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NAI DE 2007-09

NAI DE 2007-09

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03/27/2010

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EDITORIAL Liebe Israelfreunde

Israels neuer Verteidigungsminister Ehud Barak ist in der israelischen Politik kein Unbekannter. Die Arbeitspartei wählte ihn erneut als ihren Vorsitzenden, nachdem sie ihn vor einigen Jahren wegen der ihm zugeschriebenen Wahlniederlage fallen gelassen hatte und Amir Peretz an seine Stelle getreten war. Als dieser nach dem nicht gerade glücklich verlaufenen Libanonkrieg heftige Kritik einstecken musste, besann man sich wieder auf Barak und kam zu der Überzeugung, dass er doch nicht so schlecht gewesen sei. In seiner neuen Position der Verantwortung für die israelische Armee kritisierte er, dass sich immer mehr junge Israelis vor dem Wehrdienst drücken würden. In diesem Jahr ist der Anteil derer, die keinen Dienst in der Armee leisten, auf 25 Prozent gestiegen – 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus dieser Gruppe lassen sich 11 Prozent aus religiösen Gründen vom Wehrdienst befreien, 7 Prozent aus gesundheitlichen Gründen, 4 Prozent, weil sie straffällig geworden sind und 3 Prozent, weil sie im Ausland wohnen. Barak meinte, Israel müsse zu den Tagen zurückkehren, als der Dienst in der Armee noch Ehrensache war. Die wahren Helden Israels seien diejenigen, die in der Armee dienen. Eine Gesellschaft, die unter einer ständigen Bedrohung ihrer Existenz lebe, könne nur dann weiter bestehen, wenn sie diejenigen respektiere, die das Land verteidigen. Der Verteidigungsminister griff auch die Arbeitgeber an, die keine jungen, wehrpflichtigen Männer einstellen wollen, weil diese während des Reservedienstes ausfallen. Ebenso griff er die Universitäten an. Die Hochschulen bieten keine Alternativen an für Studenten, die wegen des Reservedienstes den Unterricht versäumen. Eltern, deren Kinder Militärdienst leisten, haben viele Tausend Unterschriften gesammelt, weil sie den Verteidigungsminister auffordern wollen, diese Missstände zu ändern. Ihre Kritik gilt auch den Medien, da diese Künstler, Sänger, Sportler und Models bevorzugen, die nicht in der Armee dienen. Als bekannt wurde, dass vier von den acht jungen Leuten, die in das Finale der Fernsehsendung «Israel sucht den Superstar» gelangten, vom Militärdienst befreit sind, platzte vielen Israelis der Kragen. Anstatt diese Drückeberger zu kritisieren, würden sie noch belohnt und umworben; sogenannte «Prominente» würden ihre Bauchmuskeln trainieren und in der Freizeit Basketball spielen, sich aber aus gesundheitlichen Gründen vom Dienst in der Armee befreien lassen. Eine führende Persönlichkeit der Kibbuzbewegung sagte, das eigentliche Problem der israelischen Gesellschaft bestehe darin, dass «wir jedes Schamgefühl verloren haben». Diese Entwicklungen lassen erkennen, dass die zionistischen Ideale keinen Stellenwert mehr haben. Ein Journalist schrieb einen Artikel mit dem Titel «Warum ich ein Neozionist bin». Darin macht er deutlich, dass es nicht hilfreich sei, im heutigen Israel mit einer Ideologie leben zu wollen, welche die Augen vor den aktuellen Problemen verschliesst. Weiter schreibt der Autor: «Was mir heute Sorgen macht, ist die Zukunft Israels. … Als Neozionist habe ich eine prophetische Vision für die Zukunft Israels.» Was genau er damit meint, wird nicht ganz deutlich, aber der Ausdruck «prophetische Vision» ist auf jeden Fall der Bibel entlehnt. Die Bibel vermittelt trotz der schweren Zeiten, die sie voraussagt, eine hoffnungsvolle Vision für die Zukunft Israels und der übrigen Nationen. Nöte und Probleme sind von Gott zugelassen, damit die Menschen von ihren verkehrten Wegen umkehren und sich Ihm zuwenden. Das gilt auch für das heutige Israel. Im Vertrauen auf den allmächtigen Gott, der das prophetische Wort gegeben hat und es auch einlösen wird, grüsst Sie mit einem herzlichen Shalom Ihr Fredi Winkler

Die Bibel vermittelt trotz der schweren Zeiten, die sie voraussagt, eine hoffnungsvolle Vision für die Zukunft Israels

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Nachrichten aus Israel • 9/2007

Nachrichten aus Israel®
Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf Abteilung Beth-Shalom Ringwiesenstrasse 12a CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 17 Fax 0041 (0)44 952 14 19 E-Mail: beth-shalom@mnr.ch Deutschland: Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V. Abteilung Beth-Shalom Kaltenbrunnenstrasse 7 DE 79807 Lottstetten Tel. 0049 (0)7745 8001 Fax 0049 (0)7745 201 E-Mail: beth-shalom@mnr.ch Zeitschriften Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom «Nachrichten aus Israel» Ringwiesenstrasse 12a, CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 15, Fax 0041 (0)44 952 14 11 E-Mail: nai@mnr.ch Deutschland: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom «Nachrichten aus Israel» Kaltenbrunnenstrasse 7, DE 79807 Lottstetten Tel. 0049 (0)7745 8001, Fax 0049 (0)7745 201 E-Mail: nai@mnr.ch Die «Nachrichten aus Israel» erscheinen auch in englischer, französischer, holländischer, portugiesischer, rumänischer, spanischer und ungarischer Sprache. Erscheinungsweise monatlich. Abonnementspreise jährlich: Schweiz CHF 18.–; Deutschland EUR 12.–; Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–; Übersee EUR 24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. Einzahlungen Schweiz: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom Postkonto 80-11535-0 oder Zürcher Kantonalbank, CH 8330 Pfäffikon ZH Konto 1152-0772.695, Bank Clearing 752 Einzahlungen Deutschland: Missionswerk Mitternachtsruf, Abteilung Beth-Shalom Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Konto 139220-700 oder Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90 Konto 06600670 Druck: EKM-Nyomda, Palóc utca 2, HU 1135 Budapest Israelreisen: Missionswerk Mitternachtsruf Abteilung Beth-Shalom-Reisen Ringwiesenstrasse 12 a, CH 8600 Dübendorf Tel. 0041 (0)44 952 14 18, Fax 0041 (0)44 952 14 19 E-Mail: reisen@mnr.ch Gästehaus: Beth-Shalom, P.O.B. 6208, Hanassi Avenue 110 IL 31060 Haifa-Carmel, Israel Tel. 00972 4 837 74 81, Fax 00972 4 837 24 43 E-Mail: beth-shalom-israel@mnr.ch Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar. Initialen der Autoren und Quellenangaben in dieser Ausgabe: ZL = Zwi Lidar; CM = Conno Malgo; AN = Antje Naujoks; US = Ulrich Sahm Titelbild: NAI Für die Inhalte der fremden Webseiten auf die verwiesen wurde, wird keine Haftungsverpflichtung übernommen. Wir erklären hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verknüpften Seiten haben wir keinerlei Einfluss. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf die verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich hinweist.

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Islamisierung der Türkei. Die islamisch-konservative AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung, türk.: Adalet ve Kalkinma Partisi) von Ministerpräsident Erdogan hat die Wahl in der Türkei überraschend klar für sich entschieden. Sie erhielt 47 Prozent der Wählerstimmen. Überall deutet man das als alarmierend. Wie steht man in Israel dazu? Seite 11

Grösster Solarpark der Welt. Die israelische Firma «Solel» gewann die Ausschreibung des US-Bundesstaates Kalifornien und wird bis 2011 den weltweit grössten Solarpark bauen, der die Bürger mit umweltfreundlicher Energie versorgen soll. Seite 15

EDITORIAL
3 von Fredi Winkler

BIBLISCHE BOTSCHAFT
5 Warum gerade Israel? - Teil 2

YESHUA UND ISRAEL
9 Harmagedon in der biblischen Prophetie und im zeitgenössischen Denken

H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N A U S I S R A E L
10 10 11 12 13 13 14 14 15 15 16 16 17 18 18 19 19 20 21 21 22 Erstaunliche Umfrageergebnisse Medizinische Hilfe für Palästinenser in Israel Die Islamisierung der Türkei Peres redete in biblischen Bildern Mobiler Schutzposten Bald kommt die 2-Schekel-Münze Entwicklung neuartiger Waffensysteme Israelisches Patent Israelische Firma erhielt Bauauftrag Israel und das Internet Innovative Technologie aus Israel Die Position einiger US-Evangelisten Beweis der Bibel wieder in Jerusalem Biologische Vorsichtsmassnahme Biblisches Rezept gegen HIV und Vogelgrippe Israels Kabinett: Schulpflicht bis 18 Israelische Innovation: HIV-Schnelltest 77 Prozent der Israelis glauben an Gott Kinderherzen retten Der Landwirtschaft auf der Spur Neil Armstrong im Heiligen Land

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT

TEIL 2

WARUM GER ADE

In der August-Ausgabe legte Norbert Lieth dar, wie alles begann (Sündenfall) und wie Gott der Herr sich ein Gefäss (Israel) erwählte, um der dem Verderben zusteuernden Menschheit einen Retter (Jesus) zu schenken. Im nachfolgenden zweiten Teil zeigt der Verfasser nun auf, wie Gott sukzessive Seinen Weg mit Israel ging und Seine Zusagen erfüllte. Sollte Der, der das getan hat, nicht auch alle andern Verheissungen erfüllen? Gott ist nicht ein Mensch, dass Er lügen könnte!
Norbert Lieth Prophetie erfüllt sich. Als Jesus kam, lehnte Ihn die Führungsschicht Israels ab, was dazu führte, dass Er gekreuzigt wurde. Kurz vor Seinem Tod weissagte der Herr über Jerusalem: «Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden; denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: ‹Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!›» (Mt 23,37-39). Jesus kündigte auch an an-

ISRAEL?
deren Stellen an, dass Jerusalem erneut durch Feindesmacht eingenommen, der Tempel zerstört und das Volk zerstreut würde, dieses Mal jedoch in alle Welt (Lk 21,5-7.20-24). Diese Worte erfüllten sich 70 n.Chr. Die Römer zerstörten Jerusalem, verbrannten den Tempel und führten unzählige Juden in die Gefangenschaft unter die Heidenvölker. Dass es bei Israels Geschichte und Existenz nicht um Israel selbst, sondern um die Berufung Gottes zum Heil der Völker durch Jesus Christus geht, schreibt der Apostel Paulus an die Römer: «Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen» (Röm

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT
Nachrichten aus Israel • 9/2007

11,36). «Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt» (Apg 10,43).

