Avatare-ParasozialeBeziehung Zu Virtuellen Akteurenn

M &K 49. Jg.

2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

E 20039 F

Medien

Kommunikationswissenschaft

Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit Stefan Wehmeier Ökonomisierung des Fernsehens. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Jan Pinseler Sprechen im freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Die neue Rundfunk und Fernsehen

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M &K 49. Jg. 2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

Medien

Kommunikationswissenschaft
Redaktion: Hardy Dreier, Uwe Hasebrink, Thorsten Held, Anja Herzog, Friedrich Krotz, Claudia Lampert, Christiane Matzen, Eva Rischkau, Hermann-Dieter Schröder, Wolfgang Schulz, Jutta Simon, Ralph Weiß

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

M&K 49. Jahrgang 3/2001 Anzeige .

. . . . 306 Stefan Wehmeier BERICHTE Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. . . . . . . Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks . . . . 2000 395 Michael Bodin: Ausgebrannt . . Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . . 384 Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie. . . . . Konstanz: UVK. . . . . . .): Inszenierung von Authentizität. . . . . 2000 . . . über den „Burnout“ im Journalismus. . . . . Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur . . . . . . . . 2000 . . . . . 325 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren . . . . . . . . . . . . . . . . . .INHALTSVERZEICHNIS AUFSÄTZE Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . 2000 . . . . . . . . . . . .. . . . 387 Martin Löffelholz (Hrsg. 350 Sprechen im Freien Radio. . Tübingen: Francke. . . 287 Ökonomisierung des Fernsehens. . . . . . . . . . . . 2000 . . . . . . . . . . . 396 Karin Böhme-Dürr 285 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . . . Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen..): Theorien des Journalismus. . . . . . . . . . . . . . . . Ursachen und Auswege. . . . . . . . 369 Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Jan Pinseler LITERATUR Besprechungen Armin Scholl Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. . . 389 Joan Kristin Bleicher Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. . . Ein diskursives Handbuch. . . . . . . . Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand . . . . . . . .

.. . . ..): Critical Dictionary of Film and Television Theory.. . .. ...... . ........ 2000 .. .. Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie. ........ .. ... ... ... . . . .. 426 .... .... . ..... London/New York: Routledge..... .. .. . . 2001 ..... Wiesbaden: Westdeutscher Verlag... . ...): Television and Common Knowledge..... . ...... . Pearson / Philip Simpson (eds...... 2000 .. . . Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion......... . Baden-Baden: Nomos.. ... . ..... . Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. .... .. .. .. ...... . .. . . ... . 427 286 ....... .... . .... ... ...M&K 49. ... .. .. . ..... 399 Jo Reichertz: Die frohe Botschaft des Fernsehens. . ..): Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation..... ... Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees............ 406 . . 409 419 424 Manfred Jenke Klaus Plake Dagmar Schütte Jens Tenscher Hans J. ... . .. .. .. London/New York: Rootledge. . .... 404 Roberta E........ . . . ... ... ... .. . . ....... 2000 . .. ..... .. 400 Annette von Kalckreuth: Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk. 1999 ......... ... Jahrgang 3/2001 Knut Hickethier Jostein Gripsrud (Ed.. Wulff Zeitschriftenlese Literaturverzeichnis English abstracts Mitarbeiterinnen und Mittarbeiter dieses Heftes Hinweise für Autorinnen und Autoren . Konstanz: UVK. ... . . .. ..... . 402 Klaus Kamps (Hrsg..... . ... . . ...... .. 1999 397 Claudia Mast: Programmpolitik zwischen Markt und Moral...

164. 2000. die. S.und Massenkommunikation in wirtschaftlicher Hinsicht.. der damit verbundene Aufstieg informeller Verhandlungen in politischen und administrativen Zusammenhängen z. Hartstein/Ring/Kreile/Dörr/Stettner. K&R 2000. Von der dualen Rundfunkordnung zu einer 287 . die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems in seiner derzeitigen Ausgestaltung auf lange Sicht eher unwahrscheinlich macht. in: Kops/Schulz/Held (Hrsg. Vesting. die als Ausdruck einer neuartigen „Logik der Vernetzung“3 gedeutet werden können. Diese Herausforderungen werden einer neuartigen Logik der Vernetzung zugeschrieben.. CR 1999. Einleitung Schon seit einiger Zeit wird das duale Rundfunksystem durch neuere informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen herausgefordert: Die Auflösung der stabilen Grenze zwischen Rundfunk und Telekommunikation auf technologischer Ebene. die wechselseitige Öffnung der Grenze von Individual. § 53 Rn. Fortbestand des Dualen Systems?. Damit ist gemeint. Rundfunkstaatsvertrag. Ladeur. bei der Einführung des digitalen Fernsehens2. 1. die Folgen dieses Modells für die Rundfunkregulierung näher zu konkretisieren. der voraussichtlich Ende 2001 im Beck-Verlag erscheinen wird. Dieses neue Ordnungsmodell akzentuiert vor allem die Notwendigkeit der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. die Entwertung des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) durch eine großzügige Handhabung vager Experimentierklauseln in den Landesmediengesetzen. Kommentar zum Rundfunkrecht. 401 f.. 68 ff. 2 Darstellung dazu bei Ladeur. 161 ff. Vesting. 1. die Schwerfälligkeit der kooperativen Verfahren der Entscheidungsfindung der Landesmedienanstalten – all diese Phänomene konfrontieren das Rundfunkrecht mit Entwicklungen. Stand Sept. S. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen („Multimedia“) ausgesetzt ist. 3 Vgl.. Rechtliche Regulierung von Informationstechnologien und Standardsetzung. Das Internet als Herausforderung des „dualen Rundfunksystems“. Abschließend versucht der Beitrag. S. Die Regulierung von Telekommunikation und Medien im Zeitalter ihrer Konvergenz. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung wird in einem neuen Ordnungsmodell gesehen. das an systemtheoretische Vorstellungen von „Selbstorganisation“ anknüpft. so eine der Kernthesen des Aufsatzes. 395 ff. B.AUFSÄTZE Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit1 Thomas Vesting Der Beitrag stellt einige der Herausforderungen dar. die Veränderung der Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer dynamischen Wettbewerbsordnung. RTkom 1999.). dass die eben genannten Ent- 1 Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte und leicht veränderte Fassung meines Einleitungskapitels zu Hahn/Vesting.

S. allgemein Guéhenno.1 Die neuartigen Probleme der Abgrenzung von Individual. 2000. 2001. S. 2. S. S. Kabel) erbracht werden konnten. Europäische Kommission. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. das mit Hilfe der veranstalterbezogenen Zulassung einen „Grundstandard“ von Vielfalt im privaten Rundfunk zu sichern versucht. Jahrgang 3/2001 wicklungen bei allen Unterschieden in den Details jeweils zu einer Unterwanderung. Beilage zu Nr. 19 ff. 170 ff. Schoch. 218 ff. 288 . KOM (97). wird die Grenze zwischen Programm und Verbreitungstechnologie durch die neuen digitalen Netzarchitekturen für wechselseitige Übertritte geöffnet. die früher nur durch rundfunkspezifische Netze (Terrestrik. Das Ende der Demokratie. Konvergenz und Regulierung. auf denen die zentralen rechtlichen Unterscheidungen des dualen Rundfunksystems aufbauen. Diese These soll zunächst an drei Beispielen aus dem Bereich der eben genannten Entwicklungen belegt und plausibel gemacht werden. 3..und Massenkommunikation Eine wesentliche Ursache für die Auflösung ehemals stabiler Grenzen des dualen Rundfunksystems muss in der neueren informationstechnologischen Entwicklung gesehen werden. 182 ff. das den Landesmedienanstalten als Aufsichtsorganen etwa im Bereich der Konzentrationskontrolle (z. MMR 1998. 275 ff.. B. S. 1994. Rechtsprobleme der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation. man denke nur an die erweiterten Möglichkeiten im Hinblick auf das Internet oder die künftigen UMTS-Handys. dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung. 623. 4 Vgl.. Diese Entwicklung wird in der Literatur zumeist unter dem Stichwort „Konvergenz“ oder „technische Konvergenz“ diskutiert.. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. Umgekehrt können jetzt auf Fernsehkabelnetzen neuartige Internetdienstleistungen jenseits der herkömmlichen Massenprogramme transportiert und damit künftig auch Rundfunk und E-Commerce miteinander kombiniert werden.M&K 49. Medien und Informationstechnologie und ihre ordnungspolitischen Auswirkungen. Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation. § 22 RStV). Holznagel. büßt dadurch ebenso an Leistungsfähigkeit ein wie das mit der vielfaltsorientierten Zweckprogrammierung verknüpfte ordnungsrechtliche Instrumentarium. aber auch mobilen Telefonnetzen Leistungen angeboten werden.4 Konnten Rundfunk und Telekommunikation in der Vergangenheit einigermaßen plausibel durch die gegenständliche Unterscheidung von Inhalt/Technik voneinander abgegrenzt werden. Destabilisierung oder auch Auflösung von Grenzen führen. § 7 Abs. zur Logik der Vernetzung vgl. des Jugendschutzes (§ 3 RStV) und der Werberegeln (z. nur Hoffmann-Riem/Schulz/Held. Trute. 160 ff. die den Unterschied von Rundfunk (Dienst) und Telekommunikation (Netz) verwischt sowie die darauf aufbauenden rechtlichen Unterscheidungen relativiert – und in der Zukunft möglicherweise vollständig entwerten wird. VVDStRL 57 (1998). 1 RStV) zur Verfügung steht. Kurzum: Die informationstechnologische Entwicklung erzeugt eine neuartige Flexibilität und Variabilität. VVDStRL 57 (1998). 12 ff. Damit wird die feste Zuordnung von Diensten (Programme) zu jeweils spezifischen Verbreitungstechnologien (Netzen) in Frage gestellt.. B. Drei Beispiele 2. Das zweckorientierte Recht des RStV. Beispielsweise können jetzt auf stationären..

80 ff. Fernsehkabel oder ADSL) dabei benutzt wird.N. Sie würde letztlich eine uferlose Ausweitung des Rundfunkrechts nach sich ziehen. 1 Satz 2 GG einzustufen wären. S. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. dass man hineinfallen wird. wie unmittelbare Konkurrenzen zwischen herkömmlichem Rundfunk und neuen Verbreitungsformen wie z. ders. B. wie diese eher ergänzenden Funktionen rundfunkrechtlich zu behandeln sind und ob es z. wie man schon heute an den Angeboten der Pornoindustrie im Internet studieren kann. 2000.. insbesondere zum E-Commerce. die nach wohl herrschender Auffassung als Rundfunk im Sinne von Art. B. Musikspartensender wie MTV die neuesten Charts simultan auf dem Web anbieten und über Handys Zusatzfunktionen distribuieren. Da die Logik der Vernetzung durch eine Steigerung der Optionenräume gerade die Diskriminierungskapazität von Grenzbegriffen unterläuft. 2000. S. die an die meinungsbildende Wirkung anknüpfen. Web-TV aufeinander abgestimmt werden können und sollen. B. Im Bereich des Fernsehens muss man mit Zukunftsprognosen zwar vorsichtig sein. Des Weiteren wird aber auch zu klären sein. was hier z. die durch die höhere Variabilität und Flexibilität der digitalen Verbreitungstechnologien aufgeworfen werden. zu anderen Internet-Dienstleistungen. 229 ff. selbstregulierend etc.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Diese neuartige Flexibilität und Variabilität wirft einmal die sehr grundsätzliche Frage auf. werden sich diese Abgrenzungsprobleme auch im Rahmen verbesserter Dienste-Typologien („Lizenzklassen“). 7 Nur hingewiesen sei hier darauf. B. 9 ff. kaum bewältigen lassen. (im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks). S.) illusionär erscheint und auch praktisch gesehen kaum lösbare Abgrenzungsprobleme z. dass die Lösung der neuartigen Probleme.6 Ebenso zweifelhaft ist es. weil sich bei Bewegtbildern zurzeit noch deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Netze und Endgeräte ausmachen lassen. entspricht mehr oder weniger Video on Demand-Applikationen. welche Technologie (z. AfP 1996. S.. indem z. 3–5 RStV umgesetzt worden ist. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. die angesichts der Struktur des Internets (weltweite Vernetzung. m. 3 ff. BVerfGE 74. S. wie er in § 52 Abs. 297 (350). Rundfunkrecht.w..5 Würde man zur Bewältigung dieser neuen Flexibilität also einfach an das traditionelle Rundfunkrecht und seine Vorstellung von pluralistischer Meinungsbildung anknüpfen. 231. Aber auch hier wird die Grenze durch neue Kompressionstechnologien immer durchlässiger.oder Real Player angeboten wird. Hesse. Funkkorrespondenz 2000..7 5 Vgl. und zwar sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der Kabelregulierung. ob der rundfunkrechtliche Teilzugriff auf digitalisierte Kabelanlagen. und fällt hinein. Vieles von dem. multifunktional. über Vivid. weiß. Heft 29. B. in 289 . Eine solche rechtliche Strategie lässt sich unter der Bedingung der Logik der Vernetzung aber auf Dauer nicht durchhalten. 83. 5 Abs. einen Unterschied macht. Hoffmann-Riem. welche neuen Dienste dem Rundfunk zuzuordnen sind und damit den Bestimmungen des RStV unterliegen. 1999. würde dies letztlich zu einer Ausdehnung des Rundfunkrechts insbesondere auf das Internet führen. ähnlich wohl auch Hoffmann-Riem. angesichts der Auflösung des Unterschieds von Fernsehkabelanlagen und sonstigen Netzen weiterführend ist. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Einerseits lassen sich durch Innovationen in der Informationstechnologie neue Verwertungsmöglichkeiten erschließen. aufwerfen würde. Damit stellt sich das Problem. 6 In diese Richtung Schulz. selbstorganisierend. 238 (302). Man geht auf ein Loch zu. A. B. 229 ff.

Das Medienrecht wird also künftig eine Dynamik der Vernetzung von gleichzeitigen und ungleichzeitigen Verwertungsmöglichkeiten bewältigen müssen.2 Die kultur. 1996. 144 f. Free-TV-Zweitausstrahlung und den Verwertungen. 2000. die die Autonomie des Rundfunks künftig vor allem in Richtung Werbung und E-Commerce unterwandern werden. 261 ff. nur Hoffmann-Riem. 9 Der Begriff der Kette wird hier bewusst gewählt: Die Wertschöpfung erfolgt nicht netzwerkartig. aus Büchern. B. nur Hoffmann-Riem. Schon heute besteht die typische Verwertungskette z.10 Das bedeutet. möglich werden.2 Ökonomie der Aufmerksamkeit als Realisationsform einer neuen Kultur. die die Grenze von Rundfunk als publizistisch-programmlichem Medium und Wirtschaftsgut weiter durchlässig machen wird.und Landeskompetenzen auf den Gebieten des Telekommunikations. § 28 RStV (Zurechnung von Programmen).und Medien- Deutschland durch weitreichende kompetenzrechtliche Folgen erschwert wird. wird insbesondere durch die wachsende Bedeutung der Kultur.und Medienökonomie Die Autonomie des Rundfunks. 8 Vgl. Filmmusik. die aus den mit dem Film verbundenen sonstigen Produkten („Merchandising“). 2. 2000. S. 10 Vgl. S. sondern vertikal von gebündelten (Kino) zu zerstreuten (Internet) Vermarktungsformen. nur Ladeur. ZUM 1998. wie sie durch „intelligente“ Fernseher. stärker individualisierbaren Formen. Jahrgang 3/2001 2. Die wirtschaftliche Integration der (privaten) Rundfunkveranstalter in immer komplexere.1 Die Relativierung der Bedeutung des Veranstalters Die Logik der Vernetzung entwertet die ordnungsbildende Funktion des herkömmlichen Rundfunkrechts auch in medienökonomischer Hinsicht. Pay-TV. 290 . dass Pay-TV und Free-TV in zentralen Programmbereichen nur mehr „Fenster“ innerhalb einer zeitlich und sachlich gestuften Verknüpfung von Verwertungsmöglichkeiten darstellen. hervorgehen. 82 f. Zur Notwendigkeit einer flexiblen Abstimmung von Bundes.2. aber auch der neuen. FreeTV-Erstausstrahlung. Vgl. Dies wird sich vor allem in neuartigen Kombinationen von kulturellen und ökonomischen Werten zeigen. -distribution und -vermarktung schon immer eine Reihe von Problemen erzeugt. S. Frequenzmanagement und förderale Abstimmungspflichten. auf Letzteres reagiert u. Schulz/Vesting.2.. Stars usw.M&K 49. die sich auch in den Schwierigkeiten einer effizienten Kooperation der Landesmedienanstalten niederschlägt.a. Pay-per-View. Diese Verwertungsketten werden durch das Internet in Zukunft noch weiter ausdifferenziert und verfeinert werden. Zwar hat die Veranstalterzentrierung in der Form der strategischen Suche nach dem „günstigsten“ Ort für die rundfunkrechtliche Zulassung („forum shopping“) 8 und in der Auflösung der Einheit von Programmproduktion.und Rundfunkrechts. Regulating Media. UMTS-Handys etc. Internet-TV. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. für eine Filmproduktion aus Kinoverwertung. an Multimedia-Bedingungen angepasste Wertschöpfungsketten 9 wird den veranstalterbezogenen Ausgangspunkt des RStV in Zukunft jedoch auf eine noch härtere Probe stellen. Das gilt vor allem für die Veranstalterzentrierung des traditionellen Rundfunkrechts. Videoverleih.und medienökonomische Seite der Entwicklung 2. 123.

179. die diese wechselseitige Selbsterzeugung von Prominenz und Bekanntheit in Politik. B. 13 Vgl. Wolf. S. Gebrüder Haffa). dass die Risiken. die in den Medien präsent sind (Ron Sommer. 1997. Kalte Faszination: Medien.und medienökonomischen Logik konfrontiert. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. die dadurch beeinflusst werden und sich unter der „Macht der Medien“ selbst verändern. Bekanntheit lässt sich etwa durch die strategische Bearbeitung von Erwartungen erzielen. 296 ff. S. Diese Entwicklung muss jedenfalls im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bedeutungszuwachs von Werbung. Ja. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. Komödie etc. Rötzer. The Entertainment Economy 1999. Public Relations. Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. B.w. 997 ff. Franck. Schmidt. Die Gesellschaft der Gesellschaft. Die Realität der Massenmedien. in juristischer Perspektive vgl. Sennett. 234 ff. 15. die Präsenz von Stars in den Medien dazu. S. z. hat wiederum Rückwirkungen auf andere Kommunikationsnetzwerke. Medienunternehmen – und insbesondere der werbefinanzierte private Rundfunk – sehen sich deshalb mit einer neuartigen kultur. 14 Vgl. 1998. 52. Alle diese Medien unterliegen letztlich den Zwängen der Ökonomie der Aufmerksamkeit11.. Bd. die eine „Ökonomie des Neuen“ ist. auch Franck.. Schmidt. 1998. 1999. 12 Dazu Groys.. auch Luhmann.. S. durch den Einsatz von Superstars. 2000.N. 11 Franck. Drama. 35 ff. Wirtschaft und Medien für zentrale Regelungen des RStV aufwerfen. unter der Bedingung eines laufenden Informationsüberschusses wird das personenorientierte Firmenmarketing für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlich ausschlaggebenden Erfolgsfaktor. Kultur. Medien. So führt z. m. Guéhenno. Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ökonomie der Aufmerksamkeit. 132 ff. Reputation kann dagegen in besonderen Aufmerksamkeitsaggregaten stabilisiert werden. 69.14 Ein Teil der Probleme. sondern auch mit Boris Becker und Sabrina Setlur.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung ökonomie herausgefordert werden. weil auch die Politik den Zwängen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit.12 Die Aufmerksamkeitsökonomie macht die vorübergehende Prominenz von Themen und Personen zur zentralen Form einer neuen „Währung“. 1994. Macht. S.. 1996. Ökonomie der Aufmerksamkeit. lassen sich vor allem an der Auflösung der Trennung von Programm. auch Vesting. in: Maresch/Werber (Hrsg.. Dies führt z. München 1992. 71. Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit. durch Bekanntheit und Reputation gebunden werden müssen. B. Prozedurales Rundfunkrecht. 291 . Über das Neue. Kultur. dazu. B. Das Ende der Demokratie. Wiedererkennungseffekte für die Zuschauer durch den Aufbau fester Genrestrukturen (Krimi. d. 1986. dass die Politik den Star-Mechanismus adaptiert. weil die Aufmerksamkeit für das Markenimage und die daran gebundenen Produkte und Dienstleistungen auch wirtschaftlich ausschlaggebend wird. Produktdesign und Imagepflege in der Wirtschaft gesehen werden. Kommunikation. 1014 f. S. deren Gesetzmäßigkeiten sie in ihrem Handeln antizipieren müssen. Aber auch in den Organisationen der Wirtschaft entsteht jetzt ein zunehmendes Interesse daran. Stars zu haben. Diese Eigenlogik des Mediensystems. vgl. die damit Züge einer „Entertainment Economy“ annimmt. 210 ff. 2000. S. 2. vgl. wenn sie mit ihren Programmen erfolgreich sein wollen. 96 ff. 324 ff. S. 1998. S. 1997. Luhmann. 13 ff.h. der Unterhaltungsfunktion der Medien unterworfen wird.).13 Gerhard Schröder konkurriert heute eben nicht mehr nur mit Angela Merkel. indem z. Kalte Faszination: Medien.) aufgebaut werden. 329. S. die mit der Produktion neuer Fernsehfilme oder -serien verbunden sind. die Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen durch ihr Handeln beständig reproduzieren.

Gerade wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch eine Gebühr finanziert wird. S. M&K 48 (2000). S.3 Duales Rundfunksystem und dynamische Wettbewerbsordnung Mit dem Übergang zum dualen Rundfunksystem ist ein Element der Selbstorganisation in die Rundfunkordnung eingebaut worden. auf Selbstorganisation und Selbstregulierung angelegten Wettbewerbsordnung nicht in Einklang zu bringen. 18 Dies kann hier nur thesenhaft angedeutet werden. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Eine „Programmsteuerung“ durch eine extern konzipierte Rundfunkaufsicht kann unter dieser Bedingung aus normativen und faktischen Gründen nur noch in sehr abgeschwächter Weise funktionieren..15 2. Und selbst bei solchen Verstößen sind Interventionen durch die Landesmedienanstalten dann schwierig. Neue Werbeformen und der Grundsatz der Trennung von Werbung und Programm. die sich in der Vorstellung einer „positiven Ordnung“16 nicht mehr abbilden lässt. 17 Zweifelnd etwa Hoffmann-Riem. 292 . ihr Programm attraktiv zu gestalten und einen be- 15 Ladeur. Der RStV formuliert zwar neben den grenzziehenden Verboten im Bereich der Werbung und des Jugendschutzes eine Reihe von positiven Programmgrundsätzen (vgl.und medienökonomischen Zwänge und Folgen. 315 u. Jahrgang 3/2001 Werbung und E-Commerce demonstrieren. ZUM 1999. ist mit einer dynamischen.18 Damit verstellt die staatszentrierte Konzeption des RStV aber auch den Blick auf die kultur. das sich vor allem in der Selbstdefinition der Programminhalte im privaten Rundfunk niederschlägt. wenn das Programm von den Zuschauern gerne gesehen wird. muss sich auch das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verändern. 93 ff. Die Annahme. S. Wenn eine Rundfunkordnung einmal auf Wettbewerb um Aufmerksamkeit umgestellt worden ist. 1 Satz 2 GG abgeleiteten verfassungsrechtlichen „Gewährleistungsauftrags“ vorab die Spielregeln festlegt. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. § 41 RStV). die jedem Rundfunkteilnehmer unabhängig von seinem konkreten Nutzungsverhalten auferlegt wird (vgl. auf die die Rundfunkgesetzgebung bislang ohne erkennbares strategisches Konzept reagiert. 115 ff. Ausführlicher dazu Vesting.M&K 49. dass vor allem durch Organisation und Verfahren ein an der Produktion von Vielfalt orientiertes Rundfunksystem auch den privaten Rundfunk mit einbeziehen könnte. Die Landesmedienanstalten können das Programm der privaten Veranstalter aber doch allenfalls auf sehr grobe Verstöße hin kontrollieren. vgl. 2 RStV). hat das duale Rundfunksystem eine Eigendynamik freigesetzt. 1997. die diese für die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem „dualen Rundfunksystem“ haben. innerhalb derer sich die Entwicklung der Rundfunkordnung einschließlich der Beziehung zwischen den beiden Säulen entfalten soll. 2000. müssen auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter darauf bedacht sein. Auf einer derartig politisch-rechtlichen Setzung der Gesamtvielfalt beharrt aber der RStV: Dessen Konzeption bzw. 30. 672 ff. Legitimation ist auch für Landesmedienanstalten ein knappes Gut. auch Ladeur. 5 Abs. dass der Gesetzgeber im Rahmen eines aus Art. 24. § 12 Abs.ö. 295 (320). Etwas abstrakter gesprochen. Ordnungsmodell – sofern man hier von „Modell“ oder „Konzeption“ sprechen kann17 – läuft letztlich darauf hinaus. Prozedurales Rundfunkrecht. 16 Siehe nur BVerfGE 57. S.

Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. Öffentlich-rechtliche Spartenprogramme als Bestandteil der Grundversorgung?. 1999. S. sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zu stark auf „Strategien der Marktverstopfung“ einzulassen. Bullinger.522). Sparten. 97. denen auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk innerhalb der insgesamt veränderten Kultur. 1999.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bleckmann. näher Ladeur. B.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S. weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts des quantitativen Wachstums von Informations. also letztlich durch eine Rückkehr zum „Integrationsrundfunk“. Holznagel/Vesting. 280 ff. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 22 Ladeur. 2000.21 Diese Debatte hat einerseits gezeigt. vgl.. nicht verarbeitet. 2000. Holznagel/Vesting. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. 23 Hoffmann-Riem. S. 29 ff. 1996. an kulturellen und politischen Zielen orientierte Limitierung in inhaltlicher oder quantitativer Hinsicht erfolgen. Holznagel. S. die mit dieser Kritik formuliert werden. sind schon deshalb ernst zu nehmen.26 19 Holznagel/Vesting.und Unterhaltungsangeboten und einer bislang nur sehr schwach ausgebildeten langfristigen Unternehmensstrategie23 der Selbstgefährdung ausgesetzt ist. 21 Hoffmann-Riem. 20 Z. Der spezifische Funktionsauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens. was der öffentlichrechtliche Rundfunk als Funktion festlegt. Sparten. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.19 Auch im Bereich des Fernsehens sind mit Phoenix und dem Kinderkanal neue Spartenprogramme auf den Markt gebracht worden.. Dieser Druck hat in den letzten Jahren – besonders ausgeprägt im Bereich des Hörfunks – zu einer weiteren Diversifikation der Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. insbesondere Hörfunk.. aber die Entscheidung der EU-Kommission vom 8. insbesondere Hörfunk. 181 ff. 11 ff. Sparten. S.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung stimmten Gesamtmarktanteil nicht zu unterschreiten. 2000. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. als er nach wie vor eine relativ stabile Grenze zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk unterstellt und die grundlegenden wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen. S.24 Andererseits kann die Konturierung der Grenzen der Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach durch eine materielle. M&K 48 (2000). 25 So insbesondere Bullinger. 24 Hoffmann-Riem. insbesondere Hörfunk.22 Die Bedenken. die in Teilen der rechtswissenschaftlichen Literatur als mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“ nicht zu vereinbarende „Programmexpansion“ qualifiziert worden ist. eine Entwicklung. S. 26 Vgl. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?.3. Hoffmann-Riem.25 Jedenfalls ist dieser Weg insofern wenig überzeugend. 183 ff.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. ansonsten stellen sie ihre eigene Finanzierungsgrundlage in Frage. 226. 1999. 2000. 93 ff. dass ein nicht hinreichend spezifiziertes Recht zur Selbstdefinition des „Funktionsauftrags“ rasch in die Nähe einer Tautologie führen kann: Der Funktionsauftrag ist das. 1999.1999 (Sache Nr. M&K 48 (2000). 93 ff. 42 ff 293 . 1999. S. 1999... IV/36.20 Auf diese Vorwürfe reagiert die Diskussion über den „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.und Medienlandschaft ausgesetzt ist.

29 Ladeur. 28 Vgl. die im Unterschied zu anderen (Medien-)Freiheiten des Grundgesetzes der (gesetzlichen) Umsetzung durch Organisation und Verfahren in einer „positiven Ordnung“ bedarf. sondern das veranstalterzentrierte Konzept des dualen Rundfunksystems insgesamt in Frage stellen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S. dazu Breuer. angesichts der neueren informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen praktisch obsolet. dass die informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen nicht nur zentrale Voraussetzungen einzelner Bestimmungen des RStV destabilisieren. S. Wie die Erfahrung lehrt. sehr viel flexibleren Strukturen der (wirtschaftlichen) Selbstorganisation in einer (post-)modernen Gesellschaft immer weniger passt. dies gilt insbesondere für die Bewältigung der Probleme der Zukunft. die dauernde Selbstveränderung der Massenmedien und des Rundfunks könnte im Rahmen eines Staatsvertrages politisch „gesteuert“ und „verantwortet“ werden. 17 f.27 Der geltende RStV ist noch zu sehr einer Konzeption verpflichtet. wenn dabei kognitive Beschreibungen zugrunde gelegt werden. sind rechtsnormative Konstruktionen auf Dauer nur dann haltbar. im Erscheinen 2001. so wie für den Staat der Industriegesellschaft die politischen Parteien und sozialen Verbände im Zentrum einer von territorialen staatlichen Grenzen her definierten Gesellschaft standen. Mehr noch: Die Logik der Vernetzung treibt das Regulierungskonzept des RStV zunehmend in die Nähe einer idealistischen Setzung. die keinen Außenhalt in der Realität mehr findet. Und so wie die quantitative Expansion des Staates und der Staatsaufgaben in der Vergangenheit vielfach unter die Vorstellung einer „politischen Steuerung“ der Gesellschaft subsumiert worden sind. Das hängt vor allem damit zusammen. dass das Rundfunkrecht von der Stimmigkeit seiner Realitätsannahmen auch normativ auf paradoxe Weise abhängig ist. Jahrgang 3/2001 3. Durch die Dynamik der informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen verliert auch die bisherige Rechtsprechung des BVerfG einen Großteil ihrer Orientierungskraft. 294 . und dieses Erbe ist letztlich der Grund dafür. 2000. Jedenfalls wird die Vorstellung einer primär objektiv-rechtlich zu verstehenden Rundfunkfreiheit. so bringt auch der RStV.). Schon weite Partien der Rechtsprechung zum dualen Rundfunksystem müssen in dieser Hinsicht als problematisch eingestuft werden. 2000. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Der Staat. 192. 17 f. in: de Witte (Hrsg. Darin liegt das spezifisch deutsche kulturstaatliche Erbe des dualen Rundfunksystems 28.M&K 49. Zur Zukunft des dualen Rundfunksystems und des Rundfunkstaatsvertrages 3. Hoffmann-Riem.29 Deshalb kommt es gerade für die zukünf- 27 Dies betont seit langem auch Hoffmann-Riem. die sich an den Verhältnissen der Praxis orientieren. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. in deren Mittelpunkt stabile Organisationen und die mit ihnen verbundenen gesellschaftlich „relevanten Gruppen“ stehen. 1998. dass das duale Rundfunksystem auf die neuen. die Vorstellung zum Ausdruck.1 Zur Notwendigkeit eines Neuansatzes im Rundfunkrecht und in der Rundfunkregulierung Die Bestandsaufnahme des vorigen Abschnitts hat gezeigt. S. als Teil dieser Entwicklung. Public Service Broadcasting and European Law.

EG-Ebene verstehen). Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). 2000. dass es wieder an die Realität der Massenmedien und ihre Eigendynamik anschließen kann. umzukehren. S. Multimediadienste. auf welcher Grundlage die Länder denn überhaupt eine Kompetenz für die Rundfunkregulierung beanspruchen können. Die Rundfunkaufsicht wäre danach eher in der ordnungsrechtlichen Tradition einer „Medienpolizei“ zu denken. Aus dieser Entwertung des herkömmlichen Rundfunkrechts wird nun freilich vielfach der Schluss gezogen. RStV) zugunsten ihrer Verlagerung auf das Bundeskartellamt bzw. dass sie den Rundfunk nicht länger als Kulturgut qualifizieren (und wie sonst soll man die Forderung einer Verlagerung der rundfunkspezifischen Konzentrationskontrolle auf die Bundes. 30 Z. das an die Stelle des alten Modells des Integrationsrundfunks treten könnte. Es soll aber bestritten werden. ein theoretisch haltbares rundfunkrechtliches Ordnungsmodell zu entwerfen. 24. dem Integrationsrundfunk.bzw. Nur wenn es gelingt. In dieser Perspektive soll sich die Rundfunkregulierung auf traditionelle Materien wie den straf. dass die Rundfunkregulierung überhaupt zurückgenommen oder abgeschafft werden müsse. ergänzt durch eine allgemeine Wettbewerbskontrolle. im Bereich der Werberegulierung gibt. Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz. hebt sich das Rundfunkrecht in seiner derzeitigen Form selbst auf. wenn etwa die Abschaffung der KEK und der spezifisch rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle (vgl. 31 Vgl. Entgegen einer in Wissenschaft und Praxis verbreiteten Tendenz.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung tige Diskussion darauf an. dass es eine Fülle von praktischen Einzelproblemen z. den Trend einer Flucht in abstrakte Glaubensbekenntnisse. und zwar gerade in kompetenzrechtlicher Hinsicht. §§ 26 ff. Dies wird nicht selten auch mit einer kompetenzrechtlichen Komponente verknüpft. B. der auch in der gesetzlichen Rundfunkregulierung weit verbreitet ist. Auch das BVerfG hat in den sechziger und siebziger Jahren des gerade vergangenen letzten Jahrhunderts auf gesellschaftliche und politische Umwälzungen mit einem Ordnungsmodell.2000. die Zukunft des Rundfunkrechts lediglich in der Breite und dann auch nur entlang „brennender praktischer Probleme“ zu diskutieren.30 Dieses Konzept stößt auch im politischen Raum von Zeit zu Zeit auf ein positives Echo. und nicht lediglich mit strukturloser Abwägungskasuistik geantwortet. das alte publizistische Modell so umzuschreiben und umzubauen. ein solches Ordnungsmodell zu entwickeln. B. sondern darum.und zivilrechtlichen Schutz öffentlicher Güter beschränken. Wenn Rundfunkpolitiker der Länder selbst zu verstehen geben.31 Dies ist jedoch eine ambivalente Forderung: Wird der spezifisch vielfaltssichernde (kulturrechtliche) Ansatz der Rundfunkregulierung aufgegeben. die europäische Ebene gefordert werden. 1997. wird es dabei entscheidend darauf ankommen. den kulturrechtlichen Ausgangspunkt der Rundfunkregulierung aufzugeben. eine Sichtweise. 21.9. die auch auf „praktischer“ Ebene gelöst werden müssen. Mestmäcker/Bullinger. können künftige rundfunkpolitische Weichenstellungen wie etwa die Frage nach der rechtlichen Einordnung der neuen Internet-Dienste beobachtet und Fehlentwicklungen ggf. aus rechtlicher Perspektive korrigiert werden. 295 . in der vor allem der Bund und die Telekommunikationsregulierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Es kann also nicht darum gehen. dass haltbare normative Lösungen auch dieser Einzelprobleme ohne eine theoretisch stimmige Konzeption sinnvoll im Rechtssystem diskutiert werden können (die Politik wird anders darüber denken!). dann wirft dies unweigerlich die Frage auf. Damit soll hier natürlich nicht bestritten werden. SZ v.

allg. zu dem auch eine Vielfalt der (nationalen) Traditionen. Organismen ist. Die Gesellschaft der Gesellschaft. für die Medien z. 2000. so bildet kulturelle Vielfalt eine Voraussetzung für die Sicherung der laufenden Selbsterneuerung einer (post-)modernen Gesellschaft sowohl auf globaler als auch auf regional-staatlicher Ebene. dass es ein öffentliches Interesse an der Sicherung kultureller Vielfalt gibt. Gewährleistung kommunikativer Chancengleichheit als Freiheitsverwirklichung.M&K 49. In der „knowledge-economy“ ist Kapital immer weniger in Land. sehr stark bei J. Mit der Wahl dieses Ausgangspunktes soll insbesondere akzentuiert werden.32 3. 33 Vgl. es dürfte in rechts. B.2. 1. 1997.. 1998.und verfassungstheoretischer Perspektive unstrittig sein. Maschinen und Werkzeugen akkumuliert und immer mehr in Information und Wissen.2 Normative Grundelemente eines neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodells 3. 296 . Rifkin. 2000. Sprachen. Bd. nicht aber – jedenfalls nicht primär – über eine staatszentrierte Vorstellung von „Meinungsbildung“ oder über Begriffe wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“. und zu diesem praktischen Wissen gehört immer auch ein Unterbestand gemeinsamer informeller Konventionen. S. So wie biologische Diversität eine Voraussetzung für die Evolution lebender Systeme bzw.2 Das öffentliche Interesse Auf rechts. Während die staatszentrierten Vorstellung öffentlicher Meinungsbildung letztlich der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zugrunde liegt. Schulz. Jahrgang 3/2001 3. was Ökonomen.. dass der Zugang zu einem neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodell über eine Perspektive der Erhaltung gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit gesucht werden muss.1 Ausgangsüberlegung Ein solches Ordnungsmodell kann mit der Überlegung starten. dass der Rundfunk auch in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung einer reichen Vielfalt von kulturellen Themen und Ideen in den unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerken einer (post-)modernen Gesellschaft leisten sollte. Weltbilder und Werte gehört. Access. 588 („Bis heute ist keine klare Abgrenzung des damit gemeinten Phänomenbereichs gelungen“). Luhmann. Fabriken. B. Die Haltbarkeit dieser Ausgangsüberlegung lässt sich auch deshalb schwerlich in Frage stellen. Gewohnheiten. also das. nicht verzichtet werden. So schimmernd der Begriff der Kultur aus sozialwissenschaftlicher Sicht auch sein mag 33. weil die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft mehr und mehr von ausschlaggebender Bedeutung ist. Letzteres schließt praktisches Wissen ein. 53 RStV. Im Rundfunkrecht stehen diese Vorstellungen insbesondere im Mittelpunkt der Diskussion um das digitale Pay-TV und die Regeln der §§ 52. Rifkin akzentuiert. Access.2. 20. werden Vorstellungen wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ auf einer eher allgemeinen Ebene z.und verfassungstheoretischer Ebene kann ein solches Konzept unterstellen. 32 Vgl. Normen und Werte. Gerade in einer „globalen Welt“ kann auf die Erhaltung kulturellen Reichtums im Sinne eines Varietät und Diversität erhaltenden „Ideenpools“. 586 ff. siehe aber auch ders. S. dass die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Flexibilität und Selbsterneuerungsfähigkeit der (post-)modernen Gesellschaft leistet.

297 . 34 Vgl. je nach Lage und Situation. 22 f. in einer Gesellschaft ohne Zentrum und ohne Spitze. S. dass diese Selbstveränderung der Medien und des Rundfunks nicht in Selbstblockaden und unproduktiven Entwicklungspfaden anderer Kommunikationsnetzwerke endet. 65 ff. Vergangenheit in Anspruch nehmen und den Variationsrahmen der Zukunft bestimmen kann. 2000. 1. Coleman. noch kann Kultur Lebensformen und Gewohnheiten in konsensualen oder „integrierten“ Formen von „Diskurs“ oder „Öffentlichkeit“ fest schreiben.36 In einer (post-)modernen Konfiguration. allgemein Fukuyama.. 1996. wie es z. ders. in: Schmidt-Aßmann/Hoffmann-Riem (Hrsg. 1996. 2000. Baecker. Fukuyama. 1975. Der große Aufbruch.).34 Sozialkapital hat wiederum große Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Selbstverständigung und zu autonomer Assoziationsbildung. dass die Massenmedien an dieser dauernden Selbstveränderung der Kultur in hohem Maße beteiligt sind. wie oben gezeigt. 2nd ed. Dabei ist für unseren Zusammenhang entscheidend.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Soziologen und Politologen heute als „Sozialkapital“ beschreiben. Das bedeutet. also auch auf ein entsprechendes Klima des gegenseitigen Vertrauens. dass die Massenmedien jene Welt. 1997. Journal of Democracy 6 (1995). 225 ff. an denen sich die Kommunikationsnetzwerke der (post-)modernen Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Massenmedien orientieren und. Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation. 95 ff. das z. für den Aufbau von nicht-familienbasierten Großunternehmen unentbehrlich ist. 37 Angelehnt an Luhmann.und Gesellschaftsbeschreibungen produzieren. auch Luhmann. Wozu Kultur?. dass Kultur im Laufe der Entwicklung der modernen Gesellschaft selbst dispers und kontingent geworden ist. Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis. Die Realität der Massenmedien. S. Putnam. American Journal of Sociology 94 (1988). in bestimmten Phasen des letzten Jahrhunderts der Nationsbegriff vermocht hatte. Bd. S. 35 Vgl. 588. durch den man. Die Gesellschaft der Gesellschaft. B. 2000. Verwaltungsrecht in der Informationsgesellschaft. sondern durch die laufende Produktion und Präsentation von Themen kulturelle Stile und Moden erzeugen. Social Capital in the Creation of Human Capital. Privatisierung öffentlicher Aufgaben und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Informationsverwaltungsrechts. können Begriffe wie „Sozialkapital“. Bowling Alone. gerade weil die Massenmedien Traditionen und Gewohnheiten nicht mehr nur wiedergeben. sie unterliegt einer dauernden Selbstveränderung. 250. Kultur muss unter den Bedingungen einer (post-)modernen Gesellschaft eher als eine Art zerstreutes und flexibles Gedächtnis verstanden werden. 38 Vgl. S. d. als Filter des Erinnerns und Vergessens37. selbst auf diese einwirken und sie dadurch verändern. 39 Vgl. 174. Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity. 31 ff. 2000. B. S. „gemeinsames Wissen“ und „Kultur“ freilich nicht mehr im Sinne einer historisch gewachsenen Tradition und vorgegebenen Kulturgesamtheit verwendet werden. kann man daher sagen.. S.35 Infolgedessen besteht gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein nachhaltiges öffentliches Interesse an der Erhaltung der Intelligenz und Flexibilität dieses Sozialkapitals. 36 Dazu aus rechtswissenschaftlicher Perspektive Ladeur. Wenn man diesen Gedanken etwas anders akzentuiert. S.h. Kultur ist heute von Situationen und Ereignissen abhängig38.39 Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran.. nur Becker. Kultur ermöglicht weder eine übergreifende stabile Sinnstiftung..

BVerfG. der Kultur. 75.3. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunkregulierung wäre. 1 BvR 2623/95 vom 24. 95. wie diese sich selbst sieht. 298 . also die Fixierung des Rundfunkrechts auf die behördliche Entscheidung aufzugeben. 228 (257. 12 Abs. An diesen (unendlichen) Fluss der Zeit wäre eine prozedurale Strategie der laufenden Fremd. auch wenn die Rechtsprechung des BVerfG. Der RStV versucht.) – Caroline v. 41 BVerfGE 97. BVerfGE 101. 214 ff.M&K 49.3 Folgen für die Rundfunkregulierung 3. er basiert letztlich auf der Vorstellung. 1 GG. allerdings nur auf der Ebene der Beschreibung des öffentlichen Interesses als „Rechtfertigung“ für „Eingriffe“ in Art. aber auch wie Organisationen und Individuen sich und ihr Handeln selbst verstehen. Prozedurales Rundfunkrecht. eine Strategie zu favorisieren. anders formuliert.2.und Selbstbeobachtung des Rundfunks und der Medienwirtschaft anzukoppeln. das Rundfunkrecht von der veranstalterbezogenen Zulassung abzulösen. Absatz-Nr.3 Verfassungsrechtliche Verankerung Durch diese Entwicklung werden die Massenmedien selbst zu einem zentralen Organ der Selbstbeschreibung der Kommunikationsnetzwerke einer (post-)modernen Gesellschaft.2001. Sie leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Konstruktion ihrer kulturellen Deutungsmuster. 77. dass die Rundfunkregulierung auch in einer dynamischen Wettbewerbsordnung gewissermaßen von oben „Ziele“ festlegen könnte.1 Zur Temporalisierung und Prozeduralisierung der Rundfunkregulierung Auf die beständige Selbstveränderung der Gesellschaft und ihrer unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerke.bverfg. diese Umstellung erst in Ansätzen nachvollzogen hat. die durch geeignete verwaltungsrechtliche Mittel lediglich durchgesetzt werden müssen. die eher auf nachbarschaftlich koordinierende und kooperierende Beziehungen zwischen Verwaltung und Privaten setzen müsste als auf den bürokratischen Stil einer „Vollzugverwaltung“.1. die materiellen Vorgaben des BVerfG mit Hilfe von stabilen Zweckprogrammen und einer allenfalls leicht modifizierten Vollzugsverwaltung zu realisieren. Dagegen muss es künftig darum gehen. und sich stärker auf den zeitlichen Fluss der sich von Moment zu Moment vollziehenden – und dabei Strukturen benutzenden oder Strukturen verändernden – Selbstreproduktion des Rundfunks und der Medienwirtschaft einzulassen. 361 (389 f. Deshalb lässt sich die Erhaltung reicher thematischer Vielfalt im Rundfunk und insbesondere im Fernsehen normativ-dogmatisch als objektiv-rechtliche Komponente in Art. Monaco. auf die Erhaltung kultureller und wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit. der Art und Weise. die die „Ziele“ der Rundfunkregulierung in Form von „Meta- 40 Vesting. muss die Rundfunkregulierung mit einer stärkeren Temporalisierung und Prozeduralisierung ihrer rechtlichen und institutionellen Arrangements antworten. S. 259) – Kurzberichterstattung.de. Jahrgang 3/2001 3. 5 Abs. http://www. 78. Diese Ausdifferenzierung der Massenmedien zu einem eigenständigen Kommunikationszusammenhang und ihr Bedeutungszuwachs für das gesamte gesellschaftliche Leben rechtfertigen die Verschiebung des verfassungsrechtlichen Ansatzpunktes von Politik auf Kultur40 bzw.41 3. 1997. die noch stark in einem staatszentrierten rundfunkrechtlichen Modell verhaftet ist. der Massenmedien und des Rundfunks. 1 Satz 2 GG verankern.

wenn sie Neues produzieren. 43 Vgl. nur sehr mittelbar. wenn sie erfolgreich sein wollen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S. 173 ff. die. die Selbstorganisation und Selbstregulierung dieser Prozesse positiv im Sinne der Vielfaltssicherung zu beeinflussen. mit denen Medienunternehmen umzugehen lernen müssen. 174. Hoffmann-Riem. „steuern“ kann. in: Engel/Keller (Hrsg.und Gesellschaftsbeschreibungen. Andererseits können Rundfunkveranstalter unter dieser Bedingung nur dann Aufmerksamkeit erzeugen. The Commercialisation of the Internet. 124 ff. im Erscheinen 2001. Political and Cultural Values. schnell. Understanding the Impact of Global Networks on Local. auf die Radio. Zur Zukunft und Konstruktion des Medien. dass die Besonderheiten von Informationsgütern damit zusammen hängen. allg.. Ladeur. Diese Bedingungen und Restriktionen sind in jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit der Bedeutungszunahme der Informations. 1998.42 Das bedeutet. B. 2000. 1996.. von dem erwartet werden kann.). Fernseh. 3. anders als das Recht. an die die Rundfunkregulierung auch künftig anschließen kann. während das Recht die Welt.und Telekommunikationsrechts in den hybriden Beziehungsnetzwerken der „Informationsgesellschaft. durch unmittelbare gesetzliche Zwecksetzungen implementiert werden. S. die als Effekte der dauernden Produktion von neuen Informationen in den Massenmedien entstehen. S. Insoweit lassen informationsökonomische Märkte durchaus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen. flüchtig und rasch vergänglich ist. 75 ff.und Fernsehprogramme reagieren müssen. Dazu müssen die normativen Ziele.. 299 . die mit der neuen Kultur. Die Rundfunkveranstalter (und insbesondere der private Rundfunk) werden in den Massenmedien mit einer neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit konfrontiert. Daher folgt die Aufmerksamkeitsökonomie nur noch sehr eingeschränkt einer vorhersehbaren wirtschaftlichen oder kulturellen Rationalität.. Shapiro/Varian. Vesting. dass Information als Wirtschaftsgut nichts 42 Luhmann.und Medienökonomie als Ansatzpunkt Vor diesem Hintergrund muss der Ansatzpunkt für die künftige Rundfunkregulierung in den spezifischen Bedingungen und Restriktionen gesehen werden. durch die Setzung von rechtlichen Anreizen.und Netzwerkökonomie beschrieben worden. 5 ff.3. die die Gesetzgebung realisieren will. anders als z. S. Die Rundfunkregulierung muss infolgedessen auf die praktischen Anschlusszwänge und Anschlussmöglichkeiten der Rundfunkproduktion reagieren und versuchen. dass die Massenmedien in der Wahl der Formen und Themen durch die Bedingungen und Restriktionen der Kultur. 2000. Die Realität der Massenmedien. Hutter. Social. den Flop. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit produziert also ganz spezifische Bedingungen und Restriktionen. dass es bei den Zuschauern ankommt. S. Infolgedessen produziert die Ökonomie der Aufmerksamkeit einerseits – in ähnlicher Weise wie die Finanzmärkte – eine Fülle von Unwägbarkeiten und Schwankungen wie z. Information Rules. Die vertikale Integration von Film-.2 Die Kultur. RuF 46 (1998). Diese produziert eine Logik der fluktuierenden Bekanntheit von Themen und Prominenz.und Medienökonomie einher gehen. Die Rundfunkregulierung müsste sich stärker darauf einlassen.und Medienökonomie bestimmt werden.43 Diese Diskussion hat gezeigt. B. dass Massenmedien eine zirkuläre Dauertätigkeit der „Erzeugung und Bearbeitung von Irritation“ einrichten und diese in eine unbekannte Zukunft hinein verlängern.und Videowirtschaft als Herausforderung der Medienregulierung.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Regeln“ auf einer Ebene zweiter Ordnung reformuliert.

45 Hutter. 1998. sind solche Programm- 44 Franck. neue Shows –. Columbia Law Review 1997.44 Daraus resultieren ganz bestimmte Produkteigenschaften wie vor allem hohe Fixkosten. Für Harrison Ford oder Thomas Gottschalk lässt sich nicht so schnell ein Ersatz finden. Fernsehunternehmen müssen. die vertrauten Erwartungen der Zuschauer nicht allzu sehr enttäuscht. Premium-Spielfilme. Information ist also an Zeitpunkte gebunden. Information hängt vom Stand vorgängiger Informiertheit ab. neue Formate. B. Auch der neue Audi A4 wird zunächst mit Spannung erwartet. S. und diese selbst erzeugte Exklusivität ist auch der Hintergrund für die enormen Preissteigerungen bei attraktiven Programmelementen im Fernsehen (Sportrechte. K&R 2000. nur Goldberg. die Superstars heute im Film. ein wirtschaftlicher Fehlschlag. eine neue Show anzubieten. Dagegen kann der neue Film zwar angekündigt werden.45 Informationsgüter produzieren deshalb ganz besondere wirtschaftliche Risiken. Diese Dynamik ist der Grund für die unglaublich hohen Gagen.und Fernsehgeschäft erzielen („Starpower“) 47. zu der sie mit den meisten Zuschauern rechnen können („Primetime“). sondern an Aktualität und Neuigkeit gebunden bleibt. unendlich fallende Durchschnittskosten und exponenzielle Wertsteigerung durch Netzwerkeffekte. 46 Ladeur. das Bayern gegen einen anderen Verein bestreitet. Top-Fernsehfilme etc. die Paradoxie bewältigen. Stars.46 Attraktoren wie Genrebildung. The Net Profits Puzzle. das die in diesen Märkten tätigen Unternehmen in Grenzen halten müssen. Abstrakter gesprochen entstehen durch selbst erzeugte Exklusivität temporäre Monopole von geringerer oder längerer Dauer. anders gesagt. aber sein Design und seine technischen Daten sind bekannt. 179. obwohl sie neu ist. 30 ff. Darin ist eine Bewegung der Selbstabschließung der Märkte bis hin zur Monopolbildung angelegt: Ist ein Star einmal erfolgreich. Jahrgang 3/2001 Festes und Fertiges ist. wenn er auf einer Motorshow präsentiert worden ist.). sonst büßt er seinen Neuigkeitswert und damit sein wirtschaftliches Verwertungspotenzial ein. Neues wie z. 171 ff. S. Die Steigerung von Zuschauerzahlen durch den Einsatz von Mitteln der Aufmerksamkeitsansprache wird jedoch in der Regel mit dem Preis der Exklusivität bezahlt. aber er muss unbekannt bleiben. 68. Ansonsten ist das Programm. Deshalb sind gerade Sportprogramme und Premium-Spielfilme so interessant: Diese Formate verbinden auf perfekte Weise das im einzelnen Unbekannte mit einem bekannten hohen Interesse an dem Genre. S. funktionieren auch im Fernsehen relativ gut. sie vergeht im Moment ihres Entstehens. 300 . S. zu der Zeit. Obwohl sich die Ausstrahlung teurer Programme oftmals gar nicht mehr durch Werbung oder Gebühren refinanzieren lässt. Genau so verhält es sich im Fußball: Ein Superklub wie Bayern München konkurriert im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht mit Klubs aus der zweiten Liga. ja sie ist nichts anderes als „eine rekursive Funktion der Zeit“. 524 ff. vor allem das Produktionsrisiko des Neuen – der neue Film. Rundfunkaufsicht im Multimedia-Zeitalter zwischen Ordnungsrecht und regulierter Selbstregulierung. sondern allenfalls mit dem nächsten Spiel. auch und gerade mit einem neuen (unbekannten) Programm ein möglichst großes Publikum erreichen zu müssen. die. Ökonomische Eigenheiten des E-Commerce. kann sein Markenzeichen nicht so schnell durch beliebig neue Stars ersetzt werden. AfP 2000. insbesondere wenn es hohe Investitionen in Produktion oder Rechte erfordert hat. Wiedererkennungseffekte etc. 47 Zu den juristischen Konsequenzen vgl.M&K 49. Das zwingt Fernsehveranstalter dazu. Ökonomie der Aufmerksamkeit.. die bei der nächsten Produktion zu einer Reduktion von Möglichkeiten führt.

Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. AfP 1996. die u. als die Alternativen beschränkt sind. in: de Witte (Hrsg.2 Vom Veranstalter zur Dachmarke Der Zwang zum Aufbau von Marken wird unter der Bedingung einer stärkeren Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten (Free-TV..49 Diese Verschiebung vom Veranstalter zur Dachmarke (mit dem Kerngeschäft Rundfunk) könnte zunächst mit einer weit gehenden Liberalisierung der Regulierung nach dem Vorbild des MDStV verbunden werden (insbesondere im Bereich Werbung/Unterhaltung). Schon dieser Zwang zur Mischkalkulation spricht dagegen. Auf weitere Aspekte. laufendes Qualitätsmanagement. S. Für Dachmarken mit größeren Marktanteilen (deren Errechnung auf unterschiedliche Weise erfolgen könnte) wäre jedoch ein Schwellenwert etwa nach dem Vorbild von § 26 Abs. dann wäre zu überlegen. Dies gilt umso mehr. 3. dazu auch die Überlegungen bei Ladeur. dass die Rundfunkregulierung künftig an die Präsenz von Dachmarken in den unterschiedlichen Verbreitungsmedien anknüpft. den damit verbundenen Umbau der institutionellen Strukturen der Rundfunkaufsicht. Stattdessen müsste sich die Rundfunkregulierung auf eine strategische Schwerpunksetzung konzentrieren. S.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung elemente für die Bindung an das Programm oder die Dachmarke doch unerlässlich.) zweifellos zunehmen. 101 ff. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. 3. in Bullingers Formel vom „elektronischen Versandhandel“48 nahe gelegt wird („Kioskmodell“).4. an die Dachmarke anknüpfen sollte. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?.. Handys etc. 93 ff.1 Grundvorstellung Wenn sich der Trend einer Ablösung des herkömmlichen Programmfernsehens durch die Vermarktung eines Bündels von Programmelementen in komplexeren Verwertungsketten fortsetzen sollte („Multimedia“). M&K 48 (2000). dass sich Fernsehprogramme in einem strukturlosen Raum von Möglichkeiten auflösen könnten. im Erscheinen 2001. 4 f. Pay-TV. Bei Erreichen dieses Schwellenwerts müsste 48 Bullinger. Deshalb besteht die Möglichkeit. soll hier nicht näher eingegangen werden. 1 ff.4 Skizze zur Umstellung der Rundfunkregulierung 3. Das bedeutet. 5 RStV festzulegen.. Online. Programm anzusetzen. 301 . dass die Veranstalterzentrierung sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der (Kabel-)Weiterverbreitung zugunsten einer weit gehenden Liberalisierung des Rundfunkrechts aufgegeben werden sollte. vielfaltssteigernde Umlenkung von Monopolrenten und eine bessere Strukturierung technologischer Innovationsprozesse umfassen müsste. ob die Regulierung nicht künftig. ders. wie z.4.a. Public Service Broadcasting and European Law. Die enorme Preissteigerung von Top-Events (Fußball.. wie dies z. anstatt am einzelnen Veranstalter bzw. 49 Vgl. B.). Formel 1. B. Top-Spielfilme) muss von den Unternehmen durch dementsprechende Einsparungen im sonstigen Programm kompensiert werden.

Diese Anforderung könnte sich natürlich auch auf die Einhaltung des Pornografieverbots und die Begrenzung von Gewaltdarstellungen. wie sie sich z. selbst bei einer weiteren Ausdifferenzierung der Angebotskomponenten in Sparten. hat die Medienpraxis durchaus einen klaren Sinn für Differenzen entwickelt. Medienregulierung in der Informationsgesellschaft. Überschreitet eine Dachmarke den rundfunkspezifischen Schwellenwert. Jarren. Dies würde es u.4. die dann durch die Aufsicht nachträglich auf ihre Einhaltung überprüft werden. RStV in einem solchen Modell an Bedeutung verliert. im Hinblick auf die Anteile von (werbefreien) Informationsprogrammen.und B-Filmen artikulieren oder in der Einrichtung von eigenen Bewertungssystemen in Form von Preisverleihungen. den Jugendschutz oder ganz generell auf Fragen der Programmqualität erstrecken. in Preisunterschieden von A. Das wird in Zukunft auch deshalb wichtiger werden. B. die dann im Rundfunk oder auch Online vertrieben werden müssen. Rechtliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Journalismus. die Abgrenzungsprobleme zwischen Rundfunk. 3. Diese Umstellung des Rundfunkrechts auf eine flexiblere Markenregulierung hätte einmal den Vorteil.. S. 149 ff. weiterhin an das Gesamtangebot von Veranstaltergruppen anknüpfen zu können. Sie muss also versuchen. Publizistik 44 (1999). weil durch das Internet auch professionelle journalistische Qualitätsmaßstäbe unter Druck geraten werden. 302 . Die ergänzende Vermarktung im Grenzbereich zwischen Rundfunk und Telekommunikation würde dann allenfalls noch Anrechnungsprobleme für die Ermittlung des Schwellenwerts mit sich bringen. Publizistik 45 (2000). die Erzeugung von Ordnung und Ordnungsmustern anzustoßen. S. Entscheidend wäre der Aufbau von Formen der Selbstregulierung. Während solche Fragen heute vielfach auf Geschmacksfragen und damit auf nicht entscheidbare Fragen reduziert werden. um deren Kapazitäten zur Selbstorganisation und Selbstregulierung zu steigern. z. könnte er durch neue Formen eines laufenden Qualitätsmanagements ersetzt werden.3 Vom Zulassungsvorbehalt zum laufenden Qualitätsmanagement Soweit der Zulassungsvorbehalt der §§ 20 ff.und Telekommunikationsdiensten zu vereinfachen (vgl.M&K 49. Jahrgang 3/2001 eine spezifische Rundfunkregulierung greifen. oben). ein eigenes. Die Rundfunkregulierung müsste viel stärker an diese Praxisformen und die dort geltenden Maßstäbe und Konventionen anschließen. 442 ff. ermöglichen. Ein solcher Ansatz könnte außerdem dazu beitragen. B. könnte eine Verpflichtung für Medienunternehmen greifen. aus der praktisch handhabbare Regeln und Konventionen entstehen. unternehmensinternes Verfahren der Entwicklung von Standards und Konventionen etwa im Hinblick auf die Einhaltung des werberechtlichen Trennungsgebots in neuen Programmformaten zu entwickeln.und Zielgruppenprogramme Vielfaltsanforderungen an die Dachmarke formulieren zu können.50 50 Ladeur. a. Abstrakter gesagt muss eine stärker auf Kooperation eingestellte öffentliche Aufsicht Formen der professionellen Selbstbeobachtung von Unternehmen anregen.

Diese sollte nicht vorherrschende Meinungsmacht über die Begrenzung von Marktanteilen zu verhindern suchen (vgl.4 Von der Konzentrationskontrolle zur vielfaltssteigernden Umlenkung von Monopolrenten Auch bei der rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle müssten die Akzente der Regulierung künftig anders gesetzt werden.4. Hier zeichnen sich vielmehr extreme Ungleichgewichte ab. WuW 2000. Dabei sollte gerade das europäische Wettbewerbsrecht mehr Flexibilität für „gemischte“ Medienordnungen entwickeln. in: de Witte (Hrsg. zu lenken. Einerseits setzt er bestimmte Standards selbst fest (§ 53 Abs. B. anstatt über eine rigide Handhabung des europäischen Wettbewerbsrechts und der Beihilfevorschriften mehr Probleme zu erzeugen als die Institutionen der EG selbst zu lösen vermögen.und Wettbewerbsrecht führen. In diesem Zusammenhang käme es aber darauf an. 968. 1 RStV).Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung 3..und medienökonomischen Folgen und Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigen. überlegen. Der Gesetzgeber hat dagegen mit der neuen Vorschrift des § 53 RStV gleichzeitig zu wenig und zu viel Flexibilität in die Zugangsregulierung eingebaut. Public Service Broadcasting and European Law. Andererseits räumt er den Landesmedienanstalten relativ pauschal eine umfassende Satzungsbefugnis zur Gewährleistung nicht-diskriminierender Bedingungen in technischer Hin- 51 Ladeur. 965 ff. Stattdessen wäre die Aufmerksamkeit auf die Probleme der temporären Monopole und die Monopolrenten.4. Dies könnte auch institutionell zu einer neuen Arbeitsteilung von Rundfunk. So ist es durchaus eine herkömmliche wirtschaftliche Modelle und Theorien sprengende Entwicklung.5 Strukturierung technischer Standardsetzung Die Beobachtung von Prozessen der Selbstorganisation und Selbstregulierung sollte ferner den Ausgangspunkt einer rechtlichen Regulierungsstrategie bei der Erweiterung der Rundfunkregulierung vom Veranstalter auf die Zugangsebene bilden. wenn sie diese Gelder in innovative Formate oder in den Aufbau unabhängiger Produktionsstrukturen investieren. § 26 Abs. die (private) Veranstalter zurückbekommen. die es so in der Vergangenheit nicht gab und die ein Eingreifen im öffentlichen Interesse durchaus rechtfertigen können. den Preisauftrieb bei solchen Rechten durch Risikoabgaben oder besondere Formen der Steuer abzukappen. Die Landesmedienanstalten sollten sich dagegen mit den spezifischen kultur. The Impact of European Competition Law on New Programme and Service Strategies of Public Broadcasters. die heute weitgehend informell ablaufenden Verfahren der Standardsetzung mit Hilfe einer prozeduralen Regulierung besser auf die Erhaltung von Innovationsfähigkeit einzustellen. im Erscheinen 2001. 303 . RÄndStV für Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung in §§ 52.). S. Daran wäre durchaus auch eine neue Rollenverteilung von nationaler und europäischer Wettbewerbsaufsicht anschließbar. dass für ganz bestimmte Sportrechte heute Milliarden gezahlt werden oder dass das Jahreseinkommen von wenigen Spitzensportlern zweistellige Millionenbeträge überschreitet. die dadurch erwirtschaftet werden. Vesting. Das Offenhalten von Märkten und der Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs könnte durch die herkömmliche Wettbewerbsaufsicht gewährleistet werden. Die Kooperation von europäischem Kartellrecht und mitgliedstaatlichem Rundfunkrecht.51 3. Diese Erweiterung ist seit dem 4. 53 RStV – zu Recht – vorgenommen worden. So ließe sich z. 2 RStV).

