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Ausgabe 01_2012

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P .b.b. Verlagsort 1190 Wien | 03Z035166M

Interview mit Rektor Gerzabek
BOKUs FOKUs | Interview Seite 4-5

BOKUball – älter als angenommen?
BOKUpdate | Bericht Seite 18

Ein Manifest für das Fahrrad
BOKULifestyle | Reportage Seite 25

Bis zur Sponsion ist es noch ein weiter Weg.

Genießen Sie jeden einzelnen Tag.
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Editorial |Inhalt

Editorial
2012 feiert die BOKU 140 Jahre. Ein Grund zu feiern? Die Geschichte der Universität des Lebens hat so manch düsteres Kapitel, besonders vor und während dem zweiten Weltkrieg. Noch immer sind die Tafeln für die „Helden der Kriege“ riesig groß während den Opfern nur mit kleinen Tafeln gedacht wird. Das Zitat aus „Mein Kampf“ auf einer Tafel wurde mittlerweile entfernt, aber ein richtiges Bewusstsein für die Rolle der BOKU und ihrer Studierenden im Ständestaat und Nationalsozialismus scheint nicht zu bestehen. Trotz einiger guter Ansätze fehlt eine komplette und ehrliche Aufarbeitung, auch von Seiten der ÖH. Warum interessieren sich so wenige der Studierenden für die Geschichte ihrer Universität? Ich habe das Gefühl, dass sich viele KollegInnen mit der BOKU identifizieren, gar stolz darauf sind, auf “der Bodenkultur” zu studieren. Ist es falscher Stolz, der viele davon abhält, nachzufragen? Kein Interesse? Oder gar die Meinung, dass wir uns nicht zu viel mit der Vergangenheit beschäftigten sollten? Rassistisches, antisemitisches, homophobes und sexistisches Gedankengut verschwindet nicht einfach, wenn man die Geschichte “ruhen lässt”. Es ist, im Gegenteil, noch immer in unserer Gesellschaft verwurzelt. Unzählige Beispiele – auch an „unserer” Uni – zeigen dies leider immer wieder. Es muss also auch an der BOKU heißen: “Niemals vergessen!” Trotz alledem: Ein erfolgreiches neues Jahr! Joël Adami, Chefredakteur

INHALT
ÖHaftiges
Im Interview: Martin Gerzabek .................................................................4-5 Forum Hochschule...................................................................................6-7 Keine Chance für Lisa Simpson ................................................................. 8 Sport an der Boku? ..................................................................................... 9 EST: Willkommen auf der Boku!................................................................ 10 StV LBT: Bierbraugruppe, Lebensmittelfokus ........................................... 11 StV FWHW: Vorstellung, Interfob .............................................................. 12 StV AW: Vorstellung................................................................................... 13 StV UBRM: Hörsaal im Kino.................................................................14-15 Ehrenamt ................................................................................................... 16 Splitter ....................................................................................................... 17

BOKUmfeld
BOKUpdate: BOKUball - älter als angenommen ..................................... 18 BOKUpdate: WKR - Brauner Mief in der Hofburg. ................................... 19 BOKUpdate: Zoll + Lesen macht schlau ................................................ 20 BOKUpdate: Polizeieinsatz auf der BOKU ............................................... 21 BOKUlinarium: Organic Summer School in Poland ............................22-23 BOKUlinarium: Der ganz normale Wahnsinn............................................ 24 BOKULifestyle: Ein Manifest für das Fahrrad .......................................... 25 BOKULifestyle: Donauradtour..............................................................26-27 BODENKultur: ÖH Bibliothek liest vor ...................................................... 28 BOKUnited: 6th Young Scientist Forum .................................................... 29 Die letzten Seiten: Matrattel .................................................................24-25

Impressum
MedieninhaberIn und HerausgeberIn: Österreichische HochschülerInnenschaft an der Universität für Bodenkultur Wien (ÖH BOKU), Peter-Jordan-Straße 76, 1190 Wien, Tel. 01/47654-2000 Referent für Öffentlichkeitsarbeit: Joël Adami (presse@oehboku.at); MitarbeiterInnen: Maria Löschnauer, Anna Sonnleitner, Lisa Butzenlechner, Ines Haider, Christina Rappersberger, Katharina Albrich, Katharina Scheibenreif, Erika Schaudy, Verena Köhler, Sebastian Klug; Layout: Pamina Klimbacher, Jonathan Mayer Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung der Autorin oder des Autors wieder und müssen mit der Auffassung der Redaktion nicht übereinstimmen. Redaktionelle Bearbeitung und Kürzung von Beiträgen aus Platzgründen vorbehalten. Coverbild: Verena Köhler Fotos falls nicht anders angegeben: Foto-Archiv der ÖH BOKU Bankverbindung: Raiffeisen Landesbank, KtoNr. 10.190.239 , BLZ 32000

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ÖHaftiges | Interview

Im Interview: Martin Gerzabek
Der Rektor der Universität für Bodenkultur über aktuelle Probleme bei der Universitätsfinanzierung und zur Frage der Studiengebühren.
Autor: Daniel Böhm

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aniel Böhm: Von vielen Seiten wird über die schwierige finanzielle Lage der Universitäten in Österreich berichtet. Wie sehen Sie diese als Rektor der BOKU? Martin Gerzabek: Aus Sicht der BOKU stellt sich die Lage genau so dar, wie schon seit letztem Jahr kommuniziert wird. Sollte das Budget nominell gleich bleiben, wie in der momentanen Leistungsvereinbarung, so fehlt uns in der Periode 2013-2015 ein Betrag von 33 Millionen Euro. Das vom Rektorat geschnürte und vom Universitätsrat bestätigte Sparpaket kann ca. ein Drittel dieses Betrags abdecken. Trotzdem möchte ich hier noch betonen, dass sich die BOKU gegenüber anderen österreichischen UNIs in einer leistungsmäßig sehr guten Position befindet. Wir wurden von den Studierenden, gemeinsam mit der TU Graz, zur beliebtesten UNI Österreichs gewählt. Böhm: Trotzdem sind zur Zeit viele Studierende verunsichert, wie es im Bezug auf Studiengebühren weitergehen wird. Es gibt sehr viele Gerüchte und Teile der Bundesregierung haben da auch schon ihre Pläne angekündigt. Wie stehen Sie zu diesen Plänen? Gerzabek: Prinzipiell ist zu sagen, dass die Studiengebühren nur einen sehr kleinen Teil der Finanzierung der Universitäten ausmachen. An der

BOKU sind das im Moment ca. 5% des Bundesbudgets. Diese bekommen wir als Ersatzzahlungen rückerstattet. Der Teil, den wir bisher selbst einheben macht zusätzlich in etwa eine Million Euro aus*. Diese Summe wird uns ab nächstem Jahr abgehen, sofern es keine neuen Lösungen oder Ausgleichszahlungen gibt. Die Möglichkeit, ab nächstem Jahr selbst Gebühren einzuheben sehen wir, aus der rechtlichen Unsicherheit heraus, als keine Option an**. Das heißt, das Rektorat steht auf dem Standpunkt, dass nur eine rechtlich klare Regelung eine Basis für Studiengebühren sein kann. Böhm: Wenn Sie in diesem Zusammenhang einen Appell an die Bundesregierung hätten, wie würde ein solcher aussehen? Gerzabek: Der Appell würde beinhalten, dass wir im Zusammenhang mit dem Hochschulplan zu einer klaren Finanzierungsbasis für die österreichischen Universitäten kommen. Im Rahmen des Hochschulplans gibt es im Zusammenhang mit der Finanzierung den Vorschlag der Studienplatz- oder kapazitätsbezogenen

Finanzierung. Klar ist, dass eine solche Vorgehensweise Zugangsregelungen bedingen würde, weil sicherlich keine unbegrenzte Finanzierung möglich ist. Der Appell ist eigentlich, klare Bedingungen zu schaffen und auch die Bitte, dass hier alle politischen Kräfte zusammenwirken. Böhm: Sehen Sie beim Modell der autonom von den Universitäten festlegbaren Studiengebühren die Gefahr, dass die Studierenden und die einzelnen Gremien an den Universitäten auseinander getrieben werden bzw. sogar eine Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Universitäten geschaffen wird?

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Interview | ÖHaftiges

Gerzabek: Die Idee der autonomen Gebühr ist sicher die, die am schwierigsten umzusetzen ist. Es wäre sicher für das System, also die Universitäten klarer, wenn es eine gesamt-österreichische Regelung gäbe. Und es wäre sicherlich auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit der Gremien an den Universitäten einfacher umzusetzen. Böhm: Trotzdem finden sich an der BOKU im Moment wieder Möglichkeiten, um in Lehre und Forschung zu investieren. Würden Sie hierüber kurz berichten? Gerzabek: Gerne! Wie ich schon anfangs sagte, die BOKU steht in Summe ganz gut da, auch wenn wir Schwierigkeiten haben, insbesondere in den ersten beiden Semestern. Wir haben zu geringe Kapazitäten bei Hörsälen und bei Labors. Das ist schwierig! Wir haben aber gleichzeitig auch neue Möglichkeiten. Einerseits unser Standortkonzept für

die Türkenschanze, in dem ja auch ein neuer großer Hörsaal geplant ist, andererseits auch die Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung für die Fächer Mathematik, I n f o r m a t i k , N a t u rwissenschaften und Technik bzw. auch die Massenfächer***. Aus dieser Initiative hat die BOKU in Summe 17 Projekte lukrieren können und diese Projekte beschäftigen sich vor allem mit der Verbesserung der forschungsgeleiteten Lehre, ob das jetzt Übungs-Labors für MolekularBiologie und Chemie sind oder Verbesserung der Hörsaalausstattung oder ein großes Projekt zum Beispiel, eine „Bioindustrial Pilot Plant“ gemeinsam mit der TU Wien, bei der es darum geht, das Technikum in der Muthgasse auf modernste Weise umzubauen und für die forschungsgeleitete Lehre verwenden zu können. Es werden mehrere Experimentallabors ausgebaut, so auch zum Beispiel im Department für Wald- und Bodenwissenschaften, in den Bereichen der Messtechnik und des Strahlenschutzes, bis hin zur Verbesserung der Bibliotheksinfrastruktur. Das waren nur einige der vielen Projekte. Und ich denke, dass wir dieses gute Abschneiden einerseits den gut aufbereiteten Projekten der Departments und Serviceeinrichtungen, andererseits aber auch der sehr guten Performance der BOKU, so wie sie sich derzeit darstellt, zu verdanken haben!

Informationen
* Die Studiengebühren waren bisher nicht, wie oft geglaubt, komplett abgeschafft, sondern waren nur von österreichischen Studierenden mit der Verknüpfung an Toleranzsemester, nicht zu bezahlen. ** Nach einer Klage beim Verfassungsgerichtshof wurde die gesetzliche Studiengebührenregelung, aufgrund ihrer unklaren Formulierung, für ungültig erklärt. Sollte bis 29. Februar 2012 keine neue Regelung beschlossen werden, gilt die gesetzliche Grundlage zur Einhebung von Studiengebühren als vermutlich rechtlich nicht mehr gegeben. *** Kurz MINT: Die BOKU erhält für die 17 Projekte insgesamt 6 Millionen von den insgesamt 40 Millionen Euro bundesweiter Fördersumme. Interessantes Detail am Rande: An der BOKU sind, bis auf WOW und HNT alle Bachelorstudien per Definition Massenstudien.

