausibel gemacht werden. von denen viele Fernfahrer im Verlauf ihrer Berufsbiographie betroffen sind (Kapitel 2.2).1). Die besondere "Logik" und der spezifische Verlauf der Rationalisierungsprozesse in der industriellen Produktion darf allerdings nicht voreilig auf den Bereich produktionsbezogener Transportdienstleistungen übertragen werden.und Berufskultur gestützt. Durch die Umsetzung einer Konzeption fester Verkettung und beschleunigter Material.und berufsbedingten Risiken von Fernfahrern in hohem Maße beeinflussen (Kapitel 2.und Gefahrenstrukturen und subjektiven Bewältigungschancen wird dabei über soziokulturelle Prozesse der "Auslese" und "Anpassung" der Fernfahrer reguliert.h.und Informationsflüsse geraten Transport. wenn man industrie20 . daß sich eine hochgradige Affinität herausgebildet hat zwischen den schwierigen. heuristische Hinweise für ein neues Problemverständnis zu liefern und neue Konzepte zu entwerfen . Im Spannungsfeld zwischen "subjektiver" Selbsteinschätzung und "objektiver" Arbeitswissenschaft soll im zweiten Kapitel zunächst ein möglichst realitätsnahes Bild der arbeits.darum bemüht. über typische Berufswahl. von vergleichsweise scharfen Konkurrenzkämpfen geprägten Existenzbedingungen des Transportgewerbes und den hier angebotenen riskanten Arbeitsbedingungen einerseits und der typischen "Eigenart" andererseits.und Karrieremuster abgesichert sowie durch eine entsprechende Arbeits. Umschlag und Lagerhaltung zwar unter wachsenden logistischen Rationalisierungsdruck (Kapitel 2. die in hohem Maße selbstgefährdend wirkt.

und Lebensweise spielen. die den Lastcharakter unzumutbarer Arbeitsbedingungen betonen (z. den die Fernfahrer selbst bei der Duldung und Gestaltung ihrer riskanten Arbeits. Damit soll der von den Arbeitswissenschaften ignorierte und von den Fahrern selbst unbeachtete "soziale Sinn" ihrer riskanten Arbeitsleistungen aufgespürt und verstanden werden. Sobald die Entstehung von Arbeitsund Berufsrisiken als ein sozialökologischer Prozeß begriffen wird. der im Zusammenspiel zwischen der Reproduktion riskanter Arbeitsbedingungen im Transportbereich und der Reproduktion der mit diesen Bedingungen eng verbundenen Arbeitskräfte kulturell erzeugt und gesichert wird (Kapitel 3. Im vierten Kapitel soll das Verständnis des sozialen Sinns arbeits.1) wird der Frage nachgegangen. besonders was die sinnlichen Dimensionen von Habitus. Im Anschluß an eine Rehabilitierung der körpernahen Seiten menschlicher Risikobewältigung werden Vorschläge für ein sozialökologisches Konzept der gesellschaftlichen (Re)Produktion arbeits.1) wird die Bewertung. Im dritten Kapitel werden dann Vorschläge für einen Perspektivenwechsel in der Belastungsforschung erarbeitet. Im Anschluß an das Habitus-Feld-Konzept des französischen Soziologen Pierre Bourdieu soll "Motivation" dabei als ein Subjekt-Objekt-Verhältnis begriffen werden.3. Geschlecht und Gefühl betreffen. Im Anschluß an eine kritische Darstellung der theoretischen Defizite und methodologischen Probleme des ergonomischen Belastungs-Beanspruchungs-Konzeptes (Kapitel 3. ökonomische Anreize oder verinnerlichte normative Erwartungen als "echte" Motive menschlicher Arbeitsleistungen anzuerkennen. indem ein Konzept der soziokulturellen Motivation riskanter Arbeitsleistungen entwickelt wird. Damit kann der aktive Part gewürdigt werden. warum viele Fernfahrer zu einer für sie typischen. in erster Linie äußere Zwänge.2). berufsgruppenbezogenen Stilisierung und subkulturellen Mythologisierung der riskanten Verwendungsweise ihres Körpers tendieren.und industriesoziologischen Motivationskonzepten (Kapitel 4. Aufgrund der Neigungen innerhalb der Soziologie.und Anpassungsprozesse und andererseits in einer Ausblendung des menschlichen Körpers identifizieren. lassen sich die zentralen Defizite der herkömmlichen arbeitswissenschaftlichen Risikoforschung einerseits in einer Vernachlässigung sozialer Auslese. Ausgehend von einer Kritik an gängigen arbeits.2). wird das ambivalente subjektive Verhältnis der Arbeitenden zur kapitalistischen Form lohnabhängiger Erwerbsarbeit meistens auf jene "Einstellungen" reduziert. um die soziale Genese von arbeitsbedingten Belastungen und Beanspruchungen zu verstehen (Kapitel 3. bei dem die "Beweggründe" für riskante Arbeitsleistungen in dem Zu21 .B.soziologische Taylorisierungsmythen und Industrialisierungslegenden vermeiden möchte (Kapitel 2.und berufsbedingter Risiken vertieft werden. Bewältigung und Billigung von Arbeitsrisiken als ein entscheidener Ansatzpunkt vorgestellt.und berufsbedingter Risiken von Fernfahrern unterbreitet. "instrumentelle" Arbeitsorientierungen).3).