Media-Parks usw. Ladeur.und Fremdevaluation der Markenbildung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch unter der Bedingung komplexerer Verwertungsketten (Pay-TV.) eine eigene Dachmarke entwickeln können. über das in der Vergangenheit insbesondere mit der Anstaltsverfassung eine Rückkopplung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die Gesellschaft gewährleistet werden sollte. 202 ff. 304 .und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.. Event-Marketing. Dieser Orientierungs. S. sind daher in erster Linie die Anstalten und das in ihnen verankerte professionelle Wissen in den Redaktionen verantwortlich („Programmautonomie“). ZUM 1999.und Funktionsverlust müsste vom Gesetzgeber jedoch erst einmal stärker zur Kenntnis genommen werden. 201 ff.52 Deshalb kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht auf einen stabilen „Funktionsauftrag“ und bestimmte tradierte Programmsegmente wie z. 1999.M&K 49. S. Online-Dienste. weil die kultur. Merchandising. 93 ff. dass das gruppenpluralistische Integrationsmodell. S. Jahrgang 3/2001 sicht ein. stark an Orientierungs. 62 ff. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. der dazu notwendigen Dienstleistungen sowie der Formen der Eigenwerbung. 53 Kritisch dazu Hoffmann-Riem. muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Angebot im Wesentlichen selbst finden und definieren können.h.4. die sich grundsätzlich auch auf andere Verbreitungsmedien als den Rundfunk erstrecken können müssen. ist sicher nicht einfach zu bestimmen. aber die Rundfunkregulierung müsste selbst einen produktiven Beitrag zum Aufbau einer eigenen Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten. Damit soll hier nicht für eine gesetzliche Präzisierung der Festlegung von Zahl und Art der Programme nach dem Vorbild des SWR-StV plädiert werden 53. S. Hier muss künftig ein Modell entwickelt werden. Holznagel/Vesting.und medienökonomische Entwicklung die öffentlich-rechtlichen Anstalten einer Dynamik der Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder aussetzt. unter Wettbewerbsbedingungen und einer offensichtlich weiter voranschreitenden Fragmentierung des Angebots. Eifert. ob die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhandenen Ansätze zum Aufbau eines eigenen Qualitätsmanagements nicht durch Impulse der Gesetzgebung systematischer vorangetrieben werden können.und Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. So wäre z. M&K 48 (2000). insbesondere Hörfunk. Freilich muss man auch sehen. In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?.6 Selbst. 601. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. ansonsten kann der Zugang zu größeren Publika nicht dauerhaft gesichert werden. B.. Sparten. die nur schwer begrenzbar ist. Die Zuordnung der Säulen des dualen Rundfunksystems. Handy etc.. ausschließlich auf Vollprogramme festgelegt werden. 595 ff. Für die Festlegung des Programms. S.. 2000. zu überlegen. ohne die Probleme der Selbstgefährdung der Landesmedienanstalten durch ihre relativ leichte Instrumentalisierbarkeit für Standortinteressen hinreichend zu berücksichtigen. das aber ande- 52 Näher Hoffmann-Riem. Was an dessen Stelle treten könnte. Free-TV. Eine Veränderung des Verhältnisses von Gesetzgebung und anstaltlicher Selbstverwaltung erscheint auch deshalb notwendig zu sein. man denke nur an die wachsende Bedeutung der Eigenwerbung durch Online-Dienste. das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits eine Entwicklungsperspektive unter Multimedia-Bedingungen sichert. B. 3. d.

Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung kann jedoch nicht in der Umstellung auf eine unreflektierte Marktgläubigkeit bestehen. Diese Herausforderungen sind in der hier eingenommenen Perspektive einer neuartigen Logik der Vernetzung geschuldet. insbesondere die Gesetzgebung. Von einem solchem Ordnungsmodell kann auch die Rundfunkregulierung profitieren. die die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems jedenfalls auf lange Sicht unwahrscheinlich macht. 4. Auch wenn der Gesetzgeber nicht alle hier gemachten Vorschläge akzeptiert oder akzeptieren kann (weit gehende Liberalisierung des Rundfunkrechts. Ob es dafür – unter den gegebenen politischen Bedingungen – in der Zukunft Realisierungschancen gibt. ungewiss.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung rerseits auch einer unstrukturierten Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in sämtliche Felder der Aufmerksamkeitsökonomie entgegenwirkt. so wäre es doch auch für die Rundfunkpolitik an der Zeit. Schlussbetrachtung Der Beitrag hat einige der Herausforderungen dargestellt. die „Konzeption“ des dualen Rundfunksystems einmal grundsätzlicher zu überdenken. Übergang zu einem kooperativen. sondern muss die Rechtswissenschaft dazu veranlassen. wie alle Zukunft. jedenfalls hätte es ein Modell zu sein. nach einen neuen Ordnungsmodell Ausschau zu halten. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen ausgesetzt ist. einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. das die Schwächen der staatszentrierten Vorstellung des Bundesverfassungsgerichts überwindet und sich stärker auf die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einlässt. Ein solches Modell könnte an (systemtheoretische) Vorstellungen von sozialer „Selbstorganisation“ anknüpfen. Die politische Realisierung wissenschaftlicher Vorschläge liegt jedenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Wissenschaft. ist. an Dachmarken orientierten Qualitätsmanagement). 305 .

145) etwas relativieren kann. Aufriss Mit Phänomenen einer Ökonomisierung massenmedialer Prozesse und Leistungen beschäftigt sich die Kommunikations. Vor allem der in Deutschland sehr verbreitete Zweig der autopoietischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann kennt keine Akteure mehr. Jahrgang 3/2001 Ökonomisierung des Fernsehens Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Stefan Wehmeier Dieser Beitrag steht in der Tradition der Überwindung des Dualismus von System. bis hin zu systemtheoretischen Deutungsversuchen des Zusammenspiels von Wirtschaft. Anbieterstrategien innerhalb existierender wirtschaftsrechtlicher und -politischer Rahmenbedingungen erklärt (Kiefer 1996.und Medienwissenschaft (Jarren/Meier 2001. die strukturell gekoppelt sind und eigene binäre Codes zur 306 .und Akteurtheorie.und Akteurtheorien recht unversöhnlich gegenüber. die z. Als Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens werden einerseits die Verzerrung des Codes des Funktionssystems Massenmedien durch den Code der Wirtschaft und andererseits ein Verlust an Vertrauen der Bevölkerung in das Expertensystem Massenmedien erkannt. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung des Themenheftes. Die Übertragung dieser Perspektive auf die Kommunikationswissenschaft geschieht mittels des Prozesses der im Jahr 1984 einsetzenden Ökonomisierung des Fernsehens. Formen und Folgen“ (Jarren/Meier 2001) gibt dabei einen aktuellen und systematischen Überblick über einige wichtige Perspektiven. Steininger 1999). institutioneller Ordnungen und Akteurkonstellationen besser aufgedeckt werden können als unter Zuhilfenahme einer rein systemtheoretischen Perspektive. Dabei werden zunächst einige Prämissen der die Kommunikationswissenschaft dominierenden systemtheoretischen Perspektive kritisiert und anschließend die integrierte System-/Akteurperspektive auf Basis der seit Mitte der achtziger Jahre am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung entwickelten Ansätze entfaltet.M&K 49. B. doch seitdem hat sich Ökonomisierung zu einem „Makro-Trend“ (Weber 2000. dass die Dimensionen und Mechanismen des strukturellen Wandels des Fernsehens durch eine verschränkte Betrachtung teilsystemischer Orientierungshorizonte. 166) entwickelt. Teils stehen sich auch heute noch System. Das Themenheft „Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Es wird argumentiert. Am Beispiel der Ökonomisierung des Fernsehens wird das Erklärungspotenzial einer integrierten System-/Akteurtheorie auch für die kommunikationswissenschaftliche Forschung aufgezeigt. will er doch am Beispiel der Ökonomisierung der Medien aufzeigen. Die Perspektiven wissenschaftlicher Betrachtung dieses Trends reichen von Rational-Choice-Ansätzen zur Erklärung des Verhaltens von Marktakteuren über die politische Ökonomie. sondern erklärt gesellschaftliche Dynamik und Differenzierung mittels der Herausbildung funktionaler gesellschaftlicher Teilsysteme. Systemtheoretiker schließen den Akteur weitgehend aus ihren Überlegungen aus. Massenmedien und Politik (Siegert 1996.und Medienwissenschaft zwar nicht erst seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes. dass eine Integration systemtheoretischer und akteurtheoretischer Ansätze zusätzliches Erklärungspotenzial bietet und so die von den Herausgebern des Themenheftes konstatierte „Dominanz der Systemtheorie“ in der Kommunikations. Siegert 2001). 0.

Jarren/Meier sprechen davon. Luhmann 1996). 1. 94). Akteurtheoretiker dagegen rekurrieren häufig auf die Modelle des Homo Sociologicus und Homo Oeconomicus (Aretz 1997.und Akteurtheorie entfaltet (1). Lindenberg 1990). die sich nicht mehr durch intendiertes Akteurhandeln erklären lassen. Für eine Aufwertung des Akteurs plädieren vor allem die Forscher des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (z. Hernach werden Folgen der Ökonomisierung als sozialer Prozess reflexiver Entwicklungen verhandelt (4). Kneer 1996. der sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Institut noch der Frage einer Verbindung von System. 422) hin – zwei Punkte sind dabei für sie entscheidend: 1. Schimank et al. 148). Auch sie kennen eigendynamische Prozesse. Eine funktional differenzierte Gesellschaft verfügt hingegen nicht über eine solche systemsteuernde Einheit. B. 362 – 377). Als theoretische Basis dient dabei die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Mitte der achtziger Jahre begonnene und heute noch von Uwe Schimank fortgeführte Erweiterung systemtheoretischer Differenzierungstheorien durch akteurtheoretische Elemente. Anschließend werden das theoretische Differenzierungs. dass sie „[…] in vielfältigen Variationen das Verhältnis von Handlung und System reflektiert.und Akteurtheorie langsam und nicht ohne Widerstreben aneinander an (Nolte 1999). sondern geht von horizontaler Gleichrangigkeit der Teilsysteme aus (vgl. dass es fraglich ist.und Subsystembildung) erklärt die traditionelle systemtheoretische Differenzierungstheorie als Effektivitätsund Effizienzsteigerung sowohl in Organisationen als auch auf der Gesellschaftsebene. Schimank 1985 und 1988) und Uwe Schimank. ob sich die Erkenntnisse aus Organisationszusammenhängen auf Gesellschaft übertragen lassen. dass – autopoietische Teilsysteme vorausgesetzt – Ökonomie Massenmedien lediglich zu irritieren vermag (Jarren/Meier 2001.und Strukturierungsmodell auf den Sektor Fernsehen übertragen (2) und die Effekte von Ökonomisierung auf der Ebene der Strukturdimensionen aufgezeigt (3). lassen sich gesellschaftliche Strukturdynamiken wie etwa die Ökonomisierung der Massenmedien und auch mögliche Folgen dieser Ökonomisierung beschreiben und erklären. Verbindet man Systemund Akteurperspektive. dass etwa eine Ökonomisierung massenmedialer Prozesse auf das System Massenmedien kaum Einfluss haben dürfte. Fortschreitende gesellschaftliche Arbeitsteilung (System. Zunächst wird die theoretische Perspektive einer Kombination von System.und Akteurtheorie widmet (Schimank 1995. Kritik an der Systemtheorie und Verbindung von System. Mayntz/Scharpf 1995. Mayntz et al. da Massenmedien als Funktionssystem einen anderen Code haben als Wirtschaft. die als Systemsteuerung fungiert. erklären diese aber weniger mit Hilfe übergeordneter. Bei diesem Prozess der Annäherung gilt für die Systemtheorie. Dagegen wird zunächst eingewandt. Schimank 2000).und Akteurperspektive Seit Ende der siebziger Jahre nähern sich System. weisen bei der Kritik an der Theorie funktionaler (System-)Differenzierung vor allem auf ein „genetisches Erklärungsdefizit“ (Schimank 1985. denn Organisationen haben eine Leitung. 1988.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens internen Verarbeitung von Umwelteinflüssen entwickelt haben (etwa Luhmann 1991. wobei insgesamt der Stellenwert der Akteure theoretisch aufgewertet wird. Des Weiteren sind sowohl auf Organisationsebene als auch auf Gesellschaftsebene mit fortschreitender Differenzierung effektivitätsmindernde Nebenfolgen verbunden: Koordinationskosten und Flexibilitätsverluste auf 307 . systemischer Strukturbildungen. Theoretisch bedeutet dies.“ (Nolte 1999.

diese Perspektivenverbindung zu modellieren.und Akteurperspektive zu kombinieren. ist Variation die zufällige Veränderung der Systemstruktur. berufen sich auf Evolution als Motor der Differenzierung. „Effizienz. Der Mechanismus von Differenzierung bleibt damit unerklärt. Zunächst muss es jedoch darum gehen. sondern um eine ziellose Strukturveränderung. die aber eine höhere Komplexität und damit mehr Vielfalt zur Folge hat (Luhmann 1999. und wie diese – eventuell – ein System verändern können. 2. Der Mechanismus. die allgemein als Entdifferenzierungsprozesse beschrieben werden. aber immer Umwelt füreinander bleiben. besteht aus Variation. wie gesellschaftliche Teilsysteme miteinander in Verbindung stehen. jeder Umwelteinfluss wird ausschließlich nach dem eigenen binären Code verarbeitet. Legitimationsprobleme politischer Entscheidungen und dadurch Rückkehr zu direkter Bürgerpartizipation auf der (politischen) Gesellschaftsebene. die aus Sicht einer übergeordneten Systemrationalität nicht funktional sind. wann und an welcher Stelle Einflussnahmen vorhanden sind. Ein Mehr-Ebenen-Modell. Selektion und Retention. Während Selektion das Aufgreifen von Strukturveränderungen regelt und Retention die dauerhafte Institutionalisierung von Strukturänderungen steuert. Teilsysteme treten miteinander in Verbindung über ihren jeweiligen binären Code. Zu fragen ist. Allerdings handelt es sich nicht um eine zielgerichtete Evolution. d. dass gesellschaftliche Strukturbildung durchaus auch durch unbeabsichtigte Folgen zweckgerichteten.. Giddens konnte indes zeigen. denn alle evolutionären Vorgänge unterliegen damit auch dem Zufall und müssen. Bei diesem Punkt setzt die Kritik Schimanks und anderer an. Jahrgang 3/2001 Organisationsebene. System. Zwei weitere Gründe sind zu nennen: Erstens geht es dabei um die Verbindung und gegenseitige Einflussnahme gesellschaftlicher Teilsysteme. Eine Berücksichtigung dieser unbeabsichtigten Folgen zweckgerichteten Akteurhandelns muss versuchen. die diese funktionalen Erfordernisse produzieren. Auch hier wird auf eine Akteurebene verzichtet. Kneer 1996. Sie geht dabei weniger von rational handelnden Akteuren aus. ja können mit Hilfe dieser theoretischen Perspektive nicht erklärt werden. wie zum Beispiel die von Niklas Luhmann. 18f. dürfte eher in der Lage sein aufzuzeigen. als vielmehr von Systemrationalitäten.“ (Schimank 1985. handlungsprägende und handlungsfähige 308 . Um zu erklären. dass unterschiedliche Teilsysteme aufeinander angewiesen sind. 423 – Hervorhebung im Original). inwiefern ein solches Denkmodell in der Lage ist. Direkte Einflussnahmen eines Systems auf ein anderes sind somit nicht möglich (Luhmann 1985). Die Theorie funktionaler Differenzierung erklärt soziales Handeln durch funktionale Erfordernisse.M&K 49. das sowohl System als auch Akteur beinhaltet. um den Prozess gesellschaftlicher Strukturbildung klarer herauszuarbeiten. rationalen Handelns einzelner Akteure geschehen kann (Giddens 1988. h. 347 – 352). Schimank schlägt in einem ersten Schritt vor. inwiefern. der Evolution und damit zunehmende Differenzierung und zunehmende Komplexität produziert. Dieser Gedanke wird im vierten Abschnitt wieder aufgenommen. Veränderungen von Umweltbedingungen und den Einfluss dieser Veränderungen auf ein bestimmtes System zu modellieren und zu messen. Zweitens sollen die Perspektiven verbunden werden. die funktionale Folgen haben. führt Luhmann den Begriff der strukturellen Kopplung ein. Modernere systemtheoretische Erklärungen funktionaler Differenzierung. wenn es um die Folgen und Nebenfolgen einer Ökonomisierung des Fernsehens geht. Die funktionale und autopoietische Systemtheorie soll hier aber nicht nur wegen dieser beiden Schwächen mit akteurtheoretischen Ansätzen verbunden werden.und Effektivitätsgewinne können [daher] nicht als allgemeine Antwort auf die Frage nach den Ursachen funktionaler Differenzierung gelten. 363 – 369). Strukturelle Kopplung meint dabei.

Diese funktionalen Erfordernisse.und Einflusskonstellationen im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion erklärt werden. Erziehung. Mayntz/Scharpf 1995). 428). Interorganisationsverbunde wie Kartelle und Verwaltungssysteme und schließlich formale Organisationen wie Unternehmen.und Einflusskonstellationen. was nicht intendiert wurde) und c) von unbeabsichtigten Differenzierungseffekten (keine bestimmte Gestalt soll erreicht werden.“ (Schimank 1985.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Sozialsysteme zu unterscheiden. Politik. Durch diese wechselseitigen Annahmen werden teilsystemische Handlungslogiken zu „intersubjektiv stabilisierten Orientierungen“ (Schimank 2000. dennoch wirkt das Handeln auf die Differenzierungsstruktur ein) sprechen (Schimank 1985. die Teilsysteme von Teilsystemen sind. Verbände. liegen handlungsfähige Sozialsysteme in ihrem Komplexitäts.und Abstraktionsgrad eine oder mehrere Ebenen tiefer. da sie auf eine bestimmte Funktion hin ausgerichtet sind. 243) Teilsystemische Orientierungshorizonte reduzieren die Komplexität der Welt. etwa: Gruppen wie Forschergemeinschaften. noch Entscheidungen treffen. 431f. dass es um Information geht und nicht um Transzendenz wie etwa beim Religionssystem. Wissenschaft sind. Demnach weiß ein Akteur des Systems Massenmedien. Recht. lässt sich a) von einer ihr Ziel erreichenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt der Differenzierungsstruktur soll erreicht werden und wird erreicht). zugleich produziert es aber auch die Struktur des prägenden Systems immer mit. als vielmehr handeln. Als erste Dimension lassen sich hier die handlungsprägenden Teilsysteme nennen. Strukturen zu prägen. Gesellschaftliche Dynamik ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systemtypen: „In der modernen. nämlich durch die zwischen ihnen sich aufbauenden Interessen. wie Schimank es nennt: Sie sagen dem Akteur. funktional differenzierten Gesellschaft sind die handlungsprägenden Sozialsysteme auf bestimmte funktionale Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion spezialisiert.) Erweitert man diese Perspektive um den akteurzentrierten Institutionalismus. Während handlungsprägende Sozialsysteme eben jene von der Systemtheorie ausgemachten funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Wirtschaft. Die positive Auswahl des tatsächlich realisierten Handelns geschieht dann durch die Interaktion handlungsfähiger Sozialsysteme. Gesellschaftliche Differenzierung als das teils beabsichtigte. insofern lässt sich mit Giddens auch von einer Dualität von Handlung und Struktur sprechen (Giddens 1988. sie werden von nun an teilsystemische Orientierungshorizonte genannt. Handeln Sozialsysteme strukturverändernd. 309 . Handlungsfähige Sozialsysteme hingegen können weniger Strukturen prägen. Parteien. es wird aber etwas erreicht. 77 – 81). teils unbeabsichtigte Ergebnis gesellschaftlichen Handelns muss daher aus gesellschaftlichen Interessen. konditionieren gesellschaftliches Handeln im Sinne einer Negativauswahl. Als handlungsfähige Sozialsysteme werden anschließend Systeme definiert. b) von einer ihr Ziel verfehlenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. Dieses Handeln bewegt sich in der Regel in den von den prägenden Systemen vorgegebenen Strukturen. soziale Bewegungen wie religiöse Sekten oder politische Protestbewegungen. gelangt man von einem Zwei-Dimensions-Modell handlungsprägender und handlungsfähiger Sozialsysteme zu einem Drei-Dimensions-Modell (Schimank 1988. sie können aber weder handeln. die zur Wahrung gesellschaftlicher Systemintegration erfüllt werden müssen. Jeder Akteur des Teilsystems kennt diese Handlungslogik und unterstellt den anderen Akteuren auch die gleiche Kenntnis. Diese Orientierungshorizonte bestimmen die Richtung des Wollens. der zum Teilsystem gehört. „welcher Richtung des Wollens er sich zuwenden kann und welche anderen Richtungen er […] nicht in den Blick zu nehmen braucht.“ (Schimank 2000. Schimank 2000. Funktionale Teilsysteme sind in der Lage.

dem Sammeln von Informationen übereinander und deren Interpretation ergeben sich bestimmte Strategien und Konstellationen von Akteuren sowie dynamische (Handlungs-)Entwicklungen (Theis-Berglmair 1994). Auch die anderen Akteure kennen die Normen und wissen um die negativen Sanktionen. Die dritte Dimension repräsentieren die handlungsfähigen Sozialsysteme. Die zweite Dimension besteht aus institutionellen Ordnungen.und Sollensvorgaben sowie Könnenskalküle. Damit gilt als Strukturbaustein dieser Dimension das Können der Akteure. also kollektive Akteure. welche Handlungen den Ordnungen entsprechen und welche negative Sanktionen nach sich ziehen. Diese institutionellen Ordnungen prägen gesellschaftliche Vorgaben im Sinne eines Sollens. Die Vielheit der Akteure schränkt die Kalkulierbarkeit von Handlungen ein. Die Hand- Abb. Abbildung 1 greift diese Dimensionen in Bezug auf das handelnde Zusammenwirken auf. Akteure sind hier selbst Strukturbestandteile und fassen sich gegenseitig als strategisch kalkulierend auf. Teilsystemische Orientierungshorizonte sind stark generalisiert. Jahrgang 3/2001 244). es gibt Mitspieler. allerdings auf einer spezifischeren Ebene. Verfahrensregeln oder auch Mitgliedschaftserwartungen von Organisationen. Aus gegenseitiger Beobachtung. 245).M&K 49. Gegenspieler und eine „träge Masse“ (Schimank 2000. sondern mehr oder weniger ein Dutzend dieser Teilsysteme. Dies sind etwa Rechtsnormen. Die Handlungssituation von Akteuren ist demnach definiert durch Wollens. Wie bei den teilsystemischen Orientierungshorizonten kommt es damit auch bei der zweiten Dimension zu wechselseitiger Erwartungssicherheit. Es existieren nicht beliebig viele. 1: Akteur-Struktur-Dynamiken Quelle: Schimank 2000. 247 310 . Jeder Akteur weiß anhand der institutionellen Ordnungen.

auf den sich Akteure einzustellen haben. Im Gegensatz zu den Teilsystemen Politik. Es existieren mehr institutionelle Ordnungen als Teilsysteme. Wirtschaft. 2.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens lungslogiken in Form binärer Codes (zahlen/nicht zahlen. Recht etc. ist allerdings der Status von Massenmedien als funktionales Teilsystem umstritten. ihre Regelungen verändern sich öfter und einfacher als teilsystemische Handlungslogiken. 2: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens bis 1984 311 . veröffentlichen/nicht veröffentlichen) sind kaum wandelbar. so lässt sich bis 1984 folgendes Modell entwickeln. da die Systemgrenzen schwierig zu ziehen sind. zeigt der Forschungsstand der vergangenen Dekade. das aus Gründen der Vereinfachung darauf verzichtet. an dem sich Akteure orientieren können. dazu Gehrke/Hohlfeld 1995. die Systemgrenzen abzustecken. Vor allem ist er deswegen diskutabel. Fernsehen als Subsystem des Rundfunks und Rundfunk als Subsystem der Massenmedien zu definieren (vgl. Wie schwierig es ist. und damit ein schlüssiger binärer Code für das System noch nicht gefunden ist. konkret: auf die Ebene des Fernsehens. sie sind weitaus zahlreicher als institutionelle Ordnungen. Modelliert wird in Abbildung 2 zunächst das System Massenmedien. Akteurkonstellationen sind vergleichsweise schnell und einfach zu ändern. Wehmeier 1998). Die institutionellen Ordnungen sind mittelstark generalisiert: Rechtliche Normen etwa schaffen in demokratischen Gesellschaften einen recht festen Handlungsrahmen. in der vielfältige System- Abb. Akteur-Struktur-Dynamiken im Fernsehsektor Überträgt man diese differenzierungstheoretischen Überlegungen auf das System Massenmedien. gleichwohl unterliegen Teile dieses Rahmens einem permanenten Wandel.

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bezeichnungen und damit auch Objektbereiche wissenschaftlicher Untersuchung gewählt wurden: Publizistik (Marcinkowski 1993; Rühl 1993), Journalismus (Blöbaum 1994), Massenmedien (Luhmann 1996), Öffentlichkeit (Kohring/Hug 1997) und Medienkommunikation (Weber 2000) werden unter anderem als Systeme angeboten. Als binäre Codes stehen zum Beispiel veröffentlichen / nicht veröffentlichen und Information / Nicht-Information zur Diskussion. Es herrscht bis heute in der Kommunikationswissenschaft keine Einigkeit darüber, welcher Objektbereich der geeignetste wäre, welcher Code der schlüssigste ist. Eine Diskussion dieser Ansätze kann hier nicht geführt werden1. In diesem Beitrag ist es allerdings sinnvoll, von einem System Massenmedien auszugehen, da eine theoretisch-historische Beschreibung und Erklärung von Medienwandel angestrebt wird, die sich nicht nur auf journalistische Inhalte und Produktionsweisen beschränkt. Daher wird im Folgenden vom System der Massenmedien gesprochen, und daher bezieht sich der Aufsatz zumeist auf Sender als (Kollektiv-)Akteure und nicht auf einzelne Redaktionen. Als primäre Funktion von Massenmedien wird im Anschluss an Luhmann und Marcinkowski die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Gesellschaft erkannt (Luhmann 1996, 173; Marcinkowski 1993, 113 – 133) 2. Während Luhmann den Code Information / Nicht-Information wählt, plädiert Marcinkowski für veröffentlichen / nicht veröffentlichen. Bei dem von Luhmann gewählten Code ist problematisch, dass er sehr breit angelegt ist und die erste Stufe des Drei-Schrittes jeglicher Kommunikation beinhaltet: Information-Mitteilung-Verstehen3. Daher wird im Folgenden von veröffentlichen / nicht veröffentlichen gesprochen, wenngleich diese Unterscheidung für das Anliegen dieses Beitrags weniger relevant ist, da eben keine genuine systemtheoretische Analyse vorgenommen wird. Als teilsystemischer Orientierungshorizont geben Massenmedien den systemeigenen Akteuren die Richtung des Wollens (Sebstbeobachtung, Selbstbeschreibung) vor. Da hier Fernsehen als Subsystem des Systems Massenmedien betrachtet wird, liegt auf der Ebene der institutionellen Ordnung das öffentlich-rechtliche System. Dieses zwingt die Akteure bis 1984, eine bestimmte Organisationsform anzunehmen (Sollen), die durch gesetzliche (Landesrundfunkgesetze) und staatsvertragliche Regelungen formuliert sind und durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert respektive variiert werden4. Die Akteure (ARD, ZDF, Dritte) beobachten einander, sammeln Informationen und agieren auf Basis des teilsystemischen Orientierungshorizonts, der institutionellen Regelungen und der Akteurkonstellationen strategisch. Es kommt dabei zwischen ARD und ZDF in erster Linie zu Konkurrenzbeziehungen, aber auch zu Kooperationen (etwa gemeinsames Vormittagsprogramm, gemeinsamer Videotext). Romy Fröhlich konnte anhand einer Auswertung der Public Relations-Strategien von ARD und ZDF diese gegenseitige Beobachtung und Strategie-

1 Für eine Diskussion siehe unter anderem Brill 1996; Marcinkowski 1996; Görke/Kohring 1996; Wehmeier 1998, 52 – 74; Weber 2000, 49 – 60. 2 Luhmann und Marcinkowski weisen ihren Systemen hier mehr oder weniger die gleiche Primärfunktion zu. Luhmann spricht jedoch vom System Massenmedien und sieht Öffentlichkeit/Publikum als Umwelt, Marcinkowski spricht vom System Publizistik, das nicht nur aus Massenmedien, sondern auch aus dem Publikum besteht. 3 Zu dieser Kritik vgl. Weber 2000, S. 54. Kritisch zu Luhmanns komplettem Ansatz vgl. Brill 1996. 4 Vgl. zusammenfassend zu gesetzlichen Grundlagen, Änderungen der Staatsverträge und den relevanten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Stuiber 1998a, S. 319-403; 424 – 459.

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Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens

bildung zeigen (Fröhlich 1994). Deutlich wird dies etwa in der Strategieveränderung der ARD nach der Zulassung des ZDF, als plötzlich auf eine Konkurrenzsituation reagiert werden musste. Gleichwohl konnte bis 1984 kaum von einer Ökonomisierung im Sektor Fernsehen gesprochen werden. Diese begann mit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens, das aufgrund technologischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und politischer Interessen geschaffen wurde. Das so genannte duale System aus öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunkanbietern wurde installiert und ein Rechtsrahmen für privat-kommerziellen Rundfunk geschaffen. Neue Programmanbieter wie RTL, SAT.1 und ProSieben suchten und fanden im Lauf der Jahre den Marktzugang. Das oben entwickelte Modell muss unter Hinzurechnung privat-kommerzieller Anbieter nicht nur auf der Ebene der Akteure erweitert werden, sondern auch auf der Ebene der institutionellen Ordnung (vgl. Abbildung 3).

Abb. 3: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens seit 1984

Die Dimension des Könnens wird zunächst durch das Auftreten neuer Akteure verändert. Der Markt wird unübersichtlicher, mehr Beobachtung ist notwendig, um Information über die Strategien der alten und neuen Akteure einzuholen. Strategieplanung ist schwieriger geworden, da mehr Akteure um die Gunst der Zuschauer und der Werbekunden buhlen. Das Können wird zunächst nicht per se eingeschränkt, sondern durch

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die Zahl neu hinzugekommener Akteure ist diese Dimension mit mehr Aufwand verbunden. Alle Akteure unterstellen sich auf der Ebene strategischen Handelns expansives Verhalten. Handeln wird zu einem risikobehafteten Prozess in einer turbulenten Umwelt (Weyer 1993, 14 – 17). Dabei zeigen sich auf der Ebene des Programms sowohl Konvergenz- als auch Differenzierungsprozesse (Bruns/Marcinkowski 1996; Krüger 1991). Die Handelnden haben zwar den gleichen teilsystemischen Orientierungshorizont, der das Wollen lenkt, sie haben aber etwas unterschiedliche Sollenshorizonte, denn ihre institutionellen Ordnungen sind nicht identisch. Beide Akteursarten, die öffentlichrechtlich organisierten wie auch die privat-kommerziell organisierten, handeln auf den institutionellen Grundlagen von Gesetzen, Staatsverträgen und Bundesverfassungsgerichtsurteilen. Die Normen, die aus diesen Gesetzen, Verträgen und Urteilen abgeleitet werden, sind allerdings unterschiedlich. Während die nicht gewinnorientiert arbeitenden öffentlich-rechtlichen Anstalten die Norm der Grundversorgung zu erfüllen haben, kommt den privat-kommerziellen Unternehmen eine Zusatzfunktion bei der Grundversorgung zu5. Es lassen sich somit auf der Ebene der institutionellen Ordnungen Rollendifferenzierungen verorten, da Rollen eine Form von institutionalisierten Erwartungszusammenhängen sind. Das bedeutet, dass der Rolle des öffentlich-rechtlichen Sektors recht strenge (wenn auch interpretierbare) Sollens-Vorgaben zugewiesen werden, während die Rolle des privat-kommerziellen Sektors weniger strengen Vorgaben unterliegt, an privat-kommerzielles Fernsehen werden weniger hohe Anforderungen hinsichtlich des Programmauftrags gestellt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Strategien der Akteure und damit die Könnensdimension. 3. Ökonomisierungseffekte in den Strukturdimensionen Um die Effekte von Ökonomisierung etwas näher betrachten zu können, müssen die einzelnen Dimensionen zunächst fokussiert werden. Zunächst die Akteur-Dimension: Ökonomisierung hat hier zu einer Erweiterung möglicher Konstellationen geführt. Vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes waren folgende Typen von Akteurkonstellationen möglich: a) jeder gegen jeden, b) zwei öffentlich-rechtliche gegen einen anderen öffentlich-rechtlichen, c) alle gemeinsam für etwas. Als Akteure fungierten: ARD, ZDF, ARD 3. Nach der Liberalisierung lassen sich folgende Typen von Akteurkonstellationen im gemischt öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen System ausmachen. Als Akteure fungieren hier: öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, ARD 3, 3sat, Phoenix etc.) und privat-kommerzielle (RTL, SAT.1, ProSieben, H.O.T., DSF etc.). a) jeder gegen jeden, b) n öffentlich-rechtliche gegen n privat-kommerzielle, c) n privat-kommerzielle gegen n privat-kommerzielle, d) n öffentlich-rechtliche gegen n öffentlich-rechtliche, e) n öffentlich-rechtliche gemeinsam für etwas, f) n privat-kommerzielle gemeinsam für etwas, g) alle gemeinsam für etwas.

5 Siehe dazu das Niedersachsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 1986 (BVerfGE 73, 118).

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die an Tabu-Grenzen stoßen oder sie sogar überschreiten. um erstens Zuschauer zu gewinnen und zweitens zu testen. denn man darf annehmen.de/archiv). Vor allem Reality-Formate wie „Big Brother“ oder „Inselduell“ haben hier in jüngster Zeit für nachhaltige gesellschaftliche Diskussionen gesorgt. wie weit er in seinem Programm gehen darf und ob er. bei der der Bildschirm in Werbung und laufendes Programm geteilt wird. Für den Sender war dies ein Testfall. Zunächst beanstandeten die Landesmedienanstalten dieses Verfahren. Grenzüberschreitung ist Teil des Spiels: So zeigte etwa SAT. Die privat-kommerziellen Sender sind bei diesem Spiel von „List und Gegenlist“ (Beyme 1992.de/suche). Solche Formate stoßen bewusst in moralische Grenzbereiche vor. Auf der Ebene des Werberechts wird seit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens um Grenzen des Erlaubten gestritten. Dabei sind im Laufe der Jahre die Richtlinien für die Werbezeiten immer stärker liberalisiert und damit den Forderungen der privat-kommerziellen Sender angepasst worden: Dies betrifft unter anderem die Umstellung von der Nettosendezeit einer Sendung als Grundlage für die Bemessung der Werbeunterbrechungen zur Bruttosendezeit (Dauer der Sendung plus Werbeblöcke) 6.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Leicht zu ersehen ist. Dieser strategische Handlungsdruck spiegelt sich nicht nur in der Könnensdimension. rechtliche Grenzen zu überschreiten. Februar 2000. www. die Zuschauerzahl zu maximieren oder zumindest so zu optimieren. obwohl diese Art der Werbung damals noch verboten war. Beim so genannten Split-Screen-Werbeverfahren testete RTL diese Werbeart.wuv. www. inwieweit die bestehenden programmlichen Normen (Teil der institutionellen Ordnung) im Sinne des expansiv agierenden Akteurs ausgelegt oder auch verändert werden können.bis 49-Jährige) erreicht werden. 6 Siehe dazu Media Perspektiven Dokumentation: Staatsvertrag im vereinten Deutschland in der Fassung des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Gültig seit 1.2000. er wird auch in die Ebene der institutionellen Ordnung hineingetragen: Beide Akteurgruppen versuchen beständig. um durch das Schaffen von Fakten eine Rechtsänderung zu beschleunigen. Veränderungen werden dabei auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt: programmlich. wie Teilnehmer der Show einen Waran. dass auch die kommende überarbeitete Version des Rundfunkstaatsvertrags Split-Screen ermöglichen würde (werben & verkaufen online vom 22.wuv. Damit ist zugleich das von Akteuren ausgehende Strukturveränderungspotenzial erhöht worden. dass vor allem die so genannten werberelevanten Zuschauer (14. werben & verkaufen online vom 1. Dies geschieht zum Teil mit Programmformaten. Bei den privat-kommerziellen Akteuren manifestiert sich dies vor allem in der Aufweichung rechtlich normierender Grundlagen ihres Handelns. 7 Vgl. als sich abzeichnete. 143) der Spielpartner Medienunternehmen und Politik teils sogar bereit. März 1999 (www. erlaubten es aber dann doch nachträglich. nicht Normierungen zumindest aufweichen kann. je mehr Akteure um Geld und Aufmerksamkeit konkurrieren.kress. desto mehr neue Strategien ausprobiert werden. für den Verzehr unsachgemäß töteten (täglich kress vom 14.08. 315 . erstmals Ende Februar 1999 bei einem Boxkampf 7.de/archiv).1 im „Inselduell“. die Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung zu ihrem Vorteil zu verändern. wenn er nur beharrlich genug ist. Dies zeigt sich etwa bei der Trennung von Werbung und Programm. Auf der Ebene des Programms wird versucht. werberechtlich und unternehmensrechtlich. April 2000). dass. der auf der Artenschutzliste steht. dass die Öffnung des TV-Sektors für privat-kommerzielle Anbieter die möglichen Handlungsstrategien und damit die möglichen Akteurkonstellationen stark erweitert hat.

Als These soll hier formuliert werden: Das Grundprinzip der Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen wird zunächst nicht verändert. Dies bedeutet. 238). Bis Ende der achtziger Jahre war Sponsoring dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk rechtlich noch „weitgehend verschlossen“ (Stuiber 1998b. Oben wurden Massenmedien bereits als Teilsystem modelliert. Berechtigt erscheint nun die Frage. auch die Funktion des Systems bleibt bestehen. Diese Beispiele zeigen. ihr Leistungsspektrum ausgebaut und ihre Angebotspalette um die Spartenkanäle Phoenix und Kinderkanal erweitert. Februar 1991 (BVerfGE 83. Programmgeschäftsführer etc. 971). inwieweit die Themenstruktur und die journalistische Aufbereitung der Themen auch bei nicht boulevardorientierten Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ 8 Siehe dazu das NRW-Urteil des Bundesverfassungsgerichts.. mitbedenken und bei der Entscheidung für diese oder gegen jene Sendung mitbeachten. was man als Teilsystem definiert. Die fortgesetzte Ökonomisierung lässt noch klarer werden. Die Änderung der Rechtsnorm ist vor allem den beiden großen Senderketten von Leo Kirch auf der einen und Bertelsmann auf der anderen Seite entgegengekommen. Jahrgang 3/2001 Auf der Ebene des Unternehmensrechts haben die privat-kommerziellen Programme erreicht. an das sich publizistische und ökonomische Erwartungen richten (Altmeppen 1996): Bei der Produktion von Nachrichtensendungen etwa setzen vor allem (aber nicht nur) privat-kommerzielle Sender zunehmend auf Boulevardjournalismus (Krüger 2000). Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. das ihnen seit 1991 eine Bestands. zahlen / nicht zahlen. auf der Ebene der Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht. in allen Bereichen den Code der Wirtschaft. empirisch zu prüfen wäre zudem. sondern um ein Kuppelprodukt.00 Uhr im Abendprogramm die werbeähnliche Einnahmequelle des Sponsoring einsetzen. nicht mehr Besitzanteile zählen. zuvor ProSieben rechtlich getrennt von Kirchs Sendern SAT. Während z. dessen Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen heißt. Auch die öffentlich-rechtlichen Akteure versuchen beständig. was beiden Codes entspricht. die Normen der institutionellen Ordnung in ihrem Sinne zu verändern. welche Funktion und welchen binären Code.1 und DSF firmieren musste. Gelungen ist ihnen dies z. Allerdings wird die Leitunterscheidung durch den Code der Wirtschaft unter den Bedingungen fortgesetzter Ökonomisierung („Ökonomisierung der Ökonomisierung“ – Altmeppen 2001. konnte es nach der Änderung der Rechtslage offiziell in den Senderverbund aufgenommen werden. welche Leitunterscheidung man ihm zuweist. dass es sich beim Fernsehen nicht nur um eine publizistische (Dienst-)Leistung handelt. B. Unterhaltungschefs. Auch bei der Veränderung des Werberechts konnten die Öffentlich-Rechtlichen Teilerfolge verzeichnen: Sie dürfen trotz Werbeverbot nach 20. ob und wenn ja inwiefern sich auch der laut Schimank nur langfristig wandelbare teilsystemische Orientierungshorizont verändert. wie viele Programme zu einem Unternehmen gehören dürfen.und Entwicklungsgarantie einräumt8. dass die veränderten Akteurkonstellationen im Anschluss an die Ökonomisierung des Fernsehens seit der Zulassung privat-kommerzieller Anbieter über das teils übergebührliche Ausschöpfen der Könnens-Dimension zu einer Veränderung der Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung geführt hat. B. sondern Marktanteile. B. Eine Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab. dass bei der Frage. 316 . repräsentiert durch Redaktionen. 202) verzerrt.M&K 49. Unter Verweis auf diese Entwicklungsgarantie haben die öffentlich-rechtlichen Akteure z. Überspitzt: Es wird vornehmlich das gesendet. dass die Sender.

dass sie einer Serie oder Show immer weniger Zeit geben. sondern auch bei Programmen. so wird hier nahe gelegt. dass Werbe-Investitionen in bestimmte Programmumfelder zu mehr Zuschau- 317 . Die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt wiederum. Entweder das Format kommt nach den ersten Wochen gut an. Produkt. Fortgesetzte Ökonomisierung hat demnach nicht nur Einfluss auf Akteurstrukturen und institutionelle Ordnungen. sondern. dass die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt. das Programm wird gestrichen. 14. www.“ (Schimank 1998. dass Investitionen in verwissenschaftlichte Produktionstechnologien die Zahlungsfähigkeit stärker steigern als andere Investitionsmöglichkeiten. April 1998. Am Beispiel der Wissenschaft macht er auf folgenden Prozess aufmerksam: „So kann die Autopoiesis wissenschaftlicher Forschung merken. November 1999. sondern von einem Dirigieren von Leistungsbezügen der teilsystemischen Autopoiesis und von einem Einschränken oder sogar Unterdrücken teilsystemischer Autopoiesis (Schimank 1998.“ (Schimank 1998. weil diese Themen mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen. Bei der Produktion und Ausstrahlung von Serien ist vor allem bei den privat-kommerziellen Sendern zu beobachten. Dies geschieht nicht nur bei Programmen. 179) Von Einschränkung/Unterdrückung ist dann die Rede. Es geht demnach nicht nur um das Prinzip des Veröffentlichens oder Nicht-Veröffentlichens. und das wiederum geht darauf zurück. die ProSieben aufgrund schwacher Quoten nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm nahm (Berliner Zeitung vom 30.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens oder „18:30“ durch den Blick auf Einschaltquoten und damit durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt werden (Messkriterien wären hier bspw. Im Ergebnis läuft dieses Dirigieren der Wahrheitskommunikation durch wirtschaftliche Anwendungsinteressen auf Themenkonjunkturen in der Wissenschaft. Auch Schimank sieht eine Beeinflussung des Codes autopoietischer Systeme durch den Code anderer Systeme.de/archiv). die die falschen Zuschauer im Sinne der Werbekunden erreichen. der Kunde bekommt Rabatte. da er zu wenig werberelevante Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren erreichte und damit zu wenig Geld einbrachte (Berliner Zeitung. Zum Beispiel strich 1998 SAT.de/archiv). die zu wenig Zuschauer erreichen. die Ausstrahlung lohnt sich für den Sender nicht mehr. Kann der Sender mit dem Programm diese Anzahl nicht erreichen. eine Zunahme an emotionsgeladenen Themen oder Themen mit Sensationscharakter). dass bestimmte Forschungsthemen besondere Chancen für Wahrheitskommunikation erzeugen.1 den „Bergdoktor“ trotz passabler Quoten aus dem Programm. oder es verschwindet umgehend wieder von der Bildfläche. 180) Beide Mechanismen können anhand der oben gezeigten ökonomischen Veränderungen für die Entwicklung des Fernsehens geltend gemacht werden: Die Autopoiesis massenmedialer Produktion bemerkt. 179 – 181). sinken die Werbepreise. sich einen Zuschauerstamm aufzubauen. dass bestimmte Themen besondere Chancen auf Veröffentlichung haben.berliner-zeitung. er spricht aber nicht von Verzerrung.und Branchenkonjunkturen in der Wirtschaft hinaus. wenn einmal entfesselte Autopoiesien durch „neu justierte Nutzenverschränkungen mit anderen Teilsystemen […] über die Entfesselung der Autopoiesis hinausschießen und in eine sachliche oder zeitliche Marginalisierung codegeprägter Kommunikationen münden. auch auf den teilsystemischen Orientierungshorizont.berliner-zeitung. www. da sie hohe Zuschaueraufmerksamkeit und damit hohe Werbeakzeptanz generieren. Zu bestimmten Preisen wird den Werbekunden häufig eine bestimmte Anzahl von Zuschauern garantiert (Tausend-Kontakt-Preis-Garantie). sondern immer auch um das Erreichen von Zuschauerkontakten für Werbekunden durch Veröffentlichung. Zu sehen war dies unter anderem bei der Vorabendserie „Mallorca“. Den Begriff des Dirigierens beschreibt er durch eine gegenseitige Beeinflussung von teilsystemischer Autopoiesis und intersystemischen Leistungsbezügen.

V. „die die Kontinuität oder Veränderung von Strukturen und deshalb die Reproduktion von sozialen Systemen bestimmen. das sich in der Ausübung sozialer Praktiken realisiert und als „Erinnerungsspur“ ein Verhaltensmuster zur Orientierung bereitstellt (Giddens 1988. Struktur versteht Giddens als „raumzeitliches Phänomen“. bestimmte Programmformate forcieren (und andersherum anderen die finanzielle Unterstützung entziehen). der sich in Produkt. sondern um prozessuale Abläufe handelt. 201). 77). Soziale Systeme sind für Giddens keine Funktionssysteme. die ein Maß an Emergenz entwickeln. Weyer 1993). Anthony Giddens und Scott Lash (Beck/Giddens/Lash 1996) durchzuführen. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellation hat. haben sich durch die Ökonomisierung verändert. Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung (Schumpeter 1952). Handeln und Strukturen sind hier unauflösbar miteinander verkoppelt. 4. 246).M&K 49. eine Untersuchung des prozessualen Charakters und vor allem der Rückwirkungen nicht-intendierter Handlungsfolgen mittels einer Kombination der oben dargelegten differenzierungstheoretischen Betrachtungen (Schimank/Mayntz und andere) und der Theorie reflexiver Modernisierung von Ulrich Beck. Diese Bedingungen. das nicht mehr konkret auf intendiertes Handeln einzelner strategiefähiger Akteure rückführbar ist. Der Blick soll nun im Folgenden auf die Strukturierung gerichtet werden. Wichtige Elemente sind bei dem Prozess des handelnden Zusammenwirkens von Akteur und System die „Reflexivität und Rekursivität des sozialen Handelns sowie die strategische Orientierung am Kontext. die weniger starr feststehende Strukturen besitzen. Betrachtet man die besagten drei Dimensionen in ihrem handelnden Zusammenwirken. als vielmehr mehr oder weniger stark veränderbare Strukturmomente aufweisen. rücken nun abschließend der prozesshafte Charakter der Ökonomisierung und des Zusammenspiels von System und Akteur sowie mögliche Folgen dieses Prozesses in den Vordergrund. welchen Einfluss Ökonomisierung auf die drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. Dieser reflexive und rekursive Prozess kann Eigendynamiken entwickeln.] gebildet wird“ (Weyer 1993. Es wird hier vorgeschlagen. indem etwa Werbekunden direkt oder über Mediaagenturen vermittelt. Darunter sind die Bedingungen zu verstehen.a. Ökonomisierung als sozialer Prozess und Folgen von Ökonomisierung Nachdem bislang modelliert worden ist.“ (Giddens 1988. sondern „reproduzierte soziale Praktiken“. so fällt auf. in denen der Akteur eine wohl ebenso wichtige Rolle einnimmt wie das System. dass es sich nicht lediglich um Strukturbildung und -erhaltung. In Giddens‘ Theorie der Strukturierung sind beide ständig am Prozess der Reproduktion der sozialen Strukturen beteiligt. die an der Vernetzung sozialer Systeme beteiligt sind. die nicht intendiert waren und nur schwierig steuerbar sind. 69). In der Soziologie spricht man auch von Eigendynamiken sozialer Netzwerke (u. um neben dem analytischen Raster des dynamischen Prozesses auch mögliche Folgen der 318 . 14). die Strukturmomente sozialer Systeme gelten als Mittel und Ergebnis der kontingent ausgeführten Handlungen situierter Akteure (Giddens 1988. Jahrgang 3/2001 erkontakten führen als andere und übt Einfluss auf die Veröffentlichungsroutinen der Sender aus.und Marktlebenszyklen manifestiert und der auch im Fernsehen seit 1984 Gestalt angenommen hat (Wehmeier 1998. das wurde in den Kapiteln 0 bis 3 gezeigt. Strukturen lassen sich ferner als Regeln-RessourcenKomplexe beschreiben. Aus der Ökonomie kennt man solche eigendynamischen Prozesse spätestens seit Joseph A. der durch andere Akteure [und Systeme – d.

das gesellschaftlich trag.und Kritikfunktion ist.und Handlungszusammenhänge. Als Expertensysteme gelten nach Anthony Giddens Sinn. 1996. Jarren (2000). und als es Beck und Giddens vor allem um die Folgen funktionaler Differenzierung geht – prozessual ausgedrückt: um die Analyse von Folgen. Ulrich Beck spricht erstens von Nebenfolgen der Modernisierung und funktionalen Differenzierung (Nebenfolgen erster Ordnung). Weyer und Mayntz kombinieren. Dies sind jedoch nur einige Indizien. die sich im Laufe funktionaler Differenzierung (Arbeitsteilung) gebildet haben und exklusive Leistungsrollen einnehmen.). „[…] sich auf die Analyse des Prozeßverlaufs selbst zu konzentrieren und zu fragen. die Beck als interne Nebenfolgen der Nebenfolgen bezeichnet (Nebenfolgen zweiter Ordnung) (Beck 1996. Auch Massenmedien können als Expertensystem begriffen werden. Politik ist etwa ein Expertensystem. ein Aufweichen klassischer journalistischer Standards durch Infotainment. die „unreflektiert. Empirisch geklärt 9 Zur Entfaltung einer normativen Integrations-Perspektive von Massenmedien vgl. 40f. So zeigt zum Beispiel die Langzeituntersuchung Massenkommunikation. Unter reflexiver Modernisierung verstehen die Autoren dabei Transformationsprozesse. auf welche Prozessursachen diese aus normativ-demokratischer Sicht 9 negativen Entwicklungen zurückwirken und in welcher Form sie dies tun. Ein solcher Vertrauensverlust lässt sich sowohl für die Politik als auch für die Massenmedien empirisch belegen. 251 – 254).und vertretbare Entscheidungen treffen soll. Verursachung entstehen und wie diese Formen auf die Prozeßursache selbst zurückwirken“ (Mayntz/Nedelmann 1987. Diese Perspektive des Untersuchens von Rückwirkungen auf Prozessursachen wird in der Theorie der reflexiven Modernisierung entfaltet. zunehmende Unterhaltungsorientierung (Krüger 2000) und eine Verstärkung des Trends zur symbolischen Politik (Sarcinelli 1987. 164 – 166). als Weyer unter Bezugnahme auf Schimank die aus den unterschiedlichen Rationalitäten der drei Dimensionen entstehenden Spannungen und Reibungen anspricht. Zweitens geht es um die Rückwirkungen auf Prozessursachen. mit unabschätzbaren Konsequenzen“ (Beck/Giddens/Lash 1996. 9 – Hervorhebung im Original) stattfinden und Folgeprozesse funktionaler Differenzierung sind. die für gesellschaftliche Dynamik sorgen. ungewollt. welche Prozeßformen durch zirkuläre Stimulation bzw. Reality-Sendungen. dann muss gefragt werden.. Mit Renate Mayntz und Brigitta Nedelmann heißt es daher. Fasst man als Nebenfolge erster Ordnung einer Ökonomisierung des Fernsehens (und damit als zumindest teilweise intendierte Folge) etwa eine Zunahme von Gewaltdarstellungen. als es Schimank um die Handlungsmöglichkeiten von Akteuren im Rahmen teilsystemischer Orientierungshorizonte und institutioneller Ordnungen geht. 651f. Sie werden heute durch Institutionen repräsentiert und verleihen Gesellschaft durch ihr spezialisiertes und strukturierendes Wirken Stabilität (Giddens 1995. 88). 319 .Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Ökonomisierung in den Blick zu bekommen. Die Theorie reflexiver Modernisierung lässt sich insofern mit den Perspektiven von Schimank. Eine dieser nicht-intendierten Rückwirkungen könnte ein Vertrauensverlust in Expertensysteme sein.. Sarcinelli/Tenscher 2000). die mit weiterer funktionaler Differenzierung nicht mehr behoben werden können. dessen normative Aufgabe unter anderem das Einnehmen einer Orientierungs. 27f. Auch die relative Glaubwürdigkeit des Fernsehens hat im Vergleich zur Zeitung deutlich abgenommen (Berg/Kiefer 1996. dass das Fernsehen hinsichtlich der Dimension Objektivität vor allem seit Anfang der achtziger Jahre massive Einbußen erlitten hat.

Abbildung 4 modelliert die bisher entwickelten Dimensionen und kombiniert dabei die Ökonomisierung des Fernsehens aus System. Als Nebenfolge zweiter Ordnung. wird hier ein Vertrauensverlust in Massenmedien und Politik gesehen (Rückwirkung auf Ursachen). Als Formen werden (recht statisch) die Ausprägungen der Startphase 1984/85 betrachtet und als Folgen die Dynamiken und Wechselwirkungen. für das Jahr 1984 und die Zeit von 1984 bis heute modelliert. werbewirtschaftliches Interesse. technologische Entwicklung. inwieweit die Ökonomisierung der Strukturen und die Kommerzialisierung der Inhalte in kausalem Zusammenhang damit stehen. in der das nicht-gewinnorientierte öffentlich-rechtliche System allein stehend war. Jahrgang 3/2001 werden muss.und Akteurperspektive mit einer nach reflexiven Prozessen fragenden und Folgen abschätzenden Theorie reflexiver Modernisierung. Vor 1984 wird hier von einer Prä-Ökonomisierung gesprochen. durch privat-kommerzielle Programme mehr Vielfalt und eine ausgewogenere Politikberichterstattung zu bekommen. werden dabei als Ursachen der Ökonomisierung gesehen. die 1984 eingesetzt und sich anschließend fortentwickelt haben. Dabei werden die gesellschaftlichen Strukturierungsebenen (bezogen auf Massenmedien/Fernsehen) für die Zeit vor 1984. 4: Ursachen. Abb.M&K 49. Das Jahr 1984 wird als Beginn der Ökonomisierung gesehen. die reflexive Wirkung zeigt. mediale publizistische und Gewinninteressen sowie der politische Wille. auf der Ebene der institutionellen Ordnung die dadurch bewirkte Normveränderung und auf der Ebene des teilsystemischen Orientierungshorizontes die durch Ökonomisierung bewirkte Verzerrung des Codes veröffentlichen / nicht veröffentlichen durch den Code zahlen / nicht zahlen. das Vorstoßen in gesellschaftliche Tabubereiche und juristische Grauzonen modelliert. Formen und Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens 320 . Als Nebenfolgen erster Ordnung werden auf der Ebene der Akteurkonstellation z. B.

Dies zeigt sich dergestalt. Dieser Schwenk zu Münch und seinem Interpenetrationsmodell offenbart. 286-344). Interpenetration stellt die gegenseitige Durchdringung politischer. Praktisch gesprochen: Nur wenn sich die Sendung (Unterhaltungsserien wie auch Informationsmagazine) rechnet.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens 4. so kann Ökonomisierung überhaupt keinen Einfluss auf massenmediale Prozesse haben. um die vielfältigen Prozesse der Ökonomisierung auf allen Ebenen und ihre Wechselwirkungen untereinander zu erfassen. In diesem Beitrag wurde argumentiert. und nicht bloß hier und da anekdotisch. ökonomischer und kultureller Zusammenhänge sicher. dass es. die den Zusammenhang von Ökonomisierung der Massenmedien und Kommerzialisierung/Banalisierung der Inhalte genauer untersuchen und damit einer auf die Massenmedien (das Fernsehen) angewandten Theorie reflexiver Modernisierung Futter geben. Inzwischen macht sie für eine Analyse der Ökonomisierung der Massenmedien Münchs Interpenetrationsbegriff fruchtbar. Dies lässt sich etwa an zwei Aufsätzen von Gabriele Siegert erkennen. Als eine Folge dieser Verzerrung des Codes der Massenmedien wird ein Vertrauensverlust in das Expertensystem Massenmedien erkannt.und Medienwissenschaft verlassen. zu einem Dirigieren von Codes oder gar zu einem Unterdrücken von Codes durch fremde Systeme kommen kann (hier wäre es die Unterdrückung des Codes der Massenmedien durch den Code der Wirtschaft). Fazit Wird mit Luhmanns funktionaler/autopoietischer Systemtheorie argumentiert. wird sie auch langfristige Erfolgschancen auf weitere Veröffentlichung haben. dass Gesellschaft ein Mindestmaß an Integration benötigt. mit Schimank gesprochen. den er unter anderem in seiner Theorie des Handelns entwickelt hat (1988. die institutionelle Ordnung Stück für Stück variiert wird und es so unter den Bedingungen fortgesetzter oder „entfesselter“ Ökonomisierung (Knoche 2001: 184) zu einer Veränderung des teilsystemischen Orientierungshorizontes kommt. 503 – 525). dass es auch im Beziehungsgeflecht Massenmedien und Ökonomie zu Austauschprozessen und wechselseitiger Durchdringung der Systeme kommt (Siegert 2001. doch ist Interpenetration bei Münch ein zentralerer theoretischer Baustein. deren Ausdifferenzierung und weitere Evolution systematisch. da Wirtschaft und Massenmedien unterschiedliche Codes und generalisierte Medien haben. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellationen ein ausreichend komplexes Analyseraster bietet. 172 – 174). durch veränderte Akteurkonstellationen und strategische wie eigendynamische Prozesse. dass aber erst die Unterscheidung der drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. In diesem Aufsatz wird für den Fall der Entwicklung des Fernsehens der Begriff der Verzerrung vorgeschlagen: Fernsehformate (auch journalistische) werden zwar nach dem Prinzip veröffentlichen / nicht veröffentlichen codiert aber (zumindest auf privat-kommerzieller Seite) häufig durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt. Münch greift auf den von Parsons stammenden Begriff zurück. Zwar benutzt auch Luhmann teilweise den Interpenetrationsbegriff (Luhmann 1991. um funktionsfähig zu bleiben. Uwe Schimank fordert: „Für die Betrachtung einzelner Teilsysteme käme es darauf an. um neben der sozialen und funktionalen Differenzierung zu erklären. Allerdings müssen hier noch empirische Nachweise erfolgen. Dabei zeigte sich. anschließend. dass die Ökonomisierung zunächst die Akteurkonstellation verändert. der das wechselseitige Durchdringen von Systemen beschreibt. Ökonomische Entwicklungen führen allenfalls zu einer Irritation von Massenmedien. die noch 1996 erheblich strenger im Luhmann’schen Kontext kommunikationswissenschaftlich arbeitete. aus solchen Zusammenhängen zwischen der selbstreferenziellen 321 . Doch die Luhmann‘sche Extremposition wird sowohl in der Soziologie als nun auch zaghaft in der Kommunikations.

