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Stefan Fraedrich Das Domino Prinzip

Stefan Fraedrich Das Domino Prinzip

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Stefan Frädrich

Das

den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen.

Prinzip

Domino-

Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in

Stefan Frädrich

Das Domino-Prinzip

Stefan Frädrich

Das Domino-Prinzip
Wie Sie aus Steinen, die Ihnen in den Weg
gelegt werden, etwas Schönes bauen

www.stefan-fraedrich.de

Inhalt
Kapitel 1

Kapitel 2

Psycho-Basics Selbstentwicklung

12
Unsere innere Videokamera schafft unsere
Wirklichkeit

21

Wachstum ist Pflicht

28
Den inneren Kompass
finden

35
Wir sind, was wir tun

41
Wir tun, woran wir
glauben

47

Spielanleitung 6

92
Leben oder arbeiten?

56

94
Lebensunternehmer
werden

Ziele finden

63
Können, wollen, dürfen

Glück ist keine
Glückssache

Berufsleben

54

14
Wofür sind Gefühle gut?

Kapitel 3

100
Projekte stemmen

70
Einen starken Wunsch
aufbauen

107
Die Zeit im Griff

75
Entscheiden und
handeln

114
Sich verkaufen
können

81
Flexibel ans Ziel
kommen

120
Mehr Geld verdienen

87

Weiterführende Literatur 262

127

Kapitel 4

Partnerschft,
Familie & Co.

Kapitel 5

Kommunikation

134
Unser Umfeld bestimmt
unser Leben

Reden, um verstanden
zu werden

Die Frequenz einstellen

Meinungen verkaufen

190
Richtig kritisieren

156
Unterschiedliche
Bedürfnisse verstehen

195
Die Macht der Worte

163
Beziehungskiller
entschärfen

203
Gut schreiben

169

Der Autor 265

Gesundheit?
Ja, bitte!

218
Besser essen
statt Diät!

184

149
Liebe? Leidenschaft?
Freundschaft?

216

178

142
Auf Partnersuche

Gesundheit

176

136
Anziehung erzeugen

Kapitel 6

Raucher oder
Nichtraucher?

232
Alkohol? Vorsicht!

239
Ein bisschen
Sport muss sein

247
Gut entspannt ist
halb gewonnen

210

Register 266

225

254

Impressum 272

strenge Lerndisziplin und für passable Noten. so erscheinen sie tatsächlich leichter! Zum Glück entschied ich mich damals zumeist für die zweite Variante: Ich beschloss. fühlen sie sich schwer an. nun wieder Verantwortung übernehmen zu müssen – fürs rechtzeitige (und viel zu frühe) Aufstehen am Morgen. Was für ein Riesenprojekt! Sie fühlen mit mir? Danke! Gerade infolge solcher Episoden aus dem Reich der Demotivation kennen wir alle die Wirkung verschiedener Betrachtungsweisen auf unsere Stimmung. Entscheiden wir uns dafür. Nehmen wir sie dagegen leicht. Und siehe da: Gute Laune und Freude waren bald wieder da! Sollte ich damals durch Zufall etwas Wichtiges für mein Leben herausgefunden haben? Können wir möglicherweise sehr vieles in unserem Leben einfach als ein Spiel betrachten und dadurch die Schwere loswerden? Und uns dabei gut fühlen? 6 . Pausen und lustige Erlebnisse stürzte binnen Sekunden zusammen. die Dinge schwerzunehmen. Die Wirkung ihrer Worte allerdings sabotierte stets die gute Absicht: Die ganze Freude auf Schulfreunde. Denn Spiele machen Spaß. Und natürlich meinten sie es gut – bei all den bevorstehenden Pflichten und Herausforderungen konnte ein wenig Motivation nicht schaden. die ach so wichtige Schule so oft wie möglich einfach als Spiel zu betrachten. Sie sehen: Um Motivation zu empfinden. Sie wich der bedeutungsvollen Schwere.Spielanleitung Spielanleitung »Ab morgen beginnt wieder der Ernst des Lebens!« Mit diesen Worten stimmten mich meine Eltern regelmäßig zum Ende der Sommerferien auf das kommende Schuljahr ein. Ich hatte mich auf die Schule gefreut und war dadurch bereits ausreichend motiviert – bis ich leider wieder die Nachteile spürte. Schließlich ging es um meine Zukunft. kommt es häufig allein auf unsere Sichtweise an. die ungeteilte Aufmerksamkeit im Unterricht.

was das neue Jahr Spannendes bringt«. um es als Spiel zu betrachten.« Ja. Sie kennen die Regeln des Spiels? Domino besteht aus quaderförmigen Spielsteinen. könnte man nun denken. das Leben mit einem Domino-Spiel zu vergleichen: Man legt an. Spannung. Pflichten zu erfüllen. Anstrengung. Freizeit und Inspiration. als dafür »Verantwortung zu übernehmen«? Ist es nicht viel schöner. Schöne Momente. Strenge und Verantwortung in den Sinn kommen. nach »Lösungen zu suchen« als »auf Probleme zu achten«? Wobei fühlen Sie sich wohler: wenn Sie sich in der Silvesternacht »darauf freuen. während wir angestrengt versuchen. so wie manche Frauen Schuhe sammeln oder Männer BundesligaErgebnisse. Alle Steine sind in zwei Hälften geteilt. Aber eben auch viele spielerische. Und während uns beim Begriff »Ernst« Gedanken wie Kampf. was meinen Sie? Spielen macht also immer noch Spaß! Das ganze Leben ist ein Domino-Spiel! Besonders gut gefällt mir die Überlegung. Schuhe und Bundesliga scheinen glücklicher zu machen als Anstrengung und Pflicht. oder wenn Sie – wie ich damals in der Schule – »wieder mit dem Ernst des Lebens beginnen«? Im einen Fall verrinnt uns unsere Lebenszeit zwischen unseren Fingern. Im anderen Fall sammeln wir schöne Momente. Auf jeder Hälfte steht wie bei einem Würfel eine Augenzahl 7 . Betrachten Sie nur einmal die Wortwahl: Fühlt es sich nicht sehr viel leichter an. sind es bei »Spiel« eben Spaß. »Wie frevlerisch! Das Leben ist doch viel zu ernst. was passt.Spielanleitung Spielerisch an das Leben herangehen »Das Leben ein Spiel?«. sicher: Das Leben hat ernste Aspekte. sein Leben zu »steuern«.

darf ihn anlegen (einen Zwischenerfolg feiern). Nur wer einen passenden Stein (eine Lösung) hat. die durch ein erfolgreiches und spannendes Spiel (das Leben) zustande kamen.1 bis 1. wie wir Ziele erreichen. (Na gut: Beim Original-Domino gibt es auch Felder ohne Augenzahl – aber hier gehen wir einmal von Feldern mit Zahlen aus. Sinn klar geworden? Das ganze Leben ist ein Spiel. Gefühle. Im Idealfall ergibt sich so eine lange Kette aneinandergereihter Steine (gemeisterter Herausforderungen). innere Werte und Überzeugungen. stehen für unsere wichtigsten psychischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. ans äußere Feld eines Steins auf dem Tisch einen eigenen Stein mit dem gleichen Feld anzulegen. funktioniert es wie Domino. Nachdem die Steine verteilt sind. Geld zu verdienen und mit unserer Zeit sinnvoll zu haushalten – sie sind sozusagen unsere Lebensunterhaltssteine. Die 8 . welcher Stein (welche Herausforderung) als nächstes kommt.6. In diesem Buch werden wir ein großes Lebens-Domino entwerfen. Es geht um die Kunst. Projekte zu stemmen (im Job und Privatleben). also von 1. hat gewonnen. Lernen und für die Frage. muss jeder Spieler versuchen. Die Zweier-Steine sind unsere Werkzeuge für Wachstum. vier auf vier. und wenn wir wollen. Was mich bei diesem Spiel ans Leben erinnert? Nie weiß man.Spielanleitung von eins bis sechs. Dazu gehören Wahrnehmung. Glück. Sie stellen unser Psycho-Rüstzeug für die weiteren Spielzüge dar. wann immer wir eine Trophäe ergattern wollen. Fünf auf fünf. glücklich und erfolgreich zu arbeiten. Sie helfen uns.) Bei sechs Augen und zwei Feldern pro Stein sind demnach sechsunddreißig Kombinationen denkbar. Die Dreier-Steine unterstützen uns dabei. Wobei wir die Steine in sechs wichtigen Themenblöcken (Lebensbereichen) durchspielen: Die Einser-Steine. eins auf eins! Und wer zuerst alle Steine los ist. die Gegebenheiten des Lebens richtig zu nutzen.

gehen wir die Domino-Steine natürlich schön sortiert durch: einer nach dem anderen. So entsteht unterm Strich eine ziemlich lange Schlange aneinandergereihter Steine: das Domino-Prinzip. dann schaffen Sie das.4) aller Beteiligten. und klären Sie die Regeln (Domino-Stein 4. Oder sind Sie mit Kritik konfrontiert (Domino-Stein 5. die wesentlichen Aspekte unserer Gesundheit zu beachten: Bewegung. die Frage »rauchen oder nicht rauchen?« sowie Ernährung und Erholung. Und das ist für Sie praktisch – Sie können nämlich die anstehenden Veränderungen in Ihrem Leben systematisch ordnen und planen. der Umgang mit Alkohol.5) für das Kritik-Gespräch.3). Sie sehen: Es darf – wie beim richtigen Domino-Spiel – wild kombiniert werden! Und am Ende entsteht für Ihre persönliche Lösung ein linearer Weg. Es ist schlüssig und ermöglicht ein ziemlich gutes Spiel! Eine Frage der Kombination Auch wenn das Leben uns manchmal hin und her wirft. Die Sechser-Steine schließlich sorgen dafür. Auch wie wir den für uns passenden Partner angeln. gehört hier dazu. indem Sie Ihre Überzeugungen steuern (Domino-Stein 1. dass wir möglichst lange weiterspielen können.6) oder sich durch erspartes Geld belohnen (Domino-Stein 3.4)? Dann beachten Sie dabei die inneren Werte (Domino-Stein 1. Möchten Sie zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören (Domino-Stein 6. Die Fünfer-Steine lassen es in unseren Beziehungen möglichst konstruktiv und friedlich zugehen – mit Hilfe einiger wichtiger Kommunikationsprinzipien.6). und indem Sie bei zwischenzeitlichen Misserfolgen dennoch am Ball bleiben (Domino-Stein 2.3). Sie müssen ihn nur nachlesen. Umfeld und Freundeskreis.Spielanleitung Vierer-Steine wiederum ermöglichen uns gute Beziehungen – in Partnerschaft. 9 . Sie helfen uns nämlich.

wie Sie konkret zu handeln hätten.« Das Problem bei einer solchen Regel: Jede Abweichung vom Weg. Wo der Unterschied liegt? Ganz einfach: Regeln verändern sich. wir kennen unsere Koordinaten. Trotzdem ist das Prinzip immer das gleiche: Möglichst gut und möglichst lange die passenden Steine anlegen. Statt um Regeln geht es mir in diesem Buch eher um Prinzipien (deswegen heißt es ja auch »Das Domino-Prinzip« und nicht »Die Domino-Regeln«). Domino Whist. Es kommt auf Sie selbst an! Denn erstens ist unser tägliches Domino oft ziemlich komplex. Vielleicht stellen wir uns Regeln einfach als Wegbeschreibung vor: »Erste Ampel rechts. Und zweitens würden auch strenge Domino-Regeln Ihrer individuellen Situation kaum gerecht. Dominosa. So kommen wir immer noch zum Ziel. Prinzipien bleiben bestehen. jedes Hindernis kann uns in die hoffnungslose Orientierungslosigkeit führen! Mit Prinzipien hingegen verfügen wir über einen Kompass und ein Ortungssystem wie ein GPS. 500 Meter geradeaus und dann scharf links. Regeln klären die Vorgehensweise im Einzelfall. jeder Fehler unterwegs. dass es sowieso etliche verschiedene DominoVarianten und darum keine starren Regeln gibt? Zum Beispiel ungarisches. Darum geht es! 10 . selbst wenn wir uns zigmal verlaufen! Und übrigens: Wussten Sie. italienisches und französisches Domino? Oder Buki-Domino. Pai Gow und Bilder-Domino? Die Spielregeln sind unterschiedlich.Spielanleitung Prinzipien statt Regeln Bei alldem ist wichtig: Unser Domino ist kein Spiel mit starren Regeln. die Koordinaten des Ziels und seine Richtung. Ich stecke nicht in Ihrer Spielsituation – es wäre vermessen von mir zu sagen. Prinzipien bestimmen die Gesamtrichtung.

wo »das Problem« liegt. Aber ganz egal. Es entsteht eine Abfolge von Ereignissen (im Idealfall Erfolge). Im zweiten Schritt schauen wir. Unter sechs Hauptkapiteln finden Sie sechs Unterkapitel – also sechsunddreißig. der ebenfalls umstürzt und wiederum seinen Nachbarn zu Fall bringt. viel Erfolg und viel Spaß! Ihr Stefan Frädrich 11 . Übrigens: Noch in einem anderen Sinne können wir das Domino-Prinzip als Metapher für Erfolgsserien und ein erfolgreiches Leben verstehen – im Zusammenhang mit dem berühmten »Domino-Effekt«. stürzt er auf seinen Nachbarn. Ich wünsche Ihnen bei Ihrem persönlichen Domino gutes Bauen. von denen jedes einzelne durch das vorherige angestoßen wurde und nun selbst das nachfolgende hervorbringt – eben das »Domino-Prinzip«. welchen wunderbaren Erfolg Sie durch das richtige Anlegen eines Steins (durch das richtige Verhalten) haben.Spielanleitung Jedes Kapitel ist ein Stein Und nun zum Aufbau dieses Spiels: Die Kapitel in diesem Buch sind Steine in Ihrem persönlichen Domino-Spiel. Stellt man Domino-Steine hochkant in einer Reihe auf und stößt den äußersten um. und im vierten sehen Sie. Jedes Kapitel beginnt mit konkreten Erlebnissen von Menschen. allesamt wahre Beispiele aus dem prallen Leben. im dritten Schritt verrate ich Ihnen die Lösung. welche Variante Sie mit Ihren Domino-Steinen spielen wollen – wichtig ist: Spielen Sie! Sie werden sehen: Es hat wunderbare Folgen.

Wie funktionieren unsere W ahrnehmung und unsere Gefühle? W as haben innere Werte und Verhaltensmuster mit Glück zu tun? W ie erlangen wir durch unsere Einstellung die besten Voraussetzungen fürs Leben? .Psycho-Basics Ihr persönliches Domino-Spiel beginnt mit den Einser -Steinen: Sie stellen unsere psychische Grundausstattung dar .

woran wir glauben 47 .Kapitel 1 Unsere innere Videokamera schafft unsere Wirklichkeit 14 Kapitel 2 Wofür sind Gefühle gut? 21 Kapitel 3 Glück ist keine Glückssache 28 Kapitel 4 Den inneren Kompass finden Kapitel 5 Wir sind. was wir tun 35 41 Kapitel 6 Wir tun.

die Verhältnisse sind chaotisch. So eine Pechsträhne! Ob die beiden lieber doch nicht in das Flugzeug einsteigen sollten? Susanne hingegen freut sich: Mit ihrer Kreditkarte konnte sie Annika helfen. sagt er sich selbst. und die Kollegen haben innerlich gekündigt. dann baut ihre Freundin Susanne (27) auf dem Weg zum Flughafen fast einen Unfall. Erst streikt im Hotel bei ihrer Kreditkarte das Lesegerät. 14 . Bei so viel Glück bekommen sie im Flugzeug heute sicher die besten Plätze! Rolf (51) hadert mit seinem Job: Sein Chef ist schwierig. und dank der Verspätung kann sie am Flughafen noch Souvenirs einkaufen. und jetzt hat der Flieger auch noch zwei Stunden Verspätung.Psycho-Basics Kapitel 1 Unsere innere Videokamera schafft unsere Wirklichkeit Annika (28) macht sich Sorgen. ihre Rechnung zu begleichen. Zwar kennt sich Rolf mit positivem Denken aus: »Alles halb so wild!«. Und: »Ich liebe meine Arbeit!« Doch seine Familie sorgt sich: Rolf wirkt so unglücklich. den Unfall verhinderte sie durch ihre hellwache Reaktion.

Wo Annika Probleme und Gefahren wittert. welche Erfahrungen Sie in ähnlichen Situationen gemacht haben und wie mutig oder vorsichtig Sie Ihr Lebens-Domino daher spie15 . das eine vom anderen zu unterscheiden: Beeinflussen wir veränderbare Spielstände zu unseren Gunsten – und machen wir aus unveränder baren Situationen das Beste. als sie ist. Rolf wiederum bildet sich nur ein. sieht Susanne Chancen. auf die wir keinen Einfluss haben.4): Sein Job bereitet ihm Dauerstress – und das leugnet er. und solche. wann es sich noch zu kämpfen lohnt und ab wann wir uns besser in unser Schicksal fügen? Und: W ie schaffen wir es dann. Probleme zu lösen. Doch leichter gesagt als getan! Wer weiß schon immer. die wir verändern können. indem er sie sich schöner denkt. In Wirklichkeit steckt Rolf in einem Konflikt mit seinen inneren Werten (siehe Domino-Stein 1. Sie begegnet schwierigen Situationen mit Ehrgeiz und optimiert sie. seine Situation zu verbessern. Armer Rolf! Wir denken in Mustern Und Sie? W ie würden Sie sich in einer solchen Situation verhalten? Vermutlich hängt das davon ab.Unsere innere Videokamera < ACHTUNG STOLPERSTEIN Unser Gehirn scannt vor allem Gefahren Beim Lebens-Domino gibt es zweierlei Spielsituationen: solche. Susanne interpretiert auch anscheinend Negatives als gutes Zeichen für die Zukunft und liebt es. uns nicht runterziehen zu lassen? Wir alle nehmen unsere Domino-Welt unterschiedlich wahr. W ichtig ist.

Weil wir aber alle unterschiedliche Denkmuster gewöhnt sind. Übereinstimmungen oder Unterschiede? Stellen wir uns ein Gehirn am besten als eine höchst effektive Mustererkennungsmaschine vor: Ständig gleicht diese Maschine unsere Sinneseindrücke mit unseren Erfahrungen und Gefühlen ab und sucht Übereinstimmungen und Unterschiede. vierzig Zentimeter lang? Streicheln! Einen Meter siebzig lang? Flüchten! Schon für unsere V orfahren war es im Dschungel nicht hilfreich. Und das bedeutet. Warum? Weil wir Menschen dazu neigen. Und warum interpretieren wir dann ein Glas mal als halb voll und mal als halb leer? Ganz einfach: Das hängt davon ab. Dinge nach gewohnten Mustern zu tun. uns in der Welt zurechtzufinden und auf Dinge schnell und ohne viel nachzudenken zu reagieren. Unsere Realität entsteht im Gehirn! Doch Gehirne sind etwas höchst Subjektives: W irklich jeder hat sein eigenes – samt seiner eigenen Geschichte. was wir für Realität halten. und Unterschiede lehnt es gerne als unbekannt ab. bei Gefahr erst mal lange zu grü16 . dass es gar keine objektive Realität gibt. die uns nützen oder schaden kann. Dieser Abgleich hilft uns dabei. beurteilen verschiedene Menschen gleiche Situationen unterschiedlich. Die Suchergebnisse bewertet das Gehirn auch sofort: Übereinstimmungen erkennt es gerne als Bestätigung unserer Erfahrungen und Gefühle an. Unsere Betrachtungsweise ist also eine Interpretation! Und zwar eine. was wir sehen wollen – und auch davon. Das verhilft uns zur Routine und rettet uns sogar das Leben: Katze direkt vor uns. sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen dessen. was wir zu sehen gewohnt sind.Psycho-Basics len. weil wir es bereits kennen.

Wie wir Muster wahrnehmen. blenden wir aus. Und wer entscheidet.Unsere innere Videokamera beln oder sich in positivem Denken zu üben: »Ist das jetzt wirklich ein Säbelzahntiger? Na ja. nehmen wir wahr – und was nicht im Sucher ist. sie deuten und letztlich auf sie reagieren. hängt enorm davon ab. wie wir uns gerade fühlen. Wir können uns unser Bewusstsein dabei wie eine Videokamera vorstellen: Was sie filmt. wie wir uns fühlen. Partner schweigsam? Muster erkannt: Er wird mal wieder mies drauf sein wie beim letzten Mal! Handlung also: streiten! Oder hinterfragen wir die Routine und denken: Partner schweigsam? V ielleicht braucht er Trost! Wir haben die Wahl. Ein Beispiel: Konzentrieren Sie sich einmal auf Ihren linken Daumen! 17 . der wird sicher schon zu Mittag gegessen haben!« Routine oder Entscheidung? Zugleich kann uns der routinierte Abgleich unserer W ahrnehmungen mit unseren Denkmustern auch am Glück hindern. So betrachten wir unser Leben in schlechter Verfassung meist pessimistischer und in guter Verfassung optimistischer. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Die richtige Perspektive einnehmen Sind wir den Interpretationen unseres Gehirns hilflos ausgeliefert? Keineswegs! Viele Wahrnehmungen können wir steuern. wenn nicht wir selbst? Zumindest meistens.

Na? Spüren Sie ihn schon? Ihr rechtes Ohr hingegen haben Sie währenddessen vermutlich nicht im Sucher Ihrer Kamera. Spannung und neue Möglichkeiten. Die meisten Sorgen werden also niemals Wirklichkeit. Oder eben auf Herausforderungen. wie gut Ihr Daumen durchblutet ist. Was bedeutet das? Etwas Großartiges! Durch unsere Aufmerksamkeit können wir unsere Sinneseindrücke und deren Interpretationen verstärken und abschwächen – ganz so. Misserfolge. Gefahren. Unversehrtheit. dass wir mit unserem Leben zufrieden sind. worauf wir wollen: auf Probleme. wir haben genug zu essen. Die Frage ist nur: Wollen wir den Sucher unserer Videokamera von den Umständen einstellen lassen. Unser Gefahrenscanner Gehirn allerdings wähnt sich immer noch im Dschungel: »Wo könnte der Tiger stecken?« Und genau das verhindert oft. wie wir es wollen.Psycho-Basics Nehmen Sie ihn ganz bewusst wahr . und an Naturgefahren erwarten uns schlimmstenfalls Aquaplaning und Glatteis. wie er immer wärmer wird und schließlich zu pulsieren beginnt. Dann stellen Sie sich in aller Ruhe vor . Also schauen wir stattdessen doch immer wieder: Was läuft gerade gut? W as gefällt mir im Moment ganz besonders? Und wann kommt die nächste schöne Überraschung? W etten. Schmerz. Jeden Zentimeter seiner Oberfläche. oder wollen wir es selbst tun? Und: W orauf wollen wir unseren Sucher richten? Das Gute suchen und finden Unser Leben ist im Allgemeinen ja sehr sicher: Es gibt keine frei herumlaufenden Tiger. dass wir so zu einer schöneren Perspektive gelangen? Glauben Sie mir: Das Leben ist schön! 18 . Wir konzentrieren uns.

Sie fragt sich stets: Was ist das Gute an meiner Situation? Wofür kann es nützlich sein? Auch Sie können sich das immer wieder fragen! Übrigens hilft auch der Rückblick dabei. Leider umsonst – ver ändern konnten Sie sowieso nichts mehr! Benutzen Sie deshalb Ihre innere Videokamera bereits heute ganz bewusst: Was ist hier und jetzt gut? Wo ist das Schöne? 19 . wenn man in einer wirklich miesen Situation steckt? Dauerstress. Annika hingegen kann weder ihre Kreditkarte reparieren noch den BeinaheUnfall ungeschehen machen. bislang auf dem Holzweg zu sein. dann handeln Sie so lange.Unsere innere Videokamera Den Tatsachen ins Auge sehen Was aber tun. ob man die Situation noch positiv beeinflussen kann oder nicht. dass alles am Ende gut ausgegangen ist! Und genau so macht das Susanne. diesen Stein zu legen: Vielleicht haben Sie auch Situationen erlebt. Sollten Sie dagegen erkennen. die Sie im Nachhinein anders beurteilen – selbst ein Unglück war möglicherweise Ausgangspunkt positiver Entwicklungen. Besser also. dass Sie die Situation nicht mehr beeinflussen können. bis alles zum Guten gewendet ist (siehe Domino-Steine 2.6). Sobald er ehrlich zu sich selbst ist (siehe Domino-Stein 2. wird er möglicherweise automatisch einen Jobwechsel in Angriff nehmen. Krankheit. betrachten Sie sie positiv! Der unglückliche Rolf etwa kann durchaus Möglichkeiten finden. Deshalb: Sehen Sie den Tatsachen ins Auge! Wenn Sie die Situation beeinflussen können. sie steuert ihre Videokamera darauf.1 bis 2. Und das tut er erst. Kündigung? Hier ist es nun zunächst wichtig zu unterscheiden.4). Damals haben Sie vielleicht erst mal eine W eile gelitten. bis die guten Gründe offenbar wurden. wenn er sich eingesteht. seine Job-Situation zu verbessern – er muss sie nur suchen.

hat weniger Stress und lebt insgesamt sogar gesünder! 20 .Psycho-Basics Wobei kann es hilfreich sein? Mit unserem Bewusstsein haben wir somit ein ideales Instrument. wie Sie sich fühlen – und bekommen dadurch Ihr Leben in die Hand. haben wir immer noch die Wahl. andere nicht. > DAS DOMINO-PRINZIP Durch die richtige Haltung wird das Leben schön! Jeden T ag passieren gute und schlechte Dinge. dass Sie selbst entscheiden. Und wer sich auf das Gute konzentriert statt auf das Schlechte. die Dinge so zu betrachten. das Leben so wahrzunehmen. Eine wichtige Lebensqualifikation. wie sie für unser weiteres Spiel am nützlichsten sind. die Dinge zu ändern. die Ihnen zu mehr Glück und Ausgeglichenheit verhilft: Sie erkennen. wie es uns am besten hilft. Manche davon können wir ändern. Doch wozu unter Unveränderbarem leiden? Wenn wir keine Wahl mehr haben.

Hans (67) spielt regelmäßig Lotto. Wenn er gewinnt. Das bisschen Übergewicht stört Petra kaum. denkt sie – und hat ihre Waage vorsorglich in den Keller verbannt. ist aber froh. will er noch mal so richtig durchstarten. sagen ihre Eltern. Beim Biertrinken kann er den Tod seiner Frau eine Weile vergessen. Anna (18) hasst ihren Azubi-Job zwar. für seine Prüfungen zu lernen. Lieber schaut er sich heute noch einen Film auf DVD an und surft im Internet. Dabei liegt er schon vier Semester über der Regelstudienzeit. 21 .Wofür sind Gefühle gut? Kapitel 2 Wofür sind Gefühle gut? Petra (47) liebt Schokolade. denn die setzt schließlich Glückshormone frei. »Man gönnt sich ja sonst nichts!«. überhaupt eine Lehrstelle zu haben. seit er einmal während des Examens einen Blackout hatte. Felix (26) kann sich schon wieder nicht dazu aufraffen. Und die Fachhochschulreife kann sie nach dem Ende ihrer Lehrzeit immer noch nachholen. Bis dahin allerdings trifft er sich täglich mit seinen Kumpels in der Kneipe. »Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!«.

wenn morgens der Wecker klingelt? Weil es im Bett so schön gemütlich ist – ein gutes Gefühl. Beim nächsten Klingeln 22 . es möge uns danach besser gehen als vorher. ich meine die Frage nicht als Floskel. Wir lassen äußeren Druck oft bis zur Unerträglichkeit wachsen Ein Beispiel: Warum ärgern wir uns manchmal. wie geht es Ihnen die meiste Zeit? Sagen wir mal.Psycho-Basics So weit. Und das hat einen Grund: W ie es uns geht. ich würde Sie stündlich am Ärmel zupfen und nach Ihrem Befinden fragen – was würden Sie antworten? »Gut«? »Ging schon besser«? Oder: »Muss!«? Sie merken. bestimmt nämlich größtenteils. Hans sich eine neue Partnerin suchen. Eigentlich. Jetzt schon aufstehen? Brrrr! Was also tun? Den Alarm um zehn Minuten nach hinten ver schieben – Problem erst mal gelöst. eigentlich sollten sie. was wir tagtäglich tun! Warum? Weil wir kaum etwas »einfach so« tun. Felix seinen Allerwertesten an den Schreibtisch bewegen und Anna gleich wieder zur Schule gehen? Ja. so normal? Oder sollte Petra nicht doch lieber abnehmen. Stattdessen ist mit vielen Handlungen ein mehr oder weniger bewusstes Motiv verknüpft: der Wunsch. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Wenn Gefühle auf Autopilot schalten Wie geht es Ihnen? Ich meine.

V ier Kombinationen sind möglich: kurzfristige gute Gefühle. Spaß. schaffen wir nicht. und zwar in gute und schlechte Gefühle sowie kurzfristige und langfristige Gefühle. Die kurzfristigen guten Gefühle kennen wir als Lust. desto stärker verändert sich unsere Betrachtungsweise: Wenn wir immer noch nicht aufstehen. ein Problem zu bekommen. hin zur Lust. Rausch oder Genuss.Wofür sind Gefühle gut? ist es zwar immer noch gemütlich im Bett. worauf ich hinauswill: Unsere Gefühle steuern unsere Handlungen. Vielleicht sollten wir unsere Gefühle also genauer betrachten – schließlich werden sie Gedanken und führen somit zu unseren Handlungen! Auch wenn wir die Folgen unserer Handlungen später viel lieber »Schicksal« nennen. Wie ein Autopilot im Kopf. Betrachten wir zunächst einmal die guten Gefühle. Also: Raus aus den Federn und rein in den Tag! Sie merken. W eg vom Schmerz. zur Arbeit gehen. ob aus Bequemlichkeit oder weil wir nicht genau hinsehen wollen. schlechte Gefühle Doch welche Gefühle gibt es überhaupt? Gestatten Sie mir eine Einteilung von Gefühlen in vier Kategorien. Und wir versuchen dabei stets. langfristige gute Gefühle. Überraschung. den Haushalt machen. Hans sein Bier und Felix seinen Film auf DVD. gute Gefühle zu erleben und schlechte zu vermeiden. Keine Frage: Lauter gute Gefühle und somit lauter gute Motive – jedoch wirken sie leider nur kurzfristig! Denn nach 23 . doch je länger wir nun warten. besiegt beim Wettkampf unserer Gefühle das W ohlgefühl im Bett. Das wäre schlecht. kurzfristige schlechte Gefühle und langfristige schlechte Gefühle. Das Gefühl. So genießt Petra ihre Schokolade. was wir uns vorgenommen haben – die Kinder versorgen. Gute Gefühle.

Gesundheit. Langeweile. Auch sie dauern oft nur Sekunden. wenn ein Kick längst vorbei ist. Ausgeglichenheit. eigentlich braucht man unter dem Einfluss vieler langfristiger guter Gefühle gar nicht so viele Kicks! Leider lassen die Menschen in unseren Beispielen hier nur wenig Positives erwarten: Ob Petra ihre Pfunde wirklich so akzeptiert? Ob Hans sich nicht in Wirklichkeit nach Liebe und Geborgenheit sehnt? Oder ob sich Felix nicht die nötige Selbstsicherheit für seine Prüfungen wünscht? Kurzfristiges Glück kann langfristig unglücklich machen Nun zu den schlechten Gefühlen. Verzicht. Selbstsicherheit oder Geborgenheit. das manche gefühlten Unannehmlichkeiten »erst mal« vermeidet! Was leider die Entstehung langfristiger Probleme begünstigt: So vermeidet es Felix etwa zu lernen. Zufriedenheit. Hoffnungslosigkeit. Langfristige gute Gefühle dauern zeitlich auch dann noch an. Trauer oder allgemeines »Unglücklichsein« – sie können eine gefühlte Ewigkeit dauern. Kurzfristige schlechte Gefühle kennen wir als Schmerz. Und langfristige schlechte Gefühle kennen wir als Frust. Stolz.Psycho-Basics einem kurzen. Streit. Stolz und Zufriedenheit zu verschaffen – stattdessen verschafft er sich kurzfristig mit angenehmen Kicks nur vermeintlich gute 24 . manchmal nur Sekunden andauernden angenehmen Kick hören die guten Gefühle wieder auf – und verlangen erneut nach einem Kick. sich seiner Prüfungsangst zu stellen und sich somit Erfolg. Stress oder Wut. Und woher kommen diese langfristigen schlechten Gefühle? Oft sind sie Folge unseres kurzfristigen V erhaltens. Ja. Im Unterschied zu den langfristigen guten Gefühlen: Die nämlich kennen wir etwa als Glück. Furcht. Mutlosigkeit. Mut.

Motivationsprobleme und ständige Niedergeschlagenheit. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Langfristige Gefühle als Signale sehen! Schluss also mit der Abhängigkeit vom Autopiloten! Spielen wir ein wenig Domino. Sie sehen: Unsere Gefühle führen uns mitunter in Sackgassen – obwohl sie die besten Absichten verfolgen! Klar will auch Anna stolz sein auf ihren Schulabschluss. Und Anna? Sie fürchtet den kurzfristigen Stress. und zwar mit veränderter Spieltaktik: Seien Sie nicht länger Spielball Ihrer Gefühle. Klar. scheitern wir häufig mit unserem eigentlichen Ansinnen – dem Ziel. Doch müsste auch sie dazu ihre Gefühle anders bewerten. sich für die Schule zu entscheiden. sondern nutzen Sie stattdessen Ihre Gefühle! 25 . Leider erlebt sie aber ohne diese wichtige Entscheidung Langeweile. Denn: Solange wir unser Handeln vorwiegend auf kurzfristige Gefühle konzentrieren. Streit mit den Eltern. dass ihn das chronisch unzufrieden macht und sein Selbstvertrauen weiter untergräbt. uns dauerhaft gut zu fühlen. Doch dafür muss er zunächst Bequemlichkeit und Prüfungsangst ablegen. Doch dafür muss sie erst wieder zur Schule gehen. die sie dadurch erstmal hätte: Kündigung.Wofür sind Gefühle gut? Gefühle und schiebt dabei das »Problem Prüfung« in die Zukunft. mit all den kurzfristigen Problemen. Aufnahmeprüfungen. Das erreichen wir oft nur. Klar will Felix selbstbewusst sein. Klar will Petra schlank sein. wenn wir kurze Unannehmlichkeiten in Kauf und in Angriff nehmen.

spüren wir Schmerz. Fragen Sie sich bei Ihren Handlungen stets: »W elches Gefühl verschafft mir das. Ausgeglichenheit? Fröhlichkeit? Selbstsicherheit? Die Richtung stimmt – weitergehen! Nervosität? Magengrummeln? Vorsicht. Was bedeutet schon der Ärger bei einer lästigen Aussprache. langfristige dafür umso wichtiger! Dabei hilft die »Einser Regel«. Mit unseren langfristigen Gefühlen ist es ähnlich: Sie zeigen uns an. wenn danach langfristige Belohnungen winken? Und: Warum nicht mal auf einen Kick verzichten. wenn danach ein echtes Problem gelöst ist? Warum nicht mal Schmerz oder Mühe akzeptieren. dass wir uns weiter verbrennen. einem Monat? Einem Jahr . einer Woche. Also lieber die Krankheit behandeln statt nur ihre Symptome! Deswegen: Nehmen Sie kurzfristige Gefühle nicht so ernst. einer Minute. wenn der sowieso nur kurze Befriedigung verschafft? 26 . was ich hier tue.Pycho-Basics Wie das gehen soll? Nun. ist der Schmerz wieder da. Der soll verhindern. wirkt aber nur wie ein Schmerzmittel – sobald es nicht mehr wirkt. einer Stunde? Einem T ag. die kurzfristige Betrachtungsweise in eine langfristige umzudrehen: So mancher schöne Kick schafft bei Frust zwar für den Moment Abhilfe. und wir ziehen unsere Hand zurück. einem Jahrzehnt?« Sie sehen: Der zeitliche Perspektivenwechsel lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen. Gefühle sorgen nicht nur für Antrieb. in einer Sekunde. ob wir uns in die richtige Richtung bewegen oder in die falsche. Problem – Situation analysieren und Veränderung einleiten! Die Betrachtungsweise umdrehen Wichtig dabei ist es. sondern sie transportieren auch Signale: Berühren wir ein heißes Bügeleisen.

Wofür sind Gefühle gut? Vielleicht analysieren Sie mal ehrlich Ihren T agesablauf. nach ihren »Gefühlen« zu handeln? Schön! Dann ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein. um mich so zu fühlen. Das Schöne dabei: Auf der Basis echter Zufriedenheit genießt es sich dann doppelt so gut und ohne schlechtes Gewissen. dass Sie dabei auf die ein oder andere spannende Idee kommen? > DAS DOMINO-PRINZIP Es geht Ihnen langfristig gut! Gehören Sie zu den Menschen. Fragen Sie sich: »W as mache ich warum? W ie fühle ich mich dabei? W ie will ich mich fühlen? Und: W as müsste ich dafür tun. Auf langfristige Gefühle zu achten verhilft Ihnen auf Dauer zu langfristigem Glück. macht Menschen auf Dauer erfolgreicher und glücklicher . dass Sie künftig zwischen kurzfristigen und langfristigen Gefühlen unterscheiden können. Natürlich müssen Sie nicht immer auf spontane Befriedigungen verzichten und sich masochistisch selbst geißeln: Sie dürfen auch weiterhin Feste feiern. Denn die Fähigkeit. 27 . wenn sie fallen. wie ich will?« W etten. denen es wichtig ist. Belohnungen aufzuschieben und nicht immer gleich dem erstbesten Glücksgefühl hinterherzuhecheln.

den Überflieger. Aber auch Max ist unglücklich. sitzt Max in seiner Firma längst im Vorstand. Bald sieht er dort wieder seinen alten Schulfreund Max (44). wenn man Karriere macht? 28 . Sein Job beansprucht ihn so sehr. Doch auch die sind unglücklich: Carola weiß nicht. was sie studieren soll. Aber was soll er tun? Schließlich hat er keine Wahl: Wer einmal so weit gekommen ist wie er. der kehrt nicht einfach um. dass er keinen anderen Interessen mehr nachkommen kann. Auch seine Ehe leidet darunter. Während Burkharts letzte Beförderung ihm zwar 100 000 Euro Jahresgehalt und enorme Macht einbrachte. wenn sie sich falsch entscheidet? Ist für sie dann womöglich ein wichtiger Zug abgefahren? Und wann soll sie eine Familie gründen? Geht das überhaupt. Dennoch wäre er gerne so frei wie seine Kinder Carola (19) und Jonas (22). BWL studieren? Jura? Medizin? Oder doch erst mal ein paar Praktika machen? Und: Was. Talente hat sie genug.Psycho-Basics Kapitel 3 Glück ist keine Glückssache Burkhart (44) hasst Klassentreffen.

Trotzdem ruft er noch fast täglich in seiner Firma an. Ganz nebenbei hofft er so.2!). »Wozu auch mit sich hadern?«.Glück ist keine Glückssache Jonas steckt im Training für den nächsten Wettkampf. denkt sie. Angst vor Anstrengung und vieles mehr. die unser Domino unnötig kompliziert machen und das Glück fernhalten: zu hochgesteckte Ziele. Keine Partys. Entscheidungsschwäche. frustrierende Vergleiche. Leider sind 29 . was wir wollen: glücklich sein – und zwar für alle Zeit. keine langen Abende – schließlich muss er seinen Trainingsplan erfüllen. Letztlich ist es ja genau das. wird er sehnsüchtig. Tut er das mal nicht. Friedrich (60) ist im lange ersehnten Vorruhestand. quälender Leistungsdruck. psychische Abhängigkeiten. Für die Arbeiten im Garten hat er keine Kraft. Doch leider gibt es auch hier jede Menge Fallen. Seine Frau Elfie (62) hingegen versprüht von morgens bis abends gute Laune und Energie. In seinem Alter hat er es sich verdient. kein Alkohol. um den Mädels zu imponieren. auch endlich den lang ersehnten Waschbrettbauch zu bekommen. Das Leben geht für ihn erst nach der Saison weiter. »Schließlich gibt es genug zu tun!« < ACHTUNG STOLPERSTEIN Typische Unglücksfallen Kommen wir nun zum wohl schönsten langfristigen Wohlgefühl: zum Glück (siehe Domino-Stein 1. Festhalten an V ergangenem. was es Neues gibt. um zu erfahren. die Füße hochzulegen.

findet auch welche. weniger Po. geht es ihm schlecht. dass wir dabei ganz vergessen. das Glück zu finden. Vergleiche machen unglücklich Die erste große Falle ist die Kontrastfalle.Psycho-Basics wir dadurch häufig so sehr mit der Suche nach dem Glück beschäftigt.1) sieht. Unsere Frage dabei ist häufig: »Was haben andere. als ich noch gesund war!«. Klar fühlt sich Burkhart beruflich unterlegen. W ir wollen mehr Geld. Wir machen ständig Abgleiche mit unserer Umgebung und schließen aus dem Kontrast auf unser eigenes Glück oder Unglück. Klar bildet sich Jonas Figurprobleme ein. messen wir häufig durch V ergleiche mit anderen. was uns fehlt. schickere Klamotten. als ich hier noch etwas zu sagen hatte!« oder »Damals. zu viele Möglichkeiten zu haben. Andererseits überfordert es uns. »Früher. finden wir . Doch wer sich auf Verluste konzentriert. als ich noch jung und knackig war!«. Er fühlt sich seiner Situation ausgeliefert. W ie glücklich oder unglücklich wir sind. zu wählen und uns zu entscheiden. wenn wir (scheinbar) keine Wahl haben und uns in ein vermeintliches Schicksal fügen müssen. Max etwa fühlt sich wie in einer Sackgasse. das wir bereits haben! Betrachten wir also zunächst mal der Reihe nach die Fallen. Denn einerseits fühlen wir uns schlecht. Und auch Carola ist verzweifelt: Sobald sie einen W eg ein30 . worauf wir den Sucher richten. wenn Waschbrettbäuche der Maßstab sind. wenn er sich nur mit Max vergleicht. Knifflig ist auch unsere Freiheit. Wie auch anders? Eine weitere Form der Kontrastfalle ist der V ergleich mit vermeintlich besseren T agen: »Damals. Obwohl er beruflich alles erreicht hat. was ich nicht habe?« Und weil unsere innere Videokamera (Domino-Stein 1.

ob sie sich richtig entschieden hat. meinen Traumpartner. Jetzt würde er lieber in seinen alten Job zurückkehren. meine Traumfigur oder mein Traumziel erreicht habe. Erstens: Richten Sie Ihre innere V ideokamera auf das. Auch Friedrich ist in diese Falle getappt: »W enn ich erst in Rente bin. kann ich glücklich sein!« Und davor? Ständiges Unglück? Wie traurig! So wie Jonas. was Sie haben. hat er lange gedacht. neben dem täglichen T raining sein Leben zu genießen und nicht nur seine W ettkampfsiege. ist alles andere als glücklich. was Sie haben! Wie also wird man glücklich? Durch sechs wichtige Spieltaktiken. muss sie einen anderen verlassen – und sie leidet unter ihrer Unsicherheit. denkt er – und wundert sich über seine Energie. genieße ich mein Leben!«. dann«? Die nächste fiese Falle ist die Erst-wenn-Falle: »Erst wenn ich meinen Traumjob. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Seien Sie dankbar für das. der besser daran täte. und nicht auf das. was Sie nicht haben! »W as habe ich schon alles erreicht? W arum kann ich stolz auf 31 . Er hätte ihn wohl rechtzeitig genießen sollen! Außerdem tappt Friedrich in die Faulheitsfalle: »W enn ich nichts zu tun habe.Glück ist keine Glückssache schlägt. »Wenn.und Freudlosigkeit. geht es mir gut!«. Denn wer nur die Füße hochlegt.

was Sie nicht haben (können)! Fragen Sie sich auch: »Was kann ich einfach so genießen. Wir handeln. was Sie haben – und nicht das. Burkharts Jahresgehalt und Job sind doch nicht schlecht. Ein schönes Gefühl ist es dabei auch. Lernen Sie so. den Augenblick zu genießen – schließlich müssten Sie einer ganzen Menge Pflichten hinterherjagen. Und: W enn Sie dennoch längerfristig unzufrieden sind. Energie. zu glauben. wenn wir die Welt durch unsere Handlungen beeinflussen oder etwas schaffen können: Häuser bauen. Die Natur hat uns prima an Anstrengungen angepasst. das Ihnen sagen möchte: Es gibt etwas zu tun! Zweitens: Leben Sie im Jetzt. betrachten Sie diese Unzufriedenheit als Signal. zu wollen. statt sich nur aufs Leben vor zubereiten! Zu viele Erst-wenn-Bedingungen verhindern. Sie verschaffen uns gute Gefühle: Wachheit. Noradrenalin und Dopamin. Ruhe und Erholung seien unser Lebenszweck. gute Laune und vieles mehr. Und irgendwann sind Leben und Glück an Ihnen vorbeigerauscht. Wenn Sie sich also vergleichen wollen. Klar fühlt 32 .Psycho-Basics mich sein?« So geraten Sie nicht in die Kontrastfalle. und etwas verändert sich. Briefe schreiben oder Bilder malen. ohne dass Sie es bemerkt haben! Wie schade … Nur Sie treffen die Entscheidungen in Ihrem Leben Drittens: Handeln Sie! Es ist ein Riesenirrtum. die Burkhart beneiden. ohne Anstrengung? W ofür bin ich dankbar?« Gesundheit? Natur? Liebe? Feiern? Erfahrung? Sicher fällt Ihnen etwas ein. Konzentration. dank Hormonen und Nervenbotenstoffen wie Adrenalin. oder? Bestimmt gibt es beim Klassentreffen auch einige. dann vergleichen Sie sich auch mal mit unten. nur Muße.

wie man es von Ihnen erwartet. steht allein in Ihrer Macht. mehr auf Ihren »Bauch« zu hören! Wetten. Ob Friedrich also nicht irgendwie weiterarbeiten sollte? Sie können immer und überall alles Mögliche verändern Fünftens: Treffen Sie Entscheidungen! Und zwar möglichst klare und ehrliche Entscheidungen. Übrigens hilft uns hier wieder unser langfristiges Gefühl (siehe Domino-Stein 1. zu klein – in wessen Augen denn? Allein Ihre Sichtweise ist entscheidend! Friedrich scheint seinen Job wirklich genossen zu haben – obwohl ihm seine Umgebung möglicherweise eingeredet hat. was sie lieben. keine W ahl zu haben. zu arm. Viertens: Tun Sie. sondern sie schafft vor sich hin – und hat dadurch von morgens bis abends lauter Erfolge. Glück pur! Übrigens macht die Erholung hinterher dann auch doppelt so viel Spaß. Zeit. zu reich. V iele glückliche Menschen dagegen beschäftigen sich bis ins Greisenalter mit dem. Sie können auch ganz anders reagieren! Auch wenn Sie das schon eine Weile nicht mehr getan haben: Sie können tatsächlich von einem Tag auf den anderen alles Mögliche in Ihrem Leben verändern – immer und überall! Und sollten Sie der Meinung sein. zu jung. dann können Sie immer 33 .Glück ist keine Glückssache sich Elfie wohl: Sie lässt sich nicht hängen wie ihr Mann. er sei dafür zu alt. was Sie gerne tun! Dann machen Sie sich nämlich unabhängig von äußeren Bewertungen: zu alt. was gut für uns wäre. machen uns die Entscheidung aber durch verkopftes Wenn und Aber schwer.2): Oft wissen wir nämlich genau. dass so manche Auswahl leichterfällt? Sechstens: Sie haben immer die Wahl! Ob Sie auf die jeweils nächste Situation reagieren »wie immer« oder . zu groß.

wenn Sie es bewusst wahrnehmen! Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein ist ganz einfach und zugleich riesig: Sie nehmen Ihr Glück wahr und wissen es zu schätzen. dass nur Sie die Entscheidungen für Ihr Leben treffen. wie sie für Sie am nützlichsten ist. welche Bedingungen dazu erfüllt sein müssen.Psycho-Basics noch wählen. Ihr Leben genießen zu können. sich entweder Wahlmöglichkeiten zu schaffen oder die Situation so zu nehmen. nehmen Sie sich doch ein paar Minuten Zeit und schreiben Sie auf. sind Sie schon heute in der wundervollen Lage. wie viel Sie bereits heute glücklich machen kann. Dann werden Sie es empfinden! Und indem Sie Ihr Leben in Ihre Hand nehmen und erkennen. Wählen Sie also das Richtige! > DAS DOMINO-PRINZIP Das Leben genießen – schon heute! Haben Sie sich schon einmal gefragt: »W oran merke ich. dass ich glücklich bin?« Nun. was Sie gestern getan haben. Nur eines sollte Ihnen klar sein: Wenn Sie heute tun. werden Sie morgen ziemlich sicher das Gleiche erleben wie heute. Sie sind im Hier und im Jetzt! 34 . Partnerschaft? Regelmäßiges Einkommen? Kinder gesund? W ochenende? Lebenssinn? Sie werden überrascht sein.

Den inneren Kompass finden Kapitel 4 Den inneren Kompass finden Petra (22) ist glücklich: Sie lässt jetzt heimlich die Pille weg. Wüsste das Johannes (25). gäbe es Stress. beim Spielen Spaß zu haben!« Dabei hätte das Team reale Chancen auf einen Aufstiegsplatz! Nur Alexandra (18) orientiert sich an ihrer Trainerin. Ein Aufstieg wäre für sie das Größte. »Uns ist es wichtiger. scheint das nicht zu interessieren. Andererseits könnte sie aber 35 . Schließlich hat der Ärmste so eine Bindungsangst. Nur: Mit wem sonst sollte sie eine Familie gründen? Unterdessen fachsimpelt Johannes mit seinen Freunden über Flirt-Taktiken: Wie reißt man Mädchen auf? Seine Nächste soll jedenfalls nicht so eine Klette sein wie Petra. Er könne so nicht mehr weiterarbeiten. die sie nun trainiert. Uli (55) versteht die Welt nicht mehr: Trotz Beförderung und Gehaltserhöhung hat sein Top-Mann Paul (35) gekündigt. was eine Mannschaft für den Erfolg braucht. sagt er – und macht sich selbständig. Doch die Mannschaft. In heutigen Zeiten! Auch Gabi (40) wundert sich. Als ehemaliger Profi weiß sie.

Zwar können wir uns damit auch nach Osten. Das hilft.Psycho-Basics auch den Verein wechseln – schließlich hat sie ein gutes Angebot aus der höheren Liga. Aber ihre Freundinnen im Stich lassen? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Welche inneren Werte haben Sie? In welche Richtung zeigt ein Kompass? Klar: in Richtung des magnetischen Nordpols. an deren Ende wir uns dann wundern: »Wie konnte ich nur in eine solche Situation geraten?« Die gute Nachricht ist: W ir haben so einen Kompass – unsere inneren Werte! Die schlechte: W ir können manchmal nicht damit umgehen oder nutzen ihn einfach nicht. Auch beim täglichen Kleinklein wäre ein Kompass oft hilfreich. was uns wichtig ist. Schließlich ver zetteln wir uns hin und wieder und laufen gerne in Sackgassen. Was sind Werte? Was aber sind innere Werte? Sie sind die eigentlichen Richtig-falsch-Koordinaten unserer Psyche! Sie zeigen stabil an. W esten oder Süden bewegen – aber er zeigt letztlich Norden an. ähnlich einer Kompassnadel – und zwar 36 . wie etwa auf hoher See oder über den W olken. Er hilft. Selbst wenn wir sehr viele Orientierungspunkte haben. wenn wir beim Navigieren kaum Orientierungspunkte haben. Übersicht und Richtung zu behalten. ist ein Kompass praktisch.

wenn wir dagegen handeln (emotionale Signale aus Domino-Stein 1. bewegen sie sich auch in unter schiedliche Richtungen. Weisheit. Kurz: W erte zeigen uns an. Tradition. Status. Gruppenzusammengehörigkeit. Neugier. Ehre. Kraft. Wie kommen Werte zustande? Unterm Strich stellen sie das aktuell gültige Resultat unserer Erfahrungen. Denn unsere Werte sind verschieden! Stehen zwei Menschen im selben Dschungel. Kreativität. Selbstregulation. Und sie erzeugen das Magengrummeln. Sie signalisieren: Die eine Richtung stimmt. Erotik. Erkenntnisse. Ästhetik. Spaß. Sinn. wenn wir damit im Einklang handeln. Altruismus. Geld. V orsicht. Essen. 37 . Für Petra etwa zeigt der Kompass Richtung Familie. Gerechtigkeit. Glück. Ordnung. Harmonie.Den inneren Kompass finden individuell. Hoffnung. Lust am Lernen. wenn man es für wichtig genug hält. Gesundheit. Verantwortungsbewusstsein. Treue. Wettkampf. während ihr jeweiliger Kompass in unterschiedliche Richtungen zeigt. Anerkennung. Freundschaft. kör perliche Aktivität. Die Beziehung hat ein Richtungsproblem! Trotz gleicher Dschungelposition.2. Sparsamkeit. gibt es übrigens eine ganze Menge: Macht. soziale Intelligenz. Schönheit. Unabhängigkeit. Eigentum. Idealismus. Sicherheit. T rinken – und so weiter. Glaube. Zielorientierung. dass es uns gute Gefühle verschafft. Taktgefühl. die andere ist ein Holzweg. Dankbarkeit. V ertrauenswürdigkeit. Begeisterung. Beziehungen. Werte. Neigungen und Prägungen dar . Eigentlich kann alles Mögliche zum Wert werden. Humor. Für Johannes hingegen Richtung Unabhängigkeit. in denen wir uns unterscheiden können. emotionale Ruhe. Erfolg. was wir im Laufe unseres Lebens als so wichtig kennengelernt haben. allgemeine Gültigkeit. Sie erinnern sich?). für jeden Menschen persönlich. Liebe. Spiritualität. Mut. Genuss.

die ihm selbst wichtig sind: etwa mit Machtgewinn.Psycho-Basics Wenn widersprüchliche Werte aufeinandertreffen Und wenn W erte in unterschiedliche Richtungen weisen. Paul allerdings spricht nicht darauf an: Ihn motivieren eher Eigenständigkeit. Dazu versucht er. Alexandra hingegen hat einen W ertekonflikt im eigenen Kopf: Einerseits teilt sie Gabis T raum vom Aufstieg. Ein Gefühlsdilemma! > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Wertekonflikte erkennen und lösen! Menschen sind unterschiedlich – und das ist gut so. Geld. Am Ende hilft jeder jedem. und alle können sich gemäß ihren W erten frei entfalten (und gemäß ihren Stärken – dazu später mehr bei den Domino-Steinen 3. Beständigkeit und Sicherheit. Selbstverwirklichung und Neugier – also macht er sich selbständig. 38 . Was ist also wichtiger? Ihre Loyalität oder ihr Ehr geiz? Eine schwierige Situation: Entscheidet sie sich für das eine. kommt es häufig zu Konflikten. handelt sie gegen das andere. Zum Beispiel zwischen verschiedenen Menschen: So will Uli etwa die Firma voranbringen. Das mag bei manchen Mitarbeitern klappen.6). auch andere mit den Werten zu motivieren. Pragmatik Techniker und Erfolgsorientierung Unternehmer. andererseits identifiziert sie sich mit ihren Mannschaftskolleginnen.1 bis 3. Immer hin hat uns das im Laufe der Evolution ziemlich genutzt: So bringt etwa Neugier W issenschaftler hervor.

