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…1st of all:

HAPPY´2009
MAY PEACE
PREVAIL ON
EARTH…
Now: READ
CAREFULLY AND
THINK ……..:
Der nächste
Schritt zum
Überwachungssta
at
Helmut Lorscheid 18.12.2008

CDU/CSU und SPD haben im Vermittlungsausschuss den zuletzt zwischen


den Parteien der Großen Koalition ausgehandelten Kompromiss zum neuen
BKA-Gesetz beschlossen

Leichte Änderungen gab es an dem zuvor bereits im Bundestag


verabschiedeten Gesetz lediglich bei der Onlinedurchsuchung. Auf Druck
der SPD ist lediglich die sogenannte "Eilfall-Regelung ohne Richter"
weggefallen. Es muss also künftig doch ein Richter entscheiden.

Auf die, in den Wochen der Sitzung des Vermittlungsausschusses von


verschiedenen SPD-Landesministern geforderte Aufrechterhaltung des
Zeugnisverweigerungsrechts für alle in Frage kommenden Berufsgruppen
verzichteten die SPD-Vertreter im Vermittlungsausschuss. Ein Ergebnis,
welches einer der SPD-Verhandlungsführer, der innenpolitische Sprecher
der SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz (1) bereits vor zwei
Wochen so favorisiert hatte. Seiner Ansicht nach ist die Abschaffung
des Zeugnisverweigerungsrechts für Anwälte (die keine Strafverteidiger
sind), Ärzte und Journalisten "höchst vernünftig". In einem Telefonat
mit dem Autor, Anfang Dezember, sagte Wiefelspütz sinngemäß:

--Stellen Sie sich mal vor, wir hätten plötzlich fast zwei Millionen
Berufsgeheimnisträger in Deutschland. Das kann doch nicht sein. Wenn
ein Terrorist mit einer Schusswunde zum Arzt kommt, brauchte der
nichts über dessen Verbleib zu sagen. Wo kämen wir denn da hin? Und
Journalisten haben auch sonst kein allgemeines
Zeugnisverweigerungsrecht, warum sollten wir das beim BKA-Gesetz
einfügen?--
Demgegenüber hatten sich verschiedene SPD-Landespolitiker deutlich für
die Beibehaltung eines einheitlichen Zeugnisverweigerungsrechts - also
für alle Anwälte, sowie für Ärzte und Journalisten, ausgesprochen (
Das BKA als Hüter der Pressefreiheit? (2)). Wortführer war dabei der
Innenminister des von einer CDU/SPD-Koalition regierten Sachsen-Anhalt
Holger Hövelmann (3) (SPD), sowie die SPD-Regierung von
Rheinland-Pfalz (4).

Für die Abgeordnete Ulla Jelpke ist das Ergebnis des


Vermittlungsausschusses deshalb "eine Blamage für SPD". Die
SPD-Vertreter aus den Ländern hätten vor einigen Wochen zwar "die
Backen aufgeblasen - herausgekommen ist jetzt nur heiße Luft",
kritisierte (5) die innenpolitische Sprecherin der Fraktion der
Linken.

Die angebliche Präzisierung der Kompetenzverteilung von Bund und


Ländern sei nur "eine Farce". Das BKA müsse die Länder weiterhin
lediglich von seinen Plänen unterrichten. "Die nun gestrichene
Eilfallregelung für Online-Durchsuchungen war technisch sowieso
unsinnig. Und bei der neu eingeführten richterlichen Kontrolle der
Online-Durchsuchung sei die verfahrensmäßige Ausgestaltung völlig
unklar," so Jelpke.

Ob die Große Koalition an dem neuen BKA-Gesetz lange ihre Freude haben
wird, darf bezweifelt werden. Schon deuten etwa die Grünen eine
mögliche Klage vor dem Bundesverfassungsgericht an: BKA-Gesetz: Letzte
Ausfahrt Karlsruhe (6). Nach Auffassung der Grünen enthält das Gesetz
einige "Ungeheuerlichkeiten". Gemeint sind damit neben dem
"Zweiklassenrecht der Zeugnisverweigerungsberechtigten" auch "die
staatliche Peepshow, der Videoangriff auf die Wohnung", und "die
Einbeziehung von beliebigen Kontakt- und Begleitpersonen in die
Überwachungsmaßnahmen" gegenüber bestimmter Zielpersonen, ohne dass
diese unbeteiligten Personen auch nur nachträglich darüber
benachrichtigt zu werden brauchten.

Im Deutschlandradio erklärte (7) der innenpolitische Sprecher der


Grünen, Wolfgang Wieland, auf die Frage, ob mit dem Terrorargument
hier Freiheitsrechte eingeschränkt werden:

--Ja. Das ist ein rasanter Prozess. Kaum ist die eine Maßnahme
beschlossen, kommt die nächste. Wir erinnern uns, dass die Klage noch
anhängig ist wegen der Vorratsdatenspeicherung mit einer ähnlichen
Begründung, dass die Telefongesellschaften seit 01. Januar sechs
Monate lang alle Verbindungsdaten speichern müssen, auch
E-Mail-Verkehr, auch fehlgeschlagene Verbindungen. Wir erleben, dass
in ganz vielen Bereichen jetzt versucht wird, auch das Beobachten des
Bürgers, das Auskundschaften zu zentralisieren, große
Abhöreinrichtungen geschaffen werden sollen von Polizei, von
Nachrichtendiensten gleichzeitig nach angloamerikanischem Vorbild. Wir
haben es erlebt und mussten es erleben, dass man eine
Anti-Terror-Datei geschaffen hat, wo eben auch Polizei und
Geheimdienste ihre Daten zusammenwerfen und im dringenden Fall im
Eilfall darauf zugreifen können, jeweils vollständig und ungeniert.
Das heißt, Stück für Stück und Schritt für Schritt begeben wir uns auf
den Weg in den Überwachungsstaat.--

Deutliche Kritik kam auch von Seiten der FDP. Deren Innenpolitikerin
Gisela Piltz sagte (8):

--Mit dem BKA-Gesetz werden die Zeugnisverweigerungsrechte von


Berufsgeheimnisträgern wie Journalisten, Ärzten, Rechtsanwälten oder
Psychologen auf verfassungsmäßig höchst fragwürdige Weise
eingeschränkt. Damit werden Grundsätze unseres Rechtsstaates und
unserer Demokratie in Frage gestellt. Pressefreiheit, Menschenwürde
und das Recht auf ein faires Verfahren werden durch die
Zeugnisverweigerungsrechte der Berufsgeheimnisträger geschützt.--

LINKS

(1) http://www.dieterwiefelspuetz.de/.net/html/-1/welcome.html
(2) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29148/1.html
(3) http://www.presseportal.de/pm/47409/1308642/mitteldeutsche_zeitung
(4) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,591266,00.html
(5) http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1219416042
(6)
http://www.gruene-bundestag.de/cms/presse/dok/262/262654.bkagesetz_letzt
e_ausfahrt_karlsruhe.html
(7) http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/892471/
(8)
http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php/_c-649/_lkm-566/_
nr-11621/bis-/i.html

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29396/1.html

Kreditkrise
für
Dummies
Die Ursachen und Wirkungen der Kreditkrise sind schwer zu verstehen.
Hier nun endlich ein Erklärungsmodell zur Finanzkrise, das jeder
versteht.
Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern,
beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich
alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also
Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und
immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen,


erhöht
Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch
massiv ihren Umsatz. Der junge und dynamische Kundenberater der
lokalen Bank bemerkt Mandy's Erfolg und bietet ihr zur
Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung
macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als
Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker


die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den
Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® . Diese Papiere laufen unter der
modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer
usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert. Daraufhin
werden sie von mehreren Rating- Agenturen (gegen lebenslanges Freibier
in Mandy's Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.

Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten


oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse
und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für
institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der
Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk
Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung
selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die
ältesten Deckel von Mandy's Kunden langsam fällig zu stellen.

Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten


Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein
Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch
nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.

Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%,


KOTZBOND®
hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und


zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der
Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver
staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe
übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der
Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den
Bonus.

URL: http://www.mmnews.de/index.php/200812051700/MM-
News/Kreditkrise-fur-Dummies.html
Erstmals Bestandteile
der Modedroge
"Spice"
nachgewiesen
Erstmals sind die einzelnen Bestandteile der Modedroge "Spice"
nachgewiesen worden. Die Droge, die Jugendliche und junge
Erwachsene
seit einigen Monaten stark nachfragten, enthalte in der
Arzneimittelforschung hergestelltes Cannabinoid, teilte die
Frankfurter Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann mit.

Der berauschende Stoff JWH-018 sei jedoch nicht unter den


Inhaltsstoffen angegeben. Die Modedroge bestehe zudem aus
mehreren
Kräutern und solle nach Berichten von Konsumenten ähnlich wirken
wie
Marihuana und Haschisch.

Die Droge sei im Internet und in Geschäften für Wasserpfeifen,


sogenannten Headshops, legal erhältlich, sagte Rottmann. Sie gelte
als
ein Produkt wie Räucherstäbchen und sei laut Etikette nicht zum
Rauchen geeignet. Dennoch werde sie vorwiegend von jungen
Erwachsenen
als "Joint" geraucht.

Bisher sei nicht bekannt gewesen, welche Substanz den Rausch


auslöse.
Daher falle die Räuchermischung weder unter das Betäubungsmittel-
noch
unter das Arzneimittelgesetz. Rottmann betonte, dass aufgrund der
neuen Erkenntnis über die Zusammensetzung die
Bundesdrogenbeauftragte
und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte das
Mittel
JWH-018 und "Spice" als Arzneimittel einstufen könnten.

Besonders problematisch sei, dass das Mittel nicht an Menschen


getestet worden sei, sagte der Medizinische Leiter des Frankfurter
Pharmaunternehmens THC Pharma, Christian Steup. Er hatte die von
der
Stadt Frankfurt in Auftrag gegebenen Untersuchung geleitet.

