Avatare-ParasozialeBeziehung Zu Virtuellen Akteurenn

M &K 49. Jg.

2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

E 20039 F

Medien

Kommunikationswissenschaft

Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit Stefan Wehmeier Ökonomisierung des Fernsehens. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Jan Pinseler Sprechen im freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Die neue Rundfunk und Fernsehen

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M &K 49. Jg. 2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

Medien

Kommunikationswissenschaft
Redaktion: Hardy Dreier, Uwe Hasebrink, Thorsten Held, Anja Herzog, Friedrich Krotz, Claudia Lampert, Christiane Matzen, Eva Rischkau, Hermann-Dieter Schröder, Wolfgang Schulz, Jutta Simon, Ralph Weiß

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Jahrgang 3/2001 Anzeige .M&K 49.

Tübingen: Francke. . . Ursachen und Auswege. . . . . . . . . . . . . . Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit . . . . . . 384 Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie. . . . 396 Karin Böhme-Dürr 285 . . . . . . . . . . . . . Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand . . . 2000 . Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur . . .INHALTSVERZEICHNIS AUFSÄTZE Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. . . . . . . . . 325 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren . . . . . . 2000 . 369 Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Jan Pinseler LITERATUR Besprechungen Armin Scholl Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. . . . . . . . Konstanz: UVK. . . . . . . . . . 389 Joan Kristin Bleicher Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. . . . . . . . . . .): Theorien des Journalismus. . . . . . . . . . . . . . . 2000 . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306 Stefan Wehmeier BERICHTE Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. . . . . . . . . . Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen. . .. . . . Ein diskursives Handbuch. . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . . . über den „Burnout“ im Journalismus. . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 387 Martin Löffelholz (Hrsg. . . . . . 287 Ökonomisierung des Fernsehens. 2000 . . . . 2000 395 Michael Bodin: Ausgebrannt . . Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks . . . . . . 350 Sprechen im Freien Radio. . . . . .): Inszenierung von Authentizität. . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . .

.. ... ... .. . ... . ... .... 400 Annette von Kalckreuth: Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk.. . .. ...... 1999 397 Claudia Mast: Programmpolitik zwischen Markt und Moral... . . ... ... ........ .... 2000 . ... 404 Roberta E..... ... . .. . 406 ... 1999 . 399 Jo Reichertz: Die frohe Botschaft des Fernsehens.. . .. .. .... . . . 2000 ...): Critical Dictionary of Film and Television Theory. .. ... .. Konstanz: UVK... Baden-Baden: Nomos. ........... . Pearson / Philip Simpson (eds... .. 2000 . . 2001 .. .. 409 419 424 Manfred Jenke Klaus Plake Dagmar Schütte Jens Tenscher Hans J..): Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. .......M&K 49... . .. .. . .. 427 286 . . .. .. .. ...... .... . ..... ......... .......... . .. London/New York: Routledge.... ... . .. . . ..... ... . . ... .... . ...... .... ... ... ....... .... ... Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees. ... Jahrgang 3/2001 Knut Hickethier Jostein Gripsrud (Ed... ..... .. . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. ... . 402 Klaus Kamps (Hrsg... . . ........ .... Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie.. Wulff Zeitschriftenlese Literaturverzeichnis English abstracts Mitarbeiterinnen und Mittarbeiter dieses Heftes Hinweise für Autorinnen und Autoren . Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . ... London/New York: Rootledge.. . . .... .. 426 ... .. . ........... Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion..): Television and Common Knowledge....

und Massenkommunikation in wirtschaftlicher Hinsicht. dass die eben genannten Ent- 1 Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte und leicht veränderte Fassung meines Einleitungskapitels zu Hahn/Vesting.. S. S. in: Kops/Schulz/Held (Hrsg. das an systemtheoretische Vorstellungen von „Selbstorganisation“ anknüpft. Fortbestand des Dualen Systems?. der damit verbundene Aufstieg informeller Verhandlungen in politischen und administrativen Zusammenhängen z. der voraussichtlich Ende 2001 im Beck-Verlag erscheinen wird.AUFSÄTZE Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit1 Thomas Vesting Der Beitrag stellt einige der Herausforderungen dar. Das Internet als Herausforderung des „dualen Rundfunksystems“. die Veränderung der Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer dynamischen Wettbewerbsordnung. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen („Multimedia“) ausgesetzt ist. die Folgen dieses Modells für die Rundfunkregulierung näher zu konkretisieren. 2 Darstellung dazu bei Ladeur. Damit ist gemeint. § 53 Rn. 164. Die Regulierung von Telekommunikation und Medien im Zeitalter ihrer Konvergenz. 3 Vgl. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung wird in einem neuen Ordnungsmodell gesehen. bei der Einführung des digitalen Fernsehens2. Abschließend versucht der Beitrag. Vesting. Kommentar zum Rundfunkrecht. 161 ff. B. Hartstein/Ring/Kreile/Dörr/Stettner. 395 ff. Diese Herausforderungen werden einer neuartigen Logik der Vernetzung zugeschrieben.. Dieses neue Ordnungsmodell akzentuiert vor allem die Notwendigkeit der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen.. Vesting. CR 1999.). Stand Sept. die als Ausdruck einer neuartigen „Logik der Vernetzung“3 gedeutet werden können. 68 ff. so eine der Kernthesen des Aufsatzes. K&R 2000. Rechtliche Regulierung von Informationstechnologien und Standardsetzung. Von der dualen Rundfunkordnung zu einer 287 . Rundfunkstaatsvertrag. 2000.. RTkom 1999. 1. S. die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems in seiner derzeitigen Ausgestaltung auf lange Sicht eher unwahrscheinlich macht. die. die Entwertung des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) durch eine großzügige Handhabung vager Experimentierklauseln in den Landesmediengesetzen. die wechselseitige Öffnung der Grenze von Individual. Einleitung Schon seit einiger Zeit wird das duale Rundfunksystem durch neuere informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen herausgefordert: Die Auflösung der stabilen Grenze zwischen Rundfunk und Telekommunikation auf technologischer Ebene. 401 f. die Schwerfälligkeit der kooperativen Verfahren der Entscheidungsfindung der Landesmedienanstalten – all diese Phänomene konfrontieren das Rundfunkrecht mit Entwicklungen. 1. Ladeur.

Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation.4 Konnten Rundfunk und Telekommunikation in der Vergangenheit einigermaßen plausibel durch die gegenständliche Unterscheidung von Inhalt/Technik voneinander abgegrenzt werden. KOM (97). B. 170 ff. S. 182 ff. aber auch mobilen Telefonnetzen Leistungen angeboten werden. VVDStRL 57 (1998). Konvergenz und Regulierung. Damit wird die feste Zuordnung von Diensten (Programme) zu jeweils spezifischen Verbreitungstechnologien (Netzen) in Frage gestellt. allgemein Guéhenno. das mit Hilfe der veranstalterbezogenen Zulassung einen „Grundstandard“ von Vielfalt im privaten Rundfunk zu sichern versucht. Das Ende der Demokratie. zur Logik der Vernetzung vgl. Kurzum: Die informationstechnologische Entwicklung erzeugt eine neuartige Flexibilität und Variabilität.und Massenkommunikation Eine wesentliche Ursache für die Auflösung ehemals stabiler Grenzen des dualen Rundfunksystems muss in der neueren informationstechnologischen Entwicklung gesehen werden. Drei Beispiele 2.. 2000. Jahrgang 3/2001 wicklungen bei allen Unterschieden in den Details jeweils zu einer Unterwanderung. 2. MMR 1998. S. 4 Vgl. büßt dadurch ebenso an Leistungsfähigkeit ein wie das mit der vielfaltsorientierten Zweckprogrammierung verknüpfte ordnungsrechtliche Instrumentarium. Das zweckorientierte Recht des RStV.. 275 ff.. nur Hoffmann-Riem/Schulz/Held. B... Kabel) erbracht werden konnten. § 7 Abs. S. Umgekehrt können jetzt auf Fernsehkabelnetzen neuartige Internetdienstleistungen jenseits der herkömmlichen Massenprogramme transportiert und damit künftig auch Rundfunk und E-Commerce miteinander kombiniert werden. Beispielsweise können jetzt auf stationären.M&K 49. Medien und Informationstechnologie und ihre ordnungspolitischen Auswirkungen. 1994. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. auf denen die zentralen rechtlichen Unterscheidungen des dualen Rundfunksystems aufbauen. 288 . Diese These soll zunächst an drei Beispielen aus dem Bereich der eben genannten Entwicklungen belegt und plausibel gemacht werden. Destabilisierung oder auch Auflösung von Grenzen führen. Diese Entwicklung wird in der Literatur zumeist unter dem Stichwort „Konvergenz“ oder „technische Konvergenz“ diskutiert. die den Unterschied von Rundfunk (Dienst) und Telekommunikation (Netz) verwischt sowie die darauf aufbauenden rechtlichen Unterscheidungen relativiert – und in der Zukunft möglicherweise vollständig entwerten wird. S. 2001. man denke nur an die erweiterten Möglichkeiten im Hinblick auf das Internet oder die künftigen UMTS-Handys. 3. 19 ff. Holznagel. VVDStRL 57 (1998). 160 ff. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. des Jugendschutzes (§ 3 RStV) und der Werberegeln (z. Europäische Kommission. dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung. 218 ff. die früher nur durch rundfunkspezifische Netze (Terrestrik.1 Die neuartigen Probleme der Abgrenzung von Individual. 623. wird die Grenze zwischen Programm und Verbreitungstechnologie durch die neuen digitalen Netzarchitekturen für wechselseitige Übertritte geöffnet. Schoch.. Rechtsprobleme der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation. S. 1 RStV) zur Verfügung steht. das den Landesmedienanstalten als Aufsichtsorganen etwa im Bereich der Konzentrationskontrolle (z. § 22 RStV). Trute. Beilage zu Nr. 12 ff.

229 ff. 2000. Musikspartensender wie MTV die neuesten Charts simultan auf dem Web anbieten und über Handys Zusatzfunktionen distribuieren. indem z. AfP 1996. 7 Nur hingewiesen sei hier darauf. würde dies letztlich zu einer Ausdehnung des Rundfunkrechts insbesondere auf das Internet führen. B. Heft 29.. B. 238 (302). selbstorganisierend. dass man hineinfallen wird. angesichts der Auflösung des Unterschieds von Fernsehkabelanlagen und sonstigen Netzen weiterführend ist. S. 1999. Da die Logik der Vernetzung durch eine Steigerung der Optionenräume gerade die Diskriminierungskapazität von Grenzbegriffen unterläuft. 80 ff. Rundfunkrecht. Des Weiteren wird aber auch zu klären sein. 3 ff. Man geht auf ein Loch zu. Aber auch hier wird die Grenze durch neue Kompressionstechnologien immer durchlässiger. Web-TV aufeinander abgestimmt werden können und sollen. Hesse. Fernsehkabel oder ADSL) dabei benutzt wird.5 Würde man zur Bewältigung dieser neuen Flexibilität also einfach an das traditionelle Rundfunkrecht und seine Vorstellung von pluralistischer Meinungsbildung anknüpfen. 229 ff. Vieles von dem. in 289 . und zwar sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der Kabelregulierung.) illusionär erscheint und auch praktisch gesehen kaum lösbare Abgrenzungsprobleme z. 6 In diese Richtung Schulz. B. S. 297 (350).7 5 Vgl. was hier z. 2000. aufwerfen würde. welche Technologie (z. dass die Lösung der neuartigen Probleme.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Diese neuartige Flexibilität und Variabilität wirft einmal die sehr grundsätzliche Frage auf. wie diese eher ergänzenden Funktionen rundfunkrechtlich zu behandeln sind und ob es z. selbstregulierend etc. BVerfGE 74. Hoffmann-Riem. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. ders. werden sich diese Abgrenzungsprobleme auch im Rahmen verbesserter Dienste-Typologien („Lizenzklassen“). 231. weiß. entspricht mehr oder weniger Video on Demand-Applikationen. 83. 9 ff. 1 Satz 2 GG einzustufen wären.. (im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks).. wie man schon heute an den Angeboten der Pornoindustrie im Internet studieren kann.N. wie unmittelbare Konkurrenzen zwischen herkömmlichem Rundfunk und neuen Verbreitungsformen wie z. Damit stellt sich das Problem. S. S. zu anderen Internet-Dienstleistungen. über Vivid. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. die nach wohl herrschender Auffassung als Rundfunk im Sinne von Art. einen Unterschied macht. Eine solche rechtliche Strategie lässt sich unter der Bedingung der Logik der Vernetzung aber auf Dauer nicht durchhalten.oder Real Player angeboten wird. m. 5 Abs. multifunktional. die angesichts der Struktur des Internets (weltweite Vernetzung. insbesondere zum E-Commerce. ähnlich wohl auch Hoffmann-Riem.. Einerseits lassen sich durch Innovationen in der Informationstechnologie neue Verwertungsmöglichkeiten erschließen. S. Funkkorrespondenz 2000.w. wie er in § 52 Abs. die an die meinungsbildende Wirkung anknüpfen. welche neuen Dienste dem Rundfunk zuzuordnen sind und damit den Bestimmungen des RStV unterliegen. ob der rundfunkrechtliche Teilzugriff auf digitalisierte Kabelanlagen.6 Ebenso zweifelhaft ist es. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. B. A. B. Im Bereich des Fernsehens muss man mit Zukunftsprognosen zwar vorsichtig sein. und fällt hinein. B. 3–5 RStV umgesetzt worden ist. Sie würde letztlich eine uferlose Ausweitung des Rundfunkrechts nach sich ziehen. kaum bewältigen lassen. weil sich bei Bewegtbildern zurzeit noch deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Netze und Endgeräte ausmachen lassen. die durch die höhere Variabilität und Flexibilität der digitalen Verbreitungstechnologien aufgeworfen werden.