ration anerkannt und auch durch das Völkerbundmandat bestätigt, das der historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit dem Lande Israel und seinem Anspruch auf die Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte internatioIsrael ist wieder auf dem Plan. Das Wörtchen «bis» nale Geltung verschaffte. …» in Matthäus 23,39 hat eine nicht geringe Bedeutung. Es Mit dem Faktum, dass die Juden heute wieder im eigeschlägt sozusagen eine Brücke und macht deutlich, dass das nen Land zu Hause sind und einen eigenen Staat besitzen, Volk auch dieses Mal nicht für immer zerstreut bleiben wird, hat Gott uns ein Zeichen gegeben. Wir, die wir eine andere sondern dass es in späteren Zeiten zu einer erneuten RückStaatsangehörigkeit haben, sollten dies beachten, denn die führung der Juden aus aller Welt in ihre Heimat kommen Bibel sagt: «Er wird ein Zeichen (andere übersetzen ‹Banwird. Und tatsächlich gibt es seit 1948, nach etwa 1 900 ner›) aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen Jahren Diaspora, wieder einen jüdischen Staat, und seit 1967 die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas sammeln von gehört Jerusalem wieder den Israeliten! den vier Enden der Erde» (Jes 11,12). Ein Banner ist eine In der Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 Fahne mit einem Feld- bzw. Hoheitszeichen. Die Sammlung heisst es unter anderem: Israels in seine Heimat ist uns als ein solches Zeichen gesetzt. Das sagt auch der Prophet Jeremia und spricht dabei explizit die Nationen, die Heidenvölker an: «Hört das Wort des Herrn, ihr Heidenvölker, und verkündigt es auf den fernen Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde» (Jer 31,10). Die Sammlung Israels aus den Völkern Mit dem Faktum, dass die Juden heute wieins eigene Land ist unzweifelhaft eine konder im eigenen Land zu Hause sind und einen krete Vorbereitung für die Wiederkunft eigenen Staat besitzen, hat Gott uns ein Zeichen gegeben Jesu, denn Gott spricht: «Ich selbst werde den Überrest meiner Schafe sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe; und ich werde sie wieder zu ihren Weideplätzen bringen, dass sie fruchtbar sein und sich mehren sollen» (Jer 23,3). Im Folgenden erklärt Gott auch genau, wie Er das machen wird bzw. dass diese Rückführung die Befreiung Israels aus Ägypten in den Schatten stellen wird. «Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: ‹So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat!›, sondern: ‹So wahr der Herr lebt, der den Samen des Hauses Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt und wiedergebracht hat, und aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe!› Und sie sollen wohnen in ihrem Land» (Jer 23,7-8). Und was geschah nach dem Zweiten Weltkrieg? Tausende und Abertausende von Juden kehrten in ihre Heimat zurück, und am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel proklamiert! Der lebendige Gott hatte das Seinem Knecht Jesaja ungefähr 2 650 Jahre zuvor eingegeben: «Wer hat je so etwas gehört? Wer hat etwas Derartiges gesehen? Wurde je ein Land an einem Tag zur Welt gebracht? Ist je ein Volk auf einmal geboren worden? Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren» (Jes 66,8). Das unübersehbare Zeichen der Rückführung Israels in sein eigenes Land, weist darauf hin, dass wir in der Endzeit leben. Mit «Endzeit» meinen wir nicht Weltuntergang, sondern die Zeit unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu. Die Kennzeichen der Endzeit sind: «Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt Acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das «Im Jahre 1897 trat der erste Zionistenkongress zusamandere erheben und ein Königreich gegen das andere; men. Er folgte dem Rufe Dr. Theodor Herzls, dem Seher des und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und jüdischen Staates, und verkündete das Recht des jüdischen Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen» Volkes auf nationale Erneuerung in seinem Land. Dieses (Mt 24,6-8). «Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Recht wurde am 2. November 1917 in der Balfour-DeklaMond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker

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vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden» (Lk 21,25-26). Wie sehr sind doch die Politiker und Umweltorganisationen weltweit bemüht, die drohenden und stetig zunehmenden Umweltschäden und die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen! Doch aus allen Berichten, die man darüber liest, wird nur das eine deutlich: Es herrscht Ratlosigkeit und Angst vor dem zu Erwartenden. In einer Pressemitteilung hiess es: «Extreme Dürren, Flutkatastrophen – rund 70 Prozent der Weltbevölkerung werden von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Abermillionen Menschen werden an seinen Folgen sterben. Allein die für Deutschland schon jetzt absehbaren anfallenden Kosten betragen bis 2050 rund 800 Milliarden Euro. Wie gross ist die Chance, dass sich die Menschheit aufrafft und noch wirksame Gegenmassnahmen ergreift? Eine UNO-Studie kommt zu dem Schluss, dass es dazu schon zu spät ist.»1 Jesus, der Retter der Welt. Jesus, das Ziel der Heilsgeschichte, kam in diese Welt, starb am Kreuz und ist aus den Toten auferstanden, um jetzt schon all denjenigen Leben zu geben, die sich für Ihn entscheiden und an Ihn glauben. Wer ohne Jesus lebt, hat keine Hoffnung, und wer ohne Jesus stirbt, bleibt in Ewigkeit ohne Hoffnung. Der Teufel, der in der Bibel auch der «Gott dieser Welt» genannt wird und der sein «Wesen in den Kindern des Unglaubens» hat, wie es die Bibel an anderer Stelle sagt, beeinflusst die Weltpolitik. In seinem blinden Hass will er die ganze Welt ins Verderben stürzen. Doch letztlich werden, wie zu allen Zeiten, die profane Politik der Völker und die Auseinandersetzungen im Nahen Osten dazu beitragen müssen, dass sich Gottes Plan erfüllt. Sind Sie vielleicht in Angst, Ruhelosigkeit und Unsicherheit gefangen? Haben Sie Angst um Ihre Zukunft, um die Ihrer Familie? Die Bibel sagt: «Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat» (Joh 3,16-18). Ein gerechter Gott muss diese Welt richten. Er kann die Sünden nicht durchgehen lassen, denn dann wäre Er ungerecht. Aber Gott bietet Vergebung und Bewahrung

vor dem Gericht an. Jeder, der sich im Glauben zu Jesus hinwendet, wird nicht gerichtet und kommt nicht unter den Zorn Gottes. So sagt es die Heilige Schrift: «Denn Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus» (1.Thess 5,9). Und: «Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorngericht errettet werden!» (Röm 5,9). Israel, Gottes Augapfel. Den Kampf um bzw. gegen den Staat Israel, wie wir ihn heute aktuell miterleben, hat Gott schon 520 Jahre vor Christus angekündigt: «Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum, und auch über Juda wird es kommen bei der Belagerung Jerusalems. Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reissen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln» (Sach 12,2-3). Warum dies alles? Weil Satan danach trachtet, Gottes Plan mit Israel zu zerstören und damit die Wiederkunft Jesu Christi zu verhindern. Gott sagt: «Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an!» (vgl. Sach 2,12). Der Augapfel ist bekanntlich ein besonders empfindliches Organ. Bereits Gott bietet Vergebung und Bewahrung vor kleinste dem Gericht an. Jeder, der sich im Glauben Fremdzu Jesus hinwendet, wird nicht gerichtet und körper kommt nicht unter den Zorn Gottes stören extrem und erzwingen eine Reaktion. An Abraham gerichtet, sprach Gott: «Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!» (1.Mo 12,3). Es hat sich in der Weltgeschichte bitter bewahrheitet, dass einzelne Menschen oder auch ganze Völker das Gericht Gottes auf sich zogen, wenn sie sich gegen Israel wandten. Das musste ein Pharao Ägyptens begreifen lernen. Das erlebten die damaligen Amalekiter, die gegen Israel Krieg führten. Das erfuhr auch Bileam, der Israel nicht verfluchen durfte, sondern segnen musste, und dennoch später versuchte, Israel zum Abfall vom Herrn zu verführen. Das erlebte Babylon genauso wie der Perser Haman, der am Galgen aufgehängt wurde, den er für den Juden Mardochai hatte errichten lassen (Est 7,9-10). Und nicht zuletzt erfuhr das auch das nationalsozialistische Deutschland, das seine Hand gegen die Juden erhob. Und in jüngster Vergangenheit erlebte es auch Saddam Hussein, der 39 Skud-Raketen auf Israel abfeuerte. Und am Ende der Tage, kurz vor der Wiederkunft Jesu, wird es dann die ganze Welt erfahren.

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DIE BIBLISCHE BOTSCHAFT
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Jesus Christus – der Richter der Welt. Im Neuen Testament geht es auf genau dieser Linie weiter. Wenn Jesus zurückkommt, wird Er die Völker richten, und das Kriterium wird unter anderem sein, wie sich die Völker Israel gegenüber verhalten haben: «Der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (den Juden) getan habt, das habt ihr mir getan!» (Mt 25,40). Und im Neuen Testament steht geschrieben: «Von diesen hat aber auch Henoch, der Siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: ‹Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben›» (Jud 14-15). Im Gegensatz zum Fluch, der über Israelhassern stand und steht, haben alle jene Menschen und Völker Segen erfahren und erfahre,n es auch heute, die Israel segneten. So zum Beispiel die Hebammen, die dem Befehl Pharaos ungehorsam waren und sich weigerten, die israelitischen Babys zu töten (2.Mo 1,20-21). Wer Jesus liebt, wird auch Sein irdisches Volk lieben. Denn der Heilige Geist, der in einem an Jesus gläubigen Menschen wohnt, ist derselbe, der Israel in unseren Tagen physisch wiederhergestellt hat und in der Zukunft geistlich wiederherstellen wird (Hes 37,9-10.14). Lassen Sie uns darum in Bezug auf Israel mit David sprechen: «Um des Hauses des Herrn, unsres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen!» (Ps 122,9). Israel kann nicht untergehen. Das Volk Israel wird nicht untergehen: «So spricht der Herr: Wenn die Himmel oben gemessen und die Grundfesten der Erde unten erforscht werden können, dann will ich auch die ganze Nachkommenschaft Israels verwerfen wegen all dessen, was sie getan haben, spricht der Herr» (Jer 31,37). So unmöglich wie es ist, den Himmel zu messen und die Grundfesten der Erde zu erforschen, so unmöglich ist es, dass Israel untergehen könnte. Der Apostel Paulus schreibt inspiriert durch den Heiligen Geist: «Hat Gott etwa sein Volk verstossen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstossen, das er zuvor ersehen hat!» (Röm 11,1-2). Deutlicher kann es doch wohl nicht mehr gesagt werden, dass Israel eine ewige Zukunft hat! Israel ist, gleich wie jeder Mensch, nicht imstande, das Gesetz Moses zu halten. Wäre Gott dabei stehen geblieben, hätte das jüdische Volk keine Chance gehabt. Aber Gott sei Dank hat der Herr eine Lösung bereit. Er hält in Seiner unendlichen Treue an dem fest, was Er Abraham versprochen hat: «Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, sodass die Verheissung aufgehoben würde. Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch Verheissung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheissung geschenkt» (Gal 3,17-18). Wenn Gott, der ja gewiss Grund genug gehabt hätte, Sein Volk nicht verworfen hat, sondern es immer noch liebt, was masst sich denn der Mensch an, über Israel zu Gericht zu sitzen? «Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes, den ich von

den Enden der Erde ergriffen und aus ihren entferntesten Winkeln berufen habe, und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und nicht verworfen – fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!» (Jes 41,8-10). Jesus Christus wird nach einer Gerichtsperiode, die in der Offenbarung geschildert wird, in Herrlichkeit und Macht wiederkommen. Dann wird Ihn Sein Volk erkennen, Busse tun und Ihn im Glauben annehmen (vgl. Sach Kap 12-14). Die Chance Ihres Lebens. Wir haben hier in kurzen Zügen die biblische Prophetie verfolgt, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel zieht. Sie erfüllte sich in der Vergangenheit, erfüllt sich in der Gegenwart und wird sich in der Zukunft erfüllen. Sie widerspricht sich nie. Die Bibel ist als Wort Gottes die absolute Wahrheit. Mit allem hat Gott nur das eine Ziel, den Menschen zu erlösen, ihm zu vergeben und ihn wieder in die Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu ziehen. Seit Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt steht der Himmel für jeden Menschen offen. Gott selbst hat die Tür geöffnet und spricht ein Ja zu jedem, der seinerseits ein Ja zu Jesus sagt. Gott nimmt jeden an, der den Namen des Herrn Jesus im Glauben anruft, egal wie tief er gefallen ist. Wer Jesus sein ganzes Vertrauen schenkt, wird nicht nur von seiner Schuld befreit, sondern auch von seinem schlechten Gewissen und seiner tiefsitzenden Angst, denn er bekommt Frieden mit Gott: «Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus» (Röm 5,1). Solch ein Mensch weiss sich

in allen Stürmen des Lebens in Ihm geborgen. 
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«Welt der Wunder», 4/07

Demnächst werden die beiden Kapitel von «Warum gerade Israel?» zusammengefasst als Sonderdruck in unserem Verlag erhältlich sein. Er eignet sich bestens zum gezielten Verteilen. Zur Vertiefung dieses so wichtigen Themas erscheint zudem in naher Zukunft auch ein Buch mit dem Titel «Warum gerade Israel?» (ca. 115 Seiten), das wir allen Israelfreunden und solchen, die es werden wollen, schon jetzt herzlich zur Lektüre empfehlen. Bitte bestellen Sie erst dann, wenn Sonderdruck und Buch in unseren Zeitschriften angeboten werden. Danke!