Da der Stoff nicht als Arzneimittel zugelassen sei, könnten Nutzer


nicht wissen, ob das Mittel "rein" sei. So habe eine der sieben
untersuchten Proben eine hohe Dosis an Lösungsmitteln
aufgewiesen.

Der verwendete Cannabinoid-Wirkstoff sei ein recht einfach und


günstig
herzustellendes Mittel, sagte Steup. Die Substanz weise keine
chemische Ähnlichkeit mit dem Cannabis-Wirkstoff THC auf, wirke
aber
ähnlich.

Problematisch sei, dass keine Erkenntnisse vorliegen, welche


Wechselwirkungen das Cannabinoid "JWH-018" mit anderen Stoffen
hat.
Der Wirkstoff sei noch nicht an Menschen erprobt worden.

Die Droge sei so begehrt, dass der Londoner Hersteller "Psyche Deli"
wohl nicht mit der Produktion nachkomme, sagte die Leiterin des
Frankfurter Drogenreferats, Regina Ernst. Daher seien in Frankfurt
kaum noch Päckchen mit Spice erhältlich, die zwischen zehn und 30
Euro
kosteten.

Insgesamt gebe es 18 Produkte dieser Kräutermischung. Sie heißen


"Gold", "Arctic Synergie" oder "Yukatan Fire". Ernst wies jedoch
daraufhin, dass laut Erkenntnissen des Drogenreferats "Spice" bei
Schülern nicht verbreitet sei.

Quelle:
http://www.haz.de/newsroom/wissen/zentral/wissen/art680,757107

hier der offizielle Text vom Pressereferat der Stadt FFM

Frankfurter Pharmalabor knackt Modedroge "Spice"

Wirkstoff in berauschender Kräutermischung erstmals nachgewiesen

(pia) Seit einigen Wochen sind die Medien voll mit Berichten über
"Spice". Aus einer bislang wenig bekannten Kräutermischung für
Insider
ist so innerhalb weniger Monate eine "Modedroge" geworden. In
Deutschland ist das ursprüngliche Spice in seinen drei Abstufungen
mittlerweile ausverkauft, der Hersteller "Psyche Deli" aus London
kommt mit der Produktion offenbar nicht mehr nach. Dafür gibt es
inzwischen unter den phantasievollsten Namen zahlreiche
Nachfolgeprodukte konkurrierender Hersteller, die von dem Boom
profitieren wollen. Auf dem Markt ist Spice schon seit 4 Jahren, aber
erst der Medien-Hype hat es zu einem begehrten Produkt gemacht.
"Am
Phänomen Spice lässt sich sehr gut beobachten, wie Drogentrends
entstehen", sagte Gesundheitsdezernentin Dr. Manuela Rottmann
am
Montag auf einer Pressekonferenz. Die Medienberichterstattung sei
mitunter auch dann werbewirksam, wenn sie eigentlich warnen oder
abschrecken wolle.

Spice - zu Deutsch - "Gewürz" wurde zunächst vor allem von Insidern


aus der Kifferszene und Kunden von Headshops konsumiert, also
jungen
Erwachsenen mit regelmäßigem und intensivem Cannabiskonsum.
Für diese
Gruppe ist Spice deshalb attraktiv, da es ähnlich wie Haschisch oder
Marihuana zu wirken scheint, aber bei Urinkontrollen nicht
nachgewiesen werden kann - folglich droht auch kein
Führerscheinverlust. Sogenannte "Headshops" oder Internetanbieter
verkaufen die "Kräutermischungen" für 20 oder 30 Euro pro Tütchen,
viel Geld für drei Gramm angebliche Räucherware. Tatsächlich wird
die
Mischung meist geraucht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Viel spekuliert wurde bisher über die Zusammensetzung, zumal


bislang
unklar war, auf welchen Inhaltsstoff der Mischung die Rauschwirkung
überhaupt zurückzuführen war: Die verwendeten Kräuter nämlich
weisen
keine entsprechenden Wirkstoffe auf. Bundesweit haben
verschiedene
Institutionen und Behörden auch schon Analysen in Auftrag
gegeben,
doch konnte die Wirkung noch nicht erklärt werden. "Die Frage, was
in
Spice drin ist, ist jedoch wichtig, um gesundheitliche Folgen des
Konsums einschätzen zu können", sagte Stadträtin Dr. Rottmann.

Diese Überlegung hat das Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main


bewogen, einige Proben analysieren lassen. Dem beauftragen
Frankfurter
Pharmaunternehmen THC-Pharm ist es erstmals gelungen, diesen
Wirkstoff
nachzuweisen und so das Geheimnis der Modedroge zu knacken; das
Unternehmen verfügt als Hersteller von Cannabis-ähnlichen
Wirkstoffen
zu medizinischen Therapiezwecken über beträchtliche Erfahrung mit
diesen Substanzen

Demnach werden die berauschenden Wirkungen keineswegs von


den
natürlichen Kräutern selbst hervorgerufen. Vielmehr wurde in den
untersuchten Proben von "Spice Gold", "Arctic Synergie" und
"Yukatan
Fire" die Substanz JWH-018 in unterschiedlicher und stark
schwankender
Konzentration gefunden. JWH-018 ist ein auf chemischem Wege
hergestelltes Cannabinoid, das ähnlich dem in der Cannabispflanze
enthaltenen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) vom den
Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn aufgenommen wird. JWH-018
besitzt
eine ähnliche Wirkung wie THC, ist aber deutlich potenter. Eine
Aufnahme des Wirkstoffs durch Rauchen ist möglich. Letztlich
handelt
es sich bei Spice also um eine Kräutermischung mit einem
chemischen
Zusatz, der ähnliche Wirkungen wie Cannabis hervorruft. geschickt
mit
Kräutern getarnte psychoaktive Chemikalie. Nur sie ruft die von
"Kiffern" geschätzten Rauschzustände hervorruft.

Unklar ist noch die rechtliche Bewertung bis hin zu einem möglichen
Verbot der Substanz im Sinne des Arzneimittelrechts und des
Betäubungsmittelgesetzes. Die entsprechenden
Bundeseinrichtungen
wurden über die Entdeckung des Wirkstoffes unterrichtet. Ebenso ist
über mögliche gesundheitsschädigende Nebenwirkungen und
Langzeitfolgen
von JWH-018 bislang so gut wie nichts bekannt. THC-Pharm
bezeichnet
den Konsum von Spice als einen unkontrollierten und riskanten
Feldversuch. Gesundheitsdezernentin Dr. Rottmann empfiehlt
deshalb,
sich gut zu informieren, bevor man legale und psychoaktiv wirksame
Substanzen konsumiert. Dass eine Substanz legal erhältlich sei,
bedeute nicht, dass sie harmlos sei.

Quelle: http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?
id=8653&_ffmpar[_id_inhalt]=5219316

...also nach Australien kann man jetzt auch nicht mehr...die sind
offensichtlich auch von der Mad-Cow-Desease befallen:
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Aussie convicted over


Simpsons sex pics
An Australian man has lost his appeal against child pornography
charges for possessing images of the Simpsons characters having sex.

The Supreme Court of New South Wales upheld a lower court's decision
which found him guilty of possessing child pornography.

Alan John McEwan was convicted in February of possessing child


pornography and using his computer to access child pornography because
he had a series of cartoons based on the TV series The Simpsons
including images of the children having sex.

Judge Adams noted that in some ways the figures do not imitate humans
- they only have four digits on each hand and: "the faces have eyes, a
nose and mouth markedly and deliberately different to those of any
possible human being". The judgement said that the television series
implied ages of about ten for Bart and eight for Lisa.

Adams said: "The question before me is whether a fictional cartoon


character is a 'person' within the meaning of the statutory offences
or, to be more precise, is a depiction or representation of such a
'person'."

The judge made clear there was a fundamental difference between


depicting an acutal person and an imaginary person - he used the
example of video games showing "terrible violence" which if it
involved real people "would constitute crimes at the very highest
level of the criminal calendar".

But by accepting that a person may be real or imaginary, and may be


depicted by drawing then "a cartoon character might well constitute
the depiction of such a person". McEwan was therefore guilty.

The judgment said there was no evidence that the material was or might
be used for any criminal purpose.

McEwan was fined $3,000 and signed up to a two year good behaviour
bond - punishment which the Supreme Court upheld.

Each side must pay its own costs. The full judgment is here.
(http://www.lawlink.nsw.gov.au/scjudgments/2008nswsc.nsf/6ccf7431c546464bca2570e6001a
45d2/ef4625a9db3003f1ca25751500066d48?OpenDocument)

Original URL: http://www.theregister.co.uk/2008/12/08/simpsons_supreme_court/


Kampf um
den Ölpreis
Seit seinem irrationalen Peak im Juli dieses Jahres ist der Ölpreis
förmlich implodiert. In Dollar notiert betrug er letzte Woche nur noch
ein Drittel des Höchstpreises vom Sommer und auch in Euro notiert, hat
er gut die Hälfte verloren. Diese Achterbahnfahrt hat massive
Auswirkungen für die Volkswirtschaften der Industrie- und der
Ölförderstaaten. Während die Industriestaaten in dem Preisverfall eine
glückliche Fügung für das Konsumbudget der Bevölkerung sehen, sehen
die Ölförderstaaten bei dauerhaft niedrigen Preisen ihren
Staatshaushalt gefährdet. Um den Ölpreis wieder auf ein „gesundes“
Niveau zu heben – das je nach Haushalt des betreffenden Staates
zwischen 75 und 100 US$ je Barrel liegt – wollen die OPEC-Staaten nun
die Fördermenge drastisch kürzen. Auch der zweitgrößte Ölexporteur
Russland ist vom Ölpreis abhängig und hat bereits angekündigt, sich
mit der OPEC solidarisch zu erklären und ebenfalls die Fördermenge zu
reduzieren. Sogar ein Beitritt zur OPEC wird vom russischen
Präsidenten Medwedew nicht mehr ausgeschlossen. Es ist allerdings
fraglich, ob die Ölförderstaaten es überhaupt vermögen, einen
mittelfristigen Preisverfall zu stoppen, da die Nachfrageseite durch
Kredit- und Weltwirtschaftskrise rapide schrumpft.