B. die sich auch in den Schwierigkeiten einer effizienten Kooperation der Landesmedienanstalten niederschlägt.und medienökonomische Seite der Entwicklung 2.2. Filmmusik. wie sie durch „intelligente“ Fernseher. aber auch der neuen. 82 f. Pay-TV. die die Grenze von Rundfunk als publizistisch-programmlichem Medium und Wirtschaftsgut weiter durchlässig machen wird.10 Das bedeutet. FreeTV-Erstausstrahlung. Diese Verwertungsketten werden durch das Internet in Zukunft noch weiter ausdifferenziert und verfeinert werden. 123. an Multimedia-Bedingungen angepasste Wertschöpfungsketten 9 wird den veranstalterbezogenen Ausgangspunkt des RStV in Zukunft jedoch auf eine noch härtere Probe stellen.. Die wirtschaftliche Integration der (privaten) Rundfunkveranstalter in immer komplexere. Zur Notwendigkeit einer flexiblen Abstimmung von Bundes. dass Pay-TV und Free-TV in zentralen Programmbereichen nur mehr „Fenster“ innerhalb einer zeitlich und sachlich gestuften Verknüpfung von Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das gilt vor allem für die Veranstalterzentrierung des traditionellen Rundfunkrechts.M&K 49. 2000. 2. S. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. § 28 RStV (Zurechnung von Programmen). Schon heute besteht die typische Verwertungskette z. stärker individualisierbaren Formen.a.und Medienökonomie Die Autonomie des Rundfunks.2 Ökonomie der Aufmerksamkeit als Realisationsform einer neuen Kultur. Pay-per-View. nur Hoffmann-Riem. Frequenzmanagement und förderale Abstimmungspflichten. nur Hoffmann-Riem.1 Die Relativierung der Bedeutung des Veranstalters Die Logik der Vernetzung entwertet die ordnungsbildende Funktion des herkömmlichen Rundfunkrechts auch in medienökonomischer Hinsicht. Das Medienrecht wird also künftig eine Dynamik der Vernetzung von gleichzeitigen und ungleichzeitigen Verwertungsmöglichkeiten bewältigen müssen. Vgl.und Medien- Deutschland durch weitreichende kompetenzrechtliche Folgen erschwert wird.und Rundfunkrechts. 9 Der Begriff der Kette wird hier bewusst gewählt: Die Wertschöpfung erfolgt nicht netzwerkartig. Regulating Media. die die Autonomie des Rundfunks künftig vor allem in Richtung Werbung und E-Commerce unterwandern werden. Stars usw. möglich werden. Jahrgang 3/2001 2.und Landeskompetenzen auf den Gebieten des Telekommunikations. 2000. nur Ladeur. 8 Vgl. -distribution und -vermarktung schon immer eine Reihe von Problemen erzeugt. 144 f. Zwar hat die Veranstalterzentrierung in der Form der strategischen Suche nach dem „günstigsten“ Ort für die rundfunkrechtliche Zulassung („forum shopping“) 8 und in der Auflösung der Einheit von Programmproduktion. Dies wird sich vor allem in neuartigen Kombinationen von kulturellen und ökonomischen Werten zeigen. hervorgehen. Free-TV-Zweitausstrahlung und den Verwertungen. Videoverleih. Internet-TV. für eine Filmproduktion aus Kinoverwertung. ZUM 1998. UMTS-Handys etc. Schulz/Vesting. S. 290 . wird insbesondere durch die wachsende Bedeutung der Kultur. sondern vertikal von gebündelten (Kino) zu zerstreuten (Internet) Vermarktungsformen. auf Letzteres reagiert u. S. 10 Vgl.2. 1996. aus Büchern. die aus den mit dem Film verbundenen sonstigen Produkten („Merchandising“). 261 ff.2 Die kultur.

Kultur. Diese Eigenlogik des Mediensystems. 2000. durch den Einsatz von Superstars. Ökonomie der Aufmerksamkeit. 1998. S. Franck. 69. Bekanntheit lässt sich etwa durch die strategische Bearbeitung von Erwartungen erzielen. Kultur. die diese wechselseitige Selbsterzeugung von Prominenz und Bekanntheit in Politik. 14 Vgl.) aufgebaut werden. auch Luhmann. Bd.). Diese Entwicklung muss jedenfalls im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bedeutungszuwachs von Werbung. Komödie etc. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. m. 1998. S. B. 132 ff. 11 Franck.14 Ein Teil der Probleme. in juristischer Perspektive vgl. Luhmann. 2000. 234 ff. Ökonomie der Aufmerksamkeit. 1994. 1999. die dadurch beeinflusst werden und sich unter der „Macht der Medien“ selbst verändern. 13 ff. vgl. d. 2. die in den Medien präsent sind (Ron Sommer. Reputation kann dagegen in besonderen Aufmerksamkeitsaggregaten stabilisiert werden. S. die eine „Ökonomie des Neuen“ ist. Kalte Faszination: Medien. die Präsenz von Stars in den Medien dazu. Das Ende der Demokratie. So führt z. 13 Vgl. dass die Risiken. auch Vesting. 1997. Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. 71. Public Relations. dazu.. The Entertainment Economy 1999. München 1992. deren Gesetzmäßigkeiten sie in ihrem Handeln antizipieren müssen. lassen sich vor allem an der Auflösung der Trennung von Programm. hat wiederum Rückwirkungen auf andere Kommunikationsnetzwerke.w. S. die Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen durch ihr Handeln beständig reproduzieren.. Medienunternehmen – und insbesondere der werbefinanzierte private Rundfunk – sehen sich deshalb mit einer neuartigen kultur. Wirtschaft und Medien für zentrale Regelungen des RStV aufwerfen. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. 291 . 179. 1998. 324 ff. 1997. Ökonomie der Aufmerksamkeit. Wiedererkennungseffekte für die Zuschauer durch den Aufbau fester Genrestrukturen (Krimi. S. Wolf. 35 ff. Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit. B.. S. 997 ff. S. durch Bekanntheit und Reputation gebunden werden müssen. Sennett.12 Die Aufmerksamkeitsökonomie macht die vorübergehende Prominenz von Themen und Personen zur zentralen Form einer neuen „Währung“. Medien. die mit der Produktion neuer Fernsehfilme oder -serien verbunden sind. dass die Politik den Star-Mechanismus adaptiert. Schmidt. vgl. Kommunikation. Guéhenno. 210 ff. indem z. 12 Dazu Groys. unter der Bedingung eines laufenden Informationsüberschusses wird das personenorientierte Firmenmarketing für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlich ausschlaggebenden Erfolgsfaktor. in: Maresch/Werber (Hrsg. der Unterhaltungsfunktion der Medien unterworfen wird. 296 ff... 1986.N. Macht. Die Realität der Massenmedien. Alle diese Medien unterliegen letztlich den Zwängen der Ökonomie der Aufmerksamkeit11.h. Dies führt z. Produktdesign und Imagepflege in der Wirtschaft gesehen werden. sondern auch mit Boris Becker und Sabrina Setlur.13 Gerhard Schröder konkurriert heute eben nicht mehr nur mit Angela Merkel. B. Gebrüder Haffa).Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung ökonomie herausgefordert werden. Prozedurales Rundfunkrecht. 1014 f. 329. wenn sie mit ihren Programmen erfolgreich sein wollen. Die Gesellschaft der Gesellschaft. weil auch die Politik den Zwängen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit.. Kalte Faszination: Medien. 52. Rötzer. z. Aber auch in den Organisationen der Wirtschaft entsteht jetzt ein zunehmendes Interesse daran. Stars zu haben. 1996. Drama. Schmidt. S. Über das Neue. Ja. weil die Aufmerksamkeit für das Markenimage und die daran gebundenen Produkte und Dienstleistungen auch wirtschaftlich ausschlaggebend wird.und medienökonomischen Logik konfrontiert. 96 ff. die damit Züge einer „Entertainment Economy“ annimmt. 15. S. auch Franck. B. S.

115 ff.. Ordnungsmodell – sofern man hier von „Modell“ oder „Konzeption“ sprechen kann17 – läuft letztlich darauf hinaus. die sich in der Vorstellung einer „positiven Ordnung“16 nicht mehr abbilden lässt.15 2. auf die die Rundfunkgesetzgebung bislang ohne erkennbares strategisches Konzept reagiert. auch Ladeur. die diese für die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem „dualen Rundfunksystem“ haben. 292 . dass vor allem durch Organisation und Verfahren ein an der Produktion von Vielfalt orientiertes Rundfunksystem auch den privaten Rundfunk mit einbeziehen könnte. 295 (320). die jedem Rundfunkteilnehmer unabhängig von seinem konkreten Nutzungsverhalten auferlegt wird (vgl. 672 ff. 2 RStV). Der RStV formuliert zwar neben den grenzziehenden Verboten im Bereich der Werbung und des Jugendschutzes eine Reihe von positiven Programmgrundsätzen (vgl. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 5 Abs. auf Selbstorganisation und Selbstregulierung angelegten Wettbewerbsordnung nicht in Einklang zu bringen. Die Landesmedienanstalten können das Programm der privaten Veranstalter aber doch allenfalls auf sehr grobe Verstöße hin kontrollieren. ZUM 1999. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Etwas abstrakter gesprochen.M&K 49. S. Ausführlicher dazu Vesting. 315 u. Prozedurales Rundfunkrecht. § 41 RStV).und medienökonomischen Zwänge und Folgen. S.3 Duales Rundfunksystem und dynamische Wettbewerbsordnung Mit dem Übergang zum dualen Rundfunksystem ist ein Element der Selbstorganisation in die Rundfunkordnung eingebaut worden. ihr Programm attraktiv zu gestalten und einen be- 15 Ladeur.18 Damit verstellt die staatszentrierte Konzeption des RStV aber auch den Blick auf die kultur. muss sich auch das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verändern. 1997. Jahrgang 3/2001 Werbung und E-Commerce demonstrieren. Die Annahme. S. 24. 16 Siehe nur BVerfGE 57. das sich vor allem in der Selbstdefinition der Programminhalte im privaten Rundfunk niederschlägt. § 12 Abs. hat das duale Rundfunksystem eine Eigendynamik freigesetzt. müssen auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter darauf bedacht sein. 18 Dies kann hier nur thesenhaft angedeutet werden. Neue Werbeformen und der Grundsatz der Trennung von Werbung und Programm. Und selbst bei solchen Verstößen sind Interventionen durch die Landesmedienanstalten dann schwierig. dass der Gesetzgeber im Rahmen eines aus Art. M&K 48 (2000). Eine „Programmsteuerung“ durch eine extern konzipierte Rundfunkaufsicht kann unter dieser Bedingung aus normativen und faktischen Gründen nur noch in sehr abgeschwächter Weise funktionieren. 30. Gerade wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch eine Gebühr finanziert wird. innerhalb derer sich die Entwicklung der Rundfunkordnung einschließlich der Beziehung zwischen den beiden Säulen entfalten soll. 17 Zweifelnd etwa Hoffmann-Riem. 2000. Wenn eine Rundfunkordnung einmal auf Wettbewerb um Aufmerksamkeit umgestellt worden ist. S. 93 ff. Auf einer derartig politisch-rechtlichen Setzung der Gesamtvielfalt beharrt aber der RStV: Dessen Konzeption bzw. 1 Satz 2 GG abgeleiteten verfassungsrechtlichen „Gewährleistungsauftrags“ vorab die Spielregeln festlegt. ist mit einer dynamischen. wenn das Programm von den Zuschauern gerne gesehen wird. Legitimation ist auch für Landesmedienanstalten ein knappes Gut.ö. vgl.

S. als er nach wie vor eine relativ stabile Grenze zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk unterstellt und die grundlegenden wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen. S. S. 20 Z. 2000. sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zu stark auf „Strategien der Marktverstopfung“ einzulassen. 23 Hoffmann-Riem.25 Jedenfalls ist dieser Weg insofern wenig überzeugend. 1999. 1999. 280 ff. Hoffmann-Riem.und Medienlandschaft ausgesetzt ist. B.21 Diese Debatte hat einerseits gezeigt.22 Die Bedenken. Holznagel. Holznagel/Vesting. S. Sparten. S. denen auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk innerhalb der insgesamt veränderten Kultur. 226.. 97. M&K 48 (2000). Bullinger.20 Auf diese Vorwürfe reagiert die Diskussion über den „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. also letztlich durch eine Rückkehr zum „Integrationsrundfunk“. insbesondere Hörfunk. S. 1999. 25 So insbesondere Bullinger.. 24 Hoffmann-Riem. 42 ff 293 .und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sparten. Der spezifische Funktionsauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens. 181 ff. was der öffentlichrechtliche Rundfunk als Funktion festlegt. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts des quantitativen Wachstums von Informations..und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 26 Vgl. 1996. näher Ladeur. 93 ff. S. dass ein nicht hinreichend spezifiziertes Recht zur Selbstdefinition des „Funktionsauftrags“ rasch in die Nähe einer Tautologie führen kann: Der Funktionsauftrag ist das. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. nicht verarbeitet.522). Bleckmann. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. sind schon deshalb ernst zu nehmen. eine Entwicklung. insbesondere Hörfunk. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 2000. Sparten. Holznagel/Vesting.. 21 Hoffmann-Riem. an kulturellen und politischen Zielen orientierte Limitierung in inhaltlicher oder quantitativer Hinsicht erfolgen.. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. 93 ff. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag.1999 (Sache Nr.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung stimmten Gesamtmarktanteil nicht zu unterschreiten. Dieser Druck hat in den letzten Jahren – besonders ausgeprägt im Bereich des Hörfunks – zu einer weiteren Diversifikation der Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. M&K 48 (2000). 1999.24 Andererseits kann die Konturierung der Grenzen der Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach durch eine materielle. 2000. die mit dieser Kritik formuliert werden. S. die in Teilen der rechtswissenschaftlichen Literatur als mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“ nicht zu vereinbarende „Programmexpansion“ qualifiziert worden ist. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 29 ff. 2000. insbesondere Hörfunk.und Unterhaltungsangeboten und einer bislang nur sehr schwach ausgebildeten langfristigen Unternehmensstrategie23 der Selbstgefährdung ausgesetzt ist. aber die Entscheidung der EU-Kommission vom 8. 1999. 1999. vgl.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 22 Ladeur. ansonsten stellen sie ihre eigene Finanzierungsgrundlage in Frage. 11 ff.3. 183 ff. IV/36. Öffentlich-rechtliche Spartenprogramme als Bestandteil der Grundversorgung?.19 Auch im Bereich des Fernsehens sind mit Phoenix und dem Kinderkanal neue Spartenprogramme auf den Markt gebracht worden.26 19 Holznagel/Vesting.

