Zusammenfassung Gemeinschaftskunde

1. Leben in der Gesellschaft
1.1 Neue Anforderungen in Beruf und Privatleben
a) Schlüsselqualifikationen Handlungskompetenz Persönliche Kompetenz           Lern-/Leistungswille Ausdauer/Belastbarkeit Gewissenhaftigkeit Konzentrationsfähigkeit Selbstständigkeit/Initiative Kreativität Kritikfähigkeit Flexibilität Qualitätsbewusstsein Verantwortungsbewusstsein       Soziale Kompetenz Kooperationsbereitschaft Teamfähigkeit Höflichkeit/Freundlichkeit Konfliktfähigkeit Toleranz Kunden- und Serviceorientierung    Fachliche Kompetenz Beherrschung der Kulturtechniken gute Kenntnisse in Ausbildungsfächern berufliche Fertigkeiten

b) Lebenslanges Lernen    Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten beruflich und privat nutzen Erweiterung der Allgemeinbildung Stärkung Schlüsselqualifikationen    "Finger am Puls der Zeit"  kein Stillstand an technischen Fortschritt anpassen und orientieren Vertiefung Fremdsprachenkenntnisse

1.2 Familie und Gesellschaft
a) Bedeutung und Aufgabe der Familie       Wissensvermittlung Förderung geistiger und körperlicher Anlagen Erziehung/Sozialisation Wertevermittlung Befriedigung materieller Bedürfnisse liebevolle Zuwendung/Hilfe in Krisen   Verhalten der Eltern prägt Kinder maßgeblich ("Tugenden" wie Höflichkeit, Pünktlichkeit, Fleiß, Ehrlichkeit / "Schlüsselqualifikationen" s. o.) Gesellschaft benötigt genügend Nachwuchs zum Erhalt des Bevölkerungsstandes

b) Familie – rechtliche Situation in Deutschland Ehe und Familie nach GG unter besonderem Schutz Ausübung der elterlichen Sorge von beiden Elternteilen gleichberechtigt

Staatliche Förderung der Familie
    Finanzielle Hilfe      Rechtliche Vorteile Arbeitsmarkt      Soziale Einrichtungen   Mutterschaftsgeld (Mutterschaftsleistungen der Krankenkassen) Kindergeld (184 € bei 1. & 2. Kind, dann Staffelung) Elterngeld (einkommensabhängig) für Elternzeit (Kinderbetreuung zu Hause) Steuerersparnis durch "Erziehungsfreibetrag" höherer Betrag bei ALG I und II im Bedarfsfall Wohngeld Anrechnung der Kindererziehungszeit bei der Rentenversicherung (3 Jahre pro Kind) BAföG-Darlehen und finanzielle Zuschüsse für Schüler & Studenten Zuschüsse bei Riester-Renten-Sparplan Elternzeit (3 Jahre Freistellung für Väter und Mütter, Wechsel/parallel) Sonderurlaub (Betreuung kranker Kinder; 10 Tage/Jahr) Schwangerschafts- und Familienberatung/Erziehungsberatung Schuldnerberatung Kinderhort/Tagesstätten/Kindergarten (vermehrt Ganztagesform) Ganztagsschulen Sozialstationen/ soziale Dienste

Beratungsangebote

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1.3 Ehe
nach Art. 3 GG beide Ehe-Partner gleichberechtigt: beide dürfen erwerbstätig sein und Haushalt führen

Definition
 Partnerschaft auf Lebenszeit (Liebesbeweis) o o  Scheidungszahl nimmt zu Ehe kein Garant für lebenslange Bindung    

Voraussetzungen
1 Mann + 1 Frau (Monogamie) keine Bigamie beiderseitiges Einverständnis mind. 1 Partner  volljährig (geschäftsfähig) anderer Partner  mind. 16 Jahre mit der Erlaubnis der Eltern oder des Vormundschaftsgerichts keine Ehe mit Verwandten in gerader Linie (z. B. Bruder, aber Cousin möglich)     

Formeller Rahmen der Eheschließung
1 Standesbeamter muss anwesend sein Trauzeugen sind möglich, kein Muss Unterschriften der Eheleute sind zwingend kein öffentliches Aufgebot kirchliche Trauung rechtlich ohne Bedeutung

Erziehung & Fortpflanzung (Kinder) o o Erziehung kann von staatlichen Einrichtungen übernommen werden außereheliche Kinder werden gesellschaftlich akzeptiert

 

materielle Absicherung (& weniger Steuern) o Absicherung auch durch staatliche Hilfen

klassische Rollenverteilung zw. Mann & Frau o o o o heute keine Rollenverteilung mehr zwingend durch Emanzipation der Frau Elterngeld auch für Männer gesellschaftlicher Wandel

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Namensrecht     Ehe- und Familienname: Geburtsname der Frau oder Geburtsname des Mannes oder beide Partner behalten ihren Namen oder der Partner, dessen Geburtsname nicht Familienname wird, kann seinen Geburtsnamen voranstellen oder hinten ansetzten (Doppelname) Nachname der Kinder: nur einer der beiden Geburtsnamen

Vermögensverhältnisse

Zugewinngemeinschaft (gesetzl. Güterrecht)

Gütertrennung (vertragl. Güterrecht, notariell beurkundet) jeder verwaltet sein Vermögen selbst und haftet nur für eigene Schulden

Gütergemeinschaft (vertragl. Güterrecht, notariell beurkundet)

jeder verwaltet und nutzt sein Vermögen selbst

gemeinsame Verwaltung des Vermögens

Scheidung: das in der Ehe dazu erworbene Vermögen wird aufgeteilt (Ausnahme: pers. Schenkungen und Erbschaften)

Scheidung: Halbierung des Vermögens

1.4 Scheidung
Rechtliche Voraussetzungen

bis 1977 = Schuldprinzip Scheidung nur wenn ein Ehepartner schwere Eheverfehlungen (z. B. Ehebruch, unsittliches Verhalten) begangen hat Problem: Nur „Schuldige“ konnten zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden  Frauen konnten sich Scheidung aus eigenem Verschulden wirtschaftlich nicht leisten

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seit 1977  Zerrüttungsprinzip Scheidung ist möglich wenn Lebensgemeinschaft:  nicht mehr besteht (Trennung in der Vergangenheit) und  ihre Wiederherstellung nicht mehr zu erwarten ist (negative Zukunftsprognose)