S. Jg. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Ralf Hohlfeld (1995): Wege zur Theorie des Rundfunkwandels. 41. Giddens. Görke. Ausdifferenzierung und Verselbständigung. Werner A. Otfried. 19 – 112. Nr. Literatur Altmeppen. 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Nr. Werner A. Nr. 2. Altmeppen. Gehrke.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 461 – 478. Frank Marcinkowski (1996): Konvergenz Revisited: Neue Befunde zu einer älteren Diskussion. Jg. Meier (Hrsg. Ulrich. Frankfurt. Jg.. Marie Luise Kiefer (Hrsg. 48.) (2001): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. in: Ulrich Beck. Nr. (Schriften zur Kommunikationswissenschaft. Formen und Folgen.“ (Schimank 1998. Werner A. in: Zeitschrift für Soziologie. Fernsehorganisationen zwischen publizistischen Zielvorstellungen und systemischem Eigensinn. Beck. in: Medien & Kommunikationswissenschaft. Nr. Anthony Giddens. Nr. 12. Opladen: Westdeutscher Verlag. Opladen: Westdeutscher Verlag. Fröhlich. 49 Jg. 419 – 428.. Aretz. 2. Anthony Giddens. Anthony (1996): Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. Beyme. Von der Moderne zur Postmoderne. S. 2. Jahrhundert. 180) Diese Forderung verdient weitere Beachtung. Aufl. 195 – 205. 113 – 194. 2. Otfried. Hans-Jürgen (1997): Ökonomischer Imperialismus? Homo Oeconomicus und soziologische Theorie. Klaus-Dieter (2001): Ökonomisierung aus organisationssoziologischer Perspektive.. Eine Kontroverse. Otfried (2000): Gesellschaftliche Integration durch Medien? Zur Begründung normativer Anforderungen an Medien. Bd. Anthony (1995): Konsequenzen der Moderne. 2. Giddens.M&K 49. Blöbaum. 15 – 31. Ulrich (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. Klaus von (1992): Theorie der Politik im 20. in: Publizistik. S. Eine Kontroverse. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung.) (1996): Massenkommunikation V. 49 Jg. 2. Jarren. New York: Campus. in: Rundfunk und Fernsehen. Giddens. Jarren. in: Otfried Jarren. Klaus. S.. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. in: Soziale Systeme. Scott Lash (1996): Reflexive Modernisierung. 22 – 41. Jg. (Schriftenreihe Media Perspektiven. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 14. Brill. 4. Eine Kontroverse. Formen und Folgen. 44. Einleitende Bemerkungen zu einer (notwendigen) Debatte.. Romy (1994): Rundfunk-PR im Kontext.) Opladen: Westdeutscher Verlag. 1. Bruns. in: Klaus-Dieter Altmeppen (Hrsg. Historische und organisationstheoretische Bedingungen am Beispiel ARD. Massenmedien und Journalismus. S. Meier (Hrsg. S.. Thomas. Scott Lash: Reflexive Modernisierung.. Klaus-Dieter (1996): Märkte der Medienkommunikation. Ergebnisse und Perspektiven medienökonomischer Forschung. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. Grundlagen. Meier (2001): Ökonomisierung und Kommerzialisierung von Medien und Mediensystem. Matthias Kohring (1996): Unterschiede. Der Beitrag der Medienunternehmen zur Ökonomisierung. S. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 79 – 95. 26 Jg. Mit einer Einführung von Hans Joas. Jarren.): Ökonomie der Medien und des Mediensystems. Opladen: Westdeutscher Verlag.. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 251 – 272. Beck. S. Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1995. Nr.) Baden-Baden: Nomos. die Unterschiede machen: Neuere Theorieentwürfe zu Publizistik. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Jahrgang 3/2001 Geschlossenheit ihrer Operationen auf der einen und fremdreferenziellen Effekten und Erwartungen auf der anderen Seite zu erklären. Publizistische und ökonomische Aspekte von Medienmärkten und Markthandeln. Bernd (1994): Journalismus als soziales System: Geschichte. Anthony (1988): Die Konstitution der Gesellschaft. S. in: Ulrich Beck. Bd. Andreas (1996): ‘Lost at sea’: Die Realität der Massenmedien. Anthony Giddens. in: Otfried Jar- 322 . Gernot. Alexander. Berg.

in: Walter Hömberg. Mayntz. ZDF. Opladen: Westdeutscher Verlag. Frankfurt am Main: Suhrkamp. in: Media Perspektiven.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Kohring.und Kommunikationswissenschaft. Frank (1993): Publizistik als autopoietisches System. 2. Formen und Folgen. 83 – 96. Nr. in: Otfried Jarren. SAT. Frankfurt am Main. Ein Review über einige Integrationstrends. Zur Bedeutung symbolischen Handelns in der Wahlkampfkommunikation der Bundesrepublik Deutschland. New York: Campus.. in: Soziale Welt. Werner A.. Programmanalyse 1999: ARD. Niklas (1985): Die Autopoiesis des Bewußtseins. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. 93 – 113.. Ein systemtheoretischer Entwurf. Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien. Aufl. RTL. Werner A. Detlef Matthias Hug (1997): Öffentlichkeit und Journalismus. Scharpf (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens ren. Formen und Folgen. 2. S. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Nr. Meier (Hrsg. 2. in: Zeitschrift für Soziologie. (1988): Differenzierung und Verselbständigung: zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme. Renate.): Medien-Transformation: Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. 429 – 440. 28. Nr.1 und ProSieben im Vergleich. Ulrich. S. Scharpf (Hrsg. S. Lindenberg. Oder: Wie alle – reihum – Presse und Rundfunk bezahlen. Luhmann. Frankfurt am Main. Jg. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Nolte. Anmerkungen zu einem analytischen Paradigma. Luhmann.. 125 – 152. 145 – 158. Georg (1996): Rationalisierung. in: Journal of Institutional and Theoretical Economics (JITE) / Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. 4. Nr. Mayntz.): Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. Jens Tenscher (2000): Vom repräsentativen zum präsentativen Parlamentarismus? Entwurf eines Arenenmodells parlamentarischer Kommunikation. Niklas (1991): Soziale Systeme. Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons. 146 Jg. Entstehung und empirischer Gehalt einer Hypothese. 39.. Ulrich (1987): Symbolische Politik. 49 Jg. 2. in: Publizistik.. Renate et al. S. Niklas (1999): Funktion der Religion. Brigitta Nedelmann (1987): Eigendynamische soziale Prozesse.. 648 – 668. S. Helmut (1999): Annäherungen zwischen Handlungstheorien und Systemtheorien.. 5. S. 4. Nr. Frank (1996): Die Massenmedien der Gesellschaft als soziales System?. Meier (Hrsg. Grundriß einer allgemeinen Theorie. 7. Nr. S.. 2. Knoche. 2. Renate. S. S. 278 – 296. Frankfurt am Main: Suhrkamp Luhmann. in: Medien Journal. 4. 39 – 72. S. Siegwart (1990): Homo Socio-oeconomicus: The Emergence of a General Model of Man in the Social Sciences.. Jg. New York: Campus. 323 . Marcinkowski. Fritz W. Nr. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Emile Durkheim und Max Weber. Jg. Politik und Massenmedien. 38. 49 Jg. Kneer. 15 – 33. Krüger. in: Renate Mayntz. Marcinkowski. Marie-Luise (1996): Das duale Rundfunksystem – wirtschaftstheoretisch betrachtet. Krüger. Sarcinelli. Richard (1988): Theorie des Handelns. Rühl. Mayntz. Opladen: Westdeutscher Verlag.. Matthias. 39. 2. Manfred (2001): Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. Zur Notwendigkeit der Beobachtung gesellschaftlicher Interdependenz. 177 – 194. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Münch. 402 – 446. Nr. Sarcinelli. 81 – 97. Zum Zusammenhang von Sozialtheorie und Zeitdiagnose bei Jürgen Habermas. S. in: Otfried Jarren. Fritz W. S. Udo Michael (1991): Zur Konvergenz öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme. Kiefer. Udo Michael (2000): Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen. Bd. in: Soziale Systeme. 727 – 748. Aufl. Heinz Pürer (Hrsg. S. 1. 1. Disziplinierung und Differenzierung. 36. Eine systemtheoretische Analyse. Luhmann. in: Rundfunk und Fernsehen. Jg. Konstanz: UVK. Nr. Aufl. Opladen: Westdeutscher Verlag. 22).. Manfred (1993): Marktpublizistik. Jg. Michel Foucault und Niklas Luhmann. Jg.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Opladen: Westdeutscher Verlag. Nr.

Konstanz: UVK. Weber. 324 . Christian (2000): Zur politischen Ökonomie der Medien. Formen und Folgen. Rundfunktechnik. Gabriele (2001): Ökonomisierung der Medien aus systemtheoretischer Perspektive. S. in: Claudia Mast (Hrsg. 45. 74 – 93. 6. Uwe (1998): Code – Leistungen – Funktion: Zur Konstitution gesellschaftlicher Teilsysteme. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Berlin: Duncker & Humblot. Rundfunkrecht. Zum Nutzen zweier soziologischer Paradigmen bei der Erklärung erfolgreichen Scheiterns. Differenzierung und Ökonomisierung eines Mediums. S. Nr. 5.): Zerfall der Öffentlichkeit? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. in: Zeitschrift für Soziologie. 3. Publizistik zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Zielen. 23. Konstanz: UVK.und Kommunikationsforschung. in: Otfried Jarren (Hrsg. 238).. 1. Rundfunkprogramme. Kredit. Uwe (1995): Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn. Eine Untersuchung am Beispiel des dualen Rundfunksystems. 1. Jahrgang 3/2001 Kurt Imhof. Zins und Konjunkturzyklus. S.M&K 49. 167 – 176. 175 – 184. Konstanz: UVK. Stefan (1998): Fernsehen im Wandel. S. Organisation des Rundfunks.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Uwe (1985): Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung – Ein Diskussionsvorschlag. Band 2. Theis-Berglmair. Nr. Werner A. Aufl. Berlin: Vistas. 49 Jg. Schimank. Opladen: Leske + Budrich. Konstanz: UVK. Schimank.. Stuiber. (UTB.. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. 2. 40. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. 4. S. Heinz-Werner (1998b): Medien in Deutschland. 35 – 50.) 2. Schimank. Stefan (2000): Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. Die zwei Seiten struktureller Dynamiken moderner Gesellschaften. Steininger. Band 2 – Rundfunk. Wehmeier.. Johannes (1993): System und Akteur. Nr. 619 – 639. Anmerkungen zur Rundfunkpolitik. Anna Maria (1994): Medienwandel – Modellwandel? Reflexionen über die gesellschaftliche Komponente der Massenkommunikation. Schumpeter. S.. 421 – 434. Jg. Jg. Schimank. Heinz-Werner (1998a): Medien in Deutschland. Aufl.. 118) Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. 1. S. Siegert. (Original: 1911. 1 – 22. Geschichte des Rundfunks.). 14. in: Soziale Systeme. Finanzierung des Rundfunks. Stuiber. 43 – 55. in: Otfried Jarren. Jg. Teil 2: Privater Rundfunk. Gabriele (1996): Die Beziehung zwischen Medien und Ökonomie als systemtheoretisches Problem. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Jg. S.): Markt – Macht – Medien. Nr.): Medienwandel – Gesellschaftswandel? 10 Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Nr.. Jg. 1. Kapital. S. Josef (1952): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Uwe (1988): Gesellschaftliche Teilsysteme als Akteurfiktionen. in: Soziale Systeme. 1993. Nr. 73 – 100. Wien: Universitäts-Verlag. Eine Bilanz. Schimank. Februar 1991 (BVerfGE 83. Konstanz: UVK. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Teil 1: Zum Rundfunkbegriff.) Siegert. November 1986 (BVerfGE 73. 1886. Roger Blum (Hrsg. Meier (Hrsg. Weyer. Bd. Uwe (2000): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung.

even (especially?) after five years. Der Aufsatz berichtet die wichtigsten Befunde.“ (Storrer. einem Hund und ihrem Freund Dex lebt: „I keep JenniCam alive not because I want to be watched. habe der 57-jährige Wolfgang Thierse die von einer Agentur für ihn entwickelte Webpräsenz (www. dass persönliche Homepages nicht nur der Individual. Klassifikation und Rezeption persönlicher Homepages liegen rund dreißig empirische Studien vor. die Adresse zur Homepage. „Auf der Visitenkarte des postmodernen Menschen darf sie eigentlich schon fast nicht mehr fehlen. • „Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage“ berichtete die Berliner Zeitung im April 2001. wollte sich mit seiner Online-Darstellung des Falles an die breite Öffentlichkeit wenden und seinen Bemühungen um ein Revisionsverfahren Nachdruck verleihen. „Die Homepage ist nicht zu peppig. und zeigt Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung auf. Die vorliegenden theoretischen Beiträge konzentrieren sich darauf.wolfgang-thierse. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. I am not 325 . • 1996 startete die damals 20-jährige Studentin Jennifer Ringley eine persönliche Homepage. Doch Opferschutz-Vereinigungen protestierten – nicht nur gegen Inhalt und Aufmachung der Site (sie enthielt u.jeremybamber. • Die Homepage von Jeremy Bamber (www. Der 39-jährige Engländer war vor 15 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden für die Morde an seiner Mutter.BERICHTE Persönliche Homepages im WWW Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Nicola Döring Persönliche Homepages sind Webangebote. wo sie heute mit sechs Katzen. Zur Produktion. Der Aufsatz beschäftigt sich zunächst mit der Abgrenzung und Definition dieser personalisierten Form des Online-Publizierens und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz. das passt zu mir“. die von einzelnen Personen betrieben werden.com) ist momentan vom Provider gesperrt. zur Heimstätte der virtuellen Existenz im Internet. Es wird argumentiert. or not. einen Werbebanner mit dem Teaser „Click here to shoot your boss“). Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homepages referiert. sondern in unterschiedlicher Weise auch einen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können. ein Online-Tagebuch und die legendäre JenniCam enthält. März 2001). dass überhaupt „ein verurteilter. Bamber. So feel free to watch. seiner Schwester und seinen beiden Neffen. but because I simply don’t mind being watched. as you so desire. Freilich sind Internet-Nutzer und Visitenkarten-Besitzer sowohl global als auch national privilegierte Minderheiten – doch der Trend zur Veralltäglichung persönlicher Homepages ist unverkennbar. eine unzensierte Nonstop-Live-Übertragung von Videobildern aus ihrem Haus in Kalifornien.de) kommentiert. die durch Inhaltsanalysen. der vor Gericht immer seine Unschuld beteuert hatte. die Gedichte. It is more than a bit fascinating to me as an experiment.a. mehrfacher Mörder aus dem Gefängnis heraus eine eigene Website betreiben kann“ (Birmingham Evening Mail.und Gruppenkommunikation dienen. 1999: 2). Log-File-Analysen. sondern auch dagegen. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden.

B. 285ff. wie Ringley seit Jahren netzöffentlich „einfach sie selbst ist“. während die kostenlose Übertragung alle 15 Minuten eine neue Aufnahme liefert. Wallace. Sie umfasst eine Reihe theoretischer Beiträge (Kapitel 2). die durch Inhaltsanalysen. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. eine Familie. „Steppo’s kleine Homepage“. Auch die Platzierung bzw. im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Sammelbänden und Monografien zum Internet (z. wobei man durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft Bilder im Minutentakt erhält. 2000) werden persönliche Homepages – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z. Schlobinski & Siever. Jahrgang 3/2001 here to be loved or hated. Clique.M&K 49. Dominick. 1998. 1998. 1999: 85. 1997. Gräf & Krajewski. I am here simply to be me. Liebes-. 1997. B. B. In einschlägigen. Verlinkung eines Webangebotes in einem dezidierten Verzeichnis 326 .1 Definition der persönlichen Homepage Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote. Wenn statt einer einzelnen Person ein Freundes-. Die vier Beispiele verdeutlichen. Beck & Vowe. Gackenbach. „My Homepage“. „Danielas Heimatseite“. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homesites referiert. Merkmale und Konsequenzen dieser neuen Publikationspraxis. Sie ist leidenschaftlicher Theater-Fan und als Sekretärin bei der Steiermärkischen Landesregierung tätig. 1997. Die persönliche Homepage Wie ist die persönliche Homepage von anderen Web-Angeboten abzugrenzen? Welche Relevanz besitzt sie als Gegenstand in der Kommunikationswissenschaft? Welchen Beitrag leistet sie zur öffentlichen Kommunikation? 1. Thimm. „Sugianto’s Little Palace“. Rössler. „Renates Homepage“. Jones. 1997. 1999: 31ff. LogFile-Analysen. Kiesler. Neverla. Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung werden im Ausblick aufgezeigt (Kapitel 4). „Homepage von Christoph G. präsentiert Kapitel 3.” (www. • Petra Raissakis aus Graz kam drei Monate zu früh auf die Welt und wurde durch eine Augenschädigung im Brutkasten blind. Wohngemeinschaft oder eine andere informelle Kleingruppe für das Webangebot verantwortlich zeichnet. aber auch rund dreißig empirische Arbeiten. Der vorliegende Aufsatz definiert zunächst das Forschungsobjekt persönliche Homepage und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz (Kapitel 1).. die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden (vgl. 1. 1998. 1998.at/praissakis/). Runkehl. so handelt es sich um die Sonderform der kollektiven persönlichen Homepage. „Christina’s Corner“. Die Homepage der 34Jährigen bietet eine Mischung aus Informationstexten und Erfahrungsberichten zu diversen Themen und Details aus dem Alltag blinder Menschen (http://members. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden. Döring. 1999). wie vielfältig und weitreichend kommunikative und soziale Implikationen persönlicher Homepages sind. „Olli’s World“. Die wichtigsten Befunde. Eisenhardt“. Der Besitzstatus ist bei persönlichen Homepages fast durchgehend an personalisierten Seitentiteln und Überschriften abzulesen (z.jennicam. oder Geschwisterpaar.) – nicht behandelt.com). „Unsere Familien-Homepage“). Tausende von Website-Besuchern verfolgen. aon. Trotzdem ist bislang wenig systematisches Wissen gesammelt worden über die Determinanten.

Döring · Persönliche Homepages

persönlicher Homepages (z. B. zu finden bei www.yahoo.com, www.lycos.com oder www.web.de) ermöglicht eine einfache Identifikation von Webangeboten als persönliche Homepages. Die hier favorisierte kommunikationswissenschaftliche Definition der persönlichen Homepage verwendet den Besitzstatus bzw. die Sender-Rolle des Individuums als zentrales Kriterium und nicht etwa bestimmte Inhalte. Was eine Person über ihre Homepage der Netzöffentlichkeit mitteilt, ist vielmehr eine empirische Frage, die durch die Homepage-Forschung zu beantworten ist. Inhaltliche Beschränkungen (z. B. auf autobiografische Informationen), die in diversen Homepage-Definitionen zu finden sind und typischerweise inhaltlich und motivational auf eine Psychologisierung hinauslaufen (z. B. bei de Saint-Georges, 1998; Walker, 2000; Wynn & Katz, 1997), werden hier als eine vorschnelle Beschneidung des Gegenstands abgelehnt (vgl. Kap. 3.2). Wir sprechen von „persönlichen“ Homepages unabhängig davon, wie privat oder intim ihre Inhalte sind. Wenn das Web-Angebot einer Person auf berufliche Aktivitäten beschränkt ist oder ein unkommentiertes Software- oder Geschichten-Archiv enthält, so handelt es sich gemäß der hier vorgeschlagenen Definition dennoch um eine persönliche (also personenbezogene) Homepage. Als Synonym für „persönliche Homepage“ (personal homepage) wird im Deutschen – seltener im Englischen – auch der Begriff „private Homepage“ (private homepage) verwendet. Storrers (1999) Definition, der gemäß die privaten Homepages „der Selbstdarstellung als Privatmensch und als Teil der ,Internet-Gemeinde‘“ dienen, während man auf der persönlichen Homepage die „berufliche Rolle im ,real life‘“ darstellt, wird hier nicht übernommen, da sie vom üblichen synonymen Sprachgebrauch beider Begriffe abweicht und zudem inhaltlich nicht trennscharf ist. Als Gegenbegriff zur „persönlichen Homepage“ wird oft die „kommerzielle Homepage“ genannt. Diese Kontrastierung ist jedoch irreführend. Zwar sind Web-Angebote kommerzieller Unternehmen durch die am Besitzstatus orientierte Definition hier ausgeschlossen. Ob und wie Individuen ihre eigenen Online-Publikationen mit finanziellen Interessen koppeln, ist jedoch wiederum eine offene empirische Frage und sollte nicht durch definitorische Einengung vorentschieden werden. Die Erfahrung, in Eigenregie gefragten Content anbieten zu können, scheint anekdotischen Berichten zufolge manche Personen erst zu einer Semi-Kommerzialisierung ihrer persönlichen Homepages anzuregen, etwa indem sie bestimmte Bereiche (z. B. Bilder-Galerien) mit Passwort-Schutz versehen und nur kostenpflichtig Zugang gewähren, wie das beispielsweise die eingangs erwähnte Jennifer Ringley tut. Die persönliche Homepage ist gerade für jene Personen von besonderer ökonomischer Relevanz, die selbständig tätig sind und somit neue Möglichkeiten des Selbst-Marketing und der Self-Promotion finden (z. B. Künstler-Homepage: www.eviniessner.de). Von persönlichen Homepages (definiert über den individuellen Besitzstatus) sind als nicht-persönliche Homepages solche Web-Angebote abzugrenzen, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z. B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und somit nicht das Individuum als Sender agieren lassen. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. Abgesehen von diesen im Sonderfall auftretenden sozialen Einschränkungen unter-

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M&K 49. Jahrgang 3/2001

liegt jedes Homepage-Projekt technischen Restriktionen, die sich etwa aus den Vorgaben des Webspace-Anbieters (z. B. Speicherplatz-Beschränkung) und des verwendeten Web-Editors (z. B. voreingestellte Farbauswahl) ergeben und nur bei entsprechendem finanziellen Einsatz und fortgeschrittener Webkompetenz zu umgehen sind (vgl. Berker, 1999). Alle genannten Typen von Homepages sind jedoch auf technischer und textwissenschaftlicher Ebene gleichermaßen als elektronische Hypertexte zu kennzeichnen (Storrer, 2000). Obwohl von der persönlichen Home-„Page“ die Rede ist, meint man nicht nur die Startseite eines Webangebots, sondern die gesamte Web-„Site“, also alle inhaltlich zusammengehörigen Web-Seiten, die eine Person(engruppe) als ihre persönliche Homepage anbietet. Der korrekte Begriff „Homesite“ hat sich jedoch in der Homepage-Forschung nicht durchgesetzt und wird deswegen auch in dem hier vorliegenden Überblicksaufsatz nicht verwendet. Zudem ist zu beachten, dass „HomeSite“ bereits als Name eines bekannten Web-Editors aus dem Hause Macromedia & Allaire eingeführt ist und sich somit als Suchbegriff für inhaltliche Recherchen zum Thema „persönliche Homepage“ nicht eignet. 1.2 Kommunikationswissenschaftliche Relevanz der persönlichen Homepage Eine Kommunikationswissenschaft, die in Anlehnung an die anglo-amerikanische Tradition einen weitgefassten Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, der mediatisierte und nicht-mediatisierte Individual- und Gruppenkommunikation einschließt, hat keine Probleme, die persönliche Homepage als relevanten Forschungsgegenstand anzuerkennen. Denn als spezifische, in nennenswertem Umfang verbreitete (siehe Kap. 3.1.1) Variante der intra- und interpersonalen sowie intra- und intergruppalen OnlineKommunikation wäre sie per se untersuchenswert. Schließlich wissen wir noch immer zu wenig darüber, wie und mit welchen Konsequenzen sich Menschen das Internet und seine verschiedenen Kommunikationsdienste praktisch aneignen. Eine Untersuchung dieser Aneignungsprozesse, die am individuellen Verhalten und Erleben ansetzt, wird sich vor allem an sozial- und medienpsychologischen Theorien und Konzepten orientieren (vgl. Kap. 2). Eine Kommunikationswissenschaft, die den im deutschsprachigen Raum dominierenden publizistischen Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, wird die persönliche Homepage dagegen auf den ersten Blick eher als randständig – wenn nicht gar irrelevant – einordnen: Nicht von Institutionen und Unternehmen, sondern von Individuen produziert, nicht von einem Massenpublikum, sondern oft nur von einzelnen Interessenten(gruppen) rezipiert, leistet die persönliche Homepage allenfalls einen marginalen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation, mag man einwenden. Diese Einschätzung ist jedoch diskussionswürdig, wobei nicht nur empirische Argumente (z. B. tatsächliche Reichweite persönlicher Homepages), sondern auch theoretische und konzeptuelle Überlegungen (z. B. Verständnis von öffentlicher Kommunikation) ins Feld zu führen sind. Der vorliegende Aufsatz plädiert für eine Betrachtung persönlicher Homepages gerade auch innerhalb der am publizistischen Medienbegriff orientierten Kommunikationswissenschaft. 1.3 Persönliche Homepages und öffentliche Kommunikation Der Stellenwert der persönlichen Homepage im Bereich der öffentlichen Kommunikation ist bislang kaum explizit diskutiert worden. Die fehlende Auseinandersetzung mit

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Döring · Persönliche Homepages

dem Thema könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Kommunikationswissenschaftler/innen persönliche Homepages tatsächlich für einen irrelevanten Gegenstandsbereich halten. Die zurückhaltende Thematisierung könnte jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Homepage-Forschung erst etabliert und viele ihrer Beiträge durch sehr verstreute Publikationsorte und geringe wechselseitige Zitierung schwer zugänglich sind. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, den Forschungsstand zu persönlichen Homepages breiteren Kreisen innerhalb der Kommunikationswissenschaft bekannt zu machen, um damit einen dezidiert kommunikationswissenschaftlichen Diskurs zu persönlichen Homepages anzustoßen. Drei Thesen zur Bedeutung der persönlichen Homepage für die öffentliche Kommunikation könnten diesen zukünftigen Diskurs strukturieren. Sie werden im Folgenden anhand diverser Beispiele erläutert. These 1: Persönliche Homepages sind Medien der Massenkommunikation. Im Sinne einer publizistischen Egalisierung bietet das Internet die Möglichkeit, dass auch Einzelpersonen durch den Erwerb entsprechender Medienkompetenz bzw. die Inanspruchnahme einschlägiger Dienstleister zu vergleichsweise geringen Kosten professionelle Online-Publikationen erstellen und damit potenziell Massenpublika erreichen, was vormals nur institutionalisierten Medienanbietern möglich war. Zuweilen treten persönliche Homepages in ein Konkurrenz- oder Ergänzungsverhältnis zu herkömmlichen Massenmedien. Eine Vorreiterrolle nehmen hier Personen des öffentlichen Lebens ein, die via Homepage ihre ohnehin bereits etablierte mediale Präsenz direkt mitgestalten wollen. Prominente Beispiele sind etwa der Autor Stephen King, der in dem Bestreben, sich von Verlegern zu emanzipieren, den Fortsetzungs-Roman „The Plant“ von 2000 bis 2001 via Download über seine persönliche Homepage vertrieb und jede Woche mehrere Tausend Leserinnen und Leser fand (www.stephenking.com) oder die Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die auf den Vorwurf, ihre 1975 an der Universität Bremen eingereichte Dissertationsschrift sei nie publiziert worden, unmittelbar reagierte, indem sie das Dokument Ende 2000 auf ihre persönliche Homepage stellte (www. daeubler-gmelin.de). Mit Hilfe einer persönlichen Homepage wurde Anfang 2001 in der Joschka-FischerAffäre Mediengeschichte geschrieben (Welzel, 2001): „Bettina Röhl hat auf altem Photomaterial einen Polizisten-prügelnden Außenminister in spe erkannt und diese Nachricht an den Stern verkauft. Da man dort jedoch Bedenken hatte, als erstes Medium mit der Enthüllung der Fischerschen Vergangenheit aufzumachen, erschien nur ein 30-Zeiler im Stern. Eine Meldung, die es in sich hatte, denn sie nannte die Homepage-Adresse von Röhl und diese Homepage (www.bettinaroehl.de) wiederum zeigte die eigentlich altbekannten Photos, auf denen Fischer neu entlarvt worden war. Ein neuer Köpfe-Skandal war da, lanciert im Netz, und Röhls Homepage fand mit täglich 4000 Zugriffen, so ihre Aussage gegenüber politik-digital, regen Zulauf.“ Persönliche Homepages, die von Prominenten stammen, die brisante Inhalte anbieten, über die in den Massenmedien berichtet wird oder die aus anderen Gründen ein disperses Publikum anziehen, können unter Verbreitungsperspektive den Medien der Massenkommunikation zugerechnet werden, obwohl die Anbieter (bei unterschiedlichem Professionalisierungsgrad) als Individuen keine organisierten medialen Akteure sind.

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die sonst selbstorganisiert entsteht. soziale Gruppen mit reger Binnenkommunikation geschaffen.popo. Die Netzöffentlichkeiten setzen teilweise auf bereits etablierte Offline-Netzwerke auf. www. Bei politischen Kampagnen und Demonstrationen. man kann sich jeweils an den Quellen informieren und selbst partizipieren. Da ein Großteil dieser intragruppalen Kommunikation netzöffentlich verläuft. Im Bereich der Internet-Forschung finden die entscheidenden Diskussionen mittlerweile netzöffentlich statt über entsprechende Homepage-Publikationen und Online-Foren. Legt man zugrunde. die sonst in nicht-öffentlichen oder schwer zugänglichen Räumen stattfinden (z.com) und im Sinne von Crossmedia-Strategien zusätzliche Kommunikationswege integrieren (z. Newsboards. netgrrls). Gruftie sowie Techno. Gerade die Gruppenkommunikation im Netz. um damit bestimmte Zielgruppen anzuziehen. qualitativ hochwertigen persönlichen Homepages ihrer Peer Communities stärker beeinflusst als von nicht-persönlichen Webangeboten oder Offline-Medien. Richard (2000) beschreibt.webring. www. können Interessierte und Außenstehende (sofern sie online sind) das Kommunikationsgeschehen unbemerkt beobachten und sich bei Bedarf auch selbst beteiligen. so dass wissenschaftliche Printmedien häufig nur noch mit zeitlicher Verzögerung das nachbereiten. Döring. Im Zuge der gesellschaftlichen Individualisierung und der Pluralisierung der Lebensmodelle werden Gruppenöffentlichkeiten als Teilöffentlichkeiten wichtiger. Fangemeinschaften oder Scientific Communities) werden im Netz breiteren Kreisen zugänglich. Jahrgang 3/2001 These 2: Persönliche Homepages sind Medien der öffentlichen Gruppenkommunikation. B. die darauf hinauslaufen. 1999: 369ff. durch selbstbestimmte Webpräsenzen verändert und teilweise auch neue Stilbildungen hervorgebracht hat (z. dass in den hochtechnisierten Ländern die Internet-Adoptionsrate die 50%-Schwelle teilweise bereits überschritten hat. B. B.org/br/) oder an einem bestimmten Tag den Content ihrer Site sperren (z. wie sie öffentliche Gruppenkommunikation. sich untereinander nach Maßgabe thematischer Ähnlichkeit zu Webrings zusammenschließen (z. Internet-Demonstration gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ am 2. wie sich die Position von Mädchen und Frauen in den Jugendkulturen Punk. dass die Beteiligten ihre Homepages dauerhaft mit einem bestimmten Banner versehen (z. können sich online in eine Liste eintragen und ersetzen ihre Startseite für 24 Stunden durch einen einheitlichen Banner.und Orientierungsfunktionen erfüllen. Indem persönliche Homepages explizit bestimmte Zielgruppen adressieren.eff.). Treffen von Selbsthilfegruppen. auch wenn sie nur teilweise im Zuge intermedialen Agenda-Settings von den Massenmedien aufgegriffen werden. konstituieren sich teilweise aber auch erst im Netz (vgl. Computerspiele-Fans oder von Depression Betroffene. weil sie spezifische Identifikations. B. die sich beteiligen wollen. Events). was in der Fachöffentlichkeit durch Online-Kommunikation bereits bekannt ist. „Free Speech Online. Februar 2001. initiieren und vorstrukturieren können. B. a. Kundenbindung zu er- 330 .at/demo/) ist neben der netzöffentlichen Wirkung oft auch eine Resonanz in den Offline-Massenmedien angestrebt. Community Organizer interessieren sich dafür. www. cyberchicks. werden soziale Netzwerke bzw. Das Vorgehen bei einer Netzdemonstration ist einfach: Websites. Chat-Rooms. Blue Ribbon Campaign«. so kann Online-Diskursen eine öffentliche Wirkung zugeschrieben werden. die sich online informieren. werden womöglich von den zahlreichen. die oft als Ursache von „Tribalisierung“ und Zersplitterung von Öffentlichkeit kritisiert wird.und House-Szene u.bzw. B. bietet durch ihren öffentlichen Charakter trotz Differenzierung neue Chancen gesellschaftlicher Integration: Gruppenspezifische Diskurse.M&K 49. die den Mainstream-Medien fehlen. Publikums. Zeitschriften.

B. Die vom ZDF produzierte Web-Soap Etage Zwo drehte sich um fünf fiktionale Start-up-Unternehmer/innen. B. Bemerkenswert sind beispielsweise Versuche von Medienunternehmen und Medieninstitutionen.de) nach dem Vorbild der auf persönlichen Homepages publizierten Online-Tagebücher (Döring. Die solitäre Buchrezeption in öffentliche Kommunikationskontexte einzubetten. was den Reiz authentischer persönlicher Homepages ausmacht und wie man dieses Format ansprechend umsetzt. Vielleicht hatten die Medienproduzenten unter anderem nicht richtig erkannt. Online-Foren und persönliche Profile in eine Kommunikationsgemeinschaft zu überführen. 2001a). So versucht der OnlineBuchshop Amazon (www. Im Rahmen des Community-Building werden den potenziellen Mitgliedern typischerweise Möglichkeiten eingeräumt. produktzentrierten) teilöffentlichen Kommunikationsprozessen eingesetzt. umso eher können entsprechende Vorgaben dahingehend optimiert werden. sie können zum intermedialen Agenda-Setting beitragen und sie werden im Rahmen des Community Building zur Vorstrukturierung von spezifischen (z. die im Kontext netzöffentlicher Gruppenkommunikation publiziert und rezipiert werden.und Gruppenkommunikation und dienen den Massenmedien als Ressourcen. öffentlichen Gruppenkommunikation aufgrund zu geringer direkter Rezipientenbeteiligung in Frage stellt. das Genre „persönliche Homepage“ als Format zu übernehmen: Die Diary Entertainment GmbH produziert seit 1999 eine Diary-Soap (www.amazon. Als Community Organizer betätigen sich sowohl herkömmliche Medienunternehmen mit ihren Online-Präsenzen (z. www. Je besser die kommunikativen Funktionen von persönlichen Homepages bekannt sind. auf die man ohne ihre persönliche Online-Präsenz nie aufmerksam geworden wäre. Persönliche Homepages. sind in dreierlei Weise für die Auseinandersetzung mit öffentlicher Kommunikation von Belang: Sie können relevante Teil.und Fachöffentlichkeiten (mit)konstituieren. 2001b).Döring · Persönliche Homepages höhen und zielgerichtete Werbemaßnahmen zu realisieren (Döring. These 3: Persönliche Homepages sind Medien der Individual. wenn auch kaum systematisch untersuchten Einfluss auf die Massenmedien haben persönliche Homepages im Kontext journalistischer Online-Recherchen.metropolis. die wöchentlich in dreiminütigen Video-Clips zu sehen waren sowie fortlaufend über ihre persönlichen Homepages und sonstigen Online-Aktivitäten präsentiert wurden. bleiben indirekte Effekte zu berücksichtigen.com) seine Kundschaft durch Leserrezensionen. Die im November 2000 ehrgeizig gestartete Web-Soap wurde wie ihr RTL-Pendant Zwischen den Stunden jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestellt. mag jedoch abgesehen von den kommerziellen Implikationen auch rezeptionstheoretisch interessante (und möglicherweise sogar wünschenswerte) Folgen haben. wobei gecastete Diaristen gegen Honorar netzöffentlich über ihr „reales Leben“ schreiben. Dies betrifft das Beschaffen von Ideen und Informationen sowie das Auffinden und Ansprechen von Interview-Partnern oder sonstigen Kontaktpersonen. Selbst wenn man den direkten Beitrag persönlicher Homepages zur Massenkommunikation bzw. um damit weiteren Wareneinkauf anzuregen. dass aktive Teilöffentlichkeiten entstehen. Einen möglicherweise sehr großen.diary.de) als auch neue Akteure (z. B. ein persönliches Profil oder eine persönliche Homepage einzurichten. die über Medienproduzenten vermittelt werden.de). 331 .sat1. www.

1993). Turkle. this can facilitate a sense of dialogue with oneself“ (Chandler & Roberts-Young. 1999: 255ff. Analog wird auch das Selbst heute nicht mehr als homogenes und statisches Gebilde.M&K 49.). was das Gefühl von Selbstintegration und Selbstwirksamkeit fördern kann (Hevern. 1996). Veränderung und Vielfältigkeit. sind mit Teil-Identitäten nur die besonders relevanten Selbst-Aspekte gemeint (vgl. die sich im WWW selbstbestimmt definieren und mit anderen Selbst-Aspekten verknüpfen lassen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf unsere marginalisierten Teil-Identitäten. 2000. 1998. 1998: o. 2.1 Identitäts-Theorien Während der traditionelle Identitäts-Begriff von der Konstanz und Einheitlichkeit der Identität ausgeht. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. die in alltäglicher Identitätsarbeit (Keupp & Höfer. Kap. 1998. aufgreifen sollte. 332 . wird postmoderne Identität als Patchwork (Keupp. Lillie. Die Theoriebildung in der sozialwissenschaftlichen Homepage-Forschung kreist bislang darum. sie wird durch Updates regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und vereint in ihrer Hypertext-Struktur durch interne und externe Links mühelos diverse disparate und diachrone Selbst-Aspekte und Teil-Identitäten (Chandler. Als Medium des Selbstausdrucks und der Selbstkonstruktion stellt die Homepage dementsprechend eine wichtige und potenziell heilsame (vgl. Jahrgang 3/2001 2. 2000). Wynn & Katz. 1995: 259. Der Homepage-Bau fordert zum systematischen Beantworten der identitätskritischen „Wer bin ich?“-Frage auf und unterstützt die Internalisierung der jeweiligen Antworten. sondern als dynamische und multiple Struktur verstanden. 1998. Döring. 1991: 150) von unabhängigen und teilweise auch widersprüchlichen Teil-Identitäten verstanden. wobei die einzelnen Selbst-Aspekte dann die Stimmen in einem inneren Dialog darstellen (Hermans & Kempen. „Identität“ ist demnach der engere. Eben diese Aspekte finden sich in persönlichen Homepages wieder: Die Homepage ist naturgemäß immer „under construction“. „Selbst“ der weitere Begriff (Greve. 1997). Kein anderes Medium scheint so passungsgenau wie die persönliche Homepage die heutigen Anforderungen an Identitätsarbeit zu erfüllen: „Where webpages are experienced as being emotionally close to their authors as well as physically detached from them. Diese Aufgaben obliegen der zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Homepage-Forschung (vgl. Während die Selbst-Aspekte zusammengenommen sämtliche auf die eigene Person bezogenen Inhalte und die auf ihnen operierenden Prozesse umfassen. Pennebaker. 1997) immer wieder neu zu konstruieren und aufeinander zu beziehen sind. Den Konzepten „Patchwork-Identität“. 1997) Variante unserer intrapersonalen Kommunikation dar. 4). „multiples Selbst“. 1997). „dynamisches Selbst“ und „dialogisches Selbst“ gemeinsam ist der Fokus auf Konstruiertheit. die sich aus diversen Selbst-Aspekten zusammensetzt (Hannover. ein bestimmtes kommunikationswissenschaftliches Homepage-Modell vorzuschlagen oder die im letzten Abschnitt entwickelten kommunikationswissenschaftlichen Thesen zur Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation theoretisch zu elaborieren und zu prüfen. sei es für eine begrenzte Lebensphase (z. B. S. Das multiple Selbst wird auch als dialogisches Selbst theoretisch modelliert.). die freilich vorliegende theoretische Beiträge kennen und ggf. Wynn & Katz. Theorien zur persönlichen Homepage Es ist ausdrücklich nicht das Ziel dieser Literaturübersicht. Miller & Mather. 1997) oder Pastiche (Gergen.

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Studium, Schwangerschaft, Coming-Out, Bewältigung eines Traumas) oder für einen offenen Zeithorizont: „Die persönliche Homepage im Web ist […] die rund um die Uhr von überall her erreichbare Basisstation unserer Aktivitäten. Gut geplant und regelmäßig gepflegt repräsentiert sie unseren jeweils aktuellen Status als komplexes Individuum mit vielfältigen Beziehungen und Interessen. Sie unterstützt unsere Wünsche und Pläne für die Zukunft“ (Klinger, 2001). 2.2 Selbstdarstellungs-Theorien Da die persönliche Homepage im WWW veröffentlicht wird und potenziell ein großes und heterogenes Publikum erreicht, ist sie auch ein wichtiges interpersonales Medium der Eindrucksregulation (impression management) und Selbstdarstellung (self presentation). Wann immer andere Menschen unser Verhalten direkt beobachten oder davon Kenntnis erhalten können, achten wir darauf, welchen Eindruck wir hinterlassen (Leary, 1996; Mummendey, 1995). Aus Sicht des Impression Management sind nur Situationen „privat“, in denen wir allein und unbeobachtet sind. Alle anderen Situationen sind „öffentlich“, wobei je nach konkretem Adressatenkreis unterschiedliche Öffentlichkeiten zu unterscheiden sind. Wir bemühen uns in unserem öffentlichen Alltag generell um situationsadäquates Verhalten: Um nützliche Eindrücke zu erzeugen und schädliche zu vermeiden, setzen wir bestimmte assertive und defensive Techniken der Eindruckssteuerung ein. Dies können etwa Selbstlob oder Entschuldigungen sein, die man nebenbei im Gespräch äußert. In bestimmten Situationen tritt die Eindrucksregulation als explizite Selbstdarstellung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist etwa in Bewerbungssituationen, beim Blind Date oder beim biografischen Interview der Fall sowie in der medialen Kommunikation, die diesen Face-to-Face-Begegnungen vorausgeht oder nachfolgt (z. B. Bewerbungsunterlagen, Kontaktanzeige). Die Selbstdarstellungsforschung, die entscheidend von dem Soziologen Erving Goffman (1959) und seiner Metapher des „Theaterspielens im Alltag“ geprägt wurde, betont ausdrücklich die prosozialen Aspekte der Eindruckssteuerung und distanziert sich damit von dem negativ konnotierten Alltagsverständnis der Eindruckssteuerung als unfairer Manipulation und der Selbstdarstellung als egozentristischer Angeberei. Nach Jones (1990) sind vor allem fünf Selbstdarstellungs-Strategien zu unterscheiden: 1. ingratiation (sympathisch wirken), 2. intimidation (überlegen wirken), 3. self-promotion (kompetent wirken), 4. exemplification (moralisch vorbildlich wirken) und 5. supplication (hilfsbedürftig wirken). Für eine elaborierte Selbstdarstellung ist die persönliche Homepage gut geeignet (Chandler, 1998; Karlsson, 1998; Miller, 1995; Wynn & Katz, 1997): Man kann sich umfänglich und ungestört über sich selbst äußern, dabei auf diverse Modalitäten und Codes zurückgreifen, unterliegt in der Veröffentlichung keiner redaktionellen Kontrolle und erreicht mit vergleichsweise geringem Aufwand sowohl disperse als auch sehr kleine und spezialisierte Publika. Bisher war es wenigen ausgewählten Menschen vorbehalten, sich vor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen; heute stehen große Bühnen der Selbstdarstellung prinzipiell allen webkompetenten Menschen offen. Dabei kann es darum gehen, bestimmten Publika einen Eindruck von der eigenen Person und personalen Identität zu vermitteln (z. B. potenziellen Arbeitgebern, Chat-Freunden, Fachkollegen), um damit Kontaktchancen und Vernetzung zu verbessern (Erickson, 1996). Es kann aber auch Aufklärungsarbeit intendiert sein für eine bestimmte kollektive Identität bzw. soziale Gruppe, zu der man gehört und deren Bild in der Öffentlichkeit man beeinflussen möchte (Hevern, 2000). Während das Eindrucksmanagement

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bei der zeitgleichen Kommunikation (Face-to-Face, Telefon, Chat) flexibel und nuanciert auf Adressatenreaktionen eingehen kann, sind Webautoren mit einem chronischen Informationsmangel konfrontiert, sowohl was die Zusammensetzung ihres Publikums als auch deren Erwartungen und Bewertungen betrifft. 2.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation Bei der computervermittelten interpersonalen Kommunikation (CvK) tauschen räumlich getrennte Personen zeitversetzt oder zeitgleich digitale Botschaften (Texte, Bilder usw.) aus. Bislang ist die computervermittelte Kommunikation in der Praxis noch sehr textlastig, so dass sich CvK-Theorien auf die sozialen Konsequenzen einer digitalen Textkommunikation konzentrieren. Aus der Vielzahl der theoretischen Modelle, die jeweils einzelne Aspekte der computervermittelten Kommunikation in den Mittelpunkt stellen (siehe zum Überblick Döring, 1999: 209ff.), lassen sich zwei Kontroversen herauskristallisieren, die für persönliche Homepages besonders relevant sind: Zum einen die Frage nach der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit und zum anderen die Frage nach der Authentizität oder Inauthentizität netzbasierter Selbstaussagen. Das technikdeterministische Kanalreduktions-Modell geht davon aus, dass die webbasierte Selbstdarstellung letztlich immer als defizitär wahrgenommen wird und allenfalls blasse und unvollständige Personeneindrücke vermittelt. Gemäß dem nutzerzentrierten Modell der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) könnte eine elaborierte Website jedoch im Informationsgehalt mit einer persönlichen Begegnung mithalten. Denn das Modell der sozialen Informationsverarbeitung geht davon aus, dass Kommunikationspartner medienbedingte Informationsmängel erkennen und im Zuge ihres sozialen Austauschs aktiv durch Zusatzinformationen beheben. Die Theorie der hyperpersonalen Interaktion (Walther, 1996) sagt sogar voraus, dass bei einer positiven Einstellung auf Seiten der Rezipienten die Website als besonders evokative Informationsquelle andere Arten der Informationsgewinnung über eine Person übertreffen kann. Informationslücken werden nämlich gemäß dem Modell der hyperpersonalen Interaktion bei positiver Voreinstellung im Sinne von Wunschdenken gefüllt, so dass der Personeneindruck eine besonders positive Tönung erhält. Es werden im Einzelfall sogar Verliebtheitsgefühle als Folge der Homepage-Rezeption berichtet (vgl. Döring, 2000c). Prozesse der Eindrucksbildung beim Website-Besuch wären also mit der Eindrucksbildung bei anderen Formen der persönlichen oder mediatisierten Begegnung zu vergleichen (Sherman, End, Kraan, Cole, Martin & Klausner, 1999; Sherman, End, Kraan, Cole, Campbell, Klausner & Birchmeier, 2001). Dies gilt nicht nur für die Dimension der Informationsmenge bzw. sozialen Präsenz, sondern auch für die Authentizität. Bei der computervermittelten Kommunikation ist die Kontrolle über die Äußerungen erhöht: Wir können uns überlegter, selektiver und bei Bedarf auch anonymisierter präsentieren als in Face-to-Face-Szenarien und stehen nicht so stark unter Konfrontationsund Handlungsdruck. Dies kann einerseits zu erhöhter Selbstoffenbarung und Authentizität ermutigen (z. B. Selbst-Outing auf der eigenen Homepage), andererseits aber auch bewusste Maskerade und Täuschung begünstigen (z. B. gezielte Auslassungen oder Falschangaben). Indikatoren für den Grad der Authentizität einer Website sind subjektive Authentizitätsbewertungen der Besitzer und Besucher der Seite (Buten, 1996) sowie objektive Vergleiche mit anderen Informationsquellen über die dargestellte Person. Wo sich eine Homepage auf den Dimensionen Informationsgehalt und Authentizitätsgrad positioniert, ist dabei nicht vom Medium determiniert, sondern hängt wesentlich

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von unseren Nutzungsmotiven und Aneignungskompetenzen ab, die in den identitätsund selbstdarstellungsbezogenen Homepage-Theorien tendenziell hoch veranschlagt werden. 3. Befunde zur persönlichen Homepage Die meisten empirischen Arbeiten, die sich mit der Produktion, Klassifikation und Rezeption von persönlichen Homepages befassen, haben explorativen und deskriptiven Charakter. Hypothesenprüfende Studien auf der Basis der im vorigen Kapitel dargestellten Theorien sind bislang selten. 3.1 Produktion persönlicher Homepages Anhand der bisherigen Befundlage lassen sich sechs zentrale Fragen zur HomepageProduktion vorläufig beantworten. 3.1.1 Wer besitzt eine persönliche Homepage? Bevölkerungsumfragen zur Internetnutzung konzentrieren sich vorwiegend auf die Rezeption fremder Webangebote und vernachlässigen die Produktion eigener WWW-Seiten. So fehlen Fragen zu eigenen Web-Publikationen im GfK-Online-Monitor ebenso wie in den ARD/ZDF-Online-Studien. Die wenigen Daten, die über die Verbreitung des Homepage-Besitzes vorliegen, deuten darauf hin, dass bis heute nur eine Minderheit von maximal 10 Prozent der Vernetzten eine eigene Homepage betreibt: • Im SensoNet-Fragenspiegel (Giger, 1998) gaben von n=240 Befragungspersonen im deutschen Online-Panel 9 Prozent an, eine persönliche Homepage zu besitzen. • Doll, Petersen und Rudolf (2000) befragten Schüler/innen und Studierende aus Dresden und Halle schriftlich zu ihrer Internetnutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in einer Stichprobe von n=440 Gymnasiasten (16–17 Jahre) 9 Prozent eine eigene Homepage eingerichtet hatten und in einer Stichprobe von n=244 Studierenden verschiedener Fachbereiche 11 Prozent (E-Mail-Mitteilung von Jörg Doll vom 4. Juli 2000). • Thomas Berker (1999) ermittelte für die Universität Frankfurt am Main anhand einer Log-File-Analyse des Web-Servers, dass von den n=11.706 eingeschriebenen Nutzer/innen des Rechenzentrums nur n=409 (3,5%) eine Homepage angelegt hatten (Stichtag 1.3.1998). • Anhand von Linklisten kontrastierte Döring (2001c) die Zahl der registrierten Homepages an verschiedenen bundesdeutschen Hochschulen mit der Zahl der Studierenden, wobei sich im Mittel eine Homepage-Prävalenz von 2,1 Prozent ergab. Unter den Homepage-Betreibern scheinen sich besonders viele Studierende zu befinden: Buten (1996) zog eine Zufallsauswahl von n=422 persönlichen Homepages im USBundesstaat Pennsylvania und kontaktierte deren Besitzer/innen per E-Mail. Von den n=121 Respondenten waren 73 Prozent Studierende. Auffällig ist zudem, dass Homepage-Besitz unter männlichen Netzaktiven verbreiteter ist als unter weiblichen: Im Sample von Buten (1996) befanden sich 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre später stellten Miller und Mather (1998) bei einer Analyse sämtlicher im Yahoo!-Directory aufgelisteten Homepages fest, dass 75 Prozent von Männern stammten und 15 Prozent von Frauen (auf 10% der Homepages war keine eindeutige Geschlechtsreferenz zu finden). Obwohl der Anteil der Frauen unter den Studierenden bei rund 50 Prozent liegt, zeichnen sie nur

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700 6.0%) Homepages Frauen (% an HPs) 69 65 1 176 87 41 24 33 51 (13%) (10%) (03%) (19%) (20%) (06%) (08%) (13%) (12%) HU Berlin TU Berlin HS Bremen Universität Bremen Universität Gießen Universität Hannover Universität des Saarlandes TU Dresden Universität Jena Gesamt 34.0%) (3.1% 13% Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsfeldern (z.000 25. „Gehemmtheit“. Exhibitionismus-Verdachtes unterschieden sich die n=96 zufällig ausgewählten Homepage-Besitzer der Universität Hannover (96% Männer. 1: Homepage-Besitz bei Studierenden ausgewählter bundesdeutscher Hochschulen (Döring. Eine beträchtliche Bandbreite im tatsächlichen Homepage-Engagement 336 . (Die anderen FPI-Skalen waren nicht Teil der Erhebung.5%) (2. Homepage-Engagement im sozialen Netzwerk sowie die Beteiligung an Chat-Communities wichtige Prädiktoren eigenen Homepage-Baus (Karlsson.0%) (1.0%) (0.958 20. B.815 17. „Leistungsorientierung“ und „Lebenszufriedenheit“ des Freiburger Persönlichkeits-Inventars FPI nicht signifikant von der statistischen Norm (Albat et al. 68 Prozent der Respondenten von Buten (1996) arbeiteten mindestens einmal im Monat an ihrer Website. sich eine Homepage einzurichten. Jahrgang 3/2001 für 13 Prozent der auf Hochschulservern zu findenden Homepages verantwortlich (siehe Tab. 1998.4%) (5. 1998). während nur eine kleine Minderheit von 7 Prozent oft oder sehr oft Updates machte (Albat et al. Webdesign) oder Studienfächern (z.M&K 49.495 27..500 17. 4% Frauen.1. Trotz des populären Narzissmus.111 14. 1998). dass 26 Prozent der Homepages an der Universität Frankfurt am Main laut Serverstatistik über ein ganzes Jahr hinweg völlig unverändert blieben. 1). 2001c: 223.1%) (2. 1999.2 Wie intensiv werden persönliche Homepages gepflegt? 96 Prozent der n=110 von Killoran (1998) befragten Homepage-Besitzer (Angaben zur Stichprobenkonstruktion fehlen) gaben an. GVU. Tab. was eher von Vernachlässigung zeugt. Angesichts der Heterogenität der Stichproben und Erhebungsinstrumente lassen sich die Befunde nicht aggregieren. ihre Homepage nach der Ersterstellung bereits mindestens einmal verändert zu haben und auch weitere Veränderungen zu planen..) 3.0%) (2. Durchschnittsalter: 26 Jahre) auf den Dimensionen „Offenheit“. Diesen Hinweisen auf intensive Homepage-Pflege steht der Befund von Berker (1999) gegenüber. 2000).692 2. Von den n=96 zufällig ausgewählten studentischen Homepage-Besitzern an der Universität Hannover arbeitete laut Selbstauskunft die Mehrheit (56%) selten oder nie an der Homepage. 1997).bzw. Darüber hinaus sind eigene Netzkompetenz (Berker. „soziale Orientierung“.075 26.6%) (1. Stand: Mai 2000) Hochschule Studierende Homepages Studierende (% an Studierenden) 521 651 29 919 429 639 281 257 409 (1. Bundespolitik. Medienwissenschaft) erhöht die Wahrscheinlichkeit. B.

Zeugniskopien und Arbeitsproben. Hochzeits. Sprüche. Außerdem wird nicht selten die im Wort „Homepage“ steckende Metapher des elektronischen Zuhause aufgegriffen: Mein Fahrrad. 1998. mein Haustier. Kap. ist aus Selbstdarstel- 337 . Erzählungen. einander sogar teilweise direkt kopieren (Saint-Georges. 1995. Aus textwissenschaftlicher Perspektive vollziehen die heutigen Homepage-Autorinnen und -Autoren gerade den Prozess der Konventionalisierung eines neuen Genres (vgl. 2000).4 An welche Publika richten sich persönliche Homepages? Die Befragungsstudie von Buten (1996) ergab anhand von sechs (nicht ganz trennscharfen) Kategorien. zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Wartungshäufigkeit und Umfang der Website (Berker. das sich vom engsten persönlichen Umfeld (Freunde. 2. 3. Witze) auch Eigenproduktionen angeboten. Miller. Das „Patchwork“-Publikum. Familie) über Netzbekanntschaften. 1998. Zeichnungen usw. die aufgrund von Sprachbarrieren ohnehin nur bedingt adressierbar ist. Selbst-Interviews. Gedichte. mein Saxophon – derartiges Inventar wird durch detaillierte Beschreibungen und kommentierte Foto-Dokumentationen vorgeführt (Bates & Lu.1. Online-Tagebücher. allerdings lässt sich anekdotisch auf manchen Homepages anhand einer „Update-History“ oder „What’s New“-Rubrik nachvollziehen. Zudem werden im Bereich der Texte neben Fundstücken aus alten und neuen Medien (z. 1999). 1997. Während die Update-Frequenz nicht mit der Bestehensdauer der Homepage korrelierte (Buten. 1997: 334ff. Walker. Kap. Miller & Mather. meine elektrische Eisenbahn. 1998. 2. 3. 3. mein Computer.3 Wie werden Form und Inhalt persönlicher Homepage erzeugt? Sowohl beim Design als auch beim Content wird auf bestehende Homepages als Vorlagen und Materialressourcen zurückgegriffen: 95 Prozent der n=121 Befragungspersonen von Buten (1996) gaben an. 2000). mein Auto. Chandler. Urlaubsberichte. Dillon & Gushrowski. B.1.Döring · Persönliche Homepages bleibt festzuhalten. In/Out-Listen. 2001c. dass Homepage-Betreiber (zumindest auf Nachfrage) ein sehr heterogenes Publikum unterstellen. wobei tendenziell Mitglieder des eigenen sozialen Netzwerkes oder einer bestimmten Bezugs-Gruppe wichtigere Adressaten sind als die abstrakte Netzöffentlichkeit (vgl.2). biografische. Miller. Kap. Befragungen zur Art der Updates fehlen. 1999). To-do-Listen. journalistische und künstlerische Textsorten an und weisen damit insgesamt einen hohen Grad an Identifizierbarkeit und Authentizität auf (vgl. 1998. Abgesehen von solchen juristischen Implikationen ist ein Collage-artiger Produktionsprozess aus Sicht postmoderner Identitäts-Theorien durchaus als bedeutungsvolle Selbstkonstruktion zu lesen (siehe Kap.3): Sozialstatistische Angaben. beim Bau ihrer persönlichen Homepage Elemente aus anderen Homepages zu übernehmen. welche Veränderungen wann vorgenommen wurden. 1998).3. Diese Textbeiträge lehnen sich an tradierte bürokratische. sind zu finden (Bates & Lu. Eine Inhaltsanalyse von n=400 zufällig ausgewählten persönlichen Homepages von Studierenden an vier US-amerikanischen Hochschulen ergab. 2001c: 228) spiegelt sich diese Vielfalt wieder. 1. tabellarischer und/oder narrativer Lebenslauf. In direkten Publikumsansprachen auf der Homepage (Döring. dass 43 Prozent der Sites durch Verwendung von geschütztem Bildmaterial Copyright-Verletzungen begingen (Herbeck & Hunter.3).1). Arbeitskollegen und Menschen mit ähnlichen Interessen bis zu unbekannten Zufallsgästen („browsers“) erstreckt. Döring. 1998). Karlsson. indem sie sich inhaltlich und formal aneinander orientieren. Zitate. das auf eine Homepage zugreift..und Kinder-Fotos.

Auch politische Ziele und öffentliche Aufklärung. 2001c: 229) eindrücklich illustriert: „Naja. Ausdrücklich „nur für Lesben“ waren 17 Prozent der Homepages vorgesehen. durch die Link-Sammlung auf der Homepage schneller auf bestimmte Webseiten zugreifen zu können (Buten. die etwa auf schlichte Aufgabenerfüllung hinauslaufen. 2000. wenn ich nicht müsste. Schwule. die sie eigentlich für Chat-Freunde entworfen hatten. 2000. Groth (1998. 8 Prozent nur für Frauen. Die interpersonale Ausrichtung von Homepages wird auch von Dominick (1999: 655. „socio-textual networks“) hervorgehoben und entspricht letztlich jener nicht-kommerziellen.und Transsexuelle angesprochen. in denen wir es mit kleineren und segregierteren Publika zu tun haben (siehe Kap.M&K 49. 2000). auch wenn man einen schlechten Tag hat. Ebenso kennzeichnet Killoran (1999) persönliche Homepages anhand einer Inhaltsanalyse gleichermaßen als personale Projekte (Motiv Selbstkonstruktion.und interpersonalen sowie intra. egal ob homo.2). wie sie beispielsweise in ganz unterschiedlichem Zusammenhang von dem eingangs erwähnten Jeremy Bamber sowie von Petra Raissakis anstrebt werden. Freiheit zur Kontaktaufnahme). bin ich heute wieder unkreativ!! Aber der Prof. Freiheit von Fremddefinition) und soziale Projekte (Motiv Zugehörigkeit. Erickson (1996. wenn Mitschüler oder Lehrer ihre Homepages entdeckten.) propagiert.oder heterosexuell und 8 Prozent nur für Schwule und Lesben. um das autodidaktische Motiv. Der Hauptgrund für das Betreiben einer persönlichen Homepage ist aber nicht nur die Förderung der intra. „am Leben einer Lesbe teilzuhaben“. würde ich nie auf die Idee kommen eine Homepage zu machen …ich habe auch gar keine Lust dazu … schon deshalb nicht. mit der Webpräsenz Gewinne zu erzielen. wie eine Autorin es mit aufklärerischem und publizistischem Impetus formulierte.1. Nur bei 8 Prozent der Seiten wurde keine Zielgruppe spezifiziert. weil ich nicht weiß.und intergruppalen Kommunikation. hierzu Hevern. 1997). In 2 Prozent der Fälle wurden ausdrücklich Lesben. Haase (1999) analysierte n=48 Homepages lesbischer Frauen. dass sich im Homepage-Bau die Motivation zu positiver SelbstKonstruktion (Self S-Motive) ebenso artikuliert wie die Motivation zur Kontaktaufnahme mit anderen (Other O-Motive). Jahrgang 3/2001 lungs-Perpektive besonders schwer zu handhaben und weicht von Face-to-Face-Kontexten ab. „social hypertext“). wie der folgende Meta-Kommentar auf einer Homepage (zitiert nach Döring. dass die Homepage-Autorinnen jeweils ganz spezifische Zielgruppen im Blick hatten: In über der Hälfte der Fälle (57%) waren alle Interessierten unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung eingeladen. muss ein Landschaftsarchitekt kreativ sein können …aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter! Nun gut. wobei sich anhand der Publikumsansprachen zeigte. 2. Bi. 1996). humanen Vision vom WWW.5 Aus welchen Gründen werden persönliche Homepages erstellt? Hevern (2000) betont auf der Basis von n=20 Interviews mit schwulen und behinderten Homepage-Besitzern. Kennedy. dass sie sich teilweise schämten. um einen ersten Eindruck 338 . 1999. „social association“. sind nicht zu vergessen (vgl. Hefele hat ja gesagt. ich gebe es ja zu. So berichteten etwa die von Chandler und Roberts-Young (1998) interviewten n=25 walisischen Jugendlichen. „knowledge net“) und Karlsson (1998. „linkage“ function). was ich schreiben soll!!! Gott. ebenfalls in Rechnung zu stellen (Befring. 3. Nicht selten geht es auch um das ökonomische Motiv. die eigene Web-Kompetenz zu verbessern oder um das organisatorische Motiv. die der Web-Erfinder Tim Berners-Lee (2000: 226ff. Schließlich sind extrinsische Motive.