Der Ölpreis implodiert

Zum erst Mal seit 25 Jahren wird die weltweite Nachfrage nach Öl
sinken. Die internationale Energieagentur IEA senkte in ihrem jüngsten
Monatsbericht die Prognose für das laufende Jahr um 350.000 Barrel auf
85,8 Mio. Barrel pro Tag. Für das nächste Jahr prognostiziert die
amerikanische Energiebehörde EIA einen weiteren Rückgang der Nachfrage
um 450.000 Barrel pro Tag. Die Nachfrage des größten Ölimporteurs, den
USA, ist dieses Jahr um 6,3% gesunken und wird nach Schätzungen der
IEA im nächsten Jahr um weitere 1,4% sinken. Dieser Rückgang ist vor
allem dem rückläufigen Verkehrsaufkommen geschuldet, das zuletzt
alleine im Oktober trotz gefallener Ölpreise um 3,5% gesunken ist.
Sogar in China ist die Ölnachfrage im November um 3,5% gesunken.

Dieser Nachfragerückgang hat dazu geführt, dass der Markt überversorgt


ist – international operierende Ölfirmen sind bereits dazu
übergegangen, ihre Öltanker als schwimmende Lagerstätten zu
gebrauchen. Jegliche Versuche der OPEC, diesen Preisverfall zu
stoppen, schlugen bis jetzt fehl. Am 1. November hatte die OPEC
beschlossen, die Fördermenge um 1,5 Mio. Barrel pro Tag zu reduzieren.
Dies hatte keine Auswirkungen auf den Preisverfall und Experten
bezweifeln inzwischen die Förderdisziplin der einzelnen OPEC-Staaten.
Lippenbekenntnisse sind eines, sich auch an an die beschlossenen
Förderquoten zu halten, ein anderes. Bereits in der Vergangenheit
haben sich die OPEC-Beschlüsse, den Ölpreis durch rigide
Förderverknappung zu steigern, in den meisten Fällen nicht umsetzen
lassen, da es keine wirksame Kontrolle gibt und die Versuchung für
viele kleinere OPEC-Mitglieder groß ist, auf Kosten der Allgemeinheit
Profit zu machen. Die mangelnde Förderdisziplin ist die „Tragedy of
the commons“ der Ölförderstaaten.

Der Anteil der Ölfördermenge der OPEC am Weltmarkt ist seit den
Hochzeiten der OPEC-Macht in den 1970ern merklich gesunken. Wenn die
OPEC am morgigen Donnerstag wie angenommen eine Verknappung ihrer
Förderung um weitere 2 Mio. Barrel beschließt, so wäre dies sogar im
theoretischen Fall, dass sich alle Staaten an diese Regelung halten,
nur ein Angebotsrückgang von 4%. Dies stellt bei einem rückläufigen
Nachfragemarkt nur eine geringe Verknappung des Überangebotes dar, die
von anderen Ölförderstaaten, die nicht in der OPEC organisiert sind,
weiter untergraben wird.

Gründe für den Preissturz

Sowohl das verschobene Verhältnis von Angebot und Nachfrage, als auch
Spekulation sind für den Preissturz verantwortlich. Die prekäre
Marktlage zu Beginn des Jahres, in der das Angebot nicht mehr mit der
Nachfragesteigerung mithalten konnte, wurde von Spekulanten
ausgenutzt, um auf einen steigenden Ölpreis zu wetten. In dieser Phase
wurde auf Käuferseite Papieröl im Volumen von rund 1,8 Mio. Barrel pro
Tag gekauft – dies entspricht ungefähr der Nachfrage Großbritanniens
–, was die Preise in einem angespannten Marktumfeld irreal in die Höhe
trieb. Diese Blase ist im Juli geplatzt, als die ersten Akteure, die
zu gierig am großen Rad gedreht hatten, in bankrott gingen. Alleine
der Konkurs der amerikanischen Semgroup, einem der größten Spieler am
Markt, hat Kontrakte im geschätzten Volumen von 50 Mio. Barrel platzen
lassen. Semgroup, ehemals die Nummer 18 unter den nicht
börsennotierten Unternehmen der USA, hat im großen Stil gegen
steigende Ölpreise gewettet und damit binnen zweier Quartale rund 2,5
Mrd. US$ verzockt. Da Warentermingeschäfte Nullsummenspiele sind,
mussten die abzuschreibenden Spielschulden von Semgroup und anderen
von den vermeintlichen Gewinnern liquidiert werden, was der
Preisspirale ein jähes Ende setze. Verstärkt wurde diese Entwicklung
durch finanzkrisenbedingte Liquiditätsprobleme und höhere
Anforderungen an die Eigenkapitalquote bei institutionellen Zockern.
Warenterminkontrakte sind schnell und einfach zu liquidieren. Die
künstliche Nachfrage von 1,8 Mio. Barrel pro Tag verschwand in den
nächsten Monaten so schnell aus den Märkten, wie sie zu Anfang des
Jahres aufgebaut wurde.

Neben Finanzmarktspekulationen ist auch der Handel mit „echtem“ Öl


verantwortlich für den rapiden Preisverfall. Basis für alle
Spekulationen war die mangelnde Reservekapazität der Förderstaaten. Da
bei kaum einem anderen Gut die Angebotsseite derart unflexibel ist und
kaum ein anderes Gut derart unelastisch auf Preisbewegungen reagiert,
ist Erdöl ein ideales Spekulationsobjekt. Immer dann, wenn die
Nachfrage kaum mehr durch eine Ausweitung der Förderung gedeckt werden
kann, wird der Preis für Erdöl wieder „explodieren“.

Die OPEC muss den Gürtel enger schnallen

Die erdölfördernden Staaten haben ihre Haushalte an den hohen Ölpreis


angepasst und sind nun davon abhängig, einen Mindestpreis für ihr
wichtigstes Exportgut zu erzielen. Relativ komfortabel ist die
Situation für Saudi-Arabien. Der größte Ölförderstaat kalkuliert
seinen Staatshaushalt auf Basis eines Ölpreises von 49 US$ je Barrel,
Venezuela kalkuliert auf Basis von 60 US$. Russland kalkuliert mit 70
US$ je Barrel und einige OPEC-Staaten wie Iran haben sich vom
günstigen Marktumfeld gar verleiten lassen, eine Preisbasis von 90 US$
je Barrel als Grundlage für ihren Staatshaushalt anzunehmen. Für diese
Staaten wird es aller Voraussicht nach 2009 sehr eng werden, wenn der
Ölpreis nicht schnell wieder in alte Höhen schnellt, was kaum
anzunehmen ist. Venezuela wird bereits im nächsten Jahr Probleme
bekommen, seine Sozialprogramme zu finanzieren, ohne vom großzügigen
Aufkäufer von Staatsanleihen anderer südamerikanischer Staaten selbst
zum Schuldner zu mutieren. Auch der wirtschaftlich gebeutelte Iran
könnte arge Probleme bekommen, die nötigen Sozialausgaben zu bezahlen.
In beiden Staaten könnte das abzusehende Ende des Ölpreisbooms daher
zu sozialen Unruhen führen.

Wohin bewegt sich der Ölpreis?

Die meisten Experten gehen davon aus, dass sich der Ölpreis
mittelfristig auf dem momentanen Niveau stabilisiert – die Bank of
China rechnet beispielsweise mit einem langfristigem
Gleichgewichtspreis von 35 US$ je Barrel. Aber dieses Szenario könnte
bei einer sich halbwegs stabilisierenden Weltwirtschaft mittelfristig
wieder von der mangelnden Förderreserve eingeholt werden.

Die IEA hat in ihrem diesjährigem „World Energy Outlook“ ihre Annahmen
für den Förderrückgang der bestehenden Ölfelder drastisch erhöht.
Letztes Jahr sagten die internationalen Experten noch einen Rückgang
der maximalen Förderkapazitäten von 3,6% pro Jahr voraus. In ihrem
aktuellen Bericht hat die IEA diese Prognose auf 6,7% erhöht – bei
einer geschätzten maximalen Förderung von 80 Mio. Barrel pro Tag
müssten daher jedes Jahr neue Ölfelder mit einer Kapazität von über 5
Mio. Barrel pro Tag entdeckt und erschlossen werden, um das momentane
Förderniveau zu halten. Da die Exploration neuer Ölfelder direkt mit
dem Ölpreis zusammenhängt, wird es bei langfristigen Ölpreisen unter
der 80 US$-Marke kaum neue Fördergebiete geben, da die
Explorationskosten erst ab einem höheren Ölpreis refinanziert werden
können.

Eine mittel- bis langfristige Konsolidierung des Ölpreises ist daher


zwangsläufig anzunehmen. Es ist nicht die Frage, ob Öl wieder zum
„alten“ Höchstpreis zurückkehren wird, sondern wann. Der reale
Spielraum zwischen Nachfrage und Angebot ist sehr gering. Auch wenn
die OPEC-Staaten in den nächsten Jahren undiszipliniert mehr Öl
verkaufen, als es ihnen die Quoten zugestehen, wird der „natürliche“
Förderrückgang von 6,7% pro Jahr à la longue den Markt wieder in die
Situation bringen, dass die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann
und dann gibt es für den Ölpreis nur eine Richtung – steil bergauf.

Jens Berger

URL: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/drucken.php?p=449

INTERVIEW ZUM NEUEN


BKA-GESETZ
"Eine verdächtige Mail
reicht aus"
Im Dienste der Terrorabwehr soll das BKA künftig Wohnungen und
Computer heimlich ausspähen dürfen - noch vor Weihnachten stimmt der
Bundesrat über das umstrittene Gesetz ab. Der Verhandlungsführer der
SPD-Länder Karl Peter Bruch spricht mit SPIEGEL ONLINE über die
wacklige Mehrheit in der Länderkammer.