Scheidung nur durch gerichtliches Urteil möglich auf Antrag eines oder beider Ehegatten
Familienrichter prüft, ob die Ehe gescheitert (zerrüttet) ist: wird angenommen (unwiderlegbare Zerrüttungsvermutung), wenn bestimmte Trennungszeiten eingehalten wurden: unter 1 Jahr Ausnahmefall: Fortsetzung der Ehe unzumutbar (Härtefall), z. B. Alkoholismus oder Gewaltanwendung mind. 1 Jahr beide sind mit der Scheidung einverstanden „Trennungsjahr“ mind. 3 Jahre wenn ein Partner nicht einverstanden mit der Scheidung

Regelung soll Rechtsmissbrauch entgegenwirken und sicherstellen, dass „einverständliche Scheidung“ nicht leichtfertig (Kinder!) und voreilig erfolgt

Folgen der Scheidung  Unterhaltsverpflichtung o o    wenn ein Ehegatte nicht für seinen eigenen Unterhalt sorgen kann  Anspruch auf Unterhalt vom Ehepartner wenn Kinder unter 18 oder in Berufsausbildung  Anspruch auf Unterhalt

Versorgungsausgleich Rentenansprüche aus Berufstätigkeit werden gegeneinander ausgeglichen Sorgerecht für die Kinder gemeinsames Sorgerecht für beide Ehepartner Umgangsrecht o o Kind hat Recht auf Kontakt zu beiden Elterteilen beide sind zum Umgang mit dem Kind verpflichtet

Vermögensaufteilung Verteilung des Vermögens nach Vereinbarung oder Gesetz (siehe Punkt Vermögensverhältnisse)

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1.5 Ehe/Familie im Wandel
Merkmal Früher selbstverständliches Ziel ohne Alternative Frau: Mutter & Hausfrau Mann: absolutes Oberhaupt Heute ca. 40 % Singles und nicht eheliche Lebensgemeinschaften

Ehe als Lebensform

Rollenverteilung

Frau und Mann weitgehend gleichberechtigt

Kinderzahl

meist 4 Kinder (1965 noch 2,5 Kinder)

meist nur 1 Kind; Ø 1,3 Kinder je Frau liberal-partnerschaftlich

Kindererziehung

autoritär mit körperlichen Strafen auf Lebenszeit (vor dem 20 Jhdt. oft nur 15 – 20 Ehejahre)

Ehedauer

"Erträglichkeit" ist entscheidend  jede 3. Ehe  Scheidung

außereheliche sexuelle Beziehungen

absolutes Tabu Frau wurde schnell missachtet; uneheliche Kinder waren Schande

Sex vor und außerhalb der Ehe kaum noch Tabu nichteheliche Kinder akzeptiert & rechtlich gleichgestellt

Gleichberechtigung der Frau Gesetzliche Entwicklung seit 1949 1949: Art. 3 Abs. 2 GG „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“
Vermögen Namensrecht Berufstätigkeit Haushaltsführung Namens- und Entscheidungsrecht nur Vater des Kindes berechtigt

Mann 1951

Name des Mannes

Mann darf Arbeit der Frau kündigen

Frau muss Haushalt alleinig führen

Zugewinngewinngemeinschaft 1971

Name des Mannes & Mädchenname

Frau darf arbeiten, wenn vereinbar mit Ehe + Familie

Frau muss Haushalt eigenverantwortlich führen

Mutter = für Kinder sorgen Vater = Entscheidungs- und Vertretungsrecht

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Vermögen

Namensrecht

Berufstätigkeit

Haushaltsführung

Namens- und Entscheidungsrecht Entscheidungs- und Vertretungsrecht steht beiden zu bei Unstimmigkeiten = Familiengericht

1995

freie Namenswahl

Mann + Frau dürfen erwerbstätig sein

Mann + Frau führen Haushalt gemeinsam

2005

Chancengleichheitsgesetz in Baden-Württemberg

Wunschtraum Gleichberechtigung oder Wirklichkeit? Gesetzliche Regelung Art 3 GG: Männer und Frauen sind gleichberechtigt    Gesellschaftliche Realität nur 21 % der Führungspositionen sind von Frauen besetzt schlechtere Bezahlung von Frauen für die gleiche Arbeit Frauen sind in der Regel für die Kinderbetreuung und den Haushalt zuständig (traditionelle Rollenverteilung)

 Widerspruch zw. Anspruch und Realität: Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht bzw. verwirklicht! Ursachen & Gründe Gesellschaft Frauen Unternehmen traditionelles Rollenverständnis wollen keine Karriere machen, sind oft zu bescheiden männl. Angestellte werden bevorzugt, da kein Ausfall durch Schwangerschaft oder Kinderbetreuung zu geringes Angebot von Krippenplätzen

Politik

2. Gesellschaft im Wandel/ Strukturwandel
aktuelle Zahlen für 2011 (stat. Bundesamt): primär sekundär tertiär 1,6 % Beschäftigte 24,6 % Beschäftigte 73,8 % Beschäftigte

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Primärer Sektor (Urproduktion)  Land- und Forstwirtschaft Tierzucht Fischfang Bergbau Holzbau    

Sekundärer Sektor (Industrie) Industrie Handwerk       

Tertiärer Sektor (Dienstleistung) Handel Verkehr/Logistik Tourismus Hotel/Gaststätten Kreditinstitute Versicherungen freie Berufe (Dienstleister) öffentlicher Dienst    

Quartärer Sektor (Information) Beratung (Rechtsanwälte, Ingenieure, Wirtschafts/Steuerberater) IT-Dienstleistungen Hochtechnologie (Nano-/ Biotechnologie) Kommunikationstechnologie

   

Energiewirtschaft  Baugewerbe

Basisinnovationen = Schlüsseltechnologien    ermöglichen Erschließung neuer Technikbereiche befinden sich im Wachstum, deshalb entscheidend für Wirtschaft der Zukunft Beispiele: o o o o 18. Jh. = Dampfmaschine (industrielle Revolution) 19. Jh. = Mechanik, Elektrotechnik, Fließband (Massenproduktion) 20. Jh. = Petrochemie (Erdöl)/ Kunststoff 21. Jh. = Mikroelektronik, Robotik, Informations-/Kommunikationstechnik

Basisinnovationen (Erfindung und Entwicklung) Prozessinnovation   viele neue Produktionsverfahren dadurch Verbilligung der Produkte Innovation der Berufe    neue Berufe neue Anforderungen aber: Verschwinden von Berufen Produktinnovation Viele neue Produkte, die technisch verbessert sind u. überwiegend ständig zur Verfügung stehen