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YESHUA
EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

UND

ISRAEL

Harmagedon in der biblischen Prophetie und im zeitgenössischen Denken
«Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heisst» (Offb 16,16).
DR. GERSHON NEREL – TEIL 14 Am Sonntag, dem 24. Juni 2007, Weltgeschehen. Deshalb verwenden auch hielt ich aufgrund einer Einladung an Publizisten sowohl in der israelischen der Hochschule Tel-Hai Academic Col- Zeitung Ma’ariv als auch in der amerilege (an der libanesischen Grenze) einen kanischen New York Times für die SchilVortrag über das folgende Thema: «Me- derung der nahen Zukunft apokalyptische giddo-Harmagedon und dessen künftige Begriffe wie Gog und Magog oder TrübBedeutung für Galiläa, Jerusalem und die sal. Auch die Filmemacher in Hollywood Welt: Endzeiterwartungen aus dem Neuen drehen Filme mit einem Endzeitbezug wie und Alten Testament zu Beginn des 21. zum Beispiel «Armageddon – Das jüngste Jahrhunderts». Während meiner Aus- Gericht». Diese Katastrophenfilme spreführungen in hebräischer Sprache zeigte chen existenzielle Fragen an und machen ich eine Powerpoint-Präsentation mit 40 auf die Gefahren aufmerksam, welche die Darstellungen. Mein Vortrag fand statt Menschheit zu erwarten hat. im Rahmen der neunten Jahreskonferenz zu neuen Forschungsarbeiten über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region Galiläa. Auf dem Gelände des Tel-Hai College versammelten sich zu der zweitägigen Konferenz zahlreiche Teilnehmer, Studenten, Dozenten, Jerusalem und das verheissene Land im ältere Bürger aus Brennpunkt der messianischen Hoffnung der näheren Umgebung und andere Wissbegierige. Ich begann meine Präsentation mit der Erklärung, dass in den letzten Jahrzehnten der im Buch der Offenbarung vorkommende Name Harmagedon, der sich Auch im heutigen Israel müssen sich herleitet von Megiddo und Har Megiddon die Menschen immer stärker mit der bib(hebr.: Berg von Megiddo), wiederholt auf lischen Eschatologie, also der Lehre von der globalen Agenda erscheint, und zwar den Endzeitereignissen, auseinandersetsowohl in säkularen als auch in religiö- zen. Schliesslich befinden sich Jerusalem sen Kreisen. Das geschieht hauptsächlich und das verheissene Land im Brennpunkt deshalb, weil Staaten und Terrororganisa- der messianischen Hoffnung. Hier findet tionen heute einen leichteren Zugang zu man auch den Dreh- und Angelpunkt der Weltuntergangswaffen wie Atombomben religiösen Konfrontation zwischen dem sowie biologischen und chemischen Koran und der Bibel. Auch im Internet Massenvernichtungswaffen haben. Diese erscheinen Deutungen von Endzeitpropheschrecklichen Kriegsmaschinen bieten zeiungen aus den Propheten Jesaja, Heseeinen direkten oder indirekten Anreiz kiel, Daniel und der Offenbarung. Dazu zum weiteren Nachdenken über Endzeit- gehören einerseits die Endzeitauslegungen ereignisse bzw. die Frage nach dem Ende von messianischen Juden, andererseits die der Menschheitsgeschichte, weil bei den kabbalistischen (d.h. mystischen) EndzeitMenschen die Furcht vor einer Vernich- hoffnungen von orthodoxen Juden. Aber tung dieser Welt wächst. sogar die zweite Gruppierung erwähnt in Journalisten und Politiker, Künstler ihren Ausführungen über die Erfüllung und Akademiker in Israel und in anderen von Prophezeiungen über Gog und Magog Ländern befassen sich immer intensiver sowie Harmagedon das Neue Testament. mit der Frage nach der Relevanz apokaFür Menschen, die am Beginn des lyptischer Prophezeiungen für das heutige 21. Jahrhunderts leben, ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie versuchen, die in der Bibel erwähnten apokalyptischen Geschehnisse besser zu verstehen. Auch mit Hilfe von Katastrophenfilmen kann sich der moderne Mensch leicht vorstellen, wie unsere Erde von Zerstörung und Leid heimgesucht wird, wie ein Kampf zwischen Gut und Böse stattfindet, zwischen den Mächten des Teufels und dem allmächtigen Gott. In meinem Vortrag erklärte ich jedoch auch, dass zwar Millionen von bibeltreuen Gläubigen an einem buchstäblichen Eintreffen der künftigen

Geschehnisse um Gog und Magog sowie Harmagedon festhalten, aber viele liberale Christen die Realität kurz bevorstehender Endzeitereignisse strikt ablehnen oder schlicht und einfach ignorieren. Weiter wies ich darauf hin, wie heute in den Köpfen der Menschen die Vorstellung über Harmagedon beziehungsweise katastrophale Geschehnisse vom Rand in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins und Interesses gerückt wird, besonders auch angesichts der von Mahmud Ahmadinedschad und auch der Terrorgruppe El Kaida ausgestossenen Drohungen. In Wirklichkeit stellen die aktuellen, weltweiten Ereignisse einen unumkehrbaren Prozess dar, der zu den Endzeitgeschehnissen führt und zu deren Höhepunkt, der Wiederkunft von Yeshua. Deshalb können nur wenige Menschen eine neutrale Haltung einnehmen, wenn sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. 

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H I N T E R G R U N D I N F O R M AT I O N E N
Nachrichten aus Israel • 9/2007

AUS ISRAEL

PALÄSTINENSER: MEHR ANGST VOR HAUSGEMACHTER GEWALT ALS VOR ISRAEL

Erstaunliche Umfrageergebnisse
Kürzlich wurden die Ergebnisse einer parallel unter Israelis wie auch Palästinensern durchgeführten Meinungsumfrage vorgelegt. Vor allem einige Positionen der palästinensischen Befragten sind durchaus erstaunlich.
Die Meinungsumfragen führten das Harry S. Truman Institut zur Förderung des Friedens an der Hebräischen Universität Jerusalem und das Palästinensische Zentrum für Meinungsumfragen in Ramallah durch. Ziel war es, die Haltung der israelischen wie auch der palästinensischen Öffentlichkeit zu bestimmten Themen zu eruieren. Dabei ging es um Fragen der Stabilität der Region, die Gefahrenquellen für Ruhe und Ordnung, die Möglichkeit einer Stationierung internationaler Truppen in der Region sowie die amerikanischen und saudi-arabischen Friedenspläne für den Nahen Osten. Es wurde zudem danach gefragt, welche Meinung Israelis und Palästinenser über ihre Regierungen haben. Das wohl erstaunlichste Ergebnis erbrachte die Umfrage unter Palästinensern im Hinblick auf die Frage, was sie als grösste Bedrohung ansehen. 56 Prozent der befragten Palästinenser gaben an, dass sie die innerpalästinensische Situation einschliesslich der blutigen Kämpfe und der herrschenden Rechtlosigkeit als grösste Bedrohung für ihr Volk empfinden. 21 Prozent hielten die zunehmende Armut für die grösste Gefahr. Lediglich zwölf Prozent sind der Ansicht, dass die israelische Besatzung und die Siedlungspolitik eine Bedrohung für sie repräsentieren. Die restlichen zehn Prozent fürchten eine Instabilität vor allem aufgrund von internationalen Boykotten und Sanktionen. Ein Prozent hatte keine Meinung dazu. Interessant ist zudem, dass 23 Prozent aller befragten Palästinenser angaben, nicht stolz darauf zu sein, dem palästinensischen Volk anzugehören. Zudem hegt die grosse Mehrheit, nämlich 70 Prozent, Zweifel daran, dass in den nächsten fünf Jahren ein palästinensischer Staat entstehen wird. Auch diesbezüglich wurde nicht ausschliesslich Israel die Schuld gegeben, denn viele Befragte sind sich bewusst, dass dafür auch die instabile innerpalästinensische Situation verantwortlich gemacht werden muss. Zugleich wurde deutlich, dass viele Palästinenser das Vertrauen in Präsident Abbas verloren haben. 40 Prozent gaben an, dass sie im Fall von Wahlen überhaupt nicht zur Urne gehen würden. Unter den Palästinensern, die dennoch ihre Stimme abgeben wollen, würde Abbas weitere Stimmenverluste einstecken müssen. 54 Prozent der Palästinenser erachten die Demokratie in Form der Palästinensischen Autonomiebehörde aufgrund des gewalttätigen Umsturzes im Gazastreifen durch die Hamas für gescheitert. AN Website des Harry S. Truman Instituts: http://truman.huji.ac.il

Kommentar: Diese Meldungen zeigen eine ganz andere Seite der Situation. Man hört auch immer wieder von Arabern, die am liebsten in Israel leben wollen, weil es ihnen dort am besten geht. Natürlich dürfen sie das nicht laut sagen, aber das ist die Wahrheit. Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den nächsten Bericht. CM 

«VON DEN EIGENEN LEUTEN ANGESCHOSSEN, VOM FEIND GEHEILT»

Medizinische Hilfe für Palästinenser in Israel
Der gewalttätige Umsturz durch die Hamas im Gazastreifen hat nicht nur politische und wirtschaftliche Folgen, sondern löste auch eine humanitäre Krise aus. Dabei handelt es sich unter anderem um ein Flüchtlingsproblem, doch die Gewalt unter Brüdern hat auch noch ganz andere Konsequenzen.
Auf den Punkt brachte es ein verletzter Palästinenser. «Ich wurde von meinen eigenen Brüdern angeIch wurde von meinen eigenen Brüdern anschossen und von geschossen und von meinem Erzfeind Israel meinem Erzfeind wieder zusammengeflickt. Das klingt absurd, Israel wieder zuist aber Realität sammengeflickt. Das klingt absurd, ist aber Realität.» Nach etlichem Hin und Her und unklaren Anweisungen sprach der neue israelische Verteidigungsminister Ehud Barak schon kurz nach seinem Amtsantritt ein Machtwort. Er ordnete an, alle Palästinenser, die aufgrund der Kämpfe zwischen Hamas- und Fatah-Angehörigen im Gazastreifen im Niemandsland gestrandet waren und dringend medizinische Betreuung brauchten, nach Israel zu bringen. Auf diese Weise kamen Dutzende Palästinenser zur Behandlung in israelische Krankenhäuser. Darunter

waren keineswegs nur Personen, die Schusswunden oder sonstige Verletzungen im Zuge der Kampfhandlungen erlitten hatten, sondern beispielsweise auch Schwangere und Krebskranke. Es handelte sich teilweise um tragische Geschichten, wie im Fall eines vierjährigen Mädchens, das an Krebs erkrankt ist und dringend eine Chemotherapie und Knochenmarktransplantation braucht. Emotional besonders geladen waren allerdings die Fälle von Verletzungen infolge der Kampfhandlungen. Auch diese Menschen waren dankbar, medizinisch versorgt zu werden, machten aber zugleich ihrer Wut und Enttäuschung wie auch Verwirrung Luft. «Wir werden nicht nur von unseren eigenen Leuten abgeschlachtet, sondern können darüber hinaus noch nicht einmal in unserem eigenen Land medizinisch versorgt werden. Eigentlich sollte es anders sein, aber es ist nun einmal eine Tatsache», berichtete ein 22-jähriger Palästinenser, den Hamas-Anhänger mit mehreren Kugeln verletzten, «dass

