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© Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

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Sporthalle in Zug Sports Hall in Zug Architekten: Bétrix & Consolascio Architekten mit Eric Maier, Erlenbach Mitarbeit: Harald Echsle, Nathalie Rossetti Tragwerksplaner: Lüchinger & Meyer Bauingenieure AG, Zürich, Paul Lüchinger, Daniel Meyer Berchtold & Eicher Bauingenieure AG, Zug Ueli Eicher, Stefan Aufdermauer

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Zwischen zwei Ortsteilen der gut 20 000 Einwohner zählenden Schweizer Kantonshauptstadt Zug gesellt sich eine weitere Halle zu einer Gruppe sportlich genutzter Grossvolumen. Ein Bahndamm begleitet die Allmendwiese, die mit öffentlichen Sport- und Erholungsangeboten ihre Bestimmung fortschreibt; die aufgegebene eingleisige Bahnschleife trennt streckenweise Siedlungen von Industrie- und Gewerbearealen; die städtebauliche Struktur setzt sich in ihrem Verlauf allerdings auch über diese Grenze hinweg – eine heterogene Mischung von Wohngebäuden, Hallen und gerade neu hinzukommenden Verwaltungskomplexen, die jeglicher

eindeutigen Referenz, sei es hinsichtlich Orientierung, Kubatur oder Sprache entbehrt. Den Raum zur benachbarten Eishalle öffnen Bétrix & Consolascio um ein paar Winkelgrade den Besuchern entgegen – die Orientierung dieses Nachbarn wird nicht übernommen, sondern bespielt. Das äußere Erscheinungsbild der Halle verrät nichts von ihrer Funktion oder inneren Organisation. Ihre im wechselnden Tageslicht immer andersfarbig funkelnde und schillernde gläserne Hülle lässt kein Licht von innen nach außen dringen, lässt keinerlei Ein- oder Ausblicke zu. Die vollkommen introvertierte Binnentopo-

graphie ist erst hinter einer Abfolge von konstruktiven, aber auch räumlichen Schichten erfahrbar: Hinter der kerngedämmten zweischaligen Haut aus Profilgläsern vor verschiedenfarbig beschichteter Dämmung schließt sich – noch außerhalb der 64 im Quadrat stehenden Stahlbetonfertigteilstützen – ein hölzerner Umlauf an. In das Stützengeviert frei eingestellt findet sich ein Sichtbetonblock von klarer Erscheinung und Orientierbarkeit. Der vermeintlich einfach strukturierte Riegel 8 ist – ganz im Gegensatz zu dieser Anmutung – aus zwei- und dreidimensional, miteinander verschränkten Räumen unterschiedlichster 8 Volumina und Nutzungen gefügt.
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Lageplan Maßstab 1:10 000 Schnitte Untergeschoss Erdgeschoss Obergeschoss Maßstab 1:1 000 1 Zugang Sporttreibende 2 Umkleiden 3 WC 4 Lehrer 5 Technik 6 Geräte 7 Zugang Zuschauer 8 Theorieraum 9 Trainingsraum 10 Luftraum

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b Site plan scale 1:10,000 b Sections a Basement floor plan Ground floor plan Upper floor plan a scale 1:1000 1 Entrance for sports people 2 Changing rooms 3 WCs 4 Teachers 5 Services 6 Equipment 7 Spectators’ entrance 8 Sports theory 9 Training room 10 Void

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Photo: Guido Baselgia, CH–Baar

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Wie herausgemeißelt aus dem schwarzen Sichtbetonmonolithen verbindet die zweiläufige Treppe die querenden Durchstiche der drei Geschosse. Zur Überwindung einer Geschosshöhe benötigt sie nur je einen ihrer beiden Läufe, der Luftraum über den raumhaltigen Läufen öffnet sich bis in die Dachkonstruktion hinein. Als zarte, ihre Umgebung ertastende Fühler ragen vier aufgelöste verzinkte Stahltreppen als Gegenstücke zu dieser massiven Hohltreppe aus dem glitzernden Glaskörper heraus. Gemeinsam mit der sich vom Boden ablösenden flachen Eingangsrampe versuchen allein sie, die Halle mit ihrem Außenraum zu verzahnen.
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The present building in the capital of the Swiss canton of Zug complements an existing ensemble that consists largely of other sporting facilities. Set in a heterogeneous urban environment, the new structure is turned at a slight angle to the neighbouring sports hall and ice rink. Outwardly, the block betrays nothing it its internal function or organization. The shimmering, glazed external skin, which consists of two layers of U-section vertical glass elements with core insulation, changes colour according to lighting conditions. It al8 lows neither views in nor out of the building, and no light escapes from the inside. Behind this skin, but set outside the 64 x 64 m 8 square of precast concrete columns, is an

inner boardwalk corridor. Set inside the square of columns is an elongated block in black-pigmented exposed concrete. This apparently simple volume contains a series of complexly interlinked spaces that house various functions. The two-flight staircase linking the three levels within this structure seems as if it were hollowed out of the monolithic black concrete block and opens up a space to the roof of the hall. As a contrast to this threedimensional enclosed staircase space, transparent galvanized steel stairs project from the outside of the gleaming, glazed building. Together with the entrance ramp, they may be seen as an attempt to link the hall with its surroundings.

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Details

Schnitte Treppenläufe Grundrisse Untergeschoss • Erdgeschoss Maßstab 1:100 1 Personenaufzug, durchladend 2 Abstellraum 3 Treppenlauf, Sichtbeton, schwarz eingefärbt Steigungsverhältnis180/290 mm 4 Bodenplatte, WU-Beton 5 Geschossdecke, Sichtbeton 6 Bodenaufbau Parkett 20 mm Zementestrich 60 mm Betonplatten 50 mm Rippen Stahlbeton 200/520 mm Sichtbeton schwarz eingefärbt 220 mm

Sections through stair flights Plans Basement • Ground floor scale 1:100 1 2 3 4 5 6 passenger lift store staircase: black-coloured exposed concrete (rise to going = 180 : 290) waterproof concrete base slab concrete floor slab with exposed soffit floor construction: 20 mm parquet 60 mm cement-and-sand screed 50 mm concrete slabs 200/520 mm reinforced concrete ribs 220 mm black-coloured exposed concrete

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