I.

Das prähistorische Makedonien
Kostas Kotsakis 1. Einführung
Sehr oft geht in der peripheren archäologischen Forschung das Interesse Hand in Hand mit bestimmten geopolitischen Ereignissen oder wird gar von diesen geweckt. Der Feldzug Napoleons in Ägypten und die Entstehung der Ägyptologie in Europa ist das klassische Beispiel für eine solche Beziehung, doch die Geschichte ist voll von ähnlichen Fällen, sogar aus jüngster Zeit. Makedonien stellt keine Ausnahme dar. Die Balkankriege und insbesondere der Erste Weltkrieg haben diese eigentümliche und sehr wenig bekannte Gegend des Balkans ins Rampenlicht gerückt. Es ist kein Zufall, dass die ersten Forschungen von den alliierten Truppen, die an verschiedenen Orten Makedoniens stationiert waren, durchgeführt wurden. In gewissen Fällen handelt es sich um nicht mehr als das zufällige Ergebnis von Tätigkeiten wie dem Ausheben von Schützengräben. Zeitlich davor liegen in jedem Fall der Artikel von Rey und das nützliche Buch von Casson zu Beginn des Jahrhunderts, die das klassische Werk von Wace und Thompson über das prähistorische Thessalien begleiteten, das wiederum seinerseits ein Resultat der damals nicht lange zurückliegenden Eingliederung Thessaliens in den griechischen Staat darstellt. Doch die systematische Forschung fand ihren Anfang erst 1939 mit dem wertvollen Buch von W. Heurtley „Prehistoric Macedonia”, das die Grundlage bildet für die Vorgeschichte dieses Gebietes und sich auf eine während der Zwanzigerjahre durchgeführte Forschungsarbeit bezieht.1 Doch zweifellos wurde das Gebiet bereits von Anbeginn der makedonischen prähistorischen Forschung als im Gegensatz zum Süden stehend behandelt. Dies war zu erwarten: Der Süden Griechenlands, der Raum der klassischen Kultur und seiner Vorgeschichte, war es, der bereits seit dem 18. Jh. das wichtigste Stereotyp des europäischen Blicks auf Griechenland dargestellt hatte, indem er mittels der Reisenden die Phantasie der Europäer bezauberte, mit den lithographischen Darstellungen der Landschaften, der romantischen Beschreibung der Topoi der Klassik und natürlich mit den archäologischen Gegenständen selbst. Europas Blick bestimmte Haltungen und Ansätze der Forschung und verlieh der im Süden gepflegten Art der Archäologie ihre epistemologische Gestalt: die einer Archäologie, die besonders die Geschichte der Kunst als einer hohen Kulturform hervorhebt. Für die Geschichte der archäologischen Forschung in Griechenland spielte Makedonien, wie auch Thessalien, in hohem Maße eine katalytische Rolle, was die Stereotype der südgriechischen Archäologie betrifft. Es war kein Zufall, dass das erste wirklich fächerübergreifende archäologische Projekt in der griechischen Vorgeschichte, das den Beginn der modernen archäologischen Forschung signalisiert, zu Beginn der Sechzigerjahre in Makedonien durchgeführt wurde und trotz seines unglücklichen Verlaufs Vorbild und Prototyp war für viele Untersuchungen, die in ganz Griechenland folgten.2 Wenn es also, wie Heurtley selbst in der Einführung seines Buches erklärt, das Ziel war zu beweisen, das „Makedonien zum Süden und nicht zum Norden gehört“,3 dann muss in jener Zeit ein tieferes Gefühl für den Unterschied allgemein verbreitet gewesen sein – ein Gefühl, das die jüngste politische Geschichte der Region verstärkte. In geringerem Maße beeinflusst eine solche abrupte Grenze sogar heute nach wie vor die Forschungsmethoden. Der „Unterschied zwischen Norden und Süden“ ist immer wieder diskutiert worden im Zusammenhang mit jenen Entwicklungen in Südgriechenland, die in Makedonien fehlen, wie etwa die Entstehung von Palastkulturen und die der „sozialen Komplexität“, sodass sie gewissermaßen eine geographische und kulturelle „Grenze“ schaffen.4 Die Frage, welchen Anteil

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DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN

das antike politische Denken an der Herausbildung dieser Auffassung von der Verschiedenheit hat, die sich nördlich und südlich einer imaginären Grenze manifestiert, fällt in die Kompetenz besonders spezialisierter Forscher. Das Einzige, was man – zugegebenermaßen auf einer allgemeineren Ebene – dennoch über die Vorgeschichte der Region sagen müsste, ist, dass eine solche Auffassung von einer Grenze wahrscheinlich zu einer Hypostatisierung und Objektivierung multidimensionaler Phänomene wie der sozialen Organisation oder der Komplexität führt, die weder einen immer gleich bleibenden Inhalt haben noch sich folglich immer auf dieselbe Weise äußern. So kann zum Beispiel die soziale Komplexität auf verschiedenen Ebenen festgestellt werden und nicht nur auf der Ebene der politischen Organisation – ganz besonders in der Art der Diffusion der Macht in der sozialen Struktur. Das zuletzt Genannte scheint in bestimmten davon besonders charakterisierten Gesellschaften der späthelladischen Zeit auf der Peloponnes und auf dem griechischen Festland zu dominieren, und zwar offenbar mittels konkreter historischer Umstände und spezieller Strukturmerkmale, doch es muss nicht notwendigerweise auch in anderen geographischen Gebieten mit anderen historischen Parametern dominieren. Eine archäologische Diskussion, die auf vergleichbaren Bedingungen beharrt, untersucht letztendlich das Auftreten konkreter archäologischer Formen auf beiden Seiten der Grenze, die sie meist als stabil und gleich bleibend ansieht und als „Typen“ bezeichnet, wie z. B. einen Palasttyp oder den Typ besonderer Gruppen von Keramikgegenständen. Das Vorhandensein des „Palastes“ kann dennoch nicht als gleichbedeutend mit der politischen Hierarchie angesehen werden, noch erschöpft es unabhängig vom Inhalt letzterer, und sein Fehlen bedeutet nicht notwendigerweise das Fehlen jeder anderen Form einer Hierarchie. Die Gruppen von Keramikgegenständen kann man nicht vergleichen, ohne vorher die Funktion der Gefäße und der Prozesse ihrer Herstellung innerhalb bestimmter sozialer Gefüge verstanden zu haben, an denen sie Teil haben und die sie als Elemente der materiellen Kultur teilweise gestalten. Es existiert also eine tiefere Schwierigkeit, basierend auf den gleich bleibenden Kategorien, die sich mittels der Auffassung von der imaginären Grenze herausbilden, einen analytischen Diskurs zu formulieren. Aus diesem Grund soll hier jedes Phänomen, soweit dies möglich ist, mit Hilfe seiner eigenen Parameter behandelt werden, ohne es auf verallgemeinernde Kategorien zu projizieren, die a priori einen bestimmten Inhalt, eine bestimmte Bedeutung und eine bestimmte Rolle voraussetzen. Eine vergleichbare Schwierigkeit, in sehr engem Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, entsteht aus der Anwendung ethnischer oder kultureller Kategorien, die aus der Bemühung um eine Rehabilitation der makedonischen Vorgeschichte heraus oft eher ohne Reflexion adoptiert werden. Der Begriff der kulturellen Gruppe (die im Grunde nicht mehr darstellen als ausgewählte archäologische Kategorien der materiellen Kultur, besonders der Keramik) stellt in der diesbezüglichen archäologischen Bibliographie ein beliebtes Werkzeug dar für die historische Anasynthese von Völkern und Gruppen mit einem mutmaßlich erkennbaren Raumverhalten, ermittelbar dank des Zeugnisses der archäologischen Reste.5 Das archäologische Zeugnis legt dieser Ansicht zufolge ethnische und kulturelle Abstammungen, Verschiebungen, sogar Migrationen oder Kolonisationen offen. Sie übersieht dennoch die Tatsache, dass die ermittelbare Einteilung an sich im Grunde das Resultat der eindeutigen Bedeutung ist, die der materiellen Kultur und speziell der Keramik von der archäologischen Forschung zugewiesen wird. Wenn die Keramik und die materielle Kultur keinen Beleg für die kulturelle Herkunft darstellen, sondern ein Identitätsmerkmal der Gruppen, die in der Region leben, dann ist das sich ergebende Bild bedeutend anders. Anstelle einer linearen Bewegung kultureller Gruppen bildet sich ein enges multidimensionales Netz von Beziehungen und Kontakten zwischen den prähistorischen Volksgemeinschaften heraus, das vielleicht nicht die schematische Einfachheit der konventionellen Anasynthese besitzt, doch unzweifelhaft reicher ist und vielleicht näher an die Realität des prähistorischen Lebens heranreicht. Wir werden selbstverständlich nicht das Thema der Herkunft im Allgemeinen diskutieren –

In der Darstellung der Vorgeschichte soll nicht der Versuch unternommen werden. Während der ganzen Vorgeschichte können wir das Abenteuer der Formung dieser prähistorischen Palimpseste aus der Nähe verfolgen. Wie schon die Prähistoriker des vergangenen Jahrhunderts beobachtet hatten. Dennoch ist es interessant – und darauf soll hingewiesen werden –. Als Letztes. 2.KOSTAS KOTSAKIS 9 eine Thema mit besonderen theoretischen semantischen Schattierungen. Ein klassisches Beispiel stellt die Ablagerung des Thermaischen Golfes dar. betreffend bestimmte Gegenden. ist die Umwelt prinzipiell die Gesamtheit der Möglichkeiten und der Mittel. Unabhängig von geopolitischen Entwicklungen wird das Gebiet begrenzt durch das Ablaufbecken des Flusses Axios. indem man die Grenzlinie einige Kilometer nach Norden zur heutigen Grenze zwischen den beiden Staaten verschiebt. was sich heute nördlich und südlich von der modernen politischen Abgrenzung befindet. was das internationale Interesse betrifft. Die Naturveränderungen sind uns eher abschnittweise bekannt. ersetzen soll. Unsere Kenntnisse über die makedonische Umwelt sind nicht detailliert genug. In der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien sind erst in relativ jüngster Zeit ausländische Forschungsprogramme parallel zu den lokalen in Aktion getreten. der das verbindet. die auf eine ausgedehnte Episode von Ablagerungen hindeuten. in denen sich eine entsprechende Naturforschung entwickelt hat. Jh. um ein sehr genaues nach einzelnen Gegenden differenziertes Bild geben zu können. Die Teilnahme der griechischen Forschung wurde erst in den letzten Jahrzehnten spürbar und trat seit den Achtzigerjahren absolut in den Vordergrund. wie sie sie nutzbar macht. stellt die Formung der prähistorischen Landschaften ein zentrales Thema in der Geschichte der menschlichen Sesshaftwerdung dar. in die auch die menschliche Tätigkeit inbegriffen ist. Sie ist eine potenzielle produktive Kraft. hinsichtlich der Forschungsgeschichte. zur Verfügung steht. das über die Grenzen und die Zielsetzung dieser Abhandlung hinausgeht. während sie sich in eine soziale Umgebung verwandelt. In der Flachlandgegend von Katerini sind die Aufschüttungen höher als 10 Meter. Doch parallel dazu verwandelt der Mensch in seiner täglichen Begegnung mit dem Raum ständig Natur in Landschaft um und den Raum in den Ort (topos) seiner täglichen Handlungen. eine neue moderne Grenze zu ziehen. Wenn man die Parameter des Lebens des prähistorischen Menschen verstehen will. ein paar Worte zur Geographie der Region.6 Im Gebiet von Nordpierien haben die entsprechenden geomorphologischen Untersuchungen die Episoden der komplizierten Aufeinanderfolge von Ablagerungen und Erosionen vorbildlich rekonstruiert. Landesnatur Keine Niederschrift der menschlichen Tätigkeit ist vollständig ohne den Parameter der Umwelt. Die historische Hypothese von Struck und Hammond wurde durch spätere systematische Untersuchungen im Gebiet bestätigt. die die imaginäre Grenze zwischen Norden und Süden vom Anfang des 20. die sich – im Gegensatz zu der verbreiteten Auffassung von der Beständigkeit – wegen der sich wiederholenden Naturprozesse und –phänomene in Bewegung und im Wandel befindet. unabhängig von der Art. In den angrenzenden Schluchten lassen sich die erkennbaren Episoden von Ablagerungen auf das frühe . nämlich der Grenze zwischen Griechenland und der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien. sei er nun kleiner oder größer. die jeder Gruppe von Menschen. wodurch sich in einer komplizierten Wechselwirkung von Deltaablagerungen und einem Anstieg des Meersspiegels der tiefe Thermaische Golf während der Spätantike in eine Lagune verwandelte und in der Neuzeit in einen seichten See. während auf griechischer Seite das ursprüngliche Bild schon vor dem Zweiten Weltkrieg in einer internationalen Umgebung entstanden ist. dass die Rekonstruktion der Vorgeschichte auf beiden Seiten der Grenze keine parallelen Wege ging. die im Raum durch den menschlichen Eingriff erfolgen. in ständigem Dialog mit der sozialen Wirklichkeit. So steht die natürliche Umgebung.

