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Projekt 4

FH HAGENBERG
Paperphone
Zugegeben, Apple hat mit der Einführung des iPhones bezüglich Usability einiges vorgelegt
aber dennoch ist auch dieses Endgerät für viele Personen noch immer nicht bedienbar.
Gerade ältere Personen aber zunehmend auch jüngere Anwender sind mit der
Funktionsvielfalt und der Menüführung aktueller Endgeräte oftmals überfordert. Mit dem
Projekt „Paperphone“ wird diesen Problemen mit einfachsten Mitteln äußerst effizient
entgegnet – der gute alte Gutenberg hätte seine Freude daran!

Langtext:

FH Campus Hagenberg: Steigerung der Lebensqualität für Menschen mit
Betreuungsaufwand

Können Sie sich vorstellen, dass Sie mit einem Stift auf ein Bild einer Person tippen und die
abgebildete Person wird angerufen? Oder aber Sie tippen auf ein Bild Ihres Wunschmenüs
und dieses wird per SMS bestellt? Diese nach Science-Fiction klingenden Szenarien
machen allerdings durchaus Sinn. So sind gerade behinderte oder demenziell erkrankte
Personen vielfach nicht in der Lage, mit einem handelsüblichen Handy zu interagieren. Ein
Umstand, dem sich zwei innovative Studenten des Studiengangs Mobile Computing am FH
Campus Hagenberg mit einer höchst innovativen Anwendung gewidmet haben.

Wenngleich uns der technische Fortschritt im Alltag viele Annehmlichkeiten bringt, so werden
gerade behinderte oder demenziell erkrankte Menschen von diesen Errungenschaften der
Hochtechnologie sehr häufig ausgeschlossen. Dabei lässt sich feststellen, dass mit der
steigenden Lebenserwartung auch die Zahl derjenigen steigt, die an Demenz erkranken
sodass hier durchaus Handlungsbedarf besteht. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit am
Masterstudiengang Mobile Computing haben sich Florian Gschwandtner und Stefan Gugarel
mit der Entwicklung eines sehr einfach zu bedienenden Systems auseinandergesetzt, das
speziell demenziell erkrankten Menschen den Umgang mit dem Handy massiv erleichtert
und damit eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen ermöglicht.

Die Grundidee dabei war, eine Bedienschnittstelle anzubieten, mit der die betroffenen
Personen bestens vertraut sind, die in Größe und Aussehen beliebig gestaltbar ist und bei
der der Lernaufwand gegen Null geht. Allesamt Anforderungen, die derzeit mit keinem
einzigen am Markt erhältlichen Handy zu erfüllen sind. Die Lösung liegt in der bestens
bekannten „Bleistift und Papier“-Metapher. Als „Bleistift“ kommt in diesem Fall ein Stift mit
einer in der Spitze integrierten Kamera zur Anwendung, der über die Funkschnittstelle
Bluetooth mit dem Handy in permanenter Verbindung steht. Auf handelsüblichem
Druckerpapier kann man nun Fotos seiner Liebsten, des Arztes oder des Pflegepersonals
drucken. Dabei ist die Gestaltung beliebig. So können z.B. auf einer A4-Seite mehrere oder
aber nur eine Person abgebildet sein und somit den vorhandenen Wahrnehmungsfähigkeiten
beliebig angepasst werden. Wird nun mit dem Stift eines dieser Bilder berührt, so wird am
Handy eine Aktion ausgelöst, die im Vorfeld konfiguriert wurde. Eine derartige Aktion könnte
beispielsweise der Anruf der im Bild dargestellten Person sein.

Damit allerdings noch nicht genug. Auch die Essensbestellung kann über diesen Ansatz
erfolgen. Werden beispielsweise Abbildungen unterschiedlicher Speisen auf Papier
ausgedruckt, so kann die nächste Bestellung der Pizza oder des Schnitzels ebenfalls durch
einfaches Antippen des Bilds mit dem Stift erfolgen. Die Bestellung wird in diesem Fall über
eine SMS an den Lieferdienst abgesendet. Nach demselben Prinzip können aber auch
vorgefertigte SMS-Nachrichten versendet werden. „Mir geht es heute nicht gut“ oder „Kannst
Du heute vorbeikommen“ kann nun durch Auswahl des entsprechenden Textes an einen
vorkonfigurierten Kontakt versendet werden.

Eine weitere Anwendung ist die Kalenderfunktion. Auch hier kann mit dem bestens
bekannten Tischkalender interagiert werden. Tippt man mit dem Stift auf den
entsprechenden Tag, so werden am Handy unmittelbar die Termine des Tages angezeigt.
Ein aufwendiges Navigieren ist somit nicht mehr nötig.

Dieses Verfahren, welches nun als Prototyp zur Verfügung steht, soll am Studiengang
Mobile Computing weiter verbessert werden. So wird bereits an einer entsprechenden
Sprachausgabefunktion gearbeitet, sodass auch der Blick auf das Display entfallen kann.

FH-Prof. DI Dr.Christoph Schaffer
Studiengangsleiter Mobile Computing
FH-OÖ Studienbetriebs GmbH
Softwarepark 11
4232 Hagenberg, Austria
Tel.: +43 (0)7236 / 3888-2810
Fax: +43 (0)7236 / 3888-2899
Mobil: +43 (0)664 / 80484 22810
e-mail: christoph.schaffer@fh-hagenberg.at
Web: www.fh-hagenberg.at

Präsentation
Florian Gschwandtner

Projektteam:
Stefan Gugarel
Florian Gschwandtner

Jury:
Reinhard Zuba (Marketing Director, mobilkom austria)
Jan Trionow (Chief technology officer Hutchison 3g Austria; CTO)