Der persönliche Mythos Wie man sich aus der Schachtel seiner Lebensumstände befreit und sein volles

menschliches Potenzial entfaltet. Der Schamane Augustin Oreo erklärt, dass es nicht das Schicksal des Menschen sei, ein Körnchen im Sand der Masse zu sein. Er sagte, die Identifikation mit dem Durchschnitt sei ein Irrtum, eine Krankheit, die materielle Welt eingeschlichen habe. Jeder Mensch habe die Geburt gewählt um seinen persönlichen Mythos zu schaffen und zu leben. Dies sei die einzige Möglichkeit, nicht zum Sklaven der Umstände zu werden, sondern stattdessen seinem inneren Lot zu folgen, das der persönliche Maßstab für die „Makellosigkeit im Handeln“ sein. Nur die Makellosigkeit überwinde „das Leben als Kampf“, das der ständigen Reflexion der Umwelt bedarf und doch niemals zur Gelassenheit führt, weil es nur den Launen der Zeit, der Gesellschaft und der persönlichen Geschichte folgt. Makellosigkeit befinde sich nicht im Gegensatz zu Glück, Erfolg und Reichtum, sagte der Schamane, aber sie verwandle die Gier nach Anerkennung in ein elegantes, persönliches Spiel mit den Werkzeugen des Geistes. Auf die Frage, was den Makellosen von der Masse unterscheide, antwortet er, dass der durchschnittliche Mensch niemals etwas zu Ende bringe. Er sei ein Geschöpf, das in losen Enden gefangen sei. Können wir uns eine Welt „makelloser“, voll entwickelter Individuen überhaupt vorstellen? Wir können es nicht. Wir sind so durch und durch korrumpiert, dass wir meinen, ein vollentwickeltes Individuum würde automatisch jedem andern seinen Willen aufzwingen. Wir glauben, dass der freie Ausdruck der Persönlichkeit gewalttätig, machthungrig und asozial sei. Die Nutzung des vollen menschlichen Potenzials erscheint uns beängstigend, weil unsere dressierten Denkmuster nur ein hierarchisches Weltbild von Fressen und Gefressenwerden zulassen. Eines der elementarsten Manöver der Erziehung zur Bedeutungslosigkeit ist die Herausgebung des Menschen aus seiner natürlichen Umwelt. Die Kommunikation mit Himmel und Erde wurden zerstört und durch vorgegebene Interpretationen aus Physik und Religion ersetzt. Will man jedoch zu etwas oder jemandem eine Beziehung entwickeln, dann muss man es oder ihn uninterpretiert respektieren und als gleichgestellt betrachten. Unsere Gedanken haben sich zwischen uns und die Natur geschoben und wir haben die Achtung vor Pflanzen, Tieren und Elementen verloren, die man nur über die Arbeit mit ihnen und nicht gegen sie aufrechterhalten kann. In unserem Käfig aus künstlichen Bedürfnissen, denn wohin wir auch blicken, hat sich der Mensch in die Natur eingemischt und sie geprägt. Wir versuchen verzweifelt, die selbstverständliche Magie der belebten Natur in zwischenmenschlichen Beziehungen auszuleben, und überfordern uns damit gegenseitig, bis unsere Emotionen verflachen und wir endlich in einer grauen, scheinbar sicheren Routine landen, an deren Ende der Tod steht. Der berühmte Arzt und Psychologe C.G. Jung sah die Ursache vieler geistiger Störungen im Verlust des magischen Bewusstseins: „In dem Masse, wie unser wissenschaftliches Verständnis zugenommen hat, ist unsere Welt entmenschlicht worden. Der Mensch fühlt sich im Kosmos isoliert, weil er nicht mehr mit der Natur verbunden ist und seine emotionale ´unbewusste Identität´ mit natürlichen Erscheinungen verloren hat. Diese haben allmählich ihren symbolischen Gehalt eingebüßt. Der Donner ist nicht mehr die Stimme eines zornigen Gottes und der Blitz nicht mehr ein Geist, kein Baum ist das Lebensprinzip eines Menschen, keine Schlange die Verkörperung der Weisheit, keine Gebirgshöhle die Wohnung eines großen Dämons. Es sprechen keine Stimmen mehr aus Steinen, Pflanzen und Tieren zum Menschen, und er selbst redet nicht mehr zu ihnen, in dem Glauben, sie verständen ihn nicht. Sein Kontakt mit der Natur ist verloren gegangen und damit auch seine starke emotionale Energie, die diese symbolische Verbindung bewirkt hatte“ Vom <<Niemand>> zum <<Jemand>> Profitorientierte Zivilisationen haben in ihrem Psychomarketing leider nicht den gesunden, vollentwickelten Menschen zum Ziel, sondern des verstümmelte, konsumorientierte Individuum, das selbst zur Ware wird und seinen Wert am Kapital, das es zur Verfügung hat, misst. Die wahnwitzige

