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21.04.2012

Rundbrief vom 21.04.2012
Inhaltsverzeichnis: Für den BUND ist 99% des Odenwaldes nicht schützenswert FDP Fraktion in der Gemeindevertretung Reichelsheim im Odenwald protestiert beim Regierungspräsidenten Darmstadt Vielbrunns Ortsbeirat fordert Michelstadt auf, Klage gegen die Genehmigungspraxis einzureichen RP behauptet Einhaltung der Lärmschutz-Vorgaben Rotoren: Michelstadt klagt gegen RP Leserbrief: Windkraft- und Photovoltaik-Investitionen verhindern Innovationen Energiegenossenschaft (Volksbank) Odenwald präsentiert stolz ihren Anteil an der Zerstörung des Odenwaldes Seite 1 Seiten 1-2 Seite 3 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6

Für den „Bund für Umwelt- und Naturschutz“ (BUND) ist 99% des Odenwaldes nicht schützenswert! In einer Korrespondenz schließt sich der BUND-Vertreter im Odenwaldkreis der Meinung von nicht genannten Experten an, dass "der Odenwald als eine zu 99% durch menschliche Nutzung überprägte Gegend anzusprechen ist, der außer den oberflächlichen Attributen "belaubt, grün" naturschutzfachlich relevante Teilräume im Großen und Ganzen fehlen. Hierzu gehört auch der Wald,"
FDP Fraktion in der Gemeindevertretung Reichelsheim im Odenwald protestiert beim Regierungspräsidenten Darmstadt

Gegen Windkraftanlagen im Landschaftsschutzgebiet Odenwald / Erholungs- und Kulturlandschaft - "Rettet den Morsberg"
Sehr geehrter Herr Regierungspräsident, wie Ihnen bekannt sein dürfte, sind sehr viele Bewohner des Odenwaldes seit der Verkündigung des "Traums" unseres Landrats Dietrich Kübler von einer kleinräumigen Energieautarkie, die sich im Wesentlichen auf Windkraft stützt, mit Recht stark beunruhigt. In einer Region mit nur geringem Windaufkommen entwickelt sich diese zum "Albtraum" wenn, über Jahrzehnte manifestiert und flächenweit verteilt, mehr als 100 Anlagen mit der Turmhöhe des Kölner Doms unsere noch intakte Kulturlandschaft verschandelt. Windparks sind keine Tourismusattraktionen in einem schützungswerten GEO-Park. Der Beschluss der Gemeinde Reichelsheim im Jahre 2003, den Bau und Betrieb von Windrotoren auf dem gemeindeeigenen Waldgebiet Morsberg zuzulassen, hatte zur Folge, dass sich nach Bekanntwerden von Verhandlungen mit der Betreiberfirma whs/Erzhausen eine Bürgerinitiative "Rettet den Morsberg" über Kreisgrenzen hinweg gründete und mit ihren Informationen, Aktionen und Unterschriften den Bau aufhalten konnte. In den Folgejahren 2004/05 konnte die BI mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und unmittelbaren Ansprache an Bevölkerung 1/6

