Länderinformation für internationales Marketing für Bildung und Forschung in Deutschland

Indien

Juni 2006

Das gemeinsame Hochschulkonsortium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur internationalen Positionierung des Studienstandortes Deutschland www.gate-germany.de

2

Inhalt
1. Bericht der DAAD-Außenstelle Neu Dehli, Indien 2. Forschungslandschaft Indien 3. Bildungslandschaft Indien 4. Aktivitäten in Forschung und Bildung in Indien 5. Initiativen und Programme für Forschung und Bildung in Indien 6. Allgemeine Landesinformation zu Indien 7. Ansprechpartner und Kontakte 4-14 15-18 19-21 22-24 25-26 27-29 30

3

Bericht der DAAD-Außenstelle Neu Dehli, Indien
Quelle: DAAD Berichte der Außenstellen 2005 Stand: 30.05.2006

Ulrich Podewils
„A bridge built through music” Ohne Zweifel waren die Konzerte des Bayerischen Staatsorchesters unter der Leitung von Zubin Mehta Ende Dezember in Chennai und Neu Delhi der Höhepunkt im Kulturaustausch zwischen Deutschland und Indien des Jahres 2005. Während in Delhi 10.000 Zuhörer dem „Maestro“ zujubelten, waren es in Chennai weniger, was aber lediglich dem Platzangebot geschuldet ist. Dennoch war dieses Konzert für Mehta und sein Orchester wichtiger, fand es doch am Jahrestag des Tsunami vom 26. Dezember 2004 in einer der betroffenen Städte statt. Mit „Il Forza del Destino“ wollten sie erneut zu mehr Spenden aufrufen, obgleich doch für Tsunamiopfer so viel gesammelt worden ist. Wie anders sieht dies für die Opfer des Erdbebens vom 8. Oktober in Kaschmir aus. 80.000 Menschen verloren in Pakistan ihr Leben, knapp drei Millionen sollen obdachlos sein, und das in einem Gebiet mit strengen und schneereichen Wintern. Hier konnte der Bedarf an Hilfsgütern nie gedeckt werden, es fehlten Transportmöglichkeiten und eben auch gespendetes Geld. Zynisch muss festgestellt werden, dass dieser Teil Asiens leider kein palmenbekränztes Feriengebiet ist, das Erinnerungsemotionen und damit Spendenbereitschaft bei Tausenden von Urlaubern aus aller Welt weckt. Was zäher Verhandlungskunst verwehrt blieb, gelang nach dieser Katastrophe: Die Grenze zwischen Pakistan und Indien wurde an einigen Stellen geöffnet, um Hilfslieferungen den Weg zu ebnen. Eine Art Normalisierung, die einigen Militanten aus Pakistan anscheinend nicht schmeckte; man vermutet, dass sie hinter drei Bombenanschlägen auf zwei Märkte und einen Bus am 29. Oktober in Neu Delhi stecken, bei denen 61 Menschen getötet und knapp 200 verletzt wurden. Ende des Jahres wurde ein Emeritus des IIT Delhi bei einem Brandanschlag von wahrscheinlich derselben Gruppierung auf dem Campus des Indian Institute of Science (IISc) in Bangalore getötet. Indien innen Dabei gingen die Anschläge im umstrittenen Gebiet von Jammu und Kaschmir im Vergleich zu den vorangegangen Jahren zurück. Die Gespräche zwischen der indischen Regierung und den Separatisten in der All Party Hurriyat Conference wurden im Spätsommer wieder aufgenommen. Auf Gespräche mit Aufständischengruppen wurde auch im Nordosten Indiens und mit naxalitischen Gruppen in Andhra Pradesh gesetzt, jedoch mit unterschied lichem Erfolg; während im Nordosten Gespräche zumindest möglich waren, sind sie mit sozialrevolutionären naxalitischen Gruppen gescheitert. Zahlreiche Anschläge mit vielen Opfern lassen dort keine gute Zukunft erwarten. Dennoch, die im Mai 2004 gewählte Regierung des Premier Manmohan Singh sitzt fest im Sattel. Die Bharatiya Janata Party (BJP) macht es ihr als Opposition auch leicht, da sie programmatisch und personalpolitisch allein mit sich selbst beschäftigt zu sein scheint. Ihr Parteiführer Advani hat den Vorsitz aufgegeben und der ehemalige Premier Vajpayee hat sich spektakulär zurückgezogen. Ende Dezember wählte sie einen früheren Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh, Rajnath Singh, zum neuen Parteivorsitzenden, nachdem die von den oberen Kasten dominierte BJP die populäre Politikerin Uma Bharati, immerhin bis August 2004 Ministerpräsidentin von Madhya Pradesh, zum zweiten Mal aus der Partei ausgeschlossen hatte.

4

Die indische Wirtschaft boomt weiterhin; für 2005 erwartet der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von 7,1 Prozent, die Deutsche Bank prognostiziert Wachstumsraten von jährlich 5,5 Prozent bis 2020 und damit eine Verdoppelung der gesamtwirtschaftlichen Leistung in nur 13 Jahren. Dies ist nur zu erkaufen, wenn ein hohes Haushaltsdefizit weiterhin hingenommen und ausländische Direktinvestitionen erleichtert werden. Nur mit dem so möglichen Wachstum können die Infrastruktur verbessert, bzw. erst geschaffen, sowie Programme gegen die Armut, wie ein im August 2005 verabschiedetes Beschäftigungsprogramm für die ländliche Bevölkerung, finanziert werden. „Mehr Markt als Marx“, so beschreibt ein bekanntes deutsches Nachrichtenmagazin die von Finanzminister Chidambaram vertretene Wirtschaftspolitik. Diese setzt auf billige und gut ausgebildete Arbeitskräfte, muss aber anerkennen, dass immer mehr indische Nachwuchskräfte ins Ausland gehen, weil die Zahl der Ausbildungsplätze an den Hochschulen konstant zu niedrig bleibt, und dass die Löhne für Techniker in Indien jetzt schneller steigen als in den USA, aber auch, und das ist wichtiger, in der gesamten Asien-Pazifik Region. Dem Mangel an Fachkräften begegnen große Computerfirmen und Dienstleister wie Satyam in Hyderabad, indem sie jährlich viele hundert Stipendien an Informatikabsolventen europäischer Hochschulen vergeben – an eine solche Förderung müssen wir uns allein gedanklich noch gewöhnen. Die Zahl der sich in Indien engagierenden deutschen Firmen wächst. Da das Auto ein wichtiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung auch in Indien ist, wird nun auch BMW die Fabrikation seiner Fahrzeuge in Indien beginnen; ein Werk bei Chennai ist geplant. VW musste seine Ambitionen bei Hyderabad wegen der bekannten, internen Unregelmäßigkeiten zurücknehmen, wird aber sicher die Pläne in absehbarer Zeit wieder aufgreifen. Mit der Ankündigung „Indien – Asiens zweiter Riese erwacht“ hat Anfang September 2005 eine Konferenz in Berlin in dieser Form erstmals über Chancen und Rahmenbedingungen informiert und für ein wirtschaftliches Engagement in Indien geworben. Indien außen Wirtschaftspolitik ist auch Außenpolitik – und umgekehrt. Um die für das Wachstum erforderlichen Energiequellen zu erschließen, werden Erdgasprojekte insbesondere mit Myanamar und dem Iran vorangetrieben, die aber von dem außenpolitischen Verhältnis mit den von den Erdgasleitungen berührten Ländern Bangladesh und Pakistan abhängig sind. Die USA haben als Reaktion auf die mögliche Kooperation Indiens mit dem Iran die Aufhebung von Exporteinschränkungen bei Nukleartechnologien angeboten, sofern Indien Forschungsanlagen zur zivilen und militärischen Nutzung der Nuklearenergie trennt. Damit würden frühere Sanktionen der 1990er Jahre aufgehoben. Die entsprechende Zusage der indischen Regierung sowie ihr Abstimmungsverhalten bei der Atombehörde in Wien gegen den Iran hat zu innenpolitischen Spannungen mit der Linken, aber auch mit nationalistischen Kreisen geführt, die nationale Interessen berührt sehen; Studierendengruppen protestierten deshalb bei einer Rede des Premier an der Jawaharlal Nehru Universität (JNU) Ende November. Indien ist weiter bestrebt, auf der Basis einer intensiven Zusammenarbeit in der Region außenpolitisch eine weltweit gewichtige Rolle zu spielen. Gemeinsam mit Japan, Brasilien und Deutschland bemühte sich Indien in der Gruppe G4 um einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat, war aber nicht immer mit der Art, in der Deutschland das gemeinsame Ziel erreichen wollte, einverstanden. Mit China wurden Gespräche begonnen, um die seit dem Krieg von vor über 40 Jahren (1962-63) offenen Fragen aufzuarbeiten. Im Dezember formierte sich in Kuala Lumpur eine Regionalgruppe aus den zehn ASEAN-Staaten sowie Südkorea, Neuseeland, Australien, Japan, China und Indien, die sich zu einer „Ostasiatischen Gemeinschaft“ fortentwickeln will. Hier wird Indien als nichtostasiatischem Staat die Rolle einer Ausgleichsmacht gegenüber China angetragen. SAARC Mit den engsten Nachbarn Pakistan, Bangladesh, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und den Malediven ist Indien in der South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC) verbunden. Beim Gipfel im November wurde zum 1. Januar 2006 eine südasiatische