SPIEGEL ONLINE: Auch in der abgeschwächten Version hat das geplante


BKA-Gesetz im Bundesrat momentan nur eine hauchdünne Mehrheit. Glauben
Sie, dass die bis zur Abstimmung hält?

Bruch: Ja. Die Länder, die den Gesetzentwurf weiterhin ablehnen, haben
im Bundesrat zusammen 34 Stimmen, wir haben 35. Und nach meiner
letzten Abfrage stehen die auch alle. Damit können wir das Gesetz am
19. Dezember im Bundesrat beschließen und der Bundestag kann am selben
Tag dasselbe tun.

SPIEGEL ONLINE: Mehrere Kritiker haben schon Verfassungsbeschwerde


angekündigt. Was macht Sie sicher, dass das Gesetz Bestand haben wird?

Bruch: Wir haben uns in einem entscheidenden Punkt durchgesetzt: Bei


der Anordnung der Online-Durchsuchung und bei der Auswertung der Daten
muss ein Richter mitwirken.

Der ursprüngliche Entwurf sah vor, dass das BKA in alleiniger


Machtvollkommenheit hätte sagen können: Wir werten aus und
kontrollieren auch selbst, ob wir das dürfen. Hätte man das nicht
geändert, wäre das Gesetz angreifbar gewesen. In der jetzigen Form
halte ich es für zulässig.

SPIEGEL ONLINE: Kann es sein, dass sich Bund und Länder mehr um
Zuständigkeiten in der Terrorbekämpfung streiten als über die Frage,
ob der Staat so tief im Privatbereich der Bürger herumschnüffeln darf?

Bruch: Die Abgrenzung der Zuständigkeiten ist für die praktische


Arbeit ganz wichtig. Jetzt wird ganz klar geregelt, wann das
Bundeskriminalamt für Fälle des internationalen Terrorismus zuständig
ist: Wenn die Gefahr mehr als ein Bundesland betrifft, wenn die Gefahr
nicht lokalisierbar ist und wenn eine Länderzuständigkeit nicht
erkennbar ist.

SPIEGEL ONLINE: Und wann ist Terrorismus international? Schon wenn ein
Verdächtiger eine Mail aus Pakistan erhält oder ausländische Zeitungen
liest?

Bruch: Eine Mail reicht aus. Wenn das Mainzer LKA erfährt, dass jemand
eine verdächtige Nachricht aus Pakistan bekommt, melden wir das ans
BKA und verständigen uns, wer in diesem Fall den Hut aufhat. Das
wiederum bemisst sich an den eben genannten drei Aspekten.

SPIEGEL ONLINE: Ursprünglich hatten Sie am Gesetzentwurf der


Bundesregierung auch kritisiert, dass das Zeugnisverweigerungsrecht
für Ärzte, Anwälte, Seelsorger und Journalisten beschnitten wird.
Warum haben Sie gerade diesen Punkt in den Verhandlungen aufgegeben?

Bruch: Ich habe immer wieder darauf bestanden, dass es bei der
Gefahrenabwehr eine höhere Hürde für Eingriffe ins
Zeugnisverweigerungsrecht geben müsse als bei der Strafverfolgung.
Aber in dieser Frage hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
keinerlei Bewegung gezeigt. Wir mussten das schlucken, weil wir uns
vorher schon in anderen Punkten durchgesetzt hatten – vor allem in der
wichtigen Frage mit dem Richtervorbehalt.

Das Interview führte Matthias Bartsch

URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,594728,00.html

Es war der Ölpreis,


Harry
von Thomas Fricke
Die Geschichte scheint geschrieben: Eine furchtbare Finanzkrise hat
die Weltwirtschaft 2008 an den Abgrund getrieben. Aber warum brach die
Konjunktur weltweit schon Wochen vor der Lehman-Pleite abrupt ein?
Kein Experte hat vor einem Jahr vorhergesagt, dass fast die ganze Welt
Ende 2008 in der Rezession steckt. Warum eigentlich nicht? Die
Erklärung scheint nahezuliegen. Im September eskalierte die
Finanzkrise - und die gilt seitdem als größtes aller Übel.

Klingt plausibel. Könnte nur sein, dass es mit der Krise am Ende ist
wie bei Derricks Kriminalfällen. Erst scheint der Schuldige
ausgemacht. Doch am Ende stellt sich heraus, dass der Anfangsverdacht
falsch war. Und Frau Merkel sagt: Harry, hol schon mal die
Autoindustrie.

Die Chronologie spricht dagegen, dass die September-Pleite von Lehman


Brothers den Crash der Realwirtschaft verursachte. Der Abschwung muss
andere Gründe haben, Inspektor. Vielleicht war es sogar umgekehrt, und
der Konjunkturschock hat eine Finanzturbulenz erst zur historischen
Krise werden lassen. Dann aber müssten Politiker und Prognostiker
andere Lehren aus dem Jahr 2008 ziehen.

Globaler Einbruch schon im Sommer

Das Irritierende ist: Lehman ging am 15. September pleite, was


tatsächlich eine systemische Krise im Finanzsektor auslöste.
Allerdings waren zu dem Zeitpunkt alle wichtigen Konjunkturindikatoren
schon seit Wochen schockartig auf Talfahrt. Harry, da stimmt etwas
nicht.

In den USA schnellte die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosengeld in


der letzten Juli-Woche plötzlich auf Rezessionsniveau - nicht Mitte
September. Im August brach der Aufwärtstrend bei Aufträgen für
US-Unternehmen ab, die Bestellungen fielen binnen einem Monat um vier
Prozent. Die Industrieproduktion sank ebenso abrupt im Monat vor der
Lehman-Pleite - nicht danach. Das Gleiche gilt für Amerikas Exporte,
die vorher monatelang geboomt hatten.

Für den Rest der Welt lautet der Befund ähnlich. In der Euro-Zone
begannen die Stimmungsindikatoren im Juni abzustürzen, mit Zuspitzung
im Juli. Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex beschleunigte seine Talfahrt
abrupt schon kurz vor der Jahresmitte. In Japan brachen im August die
Aufträge für Maschinen jäh um zwölf Prozent ein. Selbst in China gab
es schon Wochen vor Lehman Anzeichen für einen ernsteren
Konjunkturrückschlag.

Die Frage drängt sich auf: Was, in aller Welt, ist in den Monaten Juni
bis August 2008 passiert, dass in diesen Wochen fast zeitgleich rund
um den Globus die Konjunkturindikatoren abstürzten? Was hat diesen
Schock bewirkt?

Weder im Juni noch im Juli oder August kam es an den Finanzmärkten zu


einer dramatischen Verschlechterung. Im Gegenteil: Die
Subprime-Abschreibungen ließen im zweiten Quartal nach. Die
Absicherungskosten für Ausfälle von Unternehmensanleihen lagen im Juli
um ein Drittel niedriger als im März. Erst im September ballten sich
die Alarmsignale. Erst dann gab es ernstere Hinweise darauf, dass
Banken bei der Kreditvergabe bremsen.

Der Absturz vom Sommer 2008 fällt mit einem anderen weltweiten
Phänomen zusammen: Im Juni und Juli 2008 spitzte sich der Anstieg der
Ölpreise zu, die Kurse lagen erstmals fast doppelt so hoch wie ein
Jahr zuvor. Damals kostete Benzin fast 1,60 Euro. Dies löste zudem
noch einen ebenso globalen Folgeschock aus: eine Inflationspanik, die
dazu führte, dass just im Juni die Zinserwartungen hochschossen.
Banken und Unternehmen mussten statt mit sinkenden auf einmal mit
steigenden Zinsen rechnen, zumal die Europäische Zentralbank Anfang
des besagten Monats plötzlich höhere Leitsätze ankündigte.

Es spricht viel dafür, dass beides einem Konjunkturschock gleichkam.


In den USA sackten die Realeinkommen im Inflationsmonat Juni erstmals
unter Vorjahr. Die inflationsbereinigten Löhne sanken unversehens um
2,2 Prozent. Zu dieser Zeit liefen auch die Steuerschecks aus, mit
denen die Regierung im Frühjahr noch den Konsum gestützt hatte. Kein
Wunder, dass just danach die Privatausgaben abstürzten.

Für die Ölschockthese spricht, dass der Umsatz mit Autos in den USA
exakt zur Jahresmitte abstürzte. Mit dem Ölpreis ließe sich auch
erklären, warum kein Wirtschaftszweig so kriselt wie die Autobranche.
In der Euro-Zone brachen die Neuzulassungen von Juni auf Juli um 8,3
Prozent ein. Die deutsche Autoindustrie bekam fast 15 Prozent weniger
Aufträge als im Vorjahr.

Dazu kam der Zinsschock: Die Erwartungen seien im Juni um einen ganzen
Prozentpunkt gestiegen, sagt Holger Schmieding, Europa-Chefvolkswirt
der Bank of America. Das dürfte die Selektion in der Finanzbranche
(vielleicht unnötig) verschärft haben. "Ohne den Konjunkturschock wäre
es manchen Banken womöglich gelungen, über ihr normales Geschäft genug
Geld zu machen, um Subprime-Ausfälle wegzustecken", sagt Schmieding.

Hat der Ölschock den Crash erst ausgelöst?

Natürlich schwächelte die Konjunktur in den USA, in Deutschland


deutete sich schon im April ein Abschwung an. Ölpreis und Zinsen sind
nicht alles, zumal hiesige Unternehmen auch den Schock der
Euro-Verteuerung auf zwischenzeitlich fast 1,60 $ verkraften mussten -
und es hier kein Konjunkturpaket gab.

Es ist aber wahrscheinlich, dass die Krise erst durch Öl- und
Zinsschock zum Debakel wurde. Real- und finanzwirtschaftliche Abstürze
verstärken sich nun gegenseitig. Da hilft vorerst auch der
mittlerweile krisenbedingt sinkende Ölpreis wenig. Das dauert.