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ÖHaftiges | Forum Hochschule

Bildung – sag mir deinen Wert!
Verbesserungsvorschläge für die prekäre Situation der österreichischen Universitäten: Kick-Off „Forum Hochschule“
Autorin: Irina Hohenwarter

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ie frei soll Wissenschaft sein? Welche Ressourcen brauchen die Hochschulen? Wem soll es möglich sein, sich an tertiärer Bildung zu beteiligen?“ Mit diesen Fragen eröffnet Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung die Kick-Off Veranstaltung zum Projekt „Forum Hochschule“. Auf all diese Fragen sollen hier Antworten gefunden werden. Erarbeitet in einem breit angelegten Prozess - durch Studierende, Lehrende und ExpertInnen verschiedener Fachbereiche. Im August präsentierte Wissenschaftsminister Töchterle einen ExpertInnenbericht als Grundlage für den Hochschulplan - erstellt von drei UniversitätsprofessorInnen aus der Schweiz und Deutschland. Neben Reformen für die Hochschulfinanzierung werden darin außerdem Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen für „Massenfächer“ empfohlen. Die Expertise soll als richtungsweisendes Instrument für die Universitäten Österreichs dienen. Doch diese Rechnung wurde ohne die hauptsächlich Betroffenen des Konzepts gemacht: den Studierenden. Deshalb soll im Zuge des Projekts „Forum Hochschule“ eine lösungsorientierte Alternative entwikkelt werden. Eine Gegenposition zum Hochschulplan des Wissenschaftsministeriums. Alternativen für die katastrophale Hochschulpolitik werden nicht ohne Grund gesucht. Auch im Herbst 2011

starteten viele Studierenden mit zahlreichen Einschränkungen und Verschlechterungen ins Studium. Für Zehntausende wurde die Familienbeihilfe gestrichen. Versicherungskosten wurden erhöht und Heimplätze vermindert. Ein Großteil der Studierenden lebt unter der Armutsgrenze. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt der österreichischen Hochschulpolitik ein hartes Urteil aus: Österreich hat zu wenig StudienanfängerInnen und AbsolventInnen. Trotz dieser düsteren Zustände und Prognosen tendiert die Bundesregierung durch ihre Sparmaßnahmen im Hochschulbereich zu einer Politik, die Studierendenzahlen nicht steigern, sondern dezimieren soll. In Protestbewegungen wie #unibrennt und Universitätsvollversammlungen wird versucht, die Probleme der Universitäten zu artikulieren und EntscheidungsträgerInnen auf diese aufmerksam zu machen. Doch die Ignoranz oder Handlungsunfähigkeit wirkt mit der Zeit lähmend auf die kritischen Studierenden und Lehrenden. Es scheint fast so als fänden die Hilferufe kein Gehör in der Politik, bis sie schlussendlich leiser werden und verebben. Übrig bleibt der allgemeine Frust der Betroffenen über die prekäre Situation: fehlender Raum, fehlende Zeit.

vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung empört über die aktuelle Hochschulpolitik, die sich seit Jahren in einer Sackgasse befände. Der gesellschaftliche Wert des tertiären Bildungssektors soll erkannt, ein alternativer Hochschulplan transparent und gemeinsam erarbeitet werden. In 5 Arbeitsgruppen werden dabei folgende Themen behandelt: Hochschulfinanzierung, Soziale Absicherung von Studierenden, Qualität der Lehre, Wissenschaft und Forschung und Hochschulorganisation und Governance. Der Zeitplan sieht die Präsentation der Ergebnisse Anfang 2012 vor.

Welchen Wert hat Bildung für uns?
Seit jeher haben Hochschulen dazu beigetragen, dass sich die Gesellschaft entwickeln kann, dass Menschen zu selbstständig denkenden Individuen gebildet werden. Sie tragen auch wesentlich zur Emanzipation der Gesellschaft bei. Die Rahmenbedingungen für Bildung werden von der Politik geschaffen. Doch wie sieht dieser Rahmen aus? Hochschulen werden immer weniger nach ihrer gesellschaftlichen Bedeutung gemessen, sondern nach ihrer Leistung als gewinnorientierter Wirtschaftsbetrieb. Die entsprechende Wertschätzung und finanzielle Unterstützung durch öffentliche Gelder bleibt aus. Dies lässt auch die Budgetrede von Finanzministerin Fekter am 19. Oktober 2011 verheißen. Dem

Projekt „Forum Hochschule“
Bei der Auftaktveranstaltung „Forum Hochschule“ zeigt sich Janine Wulz

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Forum Hochschule | ÖHaftiges

Hilferuf nach einer Ausfinanzierung des Hochschulsektors wird mit schamlosem Zynismus begegnet. Töchterles Vorstoß zur Aufbringung der „Uni-Milliarde“ war ein leeres Versprechen. Fekter amüsiert sich lediglich über die Tatsache, dass die beschlossenen 80 Millionen Euro für den tertiären Sektor in unserer alten Währung schließlich die benötigte Milliarde darstelle. Im Zuge der Podiumsdiskussion der Auftaktveranstaltung „Forum Hochschule“ legen die DiskutantInnen ihre Standpunkte zum Thema Hochschulbildung dar. Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung stellt fest, dass in der momentanen Diskussion über die Hochschulpolitik lediglich mit Schlagworten geworfen wird. Sie vermisst ein klares Bekenntnis des Wissenschaftsministers zur Ausfinanzierung der Universitäten und einer Steigerung der AkademikerInnenquote. Hans Pechar, Hochschulforscher an der Universität Klagenfurt zeigt auf, dass es den Universitäten heutzutage nicht gut geht. Dies wird deutlich, wenn man die steigenden Studierendenzah-

len in Relation zum bereitgestellten Budget betrachtet. Er kann sich nicht vorstellen, dass das angestrebte Ziel (EU2020), ein BIP von 2% bis 2020 für den tertiären Sektor sicherzustellen, erreicht wird. Als Alternative schlägt er vermehrtes Zurückgreifen auf private Gelder für den Hochschulbereich vor. Margit Schratzenstaller vom österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) konstatiert, dass die Entwicklung der Finanzierung der Hochschulen mit Bedacht auf die Dynamik der Studierendenzahlen geschehen sollte. Sie gibt zu Bedenken, dass eine Finanzierung durch private Gelder (dabei unterscheidet sie zwischen Studiengebühren, Drittmittelfinanzierung und privaten Spenden, Mäzenentum und Stiftungen), kein konstantes Finanzierungsmodell garantiert. Außerdem müsste man sich dabei zunehmend auf Einzelpersonen verlassen und wäre dem Einfluss der GeldgeberInnen ausgesetzt. Für die Finanzierung der Bildung sollte in Zukunft also durch öffentliche Gelder die Gesamtbevölkerung in die Verantwortung genommen werden.

Ob der alternative Hochschulplan wie erhofft als Grundlage für die zukünftige Hochschulpolitik herangezogen wird, wird sich weisen. Ziel ist ein Loslösen der politischen Aufmerksamkeit von der Debatte um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Die Bundesregierung wird dazu angehalten, viele der erarbeiteten Vorschläge entgegen und in ihre Arbeit auf zu nehmen. Aspekte wie die soziale Lage der Studierenden, Qualität in der Lehre und Freiheit von Wissenschaft und Forschung sollen nicht unbeachtet bleiben, sondern als zentrale Themen der Bildungspolitik in den Vordergrund rücken.

Informationen
Forum Hochschule: www.oeh.ac.at/forumhochschule OECD: www.oecd.org/publishing/corrigenda

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ÖHaftiges | Keine Chance

Keine Chance für Lisa Simpson
Fleißig, begabt und musikalisch – in Österreich würde Lisa Simpson wohl dennoch an keiner Universität landen.
Autor: Klemens Herzog

n regelmäßigen Abständen weist die Österreichische HochschülerInnenschaft auf die prekäre Lage der Studierenden hin. So leben über 60 Prozent der Studierenden unter der relativen Armutsgrenze. Fast zwei Drittel müssen auch unter dem Semester arbeiten um sich das Studium finanzieren zu können. Bei Studienplänen, die auf Vollzeit ausgerichtet sind, ein schwieriges Unterfangen, welches zwangsweise entweder auf Selbstausbeutung oder auf die Vernachlässigung des Studiums hinausläuft. Wem es ein Anliegen ist, sich fundierter mit dem Begriff Bildung auseinander zu setzen oder die Diskussion rund um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen über das Niveau von schockierenden Zahlen zu heben, dem stehen zahlreiche Türen offen. Eine davon ist der von Ingolf Erler herausgegebene Sammelband „Keine Chance für Lisa Simpson?“.

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Wer es nicht schafft…
Chancengleichheit in der Bildung gibt es nicht, darüber jedenfalls sind sich die AutorInnen des Sammelbands einig. In keiner Gesellschaft ist es für den Werdegang eines Kindes gleichgültig, in welche Familie es geboren wurde. In Österreich lassen sich die Bildungs- und Berufschancen eines Kindes mit nur wenigen Parametern gut abschätzen: Beruf, Bildung und Einkommen der Eltern, Geschlecht, Wohnort, ethnische bzw. religiöse Zugehörigkeit. Würde Lisa Simpson in Österreich aufwachsen, wäre es
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fraglich, ob sie einen akademischen Abschluss erreicht. Der Vater ohne, die Mutter mit mittlerer Reife, in einer Kleinstadt lebend - in dieser Konstellation hätte Lisa nur eine Chance von sechs bis acht Prozent, einen Universitätsabschluss zu erreichen. Österreich besitzt demnach ein reproduktives Bildungssystem, das bedeutet, dass sich die gesellschaftliche Position der Eltern vererbt. Die Diskussion über „Intelligenz und Begabung“ verdeckt jedoch zunehmend die soziale Dimension von Bildungserfolgen. In unserer Gesellschaft sind wir vermeintlich alle unseres eigenen Glückes SchmiedIn. Leistung wird auf die individuelle Ebene herab gebrochen. Sprich: Wer es nicht schafft, ist selbst schuld. Der Grund für diesen weit verbreiteten Glauben liegt in einer oberflächlichen Gleichbehandlung. Wenn ungleiche SchülerInnen in der Schule
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oder Studierende an den Universitäten nach denselben Maßstäben bewertet werden, verschleiert das deren unterschiedliche Voraussetzungen, vermittelt jedoch ein Bild einer gerechten Behandlung.

… ist selbst schuld?
Die Illusion der Chancengleichheit zerbricht tagtäglich an der studentischen Realität. Viel öfter sind es Frauen, ArbeiterInnenkinder, Kinder von Alleinerziehenden und Menschen mit Migrationshintergrund, die über scheinbar unsichtbare Stolpersteine fallen. Hürden wie Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und vermeintliche „Studienorientierungsphasen“ begünstigen die soziale Selektivität. Die viel zitierte Wissensgesellschaft sollte jedoch eine sein, an der alle teilhaben können.

Sportreferat | ÖHaftiges Öhaftiges |

Sport an der BOKU ?!
Das ÖH-Sportreferat stellt sich und sein umfassendes Sportangebot vor.
Autor: Markus Haidn

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ie manche von Euch bereits wissen, gibt es an der BOKU ein Sportreferat der ÖH. Unser Team besteht aus Thomas Berner als unser Referent, Isabella Maaß, Florian Dumfart, Johannes Leitold und Markus Haidn als Sach bearbeiter. Wir sind eine junge und dynamische Gruppe und haben es uns zur Aufgabe gemacht für Euch ein umfangreiches Sportangebot auf die Beine zu stellen.

Unser Kursangebot
Da sich in dieser Ausgabe alles um das Fahrrad dreht, wird passend dazu von Thomas Berner zum Frühlingsbeginn ein Fahrrad-Reparaturtag angeboten. Hier kannst Du vom Einstellen bis zum Schmieren alles erlernen was ein gutes Service ausmacht.

Pünktlich zum Beginn des Sommersemesters werden Isabella Maaß und Thomas Berner wieder einen Wandertag rund um Wien veranstalten. Es geht hinaus in den Wienerwald, die Weinberge von Döbling und anschließend zur gemeinsamen Stärkung in den Heurigen. Für alle, die es etwas schneller mögen und sich in Wien schon bestens auskennen, organisiert Florian Dumfart drei bis vier Mal pro Semester einen Orientierungslauf. Ein weiterer Fixtermin in unserem Sportangebot ist das wöchentliche Fußballtraining, welches von Johannes Leitold durchgeführt wird. Dieses findet je nach Witterung im Freien am Hartplatz oder Indoor im Soccerdome statt.

Markus Haidn veranstaltet das wöchentliche Volleyballtraining für Fortgeschrittene ebenso wie das Bergsportwochenende mit Hüttenübernachtung, den Kletterkurs und auch den ÖH-Skitag.