5

Freihandelszone South Asia Free Trade Area (SAFTA) vereinbart, die schrittweise innerhalb von zehn Jahren umgesetzt werden soll. Das Schwerpunktland in der Politik mit den Nachbarn ist auch weiterhin Pakistan. Die beiden Regierungschefs Singh und Musharraf trafen sich, eine Buslinie zwischen den beiden Hauptstädten Kaschmirs, Srinagar in Indien und Muzaffarabad in Pakistan, wurde eingerichtet, und der im Jahr 2004 vereinbarte Dialog wurde fortgesetzt. Nach dem Erdbeben vom 8. Oktober wurden Hilfsleistungen erbracht, aber zum Teil doch unter erheblichen Schwierigkeiten und Querelen, da keine Seite den Verdacht politischer Nachgiebigkeit aufkommen lassen wollte. Hochschulen in Indien Die Leitfrage des Jahres 2005 könnte lauten: Wie bringen wir mehr Studierende an die Hochschulen? Am 12. April veröffentlichte die Tageszeitung The Hindu einen Beitrag von Prof. G. Altbach vom Center for International Higher Education am Boston College zu „Higher Education in India“, der auf die Ausgangssituation Indiens nach dessen Aufnahme in die World Trade Organisation (WTO) eingeht. Er bezeichnet einen schwachen Hochschulbereich als die Achillesferse im Wettbewerb mit den hoch entwickelten Wirtschaftsnationen. Zwar bildeten indische Studierende die drittgrößte Gruppe im weltweiten Vergleich, nur die Zahl chinesischer und amerikanischer Studierender sei größer; aber im System seien eben nur knapp 10 Prozent eines Jahrganges und nicht 15 Prozent wie in China oder knapp die Hälfte wie in den wichtigsten Industrienationen. Nun ist ein Vergleich der Quantitäten bei einem Milliardenvolk nicht ausreichend aussagestark; wichtiger scheinen die Ausführungen Altbachs zur Qualität der Bildungseinrichtungen selbst zu sein: Die Hochschulen seien unterfinanziert, unterausgestattet und unregierbar. Im internationalen Vergleich könnten nur bestehen die Indian Institutes of Technology (IIT), die Indian Institutes of Management (IIM) „und vielleicht einige andere wie das All India Institute of Medical Sciences und das Tata Institute of Fundamental Research“. In dem Artikel wird auch das Ranking von The Times Higher Education Supplement (THES) zitiert und gefragt, warum die sieben IIT als Einheit, nicht als einzelne Institutionen auf Platz 41 der besten 200 Hochschulen weltweit genannt werden. Es ist in der Tat eine interessante und nicht beantwortete Frage, warum im Fall des Systems der University of California die Standorte Berkeley oder San Diego getrennt, die IIT aber als Einheit genannt werden, obgleich sie dies inhaltlich und organisatorisch nicht sind. Gefeiert wurden die IIT in den Medien, nachdem sie im Ranking derselben Zeitung unter den Ingenieurhochschulen 2005 auf Platz drei gehoben wurden, noch vor Stanford und Cambridge. Die IIM, ebenfalls als Gruppierung, nehmen in derselben Liste Platz 69 ein. Um die Zahl von Studienplätzen an den begehrten IIT und IIM von zurzeit 33.000 (23.000 IIT zu 10.000 IIM) zu erhöhen, hat das zuständige Ministerium den Instituten für 2006 aufgegeben, neue Kurse, aber insbesondere Studienzentren an anderen Orten einzurichten; das IIT Kanpur hatte dies schon in Amethi getan. Ferner ist geplant, dem Vorschlag der S.K. Joshi Kommission zu folgen, wonach die folgenden sieben schon bestehenden Einrichtungen, in der Regel Teilorganisationen von Hochschulen, zu unabhängigen IIT erklärt werden sol len: Institute of Technology der Banaras Hindu Universität; College of Technology der Osmania Universität; Bengal Engineering College, Shibpur; Ingenieur- und Technologieabteilungen der Universität Jadavpur; das Zakir Hussain College of Engineering and Technology der Aligarh Muslim Universität; das Andhra University College of Engineering; und die Universität für Naturwissenschaften und Technologie in Cochin. Das Erziehungsministerium (Ministry of Human Ressource Development - MHRD) bekräftigte, diesem Vorschlag folgen zu wollen; die bestehenden IIT fürchten um ihre Reputation, weil die neuen Einrichtungen zu klein seien, um eine ausreichende Basis für gute Forschung und Lehre bilden zu können. Aspiranten für die IIT werden höchst selektiv im JEE (Joint Entrance Examination) ausgewählt, auf das sie sich in teuren Coach Classes lange und gut vorbereiten müssen. Um hier mehr Chancengleichheit zu gewährleisten, hat das MHRD verfügt, dass ab 2006 die Note des Schulabschlusses in den Test einbezogen werden muss.

6

Dennoch: Dem Ausbildungsstreben der indischen Studierenden kann weiterhin nicht in Indien selbst begegnet werden. So stieg die Zahl ihrer Neueinschreibungen an amerikanischen Hochschulen nach Jahren der Stagnation und des Rückgangs im Jahr 2005 wieder an, und zwar um drei Prozent. Die Zahl der an deutschen Hochschulen eingeschriebenen indischen Studierenden stieg 2004/2005 weiter auf 4.249, wobei sich aber die Kurve verflachte, nachdem ein Jahr zuvor 4.112 vom Statistischen Bundesamt gezählt worden waren. Eine weitere Möglichkeit, die Zahl von Studienplätzen zu erhöhen, ist die Gründung von privaten Einrichtungen. Der Staat Chhattisgarh war bei deren Zulassung in seinem Private Universities Act 2002 so großzügig, dass der Supreme Court dies im Berichtsjahr wegen mangelnder Qualitätsgarantie unterband. Nun müssen die dort registrierten 112 Einrichtungen eine Anerkennung in anderen Staaten suchen, wobei der All India Council for Technical Education (AICTE) immer wieder darauf verweist und auch durchsetzt, dass Akademische Grade nur von staatlichen Universitäten oder vom AICTE selbst vergeben werden können. Damit ist eine Absicherung der Studierenden gewährleistet, die zuvor häufig Zertifikate ohne Wert erhalten hatten. AICTE verpflichtete private Einrichtungen zudem, aus ihren Namen Zusätze wie „National“ oder „Indian“ zu streichen, um einem falschen Anschein entgegenzuwirken. Die große und im Jahr 2005 noch nicht abschließend geklärte Frage ist die nach der Zulassung ausländischer Hochschulen in Indien. Nach dem WTO-Beitritt verlangt GATS (General Agreement on Trade in Services) nun auch von Indien, sich ausländischen Hochschulen zu öffnen. Die Regierung hat im Frühjahr 2005 eine Kommission eingerichtet, deren Vorschläge erwartet werden. Von 38 schon bestehenden ausländischen Einrichtungen haben 18 einen Antrag auf Anerkennung gestellt, von denen AICTE bisher zwei positiv beschieden hat. Die meisten liegen aber zuständigkeitshalber beim MHRD, wo noch auf die Vorschläge der Kommission gewartet wird. Soweit deutsche Hochschulen (z.B. im Rahmen des DAAD-Export-Programms) hier tätig werden wollen, werden diese Vorschläge grundlegend sein. Vertreter privater indischer Hochschulen begrüßen eine Zulassung, da sie sich von der allgemeinen Öffnung des Hochschulmarktes einen positiven Einfluss auf die Zulassung privater Hochschulen erhoffen. Die klassischen Universitäten sind eher zurückhaltend – fürchten sie doch um die besten Studierenden. Das öffentliche System Indiens ist geprägt von in der Verfassung garantierten Quotierungen und Reservierungen zugunsten unterer Kasten, Tribes und anderer Unterprivilegierter. Dies gilt auch für die Hochschulen, von der Studienzulassung bis hin zur Besetzung von Stellen für Professoren. Eine Entscheidung des Supreme Court sorgte im August für große Aufregung. Er stellte fest, dass diese Verfassungsbestimmung bei Einrichtungen nicht gelte, welche vollständig privat, also ohne öffentliche Mittel finanziert werden. Und dies ist bei den privaten Hochschulen in Indien im Gegensatz zu denen in Deutschland durchweg der Fall. Noch in den letzten Dezembertagen hat dann das Parlament mit dem 104. Zusatzartikel zur indischen Verfassung den einschlägigen Art. 15 entsprechend geändert; ausgenommen sind die privaten Hochschulen, die von und für Minoritäten eingerichtet worden sind. Der DAAD in Südasien Tsunami Nach der Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 stellte sich die Frage, wie der DAAD mit seinen spezifischen Mitteln als akademische Organisation helfen könne. Erste Überprüfungen in Südindien und auf Sri Lanka hatten ergeben, dass Ehemalige, aktuelle Stipendiaten oder Lektoren, sowie geförderte Gastdozenten nicht betroffen waren. In vielen Gesprächen mit Ehemaligen während einer Dienstreise im Februar auf Sri Lanka wurden Sur-Place-Stipendien nicht für erforderlich gehalten, weil alle Studierenden ein staatliches Stipendium erhielten, mit dem sie auch als Betroffene ihr Studium abschließen könnten. Schon damals war aber erkennbar, wie sich ein solches Unglück mental auswirken kann; daher war vorgeschlagen worden, in einem gemeinsamen Treffen Fragen über den Tsunami und seine Folgen zu erörtern.

7

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Domroes, Universität Mainz, hat die Außenstelle Neu Delhi dann für Anfang Oktober 50 Ehemalige des DAAD und anderer deutscher Förderer in das Goethe-Institut in Colombo zu einem dreitägigen “Tsunami Rehabilitation Workshop“ eingeladen. Aus dem Workshop haben sich eine Buchpublikation, die im Frühjahr 2006 in Colombo vorgestellt werden soll, und – noch im selben Monat – die Gründung eines Ehemaligenvereins beim Goethe-Institut entwickelt. Auch zur Unterstützung und Pflege dieser neuen und ersten Verbindung ist das in Colombo vakante DAAD-Lektorat im November wieder besetzt worden.