Erfolg? Vier. Unabhängigkeit? Neun. folgt schnell ein mieses Gefühl. wie wichtig er für Sie ist! Geben Sie dabei jedem W ert eine Zahl von null bis zehn. dass Ihre Kompassnadel wild von Nord auf Süd springt. dass sich manche Menschen im Spiegel nicht mehr in die Augen schauen können.Den inneren Kompass finden Problematisch wird es. dürfen Sie die Liste natürlich vervollständigen. warum ich dies und jenes tun musste. obwohl alle dagegen waren!« oder »Kein Wunder. Politik. die nicht aufgelistet sind. Und so weiter. Regeln. Wenn Ihnen Werte einfallen. Wie aber löst man solche W ertekonflikte? Indem man sich zunächst seine W erte klarmacht. Werte-Reihenfolge erstellen: Was ist Ihnen wichtig? Dann erstellen Sie eine Rangliste Ihrer W erte! W elche sind Ihre Zehner -Werte? Welche Ihre Neuner? Ihre Achter? Und dann weiter bis zu den Nullen. wobei null »total unwichtig« bedeutet und zehn »extrem wichtig«! Also zum Beispiel: Streben nach Macht? Fünf. Medien oder Religion. dann sind 39 . bis der Konflikt gelöst ist oder sich die eigenen Werte verändert haben. welche Werte Ihnen besonders wichtig und welche unwichtig sind! Sicher haben Sie dabei einige Aha-Erlebnisse: »Jetzt weiß ich. Denn wenn man seinen Kompass ignoriert und entgegen seiner Überzeugung handelt. Und das hält meist so lange an. Falls Sie nun immer noch vor dem Problem stehen. dass es mir mies geht. wenn die Umwelt die Werte verwirrt oder gar verbietet: etwa durch Erziehung. Kein W under also. Darum: Gehen Sie die oben aufgezählten W erte einmal in aller Ruhe durch und überlegen Sie bei jedem einzelnen W ert. solange ich das und das nicht mache!«. Nun schauen Sie mal.

eine Reihenfolge zu erstellen: Welchen Wert leben Sie zuerst? Und wann kommt der nächste? Orientieren Sie sich dabei an der allgemeinen Lebenssituation: Alexandra etwa ist noch jung genug. Sie handeln gemäß Ihren inneren Werten. > DAS DOMINO-PRINZIP Sie sind klar mit sich selbst Wer seine inneren W erte kennt. hat Orientierung – auch wenn es in der Außenwelt drunter und drüber geht. Darin liegt ein Geheimnis vieler Menschen. Hier hilft es nicht. Sollte sich dann immer noch keine W eiterentwicklung abzeichnen. ohne einen Karriereknick zu riskieren. Sie haben einen inneren Kompass! 40 . Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Ihr Beurteilungsmaßstab ist unabhängig von der T agesform oder der Stimmung Ihres Partners. die selbst unter widrigsten Umständen noch innere Stärke zeigen. um eine weitere Saison in ihrem T eam spielen zu können. Besser ist es. Konflikt gelöst. kann sie mit gutem Gefühl wechseln – so handelt sie im Einklang mit beiden inneren Werten.Psycho-Basics Ihnen zwei einander widersprechende W erte (fast) gleich wichtig. einen Wert zu leugnen – früher oder später bekommt man das wieder in Form von Unzufriedenheit zu spüren. wie etwa bei Alexandra.

Wir sind. Nur ein paar Kleinigkeiten stören ihn: Imkes Liebe zu Doku-Soaps etwa. was wir tun Kapitel 5 Wir sind. Und: »Das liegt an den Genen! Mein Vater hat auch immer schnell getobt. wie zerstörerisch Wut sein kann. und eigentlich passt es ganz gut. sagt Bernd dann zur Rechtfertigung. was wir tun Selbst hält sich Bernd (45) für sehr geduldig. Kein Wunder! Schließlich hat er beim Vater erlebt. »Manchmal muss ich eben Dampf ablassen!«.« Bernds Bruder Rolf (50) hingegen ist meist sehr ausgeglichen. Ob Imke (33) dafür die Richtige ist? Schon seit acht Wochen sind sie zusammen. ob sie Sport mag. doch seine Familie und die Kollegen leiden unter seinen regelmäßigen Ausrastern. Ob er doch lieber Britta (28) nehmen sollte? 41 . Oder ihre Art. in der sie ihre Abende lieber auf der Couch verbringt. Das fällt ihr dann sogar leicht. Zeitweise geht sie täglich zum Joggen. ihn immer und überall zu umarmen. Joggen? Anstrengend! Oleg (38) will endlich eine stabile Beziehung. Christiane (25) weiß nicht. Jetzt aber steckt sie wieder in so einer Phase.

< ACHTUNG STOLPERSTEIN Wir sind. »Kupplung treten. Vor kurzem brachte sie Martha (65) das Fahren bei. was wir bisher getan haben Warum tun wir . Gas geben!« Seine Fahrlehrerin Annerose (55) lächelt – unzählige Male hat sie schon erlebt. Die Nerven jetzt gemeinsam zu aktivieren. wie schnell ihre Schüler die Bewegungen letztlich verinnerlichen. die seit dem Schlaganfall ihres Mannes selbst hinters Steuer muss. springt im Nerv eine Bedeutung fast automatisch zur anderen weiter – es ist eine Routine entstanden: Ampel rot? Stopp! Ärger mit der Freundin? Schluss 42 . schimpft Paul (17). Dank unserer Neurobiologie: Unser Gehirn ist wie ein verworrenes Netz aus Milliarden kleiner Knoten. W erden Knoten immer wieder gemeinsam aktiviert.Psycho-Basics »Das lerne ich nie!«. W erden zwei Knoten hingegen nur selten gemeinsam aktiviert. Gang rein. Jeder Knoten stellt eine Nervenzelle dar und hat eine bestimmte Aufgabe. was wir tun? W eil wir es gelernt haben und es darum ständig wiederholen. Sie weiß: Sogar weit ältere Fahrschüler können das Autofahren noch lernen. ver stärkt sich ihre V erbindung – die »Schnur« zwischen ihnen wird etwas dicker . Kupplung kommen lassen. verkümmert die V erbindung – die Schnur wird dünn wie ein Spinnfaden. Und ist eine Verbindung infolge häufiger Benutzung schließlich dick geworden wie ein Seil. fällt schwerer .

Wir handeln nach Schema F: Situation schon einmal erlebt? Wie darauf reagiert? Alles glatt gelaufen? Also: Reaktion wie gehabt! So reagiert Bernd auf Frust mit Aggression. gleichen wir Sinneseindrücke ständig mit Erfahrungen ab. was wir tun machen! Feierabend? Joggen! Oder aber: Feier abend? Bier trinken! Je nachdem. während Paul verzweifelt ist – er hat für das Problem noch keine Vergleichserfahrungen.Wir sind. was die Farbe bedeutet! Und weil unser Gehirn eine Maschine zur Mustererkennung ist (siehe Domino-Stein 1. nach Lösungen zu suchen. Diese Beweglichkeit des Gehirns nennen Wissenschaftler »Neuroplastizität«: Nerven sind formbar. Annerose betrachtet Pauls Schwierigkeiten als Lernprozess. Handeln nach Schema F: Zwar wird das Leben einfacher … Und wenn wir uns einmal angewöhnt haben. behalten wir das meist bei. welche Routinen wir eingeübt haben.1). Egozentrikern und Moppel-Schluffis Leider nur rutschen wir durch die ständige Bestätigung unseres bisherigen Handelns mitunter am Ziel vorbei: Choleriker machen sich selbst und andere unglücklich. Alternativen in Betracht zu ziehen. Beziehungs43 . während Rolf es gewohnt ist. auf eine bestimmte W eise zu handeln. Wir haben gelernt: Beide gehören zusammen. Die Macht der Gewohnheit! … doch wir werden zu Cholerikern. Die Formbarkeit ermöglicht Abkürzungen im Denken: Stellen Sie sich vor. Sie müssten bei jeder roten Ampel grübeln. Immer gleiche Handlungsweisen verstärken sich sogar selbst! Und mit der Zeit verlernen wir .

Auch Christiane würde sich gerne wieder fitter fühlen und dafür zum Joggen gehen. fällt uns ein Verhalten leicht. möglichst immer die Treppe zu nehmen. Was also tun? > SPI ELT I P P Tun wir. fällt es uns schwer: W er immer den Aufzug nimmt. was wir tun: Unsere Handlungen verstärken unsere Nervenverbindungen oder schwächen sie ab. Wollen wir das? Das tägliche Domino-Spiel verlangt von uns allen eine gewisse Anpassungsfähigkeit an die tatsächlichen Anforderungen der Welt – unabhängig von früherem Verhalten. Und siehe da: Bald fällt das Treppensteigen leicht! Es ist zur Gewohnheit geworden.6. Paul den Führerschein.Psycho-Basics muffel werden oft zu Egozentrikern und Couch-Potatoes zu kraftlosen Moppel-Schluffis. gewöhnt er sich daran. auf den Aufzug umzusteigen – ist das nicht was für Faule? Die Routine ist auf »Treppe« eingestellt. die Haltung dazu verändert. Zweifel? Probieren Sie es aus! (Sie müssen dabei wirklich konsequent handeln – ohne Ausnahmen! Mehr dazu bei den Domino-Steinen 2. Sind die V erbindungen stark. Wo Bernd einstmals toben durfte. Sind die Verbindungen schwach. wenn er die T reppe nehmen soll.1 bis 2. Entscheidet er sich aber dafür . Jetzt wäre wiederum eine gewisse Anstrengung nötig. wäre nun Geduld angebracht. was wir werden wollen! Egal.) Dass selbst undenkbare Veränderungen möglich sind. empfindet Mühe. Oleg will eine feste Beziehung. zeigt ein Blick auf Menschen in Notlagen: V erliert etwa ein 44 .

obwohl Probleme da sind. um so zu sein. Darum ist des Rätsels Ursache gleichzeitig seine Lösung: Jeder wird zu dem.1) übersehen wir leicht Lösungen. Vorsicht deshalb. was er oft genug tut – also zum Streithahn. mit links zu schreiben. ohne lange zu zögern. dass wir damit beginnen.Wir sind. was Sie tun müssen. dass wir uns an neue Handlungen gewöhnen. wenn Ihnen manche »Therapeuten« einreden wollen. was wir tun Rechtshänder seinen rechten Arm. Depression oder Schüchternheit – immer müssen wir erst aktiv umlernen. Sagen Sie sich bitte immer: »Schwierig« bedeutet meist nur »ungewohnt«! Auch in der Psychotherapie ist diese Herangehensweise übrigens sehr wichtig: Egal. Weshalb sie also beachten? 45 . wo man herkommt. Wir müssen nur darauf vertrauen. dass Sie für zukünftig positive Erfahrungen erst mal die Vergangenheit »aufarbeiten« oder »Kindheitstraumata offenlegen« müssten! Sicher: Es kann helfen. Aber für Verbesserungen notwendig ist es meist nicht. Im Gegenteil: Fokussieren wir Probleme zu sehr (V erstoß gegen Domino-Prinzip 1. damit sich Verbesserungen einstellen. weil er eben oft genug gestritten. was Sie erreichen wollen! Wir können alles Mögliche durch Übung lernen – unser ganzes Leben lang: Inline-Skaten. Also tun wir doch einfach. Andersherum aber können wir Lösungen finden. was wir werden wollen und üben uns zum Beispiel in Diplomatie. gesunde Ernährung oder Französischsprechen. Faulenzer oder Gigolo. zu wissen. zu zaudern oder darauf zu warten. lernt er . gehen joggen oder wagen eine Partnerschaft! Tun wir es. dass es eines Tages leichter sein wird! Denn leichter wird eine Veränderung allein dadurch. ob Phobie. Also: Tun Sie. und um zu erreichen. gefaulenzt oder Affären gehabt hat. wie Sie sein wollen. Und das werden wir. Und das geht! Gehirn sei Dank.

obwohl Sie sich selbst für nett halten? Dieser Domino-Stein hilft Ihnen. – und wenn es noch so ungewohnt ist. sondern konzentrieren sich auf das aktive Umlernen. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein ist nicht weniger als Selbstbestimmung: Sie sind nicht weiter Opfer Ihrer Gedanken und Gefühle. Psychologen und Ärzte halten sich bei Problemen nicht zu lange mit Ursachenforschung auf. spricht leere W orte und baut Luftschlösser. die Lücke zwischen Ihrem tatsächlichen Verhalten und Ihrer Auffassung darüber zu schließen. Tun Sie. was Sie tun wollen. Und gute Coaches. was Sie tun – also tun Sie. Sie werden Sie selbst! 46 . aber B tut. Deswegen beurteilen V erhaltensprofis andere Menschen nach ihren Taten und nicht nach ihren W orten. sobald Sie in Ihrem Leben ein altes Musterverhalten erkennen. was er denkt und sagt. umzulernen und neue V erknüpfungen im Gehirn herzustellen. und handeln Sie kontinuierlich danach. Möglicherweise war Ihnen bisher unbegreiflich. Wer aber tut. warum immer wieder Menschen ein Problem mit Ihnen haben. was für ein Mensch Sie sein wollen. können Sie ganz neue Wege beschreiten. was Sie sein wollen! Wer A denkt und sagt. Indem Sie diesen Domino-Stein legen. gibt sich die Möglichkeit. wird es bald gewohnt sein! Malen Sie sich aus.Psycho-Basics > DAS DOMINO-PRINZIP Alles ist möglich! Sie sind.

der schlanke Sven für eine Folge falscher Ernährung bei zu wenig Bewegung. woran wir glauben Die Ernährungsexperten Uwe (55) und Sven (35) streiten sich in einer TV-Talkshow.Wir tun. so lebendig wurde gestritten – weshalb Millionen von Menschen beim Zappen dabeigeblieben sein dürften. die beiden Experten hätten ihre unterschiedlichen Ansichten praktischerweise gleich als Körper mit sich herumgetragen. Lydia (44) ist zufrieden. Wenn sich Lydia jetzt noch beeilt. Nach der Sendung gönnt sich Uwe einen Schokoriegel. Am nächsten Tag steht in der Zeitung. ein Bier und eine Streuselschnecke. woran wir glauben Kapitel 6 Wir tun. Endlich 47 . Ein perfekter Tag! Lydias Schwester Renate (41) hat die Sendung gebannt am Fernseher verfolgt und nebenher genüsslich genascht. schafft sie es heute wieder in ihren Pilates-Kurs. Der übergewichtige Uwe hält zunehmendes Körpergewicht mit dem Alter für unvermeidbar. Als verantwortliche Redakteurin der Sendung freut sie sich auf die Quoten. Denn so seltsam sie Uwes Argumente auch fand. während Sven einen mageren Hähnchenspieß verdrückt.

erkennen wir an Erfolg oder Misserfolg. Schlimmer noch: Er will sich einem Franchise-System anschließen! Wegen der guten Marke. wie offensichtlich sie manchmal unrecht haben? Weil nicht sein kann. Wir alle erleben beim täglichen Domino-Spiel die unter 48 . was wir kennen Wer von diesen Menschen hat eigentlich recht? Die Antwort klingt ziemlich nüchtern: Ob jemand recht hat. was nicht sein darf.Psycho-Basics hat ein echter Experte diesen Diätwahn zerpflückt und war sogar selber dick! Er hat erklärt. die dann oft zum gewünschten Ergebnis führen. Trotz schlechter Konjunktur und schwacher Kaufkraft weniger Kunden. führt sie zu den richtigen Handlungen. W arum aber sehen viele Leute nicht. will er den Vater verlassen. Jahrelang hat er ums Überleben seines Handwerksbetriebes gekämpft und geschuftet bis zum Umfallen. der Fortbildungskurse und der optimistischen Stimmung. Und nun fällt ihm ausgerechnet sein Sohn in den Rücken: Denn kaum hat Olaf (31) seinen Meisterbrief. dass Renate nichts für ihr Übergewicht kann. Denn wenn eine Ansicht richtig ist. Peter grübelt: Warum so ein neumodischer Kram? Hat er doch auch nicht gebraucht! < ACHTUNG STOLPERSTEIN Wir sehen. Falsche Ansichten hingegen führen meist zum Misserfolg. wegen der hohen Gewinnspanne und der besseren Zukunftsaussichten. Hat sie das nicht schon immer gesagt? Für Peter (58) bricht eine Welt zusammen.

was wir bereits wissen. der dritte den unpraktischen Herd. Der eine bemerkt den Umgangston zwischen den Mitarbeitern. wird es manchmal kompliziert: Sicher hat der dicke Ernährungsexperte Uwe lauter Erfahrungen gemacht. der andere die Fliegen am Fenster . In der Folge machen wir Erfahrungen. was wir daraus machen. ein Arbeitsmediziner und ein Koch eine Großküche besichtigen. Diese Interpretation wiederum ist abhängig von unseren Erfahrungen und unserem Wissen über die Welt. Ob uns diese Nutzen bringen oder nicht. müssen wir die Situationen erst richtig interpretieren. Wir glauben an das. Doch leider nimmt 49 . dass es richtig sei Wenn der Input in unseren Gehirn-Computer aber ver schieden ist und unser Gehirn Muster wiedererkennen soll. woran wir glauben schiedlichsten Situationen. hängt meist davon ab. Doch um das Richtige tun zu können.Wir tun. Küche zwei? Wahrscheinlich auch. obwohl die Welt eine Fülle verschiedener Ansichten und Lösungen bereithält. was es bereits kennt. fallen jedem unterschiedliche Dinge auf. Alternative Erkenntnisse klammert es gerne aus. wovon wir denken. Wenn zum Beispiel ein Betriebspsychologe. die genau das bestätigen. die seine Ansichten übers Dickwerden bestätigen. was wir bereits kennen. die wiederum als sogenannte Referenzerfahrungen weiteren Erfahrungen dienen: »Küche eins ist voller Fliegen. Küche drei? Mit Sicherheit!« Und mit der Zeit bilden sich unsere individuelle W eltsicht und Überzeugungen: »Küchen haben Hygienemängel!« Wenn wir aber das bestätigen. nimmt das Gehirn bald vor allem das wahr . Warum? Weil jeder im Leben mit unterschiedlichen Informationen gefüttert wurde.

> SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Wahrnehmung bewusst filtern! Die Lösung? Klar: Im Kopf flexibel sein! W ie aber werden wir das. Leider nur führen sie nicht zu Renates erwünschtem Ergebnis. Schade. und suchen dann die nötigen Informationen dafür! Erst fragen: Wohin wollen wir? Und dann: Wie kommen wir dahin? Schließlich erhöht ein guter Plan die W ahrscheinlichkeit. dass wir auch wirklich zum Ziel kommen. welches Ziel wir erreichen wollen. Sicher kommt auch das Misstrauen des Handwerkers Peter nicht von ungefähr. denn im Grunde ihres Herzens wäre Renate sehr gerne schlank. Und sicher sind seine Ansichten Wasser auf die Mühlen von Renate. Und bestimmt hat auch sein Sohn Olaf gute Gründe für seine Ansichten. auch gegenteilige Erfahrungen zu machen.Psycho-Basics er sich durch die Konzentration darauf die Möglichkeit. Schließlich standen schon allerlei Menschen vor allerlei Her50 . nicht gemäß der Situation. wo keine sein müssten? Indem wir bewusst die Reihenfolge umdrehen: Machen wir uns nicht mehr von unserem jeweiligen Informationsstand abhängig – denn der ist durch unsere Erfahrungen gefiltert. Wir sehen: Wenn man als einziges W erkzeug den Hammer kennt. der dicken Zuschauerin. Fragen wir uns lieber zuerst. wird jedes Problem zum Nagel – und jeder reagiert gemäß seinen Erfahrungen. Und gute Pläne gibt es! Selbst wenn wir sie nicht kennen. wenn unsere W ahrnehmung für Grenzen sorgt.

Aber welchen. Auch auf deren Erfahrungen können wir zurückgreifen! So hat Sven sein Übergewicht durch die Lektüre von Büchern besiegt. aber leider stammen sie nur selten aus der eigenen erfolgreichen Praxis. Und zwar nicht nach dem Motto »Kenne ich schon!«. sondern mit Hilfe der Fragen »Wie geht es besser?«. Er hat so lange gelesen. und wie viel davon? Also probiert sie immer wieder aus. Die Antworten übrigens finden wir nur selten im Fernsehen. die Informationen zu filtern. Informationen filtern: Was bringt mich weiter? Es ist also wichtig. Zwar sind ihre T ipps meist gut gemeint. was zu verbessern ist. 51 . möglichst viele Zuschauer mit schnellen Schnitten und oft seichten Allerweltsthemen zum Bleiben zu bewegen. L ydia weiß. wie gesunde Ernährung funktioniert. Olaf fragte sich. Manche Informationen machen nur störendes Rauschen im Kopf und keine Musik. Seitdem wendet er sein Wissen praktisch an und ist schlank. »Welche Infos sind für mich persönlich wichtig« und »Was bringt mich weiter?«. dass sie Sport braucht. Die typische TV -Dramaturgie ist ganz darauf ausgelegt. woran wir glauben ausforderungen und haben sie bewältigt. bis er verstanden hat. was ihr guttut.und Bekanntenkreis scheiden als Ratgeber aus.Wir tun. Jetzt weiß er genau. Genauso fallen auch viele Zeitschriften und Magazine als Ratgeber aus: Ihre Beiträge sind oft nur getarnte Werbung. um fit zu bleiben. Schließlich lernte er Marketing. warum manche Handwerker mehr Erfolg haben als sein Vater. »Das funktioniert vielleicht bei anderen« oder »Geht sowieso nicht!«. die täglich auf uns einprasseln. Und auch viele Schlaumeier aus dem Freundes.

52 . Auch gegenüber Experten und Gelehrten neigen wir häufig zur blinden Gefolgschaft – und übersehen dabei leicht. wovon er spricht? Und nützen Ihnen die Infor mationen persönlich? Oder brauchen Sie vielleicht ganz andere? Hilfreich ist deshalb. Oder das Internet. indem man sich an den Erfolgen des T ippgebers orientiert: Stimmen bei ihm die Resultate? Ein Unternehmensberater sollte also nicht ständig pleite sein. ein Zahnarzt gepflegte Zähne haben und der Leiter eines Nichtraucherseminars selbst mit dem Rauchen aufgehört haben – logisch. Die Frage ist immer wieder: W eiß der »Experte« wirklich. wenn Sie sich möglichst viele Informationsquellen suchen: Bücher zum Beispiel. Obwohl wir gerne dazu neigen. uns als einzigartige Individuen mit ganz eigenen Her ausforderungen wahrzunehmen. laufen von unserer Spezies noch fast sieben Milliarden weitere über diesen schönen Planeten! Ich finde. Oft leiden ja gerade wir Deutschen noch unter uralten Gehorsamsreflexen – sei es dank Erziehung in der Familie.Psycho-Basics Nicht Gelehrte fragen. dass selbst Schlaumeier manchmal richtigen Blödsinn erzählen. Wobei Sie selbstverständlich auch hier immer wieder auf die Quellen achten müssen. wir sollten uns so viel Erfahrung zunutze machen. welche Macht Ihre bewusste Gedankenauswahl hat! Nahezu jedes Problem unseres täglichen Lebens wurde bereits von anderen Menschen viele Male zuvor erlebt und erfolgreich gelöst. Bitte bedenken Sie. sondern Erfahrene! Als wichtigstes Kriterium für gute Ratschläge sollte deshalb gelten: Hat meine Quelle wirklich Ahnung von der Sache? Und das erfährt man am besten. Deshalb am besten immer Erfahrene fragen und keine Gelehrten. DDR-Regime oder Obrigkeitsmentalität.

Erfahrungen und letztlich unser Leben. Nun schalten Sie um von »W ie habe ich bisher gedacht?« auf »W as will ich erreichen und was brauche ich dazu?« – und Sie sind mit einem Mal nicht mehr in einer aussichtslosen Lage! Und Sie fördern Ihre Bereitschaft.Wir tun. desto leichter fällt es uns mit der Zeit. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Bisher Unmögliches wird möglich! Wenn Sie in einer Sackgasse sitzen und diesen Domino-Stein in Ihrem Spiel anlegen. woran wir glauben > DAS DOMINO-PRINZIP Genießen Sie die Fülle der Möglichkeiten! Veränderung ist nicht immer gleich einfach. Also her mit den Infos! 53 . Handlungen. Und je mehr wir uns an neues V erhalten gewöhnen. Und indem wir unsere Informationsquellen bewusst auswählen. bisher unbekannte Informationsquellen für Ihren Erfolg he ranzuziehen und sich von erfolgreichen Menschen die Rezepte für ihren Erfolg abzuschauen. aber jederzeit möglich. erkennen Sie: Da ist ja doch eine Tür in der Mauer – ich habe bisher nur nicht daran geglaubt. steuern wir damit unsere Überzeugungen. Und auch die Furcht hindurchzugehen entspringt lediglich meinem durch Erfahrung gefilterten Glauben.

damit wir unsere Persönlichkeit entfalten können: Wie stecken wir uns die richtigen Ziele und erreichen sie? W ie bleiben wir auf Kurs und auch in schwierigen Situationen bei der Sache? . Sie liefern uns die nötigen Grundlagen.Selbstentwicklung Weiter geht es in unserem DominoSpiel mit den Zweier-Steinen.

dürfen 56 63 70 Kapitel 4 Einen starken Wunsch aufbauen Kapitel 5 Entscheiden und handeln Kapitel 6 Flexibel ans Ziel kommen 75 81 87 . wollen.Kapitel 1 Wachstum ist Pflicht Kapitel 2 Ziele finden Kapitel 3 Können.

tuscheln die Nachbarn. Seit einiger Zeit allerdings empfindet er dabei eine unerträgliche Langeweile. Von da an arbeitete sie als Projektleiterin in der Pharmabranche.Selbstentwicklung Kapitel 1 Wachstum ist Pflicht Matthias (39) ist unzufrieden. Es sei schließlich offensichtlich. 56 . Seit zehn Jahren arbeitet er in derselben Klinik. dass sie nicht zusammenpassten. Der Krach der beiden ist schon Gesprächsthema im Haus. »Warum trennen die sich nicht endlich?«. Nach der Uni war er froh. Vor drei Jahren gründete sie schließlich eine Gesundheitsberatungsfirma und freut sich immer noch jeden Tag über ihren erfüllenden Beruf. halbtags als Anästhesistin und zeitweise als Betriebsärztin. Schon wieder schreien sich Lucy (24) und Martin (24) an. einen Job als Arzt zu bekommen. Sie hatte den Kliniktrott bereits nach zwei Jahren hingeschmissen. Was soll er tun? Sich selbständig machen? In heutigen Zeiten? Oder die Klinik wechseln? Wo er sich hier doch so gut auskennt! Außerdem stellt ihm sein Chef eine Stelle als Oberarzt in Aussicht. Seine Frau Andrea (38) wundert sich über die Leidensfähigkeit ihres Mannes.

Herzinfarkttod des dritten Mannes. Und was wir heute daraus machen. Vertreibung nach Westen. auf die wir heute reagieren.Wachstum ist Pflicht Hannes (52) ist empört: Er macht seinen Job als Lagerarbeiter seit achtzehn Jahren. erkennt man immer wieder Entscheidungen. den der Senior-Chef eingestellt hat. wird erneut zu Ergebnissen. Wie sieht es mit Ihnen aus? Wie sind Sie in Ihre jetzige Lebenssituation geraten? Wenn man sein Leben im Rückblick betrachtet. worauf es ankommt? Gerda (87) freut sich. Wirtschaftswunder. »Spannend wie ein Abenteuerroman!«. und jetzt Krebs. die 57 . Diese führten zu Ergebnissen und Erlebnissen. und der mit seinen Plänen die Ordnung stört? Weiß der. Scheidung. Was denkt sich dieser neunmalkluge Uni-Abgänger nur. neue Existenz. Seniorenheim. Sie hat ihr Leben gelebt und will es in Würde loslassen. führte zu Handlungen. wenn sie über ihr bewegtes Leben spricht: Kindheit im Krieg. dass der Zivildienstleistende Markus (19) ihr so gerne zuhört. denen wir uns dann morgen stellen. dritte Ehe. um die Logistik zu optimieren. Depression. früh verwitwet. Enkel. Deren Abfolge wird zur Biographie: Was wir gestern erlebt hatten. Sohn durch Autounfall verloren. findet Markus. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Routine lähmt! Jedes Leben hat einen Anfang und ein Ende – und dazwischen eine Anzahl von Ereignissen.

Doch was. Wir bauen unser Schicksal zum großen Teil selbst. dessen Leben seit Jahren stillzustehen scheint. bestellen wir automatisch die »Nummer 36«! Was sonst? Problematisch wird es. Nun könnte man fragen: »Muss sich denn immer etwas verbessern? Kann man denn nicht mit dem zufrieden sein. Jeden Tag. Erfahrungen verhindern Erfahrungen Interessanterweise neigen wir aber häufig dazu. was man gerade hat?« Sicher: Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Partner . Oder wie Lucy und Martin.2). wenn wir dabei immer an der gleichen Herausforderung scheitern: So wie Matthias. Das Problem dabei: Je tiefer sich Routinen in unser Leben einschleichen. hat Konsequenzen. Freunde und Hobbys.Selbstentwicklung dazu führten. Und wenn wir wie jeden Mittwochabend zu unserem Lieblingsitaliener gehen. Warum sich auch hinterfragen? Schließlich haben wir unseren festen T agesablauf. Oder wie der Lagerarbeiter Hannes. der Arzt. der seine Arbeitsroutine nur um ihrer selbst Willen aufrechterhalten will. Denn: Was wir tun. Unter Routine läuft unser Leben letztlich wie auf Autopilot (siehe Domino-Stein 1. die trotz ihrer jungen Jahre nur aus Gewohnheit zusammenbleiben. Job. desto blinder werden wir oft für Verbesserungsmöglichkeiten – selbst für offensichtliche. wenn der Spatz uns ständig Ärger macht und wir nach der T aube nur zu greifen bräuchten? 58 . Jeder hat es sich in seiner kleinen bequemen Welt gemütlich gemacht. dass man den einen Handlungsstrang ver lassen und einen neuen begonnen hat – wie in einer Geschichte. uns gerade aufgrund unserer Erfahrungen neuen Erfahrungen zu ver schließen.

Dann erkennen wir sofort. die Menschen zu V eränderungen zwingen – die schmerzhaften Katastrophen. die uns keine andere W ahl mehr lassen. was wir tun sollten. uns darauf täglich neu einzustellen.2). Und die sollte uns nicht am Handeln hindern. In solchen Si59 . muss auf den Spielverlauf reagieren – auch wenn Routinen bequemer erscheinen. wie sich nichts weiter von außen tut. lernt dazu. indem wir die Grenzen unserer kleinen W elt Tag für Tag erweitern. Warum aber fällt das oft so schwer? Einmal wegen unserer Routinen selbst – wer gegen sie handelt. Hinter der steckt oft Angst vor Misserfolg. oder? Wir haben also zwei Möglichkeiten: Entweder wir warten wie beim Weckerklingeln so lange.Wachstum ist Pflicht > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Verschieben Sie Ihre Grenzen! Wer Domino spielt. Der Blick von außen Besonders unangenehm sind die Situationen. Letztlich ist aber die einzige Konstante im Leben die V eränderung. handelt gegen seine Nervenverknüpfungen (siehe Domino-Stein 1. Oder aber wir blicken in jeder Sekunde unseres Lebens von außen auf uns drauf. Und wir tun gut daran. Scheidungen. dass wir handeln müssen (siehe Domino-Stein 1. Und dann liegt es an unserer Angst vor Veränderung. Zurückweisung oder Unbequemlichkeit. als von einem Tag auf den anderen etwas anders zu machen: Pleiten.5). bis der Druck von außen so stark ist. Krankheiten und so weiter. Dann wird unser Leben so lange das alte bleiben. Denn nur wer Grenzen überschreitet.

Und das.1). Akzeptieren. sollten wir unsere Situation verbessern – change it! Und wenn es weder etwas zu lieben noch zu verbessern gibt. Deshalb Domino-Tipp Nummer eins: Gehen Sie täglich in die Vogelperspektive! In welche Richtung soll Ihr Leben laufen? Bewegen Sie sich tatsächlich dorthin? W as können Sie täglich dazulernen? W issen Sie wirklich.Selbstentwicklung tuationen müssen wir handeln und uns verändern. W enn es aber nicht optimal läuft und wir Verbesserungspotenzial erkennen. mal andere Leute treffen als gewohnt. welche Ziele Sie erreichen wollen? Und wie Sie sie erreichen? Vor allem Lucy und Martin sollten sich ernsthaft die Richtungsfrage stellen. dann konzentrieren wir uns doch bewusst auf die schönen Seiten unserer Situation – love it! (siehe Domino-Stein 1. obwohl sich die meisten Katastrophen schon lange vorher abgezeichnet haben! Um sie rechtzeitig abzuwehren. ändern oder beenden Sie sie. hilft nur noch Schlussmachen – leave it! Immer wieder etwas Neues tun Domino-Tipp Nummer drei: Wer schon längere Zeit keine Veränderungen mehr erlebt hat. ändern oder beenden! Domino-Tipp Nummer zwei: Love it. Wenn eigentlich alles in Ordnung ist und wir nichts verändern wollen. kann sich zunächst im kleinen Rahmen an Neues gewöhnen – indem er kleinere V eränderungen jeden Tag bewusst übt: Mal eine andere Pizza bestellen. hätten wir uns meist nur vorher freiwillig verändern müssen. mal einen 60 . change it or leave it! Das heißt: Akzeptieren Sie die Verhältnisse.

Wachstum ist Pflicht anderen Weg zur Arbeit nehmen. Wochen oder Jahren wahrnehmen. vergeht die Zeit dabei schnell und unterhaltsam. Und unser ganzes Leben ist letztlich eine Abfolge von Ereignissen. Unter Umständen genügt das schon. Alles andere ist graue Theorie. handeln. die uns im günstigsten Fall voranbringen. dass wir Zeit nicht objektiv in Stunden. Und anstehende Veränderungen erscheinen weniger bedrohlich. je älter sie werden. neue Erfahrungen machen! Die meisten Menschen haben das Gefühl. dass ihre Lebenszeit immer schneller vergeht. > DAS DOMINO-PRINZIP Lauter spannende. während sie im Nachhinein aufgrund der vielen Erfahrungen ewig lang und spannend erscheint – wie un61 . um das Feuer in den Augen wieder anzuknipsen. sondern subjektiv in Ereignissen: Erleben wir viel. das viele Menschen mit dem Erwachsenwerden verloren haben. handeln! Domino-Tipp Nummer vier: Nur durch unsere Handlungen überwinden wir unsere Grenzen. Denn erst Handlungen führen zu Ereignissen. Das hängt damit zusammen. Handeln.

empfinden wir die Zeit erst als quälend langsam und im Nachhinein als schnell vergangen.Selbstentwicklung sere Kindheit und Jugend oder größere Veränderungsphasen. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie erleben Ihr Leben bewusst als einen Schatz voller wunderbarer Möglichkeiten. die Sie selbst bestimmen können. Leben wir hingegen immer die gleiche Routine. Sie erweitern Ihren Gedankenhorizont und dadurch Ihren Einflussbereich auf dieser schönen Welt. indem Sie V eränderungen bewusst wahrnehmen und mit Freude angehen! So sammeln Sie nicht nur spannende Erfahrungen. sondern auch jede Menge Erkenntnisse. wo die Zeit geblieben ist! Führen Sie also ein interessantes Leben. weil ja kaum etwas wirklich Spannendes passiert ist. Und so sind wir plötzlich zwanzig Jahre älter und fragen uns. 62 .

Nebenbei arbeitet sie als Trainerin. Einzig beim Fußball ist Jan ehrgeizig – schließlich steht seine Mannschaft vor dem Aufstieg in die Verbandsliga. dass sie nun freier arbeiten kann? 63 .Ziele finden Kapitel 2 Ziele finden Manfred (52) zählt die Jahre. Viel lieber verbringt er seine Zeit mit Aushilfsjobs. steckt sie voller Energie. schnauzt er sie an: »Penner! Gas geben!« Jasmin (35) weiß. Ihr Studienkollege Jan (29) ist weniger motiviert. Und wenn seine Mitspieler beim Training mal zu schlaff sind. Seltsamerweise kam sie dabei morgens meist kaum aus dem Bett. ihre Diplomarbeit eingereicht. Seit sie ihren neuen Job hat.« Seine Tochter Steffi (23) hingegen steckt voller Energie. Da trifft er viele Leute und verdient ein wenig Geld. Nur vor Klausuren rafft er sich kurz zum Lernen auf. wie wichtig Ziele im Job sind. Ob das daran liegt. Schließlich musste sie jahrelang strenge Zielvorgaben erfüllen. Nur noch acht bis zur Frühverrentung? Oder doch arbeiten bis 67? Auf die Frage nach seinem Befinden antwortet Manfred meist: »Na ja. Ihr Sportstudium ist fast beendet. es muss.

Die Frage ist nur: In welche Richtung weisen Ihre Pflichten? W eg vom Unangenehmen? Oder hin zum Erstrebenswerten? Denn genau hier scheiden sich die Geister: Die einen sehen in ihrem Handeln nämlich einen Sinn. sich treiben zu lassen? Zu tun. Davor aber müssen wir erst eine Weile die Zähne zusammenbeißen.Selbstentwicklung < ACHTUNG STOLPERSTEIN Zuckerbrot oder Peitsche? Kennen Sie das süße Gefühl. Offenbar lassen Sie Ihr Leben von äußeren Umständen leiten. könnte das Leben doch immer so schön sein! Leider aber ruft bald wieder die lästige Pflicht. Wie immer. stehen wir dann am Montagmorgen wieder in der Bahn. Bei Ihnen wird das Domino-Spiel zu einem Kampf gegen das über mächtige »Schicksal«. was einem gerade in den Sinn kommt? Einfach so zu handeln oder eben nicht zu handeln. in beinahe kindlicher Unschuld? Möglicherweise steigen in Ihnen jetzt Erinnerungen hoch – an den vergangenen Urlaub. Dann erst geht unser Leben weiter. kennen ihre Rich64 . Und uns übellaunig ins Schicksal fügend. an Sonntagvormittage im Bett oder an Ihre Kindheit. Ist Ihr Leben fremdbestimmt? Kommen Ihnen diese Gedanken bekannt vor? Das tut mir leid. anstatt die Richtung selbst zu bestimmen. kuschen vor Chef oder Kunde und sehnen Feierabend und W ochenende herbei. Sie müssen Ihre Pflichten erfüllen? Mag schon sein. Sie protestieren? Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig. ohne an Pflichten oder Konsequenzen denken zu müssen. Ach.

der uns 65 . Richtung und Ziel. Erster werden oder Vorletzter? Psychologen nennen die Motivation von innen heraus »intrinsisch« und die von außen »extrinsisch«. Sie stünden im Zoo mit einigen anderen Menschen vor dem Tigerkäfig. Und es wird kaum sein Ziel sein. wenn der T iger in einen Kanalschacht geplumpst ist. Aber: Wie schnell müssen Sie eigentlich rennen in so einer Situation? Na schauen Sie: Nur ein wenig schneller als der Langsamste genügt doch! Und: Rennen Sie auch noch. auch wenn Sie vorher müde Beine hatten? Das ist extrinsische Motivation. Beide bringen Menschen in Bewegung. sondern sich dabei auch besser fühlen. Hat hingegen ein von innen Motivierter das Ziel. Gefahr gebannt? Nein! W ozu auch? Das ist ein Nachteil extrinsischer Motivation: Lässt der äußere Druck nach. wird er von sich aus trainieren – ganz ohne T iger im Rücken. Vorletzter zu werden. Plötzlich geht die Käfigtür auf. Wetten. bei einem 1000-Meter-Lauf zu gewinnen.Ziele finden tung und peilen sogar ein konkretes Ziel an. hat an sich kein Ziel. Entsprechend handeln sie zielstrebig und freiwillig – schließlich wollen sie handeln und müssen es nicht. Anderen dagegen fehlen oft Sinn. dass Sie laufen werden. lässt auch die Leistung nach. Sicher ist es keine große Überraschung für Sie. Stellen Sie sich vor . Sobald unsere Handlungen einen wichtigen Zweck verfolgen. schüttet unser Gehirn einen Nervenbotenstoff namens Dopamin aus. und der T iger springt her aus. W er nur vor dem T iger flieht. Druck von außen. dass intrinsisch Motivierte langfristig nicht nur mehr Leistung bringen.

Sie müssten stundenlang mit Gewichten an beiden Armen umherlaufen. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Gute Ziele finden Sie sehen: Es wird Zeit. und es macht keinen Spaß. 66 . Sie hätten bereits welche: mehr Sport treiben. W ir brauchen also einen Sinn in unseren Handlungen. Doch ohne das Ziel. Na. fehlt Dopamin. Außerdem macht Dopamin Anstrengungen erträglich. stellen Sie sich vor . Lust am Gewichteschleppen? Beispiel: Liebe Damen. Aber was sind gute Ziele? Möglicherweise denken Sie nun. ein bisschen abnehmen oder weniger mit Ihrem Partner streiten. das genügt nicht. sich zu verschönern oder Tore zu schießen. Dabei beschreiben beide Szenarien die physischen Anforderungen an typische Lieblingsbeschäftigungen: eine Shoppingtour und ein Fußballspiel. dass man Ihnen in die Knöchel tritt. Verhaltensprofis definieren gute Ziele genauer . Es kommt dabei nur auf die Sichtweise an. stellen Sie sich nun vor. dabei hin und wieder sprinten und riskieren. dürften zwischendurch immer nur kurze Zeit sitzen. Lust darauf? Liebe Herren. Pardon. müssten sich ständig umziehen und würden dabei die ganze Zeit Geld verlieren. wie wäre das? Klingt auch nicht so toll. sich gute Ziele zu suchen. Na. Sie müssten anderthalb Stunden auf einem Rasen hin und her rennen.Selbstentwicklung wach und konzentriert macht und uns gute Laune verschafft.

Das heißt. Gute Ziele sind authentisch. positiv. ökonomisch und angemessen. ohne dabei müde zu werden? Unsere Energien liegen da. Gute Ziele sind spezifisch. realistisch. realistisch. W as motiviert Sie? W as könnten Sie von morgens bis abends tun. messbar. sie passen zu Ihnen und Ihren inneren W erten (siehe Domino-Stein 1. Aber der Reihe nach. weshalb sollten Sie einen Garten anlegen? Gute Ziele sind realistisch. terminiert. wie Sie Ihr Ziel erreichen. authentisch. W enn Ihnen der Wert »Gruppenzusammengehörigkeit« nicht liegt. wo unsere wahren Interessen liegen. Sie wollen »mehr Sport« treiben? Wie viel mehr? Und welchen Sport? Formulieren Sie es konkret! Was wollen Sie genau? Gute Ziele sind positiv: Es geht nicht ums »Abnehmen«. messbar und authentisch … Gute Ziele sind spezifisch. terminiert … Gute Ziele sind motivierend. W enn Sie Ihr Gemüse lieber im Super markt kaufen. ein Partylöwe zu werden? … motivierend. was Sie genau erreichen wollen.Ziele finden Gute Ziele sind spezifisch. »nicht ängstlich« oder »nicht arm« sein? V ergessen Sie das! W erden Sie besser schlank. konkret. warum sollten Sie dann üben. motivierend.4). können Sie sich genau ausdenken. konkret. Jede W oche fünf Kilo abneh67 . mutig und reich! Gute Ziele sind messbar: W as genau ist denn Ihr Zielgewicht? Oder wie viel Geld wollen Sie haben? Nur wenn Sie wissen. Sie wollen »schlank« sein! Also drehen Sie die negativen Impulse um: Wollen Sie »nicht dick«. positiv.

dass ich endlich einen tollen Job habe!«. Der Aufwand steht also in einem sinnvollen Verhältnis zum erwarteten Nutzen. Zensur verboten. Als chronischer Sofahocker fühlt man sich überfordert. sondern: »An Silvester werde ich feiern. was Sie wollten? Was würde Ihnen ein Außenstehender raten? Was sollten Sie unbedingt anpacken? Aufschreiben! Also: W as wollen Sie noch alles erreichen. wenn Sie finanziell unabhängig wären und wirklich tun und lassen könnten. … ökonomisch und angemessen! Ein gutes Ziel ist ökonomisch. dass Sie damit auf jeden Fall Erfolg hätten? Was würden Sie tun. was erleben? Schreiben Sie es auf! Was auch immer es ist. zwei Tagen. Das Ziel aber . wenn plötzlich ein Marathon ansteht. Nach ein. Alles ist erlaubt. Ihre Ziele herauszufinden: Was würden Sie tun. regelmäßig zum Joggen zu gehen. Außerdem gibt es noch eine Menge Fragen.Selbstentwicklung men? Achtung. Ein gutes Ziel ist terminiert. Lohnt es sich. Bis wann haben Sie es erreicht? Sagen Sie nicht: »Irgendwann«. wenn Sie wüssten. wenn Sie keine Angst davor hätten? W as würden Sie tun. Machen Sie sich eine Wunschliste. ist machbar – und somit angemessen. wenn Sie nicht etwas anderes gewohnt wären? Was würden Sie tun. die Ihnen helfen können. da ist der Misserfolg programmiert! Lieber fünf pro Monat anpeilen – das gelingt. für eine W oche Sardinien extra Italienisch zu ler nen? Da gibt es bestimmt Wichtigeres! Ein gutes Ziel ist angemessen. nehmen Sie Ihre Liste wieder zur Hand 68 .

Übrigens: Wer gute Ziele hat und gewohnt ist. damit Sie sie dann mit bester Motivation verfolgen können – ohne vor T igern zu fliehen. Sind Ihre Ziele in Ordnung? Was wollen Sie genau? Und Sie können nun ganz einfach Ihre persönlichen Ziele definieren. was Sie wollen. Für das nächste er folgreiche Projekt. geht es uns gut und wir stecken voller Energie. Nur fühlt sich das nicht an wie lang ersehntes W undenlecken. Schließlich warten im Leben noch jede Menge Abenteuer! 69 .Ziele finden und gehen Ihre Wünsche durch: W elcher ist zu schaffen. was Sie wollen Manfreds Energielosigkeit und Passivität? Steffis Leistungsdrang? Jans und Jasmins Motivationsschwankungen? Alles mit richtigen oder falschen Zielen erklärbar! Denn wenn das Ziel stimmt. Und diese Energie gewinnen Sie durch diesen DominoStein: Sie können all Ihr bisheriges Handeln anhand einfacher Kriterien überprüfen. Sie wissen. sondern eher wie zufriedenes Krafttanken. lässt auch mal gerne die Seele baumeln. sie zu er reichen. wenn Sie ausreichend Energie reinstecken? In welcher Zeit? Sie werden feststellen: Träume können wahr werden! > DAS DOMINO-PRINZIP Sie wissen. und tun es darum gern.

Noch immer bekommt Horst (72) Besuch von ehemaligen Studenten. Und das soll für den Rest seines Lebens auch so bleiben. Als Professor war er äußerst beliebt. Warum sich also grämen? Auch Sven (35) durchstöbert ein Fotoalbum. dass ich nicht mehr so dick bin!« Seit er sich gesund ernährt. sie macht erst einmal weiter wie bisher. Institute geleitet und sich etliche akademische Orden verdient. als er sich auf Bildern in seinen Zwanzigern betrachtet. Besser also. hat er seine Figur im Griff. »Eines nach dem anderen!« war seine Devise. dass man immer dicker wird. Leider nur kennt sie sich weder mit Buchhaltung noch mit Computern aus. Laut Wissenschaft ist das wohl völlig normal – viele nehmen zu. »Ein Glück. wollen. dürfen Sentimental durchstöbert Uwe (55) ein Fotoalbum.Selbstentwicklung Kapitel 3 Können. »Gruselig!«. Wie sportlich er früher war! Schade. Einen Job hat sie ja. 70 . denkt er. Und so hat er über die Jahre zahllose Bücher geschrieben. Eigentlich will sich Greta (40) seit Jahren selbständig machen.

ist das Gefühl der Machbarkeit. wie das geht. Stellen Sie sich etwa vor. wenn Sie keine Lust darauf haben. Das sind W issen und Fähigkeiten auf einem bestimmten Gebiet. verharren die anderen erst mal in ehrfürchtiger Starre. Viel zu viel Aufwand und Risiko! Also lassen wir es.Können. Nummer eins: die Handlungskompetenz. Was uns fehlt. ist das Gefühl. wenn Sie nicht wissen. Nummer drei: die Umgebungsstrukturen. hängt von drei V oraussetzungen ab – vom Können. Wollen und Dürfen. Und ungünstig. wenn Ihnen Zutaten fehlen oder Ihnen die Diät Ih71 . eine Herzoperation durchzuführen oder gegen Wladimir Klitschko zu boxen. sich ans Steuer einer Boeing 747 zu setzen. Warum? Was wir zum Handeln brauchen. Kein Mensch käme einfach so auf die Idee. dürfen < ACHTUNG STOLPERSTEIN Kompetenzmangel und Willensschwäche? Sie wollen sich weiterentwickeln und haben sich ein schönes Ziel ausgesucht? Gratulation! Doch während die einen nun loslegen. ob wir etwas wirklich tun wollen oder nicht. Sie sollten eine Crème brûlée zubereiten. Schwierig. operiert Herzen und nimmt es sogar mit Klitschko auf! Sind die alle größenwahnsinnig? Nein! Ob etwas geht oder nicht. Aber irgendjemand fliegt doch diese Maschinen. wollen. Dahinter steht die Frage. bei einer Handlung erfolgreich sein zu können. Ermöglicht man uns eine erfolgreiche Handlung oder versagt man sie uns? Kurz: Ob wir das Gefühl haben. dass wir uns nicht umsonst anstrengen. Nummer zwei: die Handlungsmotivation. hängt von drei wichtigen Erfolgsfaktoren ab. Auch nicht so leicht.

