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Referate

101

Hähnlein,

V.:

Seelische Selb sthehandlung.

Kahitzsdi,

Leipzig, 1926.

Eine kurze Darstellung der C o u fe sehen Autosuggestionsmethode verbunden mit Versuchen, sie teils theoretisch zu begründen, teils zu kritisieren. Versuche, die mißlingen, bzw. oberflächlich bleiben mußten, weil dem Autor das

Wesen der

suggestiven Rapports, des

Unbewußten und der primitiven

seelischen

Reaktionen nicht bekannt zu sein scheinen. Die behaupteten organischer Krankheiten stehen nach wie vor als Rätsel vor uns.
\V.

Heilungen

Reich

(Wien)

Aus der psychoanalytischen Literatur
Freu d,
Sigm.
:

Die Frage der Laienanalyse.
einem
Unparteüsdien.
Internationaler

redungen
Dieses
scheint

mit

UnterPsydio-

analytisdier Verlag,

Wien

IQ26, 123 Seiten.

Buch

sich

an

angenommen den Wunsch
das

warscheinlich ein mit Absicht eng umgrenztes Ziel. Es irgendeinen Kreis von Gebildeten zu wenden, von dem wird, daß er Einfluß auf die Gesetzgebung und zugleich hat, darüber unterrichtet au werden, welche Stellung eine
verfolgt
ist

Regierung zur Frage

Buch

gibt,

der Laienanalyse einnehmen sollte. Die Antwort, die vollkommen eindeutig; es kann nach ihr hinsichtlich der

persönlichen Ansicht Prof.

Freuds

über

diesen

Gegenstand

kein

Zweifel

bestehen. Immerhin, der ausübende Analytiker, der mit allen Komplikationen und Schwierigkeiten des Problems vertraut ist, dürfte es von seinem Stand-

punkt aus bedauern, daß Prof. Freud sich mit den örtlichen Autoritäten Wiens nicht kürzer, etwa in einer Abhandlung vom vierten Teil der

und sich nicht eher der technischen an der unsere Praktiker so tief interessiert sein würden. Denn es darf nicht verschwiegen werden, daß viele von den einschlägigen Gesichtspunkten nur flüchtig gestreift, vereinfacht oder auch ganz unerwähnt gelassen worden sind, so daß sich bei vielen Analytikern Unbefriedigtheit und der Wunsch nach einer ausführlicheren Darstellung
vorliegenden Arbeit auseinandergesetzt
Seite des Problems

zugewandt

hat,

bemerkbar machen dürfte. Das Buch ist abgefaßt in Form eines sokratischen Dialogs zwischen Prof. Freud und einem ideal (sehr ideal !) vorgestellten gebildeten Gegenspieler, der an das Problem ganz unparteiisch herangeht. Es ist eine Form, die, wie wir es beispielsweise aus den „Vorlesungen" wissen, der Darstellungskraft des Meisters in bewundernswerter Weise entspricht, denn sie ermöglicht es ihm, sich am unmittelbarsten mit den Fragen und Einwänden, die sich bei seinen Hörern regen können, auseinanderzusetzen. Bei diesem Verfahren ist es für den Erfolg ganz imerläßlich, daß man im Erraten der jeweils möglichen Bedenken der Hörer mit strenger und gewissenhafter Unparteilichkeit vorgehe, und diese Bedingung weiß Prof. Freud besser als jeder andere zu erfüllen. Bei den Worten „Sie werden sagen" kann man schon mit Sicherheit auf eine verwirrende Schwierigkeit und auf ihre endgültige Lösung gefaßt sein. Im vorliegenden Buch gibt es einige Stellen, wo Prof. Freud sein