Palästinenser auf mich geschossen haben und Juden mich medizinisch versorgen.» Mehrere israelische Krankenhäuser haben sich dieser Patienten angenommen, doch dabei handelt es sich nicht nur um Hilfe in einer Notlage, denn auch regulär werden zahlreiche Palästinenser in israelischen Kliniken behandelt. Einen Überblick dazu gibt der Bericht des israelischen Gesundheitsministeriums über den Zeitraum von Mai 2006 bis Mai 2007. Danach wurden in dieser Zeit rund 60 000 Palästinenser aus dem Westjordanland in israelischen Krankenhäusern medizinisch versorgt. 20 000 wurden stationär aufgenommen, 40 000 konnten ambulant behandelt werden. Gleichzeitig wurden zudem 5 000 palästinensische Patienten aus dem Gazastreifen in Israel medizinisch betreut. 2 000 wurden in Krankenhäuser eingeliefert, 3 000 ambulant versorgt. Unter den insgesamt 65 000 zwischen Mai 2006 und Mai 2007 in Israel behandelten Palästinensern waren 2 500 schwer kranke Kinder, die sich teilweise kompli-

zierten Operationen unterziehen mussten. Durchschnittlich wurden somit täglich rund 200 palästinensische Patienten in israelischen Institutionen des öffentlichen Gesundheitswesens behandelt. Zugleich wird in dem Bericht bekannt gegeben, dass das palästinensische Gesundheitsministerium mit dem Ausbruch der zweiten Intifada im Jahr 2000 jeglichen Kontakt zu den gemeinsamen Koordinationskomitees abgebrochen hat. Zudem wird die vereinbarte minimale Erstattung der Kosten für die Behandlung palästinensischer Patienten in Israel schon lange nicht mehr oder nur teilweise gezahlt. AN Kommentar: Auch wenn die Regierung Israels keineswegs «gläubig» ist, so erfüllt sie jetzt schon das Wort «Liebet eure Feinde» oder «Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot» (vgl. Mt 5,44; Spr 25,21). Was Israel für seine Feinde tut, ist in der Völkerwelt beispiellos. Da kann sich noch mancher Christ eine Scheibe davon abschneiden. CM 

WIE GESTALTEN SICH DIE ISRAELISCH-TÜRKISCHEN BEZIEHUNGEN?

Die Islamisierung der Türkei
Die islamisch-konservative AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung, türk.: Adalet ve Kalkinma Partisi) von Ministerpräsident Erdogan hat die Wahl in der Türkei überraschend klar für sich entschieden. Sie erhielt 47 Prozent der Wählerstimmen. Überall deutet man das als alarmierend. Wie steht man in Israel dazu?
Der jüdische Staat, die einzige Demokratie im Nahen Os- und auch gemeinsame strategische Interessen nachhaltig ten, ist besorgt darüber, dass sein wichtigster Verbündeter gefördert. Seit den 1990er-Jahren haben sich Israel und die im Mittelmeerraum einen Wandel von einem säkularen zu einem islamisch geprägten Staat durchzumachen scheint. Dennoch ist man im Jerusalemer Aussenministerium davon überzeugt, dass dies zumindest in naher Zukunft nichts an dem engen Bündnis zwischen Israel und der Türkei ändern wird. Schliesslich sei die Türkei NATO-Mitglied und habe ein Interesse an einer EU-Aufnahme. Daher werde die Türkei nicht zu einem islamischen Staat mit radikalen Tendenzen. Das Jerusalemer Aussenministerium geht davon aus, dass Erdogans Führung der Amtsgeschäfte dies deutlich reflektiert. Seine Ausführungen nach den Wahlen sind nach israelischer Einschätzung keine Lippenbekenntnisse. Erdogan werde sich wie angekündigt weiterhin für demokratische Reformen, Türkischer Premierminister Erdogan eine wirtschaftliche Entwicklung und eine EU-Anbindung einsetzen. Zudem habe der Muslim Erdogan bereits während seiner ersten Amtsperiode unter Beweis gestellt, dass er an einer engen israelisch-türkischen Kooperation interessiert sei. Er Türkei schrittweise angenähert. 1991 wertete die Türkei ihre habe politische und diplomatische sowie wirtschaftliche diplomatische Repräsentanz in Israel zur Botschaft auf. Immer

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Nachrichten aus Israel • 9/2007

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einer Konfrontation mit dem Iran kommen sollte. Das wurde seitens der Türkei strikt zurückgewiesen. Dazu führte der an der Universität Istanbul lehrende Militärexperte Prof. Soli Özal aus, dass man bestenfalls den US-Streitkräften logistische Hilfe leisten würde. Prof. Özal besuchte unmittelbar nach den türkischen Wahlen Israel. Er reiste im Auftrag seiner Regierung, um das Wahlergebnis in Israel zu erläutern und die Gemüter zu beruhigen. Das unterstrich auch der türkische Botschafter in Israel, Namik Tan, öffentlich: «Israel ist für die Türkei sehr wichtig. Israel steht auf unserer Tagesordnung ganz oben, denn das Land ist ein wahrhafter Freund der Türkei.» ZL Siehe dazu auch folgenden Beitrag: http://de.wikipedia.org/wiki/ Aussenpolitik_der_Türkei Kommentar: Es ist für Israel sehr gefährlich, wenn es sich wegen des Verhältnisses zur Türkei in Selbstsicherheit wiegt. Denn man darf sich nichts vormachen: Ein islamischer Staat kann auf Dauer keine freundschaftlichen Beziehungen zu Israel haben. Denn gerade Israel als Staat stellt die Religion des Islam in Frage. Deshalb auch der Hass von islamischen Ländern gegenüber dem jüdischen Staat. Israel darf es nach ihrer Ansicht einfach nicht geben. Aus diesem Grund sagt auch der iranische Präsident bei jeder Gelegenheit, dass der jüdische Staat zerstört werden müsse. Auch für unser Glaubensleben ist es enorm wichtig, keine Kompromisse mit dem Feind einzugehen, auch wenn uns dieser noch so sehr einzulullen versucht und uns seiner Freundschaft versichert. Hier passt der Liedvers: «Nur der Glaubensweg ist sicher, unerreichbar für den Feind.» CM 

wieder finden Besuche hochrangiger Regierungsangehöriger statt. Unter Erdogan haben sich diese Kontakte nochmals verbessert, heisst es dazu aus Jerusalem. Zwar habe die Türkei ihre Involvierung in der islamischen Welt intensiviert und die im Rotationsprinzip erfüllte Präsidentschaft der Vereinigung der islamischen Länder übernommen, aber diesen Status auch dazu genutzt, zum Brückenschlag zwischen Israel und islamischen Ländern beizutragen. Diesbezüglich ist in erster Linie Pakistan hervorzuheben. Darüber hinaus darf man vermuten – auch wenn dies nicht offiziell bestätigt wird –, dass die Türkei im Hinblick auf den sich anbahnenden Dialog im Nahen Osten eine wichtige Rolle spielt. Israelische Experten meinen zudem, dass insbesondere die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu einer relativen Stabilität der Beziehungen beitragen. Daran würden auch die Gaslieferungsabkommen nichts ändern, die die Türkei erst kürzlich mit dem Iran vereinbart habe. Das israelisch-türkische Handelsvolumen, das unter anderem auf einen massiven israelischen Reisestrom in die Türkei zurückgeht, aber auch einen akademischen Austausch sowie eine Zusammenarbeit von Experten vieler Fachgebiete und Güterhandel umfasst, beläuft sich auf rund zehn Milliarden US-Dollar jährlich. Die israelisch-türkischen Beziehungen haben sich ganz besonders im militärischen Bereich intensiviert. Die Türkei kaufte in grossem Umfang Kriegsmittel in Israel ein. Zudem erfolgen gemeinsame Manöver. Die militärischen Experten Israels sind sich einig, dass das türkische Wahlergebnis auch daran nichts ändern wird. In der internationalen Presse wird immer wieder auf israelische Flugmanöver in der Türkei sowie auf die Möglichkeit hingewiesen, dass israelische Truppen in der Türkei stationiert werden könnten, falls es zu

AMTSANTRITTSREDE DES NEUNTEN ISRAELISCHEN STAATSPRÄSIDENTEN

Peres redete in biblischen Bildern
Staatspräsident Shimon Peres begann seine Antrittsrede als neuer Staatspräsident mit einem Ausflug durch sein langes Leben und erwähnte dabei auch seine Kindheit in Polen, die vom Holocaust geprägt war. Ausserdem las er auch aus der Bibel.
«Vor 15 Jahren fuhr ich nach Vishniova, nahe Volozin, meinem Geburtsort, eine israelische Krippe auf fremder Erde. Das ganze Dorf brannte nieder. Ich stand mit Tränen in den Augen neben einem Steinhaufen über dem Massengrab der letzten Juden, die zur hölzernen Synagoge geführt und lebendig verbrannt worden waren. Sie trugen ihre Gebetsschale über den Schultern, und an ihrer Spitze stand Rabbi Zvi Meltzer, mein Grossvater, selig sei sein Andenken.» Peres gestand, nicht davon geträumt zu haben, Präsident des Staates Israel zu werden. «Mein Traum als Junge war es, ein Hirte oder ein Dichter der Sterne zu werden», gestand er. Nach einer Aufzählung politischer Errungenschaften des Staates Israel, an denen Peres seit der Staatsgründung selber beteiligt war, sagte er: «Die 169 Worte der Zehn Gebote sind auch heute noch die Grundlage der
Staatspräsident von Israel: Shimon Peres

gesamten westlichen Zivilisation.