Richard Lang (Goethe-Institut Colombo), Jürgen Weerth (Deutscher Botschafter Sri Lanka), Prof. Dr. Manfred Domrös (Uni Mainz) und Außenstellenleiter Ulrich Podewils bei der Eröffnung des Alumni-Workshops in Colombo im Oktober 2005

Information Die Zahl indischer Studierender an deutschen Hochschulen hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe vervierfacht; 2005 konnte das Statistische Bundesamt 4.249 zählen. Dieser Anstieg ist sicherlich zu einem guten Teil den englischsprachigen Studienangeboten in rund 500 International Degree Courses an deutschen Universitäten und Fachhochschulen zuzurechnen. Diese Angebote standen daher auch im Zentrum der Informationsarbeit. Wegen der Größe des Subkontinents kann diese nicht allein von der Außenstelle und den beiden weiteren Informationszentren in Mumbai und Chennai geleistet werden. Daher sind im Frühjahr 2005 in Zusammenarbeit mit den Max Mueller Bhawan (MMB - Goethe-Instituten) sowohl in Bangalore als auch in Kolkata Informationspunkte eingerichtet worden; in Hyderabad geschah dies mit der neuen German Culture Association als Partnerin. Für die Betreuer der Informationszentren wie der Informationspunkte wurde im Mai an der Außenstelle ein Trainingskurs durchgeführt, der sich nun jährlich wiederholen soll. Neben den wöchentlichen Informationstagen der Zentren in Chennai und Mumbai, die in den dortigen MMB durchgeführt werden, fanden weitere 16 spezielle Informationstage an den Orten aller Einrichtungen statt, wurden 15 Bildungsmessen beschickt und 25 Hochschulen besucht, um dort in Vorträgen und Gesprächen über Studium und Forschung in Deutschland zu informieren.

8

Auf der Bildungsmesse in Hyderabad betreute Christina Lumen den Deutschen Stand

Um das Netzwerk des DAAD auf dem Subkontinent weiter zu verdichten, sind in Bangladesch mit Unterstützung der Deutschen Botschaft neun Ehemalige aus Alumniclubs ausgesucht und geschult worden, um als erste Informationsadresse für Interessierte an den dortigen Universitäten zur Verfügung zu stehen. Die Zentrale hat dem Vorschlag eines Netzes von 30 Vertrauensdozenten des DAAD zugestimmt, die ab Frühjahr 2006 an wichtigen indischen Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenfalls Anlaufpunkte für den indischen wissenschaftlichen Nachwuchs sein sollen, der sich bei deutschen Partnern weiterbilden will. Stipendienförderung In Indien wurde nun zum zweiten Mal bei den eingeführten Programmen für Kurz- und Langzeitstipendien die Auswahl von einer gemischt deutschindischen Kommission nach einem Interview von knapp 100 aus den insgesamt 279 Bewerbern getroffen. In Bangladesch, Nepal und Sri Lanka fanden wie bisher an den Botschaften lediglich Vorauswahlen statt. 35 der Bewerber von 2004 erhielten 2005 ihre Stipendienzusage. Im Berichtsjahr konnten ferner insgesamt acht Wissenschaftler aus der Region Südasien zu Forschungsaufenthalten nach Deutschland eingeladen werden. Von indischer Seite, nämlich vom Indian Council of Cultural Relations (ICCR) erhielten elf deutsche Studierende ein Stipendium, acht weitere vom DAAD, um an einer indischen Hochschule zu studieren. Am so genannten Mastersandwichprogramm sind seit 2003 alle sieben IIT und seit dem letzten Berichtsjahr auch sieben deutsche Technische Universitäten beteiligt. 2005 konnten 61 indische Masterstudierende für einen neunmonatigen Sprach-, Forschungs- und Praktikumsaufenthalt an die Technischen Universitäten in Aachen, Berlin, Darmstadt, Dresden, Karlsruhe, München und Stuttgart reisen. Im Gegenzug kamen zwölf deutsche Diplomanden hierher, um an den IIT ihre Diplom- oder Studienarbeiten anzufertigen. Im Rahmen des ergänzenden IIT-Austausches für Wissenschaftler besuchten vier indische und zwei deutsche Wissenschaftler ihre Partner. Als Teil des Austausches zwischen den IIM in Ahmedabad, Bangalore, Kolkata und Lucknow mit der WHU Koblenz, der HH Leipzig und der EBS Oestrich-Winkel wurden 14 Stipendien für einen viermonatigen Studienaufenthalt an indische Studierende vergeben. Die von den IIM im Gegenzug angebotenen Plätze für deutsche MBA-Studierende von den Partnerhochschulen wurden von vier Studierenden angenommen. Ebenfalls an IIM, eingeschränkt aber auf Ahmedabad und Bangalore, wurde ein Programm ausgelobt, das der DAAD in einem Joint Venture mit Deutsche Post World Net (DPWN) betreibt. Wie 2004 wurden fünf Studierende für ein Praktikum bei DPWN und für einen späteren Studienaufenthalt ausgewählt.

9

Im Berichtsjahr wurde begonnen, das nun sechs Jahre laufende Programm „Projektorientierter Personenaustausch“ (PPP) zu evaluieren. 2005 wurden aus 71 neuen Anträgen 21 Projekte ausgewählt und sechs schon laufende Projekte verlängert. Das Praktikantengeschäft hat Aufschwung genommen, da viele Studierende mit einem Praktikum die Chance wahrnehmen, erste Erfahrungen im anderen Land zu sammeln. 2005 konnten so von der Außenstelle in Neu Delhi 61 Plätze an indische und neun an deutsche Studierende vermittelt werden. Acht Ferienjobs in Deutschland wurden mit Hilfe der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Frankfurt/Main an indische, Deutsch sprechende Studierende vermittelt. Kooperation Im Jahr 2005 orientierte sich auch die deutsche Wissenschaft zunehmend in Richtung Indien. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Winnacker, kündigte in seiner Neujahrsansprache 2005 an, dass die DFG mit dem DAAD als Partner ein Verbindungsbüro in Indien eröffnen Forschungseinrichtungen als Ort für ein solches Büro Bangalore in Südindien – mit erheblichem Kooperationspotenzial für beide Wissenschaftsorganisationen – geplant war, wird es nun in der Hauptstadt Neu Delhi eingerichtet. Dazu konnte die Außenstelle Neu Delhi Räumlichkeiten im German House der Indo German Chamber of Commerce (IGCC) vermitteln. Eine Bürogemeinschaft im Gebäude der Alliance Française, in dem die Außenstelle seit Mitte 2004 untergebracht ist, ließ sich aus Raummangel nicht verwirklichen. Nachdem weitere deutsche Einrichtungen den Weg nach Indien angekündigt haben (ganz sicher wird InWent neben der DFG im Frühjahr hier sein), muss intensiv über die Einrichtung eines „German House for Education and Science“ nachgedacht werden, in dem auch, wie schon in New York geschehen und in Peking geplant, deutsche Hochschulen Verbindungsstellen einrichten könnten. Zwischen indischen und deutschen Hochschulen bestehen schon knapp 70 Kooperationen, leider oft nur auf dem Papier. Weiterhin sehr aktiv sind die Hochschule Bremen und die Fachhochschule Nord-Ost-Niedersachsen. Zu einer ersten Orientierung besuchte die Fachhochschule Nürnberg im November Indien; im selben Monat führte der Rektor der Universität Tübingen, Prof. Schaich, erste Gespräche in Pune mit seinem dortigen Kollegen. Die Verwaltungseliten und die Entscheidungsträger in den Ministerien der Hauptstädte in den Unionsstaaten und insbesondere in Delhi werden vom Indian Administrative Service (IAS) gestellt, der seinen Nachwuchs an der Lal Bahadur Shastri National Academy of Administration in Mussoorie ausbildet, zu einem guten Teil gemeinsam mit dem diplomatischen und Offiziersnachwuchs. In mehreren Besuchen ist es gelungen, dass nun die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer Partner der Akademie werden kann. Ende Oktober besuchte der Rektor aus Speyer, Prof. Fisch, mit einer kleinen Delegation Mussoorie; bei dieser Gelegenheit hielt Prof. Siedentopf vor Studierenden Vorlesungen zu europarechtlichen Fragen. Wichtigste Kooperationspartner der Außenstelle Neu Delhi waren und bleiben die Ehemaligen des DAAD, wobei die der Alexander von Humboldt-Stiftung seit jeher mit betreut werden. Mit einem monatlich erscheinenden, elektronischen Newsletter stehen wir mit 2.865 von ihnen in Verbindung. Bei den Hochschulbesuchen werden sie zunehmend in die Beratungsarbeit einbezogen. Wissenschaftliche Konferenzen oder Workshops von Ehemaligen wurden, neben dem schon genannten in Colombo, in Dhaka, Kathmandu, Dehra Dun, Hyderabad und Bhubaneswar gefördert. In Kanpur wurde ein neuer Ehemaligenverein „Kanpur-Lucknow“ gegründet. Gemeinsam mit einem Vertreter der Humboldt-Stiftung aus Bonn wurde ein Kolleg der Humboldtianer an der Banaras Hindu Universität in Varanasi besucht; kollegial wurden bei dieser Gelegenheit, aber auch schon zuvor am IIT Kanpur Informationsvorträge vor Graduierten und Nachwuchskräften gehalten. Deutsch Im Mittelpunkt der Bemühungen, die Germanistik in Indien zu fördern, stehen Angebote, das Netzwerk untereinander zu stärken.