Vergleicht man nun die Homepages von Frauen und Männern. sondern auch ein selbstbestimmter Beitrag zur Identitätskonstruktion sein kann (vgl. Hier sollten jedoch auf der Basis explorativer Studien nicht vorschnell affirmative Aussagen getroffen werden. nämlich die Kollision von Weiblichkeit mit Kompetenz. Die Feinanalysen von Karlsson (1998) und Stern (1999) verdeutlichen anhand der Homepages von n=2 schwedischen und n=10 nordamerikanischen Schülerinnen.) zeigt sich auf persönlichen Homepages eine große Bereitschaft. dass sich bekannte geschlechtsspezifische Kommunikationsstile im Netz reproduzieren.Döring · Persönliche Homepages von mir zu bekommen. Das typische Selbstdarstellungs-Dilemma von hochqualifizierten Frauen. könnt ihr ja mal mein wunderhübsches Bildchen betrachten. Kibby (1997) argumentiert. 2000). 339 . wie sich subversive Gender-Konstruktionen qualitativ erschließen lassen. Insgesamt beschrieben sie jedoch genau wie die n=17 von Kennedy (2000) per E-Mail befragten feministisch identifizierten Homepage-Autorinnen die Publikationsmöglichkeiten im Web als einen positiven Beitrag zur Emanzipation. etwa wenn Männer ihren Status betonen.1. wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. so deuten die Inhaltsanalysen von Befring (1997). dass die Präsenz von Körperlichkeit auf der persönlichen Website Frauen nicht automatisch nur im Sinne ungewollter Sexualisierung viktimisiert. Döring. Miller und Arnold (2000) sowie Miller und Mather (1998) darauf hin. nüchterne oder technikbezogene Designs wählen und die neueste Netztechnologie einsetzen. Die quantitative Inhaltsanalyse von Dubi. Dasselbe Resümee zogen auch die von Podlas (2000) persönlich interviewten n=15 in der Sexindustrie tätigen Frauen. ist auch beim Homepage-Bau virulent: So berichteten die n=27 von Miller und Arnold (2001) interviewten.tabellarischen‘ Lebenslauf erfreuen!! Außerdem habe ich noch ein paar Links und E-Mail-Adressen für Euch!“ 3. ihr als strukturell bedroht wahrgenommener professioneller Status könnte durch private Selbstdarstellung auf der Homepage unterminiert werden. 2000a). 2001c: 229). während Frauen mehr Publikumsansprachen und autobiografische Narrationen einbauen sowie eher auf florale Muster zurückgreifen. als Dozentinnen bzw. 2000b: 200ff. authentische und nachprüfbare Informationen über die eigene Person zu liefern. Dabei wird kein anderer Selbst-Aspekt so häufig und so deutlich (Namensangabe. Lauper-DelPonte. Ob und inwieweit der Online-Boom (semi-)kommerzieller Sex-Sites insgesamt geschlechtsspezifische Viktimisierung verstärkt oder reduziert. Macht und Autonomie. Foto) präsentiert wie das Geschlecht (Döring. unverfälschte Selbstdarstellungen. Schlapbach und Witschi (1998) zeigte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Homepages von Männern und Frauen. deren Arbeitsbedingungen sich dank eigener Homepage nicht zuletzt durch die stärkere Unabhängigkeit von Männern deutlich verbessert hatten. Die überwältigende Mehrheit der von Buten (1996) befragten Homepage-Besitzer bewertete sowohl die eigenen Homepages (91%) als auch die Homepages anderer Menschen (78%) als zuverlässige. dazu auch Stern. Döring. Dominick (1999).6 Zeigen sich Geschlechtseffekte bei der Homepage-Produktion? Entgegen der im Zusammenhang mit „virtueller Identität“ verbreiteten These von der Maskierung und vom Geschlechterwechsel (vgl. Professorinnen an englischen und nordamerikanischen Universitäten tätigen HomepageBesitzerinnen von der Sorge. oder Euch an meinem .

um dann ggf. wird doch immer wieder die gut gepflegte Website. 2001c: 225) 340 . S. 1996. Sowohl für die kulturelle Bewertung des Homepage-Phänomens als auch für die empirische Wirkungsforschung ist es entscheidend. Wynn & Katz. Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring (2001c) jedoch. Wallace. für einzelne Homepage-Typen differenzielle Aussagen zu treffen. Obwohl die Heterogenität von persönlichen Homepages unbestritten ist. 33. 1999. Bei den realisierten Homepages wiederum ist gemäß inhaltlichem Fokus zu unterscheiden. B.2 Klassifikation persönlicher Homepages Wechselt man von einer an den Homepage-Autorinnen und -Autoren orientierten Prozess-Perspektive zur Produkt-Perspektive so stellt sich die Frage. ob das Webangebot u. dass nur 42 Prozent der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten perAbb 1: Häufigkeitsverteilung von sechs Grundtypen persönlicher Homepages (HP) (Döring. Einer inhaltlichen Betrachtung vorgeordnet sind grundlegende Differenzierungen gemäß Existenzform (Hompepage nicht abrufbar: „nominelle Homepage“ versus Homepage abrufbar: „faktische Homepage“) und Konstruktionsstatus (Vorankündigung einer Homepage: „projektierte Homepage“ versus Homepage mit substanziellen Inhalten: „realisierte Homepage“). das gesamte Spektrum der verschiedenen Homepage-Varianten zu kennen.a. von Erickson. selbstbezogene Informationen enthält und somit explizit identitätskonstruierende und selbstdarstellerische Funktionen hat („expressive Homepage“) oder ob die Homepage auf eine Vorstellung der Person verzichtet und allein bestimmten Themen oder Services gewidmet ist („instrumentelle Homepage“). 1997). Jahrgang 3/2001 3. Eine erschöpfende Taxonomie wurde bislang nicht entwickelt. die schwerpunktmäßig der expressiven Selbstdarstellung gewidmet ist.M&K 49. so dass hier nur Klassifikations-Ansätze berichtet werden können. als „typische Homepage“ postuliert (z. anhand welcher Attribute persönliche Homepages sinnvoll zu beschreiben und zu klassifizieren sind.

1. sollten auch instrumentelle Homepages in den Blick genommen werden. relational. die im selben Bereich arbeiten (vgl. wenn sie bestimmte Services bieten (z. eigene Kompetenzen) oder von Walker (2000) gemäß Darstellungsstil (1. Persönliche Homepages werden besonders dann zu beliebten Surfzielen.1 Wie intensiv werden persönliche Homepages rezipiert? Berker (1999) wertete die Protokolldateien (20. Wirth & Brecht. der Verlinkungsgrad. sei es um Chat-Bekanntschaften besser kennen zu lernen (Karlsson. Aber auch zum Zweck der sozialen Vernetzung und Kooperation besteht im privaten wie im beruflichen Bereich Anlass. 3. Interessiert man sich dagegen für Fragen der Webkompetenz und Professionalisierung individueller Web-Autorinnen und -Autoren. vgl. 1999: 164). sondern vielmehr ein konkreter inhaltlicher Nutzen. 3. Originalität. Archive mit erotischen Geschichten. 5. 4. Navigation. Textumfang. 3. 3.3 Rezeption persönlicher Homepages Rezeptionsprozesse sind wesentlich seltener untersucht worden als Produktionsprozesse und konzentrieren sich im Wesentlichen auf vier Fragen. Online-Tagebücher usw. 2000) oder Kollegen zu finden. Tauscher und Greenberg (1997) verfolgten sechs Wochen lang das Surf-Verhalten von n=23 erfahrenen Web-Usern und stellten fest. 1). wie sie etwa von Miller (1995) gemäß der dargestellten sozialen Rollen und Merkmale (1.Döring · Persönliche Homepages sönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen (siehe Abb. Churchill & Sullivan. wie ihn instrumentelle persönliche Homepages in Reinform liefern (siehe Kap. 2. während die meisten Abrufe nur einmal (60%) oder zweimal (19%) erfolgten. Zudem ist die Art der Publikumsorientierung – z. die Positionierung in Suchmaschinen oder die Erwähnung in Massenmedien einschlägig. Bly. 1. Bickmore. 1998. 2000: 106ff. Interessiert man sich im Zusammenhang mit persönlichen Homepages für Effekte der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung. Als Klassifikationskriterien wären dann etwa die Reichweite im Sinne von Seitenabruf-Statistiken. dass nur wenige Webseiten mehrfach aufgesucht wurden. eigene Person. Persönliche Homepages auf kommerziellen Providerservern belegten jedoch mit 13 Prozent bereits den zweiten Platz bei allen Seitenabrufen der Frankfurter Hochschulangehörigen. dass die meisten Seitenabrufe auf die Gruppe der sexualbezogenen Websites entfielen (24%). narrative) vorgenommen werden. B. Cook. Groth. wie sie auch zur Beschreibung nicht-persönlicher Homepages herangezogen werden (z. 1999). Soll die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation untersucht werden (vgl. 1998. eigene Interessen. Auffälligkeit. – 4.1998) des Proxyservers der Universität Frankfurt am Main aus und stellte fest. persönliche Homepages aufzusuchen.). Sachund Fachinformationen. Von den 23 Untersuchungsteilnehmern besaßen 18 eine eigene Homepage.3. Software-Sammlungen. categorical. die Beteiligung an Webrings. In solchen Fällen steht dann auf Rezipientenseite nicht die Bildung eines Personeneindrucks vom Homepage-Betreiber im Zentrum.2. die technische und strukturelle Kriterien berücksichtigen. B. Kap. wobei diese typischerweise zu den am häufigsten abgerufenen Webseiten der jeweiligen 341 . eigene Familie. 3. so sind Binnendifferenzierungen der Kategorie „expressive Homepage“ sinnvoll. eigene Person als Organisationsmitglied. so wären Klassifikationen einschlägig. 2.3). B.). Linkangebot. Adressierung von persönlichen Bekannten versus Unbekannten – ein Faktor (Walker. Komplexität.2).

Fotografien. die einschätzen sollten. Diese Homepages ließen sich nach der Anzahl der auf ihnen realisierten Genre-typischen (bzw. die nur selten auf existierenden Homepages zu finden sind und deren Vorhandensein von den Homepage-Rezipienten (bislang) auch nicht erwartet wird (z.3. weil sie über ihre externen Links als Sprungbrett für Webrecherchen genutzt wurde. Anschließend legten sie die Liste der Elemente (ohne die Häufigkeitsangaben) einer Stichprobe von n=57 Studierenden vor. Jahrgang 3/2001 Person gehörte. dass die eigenen Seitenabrufe nicht herausgefiltert werden und damit den Eindruck von der Popularität der eigenen Homepage deutlich verzerren. Gästebuch usw.2 Welche Erwartungen werden an das Genre „Persönliche Homepage“ gestellt? Dillon und Gushrowski (2000) analysierten mehr als 100 persönliche Homepages hinsichtlich einzelner Elemente (z. Ein Manko vieler kostenloser Webstatistiken besteht darin. wie häufig und von welchen Rechneradressen aus einzelne Dokumente der eigenen Homepage von Besuchern heruntergeladen werden.M&K 49. Dieser Befund bestätigt die bereits bei den Motiven zum Homepage-Bau getroffene Aussage. 3. dass die eigene Homepage häufig von internationalen Rechneradressen abgerufen wird. untypischen) Elemente in eine Rangreihe bringen. Grundinformationen über das Publikum können zudem selbstdarstellerisch ausgewertet werden (vgl. Sound-Files). Von diesen Genre-definierenden Merkmalen sind Homepage-Elemente zu unterscheiden. die angeben sollten. B. 3. Kap. E-Mail-Adresse. 2000: 203) realisierte HP-Elemente % von n=100 Homepages E-Mail-Adresse Externe Links Willkommensgruß 1-4 Grafiken Biografische Angaben 82 68 67 60 56 erwartete HP-Elemente % von n=57 Befragten 86 72 51 52 49 342 . Tab.1. Es stellte sich heraus. Wann. B. B. Die Popularität der eigenen Seite mag zu weiterem Homepage-Engagement anspornen. dass die Erwartungen der befragten Studierenden an gute persönliche Homepages mit der Häufigkeitsverteilung auf den vorfindbaren Homepages sehr gut übereinstimmten. Nur bei 2 der 18 Homepage-Besitzer rangierte der Abruf der eigenen Seite nicht auf der Top 15-Liste. organisatorische) Aufgaben erfüllen (vgl. mögen sie einen Ausbau des englischsprachigen Content in Erwägung ziehen. In einem Experiment konnten Dillon und Gushrowski (2000) die Validität der Genre-typischen Merkmale überprüfen: Sie legten Versuchspersonen acht Homepages als Stimulusmaterial vor. Udate-Datum. Kurzbiografie. dass Homepages neben der Selbstdarstellungs-Funktion auch noch ganz andere (z. Bei 9 Homepage-Besitzern war die eigene Homepage sogar die am häufigsten abgerufene Seite überhaupt. Diese objektive Rangreihe konnte durch die subjektiven Urteile der Rezipienten repliziert werden.5). Inhaltsverzeichnis. 2. Kap.) und ihrer Auftretenshäufigkeiten. welche Elemente der Liste auf einer guten persönlichen Homepage nicht fehlen dürfen. Die fünf wichtigsten Elemente sind in Tabelle 2 dargestellt. lässt sich mit WebstatistikProgrammen registrieren.2): Bemerken Homepage-Autoren etwa. 2: Genre-typische Merkmale bei persönlichen Homepages (Dillon & Gushrowski. wie gut ihnen die Homepages gefielen. Seitentitel.

die sich eben auch in Gästebüchern und per E-Mail anerkennend und unterstützend äußern und somit intendierte Identitätskonstruktionen bekräftigen (vgl. und eine Person. (1999) ließen n = 30 Versuchspersonen jeweils Teilmengen von 86 authentischen Homepages auf vier Dimensionen einschätzen: 1. Dies hat zur Folge. 2001). auf denselben vier Skalen ein (einfaktorielles Messwiederholungsdesign). wird die Publikation von arbeits. 2000).3.. 2. In der Homepage-Bedingung ist diese Diskrepanz offensichtlich besonders groß: Die meisten Homepage-Besitzer scheinen es selbstdarstellerisch darauf anzulegen. schließlich ist das WWW ein Pull-Medium. Sherman et al. 1998. Kennedy. sympathisch (ca. Und dies ist auch nicht vollkommen illusorisch. Diese Form der Selbstselektion des Publikums entfällt. Sympathie. 3. 1999: 653) und überschätzen dabei. dass überwiegend mit interessierten Homepage-Besuchern zu rechnen ist. Hevern. 1999.3): Der computervermittelte Personeneindruck ist weder per se negativ. imaginieren sie aufmerksame und wohlgesonnene Adressaten. sondern zunächst provisorisch.3. wie sympathisch und wie ähnlich sie von Homepage-Besuchern tatsächlich wahrgenommen werden (Sherman et al.3 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von Face-to-Face-Eindrücken? Sherman et al. Zu Vergleichszwecken schätzten dieselben Versuchspersonen dann noch eine Person. 3. 343 . wenn im Experiment Homepages vorgelegt werden. 3. etwa indem Homepage-Besitzer in ihrem Willkommensgruß das Publikum gleich um Gestaltungsvorschläge bitten oder Homepage-Besucher per EMail oder per Gästebuch Mängel monieren und Wünsche (z. ob Personen sich Face-to-Face oder auf einer Homepage präsentieren – in beiden Konstellationen überschätzen sie den Eindruck. Der Mangel an unmittelbarem (und möglicherweise negativem) Feedback mag im Homepage-Szenario dazu führen. dass ein selbstwertschützender Positivitäts-Bias stärker zu Buche schlägt. 60%) oder kompetent (ca. Groth. Tatsächlich kann das Ergebnis am besten mit dem Modell der sozialen Informationsverarbeitung interpretiert werden (siehe Kap. so dass Informationslücken durch weitere soziale Kommunikation schrittweise geschlossen werden könnten. Es stellte sich heraus. 30%) zu wirken (Dominick. Zudem könnte die homepagetypische einseitige Selbstoffenbarung eine Rolle spielen (vgl.4 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von den Erwartungen der Homepage-Besitzer? Unabhängig davon. Gesamteindruck von der Person des Homepage-Besitzers. dass sich die Personeneindrücke auf der Basis des Homepage-Besuches im Durchschnitt nicht signifikant von den auf der Basis flüchtiger Faceto-Face-Kontakte gebildeten Eindrücken unterschieden.und projektbezogenen Informationen zur Norm (vgl. nach einem Portraitfoto) anmelden. Vollständigkeit des Eindrucks. die man sonst nicht betrachtet hätte. wahrgenommene Ähnlichkeit und 4. den sie bei anderen hinterlassen. noch per se positiv. Sherman et al. jedoch hinter den positiven Eindrücken über vertraute Personen zurückblieben. die sie nur flüchtig kannten. 1999). Wynn & Katz. 1997): Wenn Homepage-Besitzer Privates über sich offenbaren. (1999) interpretieren diesen Befund als Falsifikation sowohl des Kanalreduktions-Modells als auch des Modells der hyperpersonalen Interaktion. Homepage-Anbieter und Homepage-Besucher treten teilweise auch in Diskurse über die Seitengestaltung ein. B.Döring · Persönliche Homepages Wo persönliche Homepages im Berufsleben eine Rolle spielen. 2000. die sie persönlich gut kannten. 2..

vollzieht im WWW als Individuum den Rollenwechsel vom Rezipienten zum Produzenten eines öffentlichen Medienangebots. Es scheint lohnenswert. Glaubwürdigkeit. 1997: 72). ist eine Sache. etwa in Form der legendären Party-Schnappschüsse. Turkle.3 thesenartig entwickelt wurden. Selektion. 1. Eine systematische Untersuchung der vielfältigen Bezüge zwischen persönlichen Homepages und öffentlichen Kommunikationsprozessen. als man bislang meinte. obwohl auf persönlichen Homepages häufig urheberrechtlich geschütztes Material verwendet und Privates über Dritte mitgeteilt wird. Ausblick Wer eine persönliche Homepage anbietet. Entschuldigungen vorgebracht und Publikumsrückmeldungen erbeten (Berker. entdeckt Killoran (2000) subversives Potenzial darin. Mit der sozialen Riskanz dieser kulturell unvertrauten Form von Selbstexpression setzen sie sich auseinander. Nicht zu vergessen ist. 344 . Auch eine stärkere Integration einschlägiger kommunikationswissenschaftlicher Konzepte (wie z. eine andere. B. denen bewusst ist. Sie lassen in Befragungen sowie in MetaKommentaren auf ihren Homepages einerseits Enthusiasmus. der seine persönliche Homepage gleich unter der Domain www. die nicht der direkten Selbstdarstellung dienen und die Bestandteil gruppenöffentlicher Diskurse sind. Gut übertragbar sind die Vorarbeiten der experimentellen Selbstdarstellungsforschung auf den Einsatz von persönlichen Homepages im Rahmen von Public Relations-Maßnahmen: Dass die persönliche Homepage von Wolfgang Thierse bei ihm selbst als Auftraggeber gut ankommt. im kommerzialisierten WWW die Methoden des Selbst-Marketing zu parodieren.M&K 49. Doch vielleicht sind Homepage-Betreiber in Wirklichkeit schlechtere Psychotherapeuten und bessere Publizisten. ist jedenfalls noch offen. wie sie in Kap.und Abbau von persönlichen Homepages führt. ist aber für Dritte oftmals gelinde gesagt eine Zumutung ohne jeglichen Informationswert“ (Schierl. wie die Fülle der nominellen und projektierten sowie der seit Monaten und Jahren unveränderten Homepages zeigt. Wie verbreitet und nachhaltig identitätssichernde und selbsttherapeutische Effekte des Homepage-Baus sind.de anbietet. endlich auch jene Inhalte von persönlichen Homepages genauer unter die Lupe zu nehmen.selbstironie. dient wohl mehr dem eigenen Ego. Döring. wobei die Beteiligung häufig ohne großes Commitment erfolgt. Auch publizistische Mängel – sowohl hinsichtlich Content als auch dessen Gestaltung – sind für engagierte Homepage-Anbieter/innen durchaus ein Thema: Versprechen zur Qualitätssteigerung werden abgegeben. Schätzungsweise 10 Prozent der Onlinerinnen und Onliner beteiligen sich bislang an diesem Unterfangen. Schließlich sind juristische und ethische Belange ein unterbeleuchtetes Feld. monieren kritische Stimmen einen Zuwachs an belanglosem und geschmacklosem Datenmüll: „Was so teilweise ins Netz gespeist wird. wie es etwa Alex tut. welchen Eindruck sie bei unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt. dass sie sich mit dem Betreiben einer persönlichen Website psychologisch und publizistisch auf Neuland begeben. dass ein breites Spektrum an mehr oder minder profanen. internen und externen Motiven zum Auf. Während Netzbefürworter die persönliche Homepage gern mit heilsamer Identitätsarbeit in Verbindung bringen (z. 1995: 259). Privatheit und Öffentlichkeit) in die Homepage-Forschung ist wünschenswert. Andererseits gibt es jedoch die engagierten Homepage-Autorinnen und -Autoren. andererseits aber auch eine kritische Reflexion über Sinn und Legitimität ihrer netzweiten Veröffentlichungen erkennen. Während Rubio (1996) diesen Stil aus marxistischer Sicht als postmoderne Eitelkeit ablehnt. 2001c). steht aus. Jahrgang 3/2001 4. 1999. wobei Selbstironie ein verbreitetes Stilmittel ist. B.

Mathias. 202 – 205. ohne dafür die publizistische Perspektive zu verabsolutieren. Barbara A. 24.shtml.aber. muss im Sinne einer Fokuserweiterung verstärkt beispielsweise auch autodidaktische. Lars-Eric & Rudolf. [WWW Dokument] URL http://www. Elizabeth & Sullivan. April 2001. 11. März 2001. Gruppe 2 „Homepages“ des Werkstattseminars „Internet und Unterhaltung”.hmt-hannover. Telenor Forskningsnotat/Scientific Document. Daniel (1998): Personal Home Pages and the Construction of Identities on the Web. Gleser. Chandler. Hunsche. Doll. Tim (2000): Weaving the Web. Frankfurt: Peter Lang Publishers.de. Teil II: Private Homepages als Kritik der Mediennutzung. Teil I: Internetnutzung in den 90er Jahren. The Past. Sina (1998): Ergebnisse der Befragung. Gerhard (Hrsg. Internet-Based Teaching and Learning (IN-TELE) 98 (Internet Communication. Regina.htm. 12 (1).ac. URL http://users. 51 (2).ijk. organisatorische und vor allem ökonomische Aspekte einbeziehen. Sommersemester 1998. Andrew & Gushrowski. Companies urged not to advertise. S. New York. Institut für Sozialforschung. Online & CD ROM Review. 5 – 22. 5. Birmingham Evening Mail (2001): Victim group’s anger at website on killer. die sich vom Psychologismus befreien will. Befring. John (1996): Personal Home Page Survey. design. Cook. Sara. Heinrich. Koth. Haiko & Zapfe. Daniel & Roberts-Young. Berners-Lee. Churchill. Die Zitierung bezieht sich auf die Webpublikationen.org/pubs/ contents/proceedings/chi/286498/index. Albat. Vol. Literatur Sämtliche im Fließtext und im Literaturverzeichnis aufgeführten Webadressen (URL) wurden am 13.upenn. Berliner Zeitung (2001): Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage. Eirik (1997): Analysis of Webpages emphasizing gender. Silke. Shaojun (1997): An exploratory profile of personal home pages: content.uk/ dgc/strasbourg. Februar 2001 zuletzt geprüft und waren verfügbar.no/fou/publisering/publ97. Theorie. URL http://www.html. Tim. Petersen. Berker.ac.) (1999).htm. Bates. metaphors. Gärtner. Blühdorn.metatext. spielerische. 2.acm. Klaus & Vowe. Yvette. Bly. Thomas (1999): Internetnutzung im Alltag. S. Dillon. London: Orion Business Books. Zur Geschichte. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (Peter Vorderer). 331 – 340.html. pp. Beck.de/wss/homepage/Texte/befragung. Chandler. 345 . In: Pascal Marquet.asc. 315-316. Hochschule für Musik und Theater Hannover. URL http://www. 21 (6). & Lu. van Lengen.telenor. [WWW Dokument: Vorabversion der Dissertationsschrift] URL http://www. Sascha. pp. künstlerische. [WWW Document] URL http://www.Döring · Persönliche Homepages Eine Homepage-Forschung. [WWW Document] URL http://users. Empirie und Kritik der Nutzung eines „jungen“ Mediums. edu/USR/sbuten/phpi. pp. 8. Naujoks. wie sie zum Stichtag vorlagen. Carsta. Sandra. NY: ACM (Association for Computing Machinery). Sandhaus. 451 – 466). Stéphanie Mathey & Elke Nissen (Eds. Medienpsychologie. Marcia J. (2000): Genres and the Web: Is the Personal Home Page the First Uniquely Digital Genre? Journal of The American Society for Information Science. Thorsten. Buten. FoU N16/97.aber. S. Proceedings of the Conference on HCI 1998. Matthias (2000): Determinanten der Internetnutzung von Gymnasiasten und Studenten – Eine Anwendung der Theorie geplanten und rollengesteuerten Verhaltens.uk/dgc/webident. Joseph (1998): The rise of personal home pages at work. Bickmore.html. Present and Future of the World Wide Web by its Inventor.) (1997): Computernetze – ein Medium öffentlicher Kommunikation? Berlin: Spiess. Julia. Dissertation an der Universität Frankfurt. Linda. Dilwyn (1998): The Construction of Identity in the Personal Homepages of Adolescents. Jörg. Alain Jaillet.

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Jahrgang 3/2001 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Mit der Verbreitung interaktiver Medienangebote sind auch virtuelle Charaktere. 98) Avatare als „Stellvertreter. Krotz. 2000. entstanden. Damit einher geht die Entwicklung und Veränderung der äußeren Erscheinung von Avataren. Ursprünglich stammt der Begriff „Avatar“ aus dem Sanskrit und bezeichnet eine Gottheit. trifft immer häufiger auf künstliche Personen. Avatare arbeiten zum Beispiel als automatische Assistenten auf Internetseiten. Mit aufwendiger Technik wird das Aussehen der künstlichen Charaktere mittlerweile so „realistisch“ und attraktiv wie möglich gestaltet (vgl. Multi-User-Dungeons (MUDs. o. der dank „künstlicher Intelligenz“ selbstständig mit Mediennutzern „interagieren“ kann. 1. Entsprechend definiert Döring (1999. 1995). so genannte Avatare.M&K 49. Der Beitrag stellt das Phänomen „Avatare“ vor und diskutiert die Frage. Neben diesen instrumentellen Einsatzformen existieren aber auch Versuche. die sich als „Assistenten“. virtuelle Repräsentanten der materiegebundenen Wesen. Ihre Evolution vollzog sich weg von der „elektronischen Marionette“ (Fritz. 1996). die sie ins Leben gerufen haben“. die in verschiedenen Medien erscheinen. die in verschiedenen Medienangeboten und Themenumfeldern präsent sind und die innerhalb bestimmter 350 . die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann. Avatare als „Stars“ oder „Marken“ aufzubauen. S. Online-Spielen (Schmidt. Bente & Otto. S. Andere werden zu virtuellen „Stars“ aufgebaut.und kommunikationswissenschaftliche Forschung diskutiert. hin zum „virtual actor“ (Lombard & Ditton. 1998) und Virtual-Reality-Umgebungen (Ueberhorst. Avatare – die Bewohner der digitalen Welt Wer heute im Internet surft. 12). Abbildung 1). S. die vollkommen von der Steuerung durch wirkliche Menschen abhängig ist. 2000). in dem Begegnungen in virtuellen Räumen mit Hilfe von Avataren. So stand der Begriff „Avatar“ zunächst ausschließlich für grafische Repräsentationen von Nutzern in Chat-Rooms (Trzka. „Stellvertretern“ im Netz. Anschließend werden zwei voneinander unabhängig durchgeführte Befragungsstudien vorgestellt. insbesondere von Computerspielen und dem World Wide Web. entstanden in den vergangenen Jahren jedoch auch neue Formen von Avataren (vgl. wie sie von Mediennutzer/innen wahrgenommen werden. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der prognostizierten Evolution virtueller Akteure werden abschließend Desiderata für die künftige medien. welche die Art und das Ausmaß der parasozialen Bindungen zwischen Mediennutzer/innen und verschiedenen Avataren beleuchten. 1998). Oftmals dienen „intelligente“ Avatare als Helfer. Im Kontext der Neuen Medien wurde er durch den Science-Fiction-Roman „Snowcrash“ von Neal Stephenson (1995) populär.). etwa indem sie den Besuchern einer Webseite bei der Navigation assistieren oder den Kunden einer Internet-Bank als „Berater“ zur Seite stehen. 1996). Virtual-Reality-Umgebungen aufsucht oder Computerspiele spielt. Dabei wird auf das Konzept der parasozialen Beziehungen von Horton & Wohl zurückgegriffen. 1997. „Freunde“ oder „Stellvertreter“ anbieten. vgl. stattfinden. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung interaktiver Medien. Die Rede ist von „Avataren“.

Von links nach rechts: E-Cyas (von www. Bekannte und beliebte Avatare lassen sich von ihren Eigentümern für unterschiedlichste Zwecke einsetzen.).com). als dass man sie ernst nehmen könnte? Diese Fragen werden im Folgenden erörtert. die „Arbeit“ als Fotomodell und Auftritte als Moderator(in) in unterschiedlichen Medienangeboten (Jöckel. Kyoko Date (von www. 1998).e-cyas. Fiktive Lebensläufe und Persönlichkeitsprofile sollen den virtuellen Stars „Charakter“ und „Tiefe“ verleihen.horipro. die üblicherweise Prominenten aus Fleisch und Blut vorbehalten sind. Blittkowsky. Über diese Entwicklungen darf allerdings nicht übersehen werden. Vor dem Hintergrund der Existenz und Evolution virtueller Akteure stellt sich die Frage. sondern erscheinen auch in Medienumfeldern. wie die Nutzer interaktiver Medienangebote mit Avataren umgehen. Sie treten beide nicht nur in ihrer jeweiligen digitalen „Heimat“ auf. Schmidt. das die Relation zwischen Mediennutzern und Medienfiguren beschreibt und erklärt (vgl. die zu „dumm“ und „unecht“ wirken. Beispiele sind die Computerspiel-Figur „Lara Croft“ und der Internet-Avatar „E-Cyas“ (Endo-Cybernetic Artificial Star. Fernsehshows oder Publikumszeitschriften. dass die angeblichen Kommunikate des Avatars in Wahrheit von Redakteuren verfasst werden. Höflich. Nach einer kurzen Einführung in dieses Konzept werden zwei unabhängig voneinander entstandene empirische Studien über parasoziale Beziehungen zu Avataren vorgestellt. die erste Hinweise 351 .com) Zielgruppen große Popularität erreichen sollen. 1998. Als theoretischer Rahmen bietet sich das ursprünglich kommunikationswissenschaftliche Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen an. ist in den meisten Fällen noch nicht sehr weit entwickelt und muss oftmals dadurch kompensiert werden. Werden Avatare als echte Stars betrachtet. unten: 2. dass sich die bislang existierenden Avatare sehr deutlich von menschlichen Prominenten unterscheiden. vgl.tombraider. Die Fähigkeit. 1999).co. Zum Aufgabenspektrum von Star-Avataren gehören unter Anderem Werbespots.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Abbildung 1: Populäre Avatare. mit Mediennutzern sozial zu interagieren. 1997. wenngleich rudimentäre Formen der Interaktion bereits ohne menschliche Steuerung des Avatars möglich sind. so zum Beispiel in Musikvideos.jp) und Lara Croft (von www. Von vollkommen selbstständigen virtuellen Figuren kann also noch keine Rede sein. die man bewundern und bejubeln kann? Oder gelten sie als virtuelle Abziehbilder.

189). geradezu freundschaftlichen Verhältnisses zwischen sich selbst und dem Publikum zu vermitteln. 41). soziale Vergleiche und Validierungen. die in nicht-fiktionalen Fernsehsendungen agieren. und weil es – zumindest bei den nicht-interaktiven Medien – keinen Rückkanal von den Zuschauern zu den Medienfiguren gibt. S. 1996). Obwohl die „Interaktionspartner“ durch die mediale Vermittlung voneinander getrennt sind. wie zum Beispiel durch Nahaufnahmen der Personae. die Personae also die Gegenwart und Aufmerksamkeit von Interaktionsteilnehmern nur antizipieren können. Ausgangspunkt der sozialen Interaktion zwischen Persona und Rezipienten ist die „illusion of a face-to-face relationship“ (Horton & Wohl. 1956/1986. Fernsehen und Film) vermittelten Figur. Verhaltensantizipationen und personenbezogene innere Verbalisierungen“ (Gleich. 1956. Zum Abschluss werden Perspektiven aufgezeigt. die Illusion von Nähe zum Publikum zu erzeugen (vgl. 2. 185). therefore. Horton & Strauss. wie die Erforschung virtueller Akteure und ihrer Bedeutung für die Rezipienten theoretisch und methodisch weitergeführt werden könnte (vgl.1 Das interaktionistische Rezeptionsverständnis von Horton und Wohl und seine Weiterentwicklungen Das auf Horton und Wohl (1956. unten: 3. unten: 4. wie Quiz-Master.). In dieser Hinsicht ist der Umgang der Rezipienten mit Medienfiguren eine Spielart der normalen zwischenmenschlichen Interaktion (Horton & Wohl. 1997. über Darstellungseffekte. S. laden die Zuschauer zur Teilnahme an der Interaktion ein und versuchen. 1956/1986. Lassen sie sich auf das Angebot ein. Ansager und Interviewer.). Neben solchen direkt auf das (vermutete) Publikum bezogenen Interaktionsangeboten trägt auch die Kommunikation der Akteure innerhalb des Medienangebots zur Überwindung der Wahrnehmung medialer Vermittlung und damit zur Herstellung einer scheinbar sozialen Relation zwischen Persona und Rezipienten bei: „The most usual way of achieving this ambiguity is for the persona to treat his supporting cast as a group of close intimates. Ob sie diese „appropriate answering role“ (Horton & Wohl. dass Rezipienten mit einer medial (durch Radio. 1978). sozial interagieren. Para-sozial ist diese Form der Interaktion. 1957) zurückgehende Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen beschreibt das Phänomen. Jahrgang 3/2001 zu der Frage liefern. verwenden mimische und gestische Signale der interpersonalen Kommunikation. … tends to believe that this fellowship includes him by extension“ (Horton & Wohl. weil die „Anwesenheit“ der Personae nur medial vermittelt ist. den Eindruck eines positiven. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen 2.. Attributionen. Ihnen wird von den Personae des Medienangebots eine Rolle innerhalb des Geschehens nahe gelegt.. auch Meyrowitz. erleben sie die Rezeption wie eine soziale Interaktion mit den Medienfiguren: Sie ist geprägt durch „Prozesse der Personenwahrnehmung und -beurteilung. inwiefern Mediennutzer Avatare schon heute als eigenständige soziale Persönlichkeiten auffassen und sie als Interaktionspartner ernst nehmen (vgl. 352 . als ob sie sie sehen könnten. S. genannt „Persona“. Gleich. können die Zuschauer oder Hörer jedoch selbst entscheiden. S.M&K 49. 1956/1986. 191) akzeptieren. The member of the audience. Als Persona betrachteten Horton und Wohl hauptsächlich Menschen. Die Rezipienten sind also ein eingeplanter Teil der medialen Inszenierung. . verhalten sie sich – so die Annahme – wie in einer sozialen Kommunikationssituation: Die Medienfiguren sprechen die Rezipienten an. Darüber hinaus wird versucht.

1997). 1989). 1987. 1998. können die Zuschauer das „conversational give and take“ (Horton & Wohl. Denn zum einen gehen mit der medialen Vermittlung der sozialen Situation bestimmte Beschränkungen und Eigenheiten der Interaktion einher. Rubin & McHugh. 1996. 1985). Aus einer Reihe parasozialer Interaktionen zwischen einem Rezipienten und einer Persona entwickelt sich in der Wahrnehmung des Rezipienten eine andauernde Beziehung zur Persona. In vielen Studien wurden die beiden Begriffe synonym verwendet (z. 1996). Sowohl bei Horton und Wohl (1956) als auch im überwiegenden Teil der an ihnen orientierten kommunikationswissenschaftlichen Forschung wurden die Konstrukte „parasoziale Interaktion“ und „parasoziale Beziehungen“ nicht ausreichend präzise voneinander getrennt. 1996). In echten Kommunikationssituationen sind solche Verhaltensweisen sanktioniert. Perse & Powell (1985) heißt „Parasocial Interaction Scale“. im Druck): Sie können das Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern bereichern und darüber hinaus für schüchterne (Vorderer & Knobloch. dass es durchaus sinnvoll. Aber auch wenn die Rezipienten die angebotene Rolle innerhalb der parasozialen Interaktion akzeptieren und selbst wenn ihnen die Medialität der Situation bewusst bleibt (Hippel. Hervorhebung im Original) zu trennen.Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Wenn die parasozialen Bindungen an Figuren aus „klassischen“ Medienangeboten eine so zentrale Rolle für die Zuwendung der Rezipienten zu diesen Angeboten spielen. Auch das am häufigsten verwendete Instrument zur Messung parasozialer Bindungen von Rubin. 1996). 1956/1986. 698. die ihnen zugedachte Rolle zurückzuweisen. wenn nicht gar notwendig ist. einseitiger Kommunikation mit Medienfiguren“ (Keppler. zum anderen spielt das Wissen um die Medialität der Situation für das Erleben der Zuschauer eine entscheidende Rolle (Wulff. Weil die Zuschauer aber wissen. B. das Konzept auch auf virtuelle Akteure in den „neuen“ Medien anzuwenden.Begegnung‘ zwischen Rezipient und Medienakteur als parasoziale Interaktion bezeichnet und die über die einzelne . dass die Personae ihre Reaktionen nicht registrieren. 1996) oder einsame (Fabian. Hervorhebung im Original). liegt es nahe. auch Vorderer & Knobloch. 1993) Rezipienten sogar als Ersatz für echte Sozialkontakte dienen. Denn die Schöpfer von Avataren versuchen. Perse & Rubin. S. S. 2. sie als getreue Abbilder echter Menschen 353 . misst aber zumindest auch in Teilen parasoziale Beziehungen (Gleich. „zwischen unmittelbarer. 11. So ist es den Zuschauern zum Beispiel möglich. können sie bei parasozialen Interaktionen im Vergleich zu ortho-sozialen Interaktionen zusätzliche Freiheitsgrade ausnutzen und genießen. Hippel (1992) und Gleich (1996. zweiseitiger Face-to-FaceKommunikation und mittelbarer. 186) einer parasozialen Interaktion wie eine wirkliche soziale Situation erleben. TV-Serien (Vorderer. 1997) argumentieren jedoch wie Vorderer (1998). Denn die über die einzelnen Rezeptionssituationen hinweg existierenden parasozialen Beziehungen gelten als ein zentrales Motiv für die regelmäßige Zuwendung zu bestimmten Medienangeboten wie Nachrichtensendungen (Rubin. 1993. zum Beispiel durch eine kritische Abschätzung der Leistung einer Persona oder durch eine hämisch-herablassende Sichtweise „dilletantischer“ Auftritte von „Möchtegern-Stars“ (vgl. während der Rezeption stattfindende .2. Zapfe & Sudhoff.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Insofern erscheint es notwendig. die soziale Situation zu „lesen“. Dadurch eröffnen sich neue Wege. Entsprechend wird „die unmittelbare. S. Perse & Powell. die beiden Begriffe inhaltlich voneinander zu unterscheiden. 1996b) oder Talkshows (Trepte.Begegnung‘ hinausgehende Bindung des Zuschauers an eine Persona als parasoziale Beziehung“ (Vorderer. Wulff.

S. Was aber spricht dafür. das Verhalten von Mediennutzern gegenüber virtuellen Akteuren als parasoziales Beziehungshandeln zu konzeptualisieren und empirisch abzubilden. Ein zweites Problem. 186) parasoziale Bindungen nicht nur für menschliche Personae.) verstanden werden können. beispielsweise durch fotorealistische Gesichtszüge. 89) weist darauf hin. 1996. ist ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. 1997). 1996. auch Bente. dass Avatare. 1996. Entsprechend hat es bereits einige Versuche gegeben. dass die noch immer deutlich als Computergraphiken erkennbaren Avatare im Auge des Betrachters als „Personen“ und nicht als „Dinge“ erscheinen? Reeves und Nass (1996) konnten zeigen. nonverbales Kommunikationsverhalten mit virtuellen Figuren zu simulieren und parasoziale Interaktionen zwischen VR-Nutzern und diesen 354 . Schon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird an der kommunikativen Kompetenz von Computerprogrammen gearbeitet (Turing. B. 1998). die als „Ausdifferenzierung zwischen sozialer und parasozialer Interaktion“ (ebd. sich der Interaktion mit den neuen Medien und ihren Personae zu nähern. damit parasoziale Bindungen zu den Mediennutzern entstehen.personalities‘“ angenommen haben. Jahrgang 3/2001 zu gestalten. wobei mittlerweile auch paraverbale Kommunikationsformen simuliert werden (Bente & Otto. ist deutlich erkennbar. Denn damit solche Bindungen zustande kommen. Bates. Star-Avataren eine möglichst große Attraktivität für parasoziales Beziehungshandeln der Rezipienten zu verleihen. Snoddy. Die Erfolge dieser Bemühungen dokumentieren Evaluationsstudien wie die von Cassel und Vilhjálmsson (1999). Die Zielsetzung. Reilly. Lombard & Ditton. ist es offensichtlich. Entsprechend lässt sich die eingangs formulierte Fragestellung präzisieren: Wie stellen sich parasoziale Beziehungen zu den heute existierenden Avataren dar? Welche Personen entwickeln besonders starke parasoziale Bindungen an Avatare? Gibt es Unterschiede zwischen Avataren und Fernsehfiguren bezüglich der Bindungsintensität und -qualität? Obwohl bereits Horton und Wohl (1956/1986. der mit weniger Konversationskompetenz ausgestattet war. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die ersten Erprobungen von künstlichen „Agenten“ in Virtual-Reality-Umgebungen (z. So könnte die Virtualität der Avatare ein erstes Hindernis für die Entstehung parasozialer Bindungen sein. 1999). Krotz (1996. Bente und Otto (1996) skizzieren die Möglichkeiten. Vilhjálmsson & Cassel. hat er die Chance. und dass der Zugang Horton und Wohls geeignet sei. 2000). sondern auch für „puppets … anthropomorphically transformed into . Nur wenn eine vergleichsweise „natürliche“ Form der Konversation mit einem virtuellen Charakter möglich ist. 1950). mit ihm ähnlich wie mit einem Menschen zu interagieren (vgl. auch Moon & Nass.und Chat-Kommunikation (z. als Gegenstand von Beziehungshandlungen ausgewählt zu werden. dass schon schwache Anzeichen sozialen Verhaltens seitens eines Computers genügen. um seine Nutzer zu veranlassen. B. Petersen. sollen sie als „Anbieter“ parasozialer Beziehungen fungieren. S. müssen die virtuellen Akteure zunächst einmal von den Rezipienten als „soziale Wesen“ eingestuft werden. dass sich durch Virtual-Reality-Technologien neue „Kommunikationsformen“ entwickeln. die direkte Ansprache der Nutzer oder durch E-Mail. wesentlich stärkere Barrieren in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Rezipienten überwinden müssen als Personen aus dem Fernsehen. in der Versuchspersonen einen Avatar mit weiter entwickelten Kommunikationsfähigkeiten „natürlicher“ fanden als einen virtuellen Akteur. Robinson 1997). „natürliche“ Gesten. Insofern scheinen die technischen Voraussetzungen für eine parasoziale Beziehung zwischen Mediennutzern und virtuellen Akteuren auf Seiten der Avatare gegeben zu sein (vgl. das Avatare überwinden müssen.M&K 49. Krämer & Buschmann. 1994.

[Name] ist attraktiv“ operationalisiert. oben: 1. 1996.). Diese bedeutende Rolle im Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern wird zumindest Fernsehcharakteren zugeschrieben (Gleich. 1997) und wird zweifelsohne auch von den Unternehmen. ein nicht existierender Avatar („Leila Loo“) wurde aufgeführt. Interaktionseffekte zwischen dem Geschlecht der Rezipienten und dem Geschlecht der Persona haben sich bereits in früheren Studien als relevant für das Ausmaß der parasozialen Bindungen erwiesen (Vorderer & Knobloch. Es stellt sich daher die Frage. Mit einer empirischen Untersuchung weisen sie nach. Diese Frage ist nach den Erkenntnissen der bisherigen Forschung relevant für das Ausmaß und die Qualität von parasozialen Beziehungen (Gleich. inwiefern sich weibliche und männliche Internetnutzer hinsichtlich der Beziehungsintensität zu „männlichen“ und „weiblichen“ Avataren unterscheiden. Zwei empirische Studien zu parasozialen Beziehungen mit virtuellen Akteuren Trotz der oben erwähnten theoretischen und empirischen Ansätze. das Konzept der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Akteure anzuwenden. wobei 355 . Außerdem bestand die Möglichkeit. die nicht als Assistenten oder Helfer. Sie wurde mit dem fünffach gestuften Item „Ich finde. Denn es ist nach wie vor unklar. 1997). ob „VR-Bewohner ebenso zu unserem Bekanntenkreis zählen [werden] wie wirkliche Personen“ (Bente & Otto. angestrebt (Jöckel. um die Sorgfalt der Teilnehmer bei der Kenntnisabfrage zu kontrollieren. Daher sollte geprüft werden. 219). S. Im Folgenden werden zwei Befragungsstudien vorgestellt. Methode In einer explorativ angelegten Online-Befragung wurde untersucht. Außerdem sollte untersucht werden. wie viele Star-Avatare den Teilnehmern bekannt sind. 1996). wie attraktiv der Avatar in den Augen der Teilnehmer ist. Weiterhin wurde erhoben. Star-Avatare werden von ihren Schöpfern hauptsächlich für Maßnahmen im Bereich der Produktvermarktung und Kundenbindung eingesetzt (vgl. 1997). dass die Mediennutzer das Verhalten der virtuellen Akteure ähnlich wie das echter Interaktionspartner bewerten. ob sich eine empirische Anwendung des Konzepts der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Prominente als fruchtbar erweist und wie sich die parasozialen Beziehungen zu Star-Avataren darstellen.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Figuren anzustoßen. 3. Die Kenntnis von Star-Avataren wurde mittels einer Liste von 15 virtuellen Akteuren abgefragt. bis zu drei weitere Avatare selbstständig zu ergänzen. Studie 1 Fragestellung Im Mittelpunkt der Untersuchung standen so genannte Star-Avatare. Und Rettberg (1999) befasst sich mit dem „Star-Kult“ um Lara Croft und führt die Popularität der Videospiel-Heldin auf die parasozialen Bindungen der Spieler zurück. die hinter den StarAvataren stehen. steht die Forschung zur sozialen Bedeutung von Avataren noch am Anfang. 1996. also virtuelle Akteure. sondern als eigenständige Persönlichkeiten konzipiert sind. und wie intensiv ihre parasoziale Bindung zu ihrem bevorzugten Avatar ausfällt. ob sich dieses Muster auch in den Beziehungen zu Avataren wiederfinden lässt. welche die parasozialen Bindungen an Avatare wie E-Cyas und Lara Croft beleuchten.

ausführlich zur Skalenbildung: Hartmann.M&K 49. Drei Viertel der Befragten hatten ihren Lieblings-Avatar im vergangenen halben Jahr in Zeitschriften angetroffen.94). Jahrgang 3/2001 die Endpunkte mit „stimme nicht zu“ bzw. Skalenmittelpunkt = 3). so entspricht die Altersverteilung in der Stichprobe ungefähr der Verteilung in der Online-Nutzerschaft. oben: 1. waren weiblich (bei Lara Croft: 47 Prozent). ergibt sich eine sehr schwache durchschnittliche Beziehungsintensität. Das Durchschnittsalter betrug etwa 23 Jahre (M = 22.60]). SD = 7. in „Software“-Programmen (14. Einer der Hauptkritikpunkte ist genau diese fehlende Differenzierung zwischen Interaktion und Beziehung. Sie ist ein häufig verwendetes. Vergleicht man die Stichprobe hinsichtlich dieser Merkmale mit der Gesamtheit der deutschen Internet-Nutzer. „stimme voll und ganz zu“ bezeichnet waren. Ergebnisse Insgesamt nahmen 422 Personen an der Befragung teil. den nicht existierenden Kontroll-Avatar zu kennen. 1985) eingesetzt.35) bekannt. Fasst man die Skala zu einem Mittelwert-Index zusammen.de. Parasoziale Beziehungen zu Avataren. E-Cyas (68 Prozent) und E-ve (21 Prozent) genannt. 63 Prozent waren ihm bzw. zum Beispiel auf www.80] in den vergangenen sechs Monaten). der „Heimat“ von E-Cyas. Auf die Befragung wurde in Internetangeboten.04 Mal [SD = 19. „trifft voll und ganz zu“ benannt. jedoch sind Frauen in der Stichprobe im Vergleich zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie deutlich überrepräsentiert. Kenntnis und Beliebtheit von Avataren. E-Cyas scheint insbesondere bei weiblichen Internetnutzern beliebt zu sein: 76 Prozent der Teilnehmer. wie sie in der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren & Gerhard. 2001). Der Mittelwert liegt deutlich unter dem Skalenmittelpunkt (M = 1. die ECyas als Lieblings-Avatar nannten. allerdings um einige Items vekürzt und in Teilen umformuliert. SD = 1. Deshalb wurden auch ihre sonstigen Angaben zur Kenntnis von Avataren nicht berücksichtigt.06. Über alle genannten Lieblings-Avatare hinweg erreicht die Skala zur parasozialen Beziehung einen vergleichsweise hohen internen Reliabilitätswert (Cronbachs α = . Als Lieblings-Avatare wurden hauptsächlich Lara Croft (43 Prozent der Stichprobe) und E-Cyas (36 Prozent) ausgewählt.20]) und im Internet (13. hingewiesen.77.25 Mal [SD = 23. Am häufigsten begegneten die Befragten ihrem Lieblings-Avatar in „sonstigen“ Medienangeboten (durchschnittlich 16. Zur Messung der parasozialen Beziehungen wurde eine modifizierte Variante der Parasocial-Interaction-Scale (Rubin. 1997) Instrument zur Erfassung von parasozialen Interaktionen und Beziehungen. die restlichen Nennungen bezogen sich entweder auf weniger bekannte Star-Avatare oder aber auf Helfer-Avatare (vgl. 19 Personen gaben an. 41 Prozent männlich. die im vorliegenden Kontext nicht relevant sind.80. damit die Items besser auf den Kontext der Star-Avatare anwendbar waren (vgl. Über einen als „Umfrage über Avatare“ betitelten Hyperlink konnten interessierte Personen zu dem Online-Fragebogen gelangen. Insgesamt sind den Befragten durchschnittlich zwei Avatare (M = 2. die eine thematische Nähe zu Avataren besitzen. und an dritter Stelle folgt das Fernsehen (49 Prozent). wenn auch wiederholt kritisiertes (Gleich.). Dennoch wurde die Skala als Grundlage für die Messung parasozialer Bindung herangezogen. 2000) beschrieben wird.29). Die Endpunkte der Likert-Skala waren mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. SD = .cycosmos. Die beiden am häufigsten ausgewählten Avatare 356 . ihr im Internet begegnet. ist somit also gut einsetzbar. Am häufigsten wurden die StarAvatare Lara Croft (72 Prozent Bekanntheitsgrad). Die Stichprobe war also selbst rekrutiert.54 Mal [SD = 23. 58 Prozent der befragten Personen waren weiblich.82. Perse & Powell.

81 1.85) unterscheiden sich hinsichtlich der mittleren Beziehungsintensitäten sowohl vom Gesamtmittelwert als auch untereinander (t(295) = . als wenn ich mit Freunden zusammen wäre.84 0. würde ich es auf jeden Fall lesen Wenn [Name] seine/ihre Meinung oder auch persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringt.12 1.21 1.86. z. die zusammen 63 Prozent der Varianz aufklären. dass ich in Gedanken oder auch tatsächlich irgendetwas zu [Name] sage Ich glaube.81 . versuche ich. das Bild von [Name] zu Hause auf meinem Bildschirm zu sehen Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über [Name] stünde.29 1.37 1.85 2. kann ich mir immer gut ein Bild über sie/ihn machen. wenn [Name] mal nicht wie gewohnt auf einem Internetangebot auftauchen würde Wenn es möglich wäre.90 .70 2. 1997) hat sich die Skala zur Messung parasozialer Bindungen als mehrdimensional erwiesen. [Name] und ich sind uns ziemlich ähnlich Wenn ich [Name] sehe.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Lara Croft (M = 1. möglichst viel über [Name] zu erfahren. 1998. Gleich.77. In verschiedenen Studien über parasoziale Beziehungen (z.82 2.45 dargestellt.70 .29 1.98 1. B. Standardabweichungen und Faktorenladungen der Items auf den zwei Dimensionen parasozialer Beziehung.50 1.53 357 .77 . SD = .42 0.74 Manchmal passiert es mir. dann fühle ich mich wohl Auch wenn ich gerade nicht auf der Homepage von [Name] bin.19 . die hohe Werte auf dieser Dimension erreichen. würde ich [Name] gerne einmal persönlich kennen lernen 1. um die inhaltliche Qualität der parasozialen Bindung an Avatare differenzierter erfassen zu können (vgl.24 .56. Der erste Faktor umschreibt eine enge freundschaftliche Beziehung. wurden ausgeschlossen. Die Faktorenanalyse parasozialer Beziehungen ergab zwei Hauptkomponenten.82 .33 1.39 . die keinem der beiden Faktoren trennscharf zugeordnet werden konnten.69 . Fünf Items. ns) nur in geringem Maße.59 .91 1. über ihre/seine Persönlichkeit In manchen Situationen fühle ich mich an [Name] erinnert Wenn [Name] auf einem bestimmten Internetangebot auftauchen würde. Visscher & Vorderer. ist das jeweilige (Internet-) Angebot für mich attraktiver Mir würde sofort auffallen.67 1. Dimensionen der parasozialen Beziehung zu Avataren. kommt es mir vor.41 1.03 1. Es werden nur Faktorladungen >. SD = . um sie/ihn noch besser kennen zu lernen Wenn ich [Name] begegne. 1996a.73 . B. in der die Medialität des Lieblings-Avatars von den Nutzern weitestgehend ausgeblendet wird. Tabelle 1). Personen. betrachten also den Avatar als „echten“ Tabelle 1: Mittlere Zustimmung (auf einer Skala von 1-5).03 0.27 1. Vorderer. Deshalb wurde auch in der vorliegenden Studie eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit VARIMAX-Rotation) durchgeführt.81) und E-Cyas (M = 1.10 1. Item M SD Faktorladungen (n=320) Faktor Faktor 1 2 1.83 .17 2. dann würde ich mir dieses Internetangebot bestimmt anschauen Ich finde es angenehm.

Das Item „Wenn es möglich wäre. SD = . ihn persönlich kennen zu lernen.89) etwas intensiver ausfällt als die quasi-reale (M = 1. er erklärt 32 Prozent der Gesamtvarianz. Etwas schwächere Beziehungen liegen ferner von Frauen zu weiblichen Star-Avataren vor. SD = 1. kann überhaupt erst der Wunsch entstehen. die sich für den gleichen Lieblings-Avatar entschieden. Vergleicht man die Intensität der Beziehungsdimensionen von Frauen und Männern zu weiblichen bzw. wobei die mediale Beziehungsdimension (M = 2. Für Personen. besitzen demzufolge Avatare eher ästhetische als soziale Qualität. in denen der Avatar erscheint. p < . Innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer die intensivsten Beziehungen zu weiblichen Star-Avataren. neigt auch zu intensiveren medialen Beziehungen mit ihm oder ihr (r = . die mediale Beziehungen zu Avataren fördert. SD = .02.01). wenn man nur die Personen betrachtet.00) und quasi-realer (M = 1.49.83). doch er bleibt an sein Medium gebunden. 358 .01).86). die Lara Croft als bevorzugten Avatar angegeben haben. die hohe Werte auf der zweiten Dimension erreichen.50.56.M&K 49. Die Rolle des Geschlechts von Rezipienten und Persona. p < .79. Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1.78) Beziehungsdimension findet sich ebenso bei dem männlichen Star-Avatar E-Cyas. Wer einen virtuellen Akteur als attraktiv beschreibt. ist deren wahrgenommene Attraktivität. Tabelle 2).07. SD = . SD = 1. so ergeben sich vier mögliche Verknüpfungen. ist die mediale Beziehungsdimension ausgeprägter (M = 2. dessen Virtualität einer engen Verbundenheit nicht im Wege steht. Jahrgang 3/2001 Freund.00) als die quasi-reale Dimension (M = 1. Demgegenüber entspricht der zweite Faktor einer medialen Beziehungsdimension. Bei Befragten. Insofern macht sich die Abhängigkeit virtueller Akteure von ihrer medialen Vermittlung im empirischen Beziehungsmuster bemerkbar: Die parasozialen Bindungen zu Avataren sind eher durch das Bewusstsein der Medialität geprägt und besitzen kaum die Qualitäten einer „echten“ sozialen Beziehung. Die höhere Ausprägung der medialen Dimension findet sich auch wieder. Der Faktor wird entsprechend als quasi-reale Beziehungsdimension bezeichnet. Eine Varianzanalyse bestätigt den Interaktionseffekt (F(1. SD = . Denn im Vergleich dazu spielt die Attraktivitätseinschätzung für die quasi-reale Beziehungsdimension eine geringere Rolle (r = .333) = 9. Cronbachs α = .53. würde ich [den Lieblings-Avatar] gerne einmal persönlich kennen lernen“ lässt sich im Rahmen dieses Faktors nur schlecht interpretieren. männlichen Star-Avataren. Die Mittelwerte der beiden Beziehungsdimensionen weichen kaum vom geringen Durchschnittswert der Gesamtskala ab.69.46. wobei dessen oder deren Aussehen allein noch keine „Freundschaft“ oder enge Bindung verursacht. Der Faktor „mediale Beziehungsdimension“ erklärt 31 Prozent der Gesamtvarianz. und die schwächsten Beziehungen innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer zu männlichen Star-Avataren (vgl. vor Beziehungen von Frauen zu männlichen Star-Avataren. denn er umfasst Items.28.10. welche die Vermitteltheit und Künstlichkeit des Avatars in den Vordergrund stellen. die Medienangebote.99. Cronbachs α = . Die zentrale Größe. Eine inhaltliche Verbindung zur medialen Beziehungsdimension könnte man darin sehen.01). ist also motiviert. p < . Der Unterschied zwischen medialer (M = 2. Diese Medialität ist ein bewusst erlebter Bestandteil der Relation zum virtuellen Akteur.333) = 1. Die Beziehung zum Avatar ist durch das Wissen um die Irrealität des Avatars geprägt: Er kann zwar interessant sein und zu wiederholter Interaktion einladen. zu nutzen. Die Intensität der zwei extrahierten Beziehungsdimensionen lässt sich anhand der Mittelwerte der jeweils zugeordneten Items bestimmen. dass das Item eine Differenzierung zwischen „persönlicher Bekanntschaft“ und „medial vermittelter Bekanntschaft“ impliziert: Weil der Lieblings-Avatar nur aus den Medien bekannt ist.

86) n = 35 2. Insofern legt die gefundene Zwei-Faktoren-Lösung nahe. zum Beispiel das Modell eines schönen Menschen verkörpern.26.04) n = 107 Mediale parasoziale Beziehung zu weiblichen Avataren (M und SD. noch ergeben sich Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. Diskussion Die parasozialen Beziehungen der Befragten zu ihrem selbst ausgesuchten LieblingsAvatar sind nur schwach ausgeprägt. weil die Mittelwerte der verschiedenen Avatare auf der Skala zu parasozialen Beziehungen sehr gering ausfallen. Avatare sind also offensichtlich in der Lage. Es finden sich keine Hinweise darauf. Die Rezipienten wahren ihnen gegenüber eine gewisse Distanz. Tabelle 2: Intensität der medialen parasozialen Beziehung (Mittelwerte auf einer Skala von eins bis fünf) in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten und des Lieblings-Avatars.61. Diese Erkenntnisse können jedoch noch nicht als gesichert gelten.89 (1. Die Dimensionierung der parasozialen Beziehung in quasi-reale Beziehungsdimension einerseits und mediale Beziehungsdimension andererseits entsprechen recht gut der Einteilung. feste „Freunde“ von Internetnutzern zu werden.75 (. dass zu Avataren strukturell ähnliche Beziehungsmuster bestehen wie zu Fernsehfiguren.333) = .Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare ns) und für das Geschlecht des Avatars (F(1. Dennoch gibt es Anzeichen dafür.03.333) = .00) n = 93 Männlich Weiblich Innerhalb der quasi-realen Beziehungsdimension findet sich dagegen weder ein Interaktionseffekt zwischen dem Geschlecht der Befragten und des Star-Avatars (F(1. wobei sie die Erscheinung der virtuellen Figuren sehr wohl als attraktiv empfinden können. dass auch zu virtuellen Akteuren Ansätze parasozialer Beziehungen entstehen. was ebenfalls ein aus dem Fernsehbereich bekanntes Muster (Vorderer & Knobloch. dass virtuelle Akteure bereits das Potenzial besitzen. Anzahl der Fälle) 2. Geschlecht der Befragten Mediale parasoziale Beziehung zu männlichen Avataren (M und SD.10 (1. Dafür spricht auch. jedoch nicht. ns). ns) oder das Geschlecht des Avatars (F(1.30 (. ns).333) = . Medienpublika an sich zu binden – wenn auch nicht sehr fest –.26.95) n = 107 1. 359 . sondern indem sie ästhetische Präferenzen bedienen. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen etwas intensiver zu sein scheinen als gleichgeschlechtliche. Anzahl der Fälle) 1. ns) können hingegen nicht ausgemacht werden. die Vorderer (1998) vornimmt. 1996) darstellt. indem sie starke parasoziale Beziehungen knüpfen. Zukünftige Untersuchungen müssen hier weitere Klärung erbringen.333) = .

Klimmt & Vorderer. Sie dürfte neben dem Videospiel-Helden Mario die bekannteste virtuelle Figur sein. die Protagonistin der mittlerweile fünfteiligen Computerspiele-Reihe Tomb Raider. auch Rettberg. Jahrgang 3/2001 Studie 2 Fragestellung Studie 2 konzentrierte sich auf einen einzigen virtuellen Akteur. Es liegt daher nahe zu vermuten. „trifft voll und ganz zu“ bezeichnet. Insofern kann sie als Mischform aus Stellvertreter. Er umfasste insgesamt elf Seiten. füllt dank ihrer „körperlichen“ Erscheinung ganze Bilderstrecken in Zeitschriften und ziert zahlreiche Fanposter (vgl.bzw. In der Studie wurde deshalb ein Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft mit der Bindung an eine beliebte Figur aus Film oder Fernsehen angestellt. wurden einige Items so umformuliert.und Star-Avatar begriffen werden. 2001) wurden die parasozialen Beziehungen zu Lara Croft und zu einer von den Teilnehmern genannten Lieblingsfigur aus Film oder Fernsehen erhoben. gibt „Interviews‘. wie viele Tomb Raider-Titel die Teilnehmer besaßen und wie sie diese bewerteten. und zum anderen ist Lara Croft auch in zahlreichen anderen Medienangeboten in Erscheinung getreten: Sie „spielt“ in einem Musikvideo („Männer sind Schweine“) mit. inwiefern die parasozialen Beziehungen zu einer – besonders bekannten – virtuellen Figur hinsichtlich ihrer Intensität und Qualität den parasozialen Bindungen zu einer besonders populären Fernsehfigur ähnlich sind. Für den Durchlauf. Zusätzlich wurde abgefragt. auf den wortgleichen Internet-Fragebogen wurde im Anschreiben hingewiesen. Durch die Modifikationen sollte die 20-Item-Skala speziell die Qualität der parasozialen Beziehungen besser erfassen. Die Fragen konnten auf Wunsch auch online beantwortet werden. der Lara Croft betraf. Fernsehfigur. denn zum einen gehören die Tomb Raider-Spiele zu den meist verkauften Titeln weltweit. Dazu kam die in der Forschung über parasoziale Beziehungen bewährte Skala von Rubin. nämlich auf Lara Croft. 360 . Sie könnte ebenso als beliebter und bewunderter „Star“ fungieren wie zum Beispiel die Action-Helden aus Kino oder Fernsehen. Die Teilnehmer füllten die Skala zunächst in Bezug auf Lara Croft aus. dass Lara Croft den Mediennutzern und Computerspielern „Angebote“ für parasoziale Beziehungen unterbreitet. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden. auch Klimmt. dass sie besser zum Kontext der Computerspiele passten. So wurde beispielsweise das Item „Ich freue mich darauf. 1999). denn während des Computerspielens agiert sie unter der vollständigen Kontrolle durch die Spieler. Unter den Teilnehmern wurden zahlreiche Preise verlost.und Videospiele (vgl. Der Fragebogen wurde an 5000 Personen aus der Kundendatenbank eines großen ComputerspieleUnternehmens verschickt. nannten anschließend ihre bevorzugte Figur aus Film oder Fernsehen und beantworteten dann die Skala erneut. Methode Im Rahmen einer größeren Studie über Computer. Lara Croft in der nächsten Tomb Raider-Folge wieder zu sehen“ (siehe Anhang). In beiden Varianten waren die Endpunkte der Likert-Skala mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw.M&K 49. Perse und Powell (1985) in der modifizierten Form von Vorderer und Knobloch (1996) zum Einsatz. bei ihren sonstigen Medienauftritten wird sie dagegen als selbstständige Persona inszeniert. [Name der Lieblingsfigur] in der nächsten Folge wieder zu sehen“ umformuliert in „Ich freue mich darauf. dieses Mal in Bezug auf die genannte Film. 2001.