und unterschiedlichen Trägern öffentlicher Belange große Erfolge verbuchen. Am 14. Februar 2005 empfing uns Herr Regierungspräsident Gerold Dieke in seinem Dienstzimmer zu einem Gespräch und wir nahmen dabei die Gelegenheit wahr, Unterschriftlisten (1600) und Stellungnahmen (17) gegen die Windkraft im Odenwald - besonders auf dem Morsberg - zu überreichen. Aus dem Brief des UNESCO-Geopark vom 10. Januar 2005 wird dargelegt: "Der Naturpark Bergstraße Odenwald / UNESCO-Geopark als überregionale Organisation im Odenwald, spricht sich gegen die Errichtung von Windkraftanlagen in seinem Gebiet aus.... Dass sich die Gemeinde Reichelsheim zu diesem Schritt entschlossen hat, verwundert uns. Es ist festzuhalten, dass die Gemeinden und Gemeindeverbände als Mitglieder im Naturpark Bergstraße-Odenwald e.V. sich stets in besonderer Weise für die Ziele und Aufgaben , unter anderem die Landschaft zu erhalten und das Gebiet des Naturparks zu einem weiträumigen, naturnahen Erholungsgebiet auszugestalten, eingesetzt und diese zu vertreten haben. Insoweit verweisen wir auch auf den Beschluss der Mitgliederversammlung des Naturparks Bergstraße-Odenwald vom 26. März 1998 in Reichelsheim." (Zitatende) Im Gesprächsverlauf baten wir den Regierungspräsidenten, Herrn Dieke, seine Zustimmung zu den Entscheidungen und Planungen für Windkraftanlagen im Odenwald zu verweigern und dem Votum vieler Bürgerinnen und Bürger zu entsprechen. Aus der jüngsten Stellungnahme von Landrat a.D. Herr Horst Schnur (Odenwälder Echo vom 31. März 2012) ist zu erkennen, dass auch er in all' den Jahren unserer Meinung positiv gegenüber stand. Für die Auffassungen seines Nachfolgers Dietrich Kübler und seiner SPD zugunsten einer Freigabe der Odenwaldlandschaft für weitere Windparks hat er kein Verständnis. Dem Ersuchen des Regierungspräsidiums Darmstadt vom13. Februar 2012 zum Antrag der whs/Erzhausen zur Errichtung und Betrieb von zwei Windenergieanlagen "Am Morsberg" - Genehmigungsverfahren nach BundesImmissionsgesetz - ist zwar in der Sitzung des Gemeindevorstandes der Gemeinde Reichelsheim aus angeblich rechtlichen Gründen am 05. März 2012 entsprochen worden. Hier wäre es in der beigefügten Stellungnahme ratsam gewesen, das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom 19. Mai 2008 im Zusammenhang mit der Ablehnung der am 29. November 2004 beantragten Genehmigung stärker in den Mittelpunkt zu rücken und ... und Zeit zu gewinnen. Dass das nicht geschehen ist, liegt in der Tatsache, dass mit der whs/ Erzhausen über lange Jahre ein Pachtvertrag für "Am Morsberg" weitergeführt wurde, selbst über die Gerichtsurteile hinaus. Mir, dem Fraktionsvorsitzenden der FDP, sind auf Anfrage Höhe und Dauer der Zahlung erst seit einer Bauausschuss-Sitzung am 15.Februar 2012 öffentlich bekannt. Sehr geehrter Herr Regierungspräsident, der Pressebericht vom 30.März 2012 (Odenwälder Echo) "Derzeit drei Parallel-Projekte / Rotorengenehmigungen Geisberg, Morsberg, Felgenwald möglich" hat uns aufgrund Ihres Ersuchens vom 13. Februar 2012 für Windenergieanlagen "Am Morsberg" in Unruhe versetzt. Wir sind überzeugt, dass auch Sie sich der Meinung und der Auffassung anschließen können, die der frühere Landrat der Bergstraße, Herr Dr. Dietrich Kaßmann beim Kamingespräch Ende Februar 2012 zum Ausdruck gebracht hat. "Ohne Not geben wir die Identität unserer Heimat auf ! " Weiter"Ich sehe keinen Grund, jetzt - bevor das Konzept des Umbaus der Energieversorgung im Land abgestimmt ist - den Charakter der Landschaft im Odenwald und an der vorderen Bergstraße zu verändern und nachhaltig zu zerstören. Nur damit einige Geld verdienen ? " Wir bitten Sie;--für das Gebiet "Am Morsberg"im Sinne der Gerichtsurteile von 2004 und 2008 zu entscheiden und verbleiben mit freundlichen Grüßen 2/6