Wollen. Sie Crème brûlée essen zu sehen? Wetten. Dürfen selbst steuern Können. wenn Sie an einer der drei Schrauben drehen? Wie wäre es. Die Kompetenz folgt dem Wunsch. die dünne Zuckerkruste genüsslich mit der Zunge zu zerdrücken? Oder wenn Sie auf einmal sämtliche Zutaten hätten und Ihr Partner glaubhaft versichert.Selbstentwicklung res Partners eine Crème brûlée verbietet. Was aber. Und wer es tatsächlich studiert. Wollen und Dürfen beeinflussen sich gegenseitig! Wenn wir an der Können-Schraube drehen. sucht er sich dafür das Rezept. kann es in Erwägung ziehen und wollen. dass er sowieso keine Crème brûlée mag und höchstes Glück dabei empfindet. kommen häufig Wollen und Können hinterher. Und drehen wir an der Wollen-Schraube. Und dreht man an der Dürfen-Schraube. bringen wir dadurch Bewegung in die W ollen-Schraube. will natürlich auch mal an den Steuerknüppel. Will jemand zum Bespiel eine Crème brûlée zaubern. Und an welcher Schraube sollten Sie drehen? 72 . und Sie fangen gar nicht erst an. Es genügt schon eine einzige Hürde. Wer dank guter Schulnoten Medizin studieren darf. also an der KönnenSchraube dreht. Obwohl er Jahre zuvor erst mal über die Notenhürde musste. dass die Crème brûlée bald fertig wäre? > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Können. wenn Sie sich ein Rezept besorgen? Oder sich intensiv vorstellen. Wer eine Boeing 747 fliegen kann. setzen wir damit häufig auch die Können-Schraube in Bewegung. führt vielleicht auch bald Herzoperationen durch.

dürfen An welcher Schraube drehen? Haben Sie das Können als Hebel ausgemacht? Dann spielen Sie nun Domino-Stein 1. um zu verstehen. wie gesunde Ernährung funktioniert. 73 . indem Sie sich das Know-how dafür aneignen.Können. Ihre Ernährung umzustellen? Zeit für ein klärendes Gespräch! Wer auch immer Sie wie von Ihrem Ziel abhält: Entwickeln Sie eine Strategie für den Erfolgsfaktor Dürfen! Was muss sich bis wann verändert haben. Wer kann Ihnen dabei helfen? W er hat bereits geschafft. Ihr Ziel zu erreichen. was Sie tun können! W elche Strukturen gilt es zu verbessern? Sabotiert Ihre Familie den Versuch. warum Sie nichts tun können. wollen. Nun hält er sein Gewicht ganz leicht. Viele Menschen geben ja gerne ungünstigen Umständen die Schuld an ihrem Scheitern. und wie können Sie diese Veränderung herbeiführen? Was steht in Ihrer Macht? Wichtig ist. Vielleicht haben Sie ja auch den Faktor Dürfen als Hürde ausgemacht? Dann präzisieren Sie. Sie könnte sich ja auch Buchhalter und EDV Spezialisten suchen. sondern fragen Sie sich. was Sie davon abhält. unverschuldeten Pleiten oder chronischen Krankheiten. Und scheinbar zwangsläufig leiden sie deshalb unter fiesen Gesetzen. was Sie schaffen wollen? Wie? Sven zum Beispiel musste auch erst mal ein paar Bücher lesen.6: Schaffen Sie die Überzeugung. Auch Gretas Fragen dürften zu beantworten sein. dass Sie sich auf Ihren persönlichen Einflussbereich konzentrieren. Ihr Ziel zu erreichen! Welche Hindernisse gibt es? Und wie können Sie diese aus dem W eg räumen? Wichtig wieder: Fragen Sie sich nicht.

74 . sich in eine Richtung zu bewegen. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein ist klar: Fehlt Ihnen Wissen. um Ihr Ziel zu erreichen. Haben Sie übrigens den Faktor W ollen als Hebel ausgemacht? Dann lesen Sie bitte Domino-Stein 2. weil Sie an den wichtigen Schrauben richtig drehen. Und genau hier kommt wieder die innere Videokamera ins Spiel (siehe Domino-Stein 1. was wir aus den Bedingungen machen.1). dann läuft es meist fast wie von alleine. werden Sie es sich künftig aneignen. um erfolgreich zu sein. was in unserer Macht steht! Dann geht es nur noch darum. Die Frage ist: Worauf wollen Sie Ihren Sucher richten? > DAS DOMINO-PRINZIP Jederzeit loslegen – einfach so! Das Schöne beim Handeln ist: W ir brauchen die meisten Dinge zunächst gar nicht perfekt zu machen. Oft genügt es schon.Selbstentwicklung Also: Wenn wir die äußeren Umstände ohnehin nicht ändern können. konzentrieren wir uns auf das.4. Und widrige Umstände werden Sie künftig nicht mehr vom Handeln abhalten.

aber überrascht sie nicht. »Was soll’s? Die hättest du sowieso nie gekriegt!«. dass er sie nicht angesprochen hat. sich im Gespräch von ihrer besten Seite zeigt. bekommt er keinen Ton heraus. Schon Tage vor dem Vorstellungsgespräch hatte sie sich mental darauf vorbereitet. Nun grübelt er: Woran lag es? Hat man ihm seine Unsicherheit angemerkt und seine Furcht vor der verantwortungsvollen Position? Seine Zweifel.Einen starken Wunsch aufbauen Kapitel 4 Einen starken Wunsch aufbauen Kai (25) ist schüchtern. Alexander (37) hingegen bewarb sich um den gleichen Job – erfolglos. Vor allem wenn ihm eine junge Dame gefällt. ob der Job für ihn der richtige ist? 75 . Sie hatte sich immer wieder vorgestellt. Die tatsächliche Zusage freut sie nun. Ob er sich beim nächsten Mal traut? Silke (33) war sich von vornherein sicher. den Job zu bekommen. Obwohl seine Qualifikationen formal besser waren als die von Silke. und hatte mögliche Fragen und Antworten immer wieder in Gedanken durchgespielt. tröstet er sich dann. wie sie selbstsicher den Raum betritt. Obwohl er sich hinterher darüber ärgert.

die uns ein ums andere Mal am Handeln hindert. dass wir ernten können. Auch im Studium macht ihm seine Disziplinlosigkeit Probleme. zu lernen? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Bequemlichkeit oder Angst vor der eigenen Courage? Um erfolgreich zu handeln. Zum Glück! Oft genug verdanken wir ihr.Selbstentwicklung Paul (21) konnte sich schon zu Schulzeiten nur schwer zu den kleinen Pflichten des Alltags aufraffen. Andererseits kennen wir auch die Sorte Bequemlichkeit. dass er nun mit seinen WG-Mitbewohnern Ärger hat: Immer. der eigentlich nur jeden Tag das Anstehende tun müsste. Sicher kennen wir alle die Bequemlichkeit. die ver hindert. zu handeln – und wir warten. Gerade das W ollen aber scheitert im Domino-Spiel oft an zwei Hürden: an Bequemlichkeit oder Angst. Ob es sich überhaupt lohnt. weil wir zu faul zum Säen sind. Somit schützt Bequemlichkeit vor Überforderung.3). müssen wir etwas können. W eil er das aber nicht auf die Reihe bekommt. wenn er mit dem Putzen dran ist. So wie beim Studenten Paul. bis die Chance ver 76 . dürfen und wollen (siehe Domino-Stein 2. anliegende Dinge zu erledigen. stapeln sich die Probleme. Kein Wunder. kneift er. die es uns erschwert. Auch Unsicherheit und Angst überwiegen oft unseren Wunsch. dass wir trotz zahlreicher Aufgaben unsere Beine hochlegen und ausreichend Kraft tanken können.

der ihm sagt.3 – das Können verbessern. wenn die Katastrophe andere 77 . Klar: Wer sich einmal verbrannt hat. Unsicherheit resultiert meist aus Unkenntnis Unsicherheit ist meist eine Folge von Unkenntnis. trockener Mund. wie es geht. wenn wir falsch handeln? Also tun wir besser gar nichts! Zum Glück gibt es hier schnelle Hilfe: Domino-Stein 2. dass wir kämpfen oder weglaufen. dass er keine Ahnung hat. Kais Schüchternheit etwa rührt möglicherweise daher. Andererseits sind wir unzufrieden: Uns ist möglicherweise etwas Schönes durch die Lappen gegangen.Einen starken Wunsch aufbauen tan ist. Interessant dabei: Uns selbst muss bislang gar nichts Schlimmes passiert sein – für eine ordentliche Angst genügt es. Beklemmung – all das bedeutet »V orsicht!«. Angst ist oft gar nicht wichtig In vielen Fällen aber ist Angst unbegründet. Zittern. dass wir kein Risiko eingegangen sind. Denn Angst ist zunächst ein Hilfsmittel unserer Psyche und warnt uns vor Gefahren: Herzrasen. wie man flirtet. Also täte er gut daran. Etwas komplizierter ist die Hürde Angst. Oder sie ist das Resultat schlechter Erfahrungen. Angst soll uns darauf vorbereiten. Dann sind wir innerlich zerrissen: Einerseits freuen wir uns darüber. Wir kennen uns bei einem Thema nicht genügend aus und fragen: Was könnte Schlimmes passieren. diese Lücke zu schließen – zum Beispiel mit einem guten Flirt-Ratgeber oder einem guten Freund. Informieren wir uns über unsere Aufgabe! Was kommt dabei auf uns zu? Und wie gehen wir am besten damit um? So lässt die Unsicherheit bald nach. scheut das Feuer .

Zum Beispiel. Und was wir einmal tun. wieder anzuhalten. Und zwar dank unserer Gefühle (Domino-Stein 1. wenn man einmal in Schwung gekommen ist – selbst wenn der Anfang halbher zig war.Selbstentwicklung Menschen erwischt hat. Das heißt: Die Motivation wächst mit dem Handeln! Klar. kann sie auch ein sehr starker Motivator sein. Also: Vielen Dank. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Bauen Sie einen unwiderstehlichen Wunsch auf Was also tun? Ganz einfach: Einen so unwiderstehlichen Wunsch zum Handeln aufbauen. dass wir in Schwung kommen! Denn was wir wirklich wollen. wollen wir sie um jeden Preis abwenden (wie bei der Flucht vor dem Tiger. Ein Grund mehr also.2): Welche schönen Gefühle wollen wir erleben? Und welche schlechten vermeiden? Obwohl Angst uns bremsen kann. indem rein »sicherheitshalber« Zweifel aufkommen: So wie bei Alexander. der sich trotz guter Qualifikation den Job nicht zutraut – und dank seiner Halbherzigkeit der selbstbewussten Silke den Weg frei macht. Sie hilft uns. das wollen wir auch. siehe 78 . Deshalb ist es so schwierig. durch einen starken Wunsch ins Handeln zu kommen. Und deren Fehler muss man ja nicht nachmachen. warum: Das Können vermehrt sich durch das Tun von selbst. Und das führt zum W ollen. liebe Angst! Doch so sabotiert Angst häufig unseren eigenen Erfolg. in Schwung zu kommen: Wenn eine Katastrophe droht. das tun wir – trotz vereinzelter Hürden.

Der letzte Eindruck bleibt schließlich im Gedächtnis. wenn Sie nicht tun. Es lebe die Zukunft! Die Ängste aus der V ergangenheit legen wir übrigens am besten ab. Statt sie zu akzeptieren. was Sie riskieren. Er müsste sich eben 79 . Somit sieht Silke einen Sinn im Vorstellungsgespräch. wir handeln rechtzeitig! Die Vergangenheit ist tot. Die meisten positiven Effekte erfolgreicher Handlungen stellen sich ja erst in der Zukunft ein. fragen wir uns: »Warum bin ich unzufrieden? Was lässt sich verbessern?« Positiv hingegen motivieren wir uns. Alexander dagegen will weglaufen – er hat dank Angst das Fluchthormon Adrenalin im Blut. dass die V ergangenheit vorbei ist. es zu schaffen?« Auch Unzufriedenheit können wir zum Antrieb umfunktionieren. Sogar Paul könnte sich mit der Aussicht auf eine saubere Wohnung zum Putzen motivieren. Also: Zeit für Kino im Kopf! Stellen Sie sich vor. indem wir den Blick hoffnungsvoll in die Zukunft richten.2). was zu tun ist! Auf welche Katastrophen steuern Sie zu? Malen Sie sich alles möglichst plastisch aus: Droht Paul ein Leben als ewiger Verlierer? Hartz IV? Droht Kai die Einsamkeit des rastlosen Singles? Besser also. indem wir uns klarmachen. W ichtig deshalb: Neue Erfahrungen sammeln! Positive statt negative. Also fragen Sie sich: »Welchen Nutzen bringt es mir zu handeln?« Glück? Stolz? Erfahrungen? Locken Sie sich mit schönen Aussichten! Silke hat ihre innere V ideokamera auf einen tollen Job gerichtet. Sie können sich ja mal fragen: »Was habe ich in der Vergangenheit geschafft. Alexander nicht. schüttet im Gehirn den Abenteuer -Botenstoff Dopamin aus und fühlt sich leistungsstark. von dem ich nicht geglaubt hätte.Einen starken Wunsch aufbauen Domino-Stein 2.

W ir entwickeln also den Wunsch zu handeln. dass wir unser Ziel erreichen. Und weil wir andererseits wissen. Denn: Schaffen wir uns eine motivierende Erwartung von der Zukunft. wollen wir diese möglichst bald erleben. »W ie wird es sich anfühlen. welchen Nutzen eine saubere Wohnung hätte: Friede im Haus? Gemütlichkeit? Wow! »Ich bin schon am Ziel!« Und dann fragen Sie sich bitte auch gleich: »W ann werde ich das alles erleben?« Morgen? Nächsten Monat? In einem Jahr? Und stellen Sie sich Ihre schöne Zukunft schon heute so vor. sind wir davon überzeugt. wie es geht (wir können) und uns das Handeln erlaubt ist (wir dürfen). Wir bekommen das Gefühl der Machbarkeit. als hätten Sie sie bereits erreicht. am Ziel zu sein?« Diese Technik nennt man »Visualisierung«. > DAS DOMINO-PRINZIP Wir steuern unsere Wünsche selbst Wer sollte wen steuern? Unsere Wünsche uns? Besser doch: wir unsere Wünsche! Die können wir nämlich durch unsere Wahrnehmung bestimmen – und damit auch unsere Motivation in die richtige Richtung lenken.Selbstentwicklung konzentriert vorstellen. 80 .

Wie soll er sich nur kon81 . wie gut sie ist. Er stellt aber fest. tagelang in Folge gar nicht zu trinken. Kein Wunder bei Jacobs Verhalten! Ingo (33) weiß. wenn er schon am Vortag getrunken hat. Doch obwohl ihr alle Freunde einen grandiosen Erfolg prophezeien. Auch sein E-Mail-Programm meldet immer wieder: »Sie haben Post!«. Eigentlich will Paul (21) endlich für die Prüfung lernen. dass es viel leichter ist.Entscheiden und handeln Kapitel 5 Entscheiden und handeln Hannah (52) ist die Streitereien mit ihrem Sohn Jacob (17) leid. In ihrer Heimatstadt ist sie schon eine Berühmtheit. beim nächsten Konflikt nicht gleich loszuschreien. Doch schon am nächsten Tag flippt sie wieder aus. seit sie denken kann. während er immer dann trinken will. Sie nimmt sich fest vor. Leider aber rufen ihn ständig Freunde an. Was tun? Rahel (25) singt. Außerdem kommt im Fernsehen Skispringen. dass er weniger Alkohol trinken sollte. Am liebsten würde er sich nur jeden zweiten Tag ein oder zwei Bier gönnen. fliegt sie raus – beim Vorsingen war sie so aufgeregt. dass sie nicht zeigen konnte. Jetzt will sie bei einer CastingShow mitmachen.

konzentriert handeln Zunächst geht es bei jeder Handlung darum. denn er folgreiches Handeln ist nicht schwierig. Da ist diese Party … < ACHTUNG STOLPERSTEIN Halbherzigkeit hält vom Handeln ab Ziel. Auch die Neigung. bewusst eine Entscheidung zu treffen und zu handeln. lässt sich nicht aus der Bahn 82 . Schade. Man muss nur ein paar Strategien beachten.Selbstentwicklung zentrieren? Ob er lieber abends lernen soll? Außer heute natürlich. Die häufigsten Domino-Fallen liegen in der Praxis: Zum Beispiel wenn wir Entscheidungen beim erstbesten Hindernis über den Haufen werfen. Oder wenn sich echte Er folgskandidaten durch ihr negatives inneres Selbstgespräch um ihren Lohn bringen. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Klar entscheiden. Richtung und Weg sind klar. sich innerlich klar fürs Handeln zu entscheiden. verhindert Erfolge. Jetzt ist es wichtig. sich in Kleinigkeiten zu verzetteln. größere Hindernisse beseitigt und die Überzeugungen gesteuert. Doch so einfach erscheint oft weder das eine noch das andere. Denn nur wer eine echte Entscheidung getroffen hat.

Entscheiden und handeln werfen. dass sie sich wirklich anders verhalten will. Oft wussten wir das bereits während der Entscheidung selbst: Nichts anderes wäre uns je in den Sinn gekommen. Alles andere sind V arianten des vorherigen Verhaltens. deren Schreierei vielleicht kurz aussetzte. So wie bei Hannah. Manchmal hatten wir einen emotionalen Schlussstrich gezogen: »So etwas wirst du nie wieder erleben!« Andere Male steckten wir in einer Situation. in denen uns nichts anderes übrigbleibt. dass eine Entscheidung so viel klarer wird? Eigenlob stimmt! Achten wir außerdem auf Autosuggestionen! Denn: W as wir uns selbst einreden. und brechen wir alle Brücken ab. die uns in altes Fahrwasser führen könnten! Am besten schaffen wir Umstände. in der nur noch die Flucht nach vorne blieb: »Du musst jetzt handeln!« Und genau das können wir uns auch beim bewussten Entscheiden zunutze machen: Erklären wir gegenüber uns selbst. ehe Jacob seine Mutter nun wieder erlebt wie eh und je. Machen wir uns etwa in Gedanken Mut. Sie hat sie höchstens in Erwägung gezogen. Wenn wir auf unser bisheriges Leben zurückblicken. bestimmt unsere Handlungsweise mit. als konsequent zu handeln. als konsequent zu sein! Wetten. Nur eine echte Entscheidung bewirkt eine echte Veränderung. Wie soll er ihr abnehmen. dass wir jetzt etwas ändern. dann handeln wir auch mutiger und ausdauernder: »Bald ist es geschafft!« – »Du bist auf dem richtigen Weg!« Oder: »Super machst du das!« Leider haben wir oft in der Kindheit ab83 . nein: Hannah hat nicht wirklich eine Entscheidung getroffen. wenn nicht durch ihr V erhalten selbst? Nein. stellen wir fest: Viele unserer Entscheidungen haben wir im Nachhinein nie hinterfragt.

So ist man später oft vom Lob anderer abhängig: »Was die wohl über mich denken?« Doch auf manches Lob kann man lange warten.Selbstentwicklung erzogen bekommen. wenn wir in der Vergangenheit eine echte Entscheidung getroffen hatten. uns selbst zu loben. Schließlich wurden wir dann zu dem. Und diesen Mechanismus sollten wir uns zunutze machen! Schaffen wir ganze Serien unseres neuen Verhaltens! Reihen wir ein neues V erhalten an das nächste! Bald werden wir automatisch wiederholen. dass wir es gar nicht merkten. hieß es oft. Biofeedback: Wir fühlen. was der Körper ihr suggeriert – schließlich sind Körper und Stimmung im Gehirn fest miteinander verdrahtet! Also: Cheese! Versehentlich das Richtige getan? Gut! Manchmal kam es auch schon vor. was wir bereits am V ortag taten: das Richtige nämlich! So wie Ingo. Wir haben einfach etwas anders gemacht – und das neue Verhalten beibehalten. während es viel schwerer 84 . Also ist es besser. »Eigenlob stinkt!«. statt grimmig dreinzublicken! Stehen wir aufrecht statt mit hängenden Schultern! Sprechen wir laut und deutlich statt leise und vernuschelt! Das Geheimnis heißt »Biofeedback«: Selbst wenn es keinen Grund für gute Laune zu geben scheint. was wir taten.5 quasi aus Versehen. dem es leichtfällt. Wir spielten Domino-Stein 1. glaubt die Psyche. wie wir uns verhalten Auch körperlich können wir unsere Handlungsbereitschaft stärken: Lächeln wir. tagelang überhaupt nichts zu trinken. zu sagen: »Eigenlob stimmt!«. und sich das Eigenlob zu verdienen. dank neuer Nervenverknüpfungen.

So fühlen wir. dass man sich nicht zu sehr ablenken lässt.Entscheiden und handeln für ihn ist. nur ein. um erfolgreich zu sein. sich täglich neu zu entscheiden. Und nun zum Herzstück der Handlung: unserer Ausdauer. Ein Schritt nach dem anderen – das kann jeder.oder zweimal etwas zu tun. Sicher hätte auch Rahel gut daran getan. dass wir bald da sind und unsere Belohnung erhalten. oft müssen wir dafür sehr lange Zeit handeln. Sind wir einmal in Schwung. anstatt sich durch die Gesamtsituation unter Druck zu setzen. Nah-und-fern-Taktik Beim Durchhalten hilft die Nah-und-fern-Taktik: Ist ein Ziel noch weiter weg. Sind wir hingegen bereits auf der Zielgeraden. Das sorgt für Energie. bleiben wir in Schwung. Meist reicht es nicht aus. Mag sein. als wäre das Ziel noch weit weg! So bleiben wir cool genug. tun wir einfach so. um sicher anzukommen und ohne am Ende noch zu stolpern. handeln. dass wir unser inneres Selbstgespräch häufig nur auf den nächsten kleinen Schritt vor uns beziehen müssen. sich einfach nur aufs Singen zu konzentrieren. als hinge unser Leben davon ab. handeln. Nein. Letztlich tut es das ja auch. Eine wichtige V oraussetzung für Ausdauer ist allerdings auch. dass wir das Ziel manchmal aus den Augen verlieren und uns Kollege Schlendrian Gesellschaft leisten will: Wir sollten handeln. sollten wir so tun. als stünden wir direkt davor. Denn dieser nächste Schritt wird uns zum großen Ganzen führen. So wie 85 . Prima! Das Große kleindenken – und ausdauernd handeln Das bedeutet zum Glück auch.

Mit der inneren Einstellung.Selbstentwicklung Paul. was Sie noch vom Ziel trennt. Fast schon können Sie sich gratulieren! 86 . dessen Leistungsschwäche beim Studium wohl auch eine Folge mangelnder Konzentration ist. sorgen Sie in Ihrem Handeln für die nötige Konsequenz. was wichtig und was unwichtig ist. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Indem Sie sicher sind.) > DAS DOMINO-PRINZIP Konsequenz schafft das Ziel-Gefühl! Erfolg und Misserfolg hängen oft davon ab. hätte sich sämtliche Energien sparen können – er hat sich möglicherweise ganz umsonst angestrengt. Wer vorher vom Kurs abkommt. um ins Ziel zu kommen. Kleinkram dagegen lenkt ab und verschwendet Kraft. (W ie Sie übrigens bestimmen. schlapp macht oder sein Ziel verändert. als hätten Sie es schon erreicht: Das einzige. Konzentration aber macht erfolgreiches Handeln leicht: Schließlich hat man dabei eine Sache so lange im Kopf. ob man lange genug das Richtige getan hat. bis sie entweder erfolgreich abgehakt ist oder man sich so sehr daran gewöhnt hat. Ihr Ziel zu erreichen. ist es fast so.4. dass Sie Ihr Ziel auf jeden Fall erreichen. dass man sie automatisch weiterführt. zeigt Ihnen Domino-Stein 3. sind die Zeit und ein paar Steuerkorrekturen.

oder Ernährungsbuch lesen würde sie nie. dass sie schnell wieder zu den Kippen griff. Doch immer tauchten bald Schwierigkeiten auf. dass das bei ihr nicht klappt. jemals mit dem Rauchen aufhören zu können. dass er stets einen festen Job hatte! Seine Tochter Irene (35) hingegen hat es in seinen Augen nicht so gut. wie einfach man Nichtraucher werden kann. Denn nach einer Woche hatte sie zwei Kilo zugenommen! Klar also. in dem er erfuhr. Ein Glück. wenn man weiß. Eine Anstellung allerdings will sie nicht – schließlich will sie sich als Romanautorin etablieren. Nie hätte Eberhard (72) gedacht. 87 . Sie lebt als freie Journalistin oft von der Hand in den Mund. warum Raucher überhaupt rauchen.Flexibel ans Ziel kommen Kapitel 6 Flexibel ans Ziel kommen Gute Geschäftsideen hatte Johannes (58) schon immer. die ihm zu mühsam erschienen. Anke (28) hat auch schon mal mit dem Rauchen aufgehört und es bitter bereut. Nun kommt er von einem Seminar. Ein Nichtraucher. Entschlossen warf er seine Zigaretten weg und hat Stunden später immer noch keinen Drang zu rauchen. Schließlich weiß sie.

Wieder zu Hause. 88 . geht es ans W erk: Mit viel Liebe schlagen Sie die Sahne. und obwohl sonst alles stimmt. Dafür suchen Sie sich in einem Backbuch oder im Internet ein Rezept. sollen wir uns lieber fragen. Weil sich in Ihrer näheren Umgebung keine auftreiben lässt. Absurde Geschichte? Klar! Schließlich wissen wir: Fast hätten Sie Ihr Ziel erreicht! Dennoch verlaufen genau so jeden Tag etliche erfolgversprechende Projekte im Sand. dass er zäh genug war. Dann jedoch erscheint es Ihnen zu mühsam. Ihr Backprojekt einzustellen. wird nichts daraus. und werfen die halbfertige Torte in den Müll. beschließen Sie. während viele andere (und vielleicht Bessere) vorher aufgegeben haben. so lange zu handeln. Ir gendwelche Umstände oder Motivationslöcher schaffen eine Hürde. eine zu backen. der richtig erfolgreich ist. schreiben die Zutaten auf und kaufen sie im Supermarkt ein. Also beschließen Sie. warum gerade dieser Mensch Erfolg hat! Denn möglicherweise rührt das zum großen Teil daher. bestreichen die Tortenböden und bereiten alles für den Ofen vor. Bevor aber Neid aufkommt oder ein Gedanke »Das könnte ich auch!«. obwohl man sich darüber angesichts seiner mittelmäßigen Fähigkeiten wundert? Sicher . Sie hätten Lust auf eine Schwarzwälder Kirschtorte. Anscheinend hängen Sieg und Niederlage oft auch vom Durchhaltevermögen ab. bis der Erfolg kam. Und das ist genauso wichtig wie alle anderen Erfolgsfaktoren. Blöd. oder? Mal ehrlich: Kennen Sie jemanden.Selbstentwicklung < ACHTUNG STOLPERSTEIN Von Siegen und Niederlagen Stellen Sie sich vor . wohl jeder kennt so jemanden. den Ofen zu öffnen.

Endorphine schütten die Nerven immer dann aus. benötigen wir genügend gute Laune. Wie Sie wissen. Feiern und innehalten Damit wir aber dranbleiben. Erfolg hat nicht unbedingt der (anfänglich) Beste oder Schnellste. bis wir am Ziel sind! Und handeln wir so flexibel. wir lassen es zu. Deshalb fragen Sie sich am besten ständig: »W as habe ich schon alles geschafft?« – »W as läuft gerade gut?« Und: »Wann darf ich mir wieder eine Pause gönnen?« 89 . sondern der mit dem längsten Atem.Flexibel ans Ziel kommen > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Lernen und Erfolge feiern Also: Handeln wir so lange. Auch diese beiden Botenstoffe produziert unser Gehirn selbst – vorausgesetzt. sorgt unser Ziel bereits für ordentliches Kopf-Doping. damit uns vor lauter Leistung nicht langweilig wird. Praktisch gesprochen heißt das: Lassen wir es uns unterwegs so gut wie möglich gehen! Feiern wir. während Serotonin eher fürs entspannte Glück zuständig ist. wenn es was zum Feiern gibt. dass wir das Ziel nicht verfehlen! Handeln bis zum Erfolg? Klingt banal. inspizieren unseren verdienten Zwischenerfolg – und weiter geht’ s in Richtung Ziel. Das Dopamin sollten wir immer wieder mit ein paar Tropfen Endorphinen und Serotonin anreichern. wann immer es etwas zu feiern gibt! Und dann halten wir inne. Mit ein wenig Hauruck-Motivation ist es da selten getan. Tatsächlich aber ist genau das in der Praxis eine der größten Erfolgshürden – viele Projekte sind schließlich langfristig ausgelegt.

Insofern: Nein. macht das gar nichts. Und tief drinnen spürt er das bereits seit Jahren. Betrachten wir jeden Misserfolg nicht als Hinweis auf unser Scheitern. zum Ziel zu kommen. ist andererseits auch eine Portion Blödheit nötig. ob wir noch auf dem richtigen Kurs sind. Sondern wir sollten nachdenken! Feedbacks haben Gründe! Johannes will sich selbständig machen? Falscher Kurs. der sich als Holzweg herausstellt. Anke will mit dem Rauchen aufhören? Dann sollte sie nicht schon bei der ersten Schwierigkeit aufgeben. Vielleicht kommen wir so ja früher ans Ziel? Die Orientierung darüber. Sicher gibt es noch etliche Möglichkeiten. wir sollten unser Projekt nicht einfach so beenden.2). W enn wir ein wenig von der Strecke abweichen. Ja. Er ist ans Ziel gekommen. sich eine Niederlage einzugestehen und das Projekt zu beenden? Ja und nein. um es bis ins Ziel zu schaffen. können wir uns fragen. sondern zunächst einmal als Feedback: Unser Kurs stimmt noch nicht ganz. Deshalb: Handeln wir flexibel! Schließlich kennen wir unsere Zielkoordinaten und haben einen Kompass. statt vorwärtszukommen? Wäre es dann nicht an der Zeit. Erst wenn wir wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Die Zauberwörter heißen hier Feedback und Flexibilität. die nächste Möglichkeit zu suchen! So wie Eberhard. wenn wir ständig scheitern. wir sollten einen Weg verlassen. solange er nichts dafür tut. Zeit also.Selbstentwicklung Vorsicht bei Holzwegen Was aber. wir sollten also nicht reflexartig gegen die Wand donnern oder alles frustriert hinwerfen. Obwohl man zwar eine Portion Sturheit braucht. ob unser Ziel realistisch war (siehe Domino-Stein 2. er 90 . um trotz dauerhafter Kopfschmerzen beständig neben der Tür gegen die Wand zu rennen.

Sinnvoller wäre es. sich in ein Problem verbissen zu haben – nach einer Nacht Schlaf allerdings sieht alles halb so wild aus. > DAS DOMINO-PRINZIP Der Weg als Ziel Manche Menschen sind so zielfokussiert. dass sie vergessen. zu bemerken. Pardon: Domino-Steine. Am besten. wenn es mal nach unten geht. sondern als Antrieb – und Ihre Erfahrungen und beständiges Lernen sind das eigentliche Ziel Ihrer Reise! 91 . ihren Erfolg zu genießen. Ganz nebenbei nehmen wir den Niederlagen den Beigeschmack von Katastrophen und machen daraus Meilensteine auf dem Weg zu unserem Ziel. Solche Distanz erhalten wir. Sicher kennen Sie das Gefühl. dass sie schon heute leben. wir planen Niederlagen von Beginn an ein! Dann sind wir nicht enttäuscht. den Weg als Ziel zu betrachten – das tägliche W achsen führt schließlich zu einem reichen Schatz von Erfahrungen. indem wir immer wieder zu unserem Projekt bewusst Distanz schaffen. Leider geht ihnen dadurch ein wichtiger Sinn von Zielen verloren: die Belohnung. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie betrachten Ziele nicht mehr als Selbstzweck.Flexibel ans Ziel kommen halten wir. indem wir zum Beispiel bewusst Pausen einlegen oder mit vertrauten Menschen sprechen. Oft fällt es ihnen sogar am Ziel schwer.

Berufsleben Wie sieht es mit Ihrer Zufriedenheit im Berufsalltag aus? Darum geht es bei den Dreier-Steinen in Ihrem Domino-Spiel. dass Einkommen und Anerkennung in einem angemessenen V erhältnis zum Einsatz stehen? W ie gehen Sie am besten mit Zeit und Geld um? . der Sie wirklich erfüllt? W ie gelingt es. Wie finden Sie den Beruf.

Kapitel 1 Leben oder arbeiten? 94 Kapitel 2 Lebensunternehmer werden 100 Kapitel 3 Projekte stemmen Kapitel 4 Die Zeit im Griff Kapitel 5 Sich verkaufen können Kapitel 6 Mehr Geld verdienen 107 114 120 127 .

antwortet sie gereizt. Manchmal 94 . Nur außerhalb des Operationssaals hat er Stress: Berichte diktieren. Er liebt es. aber anspruchsvoll. »Das ist doch nur was für Idioten!« Ihre Eltern schütteln entsetzt den Kopf. dass Ela das richtige Leben kennenlernt. Für Jacob (43) ist nichts so entspannend wie eine Operation. Ihr neuer Kunde ist spannend. geht es dir gut?« – »Ja«. Besprechungen leiten. krankes Gewebe zu entfernen. Auf die Frage nach seinem Befinden antwortet er wie üblich: »Wie soll es mir gehen? Es ist Montag. Und nun steckt sie in der Vorbereitung eines Termins. Auch dem dritten Praktikum droht das vorzeitige Aus.Berufsleben Kapitel 1 Leben oder arbeiten? Missmutig besteigt Jo (53) mit ein paar Kollegen den Aufzug. Visiten machen. Dabei ist in einem Jahr schon Abitur! Zeit also. »Lässt du mich bitte weitermachen?« »Da gehe ich nicht mehr hin!«.« Das ganze Wochenende schon sitzt Petra (47) am Schreibtisch. Blutungen zu stillen. Immer wieder fragt ihr Mann: »Schatz. protestiert Ela (18) beim Abendessen. anspruchsvolle Wunden zu modellieren und zu nähen.

Das tun die meisten. was alle tun? Lassen Sie uns kurz über den Begriff des »Normalen« nachdenken. diese Fragen zu stellen. »Macht sie mich glücklich?«. verstehe ich unter »normal«? Das. verpassen wir unserer Lebenszeit keinen Opfer Stempel: »Von neun bis fünf wird gelitten. Sie beschreibt sozusagen den Mittelwert dessen. Demnach ist es normal. »Befriedigt sie mich?«. Was. was die meisten machen. um zu arbeiten? Sicher kennen Sie diese Frage. dass nicht alle Menschen in diesem Idealzustand leben. im Job unglücklich zu sein und im Laufe des Lebens immer dicker zu werden. Dennoch sind diese Fragen wichtig und können jedem zu einer besseren beruflichen Situation ver helfen. oder leben. 95 . Sie ist so alt wie unsinnig. Für Normen gibt es drei Definitionen. Und wenn wir keine Masochisten sind. finde ich. meinen Sie.« Sollten wir uns stattdessen nicht besser fragen: »Gefällt mir meine Arbeit?«. während wir arbeiten! Demnach ist Arbeitszeit Lebenszeit. Fakt ist: W ir leben. Es sollte im Leben jedes Einzelnen völlig normal sein. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Ein Leben im Hamsterrad? Sollen wir arbeiten. Ich weiß sehr wohl. Jacob gilt als Choleriker. dass er seine schlechte Laune an Mitarbeitern auslässt. um zu leben.Leben oder arbeiten? ärgert ihn das so sehr. Die oberste Norm ist der Sinn Zunächst gibt es die statistische Norm.

Dieses sogenannte Flow-Erleben beschrieb der Chicagoer Psychologe Mihály Csikszentmihályi (sprich: »Tschik-sentmihayi«) bereits 1975. Vereinfacht gesagt. was sein sollte: Es wäre gut. Spaß haben wir keinen. einen sicheren und zufriedenstellenden Job zu haben und einen Body-Mass-Index zwischen 19 und 25. Glück im Beruf ist die Norm – auch wenn das statistisch nicht normal ist. fühlen wir uns überfordert – und so sehr wir uns auch anstrengen.Berufsleben Dann gibt es die Soll-Norm. wenn wir voll und ganz in einer Aufgabe aufgehen. Und auch das macht uns auf Dauer keinen Spaß: Wir werden kraftlos. basiert es auf der richtigen Mischung aus Anforderungen und Fähigkeiten. 96 . ganz im Einklang mit unserer Umgebung. Sie beschreibt. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Arbeiten Sie im Flow! Weiter geht’s mit unserem Domino-Spiel! W elche Steine passen zu unserem Arbeitsdilemma? Hier gleich der wichtigste: Arbeiten Sie im Flow-Zustand! »Flow« – das ist das angenehme Gefühl. Kennen Sie das? Wenn wir Zeit und Ort vergessen und einfach handeln – anscheinend mühelos und dennoch konzentriert. Sie fragt: Welchen Sinn wollen wir schaffen? W ie sieht der Idealzustand aus? Und nun wird klar: Zufriedenheit im Job und ein gesunder Körper sind wichtig. Die oberste aller Normen aber ist die Sinn-Norm. Übersteigen die Anforderungen unsere Fähigkeiten. Übersteigen unsere Fähigkeiten die Anforderungen. fühlen wir uns unterfordert.

Wie sieht das denn bei den Menschen in unseren Beispielen aus? Petra zum Beispiel. wenn mein Job nicht zu diesen Prinzipien passt?« Dann überlegen Sie doch einmal. Keine Chance für Flow! Außerdem brauchen wir das Gefühl. Eine echte Flow-Aktivität sollte außerdem klare Ziele verfolgen und eine möglichst unmittelbare Rückmeldung über Erfolg oder Misserfolg geben. unsere Aktivität selbst kontrollieren zu können.2). dass man ihn nicht einfach nur das tun lässt. »Aber das ist doch purer Idealismus!« Na und? Ihr persönliches »Ideal« zu erreichen ist doch ein wundervolles Ziel (siehe Domino-Stein 2. wenn Sie sich in Ihrer Wahrnehmung auf die negativen 97 . was er richtig gut kann.1). Wie bei dem Operationsgenie Jacob: Ihn nervt es. die hochkonzentriert am Schreibtisch sitzt. Doch für ein Flow-Erlebnis müssen wir uns auf unsere Aufgabe konzentrieren können. Fremdbestimmung stört dabei. wenn Fähigkeiten und Anforderungen einander die W aage halten. fühlt sich durch ihren Mann gestört – auch wenn der es lieb meint. Ständige Ablenkung? Ätzend! Petras Mann sollte besser Petras Ar beitsweise respektieren und sie in Ruhe lassen. Sinnloses Hamsterrad? Nein. sondern dass man ihn ständig aus seinem Flow-Zustand reißt.Leben oder arbeiten? Optimal ist es. W ir müssen unserer Aufgabe gewachsen sein – und die Aufgabe muss uns entsprechen. sondern sitzt ihn ab wie eine Gefängnisstrafe. Wie Sie Flow erreichen Möglicherweise fallen Ihnen nun ein paar Aber -Einwände ein: »Aber was. »Aber hat nicht jede Arbeit ungeliebte Seiten?« Natürlich. ob Sie etwas daran ändern können (siehe Domino-Stein 2. danke! Deshalb ist Jo im Aufzug so deprimiert: Er sieht in seinem Job keinen tieferen Sinn für sein Leben.

Zwischenmenschlich Intelligente passen am besten in Berufe mit viel Menschenkontakt wie V erkauf. Fragen Sie sich doch einfach einmal. in der man Sie Ihre Arbeit machen lässt. in der Sie im Flow arbeiten können. Und Menschen mit hoher Eigen-Intelligenz haben ein 98 . was ich am besten kann?« Welche Intelligenz ist Ihre? Vielleicht orientieren Sie sich dabei an folgender Einteilung von Intelligenz-Typen: Sind Sie mathematisch-logisch intelligent? Dann suchen Sie sich eine Tätigkeit. um es zu erreichen (siehe DominoStein 1.1). gestalten Sie! Oder sind Sie musikalisch intelligent? Dann sollten Sie es mal mit einer akustischen Tätigkeit versuchen! Schon mal in einem T onstudio gewesen? Oder die Gitarre geschwungen? Auch für körperlich Intelligente steckt die Arbeitswelt voller FlowVerlockungen – etwa als Chirurg oder Handwerker . bei der Sie viel analysieren oder berechnen dürfen! Als Ingenieur? Oder Betriebswirt? Oder sind Sie sprachlich intelligent? Dann reden. Beratung und Therapie. und Sie hätten die Möglichkeit. zeichnen. »Wobei habe ich mühelose Erfolge. Seien Sie deshalb ehrlich zu sich selbst! Fragen Sie sich: »Was kann ich besonders gut?«. während andere sich für das gleiche Ergebnis viel mehr anstrengen müssten?« Und: »Tue ich wirklich genau das. schreiben oder lesen Sie! Sind Sie räumlich intelligent? Dann schreinern. Denn auch Sie können eine berufliche Situation erreichen. ob Sie bei Ihrer Arbeit wirklich Ihre Stärken einsetzen. Immerhin könnten Sie so eine verantwortungsvolle Position bekleiden. wunderbare Effekte zu erwirken – lauter Flow-Kriterien also. wie Sie das Schöne fokussieren.Berufsleben Dinge konzentrieren – überlegen Sie noch einmal.

So wie viele in der Freizeit die anstrengendsten Dinge tun. Stellen Sie sich vor. Sie hätten ausgesorgt Vielleicht nähern Sie sich Ihrer T raumtätigkeit mit der Frage an: »Was würde ich tun wollen. obwohl sie es nicht müssten. haben Sie wahrscheinlich Ihre Flow-Quelle gefunden. nie wieder arbeiten zu müssen! Wäre das nicht herrlich? Besonders interessant dabei aber wäre. was dabei im Kopf passiert: Dopamin-Doping. > DAS DOMINO-PRINZIP Den Job spielen Stellen Sie sich mal vor. in der Freizeit zu ar beiten. Dank der Zweier -Domino-Steine wissen wir ja. ohne dafür Geld zu bekommen: den Garten umgestalten. 99 . Sie sind ausgeglichen und schonen Ihre Ressourcen. Was tun Sie. Bergtouren unternehmen. ein Ehrenamt bekleiden. wenn ich ausgesorgt hätte?« Also denken Sie vielleicht an Geld ohne Ende und an genug Zeit für Ihre Lieblingsbeschäftigung. Anscheinend macht es also Spaß.Leben oder arbeiten? besonderes Händchen für die eigenen Bedürfnisse. dass Sie trotzdem jeden Tag etwas tun wollten. nachdem Sie Ihrem Chef die Meinung gesagt haben und aus dem Urlaub zurück sind? W enn Ihnen eine Tätigkeit einfällt.

Berufsleben Kapitel 2 Lebensunternehmer werden Walter (52) ist stolz auf seine Schule. Die Schüler würden nur auf akademische Anforderungen vorbereitet und nicht aufs Leben. »Was für die Arbeitswelt wichtig ist. Schließlich ist fürs Studium heutzutage nicht nur der Numerus clausus wichtig. Täglich kämpft er in der Schule mit Unmengen unwichtiger Informationen. Viel lieber würde er sich um sein Online-Projekt kümmern. Nico (17) ist verzweifelt. Henriette (28) versteht die Aufregung nicht. erfahren die jungen Leute nicht!«. schimpft Nicos Vater Rainer (51). das er mit Hilfe von Sponsoren aufbauen will. die er nur für Klassenarbeiten paukt. Als ehemaliger 100 . Und das will Walter seinen Schülern mit auf den Weg geben. sondern auch das allgemeine Leistungsniveau. Als selbständige Eigentümer einer erfolgreichen Werbeagentur halten sie ihn für wirklichkeitsfremd. Auch Nicos Eltern wundern sich über den Lehrplan. Als Direktor setzt er die seit der PISA-Studie gestiegenen Anforderungen im Unterricht um. um sie gleich wieder zu vergessen.

was er kann. »Die sollen sich nicht so anstellen. an Chancen orientiert. »Mir jedenfalls hat sie viel gebracht«. Das richtige Verhältnis von Anforderungen und Fähigkeiten. Zielklarheit und die Fähigkeit. gerne tut und womit er gewünschte Ergebnisse erzielt – und alles wäre gut. Oft sind solche Leute selbständig. Unterm Strich könnte man sagen. in der sie selbständig handeln können. Selbständigkeit ist im Grunde eine ganz eigene Lebens. Tatsächlich gibt es auch unzählige Menschen. Deshalb braucht der Selbständige auch die Fähigkeit und Bereitschaft zur Eigenverant101 . sagt sie. die nach diesen Prinzipien frei und glücklich arbeiten. sondern besser lernen!« < ACHTUNG STOLPERSTEIN Selbstständig ins Leben? Eigentlich sind die Flow-Prinzipien im Beruf ja logisch: Arbeiten entsprechend den eigenen Stärken und inneren Werten. dass jeder nur zu machen brauchte. sucht sich Sinn. Ziel und Richtung seiner Tätigkeit selbst aus. Oder sie sind angestellt in einer Position.Lebensunternehmer werden Einser-Abiturientin käme es der Journalistin nicht in den Sinn. die Schule derart zu kritisieren.und Arbeitsform: Wer selbständig denkt und handelt. Dabei geht der Selbständige unternehmerisch vor. Dafür urteilt und handelt er . das Erreichen des Ziels zu beeinflussen. also initiativ. wie er es selbst für angemessen und zielführend hält – das Koordinatensystem für richtig und falsch liegt im Kopf des Selbständigen und nicht in den Maßstäben anderer . gewinnmaximierend und ökono misch.

Das merken wir später im Berufsleben. Sie tun meist. dass diese Art zu leben und zu arbeiten den Flow-Prinzipien sehr nahe kommt. Das Leben hängt selten vom Schulwissen ab Kurz: Das System Schule lehrt großteils das Gegenteil von Selbständigkeit. hilft die Schule uns dabei. V iele Prominente outen sich als Sitzenbleiber. Nischen. Einerseits ist eine solide Bildungsbasis sinnvoll. Doch statt uns zu helfen.und Nutzenorientierung. unsere eigenen Systeme zu entwickeln. Praxisbezug. Parlamentsabgeordnete als Schulschwänzer. Klar. Und auch klar. Kreativität oder Pragmatismus besitzen. und versuchen vorwiegend. was später tatsächlich selbständig und erfolgreich macht: Eigeninitiative. und junge Menschen sollen sich dank möglichst breiter Qualifikation sämtliche Zukunftstürchen offenhalten. Fehler zu vermeiden. Das Problem liegt im System: Behörden definieren Leistungsanforderungen. selbständig zu arbeiten? Die Schule hilft uns nicht In der Schule lernen wir das leider nur selten. uns an ein System anzupassen. Aber: Wo lernen wir. was von ihnen verlangt wird. 102 . dass sie erfolgreich macht. wenn wir sehen. Unternehmer als Studienabbrecher. Stärken-. dass unsere tatsächlichen Lebenserfolge nichts mit Schulwissen oder gar Noten zu tun haben. »Schlechte« Schüler hingegen drohen durchs Raster zu fallen – selbst wenn sie einzelne lebenswichtige Stärken wie Kontaktfreude. Andererseits aber verkümmert dabei oft. Also folgen »gute« Schüler dem standardisierten Strom.Berufsleben wortung.

je nachdem. ungleiche Chancenverteilung. Doch sind die großen Domino-Fra103 . Dass der Platz an der Lebenssonne anders vergeben wird. ignoriert die Schule: Erfolgreich wird. »Möglichst einen sicheren Arbeitsplatz finden!«. »Ich habe eine Rechtschreibschwäche!« – das sind die Selbsteinschätzungen. und nicht an Standards und den eigenen Schwächen. Was auch sonst? Schließlich haben sie quasi mit der Muttermilch aufgesogen. steht zwar immer wieder in der Zeitung. wünschen sich nun viele Berufseinsteiger. wer sich an seinen persönlichen Stärken und Interessen sowie an den Bedürfnissen anderer orientiert. mit welchen Fehlern man uns intensiv genug konfrontiert hat.Lebensunternehmer werden Und viele hat die Schule geradezu demotiviert und kleingemacht: »Ich bin schlecht in Mathe!«. hat sich aber im Leben der meisten noch nicht durchgesetzt. dass ein Job erst mal sozial absichern soll. Und weil sich auch Unis bislang meist noch an Noten orientieren. dass sich unsere Arbeitswelt ändert und dass es heute viel stärker als früher auf Flexibilität und Einfallsreichtum ankommt. geht das Elend im Akademiebetrieb weiter.und Unikarriere die Jobsuche ansteht. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Werden Sie Lebensunternehmer! Kein Mensch will bestreiten. Die Erkenntnis. Man passt sich ja dafür brav an. Geschlechterungerechtigkeit und Abzocker-Mentalität. wenn nach jahrelanger Schul. dass es gerade im Berufsleben nicht immer gerecht zugeht: Gehaltsunterschiede. Völlig bizarr wird es.

W ie auch? Lehrer und Professoren sind meist Beamte oder zumindest ziemlich fest angestellt – genauso wie die Leute in den Behörden. verändern Sie sich besser mit! Passen Sie sich an die Veränderungen an! Zurzeit findet vor allem eine Art »Entrepreneurisierung« unserer Gesellschaft statt. spielt leider keine Rolle. Dienstleister mit mehreren Einkommensquellen statt nur einer einzigen. 104 . Anstatt sich also vergeblich auf Bestehendes zu berufen. Burn-out oder Gejammer einfach gerne ihren Job machen und dabei erfolgreich sind – oft sogar ohne Ausbildung und trotz scheinbarer Benachteiligung? Sicher kennen wir solche Menschen. W as nicht funktioniert. verschwindet.Berufsleben gen nicht wieder ganz andere? Nämlich: Was ist unser Ziel? Und was wollen wir aus den Gegebenheiten machen? Und: Kennen wir nicht auch Menschen. Im Lehrbetrieb verrichtet man seine Arbeit daher eher inhaltsorientiert als ergebnisorientiert. die die Inhalte bestimmen. Was machen wir daraus? In Schule und Uni haben wir zu wenig darüber erfahren. Uni oder gar Gewerkschaft zugeht. die ohne Gewerkschaft. überlebt. Dass es im freien W irtschaftsleben nicht wie in Schule. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. wie man sein Leben als Selbständiger bestreitet. Und das recht schnell. Sie machen etwas anders als die meisten anderen: Sie denken und handeln selbständig! Veränderung? Machen Sie mit! Die Arbeitswelt verändert sich. Das heißt: Viele werden zu freien Unternehmern. In der freien Wirtschaft erinnert das Leben eher an die Natur: Nur was funktioniert. Externer Berater statt interner Befehlsempfänger. die vorher ein festes Arbeitsverhältnis hatten: Freie Mitarbeit oder Firmengründung statt Festanstellung.

weil es ihr Chef verlangt. wenn ich meinen Job verliere?« Stattdessen sollten wir uns auf die Bedürfnisse anderer einlassen. damit ich mich optimal an sie anpasse?« Denn: Nur wer keine Nische findet. die passende Nachfrage zu suchen. was wir können und woran wir Spaß haben. Ein Vorteil für uns! Und wenn unser Angebot nicht zur Nachfrage passt. sind wir darin von vornherein besser als andere. muss seine Brötchen in Konkurrenz zu den Mitbewerbern verdienen. Und auch das verlangt eine Abkehr von unserer regelkonformen Angestelltendenke. steht es uns immer noch frei. Survival of the fittest! Darwin lebt. also ein Gebiet. Denn irgendjemand braucht sicher genau das. werden Arbeitgeber zu Kunden. Fragen wir uns nicht mehr: »W ie sicher ist meine Arbeit?« Oder: »W er zahlt. anstatt unglücklich an Ort und Stelle zu versauern.Lebensunternehmer werden Finden Sie Ihre Nische! Statt um Bestandsschutz geht es also ständig darum. in die ich springen kann?« Und nicht: »Was machen die anderen. Möglichst durch bessere oder günstigere Leistung. was wir anbieten. die unsere Lieblingstätigkeit nur ausführen. Wir müssen ihn nur finden! Deshalb: Denken Sie quer statt konform! Vergessen Sie Re105 . Fragen wir uns also: »Wofür werde ich bezahlt?« Und: »W omit kann ich vielen Menschen nützen?« Und hier wird es dann wieder rund: Denn womit sonst können wir anderen Menschen helfen als mit unseren eigenen Stärken und Interessen? Wenn wir tun. Gerechtigkeit? Quatsch. eine gute Nische zu finden. Doch: Wenn jeder zum Unternehmer wird. in dem man selbst gewisse Vorzüge vorzuweisen hat und in dem sich noch kein anderer tummelt – und sich darin dann so breit wie möglich zu machen. Die wichtigste Frage ist daher stets: »Wo ist eine Lücke.

wenn Sie Ihre Nische kennen. Das haben sie wirklich nicht verdient! 106 . Andererseits aber nehmen wir Schulzeit und Ausbildung besser nicht zu ernst. weil sie etwas bietet. wenn Sie etwas können. Kreativ gestalten statt frustriert verwalten! Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie haben Ihre Ar beit in der Hand und nicht die Arbeit Sie. Und auch als Angestellter werden Sie sich Bedingungen schaffen. sondern tun Sie die richtigen Dinge! Tun Sie. was anderen schwerfällt. was andere brauchen und was sonst keiner hat. Auch unsere Schulzeit könnten wir versöhnlicher betrachten: Sie war ein T raining. was andere nicht machen – und spezialisieren Sie sich darauf! Eine gute Geschäftsidee lässt die Konkurrenz links liegen. Auch als Arbeitnehmer wächst Ihr Stellenwert. die ans freie Unternehmertum grenzen. das uns darauf vorbereitete. sieht in der sich ständig verändernden Arbeitswelt tausend Möglichkeiten. was in der Natur sinnvoll wäre: genau das. Oder sie kann uns als Strategiespiel gewisse Ausgangspositionen verschaffen. wieder Lust auf Arbeit? Wer selbständig denken kann. dass wir Erfolge nicht geschenkt bekommen.Berufsleben geln! Tun Sie die Dinge nicht möglichst richtig. Wer ist also der gefragte Spezialist? Sie! > DAS DOMINO-PRINZIP Selbständige Leistung macht Spaß Na.

sich das zuzutrauen? Nur weil sie mal mit dem Rauchen aufgehört. Was immer er anpackt. dass sogar das Betriebsklima stimmt! »Für Holger legen sich alle gerne ins Zeug«. Während die Konzepte in den Papierkorb wandern. wundern sich seine Manager-Kollegen. Dabei erfüllen einige nicht die gesetzlichen Anforderungen! Wie kommen diese Leute also dazu. und seine Abteilung steht besser da als alle anderen. Schon wieder hat er die Gewinne gesteigert. zündet sie sich eine Zigarette an. Holger (33) ist ein Super-Chef. gelingt. Diätkurse.Projekte stemmen Kapitel 3 Projekte stemmen Dagmar (44) ist genervt. abgenommen oder eine Krise überstanden haben? Lächerlich! Dagmar selbst hat sich ihre Position natürlich hart erarbeitet: mit einem Studium der Sozialpädagogik und etlichen Fortbildungen. Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung. die ihre Leistungen von den Kassen unterstützen lassen wollen: Nichtraucherseminare. Als Präventionsbeauftragte einer Krankenkasse beurteilt sie wieder mal einige Anbieter. Unglaublich. Was er wohl besser macht? 107 .