Industrialisierung

Ausweitung von Handel und Konsum

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Technologischer Beeinflussung der Arbeitswelt und Wirtschaft       Entstehung neuer Tätigkeitsfelder Entwicklung neuer Ausbildungsberufe Verbesserung der Produktionstechnologien (Produktivitätssteigerung aber evtl. auch Arbeitsplatzabbau) vorwiegend PC-gestützte Arbeit (ca. 20 Millionen Arbeitnehmer) Unternehmenskonzentration nimmt zu (immer größere Konzerne mit höherem Kapital/Umsatz) Globalisierung o o o o o Erschließung neuer Märkte Behauptung im internationalen Konkurrenzkampf Abwanderung von Unternehmen ins Ausland (lohnkostengünstiger, geringere Produktionskosten/Rohmaterial vor Ort, etc.) Produktentwicklung durch internationale Teams gleichzeitig möglich "just in time" Lieferungen anstelle teurer Warenlager Neue Arbeitszeitmodelle       flexible Arbeitszeiten ("Stempeln" der Arbeitszeit; Kernarbeitszeit) Zwei- bzw. Drei-Schicht-Produktion zur möglichst optimalen Maschinenauslastung Nacht- und Wochenendschichten (rund 30 % aller Berufstätigen) Arbeitszeitkonten (Anhäufen von Überstunden und Abfeiern bei schlechter Auftragslage) Zunahme von Teilzeit-Arbeitsplätzen und "400-€-Jobs" zunehmende Beschäftigung von "Zeit-Arbeitskräften" und "freier Mitarbeiter" (Arbeitszeit unbegrenzt, da kein Arbeitsvertrag)

2.1 Spannungsfeld Ökonomie/Ökologie
Ökologie = Lehre der Umwelt (Erde, Wasser, Luft, Lebewesen in Wechselbeziehungen) Problem Umweltgefährdung und –verschmutzung = Störung des ökologischen Gleichgewichts mit erkennbaren Folgen:  Beeinträchtigung der Lebensprozesse bei Menschen, Tieren und Pflanzen durch o o Krankheiten (Waldsterben, etc.) oder Ausrottung Ursachen der Umweltzerstörung   größerer materieller Wohlstand erhöht Güterproduktion erhöhter Energieverbrauch größere Produktion und dadurch Konsum (Wegwerfgesellschaft)  Abgase, Abwässer, Abfälle und Müllablagerungen

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Umweltfaktor Ruhe

Umweltschäden zunehmender Straßen- und Luftverkehr Treibhauseffekt durch Abgase (z. B. CO2, Methan, FCKW)

Folgen Gesundheitsstörungen durch Lärm   Ansteigen des Meeresspiegels Verschiebung der Klimazonen Artensterben Zunahme von Naturkatastrophen Ausbreitung von Wüsten (südliche Länder) evtl. "Umweltflüchtlinge) Pflanzenschädigung Hautkrebs durch UVStrahlung Smog Atemwegserkrankungen Krebs Grund- und Trinkwasserbelastung Fischsterben steigende Radioaktivität

Klima (Atmosphäre)

    FCKW aus Spraydosen, Schaumstoffe, Kühlschränke, Klimaanlagen, etc. Belastung durch giftigen Staub und Ruß, etc.  

Ozonschicht

  

Luft

Wasser

Schwermetallbelastungen von Gewässern Überwärmung der Gewässer durch Kühlwasser Sickerwasser aus Mülldeponien Übersäuerung Bodenvergiftung durch Überdüngungen, Pestizide, Schwermetalle Ökologische Ziele

  

Boden

Pflanzen- und Waldsterben

   

Erhaltung einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt (Biotope, Nationalparks, Verbot giftiger Stoffe) Verminderung von Umweltbelastung und –verschmutzung Verringerung des Energieverbrauchs (Reduktion von CO2) Recycling und Zurückgewinnung von Rohstoffen

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Staatliche Maßnahmen zur Verfolgung ökologischer Ziele

Gemeinlastprinzip
(Umweltverschmutzer sind nicht bekannt, deshalb allgemeine Risikovorsorge)   Schaffung von Entsorgungseinrichtungen (Recycling- Anlagen, etc.) Beseitigung der Schäden (Reparatur von öffentlichen Gebäuden, Bau und Verbesserung von Klärwerken zur Trinkwasseraufbereitung, etc.) Finanzierungsanreize für umweltschonende Investitionen (Subventionen für Photovoltaik, neue Heizungsanlagen, Steuervergünstigungen) staatlich geförderte Umweltforschung 

Verursacherprinzip
(Umweltverschmutzer sind Unternehmen und Privatleute, d. h. bekannt) Umweltauflagen für Unternehmen und Privathaushalte (Katalysatoren, Schadstoffbeseitigung) Verbote für stark umweltbelastende Produktionsverfahren Steuern auf Energieverbrauch (Mineralölsteuer, Ökosteuer) Abgabenerhöhung für Müllproduzenten

  

Konferenzbeschlüsse und staatliche Ziele:  UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro Agenda 21 = Politik soll ausgerichtet werden auf nachhaltige Entwicklung o Ressourcenverbrauch nur entsprechend der Leistungsfähigkeit der Natur o Umweltschutz soll aber auch wirtschaftlich und sozial verträglich sein Klimaschutzziel für das Jahr 2020    Einsparung von mind. 20 % der ausgestoßenen Treibhausgase Ausbau erneuerbarer Energie Reduzierung der Abgase im Straßenverkehr Auswirkungen der Umweltschutzpolitik auf den Arbeitsmarkt Jobkiller-Wirkung  erhöhte Produktionskosten durch staatlich vorgeschriebene Umweltauflagen (v. a. umweltkostenintensive Branchen wie Energieversorgung, Mineralölverarbeitung, Chemie, Industrie, etc.) wenn erhöhte Kosten nicht durch Verkauf der Produkte aufgefangen werden können  Produktionsverlagerung ins Ausland    Jobknüller-Wirkung erhöhte Nachfrage von umweltschonenden Produkten Ausbau modernster Technik und in umweltintensiven Branchen deutsche Hersteller von Umweltschutzgütern exportieren Technologie (Windkraft/Solartechnik) Entstehung neuer Arbeitsplätze in Umwelttechnikbranche, erneuerbare EnergieVersorgung jährliche Wachstumsraten bis zu 8 % im Zukunftsmarkt Umweltschutz-Technologie

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2.2 Demographischer Wandel
Hauptfaktoren:  Geburtenrate  Sterberate/ zunehmende Lebenserwartung  Zu- und Abwanderung