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Ebenso wie die sozialen Visionen des Propheten Amos und die politischen Visionen des Propheten Jesaja. Sie sind der Kompass für unseren Weg.» Peres will während seiner Amtszeit den Frieden fördern, «im eigenen Heim wie mit unseren Nachbarn in der ganzen Region. Das neue Zeitalter soll territoriale Grenzen verwischen sowie Feindschaft unter Völkern vermindern.» Weiter redete er von vier Schwerpunkten, die ihm als Staatspräsident am Herzen liegen. Die Stadt Jerusalem sei «durstig nach Erneuerung». Sie solle ein spirituelles und politisches Zentrum für das jüdische Volk und eine «Heimstätte für Gebete aller Friedens-

liebenden jeglichen Glaubens» werden. Die Negev-Wüste habe gerade erst begonnen, aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen und dürfe nicht wieder einschlafen. Der Charme von Galiläa, wo zur Hälfte Juden und zur Hälfte Araber leben, müsse erneuert werden. Als vierten Punkt nannte Peres das «Tal des Friedens» entlang der Grenze zwischen Israel, dem jordanischen Königreich und den palästinensischen Autonomiegebieten. Er beendete seine Rede, die er anlässlich seines Amtsantrittes in der Knesset vor rund 2 000 geladenen Gästen hielt, mit den Worten: «Ich danke dem Schöpfer des Universums, meinem

Volk und Ihnen, mir ein solches Privileg gewährt zu haben.» US Kommentar: Der Staatspräsident Israels bzw. des Landes der Bibel liest aus der Bibel und zitiert die Bibel. Welch ein Unterschied zu unseren Ländern, wo der «Name Gottes» überall weggelassen, ja sogar verboten wird. Das erinnert uns einmal mehr daran, dass der Überrest Israels gerettet werden wird, und zwar im Gegensatz zu den antichristlichen Völkern. Wir sehen in unseren Tagen, wo wir die Entrückung erwarten, dass der Herr dabei ist, den Fokus von der Nationenwelt wieder vermehrt auf Israel zu richten. CM 

DEN ALLTAG DER VERBRAUCHER ERLEICHTERN

Bald kommt die 2-Schekel-Münze
In Israel sind Münzen im Umlauf, die einen Wert von 5, 10 und 50 Agurot haben. Zudem gibt es 1-, 5und 10-Schekel-Münzen. Schon bald sollen Israelis auch 2-Schekel-Münzen in ihren Geldbörsen haben.
Die Entscheidung fiel schon vor einigen Jahren. Die Vorbereitungen zur Herausgabe einer in Israel neuartigen 2-Schekel-Münze begannen bereits 2004, doch bisher hat noch kein Verbraucher in Israel ein solches Geldstück zum Bezahlen vorlegen können. Die israelische Landesbank führte nämlich erst einmal eine grossangelegte Umfrage durch, ob bei den Verbrauchern überhaupt Interesse an einer solchen Münze besteht. Es wurden nicht nur Privatleute, sondern auch Geschäftsinhaber sowie beispielsweise Taxifahrer gefragt. Die Umfrage zeigte eindeutig, dass die israelische Öffentlichkeit die Einführung einer 2-SchekelMünze begrüssen würde. Inzwischen ist der Produktionsprozess angelaufen, und die ersten neuen Münzen dieser Art werden in Israel gegen Ende des Jahres in Umlauf kommen. Sie sollen vor allem Institutionen und Geschäften, die mit grossen Mengen Bargeld umgehen müssen, letztlich dabei helfen, Geld zu SCHUTZ FÜR SOLDATEN IM FELD sparen, indem weniger Geld gezählt, transportiert und bei Banken umgetauscht werden muss. Laut Angaben der israelischen Landesbank machen Banknoten 95 Prozent des im Umlauf befindlichen Bargeldes aus. Nur fünf Prozent sind Münzen. Vor allem Hartgeld mit niedrigem Geldwert wie beispielsweise die 1-Schekel-Münzen erfreuen sich grosser Beliebtheit, denn die Verbraucher nutzen sie für diverse Automaten. Dennoch sind es gerade diese Münzen, die die Geldbörse manchmal übermässig füllen und schwer machen. Israel besitzt keine eigene Münzprägeanstalt. Die Herstellung der Münzen des Landes wird im Ausland in Auftrag gegeben und das Geld dann per Luft- oder Schifffracht nach Israel geliefert. AN  Mehr Informationen zu den israelischen Münzen und Banknoten: http://isracoins.com

Mobiler Schutzposten
Die israelische Firma «Mifram Group» hat einen mobilen Schutzposten für Soldaten auf den Markt gebracht, der einfach zu transportieren ist und somit auch während Kampfhandlungen aufgebaut werden kann.
Die Idee der Entwicklung eines mobilen Schutzpostens für Soldaten im Kampfeinsatz geht auf die Erfahrungen des zweiten Libanon-Krieges zurück. Israelische Soldaten sahen sich kleinen, versprengt operierenden Gruppen gegenüber, ohne irgendwo Schutz suchen zu können. Diesem Zustand wollte die israelische Firma, die sich auf Schutzsysteme diverser Art auch für Autos, öffentliche Einrichtungen und Privatwohnungen spezialisiert hat, Abhilfe schaffen. Bei dem mobilen Schutzposten handelt es sich um zusammensetzbare Metallplatten von jeweils 1,5 m2 und einer Dicke von 75 cm. Ein solcher Schutzposten kann von einer kleinen Gruppe Soldaten innerhalb einer halben Stunde aufgebaut werden. Der Schutzposten kann zugleich als Wachposten genutzt werden, denn er bietet, trotz seiner umfassenden

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Das System wurde erstmals auf einer Sicherheitsmesse in Tel Aviv Ende Juni 2007 vorgestellt. Insbesondere die NATO, die UN-Truppen sowie die US-Streitkräfte haben sich bereits dafür interessiert. ZL  Weitere Informationen dazu unter: www.miframsecurity.com/e/combat_post.asp

Schutzwirkung, auch die Möglichkeit, die Umgebung zu beobachten. Eingebaut sind selbstverständlich auch Schiessscharten, sodass sich die Soldaten, die hier Schutz suchen, aktiv verteidigen können. Während des Libanon-Krieges suchten die israelischen Soldaten oftmals Schutz in Gebäuden. Dort waren sie aber

nicht sicher, weil sich oftmals irgendwo in den Gebäuden Terroristen versteckt hielten oder Raketen einschlugen. Der mobile Schutzposten kann auch in einem grossen Raum aufgebaut werden, sodass er einen zusätzlichen Schutz bietet. Ausserdem hält er bis zu einem gewissen Grad auch Mörsern stand.

ZUSAMMENARBEIT MIT DEUTSCHLAND

Entwicklung neuartiger Waffensysteme
Die israelische Luftfahrtindustrie hat mit einem renommierten deutschen Waffenhersteller ein präzedenzloses Kooperationsabkommen unterzeichnet. Gemeinsam möchte man neue Waffensysteme entwickeln.
Die israelisch-deutsche Zusammenarbeit zwischen der israelischen Luftfahrtindustrie (IAI) und dem deutschen Waffenhersteller «Rheinmetall AG» soll zur Entwicklung eines neuartigen Waffensystems führen, mit dessen Hilfe feindliche Ziele mit grösster Genauigkeit ins Visier genommen werden können. Wie erst jetzt der breiteren Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde, unterzeichneten die beiden Firmen das Kooperationsabkommen auf der Pariser Luftfahrtschau im Sommer 2007 in Gegenwart von Dr. Peter Eickenboom, Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums, und seinem israelischen Amtskollegen Pinchas Buchris. Laut diesem Kooperationsvertrag, den beide Seiten als «umfassend» bezeichneten, soll gemeinsam ein neues «Verbundsystem der unbemannten Flugobjekte» entwickelt werden. Durch die angestrebten Innovationen möchte man vor allem «definierte Ziele» möglichst genau ausschalten können. Diesbezüglich sollen neue Wirkmittel entwickelt werden, die eine «abstandsfähige Bekämpfung von Einzel- und Punktzielen» (Wabep) ermöglichen. Wichtig ist dabei auch, dass diese Wirkmittel in bereits bestehende Verteidigungs- und Angriffssysteme integriert werden, sodass eine «Aufklärung und Wirkung im Verbund» erzielt wird. In der Pressemitteilung von Rheinmetall heisst es unter anderem: «Das Bündnis zwischen der IAI Missile Division, die sich auf dem Gebiet der loiterfähigen (über einem Ziel schwebenden) Wirkmittel durch langjährige Erfahrung auszeichnet, und Rheinmetall als einem Systemführer für Aufklärungsdrohnen in Deutschland ist ein wichtiger Meilenstein für beide Unternehmen. Es bildet die Grundlage für gemeinsame Aktivitäten im Hinblick auf neue Marktchancen und für die Bündelung der Kompetenzen beider Firmen.» Beide Firmen rechnen sich einen guten Absatz ihrer Systeme vor allem in Europa aus. AN 

NEBENGERÄUSCHE BEI MOBILTELEFONATEN GEHÖREN DER VERGANGENHEIT AN

Israelisches Patent
Israelischen Wissenschaftlern gelang die Entwicklung eines besonderen optischen Mikrofons, das lästige Nebengeräusche bei Mobiltelefonaten ausschaltet. Die Innovation wurde bereits international patentiert.
Dank der Mobiltelefone können wir jederzeit und an jedem Ort anrufen und angerufen werden. Häufig stören dabei jedoch Hintergrundgeräusche wie vorbeifahrende Fahrzeuge, andere Gespräche, Windböen usw. Nunmehr haben israelische Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Motti Segev vom Technion – der Technischen Hochschule Haifa – dem ein Ende bereitet. Dank eines optischen Mikrofons werden alle Nebengeräusche herausgefiltert, sodass nur noch die Stimmen der Personen zu hören sind, die miteinander telefonieren. Das hat auch den Vorteil, dass der Gesprächspartner nicht gleich erkennen kann, wo man sich gerade aufhält. Prof. Segev erläuterte, dass dieses neuartige Mikrofon auf der «optischen Erkennung eines akustischen Signals im Körper während des Sprechvorgangs» beruht. «Wenn wir sprechen, dann hören wir uns selbst, und zwar wegen der Transferierung des Lautes in den Knochen des Kopfes. Durch die gezielte Erkennung dieses Vorgangs ist es letztlich möglich, zwischen der Stimme des Anrufers – die uns eigentlich interessiert – und allen Geräuschen ausserhalb des Körpers zu unterscheiden.» Aufgrund dieser Differenzierung kann das neue Mikrofon die Hintergrundgeräusche wesentlich besser herausfiltern als die bisherigen Mikrofone. Das innovative Mikrofon ermöglicht somit ein effektiveres und letztlich auch stressfreieres Telefonieren am Handy, selbst wenn man in der Nähe einer Lärmquelle ist. Die Erfinder geben an, dass man sich sogar inmitten der jubelnden Menge eines Sportstadions befinden und dennoch störfrei telefonieren könne. ZL 

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GRÖSSTER SOLARPARK DER WELT ENTSTEHT IN KALIFORNIEN

Israelische Firma erhielt Bauauftrag
Die israelische Firma «Solel» gewann die Ausschreibung des US-Bundesstaates Kalifornien und wird bis 2011 den weltweit grössten Solarpark bauen, der die Bürger mit umweltfreundlicher Energie versorgen soll.
und senkt zugleich den umweltbelastenden Karbon-Dioxid-Wert drastisch. «Solel» ist bereits in den Bau ähnlicher Anlagen in den USA und in Spanien involviert, doch kein anderes Projekt erreicht die Grössenordnung des Unterfangens in Kalifornien. Die in Beit Shemesh (zwiIsrael baut den grössten Solarpark der Welt schen Jerusalem und Tel Aviv) niedergelassene israelische Firma gab über ihren Geschäftsführer Avi Brenmiller bekannt: «Wir sind begeistert, in Kalifornien ein solches Projekt umsetzen zu können. Wir haben dazu das notwendige Wissen und auch genügend Erfahrung.» In einem israelischen TV-Bericht zum Bau dieses weltweit grössten Solarparks betonte die israelische Firma jedoch auch, ger befürwortet wird, soll im Jahr 2011 dass man weiterhin sehr betrübt sei, keine fertiggestellt werden. Die Anlage wird vergleichbare Baugenehmigung in Israel sich über beinahe neun Quadratkilome- zu erhalten. Die Negev-Wüste sei ein ideter erstrecken, auf denen 1,2 Millionen ales Terrain. Dennoch hegt die FirmenSolarspiegel aufgestellt und 510 Kilo- leitung weiterhin die Hoffnung, dass ihr meter Leitungen verlegt werden. Sie soll Durchbruch in den USA vielleicht auch insgesamt 553 Megawatt Energie liefern. einen Sinneswandel der israelischen BeDadurch können 400 000 Haushalte mit hörden bewirkt. AN  umweltfreundlicher Energie versorgt werden. Auf diese Weise macht man sich das Website der israelischen Firma «Solel»: sonnenreiche Klima Kaliforniens zunutze www.solel.com