Wer weiß? Vielleicht lief die Wirkungskette sogar umgekehrt, und der
sommerliche Konjunkturschock führte erst dazu, dass es zum Finanzcrash
kam. Vielleicht hätten sonst nicht so viele Banken am Rand der Pleite
gestanden, die kurz zuvor noch solide wirkten.

Das macht die Lage nicht besser. Es könnte aber erklären, warum dem
Ausbruch der Finanzkrise 2007 ab Frühsommer 2008 ein globales Desaster
folgte - und warum sich dies vor einem Jahr kaum vorhersagen ließ.

Noch wichtiger sind die politischen Lehren: Sollte sich zeigen, dass
neben den Bankenproblemen vor allem spekulationsgetriebene
Ölpreisausschläge und panikartige Zinserhöhungen den schlimmsten
Wirtschaftscrash seit Jahrzehnten auslösten - dann müssten nicht nur
Hedge-Fonds stärker reguliert werden, sondern auch Ölhändler und
Währungshüter.

Thomas Fricke ist Chefökonom der FTD. Er schreibt freitags an dieser


Stelle. Mehr unter: www.ftd.de/wirtschaftswunder

Aus der FTD vom 19.12.2008


URL:http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Thomas-Fricke-Es-war-der-%D6lpreis-
Harry/453486.html

400
Millionen
Bonus
Kurz vor Übernahme zahlt Dresdner Bank an Manager noch schnell 400
Mio. Euro. CDU/CSU-Finanzsprecher: „Gehaltsexzesse vermeiden.“

Die geplanten Boni von 400 Millionen Euro für die Investmentbanker der
Dresdner Bank sorgen inzwischen auch in Berlin für Verärgerung.

„Es bleibt die Verpflichtung aus dem Grundgedanken der sozialen


Marktwirtschaft, Gehaltsexzesse zu vermeiden“, sagte der
finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Otto
Bernhardt, der Wirtschaftszeitung €uro am Sonntag auf die Frage, was
von den hohen Boni zu halten sei. „Dem Leitbild des gerechten Lohns
ist auch die Dresdner Bank verpflichtet.“

Ein Eingriff in Vereinbarungen sei allerdings erst dann


gerechtfertigt, wenn sich eine Bank unter staatlichen Schutz stelle,
so Bernhardt. Die Dresdner Bank hat keine staatlichen Hilfen aus dem
Rettungspaket beantragt. Sie wird aber derzeit von der Commerzbank
übernommen, die das Rettungspaket in Anspruch nehmen will.

Kritik übte auch FDP-Vizechef Rainer Brüderle: „Die Soziale


Marktwirtschaft steht für Maß und Mitte, nicht für Maßlosigkeit“,
sagte Brüderle der Zeitung. Die Investmentbanker der Dresdner haben
seit Ausbruch der Finanzkrise Verluste von 2,5 Milliarden Euro
verursacht und sollen ihre Boni nach Medienberichten im Januar
erhalten.

Freitag, 14. November 2008


URL: http://www.mmnews.de/index.php/200811141509/MM-News/400-Millionen-
Bonus.html

Steuerfahndung
Frankfurt:
Eiskalt abserviert
Von Frauke Hunfeld
Als Ermittler holten sie für den Staat Millionen, auch bei den großen
Banken. Doch plötzlich war Schluss. Plötzlich störten sie die
Geschäfte und wurden als Querulanten aus dem Dienst gemobbt. Die
Geschichte von Rudolf Schmenger und seinen Kollegen von der
Steuerfahndung Frankfurt, die jetzt auf Gerechtigkeit hoffen.

Es ist aber auch zum Verrücktwerden, denkt Rudolf Schmenger, und dann
muss er selbst lachen. Schon wieder so eine abenteuerliche Geschichte.
Schon wieder ganz nah dran. Endlich mal einen Großen angeklagt, einen,
von denen es sonst immer heißt, man ließe sie laufen. Klaus Zumwinkel,
Ex-Postchef, soll Steuern hinterzogen haben, mithilfe einer Stiftung
in Liechtenstein. Und gerade hat der Bundesgerichtshof entschieden,
dass ab einer Million Euro hinterzogener Steuern nur in Ausnahmefällen
eine Bewährungsstrafe zulässig sei. Und ausgerechnet jetzt kommt
heraus: Weil ein Amtsrichter den Durchsuchungsbeschluss für Zumwinkels
Haus einen Tag zu spät unterschrieb, sind Taten vor 2002 womöglich
verjährt. Damit sinkt die Summe der Zumwinkel zur Last gelegten
Steuerhinterziehungen von 1,18 Millionen auf 996.000 Euro - knapp
unter die magische Million.

Wie deutsche Steuergelder verschwendet werden

Da kann Rudolf Schmenger nur den Hut ziehen. Vor den Anwälten des
Herrn Zumwinkel, die auf die Fristüberschreitung gekommen sind.
"Profis", sagt er. Profis wie er selbst mal einer war. Allerdings auf
der anderen Seite. Schmenger war Steuerfahnder. Bis man ihn für
verrückt erklärte. Aber vielleicht ist er ja bald wieder "normal".

Zwielichtige Gutachten

Der Anruf, mit dem er nicht mehr gerechnet hatte, erreicht ihn in der
Frankfurter Krankenhauskantine. Sein Vater ist in der Klinik, er hatte
einen Herzinfarkt, Rudolf Schmenger hat ja Zeit und besucht ihn jeden
Tag. Der Mann am Telefon heißt Rainer Raasch und war bis vor Kurzem
Richter am Frankfurter Landgericht. Jetzt führt er für die
Landesärztekammer Hessen die berufsrechtlichen Ermittlungen gegen den
Psychiater, der Schmenger und dessen Kollegen für dienstunfähig
erklärt hat. Raasch untersucht den dringenden Verdacht, dass dieser
Psychiater durch Gefälligkeitsgutachten der hessischen Finanzbehörde
geholfen hat, unbequeme Beamte loszuwerden.

Richter Raasch hat eine Menge abenteuerlicher Geschichten gehört in


seinem langen Berufsleben. Trotzdem fragt er immer wieder nach, so als
könne er kaum glauben, was er da hört. Schmenger versteht ihn. Denn
seine Geschichte klingt nicht wie ein Fall aus einer deutschen
Finanzbehörde. Sondern wie von Franz Kafka. Und er ist nicht allein.

Die Geschichte der Steuerfahnder Rudolf Schmenger, Heiko und Tina


Feser, von Sven Försterling, Marco Wehner, Frank Wehrheim, Dieter
Reimann, Eckard Pisch, Wolfgang Schad und den anderen beginnt im
Sommer 2001. Bis dahin galten die Steuerfahnder des Finanzamtes
Frankfurt V als untadelige Finanzbeamte, manche von ihnen mit
jahrzehntelanger Erfahrung, andere als junge Kräfte mit großem
Potenzial und besten Beurteilungen. Manchen in der Fahnderszene galten
sie gar als Stars. Sie machten in einem Verfahren gegen eine Großbank
wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung auch vor den Vorstandsetagen
nicht halt, und sie zwangen Großbanken dazu, die Steuern der Kunden
nachzuzahlen, deren Namen sie nicht nennen wollten oder konnten.

Geschätzt und belobigt

Die Commerzbank und die Deutsche Bank hatten, unter anderen, Gelder
reicher Kunden über Transferkonten anonym ins Ausland geschafft, und
sie hatten gewusst, dass dies illegal ist. Die Frankfurter Fahnder
schleppten kistenweise das Material aus den Banken und brachten
reichen Steuerhinterziehern und deren Helfern in den Banken das
Fürchten bei, dem kleinen Mann den Glauben an die Gerechtigkeit, und
nebenbei brachten sie dem Land Hessen Zusatzeinnahmen von rund 250
Millionen und bundesweit rund eine Milliarde Mark zusätzlicher
Steuergelder. Sie wurden geschätzt und ganz offiziell von ihrem
Dienstherrn belobigt. In ihren Büros lagerte in Banken beschlagnahmtes
Material, das bei Auswertung weitere Steuermehreinnahmen in
Millionenhöhe erwarten ließ.

Aber dann geschah in diesem Sommer der Euphorie etwas Seltsames: Eine
Amtsverfügung wird den Fahndern in verschlossenem Umschlag überreicht,
in der der Leiter des Finanzamts, Jürgen Schneider-Ludorff, etwas
verlangt, was in den Augen der Fahnder ungeheuerlich ist: Ein
steuerstrafrechtlicher Anfangsverdacht soll ab sofort in der Regel nur
noch dann bestehen, wenn "nach dem vorhandenen Belegmaterial ein
Transfervolumen von DM 500.000 oder ein Einzeltransfer von DM 300.000
vorliegt". Auch ergäbe sich "insbesondere für Bankenfälle, welchen
Kapitaltransfers in das Ausland in den Jahren 1992 bis 1994 zugrunde
liegen und die strafrechtlich nicht mehr verfolgbar sind, nicht
zwingend ein Anfangsverdacht für strafrechtlich noch nicht verjährte
Folgejahre".

Die Fahnder wollen da nicht mitmachen. Sie befürchten Strafvereitelung


im Amt. Sie wissen ja, dass Vermögen, das der Steuerpflicht entzogen
wird, stets in kleine Tranchen gestückelt wird. Und sie kennen die
Leute, die Millionen mit Autos oder in Koffern über die Grenzen
schaffen, die Geldbündel, kiloweise eingenäht ins Bettzeug, in
Steueroasen bringen, selbst oder mit Mittelsmännern, und sich auf der
sicheren Seite wähnen. Und dann, nur ein kleiner, dummer, aber
folgenschwerer Fauxpas, überweisen sie die Depotgebühren von ihrem
Privatkonto nach Liechtenstein. So ein Einzelbeleg umfasst vielleicht
gerade einmal ein paar Tausend Euro. Dahinter stehen jedoch oft
Millionen. Immer haben die Fahnder ja nur einzelne Puzzleteile, aus
denen sie das große Ganze erst zusammensetzen müssen. Und damit soll
jetzt Schluss sein?