Und wir haben erfahren. wie wir beim Arbeiten erfolgreich sind. T rotzdem ist noch nicht klar . in seinem Team aber macht sich Unmut breit: Er sei nicht teamorientiert. übernimmt Armin (38) Holgers bisherige Abteilung. Schafft er das. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Vom Sinn unseres Handelns Nun wissen wir also. bereitet Holger in der Chefetage Armins Ablösung vor. Armin hingegen hält es für sein Recht und seine Pflicht als Chef. Ist er dabei jedoch nachlässig. sich um besonders wichtige Kunden zu kümmern – wer auch sonst sollte dafür qualifiziert sein? Und während die Gewinne schrumpfen. sollte im richtigen T empo möglichst exakte Handgriffe durchführen. Wer berufsbedingt am Pizzaofen steht. Außerdem wolle er sich mit seinen A-Kunden nur profilieren. wie wichtig es ist. Diese sind von Aufgabe zu Aufgabe verschieden. leidet die Gesamtproduktion.Berufsleben Weil Holger bald befördert wird. ist alles gut. wie Arbeit Spaß macht. Wie gelingen uns Erfolge? Und woran bemessen sich Erfolg und Misserfolg? Was ist Erfolg? Kommt ganz darauf an! Erfolg definiert sich meist durch das Erreichen erwünschter Ergebnisse. und die Bestellungen stauen 108 . selbständig zu handeln. Zwar kümmert er sich als Spitzenverkäufer noch immer um die Kunden.

Und während am Pizzaofen eine definierte und reproduzierbare Leistung nötig ist. Sie sehen: Während die eine Definition sich am Arbeitsprozess orientiert. schaut die andere aufs Ergebnis.oder Ergebnisorientierung? Wahrscheinlich ja beides. Formal handeln sie vielleicht richtig: Sie 109 . denen Regeln wichtiger sind als Menschen? Über cholerische Chefs? Bestimmt. Im entscheidenden Moment war er da. wie bei den meisten Tätigkeiten. Also: Schaffen Sie erfolgreiche Prozesse! > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Im Sinne des Unternehmens handeln! Prinzip Nummer eins für erfolgreiche Projekte-Stemmer: Richten Sie Ihre Tätigkeit am Unternehmensziel aus! Haben Sie sich schon einmal über die Arbeit anderer Menschen geärgert? Über die unverständliche Ausdrucksweise eines T elefonisten einer T echnik-Hotline. der zu viele Fremdwörter verwendet? Über Behördenmitarbeiter . ist es egal. Dennoch ist die Ergebnisorientierung meist die eigentliche Zielgröße für den Erfolg – wobei der Prozess selbst natürlich den W eg zum Ergebnis darstellt. Schießt hingegen ein Stürmer in der letzten Spielminute das entscheidende Tor. Der Spieler muss mit ihnen umgehen und daraus das bestmögliche Ergebnis machen können: Tore. wenn er das ganze Spiel aufgrund enger Manndeckung wie abwesend wirkte. sind beim Fußball komplexe und überraschende Situationen die Norm. Was ist in Ihrem Job gefragt? Eher Prozess.Projekte stemmen sich – ein Misserfolg.

an Regeln oder Normen. Deshalb handelt er möglichst immer so. Was glauben Sie. Die Art und Weise aber erscheint verbesserungswürdig: Schließlich gibt es Technikberater. Insofern orientiert sich der V erantwortliche nicht nur an der Gruppe. damit das Gesamtergebnis besser wird?« Krankenkassen-Funktionärin Dagmar zum Beispiel scheint sich ihrer Verantwortung nicht bewusst zu sein. wenn er formal im Einzelfall falsch liegt. weil eine Regel es ihm vor schreibt. und nicht. dass dabei ein Erfolg herauskommt. Er handelt richtig. wenden Gesetze an oder treffen strategische Entscheidungen. dass sein Handeln Ausschlag geben kann für Erfolg oder Misserfolg eines Projekts. und Führungskräfte. weil er weiß. denen Menschen gerne folgen. Behördenmitarbeiter. die sich verständlich ausdrücken können. versteht. sondern er fragt sich vor allem beständig: »W as kann ich selbst tun. So kann er selbst dann das Richtige bewirken. Als Präven110 . die sich als Dienstleister am Menschen verstehen. Und wer hilft seinem Unternehmen besser? Klar: auch der zweite! Er richtet seine Tätigkeit am Sinn aus und bewirkt Erfolge dadurch oberhalb der reinen Dienstanforderungen. Also: Handeln Sie selbständig in Richtung des Unternehmensziels. welcher Typ kommt im Leben und im Beruf weiter: der erste oder der zweite? Der zweite natürlich. in welche Richtung das Handeln gehen soll. Hierfür brauchen Sie die Bereitschaft für unser Prinzip Nummer zwei: Übernehmen Sie Verantwortung! Selbständigkeit und Verantwortung Wer Verantwortung übernimmt.Berufsleben beurteilen Ihr Anliegen. Wieder: Er handelt selbständig und entsprechend den tatsächlichen Bedürfnissen des Unternehmens und der Menschen.

Projekte stemmen tionsbeauftragte hätte sie die Pflicht. Damit schadet sie der Versicherung und vielleicht sogar ihren Versicherten. handelt prozessorientiert – und erhöht genau dadurch seine Chance. schafft Misserfolge. Obwohl seine Leistung letztlich nur am Tor gemessen wird. Wer falsch handelt. Dagmar hingegen spielt den Pizzabäcker: Sie handelt auf Sachbearbeiterebene. Ergebnisse. dass Dagmars Beförderung zur Präventionsbeauftragten falsch war . muss er sich das zuerst mit einer Reihe richtiger Handlungen verdienen. trotz widriger Umstände Tore zu schießen und ihrem Arbeitgeber und den Versicherten zu nutzen. Die Übergänge zwischen Ergebnis. Ergebnisse Weiter zum dritten Prinzip für erfolgreiche Projekte-Stemmer: Schaffen Sie erfolgreiche Ergebnisse! Wer richtig handelt. weil sie raucht? Schließlich widerspricht ihr eigenes Handeln 111 . indem sie den Gestaltungsspielraum ihres Jobs ausnutzen. die Seminaranbieter vorurteilsfrei zu prüfen. Schließlich ist das Unternehmensziel einer Krankenkasse die Gesundheit ihrer V ersicherten. wie auf Sachbearbeiterebene richtig gehandelt wird. Dennoch orientiert sie sich rein an formalen Abläufen. Ergebnisse. das entscheidende T or zu schießen. also an Prozessen wie der sturen Prüfung nach Paragraphen – obwohl Kollegen in anderen Krankenkassen dabei oft eher die Qualität des Angebots berücksichtigen. obwohl sie eigentlich darüber Orientierung geben sollte. Kann es deshalb also sein. Sie übernehmen Verantwortung. Im Sinne des Unternehmensziels eben.und Prozessorientierung sind dabei fließend – beide bedingen einander gegenseitig: Wer als Stürmer gegen die Verteidigung des Gegners ankämpft. Sie versuchen sozusagen. schafft Erfolge.

4). was er am besten kann! Helfen Sie den Menschen. möglichst selbstbestimmt zu handeln! Drittens: Kontrollieren Sie die Ergebnisse! Stimmen sie mit Ihren Zielen überein? W enn ja. dass es Ihnen um die Sache geht. dass jeder im Team das macht. was er immer schon tut: verkaufen. Menschen zum Erfolg zu führen. denn der gewünschte Erfolg bleibt aus. dann korrigieren Sie den Kurs: indem Sie erneut das Ziel betonen. Alle werden ihr Bestes tun – und das Projektsystem wird funktionieren. sich Rückmeldung über mögliche Schwierigkeiten geben lassen. 112 .1). Obwohl möglicherweise formal alles richtig lief. sein Hintergrund? Zweitens: Sorgen Sie dafür. So sieht jeder . einen reinen Vertriebler zum Abteilungsleiter zu machen – er tut schließlich nur das. So wie bei Holger .Berufsleben dem Sinn ihrer Tätigkeit. Drei Schritte führen dahin. dass allen Beteiligten klar ist. prima. Er versteht es. alternative Wege erwägen und auch gezielt kritisieren (siehe Domino-Stein 5. und erlauben Sie ihnen. im Flow zu arbeiten (siehe Domino-Stein 3. worum es geht! Was ist das Ziel eines Projekts? Was ist sein Sinn. Das Ergebnis ist in beiden Fällen nicht zufriedenstellend. Geben Sie nun positives Feedback: Loben Sie! Belohnen Sie! Bestärken Sie! Decken sich Ergebnisse und Ziele nicht. Erstens: Sorgen Sie dafür . die Abweichung feststellen. So wie es in Armins Fall offenbar falsch war. Drei Schritte zum funktionierenden System Wie also erreicht man gewünschte Erfolge beim ProjekteStemmen? Indem Sie Prinzip Nummer vier befolgen: Schaffen Sie funktionierende Systeme! Und das ist gar nicht so schwer. Das alles tun Sie natürlich transparent und fair .

Projekte stemmen

> DAS DOMINO-PRINZIP
Sich die Führungsposition
verdienen
Früher erschien so manches einfacher am Arbeitsplatz. Der
Häuptling befahl, die Indianer folgten. Wer Häuptling und
wer Indianer war, stand vorher fest. Heute aber tickt unsere
Arbeitswelt anders: T eams, die nur für einzelne Projekte
zusammenfinden. Wissen, das immer spezialisierter wird.
Freie Mitarbeit statt fester Anstellung. Klar, dass hier am erfolgreichsten ist, wer sein Wissen optimal anwendet.
Nur: W er hat unter solchen Bedingungen das Sagen? In
wissensbasierten Gesellschaften definieren sich Chefs nicht
durch ihre Stellung, sondern durch ihr Können. Und dazu
gehört in einer flexiblen Arbeitswelt mehr als reine Fachkenntnis. Vielmehr muss man sein Können auch richtig anwenden. Dann organisiert sich das gute T eam nämlich fast
von selbst. Weil schließlich alle Erfolg haben wollen, orientieren sie sich an den Personen, die dafür am besten geeignet
sind – und plötzlich gibt es inoffizielle Führer. Was zählt, ist
das Ergebnis. Eine Führungsposition muss man sich heute
tagtäglich verdienen. Und seien Sie sicher: W ir werden immer mehr für das bezahlt, was wir wirklich können, und
nicht für das, was wir gelernt haben.
Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie werden allein
durch Ihre Fähigkeiten zum Entscheider.

113

Berufsleben

Kapitel 4

Die Zeit im Griff

Seit Erika (39) das Büro leitet, herrscht Chaos. Obwohl sie
ihr Handwerk beherrscht, stimmt etwas an der Struktur nicht
mehr. Ob es daran liegt, dass sie alle Entscheidungen selbst
treffen will und sich bei ihr die Arbeit stapelt?
Als Aufnahmeleiter sorgt Niclas (25) für reibungslose TV-Dreharbeiten. Gerade musste er bei der Pressestelle der Verkehrsbetriebe nach einer Drehgenehmigung fragen und bekommt
mal wieder Ärger mit dem Team. Das hatte erwartet, dass Niclas Pizza besorgt. »Soll ich etwa eine halbe Stunde auf die
Pizza warten, und die Pressestelle macht Feierabend?«, verteidigt er sich. »Nein«, schimpfen die anderen. »Aber du hättest die Pizza ja auf dem Hinweg bestellen und auf dem Rückweg abholen können!« Seufzend sehnt sich Niclas nach seiner
Bundeswehrzeit zurück. Wie klar da noch alles war!
Unter dem Begriff Zeitmanagement konnte sich Tina (32) nie
etwas vorstellen. Als sie noch Sekretärin war, machte sie einfach, was anlag. Nun zieht sie zwei Kleinkinder groß. »Prima,
dass du dich zu Hause nicht erst umstellen musst!«, denkt
114

Die Zeit im Griff

sich die Mutter. »Jetzt musst du die Dinge sowieso nehmen,
wie sie kommen.«
Alle wundern sich über Rolands (52) Leistungsfähigkeit. Mühelos schreibt er jedes Jahr zwei Bücher, hält Vorträge und leitet nebenbei noch seine Klinik. Wie er das nur schafft?

< ACHTUNG STOLPERSTEIN
Ja oder nein sagen?
Jeder Tag hat 24 Stunden. Für jeden Menschen. W ie wir
diese Zeit nutzen, ist unterschiedlich: Während die einen dabei Ergebnisse produzieren, rinnt sie anderen anscheinend
ungenutzt durch die Finger. Während die einen schuften bis
zum Umfallen und trotzdem »zu gar nichts kommen«, haben die anderen am Abend ein erfolgreiches Tagwerk vollbracht. Und während die einen ihre Zeit im Griff zu haben
scheinen, leiden die anderen im Griff der Zeit. Warum?
Kaum eine Domino-Taktik ist so wichtig wie die richtige
Nutzung der Zeit. Das W ort »Zeitmanagement« ist schief,
denn Zeit können wir nicht managen. Wir können nur managen, was wir in einer bestimmten Zeit tun. Und das führt
uns entweder in die Richtung, in die wir wollen, oder eben
in eine andere. Wie aber nutzt man seine Zeit richtig?

Zuerst die großen Brocken
Stellen Sie sich vor , vor Ihnen liegen drei kleine Haufen –
einer mit Pflastersteinen, ein zweiter mit Kieselsteinen und
115

Berufsleben

ein dritter mit Sand. Diese Haufen sollen Sie nun so in eine
Vase füllen, dass möglichst viel hineinpasst. In welcher Reihenfolge gehen Sie vor? Sie ahnen, worauf es hinausläuft:
Wer zuerst den Sand in die Vase füllt, nimmt den Kieselsteinen und den Pflastersteinen den Platz weg. Wer aber zuerst
die Pflastersteine einfüllt, sieht: Zwischen den Pflastersteinen ist noch Platz für die Kieselsteine! Und nachdem auch
die in der V ase sind, sehen wir was? Genau: Da ist noch
Platz für den Sand! Und wenn die V ase am Ende voll er scheint, passt immer noch eine Menge Wasser hinein.
Ähnlich verhält es sich mit unserer Zeit. W as wir täglich
tun, entspricht dabei entweder den Pflaster-, den Kieselsteinen oder dem Sand. Unsere Aufgabe ist es also, unsere Zeit
so zu nutzen, dass wir möglichst immer zuerst die großen
Steine in unser Zeitgefäß füllen – also die Zeit so nutzen,
dass wir erst W ichtiges erledigen, bevor wir uns mit Unwichtigem beschäftigen.
Doch worum geht es damit unterm Strich? Ums richtige Jaund Neinsagen! Jede Sekunde unseres Lebens entscheiden
wir, was wir gerade für wichtig halten und was nicht. Doch
wie unterscheiden wir das?

> SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN
Die Zeit in den Griff kriegen!
Zunächst einmal ordnen Sie Ihre wichtigsten Projekte: Was
tun Sie gerade täglich? W omit verbringen Sie Ihre Zeit?
Welche Ziele verfolgen Sie? Schaffen Sie sich einen Über blick über das, was Sie derzeit alles zu bewältigen gedenken!
116

Die Zeit im Griff

Zur besseren Orientierung können Sie Ihre laufenden Projekte aufschreiben: offene Abrechnungen fertigstellen, den
Garten fertig machen, die Kinder sicher durch die Schulwoche lotsen – was auch immer.
Dann suchen Sie sich die wichtigsten laufenden Projekte heraus! Was wollen Sie in einem absehbaren Zeitraum wirklich
erledigt wissen? Für diese wichtigsten Projekte erstellen Sie
nun je eine To-do-Liste: Was muss in welcher Reihenfolge
geschehen, damit Sie ans Ziel kommen? Wie viel Zeit brauchen Sie dafür?
Identifizieren Sie in Ihren To-do-Listen nun deren wirklich
wichtigste Bausteine! Diese Bausteine sind Ihre Pflaster steine. Ohne sie geht gar nichts. Nun gehen Sie Ihren Tagesablauf durch: Was machen Sie so von morgens bis abends?
Am besten erstellen Sie jeden Tag eine Liste mit den jeweiligen Aufgaben. Und? Entsprechen Ihre Tätigkeiten den
Pflastersteinen Ihrer Projekte? Sicher fällt Ihnen nun Optimierungsbedarf ins Auge.

Das Wichtigste zuerst!
Gehen Sie jede Ihrer täglichen Aufgaben morgens durch
und kategorisieren Sie sie mit den Buchstaben A, B, C oder
D. A-Aufgaben sind wichtig und dringend, diese erledigen
Sie möglichst sofort und selbst. B-Aufgaben sind zwar wichtig, aber nicht dringend, Sie erledigen Sie gleich nach den
A-Aufgaben. C-Aufgaben sind zwar dringend, aber nicht
wichtig. Diese Aufgaben dürfen Sie delegieren. Und D-Aufgaben sind weder wichtig noch dringend – die erledigen Sie
erst einmal gar nicht.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Wichtige Aufgaben sind wichtiger als dringende. Das macht sich Roland Tag für Tag zu117

die alles selbst entscheiden will. wie wir seit den Flow-Prinzipien (Domino-Stein 3.Berufsleben nutze. werden Sie feststellen. W ichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. die häufig nur eine Folge von zu viel Passivität sind! Beim Handeln aber liegt das Erfolgsgeheimnis nun darin. tritt er kaum in die Dringlichkeitsfalle. dass sich die Arbeit staut. Also: Tun Sie es auch! Gestalten Sie Ihren T agesablauf möglichst selbst. dass sie sich selbst darum kümmern will. Indem er erst seine Pflichten erledigt. anstatt sich von Umständen leiten zu lassen. dass es jeden T ag wirklich genug W ichtiges zu tun gibt. sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Erika hingegen.1) wissen. Denn wenn man Wichtiges rechtzeitig erledigt. Klar. Deshalb: Schließen Sie die Tür! Schalten Sie Ihr T elefon aus! Und wenn das nicht immer geht. Jetzt stellt sich die Frage für Tina weit weniger: Ihr Ziel ist es. Sie hält alles für so wichtig. scheint ein Problem damit zu haben. übernimmt der Faktor Dringlichkeit die Funktion der Wichtigkeit: Es geht drunter und drüber. Und weil ihre Mitarbeiter nun keine Orientierung haben. sondern Prioritäten Wenn Sie Ihre To-do-Liste konsequent ordnen. So wie in Tinas früherem Job als Sekretärin. So bringt Sie 118 . was wirklich wichtig ist. Die W ichtigkeit ergibt sich somit wie von selbst. die Kinder gut zu ver sorgen. in dem sie einen Brand nach dem anderen löschen musste. Nicht Termine sind wichtig. Und dafür ist es wichtig. sorgen Sie für Zeit-Inseln. wird daraus nichts Dringendes. innerhalb derer Sie möglichst ungestört sind. sich gezielt abzuschotten und zu anderen V erlockungen nein zu sagen. Übrigens: Auch so manche Belohnung sollten Sie natürlich hinauszuzögern lernen.

sondern T ermine für Ihre Prioritäten. kann er auf Hin.und Rückweg sicher noch schnell eine Pizza besorgen. Prioritäten für Ihre T ermine zu bestimmen. Dann sägen Sie den Meterstab bei Ihrem jetzigen Alter ab. was Sie schon hinter sich haben! Wie haben Sie diese Zeit genutzt? Und blicken Sie nach vorne! Wie wollen Sie Ihre verbleibende Zeit nutzen? Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Die Zeit verrinnt nicht mehr ungenutzt – sondern Sie füllen Ihre Zeit mit den wirklich wichtigen Dingen. 119 . während seine Kollegen am Drehen sind. > DAS DOMINO-PRINZIP Schneller vorankommen Lust auf ein etwas makaberes Gedankenspiel zum Abschluss? Dann nehmen Sie mal einen Meterstab aus Holz zur Hand. Nun sägen Sie ihn bei der Zentimeterzahl ab. Covey hat es einmal auf den Punkt gebracht: »Es geht nicht darum.Die Zeit im Griff bald nichts mehr von Ihrer Aufgabe ab. die der statistischen Lebenserwartung Ihres Geschlechts in Jahren entspricht – also als Frau bei derzeit 81 und als Mann bei 76 Zentimetern.« Noch Fragen? Und wenn Exsoldat Niclas schon gemütlich zum Pressesprecher geht. Schauen Sie mal. winken Ihnen bald ungeahnte Erfolge! Der berühmte Managementtrainer Stephen R. Ziehen Sie das konsequent durch.

prägte sie sich schon alle Abläufe ein. wunderten sich seine Kollegen erst. als sie musste. Sie kam viel langsamer voran. Klar.Berufsleben Kapitel 5 Sich verkaufen können Justus (37) ist Karriere-Profi. Annika (25) ist schlau. dass sie jetzt in eine Festanstellung übernommen wird. findet sie sich mit ihrer Situation ab. traut man ihm seit Jahren keine höhere Position zu. dass sie bald unentbehrlich war. 120 . Juliane (37) begann ihre Karriere mit Justus. was zu vermuten war: Auch als Selbständiger kam der Erfolg. Als er sich selbständig machte. Kaum hatte sie den begehrten Praktikumsplatz erhalten. Obwohl sie sich fragt. Ob es ihre Schüchternheit ist. Justus verdient jetzt mehr denn je. Dann allerdings geschah. die sie bremst? Auch Gerhard (44) tut sich mit dem Erfolg schwer. weshalb er in der Kantine meist alleine sitzt. Und nach kurzer Zeit arbeitete sie aktiv mit und tat mehr. Obwohl er auf seinem Gebiet ein Fachmann ist. Außerdem hat er keine Lust auf Small Talk. Als Angestellter zog es ihn wie von selbst die Karriereleiter hoch. ob ihr nicht eine verantwortungsvollere Position zustünde. Auch klar.

Sie seien es gar nicht wert. die V erkäufer dem Klischee nach haben: Sie sind aufdringlich. in der Sie sich verkaufen dürfen. W as natürlich nicht heißt. geht es um den Inhalt. danke!«. denken Sie nun womöglich. bitte? So läuft das leider nicht. Doch das heißt erst mal nur.« Und in Gedanken gehen Sie sämtliche schlechten Eigenschaften durch. Denn Menschen sind in erster Linie soziale W esen und keine Funktionsroboter. bitte. »Ich soll mich gut verkaufen? Nein. Anders formuliert: Wer nicht 121 . unsensibel.Sich verkaufen können < ACHTUNG STOLPERSTEIN Nicht als Bittsteller auftreten Sie sind gut? Schön! Doch wie erfahren andere davon? Dafür sollten Sie sich gut verkaufen können. Sagen Sie. Also: Wer sind Sie? Was machen Sie? Wofür stehen Sie? Und erst wenn diese Fragen beantwortet sind. »V erkaufen ist nichts für mich. einem Kunden oder einem Beurteilungsgespräch mit Ihrem V orgesetzten – unsicher wie eh und je und als Bittsteller: »Bitte gib mir einen Job!« – »Bitte gib mir einen Auftrag!« – »Bitte beurteile mich positiv!« – Bitte. den Menschen zu sagen. sich gut zu verkaufen? Andere hätten schließlich viel mehr drauf? Und mit diesem Knoten im Kopf stehen Sie dann wieder vor einer Bewerbung. kauen uns das Ohr ab und wollen uns manipulieren. dass Sie nicht aufgrund inhaltlicher Fragen in die Situation kommen. V ielleicht denken Sie aber auch. mit wem sie es eigentlich zu tun haben. wer Sie sind und was Sie können Es ist unumgänglich: Sie müssen sich anderen Menschen gut »verkaufen«.

möglicherweise ist Julianes Schüchternheit tatsächlich ihr Problem. Doch warum sollte man jemanden einstellen oder befördern. dass sie sich eine höhere Position oder mehr Erfolg gar nicht erst zu122 . Insofern: Ja. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Machen Sie Marketing für sich selbst! Im Kern beginnt unser Karriere-Domino wirklich mit dem Selbstbewusstsein. W eit bringt er es nicht. sammelt vielleicht Qualifikationen ohne Ende – und unterliegt beim nächsten Mal trotzdem wieder dem Mitbewerber mit der besseren Selbstinszenierung. sieht es düster aus mit ihrer Karriere.Berufsleben begreift. kann so gut sein. Überzeugungsfähigkeit. Viele haben davon so wenig. dass ich nicht gut genug bin!«. strengt sich doppelt und dreifach an. wie er will. was wiederum nur seine Bittsteller -Position untermauert. die Vermittlung eines Nutzens und die eigene Positionierung sind. wie wichtig persönlicher Kontakt. Ach ja: Und dann bildet er sich fort. entwickelt kaum Bewusstsein für seine Stärken. Ständig haben sie Angst vor Misserfolgen und Absagen. wenn er unsicher ist? Ob es einen Grund gibt für die Unsicherheit? Und schon geht die Spirale nach unten! Der Einkäufer denkt: »Soll ich nicht doch besser den selbstbewussten Konkurrenten nehmen?« Und der Unsichere denkt: »Ich hab doch gewusst. Solange sie das nicht in den Griff bekommt. Schlimmer noch: Wer sich nicht gut verkaufen kann. Solche Menschen sind unsicher und den Beurteilungen anderer ausgeliefert.

sondern Sie sind in dem. Die Frage lautet vielmehr: Warum sollten Sie besser sein als andere? Und hierauf gibt es genau zwei Antworten. wo es doch so viele Mitbewer ber gibt? Am besten verdrängen Sie erst mal den Gedanken. Wer erwischt wohl einen besseren Start ins Berufsleben? Nun betrachten Sie Ihre berufliche Situation bitte einmal aus Marketing-Sicht: Warum sollte man Sie »kaufen« wollen? Was können Sie. Sie sind exzellent. Und zwar nicht nur ein bisschen besser. die oder der den Zuschlag erhalten sollte.Sich verkaufen können trauen. ständig zu wachsen. was Sie anbieten. Schade! Denn ihre tatsächlichen Fähigkeiten bleiben dadurch oft unerkannt und unwirksam. was bieten Sie an? W elchen Nutzen bringen Sie? Und: W arum sind gerade Sie es. wirklich ausgezeichnet. Stellen Sie sich etwa zwei Biochemie-Studentinnen vor: Die eine jobbt als Putzfrau und in einer Studenten-Kneipe. und sind bestens auf größere Karriereschritte vorbereitet. dann werden Ihnen Ihre Fähigkeiten bald voraus123 . was Sie tun. Die andere als persönliche Assistentin eines erfolgreichen Geschäftsmanns und als Labormitarbeiterin. Das interessiert momentan niemanden – zumal das alle von sich behaupten. W ichtig deshalb: Suchen wir uns immer Tätigkeiten. Gratulation. Besser sein Möglichkeit eins: Sie sind wirklich besser als andere. sondern seien wir sogar gezielt unzufrieden! Was hat das Leben uns noch zu bieten? So lernen wir. die uns fordern und Verantwortung von uns verlangen! Trauen wir uns dabei immer ein wenig mehr zu als vorher! Geben wir uns nicht zu schnell mit dem Erreichten zufrieden. dass Sie immerhin gut können.

Schlauerweise war Annika auch noch die erste Praktikantin. und Kunden. die so vorgegangen ist. witzig. Sie wird so zum ver lässlichen Rad im System. die erste Buchhaltungsspezialistin aller pfiffigen Praktikanten! Ihr persönliches Alleinstellungsmerkmal Kurz: Es geht darum. hochwertig oder billig – kurz: Sie besetzen eine Nische! Annika hat so eine Nische gefunden: Sie ist die leistungsstarke Praktikantin. Denn: Je früher eine Nische besetzt ist. die sich um alles kümmert. Auf Deutsch: ein Alleinstellungsmerkmal. auf das niemand verzichten will. Sie sind vielleicht besonders schnell. Bitte seien Sie aber ehrlich: Sind Sie tatsächlich so gut? Oder waren Sie es vielleicht früher einmal. dann suchen Sie sich eine neue Kategorie Ihrer Nische: Seien Sie der Schnellste aller Hochwertigen. günstig. Etwas. während die Konkurrenz aus unerfindlichen Gründen immer besser zu werden scheint und in letzter Zeit Ihre Kundschaft ausbleibt? Also: Hängen Sie sich (wieder) richtig rein! Qualitätsstandards entwickeln sich weiter. etwas aufzubauen. was sonst keiner tut. Ständig. das genau Sie einzigartig macht. Sie bieten etwas an. Können Sie das nicht mehr sein. Jobangebote oder Projekte kommen zu Ihnen statt andersherum. der Günstigste im Billigsegment. Wodurch wir Möglichkeit 124 . Am besten sind Sie also auch in Ihrer Nische die Nummer eins. eine »Unique Selling Proposition«. Anders sein Möglichkeit zwei: Sie sind anders als andere.Berufsleben eilen. was andere nicht haben. desto besser. was man im Mar keting-Jargon eine »USP« nennt.

Schlauer wäre es. was andere wirklich brauchen! Denn eigentlich ist genau das Ihre Aufgabe im Job: etwas Sinnvolles zu tun. Heute trifft er sich mit seinen Kunden in Restaurants. was er gerade so macht. Er schafft es. dass er irgendwann ohne Job dasteht. wenn man ihn trifft. andere Menschen für sich und seine Ideen einzunehmen. ob seine Tätigkeit auch in Zukunft tatsächlich in genau der Art und W eise gebraucht wird.Sich verkaufen können Nummer zwei mit Nummer eins verbinden können: Wenn Sie eine Nische gefunden haben. ist es logisch. In welche Richtung entwickelt sich die Geschäfts-Evolution? Nicht. womit Sie anderen einen Nutzen bringen. Wofür stehen Sie? Keine Ahnung? Dann könnte es sein. weil ihn niemand mehr braucht. W ie ungünstig! Das Geheimnis von Justus’ Erfolg nämlich liegt in seiner Kontaktstärke. in der Sie bieten. sich immer wieder zu fragen. 125 . Wie? Indem er zu ihnen Beziehungen aufbaut. Sie wären eine Marke. Er tut. die ihm helfen: Er macht immer ein bisschen Small Talk. dass man ihn bei Beförderungen übersieht. zu der jedem sofort ein Nutzen einfällt. Er aß in der Kantine niemals alleine und ging abends mit Kollegen oder sogar Vorgesetzten aus. Und nebenbei er zählt er. dass Sie zu wenig mit anderen in Kontakt stehen. So knüpft er seit Jahren wertvolle Netzwerke. Beziehungen aufbauen Stellen Sie sich einfach vor. Und: Klar. Es ist angenehm mit Justus. dass Sie darin auch die beste Leistung bringen. was er immer schon tut. Fachmann Gerhard zum Beispiel stellt sich solche Sinnfragen schon lange nicht mehr. Er erläutert seine Projekte. Und es muss eine Nische sein. weil er sich genau darin am besten auskennt. wann immer es geht.

dass Sie so das Gefühl spüren werden. dass sich nun noch mehr Erfolge einstellen? Und dass Ihr Selbstbewusstsein weiter wächst? Und vor allem: Wetten. und der das auch anderen vermitteln kann. Großartig: Dann kann ja nichts mehr schiefgehen! Wetten. was er wert ist. Oft genau dem richtigen Gesprächspartner. wie wirklich sich die Sicherheit anfühlt. die jemand spürt. der weiß. was Sie können. Sie wissen. was andere brauchen und bieten es selbstbewusst an. Na? Sollten Sie vielleicht auch mehr Kontakte aufbauen und pflegen? > DAS DOMINO-PRINZIP Selbstbewusst und frei sein Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie beherrschen es. Sie haben sich Ihre Nische geschaffen und sind mit vielen Menschen vernetzt. Und gute Gründe für Ihr Selbstbewusstsein sammeln Sie nun schließlich täglich! 126 . wirklich frei zu sein in Ihren Entscheidungen? Sie werden fühlen. wie echt.Berufsleben Pläne und Wünsche. sich zu verkaufen.

Bemerkenswert erscheint ihm das nicht: »Man braucht nur gesunden Menschenverstand. als er seine Gehaltsabrechnung sieht. die Ausgaben kontrolliert und konsequent einen zahlungskräftigen Kundenstamm aufgebaut. Studiert hat Siegmund (55) nie. Dem Schuldnerberater ist klar.« Und so hat er in den Jahren seiner Selbständigkeit immer wieder klug gehandelt: umsichtig investiert. Wie soll man davon leben? Trotz seines guten Abschlusses im Lehramtsstudium hat er das Gefühl. Das junge Ehepaar kann seine Schulden nicht mehr tilgen. aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. obwohl Tilman von morgens bis abends schuftet und sogar zusätzlich einen Nebenjob angenommen hat. Sarah (28) und Tilman (29) stecken in der Falle. 127 . Trotzdem ist er Millionär. Unterhaltungselektronik und Kleidung angeschafft – und damit jede Menge Konsumschulden angehäuft.Mehr Geld verdienen Kapitel 6 Mehr Geld verdienen Torben (32) flucht mal wieder. woran es liegt: Jahrelang haben Sarah und Tilman regelmäßig auf Pump Möbel. Letztlich meldet die Familie Privatinsolvenz an.

um unsere Finanz-DominoSteine richtig zu legen? Genau zwei: mehr Geld einnehmen. W ieso? Weil es unsere Einstellungen. Warum beginnt das Kapitel zum Geld mit der Frage nach Ihren Gedanken? W eil beim Geld die innere Einstellung das A und O ist. Oder denken Sie: Geld macht frei und unabhängig? Es löst zwar nicht alle. müssen wir nur mehr verdienen. Der berühmte Money-Coach Bodo Schäfer konstruiert ein Gedankenspiel: W as wäre. Kenntnisse und V erhaltensweisen sind. die uns das Geld entweder zuströmen oder es von uns wegfließen lassen. W as würde passieren? W ahrscheinlich wäre bald wieder alles beim Alten: W er vorher mehr Geld hatte. oder? Ist es auch. als wir ausgeben. 128 . aber doch einige Probleme? Geld bringt Befriedigung? Dann dürfte es in Ihrem Portemonnaie schon etwas gedrängter zugehen. wenn alle Menschen auf der Welt von einem Tag auf den anderen plötzlich gleich viel Geld hätten? Stellen Sie sich das mal vor! Jeder hätte 5000 Euro in bar .Berufsleben < ACHTUNG STOLPERSTEIN Geldsorgen? Was fällt Ihnen ein beim Thema Geld? Stinkt es? Ist es ungerecht verteilt? Oder verdirbt es den Charakter? Denken Sie so? Wahrscheinlich haben Sie dann nicht besonders viel davon. Das klingt doch machbar. Und: weniger ausgeben. hätte nun auch wieder mehr. und wer zuvor weniger Geld oder gar Schulden hatte. Es gäbe keine Schulden mehr und keine V ermögen. Eigentlich ist es ziemlich einfach: Um Geld anzuhäufen. W elche Möglichkeiten haben wir also. hätte auch jetzt bald weniger Geld oder Schulden.

Fernseher oder einer neuen Einbauküche. Geld wertzuschätzen! Nur so werden Sie in den Genuss kommen können. kann Armut lindern. Computer. Geld ist gut Welchen Nutzen bringt Geld? W as kann es Gutes tun? Wem hilft Geld? Mit ein wenig Phantasie dürften selbst Kommunisten ein paar Antworten finden: Es stillt unsere Bedürfnisse. Auch das Auto muss standesge129 . weniger ausgeben! Beginnen wir wieder im Kopf: W as wir über Geld denken.1). Nur: W er eine negative Einstellung zum Thema Geld hat. warum Geld schlecht und flüchtig ist. oder? Nun also zu den zwei großen Stellschrauben: Kontrollieren Sie Ihre Ausgaben! Und erhöhen Sie Ihr Einkommen! Kosten runter! Punkt eins: Kontrollieren Sie Ihre Ausgaben! Das ist oft leichter gesagt als getan. Nicht schlecht. wird lauter Gründe finden. bringt uns Sicher heit im Alter. es in Ihre Taschen fließen zu lassen – und auch zu behalten. lässt die W irtschaft laufen. Möglicherweise denken Sie nun: »Blödsinn! Es gibt doch überall Geldsorgen. Schließlich gibt es so viele Bedürfnisse: nach dem neuesten Handy. bestimmt einen großen T eil unseres finanziellen Erfolgs.« Überall? Mitnichten: Ziemlich offensichtlich herrscht auch »überall« großer Reichtum! Eine Frage der Perspektive (siehe Domino-Stein 1. Ganz wichtig also: Lernen Sie.Mehr Geld verdienen > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Mehr verdienen.

Viele Menschen stecken zum Beispiel einen Großteil ihres 130 . wann immer es geht! Nur für Haus oder Eigentumswohnung nehmen Sie einen Kredit auf. So kontrollieren Sie. nicht kleckern. die Einkommen produzieren! Und zwar auch außerhalb Ihrer eigentlichen »Arbeit«. Zu viel ausgegeben? Dann im nächsten Monat weniger! Und wenn es ein neuer Fernseher sein muss. Das Eigenheim? Man gönnt sich ja sonst nichts. dann sparen Sie ihn vor dem Kauf zusammen und nicht danach. ob Sie sich Ihren Lebensstandard leisten können. Abhilfe schafft hier das gute alte Haushaltsbuch: Schreiben Sie alle Ihre Ausgaben auf! Die täglichen. Einnahmen rauf! Punkt zwei: Erhöhen Sie Ihre Einnahmen! Am besten. als verliehen wurde. Das Problem dabei: Geliehenes Geld wird verzinst. Bald bleibt am Ende des Geldes immer mehr Monat übrig. Die regelmäßigen und unregelmäßigen. Fürs Auto vielleicht auch. Natürlich auch für gute Geschäftsinvestitionen. Meiden Sie Konsumschulden. monatlichen.Berufsleben mäß sein – bloß keine Billigkarre. wöchentlichen. Der Urlaub? Klotzen. Und je mehr Kredite und je höher die Schulden. Und: Tun Sie vorwiegend Dinge. indem Sie Ihr direktes Einkommen erhöhen und vielleicht sogar aus mehreren Quellen speisen. sonst würde kaum jemand Geld verleihen. Die zuletzt gelegten Domino-Steine dürften Ihnen dafür genügend Tipps bieten. Für sonstigen Schnickschnack nicht. Also muss mehr Geld zurückgezahlt werden. Und außerdem: Ein bisschen Kredit können wir schließlich immer aufnehmen … Stopp! Zahlreiche überschuldete Haushalte sind in genau diese Falle gelaufen: unsinnige Konsumschulden. desto schwieriger die Rückzahlung.

Sinnvolle Investitionen! Apropos Investition: Natürlich lohnt es sich. Und wer es richtig macht und in gute Geschäfte investiert und seine Zeit gewinnbringend nutzt. im Internet Geschäfte machen oder sich für die Zukunft fortbilden. dafür später mehr zurückzubekommen. kann dadurch viel Geld verdienen. Als Lehrer macht er nun mal einen Job mit einem fixen Gehalt. Das können Sie freilich tun. eine kluge Investition? Herzlich willkommen in der Welt der Wirtschaft! Im Buchhandel. Ob ihm dieses angemessen erscheint. die goldene Eier legte Die sicherste Möglichkeit aber. Auf seinem »Markt« Schule ist Leistung genauso standardisiert wie die Bezahlung. ist unerheblich – er hat darüber nicht zu entscheiden. Suchen Sie sie! Daran täte auch Torben gut. Vielleicht kann er seine Fähigkeiten in einem anderen Markt gewinnbringender einsetzen? Die Gans. die in ihrer Freizeit eine Firma gründen. »Sparen?«. Ihre Einnahmen zu erhöhen. ist das richtige Sparen. Man gibt etwas in der Hoffnung aus. Gartenbau oder Schuhe. Streng genommen verliert man bei einer Investition ja erst einmal Geld oder Zeit. Finanziell schlauer aber stellen sich die an.Mehr Geld verdienen Verdiensts in kostspielige Hobbys wie Motorradfahren. Sie investieren ihre Zeit und wandeln diese dabei früher oder später in Geld um. am Kiosk oder im Internet werden Sie mit ein wenig Neugier ganz neue Verdienstformen entdecken. Doch was ist das. denken Sie nun womög131 . in gute Geschäftsideen zu investieren – zeitlich und finanziell. Er könnte sich kaum lukrative Vorteile verschaffen.

wie hoch Ihr Einkommen ist. Ende der Geschichte? Klar: Die Gans war tot. das mir dann nicht mehr zur Verfügung steht. Das ist der Zinseszins effekt. Dann haben Sie nach einem Jahr 800 Euro dazugewonnen! Trotz Kursschwankungen und Börsencrashs bieten Aktien über Jahrzehnte betrachtet hohe Renditen. nach 20 Jahren 46 600 Euro. Lassen Sie das Geld (Ihre Gans) also ungestört weiter im Fonds (am Leben). »Dabei lege ich doch Geld beiseite. Armer Bauer? Dummer Bauer. nach 30 Jahren 100 600 Euro. Eines T ages aber überkam den Bauern die Neugier: Wie machte die Gans das nur? Und so schlachtete er die Gans. Glücklich mehrte er so seinen Reichtum. Und dieses Geld rühren Sie nicht an. Sie investieren 10 000 Euro ein Jahr lang in einen Aktienfonds und erhalten dafür acht Prozent W ertsteigerung. oder? 132 . und nach 50 Jahren 469 000 Euro. ohne die Gans anzurühren. kann bei gleicher mittlerer W ertsteigerung die Post abgehen: Nach fünf Jahren hätten Sie ungefähr 14 700 Euro.Berufsleben lich. Am besten setzen Sie sich mit einem Finanzberater zusammen und erstellen einen Finanzplan. die goldene Eier legte. Wie schaffen Sie sich mit Ihrem Ersparten eine Geldgans? Indem Sie so viel Erspartes aufhäufen. Jeden Morgen holte er aus dem Nest ein goldenes Ei heraus. Stattdessen stecken Sie es in die richtige Geldanlage. nach zehn Jahren 21600 Euro. Nehmen wir an. und der Bauer bekam keine goldenen Eier mehr. W ie soll ich dabei Einnahmen erhöhen?« Indem Sie sich eine Geldgans züchten! Ein Bauer hatte eine Gans. Mit weiterhin acht Prozent Gewinn könnten Sie jedes Jahr in aller Ruhe goldene Eier im W ert von 37 500 Euro ernten. dass Ihnen die Zinsen schöne Einkünfte bescheren! Das heißt: Legen Sie immer einen bestimmten Prozentsatz Ihres Einkommens zur Seite – ganz egal. Keine schlechte Rendite.

Deshalb: Sparen Sie jeden Monat – selbst wenn Ihnen nur wenig Geld zur Verfügung steht. Er hat nur die beschriebenen Prinzipien umgesetzt. So bekommen Sie noch früher noch mehr Eier. wo Sie 10 000 Euro herbekommen sollen. Dabei hat er kein Hexenwerk vollbracht. werden Sie W ege finden. So können Sie zum Beispiel jeden Euro. und streicht nun satte Gewinne ein.Mehr Geld verdienen Falls Sie sich nun fragen. brauchen Sie dafür knapp über vier Jahre. in eine Investition stecken. 133 . Bezahlen Sie zuerst sich selbst. diese 10 000 Euro zu verdienen oder anzusparen. den Sie nicht ausgeben. bevor Sie andere bezahlen. sind Sie bald so reich wie Siegmund. besteht Ihr erstes Ziel eben zunächst darin. Und Ihr Erfolg aus diesem Domino-Stein ist: W enn Sie es genauso machen. Also: W elcher (Neben-)Verdienst könnte diese 200 Euro produzieren? Oder welches konkrete V erhalten die 200 Euro einsparen? Das Rauchen aufhören? Sich in eine bessere Stellung »verkaufen«? Egal: W enn Ihnen das Geld wichtig genug ist und der erstrebte Betrag als Ziel klar vor Augen steht. Legen Sie 200 Euro monatlich zur Seite. > DAS DOMINO-PRINZIP Endlich mehr Geld haben Der schlaue Siegmund hat mit seinen Investitionen jahrelang meist auf die richtigen Pferde gesetzt.

so dass sie auf Dauer Bestand haben? . Familie & Co. Bei den V ierer-Steinen in Ihrem Domino-Spiel geht es um Ihre sozialen Bindungen: Wie stark lassen Sie sich in Ihrer Lebensweise von Ihrem Umfeld beeinflussen? Wie wirken Sie anziehend auf andere Menschen? W ie finden Sie den richtigen Partner? Und: W ie gestalten Sie Ihre Beziehungen zu anderen Menschen.Partnerschaft.

Kapitel 1 Unser Umfeld bestimmt unser Leben Kapitel 2 Anziehung erzeugen Kapitel 3 Auf Partnersuche 136 142 149 Kapitel 4 Liebe? Leidenschaft? Freundschaft? 156 Kapitel 5 Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen 163 Kapitel 6 Beziehungskiller entschärfen 1 69 .

Partnerschaft. Jo (42) träumt schon immer von der Selbständigkeit. Und natürlich vor dem Fernseher. In Umgebung und Freundeskreis herrschen Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst. Mit seiner Frau kann er über das Thema nicht reden – sie würde sich nur Sorgen machen. In den vergangenen Monaten brachte sie 136 . dass sie bereits mehrere Depressionen hatte und zweimal sogar stationär psychiatrisch behandelt wurde. Kapitel 1 Unser Umfeld bestimmt unser Leben Cornelia (35) beneidet ihre Freundinnen um ihre glücklichen Beziehungen. Wäre sie nicht so schwach. Bei ihr hängt seit Jahren der Haussegen schief. Und zu Hause warten auf ihn die finanziellen Pflichten eines Familienvaters. hätte sie sich längst von ihm getrennt. Nächste Woche gründet die quirlige Wirtschaftswissenschaftlerin mit ihrer Freundin eine Internetfirma. Also verbringt er seine Freizeit wie immer mit seiner Familie und seinen Freunden. aufzehrenden Kampf gegen ihren Mann. Kein Wunder. Leider aber hat er keine Ahnung. wie er es hinbekommen soll. Gina (26) steckt voller Energie. Sie empfindet ihr ganzes Leben als einen ständigen. Familie & Co.

< ACHTUNG STOLPERSTEIN Falsche Informationen vermüllen unser Denken Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr mit wie unser persönliches Umfeld. Aus unserer persönlichen Umwelt. alles ist verwoben. Nichts geschieht zufällig. fragt sich der Wirtschaftsingenieur. Auch Freundinnen sagte Gina immer wieder ab. Einerseits ging ihr deren belangloses Geplapper auf die Nerven. Verändern können wir uns schließlich jederzeit. unserem Umfeld. Damit ist nicht die Zwangsläufigkeit im Sinne von »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm« oder »Schuster. 137 . der als Einziger die Wahrheit kennt. die von außen ins Gehirn gekommen sind. Andererseits aber störten sie die pessimistischen Ratschläge: »Sei bloß vorsichtig! Was. Zeitschriften und Start-up-Beratungen zu. Und dunkle Interessen ziehen die Strippen. wenn alles ein Reinfall wird?« Bodo (28) ist hochintelligent – aber leider auch sehr einsam.Unser Umfeld bestimmt unser Leben jede freie Minute mit Büchern. was es denken kann. bleib bei deinem Leisten!« gemeint. Nun haben sich alle gegen ihn verschworen. dass unser Gehirn eben nur denkt. wendet sich der auch schon wieder von Bodo ab. Vielmehr geht es darum. Kaum lernt er jemanden kennen. Als mathematisch-komplexer Denker beschäftigt er sich mit Verschwörungstheorien. »Ob dahinter System steckt?«. Und das sind zumeist Gedanken.

könnte man sagen. lieber Jo! 138 . Das heißt so viel wie »Müll rein. Müll raus! Informatiker nennen das Phänomen »Garbage in. Als Folge davon hält er seine Selbständigkeit nicht für realistisch (Verstoß gegen Domino-Prinzipien 2. Müll rein. die uns schaden.2). Sicherheitsorientierung und Routine beschäftigen. Doch worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit zumeist? Logisch: auf unsere unmittelbare Umgebung! Sie sehen: Können. unserer Motivation dazu und den Umgebungsfaktoren.Partnerschaft. Und das nur wegen der falschen Software. V on unserer Fähigkeit. etwas zu tun. Um sich besser zu fühlen (siehe Domino-Stein 1. kurz »GIGO«. die uns nützen. die sich mit Arbeitssuche. Sein Umfeld allerdings bietet ihm dafür nicht die richtigen Gedanken an. Was wir daraus machen.6). Erinnern Sie sich an Domino-Stein 2.3? Da war von Können. Und eben diese ganze Software landet durch unsere Aufmerksamkeit (siehe Domino-Stein 1. unabhängig vom Betriebssystem gibt es Programme. Familie & Co. sitzt Jo vor dem Fernseher. Wollen und Dürfen die Rede. und Programme. Garbage out«. Ein System produziert Unsinn. Wollen. hängt immer noch von unserem Oberstübchen ab! Wäre unser Gehirn ein Computer. Pech. Müll raus«.1 und 2. Dürfen – alle drei Faktoren sind abhängig vom Umfeld! Und welche »Software« finden wir dort vor? Betrachten wir mal Jo.1) in unserem Gehirn. wenn man Müll eingibt. Stattdessen muss er ständig einen Spagat zwischen seinen Wünschen und der Realität seiner Familie und Freunde machen. Für die Selbständigkeit aber lernt er dort nichts. »Eigentlich« will er sich selbständig machen. Die Konsequenz: Alles bleibt beim Alten.

was er wiederum mit V erschwörungstheorien begründet und wodurch er seinen Gedankenmüll wiederum immer weiter verstärkt. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Ein gutes Umfeld suchen Halten wir also fest: Unser Umfeld bestimmt unser Leben mit. zu schlechten Autosuggestionen (siehe Domino-Stein 2. In Hunderten Streitereien hat sie sich immer wieder Beschimpfungen angehört. passt sich bald an. dass wir Domino spielen! Hier die wichtigsten Prinzipien für ein erfolgreiches Umfeld-Spiel: Wir werden. was wir sehen. Mit seinen nervenden V erschwörungstheorien knüpft er keine sozialen Kontakte. die viel Zeit miteinander verbringen.5) und zu Depressionen. Und wer sich zu Beginn noch anders verhielt. GIGO pur! Bodo benötigt dringend ein neues Gedankenumfeld. wie ähnlich sich Menschen werden. Schließlich gilt: Gleich und gleich gesellt sich gern. Erfolg. Friede und Streit. Es beeinflusst Glück. In Branchen mit konservativem Outfit überbie139 . Misserfolg. Unglück. vor allem unter ihrer Ehe. W ozu führt das aber nach dem GIGO-Prinzip? Klar: zu einem destruktiven inneren Selbstgespräch. Also sorgen wir dafür. Kein Wunder! Auch Bodo füttert sich immer wieder mit Gedankenmüll. was wir werden wollen! Gemäß dem Können-W ollen-Dürfen-Prinzip füttern wir damit unser Gehirn fast zwangsläufig mit den richtigen Gedanken. Sicher haben Sie schon einmal beobachtet. dass wir in unserem Umfeld sehen können und dürfen.Unser Umfeld bestimmt unser Leben Auch Cornelia leidet unter ihrer Umgebung. Zeit.

Gedanken sind ansteckend.1 bis 2. Nicht von ungefähr ziehen sich sozial Schwache oft gegenseitig runter. ten sich alle in modischer Zurückhaltung. mit Das-geht-sowieso-nichtTypen und anstrengenden Drama-Queens! Diese können uns sämtliche Energien rauben. indem wir uns mit Unglück und Misserfolg umgeben! Vorsicht also beim Umgang mit Glück. Bleiben wir mit unseren falschen Gedanken aber in einem Umfeld falscher Gedanken.Partnerschaft. was sie diesem Ziel näherbringt (siehe Domino-Steine 2. tun wir . wird sich so bald nichts tun. Darum: Da unsere Umgebung so stark auf uns abfärbt. während Glückliche und Erfolgreiche sich gegenseitig beflügeln. Würde sich Jo also mit Gina abgeben. Und in intellektuellen Familien pflanzt sich die Literatur als Tischgespräch eher fort als der Boxsport. So würde Jos Verhalten in Unternehmerkreisen als grob falsch beur teilt. Aussehen oder Job. haben wir bald Müll im Kopf. Und was wir lernen. Familie & Co. Beachten und lernen wir Müll. Er könnte Erfolg sehen und erfolgreich werden. sondern auch konkrete Ziele. Denn was wir beachten.und Erfolglosen. können wir Glück und Erfolg ruinieren. Raus aus dem Umfeld der falschen Gedanken! Dieses Gleichheitsprinzip betrifft aber nicht nur Bildung. könnte er von deren Art zu handeln profitieren. das Sie bekommen können! Fahnden Sie nach Menschen mit den richtigen 140 . GIGO also! Rein ins Umfeld der guten Gedanken! Suchen Sie sich immer das beste Umfeld.6!). Gina hingegen täte das Richtige: Mit einem konkreten Ziel vor Augen tut sie. verstärken wir.

die hilfreich für uns sind. dass ein passendes Umfeld das Leben viel einfacher und erfolgreicher macht. was Sie finden! Sondern fragen Sie sich: »W o genau sind meine Ziele?« Und: »Wer kann mich dabei unterstützen.Unser Umfeld bestimmt unser Leben Gedanken für Sie. wenn uns unsere Umgebung Gedanken und V erhaltensweisen vorlebt. So sammelt das Gehirn Können. bis Sie Ihr Ziel konkret vor Augen haben. und Sie spüren bald den Sog von Freude.und V erhaltensmuster. sie zu erreichen?« Und dann arbeiten Sie daran so lange. Wollen und Dürfen – und bald geht es tatsächlich los! > DAS DOMINO-PRINZIP Werden. in der Sie tätig werden wollen. Man könnte also sagen. umgeben Sie sich mit Menschen. Aufgeschlossenheit und Mut! Ach – wie wir in die erlauchten Kreise reinkommen? Kein Problem: Lesen Sie den nächsten Domino-Stein! 141 . Genau das ist Ihr Erfolg mit diesem Domino-Stein! Und selbst wenn Sie sich bislang für unterprivilegiert gehalten haben – wechseln Sie einfach das Umfeld. Schließlich imitieren wir die Denk. und machen Sie sich Ihre Ziele immer wieder klar. Geben Sie sich nicht sofort mit dem zufrieden. womit wir uns umgeben Sehr viel Arbeit erübrigt sich. W echseln Sie in die Branche. die Ihnen wirklich gute Ratschläge geben können.