Sie sind hinsichtlich ihrer Darstellungsform ähnlich „abstrakt“ wie die Computerfigur Croft und wurden deswegen einem gesonderten Vergleich unterzogen. Bei den Personen. Die Skalen zur parasozialen Interaktion erzielten zufriedenstellende Reliabilitätswerte. Vergleich der Indizes.36) der zum Erhebungszeitpunkt erhältlichen vier Tomb Raider-Titel. Im letzten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und bestimmten in der bisherigen Forschung als zentral erachteten Merkmalen wie Dauer der „Bekanntschaft“ zur Persona betrachtet. Das Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft (M = 2. Mit Abstand am häufigsten genannt wurden Bart und Homer Simpson aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“. dass männliche Befragte starke Bindungen zu weiblichen TV-Figuren wie Pamela Anderson berichten. übertrieben weiblichen Aussehens von Lara Croft lag es nahe.60. Tabelle 3). Insofern war der Avatar Lara Croft in der Stichprobe sehr gut bekannt.43.94) als auch im Durchlauf für die Lieblingsperson aus Film und Fernsehen (über alle genannten Figuren hinweg: Cronbachs α = .Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Ergebnisse Insgesamt schickten 349 Personen den Fragebogen ausgefüllt zurück (Rücklaufquote: sieben Prozent). Da die überwiegende Mehrheit der Befragten männlich ist. Rund 26 Prozent der Befragten nutzte das Internet zur Beantwortung.80) fällt geringer aus als zur Lieblingsfigur aus Film und Fernsehen (M = 2. Die Befragten besaßen im Durchschnitt zwei (M = 2. indem das Geschlecht der TV-Person berücksichtigt wird (vgl. besteht dieser Abstand zwischen TV-Figur und Lara Croft ebenfalls. p < . SD = . die eine männliche TV-Figur bevorzugten. Insofern lässt sich 361 . den Vergleich der parasozialen Beziehungen zu verfeinern.91 Jahre). Die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Teilnehmer war männlich.06.90) ergeben sich akzeptable interne Konsistenzen. das Durchschnittsalter lag bei etwa 21 Jahren (M = 20. jedoch liegen die Werte im Vergleich zu der Subgruppe mit weiblichen Lieblingsfiguren etwa einen halben Skalenpunkt niedriger – sowohl für die TV-Figur als auch für Lara Croft. Vergleich von weiblichen und männlichen TV-Personen mit Lara Croft.14.01). SD = 8. Die parasozialen Beziehungen zu weiblichen TV-Figuren erzielten den höchsten Wert im Indexvergleich. Sowohl für Lara Croft (Cronbachs α = . SD = . Im dritten Schritt wurde eine Subgruppe von TV-Personae Lara Croft gegenübergestellt.80). Es folgten Al Bundy sowie Agent Moulder aus der Mystery-Serie „Akte-X“. SD = 1. Der Unterschied ist signifikant (t(321) = -11. Die Beziehung zu Lara Croft fällt im Vergleich zu den weiblichen TV-Figuren deutlich schwächer aus. Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen nannten 325 Teilnehmer. Wie schon in Studie 1 erreicht der virtuelle Akteur also nur einen geringen Wert in der Skala zur parasozialen Beziehung und bleibt zusätzlich auch deutlich hinter der Lieblings-TV-Figur zurück. Unter den 131 genannten Personae befanden sich höchst unterschiedliche Charaktere. konnte eine Geschlechterdifferenzierung auf Seiten der Teilnehmer nicht realisiert werden. Die Auswertung beinhaltete vier Schritte. und zwar die Gruppe der Zeichentrick-Charaktere. Vorderer und Knobloch (1996) fanden ebenfalls. nur knapp 15 Prozent der Teilnehmer besaßen kein eigenes Tomb RaiderSpiel. zum Beispiel das Pokémon Pikachu und Marcel Reich-Ranicki.76 Jahre. Zunächst wurden die Skalen zur parasozialen Beziehung zu Mittelwert-Indizes zusammengefasst und für Lara Croft und die genannte TV-Lieblingsfigur gegenübergestellt. Angesichts des betont bzw. Anschließend wurden die Lieblings-TV-Personen nach ihrem Geschlecht getrennt betrachtet und die parasozialen Bindungen zu ihnen erneut mit Lara Croft verglichen.

97 (. SD = . Bei genauer Betrachtung erreicht Lara Croft nämlich bei den Items aus der Skala „… ist erotisch“ und „Ich finde … attraktiv“ die höchsten Werte und wird dort nur von jungen TV-Heldinnen wie Buffy.31 (273) p < .77. Daher werden die parasozialen Beziehungen zu Zeichentrickfiguren (u. Dies gilt jedoch nicht im Vergleich zu einer Subgruppe von TV-Personae. Das von Vorderer und Knobloch (1996) berichtete Beziehungsmuster zwischen männlichen Rezipienten und weiblicher Persona scheint also auch auf Lara Croft zuzutreffen. die intensivere parasoziale Bindungen an TV-Figuren berichten. Kenny und Stan aus South Park) mit den Bindungen an Lara Croft verglichen.M&K 49.07. Zum Vergleich: Der Index-Wert der parasozialen Beziehung zu den übrigen (fotorealistischen) Personae (M = 2. ob Personen.77) und die Lieblings-TV-Figur (M = 2. Korrelate von parasozialen Beziehungen zu Lara Croft. Insofern lässt sich die parasoziale Bindung an Lara Croft eher mit der an Zeichentrickfiguren als mit der an TV-Personae aus Fleisch und Blut vergleichen.18.64 (47) α p < .78) t-Wert im Vergleich zu Lara Croft (df) –4. Die Analyse dieser Zusammenhänge kann 362 . zum Beispiel zwischen der parasozialen Beziehung und der Dauer der „Bekanntschaft“ mit der Persona (vgl. nämlich zu Zeichentrickfiguren. Lara Croft unterscheidet sich von TV-Personae durch ihre vergleichsweise unrealistische Erscheinung.77) 2. sowie der Bewertung dieser Spiele betrachtet. Vergleich der parasozialen Beziehungen zu Lara Croft mit den Beziehungen zu Zeichentrick-Figuren. pflegt also eine länger andauernde „Bekanntschaft“ mit ihr.24. Jahrgang 3/2001 Tabelle 3: Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und zur Lieblings-TVFigur. Insgesamt wählten 87 Befragte eine Zeichentrickfigur als Lieblings-Persona. SD = . SD = . p < . 1998) fanden sich immer wieder Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu TV-Personen und anderen Merkmalen. In der bisherigen empirischen Forschung über parasoziale Beziehungen (im Überblick: Gleich. die eine weibliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 48) Personen. 1997. desto mehr Zeit hat sie auch mit Lara Croft verbracht.01). ns).09 (. die auch Horton und Wohl (1956) schon postuliert hatten. 1989).01 die parasoziale Beziehung zu Lara Croft eher mit der zu einer weiblichen TV-Figur als mit der Bindung an eine männliche Figur vergleichen. die eine männliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 274) 2. Vorderer.54 (. die die Befragten besaßen. so ist zu vermuten.79. Homer und Bart Simpson.78) –10.49 (. a. Perse & Rubin. auch zu einer stärkeren Bindung an Lara Croft neigen.77) liegt deutlich höher als der Wert für die Zeichentrickfiguren (t(317) = 6. aufgeschlüsselt nach Geschlecht der genannten TV-Figur Mittelwert PSBIndex zu Lara Croft (SD) Personen. Im letzten Auswertungsschritt wurden daher die Zusammenhänge zwischen dem Index-Wert der parasozialen Bindung an Lara Croft und der Anzahl der Tomb Raider-Spiele.66) nur geringfügig (t(84) = -1. In dieser Subgruppe unterscheiden sich die Index-Werte für Lara Croft (M = 2. Darüber hinaus wurde untersucht.01 2. der Dämonenjägerin übertroffen. Sie sind ebenfalls weniger genaue Abbilder von „echten“ Menschen. Je mehr Tomb Raider-Spiele eine Person besitzt.96) Mittelwert PSBIndex zur TVFigur (SD) 2.

wie Mediennutzer mit virtuellen Akteuren umgehen. Schließlich zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und der Beziehung mit der Lieblings-TV-Figur (r = . 1998. p < . nämlich die Dauer der Bekanntschaft und die positive Bewertung des Medienangebots. p < . Andererseits handelte es sich bei der Stichprobe um überwiegend intensive Nutzer von Tomb Raider-Spielen.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare weitere Hinweise zu der Frage liefern. Für diese Bewertung spricht.oder Fernsehfiguren vergleichbar ist. auch auf die Relation zu Lara Croft aus. Gleichwohl lassen sich Anzeichen zumindest für schwache Bindungen finden. p < . Insofern hat die Studie einige Hinweise darauf geliefert. in dem die Persona auftritt. dass diese Bindungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Fernsehcharakteren und vor allem von der von männlichen Mediennutzern empfundenen Attraktivität der weiblichen Persona Croft getragen werden.01). dass sich die gefundenen Intensitätsunterschiede zwischen Lara Croft und der Fernseh-Figur einebnen.48. Wer sich also auf eine intensive Bindung an eine Fernsehfigur einlässt. In der vorliegenden Studie war Lara Croft als Spiel-Figur vorgegeben worden und muss deswegen nicht zwangsläufig bei den Befragten so populär gewesen sein wie die selbst gewählte Lieblings-TV-Figur. so dass insgesamt ein Vergleich zwischen Croft und Fernsehfigur auch nicht völlig unangemessen erscheint. p < .01).01). Horton & Strauss. Diskussion Die virtuelle Akteurin Lara Croft ist offensichtlich nicht in der Lage. 4. wenn sich die Befragten nicht nur ihre LieblingsTV-Figur. deren Intensität mit den Bindungen zu Film.43. Die nicht fotorealistische. die bereits bei TV-Heldinnen für intensivere Beziehungen sorgt. Schließlich finden sich bei den parasozialen Bindungen an Croft Korrelate. fühlt sich auch eher dem virtuellen Akteur Croft verbunden. Vorderer. dass sich die Dimensionalisierung der in Studie 1 angewendeten Skala mit der Einteilung in anderen Untersuchungen zu parasozialen Beziehungen (Visscher & Vorderer. was ebenfalls mit den Ergebnissen aus dem Fernsehbe- 363 . Jedoch ist es durchaus denkbar. So wirkt sich die wahrgenommene Attraktivität. 1956. inwiefern sich das Verhältnis der Mediennutzer zum virtuellen Akteur Lara Croft mit dem zu einer TV-Persona vergleichen lässt. sondern gezeichnete Darstellungsform der Figur Croft macht sie hinsichtlich der Beziehungsintensität vergleichbar mit TV-Zeichentrickfiguren und unterscheidet sie deutlich von „echten“ TV-Personae. parasoziale Beziehungen anzubieten. 1957) theoretisch und empirisch als fruchtbar. Schlussbetrachtung und Ausblick Um die Frage zu klären.42. Auch die über 10er-Skalen erhobene Bewertung der Spiele weist einen deutlichen Zusammenhang mit der parasozialen Beziehung zu Lara Croft auf (für Tomb Raider 3: r = .01 und für Tomb Raider 4: r = .60. die als typisch für die Bindung an Personae gelten. Ähnlich wie bei TV-Serienfiguren hängt auch bei Lara Croft das Ausmaß der parasozialen Beziehung mit der Länge des Kontakts zusammen. 1998) deckt und dass sich in Studie 2 Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft. Die Anzahl der von den Befragten besessenen Tomb Raider-Spiele korreliert relativ hoch mit der parasozialen Bindung (r = . sondern auch ihre Lieblings-Spiel-Figur aussuchen dürfen. der Dauer der „Bekanntschaft“ und der Bewertung der Tomb Raider-Spiele finden. erweist sich der Zugang der parasozialen Beziehungen (Horton & Wohl. dass Computerspieler parasoziale Beziehungen zu einer virtuellen Akteurin entwickeln.

1997). geprägt. Gleich. Vorderer. Bente. Auf diese Weise für den Dialog mit den Mediennutzern gerüstet. nämlich der TV-Figuren. den Rezipienten bzw. Es ist jedoch abzusehen. 1999. Die parasozialen Beziehungen sind wenig intensiv und von der Medialität. Je mehr und je komplexere Avatare die digitalen Welten bewohnen. aber auch für den Bereich der interaktiven Unterhaltung (Durkin & Aisbett. 1999). Wenngleich Avatare für die Befragten beider Studien keine Bedeutung im Sinne von Freunden oder guten Bekannten haben. 1996). 1995). Jahrgang 3/2001 reich korrespondiert (Perse & Rubin. 1996. der Abhängigkeit des virtuellen Akteurs von der Darstellung in einer künstlichen Medienumgebung. als bewunderte Stars oder gar Freunde eignen sie sich weniger. Dies gilt nicht nur. dürften virtuelle Akteure der kommenden Generationen auch als Bezugsperson für stärkere parasoziale Bindungen in Betracht kommen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Virtual-Reality-Systemen in zahlreichen Anwendungsbereichen sollte die medienpsychologische Forschung mit der Entwicklung insbesondere virtueller Charaktere Schritt halten. So wahren die Mediennutzer eine gewisse Distanz zu den „neuen Prominenten“ wie E-Cyas oder Lara Croft. wie Mensch und Avatar miteinander interagieren. In diesem Zusammenhang ist auch das Ergebnis plausibel. DeBecker & Giles. inwiefern das Instrument für die Anwendung auf virtuelle Akteure geeignet ist. Von der geradezu überschwenglichen Bewunderung und Verehrung. ihren „Zielgruppen“ zu gefallen. Vorderer & Knobloch. Entsprechend stellt sich die Frage. Klimmt. wie sie typisch ist für Fans von TV-Stars (Leets. bis zu welchem Maße sich die parasozialen Beziehungen zu ihnen tatsächlich denen zu menschlichen Prominenten angleichen werden. also kognitiv repräsentiert. Während ihre äußere Erscheinung also bereits auf die Zustimmung der Rezipienten trifft und zur Publikumsbindung beiträgt. sind die Beziehungen zu Avataren weit entfernt: Die Bezugspersonen (die Avatare) sind dem Namen und dem Aussehen nach den Mediennutzern bekannt. desto größere Erkenntnispotenziale bergen Untersuchungen darüber. Perse und Powell (1985) wurde bereits im Kontext des ursprünglichen Einsatzgebiets. dass virtuelle Akteure in Zukunft vor allem an Interaktionskompetenz gewinnen werden (Bente & Otto. wird abzuwarten bleiben. An der in den vorgestellten Studien zugrunde gelegten Standard-Skala von Rubin. in der Perspektive der Rezipienten eine andere Kategorie darstellen als Figuren aus Film und Fernsehen. 1989). sie besitzen jedoch nur eine geringe emotionale Relevanz. 364 . Weil jedoch mit verbesserten Konversationsfähigkeiten das Wissen der Rezipienten um die Virtualität von Avataren nicht gelöscht werden kann. Krämer & Buschmann. dass virtuelle Akteure. 2001). werden Avatare auch ihre „inneren“ Fähigkeiten verbessern. wissen die Mediennutzer doch die ästhetischen Qualitäten virtueller Akteure zu schätzen. Insgesamt scheinen also die heute verfügbaren Avatare in der Lage zu sein. Für entsprechende Studien müssen allerdings neue Erhebungsinstrumente entwickelt werden. Es ergeben sich also in den Daten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Erkenntnissen der Forschung über parasoziale Beziehungen zu Fernseh-Personae. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen intensiver ausgeprägt sind als gleichgeschlechtliche. 2000. Der Zusammenhang zwischen der Attraktivität des Avatars und der Stärke der „medialen“ parasozialen Beziehung wird in beiden Studien deutlich und ist auch aus der Forschung im Fernsehbereich bekannt (Gleich. Die beiden vorgestellten Befragungsstudien über parasoziale Bindungen an Avatare zeigen. 1997. Petersen.M&K 49. Kritik geübt (Hippel. Bereits die hier beschriebenen ersten Annäherungen an parasoziale Beziehungen zu Avataren stießen an Grenzen der Skala. 1992. wie sie heute im Internet und in Computerspielen zum Einsatz kommen.

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wie z. B. • Manchmal vergleiche ich mein Leben mit dem Leben von Lara Croft. • Wenn ich Probleme habe. 368 . • Manchmal vergleiche ich das Leben von Lara Croft mit dem Leben von Verwandten. • Ich empfinde Lara Croft als echte Person. • Auf Lara Croft kann man sich verlassen. „Pass auf“. • Ich bewundere Lara Croft. wie Lara Croft sich selbst in meiner Situation verhalten würde.M&K 49. dass ich Lara Croft etwas zurufe. • In vielen Punkten ähnelt das Leben von Lara Croft meinem Leben. Freunden und Bekannten. • Ich wäre gerne wie Lara Croft. Jahrgang 3/2001 • In besonders spannenden Situationen kommt es schon mal vor. überlege ich mir manchmal.

den Hörfunk selbstbestimmt als Kommunikationsmittel zu nutzen. dass die Besonderheit freier Radios darin besteht. dass nichtkommerzielle lokale Hörfunkstationen nicht entstanden seien (1991: 355). Vogel (1991) hat allgemein Formen der Bürgerbeteiligung am Rundfunk analysiert und geht dabei am Rande auch auf freie Radios ein. 369 . 1. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Diskussion inner. die im Rahmen des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen senden. werden sie von der Kommunikationswissenschaft fast vollständig ignoriert. Dabei ist die Situation in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich. Einleitung Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios dreiundzwanzig freie Radios in der Bundesrepublik. Anhand einer konversationsanalytischen Untersuchung von Sendungen des coloRadio in Dresden wird gezeigt. verkennt jedoch deren Formen von Zugangsoffenheit und wird daher deren Senderealität nicht gerecht. Hessen oder Niedersachsen nichtkommerzielle Lokalradios in den jeweiligen Landesmediengesetzen vorgesehen sind und dementsprechend viele solche Radiosender existieren.Sprechen im freien Radio Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks Jan Pinseler In den 90er Jahren hat sich die Zahl der lizenzierten freien Radios in der Bundesrepublik Deutschland vervielfacht. Obwohl es freie Radios also seit einigen Jahren fast in der ganzen Bundesrepublik gibt.de/bfr/bfr-karte. Nicht mitgezählt wurden Radiogruppen. dass das Potenzial dieser Sender vor allem darin besteht. Februar 2001).pdf (Stand: 28. der die freien Radios in den Gesamtzusammenhang einer „Theorie alternativer Kommunikation“ einbindet und dabei eine detaillierte Bestandsaufnahme Freier Radios in der BRD bis Mitte der achtziger Jahre leistet. Aus der Kontrastierung dieser Ergebnisse mit konversationsanalytischen Studien zu 1 Vergleiche www. die eher Gesprächen im Alltag ähneln. Daraus folgt. Daran schließt eine konversationsanalytische Untersuchung von Gesprächen in einem freien Radio an. Kleinsteuber (1991). 2 Ausnahmen sind Weichler (1987). dass hier sowohl Gespräche möglich sind. Aus den Selbstbeschreibungen freier Radios und theoretischen Überlegungen aus ihrem Umfeld lässt sich ableiten.1 Die meisten dieser Radiosender haben erst in den letzten fünf bis acht Jahren eine Lizenz erhalten.und außerhalb freier Radios über die Möglichkeiten und Potenziale freie Radios eingegangen. gibt für Deutschland den freien Radios eine Mitschuld daran.freie-radios.2 Im Folgenden soll zunächst kurz die Entwicklung der freien Radios in der Bundesrepublik nachgezeichnet werden. sondern dass es aufgrund der größeren Nähe zur Alltagssprache auch anderen Personen möglich ist. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. Während etwa in Baden-Württemberg. der hauptsächlich einen internationalen Vergleich nichtkommerzieller Radios vornimmt. die strukturell die Form von Nachrichteninterviews haben. Für die Hessische Landesmedienanstalt hat Merz (1998) die als nichtkommerzielle Radios in Hessen lizenzierten Sender untersucht. das Medium Hörfunk zu „entzaubern“. eine Sprache des Alltags auch im Hörfunk zu verwenden und unterschiedliche subjektive Standpunkte zu Gehör zu bringen. werden freie Radios zum Beispiel in Bayern und Sachsen wie private Hörfunksender behandelt und sind in einer schwierigeren rechtlichen Lage. als auch Gespräche.

ein gemeinsames Senden zu befördern. 4 Vergleiche zum Beispiel Freies Sender Kombinat (1994). andererseits eine Vielzahl nichtkommerzieller Lokalradios. ein medium aus seinem verwertungszusammenhang zu lösen. Die Strukturen freier Radios sollen dementsprechend zum einen die Zugänglichkeit und die Offenheit nach außen herstellen und zum anderen Einschaltmöglichkeiten schaffen. Das Ziel besteht darin. das Werbung sendet. sondern die gemeinsame Erstellung eines zusammengehörenden Produkts. Freie Radios in der Bundesrepublik 2. 1994: 8). Mit Emanzipation ist dabei gerade keine medienpädagogische Erziehung zum richtigen Hören oder Senden gemeint. sondern die prinzipielle Austauschbarkeit von Hörenden und Sendenden. auch Weichler. Sie schließen Werbung als Einnahmequelle grundsätzlich aus.M&K 49. Eine Ausnahme ist Radio Z. die sich selbst als „freie“ Radios bezeichnen und im Bundesverband Freier Radios (BFR) vereinigt sind. V. Unterschiede bestehen jedoch auch innerhalb der nichtkommerziellen Lokalradios hinsichtlich ihres Selbstverständnisses.und – vor allem – Hörfunksender entwickelt. dessen Ziel erklärtermaßen darin bestand. dass sie feste Strukturen haben. 370 . ziel ist dabei die emanzipation der hörenden und sendenden innerhalb der konventionellen medienlandschaft“ (Freies Sender Kombinat. 1983: 134. Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin. Ihre Finanzierung versuchen die freien Radios zu einem großen Teil aus Mitgliedsgebühren und Spenden zu sichern. Grothe & Müller (1994). 1987).1 Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen In der Bundesrepublik hat sich vornehmlich in den letzten fünf bis zehn Jahren eine sehr vielfältige Szene nichtkommerzieller lokaler Fernseh. Die Redakteure sollen miteinander über das kommunizieren und diskutieren. die offen sind für Mitarbeit und diese zu ermuntern versuchen. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e.und Universitätsradios dadurch aus. Während Offene Kanäle grundsätzlich offen für jede Sendung sind. Jahrgang 3/2001 Nachrichteninterviews einerseits und zu Gesprächen im Alltag andererseits soll schließlich abgeleitet werden. Dazu gehören einerseits schon länger eine ganze Reihe von Offenen Kanälen. 2. Ziel freier Radios ist nicht die vereinzelte Herstellung von Sendungen. Freie Radios in den siebziger und achtziger Jahren wollten Medien der 3 Vergleiche zu Offenen Kanälen etwa Kamp (1989) oder Jarren. die über die auszustrahlenden Sendungen entscheiden. waren sie vor allem Ausdruck eines Bedürfnisses nach selbstbestimmten Medien. Freie Radios zeichnen sich – so kann aus ihren Selbstbeschreibungen gefolgert werden – in Abgrenzung zu öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sowie zu Ausbildungs. was gesendet werden soll. vgl.4 „freies radio ist der versuch. Eine große abgrenzbare Gruppe machen die Radios aus. bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten“ an die Öffentlichkeit zu bringen (Network Medien-Cooperative. die Möglichkeit. indem das Programm selbst klar und nachvollziehbar strukturiert ist. Als die freien Radios in der alten Bundesrepublik entstanden. (1995) und Radio-Initiative Dresden (1994).3 haben nichtkommerzielle Lokalradios feste Redaktionen. das Medium Hörfunk eigenverantwortlich zu nutzen. inwieweit sich freie Radios in ihrer Praxis von anderen Hörfunksendern unterscheiden.

Diese versuchte. Für die Praxis westdeutscher freier Radios wurden vielmehr die kritischen Medientheorien von Brecht (1932/1975) und Benjamin (1934/1966).6 Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht (nur) mit anderen Inhalten.Pinseler · Sprechen im freien Radio Gegenöffentlichkeit sein. wo ihre unverstellte Alltagsrealität in den Programmen bleibt“ (Faecke & Haag.5 Die Forderungen nach einer unvermittelten Kommunikation. 1978: 5). 1983: 106 – 107). nach eigenen Medien wurden immer lauter.7 Diese italienischen Erfahrungen wurden zwar theoretisch reflektiert. Wichtigste Ziele dieser Radios waren dabei erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders. die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören und in den Zeitungen nicht zu lesen waren. Parallel dazu hatte sich ab Mitte der siebziger Jahre in Westdeutschland die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks intensiviert. und es wurde immer klarer. Ruoff. Zum anderen wurde aber auch die Frage gestellt. dass es privat-kommerzielle Betreiber von Hörfunk und Fernsehen geben würde. vergleiche auch Eco & Grieco (1978). wie sich das Me- 5 Vergleiche zur Rolle der Kommunikation in den neuen sozialen Bewegungen auch Roth (1991). 1977: 110 – 111). Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem. Enzensberger (1970/1997) und Negt/Kluge (1972) wichtig. mit der die öffentlich-rechtliche Organisationsform als einzig mögliche Organisationsform von Rundfunk galt. sie brachen auch sehr weit gehend mit den Prinzipien. 2. selbstbestimmte und selbst kontrollierte Strukturen für eine eigene Medienarbeit zu schaffen und nicht. Network Medien-Cooperative. Aus dieser Frustration bildete sich seit Mitte der siebziger Jahre auch eine alternative Medienpraxis heraus. 1983: 110). verzerrt oder falsch dargestellt (vgl. die in Italien bereits seit 1975 bestanden und großen Eindruck auf die westdeutsche Linke machten (vgl. da sie „sich ständig vergeblich fragen müssen. die „Bürger“ begannen sich zu wehren. solche Meldungen. Anders (1956). 7 Vergleiche FRED (1977). Network Medien-Cooperative. Mit dieser Debatte wurde zum einen die Selbstverständlichkeit aufgebrochen. Genannt seien hier die Anti-AKW-Bewegung. Betroffen von der Nichtbeachtung durch die etablierten Rundfunkveranstalter sahen sich vor allem die neuen sozialen Bewegungen.2 Anspruch und Potenzial freier Radios Als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios können die radios libres gelten. die Hausbesetzerbewegung und die Friedensbewegung. wer denn die ökonomische Kontrolle über die Sender ausüben solle. jedoch kaum praktisch auf bundesdeutsche Verhältnisse übertragen. Le Paige (1977) und Ruoff (1978). das lange Zeit kaum kritisiert wurde. Alternativen wurden überhaupt erst einmal denkbar. Bedeutsam für die Wahrnehmung der italienischen freien Sender in der Bundesrepublik waren die „politisierten“ Radios. allen voran Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano. 371 . 6 Für einen Einblick in die Praxis von Radio Alice vergleiche Kollektiv A/traverso (1977). die im Gefolge der Rebellion von 1968 entstanden waren und zunehmend erstarkten. wie bis dahin Radio gemacht wurde. Sie alle kamen in den öffentlich-rechtlichen Sendern entweder gar nicht vor oder fühlten sich in ihren Anliegen ignoriert. stand plötzlich zur Disposition. Sie wollten unterdrückte Nachrichten verbreiten. wie etwa noch die Studentenbewegung. die bestehenden Medien zu verändern (vgl. Während Brecht und Benjamin einen Weg aufzeigten. zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation.

10 Vergleiche zu der Verdichtung und Vereinheitlichung des Publikums durch eine repressive Radioästhetik auch Wenzel (1998b). so kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit in den 90er Jahren immer mehr in die Kritik und war immer weniger für die Praxis freier Radios handlungsleitend. in dem die Akteure selbst zu Wort kommen. Gegenöffentlichkeit herzustellen (vgl. Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden.). wahrere Informationen zu verbreiten (1998: 66). Die Form des Gesagten sei aber genauso wichtig wie die Botschaft. Sendungen dieser Art informierten niemanden. ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und diese ständig korrigieren zu wollen.f. Jahrgang 3/2001 dium (Brecht) beziehungsweise der Autor (Benjamin) zu verändern hätten. wie im Radio gesprochen wird. Botschaft. andere Inhalte über freie Radios zu transportieren. also um die praktische Bedeutung dessen. Ziel künftiger Gegenöffentlichkeit müsse daher sein. Darin werden Medientheorien. das Medium durch Unterwanderung zu verändern. richtigere. gehe vom Sender-Kanal-Empfänger-Modell aus. sondern wollten diese umgestalten oder einem emanzipatorischeren Gebrauch zuführen.-gruppe (1998).r. Kommunikationssituation und Code bestimme. Das Konzept der Gegenöffentlichkeit orientiere sich an den bürgerlichen Medien.M&K 49. 1993: 44 – 45). 1983. wie eine Botschaft gelesen werde.9 Diese Strategie scheint auch weniger radikalen Vertreterinnen freier Radios die erfolgversprechendste: Das Konzept der Gegenöffentlichkeit. Radio Alice habe drei wichtige Debatten eingeführt: Erstens die Debatte um das Radio als Sender der Bewegung. unter denen von der Normalität abweichende Bedeutungen möglich werden (1998: 44 – 48).k. da die Sprache selbst nicht nur ein Mittel. Weichler. diese Theorien in diesem Sinne auch anzuwenden. zur Diskussion um Einschaltquoten und Durchhörbarkeit im freien Radio auch Klug & Wenzel (1996). sondern „Machtformation“ sei (1998: 68). Insgesamt zeichnen sich diese kritischen Medientheorien durch eine sehr große Nähe zu den bestehenden Medien aus.i. ist ein von Dieter Baacke (1974) herausgegebener Sammelband. spiegele dessen Inhalte nur. sondern vereinheitlichten und verdichteten das Publikum. Zweitens die Debatte um Sprache als Praxis. In ihrer Auseinandersetzung mit der Praxis von Radio Alice in Bologna verwirft auch Katja Diefenbach (1998) das Modell der Gegenöffentlichkeit. dass erst das Zusammenspiel zwischen Adressat. da es sich auf die Inhalte von Kommunikation konzentriere und es in diesem Modell darum gehe. brachen mit diesen nicht grundsätzlich. Genau deshalb funktioniere der Versuch so selten. Er betont. 372 . Bedingungen zu schaffen. Und drittens die Debatte um die Informatisierung der Gesellschaft als kapitalistischem Prozess. J. in dem Information zur Ware wird (1998: 71 – 79). 9 Vergleiche auch Lovink (1992) und Agentur Bilwet (o. In Anlehnung an Enzensberger (1997) unterscheidet Ulrich Wenzel zwischen einer repressiven und einer emanzipatorischen Radioproduktion. In Anlehnung an die Semiotik und die Cultural Studies argumentieren sie. von Medienarbeitern aus diesen bürgerlichen Medien auf ihre Brauchbarkeit für deren Medienpraxis hin untersucht.8 War es in den 70er und 80er Jahren noch grundlegendes Prinzip freier Radios in der Bundesrepublik. versuchte insbesondere Enzensberger. die die bürgerlichen Medien angreifen und kritisieren. 1987). Network Medien-Cooperative. kritisierte zum Beispiel die Amsterdamer Autorengruppe Bilwet um Geert Lovink: „Das Ziel bestand in Korrektur und Ergänzung“ (Agentur Bilwet.10 Aufgabe einer emanzipatorischen Radio- 8 Ein Beispiel.a. dass die repressive Form von Rundfunkästhetik in allen Formen von Radios stattfindet (Wenzel 1998a: 28). so die autonome a.

keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Schon 1977 postulierte die FRED. es selbst sagen und sich beim Sprechen gleichzeitig über den Sender hören“ (1977:141). nimmt es dem Radio in seiner herkömmlichen Form die Aura des allwissenden. Indem freies Radio vorführt. wie Radio gemacht wird. welchen Beitrag sie zur Überwindung des Kapitalismus leisten könne.Pinseler · Sprechen im freien Radio praxis wäre es hingegen. immer Recht habenden Mediums. in dem Sprache als Zeichen gebraucht wird. sondern Anstöße für eine Auseinandersetzung. je nachdem. Aber nicht subjektiv im Sinne einer redaktionellen Linie. Zusammenfassend lässt sich aus den angeführten theoretischen Überlegungen ableiten. sondern immer wieder subjektiv einen anderen Standpunkt einnehmend. dass in der Soundso-Schule das Direktorzimmer besetzt gehalten wird. worin das emanzipatorische Potenzial freier Radios vor allem bestehen könnte: • Zum Ersten bietet freies Radio die Möglichkeit zur Entzauberung des Mediums Hörfunk. die Sprache des Alltags. So sendet ein freies Radio keine abgeschlossenen Botschaften. dass sich auch die Sprache des freien Radios grundsätzlich von der anderer Radios unterscheidet. also „nicht Sinn zu stiften. aus (1998: 7). auch die der Manipulation und Verzerrung. sondern es wird darüber von denjenigen berichtet. sondern es erteilt diesen Kräften selbst das Wort. Die Sprache des freien Radios ist daher. der den Hörenden zwar sagt. ihren Gegenstand möglichst genau und eindeutig zu bezeichnen. dass Jede Radio machen kann. Freies Radio muss subjektiv sein. die die Aktion durchführen. dass Jeder ein Experte des Alltags ist. Der rednerische Gebrauch der Sprache sei die Sprache des Feierabends und der befreiten Zeit und müsse daher auch die Sprache des freien Radios sein. lebt ein freies Radio gerade von einem ungenauen Sprachgebrauch. in dem sie eine Sprache des Verstandes und des Gefühls ist. was richtig und was falsch ist. der das Nicht-Ganz-Verstehen und das Missverständnis einkalkuliert. die italienische Vereinigung demokratischer Radiosender: „Es ist nicht wichtig zu berichten. Freies Radio bietet also keinen alternativen Journalismus an. Diese Subjektivität wird vor den Hörenden nicht verschleiert. sondern muss es ihnen ermöglichen. Freies Radio ist kein Stellvertreter gesellschaftlicher Kräfte. Marcel Stötzler geht in seiner Analyse des Sprachgebrauchs im freien Radio von der Unterscheidung Humboldts zwischen einem Geschäftsgebrauch der Sprache. drittens. die Akteure dieser Ereignisse sind. Freies 373 . sich mit den Positionen der Sendenden auseinander zu setzen. müsse sie sich fragen. sondern wichtig ist. sondern Sinn rekonstruktiv zu befragen und gleichzeitig zu dekonstruieren“ (1998a: 28). Während Letztere darauf angewiesen ist. und entblößt damit seine Techniken. Über Ereignisse wird nicht aus einem anderen Blickwinkel berichtet. Erst dies ermöglicht eine produktive Auseinandersetzung mit den Inhalten des freien Radios. und einem rednerischen Gebrauch der Sprache. nur eben anders als die anderen Radiosender. Da Medienpraxis eine Dimension gesellschaftlicher Praxis sei. Zudem zeigt freies Radio. dass Objektivität nicht die Zielstellung eines freien Radios sein kann. nicht die Sprache des Geschäftsgebrauchs. • Zweitens kann freies Radio den Akteuren das Wort geben und durch die Einbeziehung der Hörer Debatten initiieren. daß die Schüler. die weitergeführt werden muss. Nur ein ungenauer Sprachgebrauch böte die Möglichkeit der Subversion und Abweichung. die Bedingungen des Sprechens und Hörens zu ändern. • So folgt dann viertens auch. • Eine solche Praxis hat zur Konsequenz. wer gerade spricht.

Clayman & Zimmerman 1988: 80) und zu zeigen. sind grundlegende Praktiken der Interaktion. 1991). vor allem in dem von ihnen organisierten spezifischen Verhältnis von Hörern und Machern liegt. grundlegende Strukturen und Regelmäßigkeiten in sozialen Interaktionen zu bestimmen (vgl. da prinzipiell die Interaktionsform Gespräch bei jeglichem Grad von Bekanntheit der Gesprächspartnerinnen und zwischen jeglichen Personen möglich ist. wie Menschen in ihren alltäglichen Interaktionen Wirklichkeit reproduzieren. Institutionalisierte Interaktionen bauen auf diesen alltäglichen Praktiken auf und können durch ihre Abweichungen von diesen alltäglichen Praktiken beschrieben werden (vgl. Insbesondere im angelsächsischen Sprachraum sind eine Reihe von konversationsanalytischen Studien zu Nachrichteninterviews unternommen worden. wie oben angenommen. Heritage & Greatbatch. diese Ordnung zu entdecken und zu beschreiben und sie vom konkreten Gesprächsgegenstand verallgemeinernd und abstrakt darzustellen (vgl. Gespräche im freien Radio: eine Konversationsanalyse 3. dass die Ordnung in den Gesprächen eine von den Beteiligten jeweils situationsabhängig produzierte. Diese Methode ermöglichte es. Heritage & Greatbatch 1991: 94). in den Interaktionen ausgehandelte Ordnung ist. Um dies zu ermöglichen. indem die Hörerinnen prinzipiell jederzeit zu Macherinnen werden können. Die Praktiken mittels derer alltägliche Gespräche geführt werden. indem die Rückkopplung der Hörer in die Sendungen eingeplant ist und der Sender selbst in der Verfügungsgewalt von Macherinnen und Hörerinnen liegt. sondern zu untersuchen. Aufgabe des Forschers ist es.1 Methodisches Vorgehen Da dieses Potenzial ausschließlich auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu freien Radios gewonnen wurde. wie diese Ordnung in den Gesprächen manifest wird (vgl. vor allem die Organisation der in diesen Sendungen geführten Gespräche zu analysieren. Dazu wurden insgesamt zwölf aktuelle Informationssendungen der Monate Dezember 1998 sowie April und Mai 1999 bei coloRadio in Dresden mittels einer Konversationsanalyse untersucht. ob und wie sich das tatsächliche Programm eines freien Radios von dem anderer Sender unterscheidet. das zugrunde liegende System ist unabhängig vom Kontext des Gespräches. soll im Folgenden empirisch überprüft werden. Ursprünglich wurde die Konversationsanalyse von Harvey Sacks und Emanuel Schegloff in den 60er Jahren für die Analyse alltäglicher Gespräche entwickelt. Er wird in der Interaktion reflektiert und verändert (vgl. muss dieses System von Gesprächsregeln gleichzeitig kontextfrei und kontextsensitiv sein. Bergmann 1981: 16). Grundannahme der Konversationsanalyse ist daher. an der sich die Beteiligten auch selbst orientieren und die sowohl wiederholbar ist. Eine solche grundlegende Ordnung muss es geben. Der Kontext ist dabei in den Handlungen der an der Interaktion Beteiligten vorfindbar. Sacks. 3.M&K 49. passt sich aber in dem konkreten Gespräch dem Kontext an (vgl. Heritage. Jahrgang 3/2001 Radio macht gar keinen Journalismus. Psathas 1995: 2 – 3). Daraus lassen sich die 374 . Ziel der Konversationsanalyse ist es. Das heißt. als auch wiederholt auftritt. ob die Besonderheit freier Radios tatsächlich. Es kann hingegen grundsätzlich das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Macherinnen verändern. Schegloff & Jefferson 1974: 699 – 700). den Schwerpunkt der Untersuchung also nicht auf die Inhalte der getätigten Äußerungen zu legen. Dabei geht es ihr um die Frage.

Im Nachrichteninterview gibt es lediglich Redezüge der Formen „Frage“ und „Antwort“. Clayman & Zimmerman (1988). In Nachrichteninterviews sind die einzelnen Redezüge meist sehr lang. außer wenn mehrere Personen gleichzeitig interviewt werden. Heritage (1985) und Heritage & Greatbatch (1991). 2. was sich immer dann deutlich zeigt. sind diese Signale in Nachrichteninterviews kaum zu finden. Dann entsteht meist eine kurze Pause. das Thema des Gespräches zu bestimmen. die ohne Rezipientensignale aneinander gereiht werden. die in der Analyse vorgefunden wurden. Ist diese Alltagsmethodologie freigelegt. So kann herausgearbeitet werden. sie können sich selbst kein Rederecht zuweisen. was ein freies Radio tatsächlich leisten kann. Die Interviewer enthalten sich sogar systematisch irgendwelcher Bewertungen. „ja“ oder „hm“ bestätigt wird oder gerade Gehörtes durch Äußerungen wie „gut“ oder „genau“ bewertet werden. um im Frage-Antwort-Schema zu bleiben.Pinseler · Sprechen im freien Radio folgenden Unterschiede zwischen Nachrichteninterviews und Alltagsgesprächen beschreiben:11 1. Die Interviewerinnen haben das Vorrecht. ihre Frage einzuleiten und zu begründen. dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme von Gesprächsorganisationen im freien Radio gibt. Die folgenden Ausschnitte 11 Vergleiche zum Folgenden Heritage. in dem sich die unterschiedlichen Systeme von Gesprächsorganisationen. dann können – auch im Vergleich mit Studien zum Sprechen im Alltag einerseits und zum Sprechen in Nachrichteninterviews andererseits – Schlussfolgerungen gezogen werden. welche Regeln die Beteiligten für die Organisation ihrer Gespräche im freien Radio verwenden. Die Interviewten können Gespräche weder eröffnen noch beenden. Sie bestehen aus vielen Einheiten. Die Beteiligten vermeiden die Äußerung von Rezipientensignalen. Während in alltäglicher Kommunikation das Verständnis des Gesagten durch Äußerungen wie „ah“. Dies hindert die Interviewerin jedoch prinzipiell nicht daran. wobei die Art des Redezuges für die Beteiligten vorher festgelegt ist: Die Interviewerin fragt und der Interviewte antwortet. um den speziellen Ausschnitt von Wirklichkeit und sozialer Ordnung. wenn sie eine Frage nicht beantworten wollen. bis eine Frage formuliert wurde.2 Beispiele Die Untersuchung zeigt. welche Alltagsmethodologie die Beteiligten verwenden. Interviewerin und Interviewter arbeiten also gemeinsam an der Produktion der Form „Nachrichteninterview“. wenn die Interviewten nur ganz kurz antworten. Diese langen Redezüge erwarten Interviewerinnen auch von den Interviewten. wiederfinden. 3. Der Interviewte erkennt aber den einleitenden Charakter dieser Fragevorbereitungen und wartet deshalb mit seinem Redezug. wie sich also die Institution freies Radio in den Sendungen durch die Handlungen der Beteiligten bildet. zu erzeugen. Das Recht der Zuweisung von Redezügen ist extrem asymmetrisch verteilt. Mittels der konversationsanalytischen Untersuchung der Sendungen bei coloRadio in Dresden sollte nun festgestellt werden. den freies Radio darstellt. 375 . 3. Untersucht werden muss dazu die alltägliche Produktion der sozialen Wirklichkeit „freies Radio“. und Interviewte müssen große Anstrengungen unternehmen. 4. Im Folgenden wird diese Vielfalt an einem Beispiel dargestellt.

Um den inhaltlichen Kontext deutlich zu machen.) marianne schulz ist neue Gleichstellungsbeauftragte. aber es war nich die frau. und das wurde ganz schnell abgestimmt. 376 . 12. weil eben (. dass die Analyse nur für dieses eine Beispiel vorgenommen wurde. das im Magazin. hat. die de. Ausschnitt: Stadtrat.12. und (-) die frau. Vera-am Telefon 1. nich die idealfrau von (. am 10. 23. 29. 7. 32. eh ich sag ma. die einen.als Gleichstellungsbeauftragte gewünscht hätten. Elli: Vera: (. 31. 22. also es war (-) wir finden sie sympathisch. dass es sich bei der Gesprächspartnerin um die Inhaberin einer (wenn auch sehr beschränkten) politischen Machtposition handelt.-) 12 Die unterschiedlichen Systeme lassen sich an vielen Beispielen aus unterschiedlichen Sendungen zeigen. Für die Organisation des Gespräches spielt es – wie sich aus dem Vergleich mit anderen Gesprächen ergibt – keine Rolle. (.) in der abstimmung favorisiert wurde? genau. 8. und wie kam es jetz zu. 19.) die meisten stadträte sich dann dazu gar nicht geäußert haben. und zu verschiedenen voten (-) gekommen sind. Das heißt jedoch nicht. 30. 26. 24. aus meißen. 38. einer regelmäßigen Informationssendung auf coloRadio. 20.) vielen frauen im stadtrat. 13. 3.die jetz gewählt worden is. die auch eine bündnisgrüne ist.12 (01) Transkript: coloRadio-Magazin. Elli-Moderatorin. die wir uns fachlich und auch so von der zusammenarbeit der frauenprojekte her mit. 11. 9. 18. 25.der eine ausschuss hat die kandidatin des oberbürgermeisters favorisiert. marianne schulz. dass wir im stadtrat dann noch mal darüber diskutieren können.war aber nich.] [und ] muss ne sehr große mehrheit geben.dass dass genau sie (. die frauenprojekte ham ne andere frau (-) favorisiert. und eh frau (. 10. der andere ausschuss hat die. 4. 2. beschränkt sich die Darstellung der Ergebnisse im Folgenden auf ein Beispiel. Elli: Vera: [a=ha.eine andere kandidatin favorisiert. seine Wunschkandidatin. 15. war vorschlag des obs. doktor pino olbricht aus dresden. 6. 21. 10. und eh wir hatten eigentlich gehofft. 14.98. 16. 27. Dezember 1998 ausgestrahlt wurde und in dem sich die Moderatorin mit einer Abgeordneten über eine Sitzung des Dresdner Stadtrates unterhält. 5.-) aber die diskussion hat=s nicht gegeben.. Ein Verzeichnis der verwendeten Transkriptionssymbole findet sich im Anhang. 17. Jahrgang 3/2001 stammen aus einem Interview. in dem sich alle diese Systeme finden. zumal zwei ausschüsse sich damit beschäftigt hatten im stadtrat.M&K 49.

51. also einen sehr kurzen Redezug getan. 41. ich erlebe (.) den stadtrat schon als also so ein eh man sagt oft old men network. ja.98 Ausschnitt: Stadtrat (Fortsetzung) Elli Moderatorin. die entscheidensten leute sind meistens männer. dass er mit einem verhältnismäßig langen Redezug von Vera. 40. 48. 37. Elli weist sich dann aber selbst das Rederecht zu. obwohl sie in dem Moment — wie die Pause in Zeile 35 deut- 377 . der interviewten Stadträtin. es gibt relativ wenig frauen im stadtrat und noch relativ wenig jüngere frauen.) wie könnte man das in zukunft verhindern?=weil. Elli: (. 49. Mit einem Rezeptionssignal zeigt Elli in Zeile 01 kurz an. die im Prinzip schon für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. Durch die stark fallende Intonation in Zeile 27 sowie den zusammenfassenden Satz in den Zeilen 25 bis 27 signalisiert Vera der Moderatorin. 42. dass sie nun doch mit ihrem Redezug zu Ende ist und gibt Elli die Chance. dass Vera ruhig weiterreden soll (auch vorher ging es schon um das selbe Thema). sich selbst als nächste Sprecherin auszuwählen. nu. Ähnlich geht es auch erst einmal weiter. und damit gut. 10. Vera nutzt die Gelegenheit dann auch ausgiebig. Vera am Telefon 33. also will sagen. 52.Pinseler · Sprechen im freien Radio Bei diesem Transkriptausschnitt fällt zuallererst auf. Bis hierhin sieht das Gespräch zwischen Elli und Vera wie ein ganz gewöhnliches Nachrichteninterview aus. (02) Transkript: coloRadio-Magazin. 35. 34. 46. ich glaube frauenpolitik is n thema was unheimlich eingefordert werden muss. die als Antworten gedeutet werden können und Elli unterlässt – von ihrem „aha“ in Zeile 01 einmal abgesehen – spontane Empfangsbestätigungen. Die Überlappung in den Zeilen 01 und 02 zeigt dabei. dass Elli eigentlich eine längere Antwort von Vera erwartet hatte. die diese aber nicht beantworten kann. Elli produziert Redezüge. ja. Vera: Elli: Vera: Die Pausen in den Zeilen 33 und 35 machen deutlich. es gibt ja nun m=mehr leute die mit och ner gleichstellungsbeauftragten Zusammenarbeiten müssen. 44. beginnt. 50. Dies ist typisch zumindest für den ersten Teil des Gespräches zwischen Vera und Elli.. 53. Der sehr lange Redezug von Vera besteht dann aus einer Vielzahl kleiner Einheiten. 47. Dies tut Elli dann auch und nutzt ihren Redezug für eine Nachfrage zu Veras Ausführungen. die wollten einfach ne entscheidung treffen. 36. was ich wirklich sehr schade fi(h)inde. 39. Vera produziert Redezüge. 43. 45. dass sie eigentlich auch noch gar nicht zum Ende gekommen war. ich bin nun inzwischen mit dreiundreißig immer noch die jüngste stadträtin. 38.-) ehm beschlussvorlage. und (. abstimmung.12. die als Fragen interpretierbar sind. Diese hatte lediglich drei Zeilen (Zeilen 30 – 32) für ihre Antwort benötigt.-) also(.

-) [( ) ] [und ] von=ner öffentlichkeit her müssen wir auch power machen. 73. 74. 71. indem sie der Interviewten eine kooperative Wiederholung13 anbietet. Sie formuliert deren Positionen noch einmal zusammenfassend (Zeilen 36 – 37) und gibt Vera damit die Möglichkeit. (. 77. 65. und da auch in stadtrat kommen. 56. die situation is da natürlich auch prekär. könnten wir uns drauf einichen. 61. die es ihm ermöglicht. 69. 63. 67. Elli: Vera: ja: [is auch ] [haha und] man muss. 62. also auch zu reden hat.] was gab=s sonst noch? das war=s eigentlich. 72. Dies bedeutet. ham jetz auch eh im haushalt eh sehr sehr=sehr um ihre gelder ringen müssen. (03) Transkript: coloRadio-Magazin. coloradio macht mal eine sendung über gleichstellungspolitik in dresden. auf bald. das Rederecht zuzuweisen. 60. 76. gut. nich völlig erfolglos. In diesem Fall „rettet“ sich Elli in eine Standardformulierung von Interviewern.. 75. 10. das amt war lange unbesetzt. Fortsetzung) Elli-Moderatorin. In ihrem Redezug in den Zeilen 44 bis 53 führt sie stattdessen ein anderes Thema ein. 57. 55. 59. wenn niemand sonst redet. machst=u mit bei der sendung? gerne. aber auch nich völlig erfolgreich. Vera-am Telefon 54. dass sie als Interviewerin das Recht und die Pflicht hat. Ausschnitt: Stadtrat (2. nun gut. also wir brauchen ja in jedem fall n neuanfang. o=[kay ] [okay. und da power machen. 64. Jahrgang 3/2001 lich macht — gar nicht sofort etwas zu sagen weiß. die frauenprojekte ham darunter gelitten. die Vera eigentlich nicht beantwortet. 78. 81.98. dass eine Interviewerin einem Interviewer eine Nachfrage stellt. ihre Äußerung noch einmal zu bekräftigen. 58. was sie auch tut (Zeilen 38 – 39).12.M&K 49.] Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: 13 Damit ist Heritages „cooperative recycle” gemeint (1985: 106 – 108). man muss wirklich sehen dass jetzt mal jüngere frauen kandidieren. also mein vorschlag. wie die Fortsetzung des Gespräches zeigt. das die Moderatorin gerne aufnimmt. 79. 70. Damit erkennt sie an. 80. seine schon dargelegte Position noch einmal ausführlich zu erläutern. tschü=[hüß ] [tschüß. 68. (-) dann dank=ich dir erst ma für heute. 378 . Darauf stellt Elli eine Frage nach der Konsequenz dieser Entscheidung. 66.

die als Frage interpretiert werden können. Diese beiden Pole kann man in Anlehnung an Atkinson (1982) als Orientierung auf eine formelle Interaktion und Orientierung auf eine informelle Interaktion bezeichnen. dass sich eher an den Regeln von Alltagsgesprächen orientiert. dass sie hier im Radio das Radio selber thematisiert. in den Zeilen 55 bis 58 einen politischen Aufruf zu tätigen. dass sie ihren Redezug beendet hat. Die Moderatorin tätigt ausschließlich Äußerungen. noch ist diese verwundert über die Idee Ellis. übergegangen zu einem Gespräch. Dabei zeichnet sich die Orientierung auf eine formelle Interaktion dadurch aus. Nicht nur akzeptiert sie die Themensetzung durch die Interviewte. dass sowohl Moderatorin als auch die Interviewte gleichzeitig zu reden anfangen und sich somit ihre Äußerungen für einen kurzen Zeitraum überlappen (Zeilen 60 und 61). ist die Reaktion der Moderatorin auf diesen Vorschlag. ebenso wie ein alltägliches Gespräch zu führen. die daraufhin noch einmal zum Handeln auffordert. Sie trifft Vorkehrungen.Pinseler · Sprechen im freien Radio In Zeile 54 beginnt Elli dann die Form des Interviews zu durchbrechen. ihre Neutralität aufrecht zu erhalten. von der Form her. ohne dass bei einem einfachen Hören ein Bruch im Gespräch auffällig geworden wäre. zwischen diesen beiden Gesprächsarten zu wechseln. dass in diesem Sender öffentlich über die Art und Weise der Produktion von Sendungen geredet wird. Interessant ist vor allem. Offensichtlich wird hier dieses Wissen auch bei den Hörern vorausgesetzt. Inhaltlich kehren die Gesprächspartnerinnen zwar noch einmal zum Interviewthema. das eher nach den Regeln von Gesprächen im Alltag funktioniert. Noch erstaunlicher. ob sich Vera denn an der Produktion einer solchen Sendung beteiligen würde (Zeile 72). Die Moderatorin reagiert darauf nicht sofort. ein Nachrichteninterview zu führen. das von den Regeln der Gesprächsführung her einem Nachrichteninterview sehr ähnlich ist. Diesen Übergang haben sie völlig unauffällig und anstrengungslos bewältigt. Diese beinhalten jeweils mehrere Einheiten. coloRadio solle mal eine ganze Sendung der Gleichstellungspolitik widmen. Die an dem Gespräch Beteiligten enthalten sich der Äußerung von Rezipientensignalen. Die Selbstverständlichkeit mit der beide diese Selbstthematisierung des Senders behandeln — weder reagiert die Moderatorin in irgendeiner Art irritiert auf den Vorschlag der Interviewten. dass sich das Gespräch nach den für Nachrichteninterviews üblichen Regeln richtet. wenn Vera in den Zeilen 62 bis 64 vorschlägt. kurze Überlappungen und das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht mehr alleine bei der Moderatorin. Mit einer Pause (Zeile 59) zeigt sie der Moderatorin dann an. was dazu führt. Sie fragt nach. jedenfalls im Kontext eines Nachrichteninterviews. dass es für beide nichts Außergewöhnliches ist. verlässt also ihren neutralen Standpunkt als Moderatorin. die als Antwort interpretierbar sind. Die Interviewte hingegen tätigt ausschließlich Äußerungen. Es gibt vergleichsweise kurze Redezüge. also insbesondere in Bezug auf die Regeln des Sprecherwechsels und des Rechtes der Redezugzuweisung. und dass Sendungen nicht von bezahlten Redakteurinnen. führen Elli und Vera nun aber ein Gespräch. Elli überlässt Vera wiederum den Redezug. Vera solle sich an der Produktion dieser Sendung beteiligen — zeigt. Die beiden Gesprächspartnerinnen sind also von einem Gespräch. Die Beteiligten 379 . die jede für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. der Sitzung des Stadtrates zurück. Offensichtlich verfügen also die Beteiligten dieses Gespräches über die Fähigkeit. Insbesondere besteht es aus verhältnismäßig langen Redezügen. In ihrem Gespräch im Radio sind sie dann in der Lage. sie stimmt dieser auch noch explizit zu. was diese zusagt (Zeile 73). Dies nimmt wiederum Vera zum Anlass. Mit dem Abschluss dieser Abmachung durch die Moderatorin in Zeile 74 erhält dieses Gespräch dann endgültig eine andere Struktur. sondern interessierten Laien produziert werden.

in dem diese Gespräche geführt werden. Der Verlauf des Gespräches zeigt einen relativ hohen Grad an Spontaneität. Zusammenfassung Wie oben beschrieben. aber auch innerhalb eines Gespräches geschehen. um seine Neutralität zu wahren. aber kurzen Überlappungen. dass ihnen die Existenz des mithörenden Publikums bewusst ist. Es kommt zu vielen. das Gespräch zu eröffnen und zu beenden. Im freien Radio können Gespräche realisiert werden. Insbesondere sind die einzelnen Redezüge relativ kurz. 3. Die an dem Gespräch beteiligten Personen zeigen durch Rezipientensignale ihrem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit und ihr Verstehen oder Nichtverstehen an. Eine Orientierung auf eine informelle Interaktion zeichnet sich hingegen durch die folgenden Eigenschaften aus: Das Gespräch weist die für Alltagsgespräche typischen Merkmale auf. können Abweichungen vom Regelsystem für die Organisation von Gesprächen im Alltag zurückgeführt werden auf den institutionellen Kontext.M&K 49. dass der Interviewer keine Vorkehrungen mehr treffen muss. und die Interviewte selber Themen setzen kann. Jahrgang 3/2001 folgen in ihrem Gespräch im Wesentlichen einem vorher vor allem von der Moderatorin festgelegten Plan. Die Regeln des Sprecherwechsels sind in diesen Gesprächen in unterschiedlichem Ausmaß vorher festgelegt. Die Besonderheit von Gesprächen im freien Radio besteht also gerade in der Möglichkeit. Ihr bleibt es aber vorbehalten. Sogar innerhalb eines einzigen Gespräches ist es möglich. Das Gespräch wird ausschließlich für das mithörende Publikum geführt. Die Moderatorin zeigt durch ihre Äußerungen. die es den Beteiligten erlauben. Sie sind allerdings nie völlig undeterminiert. Das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht ausschließlich bei der Moderatorin. zwischen diesen Gesprächsformen zu wechseln. Zusammenfassend lassen sich damit folgende. 380 . und benutzt den Bezug auf die Hörerinnen für Fragebegründungen. Das Gespräch wird sowohl für die Beteiligten als auch für das mithörende Publikum geführt. Die Agierenden im freien Radio sind in der Lage. In einer Vielzahl von Beispielen lassen sich die verschiedenen Ausprägungen dieser Regeln sowie das Vorkommen von Zwischenstufen in den Gesprächen im Magazin von coloRadio zeigen. wobei beide (oder alle) Gesprächspartner nicht aus ihren Rollen als „Interviewerin“ beziehungsweise „Interviewter“ fallen. in der Institution „freies Radio“ mögliche kommunikativen Praktiken beschreiben: 1. Dies kann von Gespräch zu Gespräch. die Nachrichteninterviews sind. Dies bedeutet insbesondere. dass die Moderatorin aus einem Interesse für den Gesprächsgegenstand heraus fragt und ihr die Antworten nicht vorher bekannt sind. die Rollen „Interviewer“ und „Interviewte“ zu verlassen. zwischen diesen beiden Polen mühelos hin und her zu wechseln. die ansonsten sehr stark Gesprächen im Alltag ähneln. dass sie selbst das Erfragte schon weiß. auf Fragen zu Geschehnissen und Einstellungen zu antworten. und die Redezüge der Beteiligten sind stärker als bei der formellen Orientierung aufeinander bezogen. die also Personen die Gelegenheit geben. dass von einer Orientierung zu einer anderen Orientierung gewechselt wird. Die Gesprächsbeteiligten lassen erkennen. Ihr Gespräch zeigt aber auch. 2. 4. da selbst in den Gesprächen. zumindest das Recht der Eröffnung und der Beendigung von Gesprächen beim Moderator liegt. Zusätzlich können im freien Radio aber auch Gespräche geführt werden. Das Recht der Redezugzuweisung liegt ausschließlich bei der Moderatorin.

Informationsfetisch. Da dort redaktionelle Strukturen – wenn überhaupt – nur in Teilbereichen existieren. als wenn sie ihre Gespräche nur über die Form des Nachrichteninterviews realisieren könnten. Maxwell (1982): Understanding Formality.i. Mannheim. In: British Journal of Sociology 33.f. autonome a. Dieter (Hrsg. issue 1. S.) (1974): Kritische Medientheorien. Anders. Für beide Rundfunkarten wie für andere freie Radios gibt es jedoch bis jetzt keine empirischen Daten. Peter & Hugo Steger (Hrsg. 44 – 59.Pinseler · Sprechen im freien Radio Obwohl sich die Untersuchung auf Sendungen in einem freien Radio beschränkt hat. die zum Vergleich herangezogen werden könnten.r. 86 – 117. ihre Meinungen im Rundfunk zu verbreiten. werden dort aber häufig ihres gesellschaftskritischen Potenzials beraubt. Agentur Bilwet (o.): Dialogforschung. Walter (1966): Der Autor als Produzent. da werden auch die im Programm vorfindbaren Gesprächsstrukturen andere sein. in: ders. München.): Der Datendandy.). Ebenfalls nicht übertragbar sind die Ergebnisse dieser Untersuchung auf Offene Kanäle. wie Gespräche im freien Radio organisiert werden können. die die Strukturen der Gespräche im freien Radio auszeichnet. scheint eine Verallgemeinerung für alle bundesdeutschen freien Radios aufgrund ähnlicher Praxis zumindest plausibel. S. Atkinson. Bensheim & Düsseldorf. Andere Themen kommen heute auch in anderen Medien vor. in: ders. Technokultur. die sonst kaum eine oder gar keine Chance haben. 101 – 119 Bergmann. zum einen das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Machern zu verändern und zum anderen vorrangig diejenigen zu Wort kommen zu lassen. Die größere Alltagsnähe. Dieses gesellschaftskritische Potenzial können die freien Radios ihnen zurückgeben. wenn sie genau diese Art der Kommunikation in ihren Sendern befördern und nicht vorrangig alternativen Journalismus betreiben.a. in: klipp & klang radiokurse (Hrsg. da die untersuchten Formen von Gesprächen eng mit dem eingangs beschriebenen Selbstverständnis freier Radios zusammenhängen. ein Nachrichteninterview zu geben. S. New Age. können Aussagen über Gesprächsorganisationen im Offenen Kanal immer nur in Bezug auf redaktionell zusammenhängende Programmteile gemacht werden. sondern dass die Art. Düsseldorf. Eine Verallgemeinerung der getroffenen Aussagen für nichtkommerzielle Radios. Jörg R.k. ermöglicht es auch denjenigen. wenn sie ein Sprechen im Radio aktiv befördern. Benjamin. Die freien Radios können also eine wesentliche Bereicherung der Medienlandschaft sein. Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen. Wo vor allem der Anspruch nicht besteht. die sich nicht als freie Radios verstehen. dass den dort Agierenden mehr Möglichkeiten der Äußerung zur Verfügung stehen. Auf diesem Weg können sie das ihnen innewohnende Potenzial auch einlösen. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse.: Die Antiquiertheit des Menschen. 9 – 51. The Categorization and Production of ‘Formal’ Interaction. scheint jedoch nicht zulässig. Über Medien. Für die freien Radios lässt sich konstatieren. Frankfurt am Main. 97 – 211. die nicht über die Kompetenz verfügen. eine andere als in professionellen Medien ist. S.-gruppe (1998): What’s that Noise? Gegenöffentlichkeit.: Versuche über Brecht. pp. Günther (1956): Die Welt als Phantom und Matrize. in: Schröder. J. Konzepte und Kommentare. Baacke. das Beteiligung ermöglicht und herausfordert. Literatur Agentur Bilwet (1993): Medien-Archiv. Dies bedeutet. J. trotzdem Gespräche im freien Radio zu führen. 381 . Medienwirkungstheorie und Kommunikationsguerilla. München. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können.