dazu Breuer. die sich an den Verhältnissen der Praxis orientieren.M&K 49. so bringt auch der RStV. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions.). so wie für den Staat der Industriegesellschaft die politischen Parteien und sozialen Verbände im Zentrum einer von territorialen staatlichen Grenzen her definierten Gesellschaft standen. 1998. Das hängt vor allem damit zusammen. 17 f. Darin liegt das spezifisch deutsche kulturstaatliche Erbe des dualen Rundfunksystems 28. S. S. angesichts der neueren informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen praktisch obsolet. dies gilt insbesondere für die Bewältigung der Probleme der Zukunft. Wie die Erfahrung lehrt. dass die informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen nicht nur zentrale Voraussetzungen einzelner Bestimmungen des RStV destabilisieren. Schon weite Partien der Rechtsprechung zum dualen Rundfunksystem müssen in dieser Hinsicht als problematisch eingestuft werden. und dieses Erbe ist letztlich der Grund dafür. Public Service Broadcasting and European Law. dass das Rundfunkrecht von der Stimmigkeit seiner Realitätsannahmen auch normativ auf paradoxe Weise abhängig ist. Zur Zukunft des dualen Rundfunksystems und des Rundfunkstaatsvertrages 3. Jahrgang 3/2001 3. in deren Mittelpunkt stabile Organisationen und die mit ihnen verbundenen gesellschaftlich „relevanten Gruppen“ stehen. 29 Ladeur. sondern das veranstalterzentrierte Konzept des dualen Rundfunksystems insgesamt in Frage stellen. Jedenfalls wird die Vorstellung einer primär objektiv-rechtlich zu verstehenden Rundfunkfreiheit. sind rechtsnormative Konstruktionen auf Dauer nur dann haltbar. 28 Vgl. als Teil dieser Entwicklung. Und so wie die quantitative Expansion des Staates und der Staatsaufgaben in der Vergangenheit vielfach unter die Vorstellung einer „politischen Steuerung“ der Gesellschaft subsumiert worden sind. Hoffmann-Riem.29 Deshalb kommt es gerade für die zukünf- 27 Dies betont seit langem auch Hoffmann-Riem.1 Zur Notwendigkeit eines Neuansatzes im Rundfunkrecht und in der Rundfunkregulierung Die Bestandsaufnahme des vorigen Abschnitts hat gezeigt. die dauernde Selbstveränderung der Massenmedien und des Rundfunks könnte im Rahmen eines Staatsvertrages politisch „gesteuert“ und „verantwortet“ werden. die im Unterschied zu anderen (Medien-)Freiheiten des Grundgesetzes der (gesetzlichen) Umsetzung durch Organisation und Verfahren in einer „positiven Ordnung“ bedarf. 17 f. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Durch die Dynamik der informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen verliert auch die bisherige Rechtsprechung des BVerfG einen Großteil ihrer Orientierungskraft. 192. wenn dabei kognitive Beschreibungen zugrunde gelegt werden. 2000.27 Der geltende RStV ist noch zu sehr einer Konzeption verpflichtet. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. im Erscheinen 2001. die Vorstellung zum Ausdruck. die keinen Außenhalt in der Realität mehr findet. dass das duale Rundfunksystem auf die neuen. Mehr noch: Die Logik der Vernetzung treibt das Regulierungskonzept des RStV zunehmend in die Nähe einer idealistischen Setzung. sehr viel flexibleren Strukturen der (wirtschaftlichen) Selbstorganisation in einer (post-)modernen Gesellschaft immer weniger passt. in: de Witte (Hrsg. S. Der Staat. 2000. 294 .

dem Integrationsrundfunk. den Trend einer Flucht in abstrakte Glaubensbekenntnisse.2000. wenn etwa die Abschaffung der KEK und der spezifisch rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle (vgl. Entgegen einer in Wissenschaft und Praxis verbreiteten Tendenz. dann wirft dies unweigerlich die Frage auf. dass die Rundfunkregulierung überhaupt zurückgenommen oder abgeschafft werden müsse. eine Sichtweise. ein theoretisch haltbares rundfunkrechtliches Ordnungsmodell zu entwerfen. dass haltbare normative Lösungen auch dieser Einzelprobleme ohne eine theoretisch stimmige Konzeption sinnvoll im Rechtssystem diskutiert werden können (die Politik wird anders darüber denken!). und zwar gerade in kompetenzrechtlicher Hinsicht. Wenn Rundfunkpolitiker der Länder selbst zu verstehen geben. Aus dieser Entwertung des herkömmlichen Rundfunkrechts wird nun freilich vielfach der Schluss gezogen. Dies wird nicht selten auch mit einer kompetenzrechtlichen Komponente verknüpft. SZ v. ein solches Ordnungsmodell zu entwickeln. In dieser Perspektive soll sich die Rundfunkregulierung auf traditionelle Materien wie den straf. 2000. EG-Ebene verstehen). 30 Z. Es kann also nicht darum gehen. B. im Bereich der Werberegulierung gibt. dass es wieder an die Realität der Massenmedien und ihre Eigendynamik anschließen kann. hebt sich das Rundfunkrecht in seiner derzeitigen Form selbst auf. 295 . Multimediadienste. aus rechtlicher Perspektive korrigiert werden. Die Rundfunkaufsicht wäre danach eher in der ordnungsrechtlichen Tradition einer „Medienpolizei“ zu denken. wird es dabei entscheidend darauf ankommen.und zivilrechtlichen Schutz öffentlicher Güter beschränken. §§ 26 ff. sondern darum. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). die auch auf „praktischer“ Ebene gelöst werden müssen. ergänzt durch eine allgemeine Wettbewerbskontrolle. S. Es soll aber bestritten werden. können künftige rundfunkpolitische Weichenstellungen wie etwa die Frage nach der rechtlichen Einordnung der neuen Internet-Dienste beobachtet und Fehlentwicklungen ggf.31 Dies ist jedoch eine ambivalente Forderung: Wird der spezifisch vielfaltssichernde (kulturrechtliche) Ansatz der Rundfunkregulierung aufgegeben. das alte publizistische Modell so umzuschreiben und umzubauen. Mestmäcker/Bullinger. Auch das BVerfG hat in den sechziger und siebziger Jahren des gerade vergangenen letzten Jahrhunderts auf gesellschaftliche und politische Umwälzungen mit einem Ordnungsmodell. Damit soll hier natürlich nicht bestritten werden. dass es eine Fülle von praktischen Einzelproblemen z. umzukehren. B. auf welcher Grundlage die Länder denn überhaupt eine Kompetenz für die Rundfunkregulierung beanspruchen können.bzw. in der vor allem der Bund und die Telekommunikationsregulierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung tige Diskussion darauf an. RStV) zugunsten ihrer Verlagerung auf das Bundeskartellamt bzw. 1997.9. die Zukunft des Rundfunkrechts lediglich in der Breite und dann auch nur entlang „brennender praktischer Probleme“ zu diskutieren. 21. Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz. 31 Vgl. und nicht lediglich mit strukturloser Abwägungskasuistik geantwortet. die europäische Ebene gefordert werden. dass sie den Rundfunk nicht länger als Kulturgut qualifizieren (und wie sonst soll man die Forderung einer Verlagerung der rundfunkspezifischen Konzentrationskontrolle auf die Bundes. den kulturrechtlichen Ausgangspunkt der Rundfunkregulierung aufzugeben. 24.30 Dieses Konzept stößt auch im politischen Raum von Zeit zu Zeit auf ein positives Echo. das an die Stelle des alten Modells des Integrationsrundfunks treten könnte. der auch in der gesetzlichen Rundfunkregulierung weit verbreitet ist. Nur wenn es gelingt.

Rifkin. 296 . zu dem auch eine Vielfalt der (nationalen) Traditionen.M&K 49. So wie biologische Diversität eine Voraussetzung für die Evolution lebender Systeme bzw. B. 2000. 1998. 588 („Bis heute ist keine klare Abgrenzung des damit gemeinten Phänomenbereichs gelungen“). nicht verzichtet werden. Rifkin akzentuiert. es dürfte in rechts. Normen und Werte. 33 Vgl. 20. dass es ein öffentliches Interesse an der Sicherung kultureller Vielfalt gibt. Jahrgang 3/2001 3. 1.. also das.und verfassungstheoretischer Ebene kann ein solches Konzept unterstellen. sehr stark bei J. 53 RStV. so bildet kulturelle Vielfalt eine Voraussetzung für die Sicherung der laufenden Selbsterneuerung einer (post-)modernen Gesellschaft sowohl auf globaler als auch auf regional-staatlicher Ebene. So schimmernd der Begriff der Kultur aus sozialwissenschaftlicher Sicht auch sein mag 33. S. dass der Zugang zu einem neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodell über eine Perspektive der Erhaltung gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit gesucht werden muss. In der „knowledge-economy“ ist Kapital immer weniger in Land. Gewährleistung kommunikativer Chancengleichheit als Freiheitsverwirklichung. Access. Mit der Wahl dieses Ausgangspunktes soll insbesondere akzentuiert werden. was Ökonomen.32 3. und zu diesem praktischen Wissen gehört immer auch ein Unterbestand gemeinsamer informeller Konventionen. S. Die Haltbarkeit dieser Ausgangsüberlegung lässt sich auch deshalb schwerlich in Frage stellen. Weltbilder und Werte gehört. Letzteres schließt praktisches Wissen ein. Maschinen und Werkzeugen akkumuliert und immer mehr in Information und Wissen. Gewohnheiten. Access. siehe aber auch ders. Organismen ist. Die Gesellschaft der Gesellschaft. B.2 Das öffentliche Interesse Auf rechts.2. werden Vorstellungen wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ auf einer eher allgemeinen Ebene z. Luhmann. Fabriken. Schulz. 2000. Sprachen.2 Normative Grundelemente eines neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodells 3. nicht aber – jedenfalls nicht primär – über eine staatszentrierte Vorstellung von „Meinungsbildung“ oder über Begriffe wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“. Gerade in einer „globalen Welt“ kann auf die Erhaltung kulturellen Reichtums im Sinne eines Varietät und Diversität erhaltenden „Ideenpools“. Während die staatszentrierten Vorstellung öffentlicher Meinungsbildung letztlich der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zugrunde liegt.. weil die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft mehr und mehr von ausschlaggebender Bedeutung ist. 1997.2. für die Medien z. allg.und verfassungstheoretischer Perspektive unstrittig sein. Bd. dass der Rundfunk auch in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung einer reichen Vielfalt von kulturellen Themen und Ideen in den unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerken einer (post-)modernen Gesellschaft leisten sollte. 32 Vgl. 586 ff. dass die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Flexibilität und Selbsterneuerungsfähigkeit der (post-)modernen Gesellschaft leistet.1 Ausgangsüberlegung Ein solches Ordnungsmodell kann mit der Überlegung starten. Im Rundfunkrecht stehen diese Vorstellungen insbesondere im Mittelpunkt der Diskussion um das digitale Pay-TV und die Regeln der §§ 52.

297 . Wenn man diesen Gedanken etwas anders akzentuiert. 39 Vgl. Der große Aufbruch. in einer Gesellschaft ohne Zentrum und ohne Spitze.. S. 1996.. 38 Vgl. 35 Vgl. also auch auf ein entsprechendes Klima des gegenseitigen Vertrauens. S. als Filter des Erinnerns und Vergessens37. Wozu Kultur?. allgemein Fukuyama.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Soziologen und Politologen heute als „Sozialkapital“ beschreiben. je nach Lage und Situation.. ders. d. dass Kultur im Laufe der Entwicklung der modernen Gesellschaft selbst dispers und kontingent geworden ist. 250.35 Infolgedessen besteht gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein nachhaltiges öffentliches Interesse an der Erhaltung der Intelligenz und Flexibilität dieses Sozialkapitals. Vergangenheit in Anspruch nehmen und den Variationsrahmen der Zukunft bestimmen kann. American Journal of Sociology 94 (1988).36 In einer (post-)modernen Konfiguration. 2000. Fukuyama. 588. S. Baecker. Journal of Democracy 6 (1995). S. dass die Massenmedien jene Welt. 1975. Kultur muss unter den Bedingungen einer (post-)modernen Gesellschaft eher als eine Art zerstreutes und flexibles Gedächtnis verstanden werden. an denen sich die Kommunikationsnetzwerke der (post-)modernen Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Massenmedien orientieren und. das z. Die Realität der Massenmedien. B. Die Gesellschaft der Gesellschaft. Bd. wie oben gezeigt. noch kann Kultur Lebensformen und Gewohnheiten in konsensualen oder „integrierten“ Formen von „Diskurs“ oder „Öffentlichkeit“ fest schreiben. auch Luhmann. 174. 36 Dazu aus rechtswissenschaftlicher Perspektive Ladeur. sie unterliegt einer dauernden Selbstveränderung. 2nd ed. in: Schmidt-Aßmann/Hoffmann-Riem (Hrsg. Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity. 95 ff. 37 Angelehnt an Luhmann. durch den man. 34 Vgl. können Begriffe wie „Sozialkapital“. Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation. nur Becker. selbst auf diese einwirken und sie dadurch verändern. 1996.34 Sozialkapital hat wiederum große Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Selbstverständigung und zu autonomer Assoziationsbildung.39 Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran. dass diese Selbstveränderung der Medien und des Rundfunks nicht in Selbstblockaden und unproduktiven Entwicklungspfaden anderer Kommunikationsnetzwerke endet. Social Capital in the Creation of Human Capital. Verwaltungsrecht in der Informationsgesellschaft.und Gesellschaftsbeschreibungen produzieren. 2000. 2000. Coleman. Bowling Alone. Das bedeutet. sondern durch die laufende Produktion und Präsentation von Themen kulturelle Stile und Moden erzeugen. gerade weil die Massenmedien Traditionen und Gewohnheiten nicht mehr nur wiedergeben. S.h. 225 ff. 1997. B. 65 ff. in bestimmten Phasen des letzten Jahrhunderts der Nationsbegriff vermocht hatte. 1. Kultur ist heute von Situationen und Ereignissen abhängig38. Dabei ist für unseren Zusammenhang entscheidend.). Putnam. 31 ff.. S. 22 f. „gemeinsames Wissen“ und „Kultur“ freilich nicht mehr im Sinne einer historisch gewachsenen Tradition und vorgegebenen Kulturgesamtheit verwendet werden. für den Aufbau von nicht-familienbasierten Großunternehmen unentbehrlich ist. wie es z. Kultur ermöglicht weder eine übergreifende stabile Sinnstiftung. Privatisierung öffentlicher Aufgaben und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Informationsverwaltungsrechts. dass die Massenmedien an dieser dauernden Selbstveränderung der Kultur in hohem Maße beteiligt sind. Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis. kann man daher sagen. S. 2000.