und neue Funde aus Zagliveri bei Thessaloniki beweisen.8 3. wohl als Folge der intensiven Weidewirtschaft und der Kolonisation der semimontanen Gebiete.000 Jahren ansetzen. und unterstreicht die Notwendigkeit einer größerer Zahl ausgedehnter geomorphologischer Untersuchungen. den man homo heidelbergensis (Heidelbergmensch) nennt. Der Petralona-Mensch der Chalkidiki wurde sowohl in Bezug auf sein Alter als auch in Bezug auf seine anthropologische Zugehörigkeit viel diskutiert. während die vorhandene Mikroumwelt der Fundorte zu jedem Zeitpunkt völlig anders war als jenes. dass vielleicht im fünften Jahrtausend in den Berggebieten die Sommer bis zu 4 Grad heißer waren als heute. unabhängig von der Epoche.9 Auf diese Weise wurde auch ein Thema abgeschlossen. dass er eine distinkte Gattung eines archaischen euroafrikanischen homo sapiens des mittleren Pleistozän repräsentiert. als nicht sicher und vertrauenswürdig. und zwar gegen ihr Ende zu. dass viele Fundorte. die Älteres Paläolithikum heißt. wie wichtig. während die neuesten Laborchronologisierungen seine Präsenz vor 150–250. Die Schwierigkeit wächst auf ein Vielfaches. und die archäologischen Fundorte in diesen Gebieten wurden großteils zerstört. Jahrtausend datieren. In diesem Zusammenhang erweist sich die Wahrnehmung der „Unbeweglichkeit“ der Natur.12 Ein ähnliches Anzeichen stellt das bekannte Handbeil von Paläokastro bei Kosani . von denen bis heute nur sehr wenige durch Zufall entdeckt worden sind. die die Ebenen umgeben.10 Die Präsenz des Menschen in der frühesten Periode der griechischen Vorzeit. wird jetzt auch durch Oberflächenfunde bescheinigt. während die letzten Episoden auf die mittlere und neuere geschichtliche Zeit zurückgehen. das das heutige Bild der Gegend vermuten lässt. die die Spezialisten der frühen Perioden beschäftigen. das heißt auf den Beginn der Jungsteinzeit. Erst in der Bronzezeit dagegen. Zum Beispiel besteht die Annahme. Daraus lässt sich schließen.11 Die besonders lückenreichen Daten können bis jetzt bloß unsere fehlende Kenntnis unterstreichen und die Unmöglichkeit. wenn man zu den Komponenten der Landschaft auch die Vegetation hinzuzählt. Ähnlich dramatische Veränderungen haben auch die Küstenlinien Pieriens erlebt.10 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN 7. Zum Glück gibt in einem gewissen Maße die Analyse des Pollens.7 Das Beispiel Nordpieriens zeigt. Daher nehmen wir an. Heute ist man sich einig. die Anasynthese der Umweltgeschichte für das Verständnis der Landschaftselemente ist. Die Funde von Rodia in Thessalien kommen zu jenen von der Südpeloponnes hinzu. wie zum Beispiel die Frage der afrikanischen Herkunft der Neandertaler und des Auftretens des Menschen auf der griechischen Halbinsel. das für einige Meinungsverschiedenheiten und manchmal sogar für starke Auseinandersetzungen gesorgt hatte. Die frühe Vorgeschichte Für Makedonien wird die älteste menschliche Präsenz innerhalb Griechenlands bescheinigt. dass die Präsenz des Menschen in dieser Periode wahrscheinlich häufiger war. zu dem der Mensch eine direkte und multidimensionale Beziehung entwickelt hat. von einer ausgedehnten Erosion betroffen. an tieferen Punkten des Profils „vergraben“ liegen. Dagegen waren die Hügel. jenes Element. das wir von der menschlichen Ansiedlung in ihrer Diachronie haben. dass das Bild. beginnt sich eine gewisse Abnahme der Vegetation bemerkbar zu machen. zu einem Großteil durch die natürlichen geomorphologischen Vorgänge verfälscht wird. komplexere Fragen zu diskutieren. Doch auch für diese Wahrscheinlichkeit sind die paläobotanischen Belege nicht entscheidend. während ältere Ansichten sich in Bezug auf die Chronologisierung als übertrieben erwiesen haben. im Vergleich zu der geomorphologischen ein vollständigeres Bild von den Schwankungen der Waldvegetation und erlaubt Hypothesen sowohl in Bezug auf den Klimawandel als auch vor allem auch in Bezug auf die Beziehung zwischen Vegetation und menschlicher Aktivität. die die übliche Auffassung als feststehenden Parameter in der Bewegung der Geschichte ansieht. der das ganze Gebiet des griechischen Makedonien bedeckt.

Jahrtausends.14 Logischerweise kann man diese Lücke zurückführen sowohl auf den Mangel an darauf ausgerichteter Spezialforschung als auch das beschränkte Verständnis der Anlagerungen des Pleistozän und ihrer komplizierten geologischen Merkmale sowie die Schwierigkeit der Lokalisierung und der Interpretation der archäologischen Überreste. über deren Erscheinen in der betreffenden Literatur verschiedene Versionen vorgeschlagen wurden. und erklärt so das Auftauchen der ersten neolithischen Siedlungen.16 Natürlich hat die naive Art. daher ist die Bestimmung ihrer Beziehung zu den von außen . Die entsprechenden Fundorte.13 In der frühen Vorgeschichte Makedoniens gibt es eine wichtige Lücke. den die Forschung so weit wie möglich zu rekonstruieren hat. Nach den heutigen Tatsachen sind die ersten neolithischen Ansiedlungen nicht älter als das letzte Viertel des 7. da auch die systematischen Ausgrabungen aus dieser Phase noch nicht zahlreich genug sind. die frühen Ansiedlungen seien auf wandernde Bevölkerungsgruppen aus dem Mittleren Osten und Zentralanatolien zurückzuführen.15 Die Zweite dagegen betont.17 Die örtlichen vorneolithischen Bevölkerungsgruppen Makedoniens bleiben der Forschung unbekannt. Chr. bescheinigen den Menschengruppen der Zeit Mobilität in besonders großem Maßstab. wie die Frage des Beginns der Jungsteinzeit von der früheren Generation der Archäologen gestellt wurde. dass es in der nächsten Zukunft neuere Daten geben wird. Doch zurzeit werden die ersten deutlichen archäologischen Spuren des Oligozän auf das Ende des 7. Beide modernen Auffassungen verstehen. meist mittels des Ortswechsels von Menschen und der Kolonialisierung. die sich im Mittleren Westen und Zentralanatolien bereits herausgebildet hatte. stärker den Prozess. zumindest nicht in dem Maße und auf die Art wie in Thessalien. was in Griechenland und speziell in Makedonien gerade erst in kleinem und beschränktem Rahmen begonnen hat. Eine Ausnahme bilden die Hämatitbergwerke in Limenaria auf Thasos. etwas. und es ist sicher. Jahrtausend haben wir keine konkreten Anzeichen menschlicher Präsenz im Gebiet. deren Betrieb auf die Jüngere Altsteinzeit datiert wird. indem es an die vielfachen und unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen der (natürlichen und sozialen) Umwelt und den ansässigen und ihren Ort wechselnden Gruppen angepasst wird. die heute nördlich der griechischen Grenze liegen. Zweifellos erfordert der archäologische Nachweis der menschlichen Präsenz systematische und mühsame Forschungsarbeit. dass die entscheidende Phase der beginnenden Sesshaftigkeit und der Agrikultur in Makedonien nicht vertreten ist. Überhaupt kennen wir insgesamt nicht den Prozess der Entstehung dieser ersten Gemeinwesen zu Beginn der Jungsteinzeit in Griechenland. die sich an strategisch wichtigen Übergängen zwischen erkennbaren geographischen Einheiten befinden.KOSTAS KOTSAKIS 11 dar. keine Gültigkeit mehr. Im Fall Thessaliens herrscht die Ansicht vor. die vollständigere Annäherungen erlauben werden. ohne Ortswechsel auszuschließen. Die entsprechende Forschung hat gerade erst zögerlich begonnen. das heißt um einiges jünger als die entsprechenden thessalischen. dass der Übergang zur Jungsteinzeit einen sehr tiefen sozialen Wandel repräsentiert. und die Lücke wird auch nicht von den Gebieten Makedoniens geschlossen. der mit seinen eigenen Bedingungen verstanden werden muss. und zwar in einem Rahmen. Werk eines mit jenem von Petralona vergleichbaren Menschen. Dies bedeutet. Der Prozess der Herausbildung der ersten Landschaften der neolithischen Ackerbauern und Viehzüchter entzieht sich unserer Kenntnis. die auf das erste Viertel desselben Jahrtausends datiert werden. Im Allgemeinen dreht sich die Diskussion entweder um die Idee der „Neolithisierung“ oder der „Neolithischen Revolution“. Jahrtausends v. nämlich entweder als eine Sache der örtlichen Entwicklung oder als direktes Ergebnis der Migration. was das Ende des Pleistozän und den Beginn des Oligozän betrifft. mittels dessen sich das hypothetische soziale und wirtschaftliche Archetyp transformiert. Erstere betont üblicherweise die Durchsetzung – oder Übertragung – einer sozialwirtschaftlichen Struktur. Vor und nach dem Hochglazial des 18. die nicht leicht zu sehen und zu erkennen sind. bezogen.

