Manifestationen des Transzendenten in der Badener Siedlung von Balatono ˝szöd-Temeto Dulo – Kultgegenstände ˝i ˝ ˝

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Manifestationen des Transzendenten in der Badener Siedlung von Balatonoszöd-Temetoi Dulo – Kultgegenstände1 ˝ ˝ ˝ ˝
von Tünde H or v á t h, Budapest

Badener Kultur; Kultgegenstände; anthropomorphe Kleinplastiken; Hausmodelle; Stempel. Culture de Baden; objets de culte; figurines anthropomorphes; modèles de maisons; estampilles. Baden Culture; Ritual Objects; Small Anthropomorphic Sculptures; House Models; Stamps. Badeni kultúra; kultusztárgyak; antropomorf kisplasztikák; házmodellek; pecsétlo ˝k.

In der großflächigen Langzeitsiedlung der Badener Kultur von Balatono ˝szöd-Temetoi Dulo wurden mehrere solcher Ge˝ ˝ ˝ genstände gefunden, die von der Forschung seit langem als Kultgegenstände angesehen werden. Die genauen Fundumstände dieser Objekte, ihr kontextueller Zusammenhang mit anderen Befunden und eine sorgfältige Fundbeschreibung liefern neue Informationen zum rituellen Leben in der spätkupferzeitlichen Badener Kultur. Le vaste habitat de longue durée de Balatono ˝szöd-Temeto Dulo appartenant à la culture de Baden a livré plusieurs objets ˝i ˝ ˝ interprétés depuis longtemps par les chercheurs comme des objets de culte. Les circonstances exactes de leur découverte, leurs liens contextuels avec d’autres situations ainsi que la description minutieuse des trouvailles livrent de nouvelles informations sur la vie rituelle de la culture de Baden à la fin du Chalcolithique. In the large-scale long-term settlement of the Baden Culture of Balatono ˝szöd-Temeto Dulo several objects were found ˝i ˝ ˝, which have long been viewed by researchers as ritual objects. The precise finding circumstances of these objects, their contextual relation with other finds and a careful description of the finds deliver new information on ritual life in the Late Copper Age Baden Culture. A badeni kultúra nagy méretu, hosszú életu településén, Balatono ˝ ˝ ˝szöd-Temeto duloben több olyan tárgy került elo ame˝i ˝ ˝ ˝, lyet a kutatás régóta kultusz-tárgyakként kezel. A leletek pontos elo ˝kerülési körülményei, más jelenségekkel való összefüggés-rendszerük, és gondos leírásuk újabb információkat szolgáltat a késo rézkori badeni kultúra szakrális életéhez. ˝ „Unserer Meinung nach ist das grundlegendste Merkmal der religiösen Erscheinung, des religiösen Erlebnisses nichts anderes als die Transzendenz. Alle Annäherungen an die Thematik sollten dies berücksichtigen. Wenn man die Verschwommenheit, das Geheimnisvolle der zentralen Referenz des religiösen Erlebnisses in Betracht zieht, dann wird dessen grundsätzliches Merkmal, nämlich dass es sich immer anderswo befindet, am ehesten von dieser Benennung hervorgehoben. Dieses Wort drückt es besser aus, als Heilig, Numinos, Göttlich oder Maná. Damit sie innerhalb einer separaten Kultur oder in einer separaten Gruppe von Kulturen gründlich untersucht werden kann, ist das wenigste, was von dem Forscher zu erwarten ist, das, dass er bereit ist, durch die kulturellen Eigenschaften ihrer Offenbarungen und auch darüber hinaus die Transzendenz zu erkennen.“2
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Von 2001 bis 2002 wurde in Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ ˝i ˝lo im Zuge der Bauarbeiten für den Knotenpunkt S-10 der Autobahn M7 eine Ausgrabung durchgeführt. Bei dieser Grabung ist neben Funden anderer Kulturen und Epochen eine

großflächige, bedeutende Siedlung der Badener Kultur freigelegt worden3. Nach dem System von Viera N˘ mejcováe
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Die Arbeit wurde mit Unterstützung der Bewerbungen No. OTKA F-67577 und PD-73490 angefertigt. Issiaka-Prosper Lalèyê in: Ries 2003, 307–312.

Die bisherigen Publikationen, die den Fundort im Allgemeinen erörtern: Horváth 2004b; Belényesy/Horváth 2004; Horváth 2006a; Horváth/Svingor/Molnár 2006; 2008; Belényesy-Horváth 2007; Horváth im Druck a. Über die gesamte territoriale und chronologische Ausbreitung der Badener Siedlung siehe diese Arbeiten.

PZ, 85. Band, S. 79–119 © Walter de Gruyter 2010

DOI 10.1515/PZ.2010.006

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Tünde Horváth

Abb. 1. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Idol mit vollständigem Körper, Streufund ˝i ˝lo

Pavúková hat diese markante Langzeitsiedlung ab der Phase IB bis zum Ende der Phase III existiert4. In unserem Aufsatz stellen wir, unter Betonung der aktuellen Forschungsstandpunkte der letzten Jahre, folgende besondere Gegenstände der Badener Siedlung vor: 1. anthropomorphe Kleinplastiken; 2. Haus-/Altarmodelle; 3. Stempel; 4. Beinmodelle.5 Sie sind aufgrund religionsgeschichtlicher Erwägungen als rituell zu bezeichnen und wurden bei Zeremonien verwendet. Im Vordergrund stehen die neuen Typen, die am Fundort aufgetreten sind. Unser Ziel ist es, durch die genaue Beschreibung der Funde, ihrer Fundumstände und durch die Analyse ihrer näheren Umgebung einen weiteren Beitrag zur Deutung der Glaubenswelt der Badener Kultur zu liefern. Damit knüpfen wir an die Thematik der Manifestation des Transzendenten an, die von mir schon in anderen Arbeiten erörtert wurde6.Weil der größte Teil der rituellen Gegenstände der Badener Kultur bisher als Streufunde vorkamen, halten wir die aufgelisteten Details der Funde von Balatono ˝szöd für besonders wichtig.

1. Anthropomorphe Kleinplastiken „Atypische“ Badener Figuren – Streufund, vom östlichen Teil des Fundorts, unmittelbarer Uferbereich, während des Glättens, aus der Umgebung der Grube Nr. 955, Badener Kultur, vermutlich frühe Periode der Badener Kultur Anthropomorphe Kleinplastik (Abb. 1). Ihr Material ist grauschwarz gebrannter Ton, mit Kiessplitt gemagert, auf der Außenseite gelbbraun, mit Polierung, die auf dem größten Teil der Oberfläche abgewetzt ist. Zylindrischer Tongegenstand, am oberen Ende etwas verjüngt, beide Enden sind abgerundet, das untere ist leicht konvex und sohlenartig verbreitert. Das Objekt stellt den vollständigen menschlichen Körper dar. Der Körper ist im mittleren Bereich mit den Fingern eingedrückt, was die Taille imitiert. Oben sind zwei sich annähernde, im Vergleich zueinander fast senkrechte Zwicken zu sehen, als ob sehr schematisch Kopf und Gesicht der Statuette dargestellt wäre. Höhe: 42 mm, Breite der Sohle: 25 mm, Breite oben: 23 mm. Das als Streufund entdeckte Idol gibt einen vollständigen menschlichen Körper wieder, diese Darstellungsform ist in der Badener Kultur ziemlich selten7. Die nächsten formalen Analogien sind aus Hlinsko bekannt. Im Falle der anthropomorphen Statuette aus Objekt 152, die in die Proto-Boleráz-Phase eingeordnet werden kann, wird von Jiri Pavelcík das Erbe der Lengyel-Kultur ˇ ˇ (d. h. Ludanice-Kultur) betont8.

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Die Funde wurden nach dem System von V. N˘ mejcová-Pavúe ková typologisch eingeordnet (vgl. N˘ mejcová-Pavúková 1981; e 1991). Das am Fundort freigelegte Fragment einer Tonmaske eines Männergesichts – obwohl es in diesen Themenkreis gehören würde – wurde von uns schon in separaten Arbeiten besprochen (Horváth 2002; 2002a; 2002b; 2004; ders. im Druck a). Horváth 2004; 2004a; 2006; 2010 im Druck; dies. im Druck. Wir schließen uns der zitierten Meinung von Issiaka-Prosper Lalèyê an und meinen, dass das Transzendente in der Siedlung von Balatono ˝szöd in den menschlichen und tierischen Opfern, in den Zeremoniengefäßen und in den Zeremoniengegenständen erscheint.

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Ähnliche Figuren: Ózd-Ko ˝aljteto Kakaslomnic/Velká Lomnica ˝, (nach Bondár 1999, Abb. 3,3–4). Pavelcík 1982, Abb. 1–2. ˇ

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Eine ähnliche Plastik aus Szeghalom kann als eine bis zum Äußersten vereinfachte anthropomorphe Darstellung erwähnt werden, die als Fragment eines Schöpfgefäßes oder Deckelgriffs bestimmt wurde9. – Grube 458, Sektor 58/26, Badener Phase II Im Profil teilte sich die Grube in zwei Schichten. In ihrer Verfüllung wurden große Mengen an Keramik (4 kg) geborgen, erwähnenswert sind eine vollständige Henkelschale, vier Tonlöffelfragmente, Wirtel sowie drei als Hausmodell bestimmte Bruchstücke. Die Grube wurde vermutlich „mit sakralem Abfall“ verfüllt. Nahe der Grube war kein Objekt zu finden, dessen Fundmaterial mit der Grube in Verbindung gebracht werden könnte. Anthropomorphe Kleinplastik (Abb. 2). Bruchstück vom unteren Teil eines Idols, ovale Form, mit Ritzverzierung und plastischen Applikationen. Die Figur wurde aus feinkörnigem Ton mit Kalkmagerung angefertigt, mit Kern gebrannt. Das Bruchstück der Statuette stellt den unteren Teil von Hüfte-Gesäß des Körpers dar, von der Taille abwärts. Die Vorderseite zeigt eine grobe Oberfläche, im mittleren Bereich ist sie leicht nach außen gewölbt, auf ihrer Oberfläche sind Eindrücke von winzigen pflanzlichen Fasern zu sehen. An ihrem rechten Seitenrand verlaufen zwei tiefere, breitere, schräge Kerben, senkrecht zur oberen Kante ist auch ein kürzerer, zum Seitenrand paralleler Streifen zu beobachten. Es kann nicht eindeutig bestimmt werden, ob es sich um eine alte, noch während des Gebrauchs entstandene oder um eine nachträgliche Beschädigung, eventuell auch Verzierung, handelt. Am unteren Abschnitt des rechten Seitenrands ist eine frische Beschädigung zu finden. Am unteren, verjüngten Teil kann ein alter Bruch beobachtet werden, dort, wo am Idolkörper die Beine angesetzt wären. Über diesem Teil ist eine nachlässig geformte, leicht hervortretende plastische Erhebung zu erkennen. Oberhalb des Buckels, auf der Mittelachse des Körpers, ist ein leicht eingeritztes, dreieckiges Gebilde (Dolch?) in stehender Position zu sehen. Falls es tatsächlich einen Dolch darstellt, sind seine Umrisse und die Kontur seines Griffs ziemlich nachlässig und flüchtig dargestellt. Es könnte eine aus Metall angefertigte, breitschultrige Dolchvariante von dreieckiger Form darstellen. Die Spitze des Dolchs reicht bis zum Geschlechtsorgan des Mannes. Die Einritzung wurde in der gleichen Technik ausgeführt wie die Verzierung anderer von dem Fundort bekannter Gegenstände (Altarmodelle, Gefäße): durch Eindrücken von Pflanzenstängeln in den noch weichen Ton. Im flachen Abdruck sind auch hier die dünnen inneren Gewebefasern des organischen Materials zu erkennen. Der obere Teil im Bereich der Taille ist in einer schrägen Linie abgebrochen. Die Rückseite des Idols ist dunkler gebrannt, die Oberfläche sorgfältiger geglättet. Im mittleren Bereich, etwa an der Stelle, die der Gesäßkerbe entspricht, sitzen zwei miteinander verstrichene plastische Hervorhebungen, wobei die Kuppe der oberen Erhebung abgebrochen und auf der unte-

ren in ihrer Mitte in Längsrichtung eine tiefere, schmale Höhlung zu sehen ist. Diese hatte vielleicht irgendeiner konkreten Funktion gedient, z.B. zur Anbringung an eine ebene Fläche (an eine Wand?). Eine ähnliche Gestaltung ist bei einem Vucedoler Idol zu sehen10. Maße: 79×54×9 mm. ˇ Interpretation 1 Männerfigur: Der über den fehlenden Beinen ansetzende, nachlässig geformte, leicht hervortretende plastische Buckel stellt möglicherweise das Geschlecht der Statuette dar (primäres männliches Geschlechtsmerkmal: Hoden?). Eine formale Analogie des Typs im Sinne dieser Interpretation ist in einem Fund von Cernavoda-Dealul Sofia ˘ zu finden11. Die Form und Gestaltung des Idols von Satu Nou ähneln eher den weiblichen Idolen: Dieser Eindruck wird sowohl von den beiden Brustwölbungen als auch vom Einzelquerband, das zwischen den Brüsten getragen wurde, erzeugt. Weitere Darstellungen andersartiger männlicher Idole sind aus den Badener Fundorten Vel’ká Lomnica/Kakaslomnic, Nemcinany, Bogojevo/Gombos ˇ ˇ bekannt12. Die Figur des Idols von Cernavoda würde auch den weib˘ lichen Idolen ähneln, sein männliches Geschlechtsorgan wurde aber eindeutig durch eine kleine plastische Vorwölbung dargestellt. Der dreieckige Dolch wird von beiden Idolen in der Mitte des Oberkörpers in der Magen-BauchGegend getragen. Der Dolch ist schematisch eingeritzt, er scheint an einem über die Schulter geworfenen Band befestigt zu sein bzw. hängt er dahinter. Das Vorhandensein eines Dolches bei den Idoldarstellungen lässt vermuten, dass dies eine sakrale Projektion darstellte (der Dolch erschien als Attribut) bzw. dass der Dolch als Prestigegegenstand angesehen wurde (und sein Besitzer als Hauptdarsteller der Kulthandlung, Symbol des Kämpfers13). Interpretation 2 Hermaphrodit: Bei dieser Variante ist die Vorderseite des Idols die dunklere, sorgfältig geglättete Seite. Man weiß nicht, welches anatomische Organ oder welchen Gegenstand die zwei ineinander verstrichenen Verdickungen verkörpern, es gibt keine Analogie zu dieser Darstellung. Die Rückseite des Idols ist die hellere, gröbere, beschädigte Seite mit der dreieckförmigen Eindrückung. Nach der Interpretation 2 entspricht die Figur des Idols dem fast vollständigen Idol aus Objekt 709 vom Fundort Balatonszemes-Szemesi berek (die Beine fehlen14), der Fund
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Bondár 1999/2000, Abb. 2,2.

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Kalicz 2002, Abb. 20,1. Rumänien, Cernavoda III-Kultur (Kalicz 2002, 20 Abb. 22,6; ˘ Enachescu 2004, 51 Abb. 5,2.4). Mit Dolch dargestellte Män˘ neridole sind bis jetzt aus den Fundorten Satu Nou und aus dem oben beschriebenen Cernavoda bekannt (Kalicz 2002, 20 ˘ Abb. 22,5a–b.7). Bondár 1999, 47. Enachescu 2004, 51. ˘ Siehe Bondár 2007, Abb. 120,3.