Strafversetzung

Der Steuerfahnder Regierungsoberrat Eckard Pisch erfährt nach Rückkehr


aus seinem Urlaub von der neuen Verfügung. Er ist ein erfahrener Mann,
seit mehr als 20 Jahren Beamter, der von der Kriminalpolizei über ein
Jurastudium in die Steuerfahndung kam und als Sachgebietsleiter und
Koordinator der Bankenverfahren tief mit der Materie vertraut ist.
Seine Argumente haben Gewicht - normalerweise. In diesem Fall jedoch
entledigt man sich seiner auf andere Weise: Nach seinem elfseitigen
schriftlichen Protest, in dem er rechtliche und organisatorische
Bedenken detailliert darlegt, wird ihm an einem Montag mitgeteilt,
dass er ab Donnerstag aus der Steuerfahndung ans Finanzamt nach
Darmstadt abgeordnet sei. Das ist eben der Preis des sicheren
Arbeitsplatzes, und jeder Beamte, der meckert, kennt die Gefahr: Wenn
du heute das Maul aufmachst, bist du morgen vielleicht in
Hintertupfingen. Oder in Darmstadt.

Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt erfährt von der Amtsverfügung


und protestiert. Der für die Bankenverfahren zuständige Staatsanwalt
Markus Weimann verbittet sich "die Veränderung der
Beweismittelerhebung in laufenden Verfahren" und verweist auf das
Legalitätsprinzip: Wenn man den einen wegen einer Steuerhinterziehung
von 100.000 Euro oder der Beihilfe drankriegt, kann man den nächsten
nicht bei gleichem Sachverhalt laufen lassen. Seine Bedenken
verpuffen.

Wer genau mit diesen Aktionen was bezweckt, erfahren die Fahnder
nicht. Offiziell lautet die Begründung: Personalnot. Man werde von den
Bankenfällen überrollt, man habe zu viele Fälle und zu wenig Leute,
und irgendwann müsse auch mal Schluss sein. Viele der Fahnder
allerdings spekulieren, es sei eher die Angst um den Finanzplatz
Frankfurt. Man wolle es sich mit den Banken und ihren wohlhabenden und
einflussreichen Kunden nicht völlig verderben. Andere erinnern daran,
dass gerade die hessische CDU ja ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht
hat mit illegalen Vermögenstransfers in eine Liechtensteiner Stiftung
namens "Zaunkönig", die die Parteispendenaffäre ausgelöst hat.
Vielleicht hat der Zaunkönig Kinder bekommen? Wieder andere glauben,
die Politiker sähen eben vor allem die unmittelbaren Landesinteressen
und hätten eine simple Rechnung aufgemacht: Die Steuerfahnder und das
Hilfspersonal muss das Land Hessen bezahlen. Die Mehreinnahmen gehen
zum Großteil in den Länderfinanzausgleich. Will man wirklich die
Großbanken und ihre vermögenden Kunden weiter an die Kandare nehmen,
obgleich man selbst fast nichts davon hat?

"Lass gut sein, sonst machen die dich fertig"

So leicht jedoch wollen sich die Fahnder nicht abwimmeln lassen. Sie
fürchten um den Erfolg dessen, was sie in jahrelanger Arbeit aufgebaut
haben. Wenn der Grund ist, dass man seitens des Dienstherren Bedenken
hat, die Vielzahl der Fälle aus Personalnot nicht bearbeiten zu
können, dann muss doch mehr Personal her, statt dass man die
Steuerhinterzieher laufen lässt. Die Ahndung eines Banküberfalls hänge
schließlich auch nicht von der Höhe der Beute ab.

Als einer der Rädelsführer der Kritik wird nach der Versetzung des
Bankenkoordinators Pisch von der Obrigkeit Rudolf Schmenger
ausgemacht. Immer wieder erklärt er seine Bedenken, immer wieder
bringt er Beispiele an, der Mann wird ziemlich lästig. Seine
Beurteilungen verschlechtern sich abrupt, seine Fallhefte werden
inspiziert, seine Wochendienstpläne kontrolliert, und es gibt nicht
wenige, die ihn warnen: "Schmenger, lass gut sein, sonst machen die
dich fertig."
Genauso kommt es. Gegen Rudolf Schmenger, Steuerfahnder, Amtsrat, 41
Jahre alt, seit 24 Jahren untadeliger Beamter, seit elf Jahren in der
Steuerfahndung, stets mit den besten Beurteilungen, wird von seinem
Vorgesetzten Schneider-Ludorff ein disziplinarisches
Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Die Vorwürfe: Hier sei ein
Formular nicht richtig ausgefüllt, dort eine Telefonnummer unleserlich
geschrieben, an einem Tag habe er sich zwischen 7.30 und 8.25 Uhr
unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt oder habe mit einem Kollegen auf
dem Flur über ein Verfahren geredet, das ihm nicht zugeschrieben war.
Dass Schmenger später vor dem Verwaltungsgericht siegt und keiner der
Vorwürfe haltbar bleibt, nützt dem unbequemen Staatsdiener nichts:
Schmenger muss die Steuerfahndung verlassen und wird zum 31. März 2003
in die Großbetriebsprüfung versetzt. Das Namensschild an seinem Büro
wird abmontiert, der Netzzugang zu seinen elektronischen Daten
gekappt, und was aus den zuletzt von ihm bearbeiteten
Ermittlungsverfahren wird, weiß er nicht.

Später findet sich ein Fax des Behördenleiters Schneider-Ludorff an


die Oberfinanzdirektion, in dem gefordert wird, "dass die Verwaltung
in der Personalangelegenheit Schmenger eine Lösung finden muss, die
der engagierten () Behördenleitung und mir als Finanzamtsvorsteher den
Rücken stärkt. Außerdem sollten die von einer zu findenden Lösung
ausgehenden Signale in den Bereich der Fahnder/innen nicht
unterschätzt werden". Welcher Art die Signale sein sollen, ist
unschwer zu erkennen: Haltet das Maul, sonst geht's euch wie dem.

Die 70 Fahnder der Steuerfahndung des Finanzamts Frankfurt V sind


bestürzt über diese und andere Versetzungen und beschließen zu
handeln. Im Sommer 2003 treffen sich 48 von ihnen - aus Angst nicht in
der Behörde, sondern in einem Saal des Landessportbundes. Den hat
Fahnder Wolfgang Schad organisiert, der nebenbei Präsident des
Hessischen Leichtathletik-Verbandes ist.

Angst vor Konsequenzen

Die Fahnder wollen alles richtig machen. Sie sammeln Geld für einen
Rechtsanwalt, der ihnen einen beamtenrechtlich korrekten Weg aus ihrem
Dilemma aufzeigen soll: Einerseits sind sie weisungsgebunden,
andererseits haben sie erhebliche Bedenken, ihrer Pflicht nachkommen
zu können und ihren Eid zu erfüllen. 70 Beamte steuern ihr Scherflein
bei. Immer noch glauben sie in ihrer Mehrheit nur an ein großes
Missverständnis, immer noch glauben sie, dass, wenn ihr oberster
Dienstherr, Ministerpräsident Koch, erst richtig informiert wäre, dass
dann alles gut werden würde.

Sieben Fahnder gehen im Auftrag der anderen zum Anwalt, und das
Ergebnis tragen sie ihren Kollegen vor: Einen Brandbrief an den
Ministerpräsidenten Roland Koch: "Wir sind Steuerfahnder und
Steuerfahndungshelfer des Finanzamts Frankfurt V und wenden uns an
Sie, weil wir begründeten Anlass zu der Sorge haben, dass die
Steuerfahndung Frankfurt am Main ihren Aufgaben nicht mehr gerecht
werden kann, weil Steuerhinterzieher nicht in gebotenem Maße verfolgt
werden können." Seitenlang schildern die Fahnder die Vorfälle ihrem
obersten Dienstherrn. 48 Fahnder unterschreiben den Brief, die anderen
sollen folgen.
Abgeschickt jedoch wird er nicht. Denn nach einem Wochenende
Bedenkzeit zieht ein Großteil der Fahnder die Unterschrift zurück. Der
eine sagt, er habe ein Haus abzuzahlen, der andere hat Kinder im
Studium, ein dritter pflegebedürftige Eltern. Kaum einer will
riskieren, für immer und ewig auf dem Abstellgleis zu versauern. Und
dass dies passieren kann, das hat man ja gesehen.

Dubiose Umstrukturierung

Da hilft alles Reden nichts, dass man nur gemeinsam stark sei und man
schließlich nicht 70 Fahnder auf einmal strafversetzen kann und all
das. Nur ein kleines Häuflein lässt sich den Schneid nicht abkaufen.
Tief enttäuscht schickt Steuerfahnder Dieter Reimann, einer der sieben
Beauftragten, wenigstens eine Kopie des Briefes an alle, die Geld
gegeben haben, "das auch als Erinnerung an den heißen Sommer 2003,
verbunden mit der Hoffnung, dass unsere Dienststelle irgendwie den
Herbst und den Winter überlebt".

Aber auch diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Zum Jahreswechsel wird
die Steuerfahndung Frankfurt V zum Entsetzen aller aufgelöst, eine
Umstrukturierung, die zunächst die Steuerfahndungen in ganz Hessen
betreffen soll, die dann aber seltsamerweise doch nur auf die
Frankfurter Steuerfahndung beschränkt bleibt. Ein Teil der Fahnder
darf in die Steuerfahndung anderer Ämter wechseln. Die kritischen
Geister jedoch und jene, die man dafür hält, müssen die Steuerfahndung
verlassen.