Seltsamerweise hat seine Frau Gabi (36) keinerlei Probleme mit dem Kleinen. Eberhard (38) weiß nicht mehr weiter. Obwohl sie ihm nie Befehle erteilt. Eberhard kritisiert das: »Im wirklichen Leben wird er auch nicht mit Samthandschuhen angefasst!« Daniel (46) schimpft mal wieder über seine Kunden: »Die sind doch alle dumm!« Denn obwohl er selbst von seinen Produkten überzeugt ist.Partnerschaft. Kapitel 2 Anziehung erzeugen Riccarda (17) ist verzweifelt. Im Gegenteil: Sie gehen jedes 142 . Sohn Joel (12) hört einfach nicht auf ihn. wollen die Besucher seines Ladens die Produktvorteile nicht einsehen. Und wird schon wieder ignoriert. Trotzdem nimmt man sie nicht ernst. Familie & Co. Was hat sie nicht schon alles versucht? Von cooler Fassade über Freundlichkeit bis Unterwürfigkeit. um zu imponieren. Im Gegenteil: Je härter Eberhard durchgreift. Oft enden ihre Konflikte im Krach. desto bockiger wird Joel. folgt er ihr und wird auch nicht laut. So sehr sie sich auch bemüht – ihre Wunsch-Clique akzeptiert sie einfach nicht. Jetzt hat sie sogar mit dem Rauchen angefangen.

Heute fühlt er sich besonders einsam. wenn wir sie brauchen. Und wieder einmal drängt Oma Anne (73) ihr das dritte Stück Kuchen auf. mit anderen Menschen verbunden zu sein. Damit es uns gutgeht. obwohl er die Stadt kennt. Im Idealfall haben wir mehrmals täglich Kontakt mit anderen sowie einen ganzen Sack voller Freunde und Bekannte. um unauffällig mit den Verkäuferinnen plaudern zu können. wenn Daniel sich warmgeredet hat. fühlt er sich alleine. wie sehr wir um sie kämpfen – sie sind nicht für uns da. obwohl Diana längst satt ist. Wieder einmal macht Diana (23) widerwillig einen Pflichtbesuch bei ihren Großeltern. Mit zwei. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Druck oder Sog? Wir Menschen sind soziale W esen. brauchen wir das Gefühl. Deshalb hat er auch schon in drei verschiedenen Bäckereien gefrühstückt. drei wirklich guten Freunden können wir wirklich alles vertrauensvoll teilen.Anziehung erzeugen Mal. Autsch! 143 . Wenn Hauke nicht mit anderen Menschen sprechen kann. »Extra für dich habe ich gebacken!« Soll sich Diana um den nächsten Besuch herumschummeln? Hauke (69) fragt schon wieder einen Passanten nach dem Weg. Und unsere »Freunde« kneifen immer dann. Egal. einsam oder ungeliebt. Im weniger idealen Fall hingegen fühlen wir uns meist alleine. Beim Militär war das Leben einfacher.

wie er will – er wird damit weder Zuneigung noch Kooperation erzeugen. Schade! Dabei sind nämlich meist nur ein paar DominoPrinzipien zu beachten – und Menschen fühlen sich von ganz alleine angezogen. Denn während sich im ersten Fall andere von einem angezogen fühlen. des Sogs: Einem Sog folgen Menschen freiwillig und nähern sich uns gerne an. Zugrunde liegen zwei unterschiedliche Kontaktmuster: einerseits das Muster der Anziehung. dass das auf Dauer schiefgeht. aber keine Anziehung. sondern ein Kind. Der Wille des einen soll wichtiger sein als der eines anderen. Familie & Co. was andere Menschen vertreibt. Auch Daniel wäre als V erkäufer gut beraten. Dazu gehören Befehle. Denn Joel ist kein Hund. was andere vertreibt Wirklich anziehende Menschen vermeiden möglichst. Worin liegt der Unterschied? Meist in der Herangehensweise an die Beziehung. andererseits das Muster von Druck. Und wer befiehlt. Zwang und Befehlen: Druck soll andere dazu zwingen. Eberhard kann so viel Druck auf Joel ausüben. Er bricht den W illen anderer. sondern Prinzipien und Sinn ver stehen. den 144 . Denn kaum jemand lässt sich gerne befehlen. Die Folge ist vielleicht Gehorsam.Partnerschaft. sich einem anzunähern. Freiwillig. was sie dann natürlich nur widerwillig tun. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Vermeiden. Er will nicht stumpf gehorchen. stößt man sie im zweiten ungewollt ab. Klar. statt ihn zu respektieren. überzeugt nicht.

Hilfsbereite Menschen können sich ihm aber gerade aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft nicht entziehen. Sogar Hauke. Weil sich Hauke aber durch seine emoti145 . der bemitleidenswerte Einsame. Ein Machtspiel: Diana soll tun. Doch was passiert.1) lauter Bilder. Sonst fühlt sich Oma schlecht – und das darf Diana schließlich nicht wollen. Natürlich wähnt sich Daniel so im »Recht«. Und das tut er. praktiziert emotionale Erpressung. Und fix sammelt unsere innere V ideokamera (siehe DominoStein 1. die der Ansicht des Eiferers widersprechen.Anziehung erzeugen Willen der Leute zu respektieren und ihnen keine Kaufbefehle zu erteilen. was Oma will. Den liebevoll gebackenen Kuchen zu ignorieren (was Diana nicht einmal tut) sei ja so herzlos. sondern geraten in eine Pflicht-Situation – stehen also unter Druck. Im schlimmsten Fall untergräbt man damit sogar das Selbstvertrauen des anderen. Schlaumeier Daniel! Schluss mit Gemotze und emotionaler Erpressung Auch Eberhards Gemotze baut unterm Strich Druck auf. Durch sein demonstrativ zur Schau getragenes Alleinsein zwingt er hilfsbereiten Mitmenschen den Kontakt geradezu auf. wenn uns jemand die uneingeschränkte W ahrheit predigt? Wir gehen ganz schnell in eine V erteidigungshaltung. Besonders unangenehm ist natürlich die emotionale Erpressung. der andere Menschen in eine Richtung drängt. Hierbei wälzt eine Person die V erantwortung für ihr Wohlbefinden auf eine andere ab. Pech gehabt. wenn er seine Kunden mit einem Wortschwall aus Besserwisserei und Bekehrungseifer traktiert.

wirkt zwangsläufig anziehend. Das wäre aber für echtes Interesse an seiner Person nötig. deren Verhältnis zu Joel ungetrübt gut ist – eben weil sich Joel freiwillig an seiner Mutter orientiert. deren seelische Ausgeglichenheit nicht von Sieg oder Niederlage in unnötigem Kräftemessen abhängt. sich selbst zu lieben. W er sich hingegen von anderen abhängig macht und unsicher wirkt. die wir sammeln.Partnerschaft. onale Bedürftigkeit unterwirft. Selbstbewusstsein und die Fähigkeit. So wie Riccarda. deren Selbstaufgabe auf die Clique nur lächerlich wirkt.« Und wenn es etwas zu kritisieren gibt. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist es ratsam. statt sie mit Kritik zu demotivieren. Familie & Co. Ein altes Sprichwort sagt: »Nur loben bringt nach oben. Kindern Mut zu machen. stößt andere eher ab. Das gelingt durch die richtige Mischung aus Fördern und Fordern und indem man richtige Verhaltensprinzipien vorlebt. um daraus das Bestmögliche zu machen. Denn wer seine Stärken und seine Identität nutzt. Selbstbewusstsein und innere Unabhängigkeit zu stärken. Unabhängigkeit macht attraktiv Woher aber kommen Selbstbewusstsein und innere Unabhängigkeit? Im Erwachsenenleben von den Erfolgen. 146 . Das Gegenteil von emotionaler Bedürftigkeit! So wie bei Gabi. sollten wir dabei stets fair bleiben und dann wieder nach der nächsten Gelegenheit für ein Lob Ausschau halten! So lange. Was aber verschafft nun Attraktivität? Eigenschaften wie innere Unabhängigkeit. ist mit ihm wiederum kein Kontakt auf Augenhöhe möglich. Mit solchen Menschen möchte man gerne zusammen sein. Dabei ist es wichtig. bis das Kind automatisch das Richtige tut.

erfährt. welches konkret gute V erhaltensweisen benennt anstatt reiner Ergebnisse. Und so bringt man bereits Kindern bei: »Eigenlob stinkt!« Doch zum einen stinkt Eigenlob nicht. 147 . und traut sich genau dadurch etwas zu (siehe Domino-Stein 2.1). also etwa: »Du hast gut durchgehalten!« – »Geduldig zugehört!« Oder: »Super konzentriert!« So wird es bald das richtige V erhalten sein. das ein Mensch um seiner selbst willen beibehält – ohne Steuerung von außen (siehe Domino-Stein 1. Und wie geht man beim Thema Loben mit sich selbst um? Das ist schon etwas kniffliger . Die Folge: Der Mensch wird selbstbewusst und unabhängig von den Meinungen anderer. allzu selbstverliebt oder gar egoistisch aufzutreten. Schließlich ist es in unserem Kulturkreis verpönt. und zum anderen verbietet man so manch empfindlicher Seele die Entwicklung eines positiven Selbstbildes. sondern auch unserem Umfeld.Anziehung erzeugen Übrigens: Das beste Lob ist das. Wie unattraktiv … Lassen Sie uns also gemeinsam die Software (siehe DominoStein 4. dass man schon bald auf das Lob anderer angewiesen ist – und man steckt mittendrin in der emotionalen Abhängigkeit. was einen niedermacht oder kleinhält: »Ach. Schick wird stattdessen. sondern es »stimmt« (siehe Domino-Stein 2. was wir alles gut gemacht haben! W ie wir es gut gemacht haben! Warum wir es gut gemacht haben! Und dass wir es auch in Zukunft wieder gut machen werden! Denn das schulden wir nicht nur uns selbst. was bin ich doch für ein Idiot!« W elch fatale Autosuggestion (siehe Domino-Stein 2.1) unserer »guten Kinderstube« hinterfragen und einiges korrigieren! Loben wir also auch uns selbst in Gedanken so oft wie möglich! Erzählen wir uns ständig selbst.5). W en wir darüber hinaus fordern. was er alles kann.4)! Klar.5).

als Sie sind.Partnerschaft. spüren Sicherheit und führen friedliche Beziehungen. ohne Druck aufzubauen – sondern völlig anstrengungsfrei. > DAS DOMINO-PRINZIP Sie ziehen Menschen an wie ein Magnet Stellen Sie sich vor. den und die Sie anziehen wollten – ganz im Sinne der V isualisierungstechnik (siehe DominoStein 2. Viel Erfolg! 148 . Diese aber finden Sie im nächsten Domino-Stein. Wäre das nicht wundervoll? Und das ist Ihr Er folg bei diesem Domino-Stein: Sie finden Freunde und halten sie. Wie finden Sie Ihr neues Leben als Beziehungsmagnet? Apropos Beziehungen: Was. wenn wir auf der Suche sind nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin? Auch dann sollte uns unsere neu gewonnene Anziehungskraft helfen können.4). Aber nicht nur die alleine – für die Partnersuche gelten schließlich noch ein paar Prinzipien mehr. Und das. ohne sich kleiner zu machen. Sie seien schon am Ziel und würden jeden und jede anziehen. gewinnen Kunden. Familie & Co. werden und bleiben bei Kollegen beliebt.

dann machte er 149 . Aber eine passende Frau kennengelernt hat er nur selten. Zwar haben sie sich seit langem nur gestritten – aber lieber ein bisschen Zoff als Einsamkeit. Wie früher auch. den sanften Softie. Bestimmt findet sie bald einen. Wer soll sich in ihrem Alter denn noch für sie interessieren? Und wie soll sie diesen Mann finden? Dirk (26) hat keine Ahnung. der besser zu ihr passt als ihr Ex. war ihr das Flirten sehr leichtgefallen. Und wenn doch. Allein war sie noch nie gerne. wie es seine Freunde immer anstellen. Alles hat er schon versucht: in Clubs den Coolen rausgehängt. attraktive Frauen kennenzulernen. Trotz Top-Figur. gutem Verdienst und Eigentumswohnung in bester Lage hat ihr Freund sie verlassen.Auf Partnersuche Kapitel 3 Auf Partnersuche Seit dem Ende ihrer Ehe fühlt sich Jutta (47) endlich frei. und mit Volldampf begibt sie sich auf die Suche nach einem neuen Partner. Das Leben der Kompromisse ist nun vorbei. den verwegenen Draufgänger. Und tatsächlich: Schon nach ein paar Wochen hat sie einen vielversprechenden Fang gemacht. Angelika (38) hingegen ist am Boden zerstört.

»Körbe gehören dazu!«. Dumm gelaufen! 150 . irgendwelche Fehler. die V orsicht ratsam erscheinen lassen. dass ich lieber darauf warte. Das Problem: Was tun. denken nun einige. Welche Fehler? Das weiß Dirk leider nicht. Was aber. dass die anderen auf mich zukommen. Mit ersten Mädels hat er sich schon geschrieben. Andererseits: Was.« Natürlich ist auch diese Taktik nicht verboten. Körbe!«.« Sicher eine mögliche Sichtweise. endlich fündig geworden: W ie schafft man es. Familie & Co. wenn der Traumpartner genauso denkt? Dann stehen zwei schweigende Geschöpfe einander gegenüber. Vielleicht aber stecken dahinter schmerzhafte Erfahrungen oder Erwartungen. das Interesse des Gegenübers zu verlieren. ohne Abfuhr ans Ziel zu kommen? Wo es doch so viele Gelegenheiten gibt. eine Abfuhr zu bekommen. denken andere. Nun probiert er es mit Online-Dating. wenn sich die Abfuhren mit ein wenig Wissen begrenzen lassen? Steigt dann nicht die Wahrscheinlichkeit. wenn er sie mal im »Real Life« trifft? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Angst vor der Abfuhr Wer kennt sie nicht.Partnerschaft. »Gesetz der Quote: Selbst wenn man hundertmal auf die Schnauze fällt. »Es tut mir so weh. die sich einiges zu geben hätten – wenn sie es nur wüssten. die die Gute wieder vertrieben. die Probleme bei der Partnersuche? Zuerst die Frage: Wie findet man die oder den Richtigen? Und dann. die oder den Richtigen viel früher zu treffen? »Autsch. ein Treffer wird schon dabei sein.

Auf Partnersuche »Wenn ich meinen Traumpartner gefunden habe. wir müssen gar nicht wirklich auf Partnersuche sein. »Dann darf man beim Flirten also auch zweideutige Bemerkungen machen! Ist ja nur spielerisch. spielerisch Kontakt zu möglichen Partnern herzustellen und dabei elegant die Spreu vom Weizen zu trennen: Wer passt? Und wer nicht? Freilich hat auch der Flirt selbst einen Unterhaltungswert.« V orsicht. Dass es hilfreich ist. Ein wenig Spaß darf schon sein – natürlich wenn er niemanden verletzt. denkt sich nun womöglich jemand. Ziel ist es. um flirten zu dürfen. ist eine Frage der Nähe beider Flirtpartner zueinander . Und warten. Besser. Zum Glück kann man diese Kunst lernen! 151 . das heißt. »Spaß?«. ignorieren sie aus Romantikgründen. Und so warten sie eben. Und stellen irgendwann fest. werden wir beide es schon merken!«. dass das Leben nicht immer einem Hollywood-Drehbuch folgt. das ist die wahre Kunst. einen Kandidaten vor der Diagnose »ewige Liebe« erst mal kennenzulernen. Und dann warten sie. Und warten. wir werfen mal einen genaueren Blick auf die Prinzipien des Flirt-Dominos! > SPI ELT I P P Richtig flirten Am besten betrachten wir das Flirten einfach als ein Spiel – wie das Domino auch. hoffen wiederum andere. Sie sehen: Eine echte Superlösung war bislang noch nicht dabei. hier wird es knifflig: Ob Zweideutigkeit angemessen ist oder nicht. Und diese Nähe richtig aufzubauen.

Diese Art sozialer Nähe ist Phase Nummer eins. Am besten wechseln wir unverfänglich in die nächste Phase – zur persönlichen Nähe! Aber wie? Halten wir Ausschau nach Zeichen dafür.« Ist die Zielperson hingegen im intensiven Gespräch. schaut bei jedem Augenkontakt zur Seite oder wendet sich gar ab. Diese Phasen erleben Menschen im Idealfall in genau dieser Reihenfolge. Der Reihe nach: Bevor ein Flirt starten kann. müssen beide Flirtpartner in gesellschaftlicher Nähe zueinander stehen. heißt das: »Lass mich in Ruhe!« Hier brauchen wir gar nicht erst zu versuchen. die vertrauliche Nähe. zugewandte Körpersprache oder auch eindeutige Unsicherheitsgesten und verstohlene Blicke. stößt den anderen vor den Kopf. die zärtliche und die intime Nähe. die persönliche Nähe. ob unser Wunsch-Flirtpartner hält. also beispielsweise im selben Raum sein und sich wahrnehmen können. Das alles heißt nämlich: »Ich habe nichts dagegen. W er es aber richtig macht. Die fünf Phasen der Nähe Die Nähe zwischen zwei Menschen lässt sich in fünf Phasen einteilen: die gesellschaftliche Nähe. ob sie Interesse daran haben.Partnerschaft. was er verspricht. in die nächste Nähe-Phase zu wechseln. im Umfeld unseres Zielobjekts. Und sie signalisieren sich in jeder Phase. finden wir heraus. dass du mich ansprichst. kann so leicht bis zur Intimität vordringen. Lächeln. Also: Interessante Person gefunden? Dann schnell gesellschaftliche Nähe herstellen! Einfach so anquatschen. Familie & Co. Unaufdringlich ist besser! Nun. wäre zu direkt – Phase übersprungen. dass die andere Person einem persönlichen Kennenlernen nicht abgeneigt wäre: Augenkontakt. in die nächste Phase weiterzugehen: Ja? Oder nein? Einander noch näher kommen? Oder besser doch nicht? W er die Regeln der aktuellen Phase nicht beachtet. 152 .

was tun? Ganz einfach: Sind ein paar Jas (drei bis fünf) zusammengekommen. einander zu beschnuppern und dann zu signalisieren. ob man in die nächste Phase wechselt: die der vertraulichen Nähe. Haben wir aber stattdessen lauter Neins kassiert. Alles. Also zurück in die gesellschaftliche Nähe: Tschüs und einen schönen Abend noch! In Phase drei.Auf Partnersuche »Hallo! Schönes Wetter heute!« Und jetzt sprechen wir unseren Flirtpartner an! »Hallo!« – »Schönes Wetter. hat unser Gegenüber Interesse an weiterem Kontakt – wir können ein Treffen unter vier Augen anstreben. Es besteht kein Interesse. und wer bist du?« Alles erlaubt. Verboten sind nur plumpe Baggersprüche und unverschämt eindeutige Komplimente – das erlaubt der Abstand noch nicht. Es geht zunächst nur darum. wirkt aufdringlich. Interessiertes Zuhören? Ja! Häufiges Nicken? Ja! Ständig neue Gesprächsimpulse? Ja! Aber: Sehr knappe Sätze? Nein! Umherschweifender Blick? Nein! Abweisende Körpersprache? Nein! Also. bedarf es der passenden Signale vom Gegenüber . an dem ein ungestörtes Gespräch unter vier Augen möglich ist. lernen wir unseren Flirtpartner schon näher kennen. Mehr noch nicht. was jetzt schon auf die zärtliche oder gar intime Ebene hinweist. Aber auch um in die vertrauliche Nähe vorzudringen. Am besten an einem Ort. Solche Signale sind oft sehr subtil und sagen letztlich nur »ja« oder »nein«. brauchen wir gar nicht erst nach einem gemeinsamen Kaffee zu fragen. nicht wahr?« Oder: »Ich bin Mike. wie etwa im Restaurant. W ir öffnen uns weiter und geben – der Phase angemessenen! – Einblick in unser 153 . Denn in Phase zwei reden beide Flirtpartner erst mal über harmlose und meist unper sönliche Themen. also in der vertraulichen Nähe.

Denn einen Korb kassiert man nur. Oder bei persönlichem Kontakt gleich Interesse an Zärtlichkeit anzudeuten. Wieder müssen erst ein paar Ja-Signale den Weg freimachen. Und ist er zu soft. warum: Sich schon beim ersten Kuss auszuziehen. Seelenleben. Eine Phase nach der anderen Sie sehen: Eigentlich geht es nur darum. Ist er zu forsch. Also etwa. Intim wird es aber noch immer nicht. Küssen oder Streicheln. Wer so alle fünf Phasen durchläuft. Familie & Co. Vor allem Dirk weiß nichts von den fünf Phasen. in jeder Phase zu beachten. und das ist schlecht. traut er sich nicht. kommt bequem ans Ziel.3). kann trotzdem flirten. Und wer rechtzeitig die Nein-Signale beachtet. gleich Interesse an persönlicher Nähe zu signalisieren – das ist plumpes Anquatschen. Wenn ja. Phasen zu überspringen. schafft er es nicht mal in Phase zwei. ohne in gesellschaftlichem Kontakt zu stehen. wenn man Nein-Signale ignoriert. in die jeweils nächste Phase zu wechseln. ohne sich einen schmerzhaften Korb einzufangen.Partnerschaft. 154 . Der mit Abstand häufigste Flirtfehler ist es. fällt es ihr leicht. können wir sicher sein. in die jeweils nächste Phase zu wechseln. obwohl sie ein paar Jahre außer Übung war. Spielt er den Coolen. einen Partner zu finden. Und senden wir einander wieder vorwiegend Ja-Signale. dass auch unser Gegenüber Phase vier ansteuert: die zärtliche Nähe. überfährt er ständig Stopp-Schilder . Weil sie die Prinzipien der fünf Phasen erspürt. wirkt nun mal meist etwas befremdlich. dann weiter. dann Stopp. Klar. Erst jetzt kommt es zu Zärtlichkeit: zu sanften Berührungen. ob Interesse daran besteht. Jutta hingegen beherrscht das Flirten. So entsteht Druck (siehe Domino-Stein 4. Wenn nein.

Sie sehen nun auch das Flirt-Domino als ein Spiel. sondern auch Angelika. Ganz leicht sogar. haben Sie bald Ihren Traumpartner oder Ihre Traumpartnerin. Sie wären auf der Suche nach Mister oder Miss Perfect.Auf Partnersuche > DAS DOMINO-PRINZIP Sie landen bei Ihrem Traumpartner! Stellen Sie sich vor . dessen Prinzipien ihnen das Gewinnen einfacher machen. und wüssten nun. Und das ist Ihr Erfolg bei diesem Domino-Stein: W enn Sie die fünf Phasen der Nähe beachten. um sich Ihrem Traumpartner erfolgversprechend zu nähern. werden sie schneller fündig und kassieren weniger Abfuhren.und NeinZeichen richtig interpretieren. nach welchen Zeichen und Prinzipien Sie Ausschau zu halten haben. das wäre es! Nicht nur Dirk darf sich jetzt mehr zutrauen. Beide verstehen: Wenn Sie die einzelnen Phasen und Ja. Wäre das nicht großartig? Oh ja. Und wie wäre es mit der großen Liebe? Aber gerne: Lesen Sie einfach weiter! 155 .

Und als ihn sein Job in eine andere Stadt geführt hatte. Bis dahin genießt er seine Freiheit. denkt Ramona und kuschelt sich an ihren Mann.Partnerschaft. Kapitel 4 Liebe? Leidenschaft? Freundschaft? Tobias (32) will irgendwann mal eine richtige Beziehung führen. Schon seit 156 . Seufzend schaltet Ramona (45) den Fernseher aus. trennten sie sich. Dann fällt ihr dieses eine Mal vergangenen Monat ein. Glücklich stehen Maria (68) und Alfons (70) am Times Square. Als Ramona zu Rainer ins Bett steigt. fragt sie sich einen Moment lang. »Seit wann haben wir keinen Sex mehr?«. schläft der wie üblich schon. »Na also!«. New York ist der Abschluss ihrer Amerika-Reise. Der Liebesfilm war so schön! Ein wenig mehr Leidenschaft könnte auch ihrer Ehe nicht schaden. Allerdings waren sie beide – trotz ihrer großen Leidenschaft füreinander – zu verschieden gewesen. Familie & Co. Außerdem steht Rainer zu ihr – er braucht sie genau so wie sie ihn. Einmal hätte er fast etwas Ernstes mit einer Frau angefangen. Aber ihr Rainer (44) ist eben nicht Brad Pitt. Für sie wäre ein Umzug nie in Frage gekommen.

das Sie mit dem richtigen Rezept aus Können.Liebe? Leidenschaft? Freundschaft? Beginn ihrer Ehe verband sie ihre Reiselust. Beide genießen ihre gemeinsame Zeit – und trotzdem kann jeder sein eigenes Leben führen. Sonst allerdings sind ihre Biographien recht unterschiedlich: Während Maria als ehemalige Lehrerin eher intellektuell interessiert war und ihre Freizeit mit Büchern verbrachte. Wieso ihre erwachsenen Kinder ständig Beziehungsprobleme haben. Aber ich kenne etliche Paare.3)? Wenn es andere können. an solchen Beziehungen muss man bestimmt sehr hart ar157 . ewige Liebe nach HollywoodMachart. die schon jahre.oder jahrzehntelang zusammen und miteinander immer noch sehr glücklich sind. Sie halten so etwas für unrealistisch? W ie schade! Zugegeben: Auch ich glaube nicht unbedingt an täglich bebende Leidenschaft vor Sonnenuntergängen und ewige Glückseligkeit im Fünf-Sterne-Heim.2). Leidenschaft oder Freundschaft? Was bedeutet Liebe für Sie? Ich verstehe darunter genau diese echte. können sie nicht verstehen. leidenschaftliche. W ollen und Dürfen erreichen könnten (siehe Domino-Stein 2. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Liebe. Ach. hatte Alfons als Bankvorstand gearbeitet und sich gerne als Heimwerker betätigt. warum nicht auch Sie? Möglicherweise runzeln Sie nun die Stirn und denken: »Na ja. Und wäre das nicht auch für Sie ein Ziel (siehe Domino-Stein 2.

weshalb es oft Streit gibt oder Eifersucht. Stellen Sie sich einfach ein Pärchen vor . Im Unterschied dazu ist die Leidenschaft zwar von enormer Anziehung und sexueller Stimulation geprägt. Familie & Co.1). dass so eine Beziehung kaum lange gut geht. Klar. Spannung nein. partnerschaftliche. bei dem der eine eloquent und kontaktfreudig ist. während der andere still zu Hause sitzt. Kuscheln vielleicht. Die Mischung stimmt. zärtliche und freundschaftliche V erhaltensweisen. Die Freundschaft ist von allen drei Formen die ver lässlichste und oft stabilste. aber sie ist eben auch asexuell. Und sie strengen sich für ihr Glück nicht einmal besonders an! Bei solchen Paaren stimmen nämlich die beiden Hauptfaktoren für glückliche Liebesbeziehungen: Sie haben die richtige Mischung aus gemeinsamer Basis und Individualität. beiten!« Oder: »Das sind sicher nur vereinzelte Ausnahmen!« Doch Irrtum: Solche Paare finden sich recht häufig. Die ideale Liebe hingegen erscheint als Königsweg: Hierbei ergänzen sich sexuell leidenschaftliche. Glückliche Partnerschaften kommen im Wesentlichen ja in dreierlei Formen vor: als Liebe. leider aber fehlen ihr die Faktoren Beständigkeit und Sicherheit. Gemeinsamkeiten und Gegensätze Kennen Sie den Satz »Gegensätze ziehen sich an«? Für sich allein genommen ist er Unsinn. V erlässlichkeit ja. denn meist gilt »Gleich und Gleich gesellt sich gern« (siehe Domino-Stein 4. Aber in anderer Hinsicht ist die richtige Mischung aus Gegensätzen und Gleichheit sehr interessant: Nämlich wenn sich beide Partner in wesentlichen Fragen gut verstehen und einander in ihren 158 . Auch ein gewisses Grundverständnis für den Partner fehlt häufig. Leidenschaft und Freundschaft.Partnerschaft. Mehr nicht.

und beide profitieren voneinander. aber lieber tut es mal nur kurz weh als dauerhaft. aber sie wird nicht zur Liebe. Staunen und Neugier und werden so zum Motor unserer Leidenschaft. Dann halten sie ähnliche Dinge für wichtig oder unwichtig und sind in der gleichen Richtung unterwegs. Denn Leidenschaft hängt nicht von inneren Werten und Zielen ab! W ir können für alles Mögliche Leidenschaft empfinden – oft auch für Dinge. Zu unterschiedlich sind die V oraussetzungen. Leidenschaft aber ohne gemeinsame Werte und Ziele schafft zwar spannende emotionale Kicks.2).4) und in ihren Zielen (siehe Domino-Stein 2. dass aus T obias’ alter Leidenschaft nicht mehr werden konnte. beide Partner ähneln einander in ihren inneren W erten (siehe Domino-Stein 1. Großartig! Aber lieben Sie sich deswegen auch leidenschaftlich? Noch lange nicht. Schließlich haben sich die beiden ehemals Liebenden bald mit Grundsatzdiskussionen aufgerieben. Nun stellen Sie sich vor . W arum? Weil sich Gegensätze eben doch ein wenig anziehen: Sie sorgen für Prickeln. führt diese langfristig leider oft zur Feindschaft.Liebe? Leidenschaft? Freundschaft? Eigenschaften ergänzen. Und wenn sie doch mal zur Liebe wird. Kurz: Jeder 159 . Völlig logisch also. Auf einer gemeinsamen Basis halten gerade die Unterschiede die Beziehung lebendig: verschiedene Ideen und gemeinsames W achstum zugleich. Sie passen zueinander. Also doch lieber die sichere Variante wählen: gleiche Werte. die unseren Werten und Zielen widersprechen. So sind die Schwächen des einen die Stärken des anderen. Dieser mag zwar schmerzhaft gewesen sein. Glücklicherweise haben das beide erkannt und rechtzeitig einen Schlussstrich gezogen. gleiche Richtung? Nur wenn auch genügend Leidenschaft mit dabei ist! Ohne sie schmeckt die Beziehung wie eine Suppe ohne Salz.

Sie haben ihre Individualität aufgegeben und sind füreinander unattraktiv geworden. Optimalerweise eben ein Individuum. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Basis finden und Unterschiede kultivieren Was ergibt sich daraus für unser Domino-Spiel? Ein paar ganz einfache Folgerungen: Klären Sie das Fundament Ihrer Partnerschaft! Worauf basiert Ihr Zusammensein? Passen Sie zueinander hinsichtlich Ihrer Werte? Haben Sie eine gemeinsame Richtung? Eine Vision für Ihre Zukunft? Wenn ja. entwickeln Sie sie! Sonst könnte es sein. Familie & Co. folgt Freundschaft. dass einer von Ihnen das Gefühl hat. All das sorgt nämlich für genau die Attraktivität. Da erscheint Hollywood sehr. 160 . in die falsche Richtung zu gehen. muss trotz Beziehung ein Individuum bleiben können. das den Partner ergänzt und bereichert und sich nicht einfach anpasst. sehr fern. die wiederum Leidenschaft hervorbringt. Eine lebendige Liebe ist die Folge: wie bei Maria und Alfons. Gratulation! Wenn nein.Partnerschaft. die auf einer gemeinsamen Basis seit Jahrzehnten ein glückliches Liebesleben führen. Spielt Spannung durch Unterschiede aber keine Rolle mehr oder ist die Leidenschaft verschwunden. Die Endstationen rein »freundschaftlicher« Beziehungen sind zunächst Langeweile und schließlich Gleichgültigkeit. Paare bleiben aus Gewohnheit oder wegen ihrer Abhängigkeit voneinander zusammen. Das gibt Frust und Ärger.

diese Aufgaben »gerecht« zu verteilen. Und: Nutzen Sie Ihre einander ergänzenden Fähigkeiten! Was kann der eine besser als der andere? Kochen? Prima: Dann dürfte klar sein.Liebe? Leidenschaft? Freundschaft? Aber: Bleiben Sie trotz gemeinsamer Basis ein Individuum! Bewegen Sie sich selbständig. Völlig unnötig! 161 . Nur Kuscheln? Auf Dauer zu langweilig für echte Liebe. gewinnt bereichernde Eindrücke außerhalb der Beziehung. damit Sie die Attraktivität erhalten. Kommen Sie besser nicht auf die Idee. was er mag und kann. und man ist dennoch verbunden. Es darf sogar hin und wieder Streit geben – der muss Ihrer Liebe noch lange nicht schaden. ohne zu einer Klette oder zum Schatten Ihres Partners zu mutieren! Ein wenig Abstand muss sein. wer öfter in der Küche steht. dann wieder weniger eng. So hat jeder Platz für sich selbst. Und: Selbst wenn Sie sich streiten. dürfen Sie trotzdem miteinander Sex haben! Welches Ventil eignet sich besser dafür. bringt die Gerechtigkeit nur Stress. Statt doppeltem Frust trennen Sie sich lieber zeitweilig – und lassen im Kino jeden seinen eigenen Film sehen! Also: Lassen Sie Spannung ruhig zu! Sie müssen nicht immer einer Meinung sein. Autofahren? Also los ans Steuer! So tut jeder . um Spannungen abzubauen? Apropos Sex: Haben Sie Sex miteinander! Die intensiven schönen Gefühle graben sich dabei in Ihr Gehirn und festigen so Ihre Beziehung. Hat der jeweils andere zwei linke Hände beim Kochen oder Angst vorm Autofahren. V ielleicht wechseln Sie in Ihrer Nähe zueinander ja ein wenig ab? Einmal eng. die letztlich beide nicht mögen. In diesem Sinne: Sie müssen nicht alles gemeinsam unter nehmen! Ihr Partner mag Horrorfilme. und Sie stehen auf Tierdokus? Dann machen Sie bloß keine Kompromisse.

Also: Suchen Sie sich den richtigen Partner und verbinden Sie sich mit ihm! Erst überlegen: Welche Werte. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie landen fortan beim richtigen Partner und nicht mehr beim falschen. stimmt Ihre Partnerschaft? Gratulation! V ielleicht haben Sie ein paar Anregungen dazugewonnen. Ziele. sollten Sie Ihrem T raumpartner näherkommen (siehe Domino-Stein 4. Familie & Co.3). Und Hollywood rückt näher – auch in Ihrem Leben! Und wie schafft man zum Partner nun eine möglichst innige Verbindung? 162 . auf welchen Prinzipien glückliche Liebesbeziehungen basieren. Wünsche sind wichtig? Wie soll sie/er sein? Wie aussehen? Und dann begeben Sie sich auf die Suche! Wen hätten Sie gerne? Wenn Sie fündig geworden sind.Partnerschaft. wie Sie sie noch besser machen können. der zu Ihnen passt Na. Ach. > DAS DOMINO-PRINZIP Sie haben einen Partner. Sie haben keine Partnerschaft oder sind in Ihrer Partnerschaft unglücklich? Dann ist Ihnen jetzt klar .

Hat Manfred vielleicht eine Affäre? Findet er sie nicht mehr attraktiv? Um sich besser zu fühlen. haben sie sich ständig in den Haaren. Jedes Mal. 163 . wenn sie sich ihrem Freund Manfred (37) nähert. Seitdem sie die Abteilung gemeinsam leiten. geht es ihr immer schlechter. und Judith beruhigt sich wieder. Manfred stürzt sich von einem Projekt ins nächste. er leistet etwas. Seit sie zusammengezogen sind. trifft sie sich hin und wieder mit ihrem Exfreund Carsten (33). Der hat ihr immer die Welt zu Füßen gelegt. wenn seine Freundin Judith doch so unglücklich erscheint! Schließlich kann er nicht den ganzen Tag mit ihr Händchen halten. scheint sie ihn zu stören. Besser also.Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen Kapitel 5 Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen Judith (35) fühlt sich ungeliebt und einsam. Wieder einmal streitet sich Leo (44) mit Andreas (45). So kann er ihr ein gutes Leben bieten. Was soll er tun. Schließlich ist er eine gute Partie. Leo fühlt sich von Andreas respektlos behandelt: Kein einziges Mal hat ihn dieser bislang für seine gute Arbeit gelobt.

lässt mich bei Stress in Ruhe!« Sicher können Sie sich vorstellen. Bedürfnisse sind die Basis von Regeln und orientieren sich an Gefühlen und Werten. Schließlich schätzt er Leo dafür viel zu sehr. muss noch lange nicht für den anderen gelten. Was für den einen gilt.Partnerschaft. geliebt zu wer den. denken Sie nun vielleicht. Familie & Co. »Ich muss mich jederzeit anlehnen können!« So? Andere denken womöglich: »W er mich liebt. Und was der eine für wichtig hält. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Welche Regeln gelten? Unterschiedliche Menschen ticken nach unterschiedlichen Regeln. damit Sie sich in einer Beziehung geliebt fühlen? »Ist doch klar!«. Und das führt im täglichen Domino-Spiel häufig zu Konflikten. Andreas wundert sich über Leo: Was erwartet er? Dass ihm Andreas für jede Selbstverständlichkeit auf die Schulter klopft? Als ob eine Führungsperson auf Lob angewiesen sein sollte! Im Gegenteil: Würde Andreas nun anfangen. was dem anderen helfen könnte. wird der eine anhänglich. dass dieser Unterschied mitunter zu Chaos führt. Leo zu loben. und der andere zieht sich zurück. ist dem anderen möglicherweise egal. Unterschiedliche Regeln weisen auf unterschiedliche Bedürfnisse hin. Während der eine in 164 . Ein Beispiel: W as muss für Sie genau passieren. Die Folge: Beide tun das Gegenteil dessen. würde er sich dadurch über ihn erheben – und das will er auf keinen Fall. Wenn beide nämlich das Gefühl brauchen.

Wenn das aber aufgrund unterschiedlicher Regeln und Bedürfnisse nicht klappt. Bedürfnisse nicht gestillt? Krach! Selbstverständlich aber gelten diese Prinzipien nicht nur für Liebe und Partnerschaft! Auch in anderen Beziehungen gibt es Streit. Wie bei einer 165 . Vor allem bei Stress oder unter Druck treten solche Unter schiede zutage. So wie bei Leo und Andreas. weil er sie nicht an sich heranlässt. Leo braucht für sein V erbundenheitsgefühl Feedback und Lob. Zuneigung oder eben auch Abstand. Beide haben unter schiedliche Bedürfnisse und Regeln: Leo will sich verbunden fühlen. folgt irgendwann die Explosion. was er oder sie braucht. Und während sich der eine gerne innig verbunden fühlt. Andreas unabhängig. So wie bei Manfred und Judith: Während sie Nähe sucht. Sie fühlt sich zurückgewiesen. Andreas für seine Unabhängigkeit die Ruhe vor den Ansprüchen anderer. weil sie auf seine Bemühungen hin. das Bestmögliche zu leisten. Wenn Regeln und Bedürfnisse aber auf Dauer nicht befriedigt werden. wenn sie beiden nicht bewusst ist. sind für den anderen womöglich Veränderung und Abwechslung wichtig. denken sie verzweifelt: »W arum ist er oder sie nur unglücklich? Ich gebe ihm oder ihr doch alles?« Klar: Alles außer dem. zieht er sich in seine Arbeit zurück.Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen Beziehungen etwa besonders viel Gewissheit und Sicherheit braucht. Nur: Was passiert dabei eigentlich? Ganz einfach: Wohl die meisten Menschen (also sicher auch Manfred) wollen ihre Partner glücklich machen. braucht der andere hingegen ein wenig Abstand – sonst fühlt er sich erdrückt. immer unglücklicher wird. Und er fühlt sich zurückgewiesen. Eine ungünstige Konstellation.

Schließlich brauchen wir mit Hilfe unserer Intelligenz (und unserer inneren V ideokamera. Ketchup-Flasche schwappt plötzlich die ganze chronische emotionale Unzufriedenheit auf einmal auf den T eller: Streit. siehe Domino-Stein 1. immer diese Gefühle … Sollten Sie sich übrigens für einen ausgemachten Kopfmenschen halten. brechen einen Streit vom Zaun oder sind verzweifelt. Ein Beispiel: Wir haben zu wenig geschlafen? Gestern zu viel getrunken? Oder sind eben chronisch unzufrieden? Dann sind wir leichter aus der Fassung zu bringen. und dann erst findet unser logisches Bewusstsein dafür Gründe. Rationalisierungen sind eine subtile Form von Selbstbetrug: Wir begründen Gefühle nur mit scheinbar vernünftigen Argumenten. Familie & Co. Denn eigentlich sind wir in unserem Ober stübchen weit weniger Herrscher über unser Verhalten. weisen wir weit von uns. Verzweiflung. wenn uns nun etwas durcheinanderbringt! Dann fühlen wir uns schnell gekränkt. Und das aus vermeintlich »guten Gründen«. als wenn es uns gut ginge. W ehe. Wut. Leider aber lösen wir durch diese Rationalisiererei nicht das Problem: Unser eigentliches Bedürfnis bleibt unbefriedigt. Tja. weil Ihnen das ein gutes Gefühl verschafft! 166 . für den Gefühle eher zweitrangig sind. Und weil unser Gehirn dafür nun Gründe sucht. als wir wollen. W arum? Zuerst entscheiden sich die gefühlsgesteuerten Hirnregionen zu einer Handlung.Partnerschaft. findet es auch welche: Wir reagieren also »zu Recht« so emotional. dann bedenken Sie: Möglicherweise klammern Sie sich vor allem deswegen an vermeintliche Logik und V ernunft.1) nur »vernünftige« Argumente für unseren Ausbruch zu sammeln und ihn so vor uns selbst zu rechtfertigen. Dass wir dabei »nur« Dampf ablassen.

um dich wertgeschätzt und geliebt zu fühlen?« W orte wie »Ich liebe dich!«. sagen sie: »Ja. Und je öfter er zu Ihnen ja sagt. dass er es auch bekommt. Deshalb fragen Sie sich und Ihren Partner: »W as brauchst du. was unser Partner braucht. Im Idealfall machen Sie sich diese Bedürfnisse immer wieder bewusst und befriedigen sie. W ichtig ist dabei aber: Wir sollten wissen. Im Idealfall hält sich beides die Waage. haben alle etwas. was man braucht Die Lösung für all das ist zum Glück ziemlich einfach: Geben wir dem anderen einfach. Auch ohne Streit auf die Gefühle des anderen hören Nun. desto mehr gibt Ihnen Ihr Partner. da Sie wissen. aufmunterndes Nicken oder zugewandtes Lächeln? Oder aber hin und wieder kleine Aufmerksamkeiten oder Geschenke? Hoffentlich sind Sie nicht allzu erstaunt. desto mehr geben Sie ihm. Und natür lich auch. was wir selbst brauchen. wobei Ihnen kein Zacken aus der Krone bricht. Umar mungen? Vielleicht aber auch freundliche Blicke. 167 . Deshalb: Wann immer Sie ein wichtiger Partner um etwas bittet. ohne sich erst durch Stress oder Streit daran erinnern zu lassen. ich helfe dir!« Je öfter Sie ja sagen. achten Sie natürlich darauf.Unterschiedliche Bedürfnisse verstehen > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Einander geben. wenn Sie feststellen. Küsse. was er braucht! Denn wenn jeder jedem gibt. wie unterschiedlich Sie beide vielleicht sind. was Ihr Partner braucht. »Das machst du gut!« oder »Ich ver misse dich!«? Oder häufige Berührungen.

Partnerschaft, Familie & Co.

Am allerwichtigsten sind emotionale Bedürfnisse natürlich
unter Druck oder Stress. Denn hier schwinden unsere Ressourcen besonders schnell – und wir sind dankbar für jede
Aufmunterung. Deshalb machen Sie sich klar: Gerade in
Krisenzeiten sollten Sie sich gegenseitig geben, was Sie brauchen. So festigt jeder die emotionale Basis, die eine glückliche Beziehung durch Höhen und Tiefen am Leben erhält.

> DAS DOMINO-PRINZIP
Beider Bedürfnisse sind befriedigt
Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sind Ihre emotionalen Bedürfnisse befriedigt, fühlen Sie sich ausgeglichen.
Sie wirft so schnell nichts aus der Bahn. Das versetzt Sie in
die Lage, auch die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen, ohne sich selbst dabei zu vernachlässigen. Befriedigen nun auch die anderen Ihre emotionalen Bedürfnisse,
entsteht ein Kreislauf aus Geben und Nehmen, der von Respekt und Freundschaft geprägt ist. Die Beziehung bleibt
friedlich, und die Liebe wächst weiter. Ein Beziehungs-Domino für echte Profis!

168

Beziehungskiller entschärfen

Kapitel 6

Beziehungskiller
entschärfen

Karin (21) ist chronisch eifersüchtig. Obwohl ihr Freund Gerald (21) immer wieder versichert, kein Interesse an anderen
Frauen zu haben, kontrolliert sie ihn. Dabei geht sie mittlerweile so weit, dass Gerald jede freie Minute mit ihr verbringen muss. Als er sich schließlich von ihr trennen will, sieht
sie sich nur in ihrer Vorsicht bestätigt: »Ich hab’s ja gewusst,
dass ich ihm nicht trauen kann!«
Gabriele (27) hingegen lässt ihren Thomas (32) oft seine
eigenen Wege gehen. Sie vertraut ihm. Hin und wieder sucht
sie zwar unauffällig Beweise für seine Verlässlichkeit, aber
beide haben sich eine stabile Beziehung aufgebaut.
Franz (50) freut sich auf seinen neuen Posten. Zwar hat er
seine jetzige Stellung erst ein Dreivierteljahr, aber so ein lukratives Angebot schlägt man nicht aus. Wie sein Vater Alfred
(78) will er auf keinen Fall enden. Der hatte fast dreißig Jahre
lang einen mittelständischen Betrieb geleitet. Zwar war er dabei erfolgreich und beliebt, aber er fühlte sich auch stark verantwortlich für seine Leute.
169

Partnerschaft, Familie & Co.

Matthias (40) liebt seinen Sohn Max (12) abgöttisch. Und
obwohl Max eine Lese- und Rechtschreibschwäche hat, übt
Matthias täglich mit ihm. Dabei achtet er penibel darauf, Max’
Fehlern kaum Beachtung zu schenken, sondern ihn zu loben,
wann immer er sich verbessert. Und siehe da: Mit der Zeit
stellen sich bei Max immer mehr Verbesserungen ein! Obwohl
sein Lehrer ihn für einen hoffnungslosen Fall hielt.
Eigentlich geht es auf der Krankenhausstation recht harmonisch zu. Trotzdem besteht die neue Leiterin Hannah (42) auf
einer wöchentlichen Krisensitzung, in der interne Kommunikationsschwierigkeiten angesprochen und ausdiskutiert werden. Es dauert nur wenige Sitzungen, und das Klima ist vergiftet.

< ACHTUNG STOLPERSTEIN
Unverbindlichkeit und
Probleme?
Gute Beziehungen haben zwei T odfeinde: Unverbindlichkeit und zu viel Problemfokussierung. Warum? Unverbindlichkeit zeigt sich häufig darin, dass jemand mit einem anderen zwar eine gewisse Zeit verbringen will, aber eben nur
so lange, bis sich etwas Besseres findet. Dann sagt man »Auf
Wiedersehen!« und wechselt in eine neue Partnerschaft. Na,
wie hört sich das an? Klar: unzuverlässig und halbherzig.
Sie können sich sicher vorstellen, welchen Tiefgang eine solche Beziehung erreicht? Genau: in etwa den einer Pfütze.
170

Beziehungskiller entschärfen

Auch wenn wir Probleme zu sehr beachten, wirkt das oft
zerstörerisch. Denn: Was wir beachten, verstärken wir . Da
aber fast alle Beziehungen schöne und weniger schöne Seiten haben, führt die Konzentration auf die weniger schönen Dinge zu Unzufriedenheit. Der Anspruch steigt –
und ist aufgrund der Problemlastigkeit nur schwer zu befriedigen. Bye, bye, Beziehung!
Natürlich: Auch Unverbindlichkeit und Freiheit gehören
zum menschlichen Miteinander . Genauso wie ein gesundes Problembewusstsein. Aber eben nur in Maßen! Viel eleganter und beständiger hingegen ist es, sich von vornherein
sehr fest zueinander zu bekennen und sich auf schöne gemeinsame Momente zu konzentrieren. So schafft man die
Sicherheit, dass die Partner auch bei Problemen noch zueinander halten und ihre Beziehung festigen. T rotz vereinzelter Krisen entsteht die innere Gelassenheit, die das gemeinsame Domino-Spiel schön macht.

> SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN
Verbindlichkeit schaffen und
schöne Erlebnisse sammeln
Punkt eins: Schaffen wir Verbindlichkeit! Bekennen wir uns
zu unserem Partner! Auf Neudeutsch nennt man diese Art
zur Beziehungszusage »Commitment«. So sagen wir unserem Partner: »Ja, ich will mit dir zusammen sein!« Selbst
wenn es mal turbulent wird. W ir signalisieren Verlässlichkeit und die Bereitschaft zu einem langen Atem. Nicht wie
Franz, der seine Dienste jedem zur Verfügung stellt, der ge171

Partnerschaft, Familie & Co.

rade ein lukrativeres Angebot unterbreitet. Es ist nicht ver wunderlich, dass er seine Arbeitgeber so schnell wechselt –
und logisch, dass er kein enges V erhältnis zu seinen Leuten aufbaut. Wer aber wie sein Vater Alfred verbindlich und
verlässlich bleibt, verdient sich Vertrauen.
Auf der Basis stabilen Vertrauens ist es wichtig, jeden Partner autark handeln zu lassen und ihm die Freiheit einzuräumen, die er braucht. Das bedeutet: Lassen wir unseren
Partner ausreichend los! Nur so kann er uns zeigen, dass er
diese Freiheit verdient. Nicht wie die eifersüchtige Karin.
Sie tyrannisiert Gerald mit ihrem Kontrollwahn, bis er sich
von ihr lösen muss. Ließe sie ihn rechtzeitig los, könnte er
sich zu ihr bekennen.
Blindes Vertrauen ist ebenfalls nicht sinnvoll. Naivität mag
zwar einen gewissen Seelenfrieden bescheren, oft genug aber
trügt der Schein. Denn selbst V ertrauen erfordert hin und
wieder Beweise dafür, dass es gerechtfertigt ist. So tut Gabriele gut daran, Thomas’ V erlässlichkeit von Zeit zu Zeit
unauffällig zu testen. Da er sich aber immer wieder als ver trauenswürdig herausstellt, kann sie ihn auch immer wieder
loslassen. Die Kunst guter Beziehungen besteht darin, den
anderen zu halten, ohne ihn festzuhalten, und ihn loszulassen, ohne ihn fallen zu lassen.

