M &K 49. Jg.

2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

E 20039 F

Medien

Kommunikationswissenschaft

Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit Stefan Wehmeier Ökonomisierung des Fernsehens. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Jan Pinseler Sprechen im freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks

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Die neue Rundfunk und Fernsehen

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M &K 49. Jg. 2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

Medien

Kommunikationswissenschaft
Redaktion: Hardy Dreier, Uwe Hasebrink, Thorsten Held, Anja Herzog, Friedrich Krotz, Claudia Lampert, Christiane Matzen, Eva Rischkau, Hermann-Dieter Schröder, Wolfgang Schulz, Jutta Simon, Ralph Weiß

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

M&K 49. Jahrgang 3/2001 Anzeige .

. . . . . . . . 306 Stefan Wehmeier BERICHTE Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. . . . . . . 384 Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie. . . .): Theorien des Journalismus. . . . . . . . . . . Konstanz: UVK. . . . . .INHALTSVERZEICHNIS AUFSÄTZE Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. . . . .): Inszenierung von Authentizität. . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . 389 Joan Kristin Bleicher Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. .. . . . . Ursachen und Auswege. . . Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit . . . . . . . 387 Martin Löffelholz (Hrsg. . . . . . . . 2000 . . . 369 Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Jan Pinseler LITERATUR Besprechungen Armin Scholl Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . Ein diskursives Handbuch. . 2000 . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . 350 Sprechen im Freien Radio. . 325 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren . . . . . . . 2000 . . . . 2000 395 Michael Bodin: Ausgebrannt . . . Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur . . . . . . . Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand . Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . 2000 . . . über den „Burnout“ im Journalismus. . 396 Karin Böhme-Dürr 285 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tübingen: Francke. . . . . . . . . . . 287 Ökonomisierung des Fernsehens. . Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks . . . . . . .

..... .... ... .. . .. ... ... ...... ...... .. .. Pearson / Philip Simpson (eds...... 1999 ..... .. . .): Critical Dictionary of Film and Television Theory.. Konstanz: UVK.. ... . .. ... Wulff Zeitschriftenlese Literaturverzeichnis English abstracts Mitarbeiterinnen und Mittarbeiter dieses Heftes Hinweise für Autorinnen und Autoren . 404 Roberta E...... . .. . ... . ........ .... .. ... . .. . .. .... . 427 286 ..... ..... . Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie... . ...... . .. .. ... .. .. .. . . .... . .. ... . . .. Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag... ... . London/New York: Routledge. ... ... . . Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees.. Jahrgang 3/2001 Knut Hickethier Jostein Gripsrud (Ed. ...... ...... 402 Klaus Kamps (Hrsg.. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.. ... ... ... ...... . . ......... Baden-Baden: Nomos... .. . ... 2000 . ..): Television and Common Knowledge. ..... ... Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion..... ...... ... 409 419 424 Manfred Jenke Klaus Plake Dagmar Schütte Jens Tenscher Hans J... ..... . .. . 399 Jo Reichertz: Die frohe Botschaft des Fernsehens.. .. . . .....): Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation.... ........ . 2001 ... 2000 .... 2000 . . . . 406 ... London/New York: Rootledge.... ..... .... 400 Annette von Kalckreuth: Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk.. 1999 397 Claudia Mast: Programmpolitik zwischen Markt und Moral...M&K 49.. . 426 . .. ....

die als Ausdruck einer neuartigen „Logik der Vernetzung“3 gedeutet werden können. § 53 Rn. Ladeur. dass die eben genannten Ent- 1 Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte und leicht veränderte Fassung meines Einleitungskapitels zu Hahn/Vesting. Damit ist gemeint. Die Regulierung von Telekommunikation und Medien im Zeitalter ihrer Konvergenz. Von der dualen Rundfunkordnung zu einer 287 . Vesting.). das an systemtheoretische Vorstellungen von „Selbstorganisation“ anknüpft.und Massenkommunikation in wirtschaftlicher Hinsicht.AUFSÄTZE Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit1 Thomas Vesting Der Beitrag stellt einige der Herausforderungen dar. Fortbestand des Dualen Systems?. der damit verbundene Aufstieg informeller Verhandlungen in politischen und administrativen Zusammenhängen z. CR 1999. Stand Sept. 2000. 68 ff. RTkom 1999. der voraussichtlich Ende 2001 im Beck-Verlag erscheinen wird. bei der Einführung des digitalen Fernsehens2. Rundfunkstaatsvertrag. die Entwertung des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) durch eine großzügige Handhabung vager Experimentierklauseln in den Landesmediengesetzen.. Kommentar zum Rundfunkrecht.. so eine der Kernthesen des Aufsatzes. Abschließend versucht der Beitrag. 395 ff. die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems in seiner derzeitigen Ausgestaltung auf lange Sicht eher unwahrscheinlich macht. Vesting.. Rechtliche Regulierung von Informationstechnologien und Standardsetzung. Dieses neue Ordnungsmodell akzentuiert vor allem die Notwendigkeit der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. Das Internet als Herausforderung des „dualen Rundfunksystems“. S. S. 401 f. Einleitung Schon seit einiger Zeit wird das duale Rundfunksystem durch neuere informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen herausgefordert: Die Auflösung der stabilen Grenze zwischen Rundfunk und Telekommunikation auf technologischer Ebene. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen („Multimedia“) ausgesetzt ist. 164. B.. die. Hartstein/Ring/Kreile/Dörr/Stettner. 1. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung wird in einem neuen Ordnungsmodell gesehen. die Veränderung der Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer dynamischen Wettbewerbsordnung. die wechselseitige Öffnung der Grenze von Individual. S. die Schwerfälligkeit der kooperativen Verfahren der Entscheidungsfindung der Landesmedienanstalten – all diese Phänomene konfrontieren das Rundfunkrecht mit Entwicklungen. in: Kops/Schulz/Held (Hrsg. die Folgen dieses Modells für die Rundfunkregulierung näher zu konkretisieren. 1. 161 ff. K&R 2000. 3 Vgl. Diese Herausforderungen werden einer neuartigen Logik der Vernetzung zugeschrieben. 2 Darstellung dazu bei Ladeur.

Das Ende der Demokratie. Schoch. 12 ff. zur Logik der Vernetzung vgl. Das zweckorientierte Recht des RStV. 2. S. 288 .. Damit wird die feste Zuordnung von Diensten (Programme) zu jeweils spezifischen Verbreitungstechnologien (Netzen) in Frage gestellt. 275 ff. 19 ff. das den Landesmedienanstalten als Aufsichtsorganen etwa im Bereich der Konzentrationskontrolle (z.und Massenkommunikation Eine wesentliche Ursache für die Auflösung ehemals stabiler Grenzen des dualen Rundfunksystems muss in der neueren informationstechnologischen Entwicklung gesehen werden. aber auch mobilen Telefonnetzen Leistungen angeboten werden. Umgekehrt können jetzt auf Fernsehkabelnetzen neuartige Internetdienstleistungen jenseits der herkömmlichen Massenprogramme transportiert und damit künftig auch Rundfunk und E-Commerce miteinander kombiniert werden. nur Hoffmann-Riem/Schulz/Held. Trute. Diese These soll zunächst an drei Beispielen aus dem Bereich der eben genannten Entwicklungen belegt und plausibel gemacht werden. dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung. 2000. § 22 RStV).1 Die neuartigen Probleme der Abgrenzung von Individual. S.. 3. 160 ff. 1994. des Jugendschutzes (§ 3 RStV) und der Werberegeln (z. 170 ff. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. KOM (97). das mit Hilfe der veranstalterbezogenen Zulassung einen „Grundstandard“ von Vielfalt im privaten Rundfunk zu sichern versucht. B. VVDStRL 57 (1998). auf denen die zentralen rechtlichen Unterscheidungen des dualen Rundfunksystems aufbauen. die früher nur durch rundfunkspezifische Netze (Terrestrik. 4 Vgl. Rechtsprobleme der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation. Drei Beispiele 2. Kabel) erbracht werden konnten. Diese Entwicklung wird in der Literatur zumeist unter dem Stichwort „Konvergenz“ oder „technische Konvergenz“ diskutiert. 623. MMR 1998. S.. 218 ff. Beispielsweise können jetzt auf stationären. wird die Grenze zwischen Programm und Verbreitungstechnologie durch die neuen digitalen Netzarchitekturen für wechselseitige Übertritte geöffnet. 1 RStV) zur Verfügung steht.4 Konnten Rundfunk und Telekommunikation in der Vergangenheit einigermaßen plausibel durch die gegenständliche Unterscheidung von Inhalt/Technik voneinander abgegrenzt werden. Beilage zu Nr. man denke nur an die erweiterten Möglichkeiten im Hinblick auf das Internet oder die künftigen UMTS-Handys. Medien und Informationstechnologie und ihre ordnungspolitischen Auswirkungen.. Holznagel. S. VVDStRL 57 (1998). S. Europäische Kommission.. B. Destabilisierung oder auch Auflösung von Grenzen führen. § 7 Abs. 182 ff. Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation. 2001. Konvergenz und Regulierung. allgemein Guéhenno. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. büßt dadurch ebenso an Leistungsfähigkeit ein wie das mit der vielfaltsorientierten Zweckprogrammierung verknüpfte ordnungsrechtliche Instrumentarium. Jahrgang 3/2001 wicklungen bei allen Unterschieden in den Details jeweils zu einer Unterwanderung. die den Unterschied von Rundfunk (Dienst) und Telekommunikation (Netz) verwischt sowie die darauf aufbauenden rechtlichen Unterscheidungen relativiert – und in der Zukunft möglicherweise vollständig entwerten wird.M&K 49. Kurzum: Die informationstechnologische Entwicklung erzeugt eine neuartige Flexibilität und Variabilität..

229 ff. 1999. 3 ff. aufwerfen würde. entspricht mehr oder weniger Video on Demand-Applikationen. Eine solche rechtliche Strategie lässt sich unter der Bedingung der Logik der Vernetzung aber auf Dauer nicht durchhalten. A. 83. 2000. B.N. 238 (302). 5 Abs. Damit stellt sich das Problem. werden sich diese Abgrenzungsprobleme auch im Rahmen verbesserter Dienste-Typologien („Lizenzklassen“). Regulierung der dualen Rundfunkordnung. B. weil sich bei Bewegtbildern zurzeit noch deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Netze und Endgeräte ausmachen lassen. und zwar sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der Kabelregulierung. Fernsehkabel oder ADSL) dabei benutzt wird. Rundfunkrecht.oder Real Player angeboten wird.7 5 Vgl. 80 ff. AfP 1996. was hier z. 1 Satz 2 GG einzustufen wären. angesichts der Auflösung des Unterschieds von Fernsehkabelanlagen und sonstigen Netzen weiterführend ist. welche neuen Dienste dem Rundfunk zuzuordnen sind und damit den Bestimmungen des RStV unterliegen. S.. zu anderen Internet-Dienstleistungen.. ders. Einerseits lassen sich durch Innovationen in der Informationstechnologie neue Verwertungsmöglichkeiten erschließen. dass die Lösung der neuartigen Probleme. Hesse.. Musikspartensender wie MTV die neuesten Charts simultan auf dem Web anbieten und über Handys Zusatzfunktionen distribuieren. Funkkorrespondenz 2000.) illusionär erscheint und auch praktisch gesehen kaum lösbare Abgrenzungsprobleme z. wie diese eher ergänzenden Funktionen rundfunkrechtlich zu behandeln sind und ob es z. wie unmittelbare Konkurrenzen zwischen herkömmlichem Rundfunk und neuen Verbreitungsformen wie z. selbstregulierend etc. 231.6 Ebenso zweifelhaft ist es. Aber auch hier wird die Grenze durch neue Kompressionstechnologien immer durchlässiger. Hoffmann-Riem. B. die an die meinungsbildende Wirkung anknüpfen. Sie würde letztlich eine uferlose Ausweitung des Rundfunkrechts nach sich ziehen. in 289 . Man geht auf ein Loch zu. 229 ff. B. die angesichts der Struktur des Internets (weltweite Vernetzung. S. welche Technologie (z. wie er in § 52 Abs.w. (im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks). 2000. selbstorganisierend. insbesondere zum E-Commerce. B.5 Würde man zur Bewältigung dieser neuen Flexibilität also einfach an das traditionelle Rundfunkrecht und seine Vorstellung von pluralistischer Meinungsbildung anknüpfen. S. 9 ff. 7 Nur hingewiesen sei hier darauf. indem z. Vieles von dem. ähnlich wohl auch Hoffmann-Riem. m. Web-TV aufeinander abgestimmt werden können und sollen. S. 6 In diese Richtung Schulz. S.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Diese neuartige Flexibilität und Variabilität wirft einmal die sehr grundsätzliche Frage auf. weiß. Im Bereich des Fernsehens muss man mit Zukunftsprognosen zwar vorsichtig sein. BVerfGE 74. über Vivid. die durch die höhere Variabilität und Flexibilität der digitalen Verbreitungstechnologien aufgeworfen werden. einen Unterschied macht. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. ob der rundfunkrechtliche Teilzugriff auf digitalisierte Kabelanlagen.. würde dies letztlich zu einer Ausdehnung des Rundfunkrechts insbesondere auf das Internet führen. B. Heft 29. die nach wohl herrschender Auffassung als Rundfunk im Sinne von Art. wie man schon heute an den Angeboten der Pornoindustrie im Internet studieren kann. Des Weiteren wird aber auch zu klären sein. multifunktional. kaum bewältigen lassen. 3–5 RStV umgesetzt worden ist. und fällt hinein. dass man hineinfallen wird. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 297 (350). Da die Logik der Vernetzung durch eine Steigerung der Optionenräume gerade die Diskriminierungskapazität von Grenzbegriffen unterläuft.

UMTS-Handys etc. nur Hoffmann-Riem. Zwar hat die Veranstalterzentrierung in der Form der strategischen Suche nach dem „günstigsten“ Ort für die rundfunkrechtliche Zulassung („forum shopping“) 8 und in der Auflösung der Einheit von Programmproduktion. 8 Vgl. 123. Schon heute besteht die typische Verwertungskette z. die die Grenze von Rundfunk als publizistisch-programmlichem Medium und Wirtschaftsgut weiter durchlässig machen wird. 290 . an Multimedia-Bedingungen angepasste Wertschöpfungsketten 9 wird den veranstalterbezogenen Ausgangspunkt des RStV in Zukunft jedoch auf eine noch härtere Probe stellen. 10 Vgl.2. Das Medienrecht wird also künftig eine Dynamik der Vernetzung von gleichzeitigen und ungleichzeitigen Verwertungsmöglichkeiten bewältigen müssen. 82 f. auf Letzteres reagiert u. Frequenzmanagement und förderale Abstimmungspflichten. § 28 RStV (Zurechnung von Programmen). Die wirtschaftliche Integration der (privaten) Rundfunkveranstalter in immer komplexere. S. möglich werden. Pay-per-View. nur Ladeur.M&K 49. aber auch der neuen. Schulz/Vesting. die aus den mit dem Film verbundenen sonstigen Produkten („Merchandising“). S. B.a. FreeTV-Erstausstrahlung. -distribution und -vermarktung schon immer eine Reihe von Problemen erzeugt.2 Die kultur. Internet-TV.2. dass Pay-TV und Free-TV in zentralen Programmbereichen nur mehr „Fenster“ innerhalb einer zeitlich und sachlich gestuften Verknüpfung von Verwertungsmöglichkeiten darstellen.2 Ökonomie der Aufmerksamkeit als Realisationsform einer neuen Kultur. Dies wird sich vor allem in neuartigen Kombinationen von kulturellen und ökonomischen Werten zeigen. Free-TV-Zweitausstrahlung und den Verwertungen. Stars usw. 9 Der Begriff der Kette wird hier bewusst gewählt: Die Wertschöpfung erfolgt nicht netzwerkartig. Jahrgang 3/2001 2.1 Die Relativierung der Bedeutung des Veranstalters Die Logik der Vernetzung entwertet die ordnungsbildende Funktion des herkömmlichen Rundfunkrechts auch in medienökonomischer Hinsicht. S. Filmmusik. Pay-TV. sondern vertikal von gebündelten (Kino) zu zerstreuten (Internet) Vermarktungsformen. nur Hoffmann-Riem. 2.10 Das bedeutet. hervorgehen. wird insbesondere durch die wachsende Bedeutung der Kultur. Videoverleih.und Medienökonomie Die Autonomie des Rundfunks.. 2000. 2000. stärker individualisierbaren Formen. Vgl. ZUM 1998. aus Büchern. die die Autonomie des Rundfunks künftig vor allem in Richtung Werbung und E-Commerce unterwandern werden. wie sie durch „intelligente“ Fernseher. die sich auch in den Schwierigkeiten einer effizienten Kooperation der Landesmedienanstalten niederschlägt. Das gilt vor allem für die Veranstalterzentrierung des traditionellen Rundfunkrechts. 261 ff. 144 f.und Medien- Deutschland durch weitreichende kompetenzrechtliche Folgen erschwert wird. Regulating Media.und Landeskompetenzen auf den Gebieten des Telekommunikations. 1996.und Rundfunkrechts.und medienökonomische Seite der Entwicklung 2. für eine Filmproduktion aus Kinoverwertung. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Zur Notwendigkeit einer flexiblen Abstimmung von Bundes. Diese Verwertungsketten werden durch das Internet in Zukunft noch weiter ausdifferenziert und verfeinert werden.

weil auch die Politik den Zwängen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. Macht. Schmidt. indem z. Ökonomie der Aufmerksamkeit. 324 ff. Die Realität der Massenmedien. lassen sich vor allem an der Auflösung der Trennung von Programm.12 Die Aufmerksamkeitsökonomie macht die vorübergehende Prominenz von Themen und Personen zur zentralen Form einer neuen „Währung“. 2000. 69. Luhmann. Alle diese Medien unterliegen letztlich den Zwängen der Ökonomie der Aufmerksamkeit11. 52. Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. auch Luhmann. 997 ff. die in den Medien präsent sind (Ron Sommer. The Entertainment Economy 1999. Wissenschaft in der Mediengesellschaft.14 Ein Teil der Probleme. auch Franck. 1998. Kultur.N. 1998. Komödie etc. S. die mit der Produktion neuer Fernsehfilme oder -serien verbunden sind. Rötzer. vgl. B. auch Vesting. B. Aber auch in den Organisationen der Wirtschaft entsteht jetzt ein zunehmendes Interesse daran... sondern auch mit Boris Becker und Sabrina Setlur. S. Wirtschaft und Medien für zentrale Regelungen des RStV aufwerfen. Ökonomie der Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit. Stars zu haben. Medienunternehmen – und insbesondere der werbefinanzierte private Rundfunk – sehen sich deshalb mit einer neuartigen kultur. S. Prozedurales Rundfunkrecht.h. Schmidt. in juristischer Perspektive vgl. 14 Vgl. 13 ff. Kalte Faszination: Medien. vgl. 1994. 1997. hat wiederum Rückwirkungen auf andere Kommunikationsnetzwerke. die dadurch beeinflusst werden und sich unter der „Macht der Medien“ selbst verändern. S. Produktdesign und Imagepflege in der Wirtschaft gesehen werden. Wiedererkennungseffekte für die Zuschauer durch den Aufbau fester Genrestrukturen (Krimi. 1996. So führt z. 11 Franck. 291 . Über das Neue. 1998.). 132 ff. 1997. S. 329. deren Gesetzmäßigkeiten sie in ihrem Handeln antizipieren müssen. die eine „Ökonomie des Neuen“ ist. dass die Risiken. 12 Dazu Groys. dass die Politik den Star-Mechanismus adaptiert. S. Kultur. Public Relations. 2.13 Gerhard Schröder konkurriert heute eben nicht mehr nur mit Angela Merkel. 2000. Reputation kann dagegen in besonderen Aufmerksamkeitsaggregaten stabilisiert werden. durch den Einsatz von Superstars. S. S. Kalte Faszination: Medien. Sennett. Gebrüder Haffa). wenn sie mit ihren Programmen erfolgreich sein wollen. 179. 1999.w. unter der Bedingung eines laufenden Informationsüberschusses wird das personenorientierte Firmenmarketing für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlich ausschlaggebenden Erfolgsfaktor. der Unterhaltungsfunktion der Medien unterworfen wird. Ökonomie der Aufmerksamkeit. S. die Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen durch ihr Handeln beständig reproduzieren. Bekanntheit lässt sich etwa durch die strategische Bearbeitung von Erwartungen erzielen. B.. Die Gesellschaft der Gesellschaft. d. S. die damit Züge einer „Entertainment Economy“ annimmt. 1986.und medienökonomischen Logik konfrontiert. Guéhenno.. die Präsenz von Stars in den Medien dazu. 15.) aufgebaut werden. 13 Vgl. z. Franck. B. Bd. München 1992.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung ökonomie herausgefordert werden. weil die Aufmerksamkeit für das Markenimage und die daran gebundenen Produkte und Dienstleistungen auch wirtschaftlich ausschlaggebend wird. die diese wechselseitige Selbsterzeugung von Prominenz und Bekanntheit in Politik. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. 210 ff. Dies führt z. Diese Entwicklung muss jedenfalls im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bedeutungszuwachs von Werbung. Drama. 296 ff. 71.. dazu. Ja. Diese Eigenlogik des Mediensystems.. Medien. 35 ff. 234 ff. durch Bekanntheit und Reputation gebunden werden müssen. m. Das Ende der Demokratie. in: Maresch/Werber (Hrsg. 1014 f. Kommunikation. Wolf. 96 ff.

M&K 48 (2000). 5 Abs. innerhalb derer sich die Entwicklung der Rundfunkordnung einschließlich der Beziehung zwischen den beiden Säulen entfalten soll. § 41 RStV). ihr Programm attraktiv zu gestalten und einen be- 15 Ladeur. 2 RStV). muss sich auch das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verändern. die diese für die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem „dualen Rundfunksystem“ haben. 18 Dies kann hier nur thesenhaft angedeutet werden. ZUM 1999. S. hat das duale Rundfunksystem eine Eigendynamik freigesetzt. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Etwas abstrakter gesprochen.3 Duales Rundfunksystem und dynamische Wettbewerbsordnung Mit dem Übergang zum dualen Rundfunksystem ist ein Element der Selbstorganisation in die Rundfunkordnung eingebaut worden. Eine „Programmsteuerung“ durch eine extern konzipierte Rundfunkaufsicht kann unter dieser Bedingung aus normativen und faktischen Gründen nur noch in sehr abgeschwächter Weise funktionieren. 16 Siehe nur BVerfGE 57. S. Prozedurales Rundfunkrecht..18 Damit verstellt die staatszentrierte Konzeption des RStV aber auch den Blick auf die kultur. S. Die Annahme. Und selbst bei solchen Verstößen sind Interventionen durch die Landesmedienanstalten dann schwierig. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. vgl. auf Selbstorganisation und Selbstregulierung angelegten Wettbewerbsordnung nicht in Einklang zu bringen. ist mit einer dynamischen. das sich vor allem in der Selbstdefinition der Programminhalte im privaten Rundfunk niederschlägt. 1997.ö. 292 . 315 u.15 2. 24. auch Ladeur. auf die die Rundfunkgesetzgebung bislang ohne erkennbares strategisches Konzept reagiert. 30. S. 295 (320). Wenn eine Rundfunkordnung einmal auf Wettbewerb um Aufmerksamkeit umgestellt worden ist. Die Landesmedienanstalten können das Programm der privaten Veranstalter aber doch allenfalls auf sehr grobe Verstöße hin kontrollieren. dass vor allem durch Organisation und Verfahren ein an der Produktion von Vielfalt orientiertes Rundfunksystem auch den privaten Rundfunk mit einbeziehen könnte. Ordnungsmodell – sofern man hier von „Modell“ oder „Konzeption“ sprechen kann17 – läuft letztlich darauf hinaus. Legitimation ist auch für Landesmedienanstalten ein knappes Gut. Der RStV formuliert zwar neben den grenzziehenden Verboten im Bereich der Werbung und des Jugendschutzes eine Reihe von positiven Programmgrundsätzen (vgl. 2000. Neue Werbeformen und der Grundsatz der Trennung von Werbung und Programm. dass der Gesetzgeber im Rahmen eines aus Art. Auf einer derartig politisch-rechtlichen Setzung der Gesamtvielfalt beharrt aber der RStV: Dessen Konzeption bzw. Gerade wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch eine Gebühr finanziert wird. die sich in der Vorstellung einer „positiven Ordnung“16 nicht mehr abbilden lässt. 672 ff. müssen auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter darauf bedacht sein.M&K 49. 1 Satz 2 GG abgeleiteten verfassungsrechtlichen „Gewährleistungsauftrags“ vorab die Spielregeln festlegt.und medienökonomischen Zwänge und Folgen. 93 ff. die jedem Rundfunkteilnehmer unabhängig von seinem konkreten Nutzungsverhalten auferlegt wird (vgl. § 12 Abs. 17 Zweifelnd etwa Hoffmann-Riem. Jahrgang 3/2001 Werbung und E-Commerce demonstrieren. wenn das Programm von den Zuschauern gerne gesehen wird. Ausführlicher dazu Vesting. 115 ff.

25 Jedenfalls ist dieser Weg insofern wenig überzeugend. Öffentlich-rechtliche Spartenprogramme als Bestandteil der Grundversorgung?. 1999. S. näher Ladeur. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 1996.3.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung stimmten Gesamtmarktanteil nicht zu unterschreiten. dass ein nicht hinreichend spezifiziertes Recht zur Selbstdefinition des „Funktionsauftrags“ rasch in die Nähe einer Tautologie führen kann: Der Funktionsauftrag ist das.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.. 93 ff. denen auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk innerhalb der insgesamt veränderten Kultur. was der öffentlichrechtliche Rundfunk als Funktion festlegt. 183 ff. insbesondere Hörfunk. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. eine Entwicklung. Holznagel. 42 ff 293 . S. 21 Hoffmann-Riem. die in Teilen der rechtswissenschaftlichen Literatur als mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“ nicht zu vereinbarende „Programmexpansion“ qualifiziert worden ist. 1999. an kulturellen und politischen Zielen orientierte Limitierung in inhaltlicher oder quantitativer Hinsicht erfolgen. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. als er nach wie vor eine relativ stabile Grenze zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk unterstellt und die grundlegenden wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen. Dieser Druck hat in den letzten Jahren – besonders ausgeprägt im Bereich des Hörfunks – zu einer weiteren Diversifikation der Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. Holznagel/Vesting. 1999.und Unterhaltungsangeboten und einer bislang nur sehr schwach ausgebildeten langfristigen Unternehmensstrategie23 der Selbstgefährdung ausgesetzt ist. 29 ff. 11 ff. 226. 1999....und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zu stark auf „Strategien der Marktverstopfung“ einzulassen. 97. S. M&K 48 (2000). S. die mit dieser Kritik formuliert werden. Der spezifische Funktionsauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens.22 Die Bedenken. 2000. 20 Z. IV/36.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?.19 Auch im Bereich des Fernsehens sind mit Phoenix und dem Kinderkanal neue Spartenprogramme auf den Markt gebracht worden. 2000. 2000.522). 24 Hoffmann-Riem. Holznagel/Vesting.26 19 Holznagel/Vesting. weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts des quantitativen Wachstums von Informations. 25 So insbesondere Bullinger.24 Andererseits kann die Konturierung der Grenzen der Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach durch eine materielle. vgl. 2000.21 Diese Debatte hat einerseits gezeigt. 26 Vgl. nicht verarbeitet. S.20 Auf diese Vorwürfe reagiert die Diskussion über den „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. sind schon deshalb ernst zu nehmen. 1999. 1999. 22 Ladeur. ansonsten stellen sie ihre eigene Finanzierungsgrundlage in Frage. M&K 48 (2000). 181 ff. S.. S. insbesondere Hörfunk. 93 ff. Bleckmann. S. Bullinger. Hoffmann-Riem. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.und Medienlandschaft ausgesetzt ist. aber die Entscheidung der EU-Kommission vom 8. B. insbesondere Hörfunk. Sparten. Sparten. also letztlich durch eine Rückkehr zum „Integrationsrundfunk“. Sparten. 280 ff.1999 (Sache Nr. 23 Hoffmann-Riem.

Zur Zukunft des dualen Rundfunksystems und des Rundfunkstaatsvertrages 3. S. 28 Vgl. so wie für den Staat der Industriegesellschaft die politischen Parteien und sozialen Verbände im Zentrum einer von territorialen staatlichen Grenzen her definierten Gesellschaft standen. die dauernde Selbstveränderung der Massenmedien und des Rundfunks könnte im Rahmen eines Staatsvertrages politisch „gesteuert“ und „verantwortet“ werden. sind rechtsnormative Konstruktionen auf Dauer nur dann haltbar. Mehr noch: Die Logik der Vernetzung treibt das Regulierungskonzept des RStV zunehmend in die Nähe einer idealistischen Setzung. und dieses Erbe ist letztlich der Grund dafür. 2000. dass die informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen nicht nur zentrale Voraussetzungen einzelner Bestimmungen des RStV destabilisieren. sondern das veranstalterzentrierte Konzept des dualen Rundfunksystems insgesamt in Frage stellen.M&K 49. Wie die Erfahrung lehrt. Und so wie die quantitative Expansion des Staates und der Staatsaufgaben in der Vergangenheit vielfach unter die Vorstellung einer „politischen Steuerung“ der Gesellschaft subsumiert worden sind. Jedenfalls wird die Vorstellung einer primär objektiv-rechtlich zu verstehenden Rundfunkfreiheit. die keinen Außenhalt in der Realität mehr findet. 17 f. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. die Vorstellung zum Ausdruck. Durch die Dynamik der informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen verliert auch die bisherige Rechtsprechung des BVerfG einen Großteil ihrer Orientierungskraft. dass das Rundfunkrecht von der Stimmigkeit seiner Realitätsannahmen auch normativ auf paradoxe Weise abhängig ist. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. wenn dabei kognitive Beschreibungen zugrunde gelegt werden. S. Darin liegt das spezifisch deutsche kulturstaatliche Erbe des dualen Rundfunksystems 28. 1998. dies gilt insbesondere für die Bewältigung der Probleme der Zukunft.). so bringt auch der RStV. S.1 Zur Notwendigkeit eines Neuansatzes im Rundfunkrecht und in der Rundfunkregulierung Die Bestandsaufnahme des vorigen Abschnitts hat gezeigt. 294 .29 Deshalb kommt es gerade für die zukünf- 27 Dies betont seit langem auch Hoffmann-Riem. Public Service Broadcasting and European Law. dazu Breuer.27 Der geltende RStV ist noch zu sehr einer Konzeption verpflichtet. 29 Ladeur. Schon weite Partien der Rechtsprechung zum dualen Rundfunksystem müssen in dieser Hinsicht als problematisch eingestuft werden. Das hängt vor allem damit zusammen. als Teil dieser Entwicklung. 192. dass das duale Rundfunksystem auf die neuen. die sich an den Verhältnissen der Praxis orientieren. Hoffmann-Riem. 17 f. im Erscheinen 2001. angesichts der neueren informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen praktisch obsolet. 2000. Der Staat. die im Unterschied zu anderen (Medien-)Freiheiten des Grundgesetzes der (gesetzlichen) Umsetzung durch Organisation und Verfahren in einer „positiven Ordnung“ bedarf. sehr viel flexibleren Strukturen der (wirtschaftlichen) Selbstorganisation in einer (post-)modernen Gesellschaft immer weniger passt. in deren Mittelpunkt stabile Organisationen und die mit ihnen verbundenen gesellschaftlich „relevanten Gruppen“ stehen. Jahrgang 3/2001 3. in: de Witte (Hrsg.

Die Rundfunkaufsicht wäre danach eher in der ordnungsrechtlichen Tradition einer „Medienpolizei“ zu denken. Aus dieser Entwertung des herkömmlichen Rundfunkrechts wird nun freilich vielfach der Schluss gezogen. Damit soll hier natürlich nicht bestritten werden. die europäische Ebene gefordert werden. den Trend einer Flucht in abstrakte Glaubensbekenntnisse. 21. umzukehren. In dieser Perspektive soll sich die Rundfunkregulierung auf traditionelle Materien wie den straf. B. EG-Ebene verstehen). die Zukunft des Rundfunkrechts lediglich in der Breite und dann auch nur entlang „brennender praktischer Probleme“ zu diskutieren. SZ v. der auch in der gesetzlichen Rundfunkregulierung weit verbreitet ist. 24. ein theoretisch haltbares rundfunkrechtliches Ordnungsmodell zu entwerfen. S. und zwar gerade in kompetenzrechtlicher Hinsicht. Wenn Rundfunkpolitiker der Länder selbst zu verstehen geben. dass es eine Fülle von praktischen Einzelproblemen z. auf welcher Grundlage die Länder denn überhaupt eine Kompetenz für die Rundfunkregulierung beanspruchen können. Auch das BVerfG hat in den sechziger und siebziger Jahren des gerade vergangenen letzten Jahrhunderts auf gesellschaftliche und politische Umwälzungen mit einem Ordnungsmodell. dass haltbare normative Lösungen auch dieser Einzelprobleme ohne eine theoretisch stimmige Konzeption sinnvoll im Rechtssystem diskutiert werden können (die Politik wird anders darüber denken!). können künftige rundfunkpolitische Weichenstellungen wie etwa die Frage nach der rechtlichen Einordnung der neuen Internet-Dienste beobachtet und Fehlentwicklungen ggf. eine Sichtweise. dass es wieder an die Realität der Massenmedien und ihre Eigendynamik anschließen kann. das alte publizistische Modell so umzuschreiben und umzubauen.9. und nicht lediglich mit strukturloser Abwägungskasuistik geantwortet. Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz. aus rechtlicher Perspektive korrigiert werden. 1997. dem Integrationsrundfunk. das an die Stelle des alten Modells des Integrationsrundfunks treten könnte. den kulturrechtlichen Ausgangspunkt der Rundfunkregulierung aufzugeben. §§ 26 ff.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung tige Diskussion darauf an. dann wirft dies unweigerlich die Frage auf. dass die Rundfunkregulierung überhaupt zurückgenommen oder abgeschafft werden müsse. im Bereich der Werberegulierung gibt. ergänzt durch eine allgemeine Wettbewerbskontrolle.30 Dieses Konzept stößt auch im politischen Raum von Zeit zu Zeit auf ein positives Echo. Nur wenn es gelingt. dass sie den Rundfunk nicht länger als Kulturgut qualifizieren (und wie sonst soll man die Forderung einer Verlagerung der rundfunkspezifischen Konzentrationskontrolle auf die Bundes. die auch auf „praktischer“ Ebene gelöst werden müssen.2000. 30 Z.31 Dies ist jedoch eine ambivalente Forderung: Wird der spezifisch vielfaltssichernde (kulturrechtliche) Ansatz der Rundfunkregulierung aufgegeben. Es kann also nicht darum gehen. Dies wird nicht selten auch mit einer kompetenzrechtlichen Komponente verknüpft. Multimediadienste. sondern darum. Mestmäcker/Bullinger. wenn etwa die Abschaffung der KEK und der spezifisch rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle (vgl.bzw. Es soll aber bestritten werden. 31 Vgl. 295 .und zivilrechtlichen Schutz öffentlicher Güter beschränken. hebt sich das Rundfunkrecht in seiner derzeitigen Form selbst auf. in der vor allem der Bund und die Telekommunikationsregulierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. B. 2000. RStV) zugunsten ihrer Verlagerung auf das Bundeskartellamt bzw. Entgegen einer in Wissenschaft und Praxis verbreiteten Tendenz. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). ein solches Ordnungsmodell zu entwickeln. wird es dabei entscheidend darauf ankommen.

und verfassungstheoretischer Ebene kann ein solches Konzept unterstellen. sehr stark bei J.. 32 Vgl.2. und zu diesem praktischen Wissen gehört immer auch ein Unterbestand gemeinsamer informeller Konventionen. 588 („Bis heute ist keine klare Abgrenzung des damit gemeinten Phänomenbereichs gelungen“). S. Sprachen. B. In der „knowledge-economy“ ist Kapital immer weniger in Land. 2000. Gerade in einer „globalen Welt“ kann auf die Erhaltung kulturellen Reichtums im Sinne eines Varietät und Diversität erhaltenden „Ideenpools“. werden Vorstellungen wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ auf einer eher allgemeinen Ebene z. So schimmernd der Begriff der Kultur aus sozialwissenschaftlicher Sicht auch sein mag 33. für die Medien z. Organismen ist. Die Gesellschaft der Gesellschaft. was Ökonomen.2.1 Ausgangsüberlegung Ein solches Ordnungsmodell kann mit der Überlegung starten. Normen und Werte. also das. Schulz. nicht verzichtet werden. nicht aber – jedenfalls nicht primär – über eine staatszentrierte Vorstellung von „Meinungsbildung“ oder über Begriffe wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“.2 Das öffentliche Interesse Auf rechts. Access. 1997. Rifkin akzentuiert. allg. Mit der Wahl dieses Ausgangspunktes soll insbesondere akzentuiert werden. siehe aber auch ders. Weltbilder und Werte gehört. 53 RStV. dass der Rundfunk auch in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung einer reichen Vielfalt von kulturellen Themen und Ideen in den unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerken einer (post-)modernen Gesellschaft leisten sollte. Jahrgang 3/2001 3. 20. zu dem auch eine Vielfalt der (nationalen) Traditionen. Die Haltbarkeit dieser Ausgangsüberlegung lässt sich auch deshalb schwerlich in Frage stellen. Gewohnheiten. es dürfte in rechts. B. 33 Vgl. dass es ein öffentliches Interesse an der Sicherung kultureller Vielfalt gibt. Während die staatszentrierten Vorstellung öffentlicher Meinungsbildung letztlich der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zugrunde liegt. Gewährleistung kommunikativer Chancengleichheit als Freiheitsverwirklichung.2 Normative Grundelemente eines neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodells 3.und verfassungstheoretischer Perspektive unstrittig sein. Maschinen und Werkzeugen akkumuliert und immer mehr in Information und Wissen. Luhmann. S. dass der Zugang zu einem neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodell über eine Perspektive der Erhaltung gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit gesucht werden muss. Fabriken. weil die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft mehr und mehr von ausschlaggebender Bedeutung ist.32 3. Letzteres schließt praktisches Wissen ein.M&K 49. Access. 586 ff. Bd. 1. Im Rundfunkrecht stehen diese Vorstellungen insbesondere im Mittelpunkt der Diskussion um das digitale Pay-TV und die Regeln der §§ 52.. Rifkin. 296 . so bildet kulturelle Vielfalt eine Voraussetzung für die Sicherung der laufenden Selbsterneuerung einer (post-)modernen Gesellschaft sowohl auf globaler als auch auf regional-staatlicher Ebene. So wie biologische Diversität eine Voraussetzung für die Evolution lebender Systeme bzw. 2000. dass die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Flexibilität und Selbsterneuerungsfähigkeit der (post-)modernen Gesellschaft leistet. 1998.

S. 225 ff. Vergangenheit in Anspruch nehmen und den Variationsrahmen der Zukunft bestimmen kann. für den Aufbau von nicht-familienbasierten Großunternehmen unentbehrlich ist. Putnam. nur Becker.. wie es z.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Soziologen und Politologen heute als „Sozialkapital“ beschreiben. Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity. American Journal of Sociology 94 (1988). 35 Vgl. gerade weil die Massenmedien Traditionen und Gewohnheiten nicht mehr nur wiedergeben. 297 . in: Schmidt-Aßmann/Hoffmann-Riem (Hrsg. Kultur ist heute von Situationen und Ereignissen abhängig38. 2000.. in einer Gesellschaft ohne Zentrum und ohne Spitze. Die Gesellschaft der Gesellschaft. noch kann Kultur Lebensformen und Gewohnheiten in konsensualen oder „integrierten“ Formen von „Diskurs“ oder „Öffentlichkeit“ fest schreiben. dass die Massenmedien jene Welt. 2000. 39 Vgl. S. Bowling Alone. Bd. 95 ff. 250. 2000. Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation. Social Capital in the Creation of Human Capital. 36 Dazu aus rechtswissenschaftlicher Perspektive Ladeur. 174. auch Luhmann. kann man daher sagen. ders. Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis. S. Coleman. in bestimmten Phasen des letzten Jahrhunderts der Nationsbegriff vermocht hatte. 1997. 2000. S. 588.36 In einer (post-)modernen Konfiguration. durch den man. S. 22 f. 1. Wenn man diesen Gedanken etwas anders akzentuiert. Dabei ist für unseren Zusammenhang entscheidend. S.h. Baecker. 38 Vgl. S. allgemein Fukuyama. Verwaltungsrecht in der Informationsgesellschaft. d. Der große Aufbruch. an denen sich die Kommunikationsnetzwerke der (post-)modernen Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Massenmedien orientieren und. also auch auf ein entsprechendes Klima des gegenseitigen Vertrauens. Kultur muss unter den Bedingungen einer (post-)modernen Gesellschaft eher als eine Art zerstreutes und flexibles Gedächtnis verstanden werden.34 Sozialkapital hat wiederum große Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Selbstverständigung und zu autonomer Assoziationsbildung. 1996. B. sondern durch die laufende Produktion und Präsentation von Themen kulturelle Stile und Moden erzeugen.und Gesellschaftsbeschreibungen produzieren. Kultur ermöglicht weder eine übergreifende stabile Sinnstiftung. wie oben gezeigt. Privatisierung öffentlicher Aufgaben und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Informationsverwaltungsrechts. 65 ff. 34 Vgl.. können Begriffe wie „Sozialkapital“. 37 Angelehnt an Luhmann. selbst auf diese einwirken und sie dadurch verändern. 1996. dass die Massenmedien an dieser dauernden Selbstveränderung der Kultur in hohem Maße beteiligt sind. Das bedeutet. sie unterliegt einer dauernden Selbstveränderung.. Journal of Democracy 6 (1995).35 Infolgedessen besteht gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein nachhaltiges öffentliches Interesse an der Erhaltung der Intelligenz und Flexibilität dieses Sozialkapitals.). Die Realität der Massenmedien. 1975. als Filter des Erinnerns und Vergessens37. je nach Lage und Situation. Wozu Kultur?. dass Kultur im Laufe der Entwicklung der modernen Gesellschaft selbst dispers und kontingent geworden ist. 31 ff. B.39 Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran. dass diese Selbstveränderung der Medien und des Rundfunks nicht in Selbstblockaden und unproduktiven Entwicklungspfaden anderer Kommunikationsnetzwerke endet. „gemeinsames Wissen“ und „Kultur“ freilich nicht mehr im Sinne einer historisch gewachsenen Tradition und vorgegebenen Kulturgesamtheit verwendet werden. Fukuyama. 2nd ed. das z.

muss die Rundfunkregulierung mit einer stärkeren Temporalisierung und Prozeduralisierung ihrer rechtlichen und institutionellen Arrangements antworten. also die Fixierung des Rundfunkrechts auf die behördliche Entscheidung aufzugeben. 214 ff. 77. auf die Erhaltung kultureller und wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit. Der RStV versucht. 41 BVerfGE 97. die durch geeignete verwaltungsrechtliche Mittel lediglich durchgesetzt werden müssen. 1 GG. Prozedurales Rundfunkrecht. Sie leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Konstruktion ihrer kulturellen Deutungsmuster.2001. 298 . 75.3. Jahrgang 3/2001 3. Monaco. Diese Ausdifferenzierung der Massenmedien zu einem eigenständigen Kommunikationszusammenhang und ihr Bedeutungszuwachs für das gesamte gesellschaftliche Leben rechtfertigen die Verschiebung des verfassungsrechtlichen Ansatzpunktes von Politik auf Kultur40 bzw. 78. aber auch wie Organisationen und Individuen sich und ihr Handeln selbst verstehen. die noch stark in einem staatszentrierten rundfunkrechtlichen Modell verhaftet ist.3 Folgen für die Rundfunkregulierung 3. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunkregulierung wäre. der Massenmedien und des Rundfunks. Deshalb lässt sich die Erhaltung reicher thematischer Vielfalt im Rundfunk und insbesondere im Fernsehen normativ-dogmatisch als objektiv-rechtliche Komponente in Art. S. die eher auf nachbarschaftlich koordinierende und kooperierende Beziehungen zwischen Verwaltung und Privaten setzen müsste als auf den bürokratischen Stil einer „Vollzugverwaltung“.3 Verfassungsrechtliche Verankerung Durch diese Entwicklung werden die Massenmedien selbst zu einem zentralen Organ der Selbstbeschreibung der Kommunikationsnetzwerke einer (post-)modernen Gesellschaft.1 Zur Temporalisierung und Prozeduralisierung der Rundfunkregulierung Auf die beständige Selbstveränderung der Gesellschaft und ihrer unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerke.) – Caroline v.2. BVerfGE 101. 361 (389 f. 5 Abs.und Selbstbeobachtung des Rundfunks und der Medienwirtschaft anzukoppeln. wie diese sich selbst sieht. der Art und Weise. und sich stärker auf den zeitlichen Fluss der sich von Moment zu Moment vollziehenden – und dabei Strukturen benutzenden oder Strukturen verändernden – Selbstreproduktion des Rundfunks und der Medienwirtschaft einzulassen.bverfg.1. 1997. allerdings nur auf der Ebene der Beschreibung des öffentlichen Interesses als „Rechtfertigung“ für „Eingriffe“ in Art. 259) – Kurzberichterstattung. diese Umstellung erst in Ansätzen nachvollzogen hat. 95. auch wenn die Rechtsprechung des BVerfG. 12 Abs.de. BVerfG. die materiellen Vorgaben des BVerfG mit Hilfe von stabilen Zweckprogrammen und einer allenfalls leicht modifizierten Vollzugsverwaltung zu realisieren. 1 BvR 2623/95 vom 24. dass die Rundfunkregulierung auch in einer dynamischen Wettbewerbsordnung gewissermaßen von oben „Ziele“ festlegen könnte. http://www. Dagegen muss es künftig darum gehen. anders formuliert. er basiert letztlich auf der Vorstellung. Absatz-Nr. eine Strategie zu favorisieren. der Kultur. An diesen (unendlichen) Fluss der Zeit wäre eine prozedurale Strategie der laufenden Fremd. die die „Ziele“ der Rundfunkregulierung in Form von „Meta- 40 Vesting. 228 (257.M&K 49. das Rundfunkrecht von der veranstalterbezogenen Zulassung abzulösen.41 3. 1 Satz 2 GG verankern.

allg. Infolgedessen produziert die Ökonomie der Aufmerksamkeit einerseits – in ähnlicher Weise wie die Finanzmärkte – eine Fülle von Unwägbarkeiten und Schwankungen wie z. Shapiro/Varian. die Selbstorganisation und Selbstregulierung dieser Prozesse positiv im Sinne der Vielfaltssicherung zu beeinflussen. S. 174. den Flop.43 Diese Diskussion hat gezeigt. Vesting. 1996.und Videowirtschaft als Herausforderung der Medienregulierung. die mit der neuen Kultur. Die Rundfunkregulierung muss infolgedessen auf die praktischen Anschlusszwänge und Anschlussmöglichkeiten der Rundfunkproduktion reagieren und versuchen. Insoweit lassen informationsökonomische Märkte durchaus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen. durch unmittelbare gesetzliche Zwecksetzungen implementiert werden. 124 ff.. Social.. Diese produziert eine Logik der fluktuierenden Bekanntheit von Themen und Prominenz.. B. wenn sie erfolgreich sein wollen. „steuern“ kann. S.und Telekommunikationsrechts in den hybriden Beziehungsnetzwerken der „Informationsgesellschaft. B.. an die die Rundfunkregulierung auch künftig anschließen kann. RuF 46 (1998).Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Regeln“ auf einer Ebene zweiter Ordnung reformuliert. Die Rundfunkveranstalter (und insbesondere der private Rundfunk) werden in den Massenmedien mit einer neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit konfrontiert. Hutter. im Erscheinen 2001. Understanding the Impact of Global Networks on Local. anders als z. 5 ff. Andererseits können Rundfunkveranstalter unter dieser Bedingung nur dann Aufmerksamkeit erzeugen. dass Massenmedien eine zirkuläre Dauertätigkeit der „Erzeugung und Bearbeitung von Irritation“ einrichten und diese in eine unbekannte Zukunft hinein verlängern. auf die Radio. nur sehr mittelbar. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Political and Cultural Values. The Commercialisation of the Internet. flüchtig und rasch vergänglich ist. schnell.und Medienökonomie als Ansatzpunkt Vor diesem Hintergrund muss der Ansatzpunkt für die künftige Rundfunkregulierung in den spezifischen Bedingungen und Restriktionen gesehen werden. Ladeur. 1998. 173 ff. S. 43 Vgl. dass Information als Wirtschaftsgut nichts 42 Luhmann. 2000. S. wenn sie Neues produzieren.und Netzwerkökonomie beschrieben worden. Die Realität der Massenmedien.und Medienökonomie bestimmt werden. dass die Besonderheiten von Informationsgütern damit zusammen hängen.42 Das bedeutet. Information Rules. anders als das Recht. Die Rundfunkregulierung müsste sich stärker darauf einlassen.und Gesellschaftsbeschreibungen. 75 ff. die als Effekte der dauernden Produktion von neuen Informationen in den Massenmedien entstehen. in: Engel/Keller (Hrsg.2 Die Kultur. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit produziert also ganz spezifische Bedingungen und Restriktionen. Die vertikale Integration von Film-. 2000. dass es bei den Zuschauern ankommt. 299 . Fernseh. die die Gesetzgebung realisieren will. Zur Zukunft und Konstruktion des Medien. S.und Medienökonomie einher gehen.). Diese Bedingungen und Restriktionen sind in jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit der Bedeutungszunahme der Informations. Hoffmann-Riem. von dem erwartet werden kann. Daher folgt die Aufmerksamkeitsökonomie nur noch sehr eingeschränkt einer vorhersehbaren wirtschaftlichen oder kulturellen Rationalität.und Fernsehprogramme reagieren müssen. durch die Setzung von rechtlichen Anreizen. die. Dazu müssen die normativen Ziele.3. mit denen Medienunternehmen umzugehen lernen müssen. während das Recht die Welt. 3. dass die Massenmedien in der Wahl der Formen und Themen durch die Bedingungen und Restriktionen der Kultur.

sonst büßt er seinen Neuigkeitswert und damit sein wirtschaftliches Verwertungspotenzial ein. wenn er auf einer Motorshow präsentiert worden ist. 1998. 30 ff. eine neue Show anzubieten. Dagegen kann der neue Film zwar angekündigt werden. nur Goldberg. Obwohl sich die Ausstrahlung teurer Programme oftmals gar nicht mehr durch Werbung oder Gebühren refinanzieren lässt. die Superstars heute im Film. sind solche Programm- 44 Franck.44 Daraus resultieren ganz bestimmte Produkteigenschaften wie vor allem hohe Fixkosten. die Paradoxie bewältigen. ja sie ist nichts anderes als „eine rekursive Funktion der Zeit“.M&K 49. unendlich fallende Durchschnittskosten und exponenzielle Wertsteigerung durch Netzwerkeffekte. Ansonsten ist das Programm. 68. die. S. Stars. 47 Zu den juristischen Konsequenzen vgl. 300 . Jahrgang 3/2001 Festes und Fertiges ist. Diese Dynamik ist der Grund für die unglaublich hohen Gagen. Columbia Law Review 1997. Darin ist eine Bewegung der Selbstabschließung der Märkte bis hin zur Monopolbildung angelegt: Ist ein Star einmal erfolgreich. Auch der neue Audi A4 wird zunächst mit Spannung erwartet. 46 Ladeur. vor allem das Produktionsrisiko des Neuen – der neue Film. 171 ff. Das zwingt Fernsehveranstalter dazu. S. K&R 2000. und diese selbst erzeugte Exklusivität ist auch der Hintergrund für die enormen Preissteigerungen bei attraktiven Programmelementen im Fernsehen (Sportrechte. S. Die Steigerung von Zuschauerzahlen durch den Einsatz von Mitteln der Aufmerksamkeitsansprache wird jedoch in der Regel mit dem Preis der Exklusivität bezahlt. das die in diesen Märkten tätigen Unternehmen in Grenzen halten müssen. Genau so verhält es sich im Fußball: Ein Superklub wie Bayern München konkurriert im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht mit Klubs aus der zweiten Liga. neue Formate. Ökonomische Eigenheiten des E-Commerce. 524 ff. die vertrauten Erwartungen der Zuschauer nicht allzu sehr enttäuscht. auch und gerade mit einem neuen (unbekannten) Programm ein möglichst großes Publikum erreichen zu müssen. zu der Zeit. aber sein Design und seine technischen Daten sind bekannt. sie vergeht im Moment ihres Entstehens. zu der sie mit den meisten Zuschauern rechnen können („Primetime“). AfP 2000. Neues wie z.). funktionieren auch im Fernsehen relativ gut. Fernsehunternehmen müssen. B. Wiedererkennungseffekte etc. obwohl sie neu ist. sondern an Aktualität und Neuigkeit gebunden bleibt.. insbesondere wenn es hohe Investitionen in Produktion oder Rechte erfordert hat. anders gesagt. Abstrakter gesprochen entstehen durch selbst erzeugte Exklusivität temporäre Monopole von geringerer oder längerer Dauer.45 Informationsgüter produzieren deshalb ganz besondere wirtschaftliche Risiken. 179.46 Attraktoren wie Genrebildung.und Fernsehgeschäft erzielen („Starpower“) 47. Ökonomie der Aufmerksamkeit. S. aber er muss unbekannt bleiben. 45 Hutter. Deshalb sind gerade Sportprogramme und Premium-Spielfilme so interessant: Diese Formate verbinden auf perfekte Weise das im einzelnen Unbekannte mit einem bekannten hohen Interesse an dem Genre. Top-Fernsehfilme etc. Information ist also an Zeitpunkte gebunden. sondern allenfalls mit dem nächsten Spiel. Rundfunkaufsicht im Multimedia-Zeitalter zwischen Ordnungsrecht und regulierter Selbstregulierung. Für Harrison Ford oder Thomas Gottschalk lässt sich nicht so schnell ein Ersatz finden. kann sein Markenzeichen nicht so schnell durch beliebig neue Stars ersetzt werden. The Net Profits Puzzle. Premium-Spielfilme. das Bayern gegen einen anderen Verein bestreitet. ein wirtschaftlicher Fehlschlag. neue Shows –. Information hängt vom Stand vorgängiger Informiertheit ab. die bei der nächsten Produktion zu einer Reduktion von Möglichkeiten führt.

Das bedeutet.2 Vom Veranstalter zur Dachmarke Der Zwang zum Aufbau von Marken wird unter der Bedingung einer stärkeren Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten (Free-TV. laufendes Qualitätsmanagement. den damit verbundenen Umbau der institutionellen Strukturen der Rundfunkaufsicht. B. Pay-TV. Auf weitere Aspekte. in Bullingers Formel vom „elektronischen Versandhandel“48 nahe gelegt wird („Kioskmodell“). ders. S. als die Alternativen beschränkt sind.. 101 ff. dazu auch die Überlegungen bei Ladeur. vielfaltssteigernde Umlenkung von Monopolrenten und eine bessere Strukturierung technologischer Innovationsprozesse umfassen müsste. im Erscheinen 2001. Deshalb besteht die Möglichkeit. Online. 1 ff. Top-Spielfilme) muss von den Unternehmen durch dementsprechende Einsparungen im sonstigen Programm kompensiert werden. 5 RStV festzulegen. ob die Regulierung nicht künftig.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung elemente für die Bindung an das Programm oder die Dachmarke doch unerlässlich. M&K 48 (2000)... AfP 1996. wie z.a. soll hier nicht näher eingegangen werden. B. 3. Die enorme Preissteigerung von Top-Events (Fußball. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. 4 f. an die Dachmarke anknüpfen sollte. Schon dieser Zwang zur Mischkalkulation spricht dagegen. Handys etc. Dies gilt umso mehr.4 Skizze zur Umstellung der Rundfunkregulierung 3. wie dies z. Bei Erreichen dieses Schwellenwerts müsste 48 Bullinger. Public Service Broadcasting and European Law. Für Dachmarken mit größeren Marktanteilen (deren Errechnung auf unterschiedliche Weise erfolgen könnte) wäre jedoch ein Schwellenwert etwa nach dem Vorbild von § 26 Abs. 301 .4. 93 ff.1 Grundvorstellung Wenn sich der Trend einer Ablösung des herkömmlichen Programmfernsehens durch die Vermarktung eines Bündels von Programmelementen in komplexeren Verwertungsketten fortsetzen sollte („Multimedia“). Formel 1. dass sich Fernsehprogramme in einem strukturlosen Raum von Möglichkeiten auflösen könnten. 49 Vgl. dass die Rundfunkregulierung künftig an die Präsenz von Dachmarken in den unterschiedlichen Verbreitungsmedien anknüpft. Programm anzusetzen. dann wäre zu überlegen..49 Diese Verschiebung vom Veranstalter zur Dachmarke (mit dem Kerngeschäft Rundfunk) könnte zunächst mit einer weit gehenden Liberalisierung der Regulierung nach dem Vorbild des MDStV verbunden werden (insbesondere im Bereich Werbung/Unterhaltung). anstatt am einzelnen Veranstalter bzw. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions.) zweifellos zunehmen.4.). Stattdessen müsste sich die Rundfunkregulierung auf eine strategische Schwerpunksetzung konzentrieren. die u. 3. dass die Veranstalterzentrierung sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der (Kabel-)Weiterverbreitung zugunsten einer weit gehenden Liberalisierung des Rundfunkrechts aufgegeben werden sollte. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. in: de Witte (Hrsg. S.

weiterhin an das Gesamtangebot von Veranstaltergruppen anknüpfen zu können. Publizistik 45 (2000). Medienregulierung in der Informationsgesellschaft. den Jugendschutz oder ganz generell auf Fragen der Programmqualität erstrecken. im Hinblick auf die Anteile von (werbefreien) Informationsprogrammen.4. Das wird in Zukunft auch deshalb wichtiger werden. die Erzeugung von Ordnung und Ordnungsmustern anzustoßen.3 Vom Zulassungsvorbehalt zum laufenden Qualitätsmanagement Soweit der Zulassungsvorbehalt der §§ 20 ff. Die Rundfunkregulierung müsste viel stärker an diese Praxisformen und die dort geltenden Maßstäbe und Konventionen anschließen.und B-Filmen artikulieren oder in der Einrichtung von eigenen Bewertungssystemen in Form von Preisverleihungen. in Preisunterschieden von A. die Abgrenzungsprobleme zwischen Rundfunk. Ein solcher Ansatz könnte außerdem dazu beitragen. Überschreitet eine Dachmarke den rundfunkspezifischen Schwellenwert. oben). B. weil durch das Internet auch professionelle journalistische Qualitätsmaßstäbe unter Druck geraten werden. Jahrgang 3/2001 eine spezifische Rundfunkregulierung greifen.und Zielgruppenprogramme Vielfaltsanforderungen an die Dachmarke formulieren zu können. ein eigenes. Publizistik 44 (1999). Entscheidend wäre der Aufbau von Formen der Selbstregulierung. Die ergänzende Vermarktung im Grenzbereich zwischen Rundfunk und Telekommunikation würde dann allenfalls noch Anrechnungsprobleme für die Ermittlung des Schwellenwerts mit sich bringen.M&K 49. 302 . hat die Medienpraxis durchaus einen klaren Sinn für Differenzen entwickelt.und Telekommunikationsdiensten zu vereinfachen (vgl. die dann im Rundfunk oder auch Online vertrieben werden müssen. Diese Umstellung des Rundfunkrechts auf eine flexiblere Markenregulierung hätte einmal den Vorteil. 3. selbst bei einer weiteren Ausdifferenzierung der Angebotskomponenten in Sparten. B. Jarren. wie sie sich z. Während solche Fragen heute vielfach auf Geschmacksfragen und damit auf nicht entscheidbare Fragen reduziert werden. Sie muss also versuchen. RStV in einem solchen Modell an Bedeutung verliert. S. könnte eine Verpflichtung für Medienunternehmen greifen. Abstrakter gesagt muss eine stärker auf Kooperation eingestellte öffentliche Aufsicht Formen der professionellen Selbstbeobachtung von Unternehmen anregen. könnte er durch neue Formen eines laufenden Qualitätsmanagements ersetzt werden. unternehmensinternes Verfahren der Entwicklung von Standards und Konventionen etwa im Hinblick auf die Einhaltung des werberechtlichen Trennungsgebots in neuen Programmformaten zu entwickeln. aus der praktisch handhabbare Regeln und Konventionen entstehen. ermöglichen. 149 ff. a. 442 ff.. die dann durch die Aufsicht nachträglich auf ihre Einhaltung überprüft werden. um deren Kapazitäten zur Selbstorganisation und Selbstregulierung zu steigern. z. Rechtliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Journalismus. Diese Anforderung könnte sich natürlich auch auf die Einhaltung des Pornografieverbots und die Begrenzung von Gewaltdarstellungen. S.50 50 Ladeur. Dies würde es u.

die dadurch erwirtschaftet werden. Dabei sollte gerade das europäische Wettbewerbsrecht mehr Flexibilität für „gemischte“ Medienordnungen entwickeln.und Wettbewerbsrecht führen. So ist es durchaus eine herkömmliche wirtschaftliche Modelle und Theorien sprengende Entwicklung. zu lenken. die heute weitgehend informell ablaufenden Verfahren der Standardsetzung mit Hilfe einer prozeduralen Regulierung besser auf die Erhaltung von Innovationsfähigkeit einzustellen. Stattdessen wäre die Aufmerksamkeit auf die Probleme der temporären Monopole und die Monopolrenten. im Erscheinen 2001.und medienökonomischen Folgen und Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigen.). dass für ganz bestimmte Sportrechte heute Milliarden gezahlt werden oder dass das Jahreseinkommen von wenigen Spitzensportlern zweistellige Millionenbeträge überschreitet.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung 3. Vesting. den Preisauftrieb bei solchen Rechten durch Risikoabgaben oder besondere Formen der Steuer abzukappen. Daran wäre durchaus auch eine neue Rollenverteilung von nationaler und europäischer Wettbewerbsaufsicht anschließbar. RÄndStV für Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung in §§ 52. 303 . Diese sollte nicht vorherrschende Meinungsmacht über die Begrenzung von Marktanteilen zu verhindern suchen (vgl. in: de Witte (Hrsg. Die Landesmedienanstalten sollten sich dagegen mit den spezifischen kultur. Hier zeichnen sich vielmehr extreme Ungleichgewichte ab. 968. Das Offenhalten von Märkten und der Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs könnte durch die herkömmliche Wettbewerbsaufsicht gewährleistet werden. wenn sie diese Gelder in innovative Formate oder in den Aufbau unabhängiger Produktionsstrukturen investieren. 2 RStV). So ließe sich z.51 3.4 Von der Konzentrationskontrolle zur vielfaltssteigernden Umlenkung von Monopolrenten Auch bei der rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle müssten die Akzente der Regulierung künftig anders gesetzt werden. B. 1 RStV). überlegen. Dies könnte auch institutionell zu einer neuen Arbeitsteilung von Rundfunk. anstatt über eine rigide Handhabung des europäischen Wettbewerbsrechts und der Beihilfevorschriften mehr Probleme zu erzeugen als die Institutionen der EG selbst zu lösen vermögen.. In diesem Zusammenhang käme es aber darauf an.5 Strukturierung technischer Standardsetzung Die Beobachtung von Prozessen der Selbstorganisation und Selbstregulierung sollte ferner den Ausgangspunkt einer rechtlichen Regulierungsstrategie bei der Erweiterung der Rundfunkregulierung vom Veranstalter auf die Zugangsebene bilden. die (private) Veranstalter zurückbekommen. die es so in der Vergangenheit nicht gab und die ein Eingreifen im öffentlichen Interesse durchaus rechtfertigen können. 53 RStV – zu Recht – vorgenommen worden. Die Kooperation von europäischem Kartellrecht und mitgliedstaatlichem Rundfunkrecht. Public Service Broadcasting and European Law. Andererseits räumt er den Landesmedienanstalten relativ pauschal eine umfassende Satzungsbefugnis zur Gewährleistung nicht-diskriminierender Bedingungen in technischer Hin- 51 Ladeur. § 26 Abs.4.4. S. Diese Erweiterung ist seit dem 4. WuW 2000. Der Gesetzgeber hat dagegen mit der neuen Vorschrift des § 53 RStV gleichzeitig zu wenig und zu viel Flexibilität in die Zugangsregulierung eingebaut. Einerseits setzt er bestimmte Standards selbst fest (§ 53 Abs. The Impact of European Competition Law on New Programme and Service Strategies of Public Broadcasters. 965 ff.

das aber ande- 52 Näher Hoffmann-Riem. Eine Veränderung des Verhältnisses von Gesetzgebung und anstaltlicher Selbstverwaltung erscheint auch deshalb notwendig zu sein.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. B. Freilich muss man auch sehen. Free-TV.) eine eigene Dachmarke entwickeln können. Dieser Orientierungs. 2000. So wäre z. Damit soll hier nicht für eine gesetzliche Präzisierung der Festlegung von Zahl und Art der Programme nach dem Vorbild des SWR-StV plädiert werden 53. Merchandising. Eifert.. insbesondere Hörfunk. Hier muss künftig ein Modell entwickelt werden. In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. die nur schwer begrenzbar ist. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S. die sich grundsätzlich auch auf andere Verbreitungsmedien als den Rundfunk erstrecken können müssen. dass das gruppenpluralistische Integrationsmodell. S. aber die Rundfunkregulierung müsste selbst einen produktiven Beitrag zum Aufbau einer eigenen Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten. Was an dessen Stelle treten könnte. über das in der Vergangenheit insbesondere mit der Anstaltsverfassung eine Rückkopplung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die Gesellschaft gewährleistet werden sollte. stark an Orientierungs. S. der dazu notwendigen Dienstleistungen sowie der Formen der Eigenwerbung. 1999. Event-Marketing.und Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. 62 ff. ansonsten kann der Zugang zu größeren Publika nicht dauerhaft gesichert werden. Media-Parks usw. sind daher in erster Linie die Anstalten und das in ihnen verankerte professionelle Wissen in den Redaktionen verantwortlich („Programmautonomie“).. 93 ff.h. S. ob die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhandenen Ansätze zum Aufbau eines eigenen Qualitätsmanagements nicht durch Impulse der Gesetzgebung systematischer vorangetrieben werden können. unter Wettbewerbsbedingungen und einer offensichtlich weiter voranschreitenden Fragmentierung des Angebots.. 53 Kritisch dazu Hoffmann-Riem. 201 ff.6 Selbst. ausschließlich auf Vollprogramme festgelegt werden. Handy etc. man denke nur an die wachsende Bedeutung der Eigenwerbung durch Online-Dienste. zu überlegen. muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Angebot im Wesentlichen selbst finden und definieren können.4.und Funktionsverlust müsste vom Gesetzgeber jedoch erst einmal stärker zur Kenntnis genommen werden. Die Zuordnung der Säulen des dualen Rundfunksystems. Ladeur. M&K 48 (2000).und medienökonomische Entwicklung die öffentlich-rechtlichen Anstalten einer Dynamik der Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder aussetzt. ohne die Probleme der Selbstgefährdung der Landesmedienanstalten durch ihre relativ leichte Instrumentalisierbarkeit für Standortinteressen hinreichend zu berücksichtigen. das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits eine Entwicklungsperspektive unter Multimedia-Bedingungen sichert.52 Deshalb kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht auf einen stabilen „Funktionsauftrag“ und bestimmte tradierte Programmsegmente wie z. Jahrgang 3/2001 sicht ein.M&K 49. 595 ff. weil die kultur. Für die Festlegung des Programms. 304 . Holznagel/Vesting. ist sicher nicht einfach zu bestimmen. B. 3. d.. Sparten. S. 601.und Fremdevaluation der Markenbildung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch unter der Bedingung komplexerer Verwertungsketten (Pay-TV. 202 ff. ZUM 1999. Online-Dienste. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.

die die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems jedenfalls auf lange Sicht unwahrscheinlich macht. an Dachmarken orientierten Qualitätsmanagement). denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen ausgesetzt ist. insbesondere die Gesetzgebung. Übergang zu einem kooperativen. Die politische Realisierung wissenschaftlicher Vorschläge liegt jedenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Wissenschaft. ungewiss. das die Schwächen der staatszentrierten Vorstellung des Bundesverfassungsgerichts überwindet und sich stärker auf die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einlässt. Ein solches Modell könnte an (systemtheoretische) Vorstellungen von sozialer „Selbstorganisation“ anknüpfen. 4. 305 . so wäre es doch auch für die Rundfunkpolitik an der Zeit. Diese Herausforderungen sind in der hier eingenommenen Perspektive einer neuartigen Logik der Vernetzung geschuldet. die „Konzeption“ des dualen Rundfunksystems einmal grundsätzlicher zu überdenken. sondern muss die Rechtswissenschaft dazu veranlassen. Auch wenn der Gesetzgeber nicht alle hier gemachten Vorschläge akzeptiert oder akzeptieren kann (weit gehende Liberalisierung des Rundfunkrechts. Ob es dafür – unter den gegebenen politischen Bedingungen – in der Zukunft Realisierungschancen gibt. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung kann jedoch nicht in der Umstellung auf eine unreflektierte Marktgläubigkeit bestehen. Von einem solchem Ordnungsmodell kann auch die Rundfunkregulierung profitieren. ist. jedenfalls hätte es ein Modell zu sein. einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. Schlussbetrachtung Der Beitrag hat einige der Herausforderungen dargestellt.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung rerseits auch einer unstrukturierten Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in sämtliche Felder der Aufmerksamkeitsökonomie entgegenwirkt. wie alle Zukunft. nach einen neuen Ordnungsmodell Ausschau zu halten.