wie wir immer mehr einsehen lernen. Freud . Der beste Weg zu ihrer Abkürzung scheint ihre korrekte Durchführung zu sein". angeführt zu werden „Ich muß leider konstatieren. Nirgends ist irgendeine denen. sich selbst erfassenden. daß sie von erzieherischen Maßnahmen begleitet sein müsse (S. alle Bemühungen. zu Ingesetzgebenden . der den bemerkenswertesten und interessantesten Teil des Buches ausmacht. Freud an zahl. die bloße Existenz von Neurosen erwachsen. Über den ersten Teil. beherrschenden und bestimmenden. Ich sage anfechtbar'. 76/77). ist nicht viel zu sagen ein vertrautes Thema immer von neuem mit steter mit der Prof. Laienanalytikers. die sich ganz auf dem gewohnten hochwertigen Niveau des Autors halt. und es ist durchaus möglich. wäre. sind bisher gescheitert. Prof. im Zweifel. und hier tut er es gewiß nicht. daß zukünftige Erfahrungen uns lehren werden. ob Laienanalytiker zur Praxis zuzulassen seien oder nicht. die der Gesellschaft durch die Religion. Das Buch ist eigens zu dem Zweck geschrieben. ab. der mehr als zwei Drittel des Buches einnimmt. Sätze über kurze Analysen sind wohl wert. dem ihm vorschwebenden Gesetzgeber das Material in die Hand zu geben. Der übrige Teil des Buches enthält ausschließlich eine Verteidigung des Freud läßt uns über seine Ansichten selten Prof. äußern. mit der er sonst immer den exaktesten Kern des zu beantwortenden Einwands auffindet. das einige Unvollkommenheiten aufweist. An dem Buch lassen sich drei Hauptteile unterscheiden: erstens eine allgemeine Darstellung.: J02 Referate außerordentlich hohes Niveau in dieser Hinsicht nicht ganz erreicht. aher wir vermissen zuweilen die feine Genauigkeit. die Rechtspflege und nicht zuletzt die Einrichtungen Soziale haben sich unter der Voraussetzung gebildet. 60/61). der größte Zwischentypen. jeder Analytiker wird sie mit Nutzen lesen. denn wir haben doch die Analysen Erwachsener von einer Vermengung mit anderen Maßnahmen freizuhalten verstanden. daß es kein MittelMedizin — — gäbe zwischen dem vollkommenen rationalen. die analytische Kur ausgiebig zu beschleunigen. und drittens ein Ausbhck in die Zukunft. ihrer Theorie und Praxis gegeben als in dieser Arbeit. Besonders lebendig ist die glänzende Art. in der Prof. daß er selbst Freud macht daß es lehnt dem die jeden Wunsch. (S. an dem er die Entscheidung treffen kann. man muß auch diesmal die Genialität bewundern. also voll verantwortlichen Menschen und dem. Er hat vielleicht nie eine bessere Beschreibung vom Wesen der Psychoanalyse. reichen verstreuten Stellen der Arbeit die vielen Schwierigkeiten beleuchtet. allerdings mit der anfechtbaren Einschränkung. der mit Geisteskrankeit behaftet und demnach absolut unverantwortlich Vorsorge getroffen worden für die zahlreichen ist. dasselbe Verhalten auch Kindern gegenüber mit Vorteil anzuwenden. zu Teil der Menschheit gebort. Nicht daß er etwa seinem Diskussionsgegner je eine unwahrscheinlich klingende Bemerkung in den Mund legte. dagegen erraten. aber er als Rechts theoretiker zu gelten. zweitens ein Beweisverfahren. Freud Frische und Ursprünglichkeit behandelt. Leser leicht. Wir hören auch sich zum erstenmale unverholen zugunsten der Frühanalyse Prof. und der Ersatz des guten alten Glaubens an ein einheitliches Ich durch die umfassende Kenntnis des Unbewußten führt ding allerorts Zwei zu Verwirrung und Schwierigkeiten.