analytische Kategorien wie Kultur. wie dies die ältesten Forscher aus Mangel an Daten erzwungenermaßen getan hatten. Die Auffassung von der lokalen Entwicklung der Jungsteinzeit hat. die Ansicht. heute keine Anhänger mehr. vorbehaltlos die Grundvoraussetzung der Kulturarchäologie an. zu dem die Analogien tatsächlich entfernter scheinen. Die klassische Ansicht zu dem Platz. die das vereinfachte Bild zerstören. folgt dem schon in der Zwischenkriegszeit formulierten Modell von Gordon Childe. Jahrtausends bereits von Ackerbauern und Viehzüchtern bewohnt war. dass Makedonien in den letzten Jahrhunderten des 7. und so etwas sei nur möglich durch den Ortswechsel der Bevölkerung und direkte Abstammung. wie schon in der Einführung erwähnt. die sich ohnehin nicht für sichere Schlüsse anbietet – ist es eine Tatsache. muss die Wanderung in den letzten Jahrhunderten des 7. die Ähnlichkeit der materiellen Kultur zwischen Gebieten bedeute kulturelle Verwandtschaft. kommt eine Vielzahl an Unterschieden zum Vorschein. die Morava und die Donau.und Viehzüchterbevölkerung Anatoliens durch Makedonien in den Süden Griechenlands wird nicht diskutiert. die uns die Form der neolithischen Siedlungen offenbart. Wenn man der Chronologisierung der archäologischen Stätten folgt. die Stationen dieser Strecke waren. über den Axios. dass es viele verschiedene Ursachen gibt. Doch auch die Wanderung der Ackerbauern.19 Tatsächlich vertreten bestimmte Forscher. Jahrhunderts stattgefunden haben. die neolithische Kolonisation im griechischen Makedonien habe ihren Ursprung auf dem Balkan und nicht umgekehrt. Dies erschwert die Behauptung einer Wanderung durch dieses Gebiet. Auch wurden in Ostmakedonien und Thrakien keine Fundorte der ältesten Jungsteinzeit (d. Doch unabhängig von der Herkunft der neolithischen Bevölkerungsgruppen Makedoniens – einer Frage. Wenn man die speziellen Erscheinungsformen dieses kulturellen Verlaufs detaillierter untersucht. wenn man sich auf die groben Linien der archäologischen Daten beschränkt. Die bekannteste Fundstätte. ihrer Bedeutungen oder ihrer Symbolik. obwohl sie in den Achtzigerjahren vorgeschlagen wurde. dass sie durch Beziehungen der Abstammung oder direkten Herkunft verbunden sind. Und noch viel mehr. Jahrtausend) lokalisiert. aus dem 7. die im Gebiet von Ohrid lokalisiert wurden.12 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN Kommenden momentan schlicht und einfach unmöglich. falls bewiesen wird. Zum Beispiel können die frühen Fundstätten. wie uns die Sozialanthropologie lehrt. leicht in verallgemeinernden Schemata verwendet. Rasse. den Verlauf des Neolithikums verändern. Und es ist natürlich selbstverständlich. das heißt sie lassen die Unterschiede. einen extrem unsicherer Beleg dar. Das Neolithikum des Balkans wiederum wird jetzt von einigen Forschern mehr über den Bosporus mit Nordwestanatolien in Beziehung gesetzt und weniger mit dem thessalischen Neolithikum. h. die in Westmakedonien . Dennoch kann diese lineare Strecke nur erfasst werden. ist Nea Nikomidia.18 Nach diesem Modell stellt Makedonien. die es in der materiellen Kultur immer gibt. der Makedonien bei der Ausbreitung des Neolithikums in Europa gebührt. weswegen Gesellschaften Elemente der materiellen Kultur teilen oder in willkürlicher Auswahl nachahmen können. Außerdem werden. da diese Ähnlichkeiten ausnahmslos willkürlich gewählt sind. In Wirklichkeit stellen die Ähnlichkeiten der materiellen Kultur (die in der Archäologie immer oder fast immer auf die Keramik hinauslaufen und seltener auf die Typologie der Architektur).20 Auf jeden Fall nimmt diese Diskussion. doch ihr Inhalt ist ganz und gar nicht offenkundig und selbstverständlich. wie viele ethnographische und historische Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten gezeigt haben. ohne dass das bedeuten würde. Für die Siedlung. da die frühesten bekannten Ansiedlungen in Makedonien später sind als jene in Thessalien. in den sie jedes Mal gehört. wie etwa Perlès. unkommentiert und betrachten sie nicht in dem besonderen Rahmen ihrer Funktion. den natürlichen Kanal für das Eindringen des Neolithikums in Europa dar. Volk oder Nationalität. dass sie älter sind als die frühen Fundstätten in Westmakedonien in Griechenland.

Diese könnte bedeuten. macht dieses Netz am besten sichtbar. wie z. dass bei den wie auch immer gearteten Tätigkeiten. einen Teil des physischen Ortes. auf derselben Stelle zu bauen. in dem sich die sozialen und produktiven Beziehungen verdichten und sich die Gesamtheit des jungsteinzeitlichen Lebens reproduziert. die bis vor sehr kurzem noch in Verwendung waren. Vielleicht ist sie ähnlich wie die. Eine größere Behausung etwa im Zentrum der Siedlung hatte die Ausmaße 11. die in dem Gebäude wohnt. die sich allmählich im Raum Makedoniens durchsetzen. das allmählich die Gegenden durch uralte Durchgänge verbindet. 2. muss mit der besonderen Bedeutung. Der Unterschied liegt nicht nur in der Größe. Entsprechend wird auch die bebaute Erde. die in der Landschaft dominieren. Jahrtausend v.24 Wie die Tymboi. die von Servia am Ausgang der Engen des Sarantoporos zum Fluss Aliakmonas. die mit der Zeit und der Ansammlung von Baumaterial charakteristische Erhebungen bilden. das den natürlichen Durchgang von Thessalien nach Makedonien bildet. die im Inneren dieser Behausung verrichtet wurden.64 m. in dem die zentralen Funktionen sozialen Zusammenhalts eine materielle Existenz erhalten und ihn so in den eigentlichen Raum der sozialen Produktion verwandeln. Die Lage der (An-)Siedlungen stellt verständlicherweise einen wesentlichen Parameter dieser Landschaften dar und steht in dieser so frühen Zeit mit den Kommunikationswegen in Zusammenhang. sondern auch in seinem Inhalt: fünf große weibliche Idole. zwei ungebrauchte Steinäxte mit Farbspuren und zwei Gruppen von je hunderten behauenen Werkzeugen. und oft werden sie von Nichtfachleuten mit den makedonischen Tymboi verwechselt. eine Praktik. die dem Platz des Hauses beigemessen wird – wie etwa mit der Erklärung der Abstammung und des Alters der bestimmten Gruppe. Der Begriff Ort als fester Bezugspunkt. Es handelt sich um einen Ort der Erinnerung und der Kontinuität.KOSTAS KOTSAKIS 13 nahe der Stadt Veria liegt. die anders ist als die übrigen. sind die Toumbai schließlich gut erkennbare Punkte im Raum. Das Beharren der Einwohner. den bekannten Grabmonumenten der klassischen und hellenistischen Epoche. sodass in dem Gebiet zum ersten Mal eine feste Ansiedlung gebildet wird. die uns in den frühen neolithischen Zentralbauten begegnet. Begriffe. die in späteren Perioden schließlich zu richtigen Erdhügeln mit einer Höhe von annähernd 20 oder auch mehr als 20 Metern werden. In Makedonien nennt man solche Erdhügel Toumba.4 Hektar. da sie in den ebeneren Gegenden besonders gut zu sehen sind. die . Innerhalb des konkreten Raums werden im Lauf der älteren Jungsteinzeit dreimal Behausungen errichtet. kleine Kisten aus ungebranntem Lehm. ungewöhnlich für die Zeit.78 mal 13. die die schnelle Erhöhung der Stelle zum Ergebnis hat. die die Menschen Jahrhunderte hindurch immer wieder besuchen.23 Charakteristische Merkmale in den Landschaften stellen die Siedlungen dar. Das Vorhandensein dieser Gegenstände spricht. und dem Ausgräber zufolge muss darin ein „Heiligtum“ oder ein „Gemeinschaftshaus“ liegen. die wir aus Südostasien ab dem 10. oder der engen Beziehung zu den Ahnen. zum eigentlichen Raum der wirtschaftlichen Produktion. kennen. Chr. die Gegenwart der Ahnen keine symbolische Rolle spielt. die prinzipiell eine Behausung bezeichnen. Im Gegensatz zu jenen fehlt jedoch jedes Anzeichen für eine Erdbestattung oder eine andere Behandlung der Toten.21 Die Siedlung von Nea Nikomidia hat eine Ausdehnung von ca. die einheitliche technologische Gruppen bilden.22 Auf diese Weise gestalten die neolithischen Ackerbauern und Viehzüchter die neuen neolithischen Landschaften. Die Gründung von Siedlungen an den Kommunikationsachsen. tritt so zum ersten Mal in Erscheinung. das Feld. soweit man aus ihrer zusammenfassenden Erwähnung Schlüsse ziehen kann. zur genauen Entsprechung der Siedlung erhoben. die nicht mit den täglichen häuslichen Verrichtungen zu tun hat. sind quadratische aus Holzpfählen und Lehm errichtete Behausungen charakteristisch. In den Siedlungen in dieser Form geschieht die Errichtung jedes neuen Gebäudes auf den Fundamenten des älteren. für eine Verwendung. B.