1 Zur Temporalisierung und Prozeduralisierung der Rundfunkregulierung Auf die beständige Selbstveränderung der Gesellschaft und ihrer unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerke. die eher auf nachbarschaftlich koordinierende und kooperierende Beziehungen zwischen Verwaltung und Privaten setzen müsste als auf den bürokratischen Stil einer „Vollzugverwaltung“. 78.2. 95. und sich stärker auf den zeitlichen Fluss der sich von Moment zu Moment vollziehenden – und dabei Strukturen benutzenden oder Strukturen verändernden – Selbstreproduktion des Rundfunks und der Medienwirtschaft einzulassen. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunkregulierung wäre. also die Fixierung des Rundfunkrechts auf die behördliche Entscheidung aufzugeben. 1997. 214 ff. BVerfGE 101. 41 BVerfGE 97. er basiert letztlich auf der Vorstellung. die durch geeignete verwaltungsrechtliche Mittel lediglich durchgesetzt werden müssen.3. An diesen (unendlichen) Fluss der Zeit wäre eine prozedurale Strategie der laufenden Fremd. 228 (257. Diese Ausdifferenzierung der Massenmedien zu einem eigenständigen Kommunikationszusammenhang und ihr Bedeutungszuwachs für das gesamte gesellschaftliche Leben rechtfertigen die Verschiebung des verfassungsrechtlichen Ansatzpunktes von Politik auf Kultur40 bzw. Prozedurales Rundfunkrecht. der Massenmedien und des Rundfunks. 1 Satz 2 GG verankern. eine Strategie zu favorisieren. 77. die materiellen Vorgaben des BVerfG mit Hilfe von stabilen Zweckprogrammen und einer allenfalls leicht modifizierten Vollzugsverwaltung zu realisieren. Deshalb lässt sich die Erhaltung reicher thematischer Vielfalt im Rundfunk und insbesondere im Fernsehen normativ-dogmatisch als objektiv-rechtliche Komponente in Art. die die „Ziele“ der Rundfunkregulierung in Form von „Meta- 40 Vesting. BVerfG. 259) – Kurzberichterstattung.3 Verfassungsrechtliche Verankerung Durch diese Entwicklung werden die Massenmedien selbst zu einem zentralen Organ der Selbstbeschreibung der Kommunikationsnetzwerke einer (post-)modernen Gesellschaft. die noch stark in einem staatszentrierten rundfunkrechtlichen Modell verhaftet ist.bverfg.) – Caroline v. 298 . Der RStV versucht.3 Folgen für die Rundfunkregulierung 3.M&K 49. das Rundfunkrecht von der veranstalterbezogenen Zulassung abzulösen. 75. wie diese sich selbst sieht. auch wenn die Rechtsprechung des BVerfG.und Selbstbeobachtung des Rundfunks und der Medienwirtschaft anzukoppeln. 12 Abs. 1 GG. 1 BvR 2623/95 vom 24. Dagegen muss es künftig darum gehen. anders formuliert. Sie leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Konstruktion ihrer kulturellen Deutungsmuster. Monaco. Jahrgang 3/2001 3. http://www.de. 5 Abs. S. auf die Erhaltung kultureller und wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit. der Art und Weise. muss die Rundfunkregulierung mit einer stärkeren Temporalisierung und Prozeduralisierung ihrer rechtlichen und institutionellen Arrangements antworten. diese Umstellung erst in Ansätzen nachvollzogen hat.2001. dass die Rundfunkregulierung auch in einer dynamischen Wettbewerbsordnung gewissermaßen von oben „Ziele“ festlegen könnte.41 3. der Kultur. allerdings nur auf der Ebene der Beschreibung des öffentlichen Interesses als „Rechtfertigung“ für „Eingriffe“ in Art. aber auch wie Organisationen und Individuen sich und ihr Handeln selbst verstehen. Absatz-Nr.1. 361 (389 f.

an die die Rundfunkregulierung auch künftig anschließen kann. dass Information als Wirtschaftsgut nichts 42 Luhmann. Political and Cultural Values. S. S. S. anders als z.und Gesellschaftsbeschreibungen. Insoweit lassen informationsökonomische Märkte durchaus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen. 1996. 3.und Medienökonomie einher gehen. Vesting. Diese produziert eine Logik der fluktuierenden Bekanntheit von Themen und Prominenz. durch die Setzung von rechtlichen Anreizen. 174.und Medienökonomie als Ansatzpunkt Vor diesem Hintergrund muss der Ansatzpunkt für die künftige Rundfunkregulierung in den spezifischen Bedingungen und Restriktionen gesehen werden. in: Engel/Keller (Hrsg. 2000. B. RuF 46 (1998). allg. Ladeur. dass die Besonderheiten von Informationsgütern damit zusammen hängen. während das Recht die Welt. Die vertikale Integration von Film-. „steuern“ kann. Daher folgt die Aufmerksamkeitsökonomie nur noch sehr eingeschränkt einer vorhersehbaren wirtschaftlichen oder kulturellen Rationalität. die mit der neuen Kultur. wenn sie Neues produzieren. schnell. von dem erwartet werden kann.und Telekommunikationsrechts in den hybriden Beziehungsnetzwerken der „Informationsgesellschaft. die die Gesetzgebung realisieren will. dass die Massenmedien in der Wahl der Formen und Themen durch die Bedingungen und Restriktionen der Kultur. Andererseits können Rundfunkveranstalter unter dieser Bedingung nur dann Aufmerksamkeit erzeugen. Zur Zukunft und Konstruktion des Medien. 299 . Information Rules. Social. 173 ff. B. mit denen Medienunternehmen umzugehen lernen müssen. 1998. anders als das Recht.3. nur sehr mittelbar.und Medienökonomie bestimmt werden. die als Effekte der dauernden Produktion von neuen Informationen in den Massenmedien entstehen. Dazu müssen die normativen Ziele. dass Massenmedien eine zirkuläre Dauertätigkeit der „Erzeugung und Bearbeitung von Irritation“ einrichten und diese in eine unbekannte Zukunft hinein verlängern. The Commercialisation of the Internet. flüchtig und rasch vergänglich ist.und Netzwerkökonomie beschrieben worden. Die Rundfunkveranstalter (und insbesondere der private Rundfunk) werden in den Massenmedien mit einer neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit konfrontiert.und Fernsehprogramme reagieren müssen. Diese Bedingungen und Restriktionen sind in jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit der Bedeutungszunahme der Informations. die. den Flop.43 Diese Diskussion hat gezeigt..2 Die Kultur. S. die Selbstorganisation und Selbstregulierung dieser Prozesse positiv im Sinne der Vielfaltssicherung zu beeinflussen. Hoffmann-Riem. im Erscheinen 2001. auf die Radio. Fernseh.und Videowirtschaft als Herausforderung der Medienregulierung. durch unmittelbare gesetzliche Zwecksetzungen implementiert werden. Hutter. dass es bei den Zuschauern ankommt. Shapiro/Varian. Understanding the Impact of Global Networks on Local. S.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Regeln“ auf einer Ebene zweiter Ordnung reformuliert. Infolgedessen produziert die Ökonomie der Aufmerksamkeit einerseits – in ähnlicher Weise wie die Finanzmärkte – eine Fülle von Unwägbarkeiten und Schwankungen wie z.42 Das bedeutet. Die Rundfunkregulierung muss infolgedessen auf die praktischen Anschlusszwänge und Anschlussmöglichkeiten der Rundfunkproduktion reagieren und versuchen. Die Realität der Massenmedien. 2000... 75 ff.). wenn sie erfolgreich sein wollen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 124 ff. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit produziert also ganz spezifische Bedingungen und Restriktionen.. Die Rundfunkregulierung müsste sich stärker darauf einlassen. 5 ff. 43 Vgl.

aber er muss unbekannt bleiben. zu der sie mit den meisten Zuschauern rechnen können („Primetime“). sie vergeht im Moment ihres Entstehens. eine neue Show anzubieten. die Paradoxie bewältigen. Neues wie z. The Net Profits Puzzle. das die in diesen Märkten tätigen Unternehmen in Grenzen halten müssen. die vertrauten Erwartungen der Zuschauer nicht allzu sehr enttäuscht. Fernsehunternehmen müssen. Columbia Law Review 1997.45 Informationsgüter produzieren deshalb ganz besondere wirtschaftliche Risiken. sonst büßt er seinen Neuigkeitswert und damit sein wirtschaftliches Verwertungspotenzial ein. S. S. Jahrgang 3/2001 Festes und Fertiges ist. zu der Zeit. Deshalb sind gerade Sportprogramme und Premium-Spielfilme so interessant: Diese Formate verbinden auf perfekte Weise das im einzelnen Unbekannte mit einem bekannten hohen Interesse an dem Genre. funktionieren auch im Fernsehen relativ gut. sondern allenfalls mit dem nächsten Spiel. ein wirtschaftlicher Fehlschlag. Stars. nur Goldberg. sondern an Aktualität und Neuigkeit gebunden bleibt.. Top-Fernsehfilme etc. 524 ff. Ökonomische Eigenheiten des E-Commerce. ja sie ist nichts anderes als „eine rekursive Funktion der Zeit“. Die Steigerung von Zuschauerzahlen durch den Einsatz von Mitteln der Aufmerksamkeitsansprache wird jedoch in der Regel mit dem Preis der Exklusivität bezahlt. S. das Bayern gegen einen anderen Verein bestreitet. 47 Zu den juristischen Konsequenzen vgl. Darin ist eine Bewegung der Selbstabschließung der Märkte bis hin zur Monopolbildung angelegt: Ist ein Star einmal erfolgreich. AfP 2000. Auch der neue Audi A4 wird zunächst mit Spannung erwartet. B.). die bei der nächsten Produktion zu einer Reduktion von Möglichkeiten führt.und Fernsehgeschäft erzielen („Starpower“) 47. Das zwingt Fernsehveranstalter dazu. 1998. neue Shows –. neue Formate. kann sein Markenzeichen nicht so schnell durch beliebig neue Stars ersetzt werden. Obwohl sich die Ausstrahlung teurer Programme oftmals gar nicht mehr durch Werbung oder Gebühren refinanzieren lässt. die. Rundfunkaufsicht im Multimedia-Zeitalter zwischen Ordnungsrecht und regulierter Selbstregulierung. 171 ff. anders gesagt. Ansonsten ist das Programm. 179. vor allem das Produktionsrisiko des Neuen – der neue Film. die Superstars heute im Film. 45 Hutter. Information hängt vom Stand vorgängiger Informiertheit ab. Ökonomie der Aufmerksamkeit. wenn er auf einer Motorshow präsentiert worden ist. sind solche Programm- 44 Franck. Information ist also an Zeitpunkte gebunden. insbesondere wenn es hohe Investitionen in Produktion oder Rechte erfordert hat.M&K 49. Für Harrison Ford oder Thomas Gottschalk lässt sich nicht so schnell ein Ersatz finden.46 Attraktoren wie Genrebildung. Premium-Spielfilme. Diese Dynamik ist der Grund für die unglaublich hohen Gagen. unendlich fallende Durchschnittskosten und exponenzielle Wertsteigerung durch Netzwerkeffekte. und diese selbst erzeugte Exklusivität ist auch der Hintergrund für die enormen Preissteigerungen bei attraktiven Programmelementen im Fernsehen (Sportrechte. obwohl sie neu ist. Dagegen kann der neue Film zwar angekündigt werden. S. 46 Ladeur. auch und gerade mit einem neuen (unbekannten) Programm ein möglichst großes Publikum erreichen zu müssen. aber sein Design und seine technischen Daten sind bekannt. K&R 2000. 68. Abstrakter gesprochen entstehen durch selbst erzeugte Exklusivität temporäre Monopole von geringerer oder längerer Dauer. 300 . 30 ff. Genau so verhält es sich im Fußball: Ein Superklub wie Bayern München konkurriert im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht mit Klubs aus der zweiten Liga. Wiedererkennungseffekte etc.44 Daraus resultieren ganz bestimmte Produkteigenschaften wie vor allem hohe Fixkosten.

M&K 48 (2000). als die Alternativen beschränkt sind.4 Skizze zur Umstellung der Rundfunkregulierung 3. 5 RStV festzulegen. AfP 1996. 301 . im Erscheinen 2001. Pay-TV. in: de Witte (Hrsg. Das bedeutet. ders. dann wäre zu überlegen. 3. anstatt am einzelnen Veranstalter bzw.2 Vom Veranstalter zur Dachmarke Der Zwang zum Aufbau von Marken wird unter der Bedingung einer stärkeren Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten (Free-TV.49 Diese Verschiebung vom Veranstalter zur Dachmarke (mit dem Kerngeschäft Rundfunk) könnte zunächst mit einer weit gehenden Liberalisierung der Regulierung nach dem Vorbild des MDStV verbunden werden (insbesondere im Bereich Werbung/Unterhaltung). ob die Regulierung nicht künftig. Schon dieser Zwang zur Mischkalkulation spricht dagegen. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. Dies gilt umso mehr. soll hier nicht näher eingegangen werden. dazu auch die Überlegungen bei Ladeur. Bei Erreichen dieses Schwellenwerts müsste 48 Bullinger.4.. Formel 1. Deshalb besteht die Möglichkeit. S. die u. dass die Veranstalterzentrierung sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der (Kabel-)Weiterverbreitung zugunsten einer weit gehenden Liberalisierung des Rundfunkrechts aufgegeben werden sollte. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste.. Stattdessen müsste sich die Rundfunkregulierung auf eine strategische Schwerpunksetzung konzentrieren.. wie z. 49 Vgl.a. Handys etc. vielfaltssteigernde Umlenkung von Monopolrenten und eine bessere Strukturierung technologischer Innovationsprozesse umfassen müsste. wie dies z. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. dass die Rundfunkregulierung künftig an die Präsenz von Dachmarken in den unterschiedlichen Verbreitungsmedien anknüpft.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung elemente für die Bindung an das Programm oder die Dachmarke doch unerlässlich. B. an die Dachmarke anknüpfen sollte. 3. Top-Spielfilme) muss von den Unternehmen durch dementsprechende Einsparungen im sonstigen Programm kompensiert werden. Programm anzusetzen. B. laufendes Qualitätsmanagement. 101 ff. Public Service Broadcasting and European Law. dass sich Fernsehprogramme in einem strukturlosen Raum von Möglichkeiten auflösen könnten.1 Grundvorstellung Wenn sich der Trend einer Ablösung des herkömmlichen Programmfernsehens durch die Vermarktung eines Bündels von Programmelementen in komplexeren Verwertungsketten fortsetzen sollte („Multimedia“). Für Dachmarken mit größeren Marktanteilen (deren Errechnung auf unterschiedliche Weise erfolgen könnte) wäre jedoch ein Schwellenwert etwa nach dem Vorbild von § 26 Abs. 4 f.) zweifellos zunehmen.4. in Bullingers Formel vom „elektronischen Versandhandel“48 nahe gelegt wird („Kioskmodell“). Online. 1 ff.).. den damit verbundenen Umbau der institutionellen Strukturen der Rundfunkaufsicht. S. Die enorme Preissteigerung von Top-Events (Fußball. 93 ff. Auf weitere Aspekte.

ermöglichen. im Hinblick auf die Anteile von (werbefreien) Informationsprogrammen. die dann im Rundfunk oder auch Online vertrieben werden müssen.4. die dann durch die Aufsicht nachträglich auf ihre Einhaltung überprüft werden. Entscheidend wäre der Aufbau von Formen der Selbstregulierung. Das wird in Zukunft auch deshalb wichtiger werden.M&K 49. RStV in einem solchen Modell an Bedeutung verliert.und Telekommunikationsdiensten zu vereinfachen (vgl. ein eigenes. Jahrgang 3/2001 eine spezifische Rundfunkregulierung greifen.3 Vom Zulassungsvorbehalt zum laufenden Qualitätsmanagement Soweit der Zulassungsvorbehalt der §§ 20 ff. selbst bei einer weiteren Ausdifferenzierung der Angebotskomponenten in Sparten. B. hat die Medienpraxis durchaus einen klaren Sinn für Differenzen entwickelt. B. Diese Umstellung des Rundfunkrechts auf eine flexiblere Markenregulierung hätte einmal den Vorteil. Ein solcher Ansatz könnte außerdem dazu beitragen. 149 ff. in Preisunterschieden von A. wie sie sich z. unternehmensinternes Verfahren der Entwicklung von Standards und Konventionen etwa im Hinblick auf die Einhaltung des werberechtlichen Trennungsgebots in neuen Programmformaten zu entwickeln. aus der praktisch handhabbare Regeln und Konventionen entstehen. weiterhin an das Gesamtangebot von Veranstaltergruppen anknüpfen zu können. a. den Jugendschutz oder ganz generell auf Fragen der Programmqualität erstrecken. 302 . Während solche Fragen heute vielfach auf Geschmacksfragen und damit auf nicht entscheidbare Fragen reduziert werden. Die Rundfunkregulierung müsste viel stärker an diese Praxisformen und die dort geltenden Maßstäbe und Konventionen anschließen. Überschreitet eine Dachmarke den rundfunkspezifischen Schwellenwert.und Zielgruppenprogramme Vielfaltsanforderungen an die Dachmarke formulieren zu können.50 50 Ladeur. 442 ff. Die ergänzende Vermarktung im Grenzbereich zwischen Rundfunk und Telekommunikation würde dann allenfalls noch Anrechnungsprobleme für die Ermittlung des Schwellenwerts mit sich bringen. die Erzeugung von Ordnung und Ordnungsmustern anzustoßen. Sie muss also versuchen.. Publizistik 44 (1999). S. die Abgrenzungsprobleme zwischen Rundfunk. z. oben). Abstrakter gesagt muss eine stärker auf Kooperation eingestellte öffentliche Aufsicht Formen der professionellen Selbstbeobachtung von Unternehmen anregen. Dies würde es u. S. Rechtliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Journalismus.und B-Filmen artikulieren oder in der Einrichtung von eigenen Bewertungssystemen in Form von Preisverleihungen. 3. Jarren. könnte er durch neue Formen eines laufenden Qualitätsmanagements ersetzt werden. Medienregulierung in der Informationsgesellschaft. weil durch das Internet auch professionelle journalistische Qualitätsmaßstäbe unter Druck geraten werden. könnte eine Verpflichtung für Medienunternehmen greifen. Diese Anforderung könnte sich natürlich auch auf die Einhaltung des Pornografieverbots und die Begrenzung von Gewaltdarstellungen. Publizistik 45 (2000). um deren Kapazitäten zur Selbstorganisation und Selbstregulierung zu steigern.