daß für die Ausübung der Psychoanalyse eine methodische Schulung und eine genaue Kenntnis des Gegenstandes unerläßliche Vorbedingungen sind. j) Ein solches Vorgehen käme einem willkürlichen und einseitigen Schritt zum Schutze der Öffentlichkeit gleich. empfinden wir Prof. /) Hauptarguraente. daß eine Beschränkung der Psychoanalyse auf die medizinische Sphäre eine verhängnisvolle Verarmung zur Folge haben würde. Freuds Stellungnahme ist aber hier nicht so durchgreifend gerecht. imd nicht zuletzt an die unschätzbaren Gewinne. die Einrichtungen fördern sollte. während diejenigen. die doch in Betracht gezogen werden müssen. vollends üherzeugten. das Publikum davon zu unterrichten. wie sonst. Man braucht nur an die wertvollen Wissenschaft durch nichtärztliche. treffen. Wenn diese Leute mit ihren Bestrebungen durchdringen sollten. ob unsere Institute einen Kandidaten zur medizinischen Schulung ermutigen sollen. der Analytiker medizinisch geschult sei oder nicht. an die Anwendungen auf andere Arbeitsgebiete. {s. Philologie. Freud weist mit Recht darauf hin. was sicherlich Beiträge zu nachteilige Folgen hatte. die von der Methode nichts verstehen. Mythologie und Pädagogik. Wir wissen alle. die in dieser Richtung unternommen werden könnten. Ob es swerter aus verschiedenen Gründen für den Analytiker wäre.Referate 103 stanzen derartige Maßnahmen die Ref. praktischer Mediziner zu sein. kundig. wie es geeignete Analytiker von ungeeigneten unterscheiden bzw. sind 101. ehe er zur Ausübung der psychoanalytischen Praxis schreitet. Prof. daß manchen zur psychoanalytischen Behandlung bestens qualifizierten Therapeuten die Behandlung verboten würde. die schlechthin zur psychoanalytischen Wissenschaft gehören und deren künftige Bedeutung denjenigen auf die Medizin wohl kaum nachsteht. die ihre notwendige Schulung verbürgen. die dieser gebieten kommende Mitarbeiter schon zugeflossen sind. für die diejenigen. In einer langen Reihe von Argumenten finden wir Dutzende zugunsten der Laienanalyse. sicher gewichtige Gründe für die eine wie für die andere Seite vorgebracht werden können. die der Psychoanalyse aus der Beschäftigung mit diesen anderen Gebieten erwachsen sind (es Diese Betrachtungen machen es offensei nur an die Symbolik erinnert !). Der Grund hiefür läßt sich durch eine einzige Überlegung auffinden.sich wünschen werden müßte. die füi. sofeme sie Arzte sind und wir wöirden sehen. Freud auf sicherem Boden. daß. daß sich uns ein ziemlich einseitiges Bild der Situation darstellt. keinerlei Beschränkung ihrer Ausübung erfahren würden. Prof. die sich in die Frage der Laienanalyse mischten. was praktisch gleichbedeutend ist mit der Frage. Soweit bewegt sich Prof. Seine Das Wesen der nicht Psychoanalyse schließt ihre Ausübung durch Laien nicht aus. Anthropologie. wie Soziologie. bisher kein Interesse gezeigt haben. und dies hat zur Folge. daß erörtert . Freuds Überzeugungskraft doch als weniger zwingend. nach welcher Seite auch der einzelne neigen möge. besonders S. und würde die wirklich wichtigen Schritte außer acht lassen. während er nur ein einziges zugunsten . daß kein Versuch gemacht würde. Anwendungen. Wenn wir aber zu der schwierigeren Frage kommen. 125). ob es wünschenswerter sei. wenn man zu einem objektiven Standpunkt gelangen will. 2) Jedes derartige Verbot würde die natürliche Entwicklung der Psychoanalyse als Wissenschaft hemmen. ist eine ganz andere Frage. : 97. von anderen Wissensdenken. würden wir das merkwürdige Schauspiel erleben. Dinge.