Veranstaltungen
Zusätzlich zu den Sportkursen organisieren wir auch Turniere und Reisen zu Sportveranstaltungen. Eine unserer jährlichen Veranstaltungen ist das ÖH-Beachvolleyballturnier auf der Schmelz. Dieses wurde in den letzten Jahren von Thomas Hobel und Markus Haidn organisiert und wird auch im Juni 2012 wieder stattfinden. Das 4. BOKU Hallenfußballturnier steht für 2012 ebenso in Planung wie die Teilnahme an einer Sportveranstaltung der rumänischen Agrar-Universitäten.

Infos und Anmeldung
Alle Informationen zu den Kursen und Veranstaltungen findet Ihr auf unserer Homepage. Hier könnt Ihr Euch auch die Plakate und Fotos der letzten Jahre ansehen. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Für die Veranstaltungen wird ein kleines Nenngeld eingehoben, tolle Preise und viel Spaß sind inklusive! Wir freuen uns auf Eure Teilnahme! Zur Motivation noch ein Zitat von Winston Churchill (1874-1965): “Keine Stunde im Leben, die man mit Sport verbringt, ist verloren.“

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ÖHaftiges | EST

Willkommen auf der BOKU!
Wie Enthusiasmus und ein offenes, verständnisvolles Miteinander als Wegbereiter für die ersten Wochen eines Unilebens fungieren.
Autor: Andreas Weber

„W

illkommen auf der Boku!“, so hallte es den TeilnehmerInnen des Erstsemestrigentutoriums, später Tutlinge genannt, am ersten Tag entgegen. Ein Willkommensgruß der Universität der Nachhaltigkeit, der jetzt, wenn ich meine erste BOKU-Woche Revue passieren lasse, nachhallt. Niemand der Anwesenden wusste, was folgen würde. Ich selbst erhoffte mir einen rein organisatorischen Nutzen. Im Schwackhöfer–Haus zusammengedrängt warteten wir orientierungslos, den ersten Schritt auf diesem neuen Weg gemeinsam antretend. Der erste Eindruck? Wir sind viele. Nach kurzen Eröffnungsreden der Studienvertretung folgte die Einteilung nach Studienrichtung. Die jeweiligen VertreterInnen teilten uns nach einem kurzen Einblick in das gewählte Studium Stundenpläne für das erste Semester aus, deren Rückseite schon die Gruppeneinteilung für die folgende Woche zeigte. Stolz sage ich heute noch immer, Mitglied der Ca–Gruppe gewesen zu sein. Die ersten Funken Enthusiasmus sprangen auf mich über, als eine unserer Tutorinnen über die Tische sprintend ihre Gruppe suchte. Zweiter Eindruck: Die Uni macht Spaß! Das Ziel meiner Gruppe war der Türkenschanzpark, wo sich unter einer strahlenden Sonne mein zweiter Eindruck erhärten sollte. Wir begannen mit einigen Kennenlernspielen; einzelne Menschentypen zeigten sich vorsichtig, Sympathien wurden jedoch rasch verteilt. Als auch das letzte Gruppenmitglied seine Sonnenbrille abge-

nommen hatte, wusste jeder, dass dies eine sehr interessante Woche werden würde. Was waren die Momente dieses ersten Tages, die mich von einem Skeptiker, der sich anfangs über den Sinn des Tutoriums den Kopf zerbrach, zu einem „Vollzeit–Tutling“ machten? Es war das Lachen. Das ehrliche, ansteckende und lebhafte Lachen, sei es jetzt das der Höhersemestrigen oder das der Anfänger. Die weiteren Tage der Tutoriumswoche waren gefüllt mit Exkursionen zum näheren Kennenlernen. Alle Fragen wurden frei nach dem Motto „Es gibt keine dummen Fragen“ unvoreingenommen und offen beantwortet: Dadurch wuchs die Gruppe zusammen, ein Prozess, unterstützt durch die aktive Teilnahme

unserer TutorInnen. Spannende Diskussionen wurden durch das flexibel gestaltete Programm erst möglich. Diverse Veranstaltungen sorgten dafür, dass unter uns Tutlingen keine Wünsche offen blieben. Seien es weitere Rundgänge, gemeinsam zu Essen oder auch der Wunsch zu feiern. Das lebensbestimmende Projekt Studium hat durch das Tutorium einen Anfang genommen, der wahrscheinlich nicht besser hätte sein können. Er kann vor allem zwei Menschengruppen zugeschrieben werden: den TutorInnen und meinen Mit–Tutlingen. Klar ist, dass ohne dem von ihnen gezeigten Engagement und Enthusiasmus ein so schöner Start nicht möglich gewesen wäre. In diesem Sinne: Herzlich willkommen auf der BOKU!

Foto: Pamina Klimbacher

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StV LBT | ÖHaftiges

Bronze für BOKU-Bier
Aus der anfänglichen Motivation, den Bierbrauprozess besser kennenzulernen, folgte der 3. Platz beim Internationalen Brauwettbewerb in Berlin.
Autoren: Roland Pöttschacher, Inge van der Zijden

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want one more!“ So überzeugte das Team Black Hops die Jurorin Esther Isaak de Schmidt Bohländer schon beim ersten Schluck. Mit zwei Gruppen reiste die Braugruppe der Studienrichtung LMWT am 26. September in Berlin zum 2. Internationalen Brauwettbewerb an. In Sack und Pack befanden sich zwei Biersorten in Fässern, Zapfhähne, eine CO2-Flasche und sehr motivierte BierverkosterInnen. 18 Gruppen aus unterschiedlichen Ländern traten mit diversen Biersorten an. Eine Jury, bestehend aus vier fachkundigen Personen tätenladens, bewertete die mitgebrachten Biere nach den Kriterien Qualität, Präsentation und Info-Poster. Das „Oatmeal Stout“

der BOKU-Gruppe begeisterte die JurorInnen, da es durch seine besondere Rezeptur mit Haferflocken, einer guten Schaumstabilität und der gewissen Cremigkeit herausstach. Das Jurymitglied Philip Bollhorn, selbst Braumeister, lobte die Bierbrauer: „Schön, dass mal ein Stout dabei war. Da traut sich ein deutscher Brauer nur sehr vorsichtig heran”, wie man im Artikel der Zeitung „Zeit Online“ nachlesen kann.
http://bit.ly/bierbrauen

Gewinner des 3. Preises mit dem Bier „Oatmeal Stout“ beim 2. Internationalen Brauwettbewerb (v.l.n.r.): Hinten: Philipp Palmstorfer, Lukas Danner, Roland Pöttschacher, Inge van der Zijden, Malte Feldmann, Christina Niedermayer, Katrin Lindner, Vorne: Katrin Leutgeb, Anja Zehethofer.

Der Wettbewerb diente nicht nur dazu, die besten Biere zu krönen, sondern auch, sich bei einer Schweinshaxe mit Bierverkostung besser kennenzulernen oder bei einem leckeren Berliner Döner neue Freundschaften zu knüpfen.

Ein großer Dank gilt den Sponsoren (BOKU, STAMAG und STORCHENBRÄU) und dem Institut für Lebensmitteltechnologie für die materielle und finanzielle Unterstützung und die Zurverfügungstellung des Technikums.

Lebensmittelfokus.at
Am 18. Oktober präsentierten Studierende das Projekt „Lebensmittelfokus.at“ – der Startschuss für mehr Medienkompetenz im Studium. Autor: Jochen Kleboth

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s betrifft jede und jeden von uns. Mehrmals täglich. Es ist wohl eines der komplexesten, emotionalsten und manchmal auch skurrilsten, besorgniserregendsten Themen unserer Zeit. Um was es geht? Lebensmittel. Gute, gebündelte Information ist hier schwer bis gar nicht zu bekommen. Es fehlt der wertfreie Fokus. Lebensmittelfokus.at ist eine studentische Initiative der Masterstudienrichtungen Safety in the Food Chain (SIFC), Lebensmitteltechnologie und -wissenschaften und Biotechnologie, die

sich genau das zur Aufgabe gemacht hat: Information zu bündeln und aktuell zur Verfügung zu stellen. Dabei wird auf andere, qualitative Artikel aus diversen Medien wie Onlinezeitschriften, Youtube etc. verwiesen, es wird gebloggt, selbst geschrieben und Interviews werden geführt. Neue Medien wie Facebook und Twitter sind integraler Bestandteil des Projektes und werden ebenso bedient wie der klassische Webauftritt als Onlinemagazin mit Newsletter. Andererseits soll die Medienkompetenz der StudierenÖH_MAGAZ IN | 01_2012

den etabliert und gefördert werden. Der Lebensmittelfokus ist eine „Mitmachplattform“. Studierende der genannten Studienrichtungen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Die Studierenden reflektieren ihr erworbenes akademisches Wissen an aktuellen Themen und der öffentlichen Diskussion in redaktioneller Aufarbeitung. Wenn Acrylamid, EHEC, Probiotika, Lebensmittelallergien, GVO und Listerien für dich keine Fremdwörter und eine Diskussion wert sind, dann melde dich bei uns!
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ÖHaftiges|StV FWHW

Studienbeginn der ForstwirtInnen
Die ersten Tage im neuen Studium. Das Erstsemestrigentutorium bietet Orientierung, beantwortet Fragen und besucht zwei Tage lang Betriebe.
Autor: Julia Aichhorn

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ie erste Zeit auf der Universität ist für die meisten sehr aufregend. Daher haben wir, die STV Forst- & Holzwirtschaft, wieder ein Erstsemestrigentutorium angeboten. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Rektor stellten wir uns den Erstsemestrigen vor. In Kleingruppen führten wir die Studierenden durch die verschiedenen Gebäude der Türkenschanze und beantworteten offene Fragen. Dienstag Früh begann die zweitägige fachbezogene Exkursion für die Forstwirte. Dabei sollten die Studierenden

die unterschiedlichen Facetten der Forst- und Holzwirtschaft kennenlernen. Das erste Ziel war der Biomassehof Leoben. Hier konnten wir die Produktion von Hackgut und Scheitholz verfolgen, wobei nur Holz aus der Region verwendet wird. Anschließend besuchten wir das Jagdmuseum Schloss Stainz. Die Erstsemestrigen erfuhren hier einiges über die Jagd in der Steinzeit, über die kaiserliche bis hin zur modernen Jagd. Danach fuhren wir zu unserer Unterkunft und trafen dort mit der Erstsemestrigengruppe der Holzwirte zusammen. Bei dem

einen oder anderen kühlen Bier lernten sich die neuen KollegInnen kennen. Am nächsten Tag ging die Exkursion weiter nach Obdach zur Firma Pabst. Dort sahen wir die unterschiedlichen Arbeitsprozesse in einem Sägewerk. Last but not least empfing uns das Unternehmen Lieco in Kalwang, welches Forst-Containerpflanzen produziert. Dort wurde uns der lange Weg vom Saatgut bis zur Forstpflanze erläutert. Danach ging es wieder zurück nach Wien. Für die Studierenden war es ein gelungener Start ins neue Studium.

„Interfob Austria“ in Velden!
240 StudentInnen von 14 europäischen Universitäten aus 7 Ländern an einem Ort – ein Studierendenaustausch der Superlative!
Autor: Wolfgang Gossenreiter

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eit 1989 wird jedes Jahr die INTERFOB von Studierenden verschiedenster Universitäten organisiert und im jeweiligen Land ausgeführt. Ziel der INTERFOB ist fachlicher und persönlicher Austausch von Forst- und Holzwirtschaftsstudierenden aus Europa. Der heurige Austausch wurde von Studierenden der BOKU in Velden am Wörthersee vom 10. – 14. Oktober organisiert. Nach Anreise und Kennenlernen am ersten Tag startete der zweite Tag mit

Präsentationen der jeweiligen Universitäten. Am Nachmittag standen Fachvorträge von Prof. Teischinger und den Sponsorfirmen am Programm. Am Mittwoch wurden Exkursion zu diversen holzverarbeitenden Betrieben bzw. Forschungsanstalten angeboten. Der Abend stand ganz im Zeichen des „International Evening“. Alle StudentInnen bereiteten typische Gerichte ihres Landes vor und kleideten sich traditionell ein. Für manch eineN endete der Tag mit einer österreichischen „Brettljausn“ mit Obstler, französischem Käse und Wein,
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spanischem Schinken und Sangria, finnischem Mintu und Salmiaki-Schnaps, schweizer Raclettekäse und Schnupftabak, einer deutschen Weißwurst und Weißbier und polnischem Wodka. Der folgende Sporttag bat die ideale Gelegenheit sich von den Strapazen des Vortages zu erholen. Am Abend wurde die Interfob mit einem glamourösen Galadinner beendet. Insgesamt war dieser Austausch ein voller Erfolg und manch eineR freut sich schon auf die nächste INTERFOB in Biel/CH im Oktober 2012.