Systemtheoretiker schließen den Akteur weitgehend aus ihren Überlegungen aus. 166) entwickelt. Vor allem der in Deutschland sehr verbreitete Zweig der autopoietischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann kennt keine Akteure mehr. Steininger 1999). will er doch am Beispiel der Ökonomisierung der Medien aufzeigen. Dabei werden zunächst einige Prämissen der die Kommunikationswissenschaft dominierenden systemtheoretischen Perspektive kritisiert und anschließend die integrierte System-/Akteurperspektive auf Basis der seit Mitte der achtziger Jahre am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung entwickelten Ansätze entfaltet. B. institutioneller Ordnungen und Akteurkonstellationen besser aufgedeckt werden können als unter Zuhilfenahme einer rein systemtheoretischen Perspektive. dass die Dimensionen und Mechanismen des strukturellen Wandels des Fernsehens durch eine verschränkte Betrachtung teilsystemischer Orientierungshorizonte.und Akteurtheorie.und Medienwissenschaft zwar nicht erst seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes.M&K 49. Am Beispiel der Ökonomisierung des Fernsehens wird das Erklärungspotenzial einer integrierten System-/Akteurtheorie auch für die kommunikationswissenschaftliche Forschung aufgezeigt. bis hin zu systemtheoretischen Deutungsversuchen des Zusammenspiels von Wirtschaft. Jahrgang 3/2001 Ökonomisierung des Fernsehens Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Stefan Wehmeier Dieser Beitrag steht in der Tradition der Überwindung des Dualismus von System. Es wird argumentiert. doch seitdem hat sich Ökonomisierung zu einem „Makro-Trend“ (Weber 2000. Formen und Folgen“ (Jarren/Meier 2001) gibt dabei einen aktuellen und systematischen Überblick über einige wichtige Perspektiven. Als Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens werden einerseits die Verzerrung des Codes des Funktionssystems Massenmedien durch den Code der Wirtschaft und andererseits ein Verlust an Vertrauen der Bevölkerung in das Expertensystem Massenmedien erkannt. Teils stehen sich auch heute noch System. 0. die strukturell gekoppelt sind und eigene binäre Codes zur 306 .und Akteurtheorien recht unversöhnlich gegenüber. Die Übertragung dieser Perspektive auf die Kommunikationswissenschaft geschieht mittels des Prozesses der im Jahr 1984 einsetzenden Ökonomisierung des Fernsehens. Aufriss Mit Phänomenen einer Ökonomisierung massenmedialer Prozesse und Leistungen beschäftigt sich die Kommunikations. Siegert 2001). Massenmedien und Politik (Siegert 1996. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung des Themenheftes. sondern erklärt gesellschaftliche Dynamik und Differenzierung mittels der Herausbildung funktionaler gesellschaftlicher Teilsysteme. dass eine Integration systemtheoretischer und akteurtheoretischer Ansätze zusätzliches Erklärungspotenzial bietet und so die von den Herausgebern des Themenheftes konstatierte „Dominanz der Systemtheorie“ in der Kommunikations. Die Perspektiven wissenschaftlicher Betrachtung dieses Trends reichen von Rational-Choice-Ansätzen zur Erklärung des Verhaltens von Marktakteuren über die politische Ökonomie. 145) etwas relativieren kann. Anbieterstrategien innerhalb existierender wirtschaftsrechtlicher und -politischer Rahmenbedingungen erklärt (Kiefer 1996. die z.und Medienwissenschaft (Jarren/Meier 2001. Das Themenheft „Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen.

und Subsystembildung) erklärt die traditionelle systemtheoretische Differenzierungstheorie als Effektivitätsund Effizienzsteigerung sowohl in Organisationen als auch auf der Gesellschaftsebene.und Akteurtheorie entfaltet (1).und Strukturierungsmodell auf den Sektor Fernsehen übertragen (2) und die Effekte von Ökonomisierung auf der Ebene der Strukturdimensionen aufgezeigt (3). Anschließend werden das theoretische Differenzierungs. Bei diesem Prozess der Annäherung gilt für die Systemtheorie.“ (Nolte 1999.und Akteurtheorie langsam und nicht ohne Widerstreben aneinander an (Nolte 1999). 422) hin – zwei Punkte sind dabei für sie entscheidend: 1. Schimank et al. Für eine Aufwertung des Akteurs plädieren vor allem die Forscher des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (z. dass sie „[…] in vielfältigen Variationen das Verhältnis von Handlung und System reflektiert. Hernach werden Folgen der Ökonomisierung als sozialer Prozess reflexiver Entwicklungen verhandelt (4). 148). Verbindet man Systemund Akteurperspektive. 1988. Akteurtheoretiker dagegen rekurrieren häufig auf die Modelle des Homo Sociologicus und Homo Oeconomicus (Aretz 1997. Jarren/Meier sprechen davon. die sich nicht mehr durch intendiertes Akteurhandeln erklären lassen. dass es fraglich ist.und Akteurperspektive Seit Ende der siebziger Jahre nähern sich System. Mayntz et al. sondern geht von horizontaler Gleichrangigkeit der Teilsysteme aus (vgl.und Akteurtheorie widmet (Schimank 1995. Auch sie kennen eigendynamische Prozesse. 1. Eine funktional differenzierte Gesellschaft verfügt hingegen nicht über eine solche systemsteuernde Einheit.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens internen Verarbeitung von Umwelteinflüssen entwickelt haben (etwa Luhmann 1991. weisen bei der Kritik an der Theorie funktionaler (System-)Differenzierung vor allem auf ein „genetisches Erklärungsdefizit“ (Schimank 1985. denn Organisationen haben eine Leitung. B. Schimank 1985 und 1988) und Uwe Schimank. Theoretisch bedeutet dies. wobei insgesamt der Stellenwert der Akteure theoretisch aufgewertet wird. Lindenberg 1990). Mayntz/Scharpf 1995. Kneer 1996. Zunächst wird die theoretische Perspektive einer Kombination von System. da Massenmedien als Funktionssystem einen anderen Code haben als Wirtschaft. dass – autopoietische Teilsysteme vorausgesetzt – Ökonomie Massenmedien lediglich zu irritieren vermag (Jarren/Meier 2001. Dagegen wird zunächst eingewandt. Schimank 2000). systemischer Strukturbildungen. dass etwa eine Ökonomisierung massenmedialer Prozesse auf das System Massenmedien kaum Einfluss haben dürfte. Luhmann 1996). erklären diese aber weniger mit Hilfe übergeordneter. Als theoretische Basis dient dabei die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Mitte der achtziger Jahre begonnene und heute noch von Uwe Schimank fortgeführte Erweiterung systemtheoretischer Differenzierungstheorien durch akteurtheoretische Elemente. lassen sich gesellschaftliche Strukturdynamiken wie etwa die Ökonomisierung der Massenmedien und auch mögliche Folgen dieser Ökonomisierung beschreiben und erklären. Kritik an der Systemtheorie und Verbindung von System. der sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Institut noch der Frage einer Verbindung von System. 362 – 377). ob sich die Erkenntnisse aus Organisationszusammenhängen auf Gesellschaft übertragen lassen. die als Systemsteuerung fungiert. Des Weiteren sind sowohl auf Organisationsebene als auch auf Gesellschaftsebene mit fortschreitender Differenzierung effektivitätsmindernde Nebenfolgen verbunden: Koordinationskosten und Flexibilitätsverluste auf 307 . Fortschreitende gesellschaftliche Arbeitsteilung (System. 94).

„Effizienz. Die funktionale und autopoietische Systemtheorie soll hier aber nicht nur wegen dieser beiden Schwächen mit akteurtheoretischen Ansätzen verbunden werden. die allgemein als Entdifferenzierungsprozesse beschrieben werden. wie zum Beispiel die von Niklas Luhmann. Die Theorie funktionaler Differenzierung erklärt soziales Handeln durch funktionale Erfordernisse. die diese funktionalen Erfordernisse produzieren. sondern um eine ziellose Strukturveränderung. und wie diese – eventuell – ein System verändern können.M&K 49. Um zu erklären. diese Perspektivenverbindung zu modellieren. ja können mit Hilfe dieser theoretischen Perspektive nicht erklärt werden. Eine Berücksichtigung dieser unbeabsichtigten Folgen zweckgerichteten Akteurhandelns muss versuchen. 2. um den Prozess gesellschaftlicher Strukturbildung klarer herauszuarbeiten. die aus Sicht einer übergeordneten Systemrationalität nicht funktional sind. Giddens konnte indes zeigen. dürfte eher in der Lage sein aufzuzeigen. wann und an welcher Stelle Einflussnahmen vorhanden sind. Allerdings handelt es sich nicht um eine zielgerichtete Evolution. Bei diesem Punkt setzt die Kritik Schimanks und anderer an. jeder Umwelteinfluss wird ausschließlich nach dem eigenen binären Code verarbeitet. Jahrgang 3/2001 Organisationsebene. Ein Mehr-Ebenen-Modell. führt Luhmann den Begriff der strukturellen Kopplung ein. Direkte Einflussnahmen eines Systems auf ein anderes sind somit nicht möglich (Luhmann 1985). Zu fragen ist.. Strukturelle Kopplung meint dabei. Kneer 1996. besteht aus Variation.und Akteurperspektive zu kombinieren. dass unterschiedliche Teilsysteme aufeinander angewiesen sind. wie gesellschaftliche Teilsysteme miteinander in Verbindung stehen.und Effektivitätsgewinne können [daher] nicht als allgemeine Antwort auf die Frage nach den Ursachen funktionaler Differenzierung gelten. Zunächst muss es jedoch darum gehen. Schimank schlägt in einem ersten Schritt vor. 18f. h. inwiefern. aber immer Umwelt füreinander bleiben. wenn es um die Folgen und Nebenfolgen einer Ökonomisierung des Fernsehens geht.“ (Schimank 1985. Auch hier wird auf eine Akteurebene verzichtet. Zwei weitere Gründe sind zu nennen: Erstens geht es dabei um die Verbindung und gegenseitige Einflussnahme gesellschaftlicher Teilsysteme. Veränderungen von Umweltbedingungen und den Einfluss dieser Veränderungen auf ein bestimmtes System zu modellieren und zu messen. 347 – 352). die funktionale Folgen haben. der Evolution und damit zunehmende Differenzierung und zunehmende Komplexität produziert. Sie geht dabei weniger von rational handelnden Akteuren aus. Teilsysteme treten miteinander in Verbindung über ihren jeweiligen binären Code. Während Selektion das Aufgreifen von Strukturveränderungen regelt und Retention die dauerhafte Institutionalisierung von Strukturänderungen steuert. 423 – Hervorhebung im Original). die aber eine höhere Komplexität und damit mehr Vielfalt zur Folge hat (Luhmann 1999. Selektion und Retention. dass gesellschaftliche Strukturbildung durchaus auch durch unbeabsichtigte Folgen zweckgerichteten. handlungsprägende und handlungsfähige 308 . berufen sich auf Evolution als Motor der Differenzierung. als vielmehr von Systemrationalitäten. ist Variation die zufällige Veränderung der Systemstruktur. denn alle evolutionären Vorgänge unterliegen damit auch dem Zufall und müssen. Zweitens sollen die Perspektiven verbunden werden. 363 – 369). inwiefern ein solches Denkmodell in der Lage ist. System. Der Mechanismus von Differenzierung bleibt damit unerklärt. Legitimationsprobleme politischer Entscheidungen und dadurch Rückkehr zu direkter Bürgerpartizipation auf der (politischen) Gesellschaftsebene. d. Modernere systemtheoretische Erklärungen funktionaler Differenzierung. Dieser Gedanke wird im vierten Abschnitt wieder aufgenommen. das sowohl System als auch Akteur beinhaltet. Der Mechanismus. rationalen Handelns einzelner Akteure geschehen kann (Giddens 1988.

b) von einer ihr Ziel verfehlenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. Wissenschaft sind. Interorganisationsverbunde wie Kartelle und Verwaltungssysteme und schließlich formale Organisationen wie Unternehmen. Dieses Handeln bewegt sich in der Regel in den von den prägenden Systemen vorgegebenen Strukturen. zugleich produziert es aber auch die Struktur des prägenden Systems immer mit.“ (Schimank 2000.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Sozialsysteme zu unterscheiden. konditionieren gesellschaftliches Handeln im Sinne einer Negativauswahl. Demnach weiß ein Akteur des Systems Massenmedien. Funktionale Teilsysteme sind in der Lage.) Erweitert man diese Perspektive um den akteurzentrierten Institutionalismus. was nicht intendiert wurde) und c) von unbeabsichtigten Differenzierungseffekten (keine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. als vielmehr handeln. 431f. noch Entscheidungen treffen. wie Schimank es nennt: Sie sagen dem Akteur. teils unbeabsichtigte Ergebnis gesellschaftlichen Handelns muss daher aus gesellschaftlichen Interessen. Handeln Sozialsysteme strukturverändernd. Politik.“ (Schimank 1985. sie werden von nun an teilsystemische Orientierungshorizonte genannt. „welcher Richtung des Wollens er sich zuwenden kann und welche anderen Richtungen er […] nicht in den Blick zu nehmen braucht.und Einflusskonstellationen. etwa: Gruppen wie Forschergemeinschaften.und Einflusskonstellationen im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion erklärt werden. Als erste Dimension lassen sich hier die handlungsprägenden Teilsysteme nennen. funktional differenzierten Gesellschaft sind die handlungsprägenden Sozialsysteme auf bestimmte funktionale Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion spezialisiert.und Abstraktionsgrad eine oder mehrere Ebenen tiefer. Die positive Auswahl des tatsächlich realisierten Handelns geschieht dann durch die Interaktion handlungsfähiger Sozialsysteme. Diese Orientierungshorizonte bestimmen die Richtung des Wollens. Durch diese wechselseitigen Annahmen werden teilsystemische Handlungslogiken zu „intersubjektiv stabilisierten Orientierungen“ (Schimank 2000. insofern lässt sich mit Giddens auch von einer Dualität von Handlung und Struktur sprechen (Giddens 1988. Verbände. nämlich durch die zwischen ihnen sich aufbauenden Interessen. Gesellschaftliche Differenzierung als das teils beabsichtigte. 77 – 81). dass es um Information geht und nicht um Transzendenz wie etwa beim Religionssystem. Erziehung. Recht. 243) Teilsystemische Orientierungshorizonte reduzieren die Komplexität der Welt. soziale Bewegungen wie religiöse Sekten oder politische Protestbewegungen. lässt sich a) von einer ihr Ziel erreichenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt der Differenzierungsstruktur soll erreicht werden und wird erreicht). die zur Wahrung gesellschaftlicher Systemintegration erfüllt werden müssen. liegen handlungsfähige Sozialsysteme in ihrem Komplexitäts. Während handlungsprägende Sozialsysteme eben jene von der Systemtheorie ausgemachten funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Wirtschaft. die Teilsysteme von Teilsystemen sind. Schimank 2000. 309 . da sie auf eine bestimmte Funktion hin ausgerichtet sind. Diese funktionalen Erfordernisse. gelangt man von einem Zwei-Dimensions-Modell handlungsprägender und handlungsfähiger Sozialsysteme zu einem Drei-Dimensions-Modell (Schimank 1988. Gesellschaftliche Dynamik ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systemtypen: „In der modernen. Parteien. der zum Teilsystem gehört. Strukturen zu prägen. Als handlungsfähige Sozialsysteme werden anschließend Systeme definiert. dennoch wirkt das Handeln auf die Differenzierungsstruktur ein) sprechen (Schimank 1985. Mayntz/Scharpf 1995). es wird aber etwas erreicht. Jeder Akteur des Teilsystems kennt diese Handlungslogik und unterstellt den anderen Akteuren auch die gleiche Kenntnis. sie können aber weder handeln. Handlungsfähige Sozialsysteme hingegen können weniger Strukturen prägen. 428).

Die zweite Dimension besteht aus institutionellen Ordnungen. 247 310 . welche Handlungen den Ordnungen entsprechen und welche negative Sanktionen nach sich ziehen.und Sollensvorgaben sowie Könnenskalküle. es gibt Mitspieler. Verfahrensregeln oder auch Mitgliedschaftserwartungen von Organisationen. 245). Gegenspieler und eine „träge Masse“ (Schimank 2000.M&K 49. Damit gilt als Strukturbaustein dieser Dimension das Können der Akteure. Es existieren nicht beliebig viele. Diese institutionellen Ordnungen prägen gesellschaftliche Vorgaben im Sinne eines Sollens. Die Handlungssituation von Akteuren ist demnach definiert durch Wollens. Abbildung 1 greift diese Dimensionen in Bezug auf das handelnde Zusammenwirken auf. Die dritte Dimension repräsentieren die handlungsfähigen Sozialsysteme. Jahrgang 3/2001 244). Akteure sind hier selbst Strukturbestandteile und fassen sich gegenseitig als strategisch kalkulierend auf. 1: Akteur-Struktur-Dynamiken Quelle: Schimank 2000. Wie bei den teilsystemischen Orientierungshorizonten kommt es damit auch bei der zweiten Dimension zu wechselseitiger Erwartungssicherheit. Teilsystemische Orientierungshorizonte sind stark generalisiert. Dies sind etwa Rechtsnormen. Auch die anderen Akteure kennen die Normen und wissen um die negativen Sanktionen. dem Sammeln von Informationen übereinander und deren Interpretation ergeben sich bestimmte Strategien und Konstellationen von Akteuren sowie dynamische (Handlungs-)Entwicklungen (Theis-Berglmair 1994). also kollektive Akteure. Die Vielheit der Akteure schränkt die Kalkulierbarkeit von Handlungen ein. Die Hand- Abb. Jeder Akteur weiß anhand der institutionellen Ordnungen. sondern mehr oder weniger ein Dutzend dieser Teilsysteme. allerdings auf einer spezifischeren Ebene. Aus gegenseitiger Beobachtung.

ist allerdings der Status von Massenmedien als funktionales Teilsystem umstritten. konkret: auf die Ebene des Fernsehens. Im Gegensatz zu den Teilsystemen Politik. dazu Gehrke/Hohlfeld 1995. gleichwohl unterliegen Teile dieses Rahmens einem permanenten Wandel. Akteurkonstellationen sind vergleichsweise schnell und einfach zu ändern. Wehmeier 1998).Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens lungslogiken in Form binärer Codes (zahlen/nicht zahlen. Akteur-Struktur-Dynamiken im Fernsehsektor Überträgt man diese differenzierungstheoretischen Überlegungen auf das System Massenmedien. auf den sich Akteure einzustellen haben. sie sind weitaus zahlreicher als institutionelle Ordnungen. veröffentlichen/nicht veröffentlichen) sind kaum wandelbar. das aus Gründen der Vereinfachung darauf verzichtet. in der vielfältige System- Abb. Recht etc. die Systemgrenzen abzustecken. und damit ein schlüssiger binärer Code für das System noch nicht gefunden ist. Wirtschaft. Modelliert wird in Abbildung 2 zunächst das System Massenmedien. Die institutionellen Ordnungen sind mittelstark generalisiert: Rechtliche Normen etwa schaffen in demokratischen Gesellschaften einen recht festen Handlungsrahmen. ihre Regelungen verändern sich öfter und einfacher als teilsystemische Handlungslogiken. Es existieren mehr institutionelle Ordnungen als Teilsysteme. zeigt der Forschungsstand der vergangenen Dekade. 2: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens bis 1984 311 . Wie schwierig es ist. da die Systemgrenzen schwierig zu ziehen sind. an dem sich Akteure orientieren können. Vor allem ist er deswegen diskutabel. Fernsehen als Subsystem des Rundfunks und Rundfunk als Subsystem der Massenmedien zu definieren (vgl. so lässt sich bis 1984 folgendes Modell entwickeln. 2.

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bezeichnungen und damit auch Objektbereiche wissenschaftlicher Untersuchung gewählt wurden: Publizistik (Marcinkowski 1993; Rühl 1993), Journalismus (Blöbaum 1994), Massenmedien (Luhmann 1996), Öffentlichkeit (Kohring/Hug 1997) und Medienkommunikation (Weber 2000) werden unter anderem als Systeme angeboten. Als binäre Codes stehen zum Beispiel veröffentlichen / nicht veröffentlichen und Information / Nicht-Information zur Diskussion. Es herrscht bis heute in der Kommunikationswissenschaft keine Einigkeit darüber, welcher Objektbereich der geeignetste wäre, welcher Code der schlüssigste ist. Eine Diskussion dieser Ansätze kann hier nicht geführt werden1. In diesem Beitrag ist es allerdings sinnvoll, von einem System Massenmedien auszugehen, da eine theoretisch-historische Beschreibung und Erklärung von Medienwandel angestrebt wird, die sich nicht nur auf journalistische Inhalte und Produktionsweisen beschränkt. Daher wird im Folgenden vom System der Massenmedien gesprochen, und daher bezieht sich der Aufsatz zumeist auf Sender als (Kollektiv-)Akteure und nicht auf einzelne Redaktionen. Als primäre Funktion von Massenmedien wird im Anschluss an Luhmann und Marcinkowski die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Gesellschaft erkannt (Luhmann 1996, 173; Marcinkowski 1993, 113 – 133) 2. Während Luhmann den Code Information / Nicht-Information wählt, plädiert Marcinkowski für veröffentlichen / nicht veröffentlichen. Bei dem von Luhmann gewählten Code ist problematisch, dass er sehr breit angelegt ist und die erste Stufe des Drei-Schrittes jeglicher Kommunikation beinhaltet: Information-Mitteilung-Verstehen3. Daher wird im Folgenden von veröffentlichen / nicht veröffentlichen gesprochen, wenngleich diese Unterscheidung für das Anliegen dieses Beitrags weniger relevant ist, da eben keine genuine systemtheoretische Analyse vorgenommen wird. Als teilsystemischer Orientierungshorizont geben Massenmedien den systemeigenen Akteuren die Richtung des Wollens (Sebstbeobachtung, Selbstbeschreibung) vor. Da hier Fernsehen als Subsystem des Systems Massenmedien betrachtet wird, liegt auf der Ebene der institutionellen Ordnung das öffentlich-rechtliche System. Dieses zwingt die Akteure bis 1984, eine bestimmte Organisationsform anzunehmen (Sollen), die durch gesetzliche (Landesrundfunkgesetze) und staatsvertragliche Regelungen formuliert sind und durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert respektive variiert werden4. Die Akteure (ARD, ZDF, Dritte) beobachten einander, sammeln Informationen und agieren auf Basis des teilsystemischen Orientierungshorizonts, der institutionellen Regelungen und der Akteurkonstellationen strategisch. Es kommt dabei zwischen ARD und ZDF in erster Linie zu Konkurrenzbeziehungen, aber auch zu Kooperationen (etwa gemeinsames Vormittagsprogramm, gemeinsamer Videotext). Romy Fröhlich konnte anhand einer Auswertung der Public Relations-Strategien von ARD und ZDF diese gegenseitige Beobachtung und Strategie-

1 Für eine Diskussion siehe unter anderem Brill 1996; Marcinkowski 1996; Görke/Kohring 1996; Wehmeier 1998, 52 – 74; Weber 2000, 49 – 60. 2 Luhmann und Marcinkowski weisen ihren Systemen hier mehr oder weniger die gleiche Primärfunktion zu. Luhmann spricht jedoch vom System Massenmedien und sieht Öffentlichkeit/Publikum als Umwelt, Marcinkowski spricht vom System Publizistik, das nicht nur aus Massenmedien, sondern auch aus dem Publikum besteht. 3 Zu dieser Kritik vgl. Weber 2000, S. 54. Kritisch zu Luhmanns komplettem Ansatz vgl. Brill 1996. 4 Vgl. zusammenfassend zu gesetzlichen Grundlagen, Änderungen der Staatsverträge und den relevanten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Stuiber 1998a, S. 319-403; 424 – 459.

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bildung zeigen (Fröhlich 1994). Deutlich wird dies etwa in der Strategieveränderung der ARD nach der Zulassung des ZDF, als plötzlich auf eine Konkurrenzsituation reagiert werden musste. Gleichwohl konnte bis 1984 kaum von einer Ökonomisierung im Sektor Fernsehen gesprochen werden. Diese begann mit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens, das aufgrund technologischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und politischer Interessen geschaffen wurde. Das so genannte duale System aus öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunkanbietern wurde installiert und ein Rechtsrahmen für privat-kommerziellen Rundfunk geschaffen. Neue Programmanbieter wie RTL, SAT.1 und ProSieben suchten und fanden im Lauf der Jahre den Marktzugang. Das oben entwickelte Modell muss unter Hinzurechnung privat-kommerzieller Anbieter nicht nur auf der Ebene der Akteure erweitert werden, sondern auch auf der Ebene der institutionellen Ordnung (vgl. Abbildung 3).

Abb. 3: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens seit 1984

Die Dimension des Könnens wird zunächst durch das Auftreten neuer Akteure verändert. Der Markt wird unübersichtlicher, mehr Beobachtung ist notwendig, um Information über die Strategien der alten und neuen Akteure einzuholen. Strategieplanung ist schwieriger geworden, da mehr Akteure um die Gunst der Zuschauer und der Werbekunden buhlen. Das Können wird zunächst nicht per se eingeschränkt, sondern durch

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die Zahl neu hinzugekommener Akteure ist diese Dimension mit mehr Aufwand verbunden. Alle Akteure unterstellen sich auf der Ebene strategischen Handelns expansives Verhalten. Handeln wird zu einem risikobehafteten Prozess in einer turbulenten Umwelt (Weyer 1993, 14 – 17). Dabei zeigen sich auf der Ebene des Programms sowohl Konvergenz- als auch Differenzierungsprozesse (Bruns/Marcinkowski 1996; Krüger 1991). Die Handelnden haben zwar den gleichen teilsystemischen Orientierungshorizont, der das Wollen lenkt, sie haben aber etwas unterschiedliche Sollenshorizonte, denn ihre institutionellen Ordnungen sind nicht identisch. Beide Akteursarten, die öffentlichrechtlich organisierten wie auch die privat-kommerziell organisierten, handeln auf den institutionellen Grundlagen von Gesetzen, Staatsverträgen und Bundesverfassungsgerichtsurteilen. Die Normen, die aus diesen Gesetzen, Verträgen und Urteilen abgeleitet werden, sind allerdings unterschiedlich. Während die nicht gewinnorientiert arbeitenden öffentlich-rechtlichen Anstalten die Norm der Grundversorgung zu erfüllen haben, kommt den privat-kommerziellen Unternehmen eine Zusatzfunktion bei der Grundversorgung zu5. Es lassen sich somit auf der Ebene der institutionellen Ordnungen Rollendifferenzierungen verorten, da Rollen eine Form von institutionalisierten Erwartungszusammenhängen sind. Das bedeutet, dass der Rolle des öffentlich-rechtlichen Sektors recht strenge (wenn auch interpretierbare) Sollens-Vorgaben zugewiesen werden, während die Rolle des privat-kommerziellen Sektors weniger strengen Vorgaben unterliegt, an privat-kommerzielles Fernsehen werden weniger hohe Anforderungen hinsichtlich des Programmauftrags gestellt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Strategien der Akteure und damit die Könnensdimension. 3. Ökonomisierungseffekte in den Strukturdimensionen Um die Effekte von Ökonomisierung etwas näher betrachten zu können, müssen die einzelnen Dimensionen zunächst fokussiert werden. Zunächst die Akteur-Dimension: Ökonomisierung hat hier zu einer Erweiterung möglicher Konstellationen geführt. Vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes waren folgende Typen von Akteurkonstellationen möglich: a) jeder gegen jeden, b) zwei öffentlich-rechtliche gegen einen anderen öffentlich-rechtlichen, c) alle gemeinsam für etwas. Als Akteure fungierten: ARD, ZDF, ARD 3. Nach der Liberalisierung lassen sich folgende Typen von Akteurkonstellationen im gemischt öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen System ausmachen. Als Akteure fungieren hier: öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, ARD 3, 3sat, Phoenix etc.) und privat-kommerzielle (RTL, SAT.1, ProSieben, H.O.T., DSF etc.). a) jeder gegen jeden, b) n öffentlich-rechtliche gegen n privat-kommerzielle, c) n privat-kommerzielle gegen n privat-kommerzielle, d) n öffentlich-rechtliche gegen n öffentlich-rechtliche, e) n öffentlich-rechtliche gemeinsam für etwas, f) n privat-kommerzielle gemeinsam für etwas, g) alle gemeinsam für etwas.

5 Siehe dazu das Niedersachsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 1986 (BVerfGE 73, 118).

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werberechtlich und unternehmensrechtlich. rechtliche Grenzen zu überschreiten. wenn er nur beharrlich genug ist. www. als sich abzeichnete. www.2000. April 2000). dass die Öffnung des TV-Sektors für privat-kommerzielle Anbieter die möglichen Handlungsstrategien und damit die möglichen Akteurkonstellationen stark erweitert hat. die Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung zu ihrem Vorteil zu verändern. 315 . Solche Formate stoßen bewusst in moralische Grenzbereiche vor.de/suche).1 im „Inselduell“. 143) der Spielpartner Medienunternehmen und Politik teils sogar bereit.de/archiv). Februar 2000. denn man darf annehmen. für den Verzehr unsachgemäß töteten (täglich kress vom 14. er wird auch in die Ebene der institutionellen Ordnung hineingetragen: Beide Akteurgruppen versuchen beständig. um durch das Schaffen von Fakten eine Rechtsänderung zu beschleunigen.bis 49-Jährige) erreicht werden.wuv. nicht Normierungen zumindest aufweichen kann. inwieweit die bestehenden programmlichen Normen (Teil der institutionellen Ordnung) im Sinne des expansiv agierenden Akteurs ausgelegt oder auch verändert werden können. Dies geschieht zum Teil mit Programmformaten. Für den Sender war dies ein Testfall. obwohl diese Art der Werbung damals noch verboten war. dass vor allem die so genannten werberelevanten Zuschauer (14.08. 7 Vgl. erlaubten es aber dann doch nachträglich. Damit ist zugleich das von Akteuren ausgehende Strukturveränderungspotenzial erhöht worden. die an Tabu-Grenzen stoßen oder sie sogar überschreiten. desto mehr neue Strategien ausprobiert werden. wie weit er in seinem Programm gehen darf und ob er. Vor allem Reality-Formate wie „Big Brother“ oder „Inselduell“ haben hier in jüngster Zeit für nachhaltige gesellschaftliche Diskussionen gesorgt. Grenzüberschreitung ist Teil des Spiels: So zeigte etwa SAT. 6 Siehe dazu Media Perspektiven Dokumentation: Staatsvertrag im vereinten Deutschland in der Fassung des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Gültig seit 1. Auf der Ebene des Werberechts wird seit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens um Grenzen des Erlaubten gestritten. dass auch die kommende überarbeitete Version des Rundfunkstaatsvertrags Split-Screen ermöglichen würde (werben & verkaufen online vom 22. wie Teilnehmer der Show einen Waran.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Leicht zu ersehen ist. Zunächst beanstandeten die Landesmedienanstalten dieses Verfahren. der auf der Artenschutzliste steht. die Zuschauerzahl zu maximieren oder zumindest so zu optimieren.kress. Auf der Ebene des Programms wird versucht. März 1999 (www.de/archiv). Die privat-kommerziellen Sender sind bei diesem Spiel von „List und Gegenlist“ (Beyme 1992. Dieser strategische Handlungsdruck spiegelt sich nicht nur in der Könnensdimension. Dabei sind im Laufe der Jahre die Richtlinien für die Werbezeiten immer stärker liberalisiert und damit den Forderungen der privat-kommerziellen Sender angepasst worden: Dies betrifft unter anderem die Umstellung von der Nettosendezeit einer Sendung als Grundlage für die Bemessung der Werbeunterbrechungen zur Bruttosendezeit (Dauer der Sendung plus Werbeblöcke) 6. je mehr Akteure um Geld und Aufmerksamkeit konkurrieren. erstmals Ende Februar 1999 bei einem Boxkampf 7. werben & verkaufen online vom 1. Veränderungen werden dabei auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt: programmlich. bei der der Bildschirm in Werbung und laufendes Programm geteilt wird. Beim so genannten Split-Screen-Werbeverfahren testete RTL diese Werbeart.wuv. dass. Bei den privat-kommerziellen Akteuren manifestiert sich dies vor allem in der Aufweichung rechtlich normierender Grundlagen ihres Handelns. Dies zeigt sich etwa bei der Trennung von Werbung und Programm. um erstens Zuschauer zu gewinnen und zweitens zu testen.

00 Uhr im Abendprogramm die werbeähnliche Einnahmequelle des Sponsoring einsetzen. B. dessen Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen heißt. auf der Ebene der Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht. 971).M&K 49. dass bei der Frage.und Entwicklungsgarantie einräumt8. B. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5.1 und DSF firmieren musste. repräsentiert durch Redaktionen. welche Leitunterscheidung man ihm zuweist. B. Unterhaltungschefs. Dies bedeutet. empirisch zu prüfen wäre zudem. was beiden Codes entspricht. welche Funktion und welchen binären Code. Die fortgesetzte Ökonomisierung lässt noch klarer werden. konnte es nach der Änderung der Rechtslage offiziell in den Senderverbund aufgenommen werden. dass die veränderten Akteurkonstellationen im Anschluss an die Ökonomisierung des Fernsehens seit der Zulassung privat-kommerzieller Anbieter über das teils übergebührliche Ausschöpfen der Könnens-Dimension zu einer Veränderung der Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung geführt hat. ob und wenn ja inwiefern sich auch der laut Schimank nur langfristig wandelbare teilsystemische Orientierungshorizont verändert. 316 . mitbedenken und bei der Entscheidung für diese oder gegen jene Sendung mitbeachten. die Normen der institutionellen Ordnung in ihrem Sinne zu verändern. Überspitzt: Es wird vornehmlich das gesendet. Februar 1991 (BVerfGE 83. dass die Sender. sondern um ein Kuppelprodukt. zahlen / nicht zahlen. Oben wurden Massenmedien bereits als Teilsystem modelliert. Eine Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab. Als These soll hier formuliert werden: Das Grundprinzip der Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen wird zunächst nicht verändert. in allen Bereichen den Code der Wirtschaft. Während z. was man als Teilsystem definiert. Jahrgang 3/2001 Auf der Ebene des Unternehmensrechts haben die privat-kommerziellen Programme erreicht. Auch bei der Veränderung des Werberechts konnten die Öffentlich-Rechtlichen Teilerfolge verzeichnen: Sie dürfen trotz Werbeverbot nach 20. 238). Berechtigt erscheint nun die Frage. Diese Beispiele zeigen. wie viele Programme zu einem Unternehmen gehören dürfen. inwieweit die Themenstruktur und die journalistische Aufbereitung der Themen auch bei nicht boulevardorientierten Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ 8 Siehe dazu das NRW-Urteil des Bundesverfassungsgerichts.. Allerdings wird die Leitunterscheidung durch den Code der Wirtschaft unter den Bedingungen fortgesetzter Ökonomisierung („Ökonomisierung der Ökonomisierung“ – Altmeppen 2001. an das sich publizistische und ökonomische Erwartungen richten (Altmeppen 1996): Bei der Produktion von Nachrichtensendungen etwa setzen vor allem (aber nicht nur) privat-kommerzielle Sender zunehmend auf Boulevardjournalismus (Krüger 2000). ihr Leistungsspektrum ausgebaut und ihre Angebotspalette um die Spartenkanäle Phoenix und Kinderkanal erweitert. das ihnen seit 1991 eine Bestands. 202) verzerrt. Die Änderung der Rechtsnorm ist vor allem den beiden großen Senderketten von Leo Kirch auf der einen und Bertelsmann auf der anderen Seite entgegengekommen. sondern Marktanteile. Gelungen ist ihnen dies z. Auch die öffentlich-rechtlichen Akteure versuchen beständig. dass es sich beim Fernsehen nicht nur um eine publizistische (Dienst-)Leistung handelt. auch die Funktion des Systems bleibt bestehen. Unter Verweis auf diese Entwicklungsgarantie haben die öffentlich-rechtlichen Akteure z. zuvor ProSieben rechtlich getrennt von Kirchs Sendern SAT. nicht mehr Besitzanteile zählen. Bis Ende der achtziger Jahre war Sponsoring dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk rechtlich noch „weitgehend verschlossen“ (Stuiber 1998b. Programmgeschäftsführer etc.

de/archiv). 180) Beide Mechanismen können anhand der oben gezeigten ökonomischen Veränderungen für die Entwicklung des Fernsehens geltend gemacht werden: Die Autopoiesis massenmedialer Produktion bemerkt. Fortgesetzte Ökonomisierung hat demnach nicht nur Einfluss auf Akteurstrukturen und institutionelle Ordnungen. sondern auch bei Programmen. www. sich einen Zuschauerstamm aufzubauen. November 1999. wenn einmal entfesselte Autopoiesien durch „neu justierte Nutzenverschränkungen mit anderen Teilsystemen […] über die Entfesselung der Autopoiesis hinausschießen und in eine sachliche oder zeitliche Marginalisierung codegeprägter Kommunikationen münden. dass die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt. er spricht aber nicht von Verzerrung. Die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt wiederum. so wird hier nahe gelegt. Im Ergebnis läuft dieses Dirigieren der Wahrheitskommunikation durch wirtschaftliche Anwendungsinteressen auf Themenkonjunkturen in der Wissenschaft.de/archiv). Auch Schimank sieht eine Beeinflussung des Codes autopoietischer Systeme durch den Code anderer Systeme. dass Werbe-Investitionen in bestimmte Programmumfelder zu mehr Zuschau- 317 . sondern immer auch um das Erreichen von Zuschauerkontakten für Werbekunden durch Veröffentlichung. dass Investitionen in verwissenschaftlichte Produktionstechnologien die Zahlungsfähigkeit stärker steigern als andere Investitionsmöglichkeiten. und das wiederum geht darauf zurück. da er zu wenig werberelevante Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren erreichte und damit zu wenig Geld einbrachte (Berliner Zeitung. oder es verschwindet umgehend wieder von der Bildfläche. dass bestimmte Forschungsthemen besondere Chancen für Wahrheitskommunikation erzeugen. Kann der Sender mit dem Programm diese Anzahl nicht erreichen. dass sie einer Serie oder Show immer weniger Zeit geben.und Branchenkonjunkturen in der Wirtschaft hinaus. die zu wenig Zuschauer erreichen.“ (Schimank 1998. dass bestimmte Themen besondere Chancen auf Veröffentlichung haben. sondern.1 den „Bergdoktor“ trotz passabler Quoten aus dem Programm. sondern von einem Dirigieren von Leistungsbezügen der teilsystemischen Autopoiesis und von einem Einschränken oder sogar Unterdrücken teilsystemischer Autopoiesis (Schimank 1998. Bei der Produktion und Ausstrahlung von Serien ist vor allem bei den privat-kommerziellen Sendern zu beobachten. sinken die Werbepreise. Dies geschieht nicht nur bei Programmen. www. April 1998. Zum Beispiel strich 1998 SAT. das Programm wird gestrichen. die ProSieben aufgrund schwacher Quoten nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm nahm (Berliner Zeitung vom 30.berliner-zeitung. Am Beispiel der Wissenschaft macht er auf folgenden Prozess aufmerksam: „So kann die Autopoiesis wissenschaftlicher Forschung merken.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens oder „18:30“ durch den Blick auf Einschaltquoten und damit durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt werden (Messkriterien wären hier bspw. weil diese Themen mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen. der Kunde bekommt Rabatte. Den Begriff des Dirigierens beschreibt er durch eine gegenseitige Beeinflussung von teilsystemischer Autopoiesis und intersystemischen Leistungsbezügen. 14. die die falschen Zuschauer im Sinne der Werbekunden erreichen. da sie hohe Zuschaueraufmerksamkeit und damit hohe Werbeakzeptanz generieren.“ (Schimank 1998.berliner-zeitung. Zu sehen war dies unter anderem bei der Vorabendserie „Mallorca“. Es geht demnach nicht nur um das Prinzip des Veröffentlichens oder Nicht-Veröffentlichens. 179) Von Einschränkung/Unterdrückung ist dann die Rede. Entweder das Format kommt nach den ersten Wochen gut an. die Ausstrahlung lohnt sich für den Sender nicht mehr. 179 – 181). Zu bestimmten Preisen wird den Werbekunden häufig eine bestimmte Anzahl von Zuschauern garantiert (Tausend-Kontakt-Preis-Garantie). eine Zunahme an emotionsgeladenen Themen oder Themen mit Sensationscharakter). Produkt. auch auf den teilsystemischen Orientierungshorizont.

in denen der Akteur eine wohl ebenso wichtige Rolle einnimmt wie das System. das sich in der Ausübung sozialer Praktiken realisiert und als „Erinnerungsspur“ ein Verhaltensmuster zur Orientierung bereitstellt (Giddens 1988.] gebildet wird“ (Weyer 1993. die weniger starr feststehende Strukturen besitzen. In Giddens‘ Theorie der Strukturierung sind beide ständig am Prozess der Reproduktion der sozialen Strukturen beteiligt. als vielmehr mehr oder weniger stark veränderbare Strukturmomente aufweisen. 246). 4.a. bestimmte Programmformate forcieren (und andersherum anderen die finanzielle Unterstützung entziehen). sondern „reproduzierte soziale Praktiken“. sondern um prozessuale Abläufe handelt. so fällt auf. Diese Bedingungen. welchen Einfluss Ökonomisierung auf die drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. 69). Ökonomisierung als sozialer Prozess und Folgen von Ökonomisierung Nachdem bislang modelliert worden ist. Wichtige Elemente sind bei dem Prozess des handelnden Zusammenwirkens von Akteur und System die „Reflexivität und Rekursivität des sozialen Handelns sowie die strategische Orientierung am Kontext. indem etwa Werbekunden direkt oder über Mediaagenturen vermittelt. 201). Dieser reflexive und rekursive Prozess kann Eigendynamiken entwickeln. eine Untersuchung des prozessualen Charakters und vor allem der Rückwirkungen nicht-intendierter Handlungsfolgen mittels einer Kombination der oben dargelegten differenzierungstheoretischen Betrachtungen (Schimank/Mayntz und andere) und der Theorie reflexiver Modernisierung von Ulrich Beck.“ (Giddens 1988. Strukturen lassen sich ferner als Regeln-RessourcenKomplexe beschreiben.und Marktlebenszyklen manifestiert und der auch im Fernsehen seit 1984 Gestalt angenommen hat (Wehmeier 1998. Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung (Schumpeter 1952). institutionelle Ordnung und Akteurkonstellation hat. die ein Maß an Emergenz entwickeln. 77). das wurde in den Kapiteln 0 bis 3 gezeigt. 14). Aus der Ökonomie kennt man solche eigendynamischen Prozesse spätestens seit Joseph A. die an der Vernetzung sozialer Systeme beteiligt sind. haben sich durch die Ökonomisierung verändert. Struktur versteht Giddens als „raumzeitliches Phänomen“. Darunter sind die Bedingungen zu verstehen. V. um neben dem analytischen Raster des dynamischen Prozesses auch mögliche Folgen der 318 . das nicht mehr konkret auf intendiertes Handeln einzelner strategiefähiger Akteure rückführbar ist. der durch andere Akteure [und Systeme – d. Handeln und Strukturen sind hier unauflösbar miteinander verkoppelt. In der Soziologie spricht man auch von Eigendynamiken sozialer Netzwerke (u. Weyer 1993). „die die Kontinuität oder Veränderung von Strukturen und deshalb die Reproduktion von sozialen Systemen bestimmen. Anthony Giddens und Scott Lash (Beck/Giddens/Lash 1996) durchzuführen.M&K 49. Jahrgang 3/2001 erkontakten führen als andere und übt Einfluss auf die Veröffentlichungsroutinen der Sender aus. die nicht intendiert waren und nur schwierig steuerbar sind. Der Blick soll nun im Folgenden auf die Strukturierung gerichtet werden. der sich in Produkt. Es wird hier vorgeschlagen. rücken nun abschließend der prozesshafte Charakter der Ökonomisierung und des Zusammenspiels von System und Akteur sowie mögliche Folgen dieses Prozesses in den Vordergrund. Soziale Systeme sind für Giddens keine Funktionssysteme. Betrachtet man die besagten drei Dimensionen in ihrem handelnden Zusammenwirken. die Strukturmomente sozialer Systeme gelten als Mittel und Ergebnis der kontingent ausgeführten Handlungen situierter Akteure (Giddens 1988. dass es sich nicht lediglich um Strukturbildung und -erhaltung.

die für gesellschaftliche Dynamik sorgen. welche Prozeßformen durch zirkuläre Stimulation bzw. 319 . 88). zunehmende Unterhaltungsorientierung (Krüger 2000) und eine Verstärkung des Trends zur symbolischen Politik (Sarcinelli 1987. Als Expertensysteme gelten nach Anthony Giddens Sinn.und Kritikfunktion ist. als es Schimank um die Handlungsmöglichkeiten von Akteuren im Rahmen teilsystemischer Orientierungshorizonte und institutioneller Ordnungen geht.). Die Theorie reflexiver Modernisierung lässt sich insofern mit den Perspektiven von Schimank. 40f. Auch Massenmedien können als Expertensystem begriffen werden. Ulrich Beck spricht erstens von Nebenfolgen der Modernisierung und funktionalen Differenzierung (Nebenfolgen erster Ordnung). 651f. Fasst man als Nebenfolge erster Ordnung einer Ökonomisierung des Fernsehens (und damit als zumindest teilweise intendierte Folge) etwa eine Zunahme von Gewaltdarstellungen. mit unabschätzbaren Konsequenzen“ (Beck/Giddens/Lash 1996. die mit weiterer funktionaler Differenzierung nicht mehr behoben werden können. die sich im Laufe funktionaler Differenzierung (Arbeitsteilung) gebildet haben und exklusive Leistungsrollen einnehmen. Auch die relative Glaubwürdigkeit des Fernsehens hat im Vergleich zur Zeitung deutlich abgenommen (Berg/Kiefer 1996. Jarren (2000).. als Weyer unter Bezugnahme auf Schimank die aus den unterschiedlichen Rationalitäten der drei Dimensionen entstehenden Spannungen und Reibungen anspricht.und Handlungszusammenhänge.. So zeigt zum Beispiel die Langzeituntersuchung Massenkommunikation. und als es Beck und Giddens vor allem um die Folgen funktionaler Differenzierung geht – prozessual ausgedrückt: um die Analyse von Folgen. 251 – 254). Unter reflexiver Modernisierung verstehen die Autoren dabei Transformationsprozesse. Sarcinelli/Tenscher 2000). Politik ist etwa ein Expertensystem. dann muss gefragt werden. dass das Fernsehen hinsichtlich der Dimension Objektivität vor allem seit Anfang der achtziger Jahre massive Einbußen erlitten hat. 1996. Reality-Sendungen. Mit Renate Mayntz und Brigitta Nedelmann heißt es daher. auf welche Prozessursachen diese aus normativ-demokratischer Sicht 9 negativen Entwicklungen zurückwirken und in welcher Form sie dies tun.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Ökonomisierung in den Blick zu bekommen. 27f. die Beck als interne Nebenfolgen der Nebenfolgen bezeichnet (Nebenfolgen zweiter Ordnung) (Beck 1996. Diese Perspektive des Untersuchens von Rückwirkungen auf Prozessursachen wird in der Theorie der reflexiven Modernisierung entfaltet. 164 – 166). Eine dieser nicht-intendierten Rückwirkungen könnte ein Vertrauensverlust in Expertensysteme sein. Verursachung entstehen und wie diese Formen auf die Prozeßursache selbst zurückwirken“ (Mayntz/Nedelmann 1987. das gesellschaftlich trag. „[…] sich auf die Analyse des Prozeßverlaufs selbst zu konzentrieren und zu fragen. Empirisch geklärt 9 Zur Entfaltung einer normativen Integrations-Perspektive von Massenmedien vgl. Sie werden heute durch Institutionen repräsentiert und verleihen Gesellschaft durch ihr spezialisiertes und strukturierendes Wirken Stabilität (Giddens 1995. ungewollt. Ein solcher Vertrauensverlust lässt sich sowohl für die Politik als auch für die Massenmedien empirisch belegen. dessen normative Aufgabe unter anderem das Einnehmen einer Orientierungs. die „unreflektiert. Weyer und Mayntz kombinieren. ein Aufweichen klassischer journalistischer Standards durch Infotainment.und vertretbare Entscheidungen treffen soll. Dies sind jedoch nur einige Indizien. Zweitens geht es um die Rückwirkungen auf Prozessursachen. 9 – Hervorhebung im Original) stattfinden und Folgeprozesse funktionaler Differenzierung sind.

und Akteurperspektive mit einer nach reflexiven Prozessen fragenden und Folgen abschätzenden Theorie reflexiver Modernisierung. das Vorstoßen in gesellschaftliche Tabubereiche und juristische Grauzonen modelliert. werden dabei als Ursachen der Ökonomisierung gesehen. Dabei werden die gesellschaftlichen Strukturierungsebenen (bezogen auf Massenmedien/Fernsehen) für die Zeit vor 1984. die reflexive Wirkung zeigt. inwieweit die Ökonomisierung der Strukturen und die Kommerzialisierung der Inhalte in kausalem Zusammenhang damit stehen. Als Formen werden (recht statisch) die Ausprägungen der Startphase 1984/85 betrachtet und als Folgen die Dynamiken und Wechselwirkungen. die 1984 eingesetzt und sich anschließend fortentwickelt haben. Abb. Formen und Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens 320 . Das Jahr 1984 wird als Beginn der Ökonomisierung gesehen. Vor 1984 wird hier von einer Prä-Ökonomisierung gesprochen.M&K 49. Als Nebenfolge zweiter Ordnung. werbewirtschaftliches Interesse. in der das nicht-gewinnorientierte öffentlich-rechtliche System allein stehend war. mediale publizistische und Gewinninteressen sowie der politische Wille. Abbildung 4 modelliert die bisher entwickelten Dimensionen und kombiniert dabei die Ökonomisierung des Fernsehens aus System. technologische Entwicklung. auf der Ebene der institutionellen Ordnung die dadurch bewirkte Normveränderung und auf der Ebene des teilsystemischen Orientierungshorizontes die durch Ökonomisierung bewirkte Verzerrung des Codes veröffentlichen / nicht veröffentlichen durch den Code zahlen / nicht zahlen. Als Nebenfolgen erster Ordnung werden auf der Ebene der Akteurkonstellation z. 4: Ursachen. wird hier ein Vertrauensverlust in Massenmedien und Politik gesehen (Rückwirkung auf Ursachen). durch privat-kommerzielle Programme mehr Vielfalt und eine ausgewogenere Politikberichterstattung zu bekommen. Jahrgang 3/2001 werden muss. B. für das Jahr 1984 und die Zeit von 1984 bis heute modelliert.

Dies lässt sich etwa an zwei Aufsätzen von Gabriele Siegert erkennen. die institutionelle Ordnung Stück für Stück variiert wird und es so unter den Bedingungen fortgesetzter oder „entfesselter“ Ökonomisierung (Knoche 2001: 184) zu einer Veränderung des teilsystemischen Orientierungshorizontes kommt. den er unter anderem in seiner Theorie des Handelns entwickelt hat (1988. dass aber erst die Unterscheidung der drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. und nicht bloß hier und da anekdotisch. die noch 1996 erheblich strenger im Luhmann’schen Kontext kommunikationswissenschaftlich arbeitete. Dieser Schwenk zu Münch und seinem Interpenetrationsmodell offenbart.und Medienwissenschaft verlassen. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellationen ein ausreichend komplexes Analyseraster bietet. aus solchen Zusammenhängen zwischen der selbstreferenziellen 321 .Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens 4. Interpenetration stellt die gegenseitige Durchdringung politischer. In diesem Beitrag wurde argumentiert. da Wirtschaft und Massenmedien unterschiedliche Codes und generalisierte Medien haben. Allerdings müssen hier noch empirische Nachweise erfolgen. Münch greift auf den von Parsons stammenden Begriff zurück. 503 – 525). Inzwischen macht sie für eine Analyse der Ökonomisierung der Massenmedien Münchs Interpenetrationsbegriff fruchtbar. doch ist Interpenetration bei Münch ein zentralerer theoretischer Baustein. In diesem Aufsatz wird für den Fall der Entwicklung des Fernsehens der Begriff der Verzerrung vorgeschlagen: Fernsehformate (auch journalistische) werden zwar nach dem Prinzip veröffentlichen / nicht veröffentlichen codiert aber (zumindest auf privat-kommerzieller Seite) häufig durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt. anschließend. dass die Ökonomisierung zunächst die Akteurkonstellation verändert. um funktionsfähig zu bleiben. Fazit Wird mit Luhmanns funktionaler/autopoietischer Systemtheorie argumentiert. 286-344). dass es. wird sie auch langfristige Erfolgschancen auf weitere Veröffentlichung haben. die den Zusammenhang von Ökonomisierung der Massenmedien und Kommerzialisierung/Banalisierung der Inhalte genauer untersuchen und damit einer auf die Massenmedien (das Fernsehen) angewandten Theorie reflexiver Modernisierung Futter geben. Ökonomische Entwicklungen führen allenfalls zu einer Irritation von Massenmedien. Dies zeigt sich dergestalt. durch veränderte Akteurkonstellationen und strategische wie eigendynamische Prozesse. Dabei zeigte sich. um die vielfältigen Prozesse der Ökonomisierung auf allen Ebenen und ihre Wechselwirkungen untereinander zu erfassen. ökonomischer und kultureller Zusammenhänge sicher. deren Ausdifferenzierung und weitere Evolution systematisch. der das wechselseitige Durchdringen von Systemen beschreibt. so kann Ökonomisierung überhaupt keinen Einfluss auf massenmediale Prozesse haben. 172 – 174). Zwar benutzt auch Luhmann teilweise den Interpenetrationsbegriff (Luhmann 1991. Doch die Luhmann‘sche Extremposition wird sowohl in der Soziologie als nun auch zaghaft in der Kommunikations. dass es auch im Beziehungsgeflecht Massenmedien und Ökonomie zu Austauschprozessen und wechselseitiger Durchdringung der Systeme kommt (Siegert 2001. mit Schimank gesprochen. Praktisch gesprochen: Nur wenn sich die Sendung (Unterhaltungsserien wie auch Informationsmagazine) rechnet. um neben der sozialen und funktionalen Differenzierung zu erklären. zu einem Dirigieren von Codes oder gar zu einem Unterdrücken von Codes durch fremde Systeme kommen kann (hier wäre es die Unterdrückung des Codes der Massenmedien durch den Code der Wirtschaft). Uwe Schimank fordert: „Für die Betrachtung einzelner Teilsysteme käme es darauf an. dass Gesellschaft ein Mindestmaß an Integration benötigt. Als eine Folge dieser Verzerrung des Codes der Massenmedien wird ein Vertrauensverlust in das Expertensystem Massenmedien erkannt.

Werner A.M&K 49. Nr. Formen und Folgen. 12. Jg. Ulrich (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. Jarren. Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1995. Mit einer Einführung von Hans Joas. Aufl. Hans-Jürgen (1997): Ökonomischer Imperialismus? Homo Oeconomicus und soziologische Theorie.) (1996): Massenkommunikation V. Werner A. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. Giddens. in: Soziale Systeme. (Schriftenreihe Media Perspektiven. Opladen: Westdeutscher Verlag. Der Beitrag der Medienunternehmen zur Ökonomisierung. 44. Bd. S. Fernsehorganisationen zwischen publizistischen Zielvorstellungen und systemischem Eigensinn. Bruns. Jahrgang 3/2001 Geschlossenheit ihrer Operationen auf der einen und fremdreferenziellen Effekten und Erwartungen auf der anderen Seite zu erklären. in: Ulrich Beck.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 2. Marie Luise Kiefer (Hrsg. S. Anthony Giddens. Anthony Giddens. 251 – 272. Jg. New York: Campus. 41. (Schriften zur Kommunikationswissenschaft. Anthony Giddens. Eine Kontroverse.“ (Schimank 1998.. 2. 26 Jg. 2. Berg. Ulrich. 4. S. Historische und organisationstheoretische Bedingungen am Beispiel ARD. Nr. Bernd (1994): Journalismus als soziales System: Geschichte. Altmeppen. S. Eine Kontroverse. 79 – 95. 2. Aretz. Brill. 2. Meier (2001): Ökonomisierung und Kommerzialisierung von Medien und Mediensystem.. 49 Jg. S. Alexander. Romy (1994): Rundfunk-PR im Kontext. Beyme. in: Otfried Jar- 322 . Jarren. 195 – 205.) (2001): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Frankfurt. Meier (Hrsg. Jahrhundert. Jg. 1. die Unterschiede machen: Neuere Theorieentwürfe zu Publizistik. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. in: Klaus-Dieter Altmeppen (Hrsg. Opladen: Westdeutscher Verlag. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. in: Otfried Jarren. 419 – 428. 2. Beck. Massenmedien und Journalismus. Formen und Folgen. 14. 180) Diese Forderung verdient weitere Beachtung. in: Publizistik. Nr.. 1. Klaus-Dieter (2001): Ökonomisierung aus organisationssoziologischer Perspektive. in: Ulrich Beck. 48. 113 – 194. Jg. Bd. S. 19 – 112. Scott Lash: Reflexive Modernisierung... Meier (Hrsg. Matthias Kohring (1996): Unterschiede. Nr. Opladen: Westdeutscher Verlag. Nr. Otfried (2000): Gesellschaftliche Integration durch Medien? Zur Begründung normativer Anforderungen an Medien. S. Ausdifferenzierung und Verselbständigung. Frank Marcinkowski (1996): Konvergenz Revisited: Neue Befunde zu einer älteren Diskussion. Anthony (1988): Die Konstitution der Gesellschaft. Eine Kontroverse. Einleitende Bemerkungen zu einer (notwendigen) Debatte. Nr. Fröhlich.. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Giddens. Von der Moderne zur Postmoderne.): Ökonomie der Medien und des Mediensystems. Thomas. Klaus.. Nr. Anthony (1995): Konsequenzen der Moderne. Klaus-Dieter (1996): Märkte der Medienkommunikation. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 49 Jg. Beck. Ergebnisse und Perspektiven medienökonomischer Forschung. Blöbaum.) Baden-Baden: Nomos. Klaus von (1992): Theorie der Politik im 20.) Opladen: Westdeutscher Verlag. 15 – 31. Werner A. S. Görke. Publizistische und ökonomische Aspekte von Medienmärkten und Markthandeln. Scott Lash (1996): Reflexive Modernisierung. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Jarren. Literatur Altmeppen. 22 – 41. in: Zeitschrift für Soziologie. Gernot. Anthony (1996): Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. Gehrke. in: Medien & Kommunikationswissenschaft. S. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Andreas (1996): ‘Lost at sea’: Die Realität der Massenmedien. in: Rundfunk und Fernsehen. Grundlagen. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft.. Otfried. 461 – 478. Giddens. Ralf Hohlfeld (1995): Wege zur Theorie des Rundfunkwandels. Otfried. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

in: Media Perspektiven.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 36. Niklas (1985): Die Autopoiesis des Bewußtseins. Formen und Folgen. 4. 49 Jg.. 125 – 152. Sarcinelli. Michel Foucault und Niklas Luhmann. Renate et al. Konstanz: UVK.1 und ProSieben im Vergleich. Ein systemtheoretischer Entwurf. in: Medien Journal. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Kiefer. Oder: Wie alle – reihum – Presse und Rundfunk bezahlen. Nr. (1988): Differenzierung und Verselbständigung: zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme.. Opladen: Westdeutscher Verlag. Brigitta Nedelmann (1987): Eigendynamische soziale Prozesse. Münch. 7. Nr. Opladen: Westdeutscher Verlag. Zur Notwendigkeit der Beobachtung gesellschaftlicher Interdependenz. in: Publizistik. Jens Tenscher (2000): Vom repräsentativen zum präsentativen Parlamentarismus? Entwurf eines Arenenmodells parlamentarischer Kommunikation. Nr. Renate. in: Zeitschrift für Soziologie. Meier (Hrsg. Aufl. 2. Luhmann... Jg. Rühl. Udo Michael (1991): Zur Konvergenz öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme. Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien. SAT. S. 4. S. Mayntz. 5. Kohring. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons. Formen und Folgen. Renate. in: Otfried Jarren. in: Otfried Jarren. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Scharpf (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus. 323 . Marcinkowski. S. Werner A. Anmerkungen zu einem analytischen Paradigma. Mayntz. in: Walter Hömberg. Disziplinierung und Differenzierung. Bd. Aufl. Programmanalyse 1999: ARD. in: Journal of Institutional and Theoretical Economics (JITE) / Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. Entstehung und empirischer Gehalt einer Hypothese. 1.): Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. Jg. Matthias. 81 – 97. in: Soziale Systeme. Fritz W. 1. Siegwart (1990): Homo Socio-oeconomicus: The Emergence of a General Model of Man in the Social Sciences. 2. Ulrich. Meier (Hrsg. Nr. S. Opladen: Westdeutscher Verlag. Emile Durkheim und Max Weber. Nolte. 38. Sarcinelli. in: Renate Mayntz. Krüger. 146 Jg. 727 – 748.. 278 – 296. 648 – 668. Nr. 177 – 194. S. New York: Campus. Aufl. Udo Michael (2000): Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen. Detlef Matthias Hug (1997): Öffentlichkeit und Journalismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Georg (1996): Rationalisierung. Niklas (1991): Soziale Systeme. Richard (1988): Theorie des Handelns. Nr. 4. 2. Jg. Jg. S.und Kommunikationswissenschaft. Nr. 93 – 113. RTL. 39. Frankfurt am Main: Suhrkamp Luhmann. 83 – 96. Werner A. Nr. Marie-Luise (1996): Das duale Rundfunksystem – wirtschaftstheoretisch betrachtet. in: Soziale Welt. 145 – 158. S. S. 39 – 72. Niklas (1999): Funktion der Religion..): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 2. 429 – 440. Lindenberg. Scharpf (Hrsg. ZDF... 402 – 446.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens ren. 2. Mayntz. Grundriß einer allgemeinen Theorie. 2. New York: Campus. Heinz Pürer (Hrsg. Manfred (1993): Marktpublizistik. Jg. 28. Politik und Massenmedien. Opladen: Westdeutscher Verlag. Nr. Nr. Frankfurt am Main. 15 – 33. Ein Review über einige Integrationstrends. Luhmann. Kneer. S. Krüger. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Knoche. Ulrich (1987): Symbolische Politik. Jg. Marcinkowski. Frankfurt am Main. Frank (1996): Die Massenmedien der Gesellschaft als soziales System?.. 49 Jg. Frank (1993): Publizistik als autopoietisches System. Luhmann. Eine systemtheoretische Analyse.. Fritz W. 22). Helmut (1999): Annäherungen zwischen Handlungstheorien und Systemtheorien. Zur Bedeutung symbolischen Handelns in der Wahlkampfkommunikation der Bundesrepublik Deutschland. 39.. Manfred (2001): Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. S. S.. 2. in: Rundfunk und Fernsehen.): Medien-Transformation: Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. S. Zum Zusammenhang von Sozialtheorie und Zeitdiagnose bei Jürgen Habermas.