4. die heute weitgehend informell ablaufenden Verfahren der Standardsetzung mit Hilfe einer prozeduralen Regulierung besser auf die Erhaltung von Innovationsfähigkeit einzustellen. 303 . wenn sie diese Gelder in innovative Formate oder in den Aufbau unabhängiger Produktionsstrukturen investieren. Public Service Broadcasting and European Law. Der Gesetzgeber hat dagegen mit der neuen Vorschrift des § 53 RStV gleichzeitig zu wenig und zu viel Flexibilität in die Zugangsregulierung eingebaut. Stattdessen wäre die Aufmerksamkeit auf die Probleme der temporären Monopole und die Monopolrenten. Diese Erweiterung ist seit dem 4. die dadurch erwirtschaftet werden. 965 ff. The Impact of European Competition Law on New Programme and Service Strategies of Public Broadcasters. Vesting. So ließe sich z. 1 RStV). Dabei sollte gerade das europäische Wettbewerbsrecht mehr Flexibilität für „gemischte“ Medienordnungen entwickeln. zu lenken.). den Preisauftrieb bei solchen Rechten durch Risikoabgaben oder besondere Formen der Steuer abzukappen. Hier zeichnen sich vielmehr extreme Ungleichgewichte ab. in: de Witte (Hrsg. S. im Erscheinen 2001. Dies könnte auch institutionell zu einer neuen Arbeitsteilung von Rundfunk. die (private) Veranstalter zurückbekommen. In diesem Zusammenhang käme es aber darauf an. B.4. Die Kooperation von europäischem Kartellrecht und mitgliedstaatlichem Rundfunkrecht. anstatt über eine rigide Handhabung des europäischen Wettbewerbsrechts und der Beihilfevorschriften mehr Probleme zu erzeugen als die Institutionen der EG selbst zu lösen vermögen. Das Offenhalten von Märkten und der Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs könnte durch die herkömmliche Wettbewerbsaufsicht gewährleistet werden. Die Landesmedienanstalten sollten sich dagegen mit den spezifischen kultur.51 3. Diese sollte nicht vorherrschende Meinungsmacht über die Begrenzung von Marktanteilen zu verhindern suchen (vgl. dass für ganz bestimmte Sportrechte heute Milliarden gezahlt werden oder dass das Jahreseinkommen von wenigen Spitzensportlern zweistellige Millionenbeträge überschreitet. 53 RStV – zu Recht – vorgenommen worden. 968. die es so in der Vergangenheit nicht gab und die ein Eingreifen im öffentlichen Interesse durchaus rechtfertigen können.und Wettbewerbsrecht führen.5 Strukturierung technischer Standardsetzung Die Beobachtung von Prozessen der Selbstorganisation und Selbstregulierung sollte ferner den Ausgangspunkt einer rechtlichen Regulierungsstrategie bei der Erweiterung der Rundfunkregulierung vom Veranstalter auf die Zugangsebene bilden. 2 RStV).und medienökonomischen Folgen und Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigen.4 Von der Konzentrationskontrolle zur vielfaltssteigernden Umlenkung von Monopolrenten Auch bei der rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle müssten die Akzente der Regulierung künftig anders gesetzt werden. § 26 Abs.. überlegen. RÄndStV für Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung in §§ 52. Andererseits räumt er den Landesmedienanstalten relativ pauschal eine umfassende Satzungsbefugnis zur Gewährleistung nicht-diskriminierender Bedingungen in technischer Hin- 51 Ladeur. Einerseits setzt er bestimmte Standards selbst fest (§ 53 Abs. WuW 2000. So ist es durchaus eine herkömmliche wirtschaftliche Modelle und Theorien sprengende Entwicklung.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung 3. Daran wäre durchaus auch eine neue Rollenverteilung von nationaler und europäischer Wettbewerbsaufsicht anschließbar.

53 Kritisch dazu Hoffmann-Riem. 93 ff. ausschließlich auf Vollprogramme festgelegt werden. B. ob die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhandenen Ansätze zum Aufbau eines eigenen Qualitätsmanagements nicht durch Impulse der Gesetzgebung systematischer vorangetrieben werden können.. Damit soll hier nicht für eine gesetzliche Präzisierung der Festlegung von Zahl und Art der Programme nach dem Vorbild des SWR-StV plädiert werden 53.. Eifert. d. weil die kultur. muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Angebot im Wesentlichen selbst finden und definieren können. Hier muss künftig ein Modell entwickelt werden.und Funktionsverlust müsste vom Gesetzgeber jedoch erst einmal stärker zur Kenntnis genommen werden.. S. 1999. Free-TV. M&K 48 (2000). Dieser Orientierungs. Für die Festlegung des Programms. 62 ff. ZUM 1999. B. Online-Dienste. Was an dessen Stelle treten könnte. S. Holznagel/Vesting.52 Deshalb kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht auf einen stabilen „Funktionsauftrag“ und bestimmte tradierte Programmsegmente wie z. unter Wettbewerbsbedingungen und einer offensichtlich weiter voranschreitenden Fragmentierung des Angebots.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?.und Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. Freilich muss man auch sehen. Sparten. der dazu notwendigen Dienstleistungen sowie der Formen der Eigenwerbung. S. 304 . zu überlegen. über das in der Vergangenheit insbesondere mit der Anstaltsverfassung eine Rückkopplung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die Gesellschaft gewährleistet werden sollte. die nur schwer begrenzbar ist. das aber ande- 52 Näher Hoffmann-Riem.4. man denke nur an die wachsende Bedeutung der Eigenwerbung durch Online-Dienste. das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits eine Entwicklungsperspektive unter Multimedia-Bedingungen sichert. Jahrgang 3/2001 sicht ein. Die Zuordnung der Säulen des dualen Rundfunksystems.und Fremdevaluation der Markenbildung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch unter der Bedingung komplexerer Verwertungsketten (Pay-TV. Handy etc. 601.h. 2000. insbesondere Hörfunk.und medienökonomische Entwicklung die öffentlich-rechtlichen Anstalten einer Dynamik der Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder aussetzt. Media-Parks usw. die sich grundsätzlich auch auf andere Verbreitungsmedien als den Rundfunk erstrecken können müssen. stark an Orientierungs. S. 202 ff. 201 ff. dass das gruppenpluralistische Integrationsmodell. In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft. ist sicher nicht einfach zu bestimmen. Merchandising. ohne die Probleme der Selbstgefährdung der Landesmedienanstalten durch ihre relativ leichte Instrumentalisierbarkeit für Standortinteressen hinreichend zu berücksichtigen. 595 ff. sind daher in erster Linie die Anstalten und das in ihnen verankerte professionelle Wissen in den Redaktionen verantwortlich („Programmautonomie“). So wäre z.. aber die Rundfunkregulierung müsste selbst einen produktiven Beitrag zum Aufbau einer eigenen Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten. S. Ladeur. 3. Eine Veränderung des Verhältnisses von Gesetzgebung und anstaltlicher Selbstverwaltung erscheint auch deshalb notwendig zu sein. ansonsten kann der Zugang zu größeren Publika nicht dauerhaft gesichert werden.M&K 49. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Event-Marketing.6 Selbst.) eine eigene Dachmarke entwickeln können.

wie alle Zukunft. ist.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung rerseits auch einer unstrukturierten Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in sämtliche Felder der Aufmerksamkeitsökonomie entgegenwirkt. ungewiss. Die politische Realisierung wissenschaftlicher Vorschläge liegt jedenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Wissenschaft. so wäre es doch auch für die Rundfunkpolitik an der Zeit. Schlussbetrachtung Der Beitrag hat einige der Herausforderungen dargestellt. Von einem solchem Ordnungsmodell kann auch die Rundfunkregulierung profitieren. nach einen neuen Ordnungsmodell Ausschau zu halten. an Dachmarken orientierten Qualitätsmanagement). insbesondere die Gesetzgebung. jedenfalls hätte es ein Modell zu sein. 4. sondern muss die Rechtswissenschaft dazu veranlassen. die „Konzeption“ des dualen Rundfunksystems einmal grundsätzlicher zu überdenken. Übergang zu einem kooperativen. einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. Auch wenn der Gesetzgeber nicht alle hier gemachten Vorschläge akzeptiert oder akzeptieren kann (weit gehende Liberalisierung des Rundfunkrechts. 305 . Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung kann jedoch nicht in der Umstellung auf eine unreflektierte Marktgläubigkeit bestehen. Ob es dafür – unter den gegebenen politischen Bedingungen – in der Zukunft Realisierungschancen gibt. die die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems jedenfalls auf lange Sicht unwahrscheinlich macht. Ein solches Modell könnte an (systemtheoretische) Vorstellungen von sozialer „Selbstorganisation“ anknüpfen. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen ausgesetzt ist. Diese Herausforderungen sind in der hier eingenommenen Perspektive einer neuartigen Logik der Vernetzung geschuldet. das die Schwächen der staatszentrierten Vorstellung des Bundesverfassungsgerichts überwindet und sich stärker auf die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einlässt.

Die Übertragung dieser Perspektive auf die Kommunikationswissenschaft geschieht mittels des Prozesses der im Jahr 1984 einsetzenden Ökonomisierung des Fernsehens. Dabei werden zunächst einige Prämissen der die Kommunikationswissenschaft dominierenden systemtheoretischen Perspektive kritisiert und anschließend die integrierte System-/Akteurperspektive auf Basis der seit Mitte der achtziger Jahre am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung entwickelten Ansätze entfaltet. 166) entwickelt. 145) etwas relativieren kann. B. Das Themenheft „Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen.und Medienwissenschaft zwar nicht erst seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes.und Medienwissenschaft (Jarren/Meier 2001. bis hin zu systemtheoretischen Deutungsversuchen des Zusammenspiels von Wirtschaft. Aufriss Mit Phänomenen einer Ökonomisierung massenmedialer Prozesse und Leistungen beschäftigt sich die Kommunikations.und Akteurtheorien recht unversöhnlich gegenüber. 0. Am Beispiel der Ökonomisierung des Fernsehens wird das Erklärungspotenzial einer integrierten System-/Akteurtheorie auch für die kommunikationswissenschaftliche Forschung aufgezeigt. institutioneller Ordnungen und Akteurkonstellationen besser aufgedeckt werden können als unter Zuhilfenahme einer rein systemtheoretischen Perspektive.und Akteurtheorie. die strukturell gekoppelt sind und eigene binäre Codes zur 306 . die z. Steininger 1999). Jahrgang 3/2001 Ökonomisierung des Fernsehens Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Stefan Wehmeier Dieser Beitrag steht in der Tradition der Überwindung des Dualismus von System. sondern erklärt gesellschaftliche Dynamik und Differenzierung mittels der Herausbildung funktionaler gesellschaftlicher Teilsysteme. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung des Themenheftes. Systemtheoretiker schließen den Akteur weitgehend aus ihren Überlegungen aus. Siegert 2001). doch seitdem hat sich Ökonomisierung zu einem „Makro-Trend“ (Weber 2000. dass die Dimensionen und Mechanismen des strukturellen Wandels des Fernsehens durch eine verschränkte Betrachtung teilsystemischer Orientierungshorizonte. Anbieterstrategien innerhalb existierender wirtschaftsrechtlicher und -politischer Rahmenbedingungen erklärt (Kiefer 1996. Die Perspektiven wissenschaftlicher Betrachtung dieses Trends reichen von Rational-Choice-Ansätzen zur Erklärung des Verhaltens von Marktakteuren über die politische Ökonomie. dass eine Integration systemtheoretischer und akteurtheoretischer Ansätze zusätzliches Erklärungspotenzial bietet und so die von den Herausgebern des Themenheftes konstatierte „Dominanz der Systemtheorie“ in der Kommunikations. Es wird argumentiert. Massenmedien und Politik (Siegert 1996.M&K 49. Vor allem der in Deutschland sehr verbreitete Zweig der autopoietischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann kennt keine Akteure mehr. will er doch am Beispiel der Ökonomisierung der Medien aufzeigen. Formen und Folgen“ (Jarren/Meier 2001) gibt dabei einen aktuellen und systematischen Überblick über einige wichtige Perspektiven. Teils stehen sich auch heute noch System. Als Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens werden einerseits die Verzerrung des Codes des Funktionssystems Massenmedien durch den Code der Wirtschaft und andererseits ein Verlust an Vertrauen der Bevölkerung in das Expertensystem Massenmedien erkannt.

