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KISS

12. Oktober 2011

KISS

FURCHT

FURCHT
und

FURCHT
und

ANGST

BEGRIEFSABGRENZUNG

BEGRIEFSABGRENZUNG

(15. September 1902 ² 24. August 1979)

Fritz Riemann

Geboren in Chemnitz, Sonnenberg, Fürstenstraße

ANGST ist immer doppelseitig: ‡ Einerseits verwarnt sie über die Gefahr, anderseits fordert sie auf, diese Gefahr zu beseitigen bzw. zu überwinden ‡ Einerseits mobilisiert sie die Abwehrressourcen des Menschen, anderseits kann sie sein Wille lahm legen, seinen MUT ihm wegnehmen.

FURCHT

Die FURCHT
ist eine Beziehung zwischen einem Subjekt und einem Objekt, welches im Subjekt das Gefühl der Gefahr auslöst

ÅObwohl das Erleben von Furcht sehr unangenehm sein kann, kann man die Gefahr lokalisieren und sich (mindestens theoretisch) an diese Gefahr anpassen´

ROLLO MAY
(21. April 1909 ² 22. Oktober 1994)

Bei FURCHT

ist es möglich:

‡ die Gefahr (mehr oder weniger konkret) lokalisieren

‡ sich selbst vor einem gefährlichen Objekt positionieren«

‡ mobilisieren Mut«

«

und Abwehrkräfte

«

und Abwehrkräfte

«

und Abwehrkräfte

«

und Abwehrkräfte

«

und Abwehrkräfte

‡ die Gefühl von Gefahr zu beseitigen, wenn es gelingt, dieses Objekt bzw. eine Notwendigkeit des Kontaktes mit diesem Objekt zu beseitigen:

‡ die Gefühl von Gefahr zu beseitigen, wenn es gelingt, dieses Objekt bzw. eine Notwendigkeit des Kontaktes mit diesem Objekt zu beseitigen: Durch Kampf«

‡ die Gefühl von Gefahr zu beseitigen, wenn es gelingt, dieses Objekt bzw. eine Notwendigkeit des Kontaktes mit diesem Objekt zu beseitigen: Durch Kampf«

«

bzw. Flucht

ist es außerdem möglich:

Bei FURCHT

‡ Gefühl der Gefahr in eigener Wahrnehmung Åzu beseitigen´«

«sich in eigenem Bewusstsein von den Furcht auslösenden Objekten bzw. Ereignissen Åzu entfernen´«

«damit die Gefahr vom Bewusstsein verdrängen«

Und es gibt QUASI keine Gefahr mehr«

Wo ist es eine angemessene bzw. eine übertriebene Furcht?

Was müssen wir beachten, wenn wir uns vor etwas Fürchten?

BEZUG AUF REALITÄT!!!

‡ BEZUG AUF REALITÄT: ²Existiert Ådas Objekt´ tatsächlich?

‡ BEZUG AUF REALITÄT:
² wie kann Ådas Objekt´ tatsächlich gefährlich sein? (unmittelbare Situation):
‡ Eigenschaften des Objekts ‡ Kontakt bzw. Entfernung? ‡ ÅAktivität´ des Objekts?

‡ BEZUG AUF REALITÄT:
²Bewältigung der Situation: ‡Eigene Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten?

Franklin Delano Roosevelt
(30. Januar 1882 ² 12. April 1945)

Das Einzige, was wir meistens zu fürchten haben, ist die Furcht selbst

ANGST

Wann erleben wir die A N G S T ?

Etwas unbekanntes, stehendes vor der Tür«

Etwas unbekanntes, stehendes vor der Tür«

Etwas unbekanntes, stehendes vor der Tür«

ANGST

Eine Prä-START-Reaktion, wenn:
‡ «eine Tat (Entscheidung, Handlung) steht bevor, ‡ «vorne etwas unbekanntes und ungewisses ist, ‡ «alle Kräfte und Mut mobilisiert werden sollen

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

ANGST

Die Angst kommt immer vor, wenn man sich in einer unlösbaren bzw. noch nicht gelösten Situation befindet...

Rollo May: Die Angst ² ist ein Signal, dass im Leben des Menschen bzw. in seinen Beziehungen zu Anderen etwas nicht in Ordnung ist

Die Angst begleitet jeden unseren Schritt, wenn wir die Grenzen von Vertrautem und Gewöhntem überschreiten«

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

ANGST

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

ANGST

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

ANGST

BEKANNTES

UNBEKANNTES

BEKANNTES

UNBEKANNTES

ANGST

Fritz Riemann: Alles neues und unbekanntes, zum ersten Mal treffendes bzw. erlebendes wird (trotz Attraktivität des Neuen und Neigung zu Abenteuern und Risiken), von Angst begleitet«

«aus diesen Gründen entscheiden wir uns nicht immer für einen neuen Schritt in unserer Entwicklung sondern bleiben in unserer Burg«

ALSO:

‡ Die ANGST hat keinen bestimmten Objekt ‡ ist nicht lokalisierbar ‡ oft unverständlich Der Angst kann man deshalb nicht widerstehen, wodurch wird die Angst noch furchtbarer.