Solche Botschaften sind beim Bau eines Hauses immer enthalten. sie ist das Resultat einer sozialen Organisation besonderer Form. diesen Unterschied in den Siedlungspraktiken durch einen Vergleich mit den Praktiken zu interpretieren.28 Es ist schwierig. –. in dem die „Häuser“ eine zentrale Stellung innehaben. die die beiden letzten Jahrhunderte des 7. Durch eine Gegenüberstellung der Architektur und des Stadtbildes der beiden Siedlungsformen als Gesamtheit stellen wir an den ausgedehnten Orten prinzipiell eine sichtbare Bedeutungsminderung des einzelnen Hauses fest. Auf jeden Fall werden auch praktische Gründe wie die Verfügbarkeit des Raumes oder die leichtere Legung eines Fundaments eine Rolle gespielt haben. und in der Regel drehen sie sich um die soziale Stellung der Gruppe. das. Jahrtausends abdeckt. doch das schließt – auch in neolithischer Zeit so wie später – weniger leicht greifbare Bedeutungen und soziale Botschaften nicht aus. Jahrtausends datiert wird. Anders orientiert scheinen die Bewohner der zweiten Form der neolithischen Siedlungen gewesen sein.14 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN das lange Leben und den Erfolg des bestimmten Haushalts unterstützen kann usw. die anderswo innerhalb der Siedlung lagen. die einige Jahrhunderte später bewohnt waren. Doch bevor wir eine solche Interpretation übernehmen. ein Resultat der großen Bedeutung. von denen jedes seine eigene Geschichte hat. Im Gebiet von Thessaloniki kennen wir heute Siedlungen dieser Form. Chr. h.25 Die Toumbai sind also außer Ansammlungen von Menschen auch Feld für einen sozialen Diskurs. wenn man nach dem späteren Beispiel von Makrygialos in Pierien urteilen darf (Ende 6. dass es in diesen Siedlungen einen größeren Freiraum gab. die dem „Haus“ und seiner Abstammung beigemessen wird – einer Bedeutung sowohl sozialer als auch wirtschaftlicher Natur. da dazwischen ausgedehnte leere Räume liegen. Die neolithischen Siedlungen tragen von diesem Gesichtspunkt zur Schaffung nicht nur natürlicher. sonder auch sozialer Landschaften bei. Auch wenn sie ihre Funktion zweifellos im Rahmen des neolithischen Kollektivs haben. sowie die Siedlungen von Thermi und Stavroupoli. Am ältesten ist die Siedlung. aber die Dichte der Gebäude ist extrem niedrig. An diesen Orten werden die Gebäude nicht an derselben Stelle errichtet. Jahrtausend v. im Zusammenhang stehen. den sie offensichtlich ersetzten. Die geringe Bedeutung der Behausung selbst und ihrer räumlichen Fortsetzung und ausgehend davon auch die der Rolle der „Häuser“ und ihrer Abstammung kann ein Anzeichen dafür sein. die auf dem Gelände der Internationalen Messe Thessaloniki gefunden wurde und auf die Zeit vor der Mitte des 6. die diese Siedlungen letzten Endes haben. in dem sich das Kollektive als wesentlicher ideologischer Mechanismus durchsetzen konnte. scheinen sie irgendeine Form größerer oder kleinerer Autonomie zu beanspruchen. oder auch grubenähnliche halb unterirdische Bauwerke. Oft sind sie nicht mehr als Gruben im Erdboden mit einem provisorischen Überbau. In hohem Maße bestimmten die Bedeutungen und Botschaften – und bestimmen noch immer – die Form und die Merkmale des Gebäudes. sondern sie bewegen sich frei in einem weiteren Gebiet.). die man in den Toumbai lokalisieren kann. Die Gebäude selbst haben keine überlegte Struktur wie jene der Erdhügel und machen eher den Eindruck provisorischer Bauten. Solche Siedlungen sind in Makedonien und nördlicher im Gebiet Serbiens bekannt und werden dem Kulturkreis von Star"evo zugeschrieben – einer Kultur. die es besitzt. Solche Interpretationen sind immer unsicher. und des beginnenden 6. In . doch zum Glück bieten die Daten von Makrygialos eine gewisse zusätzliche Unterstützung. durch ein Paar tiefer und breiter Ringgräben definierte war.27 In den Siedlungen in dieser Form kann die horizontale Ausdehnung sehr groß werden (Makrygialos überschreitet 60 Hektar). wenn wir Schlüsse ziehen können aus dem Beharren auf dem Wohnen in unterscheidbaren Gebäuden. d.26 Folglich ist die Gestalt. die wir aus Makedonien kennen – nämlich in Gestalt ausgedehnter ebener Stellen. die durch Ausgrabungen erforscht worden sind. Die konventionelle Ansicht würde sie als Ausdruck zweier verschiedener kultureller Gruppen interpretieren. könnten wir das Phänomen sorgfältiger analysieren.

29 Doch die undifferenzierte Art ihrer Bestattung. dass die Toten letztendlich nicht in den Gräben blieben. darstellt. wie die Menge des verzehrten Fleisches bescheinigt. Drei Lehmtische ungefähr mit den Ausmaßen 1 # 1 m. wie dies mit archäologischen Daten möglich ist. und ein wahrer Schatz an Webgewichten stellen den ungewöhnlichen Inhalt dieses Raumes dar. dass in der Siedlung die soziale Identität der einzelnen Toten und ihrer Beziehung zu den am Leben gebliebenen direkten Verwandten oder Genossen eine geringere Bedeutung hatte als ihre Beziehung zu der Gemeinschaft als Gesamtheit. sondern die gemeinschaftliche Kollektivität. den Wänden entlang aufgereiht. ein großes Idol in Höhe von 39 cm. einzigartigen Maßstab bestätigen. Es ist offenbar. die eine Episode des Massenverzehrs von Fleisch in einem bis heute im Vergleich zu den neolithischen Siedlungen. die nicht mehr war als das einfache Hineinwerfen der Leiche. Dies wurde unterstrichen durch die Wahl der Gräben – Bauwerke mit betont gemeinschaftlichem Charakter. Eine Chronologisierung um die Mitte des 6.32 Der „häusliche“ Charakter dieser Räume (letztendlich handelt es sich um noch ein Haus. das ein kleines Haus (Oikiskos).30 Unter den archäologischen Daten der Jungsteinzeit ist dies das einzige Mal. echte Monumente des Kollektiven. auf dem eine imposante weibliche Gestalt sitzt. Vergleichbare Formen der Kollektivität werden wir auch für die produktiven Tätigkeiten der Siedlung als wahrscheinlich annehmen müssen. wenn auch ihre Zahl zeigt. die die Rolle des Gebäudes und der sozialen Gruppe betonen. führt uns zu der Hypothese. der sie gewissermaßen im Leben und im Tod angehörten. Außerdem drehen sich die verwendeten Symbole um das Thema des Hauses selbst. von denen der im Zentrum befindliche mit den Abmessungen 9 # 9 m eine große Anzahl ganzer Gefäße zum Aufbewahren und für den Verzehr von Nahrung enthielt. Ein einfacher Vergleich mit der öffentlichen Freiluftfeier von Makrygialos reicht aus. Die Frage der Rituale und des symbolischen Ausdrucks in den kleinen Gemeinwesen – Rituale. dass die wichtigste ideologische Basis dieser neolithischen Gemeinwesen nicht die Autonomie der unterscheidbaren sozialen Einheit war. wird auch von Funden im Gebiet der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien beleuchtet.31 Diese Feststellung gilt nicht nur für Makedonien. sondern eventuell auch die Einwohner anderer Siedlungen im weiteren Umkreis. die es repräsentiert. das wir auch aus älteren Forschungsarbeiten aus dem Gebiet von Pelagonien kennen. in denen fortwährend alltägliche Aktivitäten verrichtet wurden. kleine Lehmkisten (Kibotia). Folglich zeigen sowohl die räumliche Diskontinuität in der Besiedlung als auch die Bestattungspraktiken. und beleuchtet den Charakter der Siedlungen in dieser Form. aber auch die „Privatheit“ der Tätigkeiten. die dort verrichtet wurden. Jahrtausends scheint für diesen Ort wahrscheinlich. die dennoch schwerer mit den Mitteln der Archäologie nachgewiesen werden können. sondern im weiteren Sinne für die Jungsteinzeit Südosteuropas. Ein relativ neuer Fund aus Govrlevo im Gebiet von Skopje wiederholt dasselbe Motiv der auf einem Oikiskos sitzenden Frau. Speziell die Siedlung von Makrygialos gibt uns noch ein Beispiel für den sozialen Diskurs der Kollektivität auf einer unterschiedlichen Ebene. wenn auch ein größeres) kann die soziale „Sichtbarkeit“ des „Hauses“ nur unterstreichen. dass eine Feier in diesem Maßstab und mit so eindeutigem kollektivem Charakter so sicher belegt ist. Auf der Toumba Madjari im Gebiet von Skopje wurde eine Anzahl überirdischer Pfahlbauten entdeckt. nahmen an ihm nicht nur alle Einwohner Teil. um uns Schlüsse über die Merkmale der Gesell- . wie zum Beispiel der über die Fundstätte Porodin.KOSTAS KOTSAKIS 15 Makrygialos dienten die Umfassungsgräben der Siedlung als Bestattungsort. Am zentralen Punkt der fast kreisförmigen Siedlung wurden innerhalb einer großen und seichten Grube archäologische Reste und Knochen hunderter Tiere festgestellt. das Herausholen der Gebeine und der eindeutige Gemeinschaftscharakter der beiden Gräben. dass dieser rituelle Verzehr einen kollektiven Charakter hatte und. der von seinem Ausgräber genauso wie der ältere in Nea Nikomidia als Heiligtum angesehen wurde. die wir kennen.