Der guten Absicht trauen
Ein wichtiges Prinzip ist es auch, nicht jede einzelne T at
zu beurteilen, sondern stets der guten Absicht dahinter zu
trauen. Franz’ Vater Alfred zum Beispiel musste in seiner
Karriere als Geschäftsführer auch Entscheidungen treffen,
deren Folgen nicht immer für alle angenehm waren. Trotzdem behielt er durch V erlässlichkeit und seine langfristige
172

W ir können Blumen zählen und uns über ihre Schönheit freuen – oder uns auf das Unkraut konzentrieren. Geben wir anderen. Auf das Beziehungskonto einzahlen Stellen wir uns vor . Unglücklicherweise aber nehmen die Menschen auf der Station dadurch Probleme stärker wahr. 173 . und Max verbessert sich trotz seiner Schwäche. und man kann davon abheben. Beziehungen hätten ein Konto. Hannah hingegen tut genau das Gegenteil. die Probleme werden manifest. Trotz Max’ Lese. die auch Krisen überdauert. ohne Furcht vor negativen Konsequenzen üben zu können. Auf dieses kann man einzahlen.Beziehungskiller entschärfen Perspektive das Vertrauen seiner Belegschaft. Probleme zu klären. Zahlen wir stets mehr ein. Er hatte sich durch sein Commitment die Art von Respekt verdient. Die Erfolge motivieren ihn dazu. V ergleichen wir uns dabei mit einem Menschen in einem Garten. buchen wir Kapital auf dieses Beziehungskonto ein. weitere Erfolge anzustreben. indem sie sie benennt. was sie brauchen.und Rechtschreibschwäche hält Matthias zu seinem Sohn (Commitment). Wie gefällt uns der Garten wohl besser? Matthias und Max machen es richtig. Und weil Matthias sich nun auf die Erfolge konzentriert (die Blumen anschaut). und die Stimmung kippt. in der wir uns wohlfühlen. In ihrer Funktion als Stationsleiterin versucht sie zwar . sammelt Max Erfolgserlebnisse (Blumen) statt Frust (Unkraut). Punkt zwei: Schaffen wir so viele schöne Momente wie möglich! Dank unserer W ahrnehmung wird sich dadurch eine Welt bilden. So gewinnt Max die Sicherheit.

als wir abbuchen. Wünschen wir allen Beteiligten also für die Zukunft eine volle Parkuhr oder ein prall gefülltes Beziehungskonto! 174 . ist nicht wichtig – oft sind es auch die kleinen Dinge. Überziehen wir das Konto aber . Blumen oder das prompte Aufräumen ausgezogener Socken. wie etwa Umarmungen. Sie machen dafür seltenere und »größere« Geschenke: Schmuck. schöne Momente. eine Beziehung müsse wie eine Parkuhr immer wieder gefüttert werden.« Richtig: Auch T rauer und Unglück schweißen Menschen zusammen. Allerdings nicht. Wie viel Geld man einwirft. Das Stillen von Bedürfnissen. Urlaube oder mal einen Fernseher – oft jedoch leider am Bedürfnis der Partnerin vorbei: Schade. fallen vereinzelte Abbuchungen nicht so stark ins Gewicht – die Beziehung bleibt stabil. »In meiner Beziehung waren es aber häufig die traurigen Momente. die für uns wichtig waren. also das Commitment aufzufrischen: »Wir bleiben zusammen. Sie machen das Unkraut unwichtig. die Parkuhr zu füttern. sich neu füreinander zu entscheiden. Parkuhr abgelaufen! Nun ja: Ich befürchte tatsächlich. dass an diesem Klischee etwas dran ist. W eil die Zeit ständig Abbuchungen mit sich bringt. Oft achten sie angeblich weniger auf die regelmäßigen kleinen Aufmerksamkeiten. V erlässlichkeit und Erfolge zu sammeln sind Einzahlungen. »Moment!«. braucht die Parkuhr laufend Futter. Familie & Co. auch wenn es schwierig wird!« Eine andere schöne Metapher für Beziehungen ist die Vorstellung. denken Sie nun vielleicht. die Glück möglich machen. droht die Beziehung kaputtzugehen. Dem Klischee nach soll es übrigens vor allem Männern schwer fallen. indem Trauer und Unglück zum Beziehungszweck werden! V ielmehr bieten besonders tiefe und traurige Momente die Gelegenheit.Partnerschaft.

und vorwiegend schöne Momente sammeln. auf andere anziehend zu wirken (siehe Domino-Stein 4. beachten wir die Regeln und Bedürfnisse unseres Partners (siehe Domino-Stein 4.3). Wenn wir jetzt noch unsere feste Absicht erklären. Außerdem brauchen wir eine gemeinsame Basis in Form zueinanderpassender W erte und Ziele. auch bei Schwierigkeiten zusammenzubleiben.1)! Damit wir dabei aber nicht zurückgewiesen werden.2)! Sobald wir das verstehen.4). sollten wir darauf achten. können wir uns auf Partnersuche begeben (siehe Domino-Stein 4. Damit wir zusammenbleiben. ist die Beziehung bald bombensicher! Ist das nicht ein wundervoller Erfolg für Ihr persönliches Domino-Spiel? 175 . Also suchen wir uns ein passendes Umfeld (siehe Domino-Stein 4.Beziehungskiller entschärfen > DAS DOMINO-PRINZIP Eine bombensichere Beziehung Unsere Umgebung bestimmt einen Großteil unseres Lebens. Auf diesem Fundament leben wir möglichst unabhängig und leidenschaftlich (siehe Domino-Stein 4.5).

Wie hören Sie aktiv zu und stellen sich auf Ihren Gesprächspartner ein? Wie vertreten Sie Ihre Meinung überzeugend. das zeigen Ihnen die Fünfer-Steine.Kommunikation Worauf es bei einer guten Verständigung mit anderen Menschen ankommt. und wie üben Sie konstruktiv Kritik? Mit welchen Wörtern gelingt Ihnen eine sinnvolle Kommunikation? .

um verstanden zu werden Kapitel 2 Die Frequenz einstellen Kapitel 3 Meinungen verkaufen Kapitel 4 Richtig kritisieren Kapitel 5 Die Macht der Worte Kapitel 6 Gut schreiben 178 184 190 195 203 210 .Kapitel 1 Reden.

Bald bekommt Sigrun ein schlechtes Gewissen. Wie konnte sie nur so herzlos sein? »Schatz. Jemandem zuzuhören. was gemeint ist. mit welchen Mitteln Verkäufer arglose Kunden manipulieren. Deswegen umschreibt sie ihre Meinung meist nur vage und spricht dabei sehr leise. Warum andere ausreden lassen? Wo er doch ohnehin schon vorher weiß. Verbraucherschützer Dietmar (55) beschäftigt sich derzeit mit unlauterer Verkaufsrhetorik. Seltsamerweise aber kommt es jenseits ihres Arbeitsplatzes dauernd zu Missverständnissen mit ihr. bereitet ihm Mühe. um verstanden zu werden Ingo (29) denkt schneller als die meisten anderen. wie zerstörerisch klare Worte wirken können. willst du nicht weitererzählen?«. Bei jeder Gelegenheit weist er darauf hin. bittet sie ihn schließlich. Kommt sein Gegenüber nicht sofort zum Punkt. schmollt er.Kommunikation Kapitel 1 Reden. der langsamer ist. 178 . Und wenn sie seinen Ausführungen nicht gespannt folgt. fällt ihm Ingo ins Wort und vervollständigt den Satz. Wie immer erscheint er seiner Frau Sigrun (55) zu militant. Tina (47) liebt das Indirekte. Als Sozialarbeiterin weiß sie.

Und darum. dass man den Standpunkt und die Absicht des Gesprächspartners versteht und darauf angemessen reagiert. was er gerade verstehen kann und will. um verstanden zu werden Seufzend lässt sich Jacob (41) in seinen Chefsessel fallen. dass der andere versteht. was man meint.Reden. darauf adäquat zu reagieren. miteinander zu reden: Der Müller sagt. wir lernen. so gut zuzuhören. Wieso macht sein Team schon wieder falsch. Eigentlich. Besser also. Der Meier hört also nur . was sie erst vor zwei Wochen besprochen hatten? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Angst vor Manipulation Eigentlich sollte es ja einfach sein. und die Worte vom Müller stören ihn. Der Meier hört zu und ver steht. Leider ist es oft komplizierter: Der Müller sagt. eine Antwort zu finden. Anregung. ohne ausreichend darüber nachgedacht zu haben. Aber es geht auch um die Fähigkeit. eine reflexhafte Antwort. Doch dabei kann miteinander zu reden mehr sein als leeres Geplapper: Austausch. Dann formuliert der Meier . sich so auszudrücken. wobei jetzt der Müller zuhört. »richtig« miteinander zu sprechen? Es geht um die Fähigkeit. Und der Meier antwortet. was ihm in den Sinn kommt. Na. was er denkt. Hilfe. Der Meier ist selbst in Gedanken. noch während er zuhört. versteht und seinerseits antwortet. 179 . Schließlich ist er seiner seits schon zu sehr damit beschäftigt. Doch auch der Müller hört nicht richtig zu. kommen Ihnen der Müller und der Meier auch so bekannt vor? Klar. richtig miteinander zu sprechen! Was aber heißt das.

Kommunikation

»Pfui!«, denken Sie nun womöglich. »Das klingt nach Manipulation!« Selbstverständlich – wonach sonst? Auch wenn
das Wort »Manipulation« gemein klingt, ist sie doch der einzige Zweck von Kommunikation: Mit Hilfe unserer W orte
wollen wir zum Beispiel miteinander Pläne schmieden, uns
verbunden fühlen, Bestätigung bekommen. Kurz: Wir nutzen unsere W orte, um den Effekt zu bekommen, den wir
uns wünschen. Was ist das anderes als Manipulation? Selbst
der moralische Dietmar manipuliert seine Frau Sigrun dazu,
ihm zuzuhören. Er verwendet dabei das Mittel der emotionalen Erpressung (siehe Domino-Stein 4.2) und bekommt
damit, was er will. Er handelt nicht besser als die von ihm
angeprangerten Verkäufer.
Halten wir also fest: Wir manipulieren ständig. Dabei können wir uns geschickt anstellen oder weniger geschickt. Tina
etwa kommuniziert zwar im Job angemessen vorsichtig, aber
viel zu unklar fürs normale Leben. Statt also zu bekommen,
was sie will, produziert sie Missverständnisse. Besser wäre
es, sie würde sich klarer ausdrücken. Denn sind die Aussagen des Senders zu vage, bieten sie zu viel Platz für Interpretationen des Empfängers. Und was dabei he rauskommt, ist
oft etwas anderes als das Gewollte.

> SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN
Verstehen und verstanden werden
Beginnen wir unser Kommunikations-Domino mit einem
Perspektivenwechsel! Versuchen wir, wann immer jemand
mit uns spricht, die Position des anderen einzunehmen und
180

Reden, um verstanden zu werden

sie so gut wie möglich nachzuvollziehen. W as genau will
uns unser Gegenüber mitteilen? Das ist wichtig, denn erst
wenn wir das wirklich verstehen, können wir angemessen
reagieren. Ingo zum Beispiel fällt seinen Gesprächspartnern
meist so schnell ins Wort, dass etliche Informationen an ihm
vorbeirauschen. Er denkt zwar , er verstünde, was alle sagen wollten, tatsächlich aber interpretiert er nur halbfer tige Sätze! Logisch, dass sich bald niemand mehr die Mühe
macht, ihm komplexere Gedanken anzuvertrauen – wo er
ohnehin viel lieber Sender ist als Empfänger.
Eine Grundregel guter Kommunikation lautet daher: »Erst
verstehen wollen, dann verstanden werden!« Sie stammt
von dem berühmten amerikanischen Managementtrainer
Stephen R. Covey . Denn nur wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unser Gegenüber fokussieren und uns Mühe geben, dessen Position zu verstehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, »richtig« miteinander zu sprechen.
Helfen kann uns dabei das sogenannte aktive Zuhören.
Hierbei wendet sich der Empfänger dem Sender zu und gibt
in kurzen Abständen zu verstehen, dass er noch aufmerksam ist – etwa durch Blickkontakt, vereinzeltes Nicken oder
kurze bestätigende Laute wie »Aha«, »Ja« oder »Hm«.
Außerdem gibt er immer wieder ein Feedback über das Gehörte. In passenden Momenten fasst er das Gehörte kurz in
eigenen Worten zusammen: »Du meinst also, dass …« So
kann der Sender nun bestätigen oder korrigieren. Diese
Technik nennt man Paraphrasieren. Auch in der Psychotherapie kommt sie häufig zum Einsatz: »Mein Mann ver steht mich einfach nicht.« – »Ach, Ihr Mann versteht Sie
nicht?« – »Genau. Immer wenn ich X tue, dann macht er
Y.« – »Wenn Sie also X tun, macht er Y?« Und so weiter .
Auf diese Weise kann man viel vom anderen erfahren.
181

Kommunikation

Eine Todsünde des aktiven Zuhörens ist es, den Sprecher zu
unterbrechen, während er einen Gedanken formuliert oder
noch nicht mit seiner Aussage fertig ist. Das setzt ihn unter
Druck und fördert Missverständnisse.

Feedback einholen
Erst wenn der eine mit dem Reden fertig ist, ist der andere
dran. Aber bevor nun einfach drauflosgeplappert wird, sollte
der Zuhörende zunächst ein Feedback geben über das, was
er verstanden hat. Dazu wiederholt er in eigenen Sätzen die
Aussage des anderen: »Du meinst also, dass … und dass …«
Dann holt er sich wiederum selbst ein Feedback: »W ar es
das, was du gemeint hast? Habe ich dich verstanden?« Nun
kann der Sprecher korrigieren oder bestätigen. Diese Vorgehensweise erscheint zwar für unsere Alltagskommunikation
etwas hölzern, hilft aber ungemein, wenn es um komplexere
Themen oder Meinungsverschiedenheiten geht. Sie mindert
die Menge unserer Interpretationen und hilft uns, uns auf
den Inhalt zu konzentrieren.
Wie sehr wir in unserem Gesprächen übrigens interpretieren statt zuzuhören, hat der Psychologe Friedemann
Schulz von Thun mit seinem berühmten V ier-Ohren-Modell erläutert. Jede gehörte Aussage interpretieren wir
demnach unter vier Gesichtspunkten: rein sachlich, als
Selbstoffenbarung, als Beziehungsaussage und als Appell –
so als ob wir vier verschiedene Ohren hätten. Schulz von
Thuns berühmtes Beispiel ist die Situation an der Ampel.
Der Beifahrer sagt: »Die Ampel ist grün!« Sachliches Ohr
hört: Die Ampel leuchtet grün. Selbstoffenbarungs-Ohr:
»Ich habe es eilig!« Beziehungs-Ohr: »Du bist zu dumm
zum Autofahren!« Und Appell-Ohr: »Fahr endlich los!«
182

Reden, um verstanden zu werden

Sicher können wir uns vorstellen, welche Verwicklungen es
mit sich bringt, mit dem »falschen« Ohr zuzuhören …

Sorgfältige Kommunikation
Der Gedanke hinter dem Satz »Du weißt doch, was ich
meine!« ist einer der häufigsten Kommunikationsfehler
überhaupt. Deshalb sollten wir genauso sorgfältig, wie wir
anderen zuhören, auch selbst kommunizieren.

> DAS DOMINO-PRINZIP
Sich und andere lenken
Konrad Lorenz hat einmal gesagt: »Gedacht ist nicht gesagt.
Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist nicht gekonnt.
Gekonnt und einverstanden ist nicht getan. Getan ist nicht
beibehalten.« Dieser Spruch wäre auch für Jacob hilfreich.
Er wäre weniger dann erstaunt, wenn er bemerkt, dass eine
Besprechung noch lange keine Besprechung sein muss.
Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Es gelingt Ihnen,
Ihre Sprache und damit sich selbst und andere zu lenken.
Sich selbst, weil es Ihre Gedanken sind, mit denen Sie Ihre
Absichten formulieren. Und andere, weil wir an ihnen er kennen, wie wirksam Ihre Gedanken formuliert sind.

183

Kommunikation

Kapitel 2

Die Frequenz
einstellen

Mit Händen und Füßen versucht sich Martha (58) dem Kundenbetreuer verständlich zu machen. Vordergründig scheint
ihr fehlendes technisches Vokabular die Ursache zu sein. Aber
es läuft noch etwas anderes schief: Der Mann hört ihr nicht
zu. »Ich glaube, der will mich gar nicht verstehen!«
Auch Elmar (37) hat Verständigungsprobleme. Schon seit der
Praxiseröffnung wundert er sich, wie einfach er mit den Patienten sprechen muss, damit diese ihn verstehen. Deswegen
hat er eine Liste mit Übersetzungen medizinischer Fachbegriffe erstellt. Ohne sie, fürchtet er, könnten vor allem seine
betuchten Patienten zur Konkurrenz abwandern.
Laura (16) ist so verliebt! Am liebsten wäre ihr, der Urlaub
dauerte ewig. Und obwohl sie kaum ein Wort Italienisch
spricht und Claudio (16) nur ein paar Brocken Englisch, schaffen es beide irgendwie, sich zu verständigen.
Hannes (24) flirtet forsch die stille Gabi (22) an. Er ist der
festen Überzeugung, dass selbstbewusstes Auftreten Frauen
beeindruckt. Leider ist Gabi nicht nach lauten Aufschnei184

dass er hier fehl am Platze ist. Manche Kommunikationsexperten behaupten sogar. Nonverbalen Rapport stellt man über ähnliche Gestik oder Mimik her. weil sie ihre Kanäle optimal aufeinander eingestellt haben. Wir gähnen (sind müde). wenn sie ähnliche W orte verwenden. Die zwei Hauptkanäle sind dabei der verbale und der nonverbale. funken sie aneinander vorbei. verstehen sie sich besonders gut.Die Frequenz einstellen dern zumute. Erst nach einer Weile versteht Hannes. bewegen uns hektisch (sind aufgeregt) oder 185 . Verbalen Rapport stellen zwei Menschen zueinander her . Hannes ließe sie in Ruhe. Stehen Sender und Empfänger in Rapport zueinander . Und so ist das auch bei der Kommunikation: Wenn sich Sender und Empfänger nicht aufeinander einstellen. schauen zur Seite (sind desinteressiert). Welche Bedingung muss er füllt sein. damit wir den Sender hören? Die richtige Frequenz muss eingestellt sein! Sonst hören wir nur Rauschen. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Rapport oder Rauschen? Stellen wir uns ein Radio vor . in ähnlichem T empo und Duktus reden oder einen gleichen Dialekt verwenden. Menschen würden sich vorwiegend nonverbal ausdrücken. Am liebsten wäre ihr. Dann aber blickt sie schweigend zur Seite. In ihrer höflichen Art hört sie ihm zwar kurz zu. Schließlich ist auch unsere Körpersprache sehr ausdrucksstark. Die richtige Frequenz zwischen zwei Menschen nennt man beim Kommunikations-Domino »Rapport«.

Dabei zeigt unsere Mimik oft. was ihnen vorgemacht wird. Ja wahrscheinlich konnte sich unsere gesamte Kultur nur dank dieser Spiegelneuronen entwickeln. Wie aber kommt eine richtige Frequenz zustande? Durch eine bestimmte Art von Nervenzellen im Gehirn: durch sogenannte Spiegelneuronen. was in uns vorgeht. dass wir sie bewusst trainieren! > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Die richtige Frequenz einstellen Stellen Sie zu Ihrem Gesprächspartner immer bestmöglichen Rapport her – beziehungsweise suchen Sie die richtige Frequenz! Verbal achten Sie dabei vor allem auf Ihre Stimme und Sprache. Unsere Spiegelneuronen machen nach. Wir verdanken dieser Fähigkeit sehr viel: Dank ihrer können wir uns etwa in andere einfühlen. Sind wir traurig? Besorgt? Vergnügt? Im Gesicht ist es meist ganz leicht abzulesen. Gähnen. Zeit also. das Verhalten unseres Gegenübers so gut wie möglich zu imitieren. Redet der andere laut? Dann seien auch Sie laut. Spricht Ihr Gesprächspart186 . nonverbal auf Ihre Körperhaltung. Weinen. Spricht der andere leise? Dann reden auch Sie leise. Sicher kennen Sie das Phänomen.Kommunikation blicken schräg in den Himmel (stellen uns etwas vor). Passen Sie Ihre Stimme Ihrem Gegenüber an. Gestik und Mimik. Nicht zu kommunizieren ist also unmöglich. W utanfälle erahnen und uns in Loyalität üben. Diese sitzen an verschiedenen Stellen unserer Großhirnrinde und sind dafür zuständig. dass bestimmte V erhaltensweisen anderer ansteckend sind: Lachen.

wenn beide in ähnlichen Begriffswelten reden. So wie bei Marthas Kundenberater. stört das den Rapport. Spricht der eine aber über Äpfel und der andere über Birnen.2) und schafft es kaum in die Phase persönlicher Nähe (siehe Domino-Stein 4. Eine Chance hätte er nur noch. Wie stellen wir besseren nonverbalen Rapport her? Durch Körperhaltung. Elmar hingegen hat das Problem verstanden: Statt »zur Magnetresonanztomographie« schickt er seine Patienten nun »in die Röhre«. W eil Martha die Kundin ist. Gestik und Mimik.3). wenn er deutlich vom Gas ginge. dass ihn die Patienten nun besser verstehen. Schaut man uns an? Zurückschauen! Ist das rechte 187 . Anscheinend aber benutzt er Fremdwörter und Redewendungen. sollte er seine Ausdrucksweise auf Martha einstellen. Statt nach »Alkoholabusus« zu fragen. Klar. Auch hier gilt wieder: Passen wir uns unserem Gegenüber an! Steht der andere aufrecht? Dann stellen auch wir uns gerade hin. Was passiert. die ihn kaum einen Draht zu Martha aufbauen lassen. macht Hannes vor: Er überfährt die zurückhaltende Gabi mit seiner Sprech-Power und erntet lauter Nein-Signale. um sie nicht zu ver wirren. Ist der andere leicht gebückt? Dann beugen auch wir ein wenig den Rücken.Die Frequenz einstellen ner schnell und melodiös? Dann brauchen auch Sie ein wenig Singsang in der Stimme. Äpfel oder Birnen? Auch der Inhalt des Gesprochenen kann Rapport hervorrufen – vor allem. wenn Sie das nicht beachten. Dadurch erzeugt er aber nur Abstoßung statt Anziehung (siehe Domino-Stein 4. erkundigt er sich jetzt nach »T rinkgewohnheiten«. Oder aber langsam und eintönig? Dann sollten Sie Ihre Lebendigkeit beim Sprechen bremsen.

und schon fühlen wir uns stärker miteinander verbunden. in Jogginghose zur Arbeit zu erscheinen. Dank Rapport. In diesem Fall besteht Rapport. Nonverbaler Rapport gestört. uns an unser Umfeld anzupassen. stören wir den Rapport.Kommunikation Bein über das linke geschlagen? Dann schnell nachmachen! Und keine Sorge: Das alles wirkt nicht auffällig. sollten wir eine Schippe drauflegen. Nähert es sich uns aber seinerseits. Probieren Sie es! Unser Unterbewusstsein registriert mehr Ähnlichkeit. Welcher soziale Code gilt dort. Bleiben wir trotz Annäherung des anderen zu weit entfernt. wirken wir unnahbar (wie Marthas V erkäufer). Kommen wir zu nahe. wirken wir aufdringlich (so wie Hannes). 188 . wo wir sind? W ie kleidet man sich? W ie verhält man sich? Ein Bankberater käme etwa nie auf die Idee. Übrigens gehören auch unsere Stellung im Raum und unser Abstand zueinander dazu: W endet sich uns unser Gegenüber zu. im anderen nicht. Wendet es sich zur Seite. sollten wir es ihm gleichtun. sondern stellt fast immer eine bessere Verbindung her. Am Wochenende zu Hause aber passt dieses Outfit. Ebenfalls wichtig ist es. Das betrifft natürlich auch unsere Gestik: Wer viel gestikuliert. wenn wir uns direkt vor ihm aufbauen. sollte sich bei einem eher steifen Gegenüber zurückhalten. Und gestikuliert unser Gegenüber mehr als wir. stören wir es. wenn wir ihm zu nahe kommen. Auch unsere Mimik hilft uns beim Herstellen des Rapports: Lächeln? Zurücklächeln! Neugier? Auch Neugier zeigen! Laura und Claudio machen es vor: Trotz Sprachbarriere klappt die Verständigung. Als Faustregel gilt in unserer Kultur: Der ideale Abstand zwischen zwei Menschen im Gespräch sollte in etwa eine Armlänge betragen. sollten wir nicht zurückweichen. Achtet unser Gegenüber auf einen großen körperlichen Abstand.

während sich nun der andere anpasst. Kein W under. 189 . sondern um die Voraussetzungen für Kommunikation. V ielleicht stehen Sie ja in der Rangordnung höher als die meisten anderen? V orsicht. Echte Kommunikationsprofis übrigens betrachten den Rapport lediglich als Eingangstür in ein gutes Gespräch. Allerdings geht es beim Rapport nicht um Unterwürfigkeit oder Gehorsam. dass die Unterwürfigkeit Ihrer Gesprächspartner den Rapport stört. Dann spiegeln Sie eine W eile das V erhalten und die W ahrnehmungswelt ihres Gegenübers. dank ein wenig Anpassung. dann könnte es aber auch sein. beträgt Ihre Rapport-Chance beinahe hundert Prozent. dass dies auch gelingt. Achten Sie aber darauf. also verstehen wir uns. dass sich die anderen an Sie anpassen. wo Sie sich so gut miteinander verstehen! Also perfekte Manipulation (im positiven Sinne). bevor sie schließlich das Steuer übernehmen und in die führende Rolle wechseln. haben Sie vielleicht eine fünfzigprozentige Chance. Sie signalisieren: Wir sind gleich. Und wenn Sie darauf bestehen. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie haben plötzlich kommunikativen Zugang zu jedem Menschen. keine Frage.Die Frequenz einstellen > DAS DOMINO-PRINZIP Zugang zu jedem Menschen! Möglicherweise denken Sie nun: »Ich will mich nicht anpassen! Warum passen sich die anderen nicht an mich an?« Legitime Betrachtungsweise.

Nur mühsam unterdrückt Harald seine Enttäuschung und verlässt den Raum. morgen wird doch wieder ein super Tag. als dieser ihm seine sozialpolitischen Ansichten offenbart. beginnt sie ihre Beschwerde. Wie üblich schaffte es sein Vater. als diese sich kritisch über sein Angebot äußert.« Und dann begründet Edward. »Hören Sie mal!«. »Nur wenige denken so gut mit wie du. entgegnet Vermögensberater Edward (34) seiner Nachbarin Ulrike (35). wirft Peter (55) seinem Sohn Harald (23) an den Kopf. dass Milla noch rechtzeitig zum Wagen kommt. Ein Glück. »Die Linken sind doch alle Idioten!«. desto eher 190 . warum Ulrikes »verständliche« Sorgen unbegründet sind. dass du so ehrlich bist!«. nicht wahr? Je schneller du jetzt ins Bett gehst und einschläfst. Mama Leonie (29) trickst ihren Sohn Max (5) aus: »Schau mal. »Danke.Kommunikation Kapitel 3 Meinungen verkaufen Schon wieder wagt es eine Politesse. das Klima zu vergiften. um sie anzumeckern. und Augenblicke später sind die Fronten verhärtet. Milla (42) wegen Falschparkens aufzuschreiben.

was du dann wieder alles spielen kannst!« Diesen Verlockungen hat Max nichts entgegenzusetzen. gegen ihren W illen zu handeln. bauen wir einen Sog auf. wie leicht man innerlich auf stur schaltet. Nun bekommen wir nur noch. den ich brauche. V ielmehr weiß jeder. Auch hier ist die Frage wieder: Wollen wir durch unsere Absichten Druck ausüben oder Anziehung erzeugen (siehe Domino-Stein 4. indem wir andere dazu nötigen. um weiterzukommen!« Und solche Kooperationen bringen wir nicht zustande. Bauen wir hingegen Druck auf.2)? Klar. erzeugen wir Gegendruck. warum das wichtig ist: Denn schaffen wir Anziehung. ist klar. Schnell geht er ins Bett. um unser eigenes Spiel voranzubringen: »Du hast genau den Stein. Häufig sind wir auf zeitweilige Kooperationen angewiesen. Überleg mal. unter dessen Einfluss andere Menschen freiwillig mit uns kooperieren.Meinungen verkaufen ist es für dich morgen. wenn wir den Willen des anderen brechen. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Jeder hat seinen eigenen Kopf Eine besonders große Herausforderung beim DominoSpiel ist der Umgang mit den Absichten unserer Mitspieler. was wir wollen. Dass das auf lange Sicht zu Widerstand führt. wenn man etwas tun soll. Und das heißt: Unser Gegenüber wehrt sich gegen unsere Absicht und stellt sich stur. Freunde gewinnen wir so keine. Kooperationspartner auch nicht. und wir sind meist in unterschiedlichen Richtungen unterwegs. Schließlich hat jeder seinen eigenen Kopf. 191 . was man nicht möchte.

Zunächst sollten wir unserem Gegenüber stets auf Augenhöhe begegnen. sollte es so gut wie möglich verkaufen. hart zu bleiben. was er braucht. Müller. So klappt Kommunikation am besten. So wie bei Milla. Eine viel bessere Herangehensweise an den V erkauf ist ein Tauschhandel. Wie hätte Millas Politesse wohl reagiert. und erhält im Gegenzug. Was herauskommt. die diese innere Haltung natürlich spürt und sich dagegen wehrt.Kommunikation > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Verkaufen Sie Ihr Anliegen Wer ein Anliegen hat. stört das den Rapport (siehe Domino-Stein 5. aber gleichzeitig versichert hätte. warum der 192 . wenn sich Milla höflich für ihren Park-Fehler entschuldigt und der Politesse zugestanden hätte. Man gibt dem anderen. ginge er selbst in die unterwürfige Position. Stellen Sie sich einen Mitarbeiter mit einer guten Idee vor. Die Folge also: »Nein. Schlecht verkauft.1). Ihr V orschlag ist Quatsch!« Schade für Müller . Milla lobt sie elegant für ihre richtige Beurteilung und nimmt ihr den Zwang.5! Und dank folgender Spieltipps ist das ganz einfach. ihren Fehler nicht zu wiederholen? Sie merken: Jetzt wird es für die Politesse moralisch schon schwieriger . Auch Unterwürfigkeit verhindert den Rapport. zu erklären. der auf Höhe der Grasnarbe zum Chef kriecht. Genau: V erkaufen – wie bei Domino-Stein 3. was man selbst braucht. Stellen wir uns eine Hierarchiestufe höher oder tiefer. aber kein sinnvolles Gespräch. ist ein Machtspielchen. Sie betrachtet sich selbst als wichtiger als die Politesse. Wie soll ihn der Chef da ernst nehmen? Das Problem: Würde er sich seinem Untergebenen anschließen. zwar im Recht zu sein.

denn wir sind jederzeit bereit. als er Ulrikes Kritik mit einem Lob abfedert: »Danke. Ganz nebenbei gibt sie der Politesse das Gefühl. warum er die »Linken« für »Idioten« hält. was du tust.« Er bietet Ulrike damit keine Angriffsfläche und nimmt ihrer Skepsis den Wind aus den Segeln. Auch Edward macht es sehr geschickt. dass du so ehrlich bist!« Und: »Nur wenige denken so gut mit wie du. indem man erklärt. Sie sagt damit: »Das. im Recht zu sein. ist richtig. Am elegantesten verpackt man sein Anliegen an einen Partner. gibt es Streit. welchen Nutzen der Partner 193 . Im Idealfall zerreißt sie das Ticket. weil wir sonst in schlechtem Licht stünden.2)? Sie gesteht ihr nämlich zu. uns gegen Unterstellungen. dass Milla die Politesse in der Idealvariante elegant lobt (siehe Domino-Stein 4. stimmt nicht!« Nur gegen Lob sind wir machtlos. Da Milla nicht unterwürfig auftritt. würde Harald das Gespräch nicht abbrechen. Tun Sie etwas für Ihr Gegenüber Auch der Politikdialog zwischen Peter und Harald wäre ganz leicht zu retten: Würde Peter begründen. respektiert zu sein. sondern sachlich versuchen. Behauptungen und Angriffe zu wehren: »Halt. Ist Ihnen aufgefallen.« Und das ist schlau. Schließlich will Milla ihren Fehler auch ohne Strafe nicht wiederholen. Mit einer Begründung würde Peters harsche Aussage nicht mehr wie eine Beleidigung wirken – selbst wenn Harald diese Begründung nicht teilt. Weil Peter aber ohne Begründung Anspruch auf die einzig gültige Meinung erhebt. vermutet die Politesse keinen Manipulationsversuch.Meinungen verkaufen Strafzettel sein muss. Peters Position nachzuvollziehen und ihm inhaltlich zu widersprechen.

indem sie ihn dazu bringt.Kommunikation davon hat. Selbst dann. sich auf den nun »früher« beginnenden nächsten T ag zu freuen. Doch dafür schnell zum nächsten Domino-Stein! 194 . dass …!«. Durch weniger W iderstand in Ihrem Umfeld kommen Sie auch schneller und eleganter voran. Das ist Ihr Erfolg durch diesen DominoStein: Sie bekommen immer häufiger. So wie Leonie ihrem Sohn Max das Zubettgehen schmackhaft macht. fällt uns im Alltag bald vieles leichter. Also: Verwenden wir bei unseren Anliegen stets konkrete Nutzenformulierungen! »Das bedeutet für dich. wenn Sie in Konflikten stecken oder Kritik an anderen üben müssen. Und dazu müssen Sie nicht mehr auf kraftraubende Weise Druck aufbauen und auf Kooperation hoffen. »Das bringt dir …!«. »Das senkt folgende Kosten …!« Na? Feuer gefangen? > DAS DOMINO-PRINZIP Widerstände beiseiteschaffen Wenn wir anderen unsere Anliegen zukünftig richtig ver kaufen statt sie ihnen aufzudrängen. »Das erhält dir …!«. was Sie wollen. »Auf diese W eise vereinfachst du …!«. Sie schaffen Kooperation selbst und bekommen sie auch. »So maximierst du dein …!«.

was sie verbessern kann. Deshalb tritt Leonhardt diesen Quertreibern 195 . Immer wenn sie etwas falsch macht. zu verstehen. Von zu Hause ist sie es gewohnt. Am Arbeitsplatz allerdings scheint ihr jeder Fehler dabei zu helfen. denn immer wieder untergraben einige seine Autorität. dazuzulernen. Die Quoten ihrer gestrigen TVSendung waren schlecht. erklärt er ihr geduldig. Marina (38) tobt mal wieder. schalten alle auf Durchzug. und alle im Umfeld der ehrgeizigen Redakteurin wissen.Richtig kritisieren Kapitel 4 Richtig kritisieren Rebecca (25) himmelt ihren Chef Ludwig (35) an. »Alles falsch!« Auch Sprüche wie »Lauter Idioten hier!« hört man. Vergeblich. Und weil letztlich auch Marina nicht weiß. was die Zuschauer wollen. Die Mitarbeiter verstehen Marinas Aufregung nicht: Fernsehen ist Tagesgeschäft – die Quoten sind mal so und mal so. was Marina konkret von ihnen verlangt. Leonhardt (41) hofft auf vollständige Kooperation seines Teams. Es hagelt Kritik – wahllos und ohne eine Chance für die Kritisierten. wie mies sie dann drauf sein kann. dass man Fehler besser nicht zugibt.

Außerdem enthält sie idealerweise auch Verbesserungstipps oder ein Feedback über besonders gute Leistung.Kommunikation nun besonders höflich und aufmerksam entgegen. Ist man Einzelkämpfer . Geht das Handeln aber auch andere Menschen an. Dabei ist Kritik streng genommen nur ein Hinweis darauf. Problematisch wird es allerdings. Denn wer Gründe für sein Handeln hat. Hinter seinem Rücken allerdings sagt man: »Der lässt es zu. Führt eine Handlung nicht zum gewünschten Ergebnis. Missachtung. < ACHTUNG STOLPERSTEIN Kritik ist Feedback Zwischen Menschen gibt es Meinungsverschiedenheiten. dass man ihm auf der Nase herumtanzt!« Und bald hat Leonhardt einen Termin bei seinem Chef. Kritik? Bei vielen löst das W ort negative Emotionen aus: Schimpfe. ist Feedback nötig. wenn eine berechtigte Kritik mit moralischen Schuldzuschreibungen oder Beleidigungen einhergeht: Etwas schlecht gemacht? »W ie kann man nur!« Fehler passiert? »Kein Wunder bei so viel Blöd196 . erfolgt das Feedback üblicherweise in Form von Kritik. um das zukünftige Handeln daran auszurichten. »So werden sie mich bestimmt besser akzeptieren!«. sind Erfolg und Misserfolg die Feedbacks. denkt er. Stress und Streit. hält seine Handlungsweise für korrekt – und das denken die meisten von sich. Der wirft ihm Führungsschwäche vor. Schließlich soll Kritik etwas bewirken: Gutes verstärken und Schlechtes korrigieren. ob die Richtung stimmt oder nicht.

Richtig kritisieren heit!« Auch wenn kein konkreter V erbesserungsvorschlag erfolgt. um sich selbst gut zu fühlen. sondern auf Kommunikations. Warum? Weil eine schlechte Quote für sie eine Katastrophe 197 . anderen überlegen zu sein. worum es ihm dabei geht: Um konstruktive Verbesserungen? Oder um sein Ego? Viele Menschen brauchen leider das Gefühl. Wer andere beim Kritisieren fer tigmacht. Sie deutet eine schlechte Quote als V ersagen ihrer Leute. Faktoren wie Konkurrenzprogramm. Zielgruppenspezifizierung und Produktionsumstände ignoriert sie. sollte sich also selbstkritisch fragen. sachlich alle möglichen Ursachen zu erwägen.oder V erständnisschwierigkeiten beruhen. um fehlerfrei zu handeln? Hatte er die Motivation dazu? Gaben ihm die umgebenden Strukturen die Möglichkeit? Oder aber: Hatte der Handelnde das Er gebnis überhaupt selbst in der Hand? Marina zum Beispiel kritisiert blind drauflos. wirkt negative Kritik demoralisierend: »Alles machst du falsch!« – »W ie kann ich es besser machen?« – »Indem du alles anders machst!« Dabei fällt gern unter den T isch. Wochentag. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Konstruktiv kritisieren Wie spielt man Domino. dass die meisten Fehler nicht aus böser Absicht oder bewusster Schlamperei geschehen. Wetter. Hatte der Handelnde das nötige W issen. wenn Kritik angebracht ist? Zunächst mal: Welche Grundsätze gelten? Aus welchen Gründen ist der Fehler geschehen? Hier ist es wichtig.

Wer lange Zeit ignoriert wird und dann plötzlich bei Fehlern kritisiert wird. so weiterzumachen. um auch kleinere Krisen zu über stehen. Sie erhält halbwegs ihre eigene psychische Stabilität. Doch auch Lob sollte gezielt sein: Wir sollten beim Loben immer sagen. was richtig läuft. sie also zu ignorieren. was genau gut war .Kommunikation ist! Um diese von sich abzuwenden. Die Grundsätze sind geklärt. Sie will gewinnen. W enn wir einander jetzt noch dazu ermutigen. werden sich alle Beteiligten entsprechender Kritik annehmen.2). wie. Und wobei. Gibt es hingegen Anlass zur negativen Kritik. indem sie von Beginn an regelmäßig miteinander reden. statt konstruktiv zu verbessern. fühlt sich natürlich ungerecht behandelt und fragt sich: W arum soll ich mich über haupt noch anstrengen? Lob stabilisiert die Beziehung Das beste Feedback ist natürlich Lob (siehe Domino-Stein 4. muss von Beginn an eine Bedingung klar sein: das Fokussieren auf den positiven Ausgang! Denn nur wenn die Beziehung zueinander stabil genug ist. wann und warum uns etwas positiv aufgefallen ist. indem sie ihre V erantwortung an die Kollegen abgibt. wenn »eigentlich« alles in Ordnung ist! Am schlechtesten wäre es. Gerade für Vorgesetzte gilt: Geben Sie Feedback auch dann. Es muss für alle stets klar sein. welche Regeln gelten. Aus dieser Falle kommen alle Beteiligten am besten heraus. Sich kritisieren zu lassen. anderen überhaupt kein Feedback zu geben. gibt sie ihrem Umfeld die Schuld. Lob stabilisiert die Beziehung und verstärkt. Klar schalten alle auf Durchzug. um dann ohnehin aus 198 . stimmt die Basis für die Zukunft.

sondern stattdessen besteht die Zuversicht.6 – der verbindlichen Beziehungsbasis. Bitte entschuldigen Sie die unklare Ausdrucksweise der vorigen Anweisung. Und verändert der Kritisierte sein Verhalten dauerhaft nicht. für Ihre Mühe.« Dann erläutern wir ihm sachlich das bisher unbefriedigende Ergebnis: »Leider stimmt dieses und jenes noch nicht. Zunächst drücken wir ihm unsere Anerkennung aus: »Danke. widerspricht Domino-Stein 4. bietet sich zunächst die sogenannte Umleitung an – das ist Kritik-Stufe 1. dass sich die Dinge regeln lassen.oder Beziehungsuntergang. Umleitung heißt einzuräumen. Kritik-Stufe 1: die Umleitung »Was ist eine Umleitung?«. die Herrn Meiers Fähigkeiten besser gerecht wird: 199 . Konkret: Herr Meier hat seine Aufgabe nicht zufriedenstellend erledigt.« Oder wir vergeben eine neue Aufgabe. sollten klare W orte folgen – das ist KritikStufe 2. Dann kann es konkret werden: W as genau lässt sich verbessern? Nun sollte Kritik in drei Stufen erfolgen: Ist ein Fehler zum ersten Mal passiert.« Und nun machen wir entweder eine präzisere Aufgabenbeschreibung: »Ich lege Wert darauf. dass wir unsere Anweisung möglicherweise dem Falschen gegeben haben oder uns unklar ausgedrückt haben könnten. fragen Sie sich jetzt womöglich.Richtig kritisieren dem Spiel auszuscheiden. Also muss klar sein: Kritik bedeutet keinen W elt. Kommt der Fehler wiederholt vor. folgt Kritik-Stufe 3: die offene Auseinandersetzung. Herr Meier. Dazu gibt es einen V erbesserungsvorschlag mit dem Ziel einer Kursänderung des Kritisierten. dass jetzt exakt dieses und jenes geschieht.

worauf Herr Meier insgeheim spekuliert? 200 . siehe Domino-Stein 5. sondern uns stattdessen sofort auf eine Lösung zu konzentrieren.« Natürlich sind wir bei der Beschreibung nun möglichst exakt. dass Sie das gut machen werden. handelt bewusst schlampig oder leistet gar aktiv Widerstand. müssen wir deutlich kritisieren – mit klaren W orten. Wichtig also: Sachlich bleiben! Fragen Sie: »Was wurde falsch gemacht?« Und nicht: »Wer ist der Idiot?« Kritik-Stufe 3: die offene Auseinandersetzung Sollte Herr Meier nun immer noch nicht auf Kurs schwenken.1) drücken wir unser Vertrauen aus: »Ich bin sicher . W ichtig dabei ist.Kommunikation »Bitte machen Sie dieses und jenes. Und unser Gegenüber wahrt sein Gesicht und bleibt motiviert. untergräbt schnell das Selbstvertrauen des anderen – keine gute V oraussetzung für Kooperation. Und nach einem Feedback des Gegenübers (»Ich soll also dieses und jenes tun?«. Kritik-Stufe 2: klare Worte Scheitert eine Umleitung. ist er entweder unmotiviert.« W er den Unter schied zwischen Person und Sache nicht wahrt. unsere Meinung in einer offenen Auseinandersetzung durchzusetzen. zwischen der Per son und der Sache zu trennen! Also nicht: »Dummer Herr Meier!« Sondern: »Lieber Herr Meier. Keine Frage: Jetzt gilt es. Ihre Handlungsweise hat leider unangenehme Folgen für uns. untergraben wir unsere eigene Position – womöglich genau das. Tun wir das nicht. uns nicht mit dem Misser folg aufzuhalten.« Es geht beim Umleiten also darum.

« Wir merken: Die Kritik wird zwar konkret genannt.1). W o war noch gleich der Preis? Nach jeder Kritik ist es natürlich wichtig. Die Sandwich-Technik verwenden übrigens auch gute Verkäufer. das Ihnen fast das komplette Büro ersetzt! Für 600 Euro erhalten Sie somit einen Organizer . wenn Sie unangenehme Informationen wie zum Beispiel hohe Preise vermitteln wollen: »Dieses Telefon ist weit mehr als ein Telefon. Hierbei wird die kritische Aussage zwischen zwei positiven verpackt – ein Sandwich eben: »Schön. weil W ertschätzung mitschwingt und ein positiver Ausblick in die Zukunft besteht. Damit es keine Missverständnisse gibt. W enn du zukünftig Punkt eins. Und nicht nur Rebecca ist glücklich über ihren Chef. ist wieder »aktives Zuhören« angesagt (siehe Domino-Stein 5. dass du dir so große Mühe gibst.Richtig kritisieren Mmmmh. Sie haben damit ein Gerät. was gemeint war? Lassen wir den anderen also in eigenen W orten wiederholen. zwei und drei beachtest. eine Foto.und V ideokamera. Lob-.und Sandwich-Technik sind übrigens genau die Mittel. wird das Ergebnis bald besser sein. ein Navigationsgerät mit umfangreichem Kartenmaterial. Umleitungs. sich vom Kritisierten ein Feedback zu holen: Ist angekommen. Und: Ludwig folgen seine Mitarbeiter freiwil201 . tut aber nicht weh. ein Textverarbeitungsprogramm …« Und so weiter . Leider hat dieses oder jenes bislang noch nicht geklappt. lecker Sandwich! Besonders elegant bei Kritik ist übrigens die SandwichTechnik. Feedback-. mit denen Ludwig seine Mitar beiter führt. was er verstanden hat – und korrigieren wir gegebenenfalls. und jeder entwickelt sich angstfrei weiter. Das Klima stimmt.

während Leonhardt damit ein großes Problem hat. denn nur Konstruktives bringt Erfolge. bringen sie sachlich an und scheuen die Auseinandersetzung nicht. > DAS DOMINO-PRINZIP Sich und andere lenken Sie bemerken: Bei Kritik geht es nicht darum. Es geht vielmehr darum. wenn sie nötig ist. sich über Vergangenes aufzuregen oder gar den anderen zu besiegen. Brücken in die Zukunft zu schlagen.Kommunikation lig. Und das ist Ihr Erfolg mit diesem Domino-Stein: Sie erkennen Kritik als Feedback. haben Sie Ihrem Gegenüber fair alle Chancen gegeben. Viele Teammitglieder erkennen ihn nicht als Autorität an – unter anderem weil er die offene Auseinandersetzung fürchtet. Bevor Sie es aller dings zum Krach kommen lassen. 202 .

Entweder ist sie vergeben oder ich interessiere sie nicht. jammert Lukas (19).« Lukas’ Freund Mario (19) korrigiert ihn: »Das stimmt so nicht – auf deine letzten zwei Beziehungen traf das nicht zu!« »Kaum kommst du nach Hause. gehst du sofort in dein Zimmer und setzt dich vor den Computer!« Frustriert schließt Sohn Torben (14) daraufhin seine Zimmertür und setzt sich an seinen Computer.« Und dann schweigen sich beide wieder minutenlang an. wenn ich mich verliebe. »Jedes Mal. schwärmt Ralf (29). Ob sie wirklich zueinanderpassen? 203 . »Erst schmeißt du deine Sachen neben die Tür. ohne den Teller wegzuräumen. motzt Mama Franziska (39). als er mit seiner neuen Flamme das Kino verlässt. dann isst du etwas. Warum schimpft seine Mutter immer so? »Der Film war ja total abgefahren!«. klappt es nicht.Die Macht der Worte Kapitel 5 Die Macht der Worte »Immer das Gleiche!«. langweilig war er nicht. und anstatt mir mal zu helfen. Und auch nicht unspannend. »Absolut geniale Action!« Begleiterin Susi (29) drückt es dezenter aus: »Nein. gibt es Unordnung!«.

« Irritiert schauen sich die jungen Eltern an. Denn manchmal steckt der Teufel im Detail. rechthaberisch. Oft sogar unbeabsichtigt und ohne 204 . Warum macht der Makler so einen Druck? Sie konnten sich eben noch nicht entscheiden! < ACHTUNG STOLPERSTEIN »Es sind doch nur harmlose Worte« Nachdem nun die meisten großen W eichen für eine gelungene Kommunikation gestellt sind. haarspalterisch oder unsympathisch rüberkommen. wird klar: V iele Sätze stecken voller Schwarz-W eiß-Malerei. wenn sie ohne Hemmungen und Gefühl für Feinheiten drauflosreden. herrscht Immobilienmakler Detlev (54) das potenzielle Kundenpaar Angelika (34) und Markus (39) an. ob sie das Haus kaufen wollen oder nicht. Und oft können auch andere keinen exakten Grund dafür nennen. was sie rhetorisch anrichten. Verallgemeinerungen und verbalem Störfeuer . fehlt eigentlich nur noch eines: das Stellen der kleinen W eichen. warum diese Menschen irgendwie übellaunig. Und genau damit ver miesen sie sich selbst und anderen die Stimmung oder bauen emotionalen Druck auf. Doch wenn man einen genaueren Blick auf deren bevorzugte Formulierungen wirft. Und beim Kommunizieren ist das wichtigste Detail die Wortwahl: Mit welchen Worten drücken wir konkret aus. »Und Sie haben sich immer noch nicht entschieden. was wir meinen? Viele merken leider nicht.Kommunikation »Wir sind schon zum dritten Mal hier!«.

einen Vertrauten anrufen oder ein Glas Wasser trinken. W ie angenehm! 205 . sabotiert die Kommunikation und steuert sie in die falsche Richtung. Etwa: »Immer.5). oder. die Menschen anziehend machen. muss ich Schokolade essen. esse ich Schokolade. Wer gegen eine dieser Regeln verstößt. wenn ich traurig bin. Häufiges Beispiel: Verallgemeinerungen! Sie finden sich oft in Formulierungen mit »immer« oder »nie«. Höflichkeit. V erlässlichkeit und eine gewisse Portion Zuversicht – also Tugenden. dass bald keiner mehr mit ihnen spielen will. der man nicht widersprechen möchte.Die Macht der Worte es zu merken. oder? Sicher könnte sie das. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Fine-Tuning beim Sprechen Damit zwischen Sender und Empfänger die richtige Frequenz eingestellt bleibt (siehe Domino-Stein 5. Fairness.« Klar. müssen beide bei der Kommunikation ähnliche Regeln befolgen (siehe Domino-Stein 4. Sonst verrauscht die Verbindung. dass dieser Satz zum W iderspruch einlädt: W irklich immer? Natürlich nicht. oder. Die Atmosphäre bleibt neutral. Sie legen die Domino-Steine so. sondern nur »häufig« oder vielleicht sogar »meistens«! Und »muss« die Person dann die Schokolade wirklich essen? Oder könnte sie nicht auch einen kleinen Spaziergang machen. Häufige Grundfrequenzen zwischen Menschen sind dabei Ehrlichkeit. wenn ich traurig bin.2). Zutreffender wäre also: »Oft.« Das ist eine Beschreibung.

206 . dass V erallgemeinerer meist keinen großen Freundeskreis um sich scharen. Streng genommen ist eine V erallgemeinerung unehrlich und unfair. denn sie unterschlägt Alternativen! Auch Lukas tappt in diese V erallgemeinerungsfalle und malt sich damit seine Zukunft schwarz. Es entsteht so leicht eine emotionale Drucksituation für den Kommunikationspartner: »W enn du mich nicht tröstest. man möge Mitleid mit ihm haben – und gibt Verantwortung ab.Kommunikation Problem Verallgemeinerung Sie sehen: Das Problem bei V erallgemeinerungen ist auch die scheinbare Zwangsläufigkeit. statt das.1) das. wenn ich traurig war. was er will (eine finden). gut gekontert. geht es mir schlecht. Dadurch aber gerät Lukas in eine Spirale negativer W ahrnehmung und verstärkt durch seine Perspektive (siehe Domino-Stein 1. Sie verstoßen gegen das Gebot fairer. mit der der Sprecher ein vermeintliches Schicksal als gegeben darstellt. dass es auch in der Zukunft »immer so« sein wird. höflicher und zuversichtlicher Kommunikation. Er leitet falsch her . Autsch! Umgehen lässt sich diese Falle mit ein paar Wortraffinessen: »Bisher habe ich oft Schokolade genascht. dass es in der Vergangenheit »immer so« war. Damit formuliert er auch oft zwischen den Zeilen den Appell.« Und schwups – schon ist das Gegenüber in der Pflicht. und er schließt daraus. Eine emotionale Erpressung (siehe DominoStein 4.2)! Kein W under also.« Mit ein wenig Zukunftsformulierung verschwindet selbst Lukas’ Problem augenblicklich: »Bisher hattest du also noch nicht so oft das Glück. auf Anhieb die Richtige zu treffen?« Oder: »Dann hast du die nächste schöne Beziehung also noch vor dir?« Schlecht verallgemeinert. was er nicht will (keine Freundin finden).

Interessanterweise kann man Motzen aber meist auch als konkreten W unsch formulieren und ihm so die Schärfe nehmen. Nehmen wir mal Franziskas Frust über ihren Sohn Torben. der sich an den Computer zurückzieht. verteilt der Motzer Unzufriedenheit grob mit der Gießkanne. bevor du zum Computer gehst? Du könntest mir etwas helfen. Statt konstruktive Kritik zu üben oder konkrete V erbesserungsvorschläge zu machen (siehe Domino-Stein 5. dass T orben lieber flüchtet. Statt elegant Anziehung zu erzeugen (siehe DominoStein 4.und Beziehungs-Ohr: »Ich ärgere mich!« Und: »Du bist daran schuld!« Klar also.3).2) und einen V erkaufssog entstehen zu lassen (siehe Domino-Stein 5. folgendermaßen zu formulieren: »Was ist es. räumst du bitte gleich deine Sachen auf. das Sie noch zögern 207 . Fairness und Zuversicht.« Auch Detlev geht mit seiner Unzufriedenheit nicht schlau um. könnte sie auf positive Über raschungen hoffen: »Torben.Die Macht der Worte Problem Gemotze Auch unreflektiertes Motzen verstößt gegen die Regeln von Höflichkeit. wenn du nach Hause kommst. Würde Franziska die Frequenz in Richtung Beschreibungsund Appell-Ohr verschieben.4). Was sagt sie gemäß dem V ier-Ohren-Modell (siehe Domino-Stein 5.1)? Sie funkt vor allem ins Selbstoffenbarungs. und jeder in der Nähe wird nass. auch deinen T eller? Und kommst du dann bitte kurz zu mir. Viel schlauer also wäre es. baut er durch seine Formulierung Druck auf und verstört Angelika und Markus. ob Sie das Haus kaufen wollen oder nicht. Er kritisiert: »W ir sind schon zum dritten Mal hier! Und Sie haben sich immer noch nicht entschieden.« Doch auf seine Ob-oder -ob-nicht-Formulierung droht ihm schlimmstenfalls ein Nein – ohne dass er die Gründe dafür erfährt.