10

So wurde von Frau Dr. Jecht, zbV Lektorin an der Delhi Universität bis November 2005, eine Website „German Studies in India“ aufgebaut und im Sommer ans Netz gebracht, auf der als Plattform der indischen Germanistik aktuelle Informationen gegeben, Veranstaltungen oder Ausschreibungen angekündigt und die Departments oder Institute vorgestellt werden. Die Website liegt auf dem Rechner der Außenstelle. In einem elektronischen Verzeichnis von Germanisten weltweit, das an der Universität Erlangen geführt wird, sind die indischen noch nicht vollständig aufgenommen. Die Außenstelle hat im Berichtsjahr erneut auf weitere Anmeldungen gedrungen. Das Symposium für den germanistischen Nachwuchs, das Gelegenheit bieten soll, sich über den Stand von MPhil-Arbeiten und Dissertationen gegenseitig auszutauschen, um sich so miteinander zu vernetzen, wurde im Berichtsjahr erneut von und in der Außenstelle durchgeführt; aus Deutschland nahm als Mentor Prof. Treichel aus Leipzig teil. An dem Essaywettbewerb zum Thema „Identitäten“ nahmen 56 Germanistikstudierende teil, von denen zehn mit dem Besuch an einer Sommerschule in Deutschland ausgezeichnet werden konnten. Die Veröffentlichung der Beiträge aus dem Europa-Symposium der Goethe Society India wurde gefördert und damit die Zusammenarbeit innerhalb der Gesellschaft unterstützt. Die Vereinigung DACHL-IN der Deutschlehrer und -lehrerinnen wurde kritisch begleitet. Ein Sammelband „German Studies in India“ wurde unter Redaktion von Prof. Shaswati Mazumdar und Frau Dr. Jecht fertig gestellt; er wird nach 16-jähriger Unterbrechung Anfang 2006 erscheinen. Im Kontext der Netzwerkbildung zählte die Anregung und Förderung eines Workshops zur Zukunft der Germanistik in Indien an der Freien Universität Berlin sicher als wichtigster Beitrag. Elf indische Vertreter diskutierten mit deutschen Kollegen über veränderte Studienpläne mit einer stärkeren Praxisorientierung, über Kooperationen mit anderen Philologien oder über Rahmenbedingungen einer Mitwirkung der Germanistik an einem möglichen Center for German Studies an einer indischen Hochschule. Indische Teilnehmer planen auf dieser Grundlage für Anfang 2006 ein Memorandum. Die Förderung der deutschen Sprache und Literatur an indischen Universitäten geschieht zu einem guten Teil über die vier Lektorate, die vom DAAD an der JNU und der Delhi Universität, sowie am IIT Madras in Chennai und an der Universität von Pune eingerichtet sind. Das Lektorat an der JNU konnte nach dem Ausscheiden von Dr. Dusche im Mai aus Bewerbermangel nicht besetzt werden; die Nachbesetzung der mit der Rückkehr von Dr. Hajduk vakanten Position in Pune erfolgte im Dezember mit Dr. Schwarz aus Berlin. Frau Dr. Jecht nahm für Anfang November ein berufliches Angebot beim DAAD in Bonn an; ihr wird im Februar 2006 an der Delhi Universität Frau Dr. Egyptien nachfolgen. Erstmals kam mit Frau Schott eine Sprachassistentin nach Indien; sie unterrichtet an der Delhi Universität. 2006 sollen weitere Sprachassistenzen eingerichtet werden. Wegen der steigenden Nachfrage an Deutschunterricht in Indien und wegen des Mangels an Deutschlehrern bereiten MMB Delhi gemeinsam mit der Universität in Delhi einen Ausbildungsgang für Sprachlehrer vor, an dem sich auch die Kulturinstitute anderer Länder beteiligen. Über das Lektorat an der Universität ist die Außenstelle beteiligt. Einen so nicht erwarteten Zuspruch erhielt ein „German Language Day“, den zuerst die Universität und die Außenstelle gemeinsam planten, und der Anfang Mai mit dem MMB, der IGCC und der Deutschen Botschaft als weiteren Partnern im Botschaftsgebäude stattfand. Während hochrangige politische Präsenz die Bedeutung des Erlernens einer weiteren Fremdsprache wie des Deutschen unterstrichen, wurden alle Deutschlehrer an den Colleges und Schulen in und um Neu Delhi über Stand und Entwicklungen der Deutschförderung informiert. Die Veranstaltung diente als Muster für weitere, welche die IGCC mit den Partnern nun außerhalb Delhis organisiert hat (Ludhiana, Shimla); sie war gleichzeitig Anstoß für eine Kooperation des Regierungsbezirks Stuttgart und der Delhi Public School Association (DPS) zur flächendeckenden Einführung des Deutschunterrichts an deren über 130 Schulen in Indien und im Ausland; gleichzeitig wurde von der Außenstelle mit der DPS vereinbart, dass die Deutschschüler künftig intensiv über Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert werden.

11

500 Jahre – Shaping the Future Vor 500 Jahren, also – wie man damals wohl formuliert hätte – im Jahre des Herrn 1505, kam mit Jörg Herwart der erste Deutsche nach Indien. Er begleitete im Auftrage Augsburger Kaufleute Vasco da Gama auf seiner zweiten Reise; sie landeten in Cochin. Wenige Jahre später beschrieb der Tiroler Balthasar Springer seine Eindrücke einer Indienreise in „Die Merfart“. Aus diesem Anlass veröffentlichte die Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI) ein Buch „India & Germany – shaping the future“, das Anfang September von dem damals noch amtierenden indischen Außenminister Natwar Singh politisch hochrangig öffentlich vorgestellt wurde. Die Beiträge ordnen sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Zukunftskapitel konnte unter der Überschrift „Knowledge Partnership“ die Arbeit des DAAD in Indien dargestellt werden.

12

Statistischer Überblick Indien 2005
Universitäten/Sonstige Hochschulen Universitäten und gleichgestellte Hochschulen Technische Hochschulen (davon 7 IITs) Medizinische Hochschulen Landwirtschaftliche Hochschulen Fernuniversitäten Rechtswissenschaftliche Hochschulen Private Hochschulen Affiliated Colleges (davon ca. 1.200 Women's Colleges) Hochschulen/Colleges gesamt Lehrkörper an Universitäten/Hochschulen Universitäten Colleges insgesamt Indische Studierende Gesamtzahl 2003-2004 Verteilung nach Fachrichtungen Geisteswissenschaften Naturwissenschaften Betriebswirtschaft Erziehungswiss. /Pädagogik Ingenieurwiss./Technologie Medizin Landwirtschaft und Veterinärmedizin Jura Sonstige Ausländische Studierende Indische Studierende im Ausland USA Australien Großbritannien Kanada Deutschland Sonstige 335 51 23 39 9 7 7 16.470 16.885 ca. 76.000 ca. 381.000 ca. 457.000 ca. 9.954.000 4.491.000 2.034.000 1.791.000 146.000 717.000 313.000 74.000 304.000 84.000 7.738 ca. 133.000 ca. 81.000 ca. 15.000 ca. 16.000 ca. 8.000 4.249 ca. 10.500

13

DAAD Länderstatistik 2005
- Stand Mai 2006 -

14

Forschungslandschaft Indien
Quelle: Internationale Kooperation.de www.internationale-kooperation.de?seite=laenderinformationen&land=102 Stand: 30.05.2006 Inhalte: 1. Überblick 2. Forschungsorganisationen 3. FuE im öffentlichen Sektor 4. FuE im privaten Sektor 5. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE

1. Überblick
Typisch für die indische Forschungspolitik und die von ihr geprägte Forschungslandschaft sind die sog. "technologischen Inseln", wo wissenschaftliche und technologische Spitzenleistungen erbracht werden, die dem Vergleich von high-tech Entwicklungen westlicher Industriestaaten standhalten. Der Abstand dieser "Centers of Excellence" und der Mehrzahl der übrigen Forschungseinrichtungen, insbesondere an Universitäten und Colleges wird jedoch immer größer. Die indische Forschungslandschaft ist sehr heterogen und zersplittert. Ihre organisatorische Struktur ist historisch gewachsen und deshalb vielfältig verzweigt und wenig transparent. Wiederholte Versuche verschiedener Regierungen, die Organisation zu vereinfachen, sind bisher aus innen- und parteipolitischen Gründen gescheitert. Der Premierminister Vajpayee hat angekündigt, bis 2007 die Ausgaben für die Forschung von jetzt rund 1.1% auf 2% des BIP zu erhöhen, wobei ein größerer Anteil als bisher (rund 25%) von der Industrie kommen muss.
Ministerium für Wissenschaft und Technologie

2. Forschungsorganisationen
Die staatlichen Forschungsorganisationen sind direkt den entsprechenden Departments unterstellt, die im nächsten Abschnitt detaillierter dargestellt werden. Häufig ist der Generaldirektor auch der Leiter des entsprechenden Departments. Sie sind in vielen Fällen als sogenannte Research Councils organisiert.

3. FuE im öffentlichen Sektor
Bundesebene: Die Zuständigkeit zur Förderung von Wissenschaft, Forschung und Technologie verteilt sich derzeit auf 17 Ministerien, Departments und Förderorganisationen. Ministry of Science and Technology Das Ministry of Science and Technology verfügt nur über einen kleinen Stab an hochrangigen Beamten für Planung, Haushalt und Personal. Die eigentliche Arbeit des Ministeriums wird von drei ihm unterstellten Departments geleistet, nämlich dem Department of Science and Technology, dem Department of Scientific and Industrial Research und dem Department of Biotechnology.