durchaus gültige Schlüsse und Argumente ungerechtfertigterweise zu entwerten. daß die Anfangsdiagnose durch einen Arzt gestellt werden müsse. Wir halten es für wünschenswert. Freuds früheren Schriften. sich gerade in diesem Punkt ihrer Vorurteilslosigkeit zu rühmen. sogar wenn sie selbst nicht wenig unter ihren ärztlichen Kollegen zu leiden gehabt haben. Es wäre ebensowenig tunlich. den er bei seinen Patienten antraf. 86. seine Ansicht besonders wirksam Überzeugung. daß die Diagnose in während der Analyse gestellt werden kann. nämlich. Zu jener Zeit hielt er das. daß vier Fünftel seiner Schüler Ärzte sind. weniger offenkundiges Motiv könnte vielleicht in einer gewissen Abneigung gegen den Ärzteberuf liegen. Grund festen — — . vielleicht im Verlaufe der geplanten Diskussion dieser Frage in dieser Zeitschrift. darzulegen. lag Freud auf vermutlich der daran. ihnen daraus einen Vorwurf zu machen. den seine Kollegen an den Tag legten. im Wesentlichen für einen Beitrag zu den Problemen der Neurosenätiologie und hatte wenig Ahnung von der weitreichenden Bedeutung seiner Folgerungen. und enthält in letzter Linie ein nicht geringes Lob des Ärztesundes. uns offen mit dieser Möglichkeit zu befassen. Freud selbst an verschiedenen Stellen deutlich hinweist (S. und trotz der Tatsache. so daß die Reaktion seiner medizinischen Hörerschaft unfehlbar erwartet werden mußte tmd durchaus verständlich war. der Öffentlichkeit das Problem in einer künstlich vereinfachten Form darzubieten. daß sich ihrerseits auch mehr Annäherung zeigte als von irgend einer anderen Seite ( die Tatsache. anzunehmen. 95.) Es ist schade. Für die Anhänger eines Vorkämpfers ist es leicht. Die Gründe scheinen an anderer Stelle zu liegen. daß jede Alternative die weitere Entwicklung der Psychoanalyse ernstlich gefährden würde. in hohem Maße überrascht und abgestoßen war. was er gefunden hatte. Immerhin. daß er bei seinen ersten Mitteilungen über seine Funde vor einem medizinischen Auditorium von dem Mangel an Objektivität. Auf die gewichtigen Gründe. werden wir weiter unten eingehen. Diese einseitige Einstellung kann wohl nicht dem Wunsche zugeschrieben werden. denn man hat allen Grund. Wir wissen aus Prof. die aus vielen Fällen erst dem Umstände erwachsen. daß der Autor die meisten. Erst viele Jahre später vermochte er zu erkennen. Tatsächlich legte er und legt in gewissem Ausmaß auch heute noch gegenüber dem Ärztestand einen strengeren Maßstab an als gegenüber den anderen Berufsklassen. daß an die Stelle einer Ü b e rschätzung die Neigung zur Unter Schätzung trat. Ein zweites. denn mancher Leser könnte nach Entdeckung eines solchen Vorurteils versucht sein. wie den Patienten aus ihren Konflikten. die er für diese Überzeugung anführt. und vielleicht alle Argumente der Gegenseite befriedigend hätte beantworten können. daß die Prof. Verhalten enttäuscht haben.t04 Referate der anderen Seite anführt. 94). auf welche Prof. allgemeiner Natur sei. Hoffentlich wird er es später einmal noch tun. die Situation ist menschlich durchaus verständlich. (Aber auch hier bespricht er die Komplikationen nicht ausreichend. Er erwartete mehr von den Ärzten. daß der Widerstand. ist keineswegs einzig dem Zusammenschluß der Analytiker auf medizinischer Basis zu verdanken so mag ihn doch ihr }. Wir dürfen eben nicht vergessen. Er erwartete ein übermäßig hohes Niveau luid dies hatte die unausbleibliche Enttäuschungsreaktion zur Folge.

