„Gewalt-Lust-BDSM

und das Spiel mit den Regeln“

Begriffsbestimmung I
BDSM ist die heute in der Fachliteratur gebräuchliche Sammelbezeichnung für eine Gruppe miteinander verwandter sexueller Vorlieben, die oft unschärfer als Sadomasochismus oder umgangssprachlich auch als SM oder Sado-Maso bezeichnet werden

Was ist BDSM?
Übergreifender Begriff, der in sich vereint: • Bondage and Discipline • Dominance and Submission • Sadism and Masochism = BD²S²M  BDSM

Was ist BDSM?
Übergreifender Begriff, der in sich vereint: • Bondage and Discipline
– Fessel- und Erziehungsspiele (non-DS)

• Dominance and Submission
– Dominanz und Unterwerfung (DS)

• Sadism and Masochism
– Sadismus und Masochismus (DS)

Gemeinsamkeiten
Herstellung eines Machtgefälles zwischen aktivem Part (Dom / Top / Master) passivem Part (Sub / Bottom / Slave) durch • Physische Hilfsmittel (Fesselung, Schläge) • Psychische Kontrolle (Szenario, Mindfuck)

um (sexuelle) Erfüllung / Wohlbefinden zu erlangen.

‚ungenaue„ Abgrenzung
„Vanilla“  Sex + Macht (unthematisiert) BDSM  Sex + Macht (thematisiert)  Metakonsens Fetischismus  Sex + Objekt (thematisiert)

Kurz: Thematisierung und Kommunikation eigentlich immer mitschwingender Elemente.

Begriffsbestimmung II
BDSM is a cooperative construction by participants of both a scenario (“fantasy” or other context) and psychological openness for self-exploratory or recreational manipulation of physical, mental, or emotional pain, restraint, or power imbalance, most often in an erotic context. It may or may not include any form of sex.

Spieldefinition nach Huizinga
„Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins„ als das ‚gewöhnliche Leben„.“

Spieldefinition nach Caillois
• • • • • • Freie Betätigung (Konsens der Spieler) Abgetrennte Betätigung (Raum/Zeit) Ungewissheit des Ablaufs & Ausgangs Unproduktivität Geregelt und Konventionen unterworfen Fiktive Betätigung (Symbolisches Handeln in einer Sonderrealität)

Gemeinsamkeiten BDSM / Spiel
• • • • Regelgebundenheit Metakommunikation Flow / Aufgehen im Spiel Aktive Immersion / willingfull suspension of disbelief • Symbolisches Handeln / Symbolik

Regelgebundenheit
BDSM Klare Absprachen strukturieren den Ablauf, definieren Praktiken und schaffen Vertrauen der Parteien  ermöglichen erst den „Spielraum“ Spiel Regeln ermöglichen erst den Raum der Sonderrealität des Spiels und dessen Wesen

Session = Ablauf einer Handlung innerhalb eines klar umrissenen Rahmens.

Regelgebundenheit
SSC – generelle Absprache: S S C Safe Sane Consensual  Sicher  Gesund  Einvernehmlich

Dieser allgm. Konsens kann durch einen Akt der Metakommunikation überschritten werden.

Metakommunikation
BDSM Metakonsens: Unterwerfung unter einen Handelnden, Einverständnis in Kontrollverlust  Grenzen zwischen ‚Spaß und Ernst„ Spiel Metakommunikation: Kommunikation über das Spiel, dessen Regeln und den Handlungsmöglichkeiten  Grenzen zwischen den Räumen

Metakommunikation = Thematisierung der Grenzen der Räume

Fliegen / Flow

Fliegen / Flow = der dionysische Rausch
• • • • • • • • A challenge activity that requires skills The merging of action and awareness Clear goals Direct feedback Concentration on the task at hand The sense of control The loss of self-consciousness The transformation of time

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