15

Department of Science and Technology (DST) Das DST ist zuständig für die Formulierung der generellen Forschungspolitik des Landes, die Koordinierung der staatlichen Forschung sowie die finanzielle Förderung von etwa 20 über das ganze Land verteilten kleineren Forschungsinstituten und speziellen Forschungsprogrammen in ausgewählten Nischenbereichen. Darüber hinaus ist das DST zuständig für die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Technologie mit anderen Staaten und internationalen Organisationen sowie für den Technology Development Board, mit dessen Mitteln gemeinsame Projekte von Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen finanziert werden. Department of Scientific and Industrial Research (DSIR) Das DSIR hat 40 über das ganze Land verteilte Forschungszentren (CSIR) und ist mit einem Personalbestand von mehr als 22.000 das Flaggschiff der staatlich geförderten Forschung außerhalb der Agrarforschung und der Kern-, Weltraum- und Verteidigungsforschung. Department of Biotechnology (DBT) Dem DOB unterstehen wichtige Forschungseinrichtungen wie das National Institute of Immunology in Delhi, das National Center for Cell Science in Pune, das National Center for Plant Genome Research, Delhi, sowie das International Center for Genetic Engineering and Biotechnology, New Delhi und Triest.

Außerhalb des Ministry of Science and Technology und unabhängig von ihm existieren folgende Departments: • Das Department of Atomic Energy (DAE), Mumbai wird formell vom Premierminister, praktisch aber vom Secretary of Atomic Energy geführt. Das DAE ist für das gesamte zivile indische Nuklearprogramm zuständig. Das Department of Space (DOS) Wird ebenfalls formell vom Premierminister geleitet, in der Praxis jedoch vom Secretary of Space. Das Department of Defense Research and Development Untersteht unmittelbar dem Verteidigungsminister. Ihm unterstellt ist die Defence Research and Development Organisation (DRDO) Department of Agricultural Research and Education (DARE) Ihm untersteht das Indian Council of Agricultural Research (ICAR). Zu beiden gehören 44 über ganz Indien verteilte Forschungsinstitute, 30 sog. National Research Centers und 33 landwirtschaftliche Hochschulen. Hiervon ist das Wichtigste das Indian Agricultural Research Institute (IARI) Department of Ocean Development (DOD) Das DOD ist sowohl für Meeresforschung und -technik als auch für die indische Antarktispolitik und -forschung zuständig. Dem DOD unterstehen das National Institute of Ocean Technology, Chennai und das National Center for Antarctic and Ocean Research, Goa.

Neben den oben genannten Ministerien und Departments sind einige weitere in erheblichen Umfang mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben betraut: Ministry of Non Conventional Energy Sources Ministry of Environment and Forests

16

Ministry of Communications/ Department of Telecommunications Department of Electronics Außer diesen gibt es nach englischen Vorbild eine Reihe von "Councils", die ebenfalls Forschung finanzieren und durchführen: • Indian Council of Medical Research Indian Council of Agricultural Research (ICAR) (untersteht dem Department of Agricultural Research) Indian Council of Forestry Research and Education (untersteht direkt dem Ministry of Environment and Forests. Zu ihm gehört u.a. das Forest Research Institute, Dehra Dun)


Die Zuständigkeit für Bildung, Erziehung und Unterricht einschließlich der Universitäten und der 5 Indian Institutes of Technology (IIT) liegt beim • • Department of Education, das Teil des Ministry of Human Resources Development ist. die Planning Commission ist für die lang- und mittelfristige Planung auch für die Bereiche Forschung und Technologieentwicklung zuständig. Diese erfolgt in Fünfjahresplänen. das Technology Information, Forecasting and Assessment Council (TIFAC) ist für die Technikfolgenabschätzung zuständig und dem Department of Science and Technology unterstellt. der ständige Ausschuss für Wissenschaft, Technologie und Umwelt im indischen Unterhaus hat allenfalls Kontrollfunktion und übt wenig Einfluß auf die Formulierung und Durchführung der indischen Forschungs- und Technologiepolitik aus.

Auf Länderebene werden verschiedene Forschungsprogramme in eigener Verantwortung, insbesondere in den Bereichen Agrar- und Energieforschung finanziert.

Staatliche Forschungseinrichtungen: Forschung und Technologische Entwicklung werden in Indien überwiegend in staatlichen Einrichtungen durchgeführt. Darunter befinden sich ca. 400 F&E-Institute der Zentralregierung, etwa 170 Forschungseinrichtungen der Bundesländer, rund 240 Universitäten und 30 sog. Centers of Excellence. Die Forschungseinrichtungen der Zentralregierung in den strategischen Bereichen Kernenergie, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung, die 74 landwirtschaftlichen Labors und National Research Centers des ICAR und die 40 Forschungszentren des CSIR tragen die Hauptlast der indischen Forschung. Sie sind finanziell unterschiedlich ausgestattet. Die Forschungseinrichtungen der Bundesländer sind vielfach sehr klein und finanziell eher dürftig ausgestattet. Sie befassen sich hauptsächlich mit Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, in zunehmenden Maße jedoch auch mit Energie- und Umweltfragen.

17

An den rund 240 Universitäten des Landes steht die Lehre im Vordergrund, und zwar in erster Linie die Vermittlung von Theorie, nicht aber die praktische Ausbildung zum Forscher oder Ingenieur. Ihre finanzielle Ausstattung und Qualität ist sehr unterschiedlich und in vielen Fällen unzureichend für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Zahlreiche Universitäten bemühen sich, in Schlüsselbereichen, die für die Entwicklung des Landes von Bedeutung sind (Ernährung, Gesundheit, Energie, Sicherheit, Umwelt, Verkehr) Forschungskapazitäten mit Hilfe von Fördermitteln der Zentralregierung , der Industrie oder des Auslandes aufzubauen. Die Qualität der Universitätsforschung läßt jedoch weiter nach. Zu den Centers of Excellence zählen Forschungseinrichtungen wie das Indian Institute of Science und das Center for Development of Telematics (C-DOT) in Bangalore, das Nuclear Science Center, das National Institute of Immunology und International Center for Genetic Engineering and Biotechnology und die Indian Institutes of Technology (IITs)in New Delhi, Mumbai, Chennai, Kanpur und Kharagpur bei Kalkutta.

4. FuE im privaten Sektor
Da die Industrieforschung eine Schwachstelle der indischen Forschung und Technologie darstellt (der Anteil der Industrie an Forschungs- und Entwicklungsausgaben beträgt derzeit nicht mehr als 27%), versucht die indische Regierung mit gezielten Maßnahmen die industrielle Forschung zu stärken und zwar durch fiskalische Anreize, Erleichterung des Imports erprobter Technologie und Einfuhr moderner Forschungsgeräte, Einrichtung von Technologieparks und die Verbesserung des Informationsstandes der Unternehmen über laufende Forschungsprogramme und Technologieentwicklungen. Einige indische Forschungseinrichtungen haben in ausgewählten Bereichen ihre Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen intensiviert. Das indische Patentrecht wurde der WTOVereinbarung zum Schutz des geistigen Eigentums angepasst. Industrieforschung wird vor allem im Pharma- und IT-Sektor betrieben.

5. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE
Die Kooperation zwischen Industrie und öffentlichen Forschungseinrichtungen ist in Indien nicht besonders ausgeprägt. Dies liegt vor allem daran, dass die indischen Unternehmen bisher Innovation über den Einkauf von Technologien betrieben haben und weniger über eigene Forschung bzw. Kooperation mit öffentlichen Forschungseinrichtungen. Eine Umkehr dieses Trends ist angestrebt, lässt sich aber nur langsam umsetzen.

18

Bildungslandschaft Indien
Quelle: Internationale Kooperation.de www.internationale-kooperation.de?seite=laenderinformationen&land=102 Stand: 30.05.2006 Inhalte: 1. Schulen und Hochschulen 2. Berufliches Bildungswesen

1. Schulen und Hochschulen
Informationen über indische Hochschulabschlüsse und -grade, die Voraussetzungen für ihren Erwerb sowie Hinweise zu ihrer Einstufung im Verhältnis zu deutschen Hochschulabschlüssen und -graden können bei der Datenbank "anabin" recherchiert werden.