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StV AW | ÖHaftiges Öhaftiges |

STV AW: Wer und was ist neu?
Die neuen StudienvertreterInnen für Agrarwissenschaften und ihre bisherigen Leistungen im Überblick.
AutorInnen: Cornelia Rößler, Elisabeth Schwaiger, Simon Karl, Martin Öhler, Maria Streif

iebe Agrarwissenschaftlerinnen, liebe Agrarwissenschaftler! An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei Euch vorstellen. Wir sind eure Studienvertretung für Agrarwissenschaften an der BOKU: Cornelia Rößler, Elisabeth Schwaiger, Simon Karl,Martin Öhler und Maria Streif.

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Erfolgreicher Beginn
Seit Oktober sind wir nun als eure StudienvertreterInnen im Amt und haben uns mittlerweile schon gut in unser neues Aufgabengebiet eingearbeitet. Wir haben für unsere Periode als Studienvertretung vieles geplant und auch schon einige Projekte umgesetzt. Als unser Einstiegsprojekt möchten wir das Erstsemestrigen-Tutorium nennen, das den neuen Studierenden den Einstieg an unserer Uni und das Kennenlernen der KollegInnen und Strukturen erleichtern sollte. Auch dieses Jahr war das Erstsemestrigen-Tutorium ein voller Erfolg, die TutorInnen haben wieder viele spannende Exkursionen organisiert, die zum einen das Kennenlernen erleichterten, aber auch fachlich sehr vielfältig und interessant waren. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Wir freuen uns schon auf das nächste Erstsemestrigen-Tutorium und sind gespannt, wo die Exkursionen das nächste Mal hinführen werden.

vorne (v.l.n.r.): Elisabeth Schwaiger, Cornelia Rößler, Maria Streif – hinten (v.l.n.r.): Martin Öhler, Simon Karl

technica in Hannover teilzunehmen. 24 Studierende nutzten dieses Angebot und besuchten die weltweit größte Landtechnik-Ausstellung. Ein kleiner Rückblick dazu folgt in der nächsten Ausgabe.

Wir sind für euch da
Wichtig ist für uns auch die Beratung der AW-StudentInnen. Dazu gibt es jeden Montag (außer in der vorlesungsfreien Zeit) für Euch von 13:00 bis 14:00 Uhr eine Sprechstunde im STV AW-Zimmer der ÖH-BOKU. Wenn Ihr Fragen zu eurem Studium habt könnt Ihr uns auch gerne eine E-Mail (stvaw@oehboku. at) schreiben. Informationen, die alle AW-Studierende betreffen gibt es auch von Zeit zu Zeit via E-Mailversand. Um euren Wissensdurst auch außerhalb der Lehrveranstaltungen zu stillen, werden wir uns bemühen ein Kursangebot rund um das Thema Landwirtschaft zusammen zu stellen. Diese Veranstaltungen
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werden mittels Aushang an der Uni und per Mail bekanntgegeben. Wir freuen uns auf jede von euch die bei unserer Sprechstunde vorbeischaut und bei unseren Veranstaltungen teilnimmt! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg bei eurem Studium! Eure Studienvertretung für Agrarwissenschaften, Conny, Lisi, Martin, Simon & Maria

Informationen
E-Mail: stvaw@oehboku.at Homepage: aw.oehboku.at Sprechstunde: Montag 13:00 bis 14:00 Uhr im STV-AW-Zimmer der ÖH-BOKU

Exkursion zur Agritechnica
Im November gab es für alle Landmaschinen-Begeisterten an der BOKU die Möglichkeit an der Exkursion zur Agri-

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ÖHaftiges|StV UBRM

Hörsaal im Kino
Verschlafene Vorlesungen in vollen Kinosälen, Frontalvorträge ohne Airbags, Theorie ohne Praxis. Aber es geht auch anders…
Autor: Klemens Herzog

m Oktober 2011 unternahm eine Gruppe von motivierten Lehrenden und Studierenden in der Lehrveranstaltung „Einführung in das Umweltund Bioressourcenmanagement“ den Versuch mit der vermeintlich unvermeidlichen Realität zu brechen. Schon während den inhaltlichen Vorbereitungen wurde bezweifelt, inwiefern reflexives Denken, transdisziplinäre und partizipative Methoden – kurz essentielle Vorraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung – in Form von Frontalvorträgen vermittelt werden können. Nun wäre diese Einsicht an sich ja nichts Neues. Eine Vielzahl von Lehrenden ist sich den didaktischen Mängeln von Frontalunterricht durchaus bewusst. Zweifelsohne sind auch die universitären Rahmenbedingungen, für alles was über das klassische „ProfessorIn spricht, Studierende hören zu“ hinausgehen soll, schwierig. Straffe Unibudgets, katastrophale Betreuungsverhältnisse sowie ein generell eher geringer Stellenwert der Lehre, bieten sich allerdings nur allzu leicht als Legitimation für ein „geht ja nicht anders“ an. Natürlich sehen wir es als unsere Aufgabe für bessere Bedingungen einzustehen und zu kämpfen. Jedoch holt uns dabei der Status quo immer wieder ein: Wenn 450 Studierende auf eine/n Lehrende/n kommen, ist der Ruf nach einer Ausfinanzierung der Unis zwar notwendiger denn je; de facto braucht es jedoch darüber hinaus eine extra Portion Motivation und Kreativität von Seiten der Lehrenden um zu zeigen, dass universitäre Lehre
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wesentlich mehr sein kann als mittelprächtig gestaltete Powerpoint Folien. Marianne Penker und Thomas Lindenthal, beide lehrend und forschend an der BOKU, brachten ebendiese Überzeugung in die Konzeption ihres Teiles der Lehrveranstaltung „Einführung in das UBRM“ ein.

Wissen unterschiedlichster AkteurInnen kann integriert, gemeinsam erweitert und am Ende strukturiert präsentiert werden. In der Praxis wird diese Methode vor allem in der Regionalplanung angewendet, wo es vorrangig darum geht für alle Beteiligten bzw. AnrainerInnen tragbare Lösungen zu finden.

Partizipation mittels Kaffee
Mit Hilfe eines World Cafés sollten die Studierenden ein komplexes Themengebiet selbstständig erarbeiten, diskutieren und anschließend präsentieren. Ziel ist es Wissen, Meinungen und Wünsche vieler Personen zu einer bestimmten Frage- oder Problemstellung zu sammeln und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Das World Café bietet zudem die Möglichkeit zwanglosen Austausches, ohne Angst vor Kritik oder Konfrontation in der Großgruppe. Bestehendes
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Die Komplexität des Kaffees
Die Lehrveranstaltung „Einführung in das Umwelt- und Bioressourcenmanagement“ wurde konzipiert um den StudienanfängerInnen einen Überblick über das Studium sowie über (globale) soziale und ökologische Problemlagen zu liefern. In diesem Kontext wurden mit Hilfe des World Café die Themen Klimawandel, Energieversorgung und Welternährung diskutiert. 16 ModeratorInnen aus den Reihen der Lehrenden, Tutoren, UBRM-Höhersemestrigen, sowie UBRM-Erstsemestrigen betreuten je eine Station, an welchen

Foto: Raphael Zwiauer

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die oben genannten Themen diskutiert und auf Flipcharts visualisiert wurden. Die Inputs der TeilnehmerInnen zeigten eindrucksvoll den bereits vorhandenen Wissensstand, aktuelle Debatten, Widersprüche und Synergien zwischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Perspektiven, und allem voran die enorme Komplexität der Themenbereiche. Das Gewirr aus Pfeilen, Strichen und Kreisen erschwerte zwar den Überblick, schuf aber ein erstes Bewusstsein, dass alles mit allem zusammenhängt, und einfache Lösungen meist nicht die richtigen sind.

Gute Lehre ist auch unser Kaffee
Das Feedback der Studierenden war nach den doch sehr intensiven Einheiten sehr positiv. Zwar ist die Organisation und Durchführung mit jeder Menge Arbeit verbunden – die tollen Ergebnisse dieses Vormittags und positiven Zusprüche der Studierenden entschädigten jedoch alle Mühen.

Die Frage der Wiederholbarkeit in diesem einen speziellen Fall scheint beantwortet. Auch nächstes Jahr wollen wir zusammen mit UBRM-Erstsemestrigen Meinungen und Expertisen zusammenführen und gemeinsam aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufarbeiten. Die Frage nach der Möglichkeit solche Lehrmethoden zu verallgemeinern steht jedoch nach wie vor im Raum. Gute Lehre steht und fällt, unter dem Stern unterfinanzierter Universitäten, mit dem Willen der Lehrenden zusammen mit den Studierenden die „ExtraMeile“ zu gehen. Das bedeutet Arbeit zu machen für die sie in vielen Fällen nicht bezahlt werden oder für ihr Engagement von KollegInnen sogar müde belächelt werden. Umso wichtiger ist es positive Beispiele von universitärer Lehre lobend hervorzuheben. Dazu eignen sich etwa persönliche Gespräche mit Lehrenden nach den Lehrveranstaltungen. Positiver Zuspruch oder konstruktive Kritik können darüber hinaus auf Veranstaltungen wie dem „Round Table Lehre“ oder dem „Tag der Lehre“ geäußert werden. Dass auf diesen Veranstaltungen meist nur jene Lehrende auftauchen, die ihre didaktischen Fähigkeiten ohnehin ständig
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reflektieren und dort Feedback und neue Ideen einholen wollen, und nicht jene, die es am bittersten notwendig hätten, ist mehr oder weniger bittere Realität. Lehrveranstaltungsevaluationen können helfen Druck auf schlechte Lehrende aufzubauen, sich mit ihren Methoden auseinanderzusetzen. Weiters wollen wir anmerken, dass Lehre immer aus dem/r Lehrenden und dem/r Lernenden besteht. Kritische Fragen stellen, Lehrinhalte reflektieren und zusammen mit StudienkollegInnen und Lehrenden diskutieren, können wir weitgehend unabhängig von den universitären Rahmenbedingungen. Setzen wir Kurs in diese Richtung so haben wir den nötigen Rückenwind um ebendiese Ansprüche in mehr oder weniger institutionalisierter Form von Lehrenden, der Universität und der Politik einfordern zu können. Abschließend wollen wir uns noch einmal bei jenen bedanken, die einen kleinen Schritt in diese Richtung ermöglicht haben: Den studentischen Mitgliedern der Fachstudienkommission UBRM, die es trotz zahlreicher Widerstände geschafft haben eine Übersichtslehrveransaltung dieser Art in der Studieneingangs- und Orientierungsphase zu verankern. Den Lehrenden Marianne Penker, Thomas Lindenthal und Stefan Weinfurter, den ModeratorInnen, darunter v or allem den Erstsemestrigen, die sich die Moderation eines Tisches zugetraut und professionell gemeistert haben. Wir freuen uns auf das nächste Mal!
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ÖHaftiges | Ehrenamt

Freiwillig
Ehrenamt – eine Droge mit Suchtpotential
Autorin: Irina Hohenwarter

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eit durch Freiwilligenarbeit zu spenden ist der wertvollste Beitrag zivilgesellschaftlichen Engagements“, (österr. Spendenbericht 2009). Die Europäische Union (EU) hat das Jahr 2011 zum „europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ erklärt. In der EU ist der freiwillige Sektor mit etwa 94 Millionen Erwachsenen stark ausgeprägt. Vor allem in Österreich ist das ehrenamtliche Engagement besonders groß. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 23% engagieren sich rund 43,8% der ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren freiwillig (das sind rund 3 Millionen Menschen). Diese Menschen beteiligen sich uneigennützig und ohne Gewinnstreben in Vereinen, Organisationen oder im privaten Bereich. Neben dem profitorientierten Markt und dem Staat ist dieser soziale und ökonomische Faktor, der auf das Gemeinwohl zielt, eine der tragenden Säulen in unserem Sozialsystem. Bei der Freiwilligenarbeit wird zwischen formeller und informeller Freiwilligenarbeit unterschieden. Unter Ersterem wird die unentgeltliche Arbeit im Rahmen von Vereinen, Institutionen und

Non-Profit-Organisationen verstanden. Informelle freiwillige Leistungen hingegen sind Tätigkeiten wie Kinderbetreuun g , N achbarschaftshilfe, Hilfe für Verwandte und Freunde außerhalb des Haushalts. Diese Arbeit erfolgt auf persönliche Initiative und ohne institutionellen Rahmen. Von der Statistik und teilweise auch von der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit ausgeschlossen ist die „reproduktive Arbeit“, die hauptsächlich von Frauen in Form von Pflege, Erziehung und Hausarbeit im eigenen Haushalt geleistet wird.