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Abb. 2. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 458, Idolfragment ˝i ˝lo

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von Balatono ˝szöd ist ein Fragment vom unteren Teil dieses Typs. Das Objekt aus Balatonszemes gehört in die so genannte frühklassische Badener Kultur, ähnlich wie der Fund aus Balatono ˝szöd. Weil Funktion oder Bedeutung der doppelten, untereinander sitzenden Erhebungen, die auf der Vorderseite des unteren Teils zu sehen sind, nicht bestimmt werden können und das obere Teil fehlt, ist nicht eindeutig, ob dieses Idol einen Mann oder eine Frau darstellt (nach Mária Bondár stellt es Mann und Frau gleichzeitig dar, d. h. einen Hermaphrodit). Bei dieser Variante würde die dolchartige Darstellung auf der Hinterseite ebenfalls ohne Parallelen dastehen. Es ist kein Idol bekannt, bei dem die Waffe auf dessen Rückseite dargestellt ist. Der Buckel des unteren Teils, der in der ersten Variante als das primäre männliche Geschlechtsmerkmal bezeichnet wurde, würde hier den Anschluss des Beinteils darstellen15. Etwas Ähnliches wurde aus Branc/Berencsváralja veröfˇ fentlicht, mit dem Unterschied, dass hier der untere Teil des Idols sich leicht verbreitert, also sohlenartig gestaltet ist, das Stück insgesamt breiter und in einem Stück erhalten ist16. Die Form des Idolfragments aus Balatono ˝szöd lässt, wie wir erörtert haben, mehrere Deutungen zu. Es ist zunächst fraglich, welche Seite als Vorder- und welche als Rückseite betrachtet werden kann. Die Darstellung eines Dolchs zu akzeptieren, nach welcher Interpretation auch immer, ist eine weitere kritische Frage, weil sie sich so schwach und verschwommen zeigt. Es ist auch möglich, dass es sich hierbei nur um eine zufällige Beschädigung handelt oder aber um die Folge des dauerhaften, intensiven Gebrauchs des Idols. Eine Erklärung könnte aber auch die Übernahme derartiger Idoldarstellungen von der Cernavoda III-Kultur sein, ver˘ bunden mit einem Bedeutungsverlust. Wegen der Art der Gestaltung des Dolchumrisses schließe ich die Möglichkeit des Zufalls aus, da diese Verzierungstechnik (das Eindrücken eines pflanzlichen Stoffes in die Oberfläche) auch bei anderen Tongegenständen aus Balatono ˝szöd zu beobachten ist. Nach der ersten Interpretation würde das männliche Idol mit dem Dolch hier das erste Mal in der Badener Kultur vorkommen. Betrachtet man die Form der Waffe, sieht man Ähnlichkeiten mit dem genieteten Kupferdolch aus Sármellék17. Weil die Metallarmut der Epoche und der Badener Kultur bekannt ist, wird von rumänischen Forschern behauptet, dass der Dolch (und auch der Metallrohstoff selber) aus dem Gebiet der Usatovo-Kultur stammte. Die Forscher beobachteten, dass aus diesem Zeitraum in den archäologischen Fundorten bis zur Linie des Flusses Prut sehr wenig Metallgegenstände vorkommen, während in den Gebieten östlich dieses Flusses die Zahl der Funde deutlich höher liegt. Nach Christina Enachescu spiegeln die flache Form, ˘ die realistische Gestaltung, die diagonal eingeritzte Verzierung und auch das Querband der Idole der Cernavoda III˘

Kultur den Einfluss der Kulturen, die in den Gebieten weiter östlich existierten (Cucuteni), wider18. Erweist sich die zweite Interpretationsmöglichkeit als zutreffend, so erscheint mit unserem Fundstück eine neue Untervariante eines schon vorhandenen Badener Idoltyps, und zwar mit einer doppelten Erhebung auf der Rückseite. In diesem Fall kann nicht entschieden werden, ob ein Mann oder eine Frau dargestellt ist, trotzdem ist es wahrscheinlicher, dass es sich um ein männliches Idol handelt. „Typische“ Badener Figuren: weibliche Idole (flache, kopflose Gestalt, mit austauschbarem Kopf, Idole des Thessalien-Typs)19 – Grube 1088, Sektor 50/12, unter der Kulturschicht 925, Badener Phase III Fragment vom Hüfte-Gesäß-Bereich eines flachen weiblichen Idols (Abb. 3). Dunkel gebrannter Ton, mit feinem Sand gemagert. Auf der inneren Bruchfläche kann die Gestaltungstechnik des Idols gut beobachtet werden: Eine dünne, flache Tonplatte wurde in der gleichen Weise aufeinander gefaltet, wie es auch beim Hausmodell zu sehen sein wird. Auf der gesamten Oberfläche sind Ritzungen zu erkennen, auf der Rückseite Spuren von starker roter Bemalung und auf der Vorderseite Spuren einer blassen Bemalung, was zusammen die Kleidung einer Frau erscheinen lässt. Auf der Vorderseite ist im breitesten Hüftbereich das eingeritzte Motiv eines Dreiecks zu sehen, dessen Spitze nach unten zeigt. Es kann ein Kleidungsstück (z. B. einen Schürze), aber auch das primäre Geschlechtsmerkmal darstellen. Das Fragment der Dreieckverzierung wird von fortlaufenden dreieckigen Einritzungen begleitet, die bis zum Seitenrand auslaufen, was dann doch eher an Kleidung denken lässt. Auf der Rückseite des Idols sind auf dem oberen Teil rhombische, auf die Spitze gestellte, fortlaufende Einritzungen in länglichen Streifen angeordnet, die durch senkrechte Einritzungen voneinander getrennt sind. Auf dem unteren Teil sind die Rhomben perspektivisch verzogen und füllen die gesamte zur Verfügung stehende Fläche ohne Trennlinien aus. Auf beiden Teilen sind Spuren der roten

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Dies. 2006, 112 Abb. 8,6. Novotny 1981, Abb. 2,7. ´ Virág 1999, 33, Abb. 2,2a–b.

Enahescu 2007, 116 Anm. 25. Der Grund für diese Analogie ˘ sind die Cucuteni-Idole, die in den Fundorten Beresti und ¸ Avrameni zutage kamen (siehe Gimbutas 1974, 51 Abb. 10; ˘ Lazarovici 2005, Abb. 10). In der Fachliteratur werden mehrere verschiedene Bezeichnungen verwendet (siehe oben die Auflistung innerhalb der Klammern). Die ersten Funde solchen Typs sind aus Çatal Höyük bekannt geworden, sie können in die erste Hälfte des 6. Jahrtausends datiert werden. Im Cernavoda III-Boleráz-Kulturkreis ˘ sind sie aus dem Salcuta-Krivodol-Bubanj Hum-Komplex be˘ ¸ kannt, sie sind also keine isolierten Stücke mit unabhängiger Herkunft, sondern basieren auf dem Fortbestand einer sehr alten kulturellen Tradition, die die besondere Wichtigkeit des Kopfes („Behälter der Seele“) als eine bedeutsame spirituelle Vorstellung ausdrückte, welche auf der Erhaltung und Weitergabe der Lebenskraft beruhte. Das ist es, was bei Mircea Eliade als „Mythos der ewigen Wiederkehr“ erwähnt wird (Eliade 1969; 1998; bzw. Enachescu 2004, 49). ˘

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Abb. 3. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 1088, Idolfragment mit bemalter und eingeritzter Verzierung ˝i ˝lo

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Farbe zu sehen, innerhalb und auch außerhalb der Rhomben. Maße: 84×63×20 mm. Neben der Grube 1088 befand sich der Grubenkomplex 1072–1096, in dem eine Tonmaske freigelegt wurde, die ein in zwei Teile zerbrochenes Männergesicht darstellt20. – Grube 1654, Sektor 43/10, 11, unter der Kulturschicht 925, Badener Übergangsphase II.A? In der Grube wurden 2 kg Keramikscherben geborgen, davon erwähnenswert sind ein kleiner, in zwei Hälften zerbrochener Krug, auf der Innenseite mit roter Farbe, er wurde vermutlich zur Farbstoffaufbewahrung verwendet, und eine Henkelschüssel. Die Grube liegt zwischen der mehrschichtigen Grube 1612 und den Gruben 1649 und 1915 mit menschlichen Bestattungen21. Hüftfragment eines weiblichen flachen Idols (Abb. 4) mit einer winzigen, nach vorne gerichteten, fortsatzartigen Andeutung eines Beins. Graurot gebrannter Ton, mit Brandspur auf der Oberfläche, in der Länge geglättet, mit glimmerhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagert. Unverziert, die Hüftkontur ist abgerundet, betont. Maße: 85×91×13 mm. – Grube 1988, Sektor 54/31, Badener Übergangsphase II.A? In der Grube wurden 14 kg Keramikscherben sowie Fragmente von Mahl- und Schleifsteinen ausgegraben. Die Grube liegt zwischen den Gruben 2058, 1992, 2116 und 2102, die menschliche Skelette enthielten22 und neben der Grube 1998, in der sich ein Rinderkopf-Protom fand, das von einem Wagenmodell abgebrochen war23. Hüfte-Bein-Fragment eines flachen weiblichen Idols (Abb. 5). Graubraun gebrannter Ton, mit glimmerhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagert, geglättet, mit Kern gebrannt. Auf der Vorderseite mit einem Schurz-Motiv in einem dreieckigen Rahmen mit senkrechten durchgehenden Zickzacklinien verziert, die Beine enden als winzige Fortsätze, die Rückseite ist unverziert, der Hüftteil ist abgerundet, betont. Maße 70×90×10 mm. – Grube 2341, Sektor 54/29, konturlos (frühe Periode der Badener Kultur?) In der Grube wurden neben den Keramikscherben eine Ahle, die aus der Tibia eines Wiederkäuers angefertigt war, und Fragmente von Steinäxten und Schleifsteinen gefunden. Die Grube liegt neben der Grube 1976 (darin ein Rhyton-Fragment24) und zwischen den Gruben 647, 2102, 2116, die menschliche Skelette enthielten25. Fragment eines weiblichen Idols (Abb. 6), Taille und Hüftbereich. Graubraun gebrannter Ton, poliert, mit Keramiksplitt gemagert. Auf der Vorderseite ist oberhalb der Taillenlinie ein Querband zu sehen, das aus einem ViererKannelurenbund gestaltet ist, auf der Taillenlinie ist der

Gürtel mit einem dünnen Dreier-Linienbund dargestellt, darunter in zwei Reihen, aus ähnlich dünnen Linien, ein eingeritztes Zickzackmotiv, das eine Schürze oder das Geschlechtsorgan bezeichnet. Auf der Rückseite ist nur die Querbanddarstellung zu sehen, der Hüftbereich ist unverziert. Maße: 65×70×10 mm. – Grube 2596, Sektoren 46/26, 27, unter der Kulturschicht 137, frühe Periode der Badener Kultur (Phasen I.B-C-II.A) Aus der Grube wurde eine vollständige Schüssel geborgen. Ihr Fundmaterial gehört zu dem der Grube 2442 im Sektor 49/30. Radiokarbondaten eines Tierknochens aus der Grube: 2940–2900 1ó cal BC. Die Grube 2596 befindet sich neben den Gruben 2581 und 2595, in beiden wurden Stempel freigelegt (die Beschreibung der Gruben und der Funde siehe weiter unten). Fragment des Hüfte-Taille-Bereichs eines flachen weiblichen Idols (Abb. 7). Dunkelgrau-braun gebrannter Ton, mit kalkhaltigem Keramiksplitt gemagert, grob geglättet. Der Hüftteil ist betont, mit abgerundeter Kontur, seine Vorderseite ist mit senkrechten, von dünnen Einritzungen ausgefüllten Linien verziert, die in waagerechte Streifen eingeteilt sind, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein Kleid (Schürze), eventuell auch das Geschlechtsorgan darstellt. Unterhalb des Hüftbereichs ist das Fragment am Beinansatz abgebrochen, das Bein könnte nach der Krümmung des Gegenstands zu urteilen, nach vorne gebogen gewesen sein. Maße: 79×52×11 mm. – Kulturschicht 925, Sektor 37/2, Badener Phasen II.B-III In der im Sektor freigelegten Grube 1801 wurden Fragmente eines fischblasenförmigen Gefäßes gefunden26. In ihrer Umgebung (Sektoren 38/4–39/5, 38/2) wurden mehrere Tierskelette geborgen27. Taillenfragment eines flachen weiblichen Idols, mit dem Teil einer Brustwölbung (Abb. 10,2)? Das Material ist graubraun gebrannt, die Oberfläche poliert, mit glimmerhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagert. Maße: 46×40×10 mm. – Kulturschicht 925, Schnitte 44/6, 7, Badener Phasen II.B-III Zum Bereich der Sektoren gehören die Grube 1334 mit einem menschlichen Skelett28, die Gruben 1608–1781, 1855, 1431 die Tierskelette enthielten29, und das Zeremonienhaus 3830; eine Flasche stammt aus der Grube 143031. Interpretation 1 Fragment mit breiterem Teil unten: Kopf- und Schulterfragment eines flachen Idols (Abb. 8,b), stark schematisiert. Es sind weder Kopf noch Körper detaillierter dargestellt, aber die Tatsache, dass das Fragment einen Kopf hat, macht

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21 22 23 24 25

Horváth 2004. Das Beispiel für die mögliche Verbindung dieser zwei Kultgegenstände ist das Idol von Liubcova (vgl. Anm. 45). Dies. 2004a. Ebd. Dies. 2007 im Druck. Dies. 2009 im Druck. Dies. 2004a.

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Dies. 2010 im Druck. Dies. 2006. Dies. 2004a. Dies. 2006. Dies. u. a. 2007. Dies. 2010 im Druck.

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Abb. 4. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 1654, Idolfragment ˝i ˝lo

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Abb. 5. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 1988, Idolfragment ˝i ˝lo

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Abb. 6. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 2341, Idolfragment ˝i ˝lo

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Abb. 7. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 2596, Idolfragment ˝i ˝lo

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Abb. 8. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Kulturschicht Nr. 925, Schnitte Nr. 44/6, ˝i ˝lo 7, Idolfragment (a: Interpretation 2; b: Interpretation 1)

es zu etwas Besonderem. Zwischen Kopf und Halsbereich ist in voller Breite ein Riss zu sehen, der Kopfansatz ist nicht zu erkennen. Der Kopf wurde wahrscheinlich in einem Stück mit dem Körper geformt. Das einzige mit Kopf dargestellte Idolfragment, das als Analogie unseres Idols gelten könnte, kam im SO-Abschnitt von Vucedol-Várhegy ˇ in der Schicht 9 zutage32. Wenn man die Fragmentierung des Stücks von Balatono ˝szöd in Betracht zieht, hätte auf dem vorhandenen Teil die Brustdarstellung schon auffallen müssen, falls es den Kopf-Brust-Teil darstellen würde – weshalb die Interpretation 2 wahrscheinlicher ist. Interpretation 2 Fragment mit breiterem Teil oben: Beinfragment eines kopflosen flachen Idols (Abb. 8,a), die Beine sind stämmig,

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Schmidt 1945, Taf. 29,1. H. 6,1 cm; Badener Kultur oder Kostolac-Kultur? Der Idolkopf (fragmentiert) scheint genauso flach und unwichtig zu sein wie bei dem Fund von Balatono ˝szöd. Aufgrund der kleinen, dichten und tiefen Einstiche erhält eine Datierung dieses Fundes in die Kostolac-Kultur eine höhere Wahrscheinlichkeit.

mit abgerundeter Kontur, oberflächlich bearbeitet und verkümmert. Rotgrau gebrannt, mit glimmer- und kalkhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagert, die Oberfläche ist abgenutzt, darauf Abdrücke pflanzlicher Fasern vom Vorgang des Glättens. Maße: 45×68×12 mm. – Kulturschicht 925, Sektor 47/10, Badener Phasen II.B-III Im Sektor kamen ein vollständiger Fußkelch, aus dem Ofen Nr. 247, ein gynäkomorphes Gefäß sowie Fragmente von zweigeteilten Schüsseln zum Vorschein33. Unteres Fragment eines flachen weiblichen Idols (Abb. 9). Grau-gelbbraun gebrannter Ton, mit glimmerhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagert, aus zwei übereinander gelegten Tonschichten hergestellt, seine Oberfläche war möglicherweise poliert. Das Fragment stellt den Hüftbereich von der Taillenlinie abwärts dar, oberhalb des Beinansatzes ist es abgebrochen. Die Hüftkontur ist kräftig, dreieckig hervorspringend, mit abgerundetem Verlauf. Seine Oberfläche ist unverziert, in steilschräger Richtung ist jedoch eine kannelurenartige Verzierung zu sehen. Maße: 87×55×12 mm.

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Horváth 2010 im Druck.