Theoretisch bedeutet dies. Lindenberg 1990). Mayntz et al. sondern geht von horizontaler Gleichrangigkeit der Teilsysteme aus (vgl. Bei diesem Prozess der Annäherung gilt für die Systemtheorie. Kritik an der Systemtheorie und Verbindung von System. Fortschreitende gesellschaftliche Arbeitsteilung (System. dass etwa eine Ökonomisierung massenmedialer Prozesse auf das System Massenmedien kaum Einfluss haben dürfte. weisen bei der Kritik an der Theorie funktionaler (System-)Differenzierung vor allem auf ein „genetisches Erklärungsdefizit“ (Schimank 1985. Luhmann 1996). Hernach werden Folgen der Ökonomisierung als sozialer Prozess reflexiver Entwicklungen verhandelt (4). dass es fraglich ist. Anschließend werden das theoretische Differenzierungs. 94). Des Weiteren sind sowohl auf Organisationsebene als auch auf Gesellschaftsebene mit fortschreitender Differenzierung effektivitätsmindernde Nebenfolgen verbunden: Koordinationskosten und Flexibilitätsverluste auf 307 . wobei insgesamt der Stellenwert der Akteure theoretisch aufgewertet wird. 1988. Schimank et al. Mayntz/Scharpf 1995. Schimank 1985 und 1988) und Uwe Schimank. dass – autopoietische Teilsysteme vorausgesetzt – Ökonomie Massenmedien lediglich zu irritieren vermag (Jarren/Meier 2001.und Strukturierungsmodell auf den Sektor Fernsehen übertragen (2) und die Effekte von Ökonomisierung auf der Ebene der Strukturdimensionen aufgezeigt (3). Zunächst wird die theoretische Perspektive einer Kombination von System. 148).und Akteurtheorie widmet (Schimank 1995. die sich nicht mehr durch intendiertes Akteurhandeln erklären lassen. Dagegen wird zunächst eingewandt. Als theoretische Basis dient dabei die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Mitte der achtziger Jahre begonnene und heute noch von Uwe Schimank fortgeführte Erweiterung systemtheoretischer Differenzierungstheorien durch akteurtheoretische Elemente. die als Systemsteuerung fungiert. der sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Institut noch der Frage einer Verbindung von System. erklären diese aber weniger mit Hilfe übergeordneter.“ (Nolte 1999. Kneer 1996. Verbindet man Systemund Akteurperspektive.und Akteurperspektive Seit Ende der siebziger Jahre nähern sich System. lassen sich gesellschaftliche Strukturdynamiken wie etwa die Ökonomisierung der Massenmedien und auch mögliche Folgen dieser Ökonomisierung beschreiben und erklären. B.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens internen Verarbeitung von Umwelteinflüssen entwickelt haben (etwa Luhmann 1991. systemischer Strukturbildungen.und Subsystembildung) erklärt die traditionelle systemtheoretische Differenzierungstheorie als Effektivitätsund Effizienzsteigerung sowohl in Organisationen als auch auf der Gesellschaftsebene. Eine funktional differenzierte Gesellschaft verfügt hingegen nicht über eine solche systemsteuernde Einheit. dass sie „[…] in vielfältigen Variationen das Verhältnis von Handlung und System reflektiert. da Massenmedien als Funktionssystem einen anderen Code haben als Wirtschaft. Akteurtheoretiker dagegen rekurrieren häufig auf die Modelle des Homo Sociologicus und Homo Oeconomicus (Aretz 1997. Für eine Aufwertung des Akteurs plädieren vor allem die Forscher des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (z.und Akteurtheorie langsam und nicht ohne Widerstreben aneinander an (Nolte 1999). Auch sie kennen eigendynamische Prozesse. 422) hin – zwei Punkte sind dabei für sie entscheidend: 1. ob sich die Erkenntnisse aus Organisationszusammenhängen auf Gesellschaft übertragen lassen. 362 – 377). Jarren/Meier sprechen davon. denn Organisationen haben eine Leitung.und Akteurtheorie entfaltet (1). 1. Schimank 2000).

Zweitens sollen die Perspektiven verbunden werden. inwiefern ein solches Denkmodell in der Lage ist. Zunächst muss es jedoch darum gehen. Ein Mehr-Ebenen-Modell. ist Variation die zufällige Veränderung der Systemstruktur. Direkte Einflussnahmen eines Systems auf ein anderes sind somit nicht möglich (Luhmann 1985).M&K 49. Bei diesem Punkt setzt die Kritik Schimanks und anderer an. wie zum Beispiel die von Niklas Luhmann. Veränderungen von Umweltbedingungen und den Einfluss dieser Veränderungen auf ein bestimmtes System zu modellieren und zu messen. Sie geht dabei weniger von rational handelnden Akteuren aus. 2. ja können mit Hilfe dieser theoretischen Perspektive nicht erklärt werden. „Effizienz. d. Allerdings handelt es sich nicht um eine zielgerichtete Evolution.“ (Schimank 1985. h. 423 – Hervorhebung im Original). dürfte eher in der Lage sein aufzuzeigen. die diese funktionalen Erfordernisse produzieren. Strukturelle Kopplung meint dabei. Zwei weitere Gründe sind zu nennen: Erstens geht es dabei um die Verbindung und gegenseitige Einflussnahme gesellschaftlicher Teilsysteme. Die Theorie funktionaler Differenzierung erklärt soziales Handeln durch funktionale Erfordernisse. rationalen Handelns einzelner Akteure geschehen kann (Giddens 1988.und Effektivitätsgewinne können [daher] nicht als allgemeine Antwort auf die Frage nach den Ursachen funktionaler Differenzierung gelten. inwiefern. die allgemein als Entdifferenzierungsprozesse beschrieben werden. Jahrgang 3/2001 Organisationsebene. und wie diese – eventuell – ein System verändern können. Giddens konnte indes zeigen. die aus Sicht einer übergeordneten Systemrationalität nicht funktional sind. Auch hier wird auf eine Akteurebene verzichtet. jeder Umwelteinfluss wird ausschließlich nach dem eigenen binären Code verarbeitet. Die funktionale und autopoietische Systemtheorie soll hier aber nicht nur wegen dieser beiden Schwächen mit akteurtheoretischen Ansätzen verbunden werden. 18f. führt Luhmann den Begriff der strukturellen Kopplung ein. dass unterschiedliche Teilsysteme aufeinander angewiesen sind. 347 – 352). Legitimationsprobleme politischer Entscheidungen und dadurch Rückkehr zu direkter Bürgerpartizipation auf der (politischen) Gesellschaftsebene. Um zu erklären. handlungsprägende und handlungsfähige 308 . das sowohl System als auch Akteur beinhaltet.. wann und an welcher Stelle Einflussnahmen vorhanden sind. wenn es um die Folgen und Nebenfolgen einer Ökonomisierung des Fernsehens geht. besteht aus Variation. Modernere systemtheoretische Erklärungen funktionaler Differenzierung. Selektion und Retention. die funktionale Folgen haben. dass gesellschaftliche Strukturbildung durchaus auch durch unbeabsichtigte Folgen zweckgerichteten. Dieser Gedanke wird im vierten Abschnitt wieder aufgenommen. diese Perspektivenverbindung zu modellieren. Schimank schlägt in einem ersten Schritt vor. sondern um eine ziellose Strukturveränderung. aber immer Umwelt füreinander bleiben. Der Mechanismus. berufen sich auf Evolution als Motor der Differenzierung. denn alle evolutionären Vorgänge unterliegen damit auch dem Zufall und müssen. 363 – 369). Während Selektion das Aufgreifen von Strukturveränderungen regelt und Retention die dauerhafte Institutionalisierung von Strukturänderungen steuert. System. um den Prozess gesellschaftlicher Strukturbildung klarer herauszuarbeiten.und Akteurperspektive zu kombinieren. Kneer 1996. Eine Berücksichtigung dieser unbeabsichtigten Folgen zweckgerichteten Akteurhandelns muss versuchen. als vielmehr von Systemrationalitäten. die aber eine höhere Komplexität und damit mehr Vielfalt zur Folge hat (Luhmann 1999. Zu fragen ist. Teilsysteme treten miteinander in Verbindung über ihren jeweiligen binären Code. wie gesellschaftliche Teilsysteme miteinander in Verbindung stehen. Der Mechanismus von Differenzierung bleibt damit unerklärt. der Evolution und damit zunehmende Differenzierung und zunehmende Komplexität produziert.

77 – 81). sie werden von nun an teilsystemische Orientierungshorizonte genannt. Parteien. die Teilsysteme von Teilsystemen sind. Gesellschaftliche Differenzierung als das teils beabsichtigte.) Erweitert man diese Perspektive um den akteurzentrierten Institutionalismus. 431f. Diese funktionalen Erfordernisse.“ (Schimank 2000. gelangt man von einem Zwei-Dimensions-Modell handlungsprägender und handlungsfähiger Sozialsysteme zu einem Drei-Dimensions-Modell (Schimank 1988. Mayntz/Scharpf 1995). Handlungsfähige Sozialsysteme hingegen können weniger Strukturen prägen. lässt sich a) von einer ihr Ziel erreichenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt der Differenzierungsstruktur soll erreicht werden und wird erreicht). „welcher Richtung des Wollens er sich zuwenden kann und welche anderen Richtungen er […] nicht in den Blick zu nehmen braucht. Als erste Dimension lassen sich hier die handlungsprägenden Teilsysteme nennen. Politik. Die positive Auswahl des tatsächlich realisierten Handelns geschieht dann durch die Interaktion handlungsfähiger Sozialsysteme. Schimank 2000. Interorganisationsverbunde wie Kartelle und Verwaltungssysteme und schließlich formale Organisationen wie Unternehmen. funktional differenzierten Gesellschaft sind die handlungsprägenden Sozialsysteme auf bestimmte funktionale Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion spezialisiert. Demnach weiß ein Akteur des Systems Massenmedien. Gesellschaftliche Dynamik ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systemtypen: „In der modernen. Durch diese wechselseitigen Annahmen werden teilsystemische Handlungslogiken zu „intersubjektiv stabilisierten Orientierungen“ (Schimank 2000. Als handlungsfähige Sozialsysteme werden anschließend Systeme definiert. der zum Teilsystem gehört.“ (Schimank 1985. was nicht intendiert wurde) und c) von unbeabsichtigten Differenzierungseffekten (keine bestimmte Gestalt soll erreicht werden.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Sozialsysteme zu unterscheiden. b) von einer ihr Ziel verfehlenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. Funktionale Teilsysteme sind in der Lage. die zur Wahrung gesellschaftlicher Systemintegration erfüllt werden müssen. noch Entscheidungen treffen. sie können aber weder handeln. etwa: Gruppen wie Forschergemeinschaften. Erziehung. Verbände. konditionieren gesellschaftliches Handeln im Sinne einer Negativauswahl. Wissenschaft sind. 309 . da sie auf eine bestimmte Funktion hin ausgerichtet sind. Während handlungsprägende Sozialsysteme eben jene von der Systemtheorie ausgemachten funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Wirtschaft. zugleich produziert es aber auch die Struktur des prägenden Systems immer mit. Dieses Handeln bewegt sich in der Regel in den von den prägenden Systemen vorgegebenen Strukturen. 428). insofern lässt sich mit Giddens auch von einer Dualität von Handlung und Struktur sprechen (Giddens 1988. liegen handlungsfähige Sozialsysteme in ihrem Komplexitäts. es wird aber etwas erreicht. Strukturen zu prägen. Diese Orientierungshorizonte bestimmen die Richtung des Wollens. 243) Teilsystemische Orientierungshorizonte reduzieren die Komplexität der Welt. als vielmehr handeln. soziale Bewegungen wie religiöse Sekten oder politische Protestbewegungen. nämlich durch die zwischen ihnen sich aufbauenden Interessen. Handeln Sozialsysteme strukturverändernd. dennoch wirkt das Handeln auf die Differenzierungsstruktur ein) sprechen (Schimank 1985.und Einflusskonstellationen.und Abstraktionsgrad eine oder mehrere Ebenen tiefer.und Einflusskonstellationen im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion erklärt werden. Jeder Akteur des Teilsystems kennt diese Handlungslogik und unterstellt den anderen Akteuren auch die gleiche Kenntnis. wie Schimank es nennt: Sie sagen dem Akteur. dass es um Information geht und nicht um Transzendenz wie etwa beim Religionssystem. teils unbeabsichtigte Ergebnis gesellschaftlichen Handelns muss daher aus gesellschaftlichen Interessen. Recht.

Die Hand- Abb. Die zweite Dimension besteht aus institutionellen Ordnungen.M&K 49. Jahrgang 3/2001 244). sondern mehr oder weniger ein Dutzend dieser Teilsysteme. Teilsystemische Orientierungshorizonte sind stark generalisiert. Wie bei den teilsystemischen Orientierungshorizonten kommt es damit auch bei der zweiten Dimension zu wechselseitiger Erwartungssicherheit. Dies sind etwa Rechtsnormen. also kollektive Akteure. Diese institutionellen Ordnungen prägen gesellschaftliche Vorgaben im Sinne eines Sollens. Auch die anderen Akteure kennen die Normen und wissen um die negativen Sanktionen. Die Handlungssituation von Akteuren ist demnach definiert durch Wollens. Es existieren nicht beliebig viele. Aus gegenseitiger Beobachtung. Die Vielheit der Akteure schränkt die Kalkulierbarkeit von Handlungen ein. Akteure sind hier selbst Strukturbestandteile und fassen sich gegenseitig als strategisch kalkulierend auf. allerdings auf einer spezifischeren Ebene. dem Sammeln von Informationen übereinander und deren Interpretation ergeben sich bestimmte Strategien und Konstellationen von Akteuren sowie dynamische (Handlungs-)Entwicklungen (Theis-Berglmair 1994). 247 310 . Verfahrensregeln oder auch Mitgliedschaftserwartungen von Organisationen. Die dritte Dimension repräsentieren die handlungsfähigen Sozialsysteme. Gegenspieler und eine „träge Masse“ (Schimank 2000. 245). es gibt Mitspieler. Abbildung 1 greift diese Dimensionen in Bezug auf das handelnde Zusammenwirken auf. welche Handlungen den Ordnungen entsprechen und welche negative Sanktionen nach sich ziehen. 1: Akteur-Struktur-Dynamiken Quelle: Schimank 2000.und Sollensvorgaben sowie Könnenskalküle. Damit gilt als Strukturbaustein dieser Dimension das Können der Akteure. Jeder Akteur weiß anhand der institutionellen Ordnungen.

Die institutionellen Ordnungen sind mittelstark generalisiert: Rechtliche Normen etwa schaffen in demokratischen Gesellschaften einen recht festen Handlungsrahmen. dazu Gehrke/Hohlfeld 1995. Im Gegensatz zu den Teilsystemen Politik.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens lungslogiken in Form binärer Codes (zahlen/nicht zahlen. 2. Wirtschaft. sie sind weitaus zahlreicher als institutionelle Ordnungen. in der vielfältige System- Abb. Wehmeier 1998). Fernsehen als Subsystem des Rundfunks und Rundfunk als Subsystem der Massenmedien zu definieren (vgl. an dem sich Akteure orientieren können. zeigt der Forschungsstand der vergangenen Dekade. Modelliert wird in Abbildung 2 zunächst das System Massenmedien. ist allerdings der Status von Massenmedien als funktionales Teilsystem umstritten. Vor allem ist er deswegen diskutabel. Es existieren mehr institutionelle Ordnungen als Teilsysteme. auf den sich Akteure einzustellen haben. Akteur-Struktur-Dynamiken im Fernsehsektor Überträgt man diese differenzierungstheoretischen Überlegungen auf das System Massenmedien. Wie schwierig es ist. veröffentlichen/nicht veröffentlichen) sind kaum wandelbar. und damit ein schlüssiger binärer Code für das System noch nicht gefunden ist. 2: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens bis 1984 311 . Recht etc. das aus Gründen der Vereinfachung darauf verzichtet. da die Systemgrenzen schwierig zu ziehen sind. die Systemgrenzen abzustecken. Akteurkonstellationen sind vergleichsweise schnell und einfach zu ändern. so lässt sich bis 1984 folgendes Modell entwickeln. konkret: auf die Ebene des Fernsehens. ihre Regelungen verändern sich öfter und einfacher als teilsystemische Handlungslogiken. gleichwohl unterliegen Teile dieses Rahmens einem permanenten Wandel.