Für die Mitarbeit bei der ÖH gibt es leider keine PfadfinderInnenabzeichen. (Foto: cc-by Michelle Spaulding)

Ehrenamt und Selbsterfahrung
Anreize für ehrenamtliche Arbeit sind vielfältig. Neben der sozialen Beeinflussung ist auch die Karriere ein nicht zu unterschätzender Faktor. Durch freiwilliges Engagement trainiert man viele Fähigkeiten, die auch in der Berufswelt wichtig sind. Neben fachlichen Fertigkeiten rücken soziale Kompetenzen wie Einsatzfreude, Teamarbeit und Selbstständigkeit in den Vordergrund. Für viele ist aber vor allem der persönliche Mehrwert von Bedeutung, der Gewinn von Selbsterfahrung und Selbstwert. Das Ehrenamt bietet eine sehr gute Gelegenheit für Menschen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen.

Öha
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) zeichnet sich durch ein breites Engagement von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus. Viele Menschen verschlägt es im Laufe ihres Studiums zur ÖH. Sie wollen etwas bewirken, sich für andere einsetzen, organisieren und lernen. Die freiwillige Arbeit bei der ÖH charakterisiert sich durch freien Gestaltungsraum bezüglich der aufgewendeten Zeit und des Aufgabenbereichs. Manche sind von dieser Arbeit so begeistert, dass sie sich viele Jahre in den verschiedensten Bereichen und Gremien für die Interessen der Studierenden einsetzen.
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Informationen
www.spenden.at www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/freiwilligenarbeit

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Splitter | ÖHaftiges

ÖH_SPLITTER
BOKU Wein 2012
Die ÖH BOKU schreibt in Kooperation mit dem Rektorat der BOKU den Wettbewerb „BOKU Wein 2012“ aus. Alle inskribierten, aktiven Studierenden sind aufgerufen, sich mit ihrem Wein aus dem familiären Weinbaubetrieb zu bewerben. Der jeweils beste Weiß-, Rot- und ab 2012 auch Schaumwein wird prämiert und mit einem Siegel versehen. Zugelassen werden ausschließlich trockene (lt. Österreichischem Weingesetz) Weine aus Österreich mit gültiger Prüfnummer. Nähere Infos zu den Ausschreibungskriterien findet Ihr unter: http:// oeh.boku.ac.at/index.php?id=22

ÖH-BOKU begrüßt Entscheidung der Hofburg
In einer Presseaussendung gab die ÖH BOKU bekannt, dass sie die längst überfällige Entscheidung der Hofburg Vienna, den Ball des Wiener Kooperationsringes nicht mehr in der Hofburg zu dulden, begrüßt. Mit den mahnenden Worten „Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der WKR und der WKR-Ball nur die Spitze des Eisberges sind. Rassistische, antisemitische, faschistische und sexistische Tendenzen sind tief in der Gesellschaft verankert und müssen bekämpft werden.“ schloß die Aussendung.

Innovation Award 2011
Im vergangenen Dezember wurden Studierende der BOKU am Standort Tulln mit dem Innovation Award ausgezeichnet. Der von tecnet equity und accent Gründerservice gestiftete Preis belohnt Ideen zur wirtschaftlichen Anwendung von Forschungsergebnissen. Drei Teams wurden mit insgesamt 3000 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Eva-Marieke Lems und Stefan Veigel, die die Festigkeit von Holzklebstoffen durch eine Beimischung von Cellulose-Nanofasern um 40 % steigerten, gewannen den ersten Preis. Der zweite Preis ging an Benedikt Warth, der nachwies dass Mykotoxine (Pilzgifte) bereits kurz nach dem Verzehr im Urin nachweisbar sind. Wolfgang Gossenreiter gewan den dritten Preis in dem er mit Sensortechnik und 3-D-Simulation den Wärmeverlust von Holzriegelkonstruktionen anzeigen konnte.

BOKUball: „Zum Wohl“ im Gartensaal
Auch heuer ist Tüwis Hofladen wieder am Boku Ball präsent. Unter dem Motto „Regional und saisonal“ bietet der Hofladen die Möglichkeit im Gartensaal sorgfältig ausgewählte heimische Bioweine zu verkosten und die Nacht durch die Melodien regionaler KünstlerInnen zu betanzen. In gemütlicher Hofladen-Atmosphäre will das studentisch-selbstverwaltete Projekt sich vorstellen und seine tägliche Praxis sichtbar machen. „Tüwi’s Hofladen „ ist seit November 2005 Nahversorger mit biologischen und regionalen Produkten aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft an der Boku.

Drei Forschungszentren für das Ökosystem Wald
Die BOKU hat sich mit dem Bundesforschungszentrum für Wald und dem Umweltbundesamt zum „Trägerverbund hochinstrumentierte Waldforschungsstandorte“ zusammengeschlossen. An drei Standorten - Zöbelboden im Nationalpark Kalkalpen (OÖ), Klausen-Leopoldsdorf (NÖ) und Lehrforst Rosalia (B) - sollen Langzeitbeobachtungen getätigt werden. Besonders die Auswirkungen von Einflussfaktoren wie Klimawandel und Luftschadstoffen beobachtet werden.

Sommersemester 2012: Keine Studiengebühren
Wie die Studienabteilung jüngst mitteilte, werden im nächsten Sommersemester keine Studiengebühren erhoben. Der ÖH-Beitrag von 17 Euro bleibt unverändert. Die Situation ab Oktober 2012 ist noch unklar, die Meinung von Rektor Gerzabek ist im Interview auf Seite 4 zu lesen.

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BOKUmfeld | BOKUpdate

BOKUball – älter als angenommen
Am BOKUball, 3. Februar 2012, feiern wir 140 Jahre BOKU. Da stellt sich auch die Frage: Wann und wo war überhaupt der erste BOKUball?
Autorin: Anna Schwarzbauer

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ährend die Geschichte der BOKU ausführlich dokumentiert ist, ist die Geschichte des BOKUball ein kaum beschriebenes Blatt. Nur durch Recherche kommen verschollene Dokumente von Zeit zu Zeit ans Licht …

Ans Licht gebracht…
Vor wenigen Jahren kam eine Balleinladung aus dem Jahr 1925 ans Licht. Somit fand ein BOKUball zumindest 23 Jahre früher, als bisher geglaubt, statt. Mit den einleitenden Worten: „Die gefertigte Ball-Leitung gibt sich die Ehre Euer Hochwohlgeboren…“, lud die Deutsche Studentenschaft der Hochschule für Bodenkultur zum BOKUball ein. Am 30. Jänner 1925 fand unter dem Namen „Ball deutscher Hörer der Hochschule für Bodenkultur“ der Ball in der Wiener Hofburg statt. 87 Jahre nachdem die Gäste des ersten – bisher bekannten – BOKUball in der Hofburg empfangen wurden, werden wir dieses Jahr in denselben Räumlichkeiten gemeinsam „140 Jahre BOKU“ feiern.

Die offizielle Version
1948 fand der erste BOKUball im Kursalon in der Wiener Innenstadt statt. Diese Räumlichkeiten wurden jedoch bald zu klein, sodass für die nächsten Jahrzehnte die Sophiensäle im 3. Wiener Gemeindebezirk angemietet wurden. Dort wurde auch das 30jährige Jubiläum des BOKUball mit einem eigens komponierten BOKU-Marsch gefeiert. Ende der 1980er Jahre wurden Pläne zu Umbauarbeiten der Sophiensäle bekannt. Nach dem Umbau würde nur mehr ein großer Raum mit Galerie zur Verfügung stehen. Der Gedanke an einen Wechsel der Räumlichkeiten war auch aufgrund der steigenden Gästezahlen naheliegend – bereits 3.000 Forschende, Studierende und FreundInnen der BOKU nahmen in den 1980er Jahren am Ball teil. Damals standen in Wien nur zwei Räumlichkeiten mit höheren Platzkapazitäten zur Auswahl: die Wiener Hofburg und das Wiener Rathaus. Da in Ersterer insgesamt größere Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, fiel die Wahl auf die Hofburg. So wurde 1990 – zwei Jahre bevor die Sophiensäle abbrannten – der BOKUball erstmalig in der Hofburg veranstaltet. Das glaubten wir bis heute …
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Rektor Welan mit Ministerin Hertha Firnberg bei der Eröffnung des BOKUballs 1980.

BOKUball heute
Der BOKUball zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus – sowohl die Kleidervorschriften als auch das musikalische Angebot sind in dieser Form einzigartig. Pop-, Jazz- und Big-Bands
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sowie traditionelle Volkstänze und Discomusik machen den BOKUball zum beliebtesten Universitätsball Österreichs. Eine Zusammenarbeit mit dem TÜWI Kollektiv ermöglicht, moderate Getränkepreise anzubieten – somit ist auch der Ballabend für Studierende erschwinglich.

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WKR - Brauner Mief in der Hofburg
Auch heuer wieder sollte vor dem BOKU-Ball ordentlich durchgelüftet werden. Nur wenige Tage zuvor tanzt dort die europäische Rechte.
Autor: Klemens Herzog

it dem Aufruf „jedes Jahr die selbe Scheiße“ gehen die Proteste gegen den WKR-Ball in die nächste Runde – hieß es im Jänner 2011. Und auch dieses Jahr haben diese Worte nichts an ihrer Aktualität verloren. Nach wie vor bietet die Hofburg, wohl das repräsentativste Gebäude Österreichs, Rechten bis Rechtsextremen, RassistInnen, AntisemitInnen, Männerbündelei, Sexismus und Homophobie eine Plattform. Antifaschistischer Protest gegen diese skandalöse Ausbeulung österreichischer Zustände wird kriminalisiert und medial verunglimpft.

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Was ist der WKR?
Im WKR (Wiener Korporationsring) organisieren sich an die zwanzig lokale Studentenverbindungen, deren politische Ausrichtung sich zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegt. Etwa die Burschenschaft Olympia, aus deren Kreisen Einladungen an rechtsextreme Liedermacher und HolocaustLeugner ergingen, sowie in regelmäßigen Abständen die Aufhebung des Verbotsgesetzes gefordert wird.

nerungspolitik betrachtet: Auch wenn sich das offizielle Österreich von der „Opferthese“ verabschiedet hat, geht das faktische „Erinnern“ oft mit Revisionismus, Relativierung und der Forderung „doch über 70 Jahre danach, endlich einen Schlussstrich zu ziehen“ einher. „Niemals vergessen“ sieht anders aus.