Johannes (1993): System und Akteur. Finanzierung des Rundfunks. Kapital. Siegert. Formen und Folgen. Zins und Konjunkturzyklus.. Stuiber. 43 – 55. in: Zeitschrift für Soziologie. Konstanz: UVK. in: Otfried Jarren (Hrsg. Opladen: Leske + Budrich. Schimank. in: Claudia Mast (Hrsg. 5. S. Band 2 – Rundfunk. Christian (2000): Zur politischen Ökonomie der Medien. Meier (Hrsg. Schimank. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Uwe (1988): Gesellschaftliche Teilsysteme als Akteurfiktionen. S. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Konstanz: UVK. Die zwei Seiten struktureller Dynamiken moderner Gesellschaften. Teil 1: Zum Rundfunkbegriff. Band 2. 3.): Medienwandel – Gesellschaftswandel? 10 Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. S. Konstanz: UVK. Uwe (1985): Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung – Ein Diskussionsvorschlag. Februar 1991 (BVerfGE 83. Teil 2: Privater Rundfunk. S. Nr. S. in: Soziale Systeme. 73 – 100. Weyer. Anna Maria (1994): Medienwandel – Modellwandel? Reflexionen über die gesellschaftliche Komponente der Massenkommunikation.). 14. Eine Untersuchung am Beispiel des dualen Rundfunksystems. 2. Theis-Berglmair. Differenzierung und Ökonomisierung eines Mediums. 1886. Berlin: Vistas.. Jahrgang 3/2001 Kurt Imhof. 1. Wehmeier. 35 – 50. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn. Stefan (2000): Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. 1 – 22. Gabriele (2001): Ökonomisierung der Medien aus systemtheoretischer Perspektive. S. Schimank. 23. Nr.) 2. Aufl. Stuiber. Jg. S. 45. 6. Uwe (1995): Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien. Anmerkungen zur Rundfunkpolitik. Uwe (2000): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung. Weber. Zum Nutzen zweier soziologischer Paradigmen bei der Erklärung erfolgreichen Scheiterns. Steininger. Konstanz: UVK. Publizistik zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Zielen.): Markt – Macht – Medien. S.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Organisation des Rundfunks. in: Soziale Systeme. 619 – 639. Kredit.. Uwe (1998): Code – Leistungen – Funktion: Zur Konstitution gesellschaftlicher Teilsysteme. Heinz-Werner (1998a): Medien in Deutschland. Jg. Schimank. 49 Jg. 175 – 184. Berlin: Duncker & Humblot. 74 – 93. Konstanz: UVK. Heinz-Werner (1998b): Medien in Deutschland. 167 – 176. Werner A. Josef (1952): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Rundfunkrecht. 1993. Jg.M&K 49. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. S. Wien: Universitäts-Verlag. 4. in: Otfried Jarren. 40. 118) Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. 324 . Geschichte des Rundfunks. Schumpeter. 421 – 434. November 1986 (BVerfGE 73. 1.): Zerfall der Öffentlichkeit? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Jg. Jg. 238). Gabriele (1996): Die Beziehung zwischen Medien und Ökonomie als systemtheoretisches Problem. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Eine Bilanz. (UTB. Nr. Rundfunktechnik. 1... Nr. 1. Bd.) Siegert. Stefan (1998): Fernsehen im Wandel. Roger Blum (Hrsg. (Original: 1911. Rundfunkprogramme. Aufl. Nr. Nr.und Kommunikationsforschung. Schimank...

wolfgang-thierse. seiner Schwester und seinen beiden Neffen. dass persönliche Homepages nicht nur der Individual. Klassifikation und Rezeption persönlicher Homepages liegen rund dreißig empirische Studien vor. Log-File-Analysen. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homepages referiert. einen Werbebanner mit dem Teaser „Click here to shoot your boss“). I am not 325 . sondern in unterschiedlicher Weise auch einen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können. die durch Inhaltsanalysen. Zur Produktion. sondern auch dagegen. • 1996 startete die damals 20-jährige Studentin Jennifer Ringley eine persönliche Homepage. „Auf der Visitenkarte des postmodernen Menschen darf sie eigentlich schon fast nicht mehr fehlen.jeremybamber. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. Die vorliegenden theoretischen Beiträge konzentrieren sich darauf. Der 39-jährige Engländer war vor 15 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden für die Morde an seiner Mutter. wollte sich mit seiner Online-Darstellung des Falles an die breite Öffentlichkeit wenden und seinen Bemühungen um ein Revisionsverfahren Nachdruck verleihen. dass überhaupt „ein verurteilter. Doch Opferschutz-Vereinigungen protestierten – nicht nur gegen Inhalt und Aufmachung der Site (sie enthielt u. „Die Homepage ist nicht zu peppig.com) ist momentan vom Provider gesperrt. ein Online-Tagebuch und die legendäre JenniCam enthält. wo sie heute mit sechs Katzen. even (especially?) after five years.de) kommentiert. as you so desire. So feel free to watch. • „Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage“ berichtete die Berliner Zeitung im April 2001.und Gruppenkommunikation dienen. die von einzelnen Personen betrieben werden. der vor Gericht immer seine Unschuld beteuert hatte. einem Hund und ihrem Freund Dex lebt: „I keep JenniCam alive not because I want to be watched.BERICHTE Persönliche Homepages im WWW Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Nicola Döring Persönliche Homepages sind Webangebote. Es wird argumentiert. or not. zur Heimstätte der virtuellen Existenz im Internet. das passt zu mir“. und zeigt Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung auf. It is more than a bit fascinating to me as an experiment. but because I simply don’t mind being watched. die Adresse zur Homepage. • Die Homepage von Jeremy Bamber (www.a. Der Aufsatz berichtet die wichtigsten Befunde. mehrfacher Mörder aus dem Gefängnis heraus eine eigene Website betreiben kann“ (Birmingham Evening Mail. eine unzensierte Nonstop-Live-Übertragung von Videobildern aus ihrem Haus in Kalifornien. 1999: 2).“ (Storrer. März 2001). mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. Freilich sind Internet-Nutzer und Visitenkarten-Besitzer sowohl global als auch national privilegierte Minderheiten – doch der Trend zur Veralltäglichung persönlicher Homepages ist unverkennbar. die Gedichte. habe der 57-jährige Wolfgang Thierse die von einer Agentur für ihn entwickelte Webpräsenz (www. Bamber. Der Aufsatz beschäftigt sich zunächst mit der Abgrenzung und Definition dieser personalisierten Form des Online-Publizierens und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz.

Runkehl. Sie ist leidenschaftlicher Theater-Fan und als Sekretärin bei der Steiermärkischen Landesregierung tätig. die durch Inhaltsanalysen. Wohngemeinschaft oder eine andere informelle Kleingruppe für das Webangebot verantwortlich zeichnet. Die persönliche Homepage Wie ist die persönliche Homepage von anderen Web-Angeboten abzugrenzen? Welche Relevanz besitzt sie als Gegenstand in der Kommunikationswissenschaft? Welchen Beitrag leistet sie zur öffentlichen Kommunikation? 1. „Steppo’s kleine Homepage“. Gräf & Krajewski. „Renates Homepage“. 1999: 85. Wallace. „Unsere Familien-Homepage“). aber auch rund dreißig empirische Arbeiten. Sie umfasst eine Reihe theoretischer Beiträge (Kapitel 2). Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homesites referiert. Jahrgang 3/2001 here to be loved or hated. wobei man durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft Bilder im Minutentakt erhält. • Petra Raissakis aus Graz kam drei Monate zu früh auf die Welt und wurde durch eine Augenschädigung im Brutkasten blind. I am here simply to be me. Beck & Vowe. Der Besitzstatus ist bei persönlichen Homepages fast durchgehend an personalisierten Seitentiteln und Überschriften abzulesen (z.1 Definition der persönlichen Homepage Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote. Gackenbach. „Danielas Heimatseite“. die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden (vgl. Die Homepage der 34Jährigen bietet eine Mischung aus Informationstexten und Erfahrungsberichten zu diversen Themen und Details aus dem Alltag blinder Menschen (http://members. 1997. Tausende von Website-Besuchern verfolgen. Verlinkung eines Webangebotes in einem dezidierten Verzeichnis 326 . Die vier Beispiele verdeutlichen. Die wichtigsten Befunde. präsentiert Kapitel 3. Trotzdem ist bislang wenig systematisches Wissen gesammelt worden über die Determinanten.jennicam. LogFile-Analysen. so handelt es sich um die Sonderform der kollektiven persönlichen Homepage. eine Familie. wie vielfältig und weitreichend kommunikative und soziale Implikationen persönlicher Homepages sind. Neverla. 285ff.. Dominick. Clique. Wenn statt einer einzelnen Person ein Freundes-. Merkmale und Konsequenzen dieser neuen Publikationspraxis. 1999). B. Schlobinski & Siever. 1998.com). während die kostenlose Übertragung alle 15 Minuten eine neue Aufnahme liefert. 1997. 1. Döring. „My Homepage“. „Christina’s Corner“. im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Sammelbänden und Monografien zum Internet (z. Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung werden im Ausblick aufgezeigt (Kapitel 4).) – nicht behandelt. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. 1999: 31ff.at/praissakis/). wie Ringley seit Jahren netzöffentlich „einfach sie selbst ist“. In einschlägigen. Der vorliegende Aufsatz definiert zunächst das Forschungsobjekt persönliche Homepage und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz (Kapitel 1). aon. Thimm. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden. B. Rössler. B. Liebes-. „Olli’s World“. 1998. Eisenhardt“. Kiesler. 2000) werden persönliche Homepages – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z.” (www. 1997. oder Geschwisterpaar. 1998. „Sugianto’s Little Palace“. Jones. Auch die Platzierung bzw.M&K 49. „Homepage von Christoph G. 1998. 1997.

Döring · Persönliche Homepages

persönlicher Homepages (z. B. zu finden bei www.yahoo.com, www.lycos.com oder www.web.de) ermöglicht eine einfache Identifikation von Webangeboten als persönliche Homepages. Die hier favorisierte kommunikationswissenschaftliche Definition der persönlichen Homepage verwendet den Besitzstatus bzw. die Sender-Rolle des Individuums als zentrales Kriterium und nicht etwa bestimmte Inhalte. Was eine Person über ihre Homepage der Netzöffentlichkeit mitteilt, ist vielmehr eine empirische Frage, die durch die Homepage-Forschung zu beantworten ist. Inhaltliche Beschränkungen (z. B. auf autobiografische Informationen), die in diversen Homepage-Definitionen zu finden sind und typischerweise inhaltlich und motivational auf eine Psychologisierung hinauslaufen (z. B. bei de Saint-Georges, 1998; Walker, 2000; Wynn & Katz, 1997), werden hier als eine vorschnelle Beschneidung des Gegenstands abgelehnt (vgl. Kap. 3.2). Wir sprechen von „persönlichen“ Homepages unabhängig davon, wie privat oder intim ihre Inhalte sind. Wenn das Web-Angebot einer Person auf berufliche Aktivitäten beschränkt ist oder ein unkommentiertes Software- oder Geschichten-Archiv enthält, so handelt es sich gemäß der hier vorgeschlagenen Definition dennoch um eine persönliche (also personenbezogene) Homepage. Als Synonym für „persönliche Homepage“ (personal homepage) wird im Deutschen – seltener im Englischen – auch der Begriff „private Homepage“ (private homepage) verwendet. Storrers (1999) Definition, der gemäß die privaten Homepages „der Selbstdarstellung als Privatmensch und als Teil der ,Internet-Gemeinde‘“ dienen, während man auf der persönlichen Homepage die „berufliche Rolle im ,real life‘“ darstellt, wird hier nicht übernommen, da sie vom üblichen synonymen Sprachgebrauch beider Begriffe abweicht und zudem inhaltlich nicht trennscharf ist. Als Gegenbegriff zur „persönlichen Homepage“ wird oft die „kommerzielle Homepage“ genannt. Diese Kontrastierung ist jedoch irreführend. Zwar sind Web-Angebote kommerzieller Unternehmen durch die am Besitzstatus orientierte Definition hier ausgeschlossen. Ob und wie Individuen ihre eigenen Online-Publikationen mit finanziellen Interessen koppeln, ist jedoch wiederum eine offene empirische Frage und sollte nicht durch definitorische Einengung vorentschieden werden. Die Erfahrung, in Eigenregie gefragten Content anbieten zu können, scheint anekdotischen Berichten zufolge manche Personen erst zu einer Semi-Kommerzialisierung ihrer persönlichen Homepages anzuregen, etwa indem sie bestimmte Bereiche (z. B. Bilder-Galerien) mit Passwort-Schutz versehen und nur kostenpflichtig Zugang gewähren, wie das beispielsweise die eingangs erwähnte Jennifer Ringley tut. Die persönliche Homepage ist gerade für jene Personen von besonderer ökonomischer Relevanz, die selbständig tätig sind und somit neue Möglichkeiten des Selbst-Marketing und der Self-Promotion finden (z. B. Künstler-Homepage: www.eviniessner.de). Von persönlichen Homepages (definiert über den individuellen Besitzstatus) sind als nicht-persönliche Homepages solche Web-Angebote abzugrenzen, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z. B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und somit nicht das Individuum als Sender agieren lassen. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. Abgesehen von diesen im Sonderfall auftretenden sozialen Einschränkungen unter-

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M&K 49. Jahrgang 3/2001

liegt jedes Homepage-Projekt technischen Restriktionen, die sich etwa aus den Vorgaben des Webspace-Anbieters (z. B. Speicherplatz-Beschränkung) und des verwendeten Web-Editors (z. B. voreingestellte Farbauswahl) ergeben und nur bei entsprechendem finanziellen Einsatz und fortgeschrittener Webkompetenz zu umgehen sind (vgl. Berker, 1999). Alle genannten Typen von Homepages sind jedoch auf technischer und textwissenschaftlicher Ebene gleichermaßen als elektronische Hypertexte zu kennzeichnen (Storrer, 2000). Obwohl von der persönlichen Home-„Page“ die Rede ist, meint man nicht nur die Startseite eines Webangebots, sondern die gesamte Web-„Site“, also alle inhaltlich zusammengehörigen Web-Seiten, die eine Person(engruppe) als ihre persönliche Homepage anbietet. Der korrekte Begriff „Homesite“ hat sich jedoch in der Homepage-Forschung nicht durchgesetzt und wird deswegen auch in dem hier vorliegenden Überblicksaufsatz nicht verwendet. Zudem ist zu beachten, dass „HomeSite“ bereits als Name eines bekannten Web-Editors aus dem Hause Macromedia & Allaire eingeführt ist und sich somit als Suchbegriff für inhaltliche Recherchen zum Thema „persönliche Homepage“ nicht eignet. 1.2 Kommunikationswissenschaftliche Relevanz der persönlichen Homepage Eine Kommunikationswissenschaft, die in Anlehnung an die anglo-amerikanische Tradition einen weitgefassten Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, der mediatisierte und nicht-mediatisierte Individual- und Gruppenkommunikation einschließt, hat keine Probleme, die persönliche Homepage als relevanten Forschungsgegenstand anzuerkennen. Denn als spezifische, in nennenswertem Umfang verbreitete (siehe Kap. 3.1.1) Variante der intra- und interpersonalen sowie intra- und intergruppalen OnlineKommunikation wäre sie per se untersuchenswert. Schließlich wissen wir noch immer zu wenig darüber, wie und mit welchen Konsequenzen sich Menschen das Internet und seine verschiedenen Kommunikationsdienste praktisch aneignen. Eine Untersuchung dieser Aneignungsprozesse, die am individuellen Verhalten und Erleben ansetzt, wird sich vor allem an sozial- und medienpsychologischen Theorien und Konzepten orientieren (vgl. Kap. 2). Eine Kommunikationswissenschaft, die den im deutschsprachigen Raum dominierenden publizistischen Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, wird die persönliche Homepage dagegen auf den ersten Blick eher als randständig – wenn nicht gar irrelevant – einordnen: Nicht von Institutionen und Unternehmen, sondern von Individuen produziert, nicht von einem Massenpublikum, sondern oft nur von einzelnen Interessenten(gruppen) rezipiert, leistet die persönliche Homepage allenfalls einen marginalen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation, mag man einwenden. Diese Einschätzung ist jedoch diskussionswürdig, wobei nicht nur empirische Argumente (z. B. tatsächliche Reichweite persönlicher Homepages), sondern auch theoretische und konzeptuelle Überlegungen (z. B. Verständnis von öffentlicher Kommunikation) ins Feld zu führen sind. Der vorliegende Aufsatz plädiert für eine Betrachtung persönlicher Homepages gerade auch innerhalb der am publizistischen Medienbegriff orientierten Kommunikationswissenschaft. 1.3 Persönliche Homepages und öffentliche Kommunikation Der Stellenwert der persönlichen Homepage im Bereich der öffentlichen Kommunikation ist bislang kaum explizit diskutiert worden. Die fehlende Auseinandersetzung mit

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Döring · Persönliche Homepages

dem Thema könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Kommunikationswissenschaftler/innen persönliche Homepages tatsächlich für einen irrelevanten Gegenstandsbereich halten. Die zurückhaltende Thematisierung könnte jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Homepage-Forschung erst etabliert und viele ihrer Beiträge durch sehr verstreute Publikationsorte und geringe wechselseitige Zitierung schwer zugänglich sind. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, den Forschungsstand zu persönlichen Homepages breiteren Kreisen innerhalb der Kommunikationswissenschaft bekannt zu machen, um damit einen dezidiert kommunikationswissenschaftlichen Diskurs zu persönlichen Homepages anzustoßen. Drei Thesen zur Bedeutung der persönlichen Homepage für die öffentliche Kommunikation könnten diesen zukünftigen Diskurs strukturieren. Sie werden im Folgenden anhand diverser Beispiele erläutert. These 1: Persönliche Homepages sind Medien der Massenkommunikation. Im Sinne einer publizistischen Egalisierung bietet das Internet die Möglichkeit, dass auch Einzelpersonen durch den Erwerb entsprechender Medienkompetenz bzw. die Inanspruchnahme einschlägiger Dienstleister zu vergleichsweise geringen Kosten professionelle Online-Publikationen erstellen und damit potenziell Massenpublika erreichen, was vormals nur institutionalisierten Medienanbietern möglich war. Zuweilen treten persönliche Homepages in ein Konkurrenz- oder Ergänzungsverhältnis zu herkömmlichen Massenmedien. Eine Vorreiterrolle nehmen hier Personen des öffentlichen Lebens ein, die via Homepage ihre ohnehin bereits etablierte mediale Präsenz direkt mitgestalten wollen. Prominente Beispiele sind etwa der Autor Stephen King, der in dem Bestreben, sich von Verlegern zu emanzipieren, den Fortsetzungs-Roman „The Plant“ von 2000 bis 2001 via Download über seine persönliche Homepage vertrieb und jede Woche mehrere Tausend Leserinnen und Leser fand (www.stephenking.com) oder die Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die auf den Vorwurf, ihre 1975 an der Universität Bremen eingereichte Dissertationsschrift sei nie publiziert worden, unmittelbar reagierte, indem sie das Dokument Ende 2000 auf ihre persönliche Homepage stellte (www. daeubler-gmelin.de). Mit Hilfe einer persönlichen Homepage wurde Anfang 2001 in der Joschka-FischerAffäre Mediengeschichte geschrieben (Welzel, 2001): „Bettina Röhl hat auf altem Photomaterial einen Polizisten-prügelnden Außenminister in spe erkannt und diese Nachricht an den Stern verkauft. Da man dort jedoch Bedenken hatte, als erstes Medium mit der Enthüllung der Fischerschen Vergangenheit aufzumachen, erschien nur ein 30-Zeiler im Stern. Eine Meldung, die es in sich hatte, denn sie nannte die Homepage-Adresse von Röhl und diese Homepage (www.bettinaroehl.de) wiederum zeigte die eigentlich altbekannten Photos, auf denen Fischer neu entlarvt worden war. Ein neuer Köpfe-Skandal war da, lanciert im Netz, und Röhls Homepage fand mit täglich 4000 Zugriffen, so ihre Aussage gegenüber politik-digital, regen Zulauf.“ Persönliche Homepages, die von Prominenten stammen, die brisante Inhalte anbieten, über die in den Massenmedien berichtet wird oder die aus anderen Gründen ein disperses Publikum anziehen, können unter Verbreitungsperspektive den Medien der Massenkommunikation zugerechnet werden, obwohl die Anbieter (bei unterschiedlichem Professionalisierungsgrad) als Individuen keine organisierten medialen Akteure sind.

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man kann sich jeweils an den Quellen informieren und selbst partizipieren.com) und im Sinne von Crossmedia-Strategien zusätzliche Kommunikationswege integrieren (z. Gerade die Gruppenkommunikation im Netz. B. bietet durch ihren öffentlichen Charakter trotz Differenzierung neue Chancen gesellschaftlicher Integration: Gruppenspezifische Diskurse. Community Organizer interessieren sich dafür. Gruftie sowie Techno. sich untereinander nach Maßgabe thematischer Ähnlichkeit zu Webrings zusammenschließen (z. netgrrls). www. die darauf hinauslaufen. B. die sonst in nicht-öffentlichen oder schwer zugänglichen Räumen stattfinden (z. so dass wissenschaftliche Printmedien häufig nur noch mit zeitlicher Verzögerung das nachbereiten. Die Netzöffentlichkeiten setzen teilweise auf bereits etablierte Offline-Netzwerke auf. auch wenn sie nur teilweise im Zuge intermedialen Agenda-Settings von den Massenmedien aufgegriffen werden. Im Zuge der gesellschaftlichen Individualisierung und der Pluralisierung der Lebensmodelle werden Gruppenöffentlichkeiten als Teilöffentlichkeiten wichtiger. dass die Beteiligten ihre Homepages dauerhaft mit einem bestimmten Banner versehen (z. wie sich die Position von Mädchen und Frauen in den Jugendkulturen Punk. Publikums. Computerspiele-Fans oder von Depression Betroffene. konstituieren sich teilweise aber auch erst im Netz (vgl. durch selbstbestimmte Webpräsenzen verändert und teilweise auch neue Stilbildungen hervorgebracht hat (z. Bei politischen Kampagnen und Demonstrationen. B. „Free Speech Online. Internet-Demonstration gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ am 2. a. werden womöglich von den zahlreichen. qualitativ hochwertigen persönlichen Homepages ihrer Peer Communities stärker beeinflusst als von nicht-persönlichen Webangeboten oder Offline-Medien.).eff. wie sie öffentliche Gruppenkommunikation.und Orientierungsfunktionen erfüllen. Indem persönliche Homepages explizit bestimmte Zielgruppen adressieren. Döring. was in der Fachöffentlichkeit durch Online-Kommunikation bereits bekannt ist. weil sie spezifische Identifikations. initiieren und vorstrukturieren können. B. 1999: 369ff. Legt man zugrunde. dass in den hochtechnisierten Ländern die Internet-Adoptionsrate die 50%-Schwelle teilweise bereits überschritten hat.und House-Szene u. so kann Online-Diskursen eine öffentliche Wirkung zugeschrieben werden. Jahrgang 3/2001 These 2: Persönliche Homepages sind Medien der öffentlichen Gruppenkommunikation. können sich online in eine Liste eintragen und ersetzen ihre Startseite für 24 Stunden durch einen einheitlichen Banner. um damit bestimmte Zielgruppen anzuziehen. B.webring. Zeitschriften. die sich beteiligen wollen.popo. die sonst selbstorganisiert entsteht. Im Bereich der Internet-Forschung finden die entscheidenden Diskussionen mittlerweile netzöffentlich statt über entsprechende Homepage-Publikationen und Online-Foren. soziale Gruppen mit reger Binnenkommunikation geschaffen. Fangemeinschaften oder Scientific Communities) werden im Netz breiteren Kreisen zugänglich. B.bzw. die oft als Ursache von „Tribalisierung“ und Zersplitterung von Öffentlichkeit kritisiert wird. Newsboards. Februar 2001. Da ein Großteil dieser intragruppalen Kommunikation netzöffentlich verläuft. die sich online informieren. können Interessierte und Außenstehende (sofern sie online sind) das Kommunikationsgeschehen unbemerkt beobachten und sich bei Bedarf auch selbst beteiligen. Treffen von Selbsthilfegruppen. cyberchicks. www. Kundenbindung zu er- 330 . www.at/demo/) ist neben der netzöffentlichen Wirkung oft auch eine Resonanz in den Offline-Massenmedien angestrebt. die den Mainstream-Medien fehlen. Blue Ribbon Campaign«. Richard (2000) beschreibt.M&K 49. Events). Das Vorgehen bei einer Netzdemonstration ist einfach: Websites.org/br/) oder an einem bestimmten Tag den Content ihrer Site sperren (z. werden soziale Netzwerke bzw. Chat-Rooms.

was den Reiz authentischer persönlicher Homepages ausmacht und wie man dieses Format ansprechend umsetzt. 2001b).de). Vielleicht hatten die Medienproduzenten unter anderem nicht richtig erkannt. Im Rahmen des Community-Building werden den potenziellen Mitgliedern typischerweise Möglichkeiten eingeräumt. das Genre „persönliche Homepage“ als Format zu übernehmen: Die Diary Entertainment GmbH produziert seit 1999 eine Diary-Soap (www.und Gruppenkommunikation und dienen den Massenmedien als Ressourcen. umso eher können entsprechende Vorgaben dahingehend optimiert werden.de) nach dem Vorbild der auf persönlichen Homepages publizierten Online-Tagebücher (Döring. auf die man ohne ihre persönliche Online-Präsenz nie aufmerksam geworden wäre. Online-Foren und persönliche Profile in eine Kommunikationsgemeinschaft zu überführen.de) als auch neue Akteure (z. wobei gecastete Diaristen gegen Honorar netzöffentlich über ihr „reales Leben“ schreiben. Die vom ZDF produzierte Web-Soap Etage Zwo drehte sich um fünf fiktionale Start-up-Unternehmer/innen. These 3: Persönliche Homepages sind Medien der Individual. produktzentrierten) teilöffentlichen Kommunikationsprozessen eingesetzt. Selbst wenn man den direkten Beitrag persönlicher Homepages zur Massenkommunikation bzw. um damit weiteren Wareneinkauf anzuregen. www.diary. Je besser die kommunikativen Funktionen von persönlichen Homepages bekannt sind. die im Kontext netzöffentlicher Gruppenkommunikation publiziert und rezipiert werden. Als Community Organizer betätigen sich sowohl herkömmliche Medienunternehmen mit ihren Online-Präsenzen (z. die über Medienproduzenten vermittelt werden. B.com) seine Kundschaft durch Leserrezensionen. Einen möglicherweise sehr großen.Döring · Persönliche Homepages höhen und zielgerichtete Werbemaßnahmen zu realisieren (Döring. die wöchentlich in dreiminütigen Video-Clips zu sehen waren sowie fortlaufend über ihre persönlichen Homepages und sonstigen Online-Aktivitäten präsentiert wurden. 2001a). Persönliche Homepages.amazon. ein persönliches Profil oder eine persönliche Homepage einzurichten. öffentlichen Gruppenkommunikation aufgrund zu geringer direkter Rezipientenbeteiligung in Frage stellt. Bemerkenswert sind beispielsweise Versuche von Medienunternehmen und Medieninstitutionen.sat1. B. So versucht der OnlineBuchshop Amazon (www. B. dass aktive Teilöffentlichkeiten entstehen. sie können zum intermedialen Agenda-Setting beitragen und sie werden im Rahmen des Community Building zur Vorstrukturierung von spezifischen (z. www. bleiben indirekte Effekte zu berücksichtigen. Dies betrifft das Beschaffen von Ideen und Informationen sowie das Auffinden und Ansprechen von Interview-Partnern oder sonstigen Kontaktpersonen. wenn auch kaum systematisch untersuchten Einfluss auf die Massenmedien haben persönliche Homepages im Kontext journalistischer Online-Recherchen.metropolis.und Fachöffentlichkeiten (mit)konstituieren. mag jedoch abgesehen von den kommerziellen Implikationen auch rezeptionstheoretisch interessante (und möglicherweise sogar wünschenswerte) Folgen haben. 331 . Die solitäre Buchrezeption in öffentliche Kommunikationskontexte einzubetten. sind in dreierlei Weise für die Auseinandersetzung mit öffentlicher Kommunikation von Belang: Sie können relevante Teil. Die im November 2000 ehrgeizig gestartete Web-Soap wurde wie ihr RTL-Pendant Zwischen den Stunden jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestellt.

Wynn & Katz. 1998. 1997). Miller & Mather. Als Medium des Selbstausdrucks und der Selbstkonstruktion stellt die Homepage dementsprechend eine wichtige und potenziell heilsame (vgl. sei es für eine begrenzte Lebensphase (z. Während die Selbst-Aspekte zusammengenommen sämtliche auf die eigene Person bezogenen Inhalte und die auf ihnen operierenden Prozesse umfassen. this can facilitate a sense of dialogue with oneself“ (Chandler & Roberts-Young. die sich im WWW selbstbestimmt definieren und mit anderen Selbst-Aspekten verknüpfen lassen. sie wird durch Updates regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und vereint in ihrer Hypertext-Struktur durch interne und externe Links mühelos diverse disparate und diachrone Selbst-Aspekte und Teil-Identitäten (Chandler. Die Theoriebildung in der sozialwissenschaftlichen Homepage-Forschung kreist bislang darum.M&K 49. Lillie. Döring. 1991: 150) von unabhängigen und teilweise auch widersprüchlichen Teil-Identitäten verstanden. wobei die einzelnen Selbst-Aspekte dann die Stimmen in einem inneren Dialog darstellen (Hermans & Kempen. 332 . „Identität“ ist demnach der engere. sondern als dynamische und multiple Struktur verstanden. aufgreifen sollte. sind mit Teil-Identitäten nur die besonders relevanten Selbst-Aspekte gemeint (vgl. die freilich vorliegende theoretische Beiträge kennen und ggf. 1997). dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. S. 4). Eben diese Aspekte finden sich in persönlichen Homepages wieder: Die Homepage ist naturgemäß immer „under construction“. 1998. 1993). Turkle. Der Homepage-Bau fordert zum systematischen Beantworten der identitätskritischen „Wer bin ich?“-Frage auf und unterstützt die Internalisierung der jeweiligen Antworten. 1997) oder Pastiche (Gergen.1 Identitäts-Theorien Während der traditionelle Identitäts-Begriff von der Konstanz und Einheitlichkeit der Identität ausgeht.). Pennebaker. Den Konzepten „Patchwork-Identität“. Theorien zur persönlichen Homepage Es ist ausdrücklich nicht das Ziel dieser Literaturübersicht. 1996). Analog wird auch das Selbst heute nicht mehr als homogenes und statisches Gebilde. B. Das multiple Selbst wird auch als dialogisches Selbst theoretisch modelliert. 1999: 255ff. 1995: 259. 1997) Variante unserer intrapersonalen Kommunikation dar. was das Gefühl von Selbstintegration und Selbstwirksamkeit fördern kann (Hevern. „dynamisches Selbst“ und „dialogisches Selbst“ gemeinsam ist der Fokus auf Konstruiertheit. 2000.). 2. Jahrgang 3/2001 2. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf unsere marginalisierten Teil-Identitäten. „Selbst“ der weitere Begriff (Greve. 1997) immer wieder neu zu konstruieren und aufeinander zu beziehen sind. 1998. „multiples Selbst“. Wynn & Katz. wird postmoderne Identität als Patchwork (Keupp. 1998: o. Kap. die sich aus diversen Selbst-Aspekten zusammensetzt (Hannover. ein bestimmtes kommunikationswissenschaftliches Homepage-Modell vorzuschlagen oder die im letzten Abschnitt entwickelten kommunikationswissenschaftlichen Thesen zur Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation theoretisch zu elaborieren und zu prüfen. die in alltäglicher Identitätsarbeit (Keupp & Höfer. Kein anderes Medium scheint so passungsgenau wie die persönliche Homepage die heutigen Anforderungen an Identitätsarbeit zu erfüllen: „Where webpages are experienced as being emotionally close to their authors as well as physically detached from them. Veränderung und Vielfältigkeit. Diese Aufgaben obliegen der zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Homepage-Forschung (vgl. 2000).

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Studium, Schwangerschaft, Coming-Out, Bewältigung eines Traumas) oder für einen offenen Zeithorizont: „Die persönliche Homepage im Web ist […] die rund um die Uhr von überall her erreichbare Basisstation unserer Aktivitäten. Gut geplant und regelmäßig gepflegt repräsentiert sie unseren jeweils aktuellen Status als komplexes Individuum mit vielfältigen Beziehungen und Interessen. Sie unterstützt unsere Wünsche und Pläne für die Zukunft“ (Klinger, 2001). 2.2 Selbstdarstellungs-Theorien Da die persönliche Homepage im WWW veröffentlicht wird und potenziell ein großes und heterogenes Publikum erreicht, ist sie auch ein wichtiges interpersonales Medium der Eindrucksregulation (impression management) und Selbstdarstellung (self presentation). Wann immer andere Menschen unser Verhalten direkt beobachten oder davon Kenntnis erhalten können, achten wir darauf, welchen Eindruck wir hinterlassen (Leary, 1996; Mummendey, 1995). Aus Sicht des Impression Management sind nur Situationen „privat“, in denen wir allein und unbeobachtet sind. Alle anderen Situationen sind „öffentlich“, wobei je nach konkretem Adressatenkreis unterschiedliche Öffentlichkeiten zu unterscheiden sind. Wir bemühen uns in unserem öffentlichen Alltag generell um situationsadäquates Verhalten: Um nützliche Eindrücke zu erzeugen und schädliche zu vermeiden, setzen wir bestimmte assertive und defensive Techniken der Eindruckssteuerung ein. Dies können etwa Selbstlob oder Entschuldigungen sein, die man nebenbei im Gespräch äußert. In bestimmten Situationen tritt die Eindrucksregulation als explizite Selbstdarstellung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist etwa in Bewerbungssituationen, beim Blind Date oder beim biografischen Interview der Fall sowie in der medialen Kommunikation, die diesen Face-to-Face-Begegnungen vorausgeht oder nachfolgt (z. B. Bewerbungsunterlagen, Kontaktanzeige). Die Selbstdarstellungsforschung, die entscheidend von dem Soziologen Erving Goffman (1959) und seiner Metapher des „Theaterspielens im Alltag“ geprägt wurde, betont ausdrücklich die prosozialen Aspekte der Eindruckssteuerung und distanziert sich damit von dem negativ konnotierten Alltagsverständnis der Eindruckssteuerung als unfairer Manipulation und der Selbstdarstellung als egozentristischer Angeberei. Nach Jones (1990) sind vor allem fünf Selbstdarstellungs-Strategien zu unterscheiden: 1. ingratiation (sympathisch wirken), 2. intimidation (überlegen wirken), 3. self-promotion (kompetent wirken), 4. exemplification (moralisch vorbildlich wirken) und 5. supplication (hilfsbedürftig wirken). Für eine elaborierte Selbstdarstellung ist die persönliche Homepage gut geeignet (Chandler, 1998; Karlsson, 1998; Miller, 1995; Wynn & Katz, 1997): Man kann sich umfänglich und ungestört über sich selbst äußern, dabei auf diverse Modalitäten und Codes zurückgreifen, unterliegt in der Veröffentlichung keiner redaktionellen Kontrolle und erreicht mit vergleichsweise geringem Aufwand sowohl disperse als auch sehr kleine und spezialisierte Publika. Bisher war es wenigen ausgewählten Menschen vorbehalten, sich vor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen; heute stehen große Bühnen der Selbstdarstellung prinzipiell allen webkompetenten Menschen offen. Dabei kann es darum gehen, bestimmten Publika einen Eindruck von der eigenen Person und personalen Identität zu vermitteln (z. B. potenziellen Arbeitgebern, Chat-Freunden, Fachkollegen), um damit Kontaktchancen und Vernetzung zu verbessern (Erickson, 1996). Es kann aber auch Aufklärungsarbeit intendiert sein für eine bestimmte kollektive Identität bzw. soziale Gruppe, zu der man gehört und deren Bild in der Öffentlichkeit man beeinflussen möchte (Hevern, 2000). Während das Eindrucksmanagement

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bei der zeitgleichen Kommunikation (Face-to-Face, Telefon, Chat) flexibel und nuanciert auf Adressatenreaktionen eingehen kann, sind Webautoren mit einem chronischen Informationsmangel konfrontiert, sowohl was die Zusammensetzung ihres Publikums als auch deren Erwartungen und Bewertungen betrifft. 2.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation Bei der computervermittelten interpersonalen Kommunikation (CvK) tauschen räumlich getrennte Personen zeitversetzt oder zeitgleich digitale Botschaften (Texte, Bilder usw.) aus. Bislang ist die computervermittelte Kommunikation in der Praxis noch sehr textlastig, so dass sich CvK-Theorien auf die sozialen Konsequenzen einer digitalen Textkommunikation konzentrieren. Aus der Vielzahl der theoretischen Modelle, die jeweils einzelne Aspekte der computervermittelten Kommunikation in den Mittelpunkt stellen (siehe zum Überblick Döring, 1999: 209ff.), lassen sich zwei Kontroversen herauskristallisieren, die für persönliche Homepages besonders relevant sind: Zum einen die Frage nach der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit und zum anderen die Frage nach der Authentizität oder Inauthentizität netzbasierter Selbstaussagen. Das technikdeterministische Kanalreduktions-Modell geht davon aus, dass die webbasierte Selbstdarstellung letztlich immer als defizitär wahrgenommen wird und allenfalls blasse und unvollständige Personeneindrücke vermittelt. Gemäß dem nutzerzentrierten Modell der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) könnte eine elaborierte Website jedoch im Informationsgehalt mit einer persönlichen Begegnung mithalten. Denn das Modell der sozialen Informationsverarbeitung geht davon aus, dass Kommunikationspartner medienbedingte Informationsmängel erkennen und im Zuge ihres sozialen Austauschs aktiv durch Zusatzinformationen beheben. Die Theorie der hyperpersonalen Interaktion (Walther, 1996) sagt sogar voraus, dass bei einer positiven Einstellung auf Seiten der Rezipienten die Website als besonders evokative Informationsquelle andere Arten der Informationsgewinnung über eine Person übertreffen kann. Informationslücken werden nämlich gemäß dem Modell der hyperpersonalen Interaktion bei positiver Voreinstellung im Sinne von Wunschdenken gefüllt, so dass der Personeneindruck eine besonders positive Tönung erhält. Es werden im Einzelfall sogar Verliebtheitsgefühle als Folge der Homepage-Rezeption berichtet (vgl. Döring, 2000c). Prozesse der Eindrucksbildung beim Website-Besuch wären also mit der Eindrucksbildung bei anderen Formen der persönlichen oder mediatisierten Begegnung zu vergleichen (Sherman, End, Kraan, Cole, Martin & Klausner, 1999; Sherman, End, Kraan, Cole, Campbell, Klausner & Birchmeier, 2001). Dies gilt nicht nur für die Dimension der Informationsmenge bzw. sozialen Präsenz, sondern auch für die Authentizität. Bei der computervermittelten Kommunikation ist die Kontrolle über die Äußerungen erhöht: Wir können uns überlegter, selektiver und bei Bedarf auch anonymisierter präsentieren als in Face-to-Face-Szenarien und stehen nicht so stark unter Konfrontationsund Handlungsdruck. Dies kann einerseits zu erhöhter Selbstoffenbarung und Authentizität ermutigen (z. B. Selbst-Outing auf der eigenen Homepage), andererseits aber auch bewusste Maskerade und Täuschung begünstigen (z. B. gezielte Auslassungen oder Falschangaben). Indikatoren für den Grad der Authentizität einer Website sind subjektive Authentizitätsbewertungen der Besitzer und Besucher der Seite (Buten, 1996) sowie objektive Vergleiche mit anderen Informationsquellen über die dargestellte Person. Wo sich eine Homepage auf den Dimensionen Informationsgehalt und Authentizitätsgrad positioniert, ist dabei nicht vom Medium determiniert, sondern hängt wesentlich

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von unseren Nutzungsmotiven und Aneignungskompetenzen ab, die in den identitätsund selbstdarstellungsbezogenen Homepage-Theorien tendenziell hoch veranschlagt werden. 3. Befunde zur persönlichen Homepage Die meisten empirischen Arbeiten, die sich mit der Produktion, Klassifikation und Rezeption von persönlichen Homepages befassen, haben explorativen und deskriptiven Charakter. Hypothesenprüfende Studien auf der Basis der im vorigen Kapitel dargestellten Theorien sind bislang selten. 3.1 Produktion persönlicher Homepages Anhand der bisherigen Befundlage lassen sich sechs zentrale Fragen zur HomepageProduktion vorläufig beantworten. 3.1.1 Wer besitzt eine persönliche Homepage? Bevölkerungsumfragen zur Internetnutzung konzentrieren sich vorwiegend auf die Rezeption fremder Webangebote und vernachlässigen die Produktion eigener WWW-Seiten. So fehlen Fragen zu eigenen Web-Publikationen im GfK-Online-Monitor ebenso wie in den ARD/ZDF-Online-Studien. Die wenigen Daten, die über die Verbreitung des Homepage-Besitzes vorliegen, deuten darauf hin, dass bis heute nur eine Minderheit von maximal 10 Prozent der Vernetzten eine eigene Homepage betreibt: • Im SensoNet-Fragenspiegel (Giger, 1998) gaben von n=240 Befragungspersonen im deutschen Online-Panel 9 Prozent an, eine persönliche Homepage zu besitzen. • Doll, Petersen und Rudolf (2000) befragten Schüler/innen und Studierende aus Dresden und Halle schriftlich zu ihrer Internetnutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in einer Stichprobe von n=440 Gymnasiasten (16–17 Jahre) 9 Prozent eine eigene Homepage eingerichtet hatten und in einer Stichprobe von n=244 Studierenden verschiedener Fachbereiche 11 Prozent (E-Mail-Mitteilung von Jörg Doll vom 4. Juli 2000). • Thomas Berker (1999) ermittelte für die Universität Frankfurt am Main anhand einer Log-File-Analyse des Web-Servers, dass von den n=11.706 eingeschriebenen Nutzer/innen des Rechenzentrums nur n=409 (3,5%) eine Homepage angelegt hatten (Stichtag 1.3.1998). • Anhand von Linklisten kontrastierte Döring (2001c) die Zahl der registrierten Homepages an verschiedenen bundesdeutschen Hochschulen mit der Zahl der Studierenden, wobei sich im Mittel eine Homepage-Prävalenz von 2,1 Prozent ergab. Unter den Homepage-Betreibern scheinen sich besonders viele Studierende zu befinden: Buten (1996) zog eine Zufallsauswahl von n=422 persönlichen Homepages im USBundesstaat Pennsylvania und kontaktierte deren Besitzer/innen per E-Mail. Von den n=121 Respondenten waren 73 Prozent Studierende. Auffällig ist zudem, dass Homepage-Besitz unter männlichen Netzaktiven verbreiteter ist als unter weiblichen: Im Sample von Buten (1996) befanden sich 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre später stellten Miller und Mather (1998) bei einer Analyse sämtlicher im Yahoo!-Directory aufgelisteten Homepages fest, dass 75 Prozent von Männern stammten und 15 Prozent von Frauen (auf 10% der Homepages war keine eindeutige Geschlechtsreferenz zu finden). Obwohl der Anteil der Frauen unter den Studierenden bei rund 50 Prozent liegt, zeichnen sie nur

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) 3.815 17. Darüber hinaus sind eigene Netzkompetenz (Berker.111 14. Jahrgang 3/2001 für 13 Prozent der auf Hochschulservern zu findenden Homepages verantwortlich (siehe Tab.6%) (1.2 Wie intensiv werden persönliche Homepages gepflegt? 96 Prozent der n=110 von Killoran (1998) befragten Homepage-Besitzer (Angaben zur Stichprobenkonstruktion fehlen) gaben an. „soziale Orientierung“. Von den n=96 zufällig ausgewählten studentischen Homepage-Besitzern an der Universität Hannover arbeitete laut Selbstauskunft die Mehrheit (56%) selten oder nie an der Homepage.. Bundespolitik. während nur eine kleine Minderheit von 7 Prozent oft oder sehr oft Updates machte (Albat et al. Tab. 1998).bzw. GVU. 1997). 4% Frauen.1. 1: Homepage-Besitz bei Studierenden ausgewählter bundesdeutscher Hochschulen (Döring. 1).5%) (2. B. Angesichts der Heterogenität der Stichproben und Erhebungsinstrumente lassen sich die Befunde nicht aggregieren.4%) (5. Exhibitionismus-Verdachtes unterschieden sich die n=96 zufällig ausgewählten Homepage-Besitzer der Universität Hannover (96% Männer. Trotz des populären Narzissmus. dass 26 Prozent der Homepages an der Universität Frankfurt am Main laut Serverstatistik über ein ganzes Jahr hinweg völlig unverändert blieben.692 2.0%) (0. 1998. Medienwissenschaft) erhöht die Wahrscheinlichkeit. 1998). B.1%) (2. Stand: Mai 2000) Hochschule Studierende Homepages Studierende (% an Studierenden) 521 651 29 919 429 639 281 257 409 (1.500 17. 68 Prozent der Respondenten von Buten (1996) arbeiteten mindestens einmal im Monat an ihrer Website.M&K 49.075 26.1% 13% Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsfeldern (z.0%) Homepages Frauen (% an HPs) 69 65 1 176 87 41 24 33 51 (13%) (10%) (03%) (19%) (20%) (06%) (08%) (13%) (12%) HU Berlin TU Berlin HS Bremen Universität Bremen Universität Gießen Universität Hannover Universität des Saarlandes TU Dresden Universität Jena Gesamt 34.000 25.958 20.0%) (1.0%) (3. Eine beträchtliche Bandbreite im tatsächlichen Homepage-Engagement 336 . (Die anderen FPI-Skalen waren nicht Teil der Erhebung. 1999. Webdesign) oder Studienfächern (z.0%) (2. 2001c: 223.700 6.. „Gehemmtheit“. sich eine Homepage einzurichten.495 27. 2000). was eher von Vernachlässigung zeugt. Homepage-Engagement im sozialen Netzwerk sowie die Beteiligung an Chat-Communities wichtige Prädiktoren eigenen Homepage-Baus (Karlsson. „Leistungsorientierung“ und „Lebenszufriedenheit“ des Freiburger Persönlichkeits-Inventars FPI nicht signifikant von der statistischen Norm (Albat et al. ihre Homepage nach der Ersterstellung bereits mindestens einmal verändert zu haben und auch weitere Veränderungen zu planen. Durchschnittsalter: 26 Jahre) auf den Dimensionen „Offenheit“. Diesen Hinweisen auf intensive Homepage-Pflege steht der Befund von Berker (1999) gegenüber.

Chandler. Arbeitskollegen und Menschen mit ähnlichen Interessen bis zu unbekannten Zufallsgästen („browsers“) erstreckt. mein Computer. 1998. In/Out-Listen.4 An welche Publika richten sich persönliche Homepages? Die Befragungsstudie von Buten (1996) ergab anhand von sechs (nicht ganz trennscharfen) Kategorien. Kap. Während die Update-Frequenz nicht mit der Bestehensdauer der Homepage korrelierte (Buten. 3. Döring. mein Saxophon – derartiges Inventar wird durch detaillierte Beschreibungen und kommentierte Foto-Dokumentationen vorgeführt (Bates & Lu. Miller & Mather. 2. 2. die aufgrund von Sprachbarrieren ohnehin nur bedingt adressierbar ist. beim Bau ihrer persönlichen Homepage Elemente aus anderen Homepages zu übernehmen. 1. welche Veränderungen wann vorgenommen wurden. Abgesehen von solchen juristischen Implikationen ist ein Collage-artiger Produktionsprozess aus Sicht postmoderner Identitäts-Theorien durchaus als bedeutungsvolle Selbstkonstruktion zu lesen (siehe Kap.. dass 43 Prozent der Sites durch Verwendung von geschütztem Bildmaterial Copyright-Verletzungen begingen (Herbeck & Hunter. Zeichnungen usw. 1997.und Kinder-Fotos. mein Auto. sind zu finden (Bates & Lu. 1998. 2000). Befragungen zur Art der Updates fehlen. Karlsson. Zudem werden im Bereich der Texte neben Fundstücken aus alten und neuen Medien (z. Aus textwissenschaftlicher Perspektive vollziehen die heutigen Homepage-Autorinnen und -Autoren gerade den Prozess der Konventionalisierung eines neuen Genres (vgl. das auf eine Homepage zugreift. Eine Inhaltsanalyse von n=400 zufällig ausgewählten persönlichen Homepages von Studierenden an vier US-amerikanischen Hochschulen ergab. Zitate. 2000). Kap. 3. ist aus Selbstdarstel- 337 . Witze) auch Eigenproduktionen angeboten. 1999).3): Sozialstatistische Angaben. Gedichte. Außerdem wird nicht selten die im Wort „Homepage“ steckende Metapher des elektronischen Zuhause aufgegriffen: Mein Fahrrad. Hochzeits. Online-Tagebücher. allerdings lässt sich anekdotisch auf manchen Homepages anhand einer „Update-History“ oder „What’s New“-Rubrik nachvollziehen.3 Wie werden Form und Inhalt persönlicher Homepage erzeugt? Sowohl beim Design als auch beim Content wird auf bestehende Homepages als Vorlagen und Materialressourcen zurückgegriffen: 95 Prozent der n=121 Befragungspersonen von Buten (1996) gaben an. 2001c: 228) spiegelt sich diese Vielfalt wieder. das sich vom engsten persönlichen Umfeld (Freunde.1). B. Das „Patchwork“-Publikum.3). Erzählungen. 1998. journalistische und künstlerische Textsorten an und weisen damit insgesamt einen hohen Grad an Identifizierbarkeit und Authentizität auf (vgl. 1999). Urlaubsberichte. Miller. Kap. 1998). 1998). Zeugniskopien und Arbeitsproben. biografische. Diese Textbeiträge lehnen sich an tradierte bürokratische.3. zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Wartungshäufigkeit und Umfang der Website (Berker. 3. tabellarischer und/oder narrativer Lebenslauf. Miller. meine elektrische Eisenbahn. Dillon & Gushrowski. In direkten Publikumsansprachen auf der Homepage (Döring. Familie) über Netzbekanntschaften. To-do-Listen.1. 1995. indem sie sich inhaltlich und formal aneinander orientieren. Sprüche. wobei tendenziell Mitglieder des eigenen sozialen Netzwerkes oder einer bestimmten Bezugs-Gruppe wichtigere Adressaten sind als die abstrakte Netzöffentlichkeit (vgl. 1998. dass Homepage-Betreiber (zumindest auf Nachfrage) ein sehr heterogenes Publikum unterstellen. 2001c. Walker. Selbst-Interviews.1. einander sogar teilweise direkt kopieren (Saint-Georges.Döring · Persönliche Homepages bleibt festzuhalten. mein Haustier. 1997: 334ff.2).

2000). um einen ersten Eindruck 338 . Die interpersonale Ausrichtung von Homepages wird auch von Dominick (1999: 655. in denen wir es mit kleineren und segregierteren Publika zu tun haben (siehe Kap. dass sie sich teilweise schämten. hierzu Hevern. In 2 Prozent der Fälle wurden ausdrücklich Lesben. 2001c: 229) eindrücklich illustriert: „Naja. 3.und interpersonalen sowie intra.5 Aus welchen Gründen werden persönliche Homepages erstellt? Hevern (2000) betont auf der Basis von n=20 Interviews mit schwulen und behinderten Homepage-Besitzern. die sie eigentlich für Chat-Freunde entworfen hatten. wobei sich anhand der Publikumsansprachen zeigte.2).M&K 49. muss ein Landschaftsarchitekt kreativ sein können …aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter! Nun gut. wie sie beispielsweise in ganz unterschiedlichem Zusammenhang von dem eingangs erwähnten Jeremy Bamber sowie von Petra Raissakis anstrebt werden. Nicht selten geht es auch um das ökonomische Motiv. So berichteten etwa die von Chandler und Roberts-Young (1998) interviewten n=25 walisischen Jugendlichen. 2. wie eine Autorin es mit aufklärerischem und publizistischem Impetus formulierte.und intergruppalen Kommunikation. Freiheit zur Kontaktaufnahme). Groth (1998. Der Hauptgrund für das Betreiben einer persönlichen Homepage ist aber nicht nur die Förderung der intra. dass die Homepage-Autorinnen jeweils ganz spezifische Zielgruppen im Blick hatten: In über der Hälfte der Fälle (57%) waren alle Interessierten unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung eingeladen. die eigene Web-Kompetenz zu verbessern oder um das organisatorische Motiv. Freiheit von Fremddefinition) und soziale Projekte (Motiv Zugehörigkeit. „social hypertext“).1. auch wenn man einen schlechten Tag hat. 2000. Auch politische Ziele und öffentliche Aufklärung. „social association“.oder heterosexuell und 8 Prozent nur für Schwule und Lesben. mit der Webpräsenz Gewinne zu erzielen. die der Web-Erfinder Tim Berners-Lee (2000: 226ff. 1999. Jahrgang 3/2001 lungs-Perpektive besonders schwer zu handhaben und weicht von Face-to-Face-Kontexten ab. Hefele hat ja gesagt. Erickson (1996. bin ich heute wieder unkreativ!! Aber der Prof. wie der folgende Meta-Kommentar auf einer Homepage (zitiert nach Döring. Haase (1999) analysierte n=48 Homepages lesbischer Frauen. weil ich nicht weiß. 1997). wenn ich nicht müsste. um das autodidaktische Motiv. wenn Mitschüler oder Lehrer ihre Homepages entdeckten. „knowledge net“) und Karlsson (1998. würde ich nie auf die Idee kommen eine Homepage zu machen …ich habe auch gar keine Lust dazu … schon deshalb nicht. Bi. 8 Prozent nur für Frauen. was ich schreiben soll!!! Gott. Ebenso kennzeichnet Killoran (1999) persönliche Homepages anhand einer Inhaltsanalyse gleichermaßen als personale Projekte (Motiv Selbstkonstruktion. Ausdrücklich „nur für Lesben“ waren 17 Prozent der Homepages vorgesehen. ich gebe es ja zu. sind nicht zu vergessen (vgl. „linkage“ function).) propagiert. „am Leben einer Lesbe teilzuhaben“. Kennedy. Schwule. die etwa auf schlichte Aufgabenerfüllung hinauslaufen. durch die Link-Sammlung auf der Homepage schneller auf bestimmte Webseiten zugreifen zu können (Buten. egal ob homo. 1996). dass sich im Homepage-Bau die Motivation zu positiver SelbstKonstruktion (Self S-Motive) ebenso artikuliert wie die Motivation zur Kontaktaufnahme mit anderen (Other O-Motive). ebenfalls in Rechnung zu stellen (Befring. „socio-textual networks“) hervorgehoben und entspricht letztlich jener nicht-kommerziellen.und Transsexuelle angesprochen. Schließlich sind extrinsische Motive. Nur bei 8 Prozent der Seiten wurde keine Zielgruppe spezifiziert. 2000. humanen Vision vom WWW.

so deuten die Inhaltsanalysen von Befring (1997). deren Arbeitsbedingungen sich dank eigener Homepage nicht zuletzt durch die stärkere Unabhängigkeit von Männern deutlich verbessert hatten. 2001c: 229). könnt ihr ja mal mein wunderhübsches Bildchen betrachten.tabellarischen‘ Lebenslauf erfreuen!! Außerdem habe ich noch ein paar Links und E-Mail-Adressen für Euch!“ 3. unverfälschte Selbstdarstellungen.1. Foto) präsentiert wie das Geschlecht (Döring. Döring. Macht und Autonomie.6 Zeigen sich Geschlechtseffekte bei der Homepage-Produktion? Entgegen der im Zusammenhang mit „virtueller Identität“ verbreiteten These von der Maskierung und vom Geschlechterwechsel (vgl. 339 . Die quantitative Inhaltsanalyse von Dubi. wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. Dasselbe Resümee zogen auch die von Podlas (2000) persönlich interviewten n=15 in der Sexindustrie tätigen Frauen. Die Feinanalysen von Karlsson (1998) und Stern (1999) verdeutlichen anhand der Homepages von n=2 schwedischen und n=10 nordamerikanischen Schülerinnen. Dominick (1999). Das typische Selbstdarstellungs-Dilemma von hochqualifizierten Frauen. Insgesamt beschrieben sie jedoch genau wie die n=17 von Kennedy (2000) per E-Mail befragten feministisch identifizierten Homepage-Autorinnen die Publikationsmöglichkeiten im Web als einen positiven Beitrag zur Emanzipation. Die überwältigende Mehrheit der von Buten (1996) befragten Homepage-Besitzer bewertete sowohl die eigenen Homepages (91%) als auch die Homepages anderer Menschen (78%) als zuverlässige. authentische und nachprüfbare Informationen über die eigene Person zu liefern. Lauper-DelPonte. 2000a). nüchterne oder technikbezogene Designs wählen und die neueste Netztechnologie einsetzen. dass die Präsenz von Körperlichkeit auf der persönlichen Website Frauen nicht automatisch nur im Sinne ungewollter Sexualisierung viktimisiert. Ob und inwieweit der Online-Boom (semi-)kommerzieller Sex-Sites insgesamt geschlechtsspezifische Viktimisierung verstärkt oder reduziert. 2000b: 200ff. Dabei wird kein anderer Selbst-Aspekt so häufig und so deutlich (Namensangabe. wie sich subversive Gender-Konstruktionen qualitativ erschließen lassen. als Dozentinnen bzw. sondern auch ein selbstbestimmter Beitrag zur Identitätskonstruktion sein kann (vgl. Miller und Arnold (2000) sowie Miller und Mather (1998) darauf hin. oder Euch an meinem . ist auch beim Homepage-Bau virulent: So berichteten die n=27 von Miller und Arnold (2001) interviewten. ihr als strukturell bedroht wahrgenommener professioneller Status könnte durch private Selbstdarstellung auf der Homepage unterminiert werden.) zeigt sich auf persönlichen Homepages eine große Bereitschaft. dazu auch Stern. 2000). Döring. Kibby (1997) argumentiert. Schlapbach und Witschi (1998) zeigte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Homepages von Männern und Frauen. dass sich bekannte geschlechtsspezifische Kommunikationsstile im Netz reproduzieren. etwa wenn Männer ihren Status betonen. nämlich die Kollision von Weiblichkeit mit Kompetenz.Döring · Persönliche Homepages von mir zu bekommen. Hier sollten jedoch auf der Basis explorativer Studien nicht vorschnell affirmative Aussagen getroffen werden. Professorinnen an englischen und nordamerikanischen Universitäten tätigen HomepageBesitzerinnen von der Sorge. während Frauen mehr Publikumsansprachen und autobiografische Narrationen einbauen sowie eher auf florale Muster zurückgreifen. Vergleicht man nun die Homepages von Frauen und Männern.

um dann ggf. S.a. 33. Bei den realisierten Homepages wiederum ist gemäß inhaltlichem Fokus zu unterscheiden. 1999. so dass hier nur Klassifikations-Ansätze berichtet werden können. anhand welcher Attribute persönliche Homepages sinnvoll zu beschreiben und zu klassifizieren sind. Eine erschöpfende Taxonomie wurde bislang nicht entwickelt. von Erickson. für einzelne Homepage-Typen differenzielle Aussagen zu treffen. 1996. Sowohl für die kulturelle Bewertung des Homepage-Phänomens als auch für die empirische Wirkungsforschung ist es entscheidend. dass nur 42 Prozent der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten perAbb 1: Häufigkeitsverteilung von sechs Grundtypen persönlicher Homepages (HP) (Döring. Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring (2001c) jedoch. die schwerpunktmäßig der expressiven Selbstdarstellung gewidmet ist. als „typische Homepage“ postuliert (z. Wynn & Katz.M&K 49. selbstbezogene Informationen enthält und somit explizit identitätskonstruierende und selbstdarstellerische Funktionen hat („expressive Homepage“) oder ob die Homepage auf eine Vorstellung der Person verzichtet und allein bestimmten Themen oder Services gewidmet ist („instrumentelle Homepage“).2 Klassifikation persönlicher Homepages Wechselt man von einer an den Homepage-Autorinnen und -Autoren orientierten Prozess-Perspektive zur Produkt-Perspektive so stellt sich die Frage. 1997). 2001c: 225) 340 . Obwohl die Heterogenität von persönlichen Homepages unbestritten ist. wird doch immer wieder die gut gepflegte Website. B. ob das Webangebot u. Jahrgang 3/2001 3. Wallace. Einer inhaltlichen Betrachtung vorgeordnet sind grundlegende Differenzierungen gemäß Existenzform (Hompepage nicht abrufbar: „nominelle Homepage“ versus Homepage abrufbar: „faktische Homepage“) und Konstruktionsstatus (Vorankündigung einer Homepage: „projektierte Homepage“ versus Homepage mit substanziellen Inhalten: „realisierte Homepage“). das gesamte Spektrum der verschiedenen Homepage-Varianten zu kennen.

