niemand muss sich fragen „Rede ich so undeutlich?

“, wenn er nicht gleich beim ersten Mal verstanden wird. Optimale Chancen, seine Botschaft an den Mann zu bringen—und wer ist nicht bereit, einem die eine Minute zu geben, wenn er einen doch kennt und neugierig ist, wer ihm da wohl einen eigenen Videoclip geschickt hat — den kriegen die meisten nicht alle Tage. Das Medium garantiert einen gewissen Neuheitsfaktor, es weckt Interesse. Ebenso die Lösung für die Probleme 2 und 3: Mangelnde Vorbereitung? Kein Problem mehr! Man kann den einen Videoclip so oft proben, wie man will, und dabei noch Spass mit seinen Freunden haben—lustiger JG-Abend garantiert! Andere Leute, die zuhören? Wahrscheinlich tun sie‘s nicht, wenn der andere seinen Film abspielt—und wenn sie‘s doch tun, irritiert‘s einen nicht mehr, genausowenig wie die evtl. Reaktion des Adressaten. Inkarnation, Kerzen und Lichterwagen Bei allem Spass an der Sache sollten wir dabei nicht vergessen, dass wir es mit etwas ganz Ernsthaftem zu tun haben: Gott wurde Mensch, damit wir ihn besser verstehen können. Es ist wie bei der Geschichte von der Familie, wo der Sohn den Vater fragt: „Was könnte ich tun, damit die Ameisen mich verstehen können?“ und der Vater antwortet: „Die einzige Chance ist, wenn Du selbst eine würdest …“. Genau das hat Jesus getan. Und er erklärt, dass er uns „ausschickt, wie ihn der Vater gesandt hat“. Was heisst das? Dass wir Gott sind? Sicher nicht. Vielmehr bedeutet es: In uns wird Gottes Botschaft fassbar, sogar anfassbar, konkret und nahe. Deswegen ist es es so wichtig, dass die Teenies jemanden haben, den sie kennen, der ihnen erzählt,

dass und was man mit Gott erleben kann. Die Chance, dass sie es glauben, erhöht sich damit drastisch. Kerzen und Räbeliechtli Wir haben oft Schwierigkeiten damit, dran zu glauben, dass unsere eigenen kleinen Aktionen ausreichen und etwas bewirken. Wir sollen „unser Licht leuchten lassen“, aber wir sind so kleiner Kerzchen! Aber denken Sie an den Räbelichtli-Umzug, wie in Richterswil: Aus den vielen einzelnen Flammen lassen sich beeindruckenden Gesamtkompositionen erstellen! Jesus sagte: „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!“ (Luk 12, 49) Das Feuer besteht aus Menschen, die an ihn glauben. In diesem Sinne wünschen wir uns einen Flächenbrand. Darum taufen wir die Aktion der Jugendgruppen auch Wildfire. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch: Just do it! Wenn Du ein Teenie bist: Ran an die Kamera—es gibt so viele Schrott-Emails, warum nicht mal ein paar Gute? Wenn Sie Eltern/Verwandte/ Freunde sind: Ermutigen sie die Teenies! Fragen sie sie, was genau sie auf dem Clip erzählt haben, und schauen sie Ihn sich an! Sie werden staunen, wie schnell die jüngere Generation geistlich wächst, wenn sie Zeugnis ablegt! Gott segne uns mit seinem Blick für verlorene Menschen und seine und unsere Möglichkeiten. Amen. Welt fragen.“ Auch wenn das keine eiserne Regel ist: Es ist was dran. Solange wir in der Jugend das Leben erkunden, bilden wir uns unser Weltbild, formt sich unser Glaube. Und mit dem marschieren wir dann weiter — bis wir als Eltern einmal neuen Wundern (und Herausforderungen) gegenüberstehen. Und: Wie viele Menschen haben schon auf ihr Leben zurückgeblickt, nach 50, 60 verlebten Jahren und gedacht „Oh Gott, hätte ich doch!“ Ich will hier nicht auf die Tränendrüsen drücken—aber geben wir‘s doch zu: Je jünger jemand zu Gott kommt, desto mehr kann er für Gott erreichen— wenn nicht ganz besondere Umstände eintreten und Gott es anders will. Ein phantastisches Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn jemand früh zum Glauben kommt, ist Bill Wilson. Er wird manchmal „der bekannteste Busfahrer Amerikas“ genannt. Als er 13 Jahre alt war, sagte seine Mutter zu ihm, er solle an