die aus einer fatalen.sammenspiel zwischen äußeren Strukturen ("soziales Feld") und innerer Bereitschaft ("Habitus" als einer Art "Organisation" einverleibter Strukturen) zu suchen sind (Kapitel 4. Auf der Grundlage fehlender Handlungsressourcen beruht die paradoxe Motivierung riskanter Verhaltensweisen vor allem auf der Selbsteinschränkung potentieller Handlungschancen.2).eine leidenschaftliche und zum Teil sogar lustvolle Beziehung zu ihrer riskanten Arbeit entwickeln.1). Am Beispiel der USA und der Bundesrepublik wird der subkulturelle Einfluß von Mythen und Legenden auf die soziale Gruppierung der LKW-Fahrer skizziert und ein Vorschlag unterbreitet. warum viele Fernfahrer ihre Berufstätigkeit als eine männliche Passion empfinden und in ihren beruflichen Subkulturen . 22 . zwischen Mythos und Realität (Kapitel 5. die deutschen Fernfahrermythen vom "Kapitän der Landstraße" und die nordamerikanischen Mythen vom "Asphalt-Cowboy" und "Highway Helden" bilden aber eine wichtige symbolische Stütze bei der Herausbildung beruflicher Subkulturen unter den Lastkraftwagenfahrern. Im fünften Kapitel schließlich soll der Leitgedanke des ersten Kapitels Heldenmythos. subkulturell gestützten "Neigung zum Wahrscheinlichen" resultiert. männliche Arbeitskultur und Soziologie . bevor abschließend der Frage nachgegangen wird. Ein angemessenes Verständnis des kollektiven Verhältnisses zur Arbeit und der Möglichkeiten kollektiver Risikobewältigung erweist sich hierbei als ein grundlegendes Defizit berufssoziologischer Ansätze.2).und Berufsrisiken beteiligt sind (Kapitel 5. "beruflicher Netzwerke" oder "Kollegenschaften" weitgehend vernachlässigt haben (Kapitel 5.3). die sich soziale Gruppierungsprozesse zwar auf der Basis unmittelbarer. "informeller" Face-to-Face-Interaktionen innerhalb von Kleingruppen vorstellen können. die aber die soziale Entstehung größerer "Berufsgruppen". inwieweit die beruflichen Mythologien der Fernfahrer an der sozialen Reproduktion ihrer Arbeits.wieder aufgegriffen und eine Deutung gewagt werden. wie die Soziologie das Konzept des Mythos in Abgrenzung zu ideologischen Phänomen definieren sollte. In den Spielen der Fernfahrer mit dem "Ernst des Lebens" verwischen zwar die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit.trotz der hohen Risikopotentiale .

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