Textumfang. so wären Klassifikationen einschlägig. Bickmore. so sind Binnendifferenzierungen der Kategorie „expressive Homepage“ sinnvoll. Groth.). 5. Soll die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation untersucht werden (vgl. eigene Person als Organisationsmitglied. 2000) oder Kollegen zu finden. Komplexität. Originalität. 3. Bly. B.2). narrative) vorgenommen werden. während die meisten Abrufe nur einmal (60%) oder zweimal (19%) erfolgten. In solchen Fällen steht dann auf Rezipientenseite nicht die Bildung eines Personeneindrucks vom Homepage-Betreiber im Zentrum. Aber auch zum Zweck der sozialen Vernetzung und Kooperation besteht im privaten wie im beruflichen Bereich Anlass. 1998. Archive mit erotischen Geschichten. Von den 23 Untersuchungsteilnehmern besaßen 18 eine eigene Homepage. wenn sie bestimmte Services bieten (z. sollten auch instrumentelle Homepages in den Blick genommen werden. 1998.1. 1. B. Interessiert man sich im Zusammenhang mit persönlichen Homepages für Effekte der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung. dass die meisten Seitenabrufe auf die Gruppe der sexualbezogenen Websites entfielen (24%). 2.3).Döring · Persönliche Homepages sönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen (siehe Abb. 4. Navigation. wie ihn instrumentelle persönliche Homepages in Reinform liefern (siehe Kap. Cook.). relational. – 4. Auffälligkeit. die Positionierung in Suchmaschinen oder die Erwähnung in Massenmedien einschlägig. Tauscher und Greenberg (1997) verfolgten sechs Wochen lang das Surf-Verhalten von n=23 erfahrenen Web-Usern und stellten fest. Linkangebot. Churchill & Sullivan.1 Wie intensiv werden persönliche Homepages rezipiert? Berker (1999) wertete die Protokolldateien (20. 3. 2000: 106ff. 3. dass nur wenige Webseiten mehrfach aufgesucht wurden. die Beteiligung an Webrings. sei es um Chat-Bekanntschaften besser kennen zu lernen (Karlsson. 2.2. Zudem ist die Art der Publikumsorientierung – z.3 Rezeption persönlicher Homepages Rezeptionsprozesse sind wesentlich seltener untersucht worden als Produktionsprozesse und konzentrieren sich im Wesentlichen auf vier Fragen. die im selben Bereich arbeiten (vgl. Kap. eigene Kompetenzen) oder von Walker (2000) gemäß Darstellungsstil (1. vgl. der Verlinkungsgrad. wie sie etwa von Miller (1995) gemäß der dargestellten sozialen Rollen und Merkmale (1. categorical. Persönliche Homepages auf kommerziellen Providerservern belegten jedoch mit 13 Prozent bereits den zweiten Platz bei allen Seitenabrufen der Frankfurter Hochschulangehörigen. 1999: 164). Interessiert man sich dagegen für Fragen der Webkompetenz und Professionalisierung individueller Web-Autorinnen und -Autoren. Sachund Fachinformationen. Software-Sammlungen. Wirth & Brecht. Persönliche Homepages werden besonders dann zu beliebten Surfzielen. die technische und strukturelle Kriterien berücksichtigen.1998) des Proxyservers der Universität Frankfurt am Main aus und stellte fest. 1). Als Klassifikationskriterien wären dann etwa die Reichweite im Sinne von Seitenabruf-Statistiken. persönliche Homepages aufzusuchen. 3. 3. eigene Familie.3. B. wobei diese typischerweise zu den am häufigsten abgerufenen Webseiten der jeweiligen 341 . Online-Tagebücher usw. eigene Interessen. 1999). eigene Person. sondern vielmehr ein konkreter inhaltlicher Nutzen. wie sie auch zur Beschreibung nicht-persönlicher Homepages herangezogen werden (z. Adressierung von persönlichen Bekannten versus Unbekannten – ein Faktor (Walker.

2): Bemerken Homepage-Autoren etwa. organisatorische) Aufgaben erfüllen (vgl. die angeben sollten. Diese Homepages ließen sich nach der Anzahl der auf ihnen realisierten Genre-typischen (bzw. B. Kurzbiografie. 2. dass die eigene Homepage häufig von internationalen Rechneradressen abgerufen wird. Ein Manko vieler kostenloser Webstatistiken besteht darin. wie häufig und von welchen Rechneradressen aus einzelne Dokumente der eigenen Homepage von Besuchern heruntergeladen werden. welche Elemente der Liste auf einer guten persönlichen Homepage nicht fehlen dürfen. Inhaltsverzeichnis. weil sie über ihre externen Links als Sprungbrett für Webrecherchen genutzt wurde. Die fünf wichtigsten Elemente sind in Tabelle 2 dargestellt. dass die Erwartungen der befragten Studierenden an gute persönliche Homepages mit der Häufigkeitsverteilung auf den vorfindbaren Homepages sehr gut übereinstimmten.2 Welche Erwartungen werden an das Genre „Persönliche Homepage“ gestellt? Dillon und Gushrowski (2000) analysierten mehr als 100 persönliche Homepages hinsichtlich einzelner Elemente (z.5).M&K 49. Jahrgang 3/2001 Person gehörte. Bei 9 Homepage-Besitzern war die eigene Homepage sogar die am häufigsten abgerufene Seite überhaupt. Sound-Files). Nur bei 2 der 18 Homepage-Besitzer rangierte der Abruf der eigenen Seite nicht auf der Top 15-Liste. Dieser Befund bestätigt die bereits bei den Motiven zum Homepage-Bau getroffene Aussage. Diese objektive Rangreihe konnte durch die subjektiven Urteile der Rezipienten repliziert werden.) und ihrer Auftretenshäufigkeiten. 2: Genre-typische Merkmale bei persönlichen Homepages (Dillon & Gushrowski. Seitentitel. 2000: 203) realisierte HP-Elemente % von n=100 Homepages E-Mail-Adresse Externe Links Willkommensgruß 1-4 Grafiken Biografische Angaben 82 68 67 60 56 erwartete HP-Elemente % von n=57 Befragten 86 72 51 52 49 342 . Von diesen Genre-definierenden Merkmalen sind Homepage-Elemente zu unterscheiden. Die Popularität der eigenen Seite mag zu weiterem Homepage-Engagement anspornen. B. 3.3. E-Mail-Adresse. dass Homepages neben der Selbstdarstellungs-Funktion auch noch ganz andere (z. mögen sie einen Ausbau des englischsprachigen Content in Erwägung ziehen.1. Anschließend legten sie die Liste der Elemente (ohne die Häufigkeitsangaben) einer Stichprobe von n=57 Studierenden vor. Fotografien. wie gut ihnen die Homepages gefielen. Tab. die einschätzen sollten. B. dass die eigenen Seitenabrufe nicht herausgefiltert werden und damit den Eindruck von der Popularität der eigenen Homepage deutlich verzerren. Grundinformationen über das Publikum können zudem selbstdarstellerisch ausgewertet werden (vgl. Kap. Udate-Datum. 3. die nur selten auf existierenden Homepages zu finden sind und deren Vorhandensein von den Homepage-Rezipienten (bislang) auch nicht erwartet wird (z. Es stellte sich heraus. lässt sich mit WebstatistikProgrammen registrieren. Wann. In einem Experiment konnten Dillon und Gushrowski (2000) die Validität der Genre-typischen Merkmale überprüfen: Sie legten Versuchspersonen acht Homepages als Stimulusmaterial vor. untypischen) Elemente in eine Rangreihe bringen. Gästebuch usw. Kap.

. die sie nur flüchtig kannten. imaginieren sie aufmerksame und wohlgesonnene Adressaten. (1999) ließen n = 30 Versuchspersonen jeweils Teilmengen von 86 authentischen Homepages auf vier Dimensionen einschätzen: 1. dass überwiegend mit interessierten Homepage-Besuchern zu rechnen ist. 3. (1999) interpretieren diesen Befund als Falsifikation sowohl des Kanalreduktions-Modells als auch des Modells der hyperpersonalen Interaktion. sondern zunächst provisorisch. Vollständigkeit des Eindrucks. etwa indem Homepage-Besitzer in ihrem Willkommensgruß das Publikum gleich um Gestaltungsvorschläge bitten oder Homepage-Besucher per EMail oder per Gästebuch Mängel monieren und Wünsche (z. wenn im Experiment Homepages vorgelegt werden.und projektbezogenen Informationen zur Norm (vgl. sympathisch (ca. Sherman et al. so dass Informationslücken durch weitere soziale Kommunikation schrittweise geschlossen werden könnten. 2000. 343 . die sie persönlich gut kannten. den sie bei anderen hinterlassen. 1999. Der Mangel an unmittelbarem (und möglicherweise negativem) Feedback mag im Homepage-Szenario dazu führen. Gesamteindruck von der Person des Homepage-Besitzers. Zudem könnte die homepagetypische einseitige Selbstoffenbarung eine Rolle spielen (vgl. nach einem Portraitfoto) anmelden. auf denselben vier Skalen ein (einfaktorielles Messwiederholungsdesign). Hevern.3. dass sich die Personeneindrücke auf der Basis des Homepage-Besuches im Durchschnitt nicht signifikant von den auf der Basis flüchtiger Faceto-Face-Kontakte gebildeten Eindrücken unterschieden.3): Der computervermittelte Personeneindruck ist weder per se negativ. B. 30%) zu wirken (Dominick.4 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von den Erwartungen der Homepage-Besitzer? Unabhängig davon. Dies hat zur Folge. wie sympathisch und wie ähnlich sie von Homepage-Besuchern tatsächlich wahrgenommen werden (Sherman et al. jedoch hinter den positiven Eindrücken über vertraute Personen zurückblieben. Tatsächlich kann das Ergebnis am besten mit dem Modell der sozialen Informationsverarbeitung interpretiert werden (siehe Kap. Diese Form der Selbstselektion des Publikums entfällt. 1998. schließlich ist das WWW ein Pull-Medium. Homepage-Anbieter und Homepage-Besucher treten teilweise auch in Diskurse über die Seitengestaltung ein. 2. 1997): Wenn Homepage-Besitzer Privates über sich offenbaren. wird die Publikation von arbeits. In der Homepage-Bedingung ist diese Diskrepanz offensichtlich besonders groß: Die meisten Homepage-Besitzer scheinen es selbstdarstellerisch darauf anzulegen. Wynn & Katz.Döring · Persönliche Homepages Wo persönliche Homepages im Berufsleben eine Rolle spielen. Zu Vergleichszwecken schätzten dieselben Versuchspersonen dann noch eine Person. die man sonst nicht betrachtet hätte. 3.3 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von Face-to-Face-Eindrücken? Sherman et al. 2000). noch per se positiv. die sich eben auch in Gästebüchern und per E-Mail anerkennend und unterstützend äußern und somit intendierte Identitätskonstruktionen bekräftigen (vgl. wahrgenommene Ähnlichkeit und 4. 1999). 60%) oder kompetent (ca. 2001). Kennedy. Sherman et al. Groth.. 2. und eine Person. Und dies ist auch nicht vollkommen illusorisch. ob Personen sich Face-to-Face oder auf einer Homepage präsentieren – in beiden Konstellationen überschätzen sie den Eindruck. Sympathie.3. 3. Es stellte sich heraus. 1999: 653) und überschätzen dabei. dass ein selbstwertschützender Positivitäts-Bias stärker zu Buche schlägt.

Mit der sozialen Riskanz dieser kulturell unvertrauten Form von Selbstexpression setzen sie sich auseinander. welchen Eindruck sie bei unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt.de anbietet. Während Netzbefürworter die persönliche Homepage gern mit heilsamer Identitätsarbeit in Verbindung bringen (z.selbstironie. 1997: 72). ist aber für Dritte oftmals gelinde gesagt eine Zumutung ohne jeglichen Informationswert“ (Schierl. Es scheint lohnenswert. Auch eine stärkere Integration einschlägiger kommunikationswissenschaftlicher Konzepte (wie z. B. endlich auch jene Inhalte von persönlichen Homepages genauer unter die Lupe zu nehmen. monieren kritische Stimmen einen Zuwachs an belanglosem und geschmacklosem Datenmüll: „Was so teilweise ins Netz gespeist wird. dient wohl mehr dem eigenen Ego. die nicht der direkten Selbstdarstellung dienen und die Bestandteil gruppenöffentlicher Diskurse sind. Privatheit und Öffentlichkeit) in die Homepage-Forschung ist wünschenswert. Doch vielleicht sind Homepage-Betreiber in Wirklichkeit schlechtere Psychotherapeuten und bessere Publizisten. B. Andererseits gibt es jedoch die engagierten Homepage-Autorinnen und -Autoren. Turkle. Eine systematische Untersuchung der vielfältigen Bezüge zwischen persönlichen Homepages und öffentlichen Kommunikationsprozessen. steht aus.3 thesenartig entwickelt wurden. eine andere. Nicht zu vergessen ist. Ausblick Wer eine persönliche Homepage anbietet. Sie lassen in Befragungen sowie in MetaKommentaren auf ihren Homepages einerseits Enthusiasmus. obwohl auf persönlichen Homepages häufig urheberrechtlich geschütztes Material verwendet und Privates über Dritte mitgeteilt wird. Auch publizistische Mängel – sowohl hinsichtlich Content als auch dessen Gestaltung – sind für engagierte Homepage-Anbieter/innen durchaus ein Thema: Versprechen zur Qualitätssteigerung werden abgegeben. dass ein breites Spektrum an mehr oder minder profanen. Während Rubio (1996) diesen Stil aus marxistischer Sicht als postmoderne Eitelkeit ablehnt. Schätzungsweise 10 Prozent der Onlinerinnen und Onliner beteiligen sich bislang an diesem Unterfangen. Entschuldigungen vorgebracht und Publikumsrückmeldungen erbeten (Berker. wobei Selbstironie ein verbreitetes Stilmittel ist. internen und externen Motiven zum Auf. ist jedenfalls noch offen. Selektion. als man bislang meinte. 1999. etwa in Form der legendären Party-Schnappschüsse. 2001c). Wie verbreitet und nachhaltig identitätssichernde und selbsttherapeutische Effekte des Homepage-Baus sind. der seine persönliche Homepage gleich unter der Domain www. andererseits aber auch eine kritische Reflexion über Sinn und Legitimität ihrer netzweiten Veröffentlichungen erkennen. im kommerzialisierten WWW die Methoden des Selbst-Marketing zu parodieren. 1995: 259). Döring. Gut übertragbar sind die Vorarbeiten der experimentellen Selbstdarstellungsforschung auf den Einsatz von persönlichen Homepages im Rahmen von Public Relations-Maßnahmen: Dass die persönliche Homepage von Wolfgang Thierse bei ihm selbst als Auftraggeber gut ankommt. Jahrgang 3/2001 4. Schließlich sind juristische und ethische Belange ein unterbeleuchtetes Feld. wobei die Beteiligung häufig ohne großes Commitment erfolgt.M&K 49. denen bewusst ist. Glaubwürdigkeit.und Abbau von persönlichen Homepages führt. 344 . entdeckt Killoran (2000) subversives Potenzial darin. vollzieht im WWW als Individuum den Rollenwechsel vom Rezipienten zum Produzenten eines öffentlichen Medienangebots. 1. ist eine Sache. dass sie sich mit dem Betreiben einer persönlichen Website psychologisch und publizistisch auf Neuland begeben. wie es etwa Alex tut. wie sie in Kap. wie die Fülle der nominellen und projektierten sowie der seit Monaten und Jahren unveränderten Homepages zeigt.

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Der Beitrag stellt das Phänomen „Avatare“ vor und diskutiert die Frage.). Avatare arbeiten zum Beispiel als automatische Assistenten auf Internetseiten. wie sie von Mediennutzer/innen wahrgenommen werden. insbesondere von Computerspielen und dem World Wide Web. 1996). entstanden. hin zum „virtual actor“ (Lombard & Ditton. Mit aufwendiger Technik wird das Aussehen der künstlichen Charaktere mittlerweile so „realistisch“ und attraktiv wie möglich gestaltet (vgl. die sich als „Assistenten“. Entsprechend definiert Döring (1999. Dabei wird auf das Konzept der parasozialen Beziehungen von Horton & Wohl zurückgegriffen. Virtual-Reality-Umgebungen aufsucht oder Computerspiele spielt. „Stellvertretern“ im Netz. Neben diesen instrumentellen Einsatzformen existieren aber auch Versuche. so genannte Avatare. o. virtuelle Repräsentanten der materiegebundenen Wesen. 1. welche die Art und das Ausmaß der parasozialen Bindungen zwischen Mediennutzer/innen und verschiedenen Avataren beleuchten. 1997. Ihre Evolution vollzog sich weg von der „elektronischen Marionette“ (Fritz. S. Ursprünglich stammt der Begriff „Avatar“ aus dem Sanskrit und bezeichnet eine Gottheit.und kommunikationswissenschaftliche Forschung diskutiert. S. S. Bente & Otto. etwa indem sie den Besuchern einer Webseite bei der Navigation assistieren oder den Kunden einer Internet-Bank als „Berater“ zur Seite stehen. Oftmals dienen „intelligente“ Avatare als Helfer. 1995). der dank „künstlicher Intelligenz“ selbstständig mit Mediennutzern „interagieren“ kann. die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann. die in verschiedenen Medien erscheinen. 1996). 1998) und Virtual-Reality-Umgebungen (Ueberhorst. „Freunde“ oder „Stellvertreter“ anbieten. 1998). die in verschiedenen Medienangeboten und Themenumfeldern präsent sind und die innerhalb bestimmter 350 . Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der prognostizierten Evolution virtueller Akteure werden abschließend Desiderata für die künftige medien. Jahrgang 3/2001 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Mit der Verbreitung interaktiver Medienangebote sind auch virtuelle Charaktere. die vollkommen von der Steuerung durch wirkliche Menschen abhängig ist.M&K 49. Krotz. Andere werden zu virtuellen „Stars“ aufgebaut. Avatare als „Stars“ oder „Marken“ aufzubauen. Abbildung 1). Im Zuge der technischen Weiterentwicklung interaktiver Medien. in dem Begegnungen in virtuellen Räumen mit Hilfe von Avataren. 12). entstanden in den vergangenen Jahren jedoch auch neue Formen von Avataren (vgl. 98) Avatare als „Stellvertreter. trifft immer häufiger auf künstliche Personen. Die Rede ist von „Avataren“. So stand der Begriff „Avatar“ zunächst ausschließlich für grafische Repräsentationen von Nutzern in Chat-Rooms (Trzka. 2000. Anschließend werden zwei voneinander unabhängig durchgeführte Befragungsstudien vorgestellt. Online-Spielen (Schmidt. Im Kontext der Neuen Medien wurde er durch den Science-Fiction-Roman „Snowcrash“ von Neal Stephenson (1995) populär. Avatare – die Bewohner der digitalen Welt Wer heute im Internet surft. Multi-User-Dungeons (MUDs. Damit einher geht die Entwicklung und Veränderung der äußeren Erscheinung von Avataren. die sie ins Leben gerufen haben“. 2000). stattfinden. vgl.

Höflich. Über diese Entwicklungen darf allerdings nicht übersehen werden. 1998. die „Arbeit“ als Fotomodell und Auftritte als Moderator(in) in unterschiedlichen Medienangeboten (Jöckel.e-cyas.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Abbildung 1: Populäre Avatare.com) Zielgruppen große Popularität erreichen sollen. Kyoko Date (von www. Von vollkommen selbstständigen virtuellen Figuren kann also noch keine Rede sein. wenngleich rudimentäre Formen der Interaktion bereits ohne menschliche Steuerung des Avatars möglich sind. 1998). wie die Nutzer interaktiver Medienangebote mit Avataren umgehen. dass sich die bislang existierenden Avatare sehr deutlich von menschlichen Prominenten unterscheiden. Fernsehshows oder Publikumszeitschriften. Bekannte und beliebte Avatare lassen sich von ihren Eigentümern für unterschiedlichste Zwecke einsetzen. Beispiele sind die Computerspiel-Figur „Lara Croft“ und der Internet-Avatar „E-Cyas“ (Endo-Cybernetic Artificial Star. mit Mediennutzern sozial zu interagieren. 1997.co. die man bewundern und bejubeln kann? Oder gelten sie als virtuelle Abziehbilder. Blittkowsky. ist in den meisten Fällen noch nicht sehr weit entwickelt und muss oftmals dadurch kompensiert werden. Sie treten beide nicht nur in ihrer jeweiligen digitalen „Heimat“ auf. sondern erscheinen auch in Medienumfeldern. so zum Beispiel in Musikvideos.com). Die Fähigkeit. Als theoretischer Rahmen bietet sich das ursprünglich kommunikationswissenschaftliche Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen an.jp) und Lara Croft (von www. Von links nach rechts: E-Cyas (von www. Vor dem Hintergrund der Existenz und Evolution virtueller Akteure stellt sich die Frage. vgl. das die Relation zwischen Mediennutzern und Medienfiguren beschreibt und erklärt (vgl. Zum Aufgabenspektrum von Star-Avataren gehören unter Anderem Werbespots.). Fiktive Lebensläufe und Persönlichkeitsprofile sollen den virtuellen Stars „Charakter“ und „Tiefe“ verleihen. unten: 2. die erste Hinweise 351 . die üblicherweise Prominenten aus Fleisch und Blut vorbehalten sind.tombraider.horipro. 1999). dass die angeblichen Kommunikate des Avatars in Wahrheit von Redakteuren verfasst werden. Schmidt. die zu „dumm“ und „unecht“ wirken. Werden Avatare als echte Stars betrachtet. Nach einer kurzen Einführung in dieses Konzept werden zwei unabhängig voneinander entstandene empirische Studien über parasoziale Beziehungen zu Avataren vorgestellt. als dass man sie ernst nehmen könnte? Diese Fragen werden im Folgenden erörtert.

191) akzeptieren. Horton & Strauss. 1997. Als Persona betrachteten Horton und Wohl hauptsächlich Menschen. inwiefern Mediennutzer Avatare schon heute als eigenständige soziale Persönlichkeiten auffassen und sie als Interaktionspartner ernst nehmen (vgl. erleben sie die Rezeption wie eine soziale Interaktion mit den Medienfiguren: Sie ist geprägt durch „Prozesse der Personenwahrnehmung und -beurteilung.1 Das interaktionistische Rezeptionsverständnis von Horton und Wohl und seine Weiterentwicklungen Das auf Horton und Wohl (1956.). auch Meyrowitz. die in nicht-fiktionalen Fernsehsendungen agieren. den Eindruck eines positiven.. und weil es – zumindest bei den nicht-interaktiven Medien – keinen Rückkanal von den Zuschauern zu den Medienfiguren gibt. unten: 3. soziale Vergleiche und Validierungen. Obwohl die „Interaktionspartner“ durch die mediale Vermittlung voneinander getrennt sind. S. 1956/1986. S. Ausgangspunkt der sozialen Interaktion zwischen Persona und Rezipienten ist die „illusion of a face-to-face relationship“ (Horton & Wohl. 1996). verhalten sie sich – so die Annahme – wie in einer sozialen Kommunikationssituation: Die Medienfiguren sprechen die Rezipienten an. weil die „Anwesenheit“ der Personae nur medial vermittelt ist. die Personae also die Gegenwart und Aufmerksamkeit von Interaktionsteilnehmern nur antizipieren können.M&K 49. laden die Zuschauer zur Teilnahme an der Interaktion ein und versuchen. 1956/1986. genannt „Persona“. … tends to believe that this fellowship includes him by extension“ (Horton & Wohl. Attributionen. die Illusion von Nähe zum Publikum zu erzeugen (vgl. Verhaltensantizipationen und personenbezogene innere Verbalisierungen“ (Gleich. Lassen sie sich auf das Angebot ein. verwenden mimische und gestische Signale der interpersonalen Kommunikation. Neben solchen direkt auf das (vermutete) Publikum bezogenen Interaktionsangeboten trägt auch die Kommunikation der Akteure innerhalb des Medienangebots zur Überwindung der Wahrnehmung medialer Vermittlung und damit zur Herstellung einer scheinbar sozialen Relation zwischen Persona und Rezipienten bei: „The most usual way of achieving this ambiguity is for the persona to treat his supporting cast as a group of close intimates. In dieser Hinsicht ist der Umgang der Rezipienten mit Medienfiguren eine Spielart der normalen zwischenmenschlichen Interaktion (Horton & Wohl. S. unten: 4. therefore. The member of the audience. 185). S. 1956. 1957) zurückgehende Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen beschreibt das Phänomen. Para-sozial ist diese Form der Interaktion. geradezu freundschaftlichen Verhältnisses zwischen sich selbst und dem Publikum zu vermitteln. Darüber hinaus wird versucht. Ihnen wird von den Personae des Medienangebots eine Rolle innerhalb des Geschehens nahe gelegt. 189). können die Zuschauer oder Hörer jedoch selbst entscheiden. Die Rezipienten sind also ein eingeplanter Teil der medialen Inszenierung. Fernsehen und Film) vermittelten Figur. wie Quiz-Master. 41). Ob sie diese „appropriate answering role“ (Horton & Wohl. über Darstellungseffekte. sozial interagieren. Jahrgang 3/2001 zu der Frage liefern.). Zum Abschluss werden Perspektiven aufgezeigt. 352 . 1978). Ansager und Interviewer. 2.. als ob sie sie sehen könnten. . Parasoziale Interaktionen und Beziehungen 2. wie die Erforschung virtueller Akteure und ihrer Bedeutung für die Rezipienten theoretisch und methodisch weitergeführt werden könnte (vgl. 1956/1986. Gleich. wie zum Beispiel durch Nahaufnahmen der Personae. dass Rezipienten mit einer medial (durch Radio.

1998. während der Rezeption stattfindende . auch Vorderer & Knobloch. liegt es nahe. 1996). 1987. Hippel (1992) und Gleich (1996. misst aber zumindest auch in Teilen parasoziale Beziehungen (Gleich. 1993) Rezipienten sogar als Ersatz für echte Sozialkontakte dienen. Hervorhebung im Original) zu trennen. In echten Kommunikationssituationen sind solche Verhaltensweisen sanktioniert. zum Beispiel durch eine kritische Abschätzung der Leistung einer Persona oder durch eine hämisch-herablassende Sichtweise „dilletantischer“ Auftritte von „Möchtegern-Stars“ (vgl. Perse & Powell (1985) heißt „Parasocial Interaction Scale“. Perse & Powell. 1996. Dadurch eröffnen sich neue Wege.Begegnung‘ hinausgehende Bindung des Zuschauers an eine Persona als parasoziale Beziehung“ (Vorderer. das Konzept auch auf virtuelle Akteure in den „neuen“ Medien anzuwenden. 186) einer parasozialen Interaktion wie eine wirkliche soziale Situation erleben. 1993. 1996b) oder Talkshows (Trepte. B. Denn zum einen gehen mit der medialen Vermittlung der sozialen Situation bestimmte Beschränkungen und Eigenheiten der Interaktion einher.Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Wenn die parasozialen Bindungen an Figuren aus „klassischen“ Medienangeboten eine so zentrale Rolle für die Zuwendung der Rezipienten zu diesen Angeboten spielen. wenn nicht gar notwendig ist. Denn die Schöpfer von Avataren versuchen. 1989).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Insofern erscheint es notwendig. 1996). 1997). 1996) oder einsame (Fabian. 1985). Rubin & McHugh. 11. TV-Serien (Vorderer.Begegnung‘ zwischen Rezipient und Medienakteur als parasoziale Interaktion bezeichnet und die über die einzelne . So ist es den Zuschauern zum Beispiel möglich. Aus einer Reihe parasozialer Interaktionen zwischen einem Rezipienten und einer Persona entwickelt sich in der Wahrnehmung des Rezipienten eine andauernde Beziehung zur Persona. Entsprechend wird „die unmittelbare. S. dass die Personae ihre Reaktionen nicht registrieren. dass es durchaus sinnvoll. „zwischen unmittelbarer. Aber auch wenn die Rezipienten die angebotene Rolle innerhalb der parasozialen Interaktion akzeptieren und selbst wenn ihnen die Medialität der Situation bewusst bleibt (Hippel. S. zum anderen spielt das Wissen um die Medialität der Situation für das Erleben der Zuschauer eine entscheidende Rolle (Wulff. Denn die über die einzelnen Rezeptionssituationen hinweg existierenden parasozialen Beziehungen gelten als ein zentrales Motiv für die regelmäßige Zuwendung zu bestimmten Medienangeboten wie Nachrichtensendungen (Rubin. die soziale Situation zu „lesen“. einseitiger Kommunikation mit Medienfiguren“ (Keppler. Zapfe & Sudhoff. Hervorhebung im Original). Sowohl bei Horton und Wohl (1956) als auch im überwiegenden Teil der an ihnen orientierten kommunikationswissenschaftlichen Forschung wurden die Konstrukte „parasoziale Interaktion“ und „parasoziale Beziehungen“ nicht ausreichend präzise voneinander getrennt. Auch das am häufigsten verwendete Instrument zur Messung parasozialer Bindungen von Rubin. 698. 1996). im Druck): Sie können das Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern bereichern und darüber hinaus für schüchterne (Vorderer & Knobloch. können die Zuschauer das „conversational give and take“ (Horton & Wohl. 1997) argumentieren jedoch wie Vorderer (1998).2. sie als getreue Abbilder echter Menschen 353 . zweiseitiger Face-to-FaceKommunikation und mittelbarer. Weil die Zuschauer aber wissen. die beiden Begriffe inhaltlich voneinander zu unterscheiden. S. Perse & Rubin. können sie bei parasozialen Interaktionen im Vergleich zu ortho-sozialen Interaktionen zusätzliche Freiheitsgrade ausnutzen und genießen. 1956/1986. In vielen Studien wurden die beiden Begriffe synonym verwendet (z. 2. die ihnen zugedachte Rolle zurückzuweisen. Wulff.

1996. Ein zweites Problem. das Avatare überwinden müssen. 2000). hat er die Chance. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die ersten Erprobungen von künstlichen „Agenten“ in Virtual-Reality-Umgebungen (z. sollen sie als „Anbieter“ parasozialer Beziehungen fungieren. ist ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. B. Die Zielsetzung. die als „Ausdifferenzierung zwischen sozialer und parasozialer Interaktion“ (ebd. dass die noch immer deutlich als Computergraphiken erkennbaren Avatare im Auge des Betrachters als „Personen“ und nicht als „Dinge“ erscheinen? Reeves und Nass (1996) konnten zeigen. Entsprechend hat es bereits einige Versuche gegeben. „natürliche“ Gesten. Die Erfolge dieser Bemühungen dokumentieren Evaluationsstudien wie die von Cassel und Vilhjálmsson (1999). mit ihm ähnlich wie mit einem Menschen zu interagieren (vgl. auch Bente. Schon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird an der kommunikativen Kompetenz von Computerprogrammen gearbeitet (Turing. ist deutlich erkennbar. 1950). Vilhjálmsson & Cassel. damit parasoziale Bindungen zu den Mediennutzern entstehen. und dass der Zugang Horton und Wohls geeignet sei. Robinson 1997). auch Moon & Nass. 1996. 1999). Krämer & Buschmann.und Chat-Kommunikation (z. So könnte die Virtualität der Avatare ein erstes Hindernis für die Entstehung parasozialer Bindungen sein. sich der Interaktion mit den neuen Medien und ihren Personae zu nähern. die direkte Ansprache der Nutzer oder durch E-Mail.) verstanden werden können. ist es offensichtlich. 1997). Bente und Otto (1996) skizzieren die Möglichkeiten. beispielsweise durch fotorealistische Gesichtszüge. Entsprechend lässt sich die eingangs formulierte Fragestellung präzisieren: Wie stellen sich parasoziale Beziehungen zu den heute existierenden Avataren dar? Welche Personen entwickeln besonders starke parasoziale Bindungen an Avatare? Gibt es Unterschiede zwischen Avataren und Fernsehfiguren bezüglich der Bindungsintensität und -qualität? Obwohl bereits Horton und Wohl (1956/1986. 1996. Denn damit solche Bindungen zustande kommen. Petersen. dass schon schwache Anzeichen sozialen Verhaltens seitens eines Computers genügen. müssen die virtuellen Akteure zunächst einmal von den Rezipienten als „soziale Wesen“ eingestuft werden. S. 1994. dass Avatare. S. Insofern scheinen die technischen Voraussetzungen für eine parasoziale Beziehung zwischen Mediennutzern und virtuellen Akteuren auf Seiten der Avatare gegeben zu sein (vgl. in der Versuchspersonen einen Avatar mit weiter entwickelten Kommunikationsfähigkeiten „natürlicher“ fanden als einen virtuellen Akteur. sondern auch für „puppets … anthropomorphically transformed into . dass sich durch Virtual-Reality-Technologien neue „Kommunikationsformen“ entwickeln. Lombard & Ditton. Snoddy. 89) weist darauf hin. Bates. um seine Nutzer zu veranlassen. Jahrgang 3/2001 zu gestalten. Krotz (1996. Star-Avataren eine möglichst große Attraktivität für parasoziales Beziehungshandeln der Rezipienten zu verleihen. 186) parasoziale Bindungen nicht nur für menschliche Personae. wesentlich stärkere Barrieren in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Rezipienten überwinden müssen als Personen aus dem Fernsehen. B. 1998). das Verhalten von Mediennutzern gegenüber virtuellen Akteuren als parasoziales Beziehungshandeln zu konzeptualisieren und empirisch abzubilden. Nur wenn eine vergleichsweise „natürliche“ Form der Konversation mit einem virtuellen Charakter möglich ist. als Gegenstand von Beziehungshandlungen ausgewählt zu werden. Was aber spricht dafür.M&K 49. nonverbales Kommunikationsverhalten mit virtuellen Figuren zu simulieren und parasoziale Interaktionen zwischen VR-Nutzern und diesen 354 .personalities‘“ angenommen haben. der mit weniger Konversationskompetenz ausgestattet war. Reilly. wobei mittlerweile auch paraverbale Kommunikationsformen simuliert werden (Bente & Otto.

Diese Frage ist nach den Erkenntnissen der bisherigen Forschung relevant für das Ausmaß und die Qualität von parasozialen Beziehungen (Gleich. Und Rettberg (1999) befasst sich mit dem „Star-Kult“ um Lara Croft und führt die Popularität der Videospiel-Heldin auf die parasozialen Bindungen der Spieler zurück. Außerdem bestand die Möglichkeit. Zwei empirische Studien zu parasozialen Beziehungen mit virtuellen Akteuren Trotz der oben erwähnten theoretischen und empirischen Ansätze. Denn es ist nach wie vor unklar. steht die Forschung zur sozialen Bedeutung von Avataren noch am Anfang. welche die parasozialen Bindungen an Avatare wie E-Cyas und Lara Croft beleuchten. S. 1996. ob sich dieses Muster auch in den Beziehungen zu Avataren wiederfinden lässt. das Konzept der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Akteure anzuwenden. 1996). ob „VR-Bewohner ebenso zu unserem Bekanntenkreis zählen [werden] wie wirkliche Personen“ (Bente & Otto. ob sich eine empirische Anwendung des Konzepts der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Prominente als fruchtbar erweist und wie sich die parasozialen Beziehungen zu Star-Avataren darstellen. Diese bedeutende Rolle im Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern wird zumindest Fernsehcharakteren zugeschrieben (Gleich. Interaktionseffekte zwischen dem Geschlecht der Rezipienten und dem Geschlecht der Persona haben sich bereits in früheren Studien als relevant für das Ausmaß der parasozialen Bindungen erwiesen (Vorderer & Knobloch. Daher sollte geprüft werden. 1997) und wird zweifelsohne auch von den Unternehmen. Es stellt sich daher die Frage. 1996. Mit einer empirischen Untersuchung weisen sie nach. angestrebt (Jöckel. Die Kenntnis von Star-Avataren wurde mittels einer Liste von 15 virtuellen Akteuren abgefragt. [Name] ist attraktiv“ operationalisiert.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Figuren anzustoßen. um die Sorgfalt der Teilnehmer bei der Kenntnisabfrage zu kontrollieren. dass die Mediennutzer das Verhalten der virtuellen Akteure ähnlich wie das echter Interaktionspartner bewerten. oben: 1. wobei 355 . 1997). 219). 1997). Sie wurde mit dem fünffach gestuften Item „Ich finde. also virtuelle Akteure. Im Folgenden werden zwei Befragungsstudien vorgestellt. sondern als eigenständige Persönlichkeiten konzipiert sind. Studie 1 Fragestellung Im Mittelpunkt der Untersuchung standen so genannte Star-Avatare. Weiterhin wurde erhoben. die nicht als Assistenten oder Helfer.). und wie intensiv ihre parasoziale Bindung zu ihrem bevorzugten Avatar ausfällt. inwiefern sich weibliche und männliche Internetnutzer hinsichtlich der Beziehungsintensität zu „männlichen“ und „weiblichen“ Avataren unterscheiden. wie attraktiv der Avatar in den Augen der Teilnehmer ist. ein nicht existierender Avatar („Leila Loo“) wurde aufgeführt. Star-Avatare werden von ihren Schöpfern hauptsächlich für Maßnahmen im Bereich der Produktvermarktung und Kundenbindung eingesetzt (vgl. Methode In einer explorativ angelegten Online-Befragung wurde untersucht. 3. die hinter den StarAvataren stehen. bis zu drei weitere Avatare selbstständig zu ergänzen. wie viele Star-Avatare den Teilnehmern bekannt sind. Außerdem sollte untersucht werden.

die eine thematische Nähe zu Avataren besitzen. wie sie in der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren & Gerhard. Die Stichprobe war also selbst rekrutiert.de. Vergleicht man die Stichprobe hinsichtlich dieser Merkmale mit der Gesamtheit der deutschen Internet-Nutzer. zum Beispiel auf www. Jahrgang 3/2001 die Endpunkte mit „stimme nicht zu“ bzw. 63 Prozent waren ihm bzw. Das Durchschnittsalter betrug etwa 23 Jahre (M = 22.06.M&K 49.29). hingewiesen. „stimme voll und ganz zu“ bezeichnet waren. Der Mittelwert liegt deutlich unter dem Skalenmittelpunkt (M = 1. Die Endpunkte der Likert-Skala waren mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. damit die Items besser auf den Kontext der Star-Avatare anwendbar waren (vgl. E-Cyas scheint insbesondere bei weiblichen Internetnutzern beliebt zu sein: 76 Prozent der Teilnehmer. SD = 1. so entspricht die Altersverteilung in der Stichprobe ungefähr der Verteilung in der Online-Nutzerschaft. Einer der Hauptkritikpunkte ist genau diese fehlende Differenzierung zwischen Interaktion und Beziehung.60]). in „Software“-Programmen (14. Zur Messung der parasozialen Beziehungen wurde eine modifizierte Variante der Parasocial-Interaction-Scale (Rubin. ausführlich zur Skalenbildung: Hartmann. Am häufigsten wurden die StarAvatare Lara Croft (72 Prozent Bekanntheitsgrad). Am häufigsten begegneten die Befragten ihrem Lieblings-Avatar in „sonstigen“ Medienangeboten (durchschnittlich 16. die restlichen Nennungen bezogen sich entweder auf weniger bekannte Star-Avatare oder aber auf Helfer-Avatare (vgl. waren weiblich (bei Lara Croft: 47 Prozent). Sie ist ein häufig verwendetes. Skalenmittelpunkt = 3). 1997) Instrument zur Erfassung von parasozialen Interaktionen und Beziehungen. 19 Personen gaben an. allerdings um einige Items vekürzt und in Teilen umformuliert. oben: 1. Drei Viertel der Befragten hatten ihren Lieblings-Avatar im vergangenen halben Jahr in Zeitschriften angetroffen.cycosmos. Über einen als „Umfrage über Avatare“ betitelten Hyperlink konnten interessierte Personen zu dem Online-Fragebogen gelangen. Ergebnisse Insgesamt nahmen 422 Personen an der Befragung teil. E-Cyas (68 Prozent) und E-ve (21 Prozent) genannt. jedoch sind Frauen in der Stichprobe im Vergleich zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie deutlich überrepräsentiert. SD = 7. Fasst man die Skala zu einem Mittelwert-Index zusammen. 58 Prozent der befragten Personen waren weiblich. die im vorliegenden Kontext nicht relevant sind. Insgesamt sind den Befragten durchschnittlich zwei Avatare (M = 2. der „Heimat“ von E-Cyas. 2000) beschrieben wird. 1985) eingesetzt.77. Kenntnis und Beliebtheit von Avataren. Parasoziale Beziehungen zu Avataren. und an dritter Stelle folgt das Fernsehen (49 Prozent). 41 Prozent männlich. Perse & Powell.54 Mal [SD = 23. den nicht existierenden Kontroll-Avatar zu kennen. wenn auch wiederholt kritisiertes (Gleich. 2001). „trifft voll und ganz zu“ benannt.82. ergibt sich eine sehr schwache durchschnittliche Beziehungsintensität.80.). ihr im Internet begegnet.04 Mal [SD = 19.25 Mal [SD = 23. Auf die Befragung wurde in Internetangeboten. Die beiden am häufigsten ausgewählten Avatare 356 . Deshalb wurden auch ihre sonstigen Angaben zur Kenntnis von Avataren nicht berücksichtigt.94). SD = . die ECyas als Lieblings-Avatar nannten. Über alle genannten Lieblings-Avatare hinweg erreicht die Skala zur parasozialen Beziehung einen vergleichsweise hohen internen Reliabilitätswert (Cronbachs α = .35) bekannt. Dennoch wurde die Skala als Grundlage für die Messung parasozialer Bindung herangezogen. ist somit also gut einsetzbar.20]) und im Internet (13.80] in den vergangenen sechs Monaten). Als Lieblings-Avatare wurden hauptsächlich Lara Croft (43 Prozent der Stichprobe) und E-Cyas (36 Prozent) ausgewählt.

wenn [Name] mal nicht wie gewohnt auf einem Internetangebot auftauchen würde Wenn es möglich wäre. 1997) hat sich die Skala zur Messung parasozialer Bindungen als mehrdimensional erwiesen. über ihre/seine Persönlichkeit In manchen Situationen fühle ich mich an [Name] erinnert Wenn [Name] auf einem bestimmten Internetangebot auftauchen würde.45 dargestellt. würde ich [Name] gerne einmal persönlich kennen lernen 1.53 357 .70 . B. Dimensionen der parasozialen Beziehung zu Avataren. Fünf Items. z.81 1.41 1.42 0. das Bild von [Name] zu Hause auf meinem Bildschirm zu sehen Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über [Name] stünde.29 1. dann fühle ich mich wohl Auch wenn ich gerade nicht auf der Homepage von [Name] bin.90 .03 0. 1998.59 . Personen.10 1. versuche ich. die hohe Werte auf dieser Dimension erreichen.33 1. Die Faktorenanalyse parasozialer Beziehungen ergab zwei Hauptkomponenten.98 1.17 2.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Lara Croft (M = 1.81) und E-Cyas (M = 1. Visscher & Vorderer. die zusammen 63 Prozent der Varianz aufklären. ns) nur in geringem Maße. die keinem der beiden Faktoren trennscharf zugeordnet werden konnten.81 .50 1. in der die Medialität des Lieblings-Avatars von den Nutzern weitestgehend ausgeblendet wird. möglichst viel über [Name] zu erfahren. B. In verschiedenen Studien über parasoziale Beziehungen (z.29 1. ist das jeweilige (Internet-) Angebot für mich attraktiver Mir würde sofort auffallen.84 0.86.24 .37 1.73 .56. Vorderer. kommt es mir vor. um sie/ihn noch besser kennen zu lernen Wenn ich [Name] begegne.85) unterscheiden sich hinsichtlich der mittleren Beziehungsintensitäten sowohl vom Gesamtmittelwert als auch untereinander (t(295) = .77. Es werden nur Faktorladungen >. Deshalb wurde auch in der vorliegenden Studie eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit VARIMAX-Rotation) durchgeführt. Der erste Faktor umschreibt eine enge freundschaftliche Beziehung. SD = . dann würde ich mir dieses Internetangebot bestimmt anschauen Ich finde es angenehm.77 .74 Manchmal passiert es mir. 1996a. wurden ausgeschlossen. SD = . Item M SD Faktorladungen (n=320) Faktor Faktor 1 2 1.91 1. würde ich es auf jeden Fall lesen Wenn [Name] seine/ihre Meinung oder auch persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringt.83 . Standardabweichungen und Faktorenladungen der Items auf den zwei Dimensionen parasozialer Beziehung. Gleich. [Name] und ich sind uns ziemlich ähnlich Wenn ich [Name] sehe.19 . kann ich mir immer gut ein Bild über sie/ihn machen.21 1.82 2. um die inhaltliche Qualität der parasozialen Bindung an Avatare differenzierter erfassen zu können (vgl.39 .03 1.12 1. Tabelle 1). betrachten also den Avatar als „echten“ Tabelle 1: Mittlere Zustimmung (auf einer Skala von 1-5).27 1.82 . dass ich in Gedanken oder auch tatsächlich irgendetwas zu [Name] sage Ich glaube. als wenn ich mit Freunden zusammen wäre.70 2.69 .67 1.85 2.

besitzen demzufolge Avatare eher ästhetische als soziale Qualität.99. Demgegenüber entspricht der zweite Faktor einer medialen Beziehungsdimension. Tabelle 2). denn er umfasst Items.00) als die quasi-reale Dimension (M = 1.69. Bei Befragten. wobei die mediale Beziehungsdimension (M = 2.53. neigt auch zu intensiveren medialen Beziehungen mit ihm oder ihr (r = .333) = 9. Der Unterschied zwischen medialer (M = 2.86). SD = . vor Beziehungen von Frauen zu männlichen Star-Avataren. Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. ist also motiviert. die sich für den gleichen Lieblings-Avatar entschieden. Die Intensität der zwei extrahierten Beziehungsdimensionen lässt sich anhand der Mittelwerte der jeweils zugeordneten Items bestimmen. die mediale Beziehungen zu Avataren fördert.01). die Medienangebote. Die Mittelwerte der beiden Beziehungsdimensionen weichen kaum vom geringen Durchschnittswert der Gesamtskala ab. zu nutzen.46. Insofern macht sich die Abhängigkeit virtueller Akteure von ihrer medialen Vermittlung im empirischen Beziehungsmuster bemerkbar: Die parasozialen Bindungen zu Avataren sind eher durch das Bewusstsein der Medialität geprägt und besitzen kaum die Qualitäten einer „echten“ sozialen Beziehung. doch er bleibt an sein Medium gebunden. SD = . Der Faktor „mediale Beziehungsdimension“ erklärt 31 Prozent der Gesamtvarianz.01). Innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer die intensivsten Beziehungen zu weiblichen Star-Avataren. p < . 358 . p < .01). Das Item „Wenn es möglich wäre.M&K 49.89) etwas intensiver ausfällt als die quasi-reale (M = 1. SD = 1. Cronbachs α = . Eine Varianzanalyse bestätigt den Interaktionseffekt (F(1. SD = 1. wenn man nur die Personen betrachtet.83).02. Für Personen. Die Beziehung zum Avatar ist durch das Wissen um die Irrealität des Avatars geprägt: Er kann zwar interessant sein und zu wiederholter Interaktion einladen. die hohe Werte auf der zweiten Dimension erreichen. Etwas schwächere Beziehungen liegen ferner von Frauen zu weiblichen Star-Avataren vor. Die zentrale Größe. Vergleicht man die Intensität der Beziehungsdimensionen von Frauen und Männern zu weiblichen bzw. dessen Virtualität einer engen Verbundenheit nicht im Wege steht. p < .79. die Lara Croft als bevorzugten Avatar angegeben haben. Die Rolle des Geschlechts von Rezipienten und Persona. Cronbachs α = .56. kann überhaupt erst der Wunsch entstehen. so ergeben sich vier mögliche Verknüpfungen.00) und quasi-realer (M = 1. ist deren wahrgenommene Attraktivität. Der Faktor wird entsprechend als quasi-reale Beziehungsdimension bezeichnet. er erklärt 32 Prozent der Gesamtvarianz. und die schwächsten Beziehungen innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer zu männlichen Star-Avataren (vgl. männlichen Star-Avataren. Jahrgang 3/2001 Freund. Die höhere Ausprägung der medialen Dimension findet sich auch wieder.07.50.10. SD = . Denn im Vergleich dazu spielt die Attraktivitätseinschätzung für die quasi-reale Beziehungsdimension eine geringere Rolle (r = . SD = .333) = 1. Diese Medialität ist ein bewusst erlebter Bestandteil der Relation zum virtuellen Akteur. ihn persönlich kennen zu lernen. wobei dessen oder deren Aussehen allein noch keine „Freundschaft“ oder enge Bindung verursacht.78) Beziehungsdimension findet sich ebenso bei dem männlichen Star-Avatar E-Cyas. würde ich [den Lieblings-Avatar] gerne einmal persönlich kennen lernen“ lässt sich im Rahmen dieses Faktors nur schlecht interpretieren. in denen der Avatar erscheint. dass das Item eine Differenzierung zwischen „persönlicher Bekanntschaft“ und „medial vermittelter Bekanntschaft“ impliziert: Weil der Lieblings-Avatar nur aus den Medien bekannt ist. welche die Vermitteltheit und Künstlichkeit des Avatars in den Vordergrund stellen. Eine inhaltliche Verbindung zur medialen Beziehungsdimension könnte man darin sehen. ist die mediale Beziehungsdimension ausgeprägter (M = 2. Wer einen virtuellen Akteur als attraktiv beschreibt.49.28.

61. jedoch nicht.30 (. sondern indem sie ästhetische Präferenzen bedienen.26. Anzahl der Fälle) 1. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen etwas intensiver zu sein scheinen als gleichgeschlechtliche.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare ns) und für das Geschlecht des Avatars (F(1.75 (. ns). 359 .03.00) n = 93 Männlich Weiblich Innerhalb der quasi-realen Beziehungsdimension findet sich dagegen weder ein Interaktionseffekt zwischen dem Geschlecht der Befragten und des Star-Avatars (F(1. ns) oder das Geschlecht des Avatars (F(1. dass auch zu virtuellen Akteuren Ansätze parasozialer Beziehungen entstehen. feste „Freunde“ von Internetnutzern zu werden.10 (1. zum Beispiel das Modell eines schönen Menschen verkörpern. was ebenfalls ein aus dem Fernsehbereich bekanntes Muster (Vorderer & Knobloch.333) = . indem sie starke parasoziale Beziehungen knüpfen.04) n = 107 Mediale parasoziale Beziehung zu weiblichen Avataren (M und SD.333) = . Dennoch gibt es Anzeichen dafür. ns) können hingegen nicht ausgemacht werden. Diskussion Die parasozialen Beziehungen der Befragten zu ihrem selbst ausgesuchten LieblingsAvatar sind nur schwach ausgeprägt. Dafür spricht auch. Geschlecht der Befragten Mediale parasoziale Beziehung zu männlichen Avataren (M und SD. Insofern legt die gefundene Zwei-Faktoren-Lösung nahe.86) n = 35 2. noch ergeben sich Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. Anzahl der Fälle) 2.333) = . Avatare sind also offensichtlich in der Lage. Diese Erkenntnisse können jedoch noch nicht als gesichert gelten. Tabelle 2: Intensität der medialen parasozialen Beziehung (Mittelwerte auf einer Skala von eins bis fünf) in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten und des Lieblings-Avatars.89 (1. ns). Die Rezipienten wahren ihnen gegenüber eine gewisse Distanz. dass virtuelle Akteure bereits das Potenzial besitzen.333) = .95) n = 107 1. Medienpublika an sich zu binden – wenn auch nicht sehr fest –. weil die Mittelwerte der verschiedenen Avatare auf der Skala zu parasozialen Beziehungen sehr gering ausfallen. Zukünftige Untersuchungen müssen hier weitere Klärung erbringen. dass zu Avataren strukturell ähnliche Beziehungsmuster bestehen wie zu Fernsehfiguren. die Vorderer (1998) vornimmt. wobei sie die Erscheinung der virtuellen Figuren sehr wohl als attraktiv empfinden können. Die Dimensionierung der parasozialen Beziehung in quasi-reale Beziehungsdimension einerseits und mediale Beziehungsdimension andererseits entsprechen recht gut der Einteilung. 1996) darstellt. Es finden sich keine Hinweise darauf.26.

Perse und Powell (1985) in der modifizierten Form von Vorderer und Knobloch (1996) zum Einsatz.M&K 49. So wurde beispielsweise das Item „Ich freue mich darauf. Der Fragebogen wurde an 5000 Personen aus der Kundendatenbank eines großen ComputerspieleUnternehmens verschickt. gibt „Interviews‘.und Videospiele (vgl. Für den Durchlauf. 1999). „trifft voll und ganz zu“ bezeichnet. denn während des Computerspielens agiert sie unter der vollständigen Kontrolle durch die Spieler. Die Teilnehmer füllten die Skala zunächst in Bezug auf Lara Croft aus. bei ihren sonstigen Medienauftritten wird sie dagegen als selbstständige Persona inszeniert. nannten anschließend ihre bevorzugte Figur aus Film oder Fernsehen und beantworteten dann die Skala erneut. wie viele Tomb Raider-Titel die Teilnehmer besaßen und wie sie diese bewerteten. Insofern kann sie als Mischform aus Stellvertreter. denn zum einen gehören die Tomb Raider-Spiele zu den meist verkauften Titeln weltweit. Dazu kam die in der Forschung über parasoziale Beziehungen bewährte Skala von Rubin. Durch die Modifikationen sollte die 20-Item-Skala speziell die Qualität der parasozialen Beziehungen besser erfassen. In beiden Varianten waren die Endpunkte der Likert-Skala mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. auf den wortgleichen Internet-Fragebogen wurde im Anschreiben hingewiesen. auch Klimmt. Sie könnte ebenso als beliebter und bewunderter „Star“ fungieren wie zum Beispiel die Action-Helden aus Kino oder Fernsehen. [Name der Lieblingsfigur] in der nächsten Folge wieder zu sehen“ umformuliert in „Ich freue mich darauf. Die Fragen konnten auf Wunsch auch online beantwortet werden. auch Rettberg. 2001. Methode Im Rahmen einer größeren Studie über Computer. nämlich auf Lara Croft.bzw. dass Lara Croft den Mediennutzern und Computerspielern „Angebote“ für parasoziale Beziehungen unterbreitet. Jahrgang 3/2001 Studie 2 Fragestellung Studie 2 konzentrierte sich auf einen einzigen virtuellen Akteur. Er umfasste insgesamt elf Seiten. Es liegt daher nahe zu vermuten. Lara Croft in der nächsten Tomb Raider-Folge wieder zu sehen“ (siehe Anhang). wurden einige Items so umformuliert. der Lara Croft betraf. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden. In der Studie wurde deshalb ein Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft mit der Bindung an eine beliebte Figur aus Film oder Fernsehen angestellt. Zusätzlich wurde abgefragt. Sie dürfte neben dem Videospiel-Helden Mario die bekannteste virtuelle Figur sein. Klimmt & Vorderer. 2001) wurden die parasozialen Beziehungen zu Lara Croft und zu einer von den Teilnehmern genannten Lieblingsfigur aus Film oder Fernsehen erhoben. dieses Mal in Bezug auf die genannte Film. und zum anderen ist Lara Croft auch in zahlreichen anderen Medienangeboten in Erscheinung getreten: Sie „spielt“ in einem Musikvideo („Männer sind Schweine“) mit. die Protagonistin der mittlerweile fünfteiligen Computerspiele-Reihe Tomb Raider.und Star-Avatar begriffen werden. Fernsehfigur. dass sie besser zum Kontext der Computerspiele passten. füllt dank ihrer „körperlichen“ Erscheinung ganze Bilderstrecken in Zeitschriften und ziert zahlreiche Fanposter (vgl. 360 . Unter den Teilnehmern wurden zahlreiche Preise verlost. inwiefern die parasozialen Beziehungen zu einer – besonders bekannten – virtuellen Figur hinsichtlich ihrer Intensität und Qualität den parasozialen Bindungen zu einer besonders populären Fernsehfigur ähnlich sind.

Die Befragten besaßen im Durchschnitt zwei (M = 2. besteht dieser Abstand zwischen TV-Figur und Lara Croft ebenfalls.14. Im dritten Schritt wurde eine Subgruppe von TV-Personae Lara Croft gegenübergestellt. Im letzten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und bestimmten in der bisherigen Forschung als zentral erachteten Merkmalen wie Dauer der „Bekanntschaft“ zur Persona betrachtet. dass männliche Befragte starke Bindungen zu weiblichen TV-Figuren wie Pamela Anderson berichten. Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen nannten 325 Teilnehmer. das Durchschnittsalter lag bei etwa 21 Jahren (M = 20.36) der zum Erhebungszeitpunkt erhältlichen vier Tomb Raider-Titel. p < . Mit Abstand am häufigsten genannt wurden Bart und Homer Simpson aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“. die eine männliche TV-Figur bevorzugten.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Ergebnisse Insgesamt schickten 349 Personen den Fragebogen ausgefüllt zurück (Rücklaufquote: sieben Prozent). SD = 8. Die Beziehung zu Lara Croft fällt im Vergleich zu den weiblichen TV-Figuren deutlich schwächer aus.06. Vergleich von weiblichen und männlichen TV-Personen mit Lara Croft. indem das Geschlecht der TV-Person berücksichtigt wird (vgl.94) als auch im Durchlauf für die Lieblingsperson aus Film und Fernsehen (über alle genannten Figuren hinweg: Cronbachs α = . Sie sind hinsichtlich ihrer Darstellungsform ähnlich „abstrakt“ wie die Computerfigur Croft und wurden deswegen einem gesonderten Vergleich unterzogen. Die Skalen zur parasozialen Interaktion erzielten zufriedenstellende Reliabilitätswerte.01). konnte eine Geschlechterdifferenzierung auf Seiten der Teilnehmer nicht realisiert werden. Unter den 131 genannten Personae befanden sich höchst unterschiedliche Charaktere. Tabelle 3). SD = . Die parasozialen Beziehungen zu weiblichen TV-Figuren erzielten den höchsten Wert im Indexvergleich. Bei den Personen. zum Beispiel das Pokémon Pikachu und Marcel Reich-Ranicki.80) fällt geringer aus als zur Lieblingsfigur aus Film und Fernsehen (M = 2. Die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Teilnehmer war männlich. Vorderer und Knobloch (1996) fanden ebenfalls. Das Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft (M = 2. Rund 26 Prozent der Befragten nutzte das Internet zur Beantwortung. Der Unterschied ist signifikant (t(321) = -11. SD = 1. Insofern war der Avatar Lara Croft in der Stichprobe sehr gut bekannt. SD = . Zunächst wurden die Skalen zur parasozialen Beziehung zu Mittelwert-Indizes zusammengefasst und für Lara Croft und die genannte TV-Lieblingsfigur gegenübergestellt. übertrieben weiblichen Aussehens von Lara Croft lag es nahe. den Vergleich der parasozialen Beziehungen zu verfeinern. jedoch liegen die Werte im Vergleich zu der Subgruppe mit weiblichen Lieblingsfiguren etwa einen halben Skalenpunkt niedriger – sowohl für die TV-Figur als auch für Lara Croft. Sowohl für Lara Croft (Cronbachs α = .76 Jahre. Angesichts des betont bzw.43. Vergleich der Indizes. und zwar die Gruppe der Zeichentrick-Charaktere. Die Auswertung beinhaltete vier Schritte.91 Jahre).80).60. Insofern lässt sich 361 . nur knapp 15 Prozent der Teilnehmer besaßen kein eigenes Tomb RaiderSpiel. Es folgten Al Bundy sowie Agent Moulder aus der Mystery-Serie „Akte-X“. Anschließend wurden die Lieblings-TV-Personen nach ihrem Geschlecht getrennt betrachtet und die parasozialen Bindungen zu ihnen erneut mit Lara Croft verglichen. Da die überwiegende Mehrheit der Befragten männlich ist.90) ergeben sich akzeptable interne Konsistenzen. Wie schon in Studie 1 erreicht der virtuelle Akteur also nur einen geringen Wert in der Skala zur parasozialen Beziehung und bleibt zusätzlich auch deutlich hinter der Lieblings-TV-Figur zurück.

1989). Homer und Bart Simpson. aufgeschlüsselt nach Geschlecht der genannten TV-Figur Mittelwert PSBIndex zu Lara Croft (SD) Personen. Je mehr Tomb Raider-Spiele eine Person besitzt. Jahrgang 3/2001 Tabelle 3: Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und zur Lieblings-TVFigur. In der bisherigen empirischen Forschung über parasoziale Beziehungen (im Überblick: Gleich. Die Analyse dieser Zusammenhänge kann 362 . ns). Im letzten Auswertungsschritt wurden daher die Zusammenhänge zwischen dem Index-Wert der parasozialen Bindung an Lara Croft und der Anzahl der Tomb Raider-Spiele. Darüber hinaus wurde untersucht. die intensivere parasoziale Bindungen an TV-Figuren berichten.24. der Dämonenjägerin übertroffen. Zum Vergleich: Der Index-Wert der parasozialen Beziehung zu den übrigen (fotorealistischen) Personae (M = 2.M&K 49.54 (.96) Mittelwert PSBIndex zur TVFigur (SD) 2.97 (. 1997. Das von Vorderer und Knobloch (1996) berichtete Beziehungsmuster zwischen männlichen Rezipienten und weiblicher Persona scheint also auch auf Lara Croft zuzutreffen. Insgesamt wählten 87 Befragte eine Zeichentrickfigur als Lieblings-Persona.77) und die Lieblings-TV-Figur (M = 2. Bei genauer Betrachtung erreicht Lara Croft nämlich bei den Items aus der Skala „… ist erotisch“ und „Ich finde … attraktiv“ die höchsten Werte und wird dort nur von jungen TV-Heldinnen wie Buffy. sowie der Bewertung dieser Spiele betrachtet. Lara Croft unterscheidet sich von TV-Personae durch ihre vergleichsweise unrealistische Erscheinung. die auch Horton und Wohl (1956) schon postuliert hatten. Daher werden die parasozialen Beziehungen zu Zeichentrickfiguren (u. die eine männliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 274) 2. desto mehr Zeit hat sie auch mit Lara Croft verbracht.79. Insofern lässt sich die parasoziale Bindung an Lara Croft eher mit der an Zeichentrickfiguren als mit der an TV-Personae aus Fleisch und Blut vergleichen. Vorderer. zum Beispiel zwischen der parasozialen Beziehung und der Dauer der „Bekanntschaft“ mit der Persona (vgl. auch zu einer stärkeren Bindung an Lara Croft neigen. nämlich zu Zeichentrickfiguren. die eine weibliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 48) Personen.01).31 (273) p < .66) nur geringfügig (t(84) = -1. die die Befragten besaßen.09 (. Korrelate von parasozialen Beziehungen zu Lara Croft.18.64 (47) α p < .01 2. Perse & Rubin. p < .07.77) 2.77) liegt deutlich höher als der Wert für die Zeichentrickfiguren (t(317) = 6. Kenny und Stan aus South Park) mit den Bindungen an Lara Croft verglichen. Vergleich der parasozialen Beziehungen zu Lara Croft mit den Beziehungen zu Zeichentrick-Figuren. a.78) –10. In dieser Subgruppe unterscheiden sich die Index-Werte für Lara Croft (M = 2.78) t-Wert im Vergleich zu Lara Croft (df) –4. SD = . Sie sind ebenfalls weniger genaue Abbilder von „echten“ Menschen.77. Dies gilt jedoch nicht im Vergleich zu einer Subgruppe von TV-Personae. SD = . SD = . 1998) fanden sich immer wieder Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu TV-Personen und anderen Merkmalen.01 die parasoziale Beziehung zu Lara Croft eher mit der zu einer weiblichen TV-Figur als mit der Bindung an eine männliche Figur vergleichen. so ist zu vermuten.49 (. ob Personen. pflegt also eine länger andauernde „Bekanntschaft“ mit ihr.