Freud hat da offenbar besonders gunstige Erfahrungen gemacht. 115). um ihr zu schaden. wie die beiden eben erwähnten. W. Sie werden mit Recht antworten . der Laienanalytiker sollte sich auf die analytische Rehandlung beschränken und von der ärztlichen Beratung absehen. Sie könnte eher bemerken. und daß. einschließlich der Ärztescheift. Diese Erkenntnis hat es uns ohne Zweifel ermöglicht. . daß diejenigen. bereits gefaßt waren. daß nicht nur in den europäischen Ländern die Ärzte zu - - . eine Schlußfolgerung. gehalten sind. die in denselben engen Kontakt mit ihr gekommen wäre (in England hörten wir entrüstetes Geschrei aus dem Lager der Juristen. der sich auf ausgedehnte Erfahrung stützt. der darin bestand. Freud. zu der Frage vorgebrachte Argument lautet „ Ein Anrecht auf den Alleinbesitz der Analyse haben die Ärzte nicht. die die Psychoanalyse ausüben ohne eine angemessene Kenntnis der Sache erworben zu haben. gelegentlich auch bei den Psychoanalytikern selbst zu erfahren hatten. Das ist aber nicht d i e Antwort. sein." Prof. Andererseits sagt Prof. ist eher der. m. mit einem gewissen Gleichmut den Ungerechtigkeiten und Verleumdungen entgegenzutreten.Das gehört der Vergangenheit an und braucht die Zukunft nicht zu beeinflussen'" (S. als Quacksalier zu bezeichnen sind. Freud besteht mit Nachdruck darauf. solange sich die Reihen der Psychoanalytiker aus dem Ärztestand ergänzen. wage ich die Behauptung. welche uns sonst unerträglich und unverständlich erschienen wären. mitgespielt haben. vielmehr haben sie bis vor kurzem alles aufgeboten. und das unabhängig vom Ausbildungsort des betreffenden Analytikers. eine Auch ist wohl das günstigste Bild. Aber es ist doch etwas gewagt. daß kein eme Behandlung übernehmen sollte. gleichgültig ob sie Arzte smd oder nicht: „Auf dieser Definition fußend. heißt im voraus gewappnet Nur wenn man annimmt.Referate 105 meisten von uns mit einem unschätzbaren Vorteil an diese Schwierigkeiten herantraten. a. die wir bei der ganzen Menschheit. dfen man von jeder Rerufsklasse zu erwarten gehabt hätte. Gleich das historisches : Prof. nachdem er mit Recht betont. die das Gegenteil beweisen mein eigener Eindruck. als sich ihnen psychoanalytische Probleme nur von ferne näherten). das er von der akademischen Quali^ fikation der Laienanalytiker entwirft (S. daß diese Regel ebensooft übertreten wie befolgt wird. daß wir auf die unangenehmen Reaktionen. Laienanalytiker anfuhren. daß der Widerstand des Ärztestandes gegen die Psychoanalyse wenigstens nicht größer sei als der. etwas zu schmeichelhaft. daß solche sein. von der seichtesten Spötterei bis zur schwerwiegendsten Verleumdung. kann man manche eigentümliche Wendungen in der Argumentation und eine Reihe von ausnahmslos zugunsten der Laienanalytiker angestellten Verallgemeinerungen verstehen. die die Gegenpartei gehen würde. Denn im voraus gewarnt affektive Einflüsse. die meisten Analytiker könnten genug Falle . selbst wenn man nur an Europa denkt. ja. der Widerstand der anderen Ärzte für das zu erörternde Problem belanglos ist. bevor der Patient nicht durch einen Arzt matersucht und die Diagnose gestellt sei. der analytisch und nicht analytisch denkende Arzte einstimmig beistimmen werden. 686). ohne weitere Erklärung zu behaupten: „In unserer analytischen GeseUschaft ist es immer so gehandhabt worden. die doch zu umfassend erste.