Die israelische Firma «Solel Solar Systems», die auf die kommerzielle Nutzung von Solarenergie spezialisiert ist, hat mit der kalifornischen «Pacific Gas and Electric Company» einen Vertrag unterzeichnet. Die israelische Firma erhält dadurch den Auftrag, in der kalifornischen Mojave-Wüste den weltweit grössten Solarpark zu bauen. Der Solarpark, der vom kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzeneg-

INTERNETFIRMA UNTER ZEHN VIELVERSPRECHENDSTEN UNTERNEHMEN

Israel und das Internet
Ein israelisches Unternehmen, das sich der modernen Kommunikationstechnologie widmet, zählt zu den zehn weltweit führenden Firmen dieses Bereiches.
«Ness Technologies» ist auf die Entwicklung und Ausarbeitung von Lösungen in der Internetkommunikation spezialisiert. Die Firma expandierte graduell und unterhält inzwischen 16 Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Fernost. Insgesamt beschäftigt sie 7 500 Mitarbeiter und hat zahlreiche Geschäftspartner, darunter namhafte Firmen wie Microsoft, IBM, Intel und SAP. Die «Brown Wilson Group» führte kürzlich wieder eine umfassende Umfrage unter 18 272 Internetexperten durch. In der Liste der weltweit führenden Informationstechnologie (IT)-Unternehmen schaffte es die israelische Firma «Ness Technologies» unter die zehn Besten. Doch nicht nur hinsichtlich Entwicklungen und Dienstleistungen im Internetbereich schnitt «Ness Technologies» im Jahr 2007 besonders gut ab. Die Firma wurde zudem auch in die Liste der 50 IT-Konzerne mit dem besten Management aufgenommen. Das ist für die Israelis ein grosses Kompliment. Der hervorragende Ruf von «Ness Technologies» spiegelt sich auch in ihrem Geschäftsergebnis wider: Die Gewinne erreichten im ersten Halbjahr 2007 einen neuen Rekordstand. Im zweiten Halbjahr 2006 belief sich das Handelsvolumen der Firma noch auf 116,6 Millionen US-Dollar, im ersten Halbjahr 2007 bereits 125,8 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Zuwachs von acht Prozent. AN  Website von «Ness Technologies»: www.ness.com/GlobalNess

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Nachrichten aus Israel • 9/2007

AUS ISRAEL

SPRACHE ERKENNEN

Innovative Technologie aus Israel
Die israelische Firma «Natural Speech Communication Ltd.» (NSC) hat eine innovative Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Schlüsselworte zu erkennen, die bei Telefongesprächen fallen. Dies könnte einen weiteren Durchbruch der Nachrichtendienste in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus bedeuten.
Entdeckt diese Technologie die Benutzung eines vorab definierten Schlüsselwortes, so können unterschiedliche Schritte eingeleitet werden, die der jeweilige Kunde im Voraus bestimmen kann. So kann ein Gespräch beispielsweise ab der Erwähnung des Schlüsselwortes vollständig aufgezeichnet werden. Es kann zudem auch bestimmt werden, dass ein entsprechender Schlüsselworte am Telefon kann die Alarm an die Software von NSC erkennen Überwachungsg r o s s e stellen ausgesandt wird. Anzahl Die Firma nannte ihre Innovation von Te- «NSC Spotter». Sie soll vor allem für lefonaten sicherheitspolitische und polizeiliche auszuwerZwecke genutzt werden, doch auch ten. Gerade Zoll- und Steuerbehörden könnten davon dadurch wird Gebrauch machen. Die Firma vertreibt diese innovative ähnliche Produkte auch auf dem zivilen Technologie für die Markt. Zu den Kunden zählen zum Nachrichtendienste Beispiel Banken und Mobiltelefonansowie andere Institutionen bieter. Der Geschäftsführer von NSC, besonders attraktiv. Dr. Ami Moyel, führte dazu aus, dass TEILUNG DES LANDES ISRAEL Diese Technologie erlaubt es nicht nur, Schlüsselworte zu erkennen, sondern gleichzeitig eine diese Innovation Schlüsselworte in 60 Sprachen erkennen könne, darunter auch einige arabische Dialekte. Damit das Programm eine neue Sprache erlernen kann, muss man ihm lediglich rund 1 000 von Männern und Frauen gesprochene Wörter zur Verfügung stellen. Erst kürzlich engagierte NSC Shabtai Shavit. Shavit war zwischen 1990 und 1996 Direktor des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Insgesamt stand er 32 Jahre lang im Dienst des Mossad, weshalb er, abgesehen von seiner enormen beruflichen Erfahrung, immer noch auf gute Kontakte in Nachrichtendienstkreisen zurückgreifen kann. Als Mitglied des NSC-Direktoriums möchte er zur Vermarktung dieser israelischen Innovation beitragen und so die Bekämpfung des internationalen Terrorismus vorantreiben. ZL  Mehr zur NSC-Innovation unter www.nsc.co.il

Die Position einiger US-Evangelisten
Kürzlich machte die Botschaft einiger US-Evangelisten in der Presse Schlagzeilen. In ihrem offenen Brief an US-Präsident Bush rufen sie auf: «Teile das Land Israel!»
Die Botschaft von 34 Personen, die sich in ihrem Schreiben als «evangelikale Führungspersönlichkeiten» vorstellen, wurde Ende Juli 2007 in der «New York Times» als offener Brief veröffentlicht. Darin rufen sie US-Präsident George W. Bush auf, seinen Plan einer Zwei-Staaten-Lösung umzusetzen und sich für die Errichtung eines autonomen palästinensischen Staates an der Seite Israels stark zu machen, um so den israelischpalästinensischen Konflikt beizulegen. Weiter hiess es dazu, dass der Brief als Reaktion auf eine Bemerkung von John Hagee verfasst worden sei. Dieser hatte nämlich sich und Millionen von amerikanischen Evangelikalen als «christliche Zionisten» bezeichnet, die sich gegen die Errichtung eines arabischen Staates im Herzen des Heiligen Landes und inmitten der Wiege des jüdischen Volkes aussprechen. Mit ihrem Schreiben wollen sie ihrerseits die «Haltung von Millionen Christen in Amerika zum Ausdruck bringen, die Israel lieben, aber dennoch nicht mit Kritik zurückhalten». Weiter heisst es, dass beide Konfliktparteien Gewalttätigkeiten begangen hätten und die Palästinenser «Rechte auf das Land Israel haben, die Millionen von Jahre zurückreichen». Obwohl auch die Unterzeichner in ihrem offenen Brief die Wahrheit der Bibel bekräftigten und wiederholt ihre Verpflichtung gegenüber «der umfassenden Lehre der Heiligen Schrift» betonten, so war eine gewisse Unausgewogenheit nicht zu übersehen. Es wurde von «Israels Diebstahl des arabischen Landes» und einem «Missbrauch der Menschenrechte der Araber» gesprochen und zudem darauf hingewiesen, dass Israel immer wieder gegen «internationale Vorschriften und Resolutionen» verstossen habe. Ferner weisen die Verfasser darauf hin, dass

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sich «Israel beim Umgang mit seinem palästinensischen Nachbarn an die Gerechtigkeitslehre der israelitischen Propheten zu erinnern habe». Den Palästinensern hingegen wird nichts dergleichen angelastet. Zum Abschluss ihres offenen Briefes erneuern die Verfasser ihren Aufruf an US-Präsident Bush, sich für eine Lösung einzusetzen, die «Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen im Heiligen Land» bringt. In allen diesbezüglichen Presseberichten und Kommentaren wurde angezweifelt, ob die Verfasser tatsächlich für sich in Anspruch nehmen können, «im Namen einer nachhaltigen Befürwortung der Evangelikalen» zugunsten einer Zwei-StaatenLösung zu sprechen. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass dieser Brief von Amts- und Würdenträgern in Kirchen, theologischen Seminaren, Hochschulen und Missionsschulen unterzeichnet wurde. AN

Kommentar: Es ist wirklich skandalös: Der Teufel bringt es fertig, die Wahrheiten der Bibel diametral zu verdrehen. Gerade denjenigen, die das Land Israel teilen, hat Gott schwere Gerichte angedroht: «Und ich werde daselbst mit ihnen (den Nationen) rechten über mein Volk und mein Erbteil Israel, welches sie unter die Nationen zerstreut haben; und mein Land haben sie geteilt» (Joel 3,2). Entweder lesen diese Pastoren die Bibel nicht mehr oder sie verschliessen ihre Augen und Ohren vor solchen Worten. Und davon zu sprechen, Israel habe arabisches Land gestohlen, ist nochmals ein Hohn. Vielmehr ist es umgekehrt: Die Palästinenser haben Israel das Land weggenommen. Denn das ganze Westjordanland gehört gemäss der Bibel zu Israel. Niemals haben zwei Völker nebeneinander Platz. Nicht die Nationen, sondern allein die Bibel ist ausschlaggebend. CM 

BIBLISCHE INSCHRIFT KEHRT IN IHR HERKUNFTSLAND ZURÜCK

Beweis der Bibel wieder in Jerusalem
Die in den Stein gehauene Siloah-Inschrift des Königs Hiskia von Juda, die vermutlich aus dem Jahr 701 v.Chr. stammt, wird von der Türkei für ein Jahr an Israel ausgeliehen. Das verkündete der türkische Botschafter in Israel infolge einer Anfrage des Jerusalemer Bürgermeisters Uri Lupolianski.
Anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung des Staates Israel im kommenden Jahr wolle die Türkei die kostbare, im Jahr 1880 unter osmanischer Herrschaft entdeckte und in die Türkei überführte althebräische Inschrift für ein Jahr ausleihen. Die Inschrift erzählt vom Bau eines Wassertunnels im Felsen unter der Davidsstadt, dem ältesten Stadtteil Jerusalems, der auch unter der Bezeichnung Siloah oder Shiloach bekannt ist. Sie wurde in paläohebräischer Schrift in der Mitte des Tunnels in den Fels geschlagen. «Hiskia verstopfte den obersten Ablauf der Wasser des Gichon und leitete sie hinunter westwärts von der Davidsburg», berichtet dazu die Bibel (2.Chr 32,30). So sollte den feindlichen Assyrern, die aus dem Gebiet des heutigen Irak kamen, bei ihrer Belagerung Jerusalems das Wasser abgeschnitten werden. Dieses Meisterwerk der Technik in biblischer Zeit wird in der Bibel an mehreren Stellen erwähnt, darunter auch vom Propheten Jesaja. Auf dem nicht komplett erhaltenen Stein heisst es: «Das Durchbohren … und dies ist die Geschichte der Grabung. Als … die Hacken, einer gegen den anderen, und als nur noch drei Kubits (Masseinheit) zu graben waren, hörten die Männer einander … riefen einander zu von einer Seite zur anderen, da war eine Ritze im Fels, rechts und links, und am Tag der … gruben die Männer und schlugen, um einander zu treffen, Hacke gegen Hacke. Und dann flossen die Wasser von der Quelle zum Teich um 200 Kubits. Und … Kubits war die Höhe über den Köpfen der Arbeiter.» Nach der Wiederentdeckung des Tunnels 1880 fand man auch die Inschrift. Zusammen mit anderen steinernen Zeugen aus biblischer Zeit, darunter einer monumentalen Inschrift vom Tempelberg aus der Zeit Jesu, wurde sie nach Istanbul gebracht (archäologisches Museum des Topkapi-Palastes), dort allerdings den meisten Besuchern vorenthalten. Die Inschrift, die vom Tempelberg stammt, verbietet Pilgern unter Androhung der Todesstrafe, sich dem Innenhof zu nähern. Wie der israelische Rundfunk meldete, wolle Lupolianski den Stein in der Davidsstadt südlich des Tempelberges ausstellen. Doch die Türken ziehen es aus «Sicherheitsgründen» vor, die wertvolle und einzigartige Inschrift dem Publikum im Jerusalemer Israel Museum vorzustellen. Im Tausch für die Leihgabe der 2 700 Jahre alten Siloah-Inschrift, die «für das jüdische Volk eine grosse historische und kulturelle Bedeutung» habe, bietet Jerusalems Bürgermeister die Errichtung eines Denkmals für türkische Soldaten an, die im Land Israel während des Ersten Weltkrieges ums Leben kamen. In Jerusalem gibt es mehrere Soldatenfriedhöfe aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, darunter grosse und sehr gut gepflegte britische Kriegsgräber auf dem Ölberg und in Talpiot. Auf dem Zionsberg befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof, wo jedes Jahr am Volkstrauertag der deutsche Militärattaché einen Kranz niederlegt. US Mehr zur Siloah-Inschrift unter: http:// en.wikipedia.org/wiki/Shiloah_inscription Kommentar: Es ist schon bezeichnend, dass man bestimmte Ausgrabungen vom Tempelberg den – meist muslimischen – Besuchern nicht zeigt. Denn diese Fundstücke sind ein Beweis mehr dafür, dass der Tempel in Jerusalem gestanden hat und gegenteilige muslimische Behauptungen niemals stimmen können. Mit andern Worten: Die Bibel hat recht. CM 