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Abb. 9. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Kulturschicht 925, Schnitt Nr. 47/10, Idolfragment ˝i ˝lo

– Kulturschicht Nr. 925, Sektoren Nr. 48/9, 10, Badener Phasen II.B-III In den Sektoren wurden Fragmente eines Kelchs, eines Trinkgefäßes und einer zweigeteilten Schüssel freigelegt34. In ihrer Nähe wurden in den Gruben Nr. 1085, 1106 und 1099 menschliche Skelette35, in den Gruben Nr. 1075–1079 Tierskelette ausgegraben36. Oberes Fragment eines flachen weiblichen Idols (Abb. 10,1). Das Material ist graubraun, mit kalk-glimmerkieshaltigem Sand gemagert, auf beiden Oberflächen poliert. Der obere Teil der Brust wurde in zwei Teilen in zwei
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Ebd. Dies. 2004a. Dies. 2006.

verschiedenen, nebeneinander liegenden Schnitten gefunden. Der Oberkörper hat die Form eines Dreiecks, das auf die Spitze gestellt ist, seine Rückseite ist flach, die Vorderseite ist leicht gewölbt. Die Schulterecken sind auf beiden Seiten ungleichmäßig abgebrochen, unterhalb der Brüste sowie ab dem Taillenbereich ist das Idol unvollständig. Die Brüste sind als zwei kleine zugespitzte Buckel geformt, zwischen ihnen ist ein diagonales Kreuzband zu sehen, das aus Kanneluren gestaltet ist, die sich auf der Rückseite fortsetzen. An der oberen Kante des Idols, die die Nacken- und Schulterkontur darstellt, wurden an der Stelle des Halsansatzes drei senkrechte, mit pflanzlichem Material (Zweig?) eingedrückte Hohlräume eingebracht, die – entlang der Bruchlinie gut zu sehen – bis zur Brusthöhe des Idols in den Körper eingetieft wurden. Die drei benachbarten, ineinan-

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Abb. 10. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ – 1. Kulturschicht Nr. 925, Schnitte Nr. 48/9, 10, Idolfragment; ˝i ˝lo 2. Schnitt Nr. 37/2, Idolfragment; 3. Kulturschicht Nr. 925, Schnitt Nr. 48/10, Fragment eines weiblichen Idols

Manifestationen des Transzendenten in der Badener Siedlung von Balatono ˝szöd-Temeto Dulo – Kultgegenstände ˝i ˝ ˝

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der schneidenden Hohlräume wurden sorgfältig nacheinander geformt. Der linke Hohlraum ist der kürzeste und hat den kleinsten Durchmesser. Maße: 109×58×13 mm. – Kulturschicht 925, Sektor Nr. 48/10, Badener Phasen II.B-III Fragment vom rechten oberen Schulterteil eines flachen weiblichen Idols mit dem rechten Brustbuckel (Abb. 10,3). Graubraun, mit sandigem Keramiksplitt gemagert, beide Oberflächen sind stark abgenutzt. An der Bruchfläche ist deutlich zu sehen, dass es aus zwei Tonlagen bestand. Der Brustbuckel wurde auf die Vorderseite aufgesetzt. Maße: 47×38×17 mm. – Kulturschicht 925, Sektor Nr. 50/10, Badener Phasen II.B-III Der Sektor enthielt Fragmente von Kelchen, Trinkgefäßen und zweigeteilten Schüsseln37. Zu seiner Umgebung gehörten die Grube Nr. 1036, die Tierskelette enthielt, und der dazu gehörende Zeremonienplatz sowie die Tieropfergrube Nr. 1075–107938. Unteres Fragment eines flachen weiblichen Idols (Abb. 11), mit dem linken Hüft- und Taillenbereich. Dunkel graubraun, mit kalkhaltigem Keramiksplitt gemagert, aus zwei Tonlagen bestehend. Das Idol ist dem Fund aus Objekt Nr. 1088 ähnlich. Auf der Vorderseite ist es mit Zickzacklinien verziert, die von eingeritzten Linien in Felder eingeteilt sind. Sie finden sich vom Taillenbereich abwärts rahmenartig am Seitenrand (2), sogar auch auf der Seitenkante (+1), als wenn ein Rock oder Schurz dargestellt wäre. Oben ist die Zier waagerecht entlang der Taille in mehreren Reihen (3?) angebracht. Die Linien sind mittels Pflanzenstängel tief in den Ton eingedrückt worden. Auf der Rückseite ist das Idol mit eingeritztem Netzmuster verziert, das von senkrecht eingeritzten Linien in Felder eingeteilt ist. In Höhe der Taillenlinie ist das Idol entzweigebrochen. In der oberen waagerechten Bruchfläche ist das Ende eines senkrecht eingebohrten Hohlraums zu sehen, an dem entlang das jetzige Fragment in zwei weitere Teile gebrochen ist. Der Hohlraum könnte das Ende der Aushöhlung darstellen, die dem Einfügen des Kopfes diente und am Hals begann. Die Hüftkonturlinie ist stark betont, dreieckartig hervorspringend. Maße: 82×76×15 mm. Zur Interpretation der weiblichen Idole Mit der Forschungsgeschichte und den Datierungsproblemen dieser Idole haben sich in Ungarn zusammenfassend in den vergangenen Jahrzehnten Mária Bondár39 und Nándor Kalicz40 beschäftigt. Die Idole der Cernavoda III-Kultur, die ˘ parallel zur frühen Boleráz-Phase der Badener Kultur existierte, hat Christina Enachescu41 bearbeitet. Es müssen auch ˘ unbedingt die zusammenfassenden Arbeiten von Nikola Tasic42 und Bohuslav Novotny43 erwähnt werden. ´ ´
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Der häufigste Typ der flachen Idole sind die so genannten kopflosen Idole („mobile-head“/„Thessalian-type“), die immer Frauen darstellen. János Makkay44 hat die Prototypen dieser Idole im Gebiet von Mesopotamien lokalisiert und für sie einen bedeutenden religiösen Inhalt angenommen45. Er hat dargestellt, dass sie in Europa in großer Zahl in einem einheitlichen Horizont des späten Neolithikums auftreten (Dimini, ab der Rachmani-Phase = Thessalian Final Neolithic). Nándor Kalicz konstatiert, dass, obwohl diese Idole schon seit der frühen Phase der Vinca-Kultur vorkommen46, trotzˇ dem nur Idole aus den Gruppen des mittleren und jüngeren ˇ Rachmani, Maliq IIa, Suplevac-Bakarno-Gumno I–II – Brnobuki47 sowie aus der Cernavoda III- und der Badener ˘ Kultur miteinander in direkte Verbindung gebracht werden können48. Die Verbindung zwischen der frühen Cernavoda III-Bole˘ ráz-Phase der Badener Kultur und der vorherigen Periode im Bereich der Idole wird am ehesten durch die Idole der ˇ pelagonischen Fundorte Maliq II und Suplevec aufgezeigt. Sie passen gut zwischen die Bubanj-Salcuta-Figuren, verfü˘ gen aber auch schon deutlich über einige Eigenschaften, die für die Badener Idole typisch sind49. Einige kopflose weibliche Statuetten des französischen späten Neolithikums (4400–3500 BC) sind den Badener Idolen sehr ähnlich. Auch noch die veränderte Darstellung des Querbandsymbols glaubt man an ihnen zu entdecken, jedoch nicht diagonal auf der Brust50. Ihr Erscheinen und ihre kultische Bedeutung können denen der gynäkomorphen Gefäße ähnlich sein (Abb. 12)51.

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Dies. 2010 im Druck. Dies. 2006. Bondár 1999; 1999/2000; 2002; 2006; 2008. Kalicz 2002. Enachescu 2004; 2007. ˘ Tasic 1995. ´

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Novotny 1981. ´ Makkay 1962; 1963. Das früheste Stück aus der spätneolithischen-chalkolithischen Schicht von Tell Arpachiyah (Halaf-Kultur) kann in die Mitte des 6. Jahrtausends datiert werden (Makkay 1962, 4). Einige armenische Idole und ein Fund aus dem Kubangebiet (Ul, 5. Kurgán) lassen auf einen asiatischen Verbreitungsweg schließen (ebd. 14). Unter den Funden aus der Zeit vor der Badener Kultur ist das Idol aus dem rumänischen Liubcova-Ornita, das in die Phase C ¸ der Vinca-Kultur datiert wurde, von besonderer Wichtigkeit ˇ (4700–4500 v. Chr.). Der Kopf des Idols ist beweglich, auf dem Hals befindet sich ein eingetiefter Hohlraum für den/die austauschbaren Kopf/Köpfe. In seiner abgeknickten Hand hält es eine Gesichtsmaske. Dies ist die einzige bekannte Darstellung, die noch die eindeutige Verbindung zwischen dem aktuellen Fehlen des Kopfes und der in der Hand gehaltenen Maske ausdrückt und somit ein als Kopfersatz geeignetes Mittel enthält. In den späteren Epochen und Kulturen wird in den Händen der Idole dieser kultische Gegenstand schon nicht mehr erscheinen, es werden sogar die Hände der Idole nicht mehr dargestellt (Luca 2001). Diese Kulturen sind genau eine Phase älter als die Badener Kultur und gleichaltrig mit der Hunyadihalom- und der Furchenstichkeramik-Kultur am Ende der mittleren Kupferzeit. Kalicz 1981, 236–240; ders. 2002, 17; 20–21. Tasic 1995, 120. ´ Hansen 2007, 310–313. Fundorte: Noyen-sur-Seine (Abb. 185,1–2), Maizy (T. 528,1–2), Clermont-Ferrand (T. 528,3, Mèze (T. 528,4). Horváth 2010 im Druck.

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Abb. 11. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Kulturschicht Nr. 925, Schnitt Nr. 50/10, Idolfragment ˝i ˝lo

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Abb. 12. a) Fundverbreitungskarte der Idole mit austauschbarem Kopf aus der Zeit vor und aus der Badener Kultur sowie der Idole der Cotofeni-Kultur (Legende: Quadrat: französische neolithische Idole; ¸ Dreieck: Badener Kultur; Quadrat mit Fahne: balkanische Idole; Reisszwecke: Idole der Cotofeni-Kultur); ¸ b) Die anthropomorphen Figuren der Badener Kultur (Legende: Punkt: typische Idole; Quadrat: atypische Idole

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Die typischen anthropomorphen Figuren der Badener Kultur haben sich nicht weiter über das Karpatenbecken hinaus verbreitet52, in den österreichischen und mährischen Regionen dominieren die Tierfiguren. Nach Martin Furholt53 ist auch diese Aufteilung ein Beleg für die Inkohärenz der Kultur54. Aus der Siedlung Balatono ˝szöd sind insgesamt 13 Idole bekannt, von denen eines eine Rundplastik ist. Eines der Idole stellt vielleicht einen Mann (eventuell einen Hermaphroditen), die anderen stellen weibliche, so genannte Flachidole dar. Drei Exemplare werden in die frühe Phase (IB-C–IIA), zwei Exemplare in die Übergangsphase (IIA) und acht Exemplare – also die Mehrzahl – in die ältere klassische Phase (IIB–III) eingeordnet. Dem Fund aus der Grube Nr. 1088 ähnelt in Form und Verzierung – abgesehen von der Bemalung – das Idolfragment von Tápé-Malajdok55, eine weitere Analogie ist in Vinca-Belo Brdo zu finden56. Beim Fund von Balatono ˝szöd ˇ ist das Dreieckmotiv auf der Vorderseite rundherum bis zum Idolrand eingeritzt, und die Verzierung erscheint auch auf der Rückseite. Die gleichzeitige Verwendung der Einritzung und der Bemalung auf beiden Seitenoberflächen ist eine einzelne, nur hier gefundene Lösung57. Das Fragment aus dem Sektor Nr. 50/10 ähnelt dem Idolfragment aus der Grube Nr. 1088, seine Verzierung weicht aber teilweise ab. An den Seitenkanten ist es ebenfalls verziert, weist aber keine Bemalung, sondern nur Ritzung auf. Zwei Fundstücke aus Vinca scheinen ihm ziemlich ähnlich zu sein58. ˇ Die Besonderheit der Idolfragmente aus den Sektoren Nr. 48/9–10 ist, dass in dem entzwei gebrochenen oberen Teil jeweils drei in den Brustkorb eingetiefte, nebeneinander laufende Hohlräume mit unterschiedlichen Durchmessern und Tiefen deutlich sichtbar sind, in die ehemals die Köpfe eingesteckt wurden. Über der stark betonten Schulter verläuft vom Brustkorb her ein Querband. Formale Analogien dazu liegen z. B. aus Fonyód-Bézsenypuszta59, Aparhant60, Budapest-Káposztásmegyer61, Tököl62, Zamárdi-Szamárko63 und Vucedol64 vor. ˝ ˇ Eine Besonderheit der Idole, die in den Gruben Nr. 1654 und 1988 freigelegt wurden, ist das vorhandene Beinteil:
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Bei beiden Idolen sind es winzige, nach vorn gebogene Fortsätze, die eher wie Zeichen wirken. Beim Exemplar aus der Grube Nr. 1988 ist die schurzartige Verzierung dem Fund aus der Grube Nr. 2596 ähnlich. Aufgrund dieser Funde kann vermutet werden, dass bei den frühen Exemplaren (Phasen IB, C und IIA) der Hüftbereich eine abgerundete Kontur hatte, die dann in der klassischen Phase eckig wird. Die Mehrheit der Plastiken kam in zerbrochenem Zustand in die Abfallgruben. Auffällig viele kultische Funde stammen auch aus Zerstörungshorizonten (Kulturschicht 925)65. Die Fundhäufigkeit der einzelnen Idolteile – außer der als Streufund aufgefundenen Raumplastik – ist unterschiedlich: Am häufigsten vertreten ist der Taillen/Hüftbereich (acht Stück), gefolgt vom oberen Schulter/Brustteil (drei Stück), und ein Stück zeigt vermutlich den Bereich unterhalb der Taille. Das Vorkommen archäologischer Funde in fragmentiertem Zustand stellt John Chapman sich in fünf Varianten vor66. Wegen der Vielzahl der Fälle und einem bestimmten wiederkehrenden Charakter des zerbrochenen Zustands kann ein absichtliches Zerbrechen der Badener Idole vermutet werden. Dieses Zerbrechen kann mit dem Ritus des ‚Tötens‘ der Gegenstände in Verbindung stehen. Die Zeremoniengegenstände verlieren nach dieser Vorstellung, nachdem die Zeremonie beendet ist, ihre Macht (ihre ‚maná‘),67 bzw. werden unheilig, weshalb sie dann zerstört werden. Die fehlenden Teile der (mit Absicht) zerbrochenen Zeremoniengegenstände wurden in Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ ˝i ˝lo in keinem Fall gefunden, nicht einmal in anderen Objekten68. Deswegen denken wir, dass Chapmans Punkt 4 (die Gegenstände wurden zerbrochen und mit dem Ziel der Förderung der Fruchtbarkeit sowohl im Dorf als auch in dessen Umgebung verstreut) oder Punkt 5 (die Gegenstände wurden mit Absicht zerbrochen, für verschiedene Zwecke verwendet69 und danach beerdigt) zur Geltung gekommen sein konnte.

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Bondár 2008, Abb. 3. Furholt 2008, 15. Der nördlichste und zugleich der westlichste Fundort ist BrnoLísen, der östlichste ist Slobozia, die südlichsten Fundorte sind ˇ Vinca und Brza Vrba (Abb. 12,1–2). ˇ Banner 1956, 88 Taf. LVIII,12. Kalicz 2002, 20 Abb. 21,1a–b.2a–b. Ein mit Bemalung verziertes Idol wird von József Korek (1983, 125) aus Zamárdi erwähnt. Nach seiner Beschreibung ist es mit dem Idol von dem Fundort Zamárdi-Szamárko identisch (z. B. ˝ Kalicz 2002, Abb. 12–13), das nicht bemalt ist! Kalicz 2002, Abb. 21,1a–b.2a–b. Gallina 2004, 36 Abb. 3. Bondár 1999, Abb. 2, ohne Querband. Endro 1987/88. ˝di Kalicz 2002, Abb. 10,1.4–5; 11,4, ohne Querband; Abb. 11,5 mit drei Bohrungen am Hals. Ebd. Abb. 12–13. Ebd. Abb. 20, mit doppeltem Querband.