Und was die einen unter »nicht unüblich«. »tierisch« oder »total geil« findet. »extrem viel« oder »zerstörerisch«. hat keine Worte mehr. »bemer kenswert« oder »ganz interessant«. Schließlich sind Angelika und Markus am Haus interessiert – sonst wären sie nicht da. Und die Formulierung »Mal angenommen« richtet den Blick verführerisch in die Zukunft und lädt zum Träumen ein. Wer zum Beispiel alles »total irre« findet. kann Detlev also den Blick auf einzelne V ariablen lenken und so die Entscheidung beeinflussen. welche Voraussetzungen wären dann erfüllt?« Statt hopp oder topp eine Entscheidung zu erzwingen. Susi könnte ein we208 . Also.Kommunikation lässt?« – »Unter welchen Umständen könnten Sie sich zum Kauf entscheiden?« Oder: »Mal angenommen. Klar. Wie soll man da eine gemeinsame Frequenz finden? Ganz nebenbei: Leider fehlen den Übertreibern meist die Nuancen. betrachtet ein anderer vielleicht als »nicht gerade klein«. dass es so zu Missverständnissen kommt: Der eine übt sich in Übertreibungen und der andere in Untertreibungen. Sie würden sich mit gutem Gefühl für dieses Haus entscheiden. Problem Übertreibung Ein interessanter und sehr wirkungsvoller Frequenzunter schied bei einzelnen Formulierungen ergibt sich auch in der Intensität oder Dezenz verwendeter W orte: W as der eine »riesig«. und damit minimieren sie ihre Aussagekraft.2)! Ralf etwa könnte beim Formulieren ein wenig vom Gas gehen. »ein wenig« oder »deprimierend« verstehen. was tun? Sich aneinander anpassen. um Rapport her zustellen (siehe Domino-Stein 5. betrachten andere als »immer wieder«. um etwas wirklich total Irres zu beschreiben.

kann auch differenziert denken – und erscheint dadurch als verlässlicher Partner für das weitere DominoSpiel. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie praktizieren gute Rhetorik und wirken dadurch anziehend. Sie erschaffen Sog statt Druck. 209 . Und »spannend« statt »nicht unspannend«. Vielleicht passen die beiden dann doch zusammen? > DAS DOMINO-PRINZIP Sie werden ein Super-Rhetoriker! Die hohe Kunst der feinen Rhetorik minimiert Meinungsverschiedenheiten. Und Sie verkaufen sich selbst und Ihre Meinungen spielerisch leicht. Auch die Zuversicht wächst durch gute Rhetorik. Fairness und Höflichkeit.Die Macht der Worte nig deutlicher werden. noch bevor sie entstehen können. Denn wer sich gut und sensibel ausdrücken kann. also vielleicht ebenfalls »unterhaltsam« sagen statt »nicht langweilig«. Zudem schafft sie Gemeinsamkeiten auf der Basis von Ehrlichkeit.

Die Überschriften sollen unter anderem lauten: »Steigerung der koordinativen Kompetenz«. Wie will man so Interesse für Fortbildung wecken? Hilflos deutet Irina (32) im Arbeitsamt auf eine Passage im Formular: »Wird die Arbeitszeit innerhalb eines zeitlichen Rahmens durch Arbeitsanfall bzw. Auftragslage bestimmt.Kommunikation Kapitel 6 Gut schreiben Helmut (36) schlägt das »Deutsche Ärzteblatt« auf und liest: »Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist mit einer Prävalenz von zehn Prozent eine häufige Erkrankung. »Energieversorgungsstrategien der quergestreiften Skelett210 .« Seufzend wirft der engagierte Mediziner die Zeitschrift in den Papierkorb. was da steht? Die Sportstudentinnen Sabine (23) und Britta (25) erstellen eine Power-Point-Präsentation für die Kunden eines RehaKurses im Fitnessclub.« Wie soll sie nur verstehen. ist die während der bescheinigten Lohnabrechnungszeiträume durchschnittlich geleistete Arbeitszeit anzugeben oder der Arbeitsbescheinigung eine nach Wochen differenzierte Aufstellung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit des Arbeitnehmers beizufügen.

die uns falsche Anforderungen vorgaukeln und verkomplizieren statt zu vereinfachen.« < ACHTUNG STOLPERSTEIN Kompliziert soll gut sein? Sprechen können wir alle. Nehmen wir mal den Satz. unterhalten. Wie aber sieht es mit dem Schreiben aus? Hier beurteilen wir unsere Fähigkeiten meist zurückhaltender: Zu kompliziert oder zu anstrengend finden wir das schriftliche Formulieren und verweisen entschuldigend auf die lange Zeit. Verbindung herstellen – also all das. denn eigentlich ist auch geschriebene Sprache nichts anderes als gesprochene.« Wenn das für Sie vertraut klingt.Gut schreiben muskulatur« und »Optimierung von Regenerationsmaßnahmen«. was wir auch beim Reden zustande bringen. Jung-Redakteurin Jana (27) schreibt dem Protagonisten ihres nächsten Fernsehbeitrags eine E-Mail: »hallo dr schröder! Super das alles klappt :-) wir treffen uns in ihrer praxis. 211 . Sie soll Informationen mitteilen. Woher aber kommt unsere Hemmung beim Schriftlichen? Warum ist unser Denken verknotet? Leider meist wegen schlechter Vorbilder. Kopfschüttelnd sehen sich beide an. mit der sich Fachleute so mächtig darstellen. die wir dafür brauchen. über den Helmut stolperte: »Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist mit einer Prävalenz von zehn Prozent eine häufige Erkrankung. sind Sie vermutlich ebenfalls Mediziner. Schade. Schließlich üben wir uns darin Tag für Tag. fällt manchmal auch zusammen wie ein nasser Lappen. Aber die Sprache. Schreiben sollen also andere.

denn unter »Refluxkrankheit« versteht man in aller Regel die gastroösophageale Form. auf die sich das Vorkommen (die Prävalenz) bezieht. Es bleibt also übrig: »Die Refluxkrankheit kommt (…) häufig vor . verwendet der Autor die Akademikerphrase »mit einer Prävalenz von zehn Prozent«. Wenn uns nun ein Laie fragt. sind Sie eingeladen. Und ob zehn Prozent häufig sind. den Laie und Fachmann gleichermaßen verstehen! 212 . was das bedeutet. kommt ein ganz einfacher Satz zum Vorschein! Fünf Wörter statt dreizehn! Ein Sinn. können wir jetzt wohlwollend erklären: »Jeder Zehnte leidet unter Sodbrennen. Doch weil weder die Grundgesamtheit genauer benannt wird. dass die Refluxkrankheit eine Erkrankung ist? Kaum. denn wir fragen uns: Zehn Prozent wovon? Besser also wir formulieren um: »Jeder Zehnte hat eine Refluxkrankheit. brauchen wir die »Prävalenz« nicht. denn es fehlt ein Maßstab – besser benennt man nur die Zahl.« Moment! W ill der Verfasser damit sagen.« Und das können wir sogar als Arzt. Zusammengesetzt und redigiert ergeben beide Satzteile: »Zehn Prozent haben eine Refluxkrankheit.« Das klingt immer noch holprig. noch Art und Zeitpunkt der Datenerhebung klar sind. Also kürzt sich das W ort »Erkrankung« weg. dass sie häufig vorkommt. was passiert ist? W enn man den mühsam aufgebauschten Schwulst zusammenstreicht. Merken Sie.« Stolz lehnen wir uns zurück und betrachten unser Werk. können wir nicht beurteilen. Auch »gastroösophageale« kann wegfallen.« Um das zu belegen. W ohl eher. der Sektion des Satzmonsters beizuwohnen! Der Hauptsatz lautet: »Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist (…) eine häufige Erkrankung.Kommunikation Wenn man nur Bahnhof versteht … Falls Sie möchten.

findet selten die richtige Sprache. Es sorgt dafür. was ihm Mühe bereitet. die sie durch schlampig aufgeblähte Formulierungen verloren haben. Erscheint die Abfolge nun 213 . was wir sagen wollen. hört mit dem Lesen auf – der Autor hat versagt. dass selbst schläfrige Morgenmuffel verstehen. Zunächst: Um uns klar auszudrücken. dass wir eine gewisse Fachsprache lernen. Dabei geht es beim Schreiben nicht um V erkomplizierung.Gut schreiben Es stellt sich die Frage: Warum formulieren viele Menschen dann so kompliziert? Weil uns Schule. wenn wir vor dem Schreiben unsere wichtigsten Gedanken in Stichworten zu Papier bringen und sortieren. Ein paar Regeln genügen. W enn wir die befolgen. Wie also schreibt man verständlich? > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Besser schreiben lernen! Wer zu viele Worte verliert. Ausbildung und Uni oft einfache Formulierungen abtrainiert haben. Alles. sondern um Klärung! Denn wer lesen soll. Das Handwerkszeug schließt Fachausdrücke nicht aus. müssen wir erst mal genau wissen. was in der Zeitung steht. geht uns das Formulieren locker von der Hand – und jeder versteht uns sofort. ist ein wenig Handwerkszeug. Dieses stammt aus dem Journalismus. W elche Inhalte wollen wir transportieren? Am einfachsten geht das. sondern gibt ihnen die Bedeutung zurück. Die Autoritäten verlangen von uns. und wir passen uns an. Deswegen gleich zum Punkt: Gutes Schreiben kann man lernen. was man dafür braucht.

wenn nur der Sprachmüll verschwände. Oder weisen Sie Ihre Arbeitszeit wochenweise nach. Jegliche Schwafelsucht ist also ein Feind guter Schreibe. 19 Wörter statt 37! Und es ist sogar noch Platz für ein freundliches »bitte«. Überhaupt: Finger weg vom Nominalstil! W as soll denn eine »Steigerung der koordinativen Kompetenz« sein? Wenn schon. Sagen wir nicht »Optimierung von Regenerationsmaßnahmen«.« Mit Sicherheit ließen sich etliche Behördenabläufe vereinfachen. wenn wir so schreiben. als würden wir sprechen. Alles blabla! In der Kürze liegt die Würze: V ermeiden wir Schachtelsätze! Schreiben wir stattdessen lieber mehrere kurze Sätze! Außerdem: Schwurbeln wir nicht sinnlos herum! Schreiben wir nicht »kostenintensive Edukationsmaßnahme«. um schlau zu klingen. Wichtig dabei: W ir schreiben nicht. wenn wir »teure Schulung« meinen. wann immer es geht! Zum Beispiel indem wir »Sodbrennen« schreiben statt »gastro ösophagealeRefluxkrankheit«.Kommunikation schlüssig? Super: Nun füllen wir das Fleisch zwischen die Rippen – wir formulieren unsere Gedanken aus. Am besten versteht man uns. wenn wir »So erholen Sie sich besser« meinen. Daher: Vermeiden wir Fremdwörter. Behördendeutsch: Was will uns das Amt sagen? Und schreiben wir konkret statt abstrakt! Was bitte will uns das Formular vom Arbeitsamt sagen? W ahrscheinlich ist gemeint: »Waren Ihre Arbeitszeiten unregelmäßig? Dann geben Sie bitte Ihre durchschnittliche Arbeitszeit an. Schnörkellos und direkt. dann ist die Steigerung der »Koordinations214 . sondern um verstanden zu werden.

Gut schreiben kompetenz« gemeint – schließlich ist die Kompetenz nicht koordinativ. vor lauter Alltagssprache schlampig zu wirken. sondern es geht um die Kompetenz. W arum nicht mal wieder einen Brief schreiben? Einen Plan schriftlich formulieren? Oder tatsächlich mal ein Buch veröffentlichen? Mit klarer Schreibe ist das alles machbar! 215 . Wie wäre es denn mit: »So verbessern Sie Ihre Koordination«? Genau das soll der Reha-Kunde verstehen. wann man »das« und wann »dass« schreibt? Und dass Smileys in Geschäftsbriefen nichts zu suchen haben? Mit Sicherheit zerstört sie so in der Kommunikation mit etlichen Menschen die gemeinsame Frequenz (siehe Domino-Stein 5. Außerdem baut er Schreibhürden ab und erschließt sich neue Kommunikationskanäle. Er schärft so klares Denken. zu koordinieren.und Kleinschreibung? Und weiß sie nicht. > DAS DOMINO-PRINZIP Immer verstanden werden Wer sich ein wenig mit dem Schreiben beschäftigt und es übt. Und genauso wichtig: Ein Mindestmaß an Rechtschreibung sollten wir beherrschen! Sonst laufen wir Gefahr . und andere verstehen ihn leichter .2). W ieso verzichtet Jung-Redakteurin Jana auf die korrekte Groß. bemerkt schon bald V erbesserungen in seiner Formulierungskunst.

wenig Alkohol und ausreichend Bewegung.Gesundheit Mit den Sechser -Steinen erfahren Sie. wie Sie durch die richtige Lebensweise gesund bleiben. nicht rauchen. Wie setzt man das um. und wie schafft man sich Phasen der Erholung? . V ier Faktoren verlängern Ihr Leben um bis zu 14 Jahre: sinnvolle Ernährung.

bitte! Kapitel 2 Besser essen statt Diät! 218 225 Kapitel 3 Raucher oder Nichtraucher? 232 Kapitel 4 Alkohol? Vorsicht! 239 Kapitel 5 Ein bisschen Sport muss sein 247 Kapitel 6 Gut entspannt ist halb gewonnen 254 .Kapitel 1 Gesundheit? Ja.

dass das mit Karotten geht. Deswegen lässt sie sich beim Heilpraktiker untersuchen und schließlich ein homöopathisches Präparat empfehlen. Leider raucht Franz noch immer. Es scheint sich auszuzahlen. dass sie seit Jahrzehnten auf ihre Gesundheit achtet. sagt er. bitte! Franz (65) ist beim Arzt. Und irgendwo hat er gelesen. Sascha (25) isst täglich Karotten. Auch sein Gewicht hat er noch nicht reduziert. Helga (76) fühlt sich so blendend. So kann er guten Gewissens weiterrauchen. wie sie aussieht. verteidigt er sich. Ein EKG zeigt. »Ein bisschen Freude braucht der Mensch doch!«. Sie will auch in diesem Jahr wieder das Sportabzeichen machen.Gesundheit Kapitel 1 Gesundheit? Ja. Henrike (44) will ihr Immunsystem stärken. dass seine Herzleistung erneut nachgelassen hat. 218 . Als Raucher muss er sich gegen Lungenkrebs schützen. Der Arzt erhöht mal wieder seine Medikamentendosis. Damit fühlt sie sich nun besser gegen Erkältungen geschützt. »Ich bekomme wieder Atemnot beim Laufen«.

länger und besser zu leben. nur leider nicht ganz richtig! Unsere Gene sind zwar ein Faktor beim Krankwerden. Nur wenn wir sie engagiert angehen. haben wir die Möglichkeit. Darüber hinaus steht uns noch eine ganze Reihe an Zusatzoptionen zur Auswahl: W ie bewegen wir uns? W as genau essen wir? W ie erholen wir uns? Und welche Gesundheitsrisiken meiden wir? Während die erstgenannten Bedürfnisse unsere Pflicht sind. schlafen und brauchen eine bestimmte Temperatur.« Häufige Ansicht. denken nun vermutlich einige.Gesundheit? Ja. aber eben nur einer unter vielen. gesünder. damit unser Körper funktioniert. lebte gesünder und länger als jemand mit drei. für körperliche Bewegung. »Quatsch!«. trinken. Sehr eindrucksvoll wurde das an der Universität Cambridge bewiesen: In der »EPIC-Norfolk Prospective Population Study« untersuchten Forscher den Zusammenhang zwischen Lebensweise und Sterblichkeit in einer Gruppe von 20. Dann verteilten die Forscher für vier bestimmte V erhaltensweisen je einen Punkt: fürs Nichtrauchen. Irrtümer und Aberglaube Einige körperliche Bedürfnisse sind V oraussetzungen für unser Leben: Wir müssen essen. bitte! < ACHTUNG STOLPERSTEIN Gesundheit. Die Forscher vermuteten: W er vier Punkte hatte. der auf gute Ernährung mit Obst und Gemüse hinwies. sind die Zusatzoptionen Kür. 219 . Die Versuchsteilnehmer waren zu Beginn der Studie weder herzkrank noch hatten sie Krebs. »Wie lange man lebt und wie gesund man dabei bleibt.000 Menschen von 45 bis 79 Jahren. hängt einzig von den Genen ab. für nur geringen Alkoholkonsum und einen passablen V itamin-C-Spiegel im Blut.

Elf Jahre später zählte man. an dem uns das Alter spürbar beeinträchtigt. Zu verhindern gilt es insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Sie führen zur vorzeitigen Alterung infolge verminderter Organdurchblutung und letztlich zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. je weniger Gesundheitspunkte die Menschen hatten. können wir durch unser V erhalten verzögern. Also: W as stellen wir mit unserem Körper an? V ergleichen Sie Jasmin mit Franz: Obwohl sie elf Jahre älter ist als er. also nach den körperlich inaktiven Rauchern. kann im Alter krank werden. Gicht. Er hingegen kann kaum noch spazieren gehen. und sie lassen sich durch das richtige V erhalten lange vermeiden. Jeder vierte (also 25 Prozent) der »Ungesunden« mit null Punkten waren inzwischen tot. Kein W under: Er raucht und ist übergewichtig – und das ist sein Verhalten. Insofern: Verstehen wir doch den Hinweis auf »schlechte 220 .Gesundheit zwei. schafft sie noch das Sportabzeichen. da der Körper immer mehr Funktionen einbüßt. Aber den Zeitpunkt. die sich ungesund ernährten und zu viel Alkohol tranken. Diabetes und Arthrose. Darüber hinaus drohen uns Krebs. Vier Punkte also. einem oder gar null Punkten. Die meisten dieser Krankheiten beeinflussen sich gegenseitig. wie viele der Teilnehmer inzwischen gestorben waren. Das Ergebnis war eindeutig: Die T odeszahlen waren umso höher. von den »Gesunden« mit vier Punkten hingegen nur jeder zwanzigste! Und: Menschen mit vier Gesundheitspunkten starben nach der Statistik erst vierzehn Jahre nach den Menschen ohne Gesundheitspunkte. die uns länger leben lassen! Was tun wir mit unserem Körper? Klar: Auch wer gesund lebt.

bitte! Gene« als Ausrede unseres inneren Schweinehundes! W er sich diesen Unsinn einredet. die zur Gesundung beiträgt. Statt aber damit aufzuhören. sondern allein auf dem Glauben an ihre Wirksamkeit. Ganz ähnlich ist es mit Saschas Karotten: Natürlich weiß er. In der Homöopathie geht man davon aus. legt sich damit die Rechtfer tigung dafür zurecht. dass man Krankheiten am besten mit so stark verdünnten Wirkstoffen behandelt. um sein Gewissen zu beruhigen. Berühmtes Beispiel hierfür sind homöopathische Mittel. aber dennoch reden sich solche Menschen gerne ein. sein schädliches V erhalten beizubehalten – und wird vermutlich wirklich krank. dass Rauchen zu Lungenkrebs führt. dass der W irkstoff selbst im Medikament nicht mehr nachweisbar ist. ihre Vermutung »schlechte Gene« sei hiermit bestätigt. isst er Karotten. also sogenannte Placebos.Gesundheit? Ja. Ihre W irksamkeit beruht nicht auf ihren Inhaltsstoffen. Placebos zeigen: Unser Körper kann sich oft selbst heilen Eine andere interessante Sache sind Scheinmedikamente. Stattdessen soll er durch das Verdünnen eine geheimnisvolle immaterielle Arzneikraft entwickeln. obwohl ihr Nutzen im Vergleich zum Krebsrisiko verschwindend gering ist. Klingt das für Sie sinnvoll und vernünftig? Häufig entsprechen die gebräuchlichen Verdünnungen etwa einem T ropfen Wasser auf die W assermenge mehrerer großer Schwimmbecken! Wäre das was für Sie? Lustigerweise aber helfen homöopathische Medikamente häufig trotzdem! Warum? Zum einen wegen des PlaceboEffekts: Der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments 221 . Das ist dann zwar eine Folge des V erhaltens und nicht der Gene.

obwohl es dafür streng genommen keinen Grund gibt. obwohl wir sie eigentlich gar nicht brauchen. Bachblüten oder was auch immer zu V ehikeln.6). Also werden Homöopathie. Und das verändert unsere W ahrnehmung! Nehmen wir bei Schmerzen ein Placebo-Schmerzmittel. was wir glauben (siehe Domino-Stein 1. Sie tut gut und sorgt für den Glauben an Besserung. ist die zwischenmenschliche Zuwendung. wenn die Beschwerden ihren Höhepunkt erreicht haben und die Krankheit ohnehin bald abflaut.Gesundheit lässt unser Gehirn körpereigene Opioide ausschütten. Da kann es auch etwas Homöopathisches sein. Akupunktur. 222 . mit denen wir unsere Zuwendungsdroge leichter schlucken können. Heilsteine. der Arzt kann nun fast gar nichts mehr falsch machen – egal. gelten die verschriebenen Mittel als wirksam. die dem Opium ähneln. All das läuft auf einen sehr interessanten gemeinsamen Nenner hinaus: Worum es bei vielen Behandlungen wohl großteils geht. Meridian-Klopftherapie. Doch weil Patienten diesen Zusammenhang meist nicht kennen (und einige Ärzte auch nicht). dass wir ein bestimmtes »Medikament« oder eine »Behandlungsmethode« durchaus als wirksam empfinden können. dann kann der Glaube an die W irksamkeit dank selbstgemachtem Opium die Schmerzen tatsächlich lindern! Auch unser Körper tut eben. Und das bedeutet. Zum anderen spielt auch der Zeitpunkt der Placebo-V erschreibung eine Rolle: Bei gewöhnlichen Beschwerden wie Erkältungen. Infektionen oder bestimmten Formen von Schmerzen gehen Menschen erst dann zum Arzt. Wir brauchen sie. also Überträgerstoffe in unseren Nerven. was er dem Patienten verordnet. Schließlich verfügt unser Körper über Selbstheilungskräfte! Das heißt also.

helfen uns auch keine Placebos mehr – chronische Erkrankungen heilen nun einmal nicht spontan.Gesundheit? Ja. Denn perverserweise behandelt unser Gesundheitssystem Krankheiten eher. die uns lange Gesundheit schenken. sondern besser an den großen Schrauben drehen. Nur: Wenn wir in grundsätzlichen Dingen falsch leben oder ernsthaft krank werden. Aus der Cambridge-Studie ergeben sich gleich vier große Schrauben beziehungsweise Regeln: Rauche nicht! Sei kör perlich aktiv! Trinke nur mäßig Alkohol! Und ernähre dich gesund! Beherzigen wir das. Beherzigen wir es nicht. anstatt dass es sie vorab zu verhindern sucht. damit wir künftig gesund bleiben oder werden? Welche 223 . bitte! > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN An den großen Schrauben drehen! Natürlich können wir uns über den Placebo-Effekt freuen: Der Glaube kann wirklich Berge versetzen! Ein eigentlich »wirkungsloses« Placebo zum richtigen Zeitpunkt kann tatsächlich besser »heilen« als so manches »echte« Medikament. Und auch so manche »seriöse« schulmedizinische Behandlung beseitigt letztlich nur Symptome eines falschen Lebenswandels. wenn sie schon Unheil anrichten und Kosten erzeugen. können wir etliche Krankheiten verhindern oder verzögern. sollten wir keinen Placebos vertrauen. Gesundheitliche Bestandsaufnahme Machen wir zunächst eine konkrete Bestandsaufnahme beim Arzt: Wie steht es um unsere Gesundheit? Und dann erstellen wir unseren persönlichen Aktionsplan! Was können wir tun.

224 . jede Woche. Finden sich in Ihrem Lebenswandel möglichst wenige von diesen Faktoren. die Ihre Gesundheit wirklich beeinflussen. was wir jeden Tag. wie wichtig wir uns zeitlebens selbst genommen haben. liegt in unserer eigenen Hand. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie wissen nun. sondern Sie werden sich auf die großen Faktoren konzentrieren. Wenn wir verstehen.6 werden uns dabei eine große Hilfe sein. brauchen wir weder Placebos noch »echte« Medikamente. Beim Lebens-Domino gesund zu bleiben ist unsere Bringschuld! Sie heißt Prävention. übermäßiges Essen und Bewegungsmangel. die auf unwesentlichen Gesundheitsfaktoren beruhen. Die wichtigsten Verursacher chronischer Krankheiten sind Rauchen. haben Sie beste Karten für ein langes Leben. dass es jede Menge dummer Ausreden gibt.Gesundheit Bedingungen müssen erfüllt sein? Und dann nichts wie los: Erfüllen wir die Bedingungen! Die Domino-Steine 6. > DAS DOMINO-PRINZIP Lange und gut leben durch Klarheit im Wissen Ob wir unseren Körper gesund erhalten. jeden Monat unseres Lebens dafür tun können.2 bis 6. Saufen. Solche Ausreden werden Sie künftig nicht mehr bemühen. Und ab einem gewissen Alter sieht man uns an.

wie dieser im Laufe seines Lebens auseinandergegan225 . Seit seiner Kindheit findet er Dicksein schrecklich. denkt Jasmin und gönnt sich genüsslich einen Schokoriegel. Also kämpft sie sich von Diät zu Diät. Dass sie im Vergleich zu ihren Altersgenossen träge und gehemmt erscheinen. sieht Jasmin nicht. Und wie ihre Mutter mögen sie Süßigkeiten sehr.Besser essen statt Diät! Kapitel 2 Besser essen statt Diät! Jasmin (32) hat sich damit abgefunden. Leider nur mit kurzfristigen Erfolgen: Nach ein paar Kilogramm Gewichtsabnahme ist sie wieder bei ihrem Ausgangsgewicht oder sogar darüber. Schon ihre Mutter hat schließlich im Laufe ihres Lebens deutlich zugelegt. Johanna (45) ist verzweifelt. Seit Jahren versucht sie. abzunehmen. jedes Jahr ein bis zwei Kilogramm zuzunehmen. »Warum also gegen die eigenen Gene kämpfen?«. Jasmins Söhne David (8) und Moritz (6) sind auch schon übergewichtig. Ob das der Jo-Jo-Effekt ist? Und wie kann sie ihn umgehen? Sie kann schließlich nicht ewig Diät machen! Klaus (38) achtet sehr auf sein Gewicht. An seinem Vater hat er gesehen.

< ACHTUNG STOLPERSTEIN Zucker und Fett gemeinsam sind fatal Essen Sie gerne? Hoffentlich! Essen ist schließlich nicht nur Nahrungs.oder Energieaufnahme. Und dass er darüber hinaus auch Sport treibt. Ein häufiges Problem in unserer Zivilisation ist Übergewicht. Denn: Je höher der 226 . versteht sich von selbst.Gesundheit gen ist – etwas. Darüber ist man übergewichtig.80 Metern und einem Gewicht von 80 Kilogramm ein BMI von 80 : (1. Er weiß genau.8)² = 24. Laut manchen Statistiken schleppen bei uns mehr als 50 Prozent der Menschen zu viele Pfunde mit sich herum. Bestimmen kann man das durch den sogenannten BodyMass-Index (»BMI«). Wie geht das? Man teilt das Körper gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. was wir gewohnt sind (siehe Domino-Stein 1.1) bedeutet ein zu hoher BMI nichts Gutes.5)! Und das muss nicht immer richtig sein. Gemäß der Cambridge-Studie (siehe Domino-Stein 6. So ergibt sich zum Beispiel bei einer Größe von 1. was ihm selbst nie passieren sollte. um schlank zu bleiben. Männer sollten einen BMI zwischen 20 und 24 haben. sondern auch Genuss. Aber: Was genießen wir? Meistens das.7. Frauen zwischen 19 und 25. Und so hat sich Klaus zu einem wandelnden Ernährungslexikon entwickelt. was man essen und wie miteinander kombinieren darf. Bei einem BMI von mehr als 30 spricht man von Fettsucht.

dass wir uns dauerhaft sinnvoll ernähren. sollten wir einen genaueren Blick aufs Essen werfen. als unser Körper wegen seines geringeren Energiebedarfs verbrennen kann. speichert unser Körper die Zuckerenergie in Form von Fett in den Speckpolstern. sondern auch in fast allen industriell gefertigten Nahrungsmitteln wie Ketchup. Denn wir finden ihn nicht nur in Gummibärchen. worin Zucker überall enthalten ist. Fer 227 . nein danke! Und das nicht nur wegen unserer Gesundheit: Schließlich finden wir Doppelkinn und Speckwülste meist auch nicht besonders schön. Aber warum das so ist. ist. Wir essen mehr. Bonbons und Streuselschnecken. wissen die wenigsten. weiß jedes Kind. Es geht also darum. Sobald wir ein wenig Zucker gegessen haben. Kurzzeitdiät? Jo-Jo-Effekt! Das Problem: Die meisten Kurzzeitdiäten führen vielleicht zu Zwischenerfolgen. Zucker ist fast überall Was auch kaum jemand weiß. verbrennen wir ihn auch schon. Von Fitnessproblemen und geringem Selbstbewusstsein ganz zu schweigen. als wir brauchen.und Fettschwemme! Dass zu viel Zucker dick macht. aber danach wieder schnell zum Ausgangsgewicht – weil man durch sie die gewohnte Ernährungsweise eben nur kurzzeitig umstellt. Dabei ist es ganz einfach: Zucker versorgt unseren Körper mit besonders leicht verfügbarer Energie. Und bevor wir wieder den Genen die Schuld geben. desto höher ist auch die individuelle Sterblichkeit.Besser essen statt Diät! BMI. und wir werden dick. Übergewicht. Aber: W enn wir mehr Zucker essen. Denn hier lauert eine weit größere Gefahr: die große Zucker.

Schokolade. Kartoffeln. und zwar das schlechte Fett: die sogenannten gesättigten Fettsäuren. um ihn zu verbrennen – doch in aller Regel haben wir schon genug Kohlenhydrate zum Verbrennen. wenn wir Zucker und Fett gemeinsam essen – und uns dafür zu wenig bewegen. Schweinebraten mit 228 . Wir mästen uns mit Zucker. Problem Nummer zwei ist das Fett in unserer Nahrung. und die Fette landen im Speckspeicher. Denn nun verbrennen wir den Zucker so lange. was unser Körper beim V erdauen in Zucker verwandelt. Kohlenhydrate verhindern die Fettverbrennung Besonders ärgerlich wird es. Brot und Reis.Gesundheit tigsalatsaucen und Tütensuppen. die wir ebenso in Fett umwandeln wie normalen Zucker. Im günstigsten Fall macht unser Körper diese Fette zu Zucker . Pizza. Käse. Und nicht nur der reine Haushaltszucker wirkt so. Croissants. als wir brauchen. Schokolade und unzähligen Fertigprodukten. Chips. wenn wir mehr davon essen. Das wohl derzeit größte Problem unserer Ernährung: Wir stopfen weit mehr Kohlenhydrate in uns hinein. Diese Fette sind nichts anderes als gespeicherte Energie. Wir finden sie in fetter W urst. Willkommen in der Welt der Kohlenhydrate! Sie sind weit weniger harmlos als ihr Ruf! Denn sie bestehen letztlich aus Zuckerketten. Und das sind zum Beispiel auch Nudeln. während wir das Nahrungsfett von Beginn an in unsere Fettzellen schaufeln. bis unser Ener giebedarf gestillt ist und sich der Zucker in Fett verwandelt. als uns gut täte. sondern auch alles andere. Der Körper braucht die Fette gar nicht – und wir werden immer dicker! Und wo stecken Zucker und Fett überall drin? In Pommes.

Leider aber schleust Insulin auch Fett in die Speckzellen ein und macht erneuten Hunger – auf Zucker. zum Beispiel Brot. indem wir den Brotkorb vor dem Essen im Restaurant ignorieren. Haben wir also gerade Zucker zu uns genommen. Reis oder Nudeln reduzieren. Käsespätzle und so weiter. Auch indem wir statt gezuckerter Getränke oder Alkohol W asser trinken. fettarmen Streichkäse oder Marmelade. also auf Salami. Fette und Kohlenhydrate zeitlich getrennt zu essen. Oder indem wir Beilagen wie Pommes frites. dass unsere Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet. Butter und Schokocreme verzichten. Stattdessen essen wir lieber mageren Schinken. Nudeln oder gezuckerten Kaffee. Und indem wir Süßigkeiten als genau das betrachten. was sie sind: als reinste Dickmacher. sollten wir hinterher eine W eile kein Fett zu uns nehmen. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Richtig essen! Wie lautet die Lösung für unser Ernährungs-Domino? Vorsicht vor Zucker und Fett! Vermeiden wir beide Nahrungsgruppen. Übrigens hat Zucker noch einen weiteren fiesen Effekt: Er führt dazu.Besser essen statt Diät! Knödeln. damit sie ihn verbrennen können. Dieses Hormon schließt dem Zucker die Zellen auf. Problem also: Zu viel Insulin (durch Kohlenhydrate) macht fett. die ja keinerlei Fett 229 . Eine andere Möglichkeit ist. Kurz: in sehr vielen unserer lieben (also gewohnten) Nahrungsmittel. wann immer es geht! Und das geht ziemlich oft: Zum Beispiel.

hier ein Trick: Essen Sie davor einfach einen kleinen Berg Salat oder Gemüse! Denn Salat und Gemüse enthalten viele Ballaststoffe. Getreide und Hülsenfrüchten. Stockt der Fettnachschub. Auch gut sind übrigens die sogenannten Proteine. Lachs. 230 . Für Vegetarier und Veganer: in Soja. Makrele. dass wir besser verdauen. Außerdem haben Ballaststoffe einen wichtigen Nebeneffekt: Sie bremsen die Aufnahme von Zuckern und Fetten! Das heißt: W ir können durchaus Zucker und Fette essen. Forelle und Thunfisch sowie im Fleisch von Wildtieren. Reis oder Pommes frites. die dafür sorgen. also zum Beispiel ein fettes Steak oder eine Bratwurst. Käse. fragen Sie sich nun sicherlich. die aus der Kombination aus Zucker und Fett bestehen. »Und was ist mit Obst?«. Aus ihnen kann unser Körper bei Fett.Gesundheit enthält. also Eiweiße. Eiern und Milch. Proteine finden sich vor allem in Fleisch. Schlau kombinieren Um nicht ganz auf Nahrungsmittel zu verzichten. in fetten Fischsorten wie Hering. Sie brauchen wir als Baustoff für unsere Körperzellen und für die Produktion wichtiger Hormone. dann essen wir dazu lieber Gemüse und Salat statt Zuckerbeilagen wie Kartoffeln. Und wenn wir viel Fett essen wollen. Blutzellen. Gute Fette finden wir in den meisten Ölen wie Oliven. Hormone und Enzyme. Fisch.und Rapsöl. sondern er holt sich daraus auch lauter Bausteine für Muskeln.und Zuckermangel nicht nur Energie gewinnen. also energieneutrale Nahrungselemente. Nüssen. werden wir krank. Ach ja: Auch gute Fette gibt es natürlich – die sogenannten ungesättigten Fettsäuren. solange wir damit genügend ballaststoffhaltige Nahrungsmittel kombinieren.

Wer will schon gerne ein Heiliger sein? 231 . entlarven versteckten Zucker nun in industriell gefertigten Nahrungsmitteln und entwickeln ein Gespür dafür. Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie durchschauen das Zusammenspiel von Kohlenhydraten und Fetten. Und das sind wiederum genau die Bestandteile. Und weil wir uns im Wesentlichen an die Regeln gesunder Ernährung halten. dürfen wir hin und wieder auch mit gutem Gewissen sündigen. Zudem bietet sie uns jede Menge V itamine. Damit essen wir uns gesund! > DAS DOMINO-PRINZIP Gut essen ohne schlechtes Gewissen Appetitzügler? Diätgruppen? Vitaminpräparate? Unnötig: Schließlich brauchen wir nur das Richtige zu essen.und Ballaststoffanteil und macht satt. Arterienverkalkung und Krebs schützen. und wir sind schlank und gesund! Dabei essen wir uns lecker satt und fühlen uns fit. So eine pflanzliche Ernährung hat einen hohen W asser. um schlank zu werden oder zu bleiben.Besser essen statt Diät! Keine Sorge: Natürlich dürfen wir neben Salat und Gemüse auch ordentlich Obst essen. die neben tausend anderen positiven Effekten vor zu rascher Zellalterung. was Sie in welcher Kombination wie essen können. sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidanzien.

Schließlich wird sie aufhören. Deshalb wettert er dagegen. Die schrecklichen Gesundheitsfolgen kennt sie aus der Schule. Luisa (17) raucht erst seit zwei Jahren. bevor sie krank wird. »Einmal Raucher. 232 . Phillip (35) ist militanter Nichtraucher. Für sie ist das Rauchen ein Symbol für Freiheit und Emanzipation – obwohl ihre Kinder immer wieder sagen: »Mama.Gesundheit Kapitel 3 Raucher oder Nichtraucher? Andrea (45) raucht seit ihrer Jugend. obwohl er schon zweimal jahrelang nicht geraucht und beide Male aus Stress wieder angefangen hat. hör auf!« Edgar (76) hatte gerade seinen zweiten Herzinfarkt und freut sich trotzdem auf die Kippe nach der Entlassung aus der Klinik. Er versteht nicht. warum Raucher sich selbst den stinkenden Qualm überhaupt antun und anscheinend gewissenlos ihre Mitmenschen quälen können. wann immer er kann – und stößt leider nur auf Widerstand. Ein Leben ohne Zigaretten kann sie sich nicht vorstellen. denkt er. Ein schlechtes Gewissen hat sie trotzdem nicht. immer Raucher«.

Rauchen macht krank. Und nur wer die Zusammenhänge kennt. weiterzurauchen. und der Kaffee ist viel besser ohne Qualm!« Als Raucher hingegen verteidigen Sie den vermeintlichen Genuss vielleicht: »Davon haben Nichtraucher keine Ahnung!« Und wenn Sie damit aufhören sollen. was man darüber weiß! Denn Rauchen ist ein komplexes V erhalten mit logischen Ursachen und W irkungen. Rauchen gehört zum Kaffee. Rauchen? Genuss? Gewohnheit? Sucht? Nun: Kommt ganz darauf an. wenn Sie Nichtraucher sind. spürt Hustenreiz. Rauchen schmeckt. Rauchen stinkt. sagen Sie womöglich. Was denn nun: Rauchen oder nicht rauchen? »Moment mal!«. Krank werden Nichtraucher schließlich auch! Aufhören kann man später ja immer noch. Warum nur spalten tabakgefüllte Papierröllchen die Menschheit in zwei Lager? Was ist das. Rauchen kostet viel Geld. fallen Ihnen lauter gute Gründe ein. Schwindel und Übelkeit. Und wer inhaliert. versteht sie.Raucher oder Nichtraucher? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Vermeintlich gute Gründe zu rauchen Rauchen entspannt. Effekt beim Anfänger: kratziger Geschmack. »Davon 233 . Im W esentlichen gibt es fürs Rauchen nämlich zwei Ursachen: biologische und psychologische – und zwischen beiden ein sehr spannendes Wechselspiel! Der erste Lungenzug? Fürchterlich! Fast jeder hat schon einmal an einer Zigarette gezogen. »Wenn ich an einer Zigarette ziehe. wird mir schwindelig! Der Rauch im Hals kratzt.

denken die Neu-Raucher. bis sie es richtig gut können und sogar vertragen. gelangt Nikotin in unseren Körper. Doch einige üben so lange. Und dort macht es Ärger – es ähnelt dem körper eigenen Botenstoff Acetylcholin und stimuliert wahllos alle möglichen Nerven. Warum? Wenn man Tabakrauch inhaliert. die für Acetylcholin empfindlich sind: Der Darm rumort. Deshalb baut es der Körper auch wieder ab. »Ich will eine rauchen!«. Was aber passiert. man bekommt weiche Knie. sobald der Nikotinpegel sinkt – und melden erneuten Bedarf nach einer Zigarette. eine diffuse Unruhe und Unsicherheit. Sie stumpfen gegen das Gift ab! Doch weil der Körper Nikotin weiterhin nach jeder Zigarette nach draußen schafft. Der Raucher spürt eine Art leichtes Loch im Bauch. fühlen sich die Nerven bald nicht mehr normal. das der Raucher 234 . dass sie sich auch mit Nikotin normal fühlen können. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde raucht man die nächste. um es langsam wieder hervorzurufen. Raucher rauchen. Bald schon brauchen sie jeden Tag eine bestimmte Menge Zigaretten.Gesundheit abhängig werden? Nie im Leben!«. und die Irritationen gehen vorbei. denkt er schließlich nach durchschnittlich einer Dreiviertelstunde – und meint dabei eigentlich: »Ich brauche wieder Nikotin!« Die nächste Zigarette beseitigt das Mangelgefühl für kurze Zeit. W ieso? Weil Nikotin viel stärker wirkt als Acetylcholin! Schließlich ist es ein Gift. weil ihnen ohne zu rauchen etwas fehlt Sie merken schon: Das eigentlich Angenehme am Rauchen ist die Beseitigung des unguten Gefühls. wenn man das Rauchen immer wieder übt? Dann verändern sich die Nervenzellen so.

W arum? Weil in diesen Situationen das Rauchen meist erlaubt ist und der Nikotinhunger gestillt werden muss. Feiern. zum Kaffee. Alles nur. Pausen. die nichts miteinander zu tun haben: das »Kratzen« und die Situation. Nachdenken. Ein Irrtum. der auf einer Illusion beruht: Man kratzt sich.Raucher oder Nichtraucher? ohne Zigarette hat. bis das Gehirn Ursache und Wirkung umdreht: Wer täglich drei Tassen Kaffee trinkt und dabei raucht. beim Fernsehen. Denn er steckt in einer unsinnigen biologischen Kettenreaktion: Nikotin rein. in der es »juckt«. Und: Bei welchen Gelegenheiten rauchen Raucher? Bei Stress. Diese V erknüpfung wird so lange wiederholt. während sie Nichtraucher völlig kalt lassen? W eil dem Raucher ohne Zigaretten etwas fehlt! Jede Zigarette wird nun zur wertvollen kleinen Belohnung. Alles Illusion – der Raucher betrügt sich selbst. 235 . Das ist die biologische Seite der Zigarettensucht. weil sich der Raucher an Nikotin gewöhnt hat. verknüpft jährlich mehr als eintausend Mal den Zigarettenirr tum mit dem Kaffeetrinken. Eine Zigarette führt also zur nächsten. Klar: Raucher rauchen. ohne die das Leben nicht mehr lebenswert er scheint. Psychologisch gesehen verknüpfen sich dabei jeweils zwei Dinge. ohne es zu merken. weil es juckt – und merkt nicht. beruhigen ihn und machen ihn »glücklich«. Nikotin raus. W etten. doofes Gefühl kommt wieder . Langeweile. dass die Kippen bald den Kaffee lecker machen? Oder die Pausen schöner? Oder den Stress geringer? Obwohl dabei eigentlich nur der Nikotinpegel aufgefüllt wird. Die psychologische Seite der Sucht. Warum also »schmecken« Zigaretten dem Raucher. sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Essen oder Sex – und um sich zu belohnen. T elefonieren. dass das Jucken vom Kratzen kommt. nach dem Aufstehen. doofes Gefühl lässt nach.

vorgealtert und ohne Kippen panisch nervös. oft sozial schwach. dass sich selbst ältere Raucher ihre Situation immer noch schönreden. Der Gedanke ans Aufhören macht Rauchern Angst! Und womit bekämpfen sie die Angst? Klar: mit Zigaretten. > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Dauerhaft die Zigaretten loswerden! Wie also mit dem Rauchen aufhören? Nikotinpflaster? Pillen? Hypnose? Psychotherapie? Langsam reduzieren? Es 236 . Und die Sucht sorgt dafür . blass.Gesundheit Cool und sexy? Und die Tabakindustrie? Sie verkauft ein nahezu perfektes Produkt: Es ist klein. dass das Gegenteil zutrifft: Raucher sind unsicher. Und wenn die Altkunden sterben. Kein Wunder also. Nicht umsonst hat uns die Zigarettenwerbung jahrzehntelang gehirngewaschen: Raucher seien cool. macht man eben Neukunden zu Rauchern: Kinder und Jugendliche – denn zwischen dreizehn und siebzehn fangen die meisten mit dem Rauchen an. sexy . Arme Raucher! Die Nichtraucher wundern sich: Warum hören die Raucher dann nicht einfach damit auf? Warum frieren sie im Winter auf dem Balkon? Warum riskieren sie Krebs. Es ist billig in der Produktion und teuer im W iederverkauf. entspannt. Impotenz und Herzinfarkt? Weil Raucher ohne Zigaretten ein mieses Gefühl haben – und das können Nichtraucher selten nachempfinden. erfolgreich. obwohl mittlerweile glasklar ist. man kann viel davon herstellen. dass die Kunden jeden T ag wiederkommen.

dass die Zigarette etwa zum Kaffee. zur Entspannung und zur Pause gehört. die Nerven justieren sich wieder auf die normale Dosis Acetylcholin. den Entschluss zu fassen. wird binnen kürzester Zeit Nichtraucher: »Früher hätte ich jetzt rauchen müssen. nämlich der Irrglaube. »Und die Entzugserscheinungen?«. wie lange und wie viel man vorher geraucht hat. So macht das neue Leben als Nichtraucher vom ersten T ag an Spaß. Und wieder einmal geht es um die richtige Perspektive (siehe Domino-Stein 1.1). Bald schon ist der Spuk vorbei. wie gut die Luft jetzt riecht und wie fit du dich fühlst!«. Doch auch das ist kein Problem: Die rein körperlichen Entzugserscheinungen sind ohnehin so schwach. hungrig. Geselligkeit oder Alkohol. Ein Glück. wird mitunter aggressiv.Raucher oder Nichtraucher? geht viel einfacher: Die weitaus meisten erfolgreichen Exraucher haben von einem T ag auf den anderen mit dem Qualmen aufgehört. dass man sie kaum spürt! Zudem sind sie schon nach ein bis zwei T agen verschwunden. Denn wer glaubt. dass ich das nicht mehr brauche!«. Im Prinzip geht es nur darum. Ohne Hilfsmittel. V iel wichtiger sind die psychologischen Entzugserscheinungen. 237 . Egal. Oft sucht er dann unbewusst nach einem Grund. nicht mehr rauchen zu müssen. sorgt sich jetzt womöglich der Noch-Raucher . auf einen kleinen Freund zu verzichten. nervös und kann den Krebsstengeln jahrelang hinterherjammern. Denn ohne sinkenden Nikotinpegel hat man nicht das Gefühl. keine nächste Zigarette mehr anzuzünden und somit die Nikotinkettenreaktion zu unterbrechen. Der Körper reinigt sich von selbst. eine Zigarette zu brauchen. Wer sich aber stattdessen bei jeder typischen »Rauchersituation« darüber freut. schon wieder keine gequalmt!« oder »Herrlich. wieder mit dem Rauchen anzufangen: Stress. »Super .

Ach ja. eine stabilere Gesundheit bekommen. V erzichten Sie auf Besserwisserei und auf Diskussionen! Machen Sie stattdessen liebevoll Mut: »Du schaffst das schon!« Brauchen wir das nicht alle ein bisschen? 238 . besser schmecken. mit dem Husten aufhören. weniger Streit provozieren. statt sich von stinkenden Rachenschwärzern beherrschen zu lassen. jetzt bitte keine Angst mehr! Denn ab sofort wird alles jeden T ag schöner: Sie brauchen kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. dann bleiben Sie bitte nett und verständnisvoll. Das ist Ihr Erfolg durch diesen DominoStein: Sie verstehen das Rauchen und hören damit auf. weißere Zähne kriegen. T ausende Euro für schönere Dinge sparen – und Sie werden vor allem endlich den Stolz und die Freiheit erleben. besser aussehen. sich besser fühlen. werden nicht mehr innerlich zerrissen sein. Ihre Haut verjüngen. Ihre Handlungen selbst bestimmen zu können. Ihre Gehirnleistung verbessern. Schlaganfallund Herzinfarktrisiko minimieren. Sie werden besser riechen. Ihren besorgten Lieben eine Riesenfreude machen. mehr Luft bekommen. Impotenz und Schwangerschaftsprobleme beseitigen. Ihr Krebs-. eines noch: Liebe Nichtraucher .Gesundheit > DAS DOMINO-PRINZIP Neustart ins Leben Liebe Neu-Exraucher. stolz auf sich sein. mehr Kraft haben. wenn Sie Raucher beim Aufhören unterstützen wollen.

Mit ordentlich Schampus.« Dennoch scheint er sich in letzter Zeit verändert zu haben. Er wirkt dünnhäutig und sieht schlecht aus. dass man sich mit Alkopops besaufen kann. dass ich mittrinke. Mina (17) versteht die Aufregung ihrer Mutter nicht. um sich locker mit fremden Mädels zu unterhalten. Also trinkt er sich wie jedes Mal beim Ausgehen Mut an. trinkt er noch mehr als früher. 239 .Alkohol? Vorsicht! Kapitel 4 Alkohol? Vorsicht! Lutz (25) ist wie üblich zu schüchtern. als ihn seine Frau deswegen kritisiert. Aber im Gegensatz zu anderen Drinks schmecken sie Mina eben. rechtfertigt er sich. Schon wieder feiert ein neuer Kollege seinen Einstand. Manchmal scheint Mario (45) selbst sein bester Gast zu sein. »Die Gäste erwarten. Und wenn sie am Wochenende auf Partys geht. Am meisten trinken sowieso die Jungs. wie es sich gehört. In letzter Zeit häufen sich an Beas (29) Arbeitsplatz die Anlässe zum Trinken. »Das muss einfach sein!«. will sie nicht als Einzige nüchtern bleiben. Klar weiß sie. Seit er die Kneipe führt.

Alkohol zu trinken. Rum. sobald wir aktiv Anlässe suchen. um dabei »wie üblich« etwas zu trinken. weil uns ohne ihn etwas zu fehlen scheint – zum Essen.Gesundheit < ACHTUNG STOLPERSTEIN Saufen bis zum Umfallen? Sicher: In unserer Gesellschaft ist es normal. hatte jemand Geburtstag. beim Feiern oder Diskutieren? Glauben wir etwa. Aber schließlich wissen wir. Was sollen wir auch anderes tun? Schließlich waren wir auf einer Party . dass Trinker so gut aussehen. haben alle was getrunken. Aber ist Alkoholtrinken wirklich nur ein Kulturgut? Und wo beginnt die Sucht? T rinken wir das Glas Rotwein oder Bier wirklich so gerne? Als Kinder fanden wir den Geschmack schließlich meist unangenehm. Und regelmäßige kleine Mengen Alkohol sind der Eintritt in diese schiefe Ebene: Erste soziale Anlässe fungieren als Startschuss (wie bei Mina) und nach kurzer Zeit als Rechtfertigung für einen Drink (wie bei Bea). Wein-. kultiviert und selbstsicher auftreten wie die Typen in der Bier-. okay. hatten wir Streit und so weiter . was woanders verboten ist. Alkohol zu trinken? Bitte erinnern Sie sich an die Normen in unserem Leben (siehe DominoStein 3.1)! Unbequeme Fragen. 240 . Richtig gefährlich wird es aber. am Abend. damit wir trinken können. Oder trinken wir »gerne« Alkohol. sportlich sind. Denn nun vertauschen wir Henne und Ei: Wir gehen auf Partys. streiten oder regen uns auf. zum Beispiel in manchen islamischen Ländern. Wir betrachten als Kulturgut. dass der Übergang von der gesellschaftlichen Gewöhnung bis zur Alkoholabhängigkeit fließend ist.und Schampus-W erbung? Also: Sollte es wirklich so normal sein.

wenn ihm seine Frau ihre Sorgen offenbart. Schließlich ist es »normal«. Sie entwickeln eine Toleranz. Und überhaupt: Ohne Alkohol sei das alles nicht zu ertragen.Alkohol? Vorsicht! Trinkfest? Die Nerven haben sich an Alkohol gewöhnt Im Prinzip passiert beim regelmäßigen Trinken etwas Ähnliches wie beim Rauchen: Die Nerven müssen sich an das Gift Ethanol gewöhnen. Oft kommt nun auch eine gewisse Gier 241 . und der Trinker wird trinkfest. Der allgemeine Stress habe zugenommen. dass man in eine Alkoholkrankheit schlittert: »W as? Ich? Saufen? Nie im Leben!« Meist lässt sich die Abhängigkeit noch eine Weile kaschieren. Egal. je öfter man ihnen den Stoff zumutet. Das tun sie umso besser . in welcher Form. sich bei bestimmten Gelegenheiten einen Schluck zu gönnen. Kein W under. Zur verminderten Toleranz für seelische Belastungen gesellen sich jetzt irrationale Überzeugungen: Alles sei irgendwie komplizierter geworden. Der Alkohol wird zur benötigten Droge. Der Trinker wird unruhig. nicht wahr? Genauso dürfte Mario seine Situation beschreiben. Der lästige Umkehreffekt: W enn kein Alkohol mehr da ist. geht es ihnen schlecht. Immer öfter »angesoffen«. dass so mancher Stress ohne Drink nun unerträglich er scheint! Ursache und Wirkung sind vertauscht. beginnen die Nerven sich unter Alkoholeinfluss bald normal zu fühlen. kann sich kaum konzentrieren und zittert vielleicht – bis beruhigender Alkoholnachschub folgt. »Kein Problem mit Alkohol – nur ohne«? Aber: Ohne Notbremse wird die Abhängigkeit immer schlimmer. Natürlich bestreitet man vehement.