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bezeichnungen und damit auch Objektbereiche wissenschaftlicher Untersuchung gewählt wurden: Publizistik (Marcinkowski 1993; Rühl 1993), Journalismus (Blöbaum 1994), Massenmedien (Luhmann 1996), Öffentlichkeit (Kohring/Hug 1997) und Medienkommunikation (Weber 2000) werden unter anderem als Systeme angeboten. Als binäre Codes stehen zum Beispiel veröffentlichen / nicht veröffentlichen und Information / Nicht-Information zur Diskussion. Es herrscht bis heute in der Kommunikationswissenschaft keine Einigkeit darüber, welcher Objektbereich der geeignetste wäre, welcher Code der schlüssigste ist. Eine Diskussion dieser Ansätze kann hier nicht geführt werden1. In diesem Beitrag ist es allerdings sinnvoll, von einem System Massenmedien auszugehen, da eine theoretisch-historische Beschreibung und Erklärung von Medienwandel angestrebt wird, die sich nicht nur auf journalistische Inhalte und Produktionsweisen beschränkt. Daher wird im Folgenden vom System der Massenmedien gesprochen, und daher bezieht sich der Aufsatz zumeist auf Sender als (Kollektiv-)Akteure und nicht auf einzelne Redaktionen. Als primäre Funktion von Massenmedien wird im Anschluss an Luhmann und Marcinkowski die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Gesellschaft erkannt (Luhmann 1996, 173; Marcinkowski 1993, 113 – 133) 2. Während Luhmann den Code Information / Nicht-Information wählt, plädiert Marcinkowski für veröffentlichen / nicht veröffentlichen. Bei dem von Luhmann gewählten Code ist problematisch, dass er sehr breit angelegt ist und die erste Stufe des Drei-Schrittes jeglicher Kommunikation beinhaltet: Information-Mitteilung-Verstehen3. Daher wird im Folgenden von veröffentlichen / nicht veröffentlichen gesprochen, wenngleich diese Unterscheidung für das Anliegen dieses Beitrags weniger relevant ist, da eben keine genuine systemtheoretische Analyse vorgenommen wird. Als teilsystemischer Orientierungshorizont geben Massenmedien den systemeigenen Akteuren die Richtung des Wollens (Sebstbeobachtung, Selbstbeschreibung) vor. Da hier Fernsehen als Subsystem des Systems Massenmedien betrachtet wird, liegt auf der Ebene der institutionellen Ordnung das öffentlich-rechtliche System. Dieses zwingt die Akteure bis 1984, eine bestimmte Organisationsform anzunehmen (Sollen), die durch gesetzliche (Landesrundfunkgesetze) und staatsvertragliche Regelungen formuliert sind und durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert respektive variiert werden4. Die Akteure (ARD, ZDF, Dritte) beobachten einander, sammeln Informationen und agieren auf Basis des teilsystemischen Orientierungshorizonts, der institutionellen Regelungen und der Akteurkonstellationen strategisch. Es kommt dabei zwischen ARD und ZDF in erster Linie zu Konkurrenzbeziehungen, aber auch zu Kooperationen (etwa gemeinsames Vormittagsprogramm, gemeinsamer Videotext). Romy Fröhlich konnte anhand einer Auswertung der Public Relations-Strategien von ARD und ZDF diese gegenseitige Beobachtung und Strategie-

1 Für eine Diskussion siehe unter anderem Brill 1996; Marcinkowski 1996; Görke/Kohring 1996; Wehmeier 1998, 52 – 74; Weber 2000, 49 – 60. 2 Luhmann und Marcinkowski weisen ihren Systemen hier mehr oder weniger die gleiche Primärfunktion zu. Luhmann spricht jedoch vom System Massenmedien und sieht Öffentlichkeit/Publikum als Umwelt, Marcinkowski spricht vom System Publizistik, das nicht nur aus Massenmedien, sondern auch aus dem Publikum besteht. 3 Zu dieser Kritik vgl. Weber 2000, S. 54. Kritisch zu Luhmanns komplettem Ansatz vgl. Brill 1996. 4 Vgl. zusammenfassend zu gesetzlichen Grundlagen, Änderungen der Staatsverträge und den relevanten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Stuiber 1998a, S. 319-403; 424 – 459.

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Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens

bildung zeigen (Fröhlich 1994). Deutlich wird dies etwa in der Strategieveränderung der ARD nach der Zulassung des ZDF, als plötzlich auf eine Konkurrenzsituation reagiert werden musste. Gleichwohl konnte bis 1984 kaum von einer Ökonomisierung im Sektor Fernsehen gesprochen werden. Diese begann mit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens, das aufgrund technologischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und politischer Interessen geschaffen wurde. Das so genannte duale System aus öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunkanbietern wurde installiert und ein Rechtsrahmen für privat-kommerziellen Rundfunk geschaffen. Neue Programmanbieter wie RTL, SAT.1 und ProSieben suchten und fanden im Lauf der Jahre den Marktzugang. Das oben entwickelte Modell muss unter Hinzurechnung privat-kommerzieller Anbieter nicht nur auf der Ebene der Akteure erweitert werden, sondern auch auf der Ebene der institutionellen Ordnung (vgl. Abbildung 3).

Abb. 3: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens seit 1984

Die Dimension des Könnens wird zunächst durch das Auftreten neuer Akteure verändert. Der Markt wird unübersichtlicher, mehr Beobachtung ist notwendig, um Information über die Strategien der alten und neuen Akteure einzuholen. Strategieplanung ist schwieriger geworden, da mehr Akteure um die Gunst der Zuschauer und der Werbekunden buhlen. Das Können wird zunächst nicht per se eingeschränkt, sondern durch

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die Zahl neu hinzugekommener Akteure ist diese Dimension mit mehr Aufwand verbunden. Alle Akteure unterstellen sich auf der Ebene strategischen Handelns expansives Verhalten. Handeln wird zu einem risikobehafteten Prozess in einer turbulenten Umwelt (Weyer 1993, 14 – 17). Dabei zeigen sich auf der Ebene des Programms sowohl Konvergenz- als auch Differenzierungsprozesse (Bruns/Marcinkowski 1996; Krüger 1991). Die Handelnden haben zwar den gleichen teilsystemischen Orientierungshorizont, der das Wollen lenkt, sie haben aber etwas unterschiedliche Sollenshorizonte, denn ihre institutionellen Ordnungen sind nicht identisch. Beide Akteursarten, die öffentlichrechtlich organisierten wie auch die privat-kommerziell organisierten, handeln auf den institutionellen Grundlagen von Gesetzen, Staatsverträgen und Bundesverfassungsgerichtsurteilen. Die Normen, die aus diesen Gesetzen, Verträgen und Urteilen abgeleitet werden, sind allerdings unterschiedlich. Während die nicht gewinnorientiert arbeitenden öffentlich-rechtlichen Anstalten die Norm der Grundversorgung zu erfüllen haben, kommt den privat-kommerziellen Unternehmen eine Zusatzfunktion bei der Grundversorgung zu5. Es lassen sich somit auf der Ebene der institutionellen Ordnungen Rollendifferenzierungen verorten, da Rollen eine Form von institutionalisierten Erwartungszusammenhängen sind. Das bedeutet, dass der Rolle des öffentlich-rechtlichen Sektors recht strenge (wenn auch interpretierbare) Sollens-Vorgaben zugewiesen werden, während die Rolle des privat-kommerziellen Sektors weniger strengen Vorgaben unterliegt, an privat-kommerzielles Fernsehen werden weniger hohe Anforderungen hinsichtlich des Programmauftrags gestellt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Strategien der Akteure und damit die Könnensdimension. 3. Ökonomisierungseffekte in den Strukturdimensionen Um die Effekte von Ökonomisierung etwas näher betrachten zu können, müssen die einzelnen Dimensionen zunächst fokussiert werden. Zunächst die Akteur-Dimension: Ökonomisierung hat hier zu einer Erweiterung möglicher Konstellationen geführt. Vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes waren folgende Typen von Akteurkonstellationen möglich: a) jeder gegen jeden, b) zwei öffentlich-rechtliche gegen einen anderen öffentlich-rechtlichen, c) alle gemeinsam für etwas. Als Akteure fungierten: ARD, ZDF, ARD 3. Nach der Liberalisierung lassen sich folgende Typen von Akteurkonstellationen im gemischt öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen System ausmachen. Als Akteure fungieren hier: öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, ARD 3, 3sat, Phoenix etc.) und privat-kommerzielle (RTL, SAT.1, ProSieben, H.O.T., DSF etc.). a) jeder gegen jeden, b) n öffentlich-rechtliche gegen n privat-kommerzielle, c) n privat-kommerzielle gegen n privat-kommerzielle, d) n öffentlich-rechtliche gegen n öffentlich-rechtliche, e) n öffentlich-rechtliche gemeinsam für etwas, f) n privat-kommerzielle gemeinsam für etwas, g) alle gemeinsam für etwas.

5 Siehe dazu das Niedersachsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 1986 (BVerfGE 73, 118).

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um erstens Zuschauer zu gewinnen und zweitens zu testen. die Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung zu ihrem Vorteil zu verändern. Für den Sender war dies ein Testfall. Solche Formate stoßen bewusst in moralische Grenzbereiche vor. Vor allem Reality-Formate wie „Big Brother“ oder „Inselduell“ haben hier in jüngster Zeit für nachhaltige gesellschaftliche Diskussionen gesorgt. der auf der Artenschutzliste steht. April 2000). die an Tabu-Grenzen stoßen oder sie sogar überschreiten. dass auch die kommende überarbeitete Version des Rundfunkstaatsvertrags Split-Screen ermöglichen würde (werben & verkaufen online vom 22. erstmals Ende Februar 1999 bei einem Boxkampf 7. 7 Vgl. erlaubten es aber dann doch nachträglich. Bei den privat-kommerziellen Akteuren manifestiert sich dies vor allem in der Aufweichung rechtlich normierender Grundlagen ihres Handelns. März 1999 (www. Veränderungen werden dabei auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt: programmlich. dass.bis 49-Jährige) erreicht werden. www. werben & verkaufen online vom 1. Auf der Ebene des Programms wird versucht. Auf der Ebene des Werberechts wird seit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens um Grenzen des Erlaubten gestritten.de/archiv). desto mehr neue Strategien ausprobiert werden. obwohl diese Art der Werbung damals noch verboten war. bei der der Bildschirm in Werbung und laufendes Programm geteilt wird. die Zuschauerzahl zu maximieren oder zumindest so zu optimieren. je mehr Akteure um Geld und Aufmerksamkeit konkurrieren. wie weit er in seinem Programm gehen darf und ob er. 6 Siehe dazu Media Perspektiven Dokumentation: Staatsvertrag im vereinten Deutschland in der Fassung des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Gültig seit 1. Die privat-kommerziellen Sender sind bei diesem Spiel von „List und Gegenlist“ (Beyme 1992.1 im „Inselduell“. nicht Normierungen zumindest aufweichen kann. dass vor allem die so genannten werberelevanten Zuschauer (14. Dies zeigt sich etwa bei der Trennung von Werbung und Programm.wuv.de/archiv). Damit ist zugleich das von Akteuren ausgehende Strukturveränderungspotenzial erhöht worden. um durch das Schaffen von Fakten eine Rechtsänderung zu beschleunigen.kress. 315 . Zunächst beanstandeten die Landesmedienanstalten dieses Verfahren. für den Verzehr unsachgemäß töteten (täglich kress vom 14. wenn er nur beharrlich genug ist. er wird auch in die Ebene der institutionellen Ordnung hineingetragen: Beide Akteurgruppen versuchen beständig. Beim so genannten Split-Screen-Werbeverfahren testete RTL diese Werbeart. www. 143) der Spielpartner Medienunternehmen und Politik teils sogar bereit. rechtliche Grenzen zu überschreiten. dass die Öffnung des TV-Sektors für privat-kommerzielle Anbieter die möglichen Handlungsstrategien und damit die möglichen Akteurkonstellationen stark erweitert hat.wuv. als sich abzeichnete. werberechtlich und unternehmensrechtlich. Dies geschieht zum Teil mit Programmformaten. denn man darf annehmen. Februar 2000. Dieser strategische Handlungsdruck spiegelt sich nicht nur in der Könnensdimension. Dabei sind im Laufe der Jahre die Richtlinien für die Werbezeiten immer stärker liberalisiert und damit den Forderungen der privat-kommerziellen Sender angepasst worden: Dies betrifft unter anderem die Umstellung von der Nettosendezeit einer Sendung als Grundlage für die Bemessung der Werbeunterbrechungen zur Bruttosendezeit (Dauer der Sendung plus Werbeblöcke) 6. inwieweit die bestehenden programmlichen Normen (Teil der institutionellen Ordnung) im Sinne des expansiv agierenden Akteurs ausgelegt oder auch verändert werden können.08.2000.de/suche).Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Leicht zu ersehen ist. Grenzüberschreitung ist Teil des Spiels: So zeigte etwa SAT. wie Teilnehmer der Show einen Waran.