1956. Für diese Bewertung spricht.48. deren Intensität mit den Bindungen zu Film. Diskussion Die virtuelle Akteurin Lara Croft ist offensichtlich nicht in der Lage. Die Anzahl der von den Befragten besessenen Tomb Raider-Spiele korreliert relativ hoch mit der parasozialen Bindung (r = . wenn sich die Befragten nicht nur ihre LieblingsTV-Figur. Andererseits handelte es sich bei der Stichprobe um überwiegend intensive Nutzer von Tomb Raider-Spielen. Auch die über 10er-Skalen erhobene Bewertung der Spiele weist einen deutlichen Zusammenhang mit der parasozialen Beziehung zu Lara Croft auf (für Tomb Raider 3: r = . dass diese Bindungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Fernsehcharakteren und vor allem von der von männlichen Mediennutzern empfundenen Attraktivität der weiblichen Persona Croft getragen werden. sondern auch ihre Lieblings-Spiel-Figur aussuchen dürfen. inwiefern sich das Verhältnis der Mediennutzer zum virtuellen Akteur Lara Croft mit dem zu einer TV-Persona vergleichen lässt. dass sich die gefundenen Intensitätsunterschiede zwischen Lara Croft und der Fernseh-Figur einebnen. Schließlich zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und der Beziehung mit der Lieblings-TV-Figur (r = . 1957) theoretisch und empirisch als fruchtbar. in dem die Persona auftritt. Insofern hat die Studie einige Hinweise darauf geliefert. die als typisch für die Bindung an Personae gelten. dass Computerspieler parasoziale Beziehungen zu einer virtuellen Akteurin entwickeln. 1998. parasoziale Beziehungen anzubieten. Die nicht fotorealistische. die bereits bei TV-Heldinnen für intensivere Beziehungen sorgt.60. erweist sich der Zugang der parasozialen Beziehungen (Horton & Wohl. p < . Schließlich finden sich bei den parasozialen Bindungen an Croft Korrelate. der Dauer der „Bekanntschaft“ und der Bewertung der Tomb Raider-Spiele finden. In der vorliegenden Studie war Lara Croft als Spiel-Figur vorgegeben worden und muss deswegen nicht zwangsläufig bei den Befragten so populär gewesen sein wie die selbst gewählte Lieblings-TV-Figur.01 und für Tomb Raider 4: r = .01). Jedoch ist es durchaus denkbar. dass sich die Dimensionalisierung der in Studie 1 angewendeten Skala mit der Einteilung in anderen Untersuchungen zu parasozialen Beziehungen (Visscher & Vorderer. auch auf die Relation zu Lara Croft aus. wie Mediennutzer mit virtuellen Akteuren umgehen. so dass insgesamt ein Vergleich zwischen Croft und Fernsehfigur auch nicht völlig unangemessen erscheint. Vorderer. So wirkt sich die wahrgenommene Attraktivität. was ebenfalls mit den Ergebnissen aus dem Fernsehbe- 363 . Ähnlich wie bei TV-Serienfiguren hängt auch bei Lara Croft das Ausmaß der parasozialen Beziehung mit der Länge des Kontakts zusammen.01). Wer sich also auf eine intensive Bindung an eine Fernsehfigur einlässt. sondern gezeichnete Darstellungsform der Figur Croft macht sie hinsichtlich der Beziehungsintensität vergleichbar mit TV-Zeichentrickfiguren und unterscheidet sie deutlich von „echten“ TV-Personae.42. Schlussbetrachtung und Ausblick Um die Frage zu klären.43. 4. fühlt sich auch eher dem virtuellen Akteur Croft verbunden. Horton & Strauss. 1998) deckt und dass sich in Studie 2 Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft. p < .oder Fernsehfiguren vergleichbar ist. p < .01).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare weitere Hinweise zu der Frage liefern. nämlich die Dauer der Bekanntschaft und die positive Bewertung des Medienangebots. Gleichwohl lassen sich Anzeichen zumindest für schwache Bindungen finden. p < .

1995). Die parasozialen Beziehungen sind wenig intensiv und von der Medialität. den Rezipienten bzw. 364 . ihren „Zielgruppen“ zu gefallen. Bente. in der Perspektive der Rezipienten eine andere Kategorie darstellen als Figuren aus Film und Fernsehen. nämlich der TV-Figuren. Klimmt. als bewunderte Stars oder gar Freunde eignen sie sich weniger. desto größere Erkenntnispotenziale bergen Untersuchungen darüber.M&K 49. dürften virtuelle Akteure der kommenden Generationen auch als Bezugsperson für stärkere parasoziale Bindungen in Betracht kommen. Es ergeben sich also in den Daten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Erkenntnissen der Forschung über parasoziale Beziehungen zu Fernseh-Personae. aber auch für den Bereich der interaktiven Unterhaltung (Durkin & Aisbett. Insgesamt scheinen also die heute verfügbaren Avatare in der Lage zu sein. Bereits die hier beschriebenen ersten Annäherungen an parasoziale Beziehungen zu Avataren stießen an Grenzen der Skala. Jahrgang 3/2001 reich korrespondiert (Perse & Rubin. Die beiden vorgestellten Befragungsstudien über parasoziale Bindungen an Avatare zeigen. Während ihre äußere Erscheinung also bereits auf die Zustimmung der Rezipienten trifft und zur Publikumsbindung beiträgt. wie Mensch und Avatar miteinander interagieren. 1996. In diesem Zusammenhang ist auch das Ergebnis plausibel. So wahren die Mediennutzer eine gewisse Distanz zu den „neuen Prominenten“ wie E-Cyas oder Lara Croft. Petersen. werden Avatare auch ihre „inneren“ Fähigkeiten verbessern. Gleich. bis zu welchem Maße sich die parasozialen Beziehungen zu ihnen tatsächlich denen zu menschlichen Prominenten angleichen werden. Krämer & Buschmann. Dies gilt nicht nur. 1999). dass virtuelle Akteure. 1999. Weil jedoch mit verbesserten Konversationsfähigkeiten das Wissen der Rezipienten um die Virtualität von Avataren nicht gelöscht werden kann. 1996). 1989). 2001). 2000. 1997). Je mehr und je komplexere Avatare die digitalen Welten bewohnen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Virtual-Reality-Systemen in zahlreichen Anwendungsbereichen sollte die medienpsychologische Forschung mit der Entwicklung insbesondere virtueller Charaktere Schritt halten. Wenngleich Avatare für die Befragten beider Studien keine Bedeutung im Sinne von Freunden oder guten Bekannten haben. wie sie heute im Internet und in Computerspielen zum Einsatz kommen. Entsprechend stellt sich die Frage. wie sie typisch ist für Fans von TV-Stars (Leets. Vorderer. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen intensiver ausgeprägt sind als gleichgeschlechtliche. wissen die Mediennutzer doch die ästhetischen Qualitäten virtueller Akteure zu schätzen. Der Zusammenhang zwischen der Attraktivität des Avatars und der Stärke der „medialen“ parasozialen Beziehung wird in beiden Studien deutlich und ist auch aus der Forschung im Fernsehbereich bekannt (Gleich. Auf diese Weise für den Dialog mit den Mediennutzern gerüstet. Von der geradezu überschwenglichen Bewunderung und Verehrung. 1997. Vorderer & Knobloch. An der in den vorgestellten Studien zugrunde gelegten Standard-Skala von Rubin. dass virtuelle Akteure in Zukunft vor allem an Interaktionskompetenz gewinnen werden (Bente & Otto. Für entsprechende Studien müssen allerdings neue Erhebungsinstrumente entwickelt werden. DeBecker & Giles. der Abhängigkeit des virtuellen Akteurs von der Darstellung in einer künstlichen Medienumgebung. geprägt. sie besitzen jedoch nur eine geringe emotionale Relevanz. 1992. Es ist jedoch abzusehen. inwiefern das Instrument für die Anwendung auf virtuelle Akteure geeignet ist. sind die Beziehungen zu Avataren weit entfernt: Die Bezugspersonen (die Avatare) sind dem Namen und dem Aussehen nach den Mediennutzern bekannt. wird abzuwarten bleiben. also kognitiv repräsentiert. Kritik geübt (Hippel. Perse und Powell (1985) wurde bereits im Kontext des ursprünglichen Einsatzgebiets.

& Otto. (8). Eine Weiterentwicklung erscheint jedoch sowohl in theoretischer wie auch in methodischer Hinsicht dringend geboten. Identitäten. Cassel. & Vilhjálmsson. Blittkowsky. Virtuelle Realität im Forschungseinsatz. G. Göttingen: Hogrefe. (1999).or. Münster: LIT Verlag. J. 45 – 64. Eine empirische Untersuchung zu parasozialer Interaktion. Bente. Parasoziale Interaktion als Spiel.00). K. montage/av. I. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. Eine empirische Untersuchung über parasoziale Beziehungen und Beziehungsqualitäten zu Star-Avataren wie E-Cyas oder Lara Croft. (2000). Fritz. 95 – 120. (1997). 1956/1986. & Aisbett. (1999). montage/av. 185) wie beim Fernsehen. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse. Sozialpsychologie des Internet. T. Online-Kommunikation.. Medienpsychologie. K.-U. Virtuelle Realität und parasoziale Interaktion. 113-144). R.2000). 135 – 140. Ein Wirkungsvergleich videovermittelter und computersimulierter nonverbaler Kommunikation. (1993). Eimeren. & Buschmann.kr:8080/pubs/citations/journals/cacm/1994-37-7/p122-bates (18. Bericht und Bibliographie. Bonn. B. Neue Einsatzgebiete für Avatare. Fabian. In P. 1997). Schemata und Computerspiel. Denn wer die Interaktion zwischen Mensch und Avatar untersucht.12. Medienpsychologie. Petersen. [online]. The Role of Emotions in Believable Agents (Online). Media Perspektiven. 338 – 349. (1999). Fully Embodied Conversational Avatars: Making Communicative Behaviors Autonomous. Unveröffentlichte Diplomarbeit an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. (1994). soziale Beziehungen und Gruppen. Sydney: Office of Film and Literature Classification. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen von Fernsehzuschauern mit Personen auf dem Bildschirm: ein theoretischer und empirischer Beitrag zum Konzept des aktiven Rezipienten. S. Bente. U. Nr. Fernsehen und Einsamkeit im Alter. 225). Gleich. 2(1). (1999). van & Gerhard. Computerspiele auf dem Prüfstand (Staffel 12. (1992). Wege zu Nutzung und Wirkung (S.): Fernsehen als „Beziehungskiste“. was die Menschen mit dem Computer machen. ARD/ZDF-Online-Studie 2000: Gebrauchswert entscheidet über Internetnutzung. H. Hippel. Opladen: Westdeutscher Verlag. betrachtet keine „Intimacy at a Distance“ (Horton & Wohl. T. (1996). Durkin. 8(3). Computerrahmen und die undifferenzierte Wirkungsfrage oder: Warum erst einmal geklärt werden muß. J. U. Döring. Echt virtuell. N. N. Höflich. (Hrsg. Available: http:// riss. (2001). 1996. 1-28).. Rössler. o.). Landau: Verlag Empirische Pädagogik.de/old/99/09/23/internet/news1.keris. Computer Games and Australians Today. J. (1996). 47-64). Gleich. 1(1). Cyber-Starlets. das Konzept der parasozialen Beziehungen sowohl in theoretischer Hinsicht als auch mit Blick auf seine empirische Messung stärker an die Erkenntnisse der Sozialpsychologie anzubinden (zu dieser Forderung vgl.html (18. C. Hippel. (1999). 2(2). J. A. 217 – 242. H. J. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. H. sondern eine „direkte Interaktion mit wechselseitiger Kontingenz zwischen Mediennutzer und Bildschirmperson“ (Bente & Otto.). 365 . S. K. K. J. In Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg. Autonomous Agents and Multi-Agent-Systems. Hartmann. In P.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare die zahlreiche Modifikationen unvermeidlich machten. (1993). 11(2).05. R. Insofern kann das mittlerweile recht alte Konzept der parasozialen Beziehungen uns helfen. Literatur Bates. Bemerkungen zu einer interaktionistischen Fernsehtheorie. Parasoziale Interaktion. Krämer. 127 – 145. (1998). G. die Rezeption der neuen Medien zu verstehen. 94-98/2000) (S. Gleich. In diesem Zusammenhang bietet es sich an. Vorderer (Hrsg. Verfügbar: http://rhein-zeitung. Sind Fernsehpersonen die „Freunde“ des Zuschauers? Ein Vergleich zwischen parasozialen und realen sozialen Beziehungen. (2000).

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689 – 707).). 21 – 36). Vorderer (Hrsg. (1998). P. Methoden (S. & Sudhoff. Themen. in der für die Anwendung auf Lara Croft modifizierten Variante • Wenn ich Lara Croft auf dem Bildschirm sehe. 367 . Brinkmann. Eine explorative Studie über parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren. • Lara Croft ist erotisch.de/service. Mind. 163 – 181.de/archiv/1995/41/index. Willems & M. A. H. H. M. Parasozialität und Fernsehkommunikation. Lara Croft in der nächsten „Tomb Raider“-Folge wiederzusehen.). Turing. P. Fernsehen als „Beziehungskiste“. Baden-Baden: Nomos. Vorderer. (1996). In D. Trzka. Ueberhorst. S. 433 – 460. W. P. wenn Lara Croft Probleme hat. Wulff.cfm?path=http://www. [online]. Visscher. S. Freunde in guten und schlechten Zeiten. • Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über Lara Croft stünde. Anhang: Items zur parasozialen Beziehung (nach Vorderer & Knobloch. Opladen: Westdeutscher Verlag. Jurga (Eds. als wenn ich mit Freunden zusammen wäre. Fernsehforschung in Deutschland. Inszenierungsgesellschaft (S. (1950). Computing Machinery and Intelligence. • Manchmal überlege ich mir. Opladen: Westdeutscher Verlag.html (19. [online]. & Vorderer. 49. 8 (3).02. & Knobloch. würde ich es auf jeden Fall spielen. (1996).computerwoche. (1996b). Avatar oder Agent. Mahwah. S.01. • Ich freue mich darauf. S. Zeitschrift für Medienpsychologie. • Ich würde Lara Croft gerne einmal persönlich kennen lernen. dass Lara Croft ähnliche Dinge wichtig sind wie mir. Orientierung und Problembewältigung durch TVTalkshows: Empirische Ergebnisse und Erklärungsansätze. 453 – 469). (1998). Klingler & O. Bodychat: Autonomous communicative behaviors in avatars.de/archiv. Roters. Derrick und Co.computerwoche. • Ich habe den Eindruck. als Freunde der Zuschauer.). (1998). 269 – 277). In Association for Computing Machinery (Hrsg. Fernsehen als „Beziehungskiste“. Vorderer (Hrsg. & Cassel. New York. Parasoziale Beziehungen von Vielsehern zu Charakteren einer Daily Soap. Trepte. wenn ich Tomb Raider längere Zeit nicht gespielt habe. (Hrsg. Vorderer. Zöllner (Hrsg. • Ich finde Lara Croft attraktiv. Proceedings of the Second International Conference on Autonomous Agents (S. N.). Zillmann & P. (1998). J. Zapfe. 153 – 171). Unterhaltung durch Fernsehen: Welche Rolle spielen parasoziale Beziehungen zwischen Zuschauern und Fernsehakteuren? In G. Verfügbar: http://www. NJ: Erlbaum. P.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Stephenson. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen. dann fühle ich mich wohl. • Es kommt sogar vor. P. (2000). S. (1995). P.. Interactive Entertainment and Beyond.2001). 201 – 216.archiv/avatare/kyoko (03. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. J. (im Druck). 1996). Vorderer. A. (1995). kommt es mir vor. Opladen: Westdeutscher Verlag. Picard. P. Die virtuelle Lotusblüte. Akteure. In H. • Ich leide mit. Vorderer. In P. 8(3). H.).2000). W.) (1996a). • Wenn Lara Croft eine Figur in einem anderen Spiel wäre. wie ich mich verhalten würde. würde ich es auf jeden Fall lesen. S. München: Goldmann. Parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren: Ergänzung oder Ersatz? Medienpsychologie. Bild. Medienpsychologie. Vorderer. wenn ich in der gleichen Situation wäre wie Lara Croft. Media Entertainment: The Psychology of its Appeal (S. Vilhjálmsson. Snowcrash. dass ich Lara Croft vermisse. Verfügbar: http://www.

wie z. • Manchmal vergleiche ich das Leben von Lara Croft mit dem Leben von Verwandten. 368 . B. dass ich Lara Croft etwas zurufe. • Wenn ich Probleme habe. • In vielen Punkten ähnelt das Leben von Lara Croft meinem Leben. Freunden und Bekannten. • Auf Lara Croft kann man sich verlassen. „Pass auf“. Jahrgang 3/2001 • In besonders spannenden Situationen kommt es schon mal vor.M&K 49. überlege ich mir manchmal. • Ich bewundere Lara Croft. • Ich wäre gerne wie Lara Croft. • Manchmal vergleiche ich mein Leben mit dem Leben von Lara Croft. • Ich empfinde Lara Croft als echte Person. wie Lara Croft sich selbst in meiner Situation verhalten würde.

Für die Hessische Landesmedienanstalt hat Merz (1998) die als nichtkommerzielle Radios in Hessen lizenzierten Sender untersucht. Daraus folgt. dass die Besonderheit freier Radios darin besteht. die im Rahmen des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen senden. den Hörfunk selbstbestimmt als Kommunikationsmittel zu nutzen. die strukturell die Form von Nachrichteninterviews haben. der die freien Radios in den Gesamtzusammenhang einer „Theorie alternativer Kommunikation“ einbindet und dabei eine detaillierte Bestandsaufnahme Freier Radios in der BRD bis Mitte der achtziger Jahre leistet. Aus den Selbstbeschreibungen freier Radios und theoretischen Überlegungen aus ihrem Umfeld lässt sich ableiten. sondern dass es aufgrund der größeren Nähe zur Alltagssprache auch anderen Personen möglich ist. die eher Gesprächen im Alltag ähneln.pdf (Stand: 28.2 Im Folgenden soll zunächst kurz die Entwicklung der freien Radios in der Bundesrepublik nachgezeichnet werden. Während etwa in Baden-Württemberg. 1. 2 Ausnahmen sind Weichler (1987). Anhand einer konversationsanalytischen Untersuchung von Sendungen des coloRadio in Dresden wird gezeigt. Dabei ist die Situation in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich. Februar 2001). Vogel (1991) hat allgemein Formen der Bürgerbeteiligung am Rundfunk analysiert und geht dabei am Rande auch auf freie Radios ein. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. dass das Potenzial dieser Sender vor allem darin besteht. Aus der Kontrastierung dieser Ergebnisse mit konversationsanalytischen Studien zu 1 Vergleiche www. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Diskussion inner. eine Sprache des Alltags auch im Hörfunk zu verwenden und unterschiedliche subjektive Standpunkte zu Gehör zu bringen. 369 . verkennt jedoch deren Formen von Zugangsoffenheit und wird daher deren Senderealität nicht gerecht. der hauptsächlich einen internationalen Vergleich nichtkommerzieller Radios vornimmt.1 Die meisten dieser Radiosender haben erst in den letzten fünf bis acht Jahren eine Lizenz erhalten.Sprechen im freien Radio Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks Jan Pinseler In den 90er Jahren hat sich die Zahl der lizenzierten freien Radios in der Bundesrepublik Deutschland vervielfacht. dass hier sowohl Gespräche möglich sind. Nicht mitgezählt wurden Radiogruppen.de/bfr/bfr-karte. als auch Gespräche. Obwohl es freie Radios also seit einigen Jahren fast in der ganzen Bundesrepublik gibt. Daran schließt eine konversationsanalytische Untersuchung von Gesprächen in einem freien Radio an.freie-radios. werden sie von der Kommunikationswissenschaft fast vollständig ignoriert. dass nichtkommerzielle lokale Hörfunkstationen nicht entstanden seien (1991: 355). gibt für Deutschland den freien Radios eine Mitschuld daran. werden freie Radios zum Beispiel in Bayern und Sachsen wie private Hörfunksender behandelt und sind in einer schwierigeren rechtlichen Lage. Einleitung Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios dreiundzwanzig freie Radios in der Bundesrepublik. Hessen oder Niedersachsen nichtkommerzielle Lokalradios in den jeweiligen Landesmediengesetzen vorgesehen sind und dementsprechend viele solche Radiosender existieren.und außerhalb freier Radios über die Möglichkeiten und Potenziale freie Radios eingegangen. das Medium Hörfunk zu „entzaubern“. Kleinsteuber (1991).

2. V. Sie schließen Werbung als Einnahmequelle grundsätzlich aus. 1994: 8). 1987). die Möglichkeit. Ihre Finanzierung versuchen die freien Radios zu einem großen Teil aus Mitgliedsgebühren und Spenden zu sichern. Die Redakteure sollen miteinander über das kommunizieren und diskutieren. ein gemeinsames Senden zu befördern.1 Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen In der Bundesrepublik hat sich vornehmlich in den letzten fünf bis zehn Jahren eine sehr vielfältige Szene nichtkommerzieller lokaler Fernseh. Grothe & Müller (1994). 370 . das Medium Hörfunk eigenverantwortlich zu nutzen. Das Ziel besteht darin. Eine Ausnahme ist Radio Z. Die Strukturen freier Radios sollen dementsprechend zum einen die Zugänglichkeit und die Offenheit nach außen herstellen und zum anderen Einschaltmöglichkeiten schaffen. auch Weichler. sondern die gemeinsame Erstellung eines zusammengehörenden Produkts. Unterschiede bestehen jedoch auch innerhalb der nichtkommerziellen Lokalradios hinsichtlich ihres Selbstverständnisses. die offen sind für Mitarbeit und diese zu ermuntern versuchen. 1983: 134. Dazu gehören einerseits schon länger eine ganze Reihe von Offenen Kanälen. Jahrgang 3/2001 Nachrichteninterviews einerseits und zu Gesprächen im Alltag andererseits soll schließlich abgeleitet werden.M&K 49. ziel ist dabei die emanzipation der hörenden und sendenden innerhalb der konventionellen medienlandschaft“ (Freies Sender Kombinat. dessen Ziel erklärtermaßen darin bestand. vgl.und Universitätsradios dadurch aus. Freie Radios in der Bundesrepublik 2. das Werbung sendet. (1995) und Radio-Initiative Dresden (1994). sondern die prinzipielle Austauschbarkeit von Hörenden und Sendenden. inwieweit sich freie Radios in ihrer Praxis von anderen Hörfunksendern unterscheiden. was gesendet werden soll.und – vor allem – Hörfunksender entwickelt. Freie Radios in den siebziger und achtziger Jahren wollten Medien der 3 Vergleiche zu Offenen Kanälen etwa Kamp (1989) oder Jarren. andererseits eine Vielzahl nichtkommerzieller Lokalradios. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. 4 Vergleiche zum Beispiel Freies Sender Kombinat (1994). Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin. die sich selbst als „freie“ Radios bezeichnen und im Bundesverband Freier Radios (BFR) vereinigt sind. Mit Emanzipation ist dabei gerade keine medienpädagogische Erziehung zum richtigen Hören oder Senden gemeint. Eine große abgrenzbare Gruppe machen die Radios aus. die über die auszustrahlenden Sendungen entscheiden. bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten“ an die Öffentlichkeit zu bringen (Network Medien-Cooperative. ein medium aus seinem verwertungszusammenhang zu lösen. Während Offene Kanäle grundsätzlich offen für jede Sendung sind. Freie Radios zeichnen sich – so kann aus ihren Selbstbeschreibungen gefolgert werden – in Abgrenzung zu öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sowie zu Ausbildungs. dass sie feste Strukturen haben. waren sie vor allem Ausdruck eines Bedürfnisses nach selbstbestimmten Medien. Ziel freier Radios ist nicht die vereinzelte Herstellung von Sendungen.3 haben nichtkommerzielle Lokalradios feste Redaktionen.4 „freies radio ist der versuch. Als die freien Radios in der alten Bundesrepublik entstanden. indem das Programm selbst klar und nachvollziehbar strukturiert ist.

sie brachen auch sehr weit gehend mit den Prinzipien. Sie alle kamen in den öffentlich-rechtlichen Sendern entweder gar nicht vor oder fühlten sich in ihren Anliegen ignoriert.2 Anspruch und Potenzial freier Radios Als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios können die radios libres gelten.Pinseler · Sprechen im freien Radio Gegenöffentlichkeit sein. Genannt seien hier die Anti-AKW-Bewegung. Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem. vergleiche auch Eco & Grieco (1978). Anders (1956). 1983: 110). die „Bürger“ begannen sich zu wehren. Network Medien-Cooperative. wie etwa noch die Studentenbewegung. selbstbestimmte und selbst kontrollierte Strukturen für eine eigene Medienarbeit zu schaffen und nicht. 1977: 110 – 111). die bestehenden Medien zu verändern (vgl. verzerrt oder falsch dargestellt (vgl. 6 Für einen Einblick in die Praxis von Radio Alice vergleiche Kollektiv A/traverso (1977). Ruoff. nach eigenen Medien wurden immer lauter. Aus dieser Frustration bildete sich seit Mitte der siebziger Jahre auch eine alternative Medienpraxis heraus. Zum anderen wurde aber auch die Frage gestellt. Während Brecht und Benjamin einen Weg aufzeigten. 1978: 5). dass es privat-kommerzielle Betreiber von Hörfunk und Fernsehen geben würde. wie bis dahin Radio gemacht wurde. und es wurde immer klarer. wie sich das Me- 5 Vergleiche zur Rolle der Kommunikation in den neuen sozialen Bewegungen auch Roth (1991). allen voran Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano.5 Die Forderungen nach einer unvermittelten Kommunikation. 2. Wichtigste Ziele dieser Radios waren dabei erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders. Sie wollten unterdrückte Nachrichten verbreiten. zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation. wo ihre unverstellte Alltagsrealität in den Programmen bleibt“ (Faecke & Haag.7 Diese italienischen Erfahrungen wurden zwar theoretisch reflektiert. die in Italien bereits seit 1975 bestanden und großen Eindruck auf die westdeutsche Linke machten (vgl.6 Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht (nur) mit anderen Inhalten. 371 . Betroffen von der Nichtbeachtung durch die etablierten Rundfunkveranstalter sahen sich vor allem die neuen sozialen Bewegungen. solche Meldungen. mit der die öffentlich-rechtliche Organisationsform als einzig mögliche Organisationsform von Rundfunk galt. Network Medien-Cooperative. Enzensberger (1970/1997) und Negt/Kluge (1972) wichtig. Parallel dazu hatte sich ab Mitte der siebziger Jahre in Westdeutschland die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks intensiviert. Alternativen wurden überhaupt erst einmal denkbar. 1983: 106 – 107). jedoch kaum praktisch auf bundesdeutsche Verhältnisse übertragen. Bedeutsam für die Wahrnehmung der italienischen freien Sender in der Bundesrepublik waren die „politisierten“ Radios. stand plötzlich zur Disposition. das lange Zeit kaum kritisiert wurde. Für die Praxis westdeutscher freier Radios wurden vielmehr die kritischen Medientheorien von Brecht (1932/1975) und Benjamin (1934/1966). Mit dieser Debatte wurde zum einen die Selbstverständlichkeit aufgebrochen. Diese versuchte. da sie „sich ständig vergeblich fragen müssen. Le Paige (1977) und Ruoff (1978). die Hausbesetzerbewegung und die Friedensbewegung. wer denn die ökonomische Kontrolle über die Sender ausüben solle. die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören und in den Zeitungen nicht zu lesen waren. die im Gefolge der Rebellion von 1968 entstanden waren und zunehmend erstarkten. 7 Vergleiche FRED (1977).

so kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit in den 90er Jahren immer mehr in die Kritik und war immer weniger für die Praxis freier Radios handlungsleitend. Sendungen dieser Art informierten niemanden. Network Medien-Cooperative. Zweitens die Debatte um Sprache als Praxis.M&K 49. die die bürgerlichen Medien angreifen und kritisieren. In ihrer Auseinandersetzung mit der Praxis von Radio Alice in Bologna verwirft auch Katja Diefenbach (1998) das Modell der Gegenöffentlichkeit. Botschaft. in dem Information zur Ware wird (1998: 71 – 79). also um die praktische Bedeutung dessen. Das Konzept der Gegenöffentlichkeit orientiere sich an den bürgerlichen Medien. 9 Vergleiche auch Lovink (1992) und Agentur Bilwet (o. unter denen von der Normalität abweichende Bedeutungen möglich werden (1998: 44 – 48). In Anlehnung an Enzensberger (1997) unterscheidet Ulrich Wenzel zwischen einer repressiven und einer emanzipatorischen Radioproduktion. diese Theorien in diesem Sinne auch anzuwenden. wie im Radio gesprochen wird. Darin werden Medientheorien. Ziel künftiger Gegenöffentlichkeit müsse daher sein. brachen mit diesen nicht grundsätzlich. so die autonome a. Er betont. dass erst das Zusammenspiel zwischen Adressat. da es sich auf die Inhalte von Kommunikation konzentriere und es in diesem Modell darum gehe. kritisierte zum Beispiel die Amsterdamer Autorengruppe Bilwet um Geert Lovink: „Das Ziel bestand in Korrektur und Ergänzung“ (Agentur Bilwet. Insgesamt zeichnen sich diese kritischen Medientheorien durch eine sehr große Nähe zu den bestehenden Medien aus. richtigere. spiegele dessen Inhalte nur. Weichler. ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und diese ständig korrigieren zu wollen. 1993: 44 – 45). in dem die Akteure selbst zu Wort kommen. sondern vereinheitlichten und verdichteten das Publikum. das Medium durch Unterwanderung zu verändern. Radio Alice habe drei wichtige Debatten eingeführt: Erstens die Debatte um das Radio als Sender der Bewegung.8 War es in den 70er und 80er Jahren noch grundlegendes Prinzip freier Radios in der Bundesrepublik. andere Inhalte über freie Radios zu transportieren. da die Sprache selbst nicht nur ein Mittel. 372 . sondern wollten diese umgestalten oder einem emanzipatorischeren Gebrauch zuführen.9 Diese Strategie scheint auch weniger radikalen Vertreterinnen freier Radios die erfolgversprechendste: Das Konzept der Gegenöffentlichkeit. Bedingungen zu schaffen. 10 Vergleiche zu der Verdichtung und Vereinheitlichung des Publikums durch eine repressive Radioästhetik auch Wenzel (1998b). von Medienarbeitern aus diesen bürgerlichen Medien auf ihre Brauchbarkeit für deren Medienpraxis hin untersucht. versuchte insbesondere Enzensberger. sondern „Machtformation“ sei (1998: 68). Die Form des Gesagten sei aber genauso wichtig wie die Botschaft.i. Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden. Gegenöffentlichkeit herzustellen (vgl.a. Kommunikationssituation und Code bestimme. zur Diskussion um Einschaltquoten und Durchhörbarkeit im freien Radio auch Klug & Wenzel (1996). wie eine Botschaft gelesen werde. dass die repressive Form von Rundfunkästhetik in allen Formen von Radios stattfindet (Wenzel 1998a: 28).k. 1983. Und drittens die Debatte um die Informatisierung der Gesellschaft als kapitalistischem Prozess.10 Aufgabe einer emanzipatorischen Radio- 8 Ein Beispiel. wahrere Informationen zu verbreiten (1998: 66). J.r. 1987). In Anlehnung an die Semiotik und die Cultural Studies argumentieren sie.f. Jahrgang 3/2001 dium (Brecht) beziehungsweise der Autor (Benjamin) zu verändern hätten. Genau deshalb funktioniere der Versuch so selten. gehe vom Sender-Kanal-Empfänger-Modell aus.).-gruppe (1998). ist ein von Dieter Baacke (1974) herausgegebener Sammelband.

Marcel Stötzler geht in seiner Analyse des Sprachgebrauchs im freien Radio von der Unterscheidung Humboldts zwischen einem Geschäftsgebrauch der Sprache. auch die der Manipulation und Verzerrung. dass sich auch die Sprache des freien Radios grundsätzlich von der anderer Radios unterscheidet. und einem rednerischen Gebrauch der Sprache. daß die Schüler. sondern es wird darüber von denjenigen berichtet. Aber nicht subjektiv im Sinne einer redaktionellen Linie. Freies Radio bietet also keinen alternativen Journalismus an. in dem sie eine Sprache des Verstandes und des Gefühls ist. sondern Anstöße für eine Auseinandersetzung. • Eine solche Praxis hat zur Konsequenz. die weitergeführt werden muss. dass Jeder ein Experte des Alltags ist. also „nicht Sinn zu stiften. nur eben anders als die anderen Radiosender. aus (1998: 7). welchen Beitrag sie zur Überwindung des Kapitalismus leisten könne. worin das emanzipatorische Potenzial freier Radios vor allem bestehen könnte: • Zum Ersten bietet freies Radio die Möglichkeit zur Entzauberung des Mediums Hörfunk. Nur ein ungenauer Sprachgebrauch böte die Möglichkeit der Subversion und Abweichung. dass Jede Radio machen kann. dass Objektivität nicht die Zielstellung eines freien Radios sein kann. in dem Sprache als Zeichen gebraucht wird. • So folgt dann viertens auch. Da Medienpraxis eine Dimension gesellschaftlicher Praxis sei. Freies Radio ist kein Stellvertreter gesellschaftlicher Kräfte.Pinseler · Sprechen im freien Radio praxis wäre es hingegen. Freies Radio muss subjektiv sein. der den Hörenden zwar sagt. Schon 1977 postulierte die FRED. die die Aktion durchführen. ihren Gegenstand möglichst genau und eindeutig zu bezeichnen. Diese Subjektivität wird vor den Hörenden nicht verschleiert. sondern immer wieder subjektiv einen anderen Standpunkt einnehmend. was richtig und was falsch ist. die italienische Vereinigung demokratischer Radiosender: „Es ist nicht wichtig zu berichten. Zusammenfassend lässt sich aus den angeführten theoretischen Überlegungen ableiten. die Akteure dieser Ereignisse sind. sich mit den Positionen der Sendenden auseinander zu setzen. • Zweitens kann freies Radio den Akteuren das Wort geben und durch die Einbeziehung der Hörer Debatten initiieren. Während Letztere darauf angewiesen ist. die Sprache des Alltags. Freies 373 . sondern wichtig ist. keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. drittens. Die Sprache des freien Radios ist daher. Der rednerische Gebrauch der Sprache sei die Sprache des Feierabends und der befreiten Zeit und müsse daher auch die Sprache des freien Radios sein. nimmt es dem Radio in seiner herkömmlichen Form die Aura des allwissenden. sondern es erteilt diesen Kräften selbst das Wort. Zudem zeigt freies Radio. lebt ein freies Radio gerade von einem ungenauen Sprachgebrauch. Erst dies ermöglicht eine produktive Auseinandersetzung mit den Inhalten des freien Radios. sondern Sinn rekonstruktiv zu befragen und gleichzeitig zu dekonstruieren“ (1998a: 28). Indem freies Radio vorführt. Über Ereignisse wird nicht aus einem anderen Blickwinkel berichtet. dass in der Soundso-Schule das Direktorzimmer besetzt gehalten wird. So sendet ein freies Radio keine abgeschlossenen Botschaften. wer gerade spricht. die Bedingungen des Sprechens und Hörens zu ändern. der das Nicht-Ganz-Verstehen und das Missverständnis einkalkuliert. nicht die Sprache des Geschäftsgebrauchs. und entblößt damit seine Techniken. müsse sie sich fragen. es selbst sagen und sich beim Sprechen gleichzeitig über den Sender hören“ (1977:141). je nachdem. wie Radio gemacht wird. immer Recht habenden Mediums. sondern muss es ihnen ermöglichen.

Die Praktiken mittels derer alltägliche Gespräche geführt werden. Daraus lassen sich die 374 . Ursprünglich wurde die Konversationsanalyse von Harvey Sacks und Emanuel Schegloff in den 60er Jahren für die Analyse alltäglicher Gespräche entwickelt. vor allem die Organisation der in diesen Sendungen geführten Gespräche zu analysieren. Diese Methode ermöglichte es. indem die Hörerinnen prinzipiell jederzeit zu Macherinnen werden können. dass die Ordnung in den Gesprächen eine von den Beteiligten jeweils situationsabhängig produzierte. grundlegende Strukturen und Regelmäßigkeiten in sozialen Interaktionen zu bestimmen (vgl. diese Ordnung zu entdecken und zu beschreiben und sie vom konkreten Gesprächsgegenstand verallgemeinernd und abstrakt darzustellen (vgl. Jahrgang 3/2001 Radio macht gar keinen Journalismus. 3. Psathas 1995: 2 – 3). passt sich aber in dem konkreten Gespräch dem Kontext an (vgl. Bergmann 1981: 16). Er wird in der Interaktion reflektiert und verändert (vgl. sind grundlegende Praktiken der Interaktion. Eine solche grundlegende Ordnung muss es geben. ob und wie sich das tatsächliche Programm eines freien Radios von dem anderer Sender unterscheidet.M&K 49. Es kann hingegen grundsätzlich das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Macherinnen verändern. wie Menschen in ihren alltäglichen Interaktionen Wirklichkeit reproduzieren. wie oben angenommen. sondern zu untersuchen. Um dies zu ermöglichen. Das heißt. Dabei geht es ihr um die Frage. Heritage & Greatbatch. als auch wiederholt auftritt. Gespräche im freien Radio: eine Konversationsanalyse 3. Ziel der Konversationsanalyse ist es. Der Kontext ist dabei in den Handlungen der an der Interaktion Beteiligten vorfindbar. Dazu wurden insgesamt zwölf aktuelle Informationssendungen der Monate Dezember 1998 sowie April und Mai 1999 bei coloRadio in Dresden mittels einer Konversationsanalyse untersucht. in den Interaktionen ausgehandelte Ordnung ist. Insbesondere im angelsächsischen Sprachraum sind eine Reihe von konversationsanalytischen Studien zu Nachrichteninterviews unternommen worden. muss dieses System von Gesprächsregeln gleichzeitig kontextfrei und kontextsensitiv sein. Heritage. Clayman & Zimmerman 1988: 80) und zu zeigen. an der sich die Beteiligten auch selbst orientieren und die sowohl wiederholbar ist. Aufgabe des Forschers ist es. das zugrunde liegende System ist unabhängig vom Kontext des Gespräches. Sacks. Grundannahme der Konversationsanalyse ist daher. Institutionalisierte Interaktionen bauen auf diesen alltäglichen Praktiken auf und können durch ihre Abweichungen von diesen alltäglichen Praktiken beschrieben werden (vgl. vor allem in dem von ihnen organisierten spezifischen Verhältnis von Hörern und Machern liegt. Heritage & Greatbatch 1991: 94). da prinzipiell die Interaktionsform Gespräch bei jeglichem Grad von Bekanntheit der Gesprächspartnerinnen und zwischen jeglichen Personen möglich ist. den Schwerpunkt der Untersuchung also nicht auf die Inhalte der getätigten Äußerungen zu legen. wie diese Ordnung in den Gesprächen manifest wird (vgl. Schegloff & Jefferson 1974: 699 – 700). 1991). ob die Besonderheit freier Radios tatsächlich. indem die Rückkopplung der Hörer in die Sendungen eingeplant ist und der Sender selbst in der Verfügungsgewalt von Macherinnen und Hörerinnen liegt. soll im Folgenden empirisch überprüft werden.1 Methodisches Vorgehen Da dieses Potenzial ausschließlich auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu freien Radios gewonnen wurde.

3. Heritage (1985) und Heritage & Greatbatch (1991). Dann entsteht meist eine kurze Pause. Sie bestehen aus vielen Einheiten. welche Regeln die Beteiligten für die Organisation ihrer Gespräche im freien Radio verwenden. Mittels der konversationsanalytischen Untersuchung der Sendungen bei coloRadio in Dresden sollte nun festgestellt werden. In Nachrichteninterviews sind die einzelnen Redezüge meist sehr lang. was ein freies Radio tatsächlich leisten kann. Die Interviewerinnen haben das Vorrecht. Ist diese Alltagsmethodologie freigelegt. Clayman & Zimmerman (1988). dann können – auch im Vergleich mit Studien zum Sprechen im Alltag einerseits und zum Sprechen in Nachrichteninterviews andererseits – Schlussfolgerungen gezogen werden. außer wenn mehrere Personen gleichzeitig interviewt werden. um im Frage-Antwort-Schema zu bleiben. 2. Diese langen Redezüge erwarten Interviewerinnen auch von den Interviewten. ihre Frage einzuleiten und zu begründen. Während in alltäglicher Kommunikation das Verständnis des Gesagten durch Äußerungen wie „ah“. Untersucht werden muss dazu die alltägliche Produktion der sozialen Wirklichkeit „freies Radio“.Pinseler · Sprechen im freien Radio folgenden Unterschiede zwischen Nachrichteninterviews und Alltagsgesprächen beschreiben:11 1. Im Nachrichteninterview gibt es lediglich Redezüge der Formen „Frage“ und „Antwort“. das Thema des Gespräches zu bestimmen. was sich immer dann deutlich zeigt. wiederfinden. Das Recht der Zuweisung von Redezügen ist extrem asymmetrisch verteilt. wie sich also die Institution freies Radio in den Sendungen durch die Handlungen der Beteiligten bildet. in dem sich die unterschiedlichen Systeme von Gesprächsorganisationen. die in der Analyse vorgefunden wurden. 3. wenn die Interviewten nur ganz kurz antworten. Interviewerin und Interviewter arbeiten also gemeinsam an der Produktion der Form „Nachrichteninterview“. um den speziellen Ausschnitt von Wirklichkeit und sozialer Ordnung. den freies Radio darstellt. welche Alltagsmethodologie die Beteiligten verwenden. So kann herausgearbeitet werden. „ja“ oder „hm“ bestätigt wird oder gerade Gehörtes durch Äußerungen wie „gut“ oder „genau“ bewertet werden. Die folgenden Ausschnitte 11 Vergleiche zum Folgenden Heritage. wobei die Art des Redezuges für die Beteiligten vorher festgelegt ist: Die Interviewerin fragt und der Interviewte antwortet. 375 . Der Interviewte erkennt aber den einleitenden Charakter dieser Fragevorbereitungen und wartet deshalb mit seinem Redezug. dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme von Gesprächsorganisationen im freien Radio gibt. sind diese Signale in Nachrichteninterviews kaum zu finden. bis eine Frage formuliert wurde. zu erzeugen. sie können sich selbst kein Rederecht zuweisen. 4.2 Beispiele Die Untersuchung zeigt. Die Interviewer enthalten sich sogar systematisch irgendwelcher Bewertungen. Die Interviewten können Gespräche weder eröffnen noch beenden. Die Beteiligten vermeiden die Äußerung von Rezipientensignalen. Dies hindert die Interviewerin jedoch prinzipiell nicht daran. Im Folgenden wird diese Vielfalt an einem Beispiel dargestellt. wenn sie eine Frage nicht beantworten wollen. die ohne Rezipientensignale aneinander gereiht werden. und Interviewte müssen große Anstrengungen unternehmen.

98. 22. 21..die jetz gewählt worden is.) marianne schulz ist neue Gleichstellungsbeauftragte. 8. das im Magazin. nich die idealfrau von (. zumal zwei ausschüsse sich damit beschäftigt hatten im stadtrat. 376 . 25.eine andere kandidatin favorisiert. dass wir im stadtrat dann noch mal darüber diskutieren können.) vielen frauen im stadtrat. aber es war nich die frau. 5. Jahrgang 3/2001 stammen aus einem Interview. und wie kam es jetz zu. einer regelmäßigen Informationssendung auf coloRadio. die einen. dass es sich bei der Gesprächspartnerin um die Inhaberin einer (wenn auch sehr beschränkten) politischen Machtposition handelt. aus meißen. Elli: Vera: (. 31. 29. und (-) die frau. 13. Elli: Vera: [a=ha. Das heißt jedoch nicht. 32. hat. Dezember 1998 ausgestrahlt wurde und in dem sich die Moderatorin mit einer Abgeordneten über eine Sitzung des Dresdner Stadtrates unterhält. 12. in dem sich alle diese Systeme finden. 20.) die meisten stadträte sich dann dazu gar nicht geäußert haben. beschränkt sich die Darstellung der Ergebnisse im Folgenden auf ein Beispiel. weil eben (. doktor pino olbricht aus dresden. 3. (. und eh frau (. 16. 27.war aber nich. 6.] [und ] muss ne sehr große mehrheit geben. die frauenprojekte ham ne andere frau (-) favorisiert. dass die Analyse nur für dieses eine Beispiel vorgenommen wurde. 10. 9. 26.dass dass genau sie (. die de. und zu verschiedenen voten (-) gekommen sind. Vera-am Telefon 1. 2.) in der abstimmung favorisiert wurde? genau. 30.-) aber die diskussion hat=s nicht gegeben. marianne schulz. 18.M&K 49. 38. Ein Verzeichnis der verwendeten Transkriptionssymbole findet sich im Anhang. 24. die auch eine bündnisgrüne ist.als Gleichstellungsbeauftragte gewünscht hätten. 23. Elli-Moderatorin.-) 12 Die unterschiedlichen Systeme lassen sich an vielen Beispielen aus unterschiedlichen Sendungen zeigen. 11. am 10. Ausschnitt: Stadtrat.der eine ausschuss hat die kandidatin des oberbürgermeisters favorisiert. der andere ausschuss hat die. 10. war vorschlag des obs. 17. 14. und das wurde ganz schnell abgestimmt. 19.12. also es war (-) wir finden sie sympathisch. seine Wunschkandidatin. und eh wir hatten eigentlich gehofft. eh ich sag ma. Für die Organisation des Gespräches spielt es – wie sich aus dem Vergleich mit anderen Gesprächen ergibt – keine Rolle.12 (01) Transkript: coloRadio-Magazin. 7. 4. Um den inhaltlichen Kontext deutlich zu machen. 15. die wir uns fachlich und auch so von der zusammenarbeit der frauenprojekte her mit.

beginnt. der interviewten Stadträtin. und (. es gibt ja nun m=mehr leute die mit och ner gleichstellungsbeauftragten Zusammenarbeiten müssen. dass Elli eigentlich eine längere Antwort von Vera erwartet hatte. 41.) den stadtrat schon als also so ein eh man sagt oft old men network. Elli produziert Redezüge. 48. es gibt relativ wenig frauen im stadtrat und noch relativ wenig jüngere frauen. die als Fragen interpretierbar sind. ich bin nun inzwischen mit dreiundreißig immer noch die jüngste stadträtin. obwohl sie in dem Moment — wie die Pause in Zeile 35 deut- 377 . Elli: (. dass sie nun doch mit ihrem Redezug zu Ende ist und gibt Elli die Chance.-) ehm beschlussvorlage. Diese hatte lediglich drei Zeilen (Zeilen 30 – 32) für ihre Antwort benötigt. ja. und damit gut. Dies ist typisch zumindest für den ersten Teil des Gespräches zwischen Vera und Elli. die wollten einfach ne entscheidung treffen. 38. abstimmung.-) also(. also will sagen. 10. die als Antworten gedeutet werden können und Elli unterlässt – von ihrem „aha“ in Zeile 01 einmal abgesehen – spontane Empfangsbestätigungen. sich selbst als nächste Sprecherin auszuwählen. 50.) wie könnte man das in zukunft verhindern?=weil.12. 53. ja. 49. 42. Bis hierhin sieht das Gespräch zwischen Elli und Vera wie ein ganz gewöhnliches Nachrichteninterview aus. Der sehr lange Redezug von Vera besteht dann aus einer Vielzahl kleiner Einheiten. Ähnlich geht es auch erst einmal weiter. Elli weist sich dann aber selbst das Rederecht zu. die diese aber nicht beantworten kann. 43. Vera am Telefon 33. 35. 51. 36. 47. also einen sehr kurzen Redezug getan. dass sie eigentlich auch noch gar nicht zum Ende gekommen war. dass Vera ruhig weiterreden soll (auch vorher ging es schon um das selbe Thema). die im Prinzip schon für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. Durch die stark fallende Intonation in Zeile 27 sowie den zusammenfassenden Satz in den Zeilen 25 bis 27 signalisiert Vera der Moderatorin. 34. 44. 52. ich erlebe (. die entscheidensten leute sind meistens männer. 39. dass er mit einem verhältnismäßig langen Redezug von Vera. 45. Vera: Elli: Vera: Die Pausen in den Zeilen 33 und 35 machen deutlich. (02) Transkript: coloRadio-Magazin. Dies tut Elli dann auch und nutzt ihren Redezug für eine Nachfrage zu Veras Ausführungen.98 Ausschnitt: Stadtrat (Fortsetzung) Elli Moderatorin..Pinseler · Sprechen im freien Radio Bei diesem Transkriptausschnitt fällt zuallererst auf. 37. was ich wirklich sehr schade fi(h)inde. Vera produziert Redezüge. ich glaube frauenpolitik is n thema was unheimlich eingefordert werden muss. 46. Die Überlappung in den Zeilen 01 und 02 zeigt dabei. Vera nutzt die Gelegenheit dann auch ausgiebig. 40. Mit einem Rezeptionssignal zeigt Elli in Zeile 01 kurz an. nu.

Sie formuliert deren Positionen noch einmal zusammenfassend (Zeilen 36 – 37) und gibt Vera damit die Möglichkeit. aber auch nich völlig erfolgreich. nun gut. Jahrgang 3/2001 lich macht — gar nicht sofort etwas zu sagen weiß. In ihrem Redezug in den Zeilen 44 bis 53 führt sie stattdessen ein anderes Thema ein. o=[kay ] [okay. Fortsetzung) Elli-Moderatorin. 76. die Vera eigentlich nicht beantwortet. dass sie als Interviewerin das Recht und die Pflicht hat. Darauf stellt Elli eine Frage nach der Konsequenz dieser Entscheidung.M&K 49. also auch zu reden hat.98. 57. (-) dann dank=ich dir erst ma für heute. 79. 10. 62. 63. Dies bedeutet. indem sie der Interviewten eine kooperative Wiederholung13 anbietet. 77.-) [( ) ] [und ] von=ner öffentlichkeit her müssen wir auch power machen. 55. 70. also mein vorschlag. 65. 73. das die Moderatorin gerne aufnimmt. wie die Fortsetzung des Gespräches zeigt. 58. ham jetz auch eh im haushalt eh sehr sehr=sehr um ihre gelder ringen müssen. Ausschnitt: Stadtrat (2. nich völlig erfolglos. die es ihm ermöglicht.] Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: 13 Damit ist Heritages „cooperative recycle” gemeint (1985: 106 – 108). auf bald. In diesem Fall „rettet“ sich Elli in eine Standardformulierung von Interviewern. 81. seine schon dargelegte Position noch einmal ausführlich zu erläutern. 71. man muss wirklich sehen dass jetzt mal jüngere frauen kandidieren. und da auch in stadtrat kommen. Elli: Vera: ja: [is auch ] [haha und] man muss. gut. 59. machst=u mit bei der sendung? gerne. Vera-am Telefon 54. das amt war lange unbesetzt. was sie auch tut (Zeilen 38 – 39). Damit erkennt sie an. 64. 74. (. 61. 80. 72. 378 . 67. ihre Äußerung noch einmal zu bekräftigen. die situation is da natürlich auch prekär. 75.] was gab=s sonst noch? das war=s eigentlich. wenn niemand sonst redet. dass eine Interviewerin einem Interviewer eine Nachfrage stellt.12. 68. 56. 60. also wir brauchen ja in jedem fall n neuanfang. (03) Transkript: coloRadio-Magazin. tschü=[hüß ] [tschüß. könnten wir uns drauf einichen. und da power machen. die frauenprojekte ham darunter gelitten. 69. 78.. das Rederecht zuzuweisen. coloradio macht mal eine sendung über gleichstellungspolitik in dresden. 66.

die daraufhin noch einmal zum Handeln auffordert. dass sich eher an den Regeln von Alltagsgesprächen orientiert. das von den Regeln der Gesprächsführung her einem Nachrichteninterview sehr ähnlich ist.Pinseler · Sprechen im freien Radio In Zeile 54 beginnt Elli dann die Form des Interviews zu durchbrechen. Diese beiden Pole kann man in Anlehnung an Atkinson (1982) als Orientierung auf eine formelle Interaktion und Orientierung auf eine informelle Interaktion bezeichnen. Die Moderatorin tätigt ausschließlich Äußerungen. jedenfalls im Kontext eines Nachrichteninterviews. wenn Vera in den Zeilen 62 bis 64 vorschlägt. Die Interviewte hingegen tätigt ausschließlich Äußerungen. In ihrem Gespräch im Radio sind sie dann in der Lage. was dazu führt. coloRadio solle mal eine ganze Sendung der Gleichstellungspolitik widmen. Diesen Übergang haben sie völlig unauffällig und anstrengungslos bewältigt. dass in diesem Sender öffentlich über die Art und Weise der Produktion von Sendungen geredet wird. Die an dem Gespräch Beteiligten enthalten sich der Äußerung von Rezipientensignalen. Die Moderatorin reagiert darauf nicht sofort. ebenso wie ein alltägliches Gespräch zu führen. in den Zeilen 55 bis 58 einen politischen Aufruf zu tätigen. also insbesondere in Bezug auf die Regeln des Sprecherwechsels und des Rechtes der Redezugzuweisung. die als Frage interpretiert werden können. Diese beinhalten jeweils mehrere Einheiten. dass sie ihren Redezug beendet hat. übergegangen zu einem Gespräch. Offensichtlich wird hier dieses Wissen auch bei den Hörern vorausgesetzt. Dabei zeichnet sich die Orientierung auf eine formelle Interaktion dadurch aus. dass sich das Gespräch nach den für Nachrichteninterviews üblichen Regeln richtet. noch ist diese verwundert über die Idee Ellis. ihre Neutralität aufrecht zu erhalten. Die beiden Gesprächspartnerinnen sind also von einem Gespräch. Noch erstaunlicher. was diese zusagt (Zeile 73). führen Elli und Vera nun aber ein Gespräch. das eher nach den Regeln von Gesprächen im Alltag funktioniert. Interessant ist vor allem. Vera solle sich an der Produktion dieser Sendung beteiligen — zeigt. von der Form her. Die Beteiligten 379 . sondern interessierten Laien produziert werden. ist die Reaktion der Moderatorin auf diesen Vorschlag. Mit dem Abschluss dieser Abmachung durch die Moderatorin in Zeile 74 erhält dieses Gespräch dann endgültig eine andere Struktur. dass es für beide nichts Außergewöhnliches ist. ein Nachrichteninterview zu führen. Inhaltlich kehren die Gesprächspartnerinnen zwar noch einmal zum Interviewthema. Mit einer Pause (Zeile 59) zeigt sie der Moderatorin dann an. Sie trifft Vorkehrungen. sie stimmt dieser auch noch explizit zu. Nicht nur akzeptiert sie die Themensetzung durch die Interviewte. die als Antwort interpretierbar sind. ohne dass bei einem einfachen Hören ein Bruch im Gespräch auffällig geworden wäre. ob sich Vera denn an der Produktion einer solchen Sendung beteiligen würde (Zeile 72). zwischen diesen beiden Gesprächsarten zu wechseln. verlässt also ihren neutralen Standpunkt als Moderatorin. und dass Sendungen nicht von bezahlten Redakteurinnen. der Sitzung des Stadtrates zurück. dass sie hier im Radio das Radio selber thematisiert. Elli überlässt Vera wiederum den Redezug. Insbesondere besteht es aus verhältnismäßig langen Redezügen. Sie fragt nach. kurze Überlappungen und das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht mehr alleine bei der Moderatorin. Dies nimmt wiederum Vera zum Anlass. Es gibt vergleichsweise kurze Redezüge. Offensichtlich verfügen also die Beteiligten dieses Gespräches über die Fähigkeit. die jede für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. Die Selbstverständlichkeit mit der beide diese Selbstthematisierung des Senders behandeln — weder reagiert die Moderatorin in irgendeiner Art irritiert auf den Vorschlag der Interviewten. dass sowohl Moderatorin als auch die Interviewte gleichzeitig zu reden anfangen und sich somit ihre Äußerungen für einen kurzen Zeitraum überlappen (Zeilen 60 und 61).

M&K 49. Dies kann von Gespräch zu Gespräch. Die Besonderheit von Gesprächen im freien Radio besteht also gerade in der Möglichkeit. um seine Neutralität zu wahren. da selbst in den Gesprächen. dass ihnen die Existenz des mithörenden Publikums bewusst ist. Ihr Gespräch zeigt aber auch. Zusammenfassung Wie oben beschrieben. dass der Interviewer keine Vorkehrungen mehr treffen muss. zwischen diesen beiden Polen mühelos hin und her zu wechseln. die Rollen „Interviewer“ und „Interviewte“ zu verlassen. die ansonsten sehr stark Gesprächen im Alltag ähneln. und benutzt den Bezug auf die Hörerinnen für Fragebegründungen. wobei beide (oder alle) Gesprächspartner nicht aus ihren Rollen als „Interviewerin“ beziehungsweise „Interviewter“ fallen. Die Regeln des Sprecherwechsels sind in diesen Gesprächen in unterschiedlichem Ausmaß vorher festgelegt. Es kommt zu vielen. in der Institution „freies Radio“ mögliche kommunikativen Praktiken beschreiben: 1. Im freien Radio können Gespräche realisiert werden. die also Personen die Gelegenheit geben. Der Verlauf des Gespräches zeigt einen relativ hohen Grad an Spontaneität. In einer Vielzahl von Beispielen lassen sich die verschiedenen Ausprägungen dieser Regeln sowie das Vorkommen von Zwischenstufen in den Gesprächen im Magazin von coloRadio zeigen. Die Agierenden im freien Radio sind in der Lage. 380 . Das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht ausschließlich bei der Moderatorin. Das Recht der Redezugzuweisung liegt ausschließlich bei der Moderatorin. und die Interviewte selber Themen setzen kann. aber kurzen Überlappungen. 2. Das Gespräch wird ausschließlich für das mithörende Publikum geführt. Die Moderatorin zeigt durch ihre Äußerungen. können Abweichungen vom Regelsystem für die Organisation von Gesprächen im Alltag zurückgeführt werden auf den institutionellen Kontext. Ihr bleibt es aber vorbehalten. Insbesondere sind die einzelnen Redezüge relativ kurz. die es den Beteiligten erlauben. zumindest das Recht der Eröffnung und der Beendigung von Gesprächen beim Moderator liegt. und die Redezüge der Beteiligten sind stärker als bei der formellen Orientierung aufeinander bezogen. Dies bedeutet insbesondere. dass sie selbst das Erfragte schon weiß. auf Fragen zu Geschehnissen und Einstellungen zu antworten. 3. Zusammenfassend lassen sich damit folgende. Die an dem Gespräch beteiligten Personen zeigen durch Rezipientensignale ihrem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit und ihr Verstehen oder Nichtverstehen an. Die Gesprächsbeteiligten lassen erkennen. Jahrgang 3/2001 folgen in ihrem Gespräch im Wesentlichen einem vorher vor allem von der Moderatorin festgelegten Plan. in dem diese Gespräche geführt werden. 4. zwischen diesen Gesprächsformen zu wechseln. Eine Orientierung auf eine informelle Interaktion zeichnet sich hingegen durch die folgenden Eigenschaften aus: Das Gespräch weist die für Alltagsgespräche typischen Merkmale auf. dass die Moderatorin aus einem Interesse für den Gesprächsgegenstand heraus fragt und ihr die Antworten nicht vorher bekannt sind. das Gespräch zu eröffnen und zu beenden. dass von einer Orientierung zu einer anderen Orientierung gewechselt wird. Sie sind allerdings nie völlig undeterminiert. Zusätzlich können im freien Radio aber auch Gespräche geführt werden. die Nachrichteninterviews sind. Sogar innerhalb eines einzigen Gespräches ist es möglich. aber auch innerhalb eines Gespräches geschehen. Das Gespräch wird sowohl für die Beteiligten als auch für das mithörende Publikum geführt.

werden dort aber häufig ihres gesellschaftskritischen Potenzials beraubt. sondern dass die Art. Für beide Rundfunkarten wie für andere freie Radios gibt es jedoch bis jetzt keine empirischen Daten. Maxwell (1982): Understanding Formality. Dieses gesellschaftskritische Potenzial können die freien Radios ihnen zurückgeben.): Der Datendandy. Mannheim. in: klipp & klang radiokurse (Hrsg. 44 – 59. Agentur Bilwet (o. in: Schröder. Über Medien.f. das Beteiligung ermöglicht und herausfordert. die sonst kaum eine oder gar keine Chance haben. Frankfurt am Main. Die freien Radios können also eine wesentliche Bereicherung der Medienlandschaft sein. in: ders. Auf diesem Weg können sie das ihnen innewohnende Potenzial auch einlösen. S. Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen. zum einen das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Machern zu verändern und zum anderen vorrangig diejenigen zu Wort kommen zu lassen. J. issue 1. pp. autonome a. Ebenfalls nicht übertragbar sind die Ergebnisse dieser Untersuchung auf Offene Kanäle. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse. Die größere Alltagsnähe. Baacke. da werden auch die im Programm vorfindbaren Gesprächsstrukturen andere sein. die die Strukturen der Gespräche im freien Radio auszeichnet.). die nicht über die Kompetenz verfügen. München.Pinseler · Sprechen im freien Radio Obwohl sich die Untersuchung auf Sendungen in einem freien Radio beschränkt hat. Da dort redaktionelle Strukturen – wenn überhaupt – nur in Teilbereichen existieren.i. ermöglicht es auch denjenigen. Wo vor allem der Anspruch nicht besteht. S. wie Gespräche im freien Radio organisiert werden können. Günther (1956): Die Welt als Phantom und Matrize. Für die freien Radios lässt sich konstatieren. Dieter (Hrsg. S.r. 101 – 119 Bergmann. da die untersuchten Formen von Gesprächen eng mit dem eingangs beschriebenen Selbstverständnis freier Radios zusammenhängen. Eine Verallgemeinerung der getroffenen Aussagen für nichtkommerzielle Radios. Andere Themen kommen heute auch in anderen Medien vor. können Aussagen über Gesprächsorganisationen im Offenen Kanal immer nur in Bezug auf redaktionell zusammenhängende Programmteile gemacht werden. ein Nachrichteninterview zu geben. New Age. 381 . Anders. Walter (1966): Der Autor als Produzent. In: British Journal of Sociology 33. 9 – 51. die zum Vergleich herangezogen werden könnten. wenn sie genau diese Art der Kommunikation in ihren Sendern befördern und nicht vorrangig alternativen Journalismus betreiben.: Die Antiquiertheit des Menschen.: Versuche über Brecht. Literatur Agentur Bilwet (1993): Medien-Archiv. Technokultur.): Dialogforschung. in: ders.) (1974): Kritische Medientheorien. Düsseldorf. München. scheint jedoch nicht zulässig. Informationsfetisch. ihre Meinungen im Rundfunk zu verbreiten. Bensheim & Düsseldorf. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. Jörg R.-gruppe (1998): What’s that Noise? Gegenöffentlichkeit. 97 – 211. die sich nicht als freie Radios verstehen. Peter & Hugo Steger (Hrsg. Medienwirkungstheorie und Kommunikationsguerilla. scheint eine Verallgemeinerung für alle bundesdeutschen freien Radios aufgrund ähnlicher Praxis zumindest plausibel. Konzepte und Kommentare. wenn sie ein Sprechen im Radio aktiv befördern. Dies bedeutet. trotzdem Gespräche im freien Radio zu führen. Atkinson.a. als wenn sie ihre Gespräche nur über die Form des Nachrichteninterviews realisieren könnten. 86 – 117. J.k. eine andere als in professionellen Medien ist. dass den dort Agierenden mehr Möglichkeiten der Äußerung zur Verfügung stehen. The Categorization and Production of ‘Formal’ Interaction. S. Benjamin.

20. Steven Clayman.und Programmstrukturen nichtkommerziellen lokalen Hörfunks am Beispiel Hessen. Berlin. George (1995): Conversation Analysis. Hugues (1977): Die „Freien Sender“ in Italien. Studies in Ethnomethodology and Conversation Analysis. Jg. 250 – 258. Radio Alice (Bologna). 95 – 117. Mai ‘77. Aspects of the Production of Talk for an Overhearing Audience. S. Otfried. Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien. S. Texte zur Radioarbeit. S. Jg. Le Paige. In: Hawkins. Zürich.): Handbook of Discourse Analysis. John. Jarren. Boston. S. Frankfurt am Main. Praxis einer subversiven Kommunikation. Roland (1991): Kommunikationsstrukturen und Vernetzungen in neuen sozialen Bewegungen. Thousand Oaks.Federazione Radio Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen Sender. Don H. Ulrich Wenzel (1996): Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden könnte. 5. Suzanne Pingree (eds. Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg. Rom (Auszüge). Merging Mass and Interpersonal Processes. Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg... Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien.). S.: Gesammelte Werke. 93 – 137. Reinbek. 1. Kollektiv A/traverso (1977): Alice ist der Teufel. The Case of News Interviews. H. Bonn.. Berlin. 18. Negt. S.) (1989): Der Offene Kanal. Roy Müller (1994): Bürgermedium Offener Kanal. Hamburg. Enzensberger.): Talk & Social Structure. Eco. 261 – 279. Roland. 127 – 134 Diefenbach. 110 – 111. Wer spricht für wen?. 2. Cultural and Ideological Diversification. Kleinsteuber. Klug. Geert (1992): Hör zu – oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien. Peter & Gerd Haag (1977): Wer spricht für wen?. Frankfurt am Main. 20. Amsterdam. John M. The Study of Talk-in-Interaction. S. in: fsk-transmitter. München. Ulrich (Hrsg. John (1985): Analyzing News Interviews. klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Merz. in: Media Perspektiven.) (1991): Radio – das unterschätzte Medium. Radio-Initiative Dresden e. H. Torsten Grothe. in: van Dijk. Jg. Dieter Rucht (Hrsg. S. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Bonn. in: ders. V.) (1994): Form. H. Faecke. 122 – 132. Berlin. pp. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß. (Hrsg. The Micro-Structure of Mass Media Messages. daß das Instrument wichtig und inte- 382 . Roth. 114/115. Berlin. Kamp. pp. (1994): Antrag auf Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms in Dresden. Don H. H.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Alexander Kluge (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung. 20.. in: alternative. Dresden. Wiemann. Robert (1978): „… und da haben die Leute gemerkt. Umberto & Allen J. pp. FRED .. Hans J. Die Radio-Zeitung von Flora. Deirdre. in: Cultures. Heritage. 130 – 135. 141 – 143. Lovink. In: Boden. H. H. 114/115. Zimmerman (eds. Jahrgang 3/2001 Brecht.M&K 49. in: alternative. in: Roth. (ed. John & David Greatbatch (1991): On the Institutional Character of Institutional Talk. Teun A. Psathas. Bd. Erfahrungen mit nichtkommerziellen Lokalstationen in 15 Staaten. (1995): In: Megahertz. 5.): Advancing Communication Science. Andreas. in: alternative. Ruoff. Grieco (1978): Independent Radio in Italy. Cambridge. Struktur & Konzept. Robert P. Zimmerman (1988): Discourse and Message Analysis. Pia (1998): Bürgerfunk zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. 63 – 79. Organisations.) (1998): kurze Welle — lange Leitung. Oskar. 114/115.) (1983): Frequenzbesetzer. V. Heritage. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. 77 – 109. Arbeitsbuch für ein anderes Radio. 5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. Erfolge und Strukturen. Heritage. Jg.