Dieses unerquickliche Beispiel sollte nur angeführt werden. 94). unedle Motive aufzudecken. Jedenfalls steht unser Wissen auf diesem Gebiet noch keineswegs fest. es „nebensächlich" ist. Prof. die ihnen aus dem medizinischen Ja. und auch diese müssen gerecht behandelt werden. der Mythologie. Kurz. medizinischen Lehrplan nicht enthalten sind. andere Ärzte in anderen die Analyse einzuführen. daß sie immer bereit sind. die Ansicht so bestimmt in den "Vordergrund gerückt zu sehen. den Laienanalytikem ihre Praxis zu verbieten. ob sie mit Kollegen im Konkurrenzkampf und Prof. Man fragt sich. 106). Der angeführte Ausspruch mag für Österreich zutreffend sein. das man da beim vermutet. nämlich der Kulturgeschichte. denn es punkte. sondern er sieht sich auch nicht dazu veranlaßt. er weist sogar auf Nachtelle Studium erwachsen könnten (materialistische Beeinflussung etz. als „ungerecht und unzweckmäßig". sein. und denen kein bestimmter Lebensstandard vorgeschrieben ist. in welchem Punkte Bef.jq5 Referate den Kurpfusehera in der Analyse ein üherwiegendes Kontingent stellen" (S. 87). wenn man sich mit ihnen daß man viel leichter Dies ist auch keineswegs eine gleichgültige Sache. Es läßt sich doch immerhin mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zeigen. worauf diese Feststellung begründet ist. von ärztlichen Kurpfuschern zu hören bekommt als von bestehen mit ersteren eine ganze Reihe beruflicher Berührungsanderen. man haupt darauf verzichten). daß das analytische Angehen schützender Wahnbildungen in manchen Fällen einen schizophrenen Schub einleiten kann. wenn nur der Analytiker auf seinem Gebiet geschult ist. daß die Ausführungen dieses Buches auch an dieser Stelle unvollkommen Prof. leider bemüht er sich nur wenig. so müßten diese sehr kurzsichtig sein. um zu zeigen. dem Patienten aber auf keinen Fall schaden könne (S. Man ist überrascht. ihm beistimmen würde. Freud scheint der Ansicht zu sein. Sollte aber für manche Ärzte der Konkurrenzneid ausschlaggebend doch gleichgültig sein. Es ist ein unedles Motiv.). Freud gibt ja zu. welche von dieser Partei vorgebracht werden. Infolgedessen erscheint es ihm als eine „Kraftverschwendung". {in manchen Städten muß ein Arzt in bestimmten teuern Vierteln praktizieren. daß. aber und Amerika es scheint mir zweifelhaft. daß die analytische Behandlung eines Psychotikers zwar einer überflüssigen Kraftvergeudung gleichkommen mag. In diesem seiner Ansicht besser für . daß diejenigen Ärzte. daß viele Laienanalytiker. er ist nicht nur Freud dagegen. wie den Ärzten. hin. Es wäi-e nach die im sie. bald das finanzielle Niveau der analytischen Arbeit herabdrücken würden. denn es müßte ihnen stehen oder mit Laienanalytikern. Religionspsychologie und Literaturwissenschaft. ob er auch Arzt ist oder nicht (S. ob er in dieser Form für England dort nicht vielleicht das gerade Gegenteil mehr der Geltung hat. sind. oder er kann überauseinandersetzt. deren Ausbildung nur den vierten Teil der Lehrzeit eines ärzthchen Analytikers beansprucht. die die Laienanalyse ablehnen. denn die Beantwortung der Frage ist offensichtlich eine außerordentlich schwierige. Sicher ist nur. und ob Wahrheit entspricht. aber wir Analytiker sind gewohnt. wenn bedenkt. ihnen zu einer medizinischen Ausbildung zu raten. ihre Zeit manchen Fächern zu widmen. nimmt durchaus den Standpunkt em. von dem^ zukünftigen Analytiker eine ärztliche Ausbildung zu verlangen. dies hauptsächlich aus kollegialer Gesinnung tun. die Argumente zu widerlegen.