Helmut Müller, Fraktionsvorsitzenden Odenwälder Echo 16. 04. 2012 „Lärmnachweis erst, wenn die Anlage schon steht“ Windkraft – Vielbrunns Ortsbeirat fordert Michelstadt auf, Klage gegen die Genehmigungspraxis einzureichen VIELBRUNN. Ortsvorsteher Koch informierte über die vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilte Genehmigung für die Windenergieanlage am Weiler Bremhof auf Vielbrunner Gemarkung..... Koch schloss sich der dort geäußerten Meinung an, die gemeindliche Planungshoheit als elementarer Eckpfeiler der kommunalen Selbstverwaltung werde durch das Genehmigungsverfahren missachtet. Außerdem würden die schutzwürdigen Belange der Bewohner des Bremhofs in keiner Weise beachtet. Die Anlage werde in 800 Meter Entfernung zu den nächsten Wohngebäuden erstellt, ohne dass durch ein Lärmgutachten nachgewiesen sei, dass die nach der TA-Lärm für Dorfgebiete festgelegten Beurteilungspegel eingehalten werden können. Die Genehmigungsbehörde verlange vielmehr vom Betreiber der Anlage, dass der Nachweis nach dem Aufstellen durch die Vorlage von Bescheinigungen oder Abnahmemessungen erbracht werde. Freilich sei wohl nicht damit zu rechnen, dass bei einer derartigen Anlage nachträgliche Auflagen zur Betriebseinschränkung auch durchgesetzt werden. Koch sieht … die Motivation für diese Genehmigungspraxis zum einen in den politischen Vorgaben der Landesregierung und zum anderen in der Furcht der Genehmigungsbehörde vor Schadensersatzforderungen der Investoren und Betreiber. Er beantragte daher, die Stadt aufzufordern, gegen die Genehmigung Anfechtungsklage zu erheben. … Der Ortsbeirat schloss sich dennoch einstimmig dem Antrag des Ortsvorstehers an und forderte die Stadt auf, Klage einzureichen und parallel alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Genehmigungspraxis des Regierungspräsidiums zu ändern. Zahlreiche Vielbrunner Bürger unterstützten in ihren Beiträgen einhellig die Forderung des Ortsbeirates.

RP behauptet Einhaltung der Lärmschutz-Vorgaben
Aus dem Odenwälder Echo vom 21.04.2012: VIELBRUNN. Die heftigen Reaktionen lokaler Bürger und Gremien auf die erstmalige Zulassung eines Windrads mit weniger als einem Kilometer Siedlungsabstand im Odenwaldkreis hat das dafür verantwortliche Regierungspräsidium in Darmstadt mit der Bekräftigung seiner Auffassung quittiert, dass durch den Rotor keine schädlichen Umwelteinwirkungen entstehen .... Besonders einen Vorwurf von Ortsvorsteher Reinhold Koch aus einer Sitzung dieses Gremiums („Lärmnachweis erst, wenn die Anlage schon steht“, Ausgabe vom 16.April) will das RP so nicht stehen lassen. „Für die geplante und vom Regierungspräsidium Darmstadt kürzlich genehmigte Windanlage in der Nähe des Michelstädter Stadtteils Vielbrunn beim Weiler Bremhof lag im Verfahren ein entsprechendes Lärmgutachten vor, das auch von der Behörde beachtet wurde“, betont es deshalb in einer aktuellen Erklärung. Dieses Gutachten belege eindeutig, dass die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte vom Anlagenbetreiber eingehalten werden. Kommentar: Der Ortsvorsteher Reinhold Koch hat recht, das Regierungspräsidium hat unrecht. In den Unterlagen zur Baugenehmigung befindet sich lediglich eine „schallschutztechnische Berechnung“ des Antragsstellers, der WHS, bzw. des Herstellers, der Vestas, das – wen wundert's – die Einhaltung der Grenzwerte bescheinigt. Dass das nicht genügt, ist klar.
Deshalb hat das RP in der Baugenehmigung verfügt (Die Verfügung ist sinnwahrend gekürzt und sprachlich lesbarer formuliert): Nach Aufstellung der Anlage ist durch Bescheinigung des Aufstellers zu bestätigen, dass diese mit denjenigen Anlagen übereinstimmt, die der akustischen Planung zugrunde gelegt werden. Statt dieser Bescheinigung kann auch eine akustische Abnahmemessung stattfinden, deren Ergebnis unterhalb der Grenzwerte liegen muss. Falls dies nicht der Fall ist, soll der Gutachter Maßnahmen zur Lärmminderung vorschlagen.