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Dieselbe Erscheinung wurde auch an anderen Fundorten beobachtet (siehe Chapman 2000, 63). Chapman (2000a, 140) gibt für dieses Phänomen eine Erklärung, allerdings am Beispiel des Vorkommens von menschlichen Knochen in der Kulturschicht. Ebd. 23. Die Gegenstände, die über ‚maná‘ verfügen, werden Fetisch genannt – z. B. P. Horváth (2006, 44). Weil es uns nicht gelungen war, den Fundort vollständig auszugraben, kann dies auch eine falsche Schlussfolgerung sein. Im Falle der Zeremoniengefäße wurde eine ähnliche Situation beobachtet (z. B. in den Gruben Nr. 1315 und 1329 eine bemalte und geritzte Schüssel mit eingezogenem Rand, deren Fragmente aber das vollständige Gefäß nicht ergeben haben; siehe Horváth 2009 im Druck). Die zerbrochenen Stücke könnten auch als Identifikator (token) gedient haben. Sie könnten ähnlich funktioniert haben wie das griechische symbolon oder das lateinische tessera hospitalis. Archäologische Nachweise für die Verwendung der Fragmente für solche Zwecke sind aus dem neopalatialen minoischen Kreta (ein aus Stein angefertigtes rhyton mit Stierkopf), im Falle eines etruskischen Votivgegenstands sowie einer japanischen Figur der mittleren Jomon-Periode aus einer Siedlung bekannt.

Manifestationen des Transzendenten in der Badener Siedlung von Balatono ˝szöd-Temeto Dulo – Kultgegenstände ˝i ˝ ˝

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Die Rolle der Badener Idole in den Zeremonien ist unklar. Nach den bisherigen Vorstellungen dienten sie als kultische Symbole bei Agrarriten und stellten Fruchtbarkeitsgöttinnen dar70. Weil die weiblichen Idole aber alle eine ziemlich ähnliche Gestalt zeigen, ist es unserer Meinung nach jedoch ausgeschlossen, dass sie Göttinnen darstellen könnten. In Mesopotamien (ab dem 3. Jahrhundert)71 und im antiken Griechenland weisen schriftliche und auch archäologische Zeugnisse darauf hin, dass jede Stadt über einen selbständigen, sozusagen „eigenen“ Gott verfügte, der als Talisman/Schutzheiliger, Beschützer und in vielen Fällen auch als Begründer der Siedlung galt72, jede Statue wies dabei individuelle Züge auf73. Der einheitliche, schematische Charakter der Badener Idole, der auf individuelle Züge verzichtet, kann eher auf die Ähnlichkeit der kultischen Zeremonien hinweisen, in denen diese Idole keineswegs eine Rolle als Göttin innehatten. Die Austauschbarkeit des Kopfes lässt die Austauschbarkeit der menschlichen Teilnehmer vermuten. Diese Idole passen am ehesten in die Kategorien 2 (Votaries), eventuell 3 (Offerings) nach Ruth D. Whitehouse74. Archäologische Beobachtungen könnten die Zeremonien, in denen die Idole verwendet wurden, umschreiben, um so der Rolle der Idole näher zu kommen. In der Nähe der Siedlung von Balatono ˝szöd, dort, wo die Idole vorkamen, wurden blutige Opfer dargebracht75. In den geschlossenen Gruben selbst bzw. in den Befunden aus der Nähe der Gruben kamen außer den Idolen weitere für zeremonielle Zwecke angefertigte Gegenstände und Gefäße zutage76. Es ist wahrscheinlich, dass die in einer Grube vergesellschafteten (Grube 458) Idol- und Hausmodellfragmente zur selben Zeit innerhalb eines Zeremonieablaufs verwendet wurden.
Eine ähnliche Vorstellung birgt das mittelalterliche chirograph (Chapman 2001, 3–94; erstmalig: Talalay 1987). Damit diese Erscheinung im Falle der Badener Kultur auch untersucht werden kann, müssten die Siedlungsgrabungen in einem zusammenhängenden System und als Teamarbeit durchgeführt und aufgearbeitet werden, wobei zwischen den verschiedenen Bearbeitern eine permanente Verbindung nötig wäre. Z.B. Tasic 1995, 117. ´ Kuhrt 2005, 31 f. Die bekannteste Talisman-Schutzstatue der Geschichte ist das Palladion von Troja, das nach den Angaben von Malalas Ióannés ein Philosoph und telestes namens Asios dem König Tros überreicht haben soll, als dieser die Stadt gründen wollte (Mal.5.12. Bonn: 108. – Siehe noch Whitehouse 1996, 1, Sacra). Deswegen könnte z. B. das Männermaskenfragment aus der Grube 1072–1096 viel eher eine Gottheit darstellen, weil es ein einzelner, besonderer Fund ist und in seinen Hauptgesichtszügen eine individuelle Darstellung anstrebt. Etwas seinem Typ und Gestaltung Ähnliches kennt man bisher nicht. In seiner Gesamtheit erfüllt es den Begriff der Sacra in dem Sinne, wie er von Whitehouse 1996 unter Punkt 1 erläutert wird. Whitehouse 1996. Horváth 2004a; 2006; 2010 im Druck. Siehe die detaillierte Beschreibung der Funde und Befunde bzw. die Gesamtkarte Abb. 20.

Die sorgfältige Untersuchung der anthropomorphen Gegenstände von Balatono ˝szöd hat unser bisheriges Wissen so umfangreich erweitert, dass Folgendes mit Sicherheit festgestellt werden kann: Die magischen Gegenstände, die bei den verschiedenen Kulten zum Einsatz kamen, wurden für wahrscheinlich unterschiedliche Funktionen in jeweils ähnlicher Weise gestaltet. Eine Übereinstimmung bei Form und Verzierung kann zwischen den Idolen und anderen, für rituelle Zwecke verwendeten Gegenständen (z. B. Masken und Altar-/Hausmodelle) nachgewiesen werden. Als Herstellungsmethode ist das Übereinanderfalten dünner Tonplatten übereinstimmend festzustellen, als Verzierungsmethode das tiefere oder flachere Eindrücken eines dünnen organischen Instruments (Schilf, Gras, Holz?) in den plastischen Ton. Im Gegensatz zu den Töpferwaren (und zu den Zeremoniengefäßen) wurden diese Stücke weniger mit Keramiksplitt gemagert77. Der chronologische Unterschied zwischen den frühen und späten Phasen offenbart sich am markantesten in der Größe und Verzierung der Idole: In der klassischen Phase werden sie immer größer und auch umfangreicher verziert. In Aljmas wurde der Torso eines Idols neben einem Tierˇ skelett freigelegt78. In Méhi kam in einem Brandschüttungsgrab zusammen mit anthropomorphen Urnen und gynäkomorphen Gefäßen eine Statuette zutage, die eine junge Frau darstellt. Das Besondere an ihr ist die Gestaltung des Kopfes: Auf der Stirn zeigt sie einen Kopfschmuck (Diadem), der mittels Einstichen gestaltet wurde. Es ist das einzige Badener Idol, das einen Kopf hat. Nach István B. Kovács verkörpert die Fundgruppe aus dem Grab eine ‚Dreier-Götterfamilie‘79. Man kann eventuell zwischen den anthropomorphen Gefäßen von Méhi (Dreiheit) und den kopflosen weiblichen Badener Idolen, die aufgrund der Aushöhlungen mit drei Köpfen versehen sein konnten, eine Parallele sehen80.
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Die Gestaltungsmethode der Badener Idole, die in unserem Fundort beobachtet wurde, weicht von der der Idole der bisher beschriebenen Kulturen ab (zusammenfassend und als Vergleich siehe Chapman 2000a, 69–71). Allerdings ist sie laut Takamune Kawashima (2005) sehr ähnlich: späte und späteste Jomon-Periode bzw. Angyo-Periode. Grammenos 2003, 161. Kovács 2003, Abb. 44,21; 224. Nach anderen Arbeiten haben prähistorische Völker in den anthropomorphen Gefäßen die Ahnen selber dargestellt (siehe Barley 1984, 99). Die anthropomorphen Gefäße sind in diesen Gesellschaften auch Prestigegegenstände (Barley 1994, 143–151). Wir müssen hier die heute schon in Frage gestellte Ansicht erwähnen, die sich mit der Vorstellung und Praxis/Ausübung der Dreiheit Gottes beschäftigt, die für die Religion der indoeuropäischen Völker für charakteristisch gehalten wird (vgl. mit den Arbeiten von G. Dumèzil, z. B. 1986), ohne dass wir damit für oder gegen die indoeuropäische Herkunft bzw. den Charakter der Badener Kultur argumentieren würden. Die Idole mit dem austauschbaren Kopf des mittleren südeuropäischen Kulturkreises treten zuerst und bewusst verwendet in der späten Vinca-Kultur auf (Makkay 1962). Dort erscheinen die Idole ˇ mit einem Körper und doppelter Kopfgestaltung (z. B. Rast: Hansen 2007, Abb. 120; Zorlentu Mare: ebd. Taf. 271; Med¸ vednjak: Gimbutas 1974, Abb. 99; Vinca: ebd. Abb. 90) sowie ˇ

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Die Austauschbarkeit des Kopfes (der Köpfe), der (die) aus vergänglichem Material hergestellt wurde(n), ist ein kulturspezifisches Merkmal: In der Cotofeni-Kultur wur¸ den die wenigen bisher geborgenen Idolfragmente mit Kopf versehen81, auch die Idole der Post-Badener Vucedolˇ Kultur82. Das früheste in Çatal Hüyük gefundene Exemplar eines flachen weiblichen Idoltyps wurde in einer gut dokumentierten zeremoniellen Umgebung freigelegt. Das Idol ist Teil des Schädel-/Ahnenkults bzw. es wird im Zusammenhang mit dem Mythos der so genannten ewigen Wiederkehr interpretiert, der als ein mythologischer Zyklus von Leben – Tod – Jenseits erscheint83. Die Idole der Badener Kultur zeigen auch eine große Ähnlichkeit mit der Darstellung der Mondgöttin von Turdas/Tordas84. ¸ Mária Bondár meint, dass jene Idole, die Frauen darstellen, vielleicht pubertierende junge Mädchen verkörperten. Sie führt aus, dass diese Statuetten für Initiationsfeiern angefertigt sein könnten85. Die Unterschiede, die sich in der Gestaltung der Skulpturen zeigen, seien ihrer Meinung nach nicht auf zeitliche, sondern auf inhaltlich-ideelle Gründe zurückzuführen86.

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mit einer dreifachen Kopfgestaltung (Parta: Hansen 2007, ¸ Abb. 107 – gespenstisch ähnelt es dem atypischen Idol der Badener Kultur von Krásno!: Bondár 1999, Abb. 3,5). Diese Traˇ dition hat auf dem Balkan auch nach der Vinca-Kultur weiter ˇ bestanden (z. B. Vidra, Karanovo V: Hansen 2007, Abb. 128; Gumelnita: ebd. Taf. 425). Es ist vorstellbar, dass wegen der ¸ mehrmaligen Übernahme von einer Kultur in die nächste ein Bedeutungsverlust oder eine Bedeutungsveränderung eintrat. Diese kultische Tradition mündete in die Idolplastik der Badener Kultur mit dem austauschbaren Kopf und den Zweier- und Dreier-Hohlräumen (dazu detailliert: Horváth im Druck a). Riscuta 1996, Taf. I,3–4; II,1–4; III,1. Allerdings sind diese Ge¸ ¸ sichter – sowohl in verzierter als auch in unverzierter Form – „leer“, als ob sie die mit einer Maske bedeckte neolithische Tradition fortführen würden, ihre Darstellung ähnelt aber den Knöpfen der zweigeteilten Schüssel, die in der frühklassischen Phase der Badener Kultur gestaltet wurde. Z.B. das Laibacher Moor (Durman 1988, 76, Kat. 34). Enachescu 2004, 49 f. – Ein noch früheres Zeremoniedetail mit ˘ ähnlichem Inhalt wird durch zwei Frauenstatuen mit Geiern aus Nevali Çori aus dem oberen Euphrattal repräsentiert. Enachescu 2004, 49 f. ˘ In unserer heutigen Gesellschaft kann es uns merkwürdig und verwerflich vorkommen, Sexualität von pubertierenden Darstellern vortragen zu lassen, selbst wenn dies nur symbolisch mit Puppen geschieht. Wir verfügen über keinerlei Daten, in welchem Lebensalter in der Badener Kultur die Zeremonie des Erwachsenwerdens abgehalten wurde. Es gibt Erkenntnisse dazu, dass sich die Festlegung der Altersgrenze von Kultur zu Kultur ändern kann, und von einer Wertgrenze werden oft nicht nur eine, sondern mehrere Altersgruppen berührt. Diese steht nicht immer mit der Grenze der biologischen Reife in Zusammenhang. Als erster hat A. van Gennep erkannt, dass die Initiationszeremonien gerade dem Ziel dienten, den Pubertierenden eine gesellschaftliche Reife zu verleihen (von da an durften sie heiraten, verfügten über verschiedene Rechte usw.), oft viel früher als sie sich biologisch dazu als bereit erwiesen (Gennep 2007, 28; 91–127). Bondár 2006; 2007; 2008.

In Zimbabwe wurden den Jugendlichen die Initiationsgesetze anhand von Fruchtbarkeitspuppen und kleinen weiblichen Lehmfiguren erklärt87. Während ethnographischer Feldforschungen konnten die Anfertigung und die Verwendung der Miniaturen menschlicher oder tierischer Statuetten beobachtet werden. Diese Idole wurden ausschließlich für das bevorstehende Ritual gefertigt, nach der Feier verloren sie ihren Wert. Nachdem sie ihre Bestimmung erfüllt hatten, wurden sie des Öfteren den Kindern zum Spielen gegeben88. Man muss davon ausgehen, dass bei den urzeitlichen Gesellschaften die sakralen und die profanen Sphären nicht durch eine scharfe Grenzlinie getrennt waren89. Eines der auffälligsten Merkmale der weiblichen Badener Idole ist neben der Austauschbarkeit des Kopfes (oder dessen Fehlen?) das Fehlen oder die deutliche Verkümmerung der Gliedmaßen. Es ist vorstellbar, dass während der Initiationszeremonien auch die Gliedmaßen (Arme und Beine) eine besondere, herausgehobene Rolle spielten90. Mit ihnen konnten bestimmte Handlungen durchgeführt werden, die auch bei den symbolischen Darstellungen konsequent wiederkehrten. Bei bestimmten Zeremonien zur Aufnahme in den Kreis der Erwachsen mussten die Kandidaten die besondere Geschicklichkeit und Kraft dieser Körperteile beweisen91, nach deren erfolgreichen Absolvierung wurden sie dann für erwachsen erklärt, was mit einer feierlichen Verzierung am Körper signalisiert wurde (z. B. Körperbemalung mit ganz bestimmten Motive – vgl. den Gebrauch von Stempeln – oder Tätowierung). Was die Totenriten in unserer Siedlung der Badener Kultur betrifft, so wurden sekundäre (oder tertiäre bzw. noch höhere) am Körper vorgenommene Manipulationen nachgewiesen. Es handelt sich dabei um die post mortem-Entnahme des Schädels (Kopfkult?) und der Gliedmaßen, die dann an einem anderen Ort für bestimmte Zwecke und Handlungen verwendet wur-

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Ries 2003, 294. So wurde auch dargestellt, dass bestimmte Teile des Frauenkörpers göttlicher Natur sind. Süger u. a. 1991. Zum Problem siehe mehrere Aufsätze in Garwood u. a. 1991, besonders den Aufsatz von J. Barrett. Hiermit stimmt unserer Meinung nach auch die allgemeine Beobachtung überein, dass die Badener Zeremoniengegenstände nicht aus besonderen Gruben stammen und zwischen Haushaltsabfällen vorkommen. Man kann an solche auffallenden Körpermerkmale denken, wie sie von den verschiedenen Gesellschaften als Unterscheidungszeichen von Göttern oder Schamanen angesehen werden. Einige Idole der Cucuteni-Tripolje-Kultur sind ohne Arme oder mit Armstumpf, andere mit Armen dargestellt. Von den Idolen, die mit kompletten Armen gestaltet wurden, hat die so genannte Große Göttin vom Fundort Ghelaiesti-Nedeia, die als ˘ Zentralfigur in einem offenen Heiligtum sitzt, 6 Finger an jeder Hand! (Mantu u. a. 1997, 154–157). Es sind Details von Initiationsritualen bekannt, bei denen die Gliedmaßen durchbohrt, durchstoßen (perforiert) und speziell verziert werden, in anderen Fällen kann man sich auch die Verstümmelung der Gliedmaßen vorstellen (das Abschneiden der Finger, Fußverstümmelung).