Ein Teil von ihnen wird in die "Servicestelle Recht" versetzt, wo


dringend "erfahrenes Personal benötigt wird", so die Behördenleitung.
Steuerfahnder hingegen gebe es viel zu viele - obwohl man gerade noch
die umstrittene Amtsverfügung durchgesetzt hatte, um aus Personalnot
nicht von der Vielzahl der Bankenfälle erstickt zu werden.

Archipel Gulag

Die Servicestelle Recht ist eine Geisterstation. "Wir kamen da an",


erzählt einer von denen, die nicht mit Namen im stern stehen möchten,
"da waren keine Computer, keine Akten, kein Chef. Es gab nichts zu
tun. Wir haben aus dem Fenster geguckt und Urlaubsfotos sortiert." Für
die erfolgsverwöhnten Steuerfahnder ist das ein Schock. Sie, die nach
jahrelanger Fahndungsarbeit, hohem Arbeits- und Zeitdruck oft nicht
wussten, was sie zuerst tun sollten, sind auf einmal verurteilt zum
Däumchendrehen. "Da saß ich da, nach all den Jahren, nach all den
Dramen, nach all den aufregenden Schichten, und war froh, einen
Kirchensteuerfall zu bearbeiten, da ging es um 70 Euro", erzählt
Fahnder Frank Wehrheim, der Mann, der jahrelang die Frankfurter
Prominenz das Fürchten lehrte.

Und dann das Getuschel und Gewisper auf den Gängen. "Man nannte die
Servicestelle Recht behördenintern auch Strafbataillon oder Archipel
Gulag. Wenn wir in die Kantine kamen, verstummten die Gespräche",
erzählt Tina Feser. "Viele wussten nicht, was passiert war. Wir waren
die, die irgendwie Dreck am Stecken hatten."
Marco Wehner, 38, Steueramtmann. Er wurde "dienstunfähig und
teildienstunfähig" geschrieben und sitzt seitdem zu Hause

Andere Fahnder erwischt es noch schlimmer. Heiko Feser zum Beispiel.


Sein Gehalt bleibt das gleiche, aber seine Arbeit nicht. Er verliert
seine Zeichnungsberechtigung und seinen eigenen Zuständigkeitsbereich.
Er darf keinen Brief mehr unterschreiben, hat keinen eigenen
Schreibtisch mehr, und morgens, wenn er kommt, weiß er nicht, wo er
seinen Mantel aufhängen soll. Er soll andere Sachbearbeiter bei
simplen Steuererklärungen "unterstützen", ein Job, den normalerweise
die Frischlinge von der Verwaltungsfachhochschule übernehmen, um in
den Beruf hineinzuschnuppern. Ein anderer Fahnder, den man als
Springer in einer Veranlagungsstelle einsetzt, hat nicht mal einen
Computer. Auf seinem Schreibtisch steht zwar ein Telefon, aber er
bekommt den Nummerncode nicht, um es zu bedienen. Rudolf Schmenger
sitzt derweil in der Konzernbetriebsprüfung und bearbeitet
"Nullfälle": "Ich bekam die, von denen man schon vorher weiß, dass es
nichts zu prüfen gibt."

Die ausgebremsten Fahnder leiden. Ohnmachtsgefühle wechseln mit Wut,


Selbstzweifel mit tiefer Traurigkeit - kaum einer von ihnen bleibt
verschont. Manchmal sitzen sie da und fragen sich: Wie sind wir nur in
diese Situation geraten? Sie verstehen die Welt nicht mehr und nicht
mehr diesen Staat, an den sie geglaubt und auf den sie einen Eid
abgelegt haben. War das alles ein großer Irrtum?

Spontane Blackouts

Dem "Spiegel" und anderen Medien fällt der Brandbrief um die


Amtsverfügung in die Hände. Die Berichterstattung führt zu einem
Untersuchungsausschuss im Landtag, der klären soll, wie hoch der
Schaden durch die "Umstrukturierungen" und die umstrittene
Amtsverfügung ist, der dem Land Hessen entstand. Spätestens jetzt ist
Ministerpräsident Koch umfassend auf dem Laufenden.

Der Steuerfahnder Schad, jener Sportsfreund, der einst den Raum im


Landessportbund organisierte, in dem die Fahnder den Aufstand probten,
soll als Kronzeuge der Fahnder aussagen. Er wird ins Finanzministerium
eingeladen. Man eröffnet ihm "neue berufliche Perspektiven". Bei
seiner Aussage im Untersuchungsausschuss kann er sich plötzlich an
vieles nicht mehr erinnern. Er erleidet einen "Blackout", wie er
seinen Fahnderkollegen später erklärt. Dem stern sagt er heute, das
sei schließlich auch schon vielen berühmten Politikern passiert. Warum
er seine Aussage nicht korrigiert habe, als sie ihm, wie üblich, zur
Korrektur zugeschickt wurde? "Ich habe sie nicht noch mal gelesen."

Die CDU hält die Vorwürfe damit für ausgeräumt. Die SPD gibt ein
Minderheitenvotum ab, weil sie den Zeugenaussagen das Gegenteil
entnimmt, aber das erregt kein großes Aufsehen. Es ist ja auch wahr:
Wie soll man einen Schaden beziffern, wenn man die Fälle gar nicht
ausermittelt. Die Annahme, dass, wenn gleichgelagerte vorangegangene
Fälle Millionen brachten, auch die nachfolgenden Fälle Millionen
bringen werden, entspricht zwar dem gesunden Menschenverstand - aber
beweisen kann man das nicht. Der Ausschussobmann der SPD, Norbert
Schmitt, erklärt das Scheitern des Untersuchungsausschusses heute auch
damit, dass ein Großteil der Zeugen Beamte waren: "Wir hatten das
Gefühl, dass Leute unter Druck gesetzt wurden. Einige Zeugen hatten
einfach Angst", sagt Schmitt. Verbittert sagt ein Fahnder, der seinen
Namen nicht nennen möchte: "Aus meiner Sicht hat der Ausschuss nichts
gebracht und fast tatenlos zugesehen, wie nicht nur eine Person,
sondern fast ein ganzes Dutzend von ihren Vorgesetzten gemobbt wurde.
Ich persönlich habe einen Großteil an Vertrauen in das System verloren
und werde mich zukünftig auch bestimmt nicht mehr so engagieren, wie
ich das damals getan habe." Nach seiner Aussage im Ausschuss darf
Ex-Fahnder Schad aus dem "Archipel Gulag" ins Innenministerium
wechseln und sein Hobby zum Beruf machen. Er wird Referent für
Leistungssport. Dem stern gegenüber erklärt er, dass diese Chance mit
seinem Blackout nichts zu tun gehabt habe, auch wenn Ex-Kollegen das
wohl anders sehen würden.

Einige der abgeschobenen Fahnder werden krank. Rudolf Schmengers


Nieren spielen verrückt, Heiko Fesers Leberwerte steigen ins
Unermessliche, einer bekommt Depressionen, ein anderer unberechenbare
Wutanfälle. Manche wollen nicht wahrhaben, was mit ihnen geschieht.
Andere versuchen den Ausbruch. Sie bewerben sich auf andere Stellen:
Verfassungsschutz, Landesbehörden, Zoll, Amtsanwaltschaften, egal,
alles ist recht, nur weg aus dem "Archipel Gulag".

Aber ihre Bewerbungen sind erfolglos, manche verschwinden auf dem


Dienstweg, manche werden nicht berücksichtigt, bei anderen kommt in
allerletzter Sekunde irgendetwas dazwischen. Ein Fahnder fragt eine
ehemalige Kollegin aus dem Finanzamt, die jetzt im Personalamt
arbeitet, wie das zusammenhänge, und die bedeutet ihm, dass er sich
jede Bewerbung sparen kann: Das werde nichts, das hänge mit "der
Sache" zusammen, mehr könne sie ihm nicht sagen, ohne selbst in
Ungnade zu fallen.

Alle Möglichkeiten ausgeschöpft

Steuerfahnderstellen werden ausgeschrieben, obwohl man doch angeblich


zu viele davon hat. Als sich die Fahnder aus dem Strafbataillon darauf
bewerben, wird schnell die Ausschreibung geändert. Kleines
"redaktionelles Versehen", so die Behördenleitung in einem Schreiben.
Für die Steuerfahndung Frankfurt suche man Kollegen aus ganz Hessen -
außer aus Frankfurt. Wieder nichts.

Rudolf Schmenger und die anderen beschreiten alle offen stehenden


Wege. Sie schreiben Petitionen und Einsprüche, sie klagen gegen ihre
Versetzungen, sie bewerben sich weg. Sogar der Personalrat wendet sich
2005 an den Finanzminister Karlheinz Weimar, CDU - aber der antwortet
einfach nicht. Der FDP-Landtagsabgeordnete Roland von Hunnius beklagt
in einer Rede im November 2005 "eine Verkettung von Merkwürdigkeiten
und Absonderlichkeiten, die aufhorchen lässt". Die Abfolge von Kritik
an einer Amtsverfügung, Versetzungen, Auflösung der Steuerfahndung
Frankfurt V, die plötzliche Änderung von Ausschreibungen, das
"Verlorengehen" von Bewerbungsunterlagen auf dem Dienstweg, die
Verschleppung von Unterlagen für den Petitionsausschuss - all das
findet selbst der Koch-Freund Hunnius "ein bisschen viel Zufall". Der
CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer, der mit der Mutter eines
Fahnders persönlich bekannt ist, schreibt an den "Sehr geehrten Herrn
Minister, lieber Karlheinz", über seine Verwunderung, dass
Steuerfahnder im Dezember 2003 entbehrlich sind und umgesetzt werden
und man schon im April neue Leute suche. "Dies ist logisch nicht
nachzuvollziehen."

In einer Stellungnahme schreibt der Sprecher des Finanzministeriums,


dass die Versetzung der Fahnder eine rein organisatorische Maßnahme
gewesen sei. Ein Zusammenhang mit ihrer kritischen Haltung bestehe
nicht.

