© Uwe Fengler

Kamillentee

Sie werden es wahrscheinlich nicht glauben, aber ich trinke sehr gerne Kamillentee. Nicht etwa dann, wenn ich krank bin, oder mich vielleicht nicht so gut fühle. Nein, ganz im Gegenteil,

Kamillentee zählt eigentlich schon seit meiner Kindheit zu meinen Lieblingsgetränken. Dabei ist es mir völlig egal, ob ich ihn warm oder kalt genießen kann, Hauptsache ist doch, das es sich um echten Kamillentee handelt. In meiner Jugend habe ich ihn mir oft mit Pfefferminztee gemixt. Im fortschreitenden Alter bekam mir allerdings die Minze nicht mehr so gut. Im Sommer mag ich ihn gerne

eisgekühlt, im Winter wärmt er mich dagegen auf. Mehr kann man von einem Tee wirklich nicht verlangen. Natürlich mag ich auch andere Getränke. Obwohl ich kein großer Kaffeetrinker bin, oder vielleicht gerade deshalb, trinke ich zum Frühstück gerne ein Glas Cola ohne Zucker. Seit Jahrzehnten übrigens schon. Zwischendurch mag ich auch mal gerne ein Glas Buttermilch. Mein Geschmack wechselt da immer wieder mal, es kann auch

mal eine Milch pur, oder aber im Winter auch mal heiße Milch mit Honig und viel Rum sein. Ich kann mich aber im Moment nicht entscheiden, ob diese mich besser wärmt als ein Kamillentee. Ich glaube, ohne Kamillentee wäre das Leben nur halb so schön. Am liebsten mag ich ihn abends, zum Beispiel dann, wenn ich mir einen Krimi anschaue.

Wenn ich allerdings tief in der Nacht selbst an einem Krimi schreibe und darum nicht schlafen kann, greife ich gerne auf andere Getränke zurück – Bier, Wein und diverse Schnäpse und Liköre (ab 35%) können mich da schon eher beglücken. Denn der Kamillentee hat einen kleinen Haken: Der so wichtige und wahrhaftige Rausch bleibt aus. Darauf will ich auf keinen Fall verzichten, sonst könnte ich

diese Zeilen doch gar nicht schreiben. Und nicht vergessen: In Osnabrück bin ich noch nie gewesen ….
© Uwe Fengler