Doch es geht um mehr...
So notwendig also eine antifaschistische Intervention gegen den WKRBall ist, darf die Kritik eben nicht bei der „Spitze des Eisbergs“ aufhören. Natürlich sind Burschenschaften für ihr Männerbundprinzip und ihre überhöhte heterosexistische Männlichkeit zu kritisieren. Dabei muss aber klar sein, dass die benannten Phänomene nur eine besondere Zuspitzung eines herrschenden Geschlechterverhältnisses sind, das alltäglich sexistischen und homophoben Ausschluss produziert, sowie einen patriarchalen DomiÖH_MAGAZ IN | 01_2012

nanzanspruch legitimiert. Weiters ist natürlich der rechtsextreme Charakter des WKR-Balls anzugreifen. Doch darf dabei nicht vergessen werden, dass alles worauf sich die extreme Rechte beruft – Volk, Nation, Sozialdarwinismus, die Frau als Mutter und Köchin – in der bürgerlichen Gesellschaft angelegt ist. Den WKR-Ball als negativen Ausreißer nach rechts zu skandalisieren wäre somit verkürzt. Wie verankert Rassismus, Sexismus und Homophobie in unserer Gesellschaft sind, macht ein Blick auf die verschmierten Klowände der BOKU schmerzlich bemerkbar.

Der 27.Jänner
Mit dem 27.Jänner fällt der WKR-Ball heuer mit dem Tag zusammen, an dem der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und dessen Opfer gedacht wird. An sich schon problematisch, fällt dieser Umstand erst recht ins Gewicht, wenn man ihn eingebettet in die österreichische Geschichts- und Erin-

Informationen
Infos zu den Demonstrationen, Veranstaltungen und Aktivitäten rund und gegen den WKR-Ball findest du unter www.antifanet.at

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BOKUmfeld | BOKUpdate

Lesen macht schlau!
Die österreichische Schriftenreihe für Landschaft und Freiraum zoll+ erscheint halbjährlich mit jeweils einem Schwerpunktthema.
Autorin: Elisabeth Sanglhuber

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er AbsolventInnenverband der Landschaftsplanung (ForumL) gibt die Reihe seit über 20 Jahren heraus. Bereits in der Gründungsstunde, zur Zeit der Etablierung der Fachbereiche Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur, war das Motto: „es kann geschrieben werden, was gesagt werden muss“. Dies bezieht sich auf die Notwendigkeit, ein Medium innerhalb der Profession zu haben, das einen regen Austausch zwischen KollegInnen, aber auch zwischen angrenzenden Fachbereichen in Österreich und über die Grenzen hinaus ermöglicht. Es bezieht sich aber auch darauf, Stellung einzunehmen und gesellschaftspolitischen Themen, wie den Studierendenprotesten 2009 einen Raum zu geben. Aktuell wird zoll+ von einer bunt gemischten Redaktion produziert. Wir recherchieren Beiträge, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit Fragen ruraler und urbaner Landschaften und Freiräume bieten sollen. Trotz des ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder ist die Herausgabe des Heftes unter anderem durch die Streichung von Förderungen des Wissenschaftsministeriums gefährdet. Deshalb unser Aufruf: Lest die einzige österreichische Schriftenreihe für Landschaft und Freiraum! Ein Abonnement verschafft euch ein fundiertes Nachschlagewerk, das bei Seminar- und Masterarbeiten eingesetzt werden kann. Berichte aus der Praxis und Interviews mit verschiedenen Planungsbüros geben euch außerdem Anhaltspunkte, in welche Richtung sich der Beruf nach dem Studium entwickeln kann. Regelmäßig publizieren wir themenbezogene Beiträge von Studierenden. Die Bandbreite an Themen, die zoll+ abdeckt, zeigt die Vielfalt an Interessen und Möglichkeiten, die in uns „LaplerInnen“ steckt. Das Studierenden-Abo kostet 27 Euro. Wenn ihr bis zum Sommersemester 2012 ein Abo abschließt, bekommt ihr ein weiteres Heft eurer Wahl gratis dazu! Bestellungen, Fragen, Wünsche und Kritik per Mail an office@foruml.at Viel Spaß beim Lesen wünscht euch die zoll+ Redaktion!
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Informationen
Das ForumL ist der AbsolventInnenverband der Studienrichtung Landschaftsplanung und -architektur der BOKU Wien, der aber für alle an diesen Themen Interessierten offen steht. Das Netzwerk besteht seit 1990 und ist um den Austausch, das Teilen und Vermitteln von spannenden Inhalten zu Landschaft, Freiraum, Architektur und verwandten Themen bemüht. Wir organisieren Fachveranstaltungen und vernetzen Personen und Organisationen, z.B. Kräuterwanderungen, Filmvorführungen oder Exkursionen. Eine Mitgliedschaft beim AbsolventInnenverband beinhaltet einen Newsletter mit aktuellen Veranstaltungen, Stellenangeboten und Wettbewerbsausschreibungen, Einladungen zu Veranstaltungen des ForumL und die Teilnahme an der jährlichen Generalversammlung inklusive Wahl des Vorstandes. Kontakt: office@foruml.at Homepage: www.foruml.at

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BOKUpdate | BOKUmfeld

Polizeieinsatz auf der BOKU
Tierhaltungsgesetze sind oft Kompromisse. Warum es nicht reicht, sich damit zufrieden zu geben und was die Polizei damit zu tun hat.
Autor: Simon Karl

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011. Verhärtete Fronten: „Radikale, realitätsfremde“ Tierschützer auf der einen, „tierquälende und profitfixierte“ Bäuerinnen und Bauern auf der anderen Seite. Beide Stereotype sind Extremformen, wie sie oft nur in den Köpfen der anderen Streitpartei existieren; die aber auch auf Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft hindeuten. Bei der Diskussion um Haltungsbedingungen von Zuchtsauen kommen diese zwei Menschenbilder wieder zum Vorschein. Der Konflikt hat sich so zugespitzt, dass Mitglieder des Vereins gegen Tierfabriken im Oktober bei der Veranstaltung „Wo Land Wert schafft“ an der BOKU eine Rede von Umweltminister Berlakovich unterbrochen haben. Es folgte ein kurzes Schreiduell mit einigen Anwesenden, das letztendlich vermutlich dazu geführt hat, dass der Rest der Veranstaltung unter Polizeischutz abgehalten wurde. Ich kann und möchte nicht darüber schreiben, wie viel Quadratmeter Stallfläche pro Nutztier derzeit wirtschaftlich rentabel sind. Ich möchte aber grundlegenden Fragen stellen:

Foto: Sebastian Pessenlehner

Was wollen wir essen?
Hochwertige Erzeugnisse von Tieren, die ein schönes Leben hatten, oder Fleisch/Milch/... von Tieren, die unter Qualen möglichst schnell möglichst groß und fett geworden sind? Welches Leben wünschen wir den Bäuerinnen und Bauern? Wollen wir, dass sie finanziell gezwungen sind, ihre Tiere unter nicht-artgerechten

Bedingungen zu halten? Oder wollen wir ihnen durch angemessene Abgeltung von artgerechter Tierhaltung die Möglichkeit geben, mit glücklichen Tieren zu arbeiten? Wie lange noch werden genügend der fleißigen Bäuerinnen und Bauern 60 und mehr Stunden pro Woche für oft geringen Lohn Nahrungsmittel für uns KonsumentInnen produzieren? Wie lange noch werden die Übergröße und der niedrige Preis dem/ der durchschnittlichen VerbraucherIn wichtiger sein als die Qualität des Schnitzels, ganz zu Schweigen von einer fairen Bezahlung der ProduzentInnen? Die ehrlichen Antworten auf diese Fragen liefern vermutlich ein ungefähres Bild idealer Nutztierhaltung. So wichtig dieses Ziel auch ist: Wir werden es für einen großen Teil der
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Nutztiere nicht von heute auf morgen erreichen. Die Entscheidungen, die 2012 getroffen werden, werden sicher wieder großteils Kompromisse sein Aber wir müssen schon heute die ersten Schritte setzen, wenn wir auch langfristig hoch qualitative tierische Produkte genießen wollen. Denn mit gut praktizierenden Nutztierbetrieben stirbt auch viel Erfahrungswissen, das nicht von heute auf morgen rein aus Sachbüchern wieder aktiviert werden kann. Wie können wir diesem Nutztierbetriebs-, bzw. dem Bauern und Bäuerinnensterben im Allgemeinen Einhalt gebieten? Indem wir zum Beispiel weniger tierische Produkte kaufen, dafür aber hohe Qualität wählen und damit für eine faire Entlohnung der ProduzentInnen Sorge tragen. Denn das freut nicht nur unseren Körper, das freut auch den Bauern-/Bäuerinnenstand!
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BOKUmfeld | BOKUlinarium

Organic Summer School in Poland
Organic from field to fork – 30 interested students from eleven different countries wanted to find out more and travelled to Poland
Authors: Gabriela Albarracin, Taru Lehtinen, Christiane Ringler, Monika Humer, Birte Hauschild

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he summer school took place at the University of Life Sciences, Warsaw (SGGW) from 7 to 21 August 2011. In advance there was an e-learning course to attend and the students prepared an overview of organic agriculture of their respective country. This was followed by five days of lectures to get everybody to approximately the same level of knowledge. Other course activities included an in-depth phase of excursions, on-field research and analysis of the farms, introduction to the food production chain (agricultural production, processing, trade and consumer issues) and a study visit of the organic supermarkets as well as a day in the lab examining conventional and organic teas and their ingredients. and the organic product range in supermarkets is dependent on imports – although in some cases organic Polish products are available but not retailed. On farm sale is still very common in Poland. People in Poland prefer buying their organic food directly from the farmer, instead of going to a shop.

Foto: Christiane Ringler

Exploring Poland‘s Organic Sector
In comparison to organic farming in Austria, Poland is a country where organic farming is not that developed yet, so the actors in organic farming know each other personally and can be considered as the organic pioneers. They are looking to countries like Austria or Denmark, where organic farming has developed quite well, to get new ideas for the movement and develop the idea of organic farming further in their home country. This should be considered within the organic movement in Austria since we are seen as a role model for other countries and therefore we have to take care in which direction organic farming develops in Austria. Organic products in Poland are still rather rare
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Staff and lectures
The lectures were held by 16 different lecturers from seven different countries, including Poland, Austria, Germany, the Czech Republic, Spain, Estonia and Slovenia. It was fascinating to hear lectures from all those different people. However,what we would like to question is the necessity of everybody arriving by plane when we were talking about organic agriculture. The lecture topics included the European regulations about organic farming, certification and inspection of organic farms, plant protection and environment, tools for food quality management, alternative field corps, soil science, vegetable production, multifunctionality of organic farming, food quality and safety, the EU policy on organic farming, selection of cultivars

International experience
As all participating students had very diverse background knowledge learning from each other‘s academic disciplines was one of the benefits of this course. As Pema (Buthan) said after the course: “I am so fascinated by all the information I obtained during the last two weeks and how diverse organic agriculture can be in different countries, like Estonia or China.”
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BOKUlinarium | BOKUmfeld

suitable for organic farming and high quality wheat in organic farming. All in all, the course gave a holistic view on organic farming and was able to cover all disciplines.

Field trips
On the fifth day of the summer school we left for a three day field trip to Brodnicki Landscape Park north of Warsaw, from there we went on several field trips. First we visited an organic vegetable farm and processing plant for very tasty organic fruit and vegetable juices – every plant and farm welcomed us with a great variety of samples to taste. The second stop was Mr. Babalski’s cereal processing plant. He produces pasta, spelt coffee, spelt flakes, oat flakes etc. We performed a spade analysis of his soil and compared it to his neighbour‘s (conventional) soil. After an organic lunch at Mr. Babalski’s farm, where we could try his own pasta, we went on to a cattle farmer whose prime goal is self-sustained living. Diego (Spain) said after the farm visit: “I am so impressed that those farms are still having a closed nutrient cycle. Although

companies and farmers, in order to give knowledge from the course to the farmers and continue the lively cooperation they have had for years. Hu’s (China) thoughts on SWOT: “The SWOT-analysis was a great method to do an in-depth analysis of each farm/company and through the talks and discussions afterwards we really understood many facts a lot better than just from listening to them during the lectures.” Later we also visited two organic supermarkets and did an analysis about their assortment and the arrangement of the shop. they mostly have one source of income they have a great variety of animals and crops on the farm to ensure the nutrition of their own family and for swapping with their neighbors and other organic farmers. I really liked that!”