Unglaubliche Diagnose

Doch die Merkwürdigkeiten hören nicht auf. Mitte 2006 bekommt Rudolf
Schmenger eine Aufforderung der Oberfinanzdirektion, sich medizinisch
begutachten zu lassen. "Ich hab gehofft, dass ein Arzt feststellt,
dass ich trotz meines Nierenleidens absehbar wieder voll einsatzfähig
sein werde und in die Steuerfahndung zurückkehren kann." Aber als er
ankommt, sitzt da kein Nierenarzt, sondern der Psychiater Dr. med.
Thomas Holzmann. "Dass ein Nervengutachten in Auftrag gegeben worden
war, erfuhr ich erst dort. Ich übergab ihm meine Krankengeschichte und
bat ihn, alles dafür zu tun, dass ich weiterarbeiten kann."

Rudolf Schmenger wird wegen einer paranoid-querulatorischen


Entwicklung in den Ruhestand versetzt. "Da es sich bei der psychischen
Erkrankung um eine chronische und verfestigte Entwicklung ohne
Krankheitseinsicht handelt, ist seine Rückkehr an seine Arbeitsstätte
nicht denkbar und Herr Schmenger als dienst- und auch als
teildienstunfähig anzusehen." Der Gutachter ist sich seiner Sache
absolut sicher, seine Diagnose gilt auch für die Zukunft. "An diesen
Gegebenheiten wird sich aller Voraussicht nach auch nichts mehr ändern
lassen, so dass eine Nachuntersuchung nicht als indiziert angesehen
werden kann", schreibt er.

Schmengers Protest nützt nichts. Auch Heiko Feser, gerade mal 37 Jahre
alt, wird aufgrund fast gleichlautender Diagnose des gleichen
Gutachters zwangspensioniert. Ebenso ein weiterer Steuerfahnder.
Gutachter Holzmann bestätigt den Vorgang auf Anfrage, sieht aber die
ärztliche Sorgfaltspflicht erfüllt.

Im Februar, kurz nach der Durchsuchung in Postchef Zumwinkels Haus,


stellt der SPD-Politiker Reinhard Kahl, der hofft, unter Andrea
Ypsilanti Finanzminister zu werden, eine Anfrage im Landtag: Was
eigentlich aus den 326 Kisten und 357 Ordnern mit Liechtensteiner
Steuerakten geworden sei, die die Frankfurter Fahnder in den Vorjahren
aus den Banken geholt haben. Die Antwort des Finanzministers Karlheinz
Weimar: Alle abgearbeitet. Steuermehreinnahmen pro Fall:
durchschnittlich 208 Euro.

Zweihundertacht Euro! Die Ex-Fahnder, die die Sache im Landtag


verfolgen, wissen nicht, ob sie lachen oder weinen sollen. 208 Euro
durchschnittliche Steuermehreinnahmen pro Stiftungsfall? Für einen
Zeitraum von zehn Jahren? Wie wahrscheinlich ist das denn? Experten
der Steuerfahndung aus Nordrhein-Westfalen, die die aktuellen
Liechtenstein-Fälle bearbeiten, halten das alles für einen Witz: "Es
ist doch nicht Omi Meier, die ihren Sparstrumpf nach Liechtenstein
bringt", sagt einer, der namentlich nicht genannt werden möchte. "Das
lohnt sich doch alles erst ab einer Million." Der erste
Liechtenstein-Prozess, den die Bochumer Staatsanwaltschaft mit dem
Material der vom BND gekauften Liechtenstein-CD führt, ging im Juli
dieses Jahres zu Ende. Das Urteil: 7,5 Millionen Euro Strafe, zwei
Jahre auf Bewährung. Der Verurteilte: Ein Kaufmann aus Bad Homburg,
keine 20 Kilometer nördlich von Frankfurt.

Neue Wege gehen

Ex-Fahnder Heiko Feser schreibt derweil an einem Kinderbuch. Er fühlt


sich zum Irren abgestempelt und fürs Leben gebrandmarkt. Am liebsten
würde er auswandern. Tina Feser studiert Malerei und versucht, die
ständigen Selbstzweifel zu besiegen und die bohrenden Fragen, ob der
bequeme Weg nicht der Bessere gewesen wäre. Ein anderer Kollege hat
die Fahrlehrerprüfung gemacht und hilft ehrenamtlich in einer
Fahrschule, weil ihm sonst die Decke auf den Kopf fällt. Ihre
lebenslangen Pensionen muss der Steuerzahler aufbringen. Frank
Wehrheim hat sich in die Altersteilzeit verabschiedet.

Rudolf Schmenger arbeitet jetzt als Steuerberater. Er hat viele


Anfragen von Klienten mit Liechtenstein-Fällen. Er kennt ja alle
Tricks. Für die Zulassung zum Steuerberater musste Schmenger sich
übrigens psychiatrisch begutachten lassen. Ergebnis: Rudolf Schmenger
ist ein freundlicher, kommunikativer, zugewandter Mensch und psychisch
kerngesund.

Mitarbeit: Regina Weitz


stern-Artikel aus Heft 51/2008
URL: http://www.stern.de/politik/deutschland/649420.html?eid=0

NA DANN, FROHE WEIHNACHTEN AUCH……ODER IN

Afrikanisch: Een Plesierige Kerfees!


Arabisch: Idah Saidan Wa Sanah Jadidah!
Argentinisch: Felices Pasquas Y Felices ano Nuevo!
Armenisch: Shenoraavor Nor Dari yev Pari Gaghand!
Azerisch: Tezze Iliniz Yahsi Olsun!
Baskisch: Zorionak eta Urte Berri On!
Bohemian: Vesele Vanoce!
Brasilianisch: Boas Festas e Feliz Ano Novo!
Bretonisch: Nedeleg laouen na bloavezh mat!
Bulgarisch: Tchestita Koleda; Tchestito Rojdestvo Hristovo!
Catalanisch: Bon Nadal i un Bon Any Nou!
Chilenisch: Feliz Navidad!
Chinesisch: (Mandarin) Kung His Hsin Nien bing Chu Shen Tan!
Catonesisch: Gun Tso Sun Tan'Gung Haw Sun!
Cornisch: Nadelik looan na looan blethen noweth!
Cree: Mitho Makosi Kesikansi!
Dänisch: Glædelig Jul!
Deutsch: Froehliche Weihnachten!
Dutch: Zalig kerstfeest oder Zalig Kerstfeast!
Englisch: Merry Christmas, Happy Christmas!
Esperanto: Gajan Kristnaskon!
Estonisch: Ruumsaid juulup|hi!
Farsi: Cristmas-e-shoma mobarak bashad!
Finnisch: Hyvaa joulua!
Flemisch: Zalig Kerstfeest en Gelukkig nieuw jaar!
Französisch: Joyeux Noel!
Gaelisch: Nollaig chridheil agus Bliadhna mhath ùr!
Griechisch: Kala Christouyenna!
Hebräisch: Mo'adim Lesimkha. Chena tova!
Hindisch: Shub Naya Baras!
Hausarisch: Barka da Kirsimatikuma Barka da Sabuwar Shekara!
Hawaianesisch: Mele Kalikimaka ame Hauoli Makahiki Hou!
Irländisch: Gledileg Jol!
Indonesisch: Selamat Hari Natal!
Inuit (inupik): Jutdlime pivdluarit ukiortame pivdluaritlo!
Irakisch: Idah Saidan Wa Sanah Jadidah!
Irisch: Nollaig Shona Dhuit, or Nodlaig mhaith chugnat!
Italenisch: Buone Feste Natalizie!
Japanisch: Shinnen omedeto. Merii Kurisumasu!
Koreanisch: Sung Tan Chuk Ha!
Lateinisch: Natale hilare et Annum Faustum!
Latvianisch: Prieci'gus Ziemsve'tkus un Laimi'gu Jauno Gadu!
Litauisch: Linksmu Kaledu!
Macedonisch: Sreken Bozhik!
Maltesisch: LL Milied Lt-tajjeb!
Manx: Nollick ghennal as blein vie noa!
Maorisch: Meri Kirihimete!
Marathisch: Shub Naya Varsh!
Navajo: Merry Keshmish!
Norwegisch: God Jul, or Gledelig Jul!
Pennsylvania Deutsch: En frehlicher Grischtdaag un en hallich Nei Yaahr!
Polnisch: Wesolych Swiat Bozego Narodzenia or Boze Narodzenie!
Portugisisch: Boas Festas!
Rumänisch: Sarbatori vesele!
Russisch: Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva is Novim Godom!
Samoanisch: La Maunia Le Kilisimasi Ma Le Tausaga Fou!
Serbisch: Hristos se rodi!
Slovakisch: Sretan Bozic or Vesele vianoce!
Samisch: Buorrit Juovllat!
Samoanisch: La Maunia Le Kilisimasi Ma Le Tausaga Fou!
Scots Gaelisch: Nollaig chridheil huibh!
Serbo-Kroatisch: Sretam Bozic. Vesela Nova Godina, Hristos se rodi!
Singhalesisch: Subha nath thalak Vewa. Subha Aluth Awrudhak Vewa!
Slovakisch: Vesele Vianoce. A stastlivy Novy Rok!
Slovenisch: Vesele Bozicne. Screcno Novo Leto!
Spanisch: Feliz Navidad!
Swedisch: God Jul and (Och) Ett Gott Nytt År!
Tagalogisch: Maligayamg Pasko. Masaganang Bagong Taon!
Tamisch: Nathar Puthu Varuda Valthukkal!
Trukeesisch: (Micronesian) Neekiriisimas annim oo iyer seefe feyiyeech!
Thaiisch: Sawadee Pee Mai!
Tschechisch: Prejeme Vam Vesele Vanoce a stastny Novy Rok!
Türkisch: Noeliniz Ve Yeni Yiliniz Kutlu Olsun!
Ukrainisch: Srozhdestvom Kristovym!
Ungarisch: Kellemes Karacsonyi unnepeket!
Vietnamesisch: Chung Mung Giang Sinh!
Welisch: Nadolig Llawen!
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