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Nachrichten aus Israel • 9/2007

AUS ISRAEL

BAHNBRECHENDE FORSCHUNG

Biologische Vorsichtsmassnahme
Der Abschuss von besonders zerstörerischen Waffen wie Atombomben erfordert besondere Vorsichtsmassnahmen: Mindestens zwei Entscheidungsträger müssen zustimmen und Schlüssel betätigen. Auch unser Körper kennt eine solche Absicherung.
Am Weizmann-Institut in Rehovot machte man eine Entdeckung, die für die moderne Biologie und Medizin von weitreichender Bedeutung ist: Auch in unserem Körper müssen wichtige Entscheidungen von mehreren Elementen bestätigt werden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass wir über Zellen verfügen, die diesbezüglich unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Sie bestätigen eine Entscheidung von unterschiedlichen Instanzen des Immunsystems oder lehnen sie ab. Die Wissenschaftler beschäftigten sich mit Interferonen, das heisst mit Proteinen, die an vorderster Front gegen virale Infektionen kämpfen. Interferone sind für ihre immunstimulierende Wirkung bekannt und spielen auch bei der körpereigenen Abwehrreaktion im Fall von Tumoren eine wichtige Rolle. Die Wissenschaft sammelt seit rund 50 Jahren Erkenntnisse über Interferone, die vor allem in solchen Zellen ausgebildet werden, die Angreifer bekämpfen. Doch Interferone sind nicht nur in der Abwehr tätig, sondern sie alarmieren auch andere Zellen, sind also Botenstoffe. Bisher sind drei Familien der menschlichen Interferone bekannt: Alpha-, Beta- und Gamma-Interferone. Die Alpha- und Beta-Interferone sind ähnlich aufgebaut. Sie sind für die Bekämpfung feindlicher Eindringlinge zuständig. Das Gamma-Interferon unterscheidet sich von den anderen beiden darin, dass es nicht nur im Kampf zum Einsatz kommt. Dieses Interferon übernimmt unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Immunsystems, wozu unter anderem auch das Alarmieren von Zellen (Aktivierung von Makrophagen) und die Einleitung eines Prozesses gehört, der zur Ausbildung von Antikörpern führt. Jetzt entdeckte man, dass dieses Interferon nur dann in Aktion tritt, wenn es von einem Botenstoff der Gruppe der Interleukine unterstützt wird. Das Interleukin 1Alpha ist zwar schon bekannt, aber seine eigentliche Funktion wurde erst durch die Forschungen am Weizmann-Institut unter der Leitung von Prof. Menachem Rubinstein aufgeklärt. Prof. Rubinstein arbeitete eng mit seinem Kollegen Charles Dinarello von der amerikanischen Universität Colorado zusammen. Im Zuge ihrer Forschung entdeckten sie ferner, dass beide Stoffe von unterschiedlichen und voneinander vollkommen unabhängigen Systemen im Körper produziert werden, die sich aber dennoch perfekt ergänzen. Die Wissenschaftler verglichen die Eigenschaften der zwei Stoffe mit den beiden Seiten eines Schlüsselbartes, der nur durch das perfekte Zusammenwirken beider Seiten seine Funktion erfüllt. Aufgrund ihrer Erkenntnisse sind sich die Wissenschaftler einig, dass dies zugleich als eine Art Kontrollmechanismus funktioniert. Nur wenn mehrere Elemente sozusagen einer Meinung sind, werden sie aktiv. Gemeinsam sind sie jedoch kaum zu schlagen, denn so können sie rund 500 Gene aktivieren. ZL 

ZOOLOGE ENTDECKT ANTIVIRUS-EXTRAKT

Biblisches Rezept gegen HIV und Vogelgrippe
Als der Zoologe Prof. Michael Ovadia hörte, was der Rabbiner seiner Synagoge über ein antikes Salböl erzählte, war dem Wissenschaftler sofort klar, dass das Öl eine desinfizierende Wirkung haben muss.
wie auch ihre eigenen Leiber mit einem aus Zimt und anderen Zutaten hergestellten Öl eingerieben hätten (vgl. 2.Mo 30,22-33; 40,9-16). Dem wollte Prof. Ovadia unbedingt nachgehen. Er wandte sich an seiner Arbeitsstätte, der Universität Tel Aviv, der Erforschung der medizinischen Wirkung von Zimt zu. Inzwischen hat er ein Zimt-Präparat entwickelt, für das bereits ein Patent beantragt wurde. Im Zuge seiner Forschungen probierte Prof. Ovadia dieses Präparat an Hühnern aus. Er sagte: «Es geschah ein Wunder, denn die Hühner waren plötzlich gegen die Newcastle-Krankheit immun.» Dies bedeutet vor allem für amerikanische Züchter, nicht mehr jedes Jahr Verluste in Millionenhöhe hinnehmen zu müssen. Weitere Versuche zeigten, dass das Präparat auch gegen andere virale Krankheiten wirkt, von HIV über die Vogelgrippe bis hin zur gewöhnlichen Grippe. Doch Prof. Ovadia warnt dringend davor, herkömmlichen Gewürzzimt im

Zimt hilft gegen Vogelgrippe und andere virale Krankheiten

Der Rabbiner berichtete, dass die Hohepriester einst die Stiftshütte

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Übermass zu konsumieren. In grossen Mengen zum Schutz gegen Grippe eingenommen, könne normaler Zimt gesundheitsschädlich sein. Prof. Ovadia verwendet für seine Experimente keinen normalen Zimt aus der Küche, sondern Coumarin oder Zimt Aldehyde. Eine Weiterentwicklung und Verfeinerung seiner Zimt-Präparate erlaubt

es, der Fantasie freien Lauf zu lassen, meint das israelische Wissenschaftsportal «Israel21c». Durch das Anreichern von Klimaanlagen in Hospitälern beispielsweise könnten Infektionen vermindert werden. Auf Flughäfen könnte das Mittel die Gefahr einer Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus reduzieren. Und für den täglichen Gebrauch könnte ein Medikament aus Zimt-Extrakt ent-

wickelt werden, das gegen die normale Grippe immunisiert. US Kommentar: Wie aktuell ist doch die Bibel: Nichts und niemand kann sich mit dem Buch der Bücher vergleichen! Die Bibel ist der Weg zu Gott durch Jesus Christus. Gerade durch das heutige Israel wird die Bibel lebendig und ihre Wahrheit bestätigt! CM 

HIV-TEST 72 STUNDEN NACH ANSTECKUNG

Israelische Innovation: HIV-Schnelltest
Eine israelische Innovation ermöglicht es, eine HIV-Infizierung nur 72 Stunden nach der Ansteckung festzustellen. Eine weitere Besonderheit: Das Ergebnis liegt ohne Blutabnahme innerhalb von nur einer Minute vor.
Diese israelische Innovation bedeutet vor allem für medizinisches Personal und Laborangestellte, die häufig mit Blut in Kontakt kommen, eine wichtige Neuerung. Sie werden nicht mehr monatelang warten müssen, sondern können schon innerhalb von drei Tagen nach einem Zwischenfall in Erfahrung bringen, ob sie sich mit HIV infiziert haben. Für diese Untersuchung muss keine Blutabnahme erfolgen. Das von Aharon Poterman von der israelischen Firma «SDH» entwickelte Gerät ermöglicht eine Feststellung des HI-Virus 72 Stunden nach der Infizierung mittels einer Untersuchung, die dem Blutdruckmessen gleicht. Die am Arm angelegte Manschette ermittelt einen elektronischen Fingerabdruck, der dem HI-Virus entspricht. Daher kann dieses Virus ganz gezielt entdeckt werden, auch wenn sich im Körper BILDUNG IN ISRAEL: WICHTIGER WERT MIT WENIG FINANZIELLEN RESSOURCEN noch andere Viren befinden. Das Gerät ist seit Januar 2007 im Einsatz und ermöglicht zudem ein Untersuchungsergebnis innerhalb von nur einer Minute. Auch andere Firmen der Welt arbeiten an Tests, deren Ergebnisse in Sekundenschnelle vorliegen sollen. Der Erfinder Poterman führte dazu aus, dass es sich um einen «enormen Durchbruch handelt. Es ist ein Innerhalb einer Minute kann das Gerät eine Gerät, das Leben HIV-Infizierung erkennen zu retten vermag, denn je früher eine solche Infektion erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.» Das Gerät wurde bereits am Kaplan-Krankenhaus in Rehovot klinisch getestet. Gegenwärtig werden noch weitere Verbesserungen vorgenommen. ZL 

Israels Kabinett: Schulpflicht bis 18
Immer wieder wird in Israel – auch vor dem Hintergrund der Geschichte des jüdischen Volkes – betont, dass Kinder die Zukunft des Staates und auch des jüdischen Volkes bedeuten.
Bisher mussten in Israel Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren die Schulbank drücken. Nunmehr beschloss das israelische Kabinett jedoch, die Schulpflicht um zwei Jahre zu verlängern. Das neue Gesetz soll in den kommenden drei Jahren schrittweise in die Praxis umgesetzt werden. In Israel wird die Schulpflicht um 2 Jahre Mit diesem Schritt verlängert möchte man den frühzeitigen Schulabgängen entgegenwirken. Der Prozentsatz der Kinder, die nach der 10. Klasse die Schulausbildung abbrechen und kein

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AUS ISRAEL
rade die Erziehungsministerin Yuli Tamir (Arbeitspartei) sich dagegen sträubte, weil sie die finanzielle Belastung für ihr Ministerium bei zugleich anstehenden Kürzungen als untragbar erachtet. Sie glaubt, dass die Umsetzung dieses Gesetzes das Erziehungsministerium jedes Jahr rund 770 Millionen Schekel (ca. 130 Millionen Euro) kosten wird. Das Finanzministerium geht hingegen von knapp der Hälfte der Kosten aus. AN 