Future
The training of students contributes to the development of self-directed analysts and the sensitisation of responsible future decision-makers who might transfer their knowledge in favour of a more sustainable agriculture in the European Union and the rest of the world. The backbone of the organic farming movement should be the formation of skilled professionals who are able to think outside the box.

Teaching methods
The teachers wanted to give hands-on experiences to the students, so the information from the lectures was applied on the field. As Rijn (Estonia) described: “It really made a difference to stand on the field, see the crops, do a spade analysis with the farmer and talk about weed management or tilling methods afterwards. I really liked the comparison of the organic and the conventional soil on the field!” During the visits on the farm we did a SWOT-analysis in small groups, which had to be presented at the end. The analysis focused on the strengths, weaknesses, opportunities and threats that the company in question had. The teachers promised to discuss our findings with the
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Informationen
“ELLS”, the Euroleague for Life Sciences is a network of seven leading universities including BOKU which cooperate in the fields of research and education in “life sciences”. Further details can be found at: www.euroleague-study.org

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BOKUmfeld | BOKUlinarium

Der ganz normale Wahnsinn
Frische Tomaten. Ein Bund Karotten. Ein Sack Kartoffeln. Ein Laib Brot. Äpfel und ein Korb Eierschwammerl. Markttag? Nö. Müllraum!
Autoren: Clemens Griesauer, Klemens Herzog

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eltweit hungern circa 900 Millionen Menschen. Zugleich wandern in Europa jährlich 90 Millionen Tonnen unverdorbene Lebensmittel in den Müll. Während viele Menschen im globalen Süden sorgfältig planen müssen, wie sie mit kargen Rationen ihre Familie über die Runden bringen, quälen wir uns mit der Entscheidung zwischen 20 verschiedenen Joghurtsorten. Die Wahlmöglichkeit zwischen „Clever“ und „Ja!Natürlich“ legt die Verantwortung für ein nachhaltiges Ernährungssystem scheinbar in die Hände von uns KonsumentInnen. Denn der Mechanismus von Angebot und Nachfrage regelt die Verteilung von Gütern angeblich am effizientesten. Lebensmitteln als „Waren“, wird ein bestimmter Wert zugeschrieben. Der Wert besteht aber nur so lange die Ware verkauft werden kann. Wenn diese nicht mehr 100% makellos ist, nicht mehr den Weg in den Einkaufswagen findet, verliert sie nach dieser Logik ihren ge-

samten (Tausch-)Wert. Der immer noch vorhandene Gebrauchswert – der Inhalt einer eingebeulten Dose ist genauso gut wie der einer einwandfreien – interessiert nicht. Das Brot muss frisch sein, das Gemüse makellos. Warum werden Lebensmittel, die diesen Kriterien nicht entsprechen, nicht etwas billiger verkauft oder zur freien Verfügung gestellt? Warum werden Müllräume versperrt und videoüberwacht?

Where is my Hausverstand?
Wer seinen Hunger mit preisreduzierten Produkten aus dem Regal oder kostenlosem Essen aus der Tonne stillt, zahlt dafür weniger, beziehungsweise gar nichts. Das schmälert Umsatz und folglich Gewinn. Wenn frische und original verpackte Lebensmittel in der Tonne landen, scheint der „Hausverstand“ ausgesetzt zu haben. Nach der kühlen Logik der Profitmaximierung handelt es sich dabei jedoch um einen rationalen Vorgang. Kriterium eines erfolgreichen Supermarktes ist es, Gewinn zu machen. Der wird durch den Absatz immer größerer Mengen an Waren gewährÖH_MAGAZIN | 01_2012

Foto: Clemens Griesauer

leistet. Die Bedürfnisbefriedigung der Menschen ist kein besonderes Anliegen, sondern bloß Mittel zum Zweck.

Und wo bleibt die Moral?
Das Verhalten der Supermärkte als unmoralisch zu kritisieren, ist allerdings nicht angebracht. Ihnen bleibt keine Wahl. Im bestehenden Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung und permanentem Wachstum basiert, würde jedes abweichende, solidarische Handeln über kurz oder lang die Insolvenz bedeuten. Essensspenden an Tafeleinrichtungen auf Seite der Supermärkte oder verantwortungsvoller Konsum auf Seite der KonsumentInnen können helfen das bestehende Leid zu mindern. Die Verschwendung und globale Ungleichverteilung von Nahrungsmitteln wird dadurch jedoch kein Ende haben, da die strukturellen Ursachen durch individuelles Handeln unangetastet bleiben. Vielmehr bräuchte es eine grundlegend andere Form der Verteilung, welche sich nicht an kaufkräftiger Nachfrage, sondern an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Informationen
Nähere Infos zu Gebrauchs- und Tauschwert: http://de.wikipedia.org/wiki/ Tauschwert Informationen zum Thema Ernährungssouveränität: http://www.nyelenieurope.net/ Alternative zum Supermarkt - Lebensmittelkooperativen: http://www.foodcoops.de/

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Ein Manifest für das Fahrrad
Warum das Fahrrad die beste Alternative zur Fortbewegung in der Stadt (und auch sonst überall) ist.
Autorin: Lisa Butzenlechner

n Städten mit hohem Fahrradgebrauch ist die Gefahr, als RadfahrerIn bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, um durchschnittlich 35 % geringer als in Städten mit geringem Radverkehrsaufkommen. In Österreich werden durchschnittlich nur 9% aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, womit wir im internationalen Vergleich eher im Mittelfeld angesiedelt sind (weltweite Spitzenreiter sind die Niederlande mit 26%). In der Stadt ist das Rad allerdings das ideale Fortbewegungsmittel- es ist schnell, man fährt von Tür zu Tür und vergeudet keine Zeit damit, auf Öffis zu warten oder einen Parkplatz zu suchen. Deshalb hier ein Versuch zu zeigen, warum man in Zukunft mehr Rad fahren sollte.

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nachhaltiger ist, sondern auch, weil es uns selbst gut tut. Bewegung hält uns fit und sorgt für einen Ausgleich zum Uni-Alltag und bei mir persönlich (vorausgesetzt, die Ärgernisse im Straßenverkehr halten sich in Grenzen) auch für bessere Laune.

Zu-Fuß-Gehen
Eine Möglichkeit, die in einer Großstadt wie Wien nur beschränkt eine Alternative ist. Für Menschen, die im Cottageviertel, 15 Minuten von der Uni, wohnen, allerdings sicher die Beste. Für mich allerdings zu langsam und zu nervig, wenn man mal die falsche Abzweigung nimmt oder es mal eilig hat. Natürlich hat auch das Radfahren gewisse Nachteile, diese werden an diese Stelle allerdings ausgeblendet. Denn was hier zu lesen ist, ist die subjektive Darstellung einer Studentin, die momentan in einem Land lebt, in dem es mehr Fahrräder als Menschen gibt (durchschnittlich 1,11/EinwohnerIn), in dem man seine ProfessorInnen auf dem Rad kommen sieht und man sich täglich auf dem Weg zur Uni wie auf einer kleinen Critical Mass fühlt. Und diese Studentin träumt davon, dass es in Wien auch eines Tages so aussieht. Schöne Grüße aus Holland!

Öffis als (schlechte) Alternative
U6 zwischen Alserstraße und Westbahnhof, 16:30- es ist Mitte August, gefühlte 100 000 Menschen in einem Wagon, jede und jeder von ihnen stößt typische körpereigene Gerüche aus, insgesamt keine sehr angenehme Erfahrung. Selber Ort, selbe Tageszeit, selbe Anzahl Menschen, aber völlig andere Temperaturen- es ist Mitte Jänner: nachdem man ewig lang in der Kälte auf die U-Bahn gewartet hat („Meine Damen und Herren, ein Wagon ist frostbedingt ausgefallen!!!“), steht man Anorak an Mantel gepresst und schwitzt vor sich hin. Wenigstens die Geruchsbelästigung hält sich in der kalten Jahreszeit in Grenzen!

Alternative Auto
Für den Großteil der Studierenden spielt diese Alternative wohl nicht wirklich eine Rolle, denn die meisten von uns besitzen sowieso kein Auto. Trotzdem will ich hier kurz anmerken, dass Rad fahren nicht nur dank fehlender Treibhausgas- und Lärmemissionen

Informationen
Critical Mass in Wien: Jeden 3. Freitag im Monat, Treffpunkt 16:30 Uhr am Schwarzenbergplatz, 17:00 Abfahrt http://www.criticalmass.at/
Foto: Lisa Butzenlechner

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2011: A DANUBE ODYSSEE
Mit dem Rad von Wien zum Eisernen Tor entlang der Donau. Trotz vieler guter Tipps meines Vaters war mir etwas mulmig zumute …
Autor: Sebastian Klug

Tag 1. Zeitig in der Früh fahren wir in Wien los. Bereits im Prater sind wir gezwungen, den Anhänger umzupacken. Ich lerne: Das Schwere gehört ganz nach unten! Über Hainburg radeln wir gen Bratislava und schlängeln uns durch Schwärme aus InlineskaterInnen und BikerInnenn nach Ungarn. Der Tag endet mit der Feststellung, dass ich exakt alles bis auf die Zeltstangen vor der Abreise kontrolliert habe – und die Gummibändchen derselben versagen nun ihren Dienst! Für die kommenden drei Wochen werde ich nun vor jeder Nacht im Zelt die Stangen mit Tape fixieren. Tag 2. Etwas zu spät starten wir Richtung Györ. Wir passieren malerische ungarische Dörfer, wühlen uns durch eine geschotterte Straße und erreichen nach einer Baderast an einem Nebenfluss der

Donau Györ, wo wir in einem Privatgarten campieren. Tag 3. Eine abwechslungsreiche, mühsame Etappe über Hügelketten, die niemals enden, über Komárom nach Tata! Es ist unglaublich heiß; in der Mittagspause liegen wir wie komatös unter Bäumen. Der Campingplatz in Tata ist laut und überfüllt. Ich tue kein Auge zu. Tag 4. Berge, Berge, Berge. Einige hundert Höhenmeter, teilweise mit mehr als 10 % Steigung, und das bei 38 °C im Schatten. Die malerische Landschaft entschädigt uns dafür, dass der Asphalt Blasen bildet und den Reibungsverlust hochschraubt – so etwas hatte ich noch nie gesehen. Bergab muss ich mit dem Anhänger wirklich Acht geben: Die Rennradbremsen sind für solche Belastungen nicht ausgelegt. Kaputt und mit Sonnenstich erreichen wir das majestätische Esztergom. Tag 5. Durch die wunderschöne Landschaft des Donauknies radeln wir nach Budapest – inklusive Übersetzen mit rustikalen Fähren. Spät am Abend und nach einigen Badestopps erreichen wir den Campingplatz im Norden Budapests. Meine Radschuhe haben den Geist aufgegeben und können auch durch Kleben nicht gerettet werden.

Tag 6. Pausetag! Wir besuchen das Burgviertel und einen Bikestore, um wichtige Ersatzteile zu kaufen. Danach speisen wir im besten Steakhouse der Welt gediegen. Tag 7. Vor Sonnenaufgang starten wir, denn wir wollen möglichst rasch Budapest durchqueren. Bis auf einen einzigen kapitalen Verfahrer gelingt uns das auch. Von den 114 km radeln wir etwa 15 im Schritttempo auf einem Damm über eine weglose, ruckelige Schafsweide. Aua! Tag 8. Unglaublich schwül. Den Vormittag verbringen wir damit, müde vor dem Zelt herumzulungern. Wir essen ganze neun Kugeln im besten Eissalon der Welt, bevor wir zum nächsten Campingplatz weiterzufahren – eine weise Entscheidung! Auf halbem Weg erhalten wir einen Hinweis auf eine luxuriöse Wildcampingmöglichkeit direkt an der Donau – beinahe perfekt, wären da nicht die Gelsen. Tag 9. Über Nacht hat es deutlich abgekühlt. Mit Rückenwind vorbei an zahlreichen Storchennestern, passieren wir Hajós, Welthauptstadt des Paprika, um schließlich den Donau-Drau-Nationalpark zu durchqueren und Baja, die Welthauptstadt der Fischsuppe zu erreichen.