5s.). S. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg.) (-) (.). Sacks. Wenzel. 696 – 735. Harvey.-) ( ) so(h)o ja ? . in: Ästhetik und Kommunikation. Andreas (1991): Rundfunk für alle. S. kurze. Schegloff.75s) Äußerung unverständlich Lachpartikel beim Reden betont gesprochen stark steigende Intonation schwach steigende Intonation schwach fallende Intonation stark fallende Intonation Abbruch eines Wortes oder einer Äußerung 383 . Marcel (1998): Der Sonntag des Sprechens. Wenzel. 85 – 124. Bürgerbeteiligung. Kurt (1987): Die anderen Medien. S.. Ulrich (1998a): Produktionsweisen und Rezeptionsweisen. Partizipation und zugangsoffene Sendeplätze in Hörfunk und Fernsehen. waruBeginn einer Überlappung oder Simultansprechen Ende einer Überlappung oder Simultansprechen schneller. S. 0. in: karoshi. Emanuel A. 17 – 39. 3. Die Geburt des Subjekts im Geiste des Mediums.-) (. . .Pinseler · Sprechen im freien Radio ressant ist. Transkriptionssymbole [ ] = (. Vogel. 4 – 9. H. Ulrich (1998b): Warten auf Mitternacht. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. pp. Weichler. mittlere.“ Zu den demokratischen lokalen Radiosendern in Italien. 0. Berlin. 5 – 21. vol. Berlin. Jg.25s. Theorie und Praxis alternativer Kommunikation. 9. längere Pause (0. Zum Potential emanzipatorischer Rundfunkästhetik. 50. Gail Jefferson (1974): A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation. unmittelbarer Anschluss sehr kurze Pause.. in: Language. Stötzler.

2000. dass vor dem Aufkommen der Systemtheorie dieses Gebiet ziemlich untheoretisch beforscht wurde. und dafür eignen sich die drei im Folgenden näher vorzustellenden Publikationen.) Theorien des Journalismus. Zum einen wird der betreffenden Theorie damit zugeschrieben. – 200 S. ob die Entwicklung der mittlerweile etablierten Systemtheorie stagniert und einen saturierten Stillstand erreicht hat oder ob sie sich weiterentwickelt und möglicherweise sogar konkurrierende Paradigmen einbeziehen kann. lässt sich nur schwer beurteilen. denn das würde bedeuten. dass sie (bereits) den Mainstream der Forschung ausmacht. In der Journalismusforschung könnte man durchaus zu diesem Eindruck gelangen. Wenn ein (soziales) System von vornherein als autopoietisch und autonom bestimmt wird. Die Systemtheorie hat sich zweifelsohne in der Journalismusforschung etabliert. wenn man die Studie in erster Linie als Versuch auffasst. Eine breite Übernahmewelle der Systemtheorie rollte erst im Gefolge des Funkkollegs „Medien und Kommunikation“ zu Beginn der 90er Jahre an. dass sich die Mehrheit der WissenschaftlerInnen diesen Ansatz einverleibt hat und andere Paradigmen nur (noch) einen minoritären Status haben. sondern durchaus in der Lage. Weber deutet sichtbare Trends 384 . zum anderen ist es nicht gerade intellektuell anregend. ISBN 3-531-13505-8 Martin Löffelholz (Hrsg. Es mag eine eigenwillige Interpretation des gleichermaßen theoretisch ambitionierten wie empirischen Forschungsberichts sein. – 579 S. Die asymmetrische Modellierung von System und Umwelt sperrt seiner Auffassung nach zu viele Fragestellungen aus bzw. Dominierendes Paradigma blieb jedoch die empirisch-analytische Verhaltenstheorie. Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Die Monografie von Stefan Weber mit dem absichtlich doppeldeutigen Titel „Was steuert Journalismus?“ zeugt von einem Unbehagen mit einigen Prämissen und Konsequenzen von Systemtheorie und Konstruktivismus. Praktisch im Alleingang hat Manfred Rühl seit Ende der 60er Jahre die Systemtheorie in die Journalismusforschung eingeführt und in der Folgezeit einige Redaktionsstudien angeregt. wie sie von den Mainzer Kommunikationswissenschaftlern Hans Mathias Kepplinger und Wolfgang Donsbach in zahlreichen Studien vertreten wurde. Nicht nur Weischenberg selbst und nach wie vor Rühl blieben im Geschäft. Kritik konstruktiv zu verarbeiten und Fehler zu beheben. (Reihe Forschungsfeld Kommunikation. ISBN 3-531-13341-1 Stefan Weber Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Konstanz: UVK. 2000. sich intern auszudifferenzieren. ISBN 3-89669-293-3 Einer Theorie zu bescheinigen. Für Weber ist die Systemtheorie Luhmanns zu voraussetzungsreich und zugleich zu restriktiv. Ein diskursives Handbuch Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. aber von hier aus lassen sich viele Anstrengungen Webers plausibel machen. 2000. Anfang des neuen Jahrzehnts ist die Zeit reif für eine Bilanz. Insbesondere stellt sich die Frage. die Defizite der Systemtheorie im empirischen Bereich zu beheben. Ab Mitte der 70er Jahren knüpfte Siegfried Weischenberg daran an. den Mainstream zu bilden – man will doch lieber zur Avantgarde gehören. sondern etliche Dissertationen vertieften den systemtheoretischen Ansatz.LITERATUR Besprechungen Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Frerichs Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. vorentscheidet ihre Beantwortung. dann kann eben dies nicht mehr empirisch überprüft (und gegebenenfalls kritisiert) werden. ist ein ambivalentes Kompliment. 12). Ob sie diese tatsächlich dominiert. dass sie einen wichtigen Platz einnimmt. 1. – 446 S. allerdings resultiert er daraus. Um es vorwegzunehmen: Die konstruktivistische Systemtheorie ist noch lange nicht am Ende ihrer Erklärungskraft.

Trotzdem ist die Motivation Webers. Jede Empirie belastet die Theorie mit logischen Problemen. Neben der Ergänzung der Systemtheorie mit der Distinktionslogik geht es Weber auch darum. dass Luhmanns Systemverständnis zu wenig offen ist für empirische Forschung. Der Verweis auf einen zirkulären Konstitutionsprozess von Theorie. Ein anderer Vorschlag. dass sie autopoietisch und autonom sind oder nicht (logische Dichotomie) und dass sie sich trotzdem entwickelt haben müssen (empirische Gradualität). Autopoiese im theoretisch-logischen Bereich kann demzufolge nicht identisch sein mit Autopoiese im empirischen Bereich. ist meines Erachtens illusionär. aber in Form der methodischen Operationalisierung auch das Zentrum. S. Der Grund liegt darin. Wenn wir für die Erforschung des Journalismus mit einer (theoretischen) Distinktion starten. Luhmanns Autopoiese-Verständnis ist binär (dichotom). sich mit der Empirieferne Luhmanns nicht abzufinden. Es ist wahrscheinlich eine Paradoxie in Luhmanns Theorie. sondern nur per plausibler Inferenz erfolgen kann. aber nicht aufhebt. Allerdings – und hier setzt meine Kritik ein – benennt Weber die Kosten dieser prämissenarmen Variante der Systemtheorie nicht. aber meines Erachtens mit zu vielen theoretischen Folgekosten verbunden.Besprechungen des Journalismus als Indizien für eine mögliche Entdifferenzierung des Journalismus. sondern schon vorausgesetzt. weil in der Forschungspraxis die Zirkularität unterbrochen werden muss (und auch ständig wird!). in den meisten Fällen nur deren Peripherie. Diese lässt offen. deren Überbrückung logisch nicht bruchlos. 385 . dass Journalismus eher nach ökonomischen Profitabilitätskriterien seligiert als nach genuin journalistischen Kriterien. für die Aufhebung seiner Autonomie und Autopoiese. Diese Probleme lösen sich auf. also perspektivisch einseitig bzw. und unzeitlich. mit dem Dilemma umzugehen. die Anreicherung journalistischer Berichterstattung mit Unterhaltungselementen oder auch die organisatorische Vermischung der journalistischen Redaktion mit der Anzeigenabteilung. behauptet der Konstruktivismus. aber der Umkehrschluss. kann sie empirisch offener sein. Empirie und Praxis scheint mir für die Problemlösung nicht ausreichend. wenn Autopoiese graduell verstanden wird: Es gibt dann ein Mehr oder Weniger. aus einer Richtung. lautete seinerzeit1. sonst würde er etwas anderes beobachten. Die (empirische) Erforschung von Journalismus setzt immer bereits ein (theoretisches) Vorverständnis von Journalismus voraus. Weischenberg. verständlich. dass die Erfahrung die Welt erschafft. unempirisch. wie sollen wir dann Journalismus definieren (also aus seiner Umwelt ausgrenzen). den (radikalen) Konstruktivismus um eine non-dualistische Erkenntnistheorie zu erweitern. Autopoiese und Autonomie sowohl theorielogisch als auch empirisch zu verstehen und die Begriffe damit zu verdoppeln. eine völlig offene Theorie zu entwickeln. 147 ff. Siegfried (1998): Journalismus in der Gesellschaft : Theorie.. 51 ff. dass die (objektive) Welt die Erfahrungen schafft. Method(ologi)e. Armin. Es mag sein. Sein Vorschlag: Wenn die theoretische Modellierung mit weniger Prämissen belastet wird. was a) messbar ist und b) historisch-evolutionär differenziert werden kann. Dazu ergänzt er Luhmanns Systemtheorie mit Rodrigo Jokischs Distinktionstheorie. überschätzt meines Erachtens die Möglichkeiten der Empirie – darauf komme ich weiter unten zurück. Opladen. Diese Paradoxie auf Kosten der einen (nämlich theoretischen) Seite aufzulösen. weil nicht messbar. Dazu zählen die zunehmende Orientierung am wirtschaftlichen Kriterium der Profitabilität. dass es soziale System gibt oder eben nicht. Während im (hypothetischen) Realismus davon ausgegangen wird. um nur einige Faktoren zu nennen. Methodologie und Empirie. Scholl. Wenn Weber etwa beobachtet. dass der Konstruktivismus die Richtung des realistischen Dualismus nur umdreht. ist aus seiner Position konsequent. weil nicht evolutionär. Sie umfasst als Systemelemente neben Kommunikation (auf der gesellschaftlichen Ebene) auch Entscheidungen (auf der organisatorischen Ebene) sowie Handlungen und Erfahrungen (auf der Akteursebene) und ist insofern (vermeintlich?) empiriefreundlicher. ob mit einer symmetrischen Differenz oder mit einer asymmetrischen Unterscheidung gestartet wird. Dass Weber diesen Vorschlag ablehnt. Die non-dualistische Philosophie Josef Mitterers will auf solche Polarisierungen 1 Vgl. wenn nicht asymmetrisch. setzt er mit dieser Unterscheidung (und nicht Differenzierung?) die Autopoiese des Systems Journalismus voraus. Grundlage dafür war die grundlegende Differenz (in Jokischs Sinn nicht Unterscheidung) von Theorie und Empirie.

An diesem Punkt endet die theoretische Arbeit Webers noch nicht. Blöbaum und anderen Autoren. Deshalb bedeutet Heinz von Foersters Satz. Das Ziel besteht auch hier in der theoretischen Vorbereitung empirischer Forschung. Organisationen. Werbung. Die Welt ist bei von Foerster nicht der Gegenpol zur Erfahrung. sondern es ist nur eine reflexive Selbstanwendung. dass sie unerkennbar ist. um damit ontologisierenden Vorstellungen zu entkommen. deswegen muss ihre Kontroverse auch unentscheidbar sein. während der repräsentationistische Journalist (etwa einer Qualitätszeitung) subjektiv wahrhaftig berichtet. Systeme auf mehreren Ebenen zu beobachten: Akteure bzw. Gemeinsam ist die (praktische) Ablehnung des Realismus.) ein. verschiedene Konstruktionsmechanismen (empirisch) zu erforschen. beraubt ihn seiner kritischen (soll man sagen dekonstruktivistischen?) Funktion und suggeriert. in zynischen oder selbstkritischen Momenten sind sie sich der Konstruiertheit ihrer Fakten bewusst. sondern dessen Produkt. dass es sich dabei um Erfindungen. dass diese Erforschung selbst wieder eine Konstruktion ist. Interaktionen. ist deshalb nicht tautologisch. Ich stimme mit Weber überein.). Sein Vorschlag zur theoretischen Flurbereinigung mündet in eine zweifache Hierarchisierung der Modellierung von Systemen: Die interne Hierarchisierung sieht vor. während der Agnostiker und der Atheist beide ungläubig sind. Unterhaltung usw. auch keine bloße Umkehrung der realistischen Präferenz für die objektive Welt. E-Mails usw. Es ist kein performativer Widerspruch. Marcinkowski. Allerdings sollte auch hier an mögliche Folgekosten gedacht werden.M&K 49. Beobachter erster Ordnung sind dagegen in erster Linie Realisten. Der Dualismus wird in der non-dualistischen Philosophie nur nach unten gereicht in den Bereich der Beobachtung erster Ordnung. um ihn damit zu gradualisieren. der dazu dient. bleibt aber dort beste- hen. Die externe Hierarchisierung ordnet die unterschiedlichen Systemmodellierungen von Luhmann. danach Publizistik als Subsystem der Medienkommunikation gegen Öffentlichkeit und auf der gesellschaftlich konkretesten Ebene Journalismus gegen andere publizistische Formen (PR. Über eine unerkennbare Wirklichkeit wird nichts gesagt. Jahrgang 3/2001 völlig verzichten. nicht einmal. weil der Weltbegriff der Realisten und der (radikalen) Konstruktivisten völlig unterschiedlich ist. Diese Verlagerung des Konstruktionsbegriffs in das subjektive Bewusstsein verschenkt jedoch seinen logischen Wert. Konstruktivismus ist der Startpunkt der Beobachtung (zweiter Ordnung). Konstruktivismus und Realismus bewegen sich demzufolge nicht auf einer logischen Ebene. Zur Realität wird eine konsequent agnostische Haltung eingenommen. weil nur der Gläubige gläubig ist. bewusste Fälschungen (wie im Boulevardjournalismus) und dergleichen handelt. Die Rede. Auf der obersten oder abstraktesten Ebene differenziert er das System Medienkommunikation gegen interpersonelle Kommunikation aus. nur aus verschiedenen Gründen? Der Streit zwischen Konstruktivisten und NonDualisten ist in (forschungs-) praktischer Hinsicht irrelevant. Das Beharren von (vielen) Journalisten an der objektiven Wirklichkeit und der wahrheitsgemäßen Berichterstattung ist ein Beleg dafür. In diesem Zusammenhang ist die Analogie Webers zum Agnostizismus interessant: Ist der Agnostiker nicht doch ein praktischer Atheist. denn er unternimmt einen klassifikatorischen Ordnungsversuch zur Integration der verschiedenen systemtheoretischen Ansätze. dass sie informativer und damit für Forschungszwecke konkreter sind. dass alle Beobachtung Konstruktion sei. Diese lässt 386 . weil die Konstituenten der Konstruktion unterschiedlich sind. Die Verlagerung des Konstruktionsbegriffes auf die Beobachtung erster Ordnung. wenngleich theoretisch interessant. dass viele Konstruktivisten begrifflich dem Dualismus noch ein wenig verhaftet sind. Allerdings sehe ich in dem Ordnungsversuch einige konkrete Schwierigkeiten: Mit der abstrakten Modellierung des Systems Medienkommunikation handelt sich Weber auch noch die medienvermittelte Individualkommunikation (Telefon. Hierarchisierungen haben gegenüber additiv-heterarchischen Ordnungen den Vorteil. denn wie sollte ich das wissen? Ziel einer solchen nochmaligen Radikalisierung des Konstruktivismus ist die Auflösung dieses konstruktivistischen Paradoxes und die Freisetzung des Konstruktionsbegriffs für die empirische Forschung. Gesellschaft. Die non-dualistische Erkenntnistheorie ist wie der radikale Konstruktivismus eine typische Beobachtung zweiter Ordnung. Produkte (Texte). Kohring/Hug. dass die Erfahrung die Welt erzeuge. auch wenn dieser angeblich nur hypothetisch oder kritisch ist.

Umgekehrt sind einige systemtheoretische Interpretationen der Daten nicht zwingend. allerdings dürfen diese nicht vage sein wie etwa die Frage danach. dazu in der Lage seien. 2. wonach theoretische Behauptungen verifiziert oder falsifiziert werden. Mit dem Konstruktivismus verabschiedet er sich in struktureller Hinsicht von repräsentationistischen Vorstellungen. Dennoch gibt die Studie eine Menge von Indizien für die Richtigkeit systemtheoretischer Analysen. denn sie sind ja private Kommunikation. ob der Journalismus sich selbst steuert oder fremdgesteuert ist. asymmetrische Modellierung von System und Umwelt dem Kriterium logischer Konsistenz. aber eine Überbrückung dieser Differenz wird nicht argumentativ hergestellt. Interessant erscheint aus einer Metaperspektive. Die expliziten Fragen nach Unterschieden zwischen früher und heute sind dagegen erneut eher vage und in ihrem Wert begrenzt. sondern Reinterpretationen des journalistischen Alltags aus der Perspektive des (radikalen) Konstruktivismus und der Chaostheorie. alle ambitionierteren Versuche nehmen logische Inkonsistenzen – meines Erachtens ohne Not – in Kauf. Inwiefern kann Öffentlichkeit Produkt von und gleichzeitig Bedingung für Publizistik sein. Die theoretische Modellierung muss allein dem Forschungszweck folgen. Die von Weber aufgeführten Autoren behandeln eben unterschiedliche Probleme. Der empirische Teil der Studie besteht aus einer standardisierten Befragung von 522 österreichischen Journalisten. weil die Problembestimmungen zu unterschiedlich sind. sondern ist beidseitig und wechselseitig begründungsbedürftig.Besprechungen sich in den disjunkten Untereinheiten der Publizistik und Öffentlichkeit nicht wiederfinden. Die Fragen sind nicht notwendig dem systemtheoretischen Paradigma verhaftet. dass empirische Forschung. Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie – Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Einen empirisch wesentlich bescheideneren Anspruch als Webers Studie hat die Abhandlung von Stefan Frerichs über die journalistische Nachrichtenproduktion. dass sich Frerichs explizit von Luhmanns Systemtheorie absetzt und soziale Systeme personal definiert. sondern dass sich das Verhältnis von Theorie und Empirie ebenfalls verändert. Insofern muss ihre systemtheoretische Interpretation immer erst begründet werden. obwohl die Befragung eine Querschnittsuntersuchung ist. Interessant ist dabei. das die Journalisten davon haben. wenngleich nahe liegend. Insgesamt betont Weber mehrfach die Differenz zwischen tatsächlichen Phänomenen der Heteropoietisierung und dem subjektiven Bewusstsein. nicht nur zu anderen Ergebnisinterpretationen führt. sondern auf der 387 . wenn sie aus systemtheoretischer Warte durchgeführt wird. weil diese scheinbar eher auf das Bewusstsein journalistischer Akteure zielen als auf systemische Parameter. wonach journalistische Nachrichten (mehr oder weniger gut) eine außerjournalistische Wirklichkeit abbildeten bzw. Besonders begründungsbedürftig sind mehrere Selbsteinschätzungsfragen. wie viel Prozent der behandelten Themen auf journalistischen oder virtuellen Quellen basieren. Weber stellt einige Fragen.und Fremdsteuerung weniger ein empirischer Befund als eine (sinnvolle) theoretische Behauptung. Verschiedene Systemmodellierungen müssen wohl ferner heterarchisch bleiben. sondern könnten auch in einem verhaltenstheoretischen Kontext gestellt werden. von den Befragten Einschätzungen zu verlangen. So ist auch das Oszillieren zwischen Selbst. Damit argumentiert er a) nicht auf der Makro-Ebene funktionaler Gesellschaftssysteme. die ermitteln sollen. Wahrscheinlich genügt doch allein eine unterscheidungstheoretische. Die Kopplung wird nicht mehr einseitig wie im Kritischen Rationalismus zugunsten der Empirie interpretiert. wenn beiden Subsystemcharakter zugeschrieben wird? Wieso wird ferner Öffentlichkeit in Publikum und andere Öffentlichkeiten und das Publikum wiederum in aktuelles und potenzielles Publikum unterteilt? Wieso wird dem Leistungssystem Journalismus ein aktuelles und ein potenzielles Publikum gegenübergestellt? Die hierarchische Klassifikation scheint logisch nicht zwingend zu sein. Zwar ist es nicht prinzipiell falsch. Der Autor ist Journalistik-Wissenschaftler und tätiger Journalist. Außerdem macht Weber eine Menge von Aussagen über zeitliche Unterschiede. In prozessualer Hinsicht impliziert die Chaostheorie eine Abkehr von linearer Aussagenproduktion hin zu nicht-linearen Zusammenhängen bei der Entstehung von Nachrichten. sodass ihre Modellierungen nicht ineinander überführbar und hierarchisierbar sind. Seine Beobachtungen sind nicht streng methodisch kontrolliert.

ist eine Formalisierung der Thesen. Beide Kapitel sind so klar und übersichtlich geschrieben. vier privat-kommerziellen Hörfunksendern und von drei Nachrichtenagenturen der Beobachtung der stundenaktuellen Berichterstattung. Konvention.bis dreitägiger Besuch bei den Nachrichtenredaktionen von acht öffentlich-rechtlichen. Deutlich wird aber auch der Mehrwert dieser Theorien gegenüber den bisher gehandelten Theorien. sondern beschreiben eher die Operationalisierungsbereiche der einen Variablen Qualität der Nachrichtenkonstruktion. dass auch informale Rollen und Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsfaktoren berücksichtigt werden (sollen). sondern durch die qualitativen Auswirkungen der Kopplung: Koordination. Sie sind präziser und – der Autor weiß das aus seiner vielfältigen journalistischen Praxis – praxisnäher trotz ihres hohen Abstraktionsgrades. Dennoch setzt hier die Kritik an Frerichs’ Vorgehensweise ein. Dem jeweils ersten. Oft argumentiert Frerichs mit bekannten Nachrichtentheorien gegen diese selbst. Kreativität und Kontrolle. 298 ff. Für die Untersuchung der Ereignisentwicklung und die „Überprüfung“ der chaostheoretischen Thesen sammelte er das vollständige Material von sieben Nachrichtenagenturen zu einem unerwarteten Ereignis. die einen echten empirischen Test ermöglicht. Mit dieser Methode identifiziert er 13 Arbeitsschritte von der ersten Ereigniswahrnehmung bis zur publizierten Nachricht und klassifiziert er die Redaktionsorganisationen. Darüber hinaus diente ein ein. Dies ist nicht die schlechteste Art. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellung eines linearen Nachrichtenflusses und die Konzeption objektiver Nachrichten. die für sich genommen bereits eine Dissertation voll gerechtfertigt hätten. sondern Kognitionen und Handlungen als Basiseinheiten von Systemen. Jahrgang 3/2001 organisatorischen Meso-Ebene und konzipiert b) nicht Kommunikationen. Konsens. Kooperation. Immerhin bleibt Frerichs nicht bei seinen theoretischen Überlegungen stehen. Die Thesen (S. die in das gesamte Buch einführt. Was noch fehlt. Als „Stützsteine“ bezeichnet er die folgende Kritik der klassischen Nachrichtenforschung. bestimmte Prozesse der Nachrichtenentstehung chaostheoretisch zu interpretieren und daraus chaostheoretische Thesen abzuleiten. In diesen Kapiteln werden zudem populäre Missverständnisse korrigiert. etwa dass Chaos mit Zufälligkeit und folglich mit Unerklärbarkeit gleichzusetzen wäre oder dass Konstruktion Beliebigkeit von Welterzeugung impliziere. der über die beispielhafte Illustration hinausgeht. Im fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Leittheorien auf den Nachrichtenjournalismus angewendet. Auch dies ist ein Ausweis der Seriosität seines Vorgehens. welche die klassischen Theorien – diese freundlich einvernehmend – in die eigene Konzeption integriert. was zunächst jedoch nur eine Begriffsübertragung und Beschreibung mit neuer Perspektive ist. Die individualistische Ausgangsbasis des Konstruktivismus führt dazu. Nach der „Grundsteinlegung“. sondern eher um einen unsystematischen Vergleich. Der Autor definiert alle Begriffe sehr verständlich und hat dafür penibel recherchiert – sogar die vollständigen zweiten Vornamen der zitierten WissenschaftlerInnen. Dass dies nicht unproblematisch ist. Es handelt sich hierbei nicht um eine systematische Einzelfallstudie. baut er die beiden „Ecksteine“ der Chaostheorie und des Konstruktivismus auf.) enthalten zumeist nicht Zusammenhangspostulate mehrerer Variablen. Dem Autor gelingt es. Auf diese Weise entsteht eine konstruktive Auseinandersetzung. beschreibenden Teil folgt die Ableitung der Thesen. die üblicherweise nur abgekürzt erwähnt werden. gleichermaßen induktiv und deduktiv zu Thesen zu gelangen. Damit wird die Theorieninnovation bis zum vorletzten Schritt vorangetrieben. sondern konkret als Beschreibungs. Geradezu nebenbei wird der im Konstruktivismus und in der Systemtheorie so wichtige Kopplungsbegriff präzisiert. dies allerdings nicht durch eine Definition. Frerichs gebraucht die Theoriebegriffe wie Unschärfe und Selbstorganisation nicht als schön klingende Wissenschaftsmetaphorik. Der Qualitätsbegriff als abhängige Variable wird selbst allerdings nicht definiert. Ebenfalls zu den Stützsteinen gehören die konstruktivistischen und chaostheoretischen Reinterpretationen der Nachrichtenproduktion. Problematisch ist ferner die oben bereits erwähnte Unterstellung einer Emergenz vom 388 . sondern bemüht sich um eine explorative Empirie. werde ich weiter unten erörtern.M&K 49. dass man sie hervorragend als Lehrbucheinführung benutzen kann.und Erklärungsinstrument. Alle Ausführungen werden ausführlich belegt und immer wieder durch Definitionen systematisiert.

Es trägt im Untertitel den verblüffenden Titel „Ein diskursives Handbuch“. ohne die Frage. denn die Veröffentlichung basiert auf den Ergebnissen einer Tagung der DGPuK-Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“. Dies ist keineswegs ungewöhnlich. bei der seinerzeit (Januar 1998) ebenfalls die Systemtheorie im Mittelpunkt gestanden hatte. ausreichend beantworten zu können. theoretisch zu arbeiten. Die Akzeptanz der Norm kann man – neben einer guten Begründung – dadurch steigern. Persönlichkeitsmerkmale interferieren a) eher zufällig statt systematisch und b) eher punktuell statt generell. wenn es die Umstände erlauben und die betreffenden Normanwender die Normbegründung als solche akzeptieren. als dies ohne Konstruktivismus und Chaostheorie und deren Übertragung auf die Redaktionsorganisation und die Nachrichtenkonstruktion möglich gewesen wäre. Allerdings geht sie weit über den Tagungsschwerpunkt hinaus und wird mit Sicherheit ein Standardwerk. so ist dies nicht mehr auf eben diese persönlichen Eigenschaften – und Frerichs meint hier nicht nur die berufsbezogenen. Ein Buch wie dieses ist glaubwürdig und einer verständnisorientierten Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis förderlich. das sowohl für Einführungs. sondern in der Auswahl der relevanten Variablen: Wie weit reichen das Geschlecht. Der Erkenntnisgewinn der Systemtheorie besteht gerade darin.Besprechungen System „Mensch“ bzw. sondern hat quantitativ wie qualitativ eine klare Präferenz für systemtheoretische Ansätze. Eine Norm lässt sich nur dann durchsetzen oder anwenden. aber alle vertretenen erhalten genug Raum. ist die Konzentration auf systemisch-professionelle Eigenschaften der Journalisten und der Organisationen erforderlich. ist nicht vorhersehbar – so müsste man mit dem Chaostheoretiker Frerichs gegen ihn selbst argumentieren. den Frerichs zusammenstellt. die Mikrostrukturen der individuellen Persönlichkeit als Rauschen auszublenden und trotzdem die Makrostrukturen beobachten zu können. Dabei ist das Buch nicht neutral. der sich die Mühe gemacht hat. weil es von einem Praktiker stammt. wenn man nachweisen kann. die in bestimmten Situationen handlungsrelevant werden könnten. Der Katalog. 3. um Resonanz im Journalismus zu erreichen. Emergenz ist gerade dadurch definiert. Und das ist einigermaßen gelungen. wie der Übergang von Person zu Organisation und zu Funktionssystem möglich sei.): Theorien des Journalismus – Ein diskursives Handbuch Ein sehr ambitioniertes Buch zu den aktuellen Journalismustheorien hat Martin Löffelholz herausgegeben. Welche Persönlichkeitsmerkmale im Einzelnen eine Rolle spielen bei der Nachrichtenkonstruktion. systematisch (= überzufällig) in systemische Abläufe hinein? Frerichs dehnt schließlich den Anspruch seiner Studie über den analytischen Wert aus und formuliert qualitätsbezogene und ethische Implikationen aus Chaostheorie und Konstruktivismus. Für die Journalistik und Journalismusforschung bedeutet dies. Dies lässt sich aus dem Entstehungskontext erklären. Martin Löffelholz (Hrsg. dass sie nicht umkehrbar ist. deckt sich dabei durchaus in weiten Bereichen mit herkömmlichen Anforderungsprofilen.als 389 . Der Grund dafür besteht darin. wie wir von Habermas lernen können. sondern prinzipiell alle individuellen Eigenschaften – zurückführbar. da diese Basistheorien selbst stets den Zusammenhang zur Ethik hergestellt haben. Wenn tatsächlich persönliche Charakteristika der Nachrichtenredakteure in einzelne Entscheidungen der Nachrichtenkonstruktion eingehen. dass die Norm auch funktioniert und nicht als bloßes Ideal unerreichbar ist. dass sie ihre normativen Vorschläge gut und verständlich begründen muss. von der Person auf das soziale System der (Nachrichten-)Redaktion. die politische Einstellung usw. Es wäre schon forschungsökonomisch unmöglich. Vielleicht sind nicht alle Arten von Journalismustheorien vertreten. alle möglichen individuellen Eigenschaften zu erfassen. das wiederum als Teil des Systems Nachrichtenjournalismus angesehen wird. Frerichs stellt sich damit gegen das Verständnis von Luhmann und Rühl. Das Hauptproblem besteht dann nicht in der Identifikation aller möglicher Einflüsse. um für die Praxis einen Nutzen zu erreichen. er ist jedoch theoretisch deutlich besser hergeleitet und besser an die Praxis angepasst. dass trotz Makrostabilität (des Journalismus) Mikrodiversität (der Journalisten als Personen!) möglich und notwendig ist. Da folglich nur wenige Variablen erhoben werden können. will also sowohl den Stand des Theoriewissens kanonisieren als auch diskutieren. um je individuell diejenigen zu identifizieren. Allerdings ist deutlich zu trennen zwischen der Normbegründung und der Normdurchsetzung.

insofern sind Görkes Ausführungen ein Beleg für die theoretische Flexibilität (nicht Immunität!) der Systemtheorie. Manfred Rühls zweite Einführung in die Theoriegeschichte kann durch diese Vorlage direkt auf den Wert der Systemtheorie bzw. auch anderen Ansätzen (Handlungstheorie und Steuerungstheorie) gerecht zu werden. dass sie über den oder jenseits der Paradigmen steht. Jahrgang 3/2001 auch für fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wertvoll ist. Akteure werden in der Handlungstheorie eher als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Handlung modelliert. In einigen Fällen erweist sich bereits der Weg (der Argumentation) als das Ziel (der Rechtfertigung der Systemtheorie). Den anspruchsvollen Versuch der Paradigmenverbindung unternehmen Neuberger. damit setzt sich der Autor nicht auseinander. Wenn beide als Leistungssysteme von Öffentlichkeit angesehen werden und beiden die Funktion der Herstellung von Öffentlichkeit zugeschrieben wird. denn sogar die meisten kritischen Artikel beziehen sich auf die Systemtheorie. Esser und Haller. denn die Einnahme einer MetaPosition kann an dieser Stelle des Buches (immerhin schon Kapitel 3) nicht mehr der Zweck sein.und Empirie-Begriff ebenso hervorragend zusammen wie die Theoriegeschichte der Journalismus. Dass der Autor dabei nur auf den Nutzen systemtheoretischen Denkens eingeht und die Kosten ziemlich pauschal abweist. Kohring und Görke mit beiden Beinen im Paradigma. Diese Eröffnungsbilanz ist deshalb unbedingt empfehlenswert für Einführungsseminare in die Journalismusforschung. etwa in den Aufsätzen von Klaus. Der Zusatznutzen dieses Artikels besteht darin. Der Artikel macht deutlich. organisatorischen und funktionalen Inter-Relationen von PR und Journalismus stellt den Versuch dar. dass er die unterschiedlichen systemtheoretischen Modellierungen von Journalismus. der Akteure als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Organismus versteht. stellt sich allerdings die Frage nach ihrer Differenzierbarkeit. Beginnen wir mit denjenigen Autoren. Welche Arten von Kritik werden in dem Buch an der Systemtheorie geübt? Da ist die Kritik zu nennen. Bucher. dass sich die Systemtheorie um die Integration anderer Ansätze bemühen muss. die Matthias Kohring in die Systemtheorie Luhmanns gibt. Der didaktische Wert wird noch gesteigert durch die zwölf eingebauten Textausschnitte. Der Herausgeber selbst eröffnet den Blick auf das gesamte Buch aus einer metatheoretischen und historischen Position. Publizistik und Massenmedien gegeneinander abwägt und insofern eine Art Flurbereinigung durchführt sowie den Blick frei macht für die nachfolgenden spezielleren Themen. die nicht der des Buches entspricht. Für nicht sinnvoll halte ich den Akteursbegriff. diesen zu begegnen. was sozialwissenschaftlich gesehen allemal anschlussfähiger ist als den Organismus einzubeziehen und die Akteure damit auf monadische Individuen zu reduzieren. Dies gilt für die Aufsätze von Kepplinger. von so genannten Supertheorien eingehen. die ihrerseits ihre paradigmatische Herkunft verschweigt und zu dem Eindruck verleiten könnte. Auch die dritte „Einführung“. sie birgt eine Menge kreatives Potenzial. Der Autor äußert seine Bedenken gegenüber einer Verunreinigung der Systemtheorie durch den theoriefremden Import empirischer Forschung. Auf Webers Aufsatz will ich nicht mehr gesondert eingehen. wenn diese auf einen methodologischen Individualismus hinausläuft. Lünenborg oder Renger. Martin Löffelholz thematisiert das Verhältnis von Journalismus und Public Relations als ko-evolutionäre Intersystem-Beziehung. mit denen sich systemtheoretische Journalismusforscher beschäftigen. aber auch. Dafür geht Alexander Görke mehr auf die theoretischen Einwände ein und weist Wege. tut dem Artikel keinen Abbruch. Ferner kommt die Kritik aus einem anderen Paradigma zu Wort. dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. weil die darin dargelegte Position im Wesentlichen der im oben besprochenen Buch entspricht. Die folgende Auseinandersetzung erfolgt deshalb nach dieser selbst gewählten Ordnung. ist hervorragend als Einführungstext geeignet. es geht in erster Linie um systemtheoretische Modellierungen des Journalismus. Die Ausdifferenzierung in die drei Ebenen der interaktionalen. Raabe und Weber. Dieser Artikel fasst den Theorie. Ob und wie empirische Forschung ohne methodische Individuen möglich überhaupt ist. Mit seinem Beitrag ist jedenfalls die theoretische Ausrichtung des Bandes markiert. Dagegen stehen die Vertreter der Systemtheorie Rühl. dass die Ausdifferenzierung von Autopoiesis und struktureller Kopplung 390 . die im Rahmen der Systemtheorie argumentieren. Frank Marcinkowski und Thomas Bruns weisen darauf hin. Öffentlichkeit.M&K 49.

In eine ähnliche Richtung geht auch Klaus-Dieter Altmeppens Analyse des Entscheidungshandelns in Redaktionen als koordinierendes Handeln. Die Autoren verweisen auf neue statistische Methoden neuronaler Netze und auf Klassifikationsmodelle.und Außenperspektive.oder Mikroanalyse. Bernd Blöbaum nimmt in seinem Aufsatz eine evolutionstheoretische Perspektive ein und beschäftigt sich mit den Strukturen des Journalismus. die nicht im Widerspruch zu verschiedenen Abhängigkeiten auf organisatorischer Ebene steht: Da funktionale Teilsysteme der Gesellschaft von Organisationen abhängig sind. diese Verfahren anzuwenden oder auch nur zu verstehen. das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Phänomen Journalismus und dem (individuellen) Bewusstsein journalistischer Akteure im Anschluss an den Soziologen Wil Martens zu klären. wohingegen die Beiträge von Christoph Neuberger und Johannes Raabe stärker auf das Individuum.oder Systemebene. kann aber nicht beantwortet werden. Wenn die Beziehung von Massenmedien (Journalismus) und Politik in der Beschaffung und strukturellen Verfestigung von Irritationschancen und Resonanzhoffnungen besteht. Eine Alternative bietet vielleicht die nicht-kausale Interpretation bestehender statistischer Verfahren.Besprechungen nötig ist. Sowohl Neuberger als auch Raabe scheinen davon auszugehen. Dazu setzt er sich sowohl vom zu engen Handlungsbegriff Luhmanns ab als auch von Akteurstheorien. Diese Konzeption ist an Peter M. Hans-Jürgen Buchers Verknüpfung von Binnen. Die Differenz der beiden Theorien sehe ich eher durch die unterschiedlichen Bezugsebenen bedingt. ob sich ein Strukturwandel irgendwann auf die Funktionserfüllung des Systems auswirkt. auf den einzelnen Journalisten abzielen. Während Bucher zwischen Handlungsmuster und vollzogener Handlung differenziert. Meines Erachtens basiert diese Verbindung von Akteurstheorie und Systemtheorie jedoch auf dem Missverständnis. Dies ist jedoch eher eine Frage der Referenz. bemühen sich die handlungstheoretischen Ansätze eher um eine Meso. Hejls konstruktivistisches Verständnis von synreferenziellen Organisationen anschließbar. Die Verknüpfung funktioniert allerdings nicht reibungslos. die mehr den Handelnden als die Handlung im Fokus haben. Die Systemtheorie hat durch die Konzepte der Interpenetration und der strukturellen Kopp- 391 . weniger eine kategorische oder ontologische Differenz. die als Rahmenbedingungen organisationellen Entscheidens limitierend. sondern eine wissenschaftstheoretische Zuschreibung. aber damit noch nicht steuernd wirken. dass Systemtheorie nur routiniertes Handeln erklären könne. weil beide Verfahren an dem Prinzip der Kausalität festhalten. sondern haben indexikalischen Charakter und dienen der Rekonstruktion von Funktionen. Neuberger reaktiviert die Akteurstheorie unter Bezugnahme auf Schimanks systembezogene Akteurskonstellation. denkbar wäre auch ein Bezug zu Achim Baums an Habermas angelegte Theorie journalistischen Handelns. Die handlungstheoretischen Gegenvorschläge zur Systemtheorie sind ihrerseits sehr heterogen. Die dringende Frage. von Handlungs. wird am Schluss gestellt. Beide Vorschläge lassen sich in erster Linie auf Organisationen beziehen. sodass man auf die Systemfunktion immerhin indirekt schließen kann. dass Akteur und/oder Bewusstsein zunächst zu trennen seien vom Sozialen.und Systemtheorie wird argumentativ über Phänomene dritter Art – unbeabsichtigte Folgen individuellen Handelns – hergestellt. bietet sich auf der strukturellen Ebene ein Einfallstor für externe Einflüsse. denn Kausalität ist diesen Methoden nicht inhärent. weil nur deren historische Entwicklung beschreibbar ist. unterscheidet Altmeppen zwischen Handlungsentwurf und Handlungsvollzug. um die scheinbar paradoxe Beziehung zwischen operativer Geschlossenheit und informatorischer Offenheit zu begründen. Die Integration des theoretischen Individualismus basiert nicht zuletzt auf einem Missverständnis vom Konstruktivismus: Kognitive Autonomie wird nämlich von Raabe fälschlicherweise als Abgeschiedenheit von sozialen Einflüssen interpretiert. Das gilt auch für Raabes Versuch. So gesehen ist etwa der Verweis auf logistische Regressionen als vermeintliche Verbesserung gegenüber linearen Regressionen einseitig. Während die Systemtheorie Luhmannscher Prägung konsequent makroanalytisch vorgeht. Individuelle Hand- lungen und ihre Intentionalität müssen nicht mentalistisch interpretiert werden. Auch KlausDieter Altmeppen beschäftigt sich mit der funktionalen Autonomie des Journalismus. dann ist eine auf Kausalität und Linearität begründete Empirie ungeeignet. Allerdings fehlt derzeit die Kompetenz sozialwissenschaftlicher Empiriker. was sicherlich berechtigt ist.

Auch hier ist zu fragen. Warum sollte es mit systemtheoretischer Perspektive nicht möglich sein. weil diese nur für die Integrationsleistung werben. Den drei in diesem Band versammelten AutorInnen gemeinsam ist die Umstellung der Kommunikator. sondern dass sich historisch gewachsene. Möglicherweise sind dies Indizien dafür. beschäftigt. dass Frauen nicht qua Geschlecht der Zugang zu bestimmten Berufssparten schwer fällt bzw. Elisabeth Klaus reinterpretiert in ihrem Beitrag empirische Ergebnisse zur Geschlechterdifferenz im Journalismus aus der Sicht der Cultural Studies. Ebenfalls nicht erklärbar mit dieser Argumentationslinie ist der starke Anteil von Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit. indem sie entweder vom psychischen oder vom sozialen System aus denkt und beobachtet. Insofern sehe ich auch die These. Dabei vereinseitigt sie konsequent den Blickwinkel. dass alles Kultur ist. dann spricht vieles für die These.und Wirkungsforschung. Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wäre auch der europäische Vergleich sinnvoll zu bewerkstelligen. durchaus nicht im Widerspruch zur konstruktivistischen Systemtheorie. Hier ist es in der Tat überlegenswert. Es stellt sich dabei jedoch die Frage. Mehr auf Konkurrenz als auf Integration setzen die VertreterInnen kulturwissenschaftlicher Ansätze. die ei- 392 . die scheinbar nicht aus der Perspektive eines bestimmten Paradigmas argumentieren. Allerdings gibt es Gegenbeispiele: Männer sind besonders im prestigearmen Sportressort sehr stark überrepräsentiert. Jahrgang 3/2001 lung bereits den Weg der Verbindung vorgezeichnet. Sollten sich Frauen auch in Männerdomänen etablieren können. dann müssen Sekundärdifferenzen eingeführt werden.auf die Publikumsperspektive. so dass die Cultural Studies eher komplementär als kompetitiv zu verstehen wären. Margret Lünenborg nennt als konkrete Forschungslücken. ob ein methodologischer Individualismus ohne einen theoretischen Individualismus zu haben ist. dass dieser Ansatz sich weniger mit den journalistischen Aussagen und den Bedingungen. wie sie von Löffelholz und Marcinkowski und Bruns angedacht werden. sondern versuchen.M&K 49. eine Metaperspektive hält sie dagegen nicht für möglich. Ebenfalls grundlegende Kritik an der systemtheoretischen Modellierung des Journalismus üben mehrere Autoren. Viel wichtiger erscheint mir dagegen die Kopplung von Theorie und Empirie als zwei nicht aufeinander zu reduzierende Programmtypen des wissenschaftlichen Systems. die sich aus der Beziehung zwischen Text und Leser ergeben. dann ist dieser differenzlose Begriff seinerseits zu begründen bzw. während Machtfragen von der Systemtheorie ausgespart oder untergeordnet werden. Unterhaltungsjournalismus oder Unterhaltungsphänomene allgemein zu untersuchen? Dass kulturelle Unterschiede im Ländervergleich eine Rolle spielen. Insofern konkurrieren die Cultural Studies überhaupt nicht mit anderen Theorien der Journalismusforschung. ohne den Preis der geringeren logischen Kohärenz zu nennen. dass Geschlecht ein sekundäres Merkmal darstellt oder dazu geworden ist. ob die Behebung vermeintlicher Lücken nicht auf einen ganz anderen Forschungsgegenstand hinausläuft. aber überkommene und gegenwärtige Funktionszuschreibungen überlagern. dass Geschlechterdefinitionen nicht eindeutig seien und dass Geschlecht eine vieldimensionale Kategorie sei. Da Informationsjournalismus höher bewertet wird als Unterhaltungsjournalismus und höheres Prestige verspricht. unter denen sie entstehen. ohne den Gegenstand zu reontologisieren. die einen Vergleich überhaupt erst möglich machen. Frauen gelten als unterhaltungsorientierter als Männer und sind in Informationsressorts unterrepräsentiert. sondern mit Theorien im Bereich der Publikums. die ihrer Meinung nach die Analyse der Machtverhältnisse ermöglichen. so die Autorin. ist der Einzug von Frauen in die Nachrichtenredaktion besonders hart umkämpft. ist plausibel. sondern vielmehr mit der Alltagsressource journalistischer Inhalte und dem kulturellen Handeln. deren sich die Cultural Studies annehmen wollen. Dehnt man allerdings den Kulturbegriff so weit aus. Die Benennung offener Forschungs- felder ist jedenfalls kein hinreichender Grund für einen Theorienwechsel. bleibt zu klären. aber wie dominierend diese im Vergleich zu anderen Unterschieden sind. So benennt Rudi Renger das Interesse der Cultural Studies dahingehend. schwer gemacht wird. Aus diesem Grund bin ich skeptisch gegenüber derartigen Versuchen der Theorienintegration. ob diese Interessenverschiebung nicht eher ein Ausweichen gegenüber der systemtheoretischen Journalismusforschung bedeuten. vor allem die Vernachlässigung des Publikums und die Zentrierung auf politischen Nachrichtenjournalismus.

Als ob dies ein Merkmal einer Theorie an sich wäre. Der Autor beklagt sich über die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis („disparate Paradigmen“. denn oberhalb von Supertheorien kann niemand stehen. eine Theorie solle als ihr eigener Gegenstand vorkommen? Gerade die Theorien mittlerer Reichweite vermögen dies im Unterschied zu Supertheorien (und dazu gehört nicht nur die Systemtheorie. 134). was wohl deshalb eines besonderen Hinweises bedurfte. 105). die wis- 393 . Einflüssen und Wirkungen (auf die Rezipienten) sowie Eigeninteressen (der Journalisten) platziert werden. die sich in die falsche Richtung entwickelt habe. bedeutet nicht nur. zeigt allerdings. Einen Vergleichsmaßstab zu entwickeln. 90) Wahrscheinlich führt dieses Wissenschaftsverständnis zu der Ansicht. denn das käme einer Selbstimmunisierung und damit Untauglichkeit der Systemtheorie gleich bzw. dass eine Theorie einen abstrakten Theoriekern hat. Alles andere ist Vorspiegelung einer erkenntnistheoretisch naiv-realistischen Objektivität. Ein Theorienvergleich aus einer Metaperspektive ist nicht möglich. dass sich zahlreiche Annahmen (hier: Hypothesen) nicht aus der Systemtheorie ableiten lassen – mit diesem an sich trivialen Pauschalurteil können Systemtheoretiker leben. Dies scheint eine vornehme Reformulierung seines Redebeitrages auf der Tagung der Fachgruppe zu sein. Man wird also die Systemtheorie nur mit anderen Supertheorien vergleichen können und dabei einen (zu legitimierenden) Standpunkt einnehmen müssen. die Differenz von Identität und Differenz in den Griff zu bekommen. Am Beispiel der vergleichenden Journalismusforschung bewertet Esser die diesbezüglichen systemtheoretischen Bemühungen als wenig empiriegesättigt. sondern zum Beispiel auch die Kritische Theorie) nicht und müssen – folgt man der Doktrin des Kritischen Rationalismus – sich selbst als Gegen- stand ausnehmen.“ (S. Auf die daraus geschlossene reduzierte Leistungsfähigkeit der Systemtheorie und ihrer Restkategorisierung als bloßes Ordnungsschema wird man sich dagegen nicht einlassen können. sondern theoretisch (also vor der empirischen Beobachtung) bestimmte Gleichsetzungen vorzunehmen. S. Das „Eigeninteresse“ des Autors scheint darin zu liegen. Hypothesen über künftige Ergebnisse und Veränderungen zu bilden. Die Theoriebrille entscheidet folglich. Auch Haller lehnt die Supertheorie Systemtheorie ab. Preise für Wissenschaftsfähigkeit zu verteilen: „Wer die Möglichkeit eines Vergleichs zwischen journalistischen Realitätsdarstellungen mit der entsprechenden Realität erkenntnistheoretisch bestreitet. Dies schmälert die Leistung einer Theorie mittlerer Reichweite nicht. ohne ständig dezisionistische (also nicht theorieimmanente) Begründungen anführen zu müssen. 138) Was beinhaltet diese Forderung anderes als das Postulat der Reflexivität. Umgekehrt fehlt den (rein) empirischen Theorien mittlerer Reichweite die Grundlagenlogik – hier zum Beispiel die Entwicklung einer Theorie des Vergleichs. dem Eingeständnis. So argumentiert auch Esser in seinem Artikel (S. ohne die überhaupt keine Differenzen beobachtet werden können. die Systemtheorie sei nur ein Systemmodell. Vielmehr hängt der Empiriegrad einer Theorie von der jeweiligen Ausarbeitung in Bezug auf die Fragestellung ab. er klassifiziert die Systemtheorie (abfällig?) als totale Theorie und führt aus: „Eine Theorie sollte immer Angaben über die Voraussetzungen und Randbedingungen enthalten. weil sie praxisrelevante Aspekte des Journalismus ausblende.Besprechungen gene Position jenseits von Paradigmen überhaupt zu markieren. bestreitet damit auch die Möglichkeit eines Vergleichs wissenschaftlicher Journalismusdarstellungen mit ihrem Gegenstand und stellt sich folglich außerhalb der empirischen Wissenschaft. steht er doch selbst mit einem Bein hier und mit dem anderen dort. dass Systemtheorie als Supertheorie und Theorien mittlerer Reichweite auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Schuld an dieser Kluft sei in erster Linie die (System-)Theorie. Eine verblüffende Selbstbezichtigung finden wir in Kepplingers Problemaufriss des Journalismus: Der Autor ist seit Mitte der 80er Jahre Systemtheoretiker. impliziert nicht in einem Nullsummenspiel. weil in seinem Theorien-Supermarkt systemtheoretische Konzepte wie System. was als Identisches und Differentes überhaupt beobachtbar ist. Autonomie und Autopoiesis unsortiert neben Personen (Journalisten). also die Auffassung. Nur eine reflexive Theorie ist in der Lage. Die Tatsache.“ (S. Dort hatte er gefordert. empirische Gegenstände auf der Basis einer einheitlichen methodischen Grundlage miteinander in Beziehung zu setzen. dass ihr deshalb der Empirieteil fehle. unter denen die Aussagen gelten sollen und sie sollte die Möglichkeit zulassen.

dass wissenschaftliche Bemühungen. anführt. wenn man bedenkt. Was Haller darüber hinaus mit der Synchronisation der formalen und materialen Bedingungen von Theorien meint. Haller kritisiert die Unfähigkeit der Systemtheorie. Thorsten Quandts den Band abschließende Frage nach dem Ende des Journalismus durch die Herausforderungen der Online-Kommunikation macht ein ganz neues Fass auf und will nicht so recht zum Gesamtthema passen. denn der Autor ignoriert ziemlich konsequent die im Titel seines Aufsatzes selbst gestellte Frage und beschäftigt sich mehr mit dem Erklärungswert von Theorien der Wirkungsforschung. auch nicht Gottschlich oder Baum. 114 f. Starkulla und deren Weiterführungen oder der kritisch-theoretische Ansatz. Er bringt Beispiele für vermeintlich fehlerhafte Zuordnungen und kritisiert systemtheoretische Bemühungen als abstrakten Griff ins Leere. sie hat jedoch mit purer Auftragsforschung nichts zu tun. Öffentlichkeit herzustellen. Die Ablehnung eines solchen Wissenschaftsverständnisses sollte nicht in die Richtung gedeutet werden. sie wollen die Qualitätsdebatte und die Ethikdebatte durch Ausdifferenzierung der Ebenen von den gesellschaftlichen Randbedingungen bis zu den journalistischen Akteuren voranbringen. die das Konzept des verständigungsorientierten Handeln in die Journalismusforschung eingeführt haben. sondern sollte kritische Impulse geben. In dem Artikel werden Theorieversatzstücke von Habermas verwendet (S. dass viele empirische Ergebnisse schlechter interpretierbar gewesen wären. Dazu passt auch die harmonisierte Sichtweise vom Gegenstand der Journalismusforschung. deren Zielsetzungen außerwissenschaftlich bestimmt werden. Weiterhin werden die im fünften Hauptkapitel behandelten ausgewählten Problemfelder 394 . welche die Übereinstimmung zwischen den Kommunikationsabsichten der Journalisten und den Kommunikationserwartungen des Publikums ziemlich überzeichnet. einen dogmatischen Popperianer. Jahrgang 3/2001 senschaftliche Beschäftigung mit Journalismus hätte ihren Gegenstand. dass er als Gewährsmann Helmut Spinner. Eine verständigungsorientierte Herangehensweise halte ich für berechtigt und anstrebenswert. Auch wenn dies nicht so gemeint war. unberücksichtigt bleibt. Etwa so versteht auch Ulrich Pätzold die Aufgabe der Journalistik. dieser wird aber nicht zitiert. den Baum im Anschluss an Habermas vertritt. und das auf der Basis eines erkenntnistheoretisch realistischen Empirieverständnisses. impliziert die Forderung doch ein unkritisches Plädoyer für angewandte Forschung. deshalb eine provozierende oder distanzierende Haltung einnehmen sollen. Schmidt entwickelt hat und der Journalismus als makroanalytische Handlungsrolle konzipiert.M&K 49. den Siegfried J. um den als negativ bewerteten Folgen der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Diese Amputation hat allerdings zur Folge. allerdings schließen sie kaum noch an den theoretischen Diskurs des gesamten Buches an. Kommen wir abschließend zur Kritik des Bandes: Der Theorienüberblick ist auf keinen Fall vollständig. Horst Pöttker überträgt solche normativen Vorstellungen auf den Journalismus selbst. als dies im systemtheoretischen Rahmen erfolgte. Die aus dieser normativen Sichtweise abgeleiteten Qualitätskriterien des Journalismus seien gegenstandsund publikationsbezogen. So ist das vergiftete Lob an die „demoskopische Unternehmung“ (S. Ähnlich argumentieren auch Hans Heinz Fabris und Barbara Thomaß. Bei den kulturwissenschaftlichen Ansätzen sind die Cultural Studies gleich mehrfach vertreten. den prägenden Charakteristika des Journalismus gerecht zu werden. wohingegen der theoretisch ambitioniertere kulturelle Konstruktivismus. kann man sich gut ausmalen.). Hallers Gegenvorschläge laufen auf eine Entkleidung der (System-)Theorie von ihrem logischen Gehalt hinaus. der „an den Realien“ vorbeiziele. 116) der Studie „Journalismus in Deutschland“ zu verstehen bei gleichzeitiger Kritik ihrer systemtheoretischen Argumentationsbasis. wenn er ihm die Aufgabe zuweist. einen Binärcode für Journalismus zu formulieren. zu rechtfertigen (was man für weite Teile der PR-Forschung durchaus feststellen kann). So fehlt etwa der Ansatz der Münchner Schule um Wagner. Es geht um die Zurechtstutzung von Theorie zu einem logisch billigen Empirielieferanten. damit sie empirisch überprüfbar sind. dass jede einzelne journalistische Entscheidung legitimiert werden soll. Alle diese Bemühungen um Konkretisierungen sind nicht falsch. Die Sollvorstellungen resultieren aus der Kombination mit anderen benachbarten Wissenschaften und beschränken sich auf realisierbare Vorschläge. versuchen also. weil sie die Praxis nur irritieren können. die journalistische Praxis.

Brandstetter. sondern in theatralen Prozessen. Formen der Performancekunst (Bormann. zwar sind viele AutorInnen sehr meinungsfreudig und regen damit möglicherweise einen Diskurs an. um die Theoriedebatte auf hohem Niveau zu institutionalisieren. ISBN 3-7720-2941-8 Der vorliegende Sammelband präsentiert Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teil- projekten des seit 1996 bestehenden DFGSchwerpunktprogramms „Theatralität. Reher) lassen sich ebenso analysieren wie filmische (Meyer). musikali- 395 . Ebenso sind die vielen handbuchtypischen Querverweise nicht immer hilfreich und notwendig. Auch in dieser Doppelrolle zeigt sich der Kompromisscharakter des Buches in Konzeption (Handbuch und Diskurs) und Komposition (Grundlagenbeiträge und anwendungsbezogene Artikel). Ausgangspunkt der Projektarbeiten des DFG-Schwerpunktprogramms bildete die mittlerweile etablierte Überzeugung. „Unsere Gegenwartskultur konstituiert und formuliert sich zunehmend nicht mehr in Werken. Malkiewicz. Außerdem scheint es eher ein heterogenes Restkapitel zu sein. sondern auch (.“ (11) was wiederum die Überzeugung von der Unterscheidbarkeit der europäischen Kultur brüchig werden lasse.und Theatralitätsbegriffs heraus. so dass ihre Auswahl etwas willkürlich erscheint. Erika Fischer-Lichte arbeitet in ihrer den vorliegenden Sammelband einleitenden begriffshistorischen Übersicht grundlegende Aspekte des Inszenierungs. Inszenierung von Authentizität in den Medien und Inszenierung von Authentizität in fremden und vergangenen Kulturen. – 366 S. Armin Scholl Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. die Überzeugung vom besonderen Charakter der europäischen Kultur in Frage. Die Einleitungen der Hauptkapitel durch Löffelholz und Quandt sind für eine Schnellorientierung hilfreich. Aus ihrer Sicht wird eine Verlagerung der Anwendungsbezüge im Verlauf der historischen Entwicklung erkennbar: „Was im 17. dafür ist die Qualität der Beiträge zu unterschiedlich. denn die Aufsätze von Lünenborg und Klaus sind teilweise grundlegend und gehören zu den Herausforderungen der Systemtheorie. Und dazu ist das Buch bestens geeignet.) Inszenierung von Authentizität Tübingen: Francke. Inszenierung. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt.“ (13) Grundlegende Aspekte der aktuellen Untersuchungen zur Theatralität seien: 1. Wahrnehmung. so die Herausgeberin Erika Fischer-Lichte. wohingegen Quandts Frage nach dem Ende des Journalismus weniger als theoretische Herausforderung oder Weiterentwicklung denn als spezielles Problemfeld (des Online-Journalismus) anzusehen ist. „dass sich das Selbstverständnis einer Kultur außerhalb Europas/Nordamerikas nicht nur in Texten und Monumenten formuliert. 3.. 2. Vier Schwerpunkte strukturieren die Präsentation der Forschungsergebnisse in dem Buch: Begriffsgeschichte von Authentizität.. Korporalität und 4. Dennoch ist das Buch wichtig. Dieses Problem der Unterscheidbarkeit bildet neben der „Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit“ (23) einen thematischen Schwerpunkt der laufenden Forschungsarbeiten. aber fast immer zu brav formuliert. Mit dem Inszenierungsbegriff lassen sich Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Kultur beschreiben. das sich mit der zunehmenden Bedeutung theatraler Prozesse für die europäische Kultur auseinandersetzt. Performance. Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“. sondern scheinen vielfach automatisch erstellt worden zu sein und oft beliebig. Die Attraktion des Inszenierungsbegriffs liegt in seiner vielschichtigen Anwendbarkeit. Inszenierung von Authentizität in den Künsten. scheint heute der Begriff der Inszenierung leisten zu sollen. 2000. Dabei nimmt der Herausgeber schon mutig Stellung in seinem hervorragenden einleitenden Aufsatz.) in theatralen Prozessen.“ (11) Gleichzeitig stellen neuere Entwicklungen.Besprechungen nur sporadisch an die Theoriedebatte der vorigen vier Hauptkapitel zurückgebunden und die Dringlichkeit ihrer Bearbeitung wird nicht begründet. also auch innerhalb der Artikel nicht diskursiv angelegt. als ob sie die folgenden Artikel jeweils rechtfertigen müssten. Jahrhundert der Theaterbegriff bewerkstelligen sollte. aber die Auseinandersetzung ist nicht wechselseitig oder mehrzügig und in der Regel noch nicht einmal die eigene Position abwägend. Pätzolds Definition der Journalistik ist ebenfalls eher programmatisch als anwendungsbezogen. der nicht immer gelingt.

– 142 S. in der Medizin). dessen Ursachenkomplexe und mögliche Gegenstrategien) sowie neun. Beide Ursachefaktoren bedingen möglicherweise Zynismus und Unempfindlichkeit. wobei nicht thematisiert wird. obwohl beide Phänomene nicht gleichzusetzen sind. Kultur. Zum Beispiel beträgt einer Studie von 1983 zufolge die gemittelte Lebenserwartung von deutschen JournalistInnen lediglich 61 Jahre. aber auch in der Wirtschaft. die eine überproportionale Frequenz an Ausgebrannten aufweisen (z. Die sich ständig aktualisierenden vielfältigen Inszenierungsformen in Politik. Wissensdefizite und verschiedene soziale Stressoren (Stichwort „Redaktionsklima“) können zum Gefühl von Überforderung beitragen. Stress als komplexe.. die Michael Bodin in seinem Buch zitiert. Die nachweisbar umfangreichen und unregelmäßigen Arbeitszeiten. weshalb TV-JournalistInnen nicht einbezogen wurden.“ (22) Inszenierungen ersetzen die Argumentationsführung verbaler Diskurse. Agentur. wenn nicht gar in den meisten Berufen beobachtet werden. und wann die Untersu- 396 . Jahrgang 3/2001 sche (Zenck) oder literarische (Neumann) Inszenierungen von Authentizität. wie sich etwa durch den Einfluss der Medienvermittlung das Erscheinungsbild der Politik gewandelt hat: „Politik wird nur noch als symbolische Inszenierung in den Medien erfahrbar: Kohl und Mitterand Hand in Hand auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges von Verdun oder ein britischer Gesundheitsminister. ob die HörfunkjournalistInnen für öffentlich-rechtliche Sender oder private Anbieter arbeiteten. dynamische und unangenehm erlebte Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist eine zentrale. legen eine Bejahung dieser Frage nahe. über den „Burnout“ im Journalismus Ursachen und Auswege Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. aber nicht die einzige Komponente im Burnout-Prozess. Die in etlichen Studien gefundene hohe Arbeitszufriedenheit von JournalistInnen scheint gegen ihren vermehrten Burnout zu sprechen. Joan Kristin Bleicher Michael Bodin Ausgebrannt .und Film-Mythos des unablässig rauchenden und Whisky oder andere Rauschmittel konsumierenden Reporters. Empirisch lediglich schwach belegt ist der Roman. Michael Bodins eigene Untersuchung wurde durch drei Forschungsfragen (Ausmaß des Burnouts im Journalismus. immerhin drei Jahre mehr als die der Gastwirte. Arbeitsunzufriedenheit und Burnout hängen zusammen. weil sie zu gestresst waren. Sie zeigen. Die Inszenierungen von Authentizität stehen im Zentrum der Untersuchungen. In den unterschiedlichen Schwerpunkten des Sammelbandes treten Bruchstellen zwischen den Disziplinen in Erscheinung. denn eine hohe Arbeitszufriedenheit kann in sehr vielen.und siebenstufigen Rating-Skalen beantworteten 66 von 213 angeschriebenen Zeitungs-. Unklar ist auch. Den Fragebogen mit fünf. bieten sicherlich eine Vielzahl von Forschungsgebieten für die unterschiedlichen Disziplinen des Schwerpunktprogramms. selbst in denen. die sich mit der Inszenierung von Authentizität in vergangenen und fremden Kulturen befassen. B. Hier hätte statt der isolierten Untersuchungen die Fragestellung nach den Besonderheiten der europäischen Kultur stärker herausgearbeitet werden können.M&K 49. dass der Stress größer und der Burnout im Journalismus deshalb häufiger sind. Möglich ist auch. die jedoch wieder als Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten dienen können. 2000. Doch solche Befunde sind nur wenig aussagekräftig. willkürlich zusammengewürfelte Hypothesen geleitet. wie das Sample zustande kam und ob die Nicht-BeantworterInnen vielleicht deshalb nicht geantwortet haben. Zeitdruck. In Schweden hingegen unterscheidet sich die Mortalitätsrate der schreibenden Zunft nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt.und HörfunkjournalistInnen. weil JournalistInnen zum einen psychische Abwehrmechanismen gegenüber größeren und kleineren Katastrophen entwickeln müssen und zum anderen bei ihnen durch die ständige Aktualisierung und Addition von Informationen eine kontextlose Sinnleere entstehen könnte. der auf dem Höhepunkt der BSE-Krise Rindfleisch verzehrt. Eine Mischung aus ethnologischen und kulturhistorischen Analysen kennzeichnet die Beiträge. ISBN 3-531-13448-5 Sind JournalistInnen gestresster und früher „ausgebrannt“ als VertreterInnen anderer Berufsgruppen? Einige Fakten und Fiktionen..