dass Ende des 6. der auf etwas dieselbe Periode oder vielleicht auch etwas später datiert wird. Die weite Ausdehnung des Netzes wird durch bestimmte archäologische Funde bescheinigt: In der Siedlung von Mandalo am Fuße des Paikos wurde das Vorhandensein von Obsidian aus den Karpaten festgestellt. wie etwa die Ufersiedlung von Dispilio am See von Kastoria. die die Archäologen die jüngere Jungsteinzeit nennen (nach 5300/5200 v. unterschiedlichen Techniken und unterschiedlichen Formen der materiellen Kultur. die die Toumbai gestaltet haben. im Abflussbecken des Aliakmonas. ist die Erweiterung des Netzes von Siedlungen. Chr. Jahrtausends v. die. Die kurze Periode der Ansiedlung wirft bestimmte interessante Fragen auf bezüglich der Präferenzen und der Orientierung dieser frühen Bauernbevölkerung und ihrer durch deren genauere Untersuchung geprägten Beziehung zu den verschiedenen Gegenden Makedoniens auf. sowie natürlich auch über die ausgedehnten ebenen Siedlungen in Makedonien aus dem 6. Ein Unterschied. in der. dominieren in dieser Gegend und gehen einher mit neuen Kategorien in der Keramik. die auf dem natürlichen Weg von den Ebenen Obermakedoniens zu den Hochebenen von Pelagonien weiter nördlich liegt. aber auch mit wirtschaftlichen und produktiven Praktiken.33 Von besonderem Interesse ist die semimontane Gegend von Grevena. wie wir gesehen haben. dass das vorhandene Siedlungsnetz um einiges dichter gewesen sein muss als das.und Ostmakedonien haben wir noch keine Stätten aus der älteren Jungsteinzeit lokalisiert. etwa derselben Zeit entstammt wie diese Siedlung. Chr. scheinen die Siedlungen während des Neolithikums sich allmählich die Landschaften Makedoniens zu Eigen gemacht zu haben. die sich nun auch Gebiete zu Eigen machen. wie auch Nea Nikomidia. ihre Bevölkerung überschritt nicht eine Anzahl von 200 bis 300 Einwohnern. die die vorigen Epochen nicht besiedelt hatten. und Anfang des 5. die mit der Sozialstruktur in Zusammenhang stehen. aber auch zwischen Siedlungen selbst bedeuten. Bestimmte Ansiedlungen wählen sich wirklich ganz eigene Umgebungen. Die ersten Ansiedlungen. das heißt vor der Mitte des 6. natürlich ohne dass sie je das Niveau völlig spezialisierter Produktionstätigkeiten erreicht hat. Jahrtausend.16 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN schaften ziehen zu lassen. Jahrtausends aufweisen. Die Stätten der Periode. Viele Daten dieser Siedlung verweisen auf Nea Nikomidia. ist die erste besiedelte Gegend. Jahrtausends in ganz Makedonien ähnliche Kategorien vorherrschen. Nea Nikomidia gegründet wurde. Die Ebene von Jannitsa. Die Ansiedlungen bestehen nach wie vor aus wenigen Personen. werden später als 5500 v. In Zentral. was die fragmentarische archäologische Forschung bis jetzt bestimmen konnte. Unabhängig von ihren spezielleren Merkmalen.34 Auf jeden Fall sind wir berechtigt anzunehmen. Die Ausbreitung der Siedlungen der jüngeren Jungsteinzeit kann nichts anderes als eine Vermehrung der Bevölkerung und Verdichtung der Kommunikationsnetze zwischen den Gebieten. dass sie eine Kommunikationsstation zu den Orten rund um die heutige Stadt Bitola darstellt. Tatsache ist. in dem eine Reihe von Orten Besiedlung über einen kurzen Zeitraum gegen Ende der älteren Jungsteinzeit etwa zu Beginn des 6. . die vorher entweder völlig unbewohnt waren oder eine sehr dünne Besiedlung aufwiesen. Die Fundstätte Dikili Tas nahe dem antiken Philippi stellt ebenfalls einen Ort dar. wo uns die kulturellen Merkmale durch die langjährige und systematische Forschung besser bekannt sind. die in der Stadt Jannitsa selbst durchgeführt worden ist und die das Vorhandensein einer frühen Siedlung zum Vorschein gebracht hat. Eine ähnliche Stellung nimmt vielleicht die frühe Siedlung von Drosia nahe dem Fluss Agra und dem See Vegoritida ein – in einer Gegend. datiert und sind durch die frühen Phasen der Fundstätte Sitagri in der Ebene von Drama vertreten.). Entsprechende Veränderungen beobachtet man auch in Thessalien. aber auch auf die Fundstätte Anza in der Gegend von Skopje. die eventuell weiterreichende Unterschiede signalisieren. der wirklich von zentraler Bedeutung zu sein scheint. die uns hier bekannt sind. Chr. wie eine neuere Forschungsarbeit gezeigt hat.35 Die produktive Differenzierung scheint für diese Epoche wahrscheinlich zu sein. Die Lage der Siedlung zeigt.

doch sie finden in dieser Epoche ihr Pendant auf dem gesamten Balkan. die Zahl der Orte in der frühen Bronzezeit. die wir in Makedonien konventionell Bronzezeit nennen (3500–1100 v. die Rolle der Frauen und Männer in der Siedlung und im Verkehr in den Netzwerken sowie auch in den aufeinander folgenden Veränderungen der neolithischen sozialen Realität. aber auch ihre hohe „Sichtbarkeit“. nicht einmal während der osmanischen Zeit. In Siedlungen wie Mandalo und Sitagri lässt sich deren Aufgabe über längere Zeit hin feststellen. deren Merkmale wir noch nicht erfassen konnten. Wir kennen auch nicht die Geschlechterdimension dieser Netze. Am Ende der Bronzezeit erhöht sich die Zahl der Orte besonders stark. und zumindest der Beginn der Periode bedeutet einen allgemeinen Rückgang in der Zahl der Siedlungen. während die bekannten Stätten. erlebt aber am Ende des 3. und der in Siedlungen der jüngeren Jungsteinzeit in Makedonien produziert wurde. wenn auch in hohem Maße unvollständig und fragmentarisch. Bis jetzt wurden sie für Dispilio und Jannitsa angegeben. Die starken Veränderungen. ohne dass das jedoch bedeuten würde.39 Dennoch ist dies in Makedonien nicht erkennbar. Jahrtausends wieder einen Aufschwung./Anfang 4. Dennoch sollten diese archäologischen Gegenstände nicht selbst als Tauschgegenstände angesehen werden.und Nordeuropa. zeigt. Auf jeden Fall ist dieser „Kosmopolitismus“ der Zeit nicht von langer Dauer: Gegen Ende 5. die für die nächste lange Periode. die einige Jahrhunderte andauert. wenige sind. nicht so sehr als Tauschgegenstand. der nicht nur den ganzen Balkan erreicht hat. Megalo Nisi Galanis im Becken von Ptolemaida ist eine solche Fundstätte. Die Forschung nennt sie verallgemeinernd „Schrift“. dass wir wissen. und die Eisenzeit weist eine so hohe Dichte an Orten auf.36 Bronzegegenstände tauchen ebenfalls in dieser Zeit auf. die in diese Zeit fallen. beobachten lassen. wie sie nicht wieder vorkam. ob die Symbole einen bestimmten phonetischen Wert hatten. sonder eher als die Symbole für den Tausch.38 Zweifellos handelt es sich um eine dramatische Veränderung der Anordnung und Form der Siedlungen. sondern sogar Mittel. kennzeichnenden Transformationen verantwortlich sind. die sich in der Wirtschaft und der sozialen Organisation auf Kreta und der Peloponnes. Ein Zeichen dieser Vereinigung sind auch die sporadischen Funde mit einer Anordnung von in verschiedenes Material – Holz. Im Gebiet von Langadas fällt z. Parallel dazu werden viele in der jüngeren Jungsteinzeit benutzte und nun schon verlassene Siedlungen nicht neu gegründet. Die Bevölkerungsgruppen der frühen Bronzezeit benutzen weiterhin die neolitischen Ansiedlungen oder besiedeln ältere neolithische Toumbai neu wie in Mandalo und Sitagri. die vor kurzem erforscht wurde.KOSTAS KOTSAKIS 17 während besonders der Schmuck aus der Muschel spondylus gaederopous aus der Ägäis bekannt ist. Nahrung und Menschen. nämlich in Form eines Austauschs durch Exogamie. besonders was die vorherrschenden durch Ritzungen geschmückten Kategorien betrifft. aber auch auf dem Kykladen. B. spricht für eine drastische Verminderung der Bevölkerung- .37 Die Einheitlichkeit der Keramik im ganzen Gebiet Makedoniens. führen in jenen Gesellschaften zu einer explosiven Steigerung der Hierarchie und der sozialen Komplexität. Stein oder Lehm – geritzten Symbolen. Chr.). 4. und das Gesamtbild. Wie oft am Ende archäologischer Anasynthesen bemerkt. die im Erscheinen der „Palastkulturen“ resultiert. – entsprechende systematische Forschungen wurden noch nicht durchgeführt – wie als Mittel der kulturellen Vereinigung der Gemeinwesen der jüngeren Jungsteinzeit. dass die Keramik in diesen Netzen eine aktive Rolle spielte. Die neuere Vorgeschichte Was die genauen Prozesse betrifft. über das wir verfügen. Die tatsächlichen Tauschgegenstände entgehen der archäologischen Forschung: Stoffe.40 Ein vergleichbarer Abfall der Anzahl der Siedlungen zeigt sich auch in Ostmakedonien. so wie dies schon Colin Renfrew schon in den Siebzigerjahren besprochen hatte. ist zu diesem Thema noch viel mehr und systemischere Forschung nötig. ist die Forschung noch zu keinem sicheren Ergebnis gekommen. Jahrtausend verlieren sich die Spuren der neolithischen Ansiedlungen fast.

44 Die Bandkeramik der Jungsteinzeit repräsentiert ein Objekt hoher sozialer Sichtbarkeit. Die wesentlichste Änderung. die besonders in den fortgeschrittenen Phasen der Bronzezeit auffallen und deren einziger Zweck die Stärkung des Einflusses der Oikoi des Gemeinwesens ist. den die Gesellschaft der Neuverteilung der Nahrung und dadurch auch der Gegenseitigkeit beimisst. noch sollte man sie in Beziehung bringen mit einem „kulturellen Absturz“. So erscheinen nun Bauwerke des Gemeinwesens. die ihrer Zeit eigentlich schon voraus sind. Diese Entwicklung scheint jetzt abgeschlossen zu sein. sich gegenseitig ergänzenden Mikroumwelten und Produktionsmöglichkeiten folgte. die durch den gewaltigen Aufschwung der Keramikherstellung in der jüngeren Jungsteinzeit bekannt sind. auf eloquente Art dar. dass bereits das ganze vierte Jahrtausend eine Periode der Bevölkerungsdepression darstellt. die uns in der neolithischen Periode nur in den bekannten „Megara“ von Dimini und Sesklo in Thessalien begegnen. Vorratsgruben) dominieren. Andererseits stellen Bauwerke wie das „verbrannte Haus“ in Sitagri diese Dominanz. Ja. hergestellt zum Darbieten der Nahrung und dem öffentlichen Verzehr unter Bedingungen offener Geselligkeit. dass sie letzten Endes die Gesamtheit des Gemeinwesens vertreten oder sogar ersetzen. Ein charakteristisches Beispiel stellt die „Mesimeriani Toumba“ in der Präfektur Thessaloniki dar. die man dieser städtebaulichen Form des Siedlungsraumes zuschreibt. dass in dieser Epoche die „Häuser“ und ihre „Haushalte“ absolut dominieren. sprechen nicht zufällig für die wirtschaftliche Autonomie als angestrebtes Ziel.18 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN szahl im Vergleich zum Höhepunkt der jüngeren Jungsteinzeit. in der die ältere neolithische Ansiedlung auf den Westteil der ursprünglichen neolithischen Siedlung beschränkt wird. Die Bedeutung der Dominanz der Siedlungen in Form einer Toumba müssen wir in Zusammenhang mit den Merkmalen der sozialen Organisation beurteilen. die eine gewisse Betonung der Dauer und Kontinuität der unterscheidbaren Haushalte zur Folge hat. Erst um die Mitte des 2. es gibt Hinweise dafür. Wie wir gesehen hatten.43 An diesem Punkt müssen wir das Verschwinden der feinen Bandkeramik und ihren Ersatz durch unverzierte einfarbige Kategorien beachten. nun nur mehr eine Fläche von 6. scheinen jetzt endgültig aufgegeben zu werden.000 Quadratmetern einnimmt und während der ganzen Periode weiter bewohnt und höher aufgeschüttet wird. sollten wir uns daran erinnern. die vorher die Kollektivität des Gemeinwesens betont hatten. einer „Versumpfung“ oder ähnlichen wertenden Beschreibungen. die zusammen die Siedlung bilden. die sich in dieser Epoche beobachte lässt. Jahrtausends wird wieder Bandkeramik mit entsprechenden Merkmalen auftauchen. Viele Techniken der Herstellung. und die Produktion beschränkt sich auf dunkelfarbige Vasen zum täglichen Gebrauch zum Kochen und Aufbewahren. des Verzierens und des Brennens von Keramik. die auf den Zusammenbruch des ausgedehnten Netzes der neolithischen Ansiedlungen und des Austausches zwischen Gebieten. in denen die Vorratsräume und die Räume zum Verzehr von Nahrung (Herde. indem sie ihn greifbarer machen und ihm durch die beabsichtigte Erhöhung des Erdhügels als Ganzem eine dominante Position in der Landschaft verleihen. gilt die Herausbildung der Toumba als Resultat der Präsenz des „Hauses“ (Oikos).41 Während der Bronzezeit erhält die makedonische Landschaft viele ihrer heute bekannten prähistorischen Charakteristika. Alle ausgedehnten ebenen Orte sind bereits verlassen. gehen in dieser Periode verloren.42 Große zentrale Bauwerke. Diese wesentliche Veränderung muss nicht unbedingt im Zusammenhang stehen mit Wanderungen prähistorischer „Völker“ und anderen äußeren gewaltsamen Neuordnungen der kulturellen Landkarte Makedoniens. und stellt auf diese Weise einen zen- . Ihr Vorhandensein und ihr Gebrauch in diesem Rahmen will den Wert betonen. Doch bevor wir Schlüsse über eventuelle historische Ereignisse ziehen. besteht dennoch in der Dominanz der Siedlungen in Form einer Toumba. und sogar die in ihrer Ausdehnung größten Orte schrumpfen jetzt auf das Gebiet einer merkbar kleineren Toumba zusammen. und die Organisationsformen des Raumes. und das in einem Maße.