Generationenvertrag Der Generationenvertrag bezeichnet ein Umlageverfahren zur Finanzierung der gesetzlichen Rente: Die (i.d.R. nicht selbständig) arbeitende Generation finanziert mit ihren Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung die Rentner von heute. Der Generationenvertrag gilt im gegenseitigen Einverständnis, ohne dass er ausgesprochen oder schriftlich festgelegt wurde
Definition des Bundesfinanzministeriums

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Folgen Altersvorsorge    Generationenvertrag funktioniert nicht mehr Einführung von höherem Renteneintrittsalter private Altersvorsorge

Gesundheitswesen      ansteigende Zahlen pflegebedürftiger Menschen zusätzlicher Bedarf von Einrichtungen und Kapazitäten in der Altenarbeit und Altenpflege steigende Beitragssätze der Pflegeversicherung/ Krankenversicherung immer höhere Kosten für medizinische Versorgung älterer Menschen evtl. Entwicklung zu einer medizinischen "Zweiklassen"-Versorgung

Staatliche Infrastruktur      in Kindergärten und Schulen ist bereits heute ein Rückgang der Schülerzahlen deutlich einerseits qualitativ positive Auswirkungen (kleinere Klassen, bessere Betreuung) andererseits höhere Kosten, denen weniger Steuerzahler gegenüber stehen gerade im ländlichen Raum Verringerung von wohnortnahen Bildungseinrichtungen Städtebaulich ergeben sich aus sinkenden Einwohnerzahlen die Notwendigkeit, der Verringerung des Neubaus von Immobilien und des Rückbaus von Ortsteilen oder die Aufgabe ganzer Siedlungen

Wirtschaft/ Arbeitswelt     geringere Raten des Wirtschaftswachstums, da weniger erwerbsfähige (arbeitende) Bevölkerung durch Ausscheiden von älteren Mitarbeitern  Verlust von Know-how-Potenzial des Unternehmens Fachkräftemangel Aussterben von Traditionsberufen (Schmied, Kürschner, etc.)

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3. Demokratie in Deutschland
3.1 Demokratie/ Allgemeine Begrifflichkeiten
Demokratie = griechisch " demos" (Volk) und "kratos" (Herrschaft) wichtigstes Merkmal = Gewaltenteilung unmittelbare Demokratie  Staatsgewalt (Exekutive, Legislative & Judikative) wird direkt vom Volk ausgeübt heute kaum noch als reine Demokratieform üblich; Ausnahme: teilweise Schweiz mittelbare Demokratie parlamentarisch =   Gesetzgebung geht vom Parlament aus Regierung ist vom Vertrauen des Parlaments abhängig   präsidial = Volk wählt Präsidenten direkt Präsident ist weitgehend unabhängig vom Parlament

Bsp.: Deutschland, Österreich

Bsp.: USA, Frankreich

repräsentative Demokratie :    politische Sachentscheidungen werden im Gegensatz zur direkten Demokratie nicht unmittelbar durch das Volk selbst, sondern durch Volksvertreter getroffen Volksvertreter werden gewählt und entscheiden eigenverantwortlich da die Volksvertretung meist ein Parlament ist, nennt man das System oftmals auch parlamentarische Demokratie

Gegensatz  Diktatur (Herrschaft des Einzelnen oder einer Gruppe unter Ausschluss des politischen Willens des Volkes oder anderer Organe)

Wahlgrundsätze

allgemein unmittelbar frei gleich geheim

Wahlrecht steht allen Staatsbürgern zu Abgeordnete werden direkt vom Wähler gewählt ohne Zwischenschaltung von Wahlmännern Wähler kann sein Wahlrecht frei und ohne Zwang und Einflussnahme ausüben jede Stimme zählt gleich viel Wahlrecht muss so ausgeübt werden können, dass andere davon keine Kenntnis erhalten

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Wahlrecht/Wählbarkeit Aktives Wahlrecht = „man darf wählen“ wer das aktive Wahlrecht besitzt, wird als wahlberechtigt bezeichnet Passives Wahlrecht = „man darf gewählt werden“ wer das passive Wahlrecht besitzt, wird als wählbar bezeichnet

alle Deutschen im Sinne des Grundgesetzes 18. Lebensjahr vollendet ab dem 18. Lebensjahr Wählbarkeit kann in besonderen Fällen bei verurteilten Straftätern („Ausschließungsgründe“) entzogen werden

Wahlsysteme Mehrheitswahl gewählt ist, wer die meisten Stimmen bekommen hat über Wahlkreise Vorteile:     klare Mehrheit wenige Parteien stabile Regierung enge Bindung von Abgeordneten zu Bürgern Verhältniswahl jede Partei erhält Parlamentssitze entsprechend ihrem Anteil an den Wählerstimmen über Kandidatenlisten (Parteilisten) Vorteile:    alle Stimmen zählen Vertretung von Minderheiten Parlament als Spiegelbild der politischen Strömungen im Volk

Nachteile:    viele Stimmen bleiben unberücksichtigt kaum Chancen für kleine und/oder neue Parteien politische Erstarrung

Nachteile:    Tendenz zu Splitterparteien schwierige Regierungsbildung krisenanfällige Koalitionsregierungen

personalisierte Verhältniswahl:    Verbindung zwischen Personenwahl (Erststimme) und Verhältniswahl (Zweitstimme) man will die Vorteile beider Wahlsysteme nutzen siehe Bundestagswahl

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Nur bei Kommunalwahlen Kumulieren: Unter Kumulieren (von lat. cumulus – Haufen) oder auch Häufeln versteht man die Möglichkeit bei Personen-Mehrstimmenwahlsystemen, mehrere Stimmen auf einen Kandidaten abgeben zu können, um dessen Position innerhalb einer offenen Liste zu verbessern. Panaschieren: Panaschieren (von frz. panacher – mischen) ist die Möglichkeit bei PersonenMehrstimmwahlsystemen mit freier Liste seine Stimmen auf Kandidaten verschiedener Listen zu verteilen.  auch Kandidaten vom Wahlzettel streichen

Grundrechte Freiheitsrechte        Freiheit der Person Glaubens-, Gewissens-, Religionsfreiheit freie Meinungsäußerung Versammlungsfreiheit Vereinigungsfreiheit freie Berufswahl Petitionsfreiheit       Unverletzlichkeitsrechte Recht auf Leben Schutz vor der Ehe & Familie Brief-, Post-, Fernmeldegeheimnis Unverletzlichkeit der Wohnung Schutz des Eigentums Recht auf körperliche Unversehrtheit      Gleichheitsrechte Gleichheit vor dem Gesetz Gleichberechtigung von Mann und Frau Gleichheit der staatsbürgerlichen Rechte & Pflichten Gleichheit der Wahlstimmen Unzulässigkeit von Ausnahmegerichten