2. Berufliches Bildungswesen
Indien verfügt über ein vergleichsweise elaboriertes berufliches Bildungswesen. Es umfasst öffentlich und privat finanzierte Bildungseinrichtungen, LehrlingsausbildungsArrangements und betriebliche Qualifizierung. Gleich nach der Unabhängigkeit hat das Arbeitsministerium mit dem Aufbau von Strukturen und Institutionen zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs begonnen. Daraus hat sich bis heute ein breites Angebot entwickelt: Handwerkerausbildung, (nichthandwerkliche) Lehrlingsausbildung, FachkräfteFortbildung, Ausbildung von Ausbildern für die Handwerker, Supervisor-Ausbildung (vergleichbar Industriemeister), schließlich besondere Maßnahmen für Frauen. Der dem Ministerium für Human Resource Development unterstehende Teil des Bildungswesens (Higher Secondary, Technical und Higher Education) blieb – vor allem auf der Sekundarstufe - lange stark allgemeinbildend ausgerichtet. Bezogen auf die gesamte Schülerpopulation ist die Teilnahme an technischen Bildungsgängen (Berufsfachschulen, Fachschulen (Polytechnics)), gering. Ende der 80er Jahre wurde deshalb damit begonnen, an den allgemeinbildenden Sekundar-Schulen berufsbezogene Zweige einzuführen. Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen, werden die regulären Bildungseinrichtungen auf allen Stufen von nonformalen Zentren bzw. „offenen Schulen“ flankiert, die einen Besuch neben der Arbeit gestatten. Nur ein Drittel der Zielgruppe nimmt überhaupt an Sekundarbildung teil; nur ein Drittel davon an beruflicher Bildung. Der Anteil der formal beruflich Qualifizierten beträgt letztlich nur wenige Prozent eines Altersjahrgangs. Gemäß Verfassung unterliegt berufliche Bildung der Zuständigkeit der zentralen und der Länderverwaltung. Die Entwicklung von Standards, Ausbildungsgängen, Prüfungen und Zertifizierung sind nationale Angelegenheit, während das Angebot Aufgabe der Länder ist. Die Zentralregierung wird von einem Nationalen Berufsbildungsausschuss (National Council for Vocational Training) beraten, einem drittelparitätischen Gremium (Staat, Arbeitgeber, Arbeitnehmer); gleiches findet sich auf Landesebene. Das formale berufliche Bildungssystem bietet Programme auf fünf Stufen: certificate (Fachkraft-Qualifikation), diploma (Techniker), degree (Ingenieur), post-graduate (Aufbaustudium), research degree (Promotion). Die Handwerkerausbildung (craftsmen training) findet an ca. 5000 Industrial Training

19

Institutes statt (ca. 2000 im staatlichen, ca. 3000 im privaten Sektor), mit knapp 700.000 Plätzen. Ausgebildet wird in 43 technischen und 24 nicht-technischen Berufen. Zugangsvoraussetzung ist, abhängig vom jeweiligen Beruf, ein Schulabschluss der 8. bis 12. Klasse. Ca. 70% der Ausbildungsdauer von 1-3 Jahren sind der praktischen und 30% der Theorie gewidmet (Fachkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen, Sozialkunde einschließlich Umwelt und Familienwohlfahrt). Mit dem Apprentices Act von 1961 wurde in Indien eine duale Lehrlingsausbildung etabliert. Duale Ausbildung gibt es in 140 Berufen in allen Berufsbereichen. Die allgemeinen Voraussetzungen sind die gleichen wie bei der Handwerkerausbildung. Die Ausbildungsdauer variiert zwischen 6 Monaten und 4 Jahren; sie basiert auf Ausbildungsordnungen für jeden Beruf. Die Ausbildung umfasst Berufsgrundbildung, gefolgt von betrieblicher Ausbildung und ergänzendem Unterricht. Lernorte für Grundbildung und Unterricht sind staatliche Zentren. Die Lehrlinge schließen einen Vertrag mit einem Unternehmen. Die Verträge werden von einem Ausbildungsbeauftragten registriert. Dieser prüft auch die Eignung der Ausbildungsstätte. 1973 wurde „Lehrlings-Ausbildung“ auch auf der Techniker- und Ingenieurebene eingeführt – für sie dauert die duale Ausbildung 1 Jahr. In allen Fragen des Lehrlingswesens wird die Regierung vom drittelparitätischen Zentralen LehrlingsAusschuss beraten; Vorsitzender ist der Arbeitsminister, sein Stellvertreter der Bildungsminister. Für die Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildung der Facharbeiter (advanced vocational training) wurde 1977 mit Unterstützung von ILO und UN ein besonderes Programm modularer Kurse von 1-6 Wochen Dauer aufgelegt. Sie werden von Industrial Training Institutes und Advanced Training Institutes (ATIs) angeboten. Flankierend zur Einführung der Handwerkerausbildung wurde mit der Ausbildung von Ausbildern (craft instructor training) für angehende Handwerker begonnen. Auch sie ist Sache der ATIs. Der Kurs dauert 1 Jahr; er umfasst Praxis (6 Monate), Theorie (3 Monate) und Pädagogik (3 Monate). Die Ausbildung von „Industriemeistern“ (supervisory training), die in zwei Instituten konzentriert ist, geht zurück auf eine Initiative des Landes Baden-Württemberg im Jahre 1970; das Land hat den Aufbau des ersten Institutes mit Personal- und Sachmitteln in Höhe von ca. 9 Mio. DM unterstützt. Es werden reguläre Diplom- und AufbauDiplomkurse (Technologie, Betriebswirtschaft, Qualitätskontrolle, Problemlösung) angeboten wie auch maßgeschneiderte Kurzzeitkurse. Um die Beschäftigungsfähigkeit von Frauen zu fördern, wurde 1977 vom Arbeitsministerium ein Berufsbildungsprogramm für Frauen (Women’s Vocational Training Programme) gestartet. Hierfür wurden eigene Institute eingerichtet, die ausschließlich für Frauen Handwerksausbildung, Lehrlingsausbildung und Fortbildung anbieten. Damit soll vor allem Beschäftigung im staatlich organisierten Wirtschaftsbereich ermöglicht werden. Den Kern des technischen Bildungswesens unter Aufsicht des Ministeriums für Human Resources Development bilden die „Polytechnics“ sowie Schulen des Gesundheitswesens, Handelsschulen und Bergbauschulen (insgesamt ca. 950). Es handelt sich um Fachschulen, die mindestens den Abschluss der 10. Klasse voraussetzen. Die Kurse dauern in der Regel 3 Jahre und können z.Zt. ca. 250.000 Studenten aufnehmen. In einigen Berufsbereichen werden zusätzlich weiterführende Kurse angeboten. Auf der tertiären Stufe schließen daran 370 staatliche und regionale Technische Fachhochschulen (Engineering Colleges), 5 Institute für Technologie (Indian Institutes of Technology) sowie 4 technische Universitäten an.

20

Mit dem Start einer Politik zur „Vocationalisation of Education“ im Jahre 1988 hat die Zentralregierung der Berufsbildung hohe Priorität bei der Reorganisation des gesamten Bildungssystems eingeräumt. 25% der Studenten der oberen Sekundarstufe (Klassen XI und XII) sollten bis 1995 den beruflichen Zweig besuchen; bislang wurden knapp 15% erreicht. Hierfür wurde ein zentrales Förderprogramm aufgelegt. Es gibt Ausbildungsgänge in 6 Berufsfeldern: Agrarwirtschaft, Wirtschaft, Metall-/Elektrotechnik, Gesundheit, Hauswirtschaft, Dienstleistungen. Das Programm unterstützt auch den Aufbau von Infrastrukturen auf föderaler, Landes-, Distrikt- und institutioneller Ebene. Dazu gehört ein nationaler Gemeinsamer Ausschuss für Berufsbildung mit Partnerorganisationen auf Länderebene für die Planung, Koordination und Evaluation des Berufsbildungsangebots von Organisationen und Agenturen. Der Ausschuss wird vom Minister für Human Resource Development geleitet. Der Staat stellt Finanz-Mittel für Studien zum Qualifikationsbedarf, für CurriculumEntwicklung, für die Ausstattung von Unterrichtsräumen/Werkstätten, für Lehrerausbildung, Unterrichtsmaterial und Lehrergehälter bereit. Bei den Gehältern trägt die Zentralverwaltung nur 75% der Kosten; 25% sind von den Ländern zu tragen, wie auch die Kosten für Prüfungen, Zertifizierung und Berufsberatung. Der Staat selbst macht große Anstrengungen, um berufliche Bildungsgänge in der Sekundarstufe II einzuführen. Gleichzeitig sollen aber Non-Profit-Organisationen („Freie Träger“) bei der Umsetzung des Programms als Kurs-Entwickler, als Anbieter und Berater eine bedeutende Rolle spielen: Sie können staatliche Förderung beantragen. Zur Verberuflichung der Bildung gehört auch die 1993/94 eingeführte Berufsvorbereitung in den Klassen IX und X. Hier geht es um die Vermittlung einfacher marktgängiger Qualifikationen. Wie das ganze Programm wird auch dieser Teil in kleinen Schritten umgesetzt. Um möglichst allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen, werden die regulären Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe von „offenen Schulen“ flankiert. Sie werden getragen von der 1989 gegründeten Gesellschaft „National Open School“. Sie umfassen neben allgemeinbildenden auch berufsbildende Kurse bzw. Programme. Es gibt bereits 1000 solcher Zentren, die alle staatlich akkreditiert sind. Das indische Bildungssystem “produziert” weit mehr beruflich formal qualifizierte Spezialisten als der Arbeitsmarkt aufnehmen kann. Deshalb wird ein Ausbau der technischen Bildung auf mittlerem Level in nächster Zeit wohl nicht weiterverfolgt. Statt dessen soll die allgemein-berufliche Bildung in den Sekundarschulen stärker ausgebaut werden. Davon erwartet man vor allem auch die Fähigkeit, sich selbständig zu machen und entsprechend dem jeweiligen Bedarf auch selbst weiterzulernen. Internetadressen: http://education.nic.in/ (Bildungsministerium) http://dget.nic.in/ (Arbeitsministerium)
Quelle: BIBB

21

Aktivitäten in Forschung und Bildung in Indien
Quelle: Internationale Kooperation.de www.internationale-kooperation.de?seite=laenderinformationen&land=102 Stand: 30.05.2006 Inhalte: 1. Überblick 2. Biowissenschaften 3. Energie 4. Luft- und Raumfahrt