) (1998): kurze Welle — lange Leitung. 5. 63 – 79. (1994): Antrag auf Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms in Dresden. 18. Roy Müller (1994): Bürgermedium Offener Kanal. 77 – 109. pp. Berlin. H. Dresden. in: alternative. Don H. Roland (1991): Kommunikationsstrukturen und Vernetzungen in neuen sozialen Bewegungen. in: Cultures. Hamburg. Zimmerman (eds.) (1994): Form. S.. Praxis einer subversiven Kommunikation. Heritage. John. Alexander Kluge (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung. in: ders. Radio-Initiative Dresden e. 250 – 258. Jarren. Erfolge und Strukturen.und Programmstrukturen nichtkommerziellen lokalen Hörfunks am Beispiel Hessen. Merging Mass and Interpersonal Processes. John M. S. Roth. Amsterdam.M&K 49. Cultural and Ideological Diversification. Radio Alice (Bologna). Kamp. Peter & Gerd Haag (1977): Wer spricht für wen?. George (1995): Conversation Analysis. Teun A. Erfahrungen mit nichtkommerziellen Lokalstationen in 15 Staaten. (1995): In: Megahertz. 20. Arbeitsbuch für ein anderes Radio. The Micro-Structure of Mass Media Messages. Don H.Federazione Radio Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen Sender. Berlin. Berlin.) (1991): Radio – das unterschätzte Medium. München. S. in: Media Perspektiven. In: Boden. 114/115. John (1985): Analyzing News Interviews. 5. 261 – 279. Steven Clayman. Merz. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß. Torsten Grothe. Heritage. Jg. H. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. 122 – 132.) (1989): Der Offene Kanal. Le Paige. S.. Organisations. pp. 20. H.): Handbook of Discourse Analysis. Frankfurt am Main. Bonn. in: alternative. Negt. Bonn. Andreas. Enzensberger. S. Mai ‘77. Robert P. In: Hawkins. H.) (1983): Frequenzbesetzer. Reinbek. Oskar. V. Klug. Bd.: Gesammelte Werke. Texte zur Radioarbeit.. Otfried. Psathas. Heritage. H. klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. FRED . Jg. Zürich. Rom (Auszüge). S. Robert (1978): „… und da haben die Leute gemerkt. in: fsk-transmitter. Dieter Rucht (Hrsg. Kollektiv A/traverso (1977): Alice ist der Teufel. Wiemann. Thousand Oaks. V. John & David Greatbatch (1991): On the Institutional Character of Institutional Talk. 141 – 143. S. daß das Instrument wichtig und inte- 382 . 5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. Aspects of the Production of Talk for an Overhearing Audience. Faecke. in: Roth. Ulrich (Hrsg. Grieco (1978): Independent Radio in Italy. Cambridge. Boston. 114/115. Frankfurt am Main. 130 – 135. Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg.): Talk & Social Structure. The Study of Talk-in-Interaction. 1. H. 95 – 117. Zimmerman (1988): Discourse and Message Analysis. S. 2. Wer spricht für wen?. Hugues (1977): Die „Freien Sender“ in Italien. Pia (1998): Bürgerfunk zwischen Anspruch und Wirklichkeit.): Advancing Communication Science. in: van Dijk.. 110 – 111. Deirdre. Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien. 127 – 134 Diefenbach. in: alternative. Berlin. Ulrich Wenzel (1996): Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden könnte. Umberto & Allen J. Jg. Eco. 93 – 137. Suzanne Pingree (eds. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit. Hans J.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Radio-Zeitung von Flora. Struktur & Konzept. Lovink. Studies in Ethnomethodology and Conversation Analysis. Kleinsteuber. The Case of News Interviews. Roland. 114/115. Geert (1992): Hör zu – oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien. Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien.). 20. (ed.. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. pp. (Hrsg. Jahrgang 3/2001 Brecht. Ruoff. Jg. Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg.

“ Zu den demokratischen lokalen Radiosendern in Italien. Ulrich (1998b): Warten auf Mitternacht. Ulrich (1998a): Produktionsweisen und Rezeptionsweisen. Gail Jefferson (1974): A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation..-) (. Marcel (1998): Der Sonntag des Sprechens.-) ( ) so(h)o ja ? .Pinseler · Sprechen im freien Radio ressant ist. mittlere. unmittelbarer Anschluss sehr kurze Pause. Vogel. Transkriptionssymbole [ ] = (. Stötzler. S. Harvey.). H. 3. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Theorie und Praxis alternativer Kommunikation. Partizipation und zugangsoffene Sendeplätze in Hörfunk und Fernsehen.75s) Äußerung unverständlich Lachpartikel beim Reden betont gesprochen stark steigende Intonation schwach steigende Intonation schwach fallende Intonation stark fallende Intonation Abbruch eines Wortes oder einer Äußerung 383 .).25s. 5 – 21. 0. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. in: Ästhetik und Kommunikation. Schegloff. 4 – 9. Wenzel. Andreas (1991): Rundfunk für alle. Wenzel. 9. 696 – 735. Emanuel A. pp. Zum Potential emanzipatorischer Rundfunkästhetik. Die Geburt des Subjekts im Geiste des Mediums. 50. Sacks. S. 17 – 39. . 85 – 124. längere Pause (0. Jg. Berlin. S. Kurt (1987): Die anderen Medien. Bürgerbeteiligung. . vol.) (-) (.5s.. Weichler. kurze. in: karoshi. waruBeginn einer Überlappung oder Simultansprechen Ende einer Überlappung oder Simultansprechen schneller. in: Language. 0. Berlin. S.

sondern durchaus in der Lage. dass vor dem Aufkommen der Systemtheorie dieses Gebiet ziemlich untheoretisch beforscht wurde. Insbesondere stellt sich die Frage. Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Die Monografie von Stefan Weber mit dem absichtlich doppeldeutigen Titel „Was steuert Journalismus?“ zeugt von einem Unbehagen mit einigen Prämissen und Konsequenzen von Systemtheorie und Konstruktivismus. 2000. Wenn ein (soziales) System von vornherein als autopoietisch und autonom bestimmt wird. Weber deutet sichtbare Trends 384 . Kritik konstruktiv zu verarbeiten und Fehler zu beheben. ob die Entwicklung der mittlerweile etablierten Systemtheorie stagniert und einen saturierten Stillstand erreicht hat oder ob sie sich weiterentwickelt und möglicherweise sogar konkurrierende Paradigmen einbeziehen kann. Um es vorwegzunehmen: Die konstruktivistische Systemtheorie ist noch lange nicht am Ende ihrer Erklärungskraft. – 446 S. wenn man die Studie in erster Linie als Versuch auffasst. 2000. Zum einen wird der betreffenden Theorie damit zugeschrieben. ISBN 3-89669-293-3 Einer Theorie zu bescheinigen. 2000. vorentscheidet ihre Beantwortung. ISBN 3-531-13341-1 Stefan Weber Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Konstanz: UVK. dass sie (bereits) den Mainstream der Forschung ausmacht. – 579 S. aber von hier aus lassen sich viele Anstrengungen Webers plausibel machen. Ein diskursives Handbuch Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. dass sie einen wichtigen Platz einnimmt. Praktisch im Alleingang hat Manfred Rühl seit Ende der 60er Jahre die Systemtheorie in die Journalismusforschung eingeführt und in der Folgezeit einige Redaktionsstudien angeregt. Nicht nur Weischenberg selbst und nach wie vor Rühl blieben im Geschäft. ISBN 3-531-13505-8 Martin Löffelholz (Hrsg. 1. Ob sie diese tatsächlich dominiert.) Theorien des Journalismus. Es mag eine eigenwillige Interpretation des gleichermaßen theoretisch ambitionierten wie empirischen Forschungsberichts sein. sich intern auszudifferenzieren. ist ein ambivalentes Kompliment. die Defizite der Systemtheorie im empirischen Bereich zu beheben. Ab Mitte der 70er Jahren knüpfte Siegfried Weischenberg daran an. sondern etliche Dissertationen vertieften den systemtheoretischen Ansatz. Eine breite Übernahmewelle der Systemtheorie rollte erst im Gefolge des Funkkollegs „Medien und Kommunikation“ zu Beginn der 90er Jahre an. allerdings resultiert er daraus. dass sich die Mehrheit der WissenschaftlerInnen diesen Ansatz einverleibt hat und andere Paradigmen nur (noch) einen minoritären Status haben. lässt sich nur schwer beurteilen. Die asymmetrische Modellierung von System und Umwelt sperrt seiner Auffassung nach zu viele Fragestellungen aus bzw. In der Journalismusforschung könnte man durchaus zu diesem Eindruck gelangen. zum anderen ist es nicht gerade intellektuell anregend. Anfang des neuen Jahrzehnts ist die Zeit reif für eine Bilanz. 12). und dafür eignen sich die drei im Folgenden näher vorzustellenden Publikationen. den Mainstream zu bilden – man will doch lieber zur Avantgarde gehören. Dominierendes Paradigma blieb jedoch die empirisch-analytische Verhaltenstheorie. wie sie von den Mainzer Kommunikationswissenschaftlern Hans Mathias Kepplinger und Wolfgang Donsbach in zahlreichen Studien vertreten wurde. Für Weber ist die Systemtheorie Luhmanns zu voraussetzungsreich und zugleich zu restriktiv. (Reihe Forschungsfeld Kommunikation. Die Systemtheorie hat sich zweifelsohne in der Journalismusforschung etabliert. – 200 S. dann kann eben dies nicht mehr empirisch überprüft (und gegebenenfalls kritisiert) werden. denn das würde bedeuten.LITERATUR Besprechungen Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Frerichs Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

aber nicht aufhebt. ist meines Erachtens illusionär.. Diese Paradoxie auf Kosten der einen (nämlich theoretischen) Seite aufzulösen. Armin. Empirie und Praxis scheint mir für die Problemlösung nicht ausreichend. Grundlage dafür war die grundlegende Differenz (in Jokischs Sinn nicht Unterscheidung) von Theorie und Empirie. Method(ologi)e. verständlich. und unzeitlich. Trotzdem ist die Motivation Webers. Luhmanns Autopoiese-Verständnis ist binär (dichotom). mit dem Dilemma umzugehen. Wenn wir für die Erforschung des Journalismus mit einer (theoretischen) Distinktion starten. weil nicht messbar. dass die (objektive) Welt die Erfahrungen schafft. wenn Autopoiese graduell verstanden wird: Es gibt dann ein Mehr oder Weniger. lautete seinerzeit1. sondern schon vorausgesetzt. Allerdings – und hier setzt meine Kritik ein – benennt Weber die Kosten dieser prämissenarmen Variante der Systemtheorie nicht. was a) messbar ist und b) historisch-evolutionär differenziert werden kann. unempirisch. S. also perspektivisch einseitig bzw. dass die Erfahrung die Welt erschafft. eine völlig offene Theorie zu entwickeln. ist aus seiner Position konsequent. Wenn Weber etwa beobachtet. Die (empirische) Erforschung von Journalismus setzt immer bereits ein (theoretisches) Vorverständnis von Journalismus voraus. kann sie empirisch offener sein. ob mit einer symmetrischen Differenz oder mit einer asymmetrischen Unterscheidung gestartet wird. weil nicht evolutionär. Siegfried (1998): Journalismus in der Gesellschaft : Theorie. Diese lässt offen. Jede Empirie belastet die Theorie mit logischen Problemen. Opladen. sich mit der Empirieferne Luhmanns nicht abzufinden. Der Verweis auf einen zirkulären Konstitutionsprozess von Theorie. dass sie autopoietisch und autonom sind oder nicht (logische Dichotomie) und dass sie sich trotzdem entwickelt haben müssen (empirische Gradualität). Autopoiese und Autonomie sowohl theorielogisch als auch empirisch zu verstehen und die Begriffe damit zu verdoppeln.Besprechungen des Journalismus als Indizien für eine mögliche Entdifferenzierung des Journalismus. deren Überbrückung logisch nicht bruchlos. dass Luhmanns Systemverständnis zu wenig offen ist für empirische Forschung. Ein anderer Vorschlag. Methodologie und Empirie. Es ist wahrscheinlich eine Paradoxie in Luhmanns Theorie. Der Grund liegt darin. sonst würde er etwas anderes beobachten. Autopoiese im theoretisch-logischen Bereich kann demzufolge nicht identisch sein mit Autopoiese im empirischen Bereich. Die non-dualistische Philosophie Josef Mitterers will auf solche Polarisierungen 1 Vgl. Neben der Ergänzung der Systemtheorie mit der Distinktionslogik geht es Weber auch darum. überschätzt meines Erachtens die Möglichkeiten der Empirie – darauf komme ich weiter unten zurück. aber meines Erachtens mit zu vielen theoretischen Folgekosten verbunden. die Anreicherung journalistischer Berichterstattung mit Unterhaltungselementen oder auch die organisatorische Vermischung der journalistischen Redaktion mit der Anzeigenabteilung. dass der Konstruktivismus die Richtung des realistischen Dualismus nur umdreht. wie sollen wir dann Journalismus definieren (also aus seiner Umwelt ausgrenzen). 385 . um nur einige Faktoren zu nennen. sondern nur per plausibler Inferenz erfolgen kann. für die Aufhebung seiner Autonomie und Autopoiese. aber in Form der methodischen Operationalisierung auch das Zentrum. Diese Probleme lösen sich auf. den (radikalen) Konstruktivismus um eine non-dualistische Erkenntnistheorie zu erweitern. Sie umfasst als Systemelemente neben Kommunikation (auf der gesellschaftlichen Ebene) auch Entscheidungen (auf der organisatorischen Ebene) sowie Handlungen und Erfahrungen (auf der Akteursebene) und ist insofern (vermeintlich?) empiriefreundlicher. aber der Umkehrschluss. in den meisten Fällen nur deren Peripherie. Weischenberg. Es mag sein. dass es soziale System gibt oder eben nicht. wenn nicht asymmetrisch. 51 ff. behauptet der Konstruktivismus. Dazu zählen die zunehmende Orientierung am wirtschaftlichen Kriterium der Profitabilität. 147 ff. dass Journalismus eher nach ökonomischen Profitabilitätskriterien seligiert als nach genuin journalistischen Kriterien. Dass Weber diesen Vorschlag ablehnt. setzt er mit dieser Unterscheidung (und nicht Differenzierung?) die Autopoiese des Systems Journalismus voraus. Dazu ergänzt er Luhmanns Systemtheorie mit Rodrigo Jokischs Distinktionstheorie. aus einer Richtung. Sein Vorschlag: Wenn die theoretische Modellierung mit weniger Prämissen belastet wird. Während im (hypothetischen) Realismus davon ausgegangen wird. Scholl. weil in der Forschungspraxis die Zirkularität unterbrochen werden muss (und auch ständig wird!).

E-Mails usw. Kohring/Hug. dass viele Konstruktivisten begrifflich dem Dualismus noch ein wenig verhaftet sind. wenngleich theoretisch interessant. Allerdings sehe ich in dem Ordnungsversuch einige konkrete Schwierigkeiten: Mit der abstrakten Modellierung des Systems Medienkommunikation handelt sich Weber auch noch die medienvermittelte Individualkommunikation (Telefon. nur aus verschiedenen Gründen? Der Streit zwischen Konstruktivisten und NonDualisten ist in (forschungs-) praktischer Hinsicht irrelevant. Marcinkowski. Gemeinsam ist die (praktische) Ablehnung des Realismus. Unterhaltung usw. Systeme auf mehreren Ebenen zu beobachten: Akteure bzw. Konstruktivismus und Realismus bewegen sich demzufolge nicht auf einer logischen Ebene.M&K 49. Diese lässt 386 . Sein Vorschlag zur theoretischen Flurbereinigung mündet in eine zweifache Hierarchisierung der Modellierung von Systemen: Die interne Hierarchisierung sieht vor. während der repräsentationistische Journalist (etwa einer Qualitätszeitung) subjektiv wahrhaftig berichtet. auch keine bloße Umkehrung der realistischen Präferenz für die objektive Welt. bewusste Fälschungen (wie im Boulevardjournalismus) und dergleichen handelt. Über eine unerkennbare Wirklichkeit wird nichts gesagt. in zynischen oder selbstkritischen Momenten sind sie sich der Konstruiertheit ihrer Fakten bewusst. Die Welt ist bei von Foerster nicht der Gegenpol zur Erfahrung. Gesellschaft. weil der Weltbegriff der Realisten und der (radikalen) Konstruktivisten völlig unterschiedlich ist. An diesem Punkt endet die theoretische Arbeit Webers noch nicht. weil die Konstituenten der Konstruktion unterschiedlich sind. Ich stimme mit Weber überein. deswegen muss ihre Kontroverse auch unentscheidbar sein. Das Beharren von (vielen) Journalisten an der objektiven Wirklichkeit und der wahrheitsgemäßen Berichterstattung ist ein Beleg dafür. Die non-dualistische Erkenntnistheorie ist wie der radikale Konstruktivismus eine typische Beobachtung zweiter Ordnung. sondern dessen Produkt. bleibt aber dort beste- hen. denn er unternimmt einen klassifikatorischen Ordnungsversuch zur Integration der verschiedenen systemtheoretischen Ansätze.) ein. dass alle Beobachtung Konstruktion sei. dass diese Erforschung selbst wieder eine Konstruktion ist. Der Dualismus wird in der non-dualistischen Philosophie nur nach unten gereicht in den Bereich der Beobachtung erster Ordnung. Diese Verlagerung des Konstruktionsbegriffs in das subjektive Bewusstsein verschenkt jedoch seinen logischen Wert. Konstruktivismus ist der Startpunkt der Beobachtung (zweiter Ordnung). sondern es ist nur eine reflexive Selbstanwendung. dass sie unerkennbar ist. um ihn damit zu gradualisieren. denn wie sollte ich das wissen? Ziel einer solchen nochmaligen Radikalisierung des Konstruktivismus ist die Auflösung dieses konstruktivistischen Paradoxes und die Freisetzung des Konstruktionsbegriffs für die empirische Forschung. Auf der obersten oder abstraktesten Ebene differenziert er das System Medienkommunikation gegen interpersonelle Kommunikation aus. Beobachter erster Ordnung sind dagegen in erster Linie Realisten. Es ist kein performativer Widerspruch. Organisationen. Das Ziel besteht auch hier in der theoretischen Vorbereitung empirischer Forschung. während der Agnostiker und der Atheist beide ungläubig sind. Interaktionen. Die externe Hierarchisierung ordnet die unterschiedlichen Systemmodellierungen von Luhmann. Die Verlagerung des Konstruktionsbegriffes auf die Beobachtung erster Ordnung. Produkte (Texte). danach Publizistik als Subsystem der Medienkommunikation gegen Öffentlichkeit und auf der gesellschaftlich konkretesten Ebene Journalismus gegen andere publizistische Formen (PR. Werbung.). Hierarchisierungen haben gegenüber additiv-heterarchischen Ordnungen den Vorteil. Die Rede. Jahrgang 3/2001 völlig verzichten. Blöbaum und anderen Autoren. Deshalb bedeutet Heinz von Foersters Satz. Allerdings sollte auch hier an mögliche Folgekosten gedacht werden. der dazu dient. Zur Realität wird eine konsequent agnostische Haltung eingenommen. dass es sich dabei um Erfindungen. verschiedene Konstruktionsmechanismen (empirisch) zu erforschen. nicht einmal. um damit ontologisierenden Vorstellungen zu entkommen. weil nur der Gläubige gläubig ist. dass sie informativer und damit für Forschungszwecke konkreter sind. beraubt ihn seiner kritischen (soll man sagen dekonstruktivistischen?) Funktion und suggeriert. auch wenn dieser angeblich nur hypothetisch oder kritisch ist. ist deshalb nicht tautologisch. In diesem Zusammenhang ist die Analogie Webers zum Agnostizismus interessant: Ist der Agnostiker nicht doch ein praktischer Atheist. dass die Erfahrung die Welt erzeuge.

Außerdem macht Weber eine Menge von Aussagen über zeitliche Unterschiede. Seine Beobachtungen sind nicht streng methodisch kontrolliert. asymmetrische Modellierung von System und Umwelt dem Kriterium logischer Konsistenz. dass empirische Forschung. dazu in der Lage seien. alle ambitionierteren Versuche nehmen logische Inkonsistenzen – meines Erachtens ohne Not – in Kauf. 2. Dennoch gibt die Studie eine Menge von Indizien für die Richtigkeit systemtheoretischer Analysen. die ermitteln sollen. wie viel Prozent der behandelten Themen auf journalistischen oder virtuellen Quellen basieren. sondern Reinterpretationen des journalistischen Alltags aus der Perspektive des (radikalen) Konstruktivismus und der Chaostheorie. wonach journalistische Nachrichten (mehr oder weniger gut) eine außerjournalistische Wirklichkeit abbildeten bzw. Die Fragen sind nicht notwendig dem systemtheoretischen Paradigma verhaftet. Zwar ist es nicht prinzipiell falsch. obwohl die Befragung eine Querschnittsuntersuchung ist. von den Befragten Einschätzungen zu verlangen. weil die Problembestimmungen zu unterschiedlich sind. sodass ihre Modellierungen nicht ineinander überführbar und hierarchisierbar sind. Die Kopplung wird nicht mehr einseitig wie im Kritischen Rationalismus zugunsten der Empirie interpretiert. wenngleich nahe liegend. sondern könnten auch in einem verhaltenstheoretischen Kontext gestellt werden. Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie – Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Einen empirisch wesentlich bescheideneren Anspruch als Webers Studie hat die Abhandlung von Stefan Frerichs über die journalistische Nachrichtenproduktion. Insofern muss ihre systemtheoretische Interpretation immer erst begründet werden. sondern auf der 387 . Insgesamt betont Weber mehrfach die Differenz zwischen tatsächlichen Phänomenen der Heteropoietisierung und dem subjektiven Bewusstsein. wenn sie aus systemtheoretischer Warte durchgeführt wird. Wahrscheinlich genügt doch allein eine unterscheidungstheoretische. Verschiedene Systemmodellierungen müssen wohl ferner heterarchisch bleiben. wonach theoretische Behauptungen verifiziert oder falsifiziert werden. denn sie sind ja private Kommunikation. Die theoretische Modellierung muss allein dem Forschungszweck folgen. Interessant ist dabei. Weber stellt einige Fragen. Der Autor ist Journalistik-Wissenschaftler und tätiger Journalist. ob der Journalismus sich selbst steuert oder fremdgesteuert ist. aber eine Überbrückung dieser Differenz wird nicht argumentativ hergestellt. Der empirische Teil der Studie besteht aus einer standardisierten Befragung von 522 österreichischen Journalisten.und Fremdsteuerung weniger ein empirischer Befund als eine (sinnvolle) theoretische Behauptung. weil diese scheinbar eher auf das Bewusstsein journalistischer Akteure zielen als auf systemische Parameter. So ist auch das Oszillieren zwischen Selbst. Die von Weber aufgeführten Autoren behandeln eben unterschiedliche Probleme. sondern dass sich das Verhältnis von Theorie und Empirie ebenfalls verändert. allerdings dürfen diese nicht vage sein wie etwa die Frage danach. Umgekehrt sind einige systemtheoretische Interpretationen der Daten nicht zwingend. Inwiefern kann Öffentlichkeit Produkt von und gleichzeitig Bedingung für Publizistik sein. Mit dem Konstruktivismus verabschiedet er sich in struktureller Hinsicht von repräsentationistischen Vorstellungen. Damit argumentiert er a) nicht auf der Makro-Ebene funktionaler Gesellschaftssysteme. nicht nur zu anderen Ergebnisinterpretationen führt. In prozessualer Hinsicht impliziert die Chaostheorie eine Abkehr von linearer Aussagenproduktion hin zu nicht-linearen Zusammenhängen bei der Entstehung von Nachrichten. Die expliziten Fragen nach Unterschieden zwischen früher und heute sind dagegen erneut eher vage und in ihrem Wert begrenzt. das die Journalisten davon haben. dass sich Frerichs explizit von Luhmanns Systemtheorie absetzt und soziale Systeme personal definiert. sondern ist beidseitig und wechselseitig begründungsbedürftig. Interessant erscheint aus einer Metaperspektive. Besonders begründungsbedürftig sind mehrere Selbsteinschätzungsfragen. wenn beiden Subsystemcharakter zugeschrieben wird? Wieso wird ferner Öffentlichkeit in Publikum und andere Öffentlichkeiten und das Publikum wiederum in aktuelles und potenzielles Publikum unterteilt? Wieso wird dem Leistungssystem Journalismus ein aktuelles und ein potenzielles Publikum gegenübergestellt? Die hierarchische Klassifikation scheint logisch nicht zwingend zu sein.Besprechungen sich in den disjunkten Untereinheiten der Publizistik und Öffentlichkeit nicht wiederfinden.

Nach der „Grundsteinlegung“. sondern bemüht sich um eine explorative Empirie. Dies ist nicht die schlechteste Art. Als „Stützsteine“ bezeichnet er die folgende Kritik der klassischen Nachrichtenforschung. Oft argumentiert Frerichs mit bekannten Nachrichtentheorien gegen diese selbst. Die individualistische Ausgangsbasis des Konstruktivismus führt dazu. sondern Kognitionen und Handlungen als Basiseinheiten von Systemen. ist eine Formalisierung der Thesen. etwa dass Chaos mit Zufälligkeit und folglich mit Unerklärbarkeit gleichzusetzen wäre oder dass Konstruktion Beliebigkeit von Welterzeugung impliziere.M&K 49. Sie sind präziser und – der Autor weiß das aus seiner vielfältigen journalistischen Praxis – praxisnäher trotz ihres hohen Abstraktionsgrades. sondern beschreiben eher die Operationalisierungsbereiche der einen Variablen Qualität der Nachrichtenkonstruktion. Geradezu nebenbei wird der im Konstruktivismus und in der Systemtheorie so wichtige Kopplungsbegriff präzisiert. dass man sie hervorragend als Lehrbucheinführung benutzen kann. was zunächst jedoch nur eine Begriffsübertragung und Beschreibung mit neuer Perspektive ist. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellung eines linearen Nachrichtenflusses und die Konzeption objektiver Nachrichten. Mit dieser Methode identifiziert er 13 Arbeitsschritte von der ersten Ereigniswahrnehmung bis zur publizierten Nachricht und klassifiziert er die Redaktionsorganisationen. Dennoch setzt hier die Kritik an Frerichs’ Vorgehensweise ein. Was noch fehlt. vier privat-kommerziellen Hörfunksendern und von drei Nachrichtenagenturen der Beobachtung der stundenaktuellen Berichterstattung. sondern konkret als Beschreibungs. Problematisch ist ferner die oben bereits erwähnte Unterstellung einer Emergenz vom 388 . Dass dies nicht unproblematisch ist. Der Qualitätsbegriff als abhängige Variable wird selbst allerdings nicht definiert. die üblicherweise nur abgekürzt erwähnt werden. die für sich genommen bereits eine Dissertation voll gerechtfertigt hätten. Damit wird die Theorieninnovation bis zum vorletzten Schritt vorangetrieben. Jahrgang 3/2001 organisatorischen Meso-Ebene und konzipiert b) nicht Kommunikationen.und Erklärungsinstrument. Alle Ausführungen werden ausführlich belegt und immer wieder durch Definitionen systematisiert. Auch dies ist ein Ausweis der Seriosität seines Vorgehens. In diesen Kapiteln werden zudem populäre Missverständnisse korrigiert. Es handelt sich hierbei nicht um eine systematische Einzelfallstudie. Dem jeweils ersten. Immerhin bleibt Frerichs nicht bei seinen theoretischen Überlegungen stehen. Die Thesen (S. der über die beispielhafte Illustration hinausgeht. Für die Untersuchung der Ereignisentwicklung und die „Überprüfung“ der chaostheoretischen Thesen sammelte er das vollständige Material von sieben Nachrichtenagenturen zu einem unerwarteten Ereignis. sondern durch die qualitativen Auswirkungen der Kopplung: Koordination. baut er die beiden „Ecksteine“ der Chaostheorie und des Konstruktivismus auf. Ebenfalls zu den Stützsteinen gehören die konstruktivistischen und chaostheoretischen Reinterpretationen der Nachrichtenproduktion. bestimmte Prozesse der Nachrichtenentstehung chaostheoretisch zu interpretieren und daraus chaostheoretische Thesen abzuleiten. 298 ff. Auf diese Weise entsteht eine konstruktive Auseinandersetzung. Der Autor definiert alle Begriffe sehr verständlich und hat dafür penibel recherchiert – sogar die vollständigen zweiten Vornamen der zitierten WissenschaftlerInnen. die einen echten empirischen Test ermöglicht. Frerichs gebraucht die Theoriebegriffe wie Unschärfe und Selbstorganisation nicht als schön klingende Wissenschaftsmetaphorik. Kooperation.bis dreitägiger Besuch bei den Nachrichtenredaktionen von acht öffentlich-rechtlichen. dass auch informale Rollen und Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsfaktoren berücksichtigt werden (sollen). dies allerdings nicht durch eine Definition. die in das gesamte Buch einführt. Dem Autor gelingt es. sondern eher um einen unsystematischen Vergleich.) enthalten zumeist nicht Zusammenhangspostulate mehrerer Variablen. Im fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Leittheorien auf den Nachrichtenjournalismus angewendet. beschreibenden Teil folgt die Ableitung der Thesen. welche die klassischen Theorien – diese freundlich einvernehmend – in die eigene Konzeption integriert. Kreativität und Kontrolle. Deutlich wird aber auch der Mehrwert dieser Theorien gegenüber den bisher gehandelten Theorien. werde ich weiter unten erörtern. gleichermaßen induktiv und deduktiv zu Thesen zu gelangen. Konvention. Konsens. Beide Kapitel sind so klar und übersichtlich geschrieben. Darüber hinaus diente ein ein.

deckt sich dabei durchaus in weiten Bereichen mit herkömmlichen Anforderungsprofilen.Besprechungen System „Mensch“ bzw. Ein Buch wie dieses ist glaubwürdig und einer verständnisorientierten Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis förderlich. wenn es die Umstände erlauben und die betreffenden Normanwender die Normbegründung als solche akzeptieren. Welche Persönlichkeitsmerkmale im Einzelnen eine Rolle spielen bei der Nachrichtenkonstruktion. Emergenz ist gerade dadurch definiert. die politische Einstellung usw. Der Grund dafür besteht darin. die in bestimmten Situationen handlungsrelevant werden könnten. ohne die Frage. dass sie nicht umkehrbar ist. dass trotz Makrostabilität (des Journalismus) Mikrodiversität (der Journalisten als Personen!) möglich und notwendig ist. Frerichs stellt sich damit gegen das Verständnis von Luhmann und Rühl. als dies ohne Konstruktivismus und Chaostheorie und deren Übertragung auf die Redaktionsorganisation und die Nachrichtenkonstruktion möglich gewesen wäre. den Frerichs zusammenstellt. Der Erkenntnisgewinn der Systemtheorie besteht gerade darin. Für die Journalistik und Journalismusforschung bedeutet dies. wenn man nachweisen kann. wie der Übergang von Person zu Organisation und zu Funktionssystem möglich sei.): Theorien des Journalismus – Ein diskursives Handbuch Ein sehr ambitioniertes Buch zu den aktuellen Journalismustheorien hat Martin Löffelholz herausgegeben. Martin Löffelholz (Hrsg. Persönlichkeitsmerkmale interferieren a) eher zufällig statt systematisch und b) eher punktuell statt generell. denn die Veröffentlichung basiert auf den Ergebnissen einer Tagung der DGPuK-Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“. Allerdings geht sie weit über den Tagungsschwerpunkt hinaus und wird mit Sicherheit ein Standardwerk. Allerdings ist deutlich zu trennen zwischen der Normbegründung und der Normdurchsetzung. systematisch (= überzufällig) in systemische Abläufe hinein? Frerichs dehnt schließlich den Anspruch seiner Studie über den analytischen Wert aus und formuliert qualitätsbezogene und ethische Implikationen aus Chaostheorie und Konstruktivismus. von der Person auf das soziale System der (Nachrichten-)Redaktion. weil es von einem Praktiker stammt. Es trägt im Untertitel den verblüffenden Titel „Ein diskursives Handbuch“. Die Akzeptanz der Norm kann man – neben einer guten Begründung – dadurch steigern. ausreichend beantworten zu können. da diese Basistheorien selbst stets den Zusammenhang zur Ethik hergestellt haben. der sich die Mühe gemacht hat. um für die Praxis einen Nutzen zu erreichen. sondern hat quantitativ wie qualitativ eine klare Präferenz für systemtheoretische Ansätze. theoretisch zu arbeiten. das sowohl für Einführungs. Eine Norm lässt sich nur dann durchsetzen oder anwenden. sondern in der Auswahl der relevanten Variablen: Wie weit reichen das Geschlecht. dass die Norm auch funktioniert und nicht als bloßes Ideal unerreichbar ist. ist nicht vorhersehbar – so müsste man mit dem Chaostheoretiker Frerichs gegen ihn selbst argumentieren. Der Katalog. Wenn tatsächlich persönliche Charakteristika der Nachrichtenredakteure in einzelne Entscheidungen der Nachrichtenkonstruktion eingehen. bei der seinerzeit (Januar 1998) ebenfalls die Systemtheorie im Mittelpunkt gestanden hatte. sondern prinzipiell alle individuellen Eigenschaften – zurückführbar. Vielleicht sind nicht alle Arten von Journalismustheorien vertreten. alle möglichen individuellen Eigenschaften zu erfassen. 3. Das Hauptproblem besteht dann nicht in der Identifikation aller möglicher Einflüsse. will also sowohl den Stand des Theoriewissens kanonisieren als auch diskutieren. wie wir von Habermas lernen können. um je individuell diejenigen zu identifizieren. Da folglich nur wenige Variablen erhoben werden können. um Resonanz im Journalismus zu erreichen.als 389 . er ist jedoch theoretisch deutlich besser hergeleitet und besser an die Praxis angepasst. Dies lässt sich aus dem Entstehungskontext erklären. dass sie ihre normativen Vorschläge gut und verständlich begründen muss. Dies ist keineswegs ungewöhnlich. das wiederum als Teil des Systems Nachrichtenjournalismus angesehen wird. aber alle vertretenen erhalten genug Raum. so ist dies nicht mehr auf eben diese persönlichen Eigenschaften – und Frerichs meint hier nicht nur die berufsbezogenen. Und das ist einigermaßen gelungen. ist die Konzentration auf systemisch-professionelle Eigenschaften der Journalisten und der Organisationen erforderlich. die Mikrostrukturen der individuellen Persönlichkeit als Rauschen auszublenden und trotzdem die Makrostrukturen beobachten zu können. Dabei ist das Buch nicht neutral. Es wäre schon forschungsökonomisch unmöglich.

dass die Ausdifferenzierung von Autopoiesis und struktureller Kopplung 390 . Akteure werden in der Handlungstheorie eher als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Handlung modelliert. Die Ausdifferenzierung in die drei Ebenen der interaktionalen. der Akteure als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Organismus versteht. Manfred Rühls zweite Einführung in die Theoriegeschichte kann durch diese Vorlage direkt auf den Wert der Systemtheorie bzw. sie birgt eine Menge kreatives Potenzial. Frank Marcinkowski und Thomas Bruns weisen darauf hin. Jahrgang 3/2001 auch für fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wertvoll ist. Lünenborg oder Renger. diesen zu begegnen. insofern sind Görkes Ausführungen ein Beleg für die theoretische Flexibilität (nicht Immunität!) der Systemtheorie. denn sogar die meisten kritischen Artikel beziehen sich auf die Systemtheorie.und Empirie-Begriff ebenso hervorragend zusammen wie die Theoriegeschichte der Journalismus. Der Zusatznutzen dieses Artikels besteht darin. Ob und wie empirische Forschung ohne methodische Individuen möglich überhaupt ist. die nicht der des Buches entspricht. die Matthias Kohring in die Systemtheorie Luhmanns gibt. Dass der Autor dabei nur auf den Nutzen systemtheoretischen Denkens eingeht und die Kosten ziemlich pauschal abweist. Dagegen stehen die Vertreter der Systemtheorie Rühl. aber auch. dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. Dafür geht Alexander Görke mehr auf die theoretischen Einwände ein und weist Wege. Auf Webers Aufsatz will ich nicht mehr gesondert eingehen. Dieser Artikel fasst den Theorie. Ferner kommt die Kritik aus einem anderen Paradigma zu Wort. Der Autor äußert seine Bedenken gegenüber einer Verunreinigung der Systemtheorie durch den theoriefremden Import empirischer Forschung. Raabe und Weber. Welche Arten von Kritik werden in dem Buch an der Systemtheorie geübt? Da ist die Kritik zu nennen. Der didaktische Wert wird noch gesteigert durch die zwölf eingebauten Textausschnitte.M&K 49. stellt sich allerdings die Frage nach ihrer Differenzierbarkeit. Für nicht sinnvoll halte ich den Akteursbegriff. die ihrerseits ihre paradigmatische Herkunft verschweigt und zu dem Eindruck verleiten könnte. Kohring und Görke mit beiden Beinen im Paradigma. die im Rahmen der Systemtheorie argumentieren. ist hervorragend als Einführungstext geeignet. von so genannten Supertheorien eingehen. Publizistik und Massenmedien gegeneinander abwägt und insofern eine Art Flurbereinigung durchführt sowie den Blick frei macht für die nachfolgenden spezielleren Themen. Den anspruchsvollen Versuch der Paradigmenverbindung unternehmen Neuberger. Der Artikel macht deutlich. denn die Einnahme einer MetaPosition kann an dieser Stelle des Buches (immerhin schon Kapitel 3) nicht mehr der Zweck sein. etwa in den Aufsätzen von Klaus. Diese Eröffnungsbilanz ist deshalb unbedingt empfehlenswert für Einführungsseminare in die Journalismusforschung. organisatorischen und funktionalen Inter-Relationen von PR und Journalismus stellt den Versuch dar. Dies gilt für die Aufsätze von Kepplinger. Auch die dritte „Einführung“. dass sie über den oder jenseits der Paradigmen steht. wenn diese auf einen methodologischen Individualismus hinausläuft. auch anderen Ansätzen (Handlungstheorie und Steuerungstheorie) gerecht zu werden. mit denen sich systemtheoretische Journalismusforscher beschäftigen. Die folgende Auseinandersetzung erfolgt deshalb nach dieser selbst gewählten Ordnung. Mit seinem Beitrag ist jedenfalls die theoretische Ausrichtung des Bandes markiert. was sozialwissenschaftlich gesehen allemal anschlussfähiger ist als den Organismus einzubeziehen und die Akteure damit auf monadische Individuen zu reduzieren. Der Herausgeber selbst eröffnet den Blick auf das gesamte Buch aus einer metatheoretischen und historischen Position. Wenn beide als Leistungssysteme von Öffentlichkeit angesehen werden und beiden die Funktion der Herstellung von Öffentlichkeit zugeschrieben wird. es geht in erster Linie um systemtheoretische Modellierungen des Journalismus. Bucher. tut dem Artikel keinen Abbruch. dass er die unterschiedlichen systemtheoretischen Modellierungen von Journalismus. Beginnen wir mit denjenigen Autoren. Esser und Haller. weil die darin dargelegte Position im Wesentlichen der im oben besprochenen Buch entspricht. dass sich die Systemtheorie um die Integration anderer Ansätze bemühen muss. damit setzt sich der Autor nicht auseinander. Öffentlichkeit. Martin Löffelholz thematisiert das Verhältnis von Journalismus und Public Relations als ko-evolutionäre Intersystem-Beziehung. In einigen Fällen erweist sich bereits der Weg (der Argumentation) als das Ziel (der Rechtfertigung der Systemtheorie).

Beide Vorschläge lassen sich in erster Linie auf Organisationen beziehen. Auch KlausDieter Altmeppen beschäftigt sich mit der funktionalen Autonomie des Journalismus. diese Verfahren anzuwenden oder auch nur zu verstehen. was sicherlich berechtigt ist. wohingegen die Beiträge von Christoph Neuberger und Johannes Raabe stärker auf das Individuum.und Außenperspektive. Wenn die Beziehung von Massenmedien (Journalismus) und Politik in der Beschaffung und strukturellen Verfestigung von Irritationschancen und Resonanzhoffnungen besteht. die nicht im Widerspruch zu verschiedenen Abhängigkeiten auf organisatorischer Ebene steht: Da funktionale Teilsysteme der Gesellschaft von Organisationen abhängig sind. Hans-Jürgen Buchers Verknüpfung von Binnen. Während die Systemtheorie Luhmannscher Prägung konsequent makroanalytisch vorgeht. aber damit noch nicht steuernd wirken. Eine Alternative bietet vielleicht die nicht-kausale Interpretation bestehender statistischer Verfahren. unterscheidet Altmeppen zwischen Handlungsentwurf und Handlungsvollzug. sodass man auf die Systemfunktion immerhin indirekt schließen kann. denn Kausalität ist diesen Methoden nicht inhärent. die mehr den Handelnden als die Handlung im Fokus haben.und Systemtheorie wird argumentativ über Phänomene dritter Art – unbeabsichtigte Folgen individuellen Handelns – hergestellt. Die Verknüpfung funktioniert allerdings nicht reibungslos. Während Bucher zwischen Handlungsmuster und vollzogener Handlung differenziert. Diese Konzeption ist an Peter M. die als Rahmenbedingungen organisationellen Entscheidens limitierend. In eine ähnliche Richtung geht auch Klaus-Dieter Altmeppens Analyse des Entscheidungshandelns in Redaktionen als koordinierendes Handeln. ob sich ein Strukturwandel irgendwann auf die Funktionserfüllung des Systems auswirkt. Allerdings fehlt derzeit die Kompetenz sozialwissenschaftlicher Empiriker. dass Akteur und/oder Bewusstsein zunächst zu trennen seien vom Sozialen. sondern haben indexikalischen Charakter und dienen der Rekonstruktion von Funktionen. denkbar wäre auch ein Bezug zu Achim Baums an Habermas angelegte Theorie journalistischen Handelns. bietet sich auf der strukturellen Ebene ein Einfallstor für externe Einflüsse. Sowohl Neuberger als auch Raabe scheinen davon auszugehen. dann ist eine auf Kausalität und Linearität begründete Empirie ungeeignet. Das gilt auch für Raabes Versuch. sondern eine wissenschaftstheoretische Zuschreibung. Die handlungstheoretischen Gegenvorschläge zur Systemtheorie sind ihrerseits sehr heterogen. weil nur deren historische Entwicklung beschreibbar ist. Meines Erachtens basiert diese Verbindung von Akteurstheorie und Systemtheorie jedoch auf dem Missverständnis. kann aber nicht beantwortet werden. wird am Schluss gestellt. von Handlungs. So gesehen ist etwa der Verweis auf logistische Regressionen als vermeintliche Verbesserung gegenüber linearen Regressionen einseitig.oder Systemebene. Die Systemtheorie hat durch die Konzepte der Interpenetration und der strukturellen Kopp- 391 . Bernd Blöbaum nimmt in seinem Aufsatz eine evolutionstheoretische Perspektive ein und beschäftigt sich mit den Strukturen des Journalismus. Die dringende Frage. weil beide Verfahren an dem Prinzip der Kausalität festhalten. Neuberger reaktiviert die Akteurstheorie unter Bezugnahme auf Schimanks systembezogene Akteurskonstellation. Die Autoren verweisen auf neue statistische Methoden neuronaler Netze und auf Klassifikationsmodelle. das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Phänomen Journalismus und dem (individuellen) Bewusstsein journalistischer Akteure im Anschluss an den Soziologen Wil Martens zu klären. Die Differenz der beiden Theorien sehe ich eher durch die unterschiedlichen Bezugsebenen bedingt. auf den einzelnen Journalisten abzielen. Individuelle Hand- lungen und ihre Intentionalität müssen nicht mentalistisch interpretiert werden. um die scheinbar paradoxe Beziehung zwischen operativer Geschlossenheit und informatorischer Offenheit zu begründen.Besprechungen nötig ist. Die Integration des theoretischen Individualismus basiert nicht zuletzt auf einem Missverständnis vom Konstruktivismus: Kognitive Autonomie wird nämlich von Raabe fälschlicherweise als Abgeschiedenheit von sozialen Einflüssen interpretiert.oder Mikroanalyse. Hejls konstruktivistisches Verständnis von synreferenziellen Organisationen anschließbar. bemühen sich die handlungstheoretischen Ansätze eher um eine Meso. Dazu setzt er sich sowohl vom zu engen Handlungsbegriff Luhmanns ab als auch von Akteurstheorien. dass Systemtheorie nur routiniertes Handeln erklären könne. Dies ist jedoch eher eine Frage der Referenz. weniger eine kategorische oder ontologische Differenz.

sondern vielmehr mit der Alltagsressource journalistischer Inhalte und dem kulturellen Handeln. wie sie von Löffelholz und Marcinkowski und Bruns angedacht werden. Hier ist es in der Tat überlegenswert. ohne den Gegenstand zu reontologisieren. Dehnt man allerdings den Kulturbegriff so weit aus. Unterhaltungsjournalismus oder Unterhaltungsphänomene allgemein zu untersuchen? Dass kulturelle Unterschiede im Ländervergleich eine Rolle spielen. Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wäre auch der europäische Vergleich sinnvoll zu bewerkstelligen. dann müssen Sekundärdifferenzen eingeführt werden. sondern versuchen. sondern mit Theorien im Bereich der Publikums. Jahrgang 3/2001 lung bereits den Weg der Verbindung vorgezeichnet. Viel wichtiger erscheint mir dagegen die Kopplung von Theorie und Empirie als zwei nicht aufeinander zu reduzierende Programmtypen des wissenschaftlichen Systems. Mehr auf Konkurrenz als auf Integration setzen die VertreterInnen kulturwissenschaftlicher Ansätze.und Wirkungsforschung. aber überkommene und gegenwärtige Funktionszuschreibungen überlagern. sondern dass sich historisch gewachsene. bleibt zu klären. Allerdings gibt es Gegenbeispiele: Männer sind besonders im prestigearmen Sportressort sehr stark überrepräsentiert. deren sich die Cultural Studies annehmen wollen. eine Metaperspektive hält sie dagegen nicht für möglich.auf die Publikumsperspektive. Die Benennung offener Forschungs- felder ist jedenfalls kein hinreichender Grund für einen Theorienwechsel. Möglicherweise sind dies Indizien dafür. Warum sollte es mit systemtheoretischer Perspektive nicht möglich sein. die einen Vergleich überhaupt erst möglich machen. ob diese Interessenverschiebung nicht eher ein Ausweichen gegenüber der systemtheoretischen Journalismusforschung bedeuten. Da Informationsjournalismus höher bewertet wird als Unterhaltungsjournalismus und höheres Prestige verspricht.M&K 49. während Machtfragen von der Systemtheorie ausgespart oder untergeordnet werden. die scheinbar nicht aus der Perspektive eines bestimmten Paradigmas argumentieren. die ei- 392 . ohne den Preis der geringeren logischen Kohärenz zu nennen. Dabei vereinseitigt sie konsequent den Blickwinkel. Ebenfalls nicht erklärbar mit dieser Argumentationslinie ist der starke Anteil von Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit. ist der Einzug von Frauen in die Nachrichtenredaktion besonders hart umkämpft. Den drei in diesem Band versammelten AutorInnen gemeinsam ist die Umstellung der Kommunikator. Frauen gelten als unterhaltungsorientierter als Männer und sind in Informationsressorts unterrepräsentiert. indem sie entweder vom psychischen oder vom sozialen System aus denkt und beobachtet. so die Autorin. Elisabeth Klaus reinterpretiert in ihrem Beitrag empirische Ergebnisse zur Geschlechterdifferenz im Journalismus aus der Sicht der Cultural Studies. Aus diesem Grund bin ich skeptisch gegenüber derartigen Versuchen der Theorienintegration. durchaus nicht im Widerspruch zur konstruktivistischen Systemtheorie. Es stellt sich dabei jedoch die Frage. dass Geschlecht ein sekundäres Merkmal darstellt oder dazu geworden ist. dass dieser Ansatz sich weniger mit den journalistischen Aussagen und den Bedingungen. Sollten sich Frauen auch in Männerdomänen etablieren können. dann ist dieser differenzlose Begriff seinerseits zu begründen bzw. so dass die Cultural Studies eher komplementär als kompetitiv zu verstehen wären. unter denen sie entstehen. dass alles Kultur ist. vor allem die Vernachlässigung des Publikums und die Zentrierung auf politischen Nachrichtenjournalismus. dass Geschlechterdefinitionen nicht eindeutig seien und dass Geschlecht eine vieldimensionale Kategorie sei. ist plausibel. dass Frauen nicht qua Geschlecht der Zugang zu bestimmten Berufssparten schwer fällt bzw. die ihrer Meinung nach die Analyse der Machtverhältnisse ermöglichen. So benennt Rudi Renger das Interesse der Cultural Studies dahingehend. schwer gemacht wird. Ebenfalls grundlegende Kritik an der systemtheoretischen Modellierung des Journalismus üben mehrere Autoren. weil diese nur für die Integrationsleistung werben. Margret Lünenborg nennt als konkrete Forschungslücken. Auch hier ist zu fragen. beschäftigt. Insofern konkurrieren die Cultural Studies überhaupt nicht mit anderen Theorien der Journalismusforschung. ob ein methodologischer Individualismus ohne einen theoretischen Individualismus zu haben ist. die sich aus der Beziehung zwischen Text und Leser ergeben. dann spricht vieles für die These. ob die Behebung vermeintlicher Lücken nicht auf einen ganz anderen Forschungsgegenstand hinausläuft. aber wie dominierend diese im Vergleich zu anderen Unterschieden sind. Insofern sehe ich auch die These.

die wis- 393 . Als ob dies ein Merkmal einer Theorie an sich wäre. Die Theoriebrille entscheidet folglich. So argumentiert auch Esser in seinem Artikel (S. Am Beispiel der vergleichenden Journalismusforschung bewertet Esser die diesbezüglichen systemtheoretischen Bemühungen als wenig empiriegesättigt. Auch Haller lehnt die Supertheorie Systemtheorie ab. Das „Eigeninteresse“ des Autors scheint darin zu liegen. Hypothesen über künftige Ergebnisse und Veränderungen zu bilden. weil sie praxisrelevante Aspekte des Journalismus ausblende. Einen Vergleichsmaßstab zu entwickeln. Alles andere ist Vorspiegelung einer erkenntnistheoretisch naiv-realistischen Objektivität. 105). Einflüssen und Wirkungen (auf die Rezipienten) sowie Eigeninteressen (der Journalisten) platziert werden. bestreitet damit auch die Möglichkeit eines Vergleichs wissenschaftlicher Journalismusdarstellungen mit ihrem Gegenstand und stellt sich folglich außerhalb der empirischen Wissenschaft. weil in seinem Theorien-Supermarkt systemtheoretische Konzepte wie System. Schuld an dieser Kluft sei in erster Linie die (System-)Theorie. Der Autor beklagt sich über die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis („disparate Paradigmen“. bedeutet nicht nur. empirische Gegenstände auf der Basis einer einheitlichen methodischen Grundlage miteinander in Beziehung zu setzen. denn oberhalb von Supertheorien kann niemand stehen. 138) Was beinhaltet diese Forderung anderes als das Postulat der Reflexivität. Umgekehrt fehlt den (rein) empirischen Theorien mittlerer Reichweite die Grundlagenlogik – hier zum Beispiel die Entwicklung einer Theorie des Vergleichs. die sich in die falsche Richtung entwickelt habe.“ (S. unter denen die Aussagen gelten sollen und sie sollte die Möglichkeit zulassen. S. steht er doch selbst mit einem Bein hier und mit dem anderen dort. zeigt allerdings. dass ihr deshalb der Empirieteil fehle. Ein Theorienvergleich aus einer Metaperspektive ist nicht möglich. Eine verblüffende Selbstbezichtigung finden wir in Kepplingers Problemaufriss des Journalismus: Der Autor ist seit Mitte der 80er Jahre Systemtheoretiker. dem Eingeständnis. sondern zum Beispiel auch die Kritische Theorie) nicht und müssen – folgt man der Doktrin des Kritischen Rationalismus – sich selbst als Gegen- stand ausnehmen. denn das käme einer Selbstimmunisierung und damit Untauglichkeit der Systemtheorie gleich bzw. ohne ständig dezisionistische (also nicht theorieimmanente) Begründungen anführen zu müssen. impliziert nicht in einem Nullsummenspiel. Auf die daraus geschlossene reduzierte Leistungsfähigkeit der Systemtheorie und ihrer Restkategorisierung als bloßes Ordnungsschema wird man sich dagegen nicht einlassen können.Besprechungen gene Position jenseits von Paradigmen überhaupt zu markieren. Autonomie und Autopoiesis unsortiert neben Personen (Journalisten). die Differenz von Identität und Differenz in den Griff zu bekommen. die Systemtheorie sei nur ein Systemmodell. ohne die überhaupt keine Differenzen beobachtet werden können. dass sich zahlreiche Annahmen (hier: Hypothesen) nicht aus der Systemtheorie ableiten lassen – mit diesem an sich trivialen Pauschalurteil können Systemtheoretiker leben. Vielmehr hängt der Empiriegrad einer Theorie von der jeweiligen Ausarbeitung in Bezug auf die Fragestellung ab. also die Auffassung. 90) Wahrscheinlich führt dieses Wissenschaftsverständnis zu der Ansicht. Dies schmälert die Leistung einer Theorie mittlerer Reichweite nicht. Man wird also die Systemtheorie nur mit anderen Supertheorien vergleichen können und dabei einen (zu legitimierenden) Standpunkt einnehmen müssen. was als Identisches und Differentes überhaupt beobachtbar ist. was wohl deshalb eines besonderen Hinweises bedurfte.“ (S. dass eine Theorie einen abstrakten Theoriekern hat. Nur eine reflexive Theorie ist in der Lage. 134). sondern theoretisch (also vor der empirischen Beobachtung) bestimmte Gleichsetzungen vorzunehmen. Dies scheint eine vornehme Reformulierung seines Redebeitrages auf der Tagung der Fachgruppe zu sein. Die Tatsache. er klassifiziert die Systemtheorie (abfällig?) als totale Theorie und führt aus: „Eine Theorie sollte immer Angaben über die Voraussetzungen und Randbedingungen enthalten. Dort hatte er gefordert. Preise für Wissenschaftsfähigkeit zu verteilen: „Wer die Möglichkeit eines Vergleichs zwischen journalistischen Realitätsdarstellungen mit der entsprechenden Realität erkenntnistheoretisch bestreitet. dass Systemtheorie als Supertheorie und Theorien mittlerer Reichweite auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. eine Theorie solle als ihr eigener Gegenstand vorkommen? Gerade die Theorien mittlerer Reichweite vermögen dies im Unterschied zu Supertheorien (und dazu gehört nicht nur die Systemtheorie.

deren Zielsetzungen außerwissenschaftlich bestimmt werden. Weiterhin werden die im fünften Hauptkapitel behandelten ausgewählten Problemfelder 394 . Bei den kulturwissenschaftlichen Ansätzen sind die Cultural Studies gleich mehrfach vertreten. Starkulla und deren Weiterführungen oder der kritisch-theoretische Ansatz. Alle diese Bemühungen um Konkretisierungen sind nicht falsch. Diese Amputation hat allerdings zur Folge. einen dogmatischen Popperianer.M&K 49. auch nicht Gottschlich oder Baum. anführt. Die Sollvorstellungen resultieren aus der Kombination mit anderen benachbarten Wissenschaften und beschränken sich auf realisierbare Vorschläge. den Baum im Anschluss an Habermas vertritt. Kommen wir abschließend zur Kritik des Bandes: Der Theorienüberblick ist auf keinen Fall vollständig. der „an den Realien“ vorbeiziele. dass wissenschaftliche Bemühungen. den Siegfried J. Die aus dieser normativen Sichtweise abgeleiteten Qualitätskriterien des Journalismus seien gegenstandsund publikationsbezogen. sondern sollte kritische Impulse geben. 116) der Studie „Journalismus in Deutschland“ zu verstehen bei gleichzeitiger Kritik ihrer systemtheoretischen Argumentationsbasis. dass er als Gewährsmann Helmut Spinner. sie wollen die Qualitätsdebatte und die Ethikdebatte durch Ausdifferenzierung der Ebenen von den gesellschaftlichen Randbedingungen bis zu den journalistischen Akteuren voranbringen. einen Binärcode für Journalismus zu formulieren. unberücksichtigt bleibt. deshalb eine provozierende oder distanzierende Haltung einnehmen sollen. So fehlt etwa der Ansatz der Münchner Schule um Wagner. Öffentlichkeit herzustellen.). wenn man bedenkt. welche die Übereinstimmung zwischen den Kommunikationsabsichten der Journalisten und den Kommunikationserwartungen des Publikums ziemlich überzeichnet. Hallers Gegenvorschläge laufen auf eine Entkleidung der (System-)Theorie von ihrem logischen Gehalt hinaus. den prägenden Charakteristika des Journalismus gerecht zu werden. Er bringt Beispiele für vermeintlich fehlerhafte Zuordnungen und kritisiert systemtheoretische Bemühungen als abstrakten Griff ins Leere. Jahrgang 3/2001 senschaftliche Beschäftigung mit Journalismus hätte ihren Gegenstand. allerdings schließen sie kaum noch an den theoretischen Diskurs des gesamten Buches an. Auch wenn dies nicht so gemeint war. wenn er ihm die Aufgabe zuweist. Dazu passt auch die harmonisierte Sichtweise vom Gegenstand der Journalismusforschung. 114 f. um den als negativ bewerteten Folgen der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Die Ablehnung eines solchen Wissenschaftsverständnisses sollte nicht in die Richtung gedeutet werden. sie hat jedoch mit purer Auftragsforschung nichts zu tun. kann man sich gut ausmalen. versuchen also. dieser wird aber nicht zitiert. wohingegen der theoretisch ambitioniertere kulturelle Konstruktivismus. Thorsten Quandts den Band abschließende Frage nach dem Ende des Journalismus durch die Herausforderungen der Online-Kommunikation macht ein ganz neues Fass auf und will nicht so recht zum Gesamtthema passen. In dem Artikel werden Theorieversatzstücke von Habermas verwendet (S. damit sie empirisch überprüfbar sind. denn der Autor ignoriert ziemlich konsequent die im Titel seines Aufsatzes selbst gestellte Frage und beschäftigt sich mehr mit dem Erklärungswert von Theorien der Wirkungsforschung. Etwa so versteht auch Ulrich Pätzold die Aufgabe der Journalistik. Was Haller darüber hinaus mit der Synchronisation der formalen und materialen Bedingungen von Theorien meint. und das auf der Basis eines erkenntnistheoretisch realistischen Empirieverständnisses. als dies im systemtheoretischen Rahmen erfolgte. Schmidt entwickelt hat und der Journalismus als makroanalytische Handlungsrolle konzipiert. impliziert die Forderung doch ein unkritisches Plädoyer für angewandte Forschung. So ist das vergiftete Lob an die „demoskopische Unternehmung“ (S. weil sie die Praxis nur irritieren können. Horst Pöttker überträgt solche normativen Vorstellungen auf den Journalismus selbst. die das Konzept des verständigungsorientierten Handeln in die Journalismusforschung eingeführt haben. zu rechtfertigen (was man für weite Teile der PR-Forschung durchaus feststellen kann). Ähnlich argumentieren auch Hans Heinz Fabris und Barbara Thomaß. Es geht um die Zurechtstutzung von Theorie zu einem logisch billigen Empirielieferanten. Eine verständigungsorientierte Herangehensweise halte ich für berechtigt und anstrebenswert. die journalistische Praxis. dass jede einzelne journalistische Entscheidung legitimiert werden soll. dass viele empirische Ergebnisse schlechter interpretierbar gewesen wären. Haller kritisiert die Unfähigkeit der Systemtheorie.