Manifestationen des Transzendenten in der Badener Siedlung von Balatono ˝szöd-Temeto Dulo – Kultgegenstände ˝i ˝ ˝

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den92. Dieses Ritualelement, das bei den Siedlungsbestattungen beobachtet wurde, könnte man eventuell mit der kanonischen kopf- und gliedmaßenlosen Darstellung der Idole (und der gynäkomorphen Gefäße, die Frauenfiguren wiedergeben) in einen Zusammenhang bringen93. Eine andere Eigenart bei den weiblichen Idolen der Badener Kultur ist die Darstellung von Bekleidung oder Tracht: Sie besteht aus einem einzelnen oder einem doppelten Band zwischen den Brüsten und aus einem schurzartigen Teil im Lendenbereich, das nur die frontale Seite bedeckt. Die Idole aus der Grube Nr. 1088 und dem Sektor Nr. 50/10 weisen auch ein Oberteil auf. Das Einzel- oder das Doppelquerband auf dem Brustteil der Idole könnte eine Unterscheidungsfunktion gehabt haben: Vielleicht verdeutlichten die zwei Varianten jeweils eine bestimmte Stufe der Initiation94. Die Badener Idole – obwohl sie miniaturisierte Statuetten und Kultgegenstände sind, die, auch mit ihren wiederkehrenden Mängeln, menschliche Merkmale wiedergeben, – können nicht als dreidimensionale Raumplastiken angesehen werden. Wegen ihrer Flachheit (trotz der Verzierung, die bei einigen Exemplaren auf der Rückseite zu beobachten ist) konnten sie nur liegend oder stehend, nicht aber
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Vgl. Horváth 2004a, einzelne Schädelfragmente in den Gruben Nr. 1334, 2236, 2327, 2480, 2668, Oberschenkelknochen in den Gruben Nr. 981 und 1228. Für das Öffnen der Gräber zu verschiedenen Zwecken nach der Verrichtung der primären Bestattung gibt es auch unter den „regulären“ Bestattungen Beispiele: Im Gräberfeld von Balatonlelle-Felso ˝-Gamász wurden die Gefäße des Grabes Nr. 407 in mehreren Perioden neben dem Verstorbenen aufgestellt (Sófalvi u. a. 2007, 162–164). Im Grab Nr. 291 wurde das Teilskelett eines Mannes freigelegt, der Skelettabschnitt vom Becken abwärts wurde im Objekt Nr. 117 gefunden. Die auf den Totenkult bezogenen Praktiken der Badener Kultur scheinen den Toten-/Bestattungsgewohnheiten der Cucuteni-Tripolje-Kultur ähnlich (vgl. Bailey 2005, Absatz 5, 114–116). – Im Gegensatz zu der sehr dichten Siedlungsstruktur wurden nur in ein bis zwei Fällen dünn belegte Gräberfelder entdeckt, häufig sind aber die menschlichen Knochenreste innerhalb der Siedlungen ohne Zusammenhang angetroffen worden. Die Verbindung zwischen den anthropomorphen Figuren und den bestatteten Menschen (toten Körpern) wurde auch von anderen Autoren analysiert. Das Verhältnis von Teil und Ganzem ist bei der Untersuchung beider Gruppen wichtig: Es scheint, dass die Identität des Einzelnen mit dem Besitz von Gütern, die nicht veräußert werden können, zusammenhängt (vgl. Bestattungsbeigaben), und dass die zerbrochenen Gegenstände und zerstückelten Körper ein Individuum bezeichnen, das ehemals Teil einer größeren Gruppe war und diese Identität (fractal person) mit der Zerstückelung verloren hat (Chapman 2000a, 146–147). Zur Rekonstruktion der Tracht siehe Milicevic 1984, Abb. 1,9; ˇ ´ in der Kostolac- und der Vucedol-Kultur, die der Badener Kulˇ tur folgen: ders. 1984, Abb. 2–8; ders. 1988. Das Tragen eines Bandes kann auf eine Initiationsstufe hindeuten, zum Vergleich s. die proto-indoeuropäische Schöpfungsgeschichte und die Thilo-Legende sowie die Bräuche zur männlichen Initiation (Anthony 2007, 134 f.). Es ist eine andere Frage, wie aus dem proto-indoeuropäischen Ritus der ursprünglichen männlichen Initiation ein Frauenritus und Bestandteil der Tracht in der Badener Kultur geworden ist – als Ergebnis der Beziehungen während der gleichzeitigen Existenz der Yamnaja/OckergräberKultur und der Badener Kultur?

aufgehängt benutzt werden95, sondern nur im geschlossenen Raum, gegen irgendeine flache oder senkrechte Platte, Tafel oder Wandfläche gestellt, wenn man nicht um die Figuren herumgehen können sollte. Auf der Rückseite der Idole ist im Taillenbereich gelegentlich ein plastischer, mit Rillen geteilter Bereich zu beobachten, der keinen verzierenden Charakter hat, dem Idol aber vielleicht Halt gegeben hat (z. B. auf dem Idol aus der Grube Nr. 458 und dem aus Zamárdi-Szamárko96). Die Mehrheit der Figuren war ˝ außerdem aufgrund fehlender oder nur verstümmelt vorhandener Füße nicht in der Lage, selbständig zu stehen97. Zur üblichen sakralen Praxis der Miniaturisierung kann die Badener Kultur einen weiteren Ausgangs- und Interpretationsschlüssel liefern. Neben den anthropomorphen Figuren wurden zoomorphe Figuren, mehrere verschiedene Gefäßtypen, Wagen, Räder, Gebäude und Kopfschmuck/ Diademe (auf dem kleinen Idol von Méhi) sowie Steinäxte98 miniaturisiert. Die Herstellung der Miniaturgegenstände ist dem Modellbau ähnlich: in einem verkleinerten Raum wird vom „Modellmacher“ mit ausgewählten Teilnehmern, die ihm wichtig erscheinen, eine der wahren Welt ähnliche oder diese symbolisierende Welt gestaltet und eingerichtet. Die Auswahl der Figuren und Gegenstände, die der „Modellmacher“ in seine von ihm aufgebaute Welt einsortiert, spiegelt eine Art von Rangordnung der Wichtigkeit, des gesellschaftlichen Status und Prestiges wider. Die Einzelteile der Badener Miniaturmodelle kommen leider in der Grabungsfläche separiert vor, zuweilen jedoch, wie das Beispiel von Balatono ˝szöd zeigt, in Objekten, die nahe beieinander liegen. Bisher nicht bekannt sind Fundgruppen (cult-scene), die entsprechenden der Cucuteni-Tripolje- oder der Dimini-Kultur ähneln, bei denen die miniaturisierten Idole, Gefäße, Musikinstrumente oder Altäre in einem geschlossenen oder offenen Hausmodell oder in einem Gefäß zusammen zu finden sind99. Zusammenfassend kann festgestellt werden: Die Idole der Badener Kultur haben aufgrund der Fundumstände eine Rolle bei Totenritualen, im Ahnenkult, bei Opferhandlungen und möglicherweise bei Initiationszeremonien gespielt.

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Im Gegensatz z. B. zur Mehrheit der Idole der Vinca- und der ˇ Cucuteni-Tripolje-Kultur. Kalicz 2002, Abb. 13. Idole mit regelrechten Beinen (also nicht nur mit der senkrechten Fortsetzung der überbetonten Hüfte bzw. solche, die in keinen Halt gebende verkümmerte Fußsohlen enden) gibt es aus den Fundorten Tököl, Budapest-Káposztásmegyer, Dolna Streda, Vucedol, Vinca, Bogojevo. Zur Verdeutlichung ihrer ˇ ˇ Seltenheit dazu als Vergleich: Mária Bondár benennt in den Arbeiten über die Badener Idole insgesamt 122 Exemplare aus 52 Fundorten (z. B. Bondár 2006, Abb. 9). Z.B. Oldalfala/Stránska-Mogyorós: Kovács 2002, 35,1; Szigetcsép-Tangazdaság – Kostolac-Kultur, verzierte Spitzhacken: Korek 1984, Abb. 13,1–5. Cucuteni-Tripolje: z. B. Dumesti, Ghelaiesti, Poduri, Sabati¸ ˘ novka, Popudnia (Mantu u. a. 1997); Dimini-Kultur, TsangliPhase: Zarkou (Gimbutas 1989, Abb. 149).

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Die Frauenidole haben vermutlich die durchschnittliche Badener Frau symbolisiert, die ihrer Rolle und ihrem Lebensweg entsprechend in verschiedenen Stadien dargestellt wurde, je nachdem, in welcher Etappe ihres Lebens sie angekommen war (Pubertät, Mutterschaft, Matrone). Wie beim Überschreiten einer Schwelle wurde ihr beim Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt mit gemeinschaftlichen kultischen Zeremonien hinübergeholfen, sie wurde in ihre neue Rolle eingeführt (vgl. Lebenskrisen-Riten, Altersgruppen-Institutionen). Mit Hilfe der Miniaturwelt haben die Badener Menschen ihnen wichtig erscheinende Lebenssituationen nachgestellt und diese denen anhand des Modells nahegebracht, die vor einer neuen, ihnen unbekannten und eventuell Ängste hervorrufenden Lebenssituation standen.

2. Hausmodelle100 – Grube 458, Sektor 58/26, Badener Übergangsphase II.A Dieser Fund lag mit einem typischen Idolfragment zusammen in der Grube. Die Beschreibung der Grube siehe bei den Idolen. Y-förmiger Tongegenstand, Pfostenbeinmodell, das zu einem Hausmodell gehörte (Abb. 13). Fragment eines Hausmodells, wurde gemeinsam mit dem (anpassenden) Y-förmigen Füßchen gefunden (Abb. 13). Fragment eines Hausmodells (Abb. 14,2). – Grube Nr. 2060, Sektor Nr. 55/34, Badener Phasen I.B-C-II.A-B-III In der Grube wurden 8 kg Keramikfragmente geborgen. Die Grube war von den Gruben Nr. 2800, 2363, 2058 und 2019 umgeben, die menschliche Skelette enthielten101. Das Y-förmige Bein kam zusammen mit dem Fragment eines Hausmodells vor, beide passen aneinander (Abb. 15). – Kulturschicht Nr. 925, Sektor Nr. 50/11, Badener Phase III Im Sektor daneben (51/11) wurde das Zeremonienhaus Nr. 513–23 gefunden102. Hausmodellfragment (Abb. 14,1). Die Analogien aus dem Kulturkreis Baden-Cotofeni ¸ Székesfehérvár-Nyúldomb: In der ersten Veröffentlichung wurde das leicht gewölbte, flache Tongebilde von János Makkay als ein Gegenstand beschrieben, der mit dem religiösen Leben verbunden sei. Seine Außenseite ist verziert, der Gegenstand hat vielleicht eine ursprüngliche Metallform nachgeahmt, wahrscheinlich ein Stirnband oder ein Diadem103.
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Vom Gegenstand ist mehr als die Hälfte erhalten. Seine Vorderseite ist wie folgt verziert: In Spalten geteilt, gibt es abwechselnd Felder mit eingeritzten Tannenzweig- und Kreuzmotiven sowie kleineren bzw. größeren schraffierten Dreieckfeldern. Diese sind voneinander durch je eine senkrechte Linie getrennt. In der Mitte ergibt sich ein Feld, das am rechten und linken Rand mit einer Dreifachlinie von den anderen Feldern getrennt ist. Das Verzierungssystem ist nicht symmetrisch. Auf der linken Seite des mittleren Felds ist ein Kreuz, auf der rechten Seite sind doppelt geritzte, zickzacklinienartige Dreieckmotive zu sehen. Die Rückseite ist unverziert. Die linke, vollständig gebliebene Seitenkante ist hornartig erhöht. Die obere Kante hingegen ist in der Mitte nicht erhöht. Zur Gestaltung des unteren Teils des Gegenstands sind keine Parallelen bekannt: Auf der heil gebliebenen linken Seite ist eine herausgeschnittene vollständige tor- oder türartige Öffnung mit Gewölbe zu erkennen, die auch auf der rechten Seite zu finden war, denn an dem Fragment blieb die Hälfte des Gewölbes sichtbar. Aufgrund seines Verzierungssystems wurde der Gegenstand in die Boleráz-Phase eingeordnet. Der Fund von Székesfehérvár kam zusammen mit einer anthropomorphen Figur zutage, von der außer einem Foto keine weiteren Informationen vorliegen104. Die Frage ist, ob die Ausführung des tor- oder türbogenartigen Durchbruchs mit der hornartig erhöhten Seitenkante eine ähnliche Funktion erfüllte wie die Vertiefung an den Rändern der Modelle aus den Objekten Nr. 2060 und 458 von Balatono ˝szöd, die als Beine interpretiert wurden. Auch in der Grube Nr. 458 – ähnlich dem Fund von Székesfehérvár – kamen Idol- und Hausmodellfragmente zusammen vor. Pilismarót-Basaharc: Im Gräberfeld von Boleráz wurden in zwei Gräbern Tongegenstände entdeckt, deren Vorder- und Rückseiten jeweils mit eingeritztem Tannenzweigmotiv verziert sind (die Rückseite ist nicht zu sehen) und die oben in Doppelhörnern enden. Nach der Definition von Ecsedy u. a. stellen sie Tonpyramiden dar105. Unserer Meinung nach sind sie den Fundstücken von Balatono ˝szöd ähnlich: Das Motiv der Vorderseite zeigt die gleiche Dreiteilung, die Verzierung der Schmalseite ist auch typisch. Nyergesújfalu: Ein ähnlicher Gegenstand, der in der Ebenhöch-Sammlung zu finden ist, wurde aufgrund der Analogie der Funde von Pilismarót in die Boleráz-Phase eingeordnet und als Tonpyramide mit Fischgrätenmuster bestimmt106. Aparhant: Das Fragment eines ähnlichen Gegenstands ist in der Sammlung von Antal Csiszér, einem privaten Antiquitätensammler, vorhanden107.

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Mit den Hausmodellen haben wir uns in Verbindung mit den vier für Gebäude gehaltenen Grundrissen aus diesem Fundort und deren Rekonstruktion detailliert beschäftigt (Horváth u. a. 2005; Horváth u. a. 2007; ihre detaillierte ungarisch- und deutschsprachige Beschreibung siehe dort). Dies. 2004a. Dies. u. a. 2007. Makkay 1970, 42–44, Ausgrabung 1967, Abb. 28; Wiederveröffentlichung: Sèfériadés 2001, 114 Abb. 41.

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Oberkörperfragment eines weiblichen kopflosen Idols mit eingeritztem, diagonalem Brustband (Sèfériadés 2001, Abb. 42,2a–b). MRT 5, 286. Ebd. 275 Abb. 41. Ich danke Mária Bondár, dass sie mich auf den Fund aufmerksam gemacht hat, und Antal Csiszér für die Erlaubnis, den Fund zu publizieren.

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Abb. 13. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 458, Fragment eines Hausmodells ˝i ˝lo

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Abb. 14. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ – 1. Kulturschicht Nr. 925, Schnitt Nr. 50/10, Fragment eines Hausmodells; ˝i ˝lo 2. Grube Nr. 458, Fragment eines Hausmodells

Nagykanizsa-Billa áruház: mit eingeritztem Wolfszahnmuster verziertes, dünnwandiges kleines Fragment, so genannte spätklassische Badener Kultur108. Stránska/Oldalfalva-Mogyorós (Slowakei)109: Nach Kovács110 Interpretation handelt es sich um ein Stück eines Kopfschmuckmodells. Der obere Randbogen des Fragments, der auf der Abbildung zu sehen ist, ist in der Mitte

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Barna 2003, 112 Abb. 18,3. Probegrabung, es wurden ein Graben und ein Siedlungsobjekt gefunden, Ózd-Gruppe, sog. Spätbadener Kultur, Phase IV (Archaeology vyskumy 1985, 9). Die Siedlung entstand auf einer sog. „Buhne“, die in einen Fluss ragte (N˘ mejcová-Pavúková e 1998, 394). Kovács 2003, Abb. 3.

höher, eine seiner Flächen ist mit senkrechten Einritzungen verziert. Seine untere Kante ist fragmentiert. Dikili Tash (Griechenland): Aus der Schicht Nr. 9 (III B-Bronze ancien) stammt das Fragment eines als Hausmodell angesehenen Tongegenstands, das auf beiden Oberflächen verziert ist. Die Kombination der Motive ist typisch für die Badener Kultur; der Gegenstand stellt ein aus Lehmziegeln erbautes Gebäude dar111. Die linke Seite des Fundstücks ist komplett erhalten, die rechte Hälfte und der untere Teil sind unvollständig. Insgesamt ist ungefähr die Hälfte des Modells erhalten. Die Oberkante wölbt sich leicht in der Mitte, der obere Rand der unbeschädigt gebliebenen linken Seite bildet eine horn-

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Sèfériades 2001, 113 f. Abb. 40.