1. Überblick
Spitzenleistungen werden vorwiegend in der Weltraumforschung und -technik, im Bereich Kernenergie, in der Verteidigungsforschung sowie in der chemischen Forschung und Informationstechnologie erzielt. Der Ehrgeiz, auf fast allen Forschungsgebieten Eigenständigkeit erlangen zu wollen, führt zu einer starken Aufsplitterung der finanziellen und personellen Mittel mit dem Ergebnis, dass Indien in vielen Bereichen moderner Hochtechnologie die erstrebte Unabhängigkeit nicht erreicht hat. • Verteidigungsforschung Mit einem Anteil von etwa 25% ist die Verteidigungsforschung der Bereich mit den höchsten staatlichen Zuschüssen. In der Defense and Development Organisation (DRDO) des Verteidigungsministeriums sind z.Zt. etwa 32.000 Wissenschaftler und Ingenieure beschäftigt. Davon arbeiten etwa 4000 im Rahmen des sog. "Integrated Guided Missile Development Programme", dessen Ziel die Entwicklung und Produktion von vier Raketentypen ist: eine AntiFlugzeug-Rakete, eine Boden-Luft-Kurzstreckenrakete, eine taktische Mittelstreckenrakete und ballistische Mittelstreckenrakete. Seit Mitte der 80 er Jahre arbeitet DRDO im Rahmen eines langfristig angelegten Forschungs- und Entwicklungsprojektes ATV (Advanced Technology Vessel) an einem nuklear getriebenen Unterseeboot. Meeresforschung und -technik Indien hat eine große marine Wirtschaftszone, deren Erforschung und Nutzung in seine ausschließliche Zuständigkeit fällt. Schwerpunkte des indischen Meeresforschungsprogramms sind Fischereiforschung, marine Rohstofforschung, Küstenschutz, das Verhältnis Meer/Atmosphäre sowie mariner Umweltschutz. Im Rahmen eines mehrjährigen Programms zur Exploration des für Indien reservierten Meeresbodengebietes wurden umfassende Untersuchungen zur Lokalisierung und Evaluierung mineralischer Ressourcen durchgeführt. Die 1997 begonnenen Forschungsprogramme "Intergrated Coastal and Marine Area Management" und "Ocean Observation and Information Service" wurden erfolgreich fortgesetzt. Antarktisforschung Indien ist seit 1983 Mitglied des Antarktisvertrages und unterhält seit 1984 eine Versorgungsstation, seit 1988 eine ganzjährig besetzte Forschungsstation. Das neue National Center for Antarctic and Ocean Research in Goa ist 1998 in

22

Betrieb genommen worden. • Gesundheitsforschung Die indische Gesundheitsforschung hat eine vergleichsweise hohe, z.T. internationalen Standards entsprechende Qualität. Die Schwerpunkte liegen derzeit bei Untersuchungen zu übertragbaren Krankheiten (Tuberkulose, Lepra, Malaria, Cholera, Typhus). Im Zusammenhang mit der 1998 eingeleiteten Politik zur AIDS-Bekämpfung steht das sog National AIDS Control Programme Agrarforschung Der Indian Coucil of Agricultural Research (ICAR) konzentriert sich mit Hilfe des sog. National Agricultural Research System auf die Schwerpunkte des Forschungsprogramms wie Züchtung ertragreicherer Nahrungsmittelpflanzen. Der Haushalt des ICAR ist zu diesem Zweck um 26% angehoben worden. Elektronik Der Elektroniksektor ist mit einer Wachstumsrate von 55% der am schnellsten wachsende Bereich der indischen Industrie. Neben dem Export von Software ist die Entwicklung und Anwendung von Software für ausländische Kunden eine der Stärken der indischen Industrie. Das Department of Electronics fördert die Entwicklung von Hard- und Software mit beträchtlichen Summen. Schwerpunkte der Förderung sind das Technology Development Council Programme, das Industrial Electronics Promotion Programme, das Electronics Material Development Programme sowie das Special Manpower Development Programme.

2. Biowissenschaften
Biologische Forschung und Technologie stehen seit mehreren Jahren auf der Prioritätenliste. Das jährliche Budget der Zentralregierung verzeichnet für diesen Bereich durchgehend erhebliche Steigerungsraten. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Pflanzenbiologie, Serobiologie, medizinische Biotechnologie, Schutz und Nutzung seltener Pflanzen sowie im Aufbau eines Bioinformations-Programms. Einen zunehmenden Schwerpunkt bildet auch die Bioinformatik.

3. Energie
• Energieforschung, Energietechnik Trotz des Energiedefizites in Indien sind die Anstrengungen der indischen Regierung in der Energieforschung und -technik bei weitem nicht ausreichend. Der Anteil für F&E im gesamten Energiebereich beträgt z.Zt. nur etwa 8% der indischen Gesamtaufwendungen für Forschung und Technologie. Kernenergie Durch die Atomwaffenversuche der indischen Regierung wurde eine neue Phase der Nuklearpolitik eingeleitet. Auch das zivile Kernenergieprogramm soll weiterentwickelt werden mit dem allgemeinen Ziel der Unabhängigkeit von anderen Staaten. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten Indiens im Bereich der Kernenergienutzung sind darauf ausgerichtet, den gesamten Brennstoffkreislauf vom Uranerzbergbau bis zur nuklearen Abfallbehandlung ohne Abhängigkeit von ausländischer Hilfe zu beherrschen. Hinter dem geschlossenen Brennstoffkreislauf, d.h. der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente und der Verwendung des dabei gewonnen Plutoniums in

23

Schnellbrutreaktoren steht in erster Linie die Gewinnung von waffengrädigem Material für das indische Atomwaffenprogramm. Dasselbe gilt für den Betrieb von Forschungsreaktoren. Zur Zeit werden die beiden ältesten indischen Forschungsreaktoren umgerüstet und im Kernforschungszentrum BARC bei Mumbai soll ein neuer Forschungsreaktor zur Produktion von Plutonium gebaut werden. Ein breites Forschungsprogramm zum Einsatz von Strahlenquellen und Isotopen in Landwirtschaft, Medizin und Forschung wird bereits durchgeführt. Hauptträger ist das Kernforschungszentrum BARC und das indische Agrarforschungsinstitut IARI.

Erneuerbare Energien Die Tatsache, daß es in Indien ein eigenes Ministerium für erneuerbare Energien (Ministry of Non-Conventional Energy Sources-MNES) gibt, unterstreicht die politische Bedeutung, die Indien der Forschung, Entwicklung und Anwendung in diesem Bereich beimisst. Der Schwerpunkt der vom MNES geförderten Aktivitäten liegt allerdings nicht bei der Forschung, sondern bei der Entwicklung, Produktion und Verbreitung neuer nicht-konventioneller Energietechnologien. Die Erzeugung von Windenergie hat die sichtbarsten Fortschritte gemacht. Indien ist weltweit drittgrößter Produzent von Windenergie geworden sowie weltweit der viertgrößte Exporteur von Windenergieanlagen. Die indische Regierung unterstützt diese positive Entwicklung mit finanziellen Anreizen sowie mit Ausbildungs- und Informationsprogrammen. Daneben existiert das Solarenergieprogramm. Das MNES unterstützt mehrere Photovoltaic-Pilotprojekte finanziell. Die Umsetzung der Erfahrungen dieser Projekte in die Praxis lässt jedoch zu wünschen übrig. In der Herstellung von Solarzellen sind indische Firmen hinter den USA weltweit zum Marktführer geworden. Darüber hinaus hat das MNES ein Pilotprogramm zur Förderung der Energieerzeugung aus Biomasse gestartet.

4. Luft- und Raumfahrt
Das erfolgreiche indische Weltraumprogramm ist das Aushängeschild indischer Forschung und Technologie. Ziel ist es, indische Satelliten mit indischen Trägerraketen im Weltraum zu stationieren und über eigenen Bodenstationen und Datenaufbereitungsanlagen für sog. sozioökonomische Zwecke wie Rundfunk und Fernsehen, Wettervorhersage, Erntevoraussagen oder Katastrophenschutz zu nutzen. Ein weiteres Ziel ist die Teilnahme an dem lukrativen Weltmarkt für Startdienstleistungen, Satellitenkommunikation und Fernerkundungsdaten.

24

Initiativen und Programme für Forschung und Bildung in Indien
Quelle: Internationale Kooperation.de www.internationale-kooperation.de?seite=laenderinformationen&land=102 Stand: 30.05.2006 Inhalte: 1. Überblick