Shoemaker. bleibt letztlich unklar. St. Dienst. Graham Murdock (Bergen) folgt einem an Habermas orientierten Modell und sieht die umfassenden Funktionen der Öffentlichkeit mit ihren festgeschriebenen bürgerlichen Rechten durch eine „Politische Ökonomie des Populismus“ unterminiert. JournalistInnen mit hohen Burnout-Werten erleben zumeist beruflich-private Rollenkonflikte. Zwar leidet jede/r fünfte Journalist/in an Burnout. Karin Böhme-Dürr Literatur: Scholl. Eine Gegenposition bezieht Daniel Dayan (Oslo). vor allem Jüngere. flexible Arbeitszeiten. denn es bietet nicht nur einen Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze zu Stress und Burnout. z. Buchdopplungen. B. Die Literaturliste von Bodin ist nachlässig: falsche Namenswiedergabe. dass die sozialisatorischen. mit denen Fernsehen auf einer allgemeinen Ebene sozialwissenschaftlich untersucht werden kann. A. (1998): Journalismus in der Gesellschaft. die den Stellenwert des Burnout im Journalismus verdeutlichen. Partnerschaft.und Urlaubspläne. ISBN 0-415-18929-2 Das Buch ist – bis auf drei Beiträge –das Ergebnis eines 1995 durchgeführten Colloquiums des Projekts „Rhetoric. Nach einer zumeist redundanten Methodendiskussion (z. Im ersten Abschnitt werden Konzepte der Öffentlichkeit(en) (public sphere[s]) skizziert. Weischenberg.. Obwohl wenig Recherchezeit und Zeitdruck Stress erzeugen. Sie können signifikant häufiger als ihre KollegInnen die Anforderungen an ihren Beruf nicht mit ihrem Privatleben (Familie. Job-Rotation.Besprechungen chung überhaupt stattfand. 1999. Theories of influences on mass media content. indem er in der von ihm konstatierten Partikularisierung der Öffentlichkeit.. So wäre es hilfreich gewesen. B. Mediation“ an der norwegischen Universität Bergen. D. Doch im Vergleich zu anderen Sozialberufen ist das Ausgebranntsein im Journalismus eher unterdurchschnittlich verbreitet. mehr Feedback von Vorgesetzten. (1991): Mediating the message. B.“) präsentiert Bodin die hypothesenrelevanten Ergebnisse systematisch und übersichtlich. eine Chance für soziale. Reese. S.. kultu- 397 . das Zwiebelmodell von Weischenberg (vgl. dass sich Bodin nicht auf die empirische Darstellung beschränkt. haben die journalistischen Ansprüche nur einen geringen Einfluss auf den Burnout. sondern auch aufzeigt. Opladen. Freundschaft) vereinbaren. P. Supervision (in Seminaren) sowie individuelle Gegenstrategien (z. Jostein Gripsrud (Ed. dass die Daten bereits 1996 erhoben wurden. S.und damit Forschungsanstöße. aber generell ist zu bemängeln. Scholl & Weischenberg. Reflexion.) Television and Common Knowledge London/New York: Routledge.und/oder Burnout-Erleben von JournalistInnen zu wenig systematisiert wurden. Knowledge. wie groß der Anteil der Befragten (bezogen auf 100) ist. etwa durch langfristige Planung. Bodins Ergebnisse vermitteln zwar zahlreiche Denk. 1998) oder das von Shoemaker & Reese (1991) zugrunde gelegt hätte. New York. inner. wenn Michael Bodin seinen Hypothesen z. „in Bezug auf die Verlockungen des Aktualitäten-Konsums“). eher Frauen und insbesondere Agenturjournalist/innen. Vom Allgemeinen zum Besonderen voranschreitend umkreist der Reader allerdings eher die eingangs umrissene Problemstellung.. B. – 209 S. Lobenswert ist. empirische Daten. als dass er sie wirklich ausführlich erörtert. Ausgebrannte erhalten zwar für ihre Arbeit wenig Feed-back. Sabbatjahr. 62: „Prozentwerte geben an. Ein Satz im Vorwort legt die Vermutung nahe. Der Band liefert einen Überblick über mögliche Theorieansätze und Konzepte. einen veränderten Führungsstil („primus inter pares“). Trotz aller inhaltlicher und formaler Kritik sollte man Bodins Buch dennoch nicht ignorieren. der Entstehung zahlreicher Teilöffentlichkeiten. um klare Aussagen treffen zu können. J.und außermediären sowie die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Stress. doch sind die Korrelationen zwischen Burnout und Rückmeldung zu schwach.. fehlende Zeitschriftenseiten und uneinheitliche Auflistung der Publikationen. wie man den Burnout im Journalismus in den Griff bekommen kann. Eine idealistische (pädagogisch motivierte) Berufsauffassung selbst ist offenbar kein Grund für Ausgebranntsein. vor allem von den Publika. Was unter „Common Knowledge“ wirklich gemeint ist und wie dieser ja etwas schillernde Begriff zu fassen ist. sondern auch relativ aktuelle.

ohne jeweils Lösungen anzubieten. Spiel. Roger Silverstone (London) stellt Zugänge zur Produktionsanalyse vor.) und arbeitet verschiedenen Strategien und Formen heraus.und Formanalyse beziehen. die den mimisch-gestischen Ausdruck einer Person im Fernsehen dokumentieren. vielleicht auch einmal problematisiert werden könnte. Dokumentationen. Sport. Dass sich die Wissenschaften im Fernsehen unterschiedlich präsentieren und diese Differenz sich wiederum auf die gesellschaftliche Bewertung der Wissenschaft auswirkt. die hier von den verschiedenen Autoren zum Verhältnis von Fernsehen und Alltagswissen vorgestellt werden. eine Identität zu erhalten. weiterhin (zumindest medial vermittelt) in der Gemeinschaft zu leben. weil dem analytischen Beobachter das „Rohmaterial“ für diese mediale Verarbeitung selbst immer nur in medialer Form präsentiert wird. wie der unterschiedliche Habitus der beiden Gruppen mit der Struktur der Fernsehöffentlichkeit kollidiert. die er in den achtziger Jahren publiziert hat. die nicht zum akademischen Habitus gehören.und Performance-Theorien bis zu Narrationstheorien reichen. Formatproblematik) und Wissenserzeugung in einem engen Zusammenhang. Hier wird eine sonst im Buch seltene Konkretion erreicht. Heuristisch ist ein solcher Ansatz interessant. Fernsehen. Jostein Gripsrud (Bergen) untersucht mit Blick auf Bourdieu die „Felder“. Jahrgang 3/2001 relle und ethnische Minderheiten sieht.und Kulturwissenschaften kommenden Ansätze. die jedoch breiter als durch einige plakative Beispiele nachgewiesen werden müsste. liefern einen explizit sozialwissenschaftlichen Einstieg. auf die Traditionen der Genre. wobei die Reisemetaphorik. Ellis diskutiert diese These anhand verschiedener Genres (Soaps. die in einem „offenen Prozess“ die gesellschaftlichen Themen. Peter Larsen (Bergen) orientiert sich in seinem Ansatz. „durcharbeitet“. ist als Einsicht nicht besonders neu. ist eine weitere These Gripsruds. die sich auf Textanalyse. und der Mangel zeigt sich besonders an der nur peripheren Beschäftigung mit dem großen 398 . John Corner (Liverpool) untersucht Dokumentationen und Suzanne de Cheveigné analysiert französische Wissenschaftssendungen. bedient er sich dabei seiner Produktionsanalysen von Wissenschaftsdokumentationen. aber die Reisetopik setzt ja wiederum ein bestimmtes Bild von Bewusstseinsorganisation voraus. analytisch bleibt das Problem. „Travel Stories“ etc. sind weitgehend ausgeblendet oder kommen nur sehr am Rande in den Blick. dass er verschiedene Konzepte kurz skizziert und vier Trends im BBC-Fernsehdokumentarismus ausmachen kann. dass dieser „Verarbeitungsprozess“ letztlich nur theoretisch gefasst wird. auf das aber nicht weiter eingegangen wird. Dramaturgie. Überraschenderweise gibt es hier keinen Verweis auf die Physiognomik. Corners Auseinandersetzung mit den Dokumentarismusdiskursen und den verschiedenen Stilen des Dokumentarismus mit Blick auf die BBC-Produktionen der neunziger Jahre führt immerhin dahin. Als Beispielmaterial. So spannend Ellis’ Ansatz ist. sieht Genre-Konstruktion (bzw. die sich für Akademiker und Journalisten kulturell als Öffentlichkeit herausbilden. Klaus Bruhn Jensen (Kopenhagen) und David Morley (London) beschäftigen sich mit den Nachrichten. Das ist bedauerlich. Morley vor allem mit der Herstellung eines Verständnisses von Welt durch die Nachrichten. Dass umgekehrt für die Vermittlung von Wissenschaft im Fernsehen heute besondere Qualifikationen benötigt werden. Vor allem die versprengt lebenden Mitgliedern einer Gemeinschaft erhalten durch die Medien die Chance. sie „in Formen“ bringt. an Michel de Certeau und betrachtet Fernsehen unter dem Gesichtspunkt der Herstellung kultureller Räume. die von allgemeinen Kulturtheorien über die Rhetorik. Ein klassisch hermeneutisches Problem also. die Kartensymbolik. Sonya Livingstone (London) beschäftigt sich explizit mit der Wissensvermittlung und -erzeugung durch das Fernsehen und unterscheidet Wiedererkennen und Entdecken als zentrale Aktivitäten. Dies erklärt sich nicht zuletzt auch aus der wissenschaftlichen Herkunft der Referenten. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den soziokulturellen Funktionen der Medien. die sie in einen größeren Rahmen der Kontextualisierung mit unterschiedlichen Aneignungsformen einordnet. Die Zugangsweisen. Anders Johansen geht mit Hilfe von Versuchsreihen. John Ellis (Bergen) sieht im Fernsehen eine Institution. Die eher aus den Text. Probleme etc. Der dritte Abschnitt betrachtet das Thema des Bandes stärker von den Produkten aus. liegt nahe. Technik und Bewusstsein in einem Zusammenhang zu sehen. Fiction etc. in der Fülle der Ansätze aber auch einen gewissen Grad von Beliebigkeit aufweisen. zu „Stories“ verarbeitet.M&K 49.

Programmplaner. zerstückelten Befunden. aber auch disparat“ zitiert die Herausgeberin eine Feststellung der DFG-Kommission Medienforschung. Dem setzt Claudia Mast einen Ansatz entgegen. die einander sogar widersprächen. Bei knapper werdenden Werbegeldern und einem dadurch schärfer werdenden Wettbewerb um Werbeaufträge ist es also keineswegs zwingend. Dabei kommen zuweilen unerwartete Erkenntnisse zu Tage. Zum Zweiten durch die vorurteilsfreie. so ideologiebelastet spekuliert. man könne die hier angesprochenen Konzepte problemlos auch auf deutsche Fernsehverhältnisse anwenden. – 392 S. Dass gelegentlich mit bestimmten Kategorien Anderes gemeint ist als im deutschsprachigen Bereich. der einerseits die Interdependenz verschiedener Teilsysteme des Mediums Fernsehen in den Blick nimmt und genauer untersucht. leitende Redakteure sowie Vertreter von Aufsichts. Überzeugend begründet wird dieses Forschungsinteresse „hinter den Kulissen“ damit. Und zum Dritten durch den sowohl medientheoretischen als auch medienpraktischen – zugleich damit auch medienkritischen – Gehalt der Arbeit. Ebenso nachteilig. Esther Lorenz. weil sie – ungeachtet hoher Reichweiten – nachteilige Auswirkungen auf ihre Produkte befürchtet. weiterführende Aspekte abgewinnen? Die von Claudia Mast vorgelegte Studie rechtfertigt ihr Erscheinen durch drei gewichtige Vorzüge: Zum einen durch die überzeugende Gliederung der Beschreibung von Entscheidungsprozessen über Gewaltdarstellungen in fünf ausgewählten Verantwortungsbereichen: Markt. Knut Hickethier Claudia Mast Programmpolitik zwischen Markt und Moral Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie (unter Mitarbeit von Karen Exner. dadurch entstehe insgesamt der Eindruck von bruchstückhaften. Diese Vorgehensweise stärkt damit die mögliche Suggestion deutschsprachiger Leser. was sich nicht von allen Publikationen zum Thema Mediengewalt sagen lässt. 399 . wenn diese in einem gewaltbesetzten Programmumfeld erscheinen: „Werbung wirkt sich eher regulierend in Richtung familienfreundliche Programme aus“. „Die vorliegenden Forschungsarbeiten sind zwar thematisch vielfältig. Trotzdem ein lesenswerter Überblick. Anette Scharf) Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Produzenten und Kommunikatoren als Handelnde in einem medienspezifischen Interaktionsprozess begreift.Besprechungen Bereich der Fernsehfiktion. und zwar sowohl bei ARD und ZDF als auch bei sieben Privatsendern. Medienpublikum. Rundfunkunternehmen und Journalismus. die sie als geeignete Grundlage vor allem für Erwachsenenbildung und Schulunterricht empfiehlt. darunter Jugendschutzbeauftragte. dass es Einflussfaktoren benennt. „die mit realistischer Aussicht auf Erfolg Entscheidungsprozesse wenn schon nicht modifizieren. So beispielsweise. wurde für die Studie durch Gespräche mit 55 im Anhang namentlich genannten Experten ermittelt. Programmeinkäufer. Drehbuchautoren. zwischen denen kein Zusammenhang bestehe. Lassen sich dieser Frage heute noch neue. die ihre sehr lesenswerten explorativen Studien präzise an Personen. Medienforscher. andererseits Medienmanager. Claus Hoffmann. ergänzt um ein Kapitel zu den drei Einflussfaktoren Kontrollinstanzen. interessante. durch deren Entscheidungsverhalten Gewaltdarstellungen entweder ermöglicht oder verhindert werden können. Werbung und Image. so doch zumindest offenlegen können“. Wie sich diese Entscheidungsträger im Spannungsfeld zwischen Markt und Moral bewegen. dass die Werbewirtschaft als wichtige Finanzierungsquelle vor allem für die privaten Fernsehanbieter gegenüber Gewaltdarstellungen eher negativ eingestellt ist.und Kontrollgremien. 1999. Marc Liesching. aber keineswegs voraussetzungslose Herangehensweise der einzelnen Autorinnen und Autoren. vor allem seit der Entstehung privater Programme so heftig gestritten. ISBN 3-531-13346-2 Über wenige Themen ist seit der Ausbreitung des Fernsehens. Dadurch bleibt vieles im Ungefähren. bleibt damit vielen deutschsprachigen Lesern eher unsichtbar. Produzenten. aber auch so folgenlos gewarnt worden wie über Gewalt im Fernsehen und deren Wirkungen auf das Publikum. Sachen und Zusammenhängen orientiert haben. den im Grunde nur Ellis anspricht. Medienrecht. aber bei einem solchen Konferenzband wohl nicht anders möglich. ist der Verzicht auf die Anwendung der Konzepte auf Beispiele. so kühl analysiert.

je weniger der Analyse ein theoretisches Konzept zugrunde liegt und je mehr sich wissenschaftliches Tun auf einzelne Plausibilitätsbefunde verlässt. daß Sie die Wirklichkeit schönen. Das Fernsehen sei im Verlaufe dieser Entwicklung zu einer Art Gnadenanstalt geworden.“ Gleichwohl verzichtet das Kapitel über den Verantwortungsbereich Medienrecht nicht auf eine umfangreiche Darstellung der juristischen Vorgaben und Kontrollinstanzen für das Programm. der Wettbewerb zwischen den Programmveranstaltern dadurch nachteilig bemerkbar. Andererseits macht sich im journalistischen Bereich. Fortschreitende soziale Differenzierung sorgt nach seiner Ansicht dafür. Doch Regelwerke helfen nicht viel weiter: „Jede Gewaltszene ist wieder neu und unterscheidet sich von der anderen. damit es „Sinn macht“. sondern da gibt es nur diesen sensiblen Umgang mit täglich neuen und anderen Szenen. also Filmen und Unterhaltungssendungen.M&K 49. um sich von ARD und ZDF abheben zu wollen und um beim Publikum Aufmerksamkeit erregen zu können. häufiger auf Gewalt. die andere zeigen“ wird ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zitiert: „Dann wird Ihnen nämlich vorgeworfen. Das ist ein sehr schmaler Grat. Der Verfasser geht davon aus. doch habe man dort bald eingesehen. Unfälle und ähnliche Themen gesetzt. Für medienwissenschaftlich und medienpraktisch Tätige mögen viele der in der Studie mitgeteilten Erkenntnisse und Einsichten nicht unbedingt neu oder überraschend sein. In diesem Bereich gibt es keine juristische Handhabe. (Reihe: Passagen & Transdenzen. Reichertz’ Studie nimmt mit den Ausführungen zu funktionalen Äquivalenten und zur sozialen Differenzierung auf Denkfiguren des Strukturfunktionalismus Bezug. wenn diese in konkurrierenden Programmen gezeigt werden. kommen muss. da sie sich der empirischen Überprüfung weitgehend entziehen. Manfred Jenke Jo Reichertz Die frohe Botschaft des Fernsehens Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion Konstanz: UVK. dem sowohl die geisteswissenschaftliche Hermeneutik als auch die (qualitative) Sozialforschung methodische Riegel vorzuschieben versuchen.und die zivilrechtlichen Bestimmungen und die Grundsätze für die Programmverantwortung bei den öffentlich-rechtlichen wie bei den privaten Anbietern. wobei die durch die EG-Fernsehrichtlinie von 1989 und durch die Vereinbarung des Europarates von 1989 aufgeworfenen Fragen ebenfalls berücksichtigt werden. Jahrgang 3/2001 dass es zu der oft beschworenen Spirale der Gewalt in fiktionalen Sendungen. Dennoch überzeugt die Arbeit durch die Kohärenz. Die Gefahr allzu weit reichender Schlussfolgerungen ist umso größer. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. – 277 S. Dieser Gedanke einer religiösen Sinnhaftigkeit der TV-Unterhaltung ist keineswegs neu. bei den Gewaltdarstellungen in Nachrichtensendungen etwa. in der Sache begründete Engagement der Herausgeberin. dass das Fernsehen Angebote bereithält. die in früheren Zeiten der Volksreligion vorbehalten waren. daß Sie Dinge gar nicht zeigen. ihrer Mitautorinnen und Mitautoren. die Transzendenzbedürfnisse erfülle. Besonders in den 50er Jahren – worauf Knut 400 . dass mit allzu sensationellen Darstellungen auf Dauer keine Kompetenz zu gewinnen sei. Aufgaben neu verteilt werden und Spezialisierungen stattfinden. dass Institutionen in ein Konkurrenzverhältnis treten. Allerdings öffnet sich auf diese Weise auch der abschüssige Weg zur Spekulation. auf bestimmte Bilder nicht verzichten zu können. Mehr als andere Systeme ist Kultur im hohen Grade kohärent und erfordert daher den Vorgriff auf das Ganze. Dargestellt werden auch die Aufgaben und Arbeitsweisen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Sie umfasst den Jugendschutz. auf dem Sie sich da bewegen“. die straf. „Sie können die öffentlich-rechtliche Messlatte der moralischen Werte nicht so anlegen. 10) ISBN 3-87940-744-4 Die Wechselwirkungen zwischen dem Fernsehen und kulturellen Kontexten können als ein besonders schwieriges Gebiet der Kommunikationsforschung angesehen werden. 2000. dass Redaktionen meinen. mit der die komplexen Sachverhalte gesehen und dargestellt werden und vor allem durch das erkennbar starke. Am Anfang hätten Privatsender. das belegbare Detailwissen muss ausgedeutet werden.

dass „es dort zu . Aber auch mit Blick auf aktuelle Erscheinungen wurden immer wieder Parallelen zwischen Fernsehnutzung und religiösen Praktiken herausgearbeitet. Wenig überzeugend ist die Schlussfolgerung. meint Reichertz mit der Analyse der TrauRede nachweisen zu können. Als Motiv für die Paare. mag die Hoffnung auf Stabilität eine Bedeutung haben. war die Hochzeit zu den verschiedensten Epochen nicht privat. den großen Auftritt. sie potenziert nur. ist die Traumhochzeit also ein eher ungeeignetes Beispiel. Dazu muss – von der makrosoziologischen Perspektive aus gesehen – die Öffentlichkeit der zivilen Trauung. Reichertz kennt diese Forschung.Besprechungen Hickethier hingewiesen hat – war das Medium Fernsehen faszinierend genug. Dass die Traumhochzeit derartigen Erwartungen nachkommt. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Traumhochzeit. die Gesellschaft habe die FernsehTraumhochzeit geschaffen. mit dem Ziel der „Kontinuitätssicherung“ betriebener Aufwand etwas hoch. das heißt für den Niedergang des Privaten. sich für die Traumhochzeit zu bewerben. mehr als 100 Seiten des Buches widmet er der von der niederländischen Moderatorin Linda de Mol moderierten Sendung für Heiratswillige.als auch Außendruck das Paar verbinden. so wird argumentiert. das Fernsehen sei für die Kandidaten eine heilige Instanz. Diese Deutung der zu Protokoll gegebenen Emotionen wird mit strukturell-funktionalen Argumentationen in einen Zusammenhang gebracht. so dass sowohl Innen. nämlich der Kontinuitätssicherung. ziele auf die Exklusivität der Beziehung ab und regele den Umgang mit anderen. der Standesbeamte aus der Traumhochzeit. das Fest. ja die Show. um durch Potenzierung der Zahl von Zeugen zur Stabilität von Ehen beizutragen. Für die 83 Paare. Tatsächlich aber entscheidet sich Willi Weber. das feierliche Ritual. Handlungen kommt. Mit „Herzlich willkommen“ begrüßt er das Brautpaar und fährt fort mit „Schön. Die Allgemeinheit werde aufgefordert. an dem in früheren Zeiten häufig als Vertreter des anonymen Teils der Öffentlichkeit auch völlig Fremde teilnahmen. 29). den Vertrag. die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu kontrollieren. Für die tendenzielle Nivellierung von Intimgrenzen. nämlich das religiöse Bedürfnis. zahlreiche Folgen. genauer. Im bürgerlichen Zeitalter hatte selbst das Eheversprechen dokumentiert zu werden. Die Besonderheit dieser Sendungen ist darin zu sehen. für einen schlichten. nicht auf die Zuschauer. Neben dem materiellen Zugewinn könnte die Definitionsmacht des Publikums als Mittel herhalten.“ Seine Rede ist nicht religiöser als die seiner TV-losen Kollegen. Der Ertrag der Studie ist allerdings eher bescheiden. die schon bestehende Verbindung zwischen den Partnern werde durch das Fernsehen verklärt und ins Transzendente erhoben. die sich seit Beginn der Sendung im Jahre 1992 vor laufender Kamera das Jawort gaben. der sich ebenso gut auf Hochzeitsbräuche allgemein beziehen könnte. Die Bewerbung zur Traumhochzeit folge einem irrationalen Impuls.. Warum sollte Willi Weber aufgrund einer Ansprache.. Gemeint sind also die Beichtund Bekenntnis-Talkshows sowie Kontaktund Surprise-Shows. ergaben sich doch daraus. 189) sein? Reichertz kommt zu Schlussfolgerungen. Für Reichertz ist allerdings etwas anderes entscheidend. wäre ein derartiger. um quasi-liturgische Formen des Umgangs zustandekommen zu lassen. Das Treueversprechen vor Zeugen. eine höhere Instanz anzurufen. die in der Regel ohne Fernsehkameras stattfindet und im Grenzfall nur durch die beiden Trauzeugen hergestellt wird – ausreichen. ein „praktizierender Magier“ (S. dass ihr gekommen seid. deren Logik man nicht kenne. Tatsächlich beziehen sich diese Erwägungen ja auf die Kandidaten. von ihr auserwählt zu werden und die Beziehung durch diese von außen kommende Macht heiligen zu lassen. Im Zentrum der Überlegungen steht das „performative Fernsehen“. was in der Hochzeit ohnehin schon angelegt ist. die bei den Akteuren und den Beobachtern Affekte auslösen“ (S. wie sie bei solchen Anlässen auch in ganz normalen Standesämtern üblich ist.. Die Fernsehhochzeit kontrastiert nicht mit traditionellen Vermählungsritualen. Aus demselben Grunde. die nach Ansicht des Verfassers ein eigenes Format darstellt. bis zur Möglichkeit der Klage auf Schadensersatz (Kranzgeld). zivilen Text. die Formate für performative Fernsehauftritte. und auch eine banale Formulierung „das Schöne an dieser Sendung ist“ muss noch nicht auf den „Sendungscharakter“ seiner – zumal simulierten – Amtshandlung schließen lassen. die 401 . sich selbst und den Partner in die Rolle glücklich Verheirateter zu bringen und damit andere Optionen auszuschalten. setzt sich aber kaum mit ihr argumentativ auseinander.

so zum Beispiel bei der Interpretation des Interviews mit dem Kandidatenpaar Eva und Ralf. die – in der Hoffnung auf Stabilisierung – die Paare bei Linda de Mol vorstellig werden lassen. Mag sein. Gerade eine allgemein kulturwissenschaftliche Fragestellung bedarf einer stringenten Bearbeitung. die sich wegen materieller Gewinne sogar mit völlig Fremden in einen Wohncontainer begeben. auf denen es im Bereich des Rundfunks um die Gleichberechtigung der Geschlechter (tatsächlich oder vermeintlich) schlecht bestellt ist. einer umfassenden Analyse zu unterziehen. 201). Vielleicht sind es – genau so wie bei Big Brother – wenig religiöse Motive. Der Verfasser vermag mit Hilfe seines Auswertungsverfahrens diese These ebenso wenig auszuschließen wie andere. für die „Traumhochzeit“ oder andere Formate des performativen Fernsehens melden. dass das Medium und seine rheinisch-niederländischen Repräsentanten Wünsche erfüllen. Überhaupt ist nicht nachvollziehbar. wie er selbst zugibt. manchmal auch auf wunderbare Art und Weise. ISBN 3-7890-6693-1 „Die Verpflichtung des Rundfunks zu Pluralität bindet ihn [daher] auch an die Darstellung und Vermittlung der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung. wie die umfangreichen methodischen Überlegungen (S. als wenn sich einem vorgegebenen Interpretationsschema auch widerständige Sachverhalte fügen müssen. der darf sich auf traurige Déjà-vu-Erlebnisse gefasst machen. Reichertz nimmt zu viele Argumentationslinien auf und hinterlässt Verwirrung. 155) aus. Mit dieser Hypothese eröffnet die Autorin die Einleitung ihres ursprünglich an der Universität Augsburg als juristische Dissertation entstandenen Werks. dass bei der Traumhochzeit die „Erlebnisrationalität“ im Vordergrund steht. Die präzise und – wie in juristischen Arbeiten üblich – detaillierte Gliederung des Werkes verstärkt diesen Eindruck noch. von einer „schlichten Hermeneutik“ (S. und zwar sowohl der männlichen als auch der weiblichen. unter denen die Ausstrahlung des stereotypen Frauenbildes erfolgt bzw. zum Beispiel die.) in der Untersuchung zum Tragen kommen. werden die religiösen Tendenzen ja wohl noch zunehmen. zumal die – sehr hilfreichen – Zusammenfassungen am Ende der Kapitel jeweils wie Variationen desselben Themas anmuten. die „(…) rechtlichen Rahmenbedingungen. Aber wird damit ein grundlegender Funktionswandel im Kontext langfristiger sozialer Differenzierungsprozesse bestätigt? Zwischendurch ist performatives Fernsehen. – 245 S. Wenn das Fernsehen die Kirchen beerbt. Klaus Plake Annette von Kalckreuth Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees Baden-Baden: Nomos 2000. geht der Autor. 17). An anderer Stelle wiederum wird herausgearbeitet. wird der Rundfunk diesem Anspruch in seinen Programmen jedoch nicht gerecht“ (S. Zuweilen. dass es den Kandidaten nicht in erster Linie um materiellen Gewinn geht (S. Es scheint. Im Augenblick ist davon aber nicht viel zu spüren. Auch das Bedürfnis nach Beachtung könnte die Kandidaten dazu veranlassen. wie Reichertz feststellt. deren Wert auch im fünfstelligen Bereich liegen kann. Schließlich gibt es genügend Freiwillige. dass das Fernsehen ein funktionales Äquivalent für Pädagogik (!) sei. 45ff. Die eher randständig behandelten SurpriseShows bieten gleichfalls nicht mehr Belege für die religiös-kirchlichen Funktionen dieser Fernsehformate. Jahrgang 3/2001 durch das Material und die Methoden nicht gedeckt sind. unter denen eine Regulierung des Fernsehfrauenbildes möglich ist (…)“ (S. 18). Am wenigsten dürften es die von Reichertz zitierten Scheidungsziffern sein. Diese Wiederholungen sind freilich nicht der Autorin anzulasten: Wer sich wie sie aufmacht. 147). 211) führt an die Grenze des empirisch Verkraftbaren. auch „Turnier“ und „Groschenroman“ (S. ihr Treueversprechen vor einem Millionenpublikum abzugeben. die junge Paare ins Fernsehstudio bringen. dass sich Traumpaare primär wegen der zu erwartenden Sachpreise und Geschenke.M&K 49. Was ein vielfältiges Frauenbild anbelangt. das auf fast 250 Seiten eine zermürbende Vielzahl von Feldern beschreibt. So wird apodiktisch festgestellt. Aber zwei Interviews mit Teilnehmern der Show können wohl nicht die Möglichkeit ausschließen. Die Arbeit konzentriert sich fast ausschließlich auf das Fernsehen und dort wiederum auf 402 . Auch die Frage „Halten die Ehen der Traumhochzeitspaare wirklich länger?“ (S.

formalisierte (Beschwerde-)Verfahren der Aufsichtsinstanzen (Rundfunkräte und Landesmedienanstalten) und (tatsächliche oder vermeintliche) Defizite der Kontrolle unter die Lupe genommen. und auch die mangelnde Differenzierung der Darstellung von programmlicher und personeller Ebene im Unterkapitel „Die geschlechtsstereotype Darstellung von Frauen im Rundfunk“. so schildert es die Autorin im ländervergleichenden sechsten Kapitel. Die Autorin schlägt dabei vor. wo die Regulierung von Geschlechtsrollenklischees bereits einen deutlichen Vorsprung habe. Von Kalckreuth hält es für zulässig (und wohl auch für geboten). Sie kommt zu dem Schluss: „Nur durch eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Rundfunkfreiheit können die Defizite in der Wahrnehmung grundrechtlich geschützter Freiheiten für Frauen sichtbar werden“ (S. So muss dieses Kapitel. Insbesondere die Programmnormen seien zurzeit in hohem Maße auf die Konkretisierung durch Rundfunkanstalten und Rundfunkaufsicht angewiesen. trägt nicht zur Deutlichkeit bei. wenn der Gesetzgeber ein Kriterium „geschlechtsspezifische Vielfalt“ entwickeln und regeln würde. Ziel der Untersuchung ist zu ermitteln. 22) kann. das sich faktisch nicht nur mit der Darstellung. S. sondern auch mit der Repräsentanz von Frauen im Rundfunk befasst. Kinder säßen „immer häufiger und länger“ vor dem Fernsehgerät (S. Die Wirkungsdebatte wird naturgemäß sehr verkürzt wiedergegeben. in dem die Ergebnisse zahlreicher mehr oder weniger einschlägiger Studien nur sehr knapp referiert werden können. 156). die ihr kaum operationalisierbar und insofern ungeeignet für die Absicherung eines vielfältigen und gleichberechtigten Frauenbildes scheinen. 23). im Bereich der privaten Veranstalter „(…) ein relativ diffuses Problembewusstsein (…)“ (S. Ausführlich werden hier redaktionelle Maßnahmen. 36) oder der – nicht zutreffenden – Behauptung. 52). sei es in Kanada. Frauen seien im Fernsehen „(…) in der Mehrheit sexuell attraktiv und provokativ angezogen(…)“ (S. 138) fest. die besondere Problematik des Frauenbildes in der Werbung bleibt demnach unberücksichtigt. etwa der Aussage. Vorschläge für eine mögliche Ausgestaltung des gesetzlichen Rahmens macht die Autorin im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder. 97) zurück. Das Fazit der Autorin: Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Veranstalter stellt sie „(…) eine sehr begrenzte Sensibilisierung (…)“ (S. 57) könne hier dazu beitragen. Ob man sich ein Pendant der kanadischen „Guidelines on Sex-Role Portrayal“. 55). die sich beispielsweise als blind für die strukturelle Benachteiligung von Frauen erweise. durch das Einbeziehen objektiv-rechtlicher Grundrechtsdimensionen zu begegnen. Zwar habe sich keines der in Kanada erprobten diesbezüglichen Regulierungsmodelle wirklich bewährt. Ganz anders dagegen. Das zweite Kapitel befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Implikationen für eine Regulierung von Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen. Frauenfördermaßnahmen. denn gerade „staatliche Abstinenz“ (S. die die Autorin im Anhang des Buches abdruckt. wirklich wünschen sollte? Immerhin hat man es dort mit durchaus komplexen Leitlinien wie der folgenden zu tun: „Stereotyping in CBC programs is acceptable only when it is essential 403 . aber es habe sich ein Bewusstsein für das Thema entwickelt. untersucht die Autorin für den öffentlich-rechtlichen (Kapitel 4) und den privaten (Kapitel 5) Rundfunk separat. daneben fehlten Sanktionsmittel oder überhaupt die Kenntnis sanktionsfähiger Vorgänge. Dabei weist sie nicht wenige der bestehenden gesetzlichen Grundlagen als „blutleere[r] Verweis[e]“ (das Gebot der Meinungsvielfalt.Besprechungen den Programmbereich. wie Geschlechtsrollenklischees im Rundfunk durch rechtliche Steuerung – und zwar sowohl im Hinblick auf die programmliche als auch im Hinblick auf die personelle Ebene – vermieden werden können und „(…) die bestehende Bandbreite weiblicher Lebensrealitäten angemessen zum Ausdruck gelangen (…)“ (S. selbst mit einigen Stereotypen leben. den „(…) Defiziten abwehrrechtlicher Grundrechtsdogmatik (…)“ (S. Dieses Kapitel ist eines der schwächeren des Buches. S. 87). Grundrechtsgewährleistungen zu stören. Im ersten Kapitel „Das Frauenbild im Rundfunk und seine Wirkungen“ versucht die Autorin zunächst eine „Bestandsaufnahme der Stereotypisierung und Sexualisierung von Frauen im Rundfunk“ (S. Struktureller Konservativismus des Systems sei zu beklagen. 91) oder „nicht umsetzbare[n] normative[n] Proklamation“ (die verschiedenen Gleichberechtigungsklauseln der Landesmediengesetze. Die folgenden Kapitel sind weitaus erhellender. Wie und in welchem Maße dies bereits erfolgt. nachdem sie im dritten Kapitel die entsprechenden normativen Grundlagen aufbereitet hat.

Wer einen substanziellen Überblick über die entsprechende Forschung sucht. wie Veranstalter und Regulierer auch hierzulande in endlosen Debatten die Frage der dramaturgischen (Nicht-)Notwendigkeit stereotyper Darstellungen diskutieren würden. Dagmar Schütte Klaus Kamps (Hrsg. kleinere oder größere Schritte in eine andere Richtung zu tun. Subjekte und Gegenstände der Amerikanisierungsthese ausdifferenziert und sie mit Globalisierungs. Sie schließt ihre Arbeit daher mit einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Vorschläge zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees ab. Zuletzt haben insbesondere der Bundestagswahlkampf 1998 und der nordrhein-westfälische Landtagswahlkampf 2000 in diesem Zusammenhang für eine Fülle meist kritischer und besorgter Medienstimmen gesorgt. die sich einen Überblick über die – mindestens aus weiblicher Perspektive oft mit Recht so bezeichneten – Schwächen des Systems verschaffen wollen – und über Möglichkeiten. Dabei wird deutlich. Viele dieser Vorschläge wird man weitaus schneller gutheißen als umsetzen können. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Noch unklar 404 . dass ihr dieses Problem wohl bewusst ist. Die so genannte „Amerikanisierung“ der politischen Kommunikation ist einer dieser Fälle. andere wiederum scheinen schon recht weit von der Praxis entfernt – etwa der Gedanke. Christina Holtz-Bacha).M&K 49. Es spricht aber für das Buch. Hier reiht sich der vorliegende Sammelband nahtlos ein. bemühen sich die seit Mitte der neunziger Jahre sprunghaft angestiegenen wissenschaftlichen Publikationen zumeist um eine differenziertere Analyse der vielfältigen Veränderungen der politischen Kommunikation in Deutschland. 199) machen können. Eine gute Anschaffung ist es jedoch für diejenigen. Symptome und Einzelphänomene der so genannten „Amerikanisierungsthese“ beleuchtet. Präsentiert werden zunächst drei theoriegeleitete bzw. Als Einstieg zu empfehlen ist hier vor allem der Beitrag von Donges.und Modernisierungsansätzen konfrontiert. muss denn auch nicht am Buch liegen. dass es bei der Frage der „Amerikanisierung“ vor allem um den Grad der Professionalisierung moderner politischer Kommunikation geht. deren Anspruch es ist. gäbe es eine entsprechende konkretisierende Vorschrift. die „Amerikanisierung“ als moderne Form der Kolonialisierung betrachten.“ Viel Fantasie braucht man nicht. der wird ihn in diesem Buch nicht finden. dass Kommunikationsphänomene zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen – und sich dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen.) Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. bis auf wenige Ausnahmen sorgfältig recherchierter und auch für NichtJuristen gut verständlicher Form. Man muss der Autorin zugute halten. dass die Autorin auf allen Ebenen nach Lösungen des von ihr als Problem beschriebenen Phänomens sucht – und dies tut sie in sehr übersichtlicher. Vordringlich scheinen ihr dabei der Erlass eines ergänzenden Programmgrundsatzes zur Herstellung geschlechtsspezifischer Vielfalt einschließlich der entsprechenden Konkretisierungen (in Form etwa von Richtlinien oder Strukturkonzepten) sowie das weite Feld der personellen Frauenförderung. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden in insgesamt sechszehn Beiträgen Ursachen. Patrick Donges. ISBN 3-531-13508-2 Nur selten passiert es. die im Import von Wahlkampfelementen aus den USA das beginnende Ende der politischen Kommunikationskultur in Deutschland sahen. der die verschiedenen Implikationen. – 340 S. 2000. Jahrgang 3/2001 to the realization of a program purpose. den diffusen Catch-All-Begriff „Amerikanisierung“ zu entwirren und von seinen negativen Konnotationen zu befreien. um sich auszumalen. Dass das Buch die Leser trotz dieser Fülle an Informationen recht ratlos zurücklässt. in denen sich die Zuschauer „ein Bild über die Eignung des Bewerbers“ (S. Entgegen derartiger publizistischer Stereotype. Zulassungsverfahren grundsätzlich als öffentliche Anhörungen durchzuführen. begriffsdefinitorische Beiträge (Klaus Kamps.

Frank Essers Fokus ist im Gegensatz dazu ausschließlich auf die USA gerichtet. Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung des Autors. Die Einzelbeiträge sind vier größeren Abschnitten („Wahlkämpfe und Strategien“. ob es sich hier tatsächlich um ein „amerikanisches“.bzw. in (empirisch) vergleichender Perspektive (USA und Deutschland). Als Bezugspunkt würde hier der – zeitlich variierende ( Grad der Modernität bzw. jedoch spielt der Aspekt der politischen Kommunikation in dem vergleichend angelegten und parteiengeschichtlich orientierten Beitrag von Christoph Strünck eine eher marginale Rolle.und Berufsrollen vergleichen. o. Den umfassendsten Blick richten hierbei Miriam Meckel und Armin Scholl auf deutsche und amerikanische Journalismuskulturen. wonach die zu beobachtenden Veränderungen der politischen Kommunikation ihre Ursache in sich wandelnden sozialen und medialen Rahmenbedingungen haben. sondern eher einen ökonomisch bedingten Trend zur Globalisierung. dass sich die interaktiven Potenziale des Netzes auf dem Rückzug befänden: virtuelle Gemeinschaften würden durch den virtuellen Markt ersetzt werden (S. bleibt weitgehend unbeantwortet. Die Bedeutung des Internets für politisches Marketing unterstreicht Christoph Bieber mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000. Der Abschnitt „Macht und Beobachtung“ umfasst drei Beiträge.Besprechungen ist jedoch. ob und wie man diesen messen kann. Dem umfangreichsten Abschnitt des Bandes sind fünf Beiträge zugeordnet. wie es die „Amerikanisierungsthese“ suggeriert. die sie anhand von Arbeits. Gerhard Vowe/Jens Wolling und Christoph Bieber. Ebenso mit der Clinton-Administration beschäftigen sich Klaus Kamps und Heike Scholten. Innovativ ist jedoch ihr Ansatz. Holtz-Bacha versucht dies anhand eines Vergleiches der politischen Kommunikationsberater in den USA und Deutschland sowie auf der Ebene der Kampagnenstrategien. ob ein Vergleich zwischen den USA und Deutschland nicht zu immer demselben Ergebnis kommen muss. „Personalisierung“. In abgewandelter Form findet es sich auch in fast allen Beiträgen des Bandes wieder. wo er die Professionalisierung der Politikvermittlung am Beispiel des „Spin Doctoring“ der Clinton-Administration beschreibt.). die dann die Rolle eines Vorreiters und nicht. z. die Notwendigkeit politischen Marketings aus Sicht der Nutzer und nicht – wie üblich – aus Sicht der Parteien zu begründen. Langfristig sehen die Autoren angesichts kultureller Unterschiede keine „Amerikanisierung“.. die Einblicke hinter die Kulissen politisch-medialer Interaktionen geben. Die Digitalisierung der Kampagne wird hier als ein wesentlicher Bestandteil der „Amerikanisierung“ herausgestellt. Inwieweit das Konzept des „Spin Doctoring“ auf andere Kontexte übertragbar ist. „Importthese“ nicht prinzipiell auf die falsche Spur führt. Als analytisch sinnvolle Alternative böte sich vor allem der im Band mehrfach angesprochene Modernisierungsansatz an. 52) kann nicht widersprochen werden. 104). die sich mit „Akteuren und Medien“ beschäftigen. am Beispiel von Einzelfallanalysen (USA oder Deutschland) verschiedenen Facetten moderner politischer Kommunikation wie z. 405 . wobei andere Bündelungen sicherlich auch denkbar und sinnvoll gewesen wären. Im ersten Abschnitt finden sich die Beiträge von Christina Holtz-Bacha (s. zu referieren. „Entertainisierung“. die kulturelle und strukturelle Adaptionsgrenzen formulieren. Am Beispiel der so genannten „Lewinsky-Affäre“. Dieses können sie überzeugend als dauerhaftes Muster politischer Kommunikation skizzieren. Neben diesen einleitenden und grundlegenden Beiträgen widmet sich der Band z.T. ob die Amerikanisierungs. Ihrem Fazit einer „bedingten Amerikanisierung“ (S. Angesichts solcher relativ stabiler Constraints stellt sich jedoch die Frage. Vowe/Wolling kontrastieren mit Blick auf Deutschland das Oberflächenphänomen „Amerikanisierung von Wahlkämpfen“ mit dem Konzept des politischen Marketings. wenn auch die empirische Überprüfung anhand einer Befragung in Dresden nur exempla- rischen Charakter hat. B. „Macht und Beobachtung“. kulturell spezifisches oder gar um ein „neues“ Phänomen handelt. Leider beschränkt sich Esser vor allem darauf. deren Rezeption in Deutschland und der Diskussion um die Rolle der Medien wird Skandalisierung als weiteres Merkmal von „Amerikanisierung“ herausgearbeitet. eines Vorbildes einnähmen. Allerdings wird nicht ganz deutlich. „Akteure und Medien“ sowie „Pop und Prognosen“) zugeordnet. „Spin Doctoring“ etc. der Professionalität der politischen Kommunikation die USA als Vergleichsobjekt ersetzen.T. deren gemeinsamer Anker die Rolle des Journalismus darstellt. zwei einschlägige US-amerikanische Publikationen.

Jens Tenscher Roberta E. 260).M&K 49. ohne dass mit dem gewählten Instrumentarium die Ursachen dieser Veränderungen benannt werden könnten. publizistisch verbreiteten Stereotype des modernen US-amerikanischen Imperialismus durch. der die Verschmelzungen von Populärkultur und politischer Kommunikation sowie deren Auswirkungen für das Verständnis von Politik unter Jugendlichen betrachtet. die im Ganzen deutlich machen. In diesem Sinne spiegeln die Beiträge in ihrer Vielfalt der Perspektiven und der präsentierten Befunde die Komplexität eines sich im Fluss befindenden Forschungsgegenstandes. dass es derzeit noch keinen common sense darüber gibt. indem sie solche Studien in Frage stellt. Tatsächlich geht es eben nicht um das Übertragen oder Kopieren. was unter „Amerikanisierung“ zu verstehen ist.und Medienpersonalisierung. Die Autoren entdecken im Vergleich der Jahre 1977 und 1998 eine Zunahme an Symbolisierung und Hierarchisierung.) Critical Dictionary of Film and Television Theory London/New York: Routledge 2001. denn „blindes Kopieren verbietet sich allemal“ (S. Structuralism. dass zunehmende Transparenz des Parlaments dessen Effizienz eher blockiert. Hier führt die programmatische Frage des Bandes „Trans-Atlantik – Trans-Portabel?“ auf die richtige Spur. dass „Amerikanisierung“ kein allumfassendes Phänomen ist. wodurch sich der Band auf jeden Fall zur kritischen Lektüre empfiehlt. Überzeugend arbeitet der Autor zudem heraus. wobei die Beiträge von Stefanie Kuhne („Bilder-Krisen – Krisen-Bilder“) und Rudolf Maresch („Europa – mon amour“) den primären. Hier irritieren insbesondere die essayistisch formulierten Bedenken Mareschs gegen das „amerikanische Interface“. So zeigt sich eine „wechselseitige Verstärkung“ (S. Auch der Blick Patrick Rösslers und Artur Meinzolts auf den „Pseudo-Wahlkampf“ im Vorfeld der deutschen Präsidentenwahl 1999 verdeutlicht. und dass auch die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements nicht zwangsläufig in ein verstärktes Wissen über das Parlament münden. Die inhaltsanalytischen Befunde belegen vielmehr. sondern um vielfältige modernisierungsbedingte. zeremonielle Strukturen von Parteitagen der Jahre 1999 und 2000 in den USA und Deutschland. Einen Blick auf die Selbstdarstellung und das sich professionalisierende Kommunikationsmanagement des Bundestages wirft letztlich Stefan Marschall. von denen der vorliegende Band wohl eigentlich Abschied nehmen will. dass sich das in diesem Fall wenig professionelle Kommunikationsmanagement kaum in der Presseberichterstattung niederschlägt. 194) von Parteien. Insgesamt bietet der Band eine Fülle an unterschiedlichen Ansätzen und Einzelstudien. CDU und FDP Ähnlichkeiten und eine Orientierung am US-Vorbild offenbaren. Der letzte Abschnitt des Bandes beinhaltet drei Untersuchungen zum Komplex „Pop und Prognosen“. Robert Stam. die sich auf die Überprüfung des Transfers US-amerikanischer politischer Kommunikationselemente auf den deutschen Kontext beschränken.und kulturspezifische Veränderungen der politischen Kommunikation. wobei die Wahlparteitage von SPD. Leider schimmern durch beide Beiträge die zu Beginn formulierten. gesellschafts. während der Grad der Privatisierung der Berichterstattung auf niedrigem Niveau verharrt. – 498 pp. Im Beitrag JörgUwe Nielands wird dagegen wiederum ein größerer Bogen geschlagen. Robert Burgoyne und Sandy Flitterman-Lewis machten mit ihrem nützlichen New Vocabularies in Film Semiotics. Gewohnt detailreich vergleicht sie rituelle bzw. auf politische Kommunikationsprozesse bezogenen Fokus des Bandes ausweiten. Dieses steht im Mittelpunkt der longitudinal vergleichenden Inhaltsanalyse von Frank Marcinkowski und Volker Greger zur Frage der „Personalisierung“ der TV-Nachrichtenberichterstattung. Pearson / Philip Simpson (eds. Müller. Leider wird die Rolle des Fernsehens hierbei nicht untersucht. deren Blick auf die expressive Seite von Parteien gerichtet ist. Jahrgang 3/2001 Anders ist dies bei Marion G. Am deutlichsten wird hier der oben beschriebene Modernisierungsansatz vertreten und eine Absage an „Importthesen“ erteilt. In sechs Kapiteln gaben die Autoren einen konsistenten Überblick über Großbereiche der 406 . Post-Structuralism and Beyond (London/New York: Routledge 1992) den Anfang. ISBN 0-415-16218-1 In den letzten Jahren sind mehrere Überblickswerke entstanden. die die neuen Trends und Themen der Filmtheorie zusammenfassten.

Das Critical Dictionary. dance and film. So finden sich zwar Hinweise auf die linguistischen Größen Phonem und Morphem. family melodrama. Roman Jakobson oder Ferdinand de Saussure. cop show/police drama.) wird den Reigen ergänzen. Kulturtheorie oder Philosophie benennen. die nicht nur wichtige Vertreter der Film. documentary. die oft nur sehr kurz erläutert werden (im Umfang von einer Viertelseite bis zu etwa einer Seite). faction. die ausschließlich auf englischsprachige Texte verweisen. mit der massiven Zuwendung zu Fragen des Neo. ob das Wörterbuch eher Genres der Film. Nur der Sportartikel geht über fünf Seiten und gibt einen einigermaßen angemessenen Eindruck von der Komplexität der Materie. Da stehen Namen wie Adorno.Besprechungen Forschung wie Filmsemiotik.und Fernsehwissenschaft vorstellen. der Internet-Philosoph Howard Rheingold.oder Postkolonialismus. fantasy.oder der Fernsehgeschichte (und ihrer gegenwärtigen Praxis) verzeichnen will. Stärker als alle anderen Nachschlagewerke der letzten Jahre berichtet es vor allem von der in England geführten medientheoretischen Diskussion – mit ihren gesellschaftspolitischen Traditionen und Untertönen in der Tradition der Theorien Althussers und Gramscis. situation comedy. Propp. Marketing. 80 Namen in die Liste des Wörterbuchs aufgenommen wurden – so ist John Fiske genannt. Beavers Dictionary of Film Terms – The Aesthetic Companion to Film Analysis (New York: Twayne Publishers 1994). Pudovkin.und Fernsehtheorie Modelle und Terminologien gewonnen hat. aus denen die Film. soap opera. series. die in der Medienanalyse einflussreich gewesen ist. so bedeutende Programmgruppen wie Werbung. die eigene medienanalytische Zugänge fundiert haben. Susan Haywards Key Concepts in Cinema Studies (London/New York: Routledge 1996) und das von Steve Blandford. Freud oder Gadamer neben Gérard Genette. Feuilleton und Feature. Sie gliedert sich in die vier Unterbereiche Produktion. sondern auch Theorieproduzenten. John Reith (der erste BBC-Direktor). meist fünfseitigen Artikel. Narratologie. horror. Die Mischung der Zugänge ist nicht unproblematisch und führt immer wieder zu Überraschungen. Text und Zuschauerschaft.V. music and film. single play. die in Nachbardisziplinen verweisen und allgemeinere Konzepte der Soziologie. Aufgelistet sind: chat/talk show. Magazinsendungen etc. die auch über filmtheoretische Fragen informieren wollten: Frank E. Die dritte Großgruppe schließlich heißt media studies und benennt Felder wie cognitive theory. Brecht. Auf diese diversen Felder beziehen sich vor allem die größeren. die für Medienfragen zentral gewesen sind (Konzepte wie body. John Hartley oder David Morley dagegen fehlen. das hier anzuzeigen ist. infotainment/infomercials. memory oder the popular). drama. Die Liste ist sicherlich unvollständig. mit den neueren Ansätzen zu einer Gender-Theorie des Kinos und des Fernsehens. musical. Die meisten Artikel umfassen kurze bibliografische Hinweise. Peirce. Es ist durchaus unklar. fehlen vollständig. Figuren wie John Berger oder Friedrich Nietzsche scheinen für eine Geschichte der Filmtheorie eher peripher zu sein. Die Bezüge zu den Bezugswissenschaften.und Fernsehtheorie. Es folgen Nietzsche. versucht nicht nur zu referieren. serial. Außerdem werden biografische Kurzeinträge angeboten. sport and television und western. quiz shows. Daneben verzeichnet das Wörterbuch eine Vielzahl von Stichworten. queer theory oder auch das ältere marxistische base and superstructure. Ähnliche Irritationen verursachen auch die Sachtermini. und das von Thomas Koebner herausgegebene Sachwörterbuch des Films (Stuttgart: Reclam i. auf Syntagma 407 . unklar. Barry Keith Grant und Jim Hillier herausgegebene The Film Studies Dictionary (London: Arnold 2001). Nach eigenem Bekunden haben die Herausgeber den Zugang in drei große Felder gegliedert: Unter contexts verstehen sie solche Bezüge der Film. sind oft bis zur Oberflächlichkeit reduziert. Kurze Zeit später entstanden gleich mehrere Lexika. sondern auch einen eigenen inhaltlichen Akzent zu setzen. In deutscher Sprache erschien das von Rainer Rother koordinierte Sachlexikon Film (Reinbek: Rowohlt 1997). romance. der aus der postkolonialistischen Diskussion bekannte Edward Said und der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris. B. melodrama. Die zweite und komplexeste Gruppe ist media systems benannt. nach welchen Kriterien die ca. Von den Genres ist z. Die Einträge sind zum großen Teil ungemein kurz gehalten und können darum nur selten über die Stereotypifizierung von Programm und Produktion wirklich Bericht ablegen. science fiction. live television. Psychoanalyse und Intertextualität.

So findet die Kamera (als camera lens/camera style sowie als depth of field) zwar einen Eintrag. und auch die Montage ist genannt (als continuity editing sowie als point-ofview shot). zum BildRahmen oder zur Bedeutung des off-screens gibt das Dictionary nur in äußerst verknappter und unbefriedigender Form (image.und Fernsehwissenschaft in deren Horizont sind die Aufgaben. die Zeitbehandlung ist mit flashback erwähnt. eingehender dargestellt werden. man nehme reading and reception theory). die eine Diskussion oder ein Themengebiet durchlaufen haben. die das Dictionary anbietet. Von größerem Belang sind die langen Artikel: Hier können die verschiedenen histori- schen Stufen.B. Weniger wäre mehr gewesen – mehr artikellange Nachzeichnungen von manchmal komplizierten und langwierigen Diskussionen sind in der gegenwärtigen Situation der Film. des Signifikativen etc.M&K 49. Manche Artikel sind höchst informativ geraten (z. Jahrgang 3/2001 und Paradigma. der noch dadurch verschärft wird. manche sind recht neutral (aber dennoch informativ. Der 21-Zeiler framing bezieht sich auf Goffmans Rahmenanalyse. So zentrale Beschreibungsgrößen wie „Stil“ oder „Text“ werden nur kurz in einseitigen Artikeln vorgestellt und können die komplexen Arbeiten kaum repräsentieren. die anstehen. Darum ist das Format der Enzyklopädie eher dem angemessen. doch sind die produktiven Auseinandersetzungen um eine „Sprache des Films“ kaum in diesem terminologischen mickymousing wiederzugeben.und Fernsehwissenschaft offensichtlich ein angemesseneres Mittel der Selbstdarstellung und -vergewisserung als ein glossarisches Verfahren. institution oder cult film and television). mise-enscène). Wulff 408 . den Stoff wissenschaftlicher Arbeit am Gegenstand in Lehrbuchwissen umsetzen. als die Mischform. B. Lexika und Einführungswerke deuten darauf hin. diese Artikel machen den Wert des Wörterbuchs aus. und die Kontextualisierung der Gegenstände der Film.und Fernsehwissenschaft ausmacht. dass sich Wissenschaften konsolidieren. Ähnliches ließe sich sogar von einer Beschreibungssprache des Films selbst behaupten. Überlegungen zur Bildkomposition. auf Denotation und Konnotation. Terminologien der Beschreibung entstammen vielfach anderen Disziplinen – die Adaption der Modelle aus allgemeineren Theorien des Psychischen. Für die Kritik des enzyklopädischen Wörterbuchs zur Medienwissenschaft ist der Befund folgenreich. Differenzen zwischen den beiden Medien und auch mediengenealogische Informationen können in dieser Kürze nicht mehr artikuliert werden. des Sozialen. der psychoanalytisch vereinseitigte Artikel pleasure oder der ausschließlich auf Foucault eingeschränkte Absatz discourse analysis). was heute Film. Ein äußerst zwiespältiger Eindruck entsteht also. Die Wissenschaften von Film und Fernsehen haben sich nicht so sehr terminologisiert als vielmehr diskursiviert. Hans J. doch fehlen in allen Fällen übergeordnete Artikel. dass manche der kürzeren Artikel oft auf eine disziplinäre Sicht des Gegenstandes eingeengt sind (wie z. die unter ihrem Rubrum entstanden sind.

391 – 440 Die mit der Nutzung des Internet verbundenen Risiken im Hinblick auf Verletzungen des Copyright sind Gegenstand dieses Beitrags. 52 – 58 Pörksen. Danach scheinen heute Werbeäußerungen für derartige Produkte. – S. Der Verfasser untersucht die Frage zunächst anhand des Rundfunkbegriffes. Gerhard: Gratisverteilung von Tageszeitungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Michael. Hans-Bernd. John T.) zu regulieren. im Folgenden geht er auf die Frage der Vereinbarkeit der Rundfunkgebühr mit höherrangigem Recht ein (dabei stellt sich insbesondere die Frage der Verhältnismäßigkeit einer Gebührenpflicht). Während die Frage insbesondere hinsichtlich des Internetradios schon als aufgeworfen gelten kann. Rivera-Sanches. Für sie sollten international einheitliche Verfahrensregeln verbindlich werden. 5 – 8 Brosius. Milagros: „Vice“ advertising under the supreme court’s commercial speech doctrine: the shifting CENTRAL HUDSON analysis. Walther: Massenmedien und Suizid: praktische Konsequenzen aus dem Werther-Effekt. Angesichts der globalen Struktur des Netzes schlägt der Beitrag vor. das amerikanische Grundrecht der Kommunikationsfreiheit. – S. als je zuvor. solange sie der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher nicht irreführen. 30 – 51 Pörksen. welche Möglichkeiten der Regierung zur Verfügung stehen. wird sie sich bei den Mobilfunkangeboten mit Einführung der UMTS-Handys stellen. Dittl. Stacey H. Der Beitrag zeichnet die Entstehung nach und diskutiert. die Verbreitung schädlicher Produkte (Tabak. – S. – S. 453 – 507 Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verfahren. – S. Bernd: Autonom und abhängig: zur Autopoiesis des Journalismus. eine pragmatische Lösung anzustreben. Matthias: Autopoiesis und Autono- Comm/Ent Jg 22 (2000) Nr 3-4 Hoefges. Norman. Bernhard: Sind soziale Systeme autopoietisch?: Im Gespräch mit Humberto R. 106 – 109 Communicatio Socialis Jg 34 (2001) Nr 1 Lehmann. 93 – 97 Der Beitrag untersucht die Gebührenpflichtigkeit des Internet. – S. enthalten sollten. Karl: Die Stimme erheben: Würdigung von Medienbischof Hermann Josef Spital. den gleichen Schutz zu genießen.und Handy-Rundfunks. – S. 9 – 29 Rademacher. – S. wie Äußerungen etwa im politischen Kontext. Glücksspiel u. – S. bei der Internet Service Provider in das Verfahren einbezogen werden. 98 – 100 Schricker. Lars: „Zeig mir.Zeitschriftenlese Zeitschriftenlese AfP Jg 32 (2001) Nr 2 Tschentscher. inwieweit damit ein faires und objektives Verfahren zur Verfügung steht. 101 – 106 Stahlschmidt. – S. 441 – 452 King. pyright procedural guidelines for internet service providers.: International take-down policy: A proposal for the WTO and WIPO to establish international co- 409 . Natalie A. Soma.: The „law that it deems applicable“: ICANN. dispute resolution and the problem of cybersquatting.a. Axel: Gebührenpflichtigkeit des Internet. Edwin F. Information ihrer Kunden über Copyrights usw. Michael: Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in Österreich und die Rechtsfolgen bei Verletzungen. Alkohol. wer du wirklich bist…“: was wir sehen. die die Benachrichtigung über bekannt gewordene Copyright-Verletzungen. – S. 66 – 76 Kohring. Ziegler. – S. Bernhard: Ist der Journalismus autopoietisch?: Thesen und Anregungen zur Debatte über die Art der Steuerung und die Eigengesetzlichkeit eines sozialen Systems. das die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für Beschwerden über die Vergabe von Internet-Namen etabliert hat. Der Beitrag analysiert die Rechtsprechung des Supreme Court von 1986-1999 und kommt zu dem Ergebnis. 59 – 65 Blöbaum. Stephan: Die Umsetzung der Free-TVSchutzliste der TV-Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten.. McPherson.und Handy-Rundfunks?. 345 – 389 Der Aufsatz setzt sich mit der Frage auseinander. – S.: The talent agencies act: does one year really mean one year?. Maturana. – S. dass im Hinblick auf Werbung für schädliche Produkte ein erheblicher Wandel der Auffassung des Supreme Court zu beobachten ist. wenn wir Big Brother sehen: sieben Lesarten eines Medienereignisses. Den Autoren zufolge erhält damit kommerzielle Kommunikation heute einen höheren Schutz durch das First Amendment.