Schlussfolgerung: Wie Reinhold Koch gesagt hat: Erst wird gebaut, dann wird gemessen. Wenn sich dann herausstellen sollte, dass die Anlage zu laut ist, müsste sie eigentlich abgerissen („rückgebaut“) werden. Eigentlich. 3/6

Aber weder der RP noch der Landrat würden so weit gehen. Odenwälder Echo 18.04.2012 Rotoren: Michelstadt klagt gegen RP Windkraft – Kommune will Genehmigung für Anlage am Bremhof anfechten und damit ein Zeichen setzen Die Stadt Michelstadt wird vor dem Darmstädter Verwaltungsgericht Klage gegen die Genehmigung einer Windkraftanlage beim Bremhof erheben, die das RP erteilt hat.

MICHELSTADT. Die Erfolgschancen der Klage … werden … zwar als nicht allzu hoch eingestuft. Insbesondere angesichts des mit rund 5000 Euro als überschaubar eingeschätzten Prozessrisikos gehe es aber vor allem auch darum, so formulierte es Bürgermeister Stephan Kelbert, „ein politisches Statement“ abzugeben. In den wegen der Eilbedürftigkeit ausschließlich zur Entscheidung über eine mögliche Klage einberufenen Sitzungen von Parlament und Planungsausschuss verliehen denn auch zahlreiche Mandatsträger ihrem Unmut über das Vorgehen des Regierungspräsidiums Ausdruck: Dessen Entscheidung führe „die kommunale Planungshoheit ad absurdum“, von „Arroganz der Macht“ war ebenso die Rede wie von „Diktatur“. Bekanntlich hatte das RP gegen den ausdrücklichen Willen der Stadt der Firma WHS Enertec (Erzhausen) die Genehmigung zum Bau einer weiteren Anlage erteilt. Das Unternehmen betreibt am nahegelegenen Hainhausareal sechs Rotoren, zwei weitere sind bereits genehmigt. Ihr Einverständnis zum Bau der neunten Anlage in diesem Gebiet hatte die Stadt verweigert, weil der Abstand zum Bremhof lediglich etwa 800 Meter beträgt. Die Stadt Michelstadt begreift den Weiler als Siedlungsfläche, zu der ein Abstand von mindestens 1000 Meter einzuhalten ist. Eben diese Haltung, erinnerte Kelbert, hatten vor der Entscheidung des Regierungspräsidiums zwei städtische Ausschüsse mit entsprechenden Beschlüssen bekräftigt.... Die Behörde hätte die Genehmigung in dieser Situation zurückstellen können. Letztlich möchte die Stadt den Standort Bremhof aus dem Flächennutzungsplan zur Windkraft ausgeklammert wissen, an dessen Vorbereitung zurzeit alle allen Odenwälder Kommunen gemeinsam arbeiten und der laut Kelbert trotz der RP-Entscheidung weiter verfolgt werden soll. ... Problem ist allerdings, so erläuterte Martin Müller vom Kreisbauamt, dass es bislang lediglich ein Raumgutachten zur Windkraft gibt. Zum Flächennutzungsplan fehle der formelle Aufstellungsbeschluss und damit dessen rechtliche Grundlage. Dennoch zeigte sich auch Müller optimistisch, dass auf Dauer weder Regierungs- noch Ministerpräsident der Odenwälder Planungsinitiative „den Respekt verweigern“ könne. Müller bezog sich damit auf Kelberts Ankündigung, die Region werde „politischen Gegenwind“ gegen diese Art der Behandlung erzeugen. Geschehen soll dies über ein gemeinsames Schreiben der Odenwälder Amtsträger an den Ministerpräsidenten und ein Gespräch mit Volker Bouffier. Hans Jürgen Zinn (Grüne) schlug in di esem Zusammenhang vor, das Treffen mit einer Demonstration Odenwälder Mandatsträger zu begleiten.

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Odenwälder Echo vom 19.04.2012

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Energiegenossenschaft (Volksbank) Odenwald präsentiert stolz ihren Anteil an der Zerstörung des Odenwaldes
Aus einer Selbstdarstellung im Odenwälder Echo vom 19.04.2012: Lächeln, lächeln, lächeln ...

Lächeln beim Anblick einer verwüsteten Landschaft?

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