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Fotos: Sebastian Klug

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Tag 10. Wir sind müde, die Stimmung gespannt. Die vielen zu gut geschotterten Wege tun ihr übriges. In der nahe der kroatischen Grenze gelegenen Stadt Mohács gefällt es uns nicht. Einige Kilometer stromaufwärts: der einsamste Campingplatz der Welt. Unsere einzigen Nachbarn sind eine Horde überdrehte Mangaliza-Schweine. Tag 11. Kroatien! Unmittelbar nach der Grenze werden die Straßen besser. Erst in der Dunkelheit erreichen wir unser Etappenziel südlich des im Sommer leider wasserarmen Naturparks Kopacki Rit, ein Vogelparadies par excellence! Tag 12. Nachdem uns ein komplett gestörter Hund die ganze Nacht im Zelt terrorisiert hat, setzen wir unsere Reise über Osijek nach Vukovar fort. Minenschilder zieren riesige Brachflächen und über allem hängt noch immer die Aura des Krieges. Tag 13. Vorbei am zerschossenen Wasserturm von Vukovar, der Kunde des KriegsWahnsinns tut, geht es in

hügelig durch Felder und Wälder nach Ilok und Bačka Palanka – Serbien! An der Donau essen wir im besten Fischgasthaus der Welt gebackenen Wels und als Nachspeise einen ganzen Topf Fischsuppe. Bauchweh, aber zufrieden! Tag 14. Das Wetter ist heute deutlich schlechter. Novi Sad umfahren wir über den dicht bewaldeten Nationalpark Fruška Gora. Ich begehe einen fatalen Fehler und vertraue einer in der Karte eingezeichneten Variante blind. Die Folge: wir powern uns auf einem steilen Anstieg aus, stehen schließlich mitten im nirgendwo und müssen alles zurückfahren. Tag 15. Der neuerliche Versuch, die Straße auf den Höhenrücken von Fruška Gora zu finden, fruchtet. Die Einsamkeit entschädigt uns für die Höhenmeter. In Windeseile geht es über schnurgerade Straßen Richtung Belgrad, wo wir uns für zwei Tage in einem Bungalow einmieten. Tag 17. Wir müssen die Verkehrshölle Belgrad durchqueren. Höchste Konzentration und Wagemut sind gefordert. Im Kontrast zu Lärm und Abgasen Belgrads stehen die anschließenden Sumpfgebiete, in denen sich Reiher und Storch gute Nacht klappern. Der Regen wird stärker und meine Rennradbremsen laufen mit Sand der Dammwege zu. Mitten in der Nacht erreichen wir den Campingplatz.

Tag 18. Pausetag. Der Ruhetag in Belgrad hat uns offensichtlich nicht gereicht und der gestrige, unerwartet anstrengende Tag hat uns den Rest gegeben. Tag 19. Über endlose, einsame Dammwege und Geisterstraßen radeln wir in Richtung Karpaten. Die Landschaft wird immer spektakulärer: über die ungemein breite Donau grüßen uns die Hügel Rumäniens. Tag 20. Eine Genießeretappe! Mit der Festung Golubac erreichen wir die Talenge des Eisernen Tores. Wir nächtigen am romantischsten Campingplatz der Welt. Tag 21. Weit unter uns liegt der riesige Donaustausee, dessen Ufer durchgehend mit Blockwurf befestigt wurden. Die Fahrradlichter benötigen wir heute nur, um uns in den zahlreichen in den Fels gesprengten Tunnels sichtbar zu machen. Tag 22. Die letzte Etappe! Aufgeregt nähern wir uns dem landschaftlichen Höhepunkt der Reise: Durch die beiden atemberaubenden Engstellen des Großen und Kleinen Kessels fließt die Donau mehr als 80 Meter tief. Ehrfürchtig bringen wir die letzten Steigungen hinter uns und rollen über die mächtige Staustufe Derdap I bzw. Portile de Fier nach Rumänien, wo wir nach 1330 Kilometern den Zug von Drobeta Turnu Severin nach Wien zurücknehmen wollen.

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Neues aus der ÖH BOKU Bibliothek
Konzern Monsanto und Burnout des Wirtschaftssystems– auch dieses Mal liest die ÖH BOKU Bibliothek aus ihrem spannenden Repertoire. Autorinnen: Barbara Gruber, Renate Kepplinger, Andrea Wiltberger
spannend zu lesen. Vor allem fragt man sich bei der Lektüre des Öfteren, ob man nicht sowieso gerade einen fiktiven Politthriller liest, da man kaum glauben kann, dass derartige Skandale möglich sind (ohne großes öffentliches Aufsehen zu erregen). Beim Lesen wird man mit Unglauben und Zorn über die Macht und Gedankenlosigkeit der Industrie erfüllt und bekommt Zweifel an der Funktionsweise unserer modernen Gesellschaft. pa als Beispiel vorangehen soll und mit der nicht zwingend eine Änderung des Lebensstandards verbunden ist. Auf konkrete Beispiele wartet man allerdings vergeblich, wenn Grassmann beim Thema Klimaverantwortung oder Finanzkrise verpflichtende Wertekodizes als universales Heilmittel bringt. Das Buch ist demnach ein Aufruf zur Mitbestimmung aller Teile unserer Gesellschaft um Werthaltungen im Sinne sozialer und ökologischer Verantwortung als Fundament unseres Wirtschaftssystems festzumachen.

Mit Gift und Genen
In diesem Buch setzt sich die Journalistin Marie-Monique Robin mit dem Konzern Monsanto und seinen umstrittenen Produkten und Handelsweisen auseinander. Sie beginnt dabei bei den Ursprüngen des Unternehmens als Chemieproduzent (beleuchtet hier unter anderem Kontroversen rund um die Zulassung von Rinderwachstumshormonen oder des Pflanzenschutzmittels Roundup) und verfolgt seine Entwicklung hin zum multinationalen Saatgutkonzern mit Patenten auf unzählige gentechnisch veränderte Organismen (GVOs). Die Recherchen der Autorin zeigen, wie der Konzern immer wieder auf rücksichtslose Weise versucht seine hohen Umsätze zu erhalten bzw. zu steigern. Dabei wird von Freunderlwirtschaft mit kontrollierenden Behörden, Zurückhalten von Forschungsdaten und -ergebnisse oder sogar von Ruhigstellen von KritikerInnen nicht zurückgeschreckt. Durch die Mischung von objektiven Unterlagen und persönlichen Erfahrungen verschiedener InterviewpartnerInnen wirkt das Buch sehr lebendig und ist
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Burnout
Der studierte Plasmaphysiker, Peter H. Grassman hat jahrelang Erfahrung in den Führungsetagen einflussreicher Unternehmen gesammelt, währenddessen er das Wirtschaftsgeschehen immer weniger mit seinen eigenen Werthaltungen vereinbaren konnte. Heute arbeitet er in führenden Positionen der Umweltakademie, des ökosozialen Forums Deutschland und in der deutschen Umweltstiftung. In seinem aktuellen Buch „Burnout. Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen”, zeichnet Grassmann eine Entwurfskizze zu einem renovierten ökonomischen System, welches Werthaltungen in effektives Wirtschaften einbindet. Auf Schilderungen aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz in internationalen Konzernspitzen, folgt recht allgemein gehaltene Kritik am heutigen Wirtschaftssystem. Als Lösungsansatz bringt er eine „werteregulierte Marktwirtschaft”, mit der EuroÖH_MAGAZIN | 01_2012

Informationen
Mit Gift und Genen. Wie der BiotechKonzern Monsanto unsere Welt verändert von Marie-Monique Robin Burn out: Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen von von Peter H. Grassmann ÖH BOKU-Bibliothek Adresse: Peter-Jordan-Straße 76 1190 Wien Erreichbarkeit: Halbstock, rechts vom ÖH BOKU Sekretariat Kontaktdaten: oeh.boku.ac.at/bib bibliothek@oehboku.at Öffnungszeiten: DI bis DO von 11:00 bis 13:00 Uhr

BOKUnited | BOKUmfeld

6th Young Scientist Forum 2011
A platform to encourage students interested in research for development to discuss their findings and build bridges among disciplines.
Authors: Gabriela Albarracin, Monica Ortiz

osted by the Centre of Development Research (CDR), the Young Scientist Forum (YSF) is a yearly platform at the BOKU, Vienna. The topic of the year was: “9 Billion People in 2050: How Can Agriculture Stand Up to the Challenge? “. The 6th YSF attempted to help giving insights to this question.

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Concept
The framework of the conference is based on the 2008 International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD) Report. Literature reviews on current debates regarding to agricultural production are also included. The population projections for the world pose real challenges, where one of the most pressing issues is the type of agriculture that can feed the growing population. A debate among practices (e.g. growing organic, green revolution crops) is a trend topic. The YSF focused on papers that highlighted the positive impacts agricultural production can have in communities.

challenges and discussion. Presenters spoke from their various areas of expertise to help answer the topic’s question.

Challenges
From the moderated discussion and audience feedback, it became clear that there is no one-size-fits-all solution to this complex problem. Nevertheless there is a general direction: In order to grow, agriculture must learn to save. Agriculture, according to the IAASTD report, is multifunctional, meaning that there is interconnectedness in its functions. The move towards sustainable agriculture, whatever the type (commercial/organic/GMO), must be a practice that allows future generations to continue to produce food. This
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means it must use natural resources wisely. There will be many other challenges along the road to sustainability, but clearly talking about the question and raising awareness is the first step. We would like to thank the presenters and attendees for a successful event and invite you to stay updated with the CDR Homepage for the next YSF.

Forum
Launched on June 14th at the BOKU, Vienna, the YSF invited Masters and PhD students who presented their research findings. National and international experts interacted with the assistants to share their knowledge. The forum was presented in five main blocks: keynote speech, what type of agriculture, impacts of agriculture,

Informationen
See the programme and papers of the 6th YSF: Homepage: http://www.boku. ac.at/17036.html

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Programm BOKUball 2012
20:00 Uhr Einlass in die Hofburg 21:00 Uhr Eröffnungszeremonie im Festsaal 00:00 Uhr Publikumstänze

Einlagen
BOKU Chor BOKU Blaskapelle Ost in Translation Publikumstänze

Musik
Ballorchester Ortner Broadway Big Band Jazzband Trio The Legendary Daltons Tanzbod’nmusi Tanzorchester Strangers DJ D_FINE & DJ NETO TÜWI DJane Kollektiv

Du fotografierst gerne?
Dann beteilige dich doch an unserem Magazin! Details: fotoredaktion@oehboku.at. Absolut unverbindlich. Wir freuen uns auf deine Fotos!

Du malst, zeichnest, bastelst gerne in deiner Freizeit? Im Hds gibt es nun einen extra Raum zum kreativen austoben. Bei Interesse am mitmachen melde dich unter presse@oehboku.at und komm vorbei!

BOKUball Rätsel
1. Wo fand die INTERFOB statt? 2. Was sorgte für einen Polizeieinsatz auf der Boku?
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3. Eine österreichischen LAP-Zeitschrift. 4. Was ist das Fortbewegungsmittel der Zukunft? 5. Ein Bokustudent fuhr mit dem Fahrrad bis zum ...... Tor. 6. Welche Modedroge ist unter ÖHMitarbeiterInnen sehr beliebt?

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7. Lebensmittel aus dem Müll retten 8. Wer entwirft einen alternativen Hochschulplan? 9. Wo fand 1925 der erste BOKUBall statt?
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10. ....... fand Sport sehr sinnvoll. 11. Wer hätte keine Chance im Österreichischen Bildungssystem? 12. Wo verbringen UBRM-Erstsemestrige sehr viel Zeit?

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Gewinnspiel: Sende das richtige Losungswort bis 26.01.2012 an presse@oehboku.at und gewinne eine von fünf Karten für den BOKUball 2012. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden über ihren Gewinn schriftlich per E-Mail vom Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit informiert und können ihre Karten zu den Öffnungszeiten des ÖH Sekretariats in der Peter-Jordan-Straße 76 abholen
MitarbeiterInnen der ÖH sind von diesem Gewinnspiel ausgeschlossen. Bargeldablöse ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.