Buddha ist untrennbar mit Asien verbunden. von wo das Licht in die grauen Kammern scheint. Es sei für den Gefangenen allein selten möglich. welche die Rückkehr in die Schachtel völlig uninteressant machen. Spitzfindige Grausamkeiten werden eingesetzt. Philosophie im Aussehen oder in den politischen Interessen spiegelt. würden wir im gewohnten Muster bleiben. So hat Nelson Mandela das Gesicht Südafrikas nachhaltig verändert. unfreundlichen Lehrern und Lehrherren. werde man zu seinem eigenen Idol. der ihre Gefühle und ihr Ringen um Identität in der Kunst. das in jedem Fall das Schönste sei. hat das Sagen. „Es ist also möglich diesem Käfig zu entkommen!“. Es sind authentische. Später steht er als eine Art Mythos da. Schon ihre Existenz lindert unser Leiden. Die Gemeinsamkeit besteht in der Manipulation einer Basisstimmung der Angst. die vom Selbstbewusstsein der Schaffenden durchtränkt seien und den Prozeß der Entfaltung unterstützen. er ist jemand. die einen unverwechselbaren Charakter dokumentieren. Es mache glücklich. die man in der Freiheit braucht. Filme. Adelige.“ Auch fundamentalistisch-religöse Zivilisationen sind profitorientiert. die Schachtel zu verlassen. charismatische Politiker. denken wir. Das heranwachsende Kind begegnet einer lieblosen Maschinerie aus genormten Vorschriften. Wir sehen uns danach <<Jemand>> zu sein. Welches sind die Elemente. die in den Menschen eine deutliche Reaktion auslösen. sie nicht am Körper zu tragen. bewegende. . berühmt.Forderung nach ständigem Wirtschaftswachstum ist nur mit einer Masse emotional verkümmerter Menschen durchführbar. dann werden wir so müde und kraftlos. Er leuchtet über den grauen Massen der Menschen und hält die Fenster in eine schönere Welt offen. worauf es ankommt: „Wer das Geld hat. die oft über Jahrhunderte einer Stadt. damit sie früh genug lernen. erfolgreich. Und selbst wenn wir einen fänden. so traurig und so müde wie wir. Therapeuten. Oft arbeiten sie auch mit großen Künstlern und Persönlichkeiten als Lockmittel. „Es ist möglich. die natürliche Welt wieder mit seinem ganzen Körper zu erfahren. Der Ausdruck jener Persönlichkeit ist so stark. Spitzensportler und Popstars – sie alle verkörpern für uns das Sinnbaild des Erfolges. um glücklich zu sein!“ Aber wenn wir uns in der Schachtel umsehen. Sobald man seine Identität wiederfinde. Anfangs stehe vielleicht die Angst vor dem Unbekannten im Wege. beschreiben eine langwierige Prozedur der Befreiung. Ob der Reichtum aus einer Ansammlung von Tugenden für das „Leben danach“ oder aus einer Menge Banknoten und Immobilien besteht. dauergestressten Eltern. schön und reich zu sein. die Jugendliche wie Sklaven behandeln und die doch alle etwas gemeinsam haben: Sie laufen einem goldenen Verlies nach das GELD heißt. um bereits kleine Babys zu irritieren. Musik oder die Betrachtung von Kunstwerkenemphele. sich bewusst auf den gesamten inneren und äußeren Kosmaos einzulassen. in der es kaum genug Luft zum Atmen gibt. die damit beschäftigt sind ausbruchswilligen Gefangenen aus ihrer Schachtel zu helfen. dass wir keinen Ausweg finden können. die aus einer Persönlichkeit einen „Unsterblichen“ machen? Es sind vor allem Taten. Ein „Unsterblicher“ eignet sich als Archetypus für eine große Anzahl von Menschen. Aus dieser Angst heraus sehnen wir uns danach. was man sich vorstellen könne. weil uns die Organe der Fantasie fehlen. einer Nation oder einem ganzen Kontinent eine Identität verleihen können. Sie haben es geschafft. Mozart das internationale Bild Österreichs mehr geprägt als alle Präsidenten zusammen. Sie sind nicht so ziellos. <<Niemand>> zu sein. indem sie Bücher. Der heranwachsende Mensch lernt daher sehr schnell. Künstler. Lady Diana mit Großbritannien und Martin Luther King mit dem schwarzen Amerika. dass sich große Volksgruppen damit identifizieren lassen. zielgerichtete Handlungen oder Werke. macht im Grund keinen Unterschied. Es gab und gibt Menschen. Aber mit der Zeit würde die Abenteuerlust des Geistes den Sieg davontragen und es würden sich von selbst Gefährten einstellen. sondern in den Kinderwagen zu stecken und sie vor Einsamkeit schreien zu lassen. Meist ist der vollendete Ausdruck einer Absicht zu spüren. sich an Mächtigere anzupassen und selbst <<Niemand>> zu sein. die ihm echten Respekt entgegenbringe und ihn lehre. die kleine Schachtel des Alltags zu verlassen und seine Neigungen zu leben! Vielleicht brauche ich gar nicht viel. Er brauche die sorgfältige Unterstützung mindestens einer Person.