daß er durch ein Buch. Fassen wir unsere Eindrücke von den Hauptargumenten zusammen. I Würden psychoanalytische Kollegialität und ärztliche Kollegialität gegeneinander abgewogen. Er solle unter Einbeziehung der oben erwähnten Fächer „eine Einführung in die Biologie. lassen viel Wichtiges vermissen und sind unverkennbar parteiisch. Freud an. Befürchtung. Wir alle müssen Prof. ist. aber sie enthalten nichts Neues. V. der ihm für die analytische Ausbildung sowohl in der vorbereitenden als auch in der technischen Stufe als wünschenswert erscheint. die in diesem Buch aufgeworfen sind. Die Fragen. Aber schließlich ist die Idee die Hauptsache. Und wenn die Idee lebensfähig. eine Bekanntschaft mit den Rrankheitsbildern der Psychiatrie " umfassen. mit -wie vielen ärztlichen Analytikern würde die Psychoanalyse siegen? Ich hoffe und glaube. Sie sind mit Geschick und Scharfsinn vorgebracht. ohne daß man sich noch um all ihre weiteren Anwendungsmöglichkeiten kümmern würde. und da dürfte es gestattet gewissermaßen zwischen den Zeilen zu lesen. in möglichst großem Wir kommen letzten Seiten Umfang die Kunde vom Sexualleben. daß dieses Schicksal nur dann zu vermeiden ist. muß eine endgültige Entscheidung in dieser Sache in nicht zu langer Zeit getroffen werden. der Pathologie und der klinischen Medizin lernen ? Wo findet man die Spezialisten. Ernest Jones (London) an. die ein harmonisches Zusammenarbeiten gestattet. wie wir es bei Prof. 116). . daß eine andere Lösung gefunden wird. wenn die Psychoanalyse sich als vollkommen nnabhängi^ge Disziplin behauptet und dementsprechend zu einem selbständigen Beruf wird. Wieviel kann man beispielsweise von der progressiven Paralyse ohne Kenntnis der Neurologie. Und die Idee ist sicherlich geeignet. zusammenhängen. das ebenso herausfordernd wie anregend ist. und man daß eine ausführliche Diskussion die endgültige Entscheidung über ihre Richtigkeit bi-ingen wird. Dieser Vorschlag wimmelt von Schwierigkeiten sowohl theoretischer wie praktischer Art. Seine geben einen Ausblick in die Zukunft. sich unserer Einbildungskraft zu bemächtigen. mit einer großen Majorität. trotz dieser Mängel absolut richtig sein. Angeregt durch die sein. Freud gewohnt sind. PsA. indem sie die Psychoanalyse schließlich dem Kapitel „Therapie" der psychiati-ischen Lehrbücher einverleibt. die sein — — diese Bildungsstufe erreichen. gehen jeden Analytiker und da sie mit den Aufgaben der internationalen Lehrkoramission der I. Es klingt alles sehr nach „Zukimftsmusik". mögen sie Ärzte oder Laien denn es dürfte nicht viele Analytiker geben. Dies ist hoffentlich etwas übertrieben. sei es der Tiere Vorlesungen abhalten könnten? Welche Gelegenheit bietet sich zum Studium der Mythologie. schließlich zu dem packendsten Teile des Buches. deutet Prof. daß die Medizin die Psychoanalyse „verschlucken" könnte. dann lassen sich mit der Zeit alle Schwierigkeiten überwinden.Referate 107 Zusammenhang bemerkt er ausdrücklich: „Ohne eine gute Orientierung auf diesen Gebieten steht der Analytiker einem großen Teil seines Materials verständnislos gegenüber" (S. Freud dankbar sein. unsere Aufmerksamkeit gefesselt hat. die über die Sexualität sei es des Menschen. Nichtsdestoweniger mag das Endresultat kann mit Recht hoffen. Aber man könnte ebensosehr hoffen. der Religionspsychologie oder gar der Kulturgeschichte? Diese Fragen und noch eine Menge andere drängen sich ims auf. Er skizziert in Umrissen den Lehrplan.