Doch der Aufstieg des „Haushalts“ bedeutet eine Distanzierung von der Ideologie der Neuverteilung. Dennoch scheinen bestimmten Formen der Keramik mit neuen Gewohnheiten des Nahrungsverzehrs durch die einzelne Person in Beziehung zu stehen. und für diesen Prozess verwenden und transformieren sie die materielle Kultur. Vergleichbare Tendenzen sind immer vorhanden. der mit der Stele in Zusammenhang steht. die soziale – und wirtschaftliche – Realität zu ihren Gunsten neu. die dieser Entwicklung folgt und sie unterstützt. Die Äußerung sozialer Botschaften der Gegenseitigkeit wird allmählich in eine Äußerung von Botschaften eigener Stärke verwandelt. während die Keramik auf ihre einfache Nutzfunktion beschränkt wird. die ein Halsband.KOSTAS KOTSAKIS 19 tralen ideologischen Mechanismus dar. die zu den Behausungen gehören.45 Wenn wir von der Bronzezeit sprechen. der Meisterwerke handwerklicher Kunst. Der kollektive Verzehr verwandelt sich so in private Gastfreundschaft. Auf diese Weise organisieren die „Haushalte“. Zweifellos sind diese Gegenstände starke Symbole. Und diese Ansicht ist ein Erbe der Archäologie der Zwischenkriegszeit und Gordon Childes. Aus diesem Grund erhalten sie einen besonderen symbolischen Wert. die in einer Grube in Petralona auf der Chalkidiki gesammelt und in den Siebzigerjahren aus Zufall gefunden wurden. die nur den Mitgliedern des Oikos gehören und bei geeigneter Gelegenheit zur Schau gestellt werden. den sie mit sich führt.46 Eine entsprechende Bedeutung haben auch sämtliche Handwerksgegenstände aus Bronze. die sich schon durch die Präsenz und die Form der Oikoi im Rahmen ihres harmlosen Wettstreits ausdrücken. die die Geltung und die soziale und wirtschaftliche Stärke der Person oder des Oikos betonen. sondern von Seiten der Sozialstruktur. wie außerdem durch die weitläufigen Vorratsräume belegt ist. während ein Speer schräg am Brustbereich lehnt. die sich am Körper tragen lassen. für dessen Herstellung wir in Dikili Tas bereits seit dem Ende der Jungsteinzeit Indizien haben. Für ihren unglücklichen Eigentümer müssen diese Gegenstände einen besonders großen Wert gehabt haben. Die Frage der sozialen Komplexität und der Entstehung einer sozialen Asymmetrie ist also für die Bronzezeit von zentraler Bedeutung. Dagegen vermitteln die persönlichen Gegenstände. die treibende Kraft der Gesellschaft darstellt. wie eine geritzte Stele aus dieser Zeit in Skala Sotiros auf Thasos beweist: Auf einem flachen Relief ist eine menschliche Gestalt abgebildet. herrscht die Ansicht vor. dass die Präsenz des Metalls mit dem Wandel der Produktionskräfte. wie übrigens auch in Südgriechenland. Dritten starke Botschaften von Geltung und sozialer Überlegenheit. Was uns in- . indem er das Ansammeln und die Unabhängigkeit verstärkt. werden die bronzenen Handwerksgegenstände als „persönliche“ Objekte in die Konkurrenz der Oikoi hineingezogen und metaphorisch als Belege für Erfolg. Wie wir oben gesehen haben. dass der Eintritt der Handwerksgegenstände aus Bronze in das soziale System nicht von Seiten der Produktion geschieht. in der rechten Hand einen Dolch und um die Mitte eine Doppelaxt trägt. Dennoch beweist die Forschung im Gebiet von Makedonien. dass die früheren sozialen Formen frei waren von diesen Aspekten der sozialen Dynamik. Diese soziale Funktion ist auch der tiefere Grund. was aber nicht bedeutet. Im Rahmen dieser privaten Gastfreundschaft kann der neolithische Gebrauch des Geschirrs durch die Allgemeinheit dem Hausherrn kein besonderes Ansehen bringen. indem sie die die Wichtigkeit der „persönlichen“ Gegenstände betonen. in den „privaten“ Raum verlegt. Der Verzehr der Nahrung wird. wo die kollektive Neuverteilung der Nahrung weder möglich noch notwendig ist noch wahrscheinlich erwünscht. wie etwa dem Konsum von Wein. aber ihr Inhalt und ihre Form verändern sich. Stärke und Macht der kollektiven Identität des Oikos und seiner Mitglieder gebraucht. wie die Herde und die Konstruktionen für die Nahrungszubereitung bestätigen. wo sie eventuell absolut keine Rolle spielen außer nur gegen Ende der Periode. und das Geschirr erhält eine andere Bestimmung. warum die konkrete Form der materiellen Kultur in den neolithischen Gemeinwesen diese herausragende Stellung zugedacht bekommt.

Zu irgendeinem Zeitpunkt in der späten Bronzezeit wurde auch hier etwa in der Mitte des Hügelabhangs ebenfalls mit Hilfe der Kasematten-Technik eine besonders große Wand als Umfassung der Toumba errichtet: Sie hatte eine Breite von 6 Metern und eine Höhe von über 3 Metern. die herausragende Stellung hervorzuheben. höchstwahrscheinlich der Sitz der mächtigsten Oikoi. gestellt werden. ohne dass uns jedoch schon die Endpublikationen zu Verfügung stehen. dass die Siedlungen dieser Epoche in hierarchischen Abstufungen organisiert waren. dass nicht alle Fundstätten aus dieser Zeit entsprechende Merkmale aufweisen. Die Toumba von Thessaloniki. die wir für ein Resultat der großen Stützkonstruktionen halten. wobei das steile Gefälle des Hügelabhangs erhalten blieb. da die Forschung auch in diesem Bereich große Lücken aufweist. können wir annehmen. doch wahrscheinlicher scheint eine komplexere Interpretation. in denen eine Siedlung. die systematisch erforscht worden sind. organisierte Vorratsräume einen großen Teil der Siedlung ein. Ein gewisses Bild in dieser Richtung können wir aus den Friedhöfen der Zeit gewinnen. und das Bild ist in hohem Maße lückenhaft. und die Rolle der Oikoi und ihrer Mitglieder. Für manche Forscher sind es bloß Befestigungsanlagen. lässt sich nicht leicht bestimmen. ihre Bedeutung in der Absicht. Was für eine Funktion diese großen Konstruktionen hatten. Dennoch sind von den frühen Phasen der Siedlung nicht genug Daten erhalten. die. An anderen Fundstätten in Zentralmakedonien wie Assyros im Becken von Langadas und der Toumba von Thessaloniki. eventuell auch der Aggressivität. warum nicht etwas Vergleichbares gelten sollte. die Höhe der Siedlung besonders zu betonen. ist ähnlich gestaltet. indem die Besonderheit (es wäre kühn zu sagen Persönlichkeit) jedes Toten betont wird. und für die hier diskutierte Periode besteht kein ernster Grund. obwohl er eine in ihren Ausmaßen viel größere Fundstätte darstellt. und entsprechende allgemeine Feststellungen können wir auch zu den Friedhöfen der Tymboi machen. ein Erdhügel. ist die konkrete Art. Jahrtausend v. h. d. zwei der größten Toumbai in Zentralmakedonien. Der Ort Kastanas am Ostufer des Axios deckt chronologisch das dritte Jahrtausend ab und ist eine der Fundstätten dieser Periode. In jedem Fall zeigt sich hier die Absicht der Einwohner der makedonischen Erdhügel der Bronzezeit. Chr. werden beim Übergang zum 2.48 In Assyros bei Langadas nahmen im 14. die Indizien für die Erscheinung der sozialen Komplexität bedeutend zahlreicher. Wenn wir berücksichtigen. In diesen Räumen wurden große Mengen an Getreide aufbewahrt. ohne die Befestigung auszuschließen. die nach der Einschätzung der Spezialisten weit über den Bedarf der lokalen Einwohnerschaft der Siedlung hinausgingen. v. die als unterscheidbare soziale Einheiten in Erscheinung treten. die sie in der Landschaft im Vergleich zu den übrigen Siedlungen des Gebietes innehatten. wie diese Veränderung im Rahmen der Bronzezeit realisiert wird. während die innere Anordnung der Siedlung trotz aller Neuerrichtungen gleich blieb. die vom Standpunkt der sozialen Transformation entscheidend waren. Jh. Auf dem Friedhof von Agios Mamas auf der Chalkidiki sind die Bestattungspraktiken unterschiedlich in Charakter und Kompliziertheit von Bestattung zu Bestattung. Das Fehlen von Stützkonstruktionen in Kastanas wurde zum Beispiel wurde zum Beispiel auf die Randstellung der Siedlung in dieser lokalen Hierarchie zurückge- . Ein kompakter Lehmsockel und eine mit der Kasematten-Technik49 errichtete Doppelwand wurden oft neu gebaut.20 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN teressiert. und 13. Dies kann nichts anderes vermitteln als Botschaften von Stärke und Dominanz hinsichtlich der anderen Gemeinwesen und muss in einen Rahmen der Konkurrenz. besonders bezüglich der frühen Phasen. Eine zentrale Dimension dieses Raumordnungsverhaltens ist bereits im Zusammenhang mit den neolithischen Toumbai Makedoniens analysiert worden. Chr. sie haben nicht diese große Höhe und die steilen Seitenwände. die man auf der Chalkidiki zu finden begonnen hat. die zentrale Stellung innehatte. dessen Höhe durch die Materialansammlung fast 23 Meter beträgt. von denen bestimmte durch Ausgrabungen erforscht worden sind. suchen möchte.47 Doch trotz all der Indizien durch verschiedene Aspekte der materiellen Kultur bleiben die Details des Verlaufes hin zur sozialen Komplexität und Schichtung weiterhin kaum verständlich.