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Abb. 15. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Grube Nr. 2060, Fragment eines Hausmodells ˝i ˝lo

artige Spitze. Unmittelbar darunter befindet sich ein rundes Loch, auf der Rückseite ist an der gleichen Stelle eine kleine Erhebung zu sehen. Die Verzierung ist sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite in Spalten geteilt. Die hornartige Gestaltung der Seitenkante, die Wölbung in der Mitte des oberen Seitenrands und die in den Spalten gegliederte Verzierungen sind auch an den Funden von Balatono ˝szöd zu beobachten. Cheile Aiudului-Dealul Velii (Rumänien): Der als Altarmodell veröffentlichte Gegenstand wurde am Fundort der Coto¸

feni-Kultur im Grab Nr. 3 des Hügelgrabes Nr. V gefunden, er kam zusammen mit einem Gefäß vor, das mit verkohlten Körnern gefüllt war112. Das Fundstück ist von einer viereckigen, flachen, in der Mitte gewölbten Gestalt. Seine Oberfläche ist mit in Spalten eingeteilten Zickzacklinien verziert, die durch doppelte und einzelne senkrechte Linien gegliedert sind. Die Verzie-

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Ciugudean 1983, 173 Abb. 82.

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rung ist nicht symmetrisch gestaltet: Im linken Seitenteil stellen dichte Einritzungen in Dreieckform, die mit einer Linie von einander getrennt sind, Fortsetzungen voneinander dar, im rechten Seitenteil werden die zwei Spalten, die kein fortlaufendes Muster zeigen, von einer dreifachen Linie gegliedert. In diesem Fall war der Gegenstand ursprünglich eine Grabbeigabe, ein Requisit bei Totenritualen. In einer anderen Veröffentlichung ist die ursprüngliche Gestaltung des Fragments mit „Bein“ zu sehen, es wurde in dieser Abbildung umgekehrt, das heißt auf dem Kopf stehend, publiziert113. Hier wurde es als „ein massives Grabsäulenidol mit Furchenstichornamenten“ beschrieben. Die aus dem Grab stammenden Keramikfragmente und Gefäße können in die III. Periode der Cotofeni-Kultur datiert ¸ werden114. Boarta-Ceta ¸uie (Rumänien): Als Analogie des vorherigen ˘t Fundes wurde ein neu entdeckter Gegenstand aus der Siedlung Boarta-Cetatuie der Cotofeni-Kultur als Altarmodell ¸ ˘¸ veröffentlicht. Von den Fundumständen, einer detaillierten Beschreibung oder einer genauen Zeichnung des Fundstücks muss abgesehen werden. Nach den Beobachtungen, die aufgrund des Fotos gemacht wurden, handelt es sich um ein Tonfragment mit eingeritzter Verzierung, dessen rechte Seite in fragmentierter Form gefunden wurde. Die obere Seitenkante fehlt fast vollständig, der größte Teil des linken Seitenteils und auch die rechte Seitenkante sind beschädigt. Die Außenfläche zeigt eine Verzierung, die in Spalten eingeteilt ist: Ein Feld, das aus schraffierten, mit den Seiten nebeneinander liegenden Dreiecken besteht, wird von zwei senkrechten Vierfachlinien seitlich begrenzt115. Carei-Drumul Ca ˘minului (Rumänien): ein zu den Hausoder Altarmodellen passendes Y-förmiges Bein, das als Idolbein veröffentlicht wurde, Cernavoda III-Kultur116. ˘ Weitere formale Analogien im erweiterten Zeitraum Hota ˘rani (SW-Rumänien): Auf dem in drei Teile gegliederten Heiligtum- oder Altarmodell sitzen oben Hörner auf, zwischen denen Sonnen- oder Mondmotive zu sehen sind (Vadastra IV-Kultur). Der mittlere Teil, der sich am meisten ˘ ˘ erhebt, ist mit labyrinthartigen Linien ausgefüllt, die mit Inkrustation verziert sind117. Ovc ˇarovo (Bulgarien): H. Todorova hat einen Altar aus der Tell-Siedlung von Ovcarovo (Gumelnita-Karanovo VI¸ ˇ Kultur) veröffentlicht. Der untere Seitenrand des stehenden kleinen Altars wurde so gestaltet, dass zwei seiner Ecken

hornartig verlängert sind, wodurch der mittlere Teil des Rands in der Luft hängt, der Gegenstand steht auf seinen zwei Ecken. Seine obere Kante ist giebelförmig gestaltet und zeigt mittig eine Spitze. Auf seiner Vorderseite ist er verziert, an den zwei Rändern und in der Mitte finden sich untereinander folgend eingeritzte Dreieckmotive, die nach unten gedreht und in Spalten eingeteilt sind. Diese verzierten Felder werden durch unverzierte Spalten gegliedert, die durch senkrechte, eingeritzte Linien getrennt sind. Seine Rückseite ist auch verziert, sie zeigt mittig eine spiralförmige Schneckenlinie (Volute; Abb. 16,2)118. Am Fundort wurden als Teil eines kultischen Fundensembles (vier anthropomorphe Figuren, acht Stühle mit Rückenlehne, Tische, Trommeln und Gefäße) drei weitere Altäre von ähnlicher Form mit bemalter Verzierung freigelegt. Es wird vermutet, dass sie Kalendersysteme darstellen119. Ruse (Bulgarien): Altarmodell aus der Karanovo VI-Kultur. Das Modell ist rechteckig, die linke und die rechte obere Ecke sind leicht hornartig ausgezogen, der obere Rand ist in der Mitte erhöht. Die Vorderseite zeigt in der Mitte eine Volute, unter und über der in allen vier Ecken eingeritzte zusammengeschobene V-Linien zu sehen sind sowie oben in der Mitte ein X-Zeichen. Rechts und links der Volute befinden sich zwischen zwei senkrechten Linien eingeritzte X-Linien, die die Volute von zwei Seiten rahmenartig einfassen. Die Rückseite ist mit unregelmäßigen Linien gitterartig in Vierecke eingeteilt. Auf dieser Seite sieht es so aus, als ob die untere linke und rechte Ecke des Gegenstandes wie Beine seitlich hervorstehen würden (Abb. 16,1)120. Szelevény-Vadas: Auf der einen kurzen Seite des viereckigen, als Kultgegenstand gehaltenen Gefäßes von Szelevény ist der Rand in der Mitte nach oben gewölbt. Der Fund wurde bei der letzten Veröffentlichung in die Hunyadihalom-Kultur eingeordnet121. Aufgrund von Analogien und seines Verzierungssystems vermuten wir jedoch, dass er in die Kostolac-Kultur gehört122. Dunaszekcso ˝-Várhegy, Bátaszék: Ähnliche Gegenstände in fragmentiertem Zustand wie oben beschrieben wurden aus der Vucedol-Kultur veröffentlicht123. ˇ

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Vlassa u. a. 1987, 115 Taf. V,15; VII,3. Dies wäre zeitlich schon parallel zur Bosáca-Gruppe, die nach N˘ mejcová-Pavúková parallel zur Vucedol-Kultur datiert e ˇ (N˘ mejcová-Pavúková 1981). Cotofen III ist nach Ciugudean e ¸ (2000, Taf. 153) in Ungarn parallel zum Übergang zwischen dem Ende der Spätkupferzeit und dem Beginn der Frühbronzezeit einzuordnen. Dumitrescu/Togan 1971, Taf. VI,4. ¸ Németi 2001, 300 Taf. VII,10. Gimbutas 1989, Abb. 124.

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Todorova 1982, Abb. 40; Todorova u. a. 1983, Taf. 90,13. Der Fund stammt aus der Ebene V. Ebd. 89 Taf. VII; Nikolov 1998. Gimbutas 1989, Abb. 195. Rezi-Kató 2001, Taf. II,1–2. Horváth/Kulcsár im Druck. Ecsedy 1984, 93 Taf. 10,1. Sie sind vielleicht auch in die frühbronzezeitlichen Kulturen hinübergelangt – als „Dachmodelle“ hat János Dani in seiner Dissertation ähnliche Gegenstände aus den Fundorten Berea/Bere-Szentgyörgytag, DombrádHomokbánya, Tuzsér-Kálonga-tanya, Gáborján-Csapszékpart (Niveau 4), Ciumesti/Csomaköz-Tökös, Tószeg-Laposhalom (Nagyrév-Kultur), Békés-Városerdo ˝-Várdomb und Bodrogszerdahely zusammengetragen (Dani 2005, 367 Taf. XL,27–29).

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Abb. 16. Altarmodelle aus balkanischen Kulturen, die vor der Badener Kultur datieren: 1. Ruse (nach Gimbutas 1989, Abb. 195); 2. Ovcarovo (nach Todorova u. a. 1983, Taf. 90,13) ˇ

106 Zur Interpretation der Hausmodelle

Tünde Horváth

Die so genannten Hausmodelle waren während der prähistorischen Zeit im europäischen, anatolischen und nahöstlichen Raum weit verbreitet. Sie sind in mehreren Typen ab Beginn des Neolithikums zu finden124. Hinsichtlich ihrer Funktion und ihres Gebrauchs ist festzustellen, dass sich verschiedene Verwendungsmöglichkeiten anbieten. Häufig erscheinen an ihnen Baukonstruktionselemente, die bei der Beschreibung von Gebäuden der gegebenen Epoche nur hypothetisch verwendet werden können. In mehreren Fällen wird bei ihnen ein kultischer Hintergrund angenommen125. Die Interpretationen der Heiligtum-, Haus-, Altar- und Ofenmodelle sind bereits seit längerer Zeit Gegenstand der Debatte. Es ist schwer, profane und sakrale Erscheinungen voneinander zu trennen, wenn man archäologische Befunde von Wohnhäusern hat, in denen eine sakrale Ecke eingerichtet worden war – beide Aspekte, also Wohnen und Kult, in einem Raum untergebracht waren126. Ähnliche Interpretationsprobleme zeigen sich häufig auch in Bezug auf andere Epochen der Vorgeschichte. So werden bestimmte Gegenstände von einigen Forschern für Miniaturmöbel127, von anderen aber für Altäre gehalten, mit jeweils unterschiedlicher inhaltlicher Bedeutung (Kultgegenstände – Spielzeug). Hausmodelle werden als Ofenmodelle gedeutet128 (wenn das Modell einen bestimmten Teil des Gebäudes darstellt), und sogar die schön verzierten Hausmodelle werden eindeutig als Modelle von Heiligtümern bzw. Tempelbauten interpretiert129. Ähnlich proble-

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Ein den Funden der Badener Kultur ähnlich gestaltetes, aus Lehm gefertigtes Tormodell ist aus dem römerzeitlichen Dunaújváros (Intercisa) aus dem 2.–3. Jh. n. Chr. bekannt (A Magyar Nemzeti Múzeum 1992, 55 Abb. 38). Die Präsentation und die Interpretierungsprobleme der frühen Funde: Horváth u. a. 2007, 66–72. Die Bauplastikfragmente aus Ludwigshafen vom Fundort der Pfyner Kultur, die weibliche Brüste mit bemalter eingeritzter Verzierung darstellen, lassen einen kultischen Charakter vermuten (Schlichtherle 1993). Bánffy 1990/91, 202–217. In Vucedol-Gradac kam im 1. Haus mit Apsis ein auf vier ˇ Beinen stehendes Miniatur-Stuhlmodell mit Lehne zutage (Schmidt 1945, Taf. 29,2). Badener oder Kostolac-Kultur? Aus der Badener Kultur ist kein Ofenmodell bekannt, aber aus der Kostolac-Kultur (Gomolava, in zwei Typen: Petrovic ´Jovanovic 2002, 361; Vucedol-Gradac II G1 in einer Kostolac´ ˇ Grube: Schmidt 1945, Taf. 26,9), und auch aus der Vucedolˇ Kultur (Vucedol-Cornfield Streim, Grube 13, Altar mit Hörˇ nern: Vucedolski Orion 2000, Abb. 66). ˇ Bánffy 1990/91, 204. – Als Heiligtümer werden die Hausmodelle von Porodin (Spät-Starcevo), von Trusesti (Cucuteni A) ¸ ¸ ˇ und von Cascioarele (Cucuteni A) erwähnt, auf deren oberen Rand ein menschlicher oder tierischer Kopf aufgesetzt wurde bzw. die wegen ihrer Konstruktion als etwas Besonderes gelten (Bánffy 1986). Einige (bemalte) Altarfragmente von Ovcarovo ˇ (Gumelnita) werden für Kalendersysteme gehalten (Nikolov ¸ 1998). Vom selben Ort sind unzweifelhaft auch Hausmodelle von geschlossenem und offenem Typ bekannt (siehe z. B. Todorova 1982, Abb. 23,1–5; 24; 25,1).

matisch ist die Interpretation freigelegter Hausgrundrisse als Wohnhaus oder Heiligtum/Kultbau130. Während für die Zeit des Neolithikums eine Antwort auf die letztere Frage durch die methodische Aufarbeitung der klar darstellbaren archäologischen Befunde (Hausgrundrisse) gegeben wurde, konnte im Falle der Badener Kultur dieser Weg leider nicht verfolgt werden, weil man die charakteristischen Gebäudetypen der Kultur, deren Bautechnik, Konstruktion und auch die innere Struktur der Siedlungen nicht kannte. Die Gegenstände, die jetzt als Baumodelle bezeichnet werden, waren nur in kleiner Anzahl bekannt und zudem voneinander isoliert veröffentlicht worden. Und obwohl es unter ihnen bereits vor 30–40 Jahren freigelegte Stücke gibt, wurden fast alle unterschiedlich interpretiert, und sie konnten nicht beweisbar mit einem realen Maßstab in das Fundgut der Badener Kultur eingeordnet werden (die einzige denkbare Vorstellung war die Diadem-Analogie). Die Möglichkeiten einer genauen Bestimmung der ehemaligen Funktion der vier fragmentierten Gegenstände aus Balatono ˝szöd werden unter Einbeziehung potenzieller Analogien noch reichhaltiger. Bei ihrer Deutung ist es gleich wahrscheinlich, dass sie so genannte offene Bau- oder Heiligtumsmodelle, Altarmodelle, eventuell aber auch Idole darstellen. Zwei Funde der Cotofeni-Kultur wurden als Altarmo¸ dell, später als „Grabsäulenidol“ veröffentlicht. Die Funde von Dikili Tash und Székesfehérvár wurden als Hausmodelle interpretiert. Der Fund von Székesfehérvár wurde in seiner ersten Veröffentlichung als Diadem-Modell vorgestellt, dieser Deutung haben sich die Bearbeiter der Funde von Stranska und Nagykanizsa angeschlossen. Bei den Funden von Balatono ˝szöd lassen wir das Altarmodell und auch das Modell eines Heiligtums als Interpretationsmöglichkeit zu, später werden wir erläutern, dass die zwei Möglichkeiten vielleicht gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Auf alle Fälle vermuten wir eine enge Beziehung zwischen der flächigen Ausführung der vier Modellfragmente, die in Balatono ˝szöd freigelegt wurden, und der möglichen 3D-Rekonstruktionen der vier in der Siedlung ausgegrabenen Baugrundrisse (für den Siedlungsort am Wasser typische Pfahlbauten131). Der archäologische Befund und die Funde können besonders miteinander verbunden werden, wenn man darauf hinweist, dass die Fundamentreste des Gebäudes Nr. 23 und das Modellfragment aus dem Sektor Nr. 50/11 der Kulturschicht Nr. 925 fast an der gleichen Stelle entdeckt wurden – das Modell lag in der Kulturschicht Nr. 925, die den Schnitt neben dem Gebäude bedeckt hatte. Die vier Gegenstände von Balatono ˝szöd können innerhalb einer kulturellen Einheit in mehrere chronologische Horizonte eingeordnet werden: ein Fund in die Zeit von der Boleráz- bis zur klassischen Phase, zwei in die Übergangsphase und einer in die klassische Badener-Phase. Die mit den Modellen im Stil identischen Gebäude gehören in die
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Bánffy 1990/91, 205–209; 217; ders. 2001, 59; 61. Horváth u. a. 2005; 2007.