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Predigt vom 27. Juli 2007

ravo, Kathi! [Im Gottesdienst ist zur Intro ein Videoclip gezeigt worden, auf dem sie sich mutig von einem Kletterturm wirft, um mit einer Drahtseilbahn in den See zu sausen.] Das hat ganz sicher Überwindung gebraucht. Ebensolchen Mut braucht es für die meisten Teenies, einen ganz anderen Sprung ins Ungewisse zu wagen: Ihren Freunden und Bekannten nämlich von Jesus, ihrem Glauben und ihren Erlebnissen mit Gott zu erzählen. Dabei ist es so brennend wichtig, dass sie das tun. Warum sollte uns als Erwachsene das interessieren? Zunächst mal aus demselben Grund, der für jede Altersstufe zutrifft: Zu spät ist es zwar erst nach dem Tod, aber man kann Gott nie zu früh treffen. Manche meinen: „Wenn wir die Menschen nicht als Kinder oder Teenies erreichen, dann erreichen wir sie erst wieder, wenn ihre eigenen Kinder sie nach Gott und der

B

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der Strassenecke auf sie warten. Er wartete drei Tage. Keine Mutter kam. Nach den drei Tagen sammelte ihn ein Mann auf, der dauernd dort hatte sitzen sehen und gab ihm zu essen. Der Mann war gläubig, der Junge kam zum Glauben. Derselbe Bill Wilson gründete später in einer der verrufensten Gegenden von Brooklyn eine Strassenkinderarbeit, die wöchentlich bis zu 20‘000 Kinder erreicht—allein in New York. Er wurde geschlagen, angestochen und ins Gesicht geschossen. Aber Pastor Bill gab nicht auf. Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit nominierte ihn George Bush Sr. schliesslich zu einem nationalen Kommitte für Familien in den Grossstädten (1971). Selbst nach 25 Jahren fährt Pastor Bill immer noch selbst den Bus, mit dem er die Kinder für die Sonntagsschule abholt. Sein Missionswerk arbeitet weltweit (www. metroministries.com oder .de). Was wäre geschehen, hätte sich nicht ein Gläubiger um ihn gekümmert? Aber keine Angst jetzt, ich will Sie nicht in die sozialen Brennpunkte entführen, mir geht es um ganz normale Schweizer Teenies. Unsere Jahreslosung lautet: „Siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr‘s denn nicht?“ (Jes 43,19a) Das wichtigste und wertvollste, was Gott im Leben eines jungen Menschen aufwachsen lassen kann, ist, dass dieser ihn kennenlernt. Und deswegen sollte es uns brennend interessieren, wie wir das ermöglichen können! (Soviel es an uns liegt.) Überlegen wir mal einen Moment, was für Probleme ein Teenager normalerweise hat, über seinen Glauben zu reden—sie sind gar nicht so verschieden von unseren.

um die Vielfalt und den Tiefgang unserer Glaubenserfahrung zu bezeugen—prima Idee, aber: Wer wird uns so lange zuhören? Ich bin der letzte, der gegen lange Winterabende polemisieren würde, an denen inhaltsschwere Gespräche geführt werden—aber das Leben spielt meistens nicht so. Jesus fragt seine Jünger, wer sie glauben, dass er ist, und Petrus antwortet ihm einen Satz: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (Mt 16,16) Das war Mut zur Kürze! Diesen Mut dürfen wir auch haben.