Jochen: Explaining Individual Differences in Third-Person Perception: A Limits/Possibilities Perspective. dass die Entgeltgenehmigungsentscheidung aus ihrer Sicht negativ (d. TKG und der subjektiven Rechte der Wettbewerber des marktbeherrschenden Unternehmens angesprochen. – S. da sie jeweils erwartete.h. Holger. Frank: Autopoietische Systemvorstellungen in der Theorie der Massenmedien: Vorschläge und Einwände. – S. 77 – 89 Weber.. 371 – 386 Tidhar.“ Communication Research Jg 28 (2001) Nr 2 McDonald. – S. Stryker. Dies hatte zur Folge. […]“ Mit der Entscheidung des VG Köln vom 7. – S. 357 – 370 Klengel. 181 – 207 Yanovitzky. Stets nahm sie diese Anträge kurz vor Ablauf der Entscheidungsfristen der Regulierungsbehörde (RegTP) wieder zurück.M&K 49. 139 – 155 Anhand eines Datensatzes von der amerikanischen Präsidentenwahl von 1948. wurde die RegTP auf die Klage eines Wettbewerbers der DTAG hin verpflichtet. Peter. 208 – 239 Communications Jg 25 (2000) Nr 4 Huysmans. Ellen. – S. Tobias: Rechtsschutz für Wettbewerber im Rahmen des telekommunikationsrechtlichen Entgeltregulierungsverfahren: zugleich eine Besprechung zu VG Köln vom 7. Frank: „Vorvertragliche“ Vergütungsansprüche bei Webdesignern. and Health Promotion Efforts: A Longitudinal Study of Media Effects on Youth Binge Drinking.. Peiser. 213-219 Neumamnn. Stefan: Journalismus: autopoietisches System oder oszillierende Form?. Kim. – S. Social Norms. dass sich die RegTP außerstande sah. trotz der erfolgten Antragsrücknahme über die TAL-Zugangsentgelte zu entscheiden. Vincent: Grounded theory in media research and the use of the Computer. zu niedrig) ausfallen würde. Heckler. – S. Andreas: Geltung des deutschen Strafrechts für vom Ausland aus im Internet angebotenes Glücksspiel: ein Beitrag zur Frage des Erfolgsorts bei abstrakten Gefährdungsdelikten und zugleich 410 . sondern darüber hinaus auch ein eigenes Antragsrecht der Wettbewerber gefordert wird. die in diesem Beitrag besprochen wird. 90 – 98 Marcinkowski. Wolfram. Für diesen Fall scheint die Annahmen der Theorie zu stimmen. Daniel G. Chava E. Jan. – S. Renckstorf. Frank. – S. Peters. Glynn.. – S. Jürgen Detlef W. 156 – 180 Leshner. – S. – S. 99 – 106 Kopp.2000. 225 – 231 „Zwischen Dezember 1997 und Ende 1998 stellte die Deutsche Telekom AG (DTAG) insgesamt drei Entgeltgenehmigungsanträge für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL). indem nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit der Durchführung des Entgeltgenehmigungsverfahrens als Amtsverfahren. „In der Entscheidung des VG Köln werden wesentliche Fragen des Drittschutzes des Entgeltgenehmigungsverfahrens gemäß §§ 24 ff. dass soziale Isolation Furcht im Hinblick auf die Äußerung abweichender Meinungen erzeugt und sich dies auf Wahlen auswirkt. 407 – 432 Computer und Recht Jg 17(2001) Nr 4 Alpert. Die Verfasser begrüßen den grundlegenden Ansatz des Verwaltungsgerichts hinsichtlich der drittschützenden Wirkung des Entgeltgenehmigungsverfahrens und entwickeln diesen fort. – S. Carol J. – S.. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2001. Bosch.9. Ed: Online Communities as Community Media: A Theoretical and Analytical Framework for the Study of Digital Community Networks. wird die Theorie der Schweigespirale überprüft. 107 – 111 Die Predigt von den Dächern: das Evangelium im Zeitalter globaler Kommunikation. – S. Jahrgang 3/2001 mie des Journalismus: zur notwendigen Unterscheidung von zwei Begriffen. Itzhak. bei der zur Überraschung aller Truman gewann. Sei-Hill: The Spiral of Silence in the 1948 Presidential Election. Lammers. die Höhe der TAL-Zugangsentgelte festzusetzen.9. Glenn: Critiquing the Image: Testing Image Adwatches as Journalistic Reform. Karsten: Television viewing and the temporal organization of daily life in households: A multilevel analysis. Papstbotschaft zum 35. Jo: Mass Media. Werbeagenturen und EDV-Dienstleistern beim Werkvertrag. Friedman-Pappo. 112 – 114 Hollander.2000 – 1 K 10354/98. 387 – 405 Hijmans. Matthias: Die Nachrichten (wie die Vögel) von den Dächer verkünden … Anmerkungen zur Papstbotschaft anlässlich des Mediensonntags 2001. Arielle: Reading Music Videos: A Study Among Israeli Adolescents.

an dem dieses Medium von technischer Perfektion weit entfernt war. and the First Amendment: ruminations on public libraries’ use of Internet filtering software. Peter: Machines drumming. und damit zur Bildung einer „Cybertheory“ beiträgt. Neil. Olsson. Darüber hinaus sind zahlreiche Änderungen des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) geplant. Christopher: Digital dispute resolution: Internet Domain Names and WIPO’s Role. 249 – 259 Härting. – S. Convergence Jg 7 (2001) Nr 1 Bode. Andrew: Deeper conversations with interactive art: or why artists must program. Er versucht. die allerdings nicht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie stehen. – S. Nuldén.12. Inc: business restructuring literature and/as cybertheory. – S.2000 ein erstes Arbeitspapier vorgelegt hatten. 17 – 24 Der Autor beschreibt die Bedeutung von Programmierkenntnissen. Andreas. die Entwicklung dieser Figuren im jeweiligen Kontext darzustellen. Monica: Virtual practices. nachdem die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz bereits am 1. 34 – 39 Anhand von drei Fallstudien zu Großereignissen stellen die Autoren verschiedene Elemente mobiler Kommunikation vor. 33 – 38 Lubitz.: Napster and the „New“ Old Copyright. Die Verfasserin versucht. das Dargestellte mit theoretische Debatten zu verknüpfen. 25 – 33 Am Beispiel verschiedener Kinofilme.12. 260 ff) auseinander. Die Richtlinie soll durch ein Gesetz über rechtliche Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (Elektronischer Geschäftsverkehr-Gesetz – EGG) umgesetzt werden. Andreas: Verbraucherschutz durch elektronische Agenten?: ein Plädoyer für die Reform des Gütezeichenrechts. dass Literatur zur Unternehmensentwicklung in vielen Fällen „Anleihen“ bei der Kybernetik nimmt. 271 – 276 Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie erarbeitet. Hulsbus. – S. – S. – S. welche Auswirkungen der Einsatz automatischer Rhythmusgeräte auf die Entwicklung der Musik haben. Federal Communications Law Journal Jg 53 (2001) Nr 2 Bell. Nilsson. einen Rahmen für die Beschreibung und das Verständnis solcher Kunstwerke zu geben und ergänzt seine Darstellung durch eine umfangreiche Chronologie zur Entwicklung dieser Kunstform.2000.: Cyber.Zeitschriftenlese eine Besprechung der Entscheidung des BGH vom 12. 4. Das EGG ist ein Artikelgesetz. complex epistemologies. – S. ein Zeitpunkt. – S. Computer und Recht international Jg 2 (2001) Nr 2 Gibson. die für die Entwicklung von interaktiven computerbasierten Kunstwerken unerlässlich sind. 46 – 49 Valsamis.2000 (CR 2001. von besonderer Bedeutung.: Filth. 40 – 60 Die Autoren bemühen sich. Gerlach. Lisa: „Ananova“ in The Kingdom of Shadows. die sich mit Hackern beschäftigen. die Beschreibung des alten „neuen“ Mediums Film durch die Zeitgenossen mit den Berichten zum Launch der virtuellen Nachrichtenpräsentatorin (Ananova) zu vergleichen. nachzuweisen.12. die unmittelbare körperliche Erfahrung. Stern. die sich in Bewegung ausdrückt. – S. – S. 191 – 238 Dem Beitrag zufolge stellen sich staatlicher Regulierung von Kommunikation durch das Internet neue 411 . Sheeryl N. In den Beitrag wird der Inhalt dieses Gesetzes skizziert. S. Für den Autor ist dabei das Erleben des „Groove“. bei der es um die Strafbarkeit der Verbreitung der Auschwitzlüge im Internet von einem im Ausland stehenden Server aus geht. Bernard W. Bock. 11 – 16 Als „Königreich der Schatten“ beschrieb Maxim Gorki seine ersten Eindrücke von der Begegnung mit dem Medium Film im Jahr 1896. das grundlegende Änderungen des Teledienstegesetzes (TDG) vorsieht. Niko: Gesetzentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie. um das interaktive Potential dieser Kunstform auszuschöpfen. filtering. Dabei wird versucht. die sich als Kunstform etabliert. H. 61 – 73 Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage. Dabei werden die Möglichkeiten verschiedener Endgeräte und Übertragungsstandards und die jeweiligen Angebote diskutiert. – S. die vor allem neoliberale und kapitalistische Elemente enthält. – S. wird versucht. Urban. 76 – 113 Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der „Robotic Art“. Markus: Jurisdiction and Choice of Law for Electronic Contracts: an English Perspective. Daniel: Mobile media: the convergence of media and mobile communications. – S. – S. 39 – 45 Nimmer. Hamilton. Eduardo: The origin and development of robotic art. 243 – 248 Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage des Erfolgsortes bei abstrakten Gefährdungsdelikten und setzt sich mit der Entscheidung des BGH vom 12. Kac. Raymond T.

wie die „Publicly Switched Telephone Networks“ (PSTN) in das „network of networks“. Jennifer: On-Line Interaction and Why Candidates Avoid It. dass eine starke. die die Kompetenzabgrenzung zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Aufsicht im Telekommunikationsbereich zum Gegenstand hat. and Paradoxical Communication.. 79 – 110 Stromer-Galley. Jahrgang 3/2001 Aufgaben. Kimberly: The English-Only Movement: A Communication Analysis of Changing Perceptions of Language Vitality. Singhal. – S. S. – S. encryption policy. – S. dass das Verständnis der Verschlüsselung und der rechtlichen Grundlagen in der Bevölkerung dafür eine zentrale Bedeutung erhält.: Connecting the world: the development of the global information infrastructure. Der Beitrag kommt zu dem Schluss. 289 – 314 Die Verschlüsselungstechnologie ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Debatten über Sicherheit im Internet gewesen. Jake: Communication Media Use in the Grandparent-Grandchild Relationship. 157 – 175 Galperin. Gary. im Beitrag ausgeführten Bedingungen. Der Beitrag merkt an. 315 – 342 Die International Telecommunications Union (ITU) hat dem Beitrag zufolge eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Global Information Infrastructure (GII) erlangt. Howard. Brashers. Sweety: Entertainment-Education and Social Change: An Analysis of Parasocial Interaction. Thomas W.S. – S. integriert sind und welche Folgen dies für die Telekommunikationsregulierung hat. die auch zu neuen verfassungsrechtlichen Problemen führen. der eine technikneutrale Wettbewerbssteuerung im Telekommunikationsbereich ermöglicht. Tanya L. Oppositional Discourse. Journal of Communication Jg 50 (2000) Nr 4 Meyers. Hernan: Regulatory Reform in the Broadcasting Industries of Brazil and Argentina in the 1990s. Nass. Giles.: Is ISP-Bound Traffic Local or Insterstate?.. 111 – 132 D’Alessio. 3 – 30 Papa. dass der Wandel der Politik der US-Regierung in diesem Bereich auf die Erkenntnis zurückzuführen ist. Der Beitrag mahnt einen regulatorischen Paradigmenwechsel an. Valerie. 239 – 280 Der Beitrag setzt sich mit einer Frage auseinander. 73 – 99 Yarbrough. 3 – 37 Putnam. wie die Regeln zu beurteilen sind. Consumers. Arvind. Amy Janan: Using the Extended Parallel Process Model to Prevent Firearm Injury and Death: Field Experiment Results of a VideoBased Intervention. Michael J. Der Beitrag stellt die Konzeption vor und beschreibt die Akteure. Collective Efficacy. – S. – S. 133 – 156 Roberto. Shyam. Katherine: Gay Readers. 176 – 191 Bonnett. 31 – 55 Harwood. and New Visions for Communication Studies. nach denen der Staat selbst Zugang zu Informationen schafft. Abschließend wird dargestellt. dass dies vor dem First Amendment – dem Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit der amerikanischen Verfassung – zulässig ist. Social Learning. – S. Während es früher vornehmlich um die Frage ging. Es ist Rechtsstreit über die Frage entstanden. Hanner.: Protecting privacy and enabling pharmaceutical sales on the Internet: a comparative analysis of the United States and Canada. – S. – S. Anthony J. – S. die bei der Implementation eine zentrale Rolle erhalten. Tricia E. dass öffentliche Bibliotheken über Filter-Software die Nutzung bestimmter Inhalte sperren. Dale E. Dave. unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln der Staat beschränkend Informationsquellen regulieren konnte. der zu Internet Service Providern (ISP) entsteht. wie es verfassungsrechtlich zu bewerten ist.: Shifting Voices. Jg 51 (2001) Nr 1 Barker. – S. Johnson. Linda L. Allen.: Taking Account of the World as it will be: the shifting course of U. – S. 52 – 72 Sender. Jennifer: Majority-Minority Influence: Identifying Argumentative Patterns and Predicting Argument-Outcome Links. Law. nicht regulierte Verschlüsselungstechnologie für die Weiterentwicklung des Internet und der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche essentiell sein wird. unter welchen Bedingungen die Entwicklung von GII besonders erfolgversprechend erscheint. and a Dominant Gay Habitus: 25 Years of the Advocate Magazine. Mike: Media Bias in Presidential Elections: A Meta-Analysis. Der Beitrag stellt dar. Reneé A.. – S. allerdings nur unter bestimmten. – S. Noels. Der Beitrag stellt dar. Nicole A. Black. 343 – 376 412 . tritt nun die Frage in den Blick. – S. inwieweit Datenverkehr. Der Beitrag thematisiert dies anhand der Frage. – S.M&K 49.. Rothstein. 56 – 78 Albada. Clifford: Conceptualizing Sources in Online News. 38 – 51 Sundar. Meyer. das Internet. Kelly Fudge: The Public and Private Dialogue About the American Family on Television. mit Folgen für die Regulierungskompetenzen. als lokaler oder überregionaler Verkehr einzustufen ist.

Nancy: A Division of Labor: Dividing Maternal Authority from Political Activism in the Kenyan Press. – S. 114 – 131 DeChaine. 208 – 213 Spoerr. – S.: Questioning the Value of Realism: Young Adults’ Processing of Messages in Alcohol-Related Public Service Announcements and Advertising. Hat der Gesetzgeber im Telekommunikationsbereich mit der Institutionalisierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) als obere Bundesbehörde und der Einräumung eines Weisungsrechts des Bundes- 413 . D. 164 – 193 Journal of Communication Inquiry Jg 25 (2001) Nr 2 Abramson.Büchse der Pandora“ Sinnbild für Unheil. – S... Georg: Prozessuale Formvorschriften und der elektronische Rechtsverkehr. 190 – 196 Borges. 147 – 166 Worthington. Norbert: Die erweiterte Nutzung privater Grundstücke für Telekommunikationslinien.). – S. Patrick. Dieter: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gebührenregelung unter dem Druck des Gemeinschaftsrechts. Urteil vom 18. – S. Der Beitrag setzt sich mit den europarechtlichen Entwicklungen auseinander und kommt dabei zu dem Schluss. Wilhelm: Die Regulierungsbehörde im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Weisungsunterworfenheit. Günther: Umstellung des Vertriebs auf das Internet: Betriebswirtschaftliche Motive und steuerliche Konsequenzen. Neuman. 100 – 120 Andsager.“ Strunk. – S.12. 233 – 237 „Obgleich zum Hörfunk und Fernsehen in den Gemeinschaftsverträgen der Europäischen Union bisher ausdrückliche Regelungen fehlen. um schließlich den Anwendungsbereich des §32 PostG zu bestimmen. – S. Teil I des Beitrags führte zunächst in Regelungshintergrund.2000. Bram Dov: The Specter of Diaspora: Transnational Citizenship and International Cinema.: Dark Alliance: News Repair and Institutional Authority in the Age of the Internet. – S. Christopher: Ritual Transformation through Michael Jackson’s Music Video. 213 – 216 Jg 4 (2001) Nr 5 Dörr. – S. – S. Mary E. Peter: Psychological Escapism: Predicting the Amount of Television Viewing by Need for Cognition. – S. Robert: From Discourse to Golf Course: The Serious Play of Imagining Community Space. Bruce E.Zeitschriftenlese Henning. 132 – 146 Kensicki. – S. Vorderer. die geeignet ist. nicht nur die gewohnte Finanzierung über Gebühren.“ Eschweiler. 177 – 190 „§ 32 PostG sieht eine sektorspezifische Aufsicht über das Verhalten marktbeherrschender Postdienstunter- nehmen vor. stellte sodann die einzelnen Regulierungsinstrumentarien des PostG dar. sondern auch die bisherige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine verfassungsrechtlichen Aufgaben im dualen System der Bundesrepublik in Frage zu stellen. das aber den Deckel von einer Büchse hob. wie das Übel in die Welt gekommen sei: durch ein Weib. 143 – 164 McCoy. werden der Einfluss des Gemeinschaftsrechts und die Frage der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen. – S. Chr. 238 – 241 „In der Antike war die geöffnete . Bernd. Julie L. Pinkleton. – S. – S. 121 – 142 Rössler. – S. 196 – 208 Wimmer. Linda Jean: Deaf President Now!: Positive Media Framing of a Social Movement within a Hegemonic Political Environment. – S. das alle Götter mit ihren Gaben ausgestattet hätten.. Yair: Joining Their Betters Rather than Their Own: Modern/Postmodern Rhetoric of Jewish Fundamentalist Preachers. Erica. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der Beihilferegelung im EGV. Teil II des Beitrags hat Tatbestand und Rechtsfolgen des § 32 PostG sowie einzelne Missbrauchstatbestände zum Gegenstand. Mathias: Die besondere Missbrauchsaufsicht gemäß §32 PostG – Teil II. aus der alle Übel herausgeflogen seien. Konzeption und Zielsetzung des PostG ein. Weintraub Austin. dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der gewohnten Form sehr wohl mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lässt. Brosius. Zvi. 167 – 183 Bekerman.Werke und Tage“ erzählt Hesiod (um 700 v. Wolfgang: Zusammenschaltung und Telekommunikations-Entgeltregulierung in der Krise?: Anmerkung zu VG Köln. 184 – 199 Kommunikation & Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Habersack. In der Dichtung . Hans-Bernd: Do Talk Shows Cultivate Adolescents’ Views of the World?: A Prolonged-Exposure Experiment. 94 – 113 Lynch.

Engel. und auch die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte öffentlich-rechtlicher und privater Programme blieben bestehen. Dagegen wird die Informationskompetenz der Privatsender deutlich geringer bewertet. ProSieben und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. – S.00 bis 19. Glenda M. 102 – 125 Steemers. Klingler. – S. dass Kinder mehr Zeit mit dem Fernsehen verbringen.M&K 49. – S. 133 – 141 Behne. – S. Bernhard: Massenkommunikation 2000: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich: Ergebnisse der 8. Jeanette: Onlineaktivitäten der BBC: Gratwanderung zwischen Public-Service-Verpflichtungen und kommerziellen Zielen. Christa-Maria. allerdings verschieben sich die Marktanteilsverhältnisse der Programme. Freizeit. Pohle. Wolfgang. 162 – 175 „Auch wenn im Jahr 2000 durchschnittlich fünf Minuten länger ferngesehen wurde als 1999. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung. Sek: Media and Democracy in Cambodia. Andreas. – S. Ekkehardt: Aufmerksamkeit und Zuwendung beim Radio hören: Ergebnisse ei- Feierabend. Sibylle: Mediennutzung. 191 – 196 Merrill. 189 – 201 Digitales Fernsehen in Deutschland: Markt. Bei den drei. …“ Vellen. also um die sensible Frage. Erik: Was Kinder sehen: eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei. glaubwürdig und anspruchsvoll.00 Uhr auf Sendung ist. 176 – 188 „Die Fernsehnutzung von Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren hat sich in den letzten Jahren quantitativ kaum verändert.bis siebenjährigen Kindern belegt der Kinderkanal hinter Super RTL den zweiten Platz. Spaß und gute Laune. Andreas. Peter: Die „Biet & Flieg“-Entscheidung: Preisangaben und Internet?. Susanne: Tendenzen im Zuschauerverhalten: Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen im Jahr 2000. – S. Simon. 206 – 209 und 220 – 222 Media Perspektiven (2001) Nr 3 Ridder. – S. Nutzerprofile. …“ Grajczyk. – S. – S. – S. Ooi: Civil Society. und außerdem sind öffentlich-rechtliche Angebote im Westen Deutschlands beliebter als im Osten.und ostdeutschen Bürger. Mädchen schalten öffentlich-rechtliche Programme eher ein als Jungen.: Malaysian Media and Democracy. 197 – 199 Giok-Ling. ihre tagesaktuelle Berichterstattung und ihre Professionalität werden geschätzt. – S. Walter. 202 – 219 414 . RTL II. 183 – 189 und 199 Gloria. 251 – 256 Mankowski. Sabine. Mustafa K. während ab einem Alter von zwölf Jahren spezielle Kinderprogramme kaum noch gefragt sind.bis 13-Jährigen bleibt SuperRTL. Klaus-Ernst: Musik-Erleben: Abnutzung durch Überangebot?: Eine Analyse empirischer Studien zum Musikhören Jugendlicher. Schmitt. 126 – 132 Oehmichen. Democracy and the Role of the Media in Singapore. – S.: Democracy and the Press: The Reality and the Press. 257 – 259 Media Asia Jg 27 (2000) Nr 4 Anuar. Jahrgang 3/2001 wirtschaftsministeriums (BMWi) im Telekommunikationsgesetz (TKG) bildlich gesprochen die .bis 13-Jährigen. Öffentlich-rechtliche Programme gelten als seriös.“ ner Repräsentativbefragung in Hessen. … Diesen unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten entsprechen auch die Images der Sender. der allerdings nur von 6. John C. gefolgt von RTL. kann die Fernsehnutzung in den letzten Jahren insgesamt als stabil bezeichnet werden.Büchse der Pandora“ geöffnet und damit Raum für eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten in diesem volkswirtschaftlich wichtigen Bereich geschaffen? Oder ist insbesondere die im Schrifttum kontrovers diskutierte Frage eines Weisungsrechts im Einzelfall lediglich ein akademischer Streit ohne praktischen Bezug? In diesem Beitrag soll es um das Verhältnis der RegTP zum BMWi gehen. Jan: Der Mobilfunkvertrag: Rechtsnatur und Gestaltung. 242 – 250 Imping. ob rechtliche Eingriffsmöglichkeiten des zuständigen Ministeriums als Aufsichtsbehörde zulässig sind. 142 – 148 (2001) Nr 4 Darschin. Neue Angebote führen also nicht generell dazu.und Themeninteressen der ab 50-Jährigen: Ergebnisse der SWR-Studie „50+“ und weiterer Studien. – S. So zeigten sich auch im vergangenen Jahr erneut die bekannten Unterschiede im Fernsehverhalten der west. Bewertungen: ARD-Studie „Repräsentativbefragung von Digital-TVNutzern“. – S. sie erscheinen kompetenter in Sachen Entspannung. Michael: Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen.. – S. 200 – 205 und 222 Barisoth.: Media and Democracy in the Phillipines. – S. … Marktführer bei den Drei. Kayser.

“ (S. in dem sowohl anwendungsbezogene als auch analytische und konzeptionelle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden.“ Erlinger. 18) Schmiderer. einen Überblick über das Curriculum des Zusatzstudiums. – S. – S. Dieter: Brauchen Kinder Kindermedien?: ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Kindheiten im 21. – S. kommunikativer und sozialer Fähigkeiten sowohl positive als auch negative Trends zur Veränderung von Kindheit durch Medien. – S. Januar 2001: 1 BvR 2632/95. Pullich. 81 – 83 „Für das in den 70er Jahren eingeführte Genre der medienkritischen Magazine im Fernsehen scheint heute kein Interesse mehr zu bestehen. April diesen Jahres bietet das „Fernstudium Medien“ (FESTUM) der Fernuniversität Hagen Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. Sie müssen aber auch in und durch die Medien. Der Beitrag gibt u. Jahrhundert. aber insbesondere auch außerhalb der Medien. Der Autor bricht diese Vorurteile auf und skizziert anhand kognitiver. Media Perspektiven Dokumentation (2001) Nr I Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland in der Fassung des fünften Rundfunkänderungsstaatsvertrages (in Kraft seit 1. 1 BvR 622/99. Darüber hinaus werden Anregungen zur Planung und Realisierung von medienpädagogischen Projekten mit dem Computer gegeben.: Nutzung und Akzeptanz des digitalen Pay-TV in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage.“ Schenk.Zeitschriftenlese „… Die hier vorgestellte. 95 – 100 Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule scheitert häufig an der fehlenden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrenden. – S. im Auftrag der ARD-Medienkommission durchgeführte Repräsentativ-Befragung von rund 1000 Digital-TV-Nutzern ab 14 Jahren zeichnet ein Nutzerprofil des digitalen Fernsehens. 79 – 80 Vollberg. Viva und andere Massenmedien grenzen sich „Experte“ von der breiten Konsumentenmasse ab. – S. – S. 53 – 67 ARD-Richtlinien zur Sicherung des Jugendschutzes vom 22. 19 – 22 Der Autor beschreibt exemplarisch. eine Eroberung und Inbesitznahme der Welt zu erproben. – S. Leif: Fernstudium Medien (FESTUM): ein medienpädagogisches Zusatzstudium. wenn es in der Bravo steht“: Medien über Medien in der Jugendkultur. aktiv. 220 – 234 Ernst.“ Neuß. …“ Androutsopoulos. 14 – 18 „Natürlich brauchen Kinder Medien. 69 – 71 medien praktisch Jg 25 (2001) Nr 2 Aufenanger. Medien und Kultur: Überlegungen zu Aufgaben der Medienerziehung. Stefan: Wie die neuen Medien Kindheit verändern: kognitive. Digitaluser besitzen außerdem eine überdurchschnittlich hohe formale Bildung und sind meistens berufstätig.a. Die Kritik am eigenen Medium findet weder bei den Machern noch beim Publikum Beifall. Juni 1988 in der Fassung vom 28. Jannis: „selbst. der über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt. 1 – 52 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Fernsehaufnahmen in Gerichtsverhandlungen und bei der Verkündung von Entscheidungen vom 24. Annette.a. kommunikative und soziale Einflüsse der Mediennutzung. – S. gesellig und an Technik interessiert ist. und das können auch Zielgruppenangebote sein. 86 – 93 „In jugendkulturellen Szenemedien gibt es eine Sonderform von Medienreferenzen: Durch Bezugsrahmen auf Bravo. Hans Dieter: Kinder. Januar 2001). wie sich Computer im Kindergarten integrieren lassen und schildert Erfahrungen aus verschiedenen Praxisprojekten. 74 – 78 „Mit den Veränderungen der Medienlandschaft. – S. medien + erziehung Jg 45 (2001) Nr 2 Pickl. – S. Seit dem 1. November 2000. 415 . das heißt mit der Einführung des privaten-kommerziellen Rundfunks in Deutschland hat sich auch die Medienkritik zumindest in der Presse etabliert. Chancen bekommen. Norbert: Computereinsatz in Kindertagesstätten: Erfahrungen und Praxisvorschläge. Daniela: Von der Kunstkritik zum Medienjournalismus: Zur Geschichte der deutschen Medienberichterstattung. – S. Der typische Digitalnutzer ist ein Pay-TV-Konsument. 8 – 13 Wiedemann. die sich vorrangig auf bestimmte Altersgruppen orientieren. Michael u. Claudia: Sich in den Medien über Medien informieren: Fragen zur Medienseite der Süddeutschen Zeitung. 4 – 7 Medien und besonders den sogenannten neuen Medien werden häufig pauschalisierend negative Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellt. Demnach sind Männer und jüngere Altersgruppen unter den Digitalnutzern überrepräsentiert. Susanne: Der schwierige Umgang mit der Selbstreflexion: Wie berichtet das Fernsehen über das Fernsehen?. – S.

– S. 208 – 213 „Fragen der Offenlegung und Herausgabe des Source Codes gehören zu den grundlegenden Problemen des Softwarevertragsrechts. 203 – 208 Ernst. Thomas: Angriff der Kontrolleure: Teil 1. so viel wie möglich geheim zu halten. Ananda: Marginal voices in cyberspace. – S. – S. – S. – S. Doris: Medienwelten als Lernwelten: Ergebnisse eines Projekts des Deutschen Jugendinstituts. Stefan: Die Verfügbarkeit des Source Codes: Rechtlicher Know-how-Schutz bei Software und Webdesign. – S.alten’ Medien das Internet zur Kenntnis genommen und es dargestellt haben. insbesondere für Immigranten aus und beschäftigt sich mit der Frage. Zuweilen jedoch ist der angestrebte Rössler. wie die . Richard: The internet in everyday life: Computer networking from the standpoint of the domestic user. Gerd: Das Exodus. Schutz aus unterschiedlichen Gründen lückenhaft. gibt es das?: zur Diskussion eines neuen Medienphänomens. Medienkritik und Mediengestaltung beschreibt der Autor Realisierungsmöglichkeiten von medienpädagogischen Projekten.“ von Hammerstein. – S. Der folgende Beitrag befasst sich mit Fragen des technischen und rechtlichen Schutzes des Programmierer-Know-hows. auch um vom Programmierer unabhängig zu sein. 7 – 28 Die Autorin stellt auf der Basis neofunktionalistischer Konzeptionen Überlegungen dazu an. 54 – 59 Robert. die Anstalten seien nicht im Hinblick auf den vollen Umfang ihrer Aktivitäten betraut und seien somit in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Smith. 60 – 63 New media & society Jg 3 (2001) Nr 1 Lievrouw. – S. Das Amsterdamer Protokoll über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schließt seiner Ansicht nach die Anwendung der Richtlinie auf die Anstalten nicht von vornherein aus: Die Rundfunkgebühren stellten staatliche Beihilfen dar. 23 – 28 Kohm.: New media and the ‘pluralization of life-worlds’: A role for information in social differentiation. ist es dessen Bestreben. da im Quelltext das Wissen und die Fähigkeiten des Programmierers kodifiziert werden. 214 – 218 Hain. 29 – 48 Der Text geht der Bedeutung des Internet für Marginalisierte. Kellermann. Die Programmvorlieben beim Fernsehen konzentrieren sich auf die Unterhaltungsangebote. Karl-E. – S. Multimedia und Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Boehme-Neßler. Patrick: Between online heaven and cyberhell: The framing of ‘the internet’ by traditional media coverage in Germany. Maria. Volker: Steueroase Internet?: Eine Einführung in steuerrechtliche Probleme im E-Commerce. – S. ob nach der Änderung der Transparenzrichtlinie für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland die Pflicht zur getrennten Buchführung besteht. Leah A. dass dem Computer – von den Jungen mehr als von den Mädchen – ein größeres Interesse entgegengebracht wird als dem Fernsehen. Während der Anwender die umfassende Übergabe aller sein Programm betreffenden Informationen anstrebt. Dabei wird auf den Framing-Ansatz Bezug genommen und empirisch auf die Daten einer Inhaltsanalyse von Spiegel. wird am Beispiel zweier Falldarstellungen illustriert. – S. Auch das KEF-Verfahren könne nicht zum Ausschluss der Geltung der Pflicht zur doppelten Buchführung im Hinblick auf die Anstalten führen. Christian: National Roaming im UMTS-Markt. welche Ethik braucht das Internet?. die bereits im Kindergarten zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen können. Bakardjieva. wie sich die neuen Medien auf soziale Differenzierung und Pluralisierung von Lebenswelten auswirken Mitra. Stern und Focus zurückgegriffen. – S. Überraschend ist. 48 – 53 Buschmann. 49 – 66 In dem Text geht es um die Frage.Voice in the Internet’ ausbilden. 28 – 32 Anhand der Dimensionen Medienkunde. 32 – 36 Den Ergebnissen aus dem DJI-Projekt „Lebenswelten als Lernwelten“ zufolge rangieren Medien hinter den Freizeitinteressen Sport und Bewegung.und WegSymbol in der Werbung: zur religiösen Grundierung der Warenästhetik. 219 – 224 Der Verfasser nimmt zu der kontrovers diskutierten Frage Stellung. um weiterhin „im Geschäft zu bleiben“. Spiel.M&K 49.: Die Europäische TransparenzRichtlinie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland. Mediennutzung. Hausmanninger. Roland: Medienkompetenz in Kindergarten: ein Begriff in der Anwendung. Sven: Internetsucht. ob und wie sich über virtuelle Communities neue Reflektionsinstanzen und darauf aufbauend eine . Welche subjektive Bedeutung und welchen Informationswert diese für Kinder und Jugendliche haben können. 67 – 83 416 . Dies gilt insbesondere bei der Erstellung von Internetseiten. – S. Jahrgang 3/2001 Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen: ein pädagogischer Blick auf das Fernsehangebot und die Nutzung durch die Kinder. – S.

Alexander: The accessibility and applicability of knowledge: predicting context effects in national surveys. – S. Nevitte. Elisabeth: Do people have feelings toward leaders about whom they say they know nothing!. – S. – S.little behavior genres’. Paolini. Dabei stellte sich heraus. – S. 37 – 56 Lauf. – S. Terhi: The old and the new: Communications technology and globalization in Russia. 50 – 55 417 . dass neben anderen Faktoren die Nutzung bestimmter Zeitungen und die Nutzung von Informationsangeboten. – S. Giuseppe: Das digitale Fernsehen und die Entwicklung der audiovisuellen Industrie Europas. Stanley. ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. ein Begriff. 85 – 105 haben. einen negativen Effekt auf die Einstellung zum demokratischen System Studies in Communication Sciences Jg 1 (2001) Nr 1 Colombetti. – S. Negative Wirkungen der Skandalberichterstattung konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. Dies geschieht unter dem Begriff der . Richard. den Volosinov verwendet hat. André. das sich als nicht unproblematisch erweist. stellt sich die Frage. verstärkt diskutiert. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren. 5 – 12 Kairo. Eleanor: The effects of response rate changes on the index of consumer sentiment. Presser. – S. 429 – 451 Blais. 452 – 463 RTkom Jg 53 (2001) Nr 1 Wilmer. die viele unpolitische Beiträge enthalten. Stefanie: Die Emigration der Zeitungswissenschaft nach 1933 und der Verlust sozialwissenschaftlicher Perspektiven in Deutschland. Trappel. – S. 57 – 68 Public Opinion Quaterly Jg 64 (2000) Nr 4 Curtin. dass die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben. Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie: die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. wird immer dann. Private Restraints on Innovation.96 nach Holsti“: zur Reliabilität von Inhaltsanalysen und deren Darstellung in kommunikationswissenschaftlichen Fachzeitschriften. – S. Edmund: „. 129 – 166 Venzin. Janne. das Politikverständnis und die Einstellungen zum politischen System stellen ein komplexes kognitives Gefüge dar. 20 – 36 „Die Befürchtung. Neil. 167 – 194 Tolley’s Communications Journal Jg 6 (2001) Nr 2 Spiller.“ Schrape. 1 – 19 Wolling. dass durch politische Skandale der Demokratie Schaden zugefügt werden könnte. Michael: High Technology Industries. Paolo: Hypermedia Analysis: Some insights from semiotics and ancient rhetoric. Klaus. 107 – 127 Garnham. Gidengil.Zeitschriftenlese Die Autoren gehen auf der Basis kulturwissenschaftlicher Überlegungen und in einem . – S. Richard: Insurance and the e-commerce revolution. Nicholas: Information society theory as ideology: A critique. Lorenzo. – S. wie und wozu häusliche Internet-user das Internet nutzen und wie sie darin neue Sinnzusammenhänge für sich konstituieren. – S. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber. Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung. 413 – 428 Todorov. – S. – S.quasi-ethnographischen’ Design der Frage nach. Thomas: Das neue Fernabsatzgesetz: ein Segen für den E-commerce?. 13 – 28 Publizistik Jg 46 (2001) Nr 1 Averbeck. Josef: Das Geschäft mit der Prognose. – S. Singer. wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Anhand von Umfrageund Inhaltsanalysedaten wurde überprüft. Marco: A language for artificial agents. Markus: The concept of foresight in times of uncertainty and ambiguity. Paulweber. 1 – 32 Cantoni. Rantanen. ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat. 33 – 53 Richeri. and EU Antitrust Law: the European Approach to Market Analysis of R&D Competition.

– S. – S. – S. Adolf: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urheber- 418 . – S. 315 – 316 Spautz. Nikolaus: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus rechtsvergleichender Sicht (Deutschland/USA). – S. 306 – 310 Schaefer. Frank. V. William H.. 55 – 68 Zeitschrift für Urheber. – S. – S. – S. V. 56 – 61 Norman. 46 – 49 vertragsrechts: ein Beitrag aus der Sicht der Entwurfsverfasser. Peter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. – S. 15 – 39 Pieper. 276 – 281 Reber. Wolfgang: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht von Journalisten und Schriftstellern. – S. Bertram: Broadcasting via Internet: New Models of Business and Financing. 273 – 275 Dietz. Susan: The digital photograph: intellectual property of … whom?.M&K 49. 282 – 288 Schimmel. 39 – 45 Corbett. Lidia: The impact of EU competition law on the financing of public service broadcasters. Johannes: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Film.: Convergence on the next generation Internet. Helen: Protecting the advertising functions of trade marks. 289 – 299 Kreile. 7 – 13 Konert.und Fernsehproduzenten. 41 – 53 Hoogenboezem. – S.. Martin: Einige Bemerkungen zum Professorenentwurf für ein Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Landesgruppe der IFPI e. Opdemom. Günter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO). – S. 300 – 305 Weber. Jahrgang 3/2001 Márton. 311 – 314 Poll.und Medienrecht Jg 45 (2001) Nr 4 Hucko. Peter: Convergence and Regulation: Deutsche Telecom’s Perspective. Elmar: Zum Sachstand in Sachen Urhebervertragsgesetz: ein Blick in die Werkstatt des Bundesministeriums der Justiz. Wolfgang: Was sagt uns die „Zauberflöte“ zum Urhebervertragsrecht?: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Orchester Vereinigung e. – S. – S. – S. Jaap: Convergence and Regulation: Comments and Recommendations. 317 – 323 Trends in Communication Jg 31 (2001) Nr 7 Melody. – S.

4) 22 Journalismus. – 2 Bde Tätigkeitsbericht für die Jahre 1999 und 2000. Christoph: Marktforschung via Internet: eine Delphi-Studie zur Einschätzung zukünftiger Möglichkeiten kommunikativer Erhebungsinstrumente. Datenbanken Götz. Bundesländer 41 Massenkommunikation Politik 42 Massenkommunikation Gesellschaft 43 Massenkommunikation Kultur 12 Jahrbücher. 2000. Joachim-Felix (Hrsg. 2001.und Weiterbildung. (Reihe Arbeitspapiere des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln. – Köln: IRÖ. (Kommunikationsforschung aktuell. – 156 S. allgemein Medien Bildung Medien Ökonomie Medien Recht Rundfunk Werbung Publikum. Johannes. Die Zeitung zwischen Print und Digitalisierung/ Bucher. – 115 S.und Kommunikationswissenschaft. 2001. – Bochum: Bochumer Universitätsverlag. 2001. Martin: Die Berichterstattung über Bibliotheken in der Presse: eine computerunterstützte Inhaltsanalyse. 143) 21 Kommunikationswissenschaft und -forschung Medienwissenschaft: ein Handbuch zur Entwicklung der Medien und Kommunikationsformen: Teilband 2/ Leonhard.KG. 15/2) Mönchhalfen. Lexika 12 Jahrbücher. Ulrich (Hrsg. 419 . – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. – München: KoPäd Verl. – 259 S. 2001. (Hochschulwesen) Krainer. – Berlin: Walter de Gruyter GmbH & Co. – Aachen: Shaker. Püschel. – München: Fink. Gaus. (Berliner Arbeiten zur Bibliothekswissenschaft. Multimedia 61 Internationale Kommunikation 62 Europa Kommunikation 71 72 73 74 75 76 81 82 83 91 Massenmedien. 2000. Thomas: Ein automatisches Indexierungssystem für Fernsehnachrichtensendungen. (Handbücher zur Sprach. Medienberufe Publizistische Persönlichkeiten Medieninstitute. Bibliotheken. 2001. – Essen: Stamm Verlag. (Kopäd Medienethik. – 330 S. – 670 S.Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis 11 Bibliographien. – 420 S..und Kommunikationsberufe: über 180 Berufsporträts. – München: Econ & List. Geschäftsberichte 21 22 23 24 Kommunikationswissenschaft und -forschung Journalismus.).). 2001. 1) Massow. 3) Kemp. 2001. Geschäftsberichte Stamm 2001: Leitfaden durch Presse und Fernsehen. Medienberufe Journalistisches Schreiben für Wissenschaftler/ Wildt. (Berichte aus der Informatik) 31 Kommunikation Bolz. Larissa: Medien und Ethik: zur Organisation medientechnischer Entscheidungspro- zesse. – 213 S. 2001. Informationsgesellschaft 52 Neue Technologien. 2001. Mediennutzung Rezeptionsforschung Kinder Jugendliche Medien Literatur zu einzelnen Ländern 31 Kommunikation 32 Kommunikationspolitik 33 Lokalkommunikation. Hans-Jürgen. Datenbanken 51 Telekommunikation. – 1788 S. Martin: Atlas neue Werbe. Norbert: Weltkommunikation. – 184 S. – Berlin: Logos. – 138 S. 24 Medieninstitute. über 700 Adressen. Wiest. Medienpädagogik und Wirtschaftsjournalismus: Probleme und Perspektiven der Vermittlung ökonomischer Themen. – 76 S.). Aus. – Berlin: Logos Verlag. Bibliotheken. Einstieg. Olaf (Hrsg. Heike: Wirtschaftsdidaktik. 2001. – Neuwied: Luchterhand.

2001) 41 Massenkommunikation Politik Berens. – München: Reinhard Fischer. 27) Kocks. Reihe 30. 2001. Wiebke: Die Lokalberichterstattung in den neuen Bundesländern: Orientierung im gesellschaftlichen Wandel. – 378 S. – 160 S. Stefan: Wahlentscheidung in der Mediengesellschaft: Theoretische und empirische Grundlagen der interdisziplinären Wahlforschung. Otto (Hrsg. 82) Scherfer. Lünenborg. 2001. – 307 S.. Rinck. – München: Iudicium Verlag.). Daniel. Ulrich W. – 325 S. – 349 S. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. Univ. Verlag. 2001. – Münster: Lit Verlag. (Mediensymposium Luzern. 2001. Pörksen.. 2001. – Wiesbaden: Dt. 2001. Tabubruch als Programm: Privates und Intimes in den Medien/ Herrmann. 2000. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag.. (Wissenschaftliche Paperbacks. 2001. 2001. Zerfall der Öffentlichkeit?/ Jarren. – 407 S. – London: Routledge. – 199 S. – Wiesbaden: Westdeutscher. Lersch. – Opladen: Leske. 2001.. Andrea: Argumentation in internationalen Fernsehdiskussionen. – 184 S. Kurt.-Verl. – 326 S. 48) Dahlem. Müller. – Bonn: Carl-Auer Verl. – 340 S. – 302 S. Medienresonanz und Mobilisierung der Öffentlichkeit am Beispiel von Castor und Brent Spar. (Konstruktivismus und systemisches Denken) 32 Kommunikationspolitik „Dominus Iesus“ – Anstößige Wahrheit oder anstößige Kirche?. 2001. 43 Massenkommunikation Kultur Duncker. 6) 42 Massenkommunikation Gesellschaft Ludes. Öffentlichkeit und Vertraulichkeit: Theorie und Praxis der politischen Kommunikation/ Depenheuer.). Annette: Interdependenzen zwischen PR und Journalismus: eine empirische Untersuchung der PR-Wirkungen am Beispiel einer dialogorientierten PR-Strategie von BMW. – Frankfurt am Main: Lang. (Studien zur Kommunikationswissenschaft. Klaus: Glanz und Elend der PR: zur praktischen Philosophie der Öffentlichkeitsarbeit. Edgar (Hrsg. – 335 S. – 237 S.). 2001. (Medien Skripten. – 193 S. 2001. (Hrsg). Morley. Petra. 2000. – Konstanz: UVK. Otfried. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. Dokumente. 2001. Bernd: Menschliche Kommunikation im Medienzeitalter: im Spannungsfeld technischer Möglichkeiten und sozialer Kompetenz. Roger (Hrsg). (Alber-Reihe Kommunikation.M&K 49. Politik und Fernsehen: inhaltsanalytische Untersuchungen/ Rölle. Jahrgang 3/2001 LeMar. Hintergründe. (Jahrbuch Medien und Geschichte. Konrad: Deutsche Fernsehpreise: Argumente für Fernsehqualität. – Frankfurt am 420 . 2001. 9) 33 Lokalkommunikation. – Wiesbaden: Dt. Steinbach. – 245 S. – 578 S. Walter. (Europäische Hochschulschriften. Bundesländer Möhring. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. mobility and identity. Harald: Prozesse der Thematisierung in publizistischen Prozessen: Ereignismanagement. Peter: Multimedia und Multi-Moderne: Schlüsselbilder: Fernsehnachrichten und World Wide Web – Medienzivilisierung in der Europäischen Währungsunion. Jahnel.. Friedrich. 2001. Oliver Magnus: Kultur im deutschen Fernsehen. Christian: Verlust der Werte?: Wertewandel zwischen Meinungen und Tatsachen. – 231 S. – 198 S. Standpunkte und Folgerungen. David: Home territories: media. Neiss. Blum. Bernhard: Abschied vom Absoluten: Gespräche zum Konstruktivismus. Margret (Hrsg. Imhof. 2001. – Berlin: Springer-Verlag. – Freiburg: Alber. 36) Regionalisierung im Rundfunk: eine Bilanz der Entwicklung seit 1975/ Klingler. Univ.

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17) 82 Rezeptionsforschung Theoretische Perspektiven der Rezeptionsforschung/ Rössler.). – Eine Dokumentation der Nürnberger Radiotage 1999/ Schwanebeck. 81 Publikum. 2001. 422 . (Schriften zu Kommunikationsfragen. Ralf: Das Recht der Gegendarstellung bei Meldungen von Nachrichtenagenturen. 40) Klemm.und Kommunikationsdienste auf der Basis des deutschen und europäischen Medienrechts.. – Bonn: edition ZAW. – München: R. Pickel. Michael: Mediennutzung: Mediaforschung. 18) Hörfunk-Jahrbuch 2000/2001/ Ory. 8) Meyen.). Manfred (Hrsg. – München: High Text Verl. Helmut G. Barbara: Die Entgeltregulierung im Telekommunikationsgesetz. – Münster: Lit. 18) Liberalisierung der Telekommunikationsordnungen: ein Rechtsvergleich/ Koenig. – 410 S. (Reihe Uni-Papers. – Hamburg: Universität. 9) Das neue Fernabsatzgesetz: Umsetzung in Onlinehandel und klassischem Vertrieb/ Becker. Hans (Hrsg). – 103 S. Jahrgang 3/2001 Kibele. Volker: Fernsehgenres und Fernsehgattungen: Ansätze und Daten zur Rezeption. 2000. (Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht. Uwe (Hrsg). 2001. Ackermann. Bauer. – 297 S. 347) Schreier. Rolf (Hrsg. Fischer. Kühling. – 134 S. Medienfunktionen. 2001. 2001. – München: Fischer.. – 161 S. 2001. 2001. Sandra: Vorschulkinder und Gewalt im Kinderprogramm: eine qualitative Untersuchung zur Rezeption gewalthaltiger Fernsehinhalte durch Vorschulkinder. – Baden-Baden: Nomos Verl. Patrick. 83 Kinder Jugendliche Medien Caviola. 2001. – 264 S. Recknagel. – München: Fischer. Ralph: Fern-Sehen im Alltag: zur Sozialpsychologie der Medienrezeption. – Berlin: Duncker & Humblot. 76 Werbung Werbung in Deutschland 2001.). – 411 S. Jürgen. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. Recht und Wirtschaft. – 464 S. – 397 S. – Frankfurt am Main: Lang. 17) Weiß. – 258 S. lokal. – Konstanz: UVK Medien. Mag. Axel (Hrsg). 2001. Wolfgang: Förderung kindlicher Medienkompetenz durch die Eltern: Grundlagen. – Frankfurt am Main: Lang.M&K 49. – Heidelberg: Verl. – 278 S. – Opladen: Leske + Budrich.. Klassifikation und Bezeichnung von Fernsehprogrammen. – 211 S. Bert: Zeitungsverleger-Fernsehen in West-Berlin von 1960 bis 1986. Michael: Zuschauerkommunikation: Formen und Funktionen der alltäglichen kommunikativen Fernsehaneignung. 2001. Schedl. Rösch. 2001. 2001. (Nomos Universitätsschriften Recht. Axel. (Arbeitspapiere des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln. 2001. Stephan. (Angewandte Medienforschung. – 235 S. 2001.). – Köln: Institut für Rundfunkökonomie. 7) Stamm. 2001. Konzepte und Zukunftsmodelle. (Schriftenreihe Kommunikation & Recht. Küsse und Kulissen: Soap Operas im Fernsehen/ Claudia Cippitelli. virtuell. Mediennutzung Burckhardt. 144) Radio erobert neue Räume: Hörfunk – global. Hasebrink. – 218 S. 28) 75 Rundfunk Gehrau. (Sprache im Kontext. (Schriftenreihe Information und Recht. (Schriftenreihe Medienforschung der LFR. Christian.Arb. Nutzungsmuster. – 198 S. – Berlin: Vistas. 2001. Torsten: Das Selbstverwaltungsrecht der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.. Produktionssteuerung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk/ Kops. – München: Fischer. (Angewandte Medienforschung. Schwanebeck. – 205 S. (Hrsg. 2001. Babette: Multimedia im Fernsehen: die gesetzlichen Grundlagen audiovisueller Informations. – 407 S. – München: Beck. Max (Hrsg. 2001. – 402 S.

und Jugendmedien in Österreich: Traummännlein Teletubbies Talkshows/ PausHaase. 53) Kutschera. 2001. – 52 S. – New York: Oxford University Press. Hill. culture and politics in Indonesia. (Beltz Taschenbuch. David T. Norbert: Fernsehen im Kontext jugendlicher Lebenswelten: eine Studie zur Medienrezeption Jugendlicher auf der Grundlage des Ansatzes der kontextuellen Mediatisation. – 192 S.und Kommunikationsforschung. (KoPäd Hochschulschriften) Teletubbies & Co: schadet Fernsehen unseren Kindern?/ Neuß. 826) 91 Literatur zu einzelnen Ländern Hampf. Claus (Hrsg). 14) Decius. Frank: Die Folgen der Globalisierung für das senegalesische Mediensystem. Politik und Gesellschaft Nordamerikas. Ingrid u. Panzieri. Koch. 2001.a. 2001. Robert. – 206 S. Ralf: „Wir sind das Netz“: Chancen und Risiken des Internets für Kinder und Jugendliche – ein praktischer Leitfaden. – Hamburg: Institut f. Krishna. 2000. (Aktuelle Medien. Marc. 15) Kinder. 1946–1965. – Weinheim: Beltz. – Münster: Lit. – 560 S. (Studien zur Geschichte. 17) 423 . Wittmann. Afrika-Kunde. 2001. – 245 S. – München: KoPäd. – 191 S. Sen. 2001. – 144 S.Literaturverzeichnis 2001.: Media. – Weinheim: Beltz.) . – 430 S. – Wien: öbv und hpt. Michaela: Freies Radio in den USA: die Pacifica-Foundation. (Hrsg. (Focus Afrika. (Beltz Taschenbuch. 2001.

306 – 324 This article stands in the tradition of surmounting the dualism of systems and actor theory. An article on the combination of system and actor (Ökonomisierung des Fernsehens. It is argued that personal websites not only serve individual and group communication. pp. which are operated by individual persons. according to one of the article’s main theses. The answer to the new brand of networking logic is seen in a new organisational model. institutional orders and actor constellations than by using a purely systems-theoretical perspective. This new model accentuates. These challenges are attributed to a new kind of networking logic. but can also make a contribution to public communication in different ways. the distortion of the code of the functional system mass media by the code of economics. The following consequences are identified: on the one hand. The literature on personal 424 . The article begins with the delimitation and definition of this personalised form of online publication and discusses its relevance for communications research. Stefan Wehmeier: Economicisation of television. Reflections on a horizontal broadcasting order for the economy of attention (Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur). first and foremost. 325 – 349 Personal websites are web offerings. Finally. Jahrgang 3/2001 English Abstracts Thomas Vesting: Broadcasting law faces the challenges of networking logic. the article attempts to concretise in greater detail the implications of this model for the regulation of broadcasting. the need to retain cultural and economic innovative capability including the accompanying requirements. 287 – 305 The article highlights some of the challenges facing broadcasting law as a result of new developments in information technology and media economics (“multimedia”). pp. Nicola Döring: Personal websites on the WWW. a loss of trust by the population in the expert system of the mass media.M&K 49. It is argued that the dimensions and mechanisms of the structural change of television can be better exposed by a dovetailed observation of partially systemic horizons of orientation. which. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit). With exemplary reference to the economicisation of television the explanatory potential of an integrated systems/actor theory is also outlined for communications research. which takes up systems-theoretical notions of “self-organisation”. A critical overview of the state of research (Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand). on the other hand. The application of this perspective to communications research is taking place through the process of the economicisation of television that began in the year 1984. pp. tends to make the possibility of sustaining the dual broadcasting system in its current form improbable in the long term. A number of premises of the systems-theoretical perspective that predominates in communications research are initially criticised and the integrated systems/actor perspective subsequently outlined on the basis of approaches developed since the midEighties by the Max Planck Institute for Social Research.

websites. is subsequently discussed. A case analysis on the possibilities of alternative radio broadcasting (Sprechen im Freien Radio. 369 – 383 During the Nineties there was a sharp increase in the number of licensed free radio stations in the Federal Republic of Germany. This article introduces the phenomenon “avatars” and discusses the question how virtual characters are perceived by media users. Subsequently. Jan Pinseler: Talking on free radio. This means that the topics voiced on free radio not only differ from those in other media. log file analyses. suggestions for further research are discussed. The article reports of the most important findings. pp. With reference to a conversation analysis study of programmes broadcast on coloRadio in Dresden the article shows that the special characteristic of free radio is the fact that both discussions are possible which have the structural form of news interviews as well as discussions which tend to resemble discussions in everyday life. The theoretical contributions presented focus on the fact that the personal website constitutes a construction of identity and a presentation of self via computer-mediated communication. Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer: Avatars: parasocial relationships with virtual characters (Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren). which were gathered via content analyses. classification and recipience of personal websites. but that. oral and written surveys. Based on the results of these studies and the anticipated future development of virtual characters. Some avatars are used as automatic personal assistants to visitors of websites. and experiments. others are promoted as virtual stars and appear in various media. and outlines perspectives for future website research in the field of communications research. two surveys which address the quality and intensity of parasocial relationships with avatars are presented. to use a language of everyday life on radio too. which is sometimes hard to access. 1956) is used as a theoretical framework. due to the proximity to everyday language. Approximately thirty studies exist on the production. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks). different persons are also given the possibility to use radio as a means of communication in a self-determined way. Their own self-descriptions and the theoretical reflections voiced in this environment indicate that the main potential of these radio stations is their ability to “demystify” the medium. The concept of parasocial relationships (Horton & Wohl. pp. 425 . and to articulate a variety of subjective points of view. 350 – 368 The rise of interactive media has fostered the development of virtual characters (“avatars”).

47.de Jens T e n s c h e r . 24118 Kiel. 48143 Münster.-Medienwiss.de Dipl.uni-kiel. Landesanstalt für Rundfunk. Institut für Kommunikations. Christoph K l i m m t .de Jan P i n s e l e r . Hochschule für Musik und Theater. 04109 Leipzig.uni-leipzig. 30161 Hannover.hmt-hannover. Westfälische-Wilhelms-Universität.de Prof. Augustusplatz 9-11. Falkenweg 7. E-Mail: Boehme-Duerr@philfak.de Dr. Universität Hamburg. Institut für Medien. Dr.hartmann@hmt-hannover. Universität Hamburg. 20148 Hamburg. E-Mail: nicola. Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit/PR. 30161 Hannover. Klaus P l a k e . 22039 Hamburg. W u l f f . Institut für Medienwissenschaft. Institut für Germanistik II. E-Mail: Thomas. Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien.-Medienwiss.uni-duesseldorf. Stefan W e h m e i e r . E-Mail: hwulff@litwiss-ndl. Universität Koblenz-Landau. M. Peter V o r d e r e r .klimmt@ijk. 20148 Hamburg.de Prof.pinseler@ gmx. E-Mail: wehmeier@rz. Kamenzer Straße 19. Hochschule für Musik und Theater Hannover.und Kommunikationswissenschaft.und Kommunikationswissenschaft. E-Mail: hickethier@snafu. E-Mail: tilo. M. 47. D-98684 Ilmenau. Universität der Bundeswehr Hamburg. Institut für Germanistik II. Universität Leipzig.de 426 . Dr. 47. Universität Kiel.Vesting@Jura. VonMelle-Park 6. Dr. VonMelle-Park 6. 2. Universitätsstr. Zollhof 2. 40221 Düsseldorf.net Prof. Leibnizstraße 8.vorderer@hmt-hannover. Hohenzollernstr. Bispinghof 9-14. E-Mail: scholl@unimuenster. Dagmar S c h ü t t e . Nicola D ö r i n g . E-Mail: tenscher@uni-landau. TU Ilmenau. Universitätsstraße 1. Armin S c h o l l .A. Jahrgang 3/2001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Heftes PD Dr. 01099 Dresden. 40225 Düsseldorf.M&K 49.. 30161 Hannover..de Dr. Tilo H a r t m a n n . E-Mail: christoph.D ü r r . 23683 Scharbeutz Dipl. Thomas V e s t i n g .A. EMail: dschuette@lfr. Hochschule für Musik und Theater Hannover.de Prof.de Dr. Institut für Publizistik. Knut H i c k e t h i e r . Heinrich-HeineUniversität. E-Mail: plake@unibw-hamburg. E-Mail: fs5a097@uni-hamburg. Dr. 86135 Augsburg. Postfach 700822. Lehrstuhl für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. 76829 Landau. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Joan Kristin B l e i c h e r . Karin B ö h m e . E-Mail: peter. Universität Augsburg. Dr.und Medienwissenschaft.doering@tu-ilmenau.de Prof. Dr. E-Mail: jan.de Dr. Juristische Fakultät. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Institut für Politikwissenschaft.Uni-Augsburg. Hohenzollernstr.de Manfred J e n k e . Postfach 10 05 65. Hohenzollernstr.de Prof. Kaufhausgasse 9. Hans J.

Im Sinne der Förderung des wissenschaftlichen Diskurses und der kumulativen Forschung sowie der Qualitätssicherung legt die Redaktion bei der Begutachtung von Beiträgen besonderen Wert darauf. Unter der Rubrik Diskussion sollen Beiträge erscheinen. • Die Redaktion bietet außerdem die Möglichkeit zur Stellungnahme und Erwiderung zu publizierten Beiträgen der oben genannten Kategorien. auf den sich die Stellungnahme bezieht. B. Die Zeitschrift ist ein interdisziplinäres Forum für theoretische und empirische Beiträge aus der gesamten Medien. 427 . werden im nächstmöglichen Heft publiziert.Hinweise für Autorinnen und Autoren Die wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bis Ende 1999 „Rundfunk und Fernsehen – Zeitschrift für Medien. Für die Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ kommen folgende Textsorten in Betracht: • Aufsätze sollen ein Moment originärer theoretischer Leistung beinhalten bzw. Zugleich erklären sie sich bereit. Formalien: • Manuskripte sind der Redaktion in dreifacher Ausfertigung zuzuschicken. die verwendeten Daten bei wissenschaftlich begründeten Anfragen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten für weitere Analysen zur Verfügung zu stellen. ausreichend dokumentieren. Die Redaktion räumt dabei dem Autor bzw. Stellungnahmen und Erwiderungen. Das Manuskript selbst darf keine Hinweise auf die Autorinnen und Autoren enthalten. die innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses Position beziehen und die Diskussion voranbringen können. Manuskripte. die Möglichkeit einer Erwiderung ein. dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein und bis Abschluss des Begutachtungsverfahrens nicht anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. Datenbanken) zur Verfügung gestellt worden sind. sind zwei Titelblätter erforderlich: eines mit Angabe des Titels und der Namen und Anschriften der Autorinnen und Autoren. ausgewählte Literatur zu bestimmten Problemstellungen systematisch und vergleichend zusammenfassen und eine Übersicht über den Stand der Theorie und/oder Empirie geben. die von Dritten (z. dass größtmögliche Transparenz hinsichtlich der verwendeten Daten hergestellt wird. den Zugang zu Datenbeständen. Literaturberichte/-aufsätze sollen Literatur bzw. • Da die eingereichten Manuskripte anonymisiert begutachtet werden. der Autorin des Beitrages.und Kommunikationswissenschaft. einen theoretisch weiterführenden Argumentationsgang bieten. die zur Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ eingereicht werden. um so die Voraussetzungen für Sekundäranalysen und Replikationen zu schaffen. eines ohne Anführung der Namen und Adressen.und Kommunikationswissenschaft“) wird seit 1953 vom Hans-Bredow-Institut herausgegeben und redaktionell betreut. die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. die den in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ üblichen inhaltlichen und formalen Standards entsprechen und geeignet sind. Dabei können auch spekulative Betrachtungen fruchtbar sein. • • Berichte sollen Befunde zu einem ausgewiesenen Problem von theoretischer oder medienpraktischer Relevanz darstellen. Autorinnen und Autoren empirischer Beiträge verpflichten sich mit der Einreichung des Manuskripts. dass sie die Art und Weise der Datenerhebung bzw.

Dem/der Autor/in wird die Redaktionsentscheidung schriftlich mitgeteilt. 2001. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. werden die Autor/inn/en benachrichtigt. Printed in Germany. die unverlangt eingereicht werden.000 Zeichen) nicht überschreiten. Übersetzungen.: . Versandkosten (inkl. MwSt). Neueinreichung oder Ablehnung legt die Redaktion die Gründe für ihre Entscheidung offen. Im Falle einer Entscheidung für Überarbeitung. Mit der Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag von den Autorinnen und Autoren alle Rechte. Nomos Verlagsgesellschaft. Konto 5-002 266. Abbestellungen vierteljährlich zum Jahresende. 20148 Hamburg (Tel. wobei der Text der Anmerkung auf der entsprechenden Seite aufgeführt wird. wobei der vollständige bibliographische Nachweis über ein Literaturverzeichnis im Anschluss an den Beitrag erfolgt. anderthalbzeilig beschrieben und mit ausreichendem Rand versehen sein. Dazu werden die anonymisierten Gutachten. falls die Begutachtung längere Zeit erfordert. Jahrgang 3/2001 • Beizufügen ist eine kurze Zusammenfassung des Beitrags (max. • Gliederung des Textes: Jedes Kapitel und Unterkapitel sollte mit einer Überschrift (in Dezimalzählung) versehen sein. • Die Manuskriptseiten müssen im DIN A4-Format (einseitig). Einzelheft 29. auch nur in Auszügen. 15 Zeilen). Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich (4 Hefte jährlich). zugesandt. Verlag und Redaktion haften nicht für Manuskripte. Jahresabonnement 98. bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. (Müller. B. • Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett zu kennzeichnen. Bestellungen nehmen der Buchhandel und der Verlag entgegen. • Für Hinweise und Literaturbelege bestehen wahlweise zwei Möglichkeiten: a) durch Angabe von Autor. Erscheinungsjahr und Seitenziffer im fortlaufenden Text – z.– DM. Von jedem Originalbeitrag werden 20 Sonderdrucke kostenlos zur Verfügung gestellt. Über eine Annahme des Manuskripts und den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion auf der Grundlage redaktionsinterner und externer Gutachten. . evtl. Telefax: 21 04 27. Zahlung jeweils im Voraus an Nomos Verlagsgesellschaft. . Karlsruhe 736 36-751 und Stadtsparkasse Baden-Baden. . Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen. . insbesondere auch das Recht der weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege des fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. Hans-Bredow-Institut Heimhuder Straße 21. Weitere Sonderdrucke können bei Rückgabe der Fahnenkorrektur an die Redaktion schriftlich gegen Rechnung bestellt werden. jeweils zuzügl. Baden-Baden. Postscheckk. b) über durchnumerierte Anmerkungsziffern. die dem Leser als selbständiger Text einen hinreichenden Eindruck vom Inhalt des jeweiligen Beitrags vermittelt. • Der Umfang der Beiträge soll 20 Manuskriptseiten (55.– DM. Telefon: (0 72 21) 21 04-0. 1990: 37 – 40) . die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist. 0 40/45 02 17-41) Anschrift der Redaktion: Medien & Kommunikationswissenschaft Herausgegeben vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg ISSN 1615-634X Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung. Jahresabonnement für Studenten 50.M&K 49. Verlag und Anzeigenannahme: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Das Begutachtungsverfahren ist in der Regel sechs Wochen nach Eingang des Manuskripts abgeschlossen. 428 . 76520 Baden-Baden. –. Bearbeitungen.– DM (gegen Nachweis).

M&K 2001/3 Medien & Kommunikationswissenschaft .

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