) stammende Keramik wird allmählich häufiger und ist üblicherweise lokale Imitation. ist ohne Zweifel importiert.52 Die Frage.50 Wie wir schon gesehen haben. Das Leben auf den bronzezeitlichen Toumbai Makedoniens folgt den alten Rhythmen. jetzt unter die Kontrolle einer viel kleineren.51 Zum ersten Mal lässt sich in Makedonien der Gebrauch der Töpferscheibe zur Herstellung dieser Vasen feststellen. Sogar die zentralistische Wirtschaft. die sich in Assyros durch die Archäologie feststellen lässt. Jh. sodass das. Alle Indizien führen zu dem Schluss. von der es sehr wenig gibt. und die Präsenz des Handels oder des hoch entwickelten Gewerbes. die aus dem südlicheren Teil Griechenlands stammen. scheinen an den makedonischen Fundstätten keine erkennbare Rolle zu spielen. Wenn also die neolithischen Toumbai. Die neue Keramiktechnik repräsentiert einen bedeutenden Neuzugang zu den traditionellen makedonischen Techniken. Die Siedlungen bleiben im Grunde weiterhin Ansiedlungen von Ackerbauern und Viehzüchtern. der sich in der Landschaft und an den übrigen Orten der direkten Umgebung durchsetzte. die nach wie vor von Hand und nicht mit der Töpferscheibe Vasen produzieren und zum Brennen ein offenes Feuer verwenden und nicht einen Brennofen. was einmal die soziale Umverteilung des Produktes war. sogar in den fortgeschrittenen Phasen der Bronzezeit. ob die lokalen Imitationen zentralistisch in wenigen in Makedonien gegründeten Zentren produziert werden oder in jeder Siedlung einzeln von Handwerkern. Die übrigen technischen Details. Die aus der gleichen Zeit wie Späthelladisch $$$ (13. unbekannt. die viel später von den antiken Historikern als Hegemonien dokumentiert wurden. deren Zentrum die imposante Toumba von Axiochori einige Kilometer nördlich repräsentiert haben muss. Wenn auch die Indizien für den sozialen Wandel eine Gesellschaft bescheinigen. wie wir sie charakterisiert haben. Wie Assyros belegt. Diese Keramik. entweder mit Vasen.KOSTAS KOTSAKIS 21 führt. dass die Produktionstechnik dieser . die zaghaft in Erscheinung tritt. die anlässlich der Ausgrabungen in Assyros und der Toumba von Thessaloniki durchgeführt wurden. die wir aus den Kulturen Südgriechenlands aus derselben Zeit kennen – notwendige wirtschaftliche Strukturen zur Stützung einer im Aufstieg begriffenen Aristokratie –. Monumente der Konkurrenz der Oikoi sind. Die erste Keramik dieser Art taucht in Toroni auf der Chalkidiki auf und stammt aus derselben Zeit wie die senkrechten Grubengräber von Mykene. was die Charakterisierung der neuen Technik betrifft. Und schließlich sind die luxuriösen Handwerksgegenstände und das luxuriöse. müssen diese Netze einen wirtschaftlich stark zentralistischen Charakter gehabt haben.–12. dass in dieser Epoche kleine Toparchien mit sicherlich nur lokaler Reichweite existierten. Die einzige Ausnahme stellt die mykenische Keramik dar. aber mächtigen Gruppe gerät. ist die Verwendung von Bronze besonders beschränkt. die schon seit der Jungsteinzeit in Funktion gewesen waren. besteht darin. Spezielle archäometrische Analysen. orientiert sich den Spezialisten zufolge nicht auf eine Überproduktion hin und kultiviert nicht große Flächen. verändert sich die Alltagsrealität der Einwohner nicht dramatisch im Vergleich zu den vorhergehenden Perioden. oder mit lokalen Nachahmungen. während grundlegende Produktionstätigkeiten wie Ernten und Pflügen nach wie vor mit den uralten Techniken der Steinzeit durchgeführt werden. interessante Aspekte hinzu. die die neuen Keramiktechniken kennen oder gelernt haben. haben gezeigt. wie zum Beispiel jene. fast „bürgerliche“ Leben. die mit ihrer Umgebung auf physischen und metaphorischen Wegen kommunizieren. die sich also stellt. die mit dem Färben und mit der Art des Lehms zusammenhängen. die sich allmählich in den weiteren Umkreis eingliedert. die dennoch Vorgänger von Gebilden sind. des mächtigsten –. sondern sie betreibt in kleinem Rahmen intensiven Landbau mit sich gegenseitig ergänzenden Kulturen und in enger Verbindung zur Viehzucht: bäuerliche Techniken und Praktiken. die schon auf eine sehr alte Zeit zurückgehen. fügen. sind die Toumbai der Bronzezeit wirkliche Monumente der letztendlichen Vorherrschaft der Oikoi – und später eventuell eines Oikos.

Doch wir kennen nicht genau den Charakter und Inhalt dieser Kommunikation. durch die Bestätigung seiner Rolle in der Konkurrenz der Geschlechter Geltung und soziales Kapital zu erlangen. Auf jeden Fall wäre es für das Verständnis der Phänomene hilfreich. Diese zentrale Bedeutung der Eingliederung des Nahrungsverzehrs in die sozialen Praktiken ist in den letzten Jahren von vielen Forschern zu verschiedenen Anlässen und in verschiedenen kulturellen und zeitlichen Rahmen diskutiert worden. dass diese Keramik nie die Hauptrolle im Alltagsleben der Bewohner gespielt hat. die ausschließlich in diese Kategorien fallen. von denen wir in Makrygialos in Pierien ein Beispiel im Detail betrachtet haben. die in den mykenischen Megara Südgriechenlands veranstaltet wurden. die wir gerade oben gesehen haben. müssen wir uns der Frage aus einem eher anthropologischen Blickwinkel annähern. dass auch Südgriechenland in das Kommunikationsnetz des Gebietes eingeschlossen war. wie wir aus dem dazugehörigen Geschirr schließen können. den wir ihnen zuschreiben und der für sie vorausgesetzt wird. zweifellos ihrem Eigentümer zusätzlichen Glanz. für die wir trotz der archäologischen Forschung und der Ausgrabungen. die in den letzten Jahrzehnten durchgeführt wurden. Dieses Bild der Ungleichförmigkeit begegnet uns nicht in anderen Gebieten. Die Gesamtheit dieser Keramik. Es ist wahrscheinlich. dass die mykenische Keramik bei Episoden gemeinschaftlichen Nahrungsverzehrs auf den makedonischen Toumbai eine zentrale Rolle spielte. die nach wie vor in den Gefäßen ihrer eigenen Tradition kochten. weder ein ernstes Indiz haben noch irgendeine Bestätigung durch die Ergebnisse der analytischen Forschung. dass entsprechende Feiern auch auf den makedonischen Toumbai der späten Bronzezeit vorgekommen sein müssen.22 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN Keramik in all ihren Merkmalen sehr wenig standardisiert ist. müssen die Feiern hier im Inneren der Oikoi stattgefunden haben – etwas Vergleichbares mit den Symposien. das wir schon gesehen haben. die vom mykenischen Luxus der Fürsten des Südens abstammen oder ihn nachahmen. auch wenn . die die Menschen unter bestimmten Umständen und zu bestimmten Zwecken benutzen.55 und aus ihrer beschränkten Präsenz in den Gruppen von Keramikgegenständen. Doch in der sozialen Konkurrenz verschafften die „exotischen“ Vasen. sondern eher das Vorhandensein einer Anzahl von kleinen Zentren. Diese Daten zeigen. indem wir die Tatsache berücksichtigen. Das Beispiel des Verschwindens der feinen Bandkeramik in der frühen Bronzezeit. wie zum Beispiel die Kolonisation und die Ansiedlung von „Mykenern“ und ihrer „Handelsplätze“. und wir sind der Ansicht. die üblicherweise „mykenische Peripherie“ genannt werden und auf die ein entsprechender analytischer Ansatz angewandt worden ist.53 Es handelt sich also um die Übertragung eines Elements der mykenischen materiellen Kultur in die makedonischen Gemeinwesen. von denen jedes andere Anleitungen zur Keramikproduktion anwendet. in extrem „höfischem“ Pomp. Imitationen und Importgüter zeigt zweifellos.54 Im Gegensatz zu den öffentlichen Festen des Neolithikums. Die mykenische Keramik ersetzt die lokalen handgefertigten Kategorien verzierter Vasen zum Anbieten und zum Verzehr von Nahrung. das jedoch jedes Gemeinwesen auf unterschiedliche Art herstellt – oft unterschiedlich auch innerhalb ein und desselben Gemeinwesens. aßen und aufbewahrten. Um die Bedeutung der Übertragung dieses Elements der mykenischen materiellen Kultur auf die spätbronzezeitlichen Toumbai Makedoniens zu verstehen. erlaubt uns den allgemeineren Schluss zu ziehen. anstatt dass jene irgendeinen gleich bleibenden kulturellen Inhalt erzwingen würden. dass die materielle Kultur im Prinzip eine Reihe von Gegenständen ist. Es handelt sich also um „private“ Feiern. bei denen der Veranstalter darauf abzielt. Dies unterstützt nicht die Interpretation der zentralistischen Produktion. dort allerdings natürlich in einem ganz anderen Maßstab und. nicht von Anfang an einfache Interpretationen anzunehmen. und diese werden allmählich weniger. Das kann man aus den Formen der mykenischen Vasen schließen. dass die Gegenstände der materiellen Kultur in die sozialen Praktiken eingegliedert werden und ihnen in ihren Transformationen folgen.