delt haben. Wie sollen wir sie angehen? Darf ich Ihnen eine Lösung vorschlagen? Lösung für Problem 1: Wie findet man den richtigen Zeitpunkt, mit jemand zu sprechen? Schwierig, es sei denn—er kann ihn sich selber aussuchen! Ginge das denn? Eine Kommunikationsweise, die persönlich genug ist, als dass sie jemand wirklich ansprechen kann, lebendig und den Vorlieben des Alters gemäss, mit hohem Neugierdefaktor, damit er sich die Zeit wirklich nimmt? Und gleichzeitig noch nach Wunsch abspielbar, damit er sich den Zeitpunkt aussuchen kann? Doch es geht, und es liegt voll im Trend— vielleicht nicht in unserem, aber ganz sicher in demjenigen der Teenies. Nicht Hunderte und Tausende, sondern Millionen von Videoclips werden jeden Tag im Internet abgerufen. Privatleute haben sie eingestellt, auf den grossen sog. „VideosharingSeiten“ im weltweiten Netzwerk. Es ist ein bisschen wie Fernsehen zum Mitmachen—alles, was man braucht, ist eine billige Kamera und eine Internetverbindung. Kleinkünstler, putzige Tierszenen, rappende Grossmütter, aber auch politische Debatten—das Angebot ist so gemischt, wie es das im Fernsehen eben auch ist. Empfehlungen, Einladungen, bestimmte Videoclips anzuschauen, werden per Email verschickt. Wie geht es unserem Adressaten? Wann er seine Emails liest, bestimmt er selbst, und wann er den Videoclip anschaut, damit auch … und er kann ihn unterbrechen, zurückspulen oder nochmal von vorne anschauen. Und zwar wohlgemerkt ohne dass es jemanden stört. Niemand fühlt sich abgewiesen, wenn er vielleicht auch gar nicht bis zum Schluss angehört wird,

Wir kennen das: Nicht erst die Erwachsenen haben das Monopol auf „Keine Zeit“ erfunden, schon in der Teenie-Welt dreht sich die Welt sehr schnell im Kreise. Das kann zu atemlosem Gehetze ausarten, nicht viel anders als bei uns — und das ist bekanntlich der Todfeind jeder geistlichen Tiefe. Wie den richtigen Augenblick erwischen, dass einem jemand wirklich mal konzentriert zuhört?

„Meine Grossmutter ist gestorben— bomm, und eines Morgens war sie plötzlich weg, einfach eingeschlafen. Mann, da fragt man sich schon: Wo ist sie denn jetzt? Gibt es sie noch?“ Päng—da ist sie, die Gelegenheit, und sie hat sich nicht mal vorangemeldet. Da könnte man jetzt eine Menge zu sagen—von Jesus, dem Einzigen, der von den Toten für immer zurückgekommen ist, vom Himmel und von der … äh, da wird‘s schon schwierig. Angestrengtes Kopfkratzen setzt ein—wie sagt man das jetzt richtig? Und schnell muss es auch noch gehen, der Freund schaut schon wieder versonnen zum Fenster heraus, und … „Äh, also, ich …“ Schade um die verpasste Gelegenheit. Aber mal ehrlich: Wer könnte jetzt schon in 30 Sekunden konzentriert etwas Inhaltsreiches und Einfühlsames bei dem nicht gläubigen Freund sagen—oder, wenn wir schon dabei sind, in kurzer Zeit erklären, warum er Christ ist? Ich habe von einem Missionswerk gehört, bei dem die Leute fit gemacht werden, ihre Zeugnisse in drei Versionen zu geben: 30 Sekunden, 1 Minute und 2 Minuten (oder ähnlich). Finden wir das pietätlos? Meinen wir, wir müssten unsere ganze Lebensgeschichte erzählen,

Vier Ohren hören mehr als zwei, und sechs Ohren … hören manchmal eben auch noch ein paar Dinge, die man ihnen garnicht sagen wollte. Schliesslich wollen wir entscheiden, mit wem wir reden— aber: Auf dem Pausenhof, im Klassenlager, mit der Clique in der Stadt beim Pizzaessen, ist das ganz schön schwierig! Wie um alles in der Welt, kriege ich den anderen mal so fest, dass er mir zuhört, wenn ich mich schon vorbereitet habe und weiss, was ich ihm sagen will—und stelle dann sicher, dass nicht noch ein ungebetener Zaungast hereinplatzt? Der muss nämlich garnicht mal viel sagen oder gar die Miene verziehen, allein, dass er mithört, kann einen schon aus dem Konzept bringen. Was denkt er? Unterbricht er mich? Zieht er vielleicht gleich einen Flunsch? Wie findet mein Freund das? Ist es ihm vielleicht peinlich? Fragen über Fragen. Konzentration ade. Vier-AugenGespräche sind nicht nur mit der „Angebeteten“ schwer arrangierbar, sondern auch im Kameradenkreis. Wenn da nicht … noch einen kleinen Moment. Sie sehen, das sind alles ganz praktische Fragen und Aspekte, die wir hier behan-