Die Einleitungen der Hauptkapitel durch Löffelholz und Quandt sind für eine Schnellorientierung hilfreich. Aus ihrer Sicht wird eine Verlagerung der Anwendungsbezüge im Verlauf der historischen Entwicklung erkennbar: „Was im 17. aber fast immer zu brav formuliert. Reher) lassen sich ebenso analysieren wie filmische (Meyer). Mit dem Inszenierungsbegriff lassen sich Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Kultur beschreiben.. Inszenierung. Inszenierung von Authentizität in den Künsten.“ (13) Grundlegende Aspekte der aktuellen Untersuchungen zur Theatralität seien: 1. Malkiewicz. Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“. Dieses Problem der Unterscheidbarkeit bildet neben der „Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit“ (23) einen thematischen Schwerpunkt der laufenden Forschungsarbeiten.) in theatralen Prozessen. Dennoch ist das Buch wichtig. Vier Schwerpunkte strukturieren die Präsentation der Forschungsergebnisse in dem Buch: Begriffsgeschichte von Authentizität.. sondern auch (. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt. aber die Auseinandersetzung ist nicht wechselseitig oder mehrzügig und in der Regel noch nicht einmal die eigene Position abwägend. zwar sind viele AutorInnen sehr meinungsfreudig und regen damit möglicherweise einen Diskurs an. Jahrhundert der Theaterbegriff bewerkstelligen sollte. Pätzolds Definition der Journalistik ist ebenfalls eher programmatisch als anwendungsbezogen. ISBN 3-7720-2941-8 Der vorliegende Sammelband präsentiert Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teil- projekten des seit 1996 bestehenden DFGSchwerpunktprogramms „Theatralität. Korporalität und 4. Wahrnehmung. – 366 S. sondern in theatralen Prozessen. Formen der Performancekunst (Bormann. Ausgangspunkt der Projektarbeiten des DFG-Schwerpunktprogramms bildete die mittlerweile etablierte Überzeugung. „dass sich das Selbstverständnis einer Kultur außerhalb Europas/Nordamerikas nicht nur in Texten und Monumenten formuliert. so dass ihre Auswahl etwas willkürlich erscheint.“ (11) was wiederum die Überzeugung von der Unterscheidbarkeit der europäischen Kultur brüchig werden lasse. das sich mit der zunehmenden Bedeutung theatraler Prozesse für die europäische Kultur auseinandersetzt. Außerdem scheint es eher ein heterogenes Restkapitel zu sein. so die Herausgeberin Erika Fischer-Lichte. Brandstetter. Die Attraktion des Inszenierungsbegriffs liegt in seiner vielschichtigen Anwendbarkeit. Und dazu ist das Buch bestens geeignet.“ (11) Gleichzeitig stellen neuere Entwicklungen. scheint heute der Begriff der Inszenierung leisten zu sollen. um die Theoriedebatte auf hohem Niveau zu institutionalisieren. Ebenso sind die vielen handbuchtypischen Querverweise nicht immer hilfreich und notwendig.und Theatralitätsbegriffs heraus. Inszenierung von Authentizität in den Medien und Inszenierung von Authentizität in fremden und vergangenen Kulturen. Dabei nimmt der Herausgeber schon mutig Stellung in seinem hervorragenden einleitenden Aufsatz. Erika Fischer-Lichte arbeitet in ihrer den vorliegenden Sammelband einleitenden begriffshistorischen Übersicht grundlegende Aspekte des Inszenierungs. der nicht immer gelingt. musikali- 395 . Auch in dieser Doppelrolle zeigt sich der Kompromisscharakter des Buches in Konzeption (Handbuch und Diskurs) und Komposition (Grundlagenbeiträge und anwendungsbezogene Artikel). als ob sie die folgenden Artikel jeweils rechtfertigen müssten. „Unsere Gegenwartskultur konstituiert und formuliert sich zunehmend nicht mehr in Werken. wohingegen Quandts Frage nach dem Ende des Journalismus weniger als theoretische Herausforderung oder Weiterentwicklung denn als spezielles Problemfeld (des Online-Journalismus) anzusehen ist. denn die Aufsätze von Lünenborg und Klaus sind teilweise grundlegend und gehören zu den Herausforderungen der Systemtheorie. 2. dafür ist die Qualität der Beiträge zu unterschiedlich.) Inszenierung von Authentizität Tübingen: Francke. Armin Scholl Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg.Besprechungen nur sporadisch an die Theoriedebatte der vorigen vier Hauptkapitel zurückgebunden und die Dringlichkeit ihrer Bearbeitung wird nicht begründet. 3. Performance. die Überzeugung vom besonderen Charakter der europäischen Kultur in Frage. 2000. also auch innerhalb der Artikel nicht diskursiv angelegt. sondern scheinen vielfach automatisch erstellt worden zu sein und oft beliebig.

aber nicht die einzige Komponente im Burnout-Prozess. bieten sicherlich eine Vielzahl von Forschungsgebieten für die unterschiedlichen Disziplinen des Schwerpunktprogramms. wobei nicht thematisiert wird. Empirisch lediglich schwach belegt ist der Roman. wenn nicht gar in den meisten Berufen beobachtet werden. Agentur. dynamische und unangenehm erlebte Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist eine zentrale. Den Fragebogen mit fünf.. in der Medizin). der auf dem Höhepunkt der BSE-Krise Rindfleisch verzehrt. Hier hätte statt der isolierten Untersuchungen die Fragestellung nach den Besonderheiten der europäischen Kultur stärker herausgearbeitet werden können.. Die nachweisbar umfangreichen und unregelmäßigen Arbeitszeiten. denn eine hohe Arbeitszufriedenheit kann in sehr vielen. ob die HörfunkjournalistInnen für öffentlich-rechtliche Sender oder private Anbieter arbeiteten. Möglich ist auch. Eine Mischung aus ethnologischen und kulturhistorischen Analysen kennzeichnet die Beiträge. wie das Sample zustande kam und ob die Nicht-BeantworterInnen vielleicht deshalb nicht geantwortet haben. willkürlich zusammengewürfelte Hypothesen geleitet. Zum Beispiel beträgt einer Studie von 1983 zufolge die gemittelte Lebenserwartung von deutschen JournalistInnen lediglich 61 Jahre. Wissensdefizite und verschiedene soziale Stressoren (Stichwort „Redaktionsklima“) können zum Gefühl von Überforderung beitragen. über den „Burnout“ im Journalismus Ursachen und Auswege Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.und siebenstufigen Rating-Skalen beantworteten 66 von 213 angeschriebenen Zeitungs-. legen eine Bejahung dieser Frage nahe. In den unterschiedlichen Schwerpunkten des Sammelbandes treten Bruchstellen zwischen den Disziplinen in Erscheinung. Stress als komplexe. wie sich etwa durch den Einfluss der Medienvermittlung das Erscheinungsbild der Politik gewandelt hat: „Politik wird nur noch als symbolische Inszenierung in den Medien erfahrbar: Kohl und Mitterand Hand in Hand auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges von Verdun oder ein britischer Gesundheitsminister. Beide Ursachefaktoren bedingen möglicherweise Zynismus und Unempfindlichkeit. Joan Kristin Bleicher Michael Bodin Ausgebrannt . immerhin drei Jahre mehr als die der Gastwirte. dass der Stress größer und der Burnout im Journalismus deshalb häufiger sind.und Film-Mythos des unablässig rauchenden und Whisky oder andere Rauschmittel konsumierenden Reporters. Die sich ständig aktualisierenden vielfältigen Inszenierungsformen in Politik. Zeitdruck.und HörfunkjournalistInnen. Arbeitsunzufriedenheit und Burnout hängen zusammen. Michael Bodins eigene Untersuchung wurde durch drei Forschungsfragen (Ausmaß des Burnouts im Journalismus. Die in etlichen Studien gefundene hohe Arbeitszufriedenheit von JournalistInnen scheint gegen ihren vermehrten Burnout zu sprechen. Unklar ist auch. B.M&K 49. Die Inszenierungen von Authentizität stehen im Zentrum der Untersuchungen. In Schweden hingegen unterscheidet sich die Mortalitätsrate der schreibenden Zunft nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt. die jedoch wieder als Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten dienen können. Sie zeigen. 2000. – 142 S. aber auch in der Wirtschaft. und wann die Untersu- 396 . die eine überproportionale Frequenz an Ausgebrannten aufweisen (z. die sich mit der Inszenierung von Authentizität in vergangenen und fremden Kulturen befassen. selbst in denen. Jahrgang 3/2001 sche (Zenck) oder literarische (Neumann) Inszenierungen von Authentizität. obwohl beide Phänomene nicht gleichzusetzen sind. Kultur. dessen Ursachenkomplexe und mögliche Gegenstrategien) sowie neun.“ (22) Inszenierungen ersetzen die Argumentationsführung verbaler Diskurse. Doch solche Befunde sind nur wenig aussagekräftig. weil JournalistInnen zum einen psychische Abwehrmechanismen gegenüber größeren und kleineren Katastrophen entwickeln müssen und zum anderen bei ihnen durch die ständige Aktualisierung und Addition von Informationen eine kontextlose Sinnleere entstehen könnte. die Michael Bodin in seinem Buch zitiert. weshalb TV-JournalistInnen nicht einbezogen wurden. ISBN 3-531-13448-5 Sind JournalistInnen gestresster und früher „ausgebrannt“ als VertreterInnen anderer Berufsgruppen? Einige Fakten und Fiktionen. weil sie zu gestresst waren.

J.und außermediären sowie die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Stress. flexible Arbeitszeiten. Sie können signifikant häufiger als ihre KollegInnen die Anforderungen an ihren Beruf nicht mit ihrem Privatleben (Familie. Bodins Ergebnisse vermitteln zwar zahlreiche Denk. Eine Gegenposition bezieht Daniel Dayan (Oslo). Doch im Vergleich zu anderen Sozialberufen ist das Ausgebranntsein im Journalismus eher unterdurchschnittlich verbreitet. S.. Weischenberg. Knowledge. Ein Satz im Vorwort legt die Vermutung nahe. als dass er sie wirklich ausführlich erörtert. B. der Entstehung zahlreicher Teilöffentlichkeiten.“) präsentiert Bodin die hypothesenrelevanten Ergebnisse systematisch und übersichtlich. „in Bezug auf die Verlockungen des Aktualitäten-Konsums“). St.. empirische Daten. ISBN 0-415-18929-2 Das Buch ist – bis auf drei Beiträge –das Ergebnis eines 1995 durchgeführten Colloquiums des Projekts „Rhetoric. kultu- 397 .und damit Forschungsanstöße. wenn Michael Bodin seinen Hypothesen z. Graham Murdock (Bergen) folgt einem an Habermas orientierten Modell und sieht die umfassenden Funktionen der Öffentlichkeit mit ihren festgeschriebenen bürgerlichen Rechten durch eine „Politische Ökonomie des Populismus“ unterminiert. etwa durch langfristige Planung. – 209 S. Reflexion. 1998) oder das von Shoemaker & Reese (1991) zugrunde gelegt hätte. Reese. 62: „Prozentwerte geben an. dass sich Bodin nicht auf die empirische Darstellung beschränkt. dass die Daten bereits 1996 erhoben wurden. Die Literaturliste von Bodin ist nachlässig: falsche Namenswiedergabe. Der Band liefert einen Überblick über mögliche Theorieansätze und Konzepte. dass die sozialisatorischen. mit denen Fernsehen auf einer allgemeinen Ebene sozialwissenschaftlich untersucht werden kann. wie man den Burnout im Journalismus in den Griff bekommen kann. aber generell ist zu bemängeln. Theories of influences on mass media content. Nach einer zumeist redundanten Methodendiskussion (z. Supervision (in Seminaren) sowie individuelle Gegenstrategien (z. haben die journalistischen Ansprüche nur einen geringen Einfluss auf den Burnout.. Sabbatjahr.) Television and Common Knowledge London/New York: Routledge. So wäre es hilfreich gewesen. Was unter „Common Knowledge“ wirklich gemeint ist und wie dieser ja etwas schillernde Begriff zu fassen ist. Scholl & Weischenberg. Karin Böhme-Dürr Literatur: Scholl. Eine idealistische (pädagogisch motivierte) Berufsauffassung selbst ist offenbar kein Grund für Ausgebranntsein.Besprechungen chung überhaupt stattfand. sondern auch relativ aktuelle. Jostein Gripsrud (Ed. Job-Rotation. New York. JournalistInnen mit hohen Burnout-Werten erleben zumeist beruflich-private Rollenkonflikte. um klare Aussagen treffen zu können. Obwohl wenig Recherchezeit und Zeitdruck Stress erzeugen. Im ersten Abschnitt werden Konzepte der Öffentlichkeit(en) (public sphere[s]) skizziert. vor allem von den Publika. eher Frauen und insbesondere Agenturjournalist/innen. doch sind die Korrelationen zwischen Burnout und Rückmeldung zu schwach. Partnerschaft. Dienst. Opladen. fehlende Zeitschriftenseiten und uneinheitliche Auflistung der Publikationen.und Urlaubspläne. Vom Allgemeinen zum Besonderen voranschreitend umkreist der Reader allerdings eher die eingangs umrissene Problemstellung. denn es bietet nicht nur einen Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze zu Stress und Burnout. indem er in der von ihm konstatierten Partikularisierung der Öffentlichkeit. D. Shoemaker. Zwar leidet jede/r fünfte Journalist/in an Burnout. A. P. z. (1991): Mediating the message. bleibt letztlich unklar. B. inner. vor allem Jüngere. Lobenswert ist.. das Zwiebelmodell von Weischenberg (vgl. Freundschaft) vereinbaren. eine Chance für soziale. mehr Feedback von Vorgesetzten. Mediation“ an der norwegischen Universität Bergen. einen veränderten Führungsstil („primus inter pares“).und/oder Burnout-Erleben von JournalistInnen zu wenig systematisiert wurden. 1999. B. die den Stellenwert des Burnout im Journalismus verdeutlichen.. wie groß der Anteil der Befragten (bezogen auf 100) ist. Ausgebrannte erhalten zwar für ihre Arbeit wenig Feed-back. sondern auch aufzeigt. S. Trotz aller inhaltlicher und formaler Kritik sollte man Bodins Buch dennoch nicht ignorieren. B. Buchdopplungen. (1998): Journalismus in der Gesellschaft.

Jostein Gripsrud (Bergen) untersucht mit Blick auf Bourdieu die „Felder“. ist als Einsicht nicht besonders neu. Sonya Livingstone (London) beschäftigt sich explizit mit der Wissensvermittlung und -erzeugung durch das Fernsehen und unterscheidet Wiedererkennen und Entdecken als zentrale Aktivitäten. Dokumentationen. Dass sich die Wissenschaften im Fernsehen unterschiedlich präsentieren und diese Differenz sich wiederum auf die gesellschaftliche Bewertung der Wissenschaft auswirkt. „durcharbeitet“. eine Identität zu erhalten. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den soziokulturellen Funktionen der Medien. die sich auf Textanalyse. ist eine weitere These Gripsruds. analytisch bleibt das Problem. „Travel Stories“ etc.) und arbeitet verschiedenen Strategien und Formen heraus. Dramaturgie. ohne jeweils Lösungen anzubieten. liegt nahe. wobei die Reisemetaphorik. John Ellis (Bergen) sieht im Fernsehen eine Institution. Probleme etc. Spiel. dass dieser „Verarbeitungsprozess“ letztlich nur theoretisch gefasst wird. Dies erklärt sich nicht zuletzt auch aus der wissenschaftlichen Herkunft der Referenten. Formatproblematik) und Wissenserzeugung in einem engen Zusammenhang. vielleicht auch einmal problematisiert werden könnte. die jedoch breiter als durch einige plakative Beispiele nachgewiesen werden müsste. Die Zugangsweisen. Vor allem die versprengt lebenden Mitgliedern einer Gemeinschaft erhalten durch die Medien die Chance. So spannend Ellis’ Ansatz ist. die sich für Akademiker und Journalisten kulturell als Öffentlichkeit herausbilden. John Corner (Liverpool) untersucht Dokumentationen und Suzanne de Cheveigné analysiert französische Wissenschaftssendungen. aber die Reisetopik setzt ja wiederum ein bestimmtes Bild von Bewusstseinsorganisation voraus. Corners Auseinandersetzung mit den Dokumentarismusdiskursen und den verschiedenen Stilen des Dokumentarismus mit Blick auf die BBC-Produktionen der neunziger Jahre führt immerhin dahin. weiterhin (zumindest medial vermittelt) in der Gemeinschaft zu leben.M&K 49. Sport. die er in den achtziger Jahren publiziert hat. Jahrgang 3/2001 relle und ethnische Minderheiten sieht. und der Mangel zeigt sich besonders an der nur peripheren Beschäftigung mit dem großen 398 . die sie in einen größeren Rahmen der Kontextualisierung mit unterschiedlichen Aneignungsformen einordnet. Die eher aus den Text. Ellis diskutiert diese These anhand verschiedener Genres (Soaps. bedient er sich dabei seiner Produktionsanalysen von Wissenschaftsdokumentationen. die von allgemeinen Kulturtheorien über die Rhetorik. Heuristisch ist ein solcher Ansatz interessant. in der Fülle der Ansätze aber auch einen gewissen Grad von Beliebigkeit aufweisen.und Formanalyse beziehen. Ein klassisch hermeneutisches Problem also. Roger Silverstone (London) stellt Zugänge zur Produktionsanalyse vor.und Performance-Theorien bis zu Narrationstheorien reichen. dass er verschiedene Konzepte kurz skizziert und vier Trends im BBC-Fernsehdokumentarismus ausmachen kann. zu „Stories“ verarbeitet. Überraschenderweise gibt es hier keinen Verweis auf die Physiognomik. an Michel de Certeau und betrachtet Fernsehen unter dem Gesichtspunkt der Herstellung kultureller Räume. auf das aber nicht weiter eingegangen wird. Peter Larsen (Bergen) orientiert sich in seinem Ansatz. wie der unterschiedliche Habitus der beiden Gruppen mit der Struktur der Fernsehöffentlichkeit kollidiert. auf die Traditionen der Genre. liefern einen explizit sozialwissenschaftlichen Einstieg. Technik und Bewusstsein in einem Zusammenhang zu sehen. sie „in Formen“ bringt. Als Beispielmaterial. Der dritte Abschnitt betrachtet das Thema des Bandes stärker von den Produkten aus. Fiction etc.und Kulturwissenschaften kommenden Ansätze. Anders Johansen geht mit Hilfe von Versuchsreihen. Dass umgekehrt für die Vermittlung von Wissenschaft im Fernsehen heute besondere Qualifikationen benötigt werden. sieht Genre-Konstruktion (bzw. sind weitgehend ausgeblendet oder kommen nur sehr am Rande in den Blick. Das ist bedauerlich. Morley vor allem mit der Herstellung eines Verständnisses von Welt durch die Nachrichten. die in einem „offenen Prozess“ die gesellschaftlichen Themen. Klaus Bruhn Jensen (Kopenhagen) und David Morley (London) beschäftigen sich mit den Nachrichten. die Kartensymbolik. die den mimisch-gestischen Ausdruck einer Person im Fernsehen dokumentieren. weil dem analytischen Beobachter das „Rohmaterial“ für diese mediale Verarbeitung selbst immer nur in medialer Form präsentiert wird. die hier von den verschiedenen Autoren zum Verhältnis von Fernsehen und Alltagswissen vorgestellt werden. Hier wird eine sonst im Buch seltene Konkretion erreicht. Fernsehen. die nicht zum akademischen Habitus gehören.

Diese Vorgehensweise stärkt damit die mögliche Suggestion deutschsprachiger Leser. Knut Hickethier Claudia Mast Programmpolitik zwischen Markt und Moral Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie (unter Mitarbeit von Karen Exner. ist der Verzicht auf die Anwendung der Konzepte auf Beispiele. Claus Hoffmann. Produzenten. Drehbuchautoren. so kühl analysiert. wurde für die Studie durch Gespräche mit 55 im Anhang namentlich genannten Experten ermittelt.und Kontrollgremien. Medienpublikum. Marc Liesching. Ebenso nachteilig. andererseits Medienmanager. Rundfunkunternehmen und Journalismus. Medienforscher. vor allem seit der Entstehung privater Programme so heftig gestritten. – 392 S. Sachen und Zusammenhängen orientiert haben. Anette Scharf) Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. 1999. dass die Werbewirtschaft als wichtige Finanzierungsquelle vor allem für die privaten Fernsehanbieter gegenüber Gewaltdarstellungen eher negativ eingestellt ist. Medienrecht. Überzeugend begründet wird dieses Forschungsinteresse „hinter den Kulissen“ damit. die ihre sehr lesenswerten explorativen Studien präzise an Personen. weiterführende Aspekte abgewinnen? Die von Claudia Mast vorgelegte Studie rechtfertigt ihr Erscheinen durch drei gewichtige Vorzüge: Zum einen durch die überzeugende Gliederung der Beschreibung von Entscheidungsprozessen über Gewaltdarstellungen in fünf ausgewählten Verantwortungsbereichen: Markt. Dass gelegentlich mit bestimmten Kategorien Anderes gemeint ist als im deutschsprachigen Bereich. „die mit realistischer Aussicht auf Erfolg Entscheidungsprozesse wenn schon nicht modifizieren. zwischen denen kein Zusammenhang bestehe. und zwar sowohl bei ARD und ZDF als auch bei sieben Privatsendern. dass es Einflussfaktoren benennt.Besprechungen Bereich der Fernsehfiktion. die sie als geeignete Grundlage vor allem für Erwachsenenbildung und Schulunterricht empfiehlt. Trotzdem ein lesenswerter Überblick. weil sie – ungeachtet hoher Reichweiten – nachteilige Auswirkungen auf ihre Produkte befürchtet. wenn diese in einem gewaltbesetzten Programmumfeld erscheinen: „Werbung wirkt sich eher regulierend in Richtung familienfreundliche Programme aus“. die einander sogar widersprächen. Und zum Dritten durch den sowohl medientheoretischen als auch medienpraktischen – zugleich damit auch medienkritischen – Gehalt der Arbeit. den im Grunde nur Ellis anspricht. aber auch so folgenlos gewarnt worden wie über Gewalt im Fernsehen und deren Wirkungen auf das Publikum. 399 . leitende Redakteure sowie Vertreter von Aufsichts. ISBN 3-531-13346-2 Über wenige Themen ist seit der Ausbreitung des Fernsehens. aber auch disparat“ zitiert die Herausgeberin eine Feststellung der DFG-Kommission Medienforschung. man könne die hier angesprochenen Konzepte problemlos auch auf deutsche Fernsehverhältnisse anwenden. so ideologiebelastet spekuliert. interessante. Esther Lorenz. Lassen sich dieser Frage heute noch neue. Dabei kommen zuweilen unerwartete Erkenntnisse zu Tage. Programmeinkäufer. so doch zumindest offenlegen können“. Programmplaner. Bei knapper werdenden Werbegeldern und einem dadurch schärfer werdenden Wettbewerb um Werbeaufträge ist es also keineswegs zwingend. Dadurch bleibt vieles im Ungefähren. Dem setzt Claudia Mast einen Ansatz entgegen. Produzenten und Kommunikatoren als Handelnde in einem medienspezifischen Interaktionsprozess begreift. „Die vorliegenden Forschungsarbeiten sind zwar thematisch vielfältig. Zum Zweiten durch die vorurteilsfreie. ergänzt um ein Kapitel zu den drei Einflussfaktoren Kontrollinstanzen. So beispielsweise. aber keineswegs voraussetzungslose Herangehensweise der einzelnen Autorinnen und Autoren. durch deren Entscheidungsverhalten Gewaltdarstellungen entweder ermöglicht oder verhindert werden können. dadurch entstehe insgesamt der Eindruck von bruchstückhaften. bleibt damit vielen deutschsprachigen Lesern eher unsichtbar. was sich nicht von allen Publikationen zum Thema Mediengewalt sagen lässt. Wie sich diese Entscheidungsträger im Spannungsfeld zwischen Markt und Moral bewegen. Werbung und Image. der einerseits die Interdependenz verschiedener Teilsysteme des Mediums Fernsehen in den Blick nimmt und genauer untersucht. aber bei einem solchen Konferenzband wohl nicht anders möglich. zerstückelten Befunden. darunter Jugendschutzbeauftragte.

Dennoch überzeugt die Arbeit durch die Kohärenz. Besonders in den 50er Jahren – worauf Knut 400 . Die Gefahr allzu weit reichender Schlussfolgerungen ist umso größer. doch habe man dort bald eingesehen. Das Fernsehen sei im Verlaufe dieser Entwicklung zu einer Art Gnadenanstalt geworden. (Reihe: Passagen & Transdenzen. Dargestellt werden auch die Aufgaben und Arbeitsweisen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. die Transzendenzbedürfnisse erfülle. auf bestimmte Bilder nicht verzichten zu können. dass das Fernsehen Angebote bereithält. mit der die komplexen Sachverhalte gesehen und dargestellt werden und vor allem durch das erkennbar starke. wenn diese in konkurrierenden Programmen gezeigt werden. Fortschreitende soziale Differenzierung sorgt nach seiner Ansicht dafür.“ Gleichwohl verzichtet das Kapitel über den Verantwortungsbereich Medienrecht nicht auf eine umfangreiche Darstellung der juristischen Vorgaben und Kontrollinstanzen für das Programm. dass mit allzu sensationellen Darstellungen auf Dauer keine Kompetenz zu gewinnen sei. das belegbare Detailwissen muss ausgedeutet werden. Allerdings öffnet sich auf diese Weise auch der abschüssige Weg zur Spekulation. 2000. also Filmen und Unterhaltungssendungen. damit es „Sinn macht“. der Wettbewerb zwischen den Programmveranstaltern dadurch nachteilig bemerkbar. in der Sache begründete Engagement der Herausgeberin. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. daß Sie Dinge gar nicht zeigen. Am Anfang hätten Privatsender. Mehr als andere Systeme ist Kultur im hohen Grade kohärent und erfordert daher den Vorgriff auf das Ganze. Manfred Jenke Jo Reichertz Die frohe Botschaft des Fernsehens Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion Konstanz: UVK. Für medienwissenschaftlich und medienpraktisch Tätige mögen viele der in der Studie mitgeteilten Erkenntnisse und Einsichten nicht unbedingt neu oder überraschend sein. ihrer Mitautorinnen und Mitautoren.und die zivilrechtlichen Bestimmungen und die Grundsätze für die Programmverantwortung bei den öffentlich-rechtlichen wie bei den privaten Anbietern. Andererseits macht sich im journalistischen Bereich. auf dem Sie sich da bewegen“. je weniger der Analyse ein theoretisches Konzept zugrunde liegt und je mehr sich wissenschaftliches Tun auf einzelne Plausibilitätsbefunde verlässt. bei den Gewaltdarstellungen in Nachrichtensendungen etwa. „Sie können die öffentlich-rechtliche Messlatte der moralischen Werte nicht so anlegen. dass Redaktionen meinen. häufiger auf Gewalt. Sie umfasst den Jugendschutz. kommen muss.M&K 49. Der Verfasser geht davon aus. die straf. 10) ISBN 3-87940-744-4 Die Wechselwirkungen zwischen dem Fernsehen und kulturellen Kontexten können als ein besonders schwieriges Gebiet der Kommunikationsforschung angesehen werden. In diesem Bereich gibt es keine juristische Handhabe. dem sowohl die geisteswissenschaftliche Hermeneutik als auch die (qualitative) Sozialforschung methodische Riegel vorzuschieben versuchen. da sie sich der empirischen Überprüfung weitgehend entziehen. Aufgaben neu verteilt werden und Spezialisierungen stattfinden. Dieser Gedanke einer religiösen Sinnhaftigkeit der TV-Unterhaltung ist keineswegs neu. die in früheren Zeiten der Volksreligion vorbehalten waren. Doch Regelwerke helfen nicht viel weiter: „Jede Gewaltszene ist wieder neu und unterscheidet sich von der anderen. daß Sie die Wirklichkeit schönen. um sich von ARD und ZDF abheben zu wollen und um beim Publikum Aufmerksamkeit erregen zu können. – 277 S. wobei die durch die EG-Fernsehrichtlinie von 1989 und durch die Vereinbarung des Europarates von 1989 aufgeworfenen Fragen ebenfalls berücksichtigt werden. Reichertz’ Studie nimmt mit den Ausführungen zu funktionalen Äquivalenten und zur sozialen Differenzierung auf Denkfiguren des Strukturfunktionalismus Bezug. die andere zeigen“ wird ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zitiert: „Dann wird Ihnen nämlich vorgeworfen. Das ist ein sehr schmaler Grat. dass Institutionen in ein Konkurrenzverhältnis treten. Unfälle und ähnliche Themen gesetzt. Jahrgang 3/2001 dass es zu der oft beschworenen Spirale der Gewalt in fiktionalen Sendungen. sondern da gibt es nur diesen sensiblen Umgang mit täglich neuen und anderen Szenen.

deren Logik man nicht kenne. Das Treueversprechen vor Zeugen. das Fernsehen sei für die Kandidaten eine heilige Instanz. die in der Regel ohne Fernsehkameras stattfindet und im Grenzfall nur durch die beiden Trauzeugen hergestellt wird – ausreichen. zahlreiche Folgen. sich für die Traumhochzeit zu bewerben. Der Ertrag der Studie ist allerdings eher bescheiden.Besprechungen Hickethier hingewiesen hat – war das Medium Fernsehen faszinierend genug. wäre ein derartiger. Für die tendenzielle Nivellierung von Intimgrenzen. wie sie bei solchen Anlässen auch in ganz normalen Standesämtern üblich ist. so wird argumentiert. um durch Potenzierung der Zahl von Zeugen zur Stabilität von Ehen beizutragen. nicht auf die Zuschauer. ist die Traumhochzeit also ein eher ungeeignetes Beispiel.. Wenig überzeugend ist die Schlussfolgerung. die 401 . an dem in früheren Zeiten häufig als Vertreter des anonymen Teils der Öffentlichkeit auch völlig Fremde teilnahmen. die bei den Akteuren und den Beobachtern Affekte auslösen“ (S. Die Allgemeinheit werde aufgefordert. Im bürgerlichen Zeitalter hatte selbst das Eheversprechen dokumentiert zu werden. die schon bestehende Verbindung zwischen den Partnern werde durch das Fernsehen verklärt und ins Transzendente erhoben. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Traumhochzeit. nämlich das religiöse Bedürfnis. was in der Hochzeit ohnehin schon angelegt ist. mit dem Ziel der „Kontinuitätssicherung“ betriebener Aufwand etwas hoch. bis zur Möglichkeit der Klage auf Schadensersatz (Kranzgeld). das Fest. dass „es dort zu .“ Seine Rede ist nicht religiöser als die seiner TV-losen Kollegen. die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu kontrollieren. ja die Show. und auch eine banale Formulierung „das Schöne an dieser Sendung ist“ muss noch nicht auf den „Sendungscharakter“ seiner – zumal simulierten – Amtshandlung schließen lassen. von ihr auserwählt zu werden und die Beziehung durch diese von außen kommende Macht heiligen zu lassen. der sich ebenso gut auf Hochzeitsbräuche allgemein beziehen könnte. Für Reichertz ist allerdings etwas anderes entscheidend. dass ihr gekommen seid. die sich seit Beginn der Sendung im Jahre 1992 vor laufender Kamera das Jawort gaben. Im Zentrum der Überlegungen steht das „performative Fernsehen“.. Aber auch mit Blick auf aktuelle Erscheinungen wurden immer wieder Parallelen zwischen Fernsehnutzung und religiösen Praktiken herausgearbeitet. Tatsächlich beziehen sich diese Erwägungen ja auf die Kandidaten. war die Hochzeit zu den verschiedensten Epochen nicht privat. Dass die Traumhochzeit derartigen Erwartungen nachkommt. das heißt für den Niedergang des Privaten.als auch Außendruck das Paar verbinden. die Gesellschaft habe die FernsehTraumhochzeit geschaffen.. um quasi-liturgische Formen des Umgangs zustandekommen zu lassen. Warum sollte Willi Weber aufgrund einer Ansprache. Mit „Herzlich willkommen“ begrüßt er das Brautpaar und fährt fort mit „Schön. Reichertz kennt diese Forschung. die Formate für performative Fernsehauftritte. Die Bewerbung zur Traumhochzeit folge einem irrationalen Impuls. Die Fernsehhochzeit kontrastiert nicht mit traditionellen Vermählungsritualen. Für die 83 Paare. der Standesbeamte aus der Traumhochzeit. mag die Hoffnung auf Stabilität eine Bedeutung haben. Handlungen kommt. Dazu muss – von der makrosoziologischen Perspektive aus gesehen – die Öffentlichkeit der zivilen Trauung. ergaben sich doch daraus. mehr als 100 Seiten des Buches widmet er der von der niederländischen Moderatorin Linda de Mol moderierten Sendung für Heiratswillige. Aus demselben Grunde. sie potenziert nur. genauer. zivilen Text. das feierliche Ritual. Neben dem materiellen Zugewinn könnte die Definitionsmacht des Publikums als Mittel herhalten. Die Besonderheit dieser Sendungen ist darin zu sehen. so dass sowohl Innen. setzt sich aber kaum mit ihr argumentativ auseinander. ein „praktizierender Magier“ (S. den großen Auftritt. für einen schlichten. meint Reichertz mit der Analyse der TrauRede nachweisen zu können. ziele auf die Exklusivität der Beziehung ab und regele den Umgang mit anderen. sich selbst und den Partner in die Rolle glücklich Verheirateter zu bringen und damit andere Optionen auszuschalten. eine höhere Instanz anzurufen. Tatsächlich aber entscheidet sich Willi Weber. Als Motiv für die Paare. 189) sein? Reichertz kommt zu Schlussfolgerungen. Gemeint sind also die Beichtund Bekenntnis-Talkshows sowie Kontaktund Surprise-Shows. 29). nämlich der Kontinuitätssicherung. Diese Deutung der zu Protokoll gegebenen Emotionen wird mit strukturell-funktionalen Argumentationen in einen Zusammenhang gebracht. die nach Ansicht des Verfassers ein eigenes Format darstellt. den Vertrag.

An anderer Stelle wiederum wird herausgearbeitet. unter denen die Ausstrahlung des stereotypen Frauenbildes erfolgt bzw. dass sich Traumpaare primär wegen der zu erwartenden Sachpreise und Geschenke. dass das Medium und seine rheinisch-niederländischen Repräsentanten Wünsche erfüllen. und zwar sowohl der männlichen als auch der weiblichen. die „(…) rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Arbeit konzentriert sich fast ausschließlich auf das Fernsehen und dort wiederum auf 402 . Wenn das Fernsehen die Kirchen beerbt. auch „Turnier“ und „Groschenroman“ (S. 211) führt an die Grenze des empirisch Verkraftbaren. Mag sein. werden die religiösen Tendenzen ja wohl noch zunehmen. – 245 S. Es scheint. 18). als wenn sich einem vorgegebenen Interpretationsschema auch widerständige Sachverhalte fügen müssen. Auch das Bedürfnis nach Beachtung könnte die Kandidaten dazu veranlassen. 155) aus.) in der Untersuchung zum Tragen kommen.M&K 49. zum Beispiel die. So wird apodiktisch festgestellt. Jahrgang 3/2001 durch das Material und die Methoden nicht gedeckt sind. zumal die – sehr hilfreichen – Zusammenfassungen am Ende der Kapitel jeweils wie Variationen desselben Themas anmuten. unter denen eine Regulierung des Fernsehfrauenbildes möglich ist (…)“ (S. 201). Gerade eine allgemein kulturwissenschaftliche Fragestellung bedarf einer stringenten Bearbeitung. dass es den Kandidaten nicht in erster Linie um materiellen Gewinn geht (S. Die eher randständig behandelten SurpriseShows bieten gleichfalls nicht mehr Belege für die religiös-kirchlichen Funktionen dieser Fernsehformate. Aber wird damit ein grundlegender Funktionswandel im Kontext langfristiger sozialer Differenzierungsprozesse bestätigt? Zwischendurch ist performatives Fernsehen. Vielleicht sind es – genau so wie bei Big Brother – wenig religiöse Motive. wie Reichertz feststellt. Reichertz nimmt zu viele Argumentationslinien auf und hinterlässt Verwirrung. Schließlich gibt es genügend Freiwillige. wird der Rundfunk diesem Anspruch in seinen Programmen jedoch nicht gerecht“ (S. einer umfassenden Analyse zu unterziehen. Aber zwei Interviews mit Teilnehmern der Show können wohl nicht die Möglichkeit ausschließen. für die „Traumhochzeit“ oder andere Formate des performativen Fernsehens melden. Diese Wiederholungen sind freilich nicht der Autorin anzulasten: Wer sich wie sie aufmacht. Der Verfasser vermag mit Hilfe seines Auswertungsverfahrens diese These ebenso wenig auszuschließen wie andere. das auf fast 250 Seiten eine zermürbende Vielzahl von Feldern beschreibt. deren Wert auch im fünfstelligen Bereich liegen kann. geht der Autor. Mit dieser Hypothese eröffnet die Autorin die Einleitung ihres ursprünglich an der Universität Augsburg als juristische Dissertation entstandenen Werks. von einer „schlichten Hermeneutik“ (S. Die präzise und – wie in juristischen Arbeiten üblich – detaillierte Gliederung des Werkes verstärkt diesen Eindruck noch. Überhaupt ist nicht nachvollziehbar. wie er selbst zugibt. dass das Fernsehen ein funktionales Äquivalent für Pädagogik (!) sei. ihr Treueversprechen vor einem Millionenpublikum abzugeben. 147). Am wenigsten dürften es die von Reichertz zitierten Scheidungsziffern sein. die – in der Hoffnung auf Stabilisierung – die Paare bei Linda de Mol vorstellig werden lassen. dass bei der Traumhochzeit die „Erlebnisrationalität“ im Vordergrund steht. ISBN 3-7890-6693-1 „Die Verpflichtung des Rundfunks zu Pluralität bindet ihn [daher] auch an die Darstellung und Vermittlung der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung. Was ein vielfältiges Frauenbild anbelangt. 45ff. wie die umfangreichen methodischen Überlegungen (S. auf denen es im Bereich des Rundfunks um die Gleichberechtigung der Geschlechter (tatsächlich oder vermeintlich) schlecht bestellt ist. Klaus Plake Annette von Kalckreuth Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees Baden-Baden: Nomos 2000. die junge Paare ins Fernsehstudio bringen. der darf sich auf traurige Déjà-vu-Erlebnisse gefasst machen. so zum Beispiel bei der Interpretation des Interviews mit dem Kandidatenpaar Eva und Ralf. 17). Im Augenblick ist davon aber nicht viel zu spüren. die sich wegen materieller Gewinne sogar mit völlig Fremden in einen Wohncontainer begeben. manchmal auch auf wunderbare Art und Weise. Zuweilen. Auch die Frage „Halten die Ehen der Traumhochzeitspaare wirklich länger?“ (S.

nachdem sie im dritten Kapitel die entsprechenden normativen Grundlagen aufbereitet hat. Von Kalckreuth hält es für zulässig (und wohl auch für geboten). wirklich wünschen sollte? Immerhin hat man es dort mit durchaus komplexen Leitlinien wie der folgenden zu tun: „Stereotyping in CBC programs is acceptable only when it is essential 403 . 22) kann. denn gerade „staatliche Abstinenz“ (S. Insbesondere die Programmnormen seien zurzeit in hohem Maße auf die Konkretisierung durch Rundfunkanstalten und Rundfunkaufsicht angewiesen. Ziel der Untersuchung ist zu ermitteln. trägt nicht zur Deutlichkeit bei. S. Im ersten Kapitel „Das Frauenbild im Rundfunk und seine Wirkungen“ versucht die Autorin zunächst eine „Bestandsaufnahme der Stereotypisierung und Sexualisierung von Frauen im Rundfunk“ (S. und auch die mangelnde Differenzierung der Darstellung von programmlicher und personeller Ebene im Unterkapitel „Die geschlechtsstereotype Darstellung von Frauen im Rundfunk“. selbst mit einigen Stereotypen leben. 55). Die Wirkungsdebatte wird naturgemäß sehr verkürzt wiedergegeben. im Bereich der privaten Veranstalter „(…) ein relativ diffuses Problembewusstsein (…)“ (S. 138) fest. Ganz anders dagegen. die ihr kaum operationalisierbar und insofern ungeeignet für die Absicherung eines vielfältigen und gleichberechtigten Frauenbildes scheinen. 36) oder der – nicht zutreffenden – Behauptung.Besprechungen den Programmbereich. 57) könne hier dazu beitragen. Das Fazit der Autorin: Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Veranstalter stellt sie „(…) eine sehr begrenzte Sensibilisierung (…)“ (S. so schildert es die Autorin im ländervergleichenden sechsten Kapitel. S. den „(…) Defiziten abwehrrechtlicher Grundrechtsdogmatik (…)“ (S. in dem die Ergebnisse zahlreicher mehr oder weniger einschlägiger Studien nur sehr knapp referiert werden können. wie Geschlechtsrollenklischees im Rundfunk durch rechtliche Steuerung – und zwar sowohl im Hinblick auf die programmliche als auch im Hinblick auf die personelle Ebene – vermieden werden können und „(…) die bestehende Bandbreite weiblicher Lebensrealitäten angemessen zum Ausdruck gelangen (…)“ (S. Frauen seien im Fernsehen „(…) in der Mehrheit sexuell attraktiv und provokativ angezogen(…)“ (S. die besondere Problematik des Frauenbildes in der Werbung bleibt demnach unberücksichtigt. Sie kommt zu dem Schluss: „Nur durch eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Rundfunkfreiheit können die Defizite in der Wahrnehmung grundrechtlich geschützter Freiheiten für Frauen sichtbar werden“ (S. Grundrechtsgewährleistungen zu stören. Kinder säßen „immer häufiger und länger“ vor dem Fernsehgerät (S. So muss dieses Kapitel. Die Autorin schlägt dabei vor. wenn der Gesetzgeber ein Kriterium „geschlechtsspezifische Vielfalt“ entwickeln und regeln würde. wo die Regulierung von Geschlechtsrollenklischees bereits einen deutlichen Vorsprung habe. 87). Vorschläge für eine mögliche Ausgestaltung des gesetzlichen Rahmens macht die Autorin im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder. 97) zurück. Struktureller Konservativismus des Systems sei zu beklagen. die sich beispielsweise als blind für die strukturelle Benachteiligung von Frauen erweise. untersucht die Autorin für den öffentlich-rechtlichen (Kapitel 4) und den privaten (Kapitel 5) Rundfunk separat. Wie und in welchem Maße dies bereits erfolgt. etwa der Aussage. daneben fehlten Sanktionsmittel oder überhaupt die Kenntnis sanktionsfähiger Vorgänge. Frauenfördermaßnahmen. sei es in Kanada. Dieses Kapitel ist eines der schwächeren des Buches. Zwar habe sich keines der in Kanada erprobten diesbezüglichen Regulierungsmodelle wirklich bewährt. aber es habe sich ein Bewusstsein für das Thema entwickelt. 23). 156). Das zweite Kapitel befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Implikationen für eine Regulierung von Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen. Dabei weist sie nicht wenige der bestehenden gesetzlichen Grundlagen als „blutleere[r] Verweis[e]“ (das Gebot der Meinungsvielfalt. die die Autorin im Anhang des Buches abdruckt. 52). Ob man sich ein Pendant der kanadischen „Guidelines on Sex-Role Portrayal“. durch das Einbeziehen objektiv-rechtlicher Grundrechtsdimensionen zu begegnen. das sich faktisch nicht nur mit der Darstellung. formalisierte (Beschwerde-)Verfahren der Aufsichtsinstanzen (Rundfunkräte und Landesmedienanstalten) und (tatsächliche oder vermeintliche) Defizite der Kontrolle unter die Lupe genommen. Ausführlich werden hier redaktionelle Maßnahmen. 91) oder „nicht umsetzbare[n] normative[n] Proklamation“ (die verschiedenen Gleichberechtigungsklauseln der Landesmediengesetze. sondern auch mit der Repräsentanz von Frauen im Rundfunk befasst. Die folgenden Kapitel sind weitaus erhellender.

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. andere wiederum scheinen schon recht weit von der Praxis entfernt – etwa der Gedanke. Wer einen substanziellen Überblick über die entsprechende Forschung sucht. Die so genannte „Amerikanisierung“ der politischen Kommunikation ist einer dieser Fälle. Zuletzt haben insbesondere der Bundestagswahlkampf 1998 und der nordrhein-westfälische Landtagswahlkampf 2000 in diesem Zusammenhang für eine Fülle meist kritischer und besorgter Medienstimmen gesorgt. wie Veranstalter und Regulierer auch hierzulande in endlosen Debatten die Frage der dramaturgischen (Nicht-)Notwendigkeit stereotyper Darstellungen diskutieren würden. um sich auszumalen. Jahrgang 3/2001 to the realization of a program purpose. Präsentiert werden zunächst drei theoriegeleitete bzw. Entgegen derartiger publizistischer Stereotype. Eine gute Anschaffung ist es jedoch für diejenigen. Dagmar Schütte Klaus Kamps (Hrsg. dass die Autorin auf allen Ebenen nach Lösungen des von ihr als Problem beschriebenen Phänomens sucht – und dies tut sie in sehr übersichtlicher. Noch unklar 404 . Viele dieser Vorschläge wird man weitaus schneller gutheißen als umsetzen können. ISBN 3-531-13508-2 Nur selten passiert es. dass es bei der Frage der „Amerikanisierung“ vor allem um den Grad der Professionalisierung moderner politischer Kommunikation geht. Es spricht aber für das Buch. bemühen sich die seit Mitte der neunziger Jahre sprunghaft angestiegenen wissenschaftlichen Publikationen zumeist um eine differenziertere Analyse der vielfältigen Veränderungen der politischen Kommunikation in Deutschland. deren Anspruch es ist. Subjekte und Gegenstände der Amerikanisierungsthese ausdifferenziert und sie mit Globalisierungs. Sie schließt ihre Arbeit daher mit einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Vorschläge zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees ab. die im Import von Wahlkampfelementen aus den USA das beginnende Ende der politischen Kommunikationskultur in Deutschland sahen.und Modernisierungsansätzen konfrontiert. Als Einstieg zu empfehlen ist hier vor allem der Beitrag von Donges. in denen sich die Zuschauer „ein Bild über die Eignung des Bewerbers“ (S. die sich einen Überblick über die – mindestens aus weiblicher Perspektive oft mit Recht so bezeichneten – Schwächen des Systems verschaffen wollen – und über Möglichkeiten. Vordringlich scheinen ihr dabei der Erlass eines ergänzenden Programmgrundsatzes zur Herstellung geschlechtsspezifischer Vielfalt einschließlich der entsprechenden Konkretisierungen (in Form etwa von Richtlinien oder Strukturkonzepten) sowie das weite Feld der personellen Frauenförderung. Zulassungsverfahren grundsätzlich als öffentliche Anhörungen durchzuführen.“ Viel Fantasie braucht man nicht. der die verschiedenen Implikationen. Hier reiht sich der vorliegende Sammelband nahtlos ein. Symptome und Einzelphänomene der so genannten „Amerikanisierungsthese“ beleuchtet. Man muss der Autorin zugute halten. 2000. – 340 S. bis auf wenige Ausnahmen sorgfältig recherchierter und auch für NichtJuristen gut verständlicher Form. dass Kommunikationsphänomene zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen – und sich dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen. Patrick Donges. begriffsdefinitorische Beiträge (Klaus Kamps. Christina Holtz-Bacha).M&K 49. muss denn auch nicht am Buch liegen. Dabei wird deutlich. dass ihr dieses Problem wohl bewusst ist.) Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. 199) machen können. der wird ihn in diesem Buch nicht finden. gäbe es eine entsprechende konkretisierende Vorschrift. Dass das Buch die Leser trotz dieser Fülle an Informationen recht ratlos zurücklässt. den diffusen Catch-All-Begriff „Amerikanisierung“ zu entwirren und von seinen negativen Konnotationen zu befreien. kleinere oder größere Schritte in eine andere Richtung zu tun. die „Amerikanisierung“ als moderne Form der Kolonialisierung betrachten. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden in insgesamt sechszehn Beiträgen Ursachen.

Im ersten Abschnitt finden sich die Beiträge von Christina Holtz-Bacha (s. Allerdings wird nicht ganz deutlich. Am Beispiel der so genannten „Lewinsky-Affäre“. z. B. ob ein Vergleich zwischen den USA und Deutschland nicht zu immer demselben Ergebnis kommen muss. wonach die zu beobachtenden Veränderungen der politischen Kommunikation ihre Ursache in sich wandelnden sozialen und medialen Rahmenbedingungen haben. wobei andere Bündelungen sicherlich auch denkbar und sinnvoll gewesen wären. in (empirisch) vergleichender Perspektive (USA und Deutschland). „Macht und Beobachtung“. die Notwendigkeit politischen Marketings aus Sicht der Nutzer und nicht – wie üblich – aus Sicht der Parteien zu begründen. „Spin Doctoring“ etc. die dann die Rolle eines Vorreiters und nicht. deren Rezeption in Deutschland und der Diskussion um die Rolle der Medien wird Skandalisierung als weiteres Merkmal von „Amerikanisierung“ herausgearbeitet. Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung des Autors.). bleibt weitgehend unbeantwortet. wo er die Professionalisierung der Politikvermittlung am Beispiel des „Spin Doctoring“ der Clinton-Administration beschreibt. Als analytisch sinnvolle Alternative böte sich vor allem der im Band mehrfach angesprochene Modernisierungsansatz an. Ebenso mit der Clinton-Administration beschäftigen sich Klaus Kamps und Heike Scholten. Vowe/Wolling kontrastieren mit Blick auf Deutschland das Oberflächenphänomen „Amerikanisierung von Wahlkämpfen“ mit dem Konzept des politischen Marketings. „Personalisierung“. kulturell spezifisches oder gar um ein „neues“ Phänomen handelt. 52) kann nicht widersprochen werden.und Berufsrollen vergleichen. zu referieren. die sie anhand von Arbeits. Dem umfangreichsten Abschnitt des Bandes sind fünf Beiträge zugeordnet. ob es sich hier tatsächlich um ein „amerikanisches“. Neben diesen einleitenden und grundlegenden Beiträgen widmet sich der Band z. Frank Essers Fokus ist im Gegensatz dazu ausschließlich auf die USA gerichtet. die Einblicke hinter die Kulissen politisch-medialer Interaktionen geben. 104). „Importthese“ nicht prinzipiell auf die falsche Spur führt. zwei einschlägige US-amerikanische Publikationen. Angesichts solcher relativ stabiler Constraints stellt sich jedoch die Frage. Als Bezugspunkt würde hier der – zeitlich variierende ( Grad der Modernität bzw.T. dass sich die interaktiven Potenziale des Netzes auf dem Rückzug befänden: virtuelle Gemeinschaften würden durch den virtuellen Markt ersetzt werden (S.T. Langfristig sehen die Autoren angesichts kultureller Unterschiede keine „Amerikanisierung“. Leider beschränkt sich Esser vor allem darauf. Innovativ ist jedoch ihr Ansatz. ob und wie man diesen messen kann. In abgewandelter Form findet es sich auch in fast allen Beiträgen des Bandes wieder. Der Abschnitt „Macht und Beobachtung“ umfasst drei Beiträge. deren gemeinsamer Anker die Rolle des Journalismus darstellt. die kulturelle und strukturelle Adaptionsgrenzen formulieren. Die Digitalisierung der Kampagne wird hier als ein wesentlicher Bestandteil der „Amerikanisierung“ herausgestellt. „Akteure und Medien“ sowie „Pop und Prognosen“) zugeordnet. Gerhard Vowe/Jens Wolling und Christoph Bieber.. wenn auch die empirische Überprüfung anhand einer Befragung in Dresden nur exempla- rischen Charakter hat. sondern eher einen ökonomisch bedingten Trend zur Globalisierung. der Professionalität der politischen Kommunikation die USA als Vergleichsobjekt ersetzen. ob die Amerikanisierungs. Holtz-Bacha versucht dies anhand eines Vergleiches der politischen Kommunikationsberater in den USA und Deutschland sowie auf der Ebene der Kampagnenstrategien. Ihrem Fazit einer „bedingten Amerikanisierung“ (S. jedoch spielt der Aspekt der politischen Kommunikation in dem vergleichend angelegten und parteiengeschichtlich orientierten Beitrag von Christoph Strünck eine eher marginale Rolle. 405 . Den umfassendsten Blick richten hierbei Miriam Meckel und Armin Scholl auf deutsche und amerikanische Journalismuskulturen. Die Einzelbeiträge sind vier größeren Abschnitten („Wahlkämpfe und Strategien“. am Beispiel von Einzelfallanalysen (USA oder Deutschland) verschiedenen Facetten moderner politischer Kommunikation wie z. „Entertainisierung“. eines Vorbildes einnähmen.bzw. Dieses können sie überzeugend als dauerhaftes Muster politischer Kommunikation skizzieren. o. Die Bedeutung des Internets für politisches Marketing unterstreicht Christoph Bieber mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000. die sich mit „Akteuren und Medien“ beschäftigen. wie es die „Amerikanisierungsthese“ suggeriert.Besprechungen ist jedoch. Inwieweit das Konzept des „Spin Doctoring“ auf andere Kontexte übertragbar ist.

dass sich das in diesem Fall wenig professionelle Kommunikationsmanagement kaum in der Presseberichterstattung niederschlägt. Tatsächlich geht es eben nicht um das Übertragen oder Kopieren. Robert Burgoyne und Sandy Flitterman-Lewis machten mit ihrem nützlichen New Vocabularies in Film Semiotics. Hier irritieren insbesondere die essayistisch formulierten Bedenken Mareschs gegen das „amerikanische Interface“. – 498 pp.und kulturspezifische Veränderungen der politischen Kommunikation. Auch der Blick Patrick Rösslers und Artur Meinzolts auf den „Pseudo-Wahlkampf“ im Vorfeld der deutschen Präsidentenwahl 1999 verdeutlicht. Jahrgang 3/2001 Anders ist dies bei Marion G. von denen der vorliegende Band wohl eigentlich Abschied nehmen will. Hier führt die programmatische Frage des Bandes „Trans-Atlantik – Trans-Portabel?“ auf die richtige Spur. dass zunehmende Transparenz des Parlaments dessen Effizienz eher blockiert. ohne dass mit dem gewählten Instrumentarium die Ursachen dieser Veränderungen benannt werden könnten. wodurch sich der Band auf jeden Fall zur kritischen Lektüre empfiehlt. gesellschafts. Müller. deren Blick auf die expressive Seite von Parteien gerichtet ist. zeremonielle Strukturen von Parteitagen der Jahre 1999 und 2000 in den USA und Deutschland. Im Beitrag JörgUwe Nielands wird dagegen wiederum ein größerer Bogen geschlagen. Robert Stam. In sechs Kapiteln gaben die Autoren einen konsistenten Überblick über Großbereiche der 406 . wobei die Wahlparteitage von SPD. Die Autoren entdecken im Vergleich der Jahre 1977 und 1998 eine Zunahme an Symbolisierung und Hierarchisierung. auf politische Kommunikationsprozesse bezogenen Fokus des Bandes ausweiten. der die Verschmelzungen von Populärkultur und politischer Kommunikation sowie deren Auswirkungen für das Verständnis von Politik unter Jugendlichen betrachtet. 260). Am deutlichsten wird hier der oben beschriebene Modernisierungsansatz vertreten und eine Absage an „Importthesen“ erteilt. CDU und FDP Ähnlichkeiten und eine Orientierung am US-Vorbild offenbaren. Leider wird die Rolle des Fernsehens hierbei nicht untersucht.und Medienpersonalisierung. und dass auch die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements nicht zwangsläufig in ein verstärktes Wissen über das Parlament münden. was unter „Amerikanisierung“ zu verstehen ist. Dieses steht im Mittelpunkt der longitudinal vergleichenden Inhaltsanalyse von Frank Marcinkowski und Volker Greger zur Frage der „Personalisierung“ der TV-Nachrichtenberichterstattung. die im Ganzen deutlich machen. Post-Structuralism and Beyond (London/New York: Routledge 1992) den Anfang. publizistisch verbreiteten Stereotype des modernen US-amerikanischen Imperialismus durch. die die neuen Trends und Themen der Filmtheorie zusammenfassten. die sich auf die Überprüfung des Transfers US-amerikanischer politischer Kommunikationselemente auf den deutschen Kontext beschränken. Gewohnt detailreich vergleicht sie rituelle bzw. Jens Tenscher Roberta E. Pearson / Philip Simpson (eds. dass „Amerikanisierung“ kein allumfassendes Phänomen ist. während der Grad der Privatisierung der Berichterstattung auf niedrigem Niveau verharrt.) Critical Dictionary of Film and Television Theory London/New York: Routledge 2001. Die inhaltsanalytischen Befunde belegen vielmehr. wobei die Beiträge von Stefanie Kuhne („Bilder-Krisen – Krisen-Bilder“) und Rudolf Maresch („Europa – mon amour“) den primären. denn „blindes Kopieren verbietet sich allemal“ (S. Structuralism. 194) von Parteien. indem sie solche Studien in Frage stellt. Überzeugend arbeitet der Autor zudem heraus. dass es derzeit noch keinen common sense darüber gibt. Einen Blick auf die Selbstdarstellung und das sich professionalisierende Kommunikationsmanagement des Bundestages wirft letztlich Stefan Marschall. Leider schimmern durch beide Beiträge die zu Beginn formulierten. Insgesamt bietet der Band eine Fülle an unterschiedlichen Ansätzen und Einzelstudien. Der letzte Abschnitt des Bandes beinhaltet drei Untersuchungen zum Komplex „Pop und Prognosen“. sondern um vielfältige modernisierungsbedingte. In diesem Sinne spiegeln die Beiträge in ihrer Vielfalt der Perspektiven und der präsentierten Befunde die Komplexität eines sich im Fluss befindenden Forschungsgegenstandes.M&K 49. ISBN 0-415-16218-1 In den letzten Jahren sind mehrere Überblickswerke entstanden. So zeigt sich eine „wechselseitige Verstärkung“ (S.

aus denen die Film. Das Critical Dictionary. und das von Thomas Koebner herausgegebene Sachwörterbuch des Films (Stuttgart: Reclam i. Von den Genres ist z. Barry Keith Grant und Jim Hillier herausgegebene The Film Studies Dictionary (London: Arnold 2001). unklar. melodrama. das hier anzuzeigen ist. John Hartley oder David Morley dagegen fehlen. Text und Zuschauerschaft.oder der Fernsehgeschichte (und ihrer gegenwärtigen Praxis) verzeichnen will. ob das Wörterbuch eher Genres der Film. Beavers Dictionary of Film Terms – The Aesthetic Companion to Film Analysis (New York: Twayne Publishers 1994). B. die in der Medienanalyse einflussreich gewesen ist. live television. sondern auch Theorieproduzenten. music and film. Aufgelistet sind: chat/talk show. Außerdem werden biografische Kurzeinträge angeboten. Freud oder Gadamer neben Gérard Genette. In deutscher Sprache erschien das von Rainer Rother koordinierte Sachlexikon Film (Reinbek: Rowohlt 1997). family melodrama. Es folgen Nietzsche. die für Medienfragen zentral gewesen sind (Konzepte wie body. Propp. der aus der postkolonialistischen Diskussion bekannte Edward Said und der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris. infotainment/infomercials. fehlen vollständig. der Internet-Philosoph Howard Rheingold. die auch über filmtheoretische Fragen informieren wollten: Frank E. sind oft bis zur Oberflächlichkeit reduziert. Stärker als alle anderen Nachschlagewerke der letzten Jahre berichtet es vor allem von der in England geführten medientheoretischen Diskussion – mit ihren gesellschaftspolitischen Traditionen und Untertönen in der Tradition der Theorien Althussers und Gramscis. Die dritte Großgruppe schließlich heißt media studies und benennt Felder wie cognitive theory. Ähnliche Irritationen verursachen auch die Sachtermini. horror. die in Nachbardisziplinen verweisen und allgemeinere Konzepte der Soziologie. science fiction. Narratologie. Figuren wie John Berger oder Friedrich Nietzsche scheinen für eine Geschichte der Filmtheorie eher peripher zu sein. romance. Sie gliedert sich in die vier Unterbereiche Produktion. John Reith (der erste BBC-Direktor). Daneben verzeichnet das Wörterbuch eine Vielzahl von Stichworten. Auf diese diversen Felder beziehen sich vor allem die größeren. musical. Nach eigenem Bekunden haben die Herausgeber den Zugang in drei große Felder gegliedert: Unter contexts verstehen sie solche Bezüge der Film. Peirce. queer theory oder auch das ältere marxistische base and superstructure. Die Bezüge zu den Bezugswissenschaften. mit den neueren Ansätzen zu einer Gender-Theorie des Kinos und des Fernsehens. drama. die ausschließlich auf englischsprachige Texte verweisen. 80 Namen in die Liste des Wörterbuchs aufgenommen wurden – so ist John Fiske genannt. die oft nur sehr kurz erläutert werden (im Umfang von einer Viertelseite bis zu etwa einer Seite). so bedeutende Programmgruppen wie Werbung. Die Einträge sind zum großen Teil ungemein kurz gehalten und können darum nur selten über die Stereotypifizierung von Programm und Produktion wirklich Bericht ablegen.) wird den Reigen ergänzen. Magazinsendungen etc. Die meisten Artikel umfassen kurze bibliografische Hinweise. So finden sich zwar Hinweise auf die linguistischen Größen Phonem und Morphem. sondern auch einen eigenen inhaltlichen Akzent zu setzen. Kurze Zeit später entstanden gleich mehrere Lexika. fantasy. auf Syntagma 407 . Feuilleton und Feature. situation comedy. Psychoanalyse und Intertextualität. Die Liste ist sicherlich unvollständig. Es ist durchaus unklar.V. Die zweite und komplexeste Gruppe ist media systems benannt. dance and film. series. die nicht nur wichtige Vertreter der Film. Roman Jakobson oder Ferdinand de Saussure. Susan Haywards Key Concepts in Cinema Studies (London/New York: Routledge 1996) und das von Steve Blandford.oder Postkolonialismus. faction. sport and television und western. Kulturtheorie oder Philosophie benennen. quiz shows. serial. Pudovkin.und Fernsehwissenschaft vorstellen. documentary. nach welchen Kriterien die ca. meist fünfseitigen Artikel. Nur der Sportartikel geht über fünf Seiten und gibt einen einigermaßen angemessenen Eindruck von der Komplexität der Materie.und Fernsehtheorie Modelle und Terminologien gewonnen hat. versucht nicht nur zu referieren. Die Mischung der Zugänge ist nicht unproblematisch und führt immer wieder zu Überraschungen.Besprechungen Forschung wie Filmsemiotik. Da stehen Namen wie Adorno. die eigene medienanalytische Zugänge fundiert haben. mit der massiven Zuwendung zu Fragen des Neo. memory oder the popular).und Fernsehtheorie. Marketing. soap opera. single play. Brecht. cop show/police drama.

Terminologien der Beschreibung entstammen vielfach anderen Disziplinen – die Adaption der Modelle aus allgemeineren Theorien des Psychischen. die eine Diskussion oder ein Themengebiet durchlaufen haben. die anstehen. dass manche der kürzeren Artikel oft auf eine disziplinäre Sicht des Gegenstandes eingeengt sind (wie z.und Fernsehwissenschaft offensichtlich ein angemesseneres Mittel der Selbstdarstellung und -vergewisserung als ein glossarisches Verfahren. die unter ihrem Rubrum entstanden sind. dass sich Wissenschaften konsolidieren. zum BildRahmen oder zur Bedeutung des off-screens gibt das Dictionary nur in äußerst verknappter und unbefriedigender Form (image. was heute Film. Weniger wäre mehr gewesen – mehr artikellange Nachzeichnungen von manchmal komplizierten und langwierigen Diskussionen sind in der gegenwärtigen Situation der Film. den Stoff wissenschaftlicher Arbeit am Gegenstand in Lehrbuchwissen umsetzen. der noch dadurch verschärft wird. Von größerem Belang sind die langen Artikel: Hier können die verschiedenen histori- schen Stufen. Darum ist das Format der Enzyklopädie eher dem angemessen. doch fehlen in allen Fällen übergeordnete Artikel. Jahrgang 3/2001 und Paradigma. So zentrale Beschreibungsgrößen wie „Stil“ oder „Text“ werden nur kurz in einseitigen Artikeln vorgestellt und können die komplexen Arbeiten kaum repräsentieren. Der 21-Zeiler framing bezieht sich auf Goffmans Rahmenanalyse. auf Denotation und Konnotation. So findet die Kamera (als camera lens/camera style sowie als depth of field) zwar einen Eintrag.und Fernsehwissenschaft in deren Horizont sind die Aufgaben. und auch die Montage ist genannt (als continuity editing sowie als point-ofview shot). doch sind die produktiven Auseinandersetzungen um eine „Sprache des Films“ kaum in diesem terminologischen mickymousing wiederzugeben. die das Dictionary anbietet. institution oder cult film and television). Differenzen zwischen den beiden Medien und auch mediengenealogische Informationen können in dieser Kürze nicht mehr artikuliert werden. die Zeitbehandlung ist mit flashback erwähnt. Ähnliches ließe sich sogar von einer Beschreibungssprache des Films selbst behaupten. und die Kontextualisierung der Gegenstände der Film.B. Für die Kritik des enzyklopädischen Wörterbuchs zur Medienwissenschaft ist der Befund folgenreich. Hans J. Wulff 408 . Manche Artikel sind höchst informativ geraten (z. eingehender dargestellt werden. diese Artikel machen den Wert des Wörterbuchs aus. Die Wissenschaften von Film und Fernsehen haben sich nicht so sehr terminologisiert als vielmehr diskursiviert. als die Mischform.M&K 49. mise-enscène). Überlegungen zur Bildkomposition. Ein äußerst zwiespältiger Eindruck entsteht also. B.und Fernsehwissenschaft ausmacht. man nehme reading and reception theory). der psychoanalytisch vereinseitigte Artikel pleasure oder der ausschließlich auf Foucault eingeschränkte Absatz discourse analysis). des Sozialen. des Signifikativen etc. Lexika und Einführungswerke deuten darauf hin. manche sind recht neutral (aber dennoch informativ.