die die Landschaft schnell einnehmen. sind beschränkt. die die Fortdauer dieser kleinen Toparchien bestätigen. die in diesen Prozess eingegliedert ist. sie auch zu interpretieren. die besser aus den Erwähnungen der späteren antiken Autoren kennen. sich an deren Fuß ausbreitet und so zum ersten Mal ausgedehnte und dicht bebaute Siedlungen schafft. da sie besser zu der Weltsicht ihrer Zeit passten. anders als wir. bleiben gleich. die ihnen vertrauter sind. dass diese Episoden nicht unbedingt einen ausschließlich symbolischen Charakter gehabt haben müssen. diese durch die archäologische Forschung nachzuweisen. doch die Möglichkeiten der archäologischen Forschung. hat es zweifellos gegeben. Ganz allgemein gesagt charakterisieren die Vorgeschichte Makedoniens langsame Prozesse. Die Kontakte zu Südgriechenland werden enger in einer sich allmählich zusammenschließenden griechischen Welt. Dennoch ist für die darauf folgenden Jahrhunderte ein in jeder Beziehung bedeutendes historisches Ereignis das Erscheinen von Kolonien der südgriechischen Städte im makedonischen Raum. Neuorganisationen innerhalb der kleinen Toparchien und die Schaffung peripherer Hegemonien. da sie in dem kleinen Bereich oben auf den Erdhügeln nicht Platz findet. was wir durch archäologische Methoden beobachten. Vielleicht repräsentiert das. wie zum Beispiel bei der Toumba von Thessaloniki oder in Axiochori.57 Die einzige klare und unbezweifelbare Veränderung in dieser Zeit ist die steigende Bevölkerungszahl der Siedlungen. wie die Analysen zeigen. 56 Das Ende der Bronzezeit verbinden die Forscher üblicherweise mit Wanderungen von Bevölkerungen und Stämmen und anderen ähnlichen Phänomenen. Es ist sicher. . In der Gegend macht sich eine Vergrößerung der Anzahl der Siedlungen bemerkbar. die sich während der Bronzezeit und der darauf folgenden Jahrhunderte herausbildeten. Es ist klar. Sie hatten natürlich keine Möglichkeit. Dagegen bieten die archäologischen Zeugnisse eine Menge Daten. Das Vorhandensein organisierter Städte schafft eine neue Realität. Doch wie wir schon in der Einleitung dieses Kapitels besprochen haben. sie in der materiellen Kultur zu lokalisieren und noch viel mehr die. Bis zu einem bestimmten Punkt ist zu erwarten. aber auch die Orte der Siedlungen. Die Form. die. wie das Beispiel der Toumba von Thessaloniki ganz zweifelsfrei zeigt. dass diese Hypothesen zu ihrer Belegung mehr systematische Feldforschung und eine tiefgreifendere theoretische Verarbeitung benötigen. von Handwerkern der direkten Umgebung erzeugt worden waren. dass die antiken Autoren die Charakteristika der Mobilität der Ethnien und Stämme betonen. und ihre Gebäude werden. die sich allmählich sowohl kulturell als auch ideologisch und vor allem wirtschaftlich zusammenschließt. wenn nicht gar unmöglich. Episoden rascher Veränderungen. Die Ausbreitung der Friedhöfe der Tymboi von Vergina und im semimontanen Bereich des Olymp signalisiert vielleicht eine solche Eposode der symbolischen Einnahme der Gegend. ist es schwer. Danksagung Ich danke meinen Freunden Eleni und Miltos Polyviou für ihre wertvollen Kommentare und die wesentlichen Korrekturen der ersten Textversion. die langen Zeitdauern und Kontinuitäten zu kennen. zweifellos eine der Konkurrenz für die Jahrtausende alten Bauernsiedlungen Makedoniens.KOSTAS KOTSAKIS 23 sie. von denen bestimmte zum ersten Mal hoch gelegene Punkte der semimontanen Gebiete einnehmen und die tieferen Punkte aus der Höhe kontrollieren. die wir über das Hilfsmittel der archäologischen Forschung verfügen. die im Laufe der Zeit die lokalen Gesellschaften transformieren und zu den Gebilden führen. die für die Geschichte vielleicht von größerem Interesse sind. ohne Unterbrechung weiter bewohnt oder an derselben Stelle neu errichtet.

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Siehe Mainland & Halstead 2002. 10. publiziert. Biagi. Besios & Krahtopoulou 2001. Sanev 1988. Die Engen des Sarantaporos waren bis zum Bau der Landstraße durch das Tempetal die Hauptverbindung zwischen Thessalien und Makedonien. 33. 32. 17. 4. Zu Stavroupoli siehe Grammenos & Kotsos 2002 und Grammenos & Kotsos 2004. Runnels 2003. Zur Siedlung des Messegeländes siehe Pappa 1993. andere Nahrung erhalten hatten als jene im häuslichen Rahmen verzehrten. Zu Thessalien siehe Runnels & van Andel 1993. 31. Schulz 1989. Heurtley 1939. 25. Kotsakis 2003. Auf weite Strecken wird dieser Ansatz dennoch von Sakellariou 1982 benutzt. 5. 15. Mit dem Begriff „Haus“ oder „Haushalt“ meinen wir in der prähistorischen Archäologie die kleinste soziale Einheit. 2004. Halstead. 23. 14. die bei der Feier verzehrt wurden. Zu den neuen Forschungen auf griechischer Seite siehe Andreou. 19. Fotiadis & Kotsakis 2001. Van Andel & Runnels 1995. Gimbutas 1976. 18. 11. Efstratiou. Auch Fotiadis 2001. Es handelt sich um das altgriechische Wort. Diese Ansicht wird durch die besonders interessante Feststellung unterstützt. 28. Pappa. dass. Zu Govrlevo. Pappa & Besios 1999. das sich in ganz Makedonien bis heute erhalten hat. wo die entsprechende Kritik in einfacher Weise zusammengefasst ist. Siehe Poulianos 1981. die Ziegen und Schafe.28 DAS PRÄHISTORISCHE MAKEDONIEN 3. 24. 27. . siehe Wardle 1996. Leach 2003. Zur Peloponnes siehe Reisch 1982. 8. Hodder 1990.000 Jahren wurde von A. Andreou. 7. KoukouliChrysanthaki & Weisgerber 1993. 20. Runnels & van Andel 1993. Kotsakis et al. Zum Thema des Einflusses des Projekts von Nea Nikomidia auf die Archäologie im griechischen Raum siehe Fotiadis 1995. Basgelen & Özdogan 1999. Wardle & Mould 2000. Eine Chronologisierung setzt den Betrieb auf vor 20. Fotiadis & Kotsakis 2001. wie spezielle Laboranalysen gezeigt haben. Krahtopoulou 2003. Ein Alter von 700. T. siehe Mitrevski 2003. Zum neolithischen Servia siehe Ridley. 12. Auch Kotsakis 1996. Mitrevski 2003. 6. Allgemeine Diskussion innerhalb des Balkans zitiert bei Bailey 2000. Zu den Merkmalen der neolithischen Siedlungen und ihrer transformierenden Funktion im Rahmen der neolithischen Gesellschaft siehe Lagopoulos 2004. 2003. Zur modernen Theoriekritik an dieser Ansicht siehe das Beispiel in Johnson 1999. 5. 22. 9. Poulianos für dem von ihm so bezeichneten „Petralona-Menschen“ vorgeschlagen. wie er im Werk von Gordon Childe bereits in der Zwischenkriegszeit formuliert wurde. 26. die als erkennbare Existenz in einer Behausung wohnt und sich an den Projekten der Gemeinschaft aktiv beteiligt. Syridis & Albanakis 2003. Siehe die Aufstellung der dazugehörigen Bibliographie bei Souvatzi 2002. Triantaphyllou 2001. 16. Selbstverständlich muss der so genannte kulturhistorische Ansatz erwähnt werden. Roodenberg 1995. 29. Kotsakis 2002.300 Jahren an. Özdogan 2005. Childe 1925. 30. 21. Zu diesem sehr großen Thema siehe Dennell 1983. xvii. Vouvalidis. II. Runnels 1995. Zvelebil 1998. Halstead 1994. 13. Grün 1996. Zur sozialen Funktion des neolithischen Haushalts siehe Halstead 1999. Perlès 2001. N. Elefanti et al.

54. Wie im Tal von Sybaris. oder den anthropologischen Typen. 46. Halstead 1994. Andreou & Kotsakis 1994. 2003. Andreou 2001. Das Vorhandensein dieser Keramik ist am Oberlauf des Axios. doch mit entscheidend geringeren Kosten. Andreou. an Orten wie Vardarski Rid unbekannt. Dennoch sind in den übrigen Kategorien die Analogien zu den heutigen Orten am Unterlauf des Axios wie Kastanas nicht unbedeutend. Grammenos & Kotsos 2002. Andreou. Kiriatzi. 2003. Mallory 2001. die pseudostomen Amphoren. 36. Malamidou et al. Zur Rolle der Megara in der sozialen Formation in Thessalien siehe Halstead 1995. „Markenzeichen“ des mykenischen Handels. Pilali-Papasteriou & Papaefthimiou-Papanthimou 2002. 50. Andreou. dessen Erscheinen behauptet wird. 37. 41. B. ist dort völlig indirekt und zweifelhaft. 53.KOSTAS KOTSAKIS 29 34. Koukouli-Chrysanthaki. 49. Siehe Mitrevski 2003. 56. 45. die die Anthropologen lokalisieren. nördlich der Grenze.“ Wenn auch die Beschreibung der Tätigkeit der Archäologie durch Mallory eher veraltet ist. Sie bietet viele der Vorteile einer großen kompakten Wand. Mangafa. Fotiadis & Kotsakis 2001. . die die Archäologen auf Grund der verschiedenen Typen von Häusern. 290–291. Renfrew. 1997. Dimitriadis et al. 35. 57. 292. besonders außerhalb der Archäologie. 40. Fotiadis & Kotsakis 2001. 43. Interessant sind die angeführten Analogien zur Toumba von Radobor in der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien in der Gegend der Stadt Bitola. andererseits. Andreou. Kilikoglou et al. Man sollte hier die treffende Bemerkung von Mallory (2001: 135) zitieren: „Dennoch müssen wir zugeben. 55. die Ansicht. 44. wo allerdings eine Revision der Daten notwendig ist. Siehe Mitrevski 2001. der Keramik usw. dass es keinen sicheren Zusammenhang gibt zwischen der Sprache einerseits und den kulturellen Systemen. 51. Es handelt sich um eine aus dem Mittleren Osten bekannte Technik. 47. 38. Zum Thema Makedoniens als „Peripherie“ der mykenischen Welt und der Diskussion der theoretischen Fragen im Zusammenhang mit dieser Charakterisierung siehe Andreou & Kotsakis 1994. Andreou. 52. Hayden 2001. Siehe auch die große Anzahl der Konstruktionen zur Essenszubereitung etwas später auf der Toumba von Archontiko. Kotsakis 1996. Jones. Pappa 2005. Bestattungsformen. Chourmouziadis 1996. Fotiadis & Kotsakis 2001. dieses Bild hätte zu tun mit der Einwanderung der Indoeuropäer nach Griechenland. die in bestimmten Abständen durch senkrechte kleinere Wände verbunden werden. Dietler & Hayden 2001. die den Archäologen der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien zufolge zur Ulanci-Kultur gehören. Beliebt ist. Andreou 2003. Renfrew 1972. Die entstehenden Hohlräume können mit kompakter Erde gefüllt werden oder zu anderen Zwecken genutzt werden. Siehe die neue Diskussion bei Grammenos & Kotsos 2004. Zum Thema des Auftauchens der indoeuropäischen Sprachen (und nicht der Indoeuropäer) siehe Mallory 1995. Der mykenische Einfluss. Chourmouziadis 1979. Andreou. 46. Fotiadis & Kotsakis 2001. behält die Bemerkung ihren Sinn. 293–294. 42. siehe Buxeda i Carrigos. Eine klassische Darstellung. 48. Sie besteht in der Errichtung zweier paralleler Wände in einem geringen Abstand voneinander. Halstead & Barrett 2004. 39. Fotiadis & Kotsakis 2001. Koukouli-Chrysanthaki 1987. Es fehlen z. Gimbutas & Elster 1986. bestimmen.

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