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klassische Phase. Die vier Gegenstände kamen an drei ziemlich weit voneinander liegenden Stellen am Fundort zutage, der Boleráz-Gegenstand (Grube Nr. 2060) im nördlichen Teil der Siedlung, die Gegenstände aus der Übergangsphase (Grube Nr. 458) im zentralen Teil und der klassische Badener Fund (Kulturschicht 925) im Südteil der Siedlung. Die zwei verschiedenen Deutungsmöglichkeiten der Funde (Gebäude oder Heiligtum/Altar) schließen einander nicht aus, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass der Altar als der heiligste Teil des Heiligtumsgebäudes in der späteren, eventuell vereinfachten oder abstrakter gewordenen Darstellung auch das ganze Heiligtum symbolisieren konnte132. Wenn aber in derselben Siedlung Altar- und Gebäudemodelle vorkommen, ist es ziemlich naheliegend, auch die ehemals reale Existenz ihrer Vorbilder, also der entsprechenden Gebäude, zu vermuten. Das randartige Hochziehen der zwei Seitenkanten kann auch die vereinfachte Darstellung des Doppelhornmotivs (Bucranium) bedeuten, und in dieser Form hätte es sowohl im europäischen als auch im nahöstlichen Raum eine bedeutende kultische Bedeutung gehabt. Bei der Interpretation der Funde von Balatono ˝szöd halfen vor allem Funde aus Kreta. In Piskokephalo erscheint die Hornverzierung z. B. auf einem Tonmodell133. Das Heiligtum ist von drei Seiten mit Wänden umgeben, die vierte Seite ist offen. Eine Überdachung hat es nicht, aber oben auf den Wänden befinden sich doppelte hornartige Elemente. Auf dem bemalten Tonmodell eines Heiligtums von Archanes (Protogeometrische Phase) wurden einzelne Bauelemente dargestellt134. Nach diesem Vorbild kann bei den Funden von Balatono ˝szöd in der leichten Wölbung der oberen Seitenränder die bis zum Abstrakten vereinfachte Darstellung des Dachs gesehen werden, und die dreigeteilten, säulenartigen Kombinationen von Verzierungselementen, die in Spalten angeordnet sind, würden nicht ästhetischen Zwecken dienen, sondern eher Elemente der Baukonstruktion bezeichnen: der mittlere Teil den Eingang und die auf beiden Seiten charakteristisch gezogenen senkrechten Linien die tragenden Pfosten. Dies wäre eine Erklärung für das langfristige Fortbestehen der kanonischen Dreiteilung. Es ist mit großer Sicherheit ein Zufall, dass auf dem Modell von Archanes ebenfalls die aus umgekehrten V-Elementen gestaltete Säulenreihenkombination erscheint, die zugleich auch eines der Hauptverzierungselemente der Boleráz-Kultur ist. Das eingeritzte Verzierungssystem beim Fund von Balatono ˝szöd und bei anderen kupferzeitlichen Funden gibt ziemlich exakt die Verzierungsmotive wieder, die für die einzelnen chronologischen Phasen charakteristisch sind.
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Davon abgesehen kann aber hinter der einheitlich scheinenden Darstellung durchaus auch ein sehr geregeltes und einheitliches System vermutet werden, das die strenge und verbindliche Baumethode der Hausheiligtümer oder des umzäunten heiligen Geländes (sacred enclosure) widerspiegelt. Eine Art von Vorgänger der Badener Funde können die des späten Neolithikums und der Kupferzeit auf dem Balkan darstellen, die formal für ähnlich, in ihrer Verzierung jedoch für abweichend betrachtet werden können. Vielleicht – ähnlich den flachen weiblichen Idolen mit beweglichem Kopf – muss man auch in diesem Gegenstandstyp eine Gattung sehen, die viele Änderungen durchlaufen hat, aber noch über erkennbare Vorbilder verfügt. Die Art und Weise wie dieser Gegenstandstyp in die Badener Kultur gelangte, ist noch nicht genau erforscht. Es kann aber für ihn – ähnlich wie bei den Idolen – eine Art Fortleben nachgewiesen werden: Noch in der Postbadener Vucedol-Kultur ˇ wurde er verwendet. Abgesehen davon, dass sie vielleicht auch durch ihre gemeinsame Herkunft verbunden sind, kamen die Gebäudeoder Altarmodellfragmente aus der Grube Nr. 458 von Balatono ˝szöd und die aus Székesfehérvár jeweils zusammen mit einem Idolfragment vor. Ihre Verwendung war vermutlich mit einer kultischen Zeremonie verbunden.

3. Stempel – Grube Nr. 2581, Sektor 46/26, unter Bolerázer Kulturschicht Nr. 1379, Badener Phasen I.B-C In der Grube wurden 6 kg Keramikfragmente geborgen, darunter sind ein Fragment eines rot bemalten Wulsthenkels, das obere Fragment eines großformatigen, kesselartigen Gefäßes, Löffel, Wirtel sowie ein roter Ockerklumpen mit geschliffener Seite erwähnenswert. Annähernd pyramidenförmiger Tonstempel mit roten Farbresten (Abb. 17,1; 18,7). Material: Ton, grau-gelb bis braun gebrannt. Eine Seite der Pyramide ist stark eingedellt, sie wurde während des Gebrauchs abgenutzt. Die Stempelfläche ist leicht verzogen, hat einen annähernd viereckigen Grund, auf dem in symmetrisch geordneten Linienreihen tiefe Einstiche zu sehen sind. Auf zwei gegenüberliegenden Rändern der Stempelfläche wurden die Zwischenräume der eingestochenen Punkte von der letzten Punktreihe mit breiteren, tiefen Linien aus der Stempelfläche herausgezogen und auf die Seite der Pyramide hochgezogen. In den tiefen Zwischenräumen der Stempelfläche und an den Seiten, besonders in Richtung der Pyramidenspitze, haften rote Farbreste. Maße: 47×34×30 mm, Stempelfläche 34×29 mm. – Grube Nr. 2595, Sektor Nr. 46/26, unter Boleráz-Kulturschicht Nr. 1379, Badener I. B-C Phasen In der Grube wurde 1 kg Keramikfragmente freigelegt. Tonstempel samt Griffstiel mit roten Farbresten und einer schmalen, länglichen rechteckigen Stempelfläche (Abb. 17,2; 18,5). Material: Ton, gelblich gebrannt, stellenweise mit grauen kleinen Flecken. In der Mitte der recht-

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Vgl. Die Heilige Schrift, Altes Testament, I. Buch der Könige 9:8. Auf Hebräisch bedeutet A’riel auch Altar-Feuerstelle, Stelle des Brandopfers sowie den alten Namen Jerusalems (der Stadt des Temples) (Die Heilige Schrift, Altes Testament, Der Prophet Jesaja, 29:1–2). Im Brahmanismus fasste man die Errichtung des Opferaltars als Schöpfung der Welt auf (Satapatha-Brahmana I, 9, 2, 29; Eliade 1998, 118). Rutkowski 1986, 78 Abb. 79. Ebd. Abb. 138.

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eckigen Stempelfläche verläuft dünn ein leicht eingeritztes ausgedehntes Zickzackmuster. Am Rand des Stempels sind rundherum, jeweils in einer Viereckform angeordnet, winzige Pünktchen eingestochen. Die Vierecke werden an den langen Seitenrändern des Rechtecks durch tiefe eingeschnittene Linien voneinander getrennt. Diese eingeschnittenen tiefen Linien setzen sich dann an den Seitenflächen des Stempels weiter fort. Auf den kurzen Seiten gibt es keine derartigen Einschnitte. Der Rand der einen Längsseite der Stempelfläche ist leicht gewölbt, der gegenüber liegende ist leicht nach innen eingedellt. Diese Deformation könnte während des Gebrauchs entstanden sein. Die gewölbte Seitenfläche und die Kante von der Stempelfläche her wurden bei der Verwendung stark abgenutzt, die tiefen Linieneinschnitte und die Außenseiten der eingestochenen Vierecke sind abgewetzt und beschädigt. Auf der Stempelfläche und am Ende des Stiels befinden sich rötliche Farbreste, die sich in der Fläche festgesetzt haben. Maße: 58×61×24 mm, Stempelfläche 23×62 mm. Die Gruben Nr. 2581 und 2595 lagen nebeneinander, dicht neben ihnen wurde die Grube Nr. 2596 freigelegt, in der das Fragment eines weiblichen Idols gefunden wurde. Die Stempel aus den Gruben Nr. 2581 und 2595 sind in Form und Verzierung den entsprechenden Funden der Epoche ähnlich und können in die Boleráz-Phase eingeordnet werden135. Stempel aus der der Badener Kultur vorangegangenen Epoche: – Nagykanizsa-Sánc: Stempel aus der Siedlungsgrube der Furchenstichkeramik136. – Bak-Felrétbak: Stempel der Furchenstichkeramik137. – Csongrád-Bokros-Bokrospuszta: Stempel aus der Grube einer Protoboleráz-Siedlung138. Stempel aus der Boleráz-Phase: – Balatonlelle-Országúti dulo: Stempelfund in der Siedlung ˝ ˝ der Badener Kultur, aus einer Boleráz-Grube139. – Balatonlelle-Rádi út mellett: Stempel aus dem Fundort der Badener Kultur, aus einer Grube, Boleráz-Phase? (Abb. 18,2)140.

– Pilismarót-Basaharc: Stempel aus dem Grab der BolerázKultur (Abb. 18,8)141. Es handelt sich eindeutig um eine Grabbeigabe. – Piliny: unter den skythischen Funden ein denen aus Pilismarót und Znojmo ähnlicher fragmentierter Stempel mit Griff, mit großer Wahrscheinlichkeit aus der BolerázPhase142 (Abb. 18,6). Den Mustersatz der Stempelfläche stellen 3–3 Punkte in beiden Seitenfeldern dar, 4–4 Punkte im mittleren Feld sowie Spuren von roten Farbresten143. – Zamárdi-Kútvölgyi dulo Stempel aus einer Boleráz-Sied˝ ˝: lungsgrube144 (Abb. 18,12). – Balatonkeresztúr-Réti-dulo Stempel aus einer Boleráz˝ ˝: Siedlungsgrube145 (Abb. 18,14). – Kisvárad/Nitriansky Hrádok (Sl): Stempel aus einer Boleráz-Siedlung146 (Abb. 18,11). – Verbó/Vrbové (Sl): Stempel aus einer Boleráz-Siedlungsgrube147 (Abb. 18,11). – Bajcs/Bajc ˇ-Vlkanovo (Sl): Stempel aus einer Boleráz-Siedlung, aus einer Schicht148 (Abb. 18,1). – Znojmo (Mähren): Stempel aus der Boleráz-Phase149 (Abb. 18,4). – Zwerndorf an der March (A): vier Stempel, Streufunde, mit Keramikfragmenten der Boleráz-Phase vergesellschaftet150 (Abb. 18,9–10). – Dikili Tash (GR): franzözische Ausgrabung, Stempel aus Schnitt A, Beginn der Frühbronzezeit, Badener Kultur151. Stempel aus der klassischen Badener-Phase: – Szeghalom-Dióér: kleiner Keramikstempel von unregelmäßiger Form, das Muster auf der Stempelfläche wird von kleinen eingestochenen Löchern gebildet. Dm. der Stempelfläche 1,8 cm. Der Fundort kann in die II B-Phase eingeordnet werden152 (Abb. 18,15). Stempel aus der Postbadener Zeit: – Ne ˇice na Hanou (Sl): Stempel aus dem Fundort der ˇmc Postbadener Bosáca-Gruppe153 (Abb. 18,3). ˇ – Vuc ˇedol (Hr): 1990 wurde ein Doppelgrab freigelegt, das schon ausgeraubt war, auf dem Kopf der Frau und des älteren Erwachsenen lagen 1–1 Stempel154, dort kam auch eine goldene Spange zum Vorschein155.

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Nach Dzhanfezova (2005, 313) ist auch die Anzahl der Stempel ein wichtiger Aspekt in der Hierarchie der Siedlungen. Mehrere Stempel an einem Fundort gibt es in der Badener Kultur außer in Balatono ˝szöd nur in Zwerndorf. Unserer Meinung nach sind diese zur Zeit vorliegenden Fundzahlen mit der Größe der frei gelegten Grabungsfläche und nicht mit der Hierarchie der Siedlungen verbunden. Letzteres ist aber nicht ausgeschlossen, falls man nach einer vollständigen Siedlungsfreilegung zu diesem Ergebnis kommen sollte. Es ist aber interessant, dass an beiden Fundorten die gleichen zwei unterschiedlichen Stempeltypen vorkamen. Tausend Jahre des Komitats Zala 2003, 11. Horváth/Simon 2003, 124 Abb. 32,10. Horváth 1993, 179. Sófalvi u. a. 2007, 153. Molnár/Sipos 2006, Abb. 46,5.

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MRT 5, 286; Makkay 1984, 44 Abb. XXVIII,10. Bottyán 1955, 61 Abb. XXXV Taf. 20; Kisfaludy 1997, 92 Abb. 6,5. Mein Dank gilt Mária Bondár, die mich auf den Fund aufmerksam gemacht hat. Kiss 2007, 65 Abb. 54. Fábián 2003, Abb. 1. Tocík 1977; Makkay 1984, 42 Abb. XXVIII,2. Kat. Nr. 177. ˇ Makkay 1984, 65 Abb. XXVIII,7. Kat. Nr. 281. Tocík 1964, Taf. LII,11; Makkay 1984, 12 Abb. XXVII,4. ˇ Makkay 1984, 66 Abb. XXVIII,11. Kat. Nr. 289. Leeb 1989; Köninger u. a. 2001, 644. Deshayes 1968, 1064 Abb. 3; Makkay 1984, 19, ohne Abb. Makkay 1984, 56 Abb. XXVIII,4. Kat. Nr. 241; die Veröffentlichung des Fundorts siehe bei Ecsedy 1973. Pavelcik 1967; Makkay 1984, 40 Abb. XXVII,8. Kat. Nr. 171. ˇ In Wirklichkeit waren es zwei sog. Spulen, als Stempel veröffentlicht (siehe Schmidt 1945, Taf. 48,11–13). Grammenos 2003, 162.