Gerichtsbarkeit bei Verletzung der Grundrechte = Bundesverfassungsgericht Können Grundrechte eingeschränkt werden? Grundrechte können durch Gesetze allgemein, niemals im Einzelfall eingeschränkt werden, wenn dies zwingend notwendig ist. (z.B. Identitätsfeststellung durch die Polizei gem. StPO bzw. Polizeiaufgabengesetz (PAG), die das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung (RiS) und damit das Recht der persönlichen Freiheit Art. 2 GG einschränkt.) In einer Gemeinschaft, wie sie in einem Staat naturgemäß besteht, würde eine freie, uneingeschränkte Berufung auf Grundrechte durch die verschiedenen Menschen dazu führen, dass sie sich ständig gegenseitig behindern, da sie sich in ihren Zielen voneinander unterscheiden („Grundrechtekollision”). Beschränkungen sind also zwingend notwendig. Um zu verhindern, dass durch diese Beschränkungen die Grundrechte faktisch außer Kraft gesetzt werden, sind die Beschränkungen aber ausschließlich innerhalb festgelegter Grenzen zulässig. Bei allen Beschränkungen darf zum Beispiel der Wesensgehalt, die Kernaussage eines Grundrechts, nicht angetastet werden, außerdem muss die Beschränkung verhältnismäßig sein.

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Medien in der Demokratie Aufgaben   Information o objektive Verbreitung von innen- und außenpolitischen Nachrichten Kommentieren o Kommentator erörtert und beurteilt Nachrichten o Kommentator namentlich gekennzeichnet o subjektiv, da Meinung des Autors o Ziel: Mitwirkung an der Meinungsbildung der Bürger Kritik und Kontrolle von Politikern und Regierungen durch eigene Untersuchungen o Vierte Gewalt o Reportage o Medien haben Anspruch auf Behördenauskünfte o Medien können Herkunft der Informationen geheim halten (Zeugnisverweigerungsrecht) Beitrag zum Pluralismus (=friedliche Koexistenz verschiedener Interessen Ansichten und Lebensstile in einer Gesellschaft) und Beitrag zur Integration durch vielfältige Angebote möglichst aller verfassungskonformer, weltanschaulicher und politischer Positionen Freiheiten    Meinungsfreiheit  Recht auf freie Meinungsäußerung Pressefreiheit  Freiheit der Berichterstattung ohne Zensur Informationsfreiheit  ungehinderte Unterrichtung auf allgemein zugänglichen Quellen Warum "vierte Gewalt"?  Machtmissbrauch wird verhindert durch o Kontrolle o Kritik o Aufdeckung von Missständen Demokratie und Freiheit werden gesichert Medien prägen öffentl. Meinung, wodurch sie Einfluss auf Gesetzgebung und Wahlverhalten haben

 

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3.2 Staatsorgane
Bundespräsident Wahl des Bundespräsidenten      Amtsdauer = 5 Jahre Bundesversammlung (= Bundestagsabgeordnete + gleiche Anzahl Mitglieder von den Länderparlamenten per Verhältniswahl gewählt) erster Wahlgang = absolute Mehrheit zweiter Wahlgang = absolute Mehrheit dritter Wahlgang = einfache Mehrheit Aufgaben des Bundespräsidenten Legislative  kann Bundestag auflösen (gescheiterte Kanzlerwahl & Vertrauensfrage) Bundesgesetze ausfertigen (unterschreiben), veröffentlichen und bekanntmachen, damit sie in Kraft treten formelles Prüfungsrecht, ob die zuständigen Organe auch mit der notwendigen Mehrheit gehandelt haben materielles Prüfungsrecht, prüft den Inhalt, ob gegen höherrangiges Recht verstoßen wird     (= wirkt bei allen 3 Gewalten mit) Exekutive vertritt Bund völkerrechtlich schließt Verträge mit auswärtigen Staaten ab wirkt bei Wahl des Bundeskanzlers mit Ernennung u. Entlassung Bundesminister, Bundesbeamte u. Offiziere   Judikative Ernennung u. Entlassung der Bundesrichter Begnadigungsrecht bei politischen Strafsachen

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Bundesregierung Zusammensetzung  Bundeskanzler/in  Bundesminister/innen

Organisation und Amtsführung der Bundesregierung Kanzlerprinzip Kanzler bestimmt Richtlinien der Politik. Ressortprinzip innerhalb der Richtlinien ist jeder Bundesminister für seinen Bereich verantwortlich Aufgaben      lenkt und leitet die staatlichen Tätigkeiten handelt als Impulsgeber (Regierungstätigkeit) gestaltet die politischen Verhältnisse durch konkrete Maßnahmen (Verwaltungstätigkeit) Gesetzesvorlagen in den Bundestag einbringen Rechtsverordnungen erlassen Kollegialprinzip Bundesregierung entscheidet intern als Kollegium; Kanzler hat Vorsitz

Bundeskanzler Wahl des Bundeskanzlers  Amtsdauer = 4 Jahre 1. Wahlgang  Vorschlagsrecht für Kandidaten hat Bundespräsident Kandidat braucht absolute Mehrheit kommt Mehrheit nicht zu Stande  2. Wahlgang  2. Wahlgang Vorschlagsrecht aus der Mitte des Bundestages Kandidat braucht wieder absolute Mehrheit kommt Mehrheit nicht zu Stande  3. Wahlgang   3. Wahlgang erhält Kandidat absolute Mehrheit muss Bundespräsident ihn ernennen erhält Kandidat nur einfache Mehrheit hat Bundespräsident Wahlrecht, d. h. er kann ihn ernennen oder den Bundestag auflösen und innerhalb von 60 Tagen Neuwahlen stattfinden

 

Aufgaben des Bundeskanzlers     Vorsitzender und Organisation der Bundesregierung (Anzahl und Aufteilung der Ministerien) Festlegung der Richtlinien der Politik der Bundesregierung (Richtlinienkompetenz) Leitung der Geschäfte der Bundesregierung Befehlsgewalt über die Streitkräfte im Verteidigungsfall