Abitur machen, nimmt nämlich immer mehr zu. Unter äthiopischen Neueinwanderern erreicht die Rate sogar 25 Prozent. Insgesamt gingen 4,7 Prozent der jüdischen Schüler frühzeitig und ohne Abitur von der Schule weg. Unter der arabischen Bevölkerung wurden im vergangenen Schuljahr 8,3 Prozent frühzeitige Schulabgänger verzeichnet. Bei den Beduinen des Landes liegt diese Rate bei 9,8 Prozent. Mehrere Knesset-Abgeordnete haben ISRAELISCHES JUDENTUM 2007

wiederholt betont, dass sie 12 Schuljahre als «Grundvoraussetzung für das Erlernen eines Berufes» betrachteten. Auch Yitzhak Kadman, der dem «Rat zum Wohl des Kindes» vorsitzt, begrüsste eine Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr. Er bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes als eine «historische Revolution», die die Verwirklichung des Grundrechtes auf Bildung ermögliche. Dabei war lange unklar, ob das Gesetz verabschiedet werden kann, da ge-

77 Prozent der Israelis glauben an Gott
Das jüdische Neujahr (13.-14. September 2007) ist immer eine Zeit des Rückblicks. Es werden jeweils auch diverse statistische Angaben herausgegeben.
Insgesamt glauben 77 Prozent aller in Israel lebenden Juden an Gott. Acht Prozent glauben an eine «allmächtige Instanz». Zum Vergleich: 70 Prozent der Menschen in den USA geben an, an Gott zu glauben. Die Daten gehen auf eine Meinungsumfrage in Israel zurück, die unter 1 000 jüdischen Erwachsenen des Landes durchgeführt wurde. Es stellte sich heraus, dass auch nichtreligiöse Menschen an Gott glauben. Rund die Hälfte der Befragten bezeichnete sich als säkular. Trotz dieser Definition gaben 71 Prozent an, an Gott oder an eine «allmächtige Instanz» zu glauben. 34 Prozent dieser Personen halten in ihren Haushalten die jüdischen Speisegesetze ein und 61 Prozent lehnen es achten. Die Meinungsumfrage zeigt im Weiteren, dass die grosse Mehrheit aller Juden in Israel in irgendeiner Form eine Anbindung an ihr Judentum verspürt. Sie befinden sich in einem persönlichen Dialog mit den Gebräuchen, Traditionen und Gesetzen und suchen sich davon heraus, was in ihr Leben passt. Somit differenzieren sie auch nicht zwischen profan und heilig. Ein solcher Jude kann am Shabbat das Auto nehmen, um zu einem Fussballspiel zu fahren, wird aber beim Verlassen der Wohnung die Mesusa (Schriftkapsel am Türpfosten) küssen. Er würde nichtkoschere Schrimps essen, jedoch niemals Schweinefleisch anrühren. Eine solche Familie sitzt am Shabbat zusammen, die Frau des Hauses zündet Kerzen an, der Mann spricht den Segen über Wein und Brot und direkt im Anschluss an das gemeinsame Mahl setzt man sich vor den Fernseher. ZL Kommentar: Natürlich ist es einerseits ermutigend, dass
77% der Israelis glauben zwar an Gott, die meisten davon aber nicht an Jesus Christus. Das jedoch ist allein entscheidend

grundsätzlich ab, Schweinefleisch zu essen. 47 Prozent dieser säkularen Personen halten das Pessach-Fest ein, indem sie weder Brot noch andere an diesen Feiertagen verbotene Speisen essen. Mit anderen Worten: Trotz ihrer Säkularität halten ziemlich viele Personen die jüdischen Traditionen ein. 30 Prozent der säkularen Gruppe stuften sich selbst als «traditionell» ein, womit in Israel allgemein Leute bezeichnet werden, die aufgrund ihrer Religiosität die jüdischen Gesetze

77 Prozent aller Juden in Israel an Gott glauben. Andererseits sind die meisten dieser Menschen noch nicht an Jesus Christus gläubig, und das allein ist entscheidend. «Wer den Sohn Gottes hat, hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht» (1.Joh 5,12). Es darf unser Gebet sein, dass so mancher Israeli beginnt, die Bibel zu lesen. Denn sie zeigt uns den Weg zu Gott. CM 

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KINDHEIT ÜBERSCHATTET VON KRANKHEIT

Kinderherzen retten
In einem kleinen Haus in Azor in der Nähe von Tel Aviv halten sich gegenwärtig 16 Kinder aus aller Welt auf. Sie sind anderthalb bis zwölf Jahre alt und haben etwas gemeinsam: eine bei Nichtbehandlung tödlich verlaufende Herzkrankheit.
Die Kinder stammen aus verschiedenen Ländern wie Sansibar, Äthiopien, Irak und Nigeria. Unter ihnen sind auch einige, die aus den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde kommen. Sie alle leiden unter einer schwerwiegenden Herzschädigung. In ihren Herkunftsländern haben sie keine Aussicht auf eine adäquate medizinische Versorgung. Diese Kinder wurden nach Israel geholt, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dafür zeichnet eine israelische Stiftung namens «Rettet Kinderherzen» verantwortlich. Es handelt sich um eine humanitäre Institution, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder, denen in ihrer Heimat nicht geholfen werden kann, zu Herzbehandlungen nach Israel zu holen. In Israel soll die dringend erforderliche Herzoperation stattfinden. Doch die Stiftung bringt nicht nur Kinder zur Behandlung nach Israel, sondern setzt sich auch für die Einrichtung von Herzzentren in den jeweiligen Heimatstaaten ein. Die Stiftung wurde 1995 gegründet. Ihr Initiator war Dr. Amram Cohen vom Medizinischen Wolfsohn-Zentrum in Holon. Dr. Cohen verstarb vor einigen Jahren, doch Freunde führen seine humanitäre Arbeit weiter. Dem ehrenamtlichen Team gehören 70 Personen an, darunter Herzchirurgen, Anästhesisten und Physiotherapeuten. Seit 1995 konnten 1 700 Kinder in Israel behandelt werden. Sie stammen aus insgesamt 27 Staaten (vorwiegend aus Afrika und einigen armen arabischen Staaten, zu denen Israel manchmal noch nicht einmal diplomatische Beziehungen unterhält). ZL  Die Homepage der Stiftung: www.saveachildsheart.com

AGROTOURISMUS, TEIL 2: DAS ZENTRUM ISRAELS

Der Landwirtschaft auf der Spur
In der letzten Ausgabe berichteten wir erstmals über eine neue Erscheinung in Israel: die «agrotouristischen Ausflüge» von Familien, die in urbanen Zentren leben und gezielt Touren unternehmen, um wieder mehr über die israelische Landwirtschaft und vor allem die Innovationen zu erfahren.

Im ersten Teil berichteten wir über die Besonderheiten der israelischen Landwirtschaft in der Wüstenregion des Negev. Im Zentrum des Landes, das heisst nördlich, östlich und südlich von Tel Aviv, herrscht ein anderes Kli-

ma als in der Negev-Wüste. Im Winter bleibt es mild, während es im Sommer aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit tropisch heiss werden kann. Zugleich weist dieses Gebiet die höchste Einwohnerkonzentration Israels auf. Im

Grossraum Tel Aviv leben rund 2,5 der sieben Millionen Bürger des Landes. Dadurch trifft man hier nicht auf die ausgedehnten und verlassenen Gebiete, die in der Negev-Wüste ins Auge stechen. Obwohl es sich mehrheitlich

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AUS ISRAEL
Kinder und Jugendliche darin involviert. Sie schaffen in ihren urbanen Wohnzentren Brutplätze. Vor einigen Jahren lief zudem ein bei allen Altersgruppen beliebtes Projekt an: In einigen Wohnungen wurden Webkameras installiert, die den Prozess des Brütens und des Aufziehens der Jungvögel live ins Internet übertrugen. Moderatoren waren die Kinder, die diese Vögel durch die von ihnen angebrachten Brutkästen sozusagen adoptierten. AN  Eine englischsprachige Broschüre mit CD-Rom kann beim «Israel Export and International Cooperation Institute» bestellt werden unter: golavaty@export.gov.il Weitere Informationen auf der Website unter: http://agro.export.gov.il

um ein urbanes Zentrum handelt, spielt die Landwirtschaft in dieser Gegend eine wichtige Rolle. Die Region Hod HaSharon nördlich von Tel Aviv gilt als das Erdbeeranbaugebiet Israels schlechthin. Die Erdbeerernte in Israel beginnt im Dezember und neigt sich im März langsam dem Ende zu. Zudem werden unterschiedliche Zitrusfrüchte angebaut: Apfelsinen, Zitronen, Grapefruits, Mandarinen und Pomelos. Da Zitruspflanzen gleichzeitig blühen und Früchte tragen, kann man in einigen Kibbuzim selber die sonnengereiften Früchte ernten und zugleich den wunderbaren Blütenduft geniessen. Es finden sich auch grosse Areale mit Gewächshäusern, in denen – in erster Linie für den Export bestimmte – Blumen gezüchtet werden.

Gerade in dieser Region findet man zahlreiche Firmen und Betriebe mit angeschlossenen Laboren, die sich der modernen Landwirtschaftsforschung widmen. Dabei geht es um die Züchtung neuer Obst-, Gemüse- und Blumensorten, die umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung, die Erprobung neuer Formen des Bewässerungsmanagements und den Einsatz von Hightech zugunsten einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft. Vor allem in Rehovot und Beit Dagan kann man sich an Forschungseinrichtungen über diese und weitere Themengebiete informieren. Auch in einem städtischen Gebiet kann die Natur einen wichtigen Raum einnehmen, wie das urbane Falken- und Eulenprogramm von Yossi Leshem vom «Israel Ornithological Centre» anschaulich und hautnah vor Augen führt. Inzwischen sind zahllose

ERSTE SCHRITTE EINES WELTBERÜHMTEN ASTRONAUTEN IN ISRAEL

Neil Armstrong im Heiligen Land
Er wurde durch wenige Schritte auf dem Mond und einen Satz berühmt: «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger für die gesamte Menschheit.» Nunmehr machte er seine ersten Schritte im Heiligen Land.
Der berühmte NASA-Astronaut Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betreten hatte, kam nach Israel, um im Wissenschaftsmuseum von Haifa mit Kindern zusammenzutreffen. Sein Besuch erregte in den israelischen Medien denn auch grosses Aufsehen. Neil Armstrong, der im August 77 Jahre alt wurde, war als Kommandeur von Apollo 11 am 20. Juli 1969 auf dem Mond gelandet. Ende Juli 2007 landete er dann erstmals in Israel. Er unternahm die Reise als Gast der Firma «Yashir Investment House», um die Werte des Pionierwesens, der Innovation und der herausragenden Leistungen gegenüber Kindern im Rahmen eines Zusammentreffens am israelischen Wissenschaftsmuseum in Haifa zu fördern. Das 1984 gegründete Museum, das unter der Schirmherrschaft der Technischen Hochschule Haifa steht, widmet sich vor allem den Naturwissenschaften, der modernen Technologie und der Weltraumforschung. Jährlich strömen rund 200 000 Besucher in dieses Museum, das insbesondere die junge Generation für die Themen der Wissenschaften und Innovation interessieren möchte. Neil Armstrong faszinierte die Kinder sofort mit seinem persönlichen Bericht über seine Weltraummission. In Israel ist seit dem Weltraumflug des israelischen Astronauten Ilan Ramon, der bei dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zusammen mit der gesamten Crew der Weltraumfähre Columbia ums Leben kam, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Weltraumforschung stark gestiegen. Als ein Reporter Armstrong fragte, ob er, wenn er die Möglichkeit hätte, noch einmal auf den Mond fliegen würde, sprang Armstrong von seinem Stuhl auf und meinte: «Okay, los geht’s.» AN  Mehr zu dem israelischen Wissenschaftsmuseum in Haifa unter: www.madatech.org.il

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