Er betrachtet sich langsam als Säufer . geistig und seelisch ab. und der Alkoholkranke baut körperlich. Neuropsychologisch machen sich Erinnerungslücken und Persönlichkeitsveränderungen bemerkbar sowie Hirnschäden und Gangstörungen. »Mit meinem Mann ist alles in Ordnung!« Und: »Was soll ich schon dagegen ausrichten?« In der nun folgenden chronischen Phase wird der Rausch immer länger . Psychologisch wird es nun verzwickt: Der Alkoholkranke entwickelt die komplexesten Erklärungssysteme. Schließlich ist jeder Schluck kostbar! Erste Erinnerungslücken. Auch die Familie ist mittlerweile in das System eingebaut: Als Koabhängige vertuschen sie den Alkoholismus vor der Außenwelt und rechtfertigen ihn vor sich selbst. Herzschwäche und diversen Krebsarten. warum alles so sein muss.Gesundheit beim Trinken hinzu. Körperlich kommt es vor allem zu lebensgefährlichen Leberschäden und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. die der Trinker regelmäßig aus »guten Gründen« wieder bricht. sondern der Alkohol den Trinker. starkes V erlangen nach Alkohol und vereinzelte Kontrollverluste allerdings machen dem Alkoholkranken nun ein schlechtes Gewissen. weiterhin Drinks zu kippen? Als Ursache der Probleme darf Alkohol nicht in Frage kommen. W ie soll er es auch sonst rechtfertigen. Kurzzeitiges Problembewusstsein führt zu Abstinenzversprechen (»Ich werde nie wieder trinken!«). Ach. wie es ist. Sie halten das jetzt langsam für übertrieben? Nun ist aber mal gut? Lassen wir die Zahlen sprechen: Je nach Statistik leben in Deutschland zwischen vier und zehn Mil242 . Und ihn selbst trifft dabei freilich keine Schuld. Die Folge: Schuldgefühle und Scham. Es wird offensichtlich: Nicht der T rinker hat den Alkohol im Griff. zu Diabetes. Bluthochdruck.

wirklich übertrieben? Wohl kaum. Und ab wann sind wir alkoholkrank? Laut Medizin müssen dafür von folgenden sechs Kriterien mindestens drei erfüllt sein: starker W unsch oder Zwang. körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion. Alkohol zu trinken. Die Bundesregierung beziffert die bei uns jährlich auf Alkohol zurückzuführenden T odesfälle immerhin auf 40 000. um stattdessen Alkohol zu konsumieren. den Beginn oder das Ende des Konsums. Darunter verstanden sie eine bis vierzehn Alkoholeinheiten pro W oche. Zum V ergleich: Durch illegale Drogen sterben in Deutschland jährlich »nur« 1500 Menschen … > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Alkohol als Risiko richtig einschätzen Wie merken wir . Toleranzentwicklung – man braucht mehr Alkohol. zu beschaffen oder sich vom Alkohol zu erholen. ob wir gefährdet sind. wobei etwa die Hälfte davon kläglich durch eine Leberzirrhose zugrunde geht. Na. 243 .Alkohol? Vorsicht! lionen Alkoholkranke unter solchen oder ähnlichen Bedingungen. um etwas zu spüren. wobei eine Einheit etwa als ein kleines Bier. und trotz körperlicher Spätfolgen weiterer Alkoholkonsum.1) hatten für ihre Studie ja mäßigen Alkoholkonsum als Gesundheitsfaktor aufgeführt. ein Glas Wein oder ein Schnaps betrachtet wurde. alkoholkrank zu werden? Die Forscher aus Cambridge (siehe Domino-Stein 6. Vernachlässigung anderer Tätigkeiten. Kontrollverlust in Bezug auf die Menge.

Ein wenig Alkohol trinken ist aber okay – schließlich schaffen es die meisten.Gesundheit Bin ich süchtig? Etwas gröber können wir unsere Alkoholgefährdung mit Hilfe folgender vier Fragen einschätzen: »Haben Sie schon einmal (erfolglos) versucht. Deswegen: T rinken wir immer wieder bewusst nicht mit. was sie sich vor genommen haben. ihren Konsum zu kontrollieren. und befolgen damit erfolgreich DominoPrinzip 2. um in die Gänge zu kommen oder sich zu beruhigen?« Mindestens zwei Ja-Antworten weisen auf eine Alkoholabhängigkeit hin. wenn andere automatisch zum Glas greifen und sich immer wieder nachschenken lassen! Üben wir. Obwohl jetzt sicher etliche Exalkoholiker widersprechen: Diese tun aber aufgrund ihrer persönlichen Geschichte gut daran. mutig und gut gelaunt zu fühlen! Fällt uns das schwer. Also: Zu viel Alkohol macht eindeutig krank. eine klare Position gegen das Zeug zu beziehen und absolut trocken zu bleiben. Ihren Alkoholkonsum einzuschränken?« – »Haben andere Personen Ihr T rinkverhalten kritisiert und Sie damit verärgert?« – »Hatten Sie schon Schuldgefühle wegen Ihres Alkoholkonsums?« Und: »Haben Sie jemals schon gleich nach dem Aufstehen getrunken. uns auch mit nichtalkoholischen Drinks gesellig.und wochenlang keinen einzigen Tropfen Alkohol! Und trainieren wir stattdessen. Schließlich setzen sie konsequent um. Was sollen wir also tun? Klar: V orsichtig sein beim T rinken! Wir müssen aufpassen. nicht in die Abwärtsspirale des Alkohols zu geraten.5. nein zu sagen! Widersetzen wir uns dem sozialen Saufdruck! Trinken wir immer wieder tage. sollten wir es umso intensiver trainieren! 244 .

Hierbei kann es nämlich zu gefährlichen Komplikationen wie z. statt sich »Mut« anzutrinken. besser Domino-Stein 4. Und wie soll man bitte schön ein Wrack therapieren? Deshalb: Nicht früh genug zu handeln ist ein schlimmer Fehler. Wichtig ist zu verstehen: Kein Mensch braucht Alkohol! Für gar nichts. Oft werden hierfür wochenlange stationäre Therapien erforderlich. Eine Klinikbehandlung ist vor allem dann wichtig. wenn der körperliche Entzug schwierig wird. um zu flirten. Er sollte. dass es dann für viele Betroffene bereits zu spät ist: Gesundheit. bleibt dauerhaft abstinent. Aus ärztlicher Sicht sogar ein Kunstfehler. sollten wir uns schleunigst helfen lassen.B. müssen wir unseren Abstieg so früh wie möglich stoppen. Krampfanfällen kommen. W ichtig ist aber auch die Phase danach: Denn nur wer sich auch psychologisch vom Alkohol löst. Übrigens wirken nüchterne Flirt profis auf zukünftige Partner auch viel attraktiver als lallende und schwankende Dummbeutel. Natürlich aber geht es auch schneller. Je nach Grad der Abhängigkeit und den persönlichen V oraussetzungen bieten sich mehrere Therapieansätze an: von der gewissenhaften Beschäftigung mit dem Thema durch Selbstbeobachtung und Bücher über Selbsthilfegruppen bis zur Behandlung in der Klinik.3 spielen. Früher hieß es: »Ein Alkoholiker muss erst im Dreck landen. Familie – alles weggesoffen. Geld. Auch wenn wir schon eine Abhängigkeit festgestellt haben.Alkohol? Vorsicht! Die Abwärtsspirale stoppen! Stecken wir aber bereits drin im Sog des Suffs. damit er freiwillig etwas verändert. Noch nicht einmal Lutz. 245 .« Das Problem dabei ist leider . Geist.

oder Gangstörung. wenn wir nicht saufen? Eine ganze Menge: W ir sind selbstbestimmt. Man lallt und stolpert. weil sie nachts hemmungslos den Kühlschrank plündern. Haben mehr Geld. Gesund. Glück. Alkoholiker werden dick. Und Todesopfer im Straßenverkehr. Sind ausgeglichen. Nimmt die Welt ständig wie durch einen Nebel wahr. Stolz. und. Doch betrachten wir es lieber andersherum: W as haben wir davon. Potenz. Zuversichtlich. wie man mit Alkohol umgeht. Differenziert. Außerdem zerstört der Alkohol Beziehungen und hinterlässt unglückliche Familien. Klar im Kopf. Fit. Erfolg. wir könnten auch diese Liste noch ewig weiterführen! Und das ist Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie wissen nun. Schlafen gut. Und Sie wissen. Sexappeal. Ganz ohne Sprach. Frei. Ehr lich. Selbstbewusst. Und. dass Alkohol uns bei gar nichts hilft! Die wahre Selbstbestimmung erlangen wir ohne ihn.Gesundheit > DAS DOMINO-PRINZIP Klar im Kopf ohne Suff Die Liste der negativen Alkoholfolgen ist noch lang: Zum Beispiel schüttet man dabei viel Geld in den Abguss. Sensibel. Stecken voller Energie. Ach. Zeit. und. 246 . Innerlich ruhig. Und die Selbstachtung leidet.

erholt sie sich vor dem Wettkampf noch mal richtig. Warum nur? Schließlich trainiert sie jeden Tag. und zweimal geht er zum Krafttraining. Und wo einst Muskeln waren. Seine Schultern hängen. Schließlich will sie ihre Bestzeit schlagen. Und setzt sich wieder an den Schreibtisch. Argwöhnisch beäugt er seinen nach wie vor straffen Bauch: Da darf sich auf keinen Fall ein Bauchansatz bilden! Zum Glück steht er gut im Training: Dreimal pro Woche läuft er. Seit sie wieder mit dem Sport begonnen hat. Rita (36) fühlt sich ständig schlapp. Am Wochenende steht wieder der Marathon an.Ein bisschen Sport muss sein Kapitel 5 Ein bisschen Sport muss sein Missmutig steht Stefan (50) vor dem Spiegel: Ein praller Bauch quillt über den Gürtel. Lisa (25) legt nun seit fast zwei Wochen die Beine hoch. Stefans Freund Kai (50) hingegen steht anders vor dem Spiegel. 247 . hängen Hautlappen. denkt Stefan. fehlt ihr Energie. Und nachdem sie sich monatelang darauf vorbereitet hat. »Ich werde eben älter!«.

Gesundheit

Natalia (18) hat eine Haltungsschwäche und chronische Kopfschmerzen. Am liebsten verbringt die Schülerin ihre Zeit beim
Lesen. Sport und Bewegung mag sie nicht: »Das ist mir viel zu
doof!«, sagt sie und schluckt eine Schmerztablette.

< ACHTUNG STOLPERSTEIN
Unser unbewegtes Leben
Gut: Besser essen. Nicht rauchen. Nicht saufen. W elcher
Faktor fehlt noch für unser Gesundheits-Domino? Klar: die
Bewegung! Die Cambridge-Studie (siehe Domino-Stein 6.1)
definiert sie als »keine physische Inaktivität«. Anders ausgedrückt: Wer im Job meist sitzt und keinen Sport treibt, gilt
als physisch inaktiv.
»Sport? Training?«, mag man nun denken. »Muss das wirklich sein?« Und ob! Schließlich sind auch wir Menschen biologisch betrachtet Tiere. Und Tiere müssen sich bewegen, ja
sie haben sogar einen angeborenen Bewegungsdrang. Allerdings trainiert ihn uns unsere Zivilisation ganz schnell ab,
wenn wir nicht aufpassen: In der Schule? Sitzen. Im Auto?
Sitzen. Am Arbeitsplatz? Sitzen. V or dem Fernseher? Sitzen. Und was passiert? W ie immer, wenn wir ein V erhalten oft genug wiederholen, passen wir uns an. Dabei gilt das
Prinzip »Müll rein, Müll raus« (siehe Domino-Stein 4.1):
Wir lernen, still zu sitzen statt uns zu bewegen, und halten
es bald für normal – dabei haben wir uns als Kinder doch
gerne bewegt! Als wir noch begeistert Fahrrad gefahren
sind und herumgetobt haben …
248

Ein bisschen Sport muss sein

Wir leben in Schachteln
Mittlerweile aber findet unser Leben vorwiegend in Schachteln statt: Wir leben in Schachteln, fahren in Schachteln, arbeiten und lernen in Schachteln, schauen in Schachteln und
halten uns kleine Schachteln ans Ohr – alles weitgehend bewegungsfrei. Und können wir mal nicht schlafen, greifen
wir zur Tablette.
Was aber passiert in so einem bewegungsarmen Leben? Unsere körperlichen Fähigkeiten lassen nach. W ir bauen ab –
und halten das für eine Folge des Älterwerdens statt für
eine Folge des Bewegungsmangels. Und wie zwangsläufig
ersetzt bald immer mehr Fett unsere Muskelmasse, bis wir
schließlich zum kränkelnden Wackelpudding mutieren.
Doch welches Boot ist für die Stürme des Lebens wohl besser gerüstet: Die regelmäßig gewartete Yacht? Oder die, die
vor sich hin rottet? Klar also: Dass uns Bewegung gesund
und fit erhält, dürfte nicht wirklich überraschen.
»Bewegung ist aber so anstrengend!«, denken Sie nun womöglich. Irrtum! Denn das kommt ganz auf Ihren T rainingszustand an.

> SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN
Richtig trainieren
Tagtäglich stehen wir vor körperlichen Herausforderungen:
Wir müssen aufstehen, uns die Zähne putzen, ins Auto steigen und so weiter. Ach, das sind für Sie keine körperlichen
Herausforderungen? Dann nur , weil Sie daran gewöhnt
249

Gesundheit

sind. Wären Sie hingegen krank und seit W ochen bettlägerig, kämen Ihnen solche Alltagsanforderungen wie große
Hürden vor. Und so, wie wir uns möglicherweise an unser
Büroleben angepasst haben, ist der Sportler eben an mehr
Bewegung angepasst und besser trainiert. Für ihn erscheinen wir wie Bettlägerige!
Was aber würde passieren, wenn wir als jahrelange Nichtsportler urplötzlich mit Sport anfingen? Genau: W ir würden ihn als anstrengend empfinden. Schließlich tun wir etwas, was wir nicht mehr gewohnt sind. Aber Achtung: Was
würde passieren, wenn wir nun trotzdem Sport machten?
Klar: Wir würden uns mit der Zeit daran gewöhnen und
wären bald nicht mehr überfordert. Wir hätten trainiert.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Und ob: Bereits die Domino-Steine 2.1 bis 2.6 haben sich mit dem Phänomen beschäftigt, dass normal wird, was wir tun. W ir passen uns
den Anforderungen an. Sollte also auch Sport möglich sein,
obwohl wir ihn eigentlich nicht mögen? Aber sicher! Und
ganz nebenbei beginnen wir , uns besser zu fühlen und gesünder zu leben. Voraussetzung dafür ist Training. Und wie
trainiert man am besten? Indem man dabei die wichtigsten
Prinzipien beachtet.

Vom Ausgangsniveau an besser werden
Zunächst: Ganz egal, welchen Sport wir treiben wollen – wir
haben dabei unser persönliches Ausgangsniveau. W ir haben also gewisse Fähigkeiten und eine bestimmte Belastbarkeit, die unserem Trainingszustand entspricht. Was passiert
wohl, wenn wir uns dabei immer genau in dem Maße belasten, das bequem für uns ist? Richtig: Wir behalten unser Niveau bei! Wir verbessern uns nicht. Und was passiert, wenn
250

Ein bisschen Sport muss sein

wir ständig unter unseren Möglichkeiten bleiben? Klar: Unser Ausgangsniveau sinkt – so wie bei Stefan, der seit Jahren
inaktiv lebt. Er verliert immer mehr Kondition. W as aber
passiert, wenn wir unsere persönlichen Grenzen überschreiten und uns in einem Maße belasten, das uns überfordert?
Sie ahnen es: Wir fühlen uns zunächst zwar angestrengt und
ermüdet, erholen uns dann aber nach einer W eile. Und unter Umständen sind wir danach ein wenig besser geworden!
Wir haben trainiert.
Damit wir uns verbessern können, benötigen wir einen sogenannten trainingswirksamen Reiz. Das heißt, wir müssen uns in einem Maße anstrengen, das unser bisheriges Niveau übersteigt. Dann folgt eine ganz bestimmte Reihe von
Anpassungsprozessen: Zunächst kommen wir während der
Belastung in eine Ermüdungsphase hinein. W ir fühlen uns
schlapp, unsere Energiereserven sind verbraucht. Anschließend aber, während der Erholung, füllt unser Körper genau
diese Reserven wieder auf. Und wenn wir jetzt lange genug
bis zur nächsten Belastung warten, tut unser Körper sogar
noch mehr: Er passt sich an die erhöhten Anforderungen
an! Er sorgt für einen Mehrausgleich, auch »Hyperkompensation« genannt, dank dem wir nun mit der nächsten Belastung besser fertig werden. Ein Trainingseffekt!

Weiterkommen durch Erholung
Allerdings funktioniert das nur, wenn die Zeit bis zur nächsten Belastung weder zu kurz noch zu lang ist. W arten wir
zu lange, geht unsere kurzzeitig verbesserte Leistungsfähigkeit wieder zurück. Und der T rainingseffekt verschwindet
leider. Trainieren wir in zu kurzen Abständen hintereinander, hat sich der Körper vom vergangenen T raining noch
251

Gesundheit

nicht richtig erholt, und wir fühlen uns immer schlapper .
So wie Rita, die täglich Sport treibt und sich immer schlapper fühlt. Sie müsste längere Pausen machen, damit sie einen
Trainingseffekt spüren und sich verbessern könnte.
Einzige Ausnahme für dieses Übertraining: W er die Er schöpfung mehrerer T rainingseinheiten aneinanderreiht
und dann längere Zeit pausiert, hat einen besonders star ken Trainingseffekt. Diesen Mechanismus machen sich Leistungssportler zunutze, wenn sie sich auf Wettkämpfe vorbereiten. Findet der W ettkampf nämlich auf dem Gipfel der
Hyperkompensation statt, ist die Leistung besonders hoch.
So wie bei Lisa, die sich für den Marathon fit faulenzt.
Selbstverständlich aber gilt diese lange Erholungszeit so nur
vor Wettkämpfen. Joggt man zum Beispiel nur einmal pro
Woche, so vergeht die positive Anpassung jedes Mal. Man
trainiert zwar – aber ohne sich dabei zu verbessern.
Am besten ist: Genau so lange warten, bis der Körper in der
Phase der Hyperkompensation angekommen ist. Wird jetzt
wieder trainiert, ist das Leistungsniveau höher als beim letzten Mal. Und wenn wir dann erneut zum richtigen Zeitpunkt trainieren, steigt die Leistung weiter. Auf genau diese
Weise trainiert Kai, seit er denken kann. Kein Wunder, dass
er mit seinen fünfzig Jahren topfit ist.
Wann aber ist nun der optimale Zeitpunkt für das nächste
Training? Individuell sollten Sie sich dafür mit einem Personal Trainer besprechen, der Ihr persönliches Leistungsniveau
und Ihre Regenerationsfähigkeit bestimmt. Als Faustregel
für den Freizeitbereich können wir uns merken: Etwa nach
48 Stunden haben wir meist das Maximum unserer Hyper kompensation erreicht. W enn wir jetzt wieder trainieren,
werden wir besser. Das richtige Timing ist genauso wichtig,
wie an unsere Grenzen zu gehen.
252

Voraussetzung: Grenzen überschreiten und trainieren! Den Rest macht die Natur von selbst. können wir uns dadurch verbessern. Lernen und Leistungssteigerung finden wir während des gesamten Domino-Spiels. Haltungsschäden und Anti-Sport-Stimmung in den Griff kriegen. Und genau genommen existiert die Homöostase nicht nur beim Sport. Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie wissen jetzt. 253 . überwundenen Grenzen. ist ein spannender Anpassungsprozess mit einem fast unaussprechlichen Namen: »Homöostase«. sondern auch in etlichen anderen Lebensbereichen: Die stetige Abwechslung aus steigenden Anforderungen. Zweitens: Wenn wir unsere Grenzen überschreiten. Und Sie können sich über drei wichtige Erkenntnisse freuen: Erstens: Wir brauchen Grenzen nicht zu akzeptieren.Ein bisschen Sport muss sein > DAS DOMINO-PRINZIP Immer besser werden Dass wir uns an ein neues Leistungsniveau gewöhnen. Sie sind immer nur eine Momentaufnahme unseres T rainingszustands. wie man richtig trainiert. Und drittens: W ir dürfen dabei sogar regelmäßige Pausen machen – schließlich muss auch Erholung sein! Dazu aber mehr beim nächsten und letzten Domino-Stein. Beim Sport aber sind die positiven Effekte besonders beeindruckend. Selbst Natalia kann ihre Kopfschmerzen.

als dass sie sie ernst nehmen könnte. Leider aber muss er dabei häufig die negativen Konsequenzen falscher Entscheidungen ausbaden. 254 . sich anzustrengen! Dann lässt der Druck sicher bald nach. wenn sie aufwacht. Lüstern verschlingt Sven (35) eine Currywurst mit Pommes frites und trinkt dazu ein Bier. sagt er zur Begründung. der immer Salat und Gemüse propagiert? Maja (22) muss mal wieder lachen: Viel zu absurd erscheint ihr die Uni-Vorlesung heute. Entscheidungen stets möglichst früh zu treffen. Anstatt immer gleich zu entscheiden. schläft sie lieber mal eine Nacht über einem Problem und hat es oft gelöst. Rasmus’ Frau Christina (47) hat die besten Einfälle in der Badewanne. Überhaupt verarbeitet sie Druck völlig anders als ihr Mann. Er versucht. Schließlich hat er täglich so viel zu bedenken! »Dann habe ich wenigstens den Kopf frei«. Ein Grund mehr also.Gesundheit Kapitel 6 Gut entspannt ist halb gewonnen Wie immer macht sich Rasmus (47) Druck. Etwas verwirrt schaut ihn ein Passant an: Ist Sven nicht dieser Ernährungsexperte aus dem Fernsehen.

wenn wir danach verschnaufen. Übrigens nicht nur zum Krafttan255 . Aber eben nur. um nicht unterwegs liegen zu bleiben. W ichtig scheint es also zu sein. sind wir gleichmäßig voller Energie. um uns zu erholen und Kraft zu tanken.Gut entspannt ist halb gewonnen »Dieses Zeug brauche ich wirklich nicht!«. Also: Wenn wir immer wieder gute Pausen machen. begründet sie. Obwohl wir kurzzeitig vielleicht schneller vorangekommen sind. W ir müssen also immer wieder Verschnaufpausen einlegen. Und obwohl uns manche Spielzüge Spaß machen. Um es noch mal mit dem Sport zu vergleichen: Das Leben ist kein Sprint! Es ähnelt eher einem Marathon. Wo bleibt nur deren Humor? < ACHTUNG STOLPERSTEIN Das Leben – Sprint oder Marathon? Nicht nur beim Sport muss Erholung sein. die richtige Mischung aus Anspannung und Entspannung zu finden! Der Wechsel ist es. der uns erfolgreich macht – wir brauchen gute Pausen. Das Leben kann ewig weitergehen! Geben wir hingegen ständig Vollgas. unsere Puste und unsere Pausen richtig einteilen. wie viele ihrer Kommilitonen eifrig mitschreiben. Wir müssen dabei also unser Tempo. bleiben wir bald stehen. Unsere Strecke ist schließlich ziemlich lang. Und noch mehr amüsiert sie. strengen sie uns an. Nur dann können wir ab und zu auch Zwischenspurts einlegen. ohne zwischenzutanken. Unser ganzes Lebens-Domino über sind wir den verschiedensten Belastungen ausgeliefert.

zum Beispiel bei einer Prüfung? Oder haben Sie schon einmal eine Weile ergebnislos über ein Problem nachgegrübelt. Mit ein wenig Distanz lösen sich viele Probleme nämlich von selbst. um kreativ zu sein. W arum nicht? Weil wir Entspannung brauchen. desto mehr bündeln wir unsere Gedanken. Stehen wir dabei aber unter psychischem Druck oder Stress. Kreatives Denken funktioniert so nicht. Für Kreativität brauchen wir Entspannungsphasen Warum ist das so? Ganz einfach: W eil wir in der freien Wildbahn die Gedankenbündelung brauchen! W enn wir plötzlich einen T iger vor uns sehen. und die Lösung kam später. W ie aber kommen sie zustande? Warum brauchen wir manchmal einfach eine Pause oder Ablenkung selbst beim Denken? Neuropsychologisch gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung: Je mehr wir uns konzentrieren. Flucht er 256 . dass wir nur in einem engen Rahmen denken können. sondern oft auch zum Denken. sind unsere Gedanken so fokussiert.Gesundheit ken. sollten wir möglichst schnell zur richtigen Lösung kommen: Gefahr . W ie aber machen wir gute Pausen beim Domino-Spiel? > SPI ELE ND WEI T E R KOM M EN Einfach lockerlassen! Hatten Sie schon mal einen Blackout. als Sie gar nicht mehr daran dachten? W ohl jeder hat solche Erfahrungen.

statt uns damit unter Druck zu setzen. Erzwingen wir dann eine Entscheidung. Und diese stellen unsere Gedanken so scharf. wenn wir über manche Probleme einfach mal eine Nacht schlafen. Oder die Antwort fällt uns in Situationen ein. beim Joggen oder vor dem Fernseher. Unter Stress schüttet unser Gehirn die Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus. scheitern wir häufig – wir sehen den W ald vor lauter Bäumen nicht. sehr viele V ariablen zu beurteilen. Denn: Versuchen wir bewusst. Für kreatives Denken und wichtige Entscheidungen genügt es nicht. während wir uns dessen gar nicht bewusst sind. in denen wir gar nicht danach gesucht haben: in der Badewanne vielleicht. Aus sicherer Distanz kommen wir so auf Lösungen. Unser Denkorgan kann nach Lösungen fahnden.Gut entspannt ist halb gewonnen greifen! Würden wir hingegen erst lange grübeln und dann auf kreative Lösungen kommen (»Vielleicht ist der Tiger da in Wahrheit doch nur ein Streifenhörnchen?«). lösen wir das Problem damit meist nicht. so manche Aufgabe frei und locker anzugehen. die wir im Eifer des Gefechts manchmal nicht erkennen. Wir tun daher gut daran. dass wir nur auf die nächstliegende Lösung kommen: Rennen! In unserem Alltag aber stellt uns das hin und wieder vor Probleme: Schließlich sind unsere Entscheidungen meist viel komplexer als dieses Schwarz-Weiß-Schema. sondern schaffen häufig nur ein 257 . Interessanterweise funktioniert das selbst dann. Druck-Entscheider sind weniger zufrieden Dass unser Gehirn »im Hintergrund arbeiten« kann. wären wir schon bald nicht mehr da. Warum? Weil unser Gehirn sozusagen auch ohne uns weiterdenkt. hilft uns vor allem bei komplexen Entscheidungen.

Ist die Entscheidung hingegen sehr leicht. Heureka! Christina schläft außerdem gerne. Also: Rasmus täte gut daran. Viel besser.2). um scharf zu denken. Lösungen fallen ihr in den Schoß. Der Kopf ist aufgeräumt. erkennen wir neue Strukturen in unserem Problem und finden die Lösung. um einen klaren Kopf zu kriegen. um scharf denken zu können Was heißt das alles? Dass unsere Gefühle besonders dann gute Ratgeber sind. Er sollte sich stattdessen an seiner Frau Christina orientieren. Erst wenn das Adrenalin wieder draußen ist. Wir brauchen Unschärfe. je bewusster wir eine Entscheidung treffen. Wir benötigen Unschärfe. wenn die Situation verzwickt ist! Denn dann brauchen wir eine Pause und Entspannung. um zu Lösungen zu kommen. sind sie meist weniger zufrieden als Pausen-Entscheider wie Christina. sich bei komplexen Entscheidungen keinen Druck zu machen. Übrigens: Fragt man Druck-Entscheider wie Rasmus hinterher nach ihrer Zufriedenheit mit ihrer Entscheidung.Gesundheit weiteres Problem – unser kopfinterner Rechenvorgang war noch nicht beendet. Schlau von ihr! Denn Schlaf ist eine hervorragende Denkhilfe: Einerseits verfestigt er die Erlebnisse unseres Ta258 . Sie nutzt Pausen und Entspannung – und schon erscheint das Problem in einem anderen Licht. dreht es sich um: Nun fühlen wir uns umso besser. Diese lassen sich dabei nämlich mehr Zeit und hören dann eher auf ihren »Bauch« – also auf das Ergebnis der komplexen Rechenschritte im Gehirn. als wenn wir sie vor uns herschieben. die es in Gefühle übersetzt (siehe Domino-Stein 1.

bis Sie tatsächlich müde sind. Denn so löschen wir unseren mühsam gefüllten Zwischenspeicher nur wieder. indem unser Denk-Rechner sie quasi ins Langzeitgedächtnis überträgt. Im Bett fernzusehen oder zu essen ist weniger gut. Außerdem sollten Sie sich im Bett wirklich nur zum Schlafen aufhalten – oder eben beim Sex. Andererseits kommen wir im Schlaf zu kreativen Lösung für manches Problem! Fragt sich also: W ie schläft man besonders gut? Schlafen Sie gut! Für guten Schlaf müssen Sie nur ein paar ganz einfache Regeln beherzigen: Finger weg von Koffein am Abend! Auch Alkohol ist schlecht. Schlafen Sie außerdem möglichst zu regelmäßigen Zeiten! Und natürlich: Zwingen Sie sich nicht zum Schlafen! Wenn Sie nach kurzer Zeit im Bett nicht einschlafen können. Kino oder Streit. Das ist wesentlich besser . Wie soll unser Gehirn das Bett mit Schlaf in V erbindung bringen. Zu viel Hitze macht wach. denn er stört die Schlafqualität. wenn es so zweckentfremdet wird? Und: Halten Sie Ihr Schlafzimmer immer möglichst kühl: Als ideale Schlaftemperatur gilt ein W ert von etwa 16–18 º C. so dass Sie abends auch tatsächlich müde sind.Gut entspannt ist halb gewonnen ges. dann stehen Sie eben wieder auf. Das ist übrigens besonders fürs Lernen hilfreich – vorausgesetzt. Eine besonders schöne ist Humor .und herzuwälzen. um mental oder körperlich Pausen einzulegen. Denn kaum etwas löst Denk259 . Und tagsüber? Auch da gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. T agsüber sollten Sie sich ausreichend bewegen. wir sorgen zwischendurch nicht für zu starke emotionale Zwischenreize wie etwa durch zu viel Fernsehen. als sich stundenlang hin.

Denn: Disziplinieren werden wir uns hinterher sowieso wieder! Doch bis dahin tanken wir Kraft. Pausen machen! Noch etwas kann uns schöne Pausen bescheren: genüssliche Ausnahmen von unserer strengen Disziplin! Denn ab und zu tut es uns einfach mal gut.Gesundheit knoten so angenehm wie ein herzhaftes Lachen. indem wir uns V erlockungen hingeben. Schokolade zu naschen. Das Leben ist zu schön für Grenzen: Currywurst mit Pommes? Lecker! Überhaupt: Wer braucht schon Grenzen. ein Bier zu trinken oder uns sonst irgendwie kurzzeitig gehen zu lassen. Deshalb: Suchen Sie im Alltag bewusst immer wieder nach komischen und absurden Situationen und amüsieren Sie sich darüber! Wetten. dass Sie etliche finden werden? Maja tut genau das Richtige. Auch der disziplinierte Ernährungscoach Sven ist nur ein Mensch – und kann es sich dank seiner Disziplin mit gutem Gewissen leisten. wenn er Richtung und Prinzipien hat? Also: Suchen Sie sich Ihre persönlichen Energiequellen! Was gibt Ihnen Kraft? Ein Gespräch mit Ihren Kindern? Ein Blick in die Zeitung? Ein Spaziergang mit dem Hund? Ein Mittagsschlaf? Eine Comedy-DVD? Ein gutes Buch? Eine Nackenmassage? Kuscheln? Sex? Singen? Albern sein? Mit einem Handtuch auf dem Kopf T utanchamun spielen? Oder aber einen Schokoriegel essen? Gönnen Sie sich Ihre Pause! Sie gehört zum Spiel genauso dazu wie Regeln – Pardon: Prinzipien! 260 . Und das ist kein W iderspruch zu den bisherigen Prinzipien. Zum Lachen in den Keller gehen sollen andere. wenn sie sich über eine absurde V orlesung amüsiert. zwischendurch undiszipliniert zu handeln. draufloszuschimpfen.

Gut entspannt ist halb gewonnen > DAS DOMINO-PRINZIP Das Leben genießen Ihr Erfolg durch diesen Domino-Stein: Sie sehen zwar nach vorne. Genau in dieser Sekunde. Ihr ganzes Leben lang. Genießen Sie das! Jeden T ag. Ihr Domino spielen Sie schließlich jetzt im Moment. Denn dieser Raum wird Ihnen immer Platz lassen für Neues. Er gehört Ihnen. und der richtige W eg ist das Ziel. der dadurch entsteht. Wann immer Sie wollen. Immer. Atmen Sie ein. Also machen Sie es sich darin mit gutem Gewissen bequem! Danke fürs Mitdenken! Und noch ein erfolgreiches Domino-Spiel! Herzliche Grüße Ihr Stefan Frädrich 261 . machen Sie eine Pause und lassen Sie locker! Sie gewinnen eine Gelassenheit. Ihr Leben ist Ihr W eg. die Ihr Leben bereichert. aber eben nicht nur. Jede Stunde. Also: Richten Sie Ihren Blick öfter bewusst auf den Moment. Auf die Pause. Jetzt. Ihrer Gesundheit dient und Sie zu besseren Erfolgen und einem glücklichen und ausgeglichenen Leben führt. schauen Sie sich um. Und auf die Größe des Raums.

München 2002 Clason. George S. Daniel: EQ. Offenbach 2008 Benson. lernt flirten. Stefan: Rauchfrei glücklich. wird Nichtraucher. die Ihnen den letzten Nerv rauben. Emotionale Intelligenz.: Der 8. Alexander / Scheelen. Stefan: Günter. Stephen R. GABAL.: Emotionale Vampire. Offenbach 2005 Covey. Thilo / Frädrich. Ingo / Frädrich. Mosaik bei Goldmann. Dale: Sorge dich nicht – lebe! Fischer Taschenbuch Verlag. So werden Sie mit Menschen fertig. Offenbach 2006 Baum. der innere Schweinehund. München 2002 Carnegie. Heyne. Albert J. Talente entdecken. Christina / Frädrich. mvg. Stefan: Günter. Erfolgsgeheimnisse der Antike. dtv. wird fit. München 2007 Buckert. Offenbach 2006 Baum. 2003 Frädrich. GABAL. Compact Verlag. GABAL. Der Weg zum Nichtraucher. Offenbach 2004 262 . M. Stefan: Günter. Mit Effektivität zu wahrer Größe.: Die 7 Wege zur Effektivität. Frankfurt a.Weiterführende Literatur Weiterführende Literatur Baum. Stephen R. GABAL. GABAL. Ein tierisches Motivationsbuch. Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg. Ingo / Frädrich. Thilo: 30 Minuten für gutes Schreiben. der innere Schweinehund. München 1998 Coleman. Redline Wirtschaft bei verlag moderne industrie. München 1999 Bernstein. Ein tierisches Sportbuch. entwickeln und einsetzen. Weg. der innere Schweinehund. Frank: Stärken stärken. Bernard: Der Weg ins Glück. GABAL. Ein tierisches Turtelbuch.: Der reichste Mann von Babylon. GABAL. Stefan: Günter. Der erste Schritt in die finanzielle Freiheit. Ein tierisches Gesundheitsbuch. der innere Schweinehund. Offenbach 2007 Buckert. Offenbach 2006 Christiani. Thilo / Frädrich. München 1997 Covey.

Frankfurt a. et al. Moers 2005 Hill. für Schüler. Insel. K. Stuttgart 1999 Malik. Napoleon: Denke nach und werde reich. In 60 Sekunden wieder o. pmed. Ein tierisches Coachingbuch. Bodo: Leading Simple. Führen kann so einfach sein. GABAL. 1977 Lazarus. R. Die Glücksformel für jeden Tag. / Welch. A. GABAL.): Business Book of Horror. Offenbach 2008 Grundl.Weiterführende Literatur Frädrich. Veränderungen erfolgreich begegnen.: Über den Umgang mit Menschen. k. Erik: Kondratieffs Welt. München 2007 Frädrich. Ein tierisches Diätbuch. GABAL. Stefan: Günter lernt verkaufen. Adolf Freiherr v. Hugendubel. 0050012. GABAL. Zabert-Sandmann. GABAL. Wirksames Management für eine neue Zeit. Leisten. Hugendubel. / Bingham. Die 13 Gesetze des Erfolges. GABAL. Fredmund: Führen. Rowohlt Taschenbuch Verlag. Clifford: Der kleine Taschentherapeut. / Wareham. Offenbach 2007 Frädrich. Ein tierisches Officebuch. Klett-Cotta. Stefan: Günter. Offenbach 2006 Frädrich. München 2001 Johnson. M. Nicola: Besser Essen – leben leicht gemacht. München 2000 Khaw. geht ins Büro. Spencer: Die Mäuse-Strategie für Manager. Wohlstand nach der Industriegesellschaft.: Combined Impact of health behaviours and mortality in men and women: the EPIC-Norfolk Prospective Population study. Ein tierisches Businessbuch.1371/journal. Stefan: Einfach glücklich. Heyne. Stefan / Kampe. Boris / Schäfer. wird schlank. München 2004 Frädrich. Arnold / Lazarus. Stefan / Sautter. der innere Schweinehund. Stefan: Luft! Ganz einfach Nichtraucher. Stefan: Günter. Offenbach 2008 Frädrich. Brendow-Verlag. GABAL. Leben. der innere Schweinehund hat Erfolg. N. Ein tierisches Motivationsbuch. Reinbek bei Hamburg 2004 Knigge. Knaur. Stefan (Hrsg. Tanja: Günter. / Luben. 2008 Klein. der innere Schweinehund. Stefan: Günter. Offenbach 2005 Frädrich. doi:10. S. der innere Schweinehund. Offenbach 2005 Frädrich. Offenbach 2007 Händeler. PLoS Med 5(1): e12.T. München 2001 263 .

Verstehen. Das Power-Prinzip. Frankfurt a. Manfred: MiniMax-Interventionen. David. Zeit im Griff. Wege statt Werke. München 2000 Niven. Phillip: Self matters. Kulmbach 2008 Watzlawick. sonst coacht dich keiner! 101 Tipps zur Verwirklichung Ihrer beruflichen und privaten Ziele. München 2003 Schulz von Thun. Ansata Verlag. München 1976 264 . Campus. Berlin 2002 Spitzer. M. Manfred: Lernen. GABAL. Lothar J. Campus. Erfolg mit Methode. Offenbach 1995 Spitzer. dtv. Bodo: Die Gesetze der Gewinner. Reinbek bei Hamburg 1981 Seiwert. Rowohlt Taschenbuch. In sieben Jahren die erste Million. Heyne. Anthony: Grenzenlose Energie. Ziele in Balance. Richard: Die Regeln des Reichtums. Creating your life from inside out. 15 minimale Interventionen mit maximaler Wirkung. Heyne. Ullstein Heyne List. Wie Sie Ihre wahren inneren Kräfte sofort einsetzen. Erfolg und ein erfülltes Leben.: Mythos Motivation. Die 100 Geheimnisse erfolgreicher Menschen. Piper.: Das »neue« 1 x 1 des Zeitmanagements. Täuschung. Talane: Coach dich selbst. Reinhard K. David: Die 100 Geheimnisse glücklicher Menschen. Books 4 success bei Börsenmedien. Spektrum. Wie Sie Ihre persönlichen Schwächen in positive Energie verwandeln. Stuttgart 2007 Sprenger.Weiterführende Literatur Mc Graw. Wege aus einer Sackgasse. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Frankfurt/Main 1999 Schäfer. Simon & Schuster Audio. München 2002 Niven. Heidelberg 2002 Robbins. Schattauer. Anthony: Das Robbins Power Prinzip. München 1994 Schäfer. mvg. Friedemann: Miteinander Reden 1. Heidelberg. Bodo: Der Weg zur finanziellen Freiheit. 2003 Miedaner. Manfred: Vom Sinn des Lebens. München 1991 Robbins. Paul: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn. Störungen und Klärungen. Carl-Auer-Systeme Verlag. 2002 Templar. München 2002 Prior.

/ Gerrig. Richard J.: Psychologie. Behörden und Persönlichkeiten. Heidelberg. Econ. Coach. John A. das im ganzen deutschsprachigen Raum von zahlreichen T rainern gehalten wird. Trainer und Autor tätig.stefan-fraedrich.: Was zählt. Gesundheit und Motivation selbständig machte. Firmen. Springer. Jack / Byrne. Berlin. Besonders beliebt ist sein Seminar-Maskottchen »Günter. 265 . München 2001 Zimbardo.Der Autor Watzlawick. Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. Stefan Frädrich schrieb zahlreiche Bücher. Stefan Frädrich (Jahrgang 1972. Dann bildete er sich zum Betriebswirt (IHK) fort und arbeitete in der Geschäftsführung eines mittelständischen T extilhandels. www. von denen einige Bestseller wurden und international erschienen. Die Autobiografie des besten Managers der Welt. Derzeit ist er vor allem als Redner. Auch im Fernsehen ist er häufig zu sehen – als Experte sowie als Coach und Moderator eigener Life-Coaching-Formate. Phillip G. Piper. bevor er sich als T rainer und Coach für Kommunikation. der innere Schweinehund«. New York 1999 © Daniel Kause Der Autor Dr. promovierte mit einer Arbeit über Persönlichkeitsstörungen bei Strafgefangenen und war als Arzt in der Ulmer Uni-Psychiatrie tätig. Zu seinen Kunden gehören namhafte Organisationen. med. München 1983 Welch. V ereine.de) studierte Medizin. Unter anderem entwickelte Stefan Frädrich dabei das bekannte Seminar »Nichtraucher in 5 Stunden«.

positives 14. 112. 182. 104. 150. 166. 144 f. 220. 211. 119. 160. 122. Depressionen 139 Diät 225 ff. 186 Beziehung 37. 237. 181 Csikszentmihály.. 59. 235 Bequemlichkeit 23. bewusst 17. 43. 219 Belohnung 26. 207 Biofeedback 84 266 Body-Mass-Index 96. 129. 119. 244 f. 29. 66. 50. 81 f. 169 ff.. 172 Eigenlob 83. 49. 257 f. 125. 226 f. 88 ff. 109. 158. . Burn-out 104 Covey. 160. 52. 147 Einsamkeit 79. 208. 208.. 207. 20. 243 Erfahrungen 15 f. 207 Ärger 22. 154.. 236. 198. 259 Alleinstellungsmerkmal 124 Alternativen 43. Anstrengung 29. 150. 223. 32 f. 76. 122.. 174 f. 187. 96 f. 182. 42.. 85 f. 25. äußerer 143 ff. 60. 27. 240 f. 253 Angst 24. 76 ff.. 62. 191. 110. 32. 68. Denken. 35. 181 Auseinandersetzung 199 ff. 40. 43. 239 ff. 251 ff. 137. 238 Anpassung 189. 66 Anziehung 142 ff. 29 f. Autosuggestion 83. 116. 103 ff. 237 Alkohol 219 f. 146 f.. Bedürfnisse 98. 254 ff.. 156 ff. 43. 59. 122. 61. Durchhaltevermögen 88 Egoismus 147 Egozentriker 43 f. 212. 209. 163 ff.. 126. 211. 118. Entscheidung 17. 161.. 231 Dringlichkeitsfalle 118 Druck. 44.. 25. 58. 256 Erfolg 24. 206 Anforderungen 44.. 196. 16 Denkmuster 16 ff. 71 f.. 164 f. Mihály 96 Denken 15 f... 256 ff.. Entzugserscheinungen 237.. 110.. 247 ff. 85. 128 f. Ablenkung 97. 256 Aggression 43.. Stephen R.. 250. 79. Eifersucht 158. 194. 179. 110 f. 215. 204. 209.. 46. 106. 244 Aufmerksamkeit 18.. 34. 82. 76 Bewegung 219. 149 Einstellungen 86. 138. 139. 224... 129.Register Register Abhängigkeit 29. 85. 147 Ballaststoffe 230 f. 49 f. 108 ff. 34. 37. 36. 106. 165. 98. 191. 126..

. 194. 59 ff. 215 Konflikt 15.. 255 Ernährung. 50. 32. Individuum 160 f. 104. 140. 98. Insulin 229 Intelligenz 98 f. 168. 104. 96.. 102 f.... 226. 185 ff. emotionale 145.. 201 Erholung 32 f. 73. 245 Fett 226 ff. 90. 253 Ergebnis 48. 154. 172. 245 Gewissen 27. 128. 251 ff.. 113 Flow 96–99.. 52. 238. 50. 258 Genuss 23. soziale 37 Jo-Jo-Effekt 227 Katastrophe 59 f. 174. 216 ff. 144 Freizeit 98. 96 f. 148. 238. 118 Freiheit 30. 47. 207 Gedanken 23. 46. 260 Halbherzigkeit 78. 246... 91. 129. 218. 25. 59 f. 88. 96.. 123. 77 f. 57. 231 Kommunikation 176 ff. 139. 106. 181 f. 180. 82 f. 260 Gewohnheit 16. 249 Hormone 32. 172. 196. 209.Register 129. 162. 60. 78. 102 f.. 213. Erpressung.. 166 f... 161. 238.. 192 f. 226 ff. 196 f.. 221. 38 ff. 43 ff. 194. 267 . 155. 173. 37. 86.. 146. 183. 99. 53.... Fehler 78. . 91. 197 Kohlenhydrate 228 f. 51. 60.. 202. Fine-Tuning 205 Flexibilität 50. 175. 249 Faulheitsfalle 31 Feedback 90. 160. 81 ff. 112. 133. 125. 206 Fähigkeiten 71. 87 f. 165. 233 GIGO 138 ff. 171 f.. 192. 260 Handlungskompetenz 71 Handlungsmotivation 71 Herausforderung 18. 83. Kontrastfalle 30 Kontrolle 97. 204. 164. 73. Intelligenz. 238 Freiwilligkeit 60. 242 Konzentration 18. 112. 139 ff. 231. 182 f.. 118. 230 f. Gleichheitsprinzip 140 Glück 89. 86. 183. 198 ff. 101. 246 Grenzen 50. 139. 158. 231. 97 Frust 24. 256 Kooperation 191. 195 ff.. Gefühle 21 ff. 261 Gesundheit 37.. 194 Konsumschulden 130 Kontakt 122. 196. 82 Handeln 32 f. 131 Fremdbestimmtheit 64. 108 f... 112. 191. 71. 182.. gesunde 45. 200 Kritik 146. 53. 143. 256. 160. 250.. 108 ff. 103. 196 ff. 151 f. 189. 30 ff. 43 f. 165. 32.. 211. 158. 224. 121.. 87. 257 Hyperkompensation 251 f.

42 ff. 50. 108 ff. 33. Friedemann 182 Schwächen 103. 248. 206. Manipulation 179 f. 224. 244 Nähe 152 ff. 88. 138 Motivation. Langeweile 24 f. 84 Nikotin 232 ff. 157. 193 Misserfolg 18. 232 ff. 196 Risiko 71. 238. 26 Selbständigkeit 101 ff.. 166.. 86. 58. intrinsische 65 Mut 24.. 257 Schicksal 15. nonverbaler 185 f. 236 f... 145. 71. Rationalisierungen 166 Rauchen 218.... 90. 39. 240 Optimismus 17 Pausen 89... 48. 64. 141. 242 f. 83. 254 f. 90. 159 Selbstbestimmung 46. 170 f. 248 Reaktion 16.Register Lachen 259 f. 242 Schulz von Thun. 213.. 186 Nah-und-fern-Technik 85 Neid 88 Neinsagen 116 f. 243 Routine 16 f. verbaler 185 f. 161 Selbstvertrauen 25. 44. 73. 246 Selbstbild 147 Selbstheilungskräfte 222 Selbstsicherheit 24.. 160. 37. 44 ff. 207. 179 f. 160. 78. 24 f.. 57 ff. 259 ff. 66. 200 . 138 Missverständnis 180. 67. 108 ff. 36 ff. 65 ff. 259 Lorenz. 227. 71. 260 Perspektivenwechsel 26. Schmerz 18. 222. 43. 112 Sandwich-Technik 201 Scheitern 58. 37. 253. 23. 57.. 76. 246. 256 ff. 112. 180 Pessimismus 17 Pflicht 32... 140. 219. 145. 244 Nervosität 26. 77. Proteine 230 Rapport. 146 f. 219 Placebo 221–224 268 Problem 18. 74. Konrad 183 Lust 23.. 206 Schlaf 90. 164.. 235. 179. 30.. 80. 235 Richtung 26. 91... Rapport.. 60. Netzwerk 125 Neues 53... 37. Norm 95 f. 110. 64 ff.. 138 Rückmeldung 97. 56. 59. 58. extrinsische 65 Motivation. 69 Lernen 24. 153. 90. 106. 122. 118. 60. 130. 89 ff. 22 ff. 246 Selbstbetrug 166 Selbstbewusstsein 25. 201 Motivation 25. 129. Schüchternheit 44. Leistungsdruck 29. 64. 101. 109. 126. 159 f. 145. 102. 60. 122 Schuld 196. 235.

207 Visualisierung 80. 53. 175 Unglück 19. 189. 148 Vitamine 219. 186. 166. 122. Veränderung 26... 146 f. 196.. 63 ff. 133. 71. 212. 166. 105 f. 40. 24. 166.. 59 f. 139.. 225 f. 151. 40. 219 f. 188 Umgebung 30. 240.. 159 Unzufriedenheit 32. 159 Wertekonflikte 38 ff. 29 ff. 83 f. 166. 79. 132.. 40. 237... 43 Sog 143 f.. 50. Ziel 25.. 98. 110. Unwichtiges 39. 101. 254 ff. innere 36 ff. Vier-Ohren-Modell 182. 116 f.. 85 f. 199. 238 Stress 19 f. 101 ff. 244 ff. Zeit-Inseln 118 Zeitmanagement 114 ff. 96. To-do-Liste 117 f. 164 f. 175 Umgebungsstrukturen 71 Umleitung 199 ff. 165 Sinneseindrücke 16.. 96. 80. 191. 96. 108 ff. Werte-Reihenfolge 39 f. 136 f. 24.. 171.. 152.. 96. 222 Werte. Sucht 233. 95. 122. 76 f. 248 Verhaltensmuster 44. 80 f. 207 Verallgemeinerung 204 ff. Spaß 30. Verhalten 15 ff. 206. 78. 158 Stolz 24 f. 50.. 31.. 97.Register Sicherheit 37 f. 37. persönliches 136 ff. 146. 101.. 66. 87 ff. 131. 231 Wahrnehmung 16 f. 97. 116. 250 Übergewicht 220.. 67. 234 Unterbewusstsein 188 Unterforderung 96 Unverbindlichkeit 170 f. 18. 44. 76. 36. 146. 126... Umstände. 141. 235 f. 148.. 141 Vertrauen 169 ff. 174 Unglücksfallen 29 Unsicherheit 30. Wohlgefühl 23.. 158. 175. 147. äußere 64. 108. 98. 145 Verbindlichkeit 170 f. 104 Verantwortung 37. 192 269 . 235. 162. 255 Spiegelneuronen 186 Stärken 38. 29 Wut 24. 159 Zucker 226–231 Zufriedenheit 24 ff. 173. 74 Unabhängigkeit 33.. 68. 258 Zwang 45. 82. 60. Überforderung 30. 240. 207. 116. 245 Sparen 129 f.. 70. 144. Wichtiges 39 f. 186 Zeit 114 ff. Übertreibung 208 Umfeld. 77.

www. Nichtraucher zu werden Stefan Frädrich Luft! Ganz einfach Nichtraucher 176 Seiten ISBN 978-3-426-77796-1 Wieso rauchen wir überhaupt? Was macht das Nikotin mit uns? Wie manipuliert uns die Zigarettenwerbung? Wer versteht. Nichtraucher zu werden und zu bleiben.de . wie das Rauchen aus biologischer und psychologischer Sicht funktioniert.knaur-ratgeber. braucht zum Aufhören kaum Willenskraft und schafft es leicht.Der einfache Weg.

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Sachoder Vermögensschäden ausgeschlossen. Jede Verwertung außerhalb des Urhebergesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Ebenso ist eine Haftung des Verfassers bzw. © 2011 Dr. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen. Aalen Umschlaggestaltung: Daniela Meyer .Impressum Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Wichtiger Hinweis Die im Buch veröffentlichten Ratschläge wurden von Verfasser und Verlag mit größter Sorgfalt erarbeitet und geprüft. Übersetzungen. Projektleitung: Caroline Colsman Redaktion: Thilo Baum Herstellung: Veronika Preisler Layout: Claudia Fillmann Satz: Uhl + Massopust. Stefan Frädrich Alle Rechte vorbehalten.d-nb. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-. detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.de abrufbar. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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