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Ernennung der Bundesminister Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt Beendigung Amtszeit Bundeskanzler      mit jeden zusammentreten eines neuen Bundestages Freiwilliger Rücktritt Tod Konstruktives Misstrauensvotum Vertrauensfrage Konstruktives Misstrauensvotum Der Bundestag hat die Möglichkeit dem Bundeskanzler das Misstrauen auszusprechen. Dafür muss der Bundestag mit seiner Mehrheit einen neuen Bundeskanzler wählen. Anschließend muss der Bundespräsident den alten Kanzler entlassen und den neuen ernennen. Vertrauensfrage Hier geht die Initiative vom Bundeskanzler aus. Wenn sie oder er es politisch für notwendig hält, sich der Mehrheit im Bundestag zu versichern, zum Beispiel weil diese wegen knapper Mehrheitsverhältnisse unsicher ist, kann sie oder er im Bundestag den Antrag stellen „ihr oder ihm das Vertrauen auszusprechen”

Beendigung Amtszeit Bundesminister     Rücktritt oder Entlassung auf eigenen Vorschlag mit Ablauf der Amtszeit des Bundeskanzler bzw. mit jedem zusammentreten eines neuen Bundestages Entlassung auf Vorschlag Bundeskanzler Tod Bundesrat Zusammensetzung       aus Vertretern der 16 Landesregierungen in Abhängigkeit von ihrer Größe haben die Bundesländer zwischen 3 – 6 Vertreter bzw. Stimmen insgesamt besteht der Bundesrat aus 69 Mitgliedern wird nicht vom Volk gewählt = ewiges Organ Vertreter im Bundesrat haben "imperatives Mandat" = befehlendes Mandat (sind an Weisungen ihrer Länder gebunden) Präsident des Bundesrates = aus den Ministerpräsidenten für je 1 Jahr gewählt Aufgaben     Mitwirkung bei Gesetzgebung des Bundes Mitwirkung bei EU Mitwirkung beim Erlass von Rechtsverordnungen u. Verwaltungsvorschriften Mitwirkung bei der Wahl der Richter & des Verfassungsgerichts

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Bundestag Zusammensetzung/ Wahl Wahlperiode = 4 Jahre (bei vorzeitiger Auflösung Neuwahlen innerhalb 60 Tagen)

Exkurs: Bundestagswahl
Wähler hat 2 Stimmen (Erststimme und Zweitstimme) Erststimme    Wahl des Direktkandidaten des Wahlkreises Mehrheitswahl = Wahlsieg des Kandidaten mit den meisten Stimmen Wahl von 299 Direktmandaten    Zweistimme Wahl über Listen der Parteien Verhältniswahl = Auswertung bzw. Verteilung der Stimmen auf den Listen, d. h. Zuordnung der Mandate 299 Zweitstimmen-Mandate

insgesamt 598 Mandate Beispiel: Erststimme Partei A Zweitstimme Differenz 100 Direktmandate 150 Mandate 50 Mandate

Der Differenzbetrag ist dann die Zahl, die eine Partei tatsächlich Mandate nach der Zweitstimme erhält. Hat eine Partei ausnahmsweise mehr Direktmandate, als sie Mandate in der Zweitstimme bekommen würde, bezeichnet man den Differenzbetrag als Überhangmandat. Beispiel: Erststimme Partei B 49 Direktmandate Zweitstimme 40 Mandate Überhangsmandate 9 Bei der Berechnung nach der Zweitstimme werden nur Parteien berücksichtigt, die mind. 3 Direktmandate oder 5 % der gültigen abgegebenen Stimmen bei der Zweitstimme erhalten haben (5 % Sperrklausel)

Aufgaben des Bundestags       Mitwirkung bei Gesetzgebung Mitwirkung bei Wahl des Bundeskanzlers Mitwirkung bei der Wahl des Bundespräsidenten Durchsetzen des konstruktiven Misstrauensvotum Mitwirkung bei der Wahl der Bundesrichter u. Richter der Bundesverfassung Parlamentarische Kontrollfunktion Beschlussfassung des Bundestages   Normalfall = einfache Mehrheit nur wenn durch Gesetz besonders gefordert = 2/3 Mehrheit oder absolute Mehrheit

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Bundesverfassungsgericht = allen Verfassungsorganen gegenüber selbstständiger und unabhängiger Gerichtshof des Bundes Zusammensetzung      Amtsdauer = 12 Jahre  keine Wiederwahl möglich zwei Senaten mit je 8 Richtern Ausschuss des Bundestages, der aus 12 Bundestagsabgeordneten besteht, und der Bundesrat wählen jeweils mit Zweidrittelmehrheit die Hälfte der Richter beider Senate wählbar = Bundesrichter sowie Personen mit der Befähigung zum Richteramt; müssen 40 Jahre oder älter sein und das passive Bundestagswahlrecht besitzen Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts dürfen weder Organen der Legislative noch Organen der Exekutive des Bundes oder der Länder angehören Zuständigkeiten bzw. Klagearten

Abstrakte Normenkontrolle  Feststellung von Vereinbarkeit zwischen Bundeso. Landesrecht mit dem GG Feststellung von Vereinbarkeit von Landesrecht und Bundesrecht Entscheidung hat Gesetzeskraft  

Konkrete Normenkontrolle hier liegt konkreter Rechtsstreit vor wenn Richter der Meinung ist das z. B. Landesrecht gegen das GG verstößt, kann er dies zur Überprüfung an das Bundesverfassungsgericht überreichen 

Verfassungsbeschwerde von Jedermann können Eingriffe der öffentlichen Gewalt in GG abgewehrt werden Voraussetzung: alle anderen Rechtswege erschöpft

Wirkung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts   alle Verfassungsorgane (Bund/Länder) und alle Gerichte bzw. Behörden müssen sich zwingend an Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts halten manche Entscheidungen haben sogar Gesetzeskraft

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3.3 Gesetzgebung

3.4 Landtagswahlen
Wer ist wahlberechtigt?    18. Lebensjahr vollendet deutscher Staatsangehöriger Hauptwohnsitz im jeweiligen Bundesland seit min. 3 Monaten (Bürgerstatus) Die Stimmabgabe    1 Stimme (Bundestagswahlen 2 Stimmen = 1 Stimme für Abgeordneten u. 1 Stimme für Partei) Abgabe der Stimme im Wahllokal in dem Ort, in dem man wohnt Wähler können einen Kandidaten aus dem jeweiligen örtlichen Wahlkreis wählen

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3.5 Parteien, Verbände und Bürgerinitiativen
Parteien

Aufgaben der Parteien      politische Vorstellung und Interessen vertreten zu politischen Konzepten und Programmen bündeln Mitwirkung bei der politischen Willensbildung suchen nach Lösungen von politischen Problemen stellen Kandidaten für politische Ämter     

