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Katharina von Bora: Historischer Roman

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Summary

Das Leben der Katharina von Bora: einer Nonne, die Luthers Ehefrau wurde und von Luther liebevoll "Herr Käthe" genannt wurde.


... Im Mittelalter kam ein armes Fräulein, dessen Ausstattung die schmalen Erbgüter der Stammhalter und Schwestern noch mehr geschmälert hätte, zur Versorgung ins Kloster. Die alten Klöster (der Benediktiner, Zisterzienser, Bernhardiner) wurden so Versorgungsanstalten. Es waren adelige Stifter, fromme Anstalten der Vorfahren, worin "ehrsame" (d. h. adelige) Jungfrauen Gott dienen und für die Seelen der Lebenden und Verstorbenen beten sollten. Nach Begabung und Neigung zu diesem geistlichen Beruf wurde da wenig gefragt, und es konnte auch keine Rücksicht darauf genommen werden. Dazu war in diesen Zeiten die elterliche Autorität, namentlich über Töchter, viel zu groß, und der Familiensinn in solchen adeligen Häusern war ein zu stark ausgeprägter, als dass sich ein Glied in individueller Neigung gegen das Herkommen und die Familiensitte wie gegen die Forderungen der Existenzbedingungen seines Geschlechts aufgelehnt hätte. ...


... Zudem wurden die Töchter in einem Alter in das Stift getan, wo von einer Willensentscheidung gar keine Rede sein konnte. Die Mädchen waren noch Kinder. Der Eintritt konnte schon im sechsten Lebensjahr geschehen; viele kamen auch später hinein, wenn sich die Familienverhältnisse durch Wachstum der Kinderzahl, Tod der Mutter und dergleichen anders gestalteten. ...

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