1. Überblick
Neben einzelnen Fachrichtungen und Forschungseinrichtungen ist zunächst übergeordnet als Hauptpotential das Humankapital Indiens zu nennen. Auch wenn jedes Jahr bis zu 100.000 IT-Fachkräfte in Richtung USA wandern, ist dies dennoch kein wirklicher Verlust für Indien, da es zum einen gar nicht genügend gut bezahlte Arbeitsplätze für diese Fachkräfte in Indien gibt, diese sich zum anderen im Ausland teilweise bis in die höchsten Führungsetagen hocharbeiten und neben substanziellen Geldüberweisungen ins Heimatland oft nach einigen Jahren wieder nach Indien zurückkehren und dort Forschungseinrichtungen oder eigene Firmen mit den im Ausland erworbenen Managementkenntnissen führen. Dies gilt in ähnlichem Maß auch für die Biotechnologie, wo auch deutlich weniger attraktive Stellen als Bewerber vorhanden sind. In diesem Bereich wird allerdings der Brain Drain in Indien unterschiedlich bewertet. Das DBT (Department of Biotechnology) ist hier wesentlich weniger offen, was den Austausch von jungen Wissenschaftlern angeht, als die Leiter von Forschungseinrichtungen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß deutsche Kooperationspartner in einer vor einigen Jahren durchgeführten Umfrage mit überwältigender Mehrheit eine sehr große Zufriedenheit bezüglich indischer Gastwissenschaftler geäußert haben und diese in der Regel hinsichtlich ihrer Kenntnisse, ihrer Adaptionsfähigkeit und ihrer Motivation anderen Gastwissenschaftlern vorziehen. In den Bereichen Informationstechnik, Biotechnologie und Raumfahrt ist Indien dabei, auch im Weltmaßstab gültige Spitzenleistungen zu erbringen. Dies gilt in den Informationstechnologien im Wesentlichen für die Informatik, weniger jedoch im Bereich der Mikroelektronik. In der Software-Entwicklung nimmt Indien mittlerweile einen Spitzenplatz ein. Dieser Bereich, der längst den Schritt von der Grundlagenforschung zur wirtschaftlichen Anwendung vollzogen hat, hat Indien als Forschungsstandort weltweit bekannt gemacht und wesentlich zum hohen Selbstbewusstsein der Wissenschaftselite beigetragen. Informationstechnologie ist der am schnellsten wachsende Wirtschaftsbereich Indiens. Auch viele deutsche Unternehmen lassen in Indien programmieren oder EDV-Dienstleistungen erbringen. Daimler-Chrysler ist mit einem eigenen Forschungszentrum (ca. 100 Mitarbeiter) in Bangalore vertreten, in dem vor allem Software-Entwicklung für Telematik-Anwendungen betrieben wird. Aber auch Firmen wie Siemens und SAP haben Teile ihrer ITEntwicklung nach Indien verlagert. Die Raumfahrtforschung liegt in der Hand der Indian Space Research Organisation (ISRO) und deren kommerziellen Arm Antrix. ISRO entwickelt und baut Trägersysteme für den Transport von Satelliten in polare und geostationäre Umlaufbahnen, Satelliten für

25

Kommunikation (Fernsehen, Telefon) und Fernerkundung und betreibt diese bzw. verwertet die gewonnenen Daten. Der ISRO-Chef ist auch gleichzeitig der Secretary of Space, d.h. er leitet das Raumfahrtministerium und untersteht direkt dem Premierminister. Deutschland hat in den letzten Jahren von den über mittlerweile 30 Jahren aufgebauten guten Beziehungen profitiert, in dem die ISRO mehrfach sehr preiswerte Startmöglichkeiten für deutsche Kleinsatelliten zur Verfügung gestellt hat. In seinem Betreben, im Wissenschaftsbereich weltweit in vorderster Reihe mitzuspielen, legt Indien verstärkt Wert auf eine zielgerichtete Förderung der Biotechnologie. Der Premierminister hat in Analogie zum Silicon Valley die Schaffung eines Genomic Valley gefordert. Ein deutliches Indiz für die Wichtigkeit, die Biotechnologie in Indien einnimmt, ist die Tatsache, daß es ein eigenes Ministerium für Biotechnologie (DBT) gibt, daß alle Forschungsaktivitäten im Land koordinieren soll. Das DBT verzeichnet jährliche Budgetzuwächse im zweistelligen Bereich. Für das Haushaltsjahr 2003/04 erhöhte sich das Budget des DBT um rd. 23% und weist damit den höchsten Zuwachs aller Ressorts auf. Die Schwerpunktthemen sind an den Bedürfnissen Indiens orientiert, z. B. die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch biotechnologische Maßnahmen. Neben der Landwirtschaftsforschung sind die Bereiche Bioremediation, Entwicklung von Düngern und Pflanzenschutzmittel als wegen ihres Marktpotentials für indische Firmen als Kernbereiche ausgewählt worden. Außerdem wird die pharmazeutische Forschung im Bereich der Heilpflanzen Indiens wegen ihres noch weitgehend unerschlossenen Genpotenzials gefördert. Ein weiterer, für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unabdingbarer Bereich, ist die Energieforschung. Hier setzt Indien im Wesentlichen auf den Ausbau der Kernenergie. Die zivile Kernenergieforschung, die sich auf die Entwicklung eines kompletten, geschlossenen Brennstoffkreislaufs, also auch auf die Wiederaufarbeitung und Verwendung des Plutoniums in schnellen Brütern, konzentriert, wird im wesentlichen von den Forschungseinrichtungen des Department of Atomic Energy durchgeführt. Neben dem Ausbau der Energieversorgung durch Kernenergie sind auch zunehmend regenerative Energien gefragt, da der Energiebedarf in Indien deutlich schneller wächst, als er durch konventionelle Energieträger und Kernenergie abgedeckt werden kann. So ist Indien der zweitgrößte Produzent von Windenergie. Die Gesundheitsforschung orientiert sich an den nationalen Bedürfnissen, die sich aus der nach wie vor stark zunehmenden Bevölkerungszahl bei gleichzeitig stark ansteigender Lebenserwartung, steigendem Wohlstand und zunehmender Umweltbelastung ergeben. Hierzu zählen neben Herz-, Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes, aber auch nach wie vor Infektionskrankheiten, besonders zu erwähnen HIV, Tuberkulose und Hepatitis.

26

Allgemeine Landesinformationen zu Indien
Quelle: Internationale Kooperation.de www.internationale-kooperation.de?seite=laenderinformationen&land=102 Stand: 30.05.2006

Inhalte: 1. Wirtschaftsinformationen 2. Handel mit Deutschland

1. Wirtschaftsinformationen

Wirtschaftsinformationen mit Basisdaten zum Außenhandel sowie Informationen zur deutschen Außenwirtschaftsförderung finden Sie bei iXPOS - dem Außenwirtschaftsportal. www.ixpos.de/nn_7442/Content/de/02__LaenderUndBranchen/Laender/Asien__Pazifik/Indien/Indien.html__ nnn=true

Indien - Wirtschaftskraft im Ländervergleich - 2004 Gesamt-BIP Bevölkerun kaufkraftbereinigt in Mio. g in Mio. internat. $* Indien China Indonesien Deutschland 1.079,7 1.296,5 217,6 82,6 3.362.960 7.123.712 779.719 2.325.828 BIP pro Kopf kaufkraftbereinigt in internat. $* 3.115 5.495 3.583 28.147

*Internationaler $ ist der Wertausdruck der Kaufkraftparität. Es ist die Anzahl von Einheiten einer Landeswährung, die man benötigt, um dieselbe Warenmenge in diesem Land einzukaufen, die man für 1 US$ in den Vereinigten Staaten erhalten könnte. Quelle: Weltbank - Quick Reference Tables

Indien - Wirtschaftliche Entwicklung - 2002-2004 2002 Wachstum Inflation Arbeitslosenrate
Quelle: Bundesamt für Statistik

2003 8,6 % 3,8 % n.v.

2004 6,9 % n. v. n.v

4,1 % 4,4 % n.v.

Indien - Weitere Eckdaten - 2004 Budgetsaldo* (% des BIP) -9,0 %

27

Staatsverschuldung* (% des BIP) Exporte (Veränd. z. Vorjahr) Importe (Veränd. z. Vorjahr) Handelsbilanz Auslandsverschuldung* (% BIP)

78,0 % 72,5 Mrd. US$ (+27 %) 95,2 Mrd. US$ (+33,6 %) -22,7 Mrd. US$ 17,2 %

Quelle: *Deutsche Bank Research, BFAI Wirtschaftsdaten aktuell

Indien - Import-Export weltweit - 2003/04 Wichtigste Importgüter Erdöl & -produkte Chem. Erzeugnisse Perlen & Edelsteine Elektronische Erzeugn. Maschinen Gold & Silber Speiseöle Elektrotechnik Mess- & Prüfinstrumente Anteil am Gesamtimport 26,6 % 9,5 % 9,1 % 7,8 % 6,7 % 4,2 % 3,5 % 2,3 % 1,4 % Wichtigste Exportgüter Perlen & Edelsteine Chem. Erzeugnisse Textilien Bekleidung Nahrungsmittel Erdöl & -erzeugnisse Rohstoffe Eisen & Stahl Maschinen Anteil am Gesamtexport 13,3 % 11,6 % 10,9 % 10,5 % 9,9 % 5,7 % 4,9 % 4,5 % 3,6 %

Quelle: BFAI -Wirtschaftsdaten aktuell

Indien - Handelspartner - 2004 Hauptlieferlände Anteil am r Gesamtimport USA Belgien Großbritannien VR China Singapur Deutschland Japan Saudi-Arabien 7,1 % 5,8 % 5,3 % 4,8 % 4,4 % 3,8 % 3,0 % 2,0 % Hauptabnehmerländer USA VR China Großbritannien Hongkong Deutschland Vereinigte Arab. Emirate Japan Anteil am Gesamtexport 20,8 % 6,4 % 5,3 % 4,8 % 4,4 % 3,5 % 3,4 %

Quelle: BFAI - Wirtschaftsdaten aktuell

28

4. Handel mit Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt

29

Ansprechpartner & Kontakte: Indien
Deutscher Akademischer Austauschdienst • Außenstelle Dehli Herr Ulrich Podewils (Leitung) Frau Apporv Mahendru (Marketingbeauftragte) http://www.daaddelhi.org • DAAD-Regionalreferat 422 - Süd- und Südostasien, Indonesien Frau Hannelore Bossmann www.daad.de

Hochschulrektorenkonferenz • Internationale Abteilung Frau Marijke Wahlers Hochschul- und Wissenschaftsbeziehungen zu Asien, Australien und Ozeanien www.hrk.de

Internationale Abteilung Frau Ulrike Koch Internationales Hochschulmarketing, Studien und Evaluationen für GATE Germany www.hrk.de

Internationale-kooperation.de • Forschung und Bildung: Herr Dr. Gerold Heinrichs Internationales Büro des BMBF beim DLR www.internationales-buero.de • Allgemeine Landesinformationen: Frau Annette Kasten Informationen Länder & Märkte www.ewis.de

30