Grundsätze des Parteisysteme in Deutschland gesetzliche Grundlage: Grundgesetz und Parteiengesetz Mehrparteienprinzip Parteienfreiheit Chancengleichheit finanzielle Rechenschaftslegung

Verbände      Interessensgruppen Mitwirkung an politischer Meinungsbildung staatliches Handeln beeinflussen versuchen auf Gesetzgebung Einfluss zu nehmen (Lobbyismus) Unterschied zu Parteien = nehmen nicht an Wahlen teil

Beispiele:     Gewerkschaften Verbraucherverbände Wohlfahrtsverbände Deutscher Mieterbund    Hobby- und Sportvereine Menschenrechtsorganisationen Tierrechts- und Umweltschutzorganisationen

Bürgerinitiativen      aus der Bevölkerung heraus gebildete Interessensvereinigung parteiunabhängig nicht auf Dauer angelegt meist auf ein Einzelprojekt bezogen nehmen nicht an Wahlen teil

Beispiele:   Stuttgart 21 Bau einer Umgehungsstraße   Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen Initiative "Rettet den Laubfrosch"

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Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung
Entspannungspolitik durch Willy Brandt

Ostverträge (UdSSR, Polen, CSSR)    Entspannung und friedliche Zusammenarbeit Unverletzlichkeit der Grenzen und Anerkennung der Oder-Neiße-Linie Verzicht auf Drohung und Anwendung von Gewalt Viermächteabkommen über Berlin    Gewaltverzicht; friedliche Lösungen bei Streitfragen Verbesserung der Zugänge und Verbindungen nach Berlin Westberliner erhalten Besuchserlaubnis für Ostberlin Grundlagenvertrag    gute nachbarliche Beziehungen Transitabkommen, Verkehrsvertrag Anerkennung der UN-Charta Überwindung des Ost-West-Gegensatzes in Deutschland

Perestroika = Umgestaltung    Vertiefung der sozialistischen Demokratie 

Glasnost = Offenheit bessere Information der Bevölkerung Meinungsvielfalt offene Diskussionen verschiedener Ansichten auch bei Außen- und Innenpolitik

Entwicklung der Selbstverwaltung des Volkes  Förderung von Initiative und schöpferischer  Arbeit 

Wirtschaftssysteme der zwei deutschen Staaten

DDR        Planwirtschaft Arbeiter- und Bauernstaat Zentralstaat Mangelwirtschaft Fünfjahresplan Verstaatlichung Subventionen       

BRD soziale Marktwirtschaft Kapitalismus Pluralismus Föderalismus Tarifautonomie Angebot & Nachfrage Parteienvielfalt

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Gewaltlose Revolution in der DDR Ursachen:     Fehlen persönlicher und politischer Freiheit (Reise- und Wahlfreiheit) keine Meinungsfreiheit hohe Verschuldung wirtschaftliche Unzufriedenheit

Folgen:    Flucht nach Öffnung der Grenzen Ungarns nach Österreich Massendemonstrationen (Montagsdemos) Flucht in westdeutsche Botschaften (in Prag und Warschau)

Mauerfall am 09.11.1989 Wiedervereinigung am 03.10.1990

Voraussetzungen für die Wiedervereinigung 2 + 4 – Vertrag (1990)         Vertragspartner: BRD, DDR + USA, UdSSR, Frankreich, UK Deutschland = BRD + DDR Deutschland ist Bestandteil der europäischen Friedensordnung bestehende Grenzen sind endgültig Gewaltverzicht Deutschland verzichtet auf ABC-Waffen Deutschland ist Mitglied der NATO Rückzug der 4 Mächte aus Berlin

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Europäische Union
Zeittafel

Unterz. 1948 1951 In Kraft 1948 1952 Vertrag Brüsseler Paris Pakt

1954 1957 1955 1958 Pariser Rom Verträge

1965 1986 1967 1987 Fusions- Einheitliche vertrag Europäische Akte

1992 1993 Maastricht

1997 1999 Amsterdam

2001 2003 Nizza

2007 2009 Lissabon

Europäische Gemeinschaften Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) Europäische Gemeinschaft für → Kohle und Stahl (EGKS) Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)

Drei Säulen der Europäischen Union

Vertrag 2002 ausgelaufen Europäische Gemeinschaft (EG) Justiz und Inneres (JI) Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS)

Europäische Union (EU)

Europäische Politische → Zusammenarbeit (EPZ) Militärbündnis Westeuropäische Union (WEU)

Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)

Vertrag 2010 beendet

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Europa – Warum? Gründe:       Überwinden des nationalen Denkens Ende der deutsch-französischen Gegnerschaft außenpolitische Unabhängigkeit gegenüber USA / Russland wirtschaftlicher Wiederaufbau/ wirtschaftliche Stabilität Verbesserung des Lebensstandards gewaltlose Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten

3 Säulen der EU

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Geschichtlicher Ablauf

1951 Gründungsländer: Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, BRD 1957 Römische Verträge

Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) oder Montanunion  Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Kohle und Stahl

Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)  Zollunion  gemeinsamer Agrarmarkt  politische Zusammenarbeit  geplant: Wirtschafts- und Währungsunion Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM)  gemeinsame friedliche Nutzung der Kernenergie

1967

Zusammenschluss zur Europäischen Gemeinschaft (EG)  Fusionsvertrag Vollendung der Zollunion Beitritt: Dänemark, Großbritannien, Irland Erste Direktwahl zum EU-Parlament Beitritt: Griechenland Beitritt: Portugal und Spanien EU-Binnenmarkt Vertrag von Maastricht = Gründung der EU

1968 1973 1979 1981 1986 1993

1995 2002 2004

Beitritt: Finnland, Schweden, Österreich Einführung des Euros Unterzeichnung der Europäischen Verfassung Osterweiterung: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern, Malta

2007 2009 Vertrag von Lissabon

Beitritt: Rumänien, Bulgarien 2009: Erste Europawahl

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Europäischer Binnenmarkt

freier Personenverkehr     keine Grenzkontrollen Niederlassungsfreiheit Beschäftigungsfreiheit Harmonisierung der Einreise- und Asylgesetzgebung freier Kapitalverkehr  größere Freizügigkeit für Geld- und Kapitalbewegungen     

freier Warenverkehr keine Grenzkontrollen Anerkennung nationaler Normen und Vorschriften

freier Dienstleistungsverkehr Liberalisierung der Banken, Versicherungen und Finanzdienste Harmonisierung der Banken- und Versicherungsaufsicht Öffnung der Transport- und Telekommunikationsmärkte

Mitgliedsstaaten

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Beitrittsjahre der Mitgliedsstaaten

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Wichtige Verträge

Maastrichter Vertrag (1993) Ziel: Vorbereitung auf die Europäische Währungsunion und Einführung von Elementen einer politischen Union (Unionsbürgerschaft, gemeinsame Außen- und Innenpolitik). Wichtige Neuerungen:   Gründung der Europäischen Union

Amsterdamer Vertrag (1999) Ziel: Eine Reform der EU-Institutionen zur Vorbereitung auf den Beitritt neuer Mitgliedstaaten.