– S. John T. Ziegler. Der Verfasser untersucht die Frage zunächst anhand des Rundfunkbegriffes. – S. dispute resolution and the problem of cybersquatting. 9 – 29 Rademacher.: The talent agencies act: does one year really mean one year?. pyright procedural guidelines for internet service providers. – S.a.: The „law that it deems applicable“: ICANN. das amerikanische Grundrecht der Kommunikationsfreiheit. 5 – 8 Brosius. im Folgenden geht er auf die Frage der Vereinbarkeit der Rundfunkgebühr mit höherrangigem Recht ein (dabei stellt sich insbesondere die Frage der Verhältnismäßigkeit einer Gebührenpflicht). die die Benachrichtigung über bekannt gewordene Copyright-Verletzungen. wer du wirklich bist…“: was wir sehen. 93 – 97 Der Beitrag untersucht die Gebührenpflichtigkeit des Internet. Stacey H. die Verbreitung schädlicher Produkte (Tabak. – S. Bernhard: Sind soziale Systeme autopoietisch?: Im Gespräch mit Humberto R. 59 – 65 Blöbaum. – S. – S. Information ihrer Kunden über Copyrights usw.. enthalten sollten. Michael: Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in Österreich und die Rechtsfolgen bei Verletzungen. als je zuvor. 453 – 507 Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verfahren. Milagros: „Vice“ advertising under the supreme court’s commercial speech doctrine: the shifting CENTRAL HUDSON analysis. Norman. Maturana. Walther: Massenmedien und Suizid: praktische Konsequenzen aus dem Werther-Effekt. Dittl. eine pragmatische Lösung anzustreben. dass im Hinblick auf Werbung für schädliche Produkte ein erheblicher Wandel der Auffassung des Supreme Court zu beobachten ist. – S. Michael. Rivera-Sanches. Hans-Bernd. das die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für Beschwerden über die Vergabe von Internet-Namen etabliert hat. – S. solange sie der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher nicht irreführen. – S. – S. inwieweit damit ein faires und objektives Verfahren zur Verfügung steht. den gleichen Schutz zu genießen. Soma. Karl: Die Stimme erheben: Würdigung von Medienbischof Hermann Josef Spital. Der Beitrag zeichnet die Entstehung nach und diskutiert. 441 – 452 King. Den Autoren zufolge erhält damit kommerzielle Kommunikation heute einen höheren Schutz durch das First Amendment. Lars: „Zeig mir. 52 – 58 Pörksen. Der Beitrag analysiert die Rechtsprechung des Supreme Court von 1986-1999 und kommt zu dem Ergebnis. – S. Axel: Gebührenpflichtigkeit des Internet. wie Äußerungen etwa im politischen Kontext. – S. 101 – 106 Stahlschmidt.und Handy-Rundfunks?.und Handy-Rundfunks.) zu regulieren. Alkohol. Edwin F. Während die Frage insbesondere hinsichtlich des Internetradios schon als aufgeworfen gelten kann. McPherson. welche Möglichkeiten der Regierung zur Verfügung stehen. – S.Zeitschriftenlese Zeitschriftenlese AfP Jg 32 (2001) Nr 2 Tschentscher. Danach scheinen heute Werbeäußerungen für derartige Produkte. Bernd: Autonom und abhängig: zur Autopoiesis des Journalismus. Glücksspiel u. Natalie A. 66 – 76 Kohring. 106 – 109 Communicatio Socialis Jg 34 (2001) Nr 1 Lehmann. wenn wir Big Brother sehen: sieben Lesarten eines Medienereignisses. – S. wird sie sich bei den Mobilfunkangeboten mit Einführung der UMTS-Handys stellen. bei der Internet Service Provider in das Verfahren einbezogen werden.: International take-down policy: A proposal for the WTO and WIPO to establish international co- 409 . 30 – 51 Pörksen. Bernhard: Ist der Journalismus autopoietisch?: Thesen und Anregungen zur Debatte über die Art der Steuerung und die Eigengesetzlichkeit eines sozialen Systems. 98 – 100 Schricker. Für sie sollten international einheitliche Verfahrensregeln verbindlich werden. 391 – 440 Die mit der Nutzung des Internet verbundenen Risiken im Hinblick auf Verletzungen des Copyright sind Gegenstand dieses Beitrags. Gerhard: Gratisverteilung von Tageszeitungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Stephan: Die Umsetzung der Free-TVSchutzliste der TV-Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten. Matthias: Autopoiesis und Autono- Comm/Ent Jg 22 (2000) Nr 3-4 Hoefges. 345 – 389 Der Aufsatz setzt sich mit der Frage auseinander. Angesichts der globalen Struktur des Netzes schlägt der Beitrag vor.

– S. sondern darüber hinaus auch ein eigenes Antragsrecht der Wettbewerber gefordert wird. […]“ Mit der Entscheidung des VG Köln vom 7. 112 – 114 Hollander. Bosch. 213-219 Neumamnn. Renckstorf. Arielle: Reading Music Videos: A Study Among Israeli Adolescents. Chava E. Frank: „Vorvertragliche“ Vergütungsansprüche bei Webdesignern. – S.2000 – 1 K 10354/98. Jürgen Detlef W. Glenn: Critiquing the Image: Testing Image Adwatches as Journalistic Reform. – S. Papstbotschaft zum 35. – S. die in diesem Beitrag besprochen wird. – S. 139 – 155 Anhand eines Datensatzes von der amerikanischen Präsidentenwahl von 1948. – S. – S. and Health Promotion Efforts: A Longitudinal Study of Media Effects on Youth Binge Drinking. 77 – 89 Weber. Peter. TKG und der subjektiven Rechte der Wettbewerber des marktbeherrschenden Unternehmens angesprochen. 407 – 432 Computer und Recht Jg 17(2001) Nr 4 Alpert. zu niedrig) ausfallen würde. Stryker. – S. Friedman-Pappo. Werbeagenturen und EDV-Dienstleistern beim Werkvertrag. 225 – 231 „Zwischen Dezember 1997 und Ende 1998 stellte die Deutsche Telekom AG (DTAG) insgesamt drei Entgeltgenehmigungsanträge für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL).. – S. bei der zur Überraschung aller Truman gewann. – S. Jo: Mass Media. Peiser. Itzhak. Jochen: Explaining Individual Differences in Third-Person Perception: A Limits/Possibilities Perspective. Sei-Hill: The Spiral of Silence in the 1948 Presidential Election. 357 – 370 Klengel. 156 – 180 Leshner.. Matthias: Die Nachrichten (wie die Vögel) von den Dächer verkünden … Anmerkungen zur Papstbotschaft anlässlich des Mediensonntags 2001. Social Norms. trotz der erfolgten Antragsrücknahme über die TAL-Zugangsentgelte zu entscheiden. – S. dass sich die RegTP außerstande sah. 107 – 111 Die Predigt von den Dächern: das Evangelium im Zeitalter globaler Kommunikation. Lammers. Carol J. Frank: Autopoietische Systemvorstellungen in der Theorie der Massenmedien: Vorschläge und Einwände. Andreas: Geltung des deutschen Strafrechts für vom Ausland aus im Internet angebotenes Glücksspiel: ein Beitrag zur Frage des Erfolgsorts bei abstrakten Gefährdungsdelikten und zugleich 410 . Frank. „In der Entscheidung des VG Köln werden wesentliche Fragen des Drittschutzes des Entgeltgenehmigungsverfahrens gemäß §§ 24 ff.2000.. Ed: Online Communities as Community Media: A Theoretical and Analytical Framework for the Study of Digital Community Networks. Daniel G. Heckler. wurde die RegTP auf die Klage eines Wettbewerbers der DTAG hin verpflichtet. – S. Die Verfasser begrüßen den grundlegenden Ansatz des Verwaltungsgerichts hinsichtlich der drittschützenden Wirkung des Entgeltgenehmigungsverfahrens und entwickeln diesen fort. Für diesen Fall scheint die Annahmen der Theorie zu stimmen. Karsten: Television viewing and the temporal organization of daily life in households: A multilevel analysis.. Kim. – S. wird die Theorie der Schweigespirale überprüft. 208 – 239 Communications Jg 25 (2000) Nr 4 Huysmans. 371 – 386 Tidhar. Jahrgang 3/2001 mie des Journalismus: zur notwendigen Unterscheidung von zwei Begriffen. 181 – 207 Yanovitzky. Holger.9. indem nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit der Durchführung des Entgeltgenehmigungsverfahrens als Amtsverfahren. Stets nahm sie diese Anträge kurz vor Ablauf der Entscheidungsfristen der Regulierungsbehörde (RegTP) wieder zurück. Jan. dass die Entgeltgenehmigungsentscheidung aus ihrer Sicht negativ (d.h.9. 90 – 98 Marcinkowski. da sie jeweils erwartete. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2001. dass soziale Isolation Furcht im Hinblick auf die Äußerung abweichender Meinungen erzeugt und sich dies auf Wahlen auswirkt. die Höhe der TAL-Zugangsentgelte festzusetzen. Vincent: Grounded theory in media research and the use of the Computer. Glynn. Dies hatte zur Folge. 387 – 405 Hijmans.“ Communication Research Jg 28 (2001) Nr 2 McDonald. Stefan: Journalismus: autopoietisches System oder oszillierende Form?. – S. Tobias: Rechtsschutz für Wettbewerber im Rahmen des telekommunikationsrechtlichen Entgeltregulierungsverfahren: zugleich eine Besprechung zu VG Köln vom 7. 99 – 106 Kopp. Peters. – S. Ellen. Wolfram.M&K 49.

– S. Christopher: Digital dispute resolution: Internet Domain Names and WIPO’s Role. 34 – 39 Anhand von drei Fallstudien zu Großereignissen stellen die Autoren verschiedene Elemente mobiler Kommunikation vor. 61 – 73 Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage. um das interaktive Potential dieser Kunstform auszuschöpfen. das Dargestellte mit theoretische Debatten zu verknüpfen. S. – S. die Beschreibung des alten „neuen“ Mediums Film durch die Zeitgenossen mit den Berichten zum Launch der virtuellen Nachrichtenpräsentatorin (Ananova) zu vergleichen.2000 ein erstes Arbeitspapier vorgelegt hatten. die unmittelbare körperliche Erfahrung. Sheeryl N. von besonderer Bedeutung. ein Zeitpunkt.12. – S. die Entwicklung dieser Figuren im jeweiligen Kontext darzustellen. die sich in Bewegung ausdrückt. Neil. 249 – 259 Härting. Gerlach. Raymond T. – S. bei der es um die Strafbarkeit der Verbreitung der Auschwitzlüge im Internet von einem im Ausland stehenden Server aus geht. – S. Bock.2000. Peter: Machines drumming. and the First Amendment: ruminations on public libraries’ use of Internet filtering software. – S. dass Literatur zur Unternehmensentwicklung in vielen Fällen „Anleihen“ bei der Kybernetik nimmt. Dabei wird versucht. 25 – 33 Am Beispiel verschiedener Kinofilme. Die Verfasserin versucht. 17 – 24 Der Autor beschreibt die Bedeutung von Programmierkenntnissen. – S. – S. Hamilton.Zeitschriftenlese eine Besprechung der Entscheidung des BGH vom 12. die für die Entwicklung von interaktiven computerbasierten Kunstwerken unerlässlich sind. Eduardo: The origin and development of robotic art.2000 (CR 2001. 191 – 238 Dem Beitrag zufolge stellen sich staatlicher Regulierung von Kommunikation durch das Internet neue 411 . Andreas.: Napster and the „New“ Old Copyright. 76 – 113 Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der „Robotic Art“. 40 – 60 Die Autoren bemühen sich. H. Olsson. welche Auswirkungen der Einsatz automatischer Rhythmusgeräte auf die Entwicklung der Musik haben. Federal Communications Law Journal Jg 53 (2001) Nr 2 Bell. Bernard W. Er versucht. Lisa: „Ananova“ in The Kingdom of Shadows. 243 – 248 Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage des Erfolgsortes bei abstrakten Gefährdungsdelikten und setzt sich mit der Entscheidung des BGH vom 12. 4.: Cyber. Andrew: Deeper conversations with interactive art: or why artists must program. die vor allem neoliberale und kapitalistische Elemente enthält. – S. 46 – 49 Valsamis. wird versucht. Monica: Virtual practices. Inc: business restructuring literature and/as cybertheory. Andreas: Verbraucherschutz durch elektronische Agenten?: ein Plädoyer für die Reform des Gütezeichenrechts. Urban. Niko: Gesetzentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie. einen Rahmen für die Beschreibung und das Verständnis solcher Kunstwerke zu geben und ergänzt seine Darstellung durch eine umfangreiche Chronologie zur Entwicklung dieser Kunstform. – S. 39 – 45 Nimmer.: Filth. Darüber hinaus sind zahlreiche Änderungen des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) geplant. nachdem die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz bereits am 1. – S. das grundlegende Änderungen des Teledienstegesetzes (TDG) vorsieht. Nuldén. 271 – 276 Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie erarbeitet. und damit zur Bildung einer „Cybertheory“ beiträgt. Stern.12. 33 – 38 Lubitz. Computer und Recht international Jg 2 (2001) Nr 2 Gibson. an dem dieses Medium von technischer Perfektion weit entfernt war. filtering. Kac. Hulsbus. 260 ff) auseinander. Die Richtlinie soll durch ein Gesetz über rechtliche Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (Elektronischer Geschäftsverkehr-Gesetz – EGG) umgesetzt werden. Markus: Jurisdiction and Choice of Law for Electronic Contracts: an English Perspective.12. Convergence Jg 7 (2001) Nr 1 Bode. die sich als Kunstform etabliert. nachzuweisen. 11 – 16 Als „Königreich der Schatten“ beschrieb Maxim Gorki seine ersten Eindrücke von der Begegnung mit dem Medium Film im Jahr 1896. In den Beitrag wird der Inhalt dieses Gesetzes skizziert. – S. Für den Autor ist dabei das Erleben des „Groove“. Nilsson. Daniel: Mobile media: the convergence of media and mobile communications. die sich mit Hackern beschäftigen. – S. Das EGG ist ein Artikelgesetz. die allerdings nicht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie stehen. – S. Dabei werden die Möglichkeiten verschiedener Endgeräte und Übertragungsstandards und die jeweiligen Angebote diskutiert. complex epistemologies.

dass der Wandel der Politik der US-Regierung in diesem Bereich auf die Erkenntnis zurückzuführen ist. Der Beitrag kommt zu dem Schluss. der eine technikneutrale Wettbewerbssteuerung im Telekommunikationsbereich ermöglicht. – S. Hernan: Regulatory Reform in the Broadcasting Industries of Brazil and Argentina in the 1990s. unter welchen Bedingungen die Entwicklung von GII besonders erfolgversprechend erscheint. 56 – 78 Albada. Dale E. dass dies vor dem First Amendment – dem Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit der amerikanischen Verfassung – zulässig ist. die auch zu neuen verfassungsrechtlichen Problemen führen. Journal of Communication Jg 50 (2000) Nr 4 Meyers. Consumers. Social Learning. – S. 38 – 51 Sundar. – S. – S. Es ist Rechtsstreit über die Frage entstanden. and a Dominant Gay Habitus: 25 Years of the Advocate Magazine. Hanner. encryption policy. Clifford: Conceptualizing Sources in Online News. 239 – 280 Der Beitrag setzt sich mit einer Frage auseinander. Michael J. Jahrgang 3/2001 Aufgaben. Anthony J. das Internet. Während es früher vornehmlich um die Frage ging. allerdings nur unter bestimmten. Der Beitrag stellt dar. Thomas W. – S. Tricia E. Der Beitrag merkt an. and New Visions for Communication Studies. – S. – S. – S. Der Beitrag stellt dar.: Protecting privacy and enabling pharmaceutical sales on the Internet: a comparative analysis of the United States and Canada. Noels. der zu Internet Service Providern (ISP) entsteht. 289 – 314 Die Verschlüsselungstechnologie ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Debatten über Sicherheit im Internet gewesen. integriert sind und welche Folgen dies für die Telekommunikationsregulierung hat.: Is ISP-Bound Traffic Local or Insterstate?. Oppositional Discourse. Valerie. Singhal.: Taking Account of the World as it will be: the shifting course of U. – S. Kelly Fudge: The Public and Private Dialogue About the American Family on Television. Sweety: Entertainment-Education and Social Change: An Analysis of Parasocial Interaction. die die Kompetenzabgrenzung zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Aufsicht im Telekommunikationsbereich zum Gegenstand hat. Nicole A. Mike: Media Bias in Presidential Elections: A Meta-Analysis. nach denen der Staat selbst Zugang zu Informationen schafft. Law.. 52 – 72 Sender. Allen. im Beitrag ausgeführten Bedingungen. 3 – 30 Papa. Giles. 3 – 37 Putnam. dass eine starke. 79 – 110 Stromer-Galley.. Jake: Communication Media Use in the Grandparent-Grandchild Relationship.: Shifting Voices. Jennifer: Majority-Minority Influence: Identifying Argumentative Patterns and Predicting Argument-Outcome Links. S. – S.S. inwieweit Datenverkehr.: Connecting the world: the development of the global information infrastructure. dass öffentliche Bibliotheken über Filter-Software die Nutzung bestimmter Inhalte sperren. – S. Tanya L. Meyer. 111 – 132 D’Alessio. and Paradoxical Communication. Linda L. Der Beitrag stellt die Konzeption vor und beschreibt die Akteure. Collective Efficacy. unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln der Staat beschränkend Informationsquellen regulieren konnte. Brashers. Black. Der Beitrag mahnt einen regulatorischen Paradigmenwechsel an. Shyam. die bei der Implementation eine zentrale Rolle erhalten. Nass. Gary. Jennifer: On-Line Interaction and Why Candidates Avoid It.. Reneé A.. 73 – 99 Yarbrough. 31 – 55 Harwood. 157 – 175 Galperin. Kimberly: The English-Only Movement: A Communication Analysis of Changing Perceptions of Language Vitality. dass das Verständnis der Verschlüsselung und der rechtlichen Grundlagen in der Bevölkerung dafür eine zentrale Bedeutung erhält. Amy Janan: Using the Extended Parallel Process Model to Prevent Firearm Injury and Death: Field Experiment Results of a VideoBased Intervention. 133 – 156 Roberto. 176 – 191 Bonnett. Arvind. wie es verfassungsrechtlich zu bewerten ist. – S. Johnson. 343 – 376 412 . Abschließend wird dargestellt.M&K 49. wie die Regeln zu beurteilen sind. mit Folgen für die Regulierungskompetenzen. Der Beitrag thematisiert dies anhand der Frage. Jg 51 (2001) Nr 1 Barker. – S. – S. Rothstein. Howard. Katherine: Gay Readers. tritt nun die Frage in den Blick. als lokaler oder überregionaler Verkehr einzustufen ist. Dave. – S. nicht regulierte Verschlüsselungstechnologie für die Weiterentwicklung des Internet und der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche essentiell sein wird. – S. 315 – 342 Die International Telecommunications Union (ITU) hat dem Beitrag zufolge eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Global Information Infrastructure (GII) erlangt. wie die „Publicly Switched Telephone Networks“ (PSTN) in das „network of networks“.

– S. 184 – 199 Kommunikation & Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Habersack. – S. 196 – 208 Wimmer. Teil I des Beitrags führte zunächst in Regelungshintergrund. Hat der Gesetzgeber im Telekommunikationsbereich mit der Institutionalisierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) als obere Bundesbehörde und der Einräumung eines Weisungsrechts des Bundes- 413 .“ Eschweiler.Werke und Tage“ erzählt Hesiod (um 700 v. 238 – 241 „In der Antike war die geöffnete . 164 – 193 Journal of Communication Inquiry Jg 25 (2001) Nr 2 Abramson. Christopher: Ritual Transformation through Michael Jackson’s Music Video. aus der alle Übel herausgeflogen seien. 143 – 164 McCoy. 100 – 120 Andsager.Zeitschriftenlese Henning. Brosius. – S. D.: Questioning the Value of Realism: Young Adults’ Processing of Messages in Alcohol-Related Public Service Announcements and Advertising. Georg: Prozessuale Formvorschriften und der elektronische Rechtsverkehr. Chr. – S. Bruce E.. wie das Übel in die Welt gekommen sei: durch ein Weib. 190 – 196 Borges. – S. dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der gewohnten Form sehr wohl mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lässt. nicht nur die gewohnte Finanzierung über Gebühren. – S. Nancy: A Division of Labor: Dividing Maternal Authority from Political Activism in the Kenyan Press. – S. – S. Dieter: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gebührenregelung unter dem Druck des Gemeinschaftsrechts. – S. Bram Dov: The Specter of Diaspora: Transnational Citizenship and International Cinema.). – S. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der Beihilferegelung im EGV. sondern auch die bisherige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine verfassungsrechtlichen Aufgaben im dualen System der Bundesrepublik in Frage zu stellen. Zvi. – S. Julie L. Neuman. Robert: From Discourse to Golf Course: The Serious Play of Imagining Community Space. – S. Hans-Bernd: Do Talk Shows Cultivate Adolescents’ Views of the World?: A Prolonged-Exposure Experiment. die geeignet ist. – S. Mathias: Die besondere Missbrauchsaufsicht gemäß §32 PostG – Teil II.Büchse der Pandora“ Sinnbild für Unheil. Norbert: Die erweiterte Nutzung privater Grundstücke für Telekommunikationslinien..12. Erica. Linda Jean: Deaf President Now!: Positive Media Framing of a Social Movement within a Hegemonic Political Environment. Pinkleton.“ Strunk. Weintraub Austin. Wilhelm: Die Regulierungsbehörde im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Weisungsunterworfenheit. – S. Der Beitrag setzt sich mit den europarechtlichen Entwicklungen auseinander und kommt dabei zu dem Schluss. stellte sodann die einzelnen Regulierungsinstrumentarien des PostG dar. 167 – 183 Bekerman.. Bernd. 233 – 237 „Obgleich zum Hörfunk und Fernsehen in den Gemeinschaftsverträgen der Europäischen Union bisher ausdrückliche Regelungen fehlen. 177 – 190 „§ 32 PostG sieht eine sektorspezifische Aufsicht über das Verhalten marktbeherrschender Postdienstunter- nehmen vor. 208 – 213 Spoerr. – S. das alle Götter mit ihren Gaben ausgestattet hätten. 213 – 216 Jg 4 (2001) Nr 5 Dörr. Wolfgang: Zusammenschaltung und Telekommunikations-Entgeltregulierung in der Krise?: Anmerkung zu VG Köln.2000. Patrick. Vorderer. Urteil vom 18. 121 – 142 Rössler.: Dark Alliance: News Repair and Institutional Authority in the Age of the Internet. Yair: Joining Their Betters Rather than Their Own: Modern/Postmodern Rhetoric of Jewish Fundamentalist Preachers. Mary E. 94 – 113 Lynch. – S. werden der Einfluss des Gemeinschaftsrechts und die Frage der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen. Günther: Umstellung des Vertriebs auf das Internet: Betriebswirtschaftliche Motive und steuerliche Konsequenzen. Konzeption und Zielsetzung des PostG ein. 147 – 166 Worthington. Peter: Psychological Escapism: Predicting the Amount of Television Viewing by Need for Cognition. In der Dichtung . 132 – 146 Kensicki. – S. um schließlich den Anwendungsbereich des §32 PostG zu bestimmen. 114 – 131 DeChaine. Teil II des Beitrags hat Tatbestand und Rechtsfolgen des § 32 PostG sowie einzelne Missbrauchstatbestände zum Gegenstand. das aber den Deckel von einer Büchse hob.

und auch die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte öffentlich-rechtlicher und privater Programme blieben bestehen. – S. … Marktführer bei den Drei.00 bis 19. Ooi: Civil Society. … Diesen unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten entsprechen auch die Images der Sender. – S. sie erscheinen kompetenter in Sachen Entspannung. Dagegen wird die Informationskompetenz der Privatsender deutlich geringer bewertet. Simon. kann die Fernsehnutzung in den letzten Jahren insgesamt als stabil bezeichnet werden.und ostdeutschen Bürger. 102 – 125 Steemers. – S. Jahrgang 3/2001 wirtschaftsministeriums (BMWi) im Telekommunikationsgesetz (TKG) bildlich gesprochen die .M&K 49. Andreas. 176 – 188 „Die Fernsehnutzung von Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren hat sich in den letzten Jahren quantitativ kaum verändert. Walter. glaubwürdig und anspruchsvoll. Engel. Mädchen schalten öffentlich-rechtliche Programme eher ein als Jungen. Sabine. der allerdings nur von 6.“ ner Repräsentativbefragung in Hessen. also um die sensible Frage. 142 – 148 (2001) Nr 4 Darschin. 206 – 209 und 220 – 222 Media Perspektiven (2001) Nr 3 Ridder. und außerdem sind öffentlich-rechtliche Angebote im Westen Deutschlands beliebter als im Osten. Peter: Die „Biet & Flieg“-Entscheidung: Preisangaben und Internet?. Susanne: Tendenzen im Zuschauerverhalten: Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen im Jahr 2000.und Themeninteressen der ab 50-Jährigen: Ergebnisse der SWR-Studie „50+“ und weiterer Studien. Pohle. RTL II. 242 – 250 Imping. Sibylle: Mediennutzung. ihre tagesaktuelle Berichterstattung und ihre Professionalität werden geschätzt. dass Kinder mehr Zeit mit dem Fernsehen verbringen. – S. – S.: Media and Democracy in the Phillipines. Andreas. allerdings verschieben sich die Marktanteilsverhältnisse der Programme. – S. Freizeit. Michael: Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen. Klingler.bis siebenjährigen Kindern belegt der Kinderkanal hinter Super RTL den zweiten Platz. Erik: Was Kinder sehen: eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei.00 Uhr auf Sendung ist. Wolfgang.Büchse der Pandora“ geöffnet und damit Raum für eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten in diesem volkswirtschaftlich wichtigen Bereich geschaffen? Oder ist insbesondere die im Schrifttum kontrovers diskutierte Frage eines Weisungsrechts im Einzelfall lediglich ein akademischer Streit ohne praktischen Bezug? In diesem Beitrag soll es um das Verhältnis der RegTP zum BMWi gehen. Jan: Der Mobilfunkvertrag: Rechtsnatur und Gestaltung. 183 – 189 und 199 Gloria.. 126 – 132 Oehmichen. Bei den drei. 257 – 259 Media Asia Jg 27 (2000) Nr 4 Anuar. Glenda M. Öffentlich-rechtliche Programme gelten als seriös. Kayser.: Democracy and the Press: The Reality and the Press. Klaus-Ernst: Musik-Erleben: Abnutzung durch Überangebot?: Eine Analyse empirischer Studien zum Musikhören Jugendlicher.bis 13-Jährigen. Democracy and the Role of the Media in Singapore. – S. Schmitt. Bernhard: Massenkommunikation 2000: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich: Ergebnisse der 8. 189 – 201 Digitales Fernsehen in Deutschland: Markt. Spaß und gute Laune. John C. – S. – S. …“ Vellen. 202 – 219 414 . …“ Grajczyk. – S. Jeanette: Onlineaktivitäten der BBC: Gratwanderung zwischen Public-Service-Verpflichtungen und kommerziellen Zielen. 162 – 175 „Auch wenn im Jahr 2000 durchschnittlich fünf Minuten länger ferngesehen wurde als 1999. Bewertungen: ARD-Studie „Repräsentativbefragung von Digital-TVNutzern“. gefolgt von RTL. – S. So zeigten sich auch im vergangenen Jahr erneut die bekannten Unterschiede im Fernsehverhalten der west. während ab einem Alter von zwölf Jahren spezielle Kinderprogramme kaum noch gefragt sind. 133 – 141 Behne. 191 – 196 Merrill.: Malaysian Media and Democracy. ob rechtliche Eingriffsmöglichkeiten des zuständigen Ministeriums als Aufsichtsbehörde zulässig sind. – S. Nutzerprofile. Neue Angebote führen also nicht generell dazu. 251 – 256 Mankowski.bis 13-Jährigen bleibt SuperRTL. ProSieben und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Christa-Maria. 200 – 205 und 222 Barisoth. – S. 197 – 199 Giok-Ling. – S. Ekkehardt: Aufmerksamkeit und Zuwendung beim Radio hören: Ergebnisse ei- Feierabend. – S. – S. Sek: Media and Democracy in Cambodia. Mustafa K. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung.

Michael u. Norbert: Computereinsatz in Kindertagesstätten: Erfahrungen und Praxisvorschläge. wenn es in der Bravo steht“: Medien über Medien in der Jugendkultur. 53 – 67 ARD-Richtlinien zur Sicherung des Jugendschutzes vom 22. das heißt mit der Einführung des privaten-kommerziellen Rundfunks in Deutschland hat sich auch die Medienkritik zumindest in der Presse etabliert. einen Überblick über das Curriculum des Zusatzstudiums.“ Schenk. 1 – 52 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Fernsehaufnahmen in Gerichtsverhandlungen und bei der Verkündung von Entscheidungen vom 24. 415 . aktiv. Sie müssen aber auch in und durch die Medien. Demnach sind Männer und jüngere Altersgruppen unter den Digitalnutzern überrepräsentiert. – S. Jannis: „selbst. aber insbesondere auch außerhalb der Medien. Der typische Digitalnutzer ist ein Pay-TV-Konsument. Die Kritik am eigenen Medium findet weder bei den Machern noch beim Publikum Beifall. und das können auch Zielgruppenangebote sein. Jahrhundert. – S. – S.Zeitschriftenlese „… Die hier vorgestellte. Dieter: Brauchen Kinder Kindermedien?: ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Kindheiten im 21. der über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt. 74 – 78 „Mit den Veränderungen der Medienlandschaft.: Nutzung und Akzeptanz des digitalen Pay-TV in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage. Januar 2001: 1 BvR 2632/95.a. Claudia: Sich in den Medien über Medien informieren: Fragen zur Medienseite der Süddeutschen Zeitung. Seit dem 1. – S. 4 – 7 Medien und besonders den sogenannten neuen Medien werden häufig pauschalisierend negative Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellt. 19 – 22 Der Autor beschreibt exemplarisch. Annette. 18) Schmiderer. – S. 1 BvR 622/99. Pullich. 81 – 83 „Für das in den 70er Jahren eingeführte Genre der medienkritischen Magazine im Fernsehen scheint heute kein Interesse mehr zu bestehen. – S. in dem sowohl anwendungsbezogene als auch analytische und konzeptionelle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden. Januar 2001). 86 – 93 „In jugendkulturellen Szenemedien gibt es eine Sonderform von Medienreferenzen: Durch Bezugsrahmen auf Bravo. Digitaluser besitzen außerdem eine überdurchschnittlich hohe formale Bildung und sind meistens berufstätig. Chancen bekommen. kommunikative und soziale Einflüsse der Mediennutzung. Medien und Kultur: Überlegungen zu Aufgaben der Medienerziehung. Daniela: Von der Kunstkritik zum Medienjournalismus: Zur Geschichte der deutschen Medienberichterstattung.“ Neuß.“ Erlinger. – S. April diesen Jahres bietet das „Fernstudium Medien“ (FESTUM) der Fernuniversität Hagen Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. 95 – 100 Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule scheitert häufig an der fehlenden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrenden. Susanne: Der schwierige Umgang mit der Selbstreflexion: Wie berichtet das Fernsehen über das Fernsehen?. Viva und andere Massenmedien grenzen sich „Experte“ von der breiten Konsumentenmasse ab. Darüber hinaus werden Anregungen zur Planung und Realisierung von medienpädagogischen Projekten mit dem Computer gegeben. 220 – 234 Ernst. 14 – 18 „Natürlich brauchen Kinder Medien.a. – S. eine Eroberung und Inbesitznahme der Welt zu erproben. – S. Stefan: Wie die neuen Medien Kindheit verändern: kognitive. medien + erziehung Jg 45 (2001) Nr 2 Pickl. 79 – 80 Vollberg. – S. …“ Androutsopoulos. Media Perspektiven Dokumentation (2001) Nr I Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland in der Fassung des fünften Rundfunkänderungsstaatsvertrages (in Kraft seit 1. kommunikativer und sozialer Fähigkeiten sowohl positive als auch negative Trends zur Veränderung von Kindheit durch Medien. Juni 1988 in der Fassung vom 28. 69 – 71 medien praktisch Jg 25 (2001) Nr 2 Aufenanger. – S. im Auftrag der ARD-Medienkommission durchgeführte Repräsentativ-Befragung von rund 1000 Digital-TV-Nutzern ab 14 Jahren zeichnet ein Nutzerprofil des digitalen Fernsehens. die sich vorrangig auf bestimmte Altersgruppen orientieren. Leif: Fernstudium Medien (FESTUM): ein medienpädagogisches Zusatzstudium. November 2000. – S. Der Autor bricht diese Vorurteile auf und skizziert anhand kognitiver. Der Beitrag gibt u. gesellig und an Technik interessiert ist.“ (S. 8 – 13 Wiedemann. Hans Dieter: Kinder. wie sich Computer im Kindergarten integrieren lassen und schildert Erfahrungen aus verschiedenen Praxisprojekten. – S.

Doris: Medienwelten als Lernwelten: Ergebnisse eines Projekts des Deutschen Jugendinstituts. Das Amsterdamer Protokoll über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schließt seiner Ansicht nach die Anwendung der Richtlinie auf die Anstalten nicht von vornherein aus: Die Rundfunkgebühren stellten staatliche Beihilfen dar. Maria. – S. Kellermann. – S. 49 – 66 In dem Text geht es um die Frage. Roland: Medienkompetenz in Kindergarten: ein Begriff in der Anwendung. Ananda: Marginal voices in cyberspace. Stern und Focus zurückgegriffen. 29 – 48 Der Text geht der Bedeutung des Internet für Marginalisierte.: Die Europäische TransparenzRichtlinie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland. ob nach der Änderung der Transparenzrichtlinie für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland die Pflicht zur getrennten Buchführung besteht. Hausmanninger. insbesondere für Immigranten aus und beschäftigt sich mit der Frage. 48 – 53 Buschmann. Dabei wird auf den Framing-Ansatz Bezug genommen und empirisch auf die Daten einer Inhaltsanalyse von Spiegel.alten’ Medien das Internet zur Kenntnis genommen und es dargestellt haben. Medienkritik und Mediengestaltung beschreibt der Autor Realisierungsmöglichkeiten von medienpädagogischen Projekten. Multimedia und Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Boehme-Neßler. Der folgende Beitrag befasst sich mit Fragen des technischen und rechtlichen Schutzes des Programmierer-Know-hows. 28 – 32 Anhand der Dimensionen Medienkunde. so viel wie möglich geheim zu halten. Spiel. Patrick: Between online heaven and cyberhell: The framing of ‘the internet’ by traditional media coverage in Germany. welche Ethik braucht das Internet?. – S. wird am Beispiel zweier Falldarstellungen illustriert. 214 – 218 Hain. Welche subjektive Bedeutung und welchen Informationswert diese für Kinder und Jugendliche haben können. Schutz aus unterschiedlichen Gründen lückenhaft. Smith. Volker: Steueroase Internet?: Eine Einführung in steuerrechtliche Probleme im E-Commerce. – S. 54 – 59 Robert. – S. Die Programmvorlieben beim Fernsehen konzentrieren sich auf die Unterhaltungsangebote. 219 – 224 Der Verfasser nimmt zu der kontrovers diskutierten Frage Stellung. auch um vom Programmierer unabhängig zu sein. – S. Christian: National Roaming im UMTS-Markt. Leah A. 23 – 28 Kohm.: New media and the ‘pluralization of life-worlds’: A role for information in social differentiation. Thomas: Angriff der Kontrolleure: Teil 1. 60 – 63 New media & society Jg 3 (2001) Nr 1 Lievrouw. Jahrgang 3/2001 Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen: ein pädagogischer Blick auf das Fernsehangebot und die Nutzung durch die Kinder. wie sich die neuen Medien auf soziale Differenzierung und Pluralisierung von Lebenswelten auswirken Mitra. wie die . – S.“ von Hammerstein. – S. Sven: Internetsucht. – S. ist es dessen Bestreben. Gerd: Das Exodus. 203 – 208 Ernst. dass dem Computer – von den Jungen mehr als von den Mädchen – ein größeres Interesse entgegengebracht wird als dem Fernsehen. Bakardjieva. – S.Voice in the Internet’ ausbilden. Zuweilen jedoch ist der angestrebte Rössler. um weiterhin „im Geschäft zu bleiben“. die Anstalten seien nicht im Hinblick auf den vollen Umfang ihrer Aktivitäten betraut und seien somit in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. 208 – 213 „Fragen der Offenlegung und Herausgabe des Source Codes gehören zu den grundlegenden Problemen des Softwarevertragsrechts. gibt es das?: zur Diskussion eines neuen Medienphänomens.und WegSymbol in der Werbung: zur religiösen Grundierung der Warenästhetik. 67 – 83 416 . Karl-E. 7 – 28 Die Autorin stellt auf der Basis neofunktionalistischer Konzeptionen Überlegungen dazu an.M&K 49. – S. Richard: The internet in everyday life: Computer networking from the standpoint of the domestic user. Stefan: Die Verfügbarkeit des Source Codes: Rechtlicher Know-how-Schutz bei Software und Webdesign. – S. Mediennutzung. ob und wie sich über virtuelle Communities neue Reflektionsinstanzen und darauf aufbauend eine . Überraschend ist. da im Quelltext das Wissen und die Fähigkeiten des Programmierers kodifiziert werden. – S. die bereits im Kindergarten zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen können. 32 – 36 Den Ergebnissen aus dem DJI-Projekt „Lebenswelten als Lernwelten“ zufolge rangieren Medien hinter den Freizeitinteressen Sport und Bewegung. Dies gilt insbesondere bei der Erstellung von Internetseiten. Auch das KEF-Verfahren könne nicht zum Ausschluss der Geltung der Pflicht zur doppelten Buchführung im Hinblick auf die Anstalten führen. – S. Während der Anwender die umfassende Übergabe aller sein Programm betreffenden Informationen anstrebt.

– S. Stefanie: Die Emigration der Zeitungswissenschaft nach 1933 und der Verlust sozialwissenschaftlicher Perspektiven in Deutschland. Nevitte. – S. 33 – 53 Richeri. Neil. Anhand von Umfrageund Inhaltsanalysedaten wurde überprüft. Paolini. wird immer dann. Private Restraints on Innovation. – S. ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. den Volosinov verwendet hat. – S. 20 – 36 „Die Befürchtung. Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung. Giuseppe: Das digitale Fernsehen und die Entwicklung der audiovisuellen Industrie Europas. Josef: Das Geschäft mit der Prognose. Thomas: Das neue Fernabsatzgesetz: ein Segen für den E-commerce?. das sich als nicht unproblematisch erweist. wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Alexander: The accessibility and applicability of knowledge: predicting context effects in national surveys. Elisabeth: Do people have feelings toward leaders about whom they say they know nothing!. dass die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren.Zeitschriftenlese Die Autoren gehen auf der Basis kulturwissenschaftlicher Überlegungen und in einem . – S. Rantanen. – S. 129 – 166 Venzin. Michael: High Technology Industries.“ Schrape. 167 – 194 Tolley’s Communications Journal Jg 6 (2001) Nr 2 Spiller. 1 – 19 Wolling. 57 – 68 Public Opinion Quaterly Jg 64 (2000) Nr 4 Curtin. 85 – 105 haben. 429 – 451 Blais. Lorenzo.quasi-ethnographischen’ Design der Frage nach. Eleanor: The effects of response rate changes on the index of consumer sentiment. and EU Antitrust Law: the European Approach to Market Analysis of R&D Competition. Nicholas: Information society theory as ideology: A critique. 413 – 428 Todorov. Janne.96 nach Holsti“: zur Reliabilität von Inhaltsanalysen und deren Darstellung in kommunikationswissenschaftlichen Fachzeitschriften. – S. wie und wozu häusliche Internet-user das Internet nutzen und wie sie darin neue Sinnzusammenhänge für sich konstituieren. Paolo: Hypermedia Analysis: Some insights from semiotics and ancient rhetoric. 5 – 12 Kairo. – S. Marco: A language for artificial agents. Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie: die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. Trappel. Richard. das Politikverständnis und die Einstellungen zum politischen System stellen ein komplexes kognitives Gefüge dar. – S. André. einen negativen Effekt auf die Einstellung zum demokratischen System Studies in Communication Sciences Jg 1 (2001) Nr 1 Colombetti. Terhi: The old and the new: Communications technology and globalization in Russia. 107 – 127 Garnham. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber. – S. die viele unpolitische Beiträge enthalten. Klaus. stellt sich die Frage. 50 – 55 417 . Markus: The concept of foresight in times of uncertainty and ambiguity. 37 – 56 Lauf. Negative Wirkungen der Skandalberichterstattung konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. – S. Richard: Insurance and the e-commerce revolution. Stanley. Edmund: „. 452 – 463 RTkom Jg 53 (2001) Nr 1 Wilmer. – S. Gidengil. ein Begriff. Paulweber.little behavior genres’. 13 – 28 Publizistik Jg 46 (2001) Nr 1 Averbeck. – S. Dabei stellte sich heraus. ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat. – S. verstärkt diskutiert. dass durch politische Skandale der Demokratie Schaden zugefügt werden könnte. dass neben anderen Faktoren die Nutzung bestimmter Zeitungen und die Nutzung von Informationsangeboten. – S. 1 – 32 Cantoni. – S. Singer. Dies geschieht unter dem Begriff der . Presser.

– S. 55 – 68 Zeitschrift für Urheber. 41 – 53 Hoogenboezem. – S. 46 – 49 vertragsrechts: ein Beitrag aus der Sicht der Entwurfsverfasser. Peter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. 317 – 323 Trends in Communication Jg 31 (2001) Nr 7 Melody. – S. 306 – 310 Schaefer. Jaap: Convergence and Regulation: Comments and Recommendations. 15 – 39 Pieper. Opdemom. – S.und Medienrecht Jg 45 (2001) Nr 4 Hucko. – S. – S. Martin: Einige Bemerkungen zum Professorenentwurf für ein Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Landesgruppe der IFPI e. – S. William H. – S. Wolfgang: Was sagt uns die „Zauberflöte“ zum Urhebervertragsrecht?: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Orchester Vereinigung e. Günter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO). 273 – 275 Dietz. – S. 39 – 45 Corbett. – S. Adolf: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urheber- 418 . Jahrgang 3/2001 Márton. V. 315 – 316 Spautz. Peter: Convergence and Regulation: Deutsche Telecom’s Perspective. Elmar: Zum Sachstand in Sachen Urhebervertragsgesetz: ein Blick in die Werkstatt des Bundesministeriums der Justiz. Helen: Protecting the advertising functions of trade marks. 311 – 314 Poll..M&K 49. Frank. V. – S. Susan: The digital photograph: intellectual property of … whom?.und Fernsehproduzenten.. Johannes: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Film. – S. – S. Lidia: The impact of EU competition law on the financing of public service broadcasters.: Convergence on the next generation Internet. Nikolaus: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus rechtsvergleichender Sicht (Deutschland/USA). – S. – S. 7 – 13 Konert. Wolfgang: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht von Journalisten und Schriftstellern. 300 – 305 Weber. Bertram: Broadcasting via Internet: New Models of Business and Financing. – S. 56 – 61 Norman. 289 – 299 Kreile. 282 – 288 Schimmel. 276 – 281 Reber.

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. 27) Kocks. – 198 S. – Wiesbaden: Westdeutscher. 2001. – 378 S. – 245 S. Lünenborg. – 302 S. 2001. – 199 S.. Walter. 43 Massenkommunikation Kultur Duncker. Univ. – Bonn: Carl-Auer Verl. 2001. mobility and identity. Politik und Fernsehen: inhaltsanalytische Untersuchungen/ Rölle. Margret (Hrsg. Öffentlichkeit und Vertraulichkeit: Theorie und Praxis der politischen Kommunikation/ Depenheuer. (Alber-Reihe Kommunikation. – 193 S. Müller. – 407 S. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. – Wiesbaden: Dt. – München: Reinhard Fischer. 2001. – 578 S. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. (Jahrbuch Medien und Geschichte. Petra. Zerfall der Öffentlichkeit?/ Jarren. Bernhard: Abschied vom Absoluten: Gespräche zum Konstruktivismus. 2001. 6) 42 Massenkommunikation Gesellschaft Ludes. – Opladen: Leske. Annette: Interdependenzen zwischen PR und Journalismus: eine empirische Untersuchung der PR-Wirkungen am Beispiel einer dialogorientierten PR-Strategie von BMW.M&K 49. Stefan: Wahlentscheidung in der Mediengesellschaft: Theoretische und empirische Grundlagen der interdisziplinären Wahlforschung. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. Otfried. Hintergründe. – 184 S. Pörksen. Dokumente. Tabubruch als Programm: Privates und Intimes in den Medien/ Herrmann. Morley. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. – 231 S. 2001. Bernd: Menschliche Kommunikation im Medienzeitalter: im Spannungsfeld technischer Möglichkeiten und sozialer Kompetenz. – Berlin: Springer-Verlag. – 349 S. 2001) 41 Massenkommunikation Politik Berens. Medienresonanz und Mobilisierung der Öffentlichkeit am Beispiel von Castor und Brent Spar. Reihe 30. 2001. Christian: Verlust der Werte?: Wertewandel zwischen Meinungen und Tatsachen.). (Medien Skripten. 2001. Daniel. 2001. Imhof. Edgar (Hrsg. – Frankfurt am Main: Lang. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. Otto (Hrsg.. Jahrgang 3/2001 LeMar. 2001. Kurt. – 335 S. – Frankfurt am 420 . (Hrsg). Andrea: Argumentation in internationalen Fernsehdiskussionen. Rinck. Ulrich W. 2000. Jahnel. – 340 S. Univ. 48) Dahlem.). – Freiburg: Alber. – München: Iudicium Verlag. 2000. 2001. (Konstruktivismus und systemisches Denken) 32 Kommunikationspolitik „Dominus Iesus“ – Anstößige Wahrheit oder anstößige Kirche?. (Mediensymposium Luzern. 2001. 2001. – 160 S. Verlag. Klaus: Glanz und Elend der PR: zur praktischen Philosophie der Öffentlichkeitsarbeit. – Konstanz: UVK. Steinbach. Oliver Magnus: Kultur im deutschen Fernsehen. Harald: Prozesse der Thematisierung in publizistischen Prozessen: Ereignismanagement. 2001.. – London: Routledge. – 307 S. (Studien zur Kommunikationswissenschaft. 82) Scherfer. Peter: Multimedia und Multi-Moderne: Schlüsselbilder: Fernsehnachrichten und World Wide Web – Medienzivilisierung in der Europäischen Währungsunion. Roger (Hrsg). Konrad: Deutsche Fernsehpreise: Argumente für Fernsehqualität. (Wissenschaftliche Paperbacks. 2001. 2001. – Wiesbaden: Dt. Standpunkte und Folgerungen. Blum. Wiebke: Die Lokalberichterstattung in den neuen Bundesländern: Orientierung im gesellschaftlichen Wandel. – 326 S. David: Home territories: media. – 237 S.). Friedrich. (Europäische Hochschulschriften. Bundesländer Möhring.-Verl. Lersch. – 325 S. 9) 33 Lokalkommunikation.. Neiss. 36) Regionalisierung im Rundfunk: eine Bilanz der Entwicklung seit 1975/ Klingler. – Münster: Lit Verlag.

– 190 S. Dieter (Hrsg. 2001. Niehr. – Wiesbaden: Westdeutscher. Jung. – Landau: Verl. – 314 S. 2001. – 410 S. Sebnitz und die Presse. – 523 S. Navarra. (Erziehungswissenschaft. Jürgen. Johnson. Mathias: Der Gegendarstellungsanspruch im Internet. Reihe 05. 3) Medien. Empirische Pädagogik. 2001. (Europäische Hochschulschriften. 2000. Tanja Nadine: Globalisierung der Filmwirtschaft: die Uruguay-Runde des GATT.). Dieter: Sport im Fernsehen: die Funktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Sportberichterstattung. – 66 S. 421 . – Opladen: Westdeutscher Verl.. (Hrsg. 52 neue Technologien. – Hamburg: Deutsches Orient-Institut. Heinz Hübner/ Dörr.Literaturverzeichnis Main: Lang. – Bonn: Bernad & Graefe. – 338 S. – Frankfurt: Campus Verl.) . Dietmar (Hrsg. Politik und Kultur von Film unter besonderer Berücksichtigung der Mediengeschichte und der Positionen der Verhandlungspartner EG und USA. – Frankfurt am Main: Lang. Jertz. Gesundheitskommunikation/ Jazbinsek. – 310 S. Böke. Multimedia Lohlker. and change.otello. Walter: Krieg der Worte. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. 9) Gentechnik in der Öffentlichkeit: Wahrnehmung und Bewertung einer umstrittenen Technologie/ Hampel. 2001. 106) 74 Medien Recht Dörr.) . – 297 S. 2001. Christine: Wie interaktiv ist das Internet?: Nutzungsmöglichkeiten und erforderliche Medienkompetenz. 2001. – Berlin: Springer-Verlag. Texte und Maschinen: angewandte Mediensemiotik/ Hess-Lüttich. Thomas. Informationsgesellschaft Die Internet-Ökonomie: Strategien für die digitale Wirtschaft/ Zerdick. Axel (Hrsg. – 78 S. Hermann: Massenmedien in Deutschland. Rüdiger: Islam im Internet: neue Formen der Religion im Cyberspace.B. (Studies in the Postmodern Theory of Educations. 4) Gapski. Lesley L. – Konstanz: UVK. Ortwin (Hrsg. Ulrike:. – 346 S. 2001. – Stuttgart: Ibidem Verl. eine Analyse zu Ökonomie.de: Klassik nur noch im Internet oder per pay?. 2001. – Frankfurt am Main: Lang. 2001. 2000. 2001. Renn. – Wiesbaden: Westdeutscher Verl. – Dresden: Sachsenwerbung. 2001. – 333 S. Karin: Ausländer und Migranten im Spiegel der Presse: ein diskurshistorisches Wörterbuch zur Einwanderung seit 1945. Ernest W.). (Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht. – 264 S. 51 Telekommunikation. allgemein Ein bemerkenswerter Fall: Joseph.. 61 internationale Kommunikation Ertel. – Sinzheim: Pro Universitate. – Elektronische Ressource (Hamburger Beiträge: Medien und politische Kommunikation – Naher Osten und islamische Welt. 72 Medien Bildung Behrens. – 182 S. Harald: Medienkompetenz: eine Bestandsaufnahme und Vorüberlegungen zu einem systemtheoretischen Rahmenkompetenz. 2001. 8) Dürr. Macht der Bilder: Manipulation oder Wahrheit im KosovoKonflikt?. 2001. – 114 S. – 371 S..:Media.) . (Medien und Fiktionen. 2001. – 74 S. Symposium aus Anlass des 85. Meyn. Geburtstages von Professor Dr.. education. – New York: Lang. Matthias.. (Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht. – Frankfurt am Main: Lang. 2001. 2001. – 140 S. 2672) 71 Massenmedien. 2) www. Teleteaching is easy?: Pädagogisch-psychologische Qualitätskriterien und Methoden der Qualitätskontrolle für Teleteaching-Projekte.

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It is argued that the dimensions and mechanisms of the structural change of television can be better exposed by a dovetailed observation of partially systemic horizons of orientation. which are operated by individual persons. Nicola Döring: Personal websites on the WWW. This new model accentuates. The application of this perspective to communications research is taking place through the process of the economicisation of television that began in the year 1984. 306 – 324 This article stands in the tradition of surmounting the dualism of systems and actor theory. according to one of the article’s main theses. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit). the need to retain cultural and economic innovative capability including the accompanying requirements. which takes up systems-theoretical notions of “self-organisation”. 325 – 349 Personal websites are web offerings. An article on the combination of system and actor (Ökonomisierung des Fernsehens. tends to make the possibility of sustaining the dual broadcasting system in its current form improbable in the long term. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand).M&K 49. which. a loss of trust by the population in the expert system of the mass media. pp. Finally. A critical overview of the state of research (Persönliche Homepages im WWW. The literature on personal 424 . Reflections on a horizontal broadcasting order for the economy of attention (Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. the distortion of the code of the functional system mass media by the code of economics. institutional orders and actor constellations than by using a purely systems-theoretical perspective. The answer to the new brand of networking logic is seen in a new organisational model. With exemplary reference to the economicisation of television the explanatory potential of an integrated systems/actor theory is also outlined for communications research. on the other hand. Stefan Wehmeier: Economicisation of television. It is argued that personal websites not only serve individual and group communication. The following consequences are identified: on the one hand. These challenges are attributed to a new kind of networking logic. the article attempts to concretise in greater detail the implications of this model for the regulation of broadcasting. but can also make a contribution to public communication in different ways. pp. 287 – 305 The article highlights some of the challenges facing broadcasting law as a result of new developments in information technology and media economics (“multimedia”). Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur). A number of premises of the systems-theoretical perspective that predominates in communications research are initially criticised and the integrated systems/actor perspective subsequently outlined on the basis of approaches developed since the midEighties by the Max Planck Institute for Social Research. pp. first and foremost. Jahrgang 3/2001 English Abstracts Thomas Vesting: Broadcasting law faces the challenges of networking logic. The article begins with the delimitation and definition of this personalised form of online publication and discusses its relevance for communications research.

pp. others are promoted as virtual stars and appear in various media. and outlines perspectives for future website research in the field of communications research. log file analyses. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks). This means that the topics voiced on free radio not only differ from those in other media. two surveys which address the quality and intensity of parasocial relationships with avatars are presented. The concept of parasocial relationships (Horton & Wohl. pp. Their own self-descriptions and the theoretical reflections voiced in this environment indicate that the main potential of these radio stations is their ability to “demystify” the medium. classification and recipience of personal websites. Based on the results of these studies and the anticipated future development of virtual characters. This article introduces the phenomenon “avatars” and discusses the question how virtual characters are perceived by media users. 425 . is subsequently discussed. different persons are also given the possibility to use radio as a means of communication in a self-determined way. 1956) is used as a theoretical framework. With reference to a conversation analysis study of programmes broadcast on coloRadio in Dresden the article shows that the special characteristic of free radio is the fact that both discussions are possible which have the structural form of news interviews as well as discussions which tend to resemble discussions in everyday life. and experiments. Jan Pinseler: Talking on free radio. and to articulate a variety of subjective points of view. Subsequently. Some avatars are used as automatic personal assistants to visitors of websites. The theoretical contributions presented focus on the fact that the personal website constitutes a construction of identity and a presentation of self via computer-mediated communication. 369 – 383 During the Nineties there was a sharp increase in the number of licensed free radio stations in the Federal Republic of Germany. A case analysis on the possibilities of alternative radio broadcasting (Sprechen im Freien Radio. due to the proximity to everyday language. Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer: Avatars: parasocial relationships with virtual characters (Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren).websites. suggestions for further research are discussed. 350 – 368 The rise of interactive media has fostered the development of virtual characters (“avatars”). which were gathered via content analyses. to use a language of everyday life on radio too. but that. oral and written surveys. The article reports of the most important findings. which is sometimes hard to access. Approximately thirty studies exist on the production.

klimmt@ijk. Hochschule für Musik und Theater.de Dr. Jahrgang 3/2001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Heftes PD Dr. VonMelle-Park 6.de Dipl.net Prof. 86135 Augsburg.de Manfred J e n k e . E-Mail: Thomas. Universitätsstr. Lehrstuhl für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie.de Prof.de Prof.und Kommunikationswissenschaft. Dr. Postfach 10 05 65. Juristische Fakultät. Hochschule für Musik und Theater Hannover. E-Mail: tilo.A. VonMelle-Park 6. Universität Hamburg.de Dr. Institut für Politikwissenschaft.Vesting@Jura.und Medienwissenschaft.de Prof. Institut für Publizistik. Armin S c h o l l . Falkenweg 7. Westfälische-Wilhelms-Universität. Dr. M. 30161 Hannover. Knut H i c k e t h i e r . Dagmar S c h ü t t e .hartmann@hmt-hannover.-Medienwiss. Universität Augsburg. E-Mail: scholl@unimuenster. Thomas V e s t i n g . Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.-Medienwiss. Peter V o r d e r e r . 22039 Hamburg. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. 47. Dr. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien.de Dr. Karin B ö h m e . Universität Kiel. Universität Koblenz-Landau. 2. E-Mail: wehmeier@rz. W u l f f .pinseler@ gmx. Tilo H a r t m a n n ..Uni-Augsburg. Hohenzollernstr.A. 24118 Kiel. E-Mail: plake@unibw-hamburg. E-Mail: tenscher@uni-landau.M&K 49. Institut für Medienwissenschaft. Klaus P l a k e .de Prof. Universität Hamburg.hmt-hannover. Christoph K l i m m t . Joan Kristin B l e i c h e r . 76829 Landau. E-Mail: fs5a097@uni-hamburg.uni-duesseldorf. 01099 Dresden. 23683 Scharbeutz Dipl. EMail: dschuette@lfr. Kaufhausgasse 9. 30161 Hannover.de Jan P i n s e l e r . Kamenzer Straße 19. E-Mail: hwulff@litwiss-ndl. Hans J. Dr. Nicola D ö r i n g . Augustusplatz 9-11.vorderer@hmt-hannover.de Dr. Hohenzollernstr. 20148 Hamburg. E-Mail: christoph.de 426 . 40221 Düsseldorf. Dr. Universität der Bundeswehr Hamburg. Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit/PR. D-98684 Ilmenau.de Prof. 30161 Hannover. E-Mail: Boehme-Duerr@philfak. Universitätsstraße 1.de Jens T e n s c h e r .uni-leipzig. Landesanstalt für Rundfunk. 04109 Leipzig. E-Mail: jan.doering@tu-ilmenau.D ü r r . Leibnizstraße 8. Heinrich-HeineUniversität.uni-kiel. Dr. Hohenzollernstr. E-Mail: peter. Zollhof 2. 47. Institut für Medien. Bispinghof 9-14. Stefan W e h m e i e r . TU Ilmenau. E-Mail: hickethier@snafu. Institut für Germanistik II. 47. Institut für Germanistik II. M. Universität Leipzig. 40225 Düsseldorf. Hochschule für Musik und Theater Hannover. E-Mail: nicola.und Kommunikationswissenschaft. 48143 Münster. Institut für Kommunikations. Postfach 700822. 20148 Hamburg..

Hinweise für Autorinnen und Autoren Die wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bis Ende 1999 „Rundfunk und Fernsehen – Zeitschrift für Medien. die verwendeten Daten bei wissenschaftlich begründeten Anfragen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten für weitere Analysen zur Verfügung zu stellen. Die Redaktion räumt dabei dem Autor bzw. um so die Voraussetzungen für Sekundäranalysen und Replikationen zu schaffen. ausgewählte Literatur zu bestimmten Problemstellungen systematisch und vergleichend zusammenfassen und eine Übersicht über den Stand der Theorie und/oder Empirie geben.und Kommunikationswissenschaft“) wird seit 1953 vom Hans-Bredow-Institut herausgegeben und redaktionell betreut. Formalien: • Manuskripte sind der Redaktion in dreifacher Ausfertigung zuzuschicken. Autorinnen und Autoren empirischer Beiträge verpflichten sich mit der Einreichung des Manuskripts. Im Sinne der Förderung des wissenschaftlichen Diskurses und der kumulativen Forschung sowie der Qualitätssicherung legt die Redaktion bei der Begutachtung von Beiträgen besonderen Wert darauf. werden im nächstmöglichen Heft publiziert. Für die Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ kommen folgende Textsorten in Betracht: • Aufsätze sollen ein Moment originärer theoretischer Leistung beinhalten bzw. eines ohne Anführung der Namen und Adressen. Dabei können auch spekulative Betrachtungen fruchtbar sein. Das Manuskript selbst darf keine Hinweise auf die Autorinnen und Autoren enthalten. die zur Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ eingereicht werden. 427 . Manuskripte. die Möglichkeit einer Erwiderung ein. • • Berichte sollen Befunde zu einem ausgewiesenen Problem von theoretischer oder medienpraktischer Relevanz darstellen. die innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses Position beziehen und die Diskussion voranbringen können. ausreichend dokumentieren. Stellungnahmen und Erwiderungen. einen theoretisch weiterführenden Argumentationsgang bieten. Unter der Rubrik Diskussion sollen Beiträge erscheinen. dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein und bis Abschluss des Begutachtungsverfahrens nicht anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. auf den sich die Stellungnahme bezieht. B. die von Dritten (z. Die Zeitschrift ist ein interdisziplinäres Forum für theoretische und empirische Beiträge aus der gesamten Medien. Datenbanken) zur Verfügung gestellt worden sind. Zugleich erklären sie sich bereit. dass sie die Art und Weise der Datenerhebung bzw. den Zugang zu Datenbeständen.und Kommunikationswissenschaft. sind zwei Titelblätter erforderlich: eines mit Angabe des Titels und der Namen und Anschriften der Autorinnen und Autoren. die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. dass größtmögliche Transparenz hinsichtlich der verwendeten Daten hergestellt wird. Literaturberichte/-aufsätze sollen Literatur bzw. die den in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ üblichen inhaltlichen und formalen Standards entsprechen und geeignet sind. • Die Redaktion bietet außerdem die Möglichkeit zur Stellungnahme und Erwiderung zu publizierten Beiträgen der oben genannten Kategorien. • Da die eingereichten Manuskripte anonymisiert begutachtet werden. der Autorin des Beitrages.

falls die Begutachtung längere Zeit erfordert. die unverlangt eingereicht werden. Konto 5-002 266. insbesondere auch das Recht der weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege des fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. Bearbeitungen. Zahlung jeweils im Voraus an Nomos Verlagsgesellschaft. • Für Hinweise und Literaturbelege bestehen wahlweise zwei Möglichkeiten: a) durch Angabe von Autor. Printed in Germany.– DM. Karlsruhe 736 36-751 und Stadtsparkasse Baden-Baden. Verlag und Anzeigenannahme: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co.M&K 49. Das Begutachtungsverfahren ist in der Regel sechs Wochen nach Eingang des Manuskripts abgeschlossen. evtl. Dazu werden die anonymisierten Gutachten. Jahresabonnement 98. anderthalbzeilig beschrieben und mit ausreichendem Rand versehen sein. 1990: 37 – 40) . KG. Einzelheft 29.: . wobei der Text der Anmerkung auf der entsprechenden Seite aufgeführt wird. . 0 40/45 02 17-41) Anschrift der Redaktion: Medien & Kommunikationswissenschaft Herausgegeben vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg ISSN 1615-634X Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. die dem Leser als selbständiger Text einen hinreichenden Eindruck vom Inhalt des jeweiligen Beitrags vermittelt. • Der Umfang der Beiträge soll 20 Manuskriptseiten (55. wobei der vollständige bibliographische Nachweis über ein Literaturverzeichnis im Anschluss an den Beitrag erfolgt. Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich (4 Hefte jährlich). • Gliederung des Textes: Jedes Kapitel und Unterkapitel sollte mit einer Überschrift (in Dezimalzählung) versehen sein. zugesandt. Nomos Verlagsgesellschaft. auch nur in Auszügen. Bestellungen nehmen der Buchhandel und der Verlag entgegen. jeweils zuzügl. Jahrgang 3/2001 • Beizufügen ist eine kurze Zusammenfassung des Beitrags (max.– DM (gegen Nachweis). Verlag und Redaktion haften nicht für Manuskripte. Baden-Baden. Jahresabonnement für Studenten 50. Versandkosten (inkl. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen. 76520 Baden-Baden. Neueinreichung oder Ablehnung legt die Redaktion die Gründe für ihre Entscheidung offen. bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Abbestellungen vierteljährlich zum Jahresende. die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist. 2001. –. 15 Zeilen). Im Falle einer Entscheidung für Überarbeitung. .– DM. Telefax: 21 04 27. MwSt). Erscheinungsjahr und Seitenziffer im fortlaufenden Text – z. Dem/der Autor/in wird die Redaktionsentscheidung schriftlich mitgeteilt. Hans-Bredow-Institut Heimhuder Straße 21. . 20148 Hamburg (Tel. Postscheckk. Von jedem Originalbeitrag werden 20 Sonderdrucke kostenlos zur Verfügung gestellt. b) über durchnumerierte Anmerkungsziffern. • Die Manuskriptseiten müssen im DIN A4-Format (einseitig). Mit der Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag von den Autorinnen und Autoren alle Rechte. B. 428 . • Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett zu kennzeichnen. Über eine Annahme des Manuskripts und den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion auf der Grundlage redaktionsinterner und externer Gutachten. Übersetzungen. Jede Verwertung. .000 Zeichen) nicht überschreiten. Weitere Sonderdrucke können bei Rückgabe der Fahnenkorrektur an die Redaktion schriftlich gegen Rechnung bestellt werden. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. werden die Autor/inn/en benachrichtigt. Telefon: (0 72 21) 21 04-0. (Müller.

M&K 2001/3 Medien & Kommunikationswissenschaft .

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