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Abb. 17. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ – 1. Grube Nr. 2581, Stempel und Ockerklumpen mit abgeschliffener Seite; ˝i ˝lo 2. Grube Nr. 2595, Stempel

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Abb. 18. Badener Stempel. 1. Bajc-Vlkanovo; 2. Balatonlelle; 3. N˘ mcice na Hanou; 4. Znojmo; 5. Balatono e ˇ ˝szöd; 6. Piliny; 7. Balatono ˝szöd; 8. Pilismarót; 9.–10. Zwerndorf; 11. Vrbové; 12. Zamárdi; 13. Nitriánsky Hrádok; 14. Balatonkeresztúr; 15. Szeghalom. (Abb. nach Fábián 2003, Abb. 1; Kiss 2007, Abb. 54; Leeb 1989 Abb. 124–125; Makkay 1984, Taf. XXVII–XXVIII; Pavúk 1981, Abb. 10; Kisfaludy 1997, Abb. 6,5)

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Zur Interpretation der Stempel Als die Verbreitung jener Stempel ähnlicher Form und Verzierung kartiert wurde, die in die der Badener Kultur vorangegangenen Perioden und in den parallelen Zeitraum in Mitteleuropa gehören, fiel Folgendes auf: Sie treten in Oberschwaben, in der Pfyn-Altheimer-Gruppe (Steeger See), in Niederösterreich (Zwerndorf), in Oberitalien (Höhlen von Polera und Cornaggia Castiglioni, Cazzago Brabbia, Spilamberto – Bocca Quadrata-Kultur) sowie im Karpatenbecken auf. Die Stempel sind Teil einer Fundgruppe, die Spuren einer raschen Verbreitung einer Innovation signalisiert, die sich um 3700 v. Chr. im Alpenvorraum in der Umgebung der Moor- und Ufersiedlungen vollzogen hat. Diese ungewöhnlich schnelle Entwicklung (die auch als Badenisierung bezeichnet wird) zeichneten mehrere Faktoren aus: ökologische und wirtschaftliche sowie gesellschaftliche. Ihre Hauptelemente waren die fortgeschrittene Tierhaltung, die Einführung des Wagens nach der Erfindung des Rades und damit verbunden die Nutzung von Zugtieren, der Gebrauch des Pfluges, die Verwendung der sekundären tierischen Produkte, die amphorenförmige Keramik, bestimmte Verzierungsstile der Keramik (Kannelierung, Fischgrätenmotiv), Weben und Flechten von Wolle und Leinen und damit verbundene Hilfsmittel (schwere konische und bikonische Wirtel). Der Rhythmus der Entwicklung wird durch die schnelle Adaption der neuen Produktionsmittel und -methoden gekennzeichnet156. Mit diesem Prozess ist das einheitliche Erscheinen der Stempel in mehreren Kulturen in großen Gebieten verbunden. Der größte Teil der Badener Stempel kann in die BolerázPhase eingeordnet werden. Aufgrund von Form und Musterschatz der Stempel können drei Untergruppen skizziert werden: Die erste Gruppe verfügt über eine runde Stempelfläche und ein blumenblattartiges Muster (Nemcice na ˇ Hanou, Bajc-Vlkanovo, Balatonlelle), die zweite Gruppe ˇ über eine rechteckige Stempelfläche mit Zickzacklinien sowie einer Kombination von Einstichen (Znojmo, Pilismarót, Piliny, Balatono ˝szöd Grube 2595, Zwerndorf) und die dritte Gruppe über pyramidenförmige Stempel mit Einstichen auf der viereckigen Stempelfläche (Balatono ˝szöd Grube Nr. 2581, Zwerndorf, Zamárdi). Als eine Variante der zweiten Gruppe kann die Pintadera-Serie aus Vrbové, Nitriánsky Hrádok und Balatonkeresztúr aufgefasst werden, eine Variante der dritten Gruppe könnte der spätere Fund von Szeghalom-Dióér darstellen (Abb. 18,15). Der Stempelmustersatz besteht aus Kombinationen, die auch im Verzierungsstil der Keramik der Badener Kultur vorkommen. Die Funde innerhalb der einzelnen Gruppen unterscheiden sich oft kaum voneinander: unter denen aus Pilismarót, Piliny und Zwerndorf variiert nur die Anzahl der Einstichpunkte innerhalb der Rahmen (3 bzw. 4, im Rahmen mit einem 3–4 Wechsel), der Unterschied zwischen denen aus Znojmo und Zwerndorf besteht lediglich darin,
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dass die Linie des Rahmens entweder eckig oder abgerundet ist. Das Motiv des Stempels aus Verbó und das des ihm sehr ähnlichen aus Balatonkeresztúr ist rund, das Motiv aus Kisvárad zeigt Zickzacklinien in der gleichen Form. Die Funde aus Zamárdi und Balatono ˝szöd ähneln sich ebenfalls stark. Aufgrund der Brüche und Abnutzungsspuren, aber auch wegen des Fehlens von Stempelabdrücken kam John Chapman zu der Schlussfolgerung, dass die bestempelten Objekte, also die Gegenstände, auf denen mittels der Stempel positive Abdruckmuster erzeugt wurden, aus organischem Material bestanden haben müssen, weshalb sie nicht erhalten geblieben sind. Solche Materialien wären nach Chapman die menschliche Haut (Körperbemalung) oder Brot bzw. Teig. Das mit dem Stempel gekennzeichnete Brot könnte aufgrund ethnographischer Analogien ein gesegnetes Brot dargestellt haben157. Nach den archäologischen Beobachtungen kann der Gebrauch von Stempeln mit Toten- bzw. mit Fruchtbarkeitsritualen in Verbindung gebracht werden. Nach György Cseplák wurde aufgrund der Abnutzungsspuren mit den Stempeln eine wiegende Bewegung ausgeführt, wobei die Pintadera schon vor der Änderung der Bewegungsrichtung in die jeweils neue Richtung gekippt wurde. Deswegen ist ihr Rand abgenutzt, und es ist nicht ausgeschlossen, dass der stärkere Druck eine Beschädigung auf der gegenüberliegenden Seite zur Folge hatte. Das zu mahlende Material dürfte nicht härter gewesen sein als die Pintadera, die aus reinem Ton gebrannt war, mengenmäßig sollte es sich in geringeren Maßen gehalten haben. Die mittlere, abgenutzte Vertiefung war dafür geeignet, dass das wenige Material während des Mahlens an Ort und Stelle blieb und nicht weg sprang158. Dieselben Abnutzungsspuren und Deformierungen, verursacht durch ein kraftvolles Zerreiben, zeigen sich bei den meisten Boleráz-Stempeln. Dies kann – nach dem Zustand der Funde zu urteilen –
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Köninger u. a. 2001, 641–669.

Chapman 2001, 95; 98 f., Europäisches Brotmuseum, Göttingen. Das erste Mal aber Gimbutas 1989, 15.4. Kapitel: Sacred bread. – Über den möglichen Gebrauch der Stempel und die Verbreitung der bulgarischen Stempelfunde hat T. Dzhanfezova (2005) aufgrund von archäologischen und ethnographischen Analogien geschrieben. Bezüglich der kupferzeitlichen Funde gibt sie in ihrer Studie an, dass diese zusammen mit Goldfunden vorkommen. E. Montagnary Kokelj (2003) hat die Verbreitung der Stempel im Triester Karstgebiet mit der Verbreitung der Rhyton-Gefäße in Verbindung gebracht, die potenziell während der Salzgewinnung verwendet wurden. Wir schließen uns damit dieser letzten Meinung an, dass wir die „Spulen“ genannte Gegenstandsgruppe mit mehreren Funktionen, unter anderem mit der Salzgewinnung, in Verbindung bringen (Horváth 2008). Über die Verwendung der „spulni“ (Spulen) als Stempel, über ihre Rolle als Kennzeichnung des gesellschaftlichen Status siehe im selben Aufsatz Anmerkung 13 und die Arbeit von Dzhanfezova 2003! Cseplák 1991, 257 Taf. XIX,5. Die kulturellen und typologischen Feststellungen von Gy. Cseplák waren nicht maßgebend, die besprochenen Funde gehören nicht der Transdanubischen Linienbandkultur, sondern der Badener Kultur an. Der Stempel, von dem die Rede ist, ist der Zierknopf einer zweigeteilten Schüssel; unabhängig davon sind seine Anmerkungen über die Abnutzungsspuren und die Verwendung der Stempel richtig.

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mit dem Mahlen von roter Farbe in Verbindung gebracht werden159. Von den Stempelsteinen der Ägäis wird seit langem angenommen, dass sie Machtsymbole darstellten. Häufig aber wurden ihre Fundumstände nicht sorgfältig genug beobachtet und dokumentiert, um einen wirklichen Beweis für diese Annahme zu liefern. Erst die Bedingungen bei der Freilegung des Gräberfelds von Phourni-Archanes (Kreta) ermöglichten fundiertere Schlussfolgerungen. Wenn man die Stempel im Kontext der unterschiedlichen Funde betrachtet, scheint es, dass es sich bei ihnen wohl tatsächlich um Prestigeobjekte handelte. Sie waren im Besitz von Menschen mit einem hohen gesellschaftlichen Rang (z. B. Sippenführer, Familienoberhäupter) und spielten vielleicht als Symbol bei dessen Legitimation oder Bestätigung eine Rolle. Diese Rolle konnten sie auch nach dem Tod ihres Besitzers behalten haben (vor der Palastzeit kam der größte Teil der Stempel in Bestattungen vor). Dies bedeutete, dass sie zwar im alltäglichen Leben verwendet wurden, aber ihrem Besitzer oder deren Nachkommen in den Tod folgten, um ihre Stellung in der Gesellschaft zu zeigen (unveräußerliche Güter). Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Stempel genauso bei der sekundären Beerdigung ihrer Besitzer eine Rolle gespielt haben könnten. Es ist nicht sicher, ob die Tholosgräber solche Stätten waren, in der eine ganze Gemeinde oder nur eine exklusive, privilegierte Elite bestattet wurde. Deswegen könnte der Stempel auch einen Gegenstand darstellen, der die Menschen, die an einem Ort beerdigt wurden, voneinander unterschieden hat160.

lag in der Nähe der Kulturschicht Nr. 1384 und der Objekte, die unter der Kulturschicht ausgegraben wurden. In einem Objekt kam ein Amphorenfragment vor, das mit einer Tierplastik verziert ist. Material: mit glimmerhaltigem Sand und Keramiksplitt gemagerter Ton, innen sorgfältiger, außen nur mit den Fingern geglättet, mit nachträglichen Brandspuren. Fußstück mit Hohlraum eines Tongegenstands (Abb. 19,2). Sein unterer Teil ist säulenartig mit rechteckigem Querschnitt, der obere verbreitert sich trichterförmig ab der Bruchfläche. Maße: 105×96 mm. Analogien zu diesen Fundstücken sind aus Stránska/Oldalfala-Mogyorós bekannt162. Zur Interpretation der Fragmente unbekannter Bestimmung Die Funde sind leider so fragmentiert, dass die Bestimmung ihrer ursprünglichen Form und Funktion fraglich ist. Vorläufig werden zwei Möglichkeiten vorgeschlagen: Als erste Variante werden die Fragmente als das Bein eines Modells einer Sitzgelegenheit (Möbel, Thron?) angesehen. In der Badener Kultur sind solche Gegenstände bisher nicht bekannt. In Vucedol-Gradac kam aus dem Apsidenhaus ˇ Nr. 1 ein miniaturisiertes, auf vier Beinen stehendes Stuhlmodell mit Rückenlehne zutage163. Das Apsidenhaus wurde in der Erstveröffentlichung in die Badener Kultur, später der Kostolac-Kultur zugeordnet164. Die zweite Möglichkeit ist, die Fragmente als Gefäßfüße zu bestimmen. Es wird ein Gefäßtyp vorgestellt, der in Südeuropa großräumig und über einen langen Zeitraum in unterschiedlichen Varianten verbreitet war und der bisher als Rhyton, Kohleeimer oder Salzgefäß interpretiert wurde. Für ihn sind vier Füße, oben ein ringförmiger Henkel und ein großer, tiefer Hohlraum charakteristisch. Diese Gefäße waren von 4800 bis 3500 v. Chr. vom Peloponnes bis zum Triester Karst, vom Kosovo bis Italien und bis zu den Liparischen Inseln verbreitet165. Die Fragmente von Balatono ˝szöd sind in Größe und Gestaltung einander ähnlich. Formgleiche Fragmente sind auch von mehreren Fundorten bekannt166. Ein vollständiges Gefäß dieses Typs aus der Badener Kultur ist bis jetzt jedoch noch nicht gefunden worden.

4. Fragmente von unbekannter Bestimmung – Grube Nr. 2224, Sektor Nr. 52/28, unspezifisch (Frühe?) Badener Kultur In der Grube wurden 8 kg Keramikfragmente geborgen, darunter Fragmente von zweigeteilten Schüsseln. Die Grube Nr. 2224 liegt in einem Grubenkomplex zusammen mit Grube Nr. 2102, in der menschliche Skelette gefunden wurden161. Material: mit Keramiksplitt gemagerter Ton, sorgfältig geglättet, rot gebrannt. Fußstück eines Tongegenstands (Abb. 19,1). Sein unterer Teil ist säulenartig mit rechteckigem Querschnitt, der obere Bereich verbreitert sich trichterförmig ab der Bruchfläche. Maße: 100×47×85 mm. – Grube Nr. 2733, Sektor Nr. 41/17, unter der Kulturschicht Nr. 1383, Badener Übergangsphase II.A In der Grube wurde 1 kg Keramikfragmente freigelegt, darunter das Fragment einer menschlichen Beinplastik und ein Randfragment eines ausladenden Gefäßes, das mit einer besonderen Applikation verziert ist. Die Grube Nr. 2733

Resümee In unserer Arbeit haben wir die Gegenstandstypen (anthropomorphe Kleinplastiken, Hausmodelle, Stempel) aus der großflächigen Badener Langzeitsiedlung von Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ (100.000 m2, Phasen I.B-III, 4680x45– ˝i ˝lo 4110x50 BP, 570 14C-Jahre; Abb. 20) vorgestellt, die wir für

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Die Farbspuren, die auf den balkanischen Stempeln zu sehen sind, können interessanterweise nur bei den späten, kupferzeitlichen Funden beobachtet werden (Dzhanfezova 2005, 319). Karytinos 1998, 78–86. Horváth 2004a.

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Sog. Spätbadener Phase; Kovács 2003, Abb. 35,4a–b. Schmidt 1945, Taf. 29,2. Nikolic 1996, 381. ´ Chapman 2000a, 65–68. Peric 1996, Abb. 7,b–c; 8,f.k–m, usw. ´

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Abb. 19. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝ – 1. Grube Nr. 2224; 2. Grube Nr. 2733: Beinfragmente mit unbekannter Bestimmung ˝i ˝lo

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Abb. 20. Balatono ˝szöd-Temeto Du ˝, Ausgrabungskarte mit der Bezeichnung der Kultgegenstände. ˝i ˝lo Rot: menschliche Bestattungen; Blau: tierische Bestattungen; Grün: Zeremoniengefäß oder -gegenstand

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Kultgegenstände halten. Ihre ehemalige Rolle versuchten wir unter Einbeziehung weiterer Funde und Befunde, die in ihrer Umgebung freigelegt wurden, zu interpretieren. Die Kultgegenstände kamen entweder in einem geschlossenem Objekt oder einer Kulturschicht, in einem typologisch bestimmbaren Umfeld, zum Vorschein. Die Nähe von Opfergruben mit menschlichen und tierischen Knochen, die in ihrer Umgebung freigelegt wurden, deutet an, dass sie mit Zeremonien verbunden gewesen sein könnten, die von gewaltsamen Opferhandlungen begleitet wurden. Die Kultgegenstände befanden sich bei ihrer Bergung nicht mehr an ihrem primären Bestimmungsort. Sie kamen, wenn sie ihren exakt definierten Zweck erfüllt hatten, in zerbrochenem Zustand – nun ihrer sakralen Kraft beraubt – in den Abfall. Der mögliche gleichzeitige Gebrauch der verschiedenen Gegenstände (anthropomorphe Kleinplastiken, Hausmodelle, Stempel) könnte auf eine rituelle Verbindung untereinander hindeuten. Die Kultgegenstände von Balatono ˝szöd wurden in der Nähe von bestatteten Individuen angetroffen, die, mit abweichendem Hintergrund, nicht eines natürlichen, sondern eines gewaltsamen Todes gestorben waren (Opfern). Trotzdem kamen Gegenstände wie z. B. Stempel und Idole aber auch in regulären Bestattungen vor und dienten dem Totenoder Ahnenkult innerhalb der Siedlungen. In den meisten religionsgeschichtlichen Arbeiten wird betont, dass jede Religion – egal welcher Form – in sich geordnet ist, ihre eigene Logik besitzt, die aber vom Alltag abweicht, und eine nur für sie charakteristische Form hat. Die Opferstellen und die dort verwendeten Gefäße und Gegenstände lagen in der Siedlung von Balatono ˝szöd oft noch eng beieinander, manchmal auch etwa 10 m voneinander entfernt. Der Grund dafür ist in der Lebensweise der Angehörigen der Badener Kultur und in der Struktur der kultischen Zeremonien zu suchen, über die unsere Kenntnisse leider noch sehr bruchstückhaft sind. Der Fall von Balatono ˝szöd ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine isolierte Interpretation einzelner Gegenstandsgruppen (vgl. Idole oder Stempel) bzw. eine separate Veröffentlichung des Materials aus geschlossenen Objekten ohne Einbeziehung ihrer Umgebung mit einem immensen Informationsverlust und Irrwegen verbunden ist. Den transzendenten Aspekten einer prähistorischen Kultur mit ihrer eigenen Logik können wir uns nur nähern, wenn wir sie aus einer breiteren Perspektive betrachten. Selbstverständlich ist das Beispiel von Balatono ˝szöd nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Verständnis der religiösen Vorstellungen und Zeremonien der Badener Kultur. Dadurch, dass es gelungen ist, Gegenstände, die allgemein als Kultgegenstände angesprochen werden, auch mit in den Siedlungen durchgeführten Zeremonien des Toten- und des Ahnenkults zu verbinden, sind wir aber in Richtung einer Lösung aufgebrochen, deren Ende wir aber noch lange nicht erreicht haben.

Literaturverzeichnis
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Ph.D. Tünde Horváth, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Archäologisches Institut, Úri u. 49, H-1014 Budapest

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