Wichtige Neuerungen:  Änderungen, Umnummerierung und Konsolidierung der EU- und EWG-Verträg transparenterer Entscheidungsprozess (vermehrte Anwendung des Mitentscheidungsverfahrens)

Einführung des Mitentscheidungsverfahrens (Stärkung EU-Parlament)  neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der EU, z. B. in den Bereichen Verteidigung, Justiz und Inneres Vertrag von Nizza (2003) Ziel: Eine Reform der EU-Institutionen, damit die EU auch nach ihrer Erweiterung auf 25 Mitgliedstaaten ihre Aufgaben wirksam erfüllen konnte. Wichtige Neuerungen:   Bestimmungen über eine geänderte Zusammensetzung der Kommission neue Stimmengewichtung im Rat

Vertrag von Lissabon (2009) Ziel: Eine demokratischere und wirksamere EU, die in der Lage ist, globale Probleme wie den Klimawandel besser anzugehen und dabei mit einer Stimme zu sprechen. Wichtige Neuerungen:     mehr Befugnisse für das Europäische Parlament geändertes Abstimmungsverfahren im Rat die europäische Bürgerinitiative Einführung der Ämter eines ständigen Präsidenten des Rates der Europäischen Union und eines neuen Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherheitspolitik

 neuer diplomatischer Dienst der EU Im Vertrag von Lissabon ist festgelegt, welche Befugnisse  die EU hat,  die EU-Mitgliedstaaten selbst haben

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EU-Organe Allgemeine politische Richtung Der Europäische Rat legt die allgemeine politische Richtung der EU fest – hat aber keine gesetzgebende Gewalt. Unter der Leitung des Ratspräsidenten treten die Staats- und Regierungschefs sowie der Präsident der Kommission mindestens alle sechs Monate für einige Tage zusammen. Rechtsetzung Drei Institutionen teilen sich die Rechtsetzungsgewalt in der EU:  das Europäische Parlament, das die europäischen Bürgerinnen und Bürger vertritt und von ihnen direkt gewählt wird;  der Rat der Europäischen Union, in dem die Regierungen der einzelnen Mitgliedsländer vertreten sind. Den Ratsvorsitz übernehmen die einzelnen Mitgliedstaaten im Turnus;  die Europäische Kommission, die die Interessen der EU insgesamt vertritt. Gemeinsam entwickeln diese drei Institutionen im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren (vormals „Mitentscheidungsverfahren“) die politischen Strategien und Rechtsvorschriften, die in der gesamten EU Anwendung finden. Die Kommission schlägt neue Rechtsvorschriften vor, und das Parlament und der Rat verabschieden sie. Die Kommission und die Mitgliedstaaten setzen diese Rechtsvorschriften um, und die Kommission stellt außerdem sicher, dass die Rechtsvorschriften in den EU-Ländern ordnungsgemäß angewendet und umgesetzt werden.

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EU-Parlament 3 wichtige Aufgaben:  Erörterung und Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften, in Zusammenarbeit mit dem Rat  Kontrolle anderer EU-Institutionen – insbesondere der Kommission –, um deren demokratische Arbeitsweise sicherzustellen  Erörterung und Verabschiedung des EU-Haushalts, in Zusammenarbeit mit dem Rat. Zusammensetzung   die Anzahl der Abgeordneten pro Land richtet sich nach der jeweiligen Bevölkerungsanzahl (mindestens 6 und höchstens 96) Mitglieder des Parlaments sind nach Fraktionen und nicht nach Staatsangehörigkeit gruppiert

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Europäischer Rat Welche Aufgaben hat der Europäische Rat?    legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen und Prioritäten der EU fest befasst sich mit komplexen oder sensiblen Themen, die auf einer niedrigeren Ebene der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit nicht geklärt werden können nimmt zwar Einfluss auf die Festlegung der politischen Agenda der EU, ist jedoch nicht befugt, Rechtsvorschriften zu erlassen

Wer wirkt am Europäischen Rat mit?     Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten Präsident der Kommission Präsidenten des Europäischen Rates Vorsitz Hohe Vertreter/in der Union für Außen- und Sicherheitspolitik Rat der Europäischen Union/ Ministerrat Welche Aufgaben hat der Rat der Europäischen Union? 1. Er verabschiedet Rechtsvorschriften der EU. 2. Er sorgt für die Abstimmung der Grundzüge der Wirtschaftspolitik in den Mitgliedstaaten. 3. Er schließt internationale Übereinkünfte zwischen der EU und anderen Staaten ab. 4. Er genehmigt den Haushaltsplan der EU. 5. Er entwickelt die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. 6. Er koordiniert die Zusammenarbeit der nationalen Gerichte und Polizeikräfte der EUMitgliedstaaten. Wie setzt sich der Rat der Europäischen Union zusammen? Der Rat der Europäischen Union hat keine festen Mitglieder. Zu einer Tagung des Rates schickt jeder EU-Mitgliedstaat den Minister, der für den zu diskutierenden Politikbereich zuständig ist. Wenn zum Beispiel Umweltfragen auf der Tagesordnung stehen, nehmen die Umweltminister aus allen EUMitgliedstaaten an der Tagung teil. Dieses Treffen wird dann als Rat „Umwelt“ bezeichnet. EU-Kommission Welchen Zweck erfüllt die Europäische Kommission?      vertritt und wahrt die Interessen der ganzen EU überwacht die Strategien der EU-Politikbereiche und setzt diese um verwaltet den Haushaltsplan der EU und weist Finanzhilfen zu setzt das EU-Recht durch (gemeinsam mit dem Europäischen Gerichtshof); vertritt die EU auf internationaler Ebene, z. B. beim Aushandeln von Vereinbarungen zwischen der EU und Drittstaaten

Wie ist die Europäische Kommission aufgebaut?    27 Kommissare aus den einzelnen EU-Mitgliedstaaten übernehmen die politische Leitung der Kommission für einen Zeitraum von fünf Jahren Präsident der Kommission überträgt jedem Kommissar die Verantwortung für einen bestimmten Politikbereich

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