ANGST ist ein zugrunde liegender, tieferer und breiterer Begriff als Furcht Rollo May

Die ANGST ist eine FURCHT angesichts potentiell feindseliger Welt
Karen Horney
Bild: ÄSchrei³ Edward Munch

Rollo May: Die Angst attackiert gleichzeitig von allen Seiten und allen Richtungen. Damit wird das Sicherheitssystem des Menschen unter Gefahr gestellt. Die Angst greift das Kern der Persönlichkeit an. Angesicht solcher Gefahr wird der Mensch hilflos.

Das Heißt:

Die Methoden, die wir in Falle Furcht erfolgreich benutzen, werden bei der Angst absolut unwirksam und sogar Angstverstärkend

ZWISCHENSPIEL VON FURCHT UND ANGST

«bei Gefahr

«bei Gefahr

«bei Gefahr

«bei Gefahr

«bei Gefahr
es ist möglich:

‡ BEWUSST die Gefahr ignorieren

‡ BEWUSST die Gefahr ignorieren (trotz die Gefahr handeln)

‡ BEWUSST die Gefahr ignorieren (trotz die Gefahr handeln)

Dafür braucht man MUT

MUT ist ein Erzeugnis der ANGST, die menschlichen Kräfte mobilisiert und konzentriert, wenn es notwendig ist, die lähmenden Einflusse der FURCHT zu überwinden

Paul Johannes Tillich
(20. August 1886 ± 22. Oktober 1965)

Gemeinsames Spiel von ANGST und FURCHT ist eine SELBSTBEHAUPTUNG auf der WACHE». Ein Lebewesen könnte nicht existieren, wenn es nicht über verwarnende FURCHT und anregende ANGST verfügte.

Für die Selbstbehauptung braucht man ein Gleichgewicht zwischen dem MUT und der FURCHT

Für die Selbstbehauptung braucht man ein Gleichgewicht zwischen dem MUT und der FURCHT

MUT steht in der Mitte zwischen Feigheit und Unvernunft

(384 v. Chr. ² 322 v. Chr.)

Aristoteles

MUT
ist ein Balance zwischen

MUT
ist ein Balance zwischen
Wunsch, von minimaler (nicht selten übertrieben wahrgenommener) Gefahr wegzulaufen ...

« und Bereitschaft, sich in Kampf mit einem Feind zu begeben, der uns a priori vernichten kann

Paul Tillich:

Der MUT ist eine Bereitschaft, die Gefahr im Namen von mehr vollständiger Selbstbehauptung anzunehmen. Die Selbstbehauptung setzt die Annahme von Not, Schwierigkeiten, Unsicherheiten, Leiden, möglicher Zerstörung voraus, und bedeutet eine Bereitschaft, trotz Gefahr zu handeln, vor welcher die Furcht warnt.

Der MUT hat einen Sinn, wenn es etwas im Leben gibt, was von mehr Wert hat, als das, was die Furcht für uns retten möchte.

Aber wenn der MUT diese Verwarnungen nicht berücksichtigen, sondern den Menschen zum Handeln veranlassen würde, das zu Selbstzerstörung führt«

« werde das der biologischen Funktion der FURCHT widersprechen.

Unvernunft

Marie von Ebner-Eschenbach
(13. September 1830 ² 12. März 1916)

Es gibt Fälle, in denen vernünftig sein Feige sein heißt

STRAH I TREVOGA

ZUSAMMENFASSUNG

SITUATION

SITUATION real

SITUATION real eingebildet (ausgedacht)

SITUATION real eingebildet (ausgedacht)
FURCHT

SITUATION real eingebildet (ausgedacht)
FURCHT

DASEIN

SITUATION real eingebildet (ausgedacht)
FURCHT

ANGST
DASEIN

Warum ist so wichtig, die Angst und die Furcht von einander zu unterscheiden?

Die Furcht hilft uns, eine reale Gefahr zu erkennen und uns davor retten«

Wenn die Furcht gegenstandslos bzw. eingebildet ist, muss man die überwinden bzw. ignorieren«

Die Angst gehört zum Leben (zum Dasein)

Fritz Riemann:

Die Hoffnung, ohne Angst leben zu können, verbleibt illusorisch

Rollo May ÅEine Behauptung, dass das Ziel des Lebens ² ein Leben ohne Angst ist, ist täuschend und sogar gefährlich´

Mit der Angst muss man zusammenleben: ‡ die zuhören, ‡ deren Quellen suchen, um
²sich zu ändern, ²zum echten Selbst zu kommen...

Rollo May

Der Angst, dieser normalen Unruhe vor dem Leben kann man nur auf Kosten der Apathie und Erfrieren von Gefühlen und Phantasie entgehen

LEBEN =

...

LEBEN = LEBEN

LEBEN = LEBEN MIT DER ANGST

WAS KANN HELFEN?

WAS KANN HELFEN?
Sich selbst und die Welt von innen anschauen

WAS KANN HELFEN?
Sich selbst und die Welt von innen anschauen «von der Perspektive eines aktiven Subjektes,

WAS KANN HELFEN?
Sich selbst und die Welt von innen anschauen «von der Perspektive eines aktiven Subjektes, das in der Einheit der Persönlichkeit und der Welt integriert ist

Selbstwahrnehmung als eine starke, handlungsfähige Person, die in der Lage ist, eigene Welt zu verbessern«

«und ihre bunte und sinnvolle Welt in eigene Hände zu nehmen