ob und wenn ja inwiefern sich auch der laut Schimank nur langfristig wandelbare teilsystemische Orientierungshorizont verändert. konnte es nach der Änderung der Rechtslage offiziell in den Senderverbund aufgenommen werden. dass die veränderten Akteurkonstellationen im Anschluss an die Ökonomisierung des Fernsehens seit der Zulassung privat-kommerzieller Anbieter über das teils übergebührliche Ausschöpfen der Könnens-Dimension zu einer Veränderung der Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung geführt hat. Jahrgang 3/2001 Auf der Ebene des Unternehmensrechts haben die privat-kommerziellen Programme erreicht. B. inwieweit die Themenstruktur und die journalistische Aufbereitung der Themen auch bei nicht boulevardorientierten Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ 8 Siehe dazu das NRW-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Änderung der Rechtsnorm ist vor allem den beiden großen Senderketten von Leo Kirch auf der einen und Bertelsmann auf der anderen Seite entgegengekommen. auf der Ebene der Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht.1 und DSF firmieren musste. 238). B.00 Uhr im Abendprogramm die werbeähnliche Einnahmequelle des Sponsoring einsetzen. Überspitzt: Es wird vornehmlich das gesendet. dass bei der Frage. Programmgeschäftsführer etc. was beiden Codes entspricht. wie viele Programme zu einem Unternehmen gehören dürfen. dass es sich beim Fernsehen nicht nur um eine publizistische (Dienst-)Leistung handelt. Diese Beispiele zeigen. Auch bei der Veränderung des Werberechts konnten die Öffentlich-Rechtlichen Teilerfolge verzeichnen: Sie dürfen trotz Werbeverbot nach 20. an das sich publizistische und ökonomische Erwartungen richten (Altmeppen 1996): Bei der Produktion von Nachrichtensendungen etwa setzen vor allem (aber nicht nur) privat-kommerzielle Sender zunehmend auf Boulevardjournalismus (Krüger 2000). auch die Funktion des Systems bleibt bestehen. 202) verzerrt. Berechtigt erscheint nun die Frage. Oben wurden Massenmedien bereits als Teilsystem modelliert. Auch die öffentlich-rechtlichen Akteure versuchen beständig. 316 . sondern um ein Kuppelprodukt. repräsentiert durch Redaktionen. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. was man als Teilsystem definiert. mitbedenken und bei der Entscheidung für diese oder gegen jene Sendung mitbeachten. in allen Bereichen den Code der Wirtschaft. Gelungen ist ihnen dies z. B. welche Funktion und welchen binären Code. sondern Marktanteile.. das ihnen seit 1991 eine Bestands. ihr Leistungsspektrum ausgebaut und ihre Angebotspalette um die Spartenkanäle Phoenix und Kinderkanal erweitert. nicht mehr Besitzanteile zählen. dessen Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen heißt. 971). Die fortgesetzte Ökonomisierung lässt noch klarer werden. empirisch zu prüfen wäre zudem.M&K 49. Unterhaltungschefs.und Entwicklungsgarantie einräumt8. zahlen / nicht zahlen. die Normen der institutionellen Ordnung in ihrem Sinne zu verändern. Allerdings wird die Leitunterscheidung durch den Code der Wirtschaft unter den Bedingungen fortgesetzter Ökonomisierung („Ökonomisierung der Ökonomisierung“ – Altmeppen 2001. welche Leitunterscheidung man ihm zuweist. Bis Ende der achtziger Jahre war Sponsoring dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk rechtlich noch „weitgehend verschlossen“ (Stuiber 1998b. dass die Sender. zuvor ProSieben rechtlich getrennt von Kirchs Sendern SAT. Während z. Dies bedeutet. Als These soll hier formuliert werden: Das Grundprinzip der Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen wird zunächst nicht verändert. Februar 1991 (BVerfGE 83. Eine Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab. Unter Verweis auf diese Entwicklungsgarantie haben die öffentlich-rechtlichen Akteure z.

sich einen Zuschauerstamm aufzubauen. Zu bestimmten Preisen wird den Werbekunden häufig eine bestimmte Anzahl von Zuschauern garantiert (Tausend-Kontakt-Preis-Garantie). Produkt. sondern auch bei Programmen. sondern immer auch um das Erreichen von Zuschauerkontakten für Werbekunden durch Veröffentlichung. da er zu wenig werberelevante Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren erreichte und damit zu wenig Geld einbrachte (Berliner Zeitung. der Kunde bekommt Rabatte. Zu sehen war dies unter anderem bei der Vorabendserie „Mallorca“. die die falschen Zuschauer im Sinne der Werbekunden erreichen. www.de/archiv).“ (Schimank 1998.“ (Schimank 1998. 179 – 181). sondern von einem Dirigieren von Leistungsbezügen der teilsystemischen Autopoiesis und von einem Einschränken oder sogar Unterdrücken teilsystemischer Autopoiesis (Schimank 1998. Bei der Produktion und Ausstrahlung von Serien ist vor allem bei den privat-kommerziellen Sendern zu beobachten.und Branchenkonjunkturen in der Wirtschaft hinaus. er spricht aber nicht von Verzerrung. weil diese Themen mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen. Dies geschieht nicht nur bei Programmen. die Ausstrahlung lohnt sich für den Sender nicht mehr. Entweder das Format kommt nach den ersten Wochen gut an. oder es verschwindet umgehend wieder von der Bildfläche. Am Beispiel der Wissenschaft macht er auf folgenden Prozess aufmerksam: „So kann die Autopoiesis wissenschaftlicher Forschung merken. 14. www. dass sie einer Serie oder Show immer weniger Zeit geben. Es geht demnach nicht nur um das Prinzip des Veröffentlichens oder Nicht-Veröffentlichens. sondern. Die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt wiederum. da sie hohe Zuschaueraufmerksamkeit und damit hohe Werbeakzeptanz generieren. Fortgesetzte Ökonomisierung hat demnach nicht nur Einfluss auf Akteurstrukturen und institutionelle Ordnungen. eine Zunahme an emotionsgeladenen Themen oder Themen mit Sensationscharakter). November 1999. das Programm wird gestrichen. wenn einmal entfesselte Autopoiesien durch „neu justierte Nutzenverschränkungen mit anderen Teilsystemen […] über die Entfesselung der Autopoiesis hinausschießen und in eine sachliche oder zeitliche Marginalisierung codegeprägter Kommunikationen münden. dass die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt. so wird hier nahe gelegt. auch auf den teilsystemischen Orientierungshorizont. die ProSieben aufgrund schwacher Quoten nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm nahm (Berliner Zeitung vom 30. 179) Von Einschränkung/Unterdrückung ist dann die Rede. und das wiederum geht darauf zurück. dass bestimmte Forschungsthemen besondere Chancen für Wahrheitskommunikation erzeugen. dass bestimmte Themen besondere Chancen auf Veröffentlichung haben. Auch Schimank sieht eine Beeinflussung des Codes autopoietischer Systeme durch den Code anderer Systeme. die zu wenig Zuschauer erreichen.de/archiv).berliner-zeitung. dass Werbe-Investitionen in bestimmte Programmumfelder zu mehr Zuschau- 317 .berliner-zeitung.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens oder „18:30“ durch den Blick auf Einschaltquoten und damit durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt werden (Messkriterien wären hier bspw. Zum Beispiel strich 1998 SAT. April 1998. dass Investitionen in verwissenschaftlichte Produktionstechnologien die Zahlungsfähigkeit stärker steigern als andere Investitionsmöglichkeiten. Im Ergebnis läuft dieses Dirigieren der Wahrheitskommunikation durch wirtschaftliche Anwendungsinteressen auf Themenkonjunkturen in der Wissenschaft. Den Begriff des Dirigierens beschreibt er durch eine gegenseitige Beeinflussung von teilsystemischer Autopoiesis und intersystemischen Leistungsbezügen.1 den „Bergdoktor“ trotz passabler Quoten aus dem Programm. 180) Beide Mechanismen können anhand der oben gezeigten ökonomischen Veränderungen für die Entwicklung des Fernsehens geltend gemacht werden: Die Autopoiesis massenmedialer Produktion bemerkt. sinken die Werbepreise. Kann der Sender mit dem Programm diese Anzahl nicht erreichen.

Aus der Ökonomie kennt man solche eigendynamischen Prozesse spätestens seit Joseph A. welchen Einfluss Ökonomisierung auf die drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellation hat. dass es sich nicht lediglich um Strukturbildung und -erhaltung. um neben dem analytischen Raster des dynamischen Prozesses auch mögliche Folgen der 318 . 201). Dieser reflexive und rekursive Prozess kann Eigendynamiken entwickeln. Ökonomisierung als sozialer Prozess und Folgen von Ökonomisierung Nachdem bislang modelliert worden ist. Diese Bedingungen. sondern „reproduzierte soziale Praktiken“. Weyer 1993). Struktur versteht Giddens als „raumzeitliches Phänomen“. 4. 77). in denen der Akteur eine wohl ebenso wichtige Rolle einnimmt wie das System. die nicht intendiert waren und nur schwierig steuerbar sind. „die die Kontinuität oder Veränderung von Strukturen und deshalb die Reproduktion von sozialen Systemen bestimmen. sondern um prozessuale Abläufe handelt. Anthony Giddens und Scott Lash (Beck/Giddens/Lash 1996) durchzuführen.und Marktlebenszyklen manifestiert und der auch im Fernsehen seit 1984 Gestalt angenommen hat (Wehmeier 1998. das sich in der Ausübung sozialer Praktiken realisiert und als „Erinnerungsspur“ ein Verhaltensmuster zur Orientierung bereitstellt (Giddens 1988. Strukturen lassen sich ferner als Regeln-RessourcenKomplexe beschreiben. Es wird hier vorgeschlagen.a. das wurde in den Kapiteln 0 bis 3 gezeigt. haben sich durch die Ökonomisierung verändert. das nicht mehr konkret auf intendiertes Handeln einzelner strategiefähiger Akteure rückführbar ist. die Strukturmomente sozialer Systeme gelten als Mittel und Ergebnis der kontingent ausgeführten Handlungen situierter Akteure (Giddens 1988. Jahrgang 3/2001 erkontakten führen als andere und übt Einfluss auf die Veröffentlichungsroutinen der Sender aus. der durch andere Akteure [und Systeme – d. der sich in Produkt. 14). 69).] gebildet wird“ (Weyer 1993. Darunter sind die Bedingungen zu verstehen. In der Soziologie spricht man auch von Eigendynamiken sozialer Netzwerke (u. Der Blick soll nun im Folgenden auf die Strukturierung gerichtet werden. indem etwa Werbekunden direkt oder über Mediaagenturen vermittelt. Betrachtet man die besagten drei Dimensionen in ihrem handelnden Zusammenwirken. rücken nun abschließend der prozesshafte Charakter der Ökonomisierung und des Zusammenspiels von System und Akteur sowie mögliche Folgen dieses Prozesses in den Vordergrund. Soziale Systeme sind für Giddens keine Funktionssysteme. In Giddens‘ Theorie der Strukturierung sind beide ständig am Prozess der Reproduktion der sozialen Strukturen beteiligt. die an der Vernetzung sozialer Systeme beteiligt sind. Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung (Schumpeter 1952). so fällt auf. bestimmte Programmformate forcieren (und andersherum anderen die finanzielle Unterstützung entziehen).M&K 49. die weniger starr feststehende Strukturen besitzen.“ (Giddens 1988. als vielmehr mehr oder weniger stark veränderbare Strukturmomente aufweisen. Wichtige Elemente sind bei dem Prozess des handelnden Zusammenwirkens von Akteur und System die „Reflexivität und Rekursivität des sozialen Handelns sowie die strategische Orientierung am Kontext. 246). V. eine Untersuchung des prozessualen Charakters und vor allem der Rückwirkungen nicht-intendierter Handlungsfolgen mittels einer Kombination der oben dargelegten differenzierungstheoretischen Betrachtungen (Schimank/Mayntz und andere) und der Theorie reflexiver Modernisierung von Ulrich Beck. Handeln und Strukturen sind hier unauflösbar miteinander verkoppelt. die ein Maß an Emergenz entwickeln.

651f. und als es Beck und Giddens vor allem um die Folgen funktionaler Differenzierung geht – prozessual ausgedrückt: um die Analyse von Folgen. das gesellschaftlich trag. Unter reflexiver Modernisierung verstehen die Autoren dabei Transformationsprozesse. die sich im Laufe funktionaler Differenzierung (Arbeitsteilung) gebildet haben und exklusive Leistungsrollen einnehmen. ungewollt. Sie werden heute durch Institutionen repräsentiert und verleihen Gesellschaft durch ihr spezialisiertes und strukturierendes Wirken Stabilität (Giddens 1995..). 164 – 166). Eine dieser nicht-intendierten Rückwirkungen könnte ein Vertrauensverlust in Expertensysteme sein. als es Schimank um die Handlungsmöglichkeiten von Akteuren im Rahmen teilsystemischer Orientierungshorizonte und institutioneller Ordnungen geht. Verursachung entstehen und wie diese Formen auf die Prozeßursache selbst zurückwirken“ (Mayntz/Nedelmann 1987. die mit weiterer funktionaler Differenzierung nicht mehr behoben werden können. Zweitens geht es um die Rückwirkungen auf Prozessursachen. dass das Fernsehen hinsichtlich der Dimension Objektivität vor allem seit Anfang der achtziger Jahre massive Einbußen erlitten hat. Sarcinelli/Tenscher 2000). Weyer und Mayntz kombinieren. Ulrich Beck spricht erstens von Nebenfolgen der Modernisierung und funktionalen Differenzierung (Nebenfolgen erster Ordnung). 319 . So zeigt zum Beispiel die Langzeituntersuchung Massenkommunikation. auf welche Prozessursachen diese aus normativ-demokratischer Sicht 9 negativen Entwicklungen zurückwirken und in welcher Form sie dies tun. mit unabschätzbaren Konsequenzen“ (Beck/Giddens/Lash 1996. Politik ist etwa ein Expertensystem. die Beck als interne Nebenfolgen der Nebenfolgen bezeichnet (Nebenfolgen zweiter Ordnung) (Beck 1996. die „unreflektiert.und Kritikfunktion ist. Als Expertensysteme gelten nach Anthony Giddens Sinn. welche Prozeßformen durch zirkuläre Stimulation bzw. „[…] sich auf die Analyse des Prozeßverlaufs selbst zu konzentrieren und zu fragen. 40f. Auch die relative Glaubwürdigkeit des Fernsehens hat im Vergleich zur Zeitung deutlich abgenommen (Berg/Kiefer 1996. Auch Massenmedien können als Expertensystem begriffen werden. Fasst man als Nebenfolge erster Ordnung einer Ökonomisierung des Fernsehens (und damit als zumindest teilweise intendierte Folge) etwa eine Zunahme von Gewaltdarstellungen. 1996. dann muss gefragt werden. 27f. 251 – 254). Dies sind jedoch nur einige Indizien. 9 – Hervorhebung im Original) stattfinden und Folgeprozesse funktionaler Differenzierung sind. 88). dessen normative Aufgabe unter anderem das Einnehmen einer Orientierungs. Reality-Sendungen. Mit Renate Mayntz und Brigitta Nedelmann heißt es daher. zunehmende Unterhaltungsorientierung (Krüger 2000) und eine Verstärkung des Trends zur symbolischen Politik (Sarcinelli 1987. die für gesellschaftliche Dynamik sorgen. Jarren (2000). Ein solcher Vertrauensverlust lässt sich sowohl für die Politik als auch für die Massenmedien empirisch belegen.und vertretbare Entscheidungen treffen soll. Die Theorie reflexiver Modernisierung lässt sich insofern mit den Perspektiven von Schimank. als Weyer unter Bezugnahme auf Schimank die aus den unterschiedlichen Rationalitäten der drei Dimensionen entstehenden Spannungen und Reibungen anspricht.und Handlungszusammenhänge. Empirisch geklärt 9 Zur Entfaltung einer normativen Integrations-Perspektive von Massenmedien vgl..Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Ökonomisierung in den Blick zu bekommen. ein Aufweichen klassischer journalistischer Standards durch Infotainment. Diese Perspektive des Untersuchens von Rückwirkungen auf Prozessursachen wird in der Theorie der reflexiven Modernisierung entfaltet.

das Vorstoßen in gesellschaftliche Tabubereiche und juristische Grauzonen modelliert. Abb. die 1984 eingesetzt und sich anschließend fortentwickelt haben. mediale publizistische und Gewinninteressen sowie der politische Wille. technologische Entwicklung. Als Formen werden (recht statisch) die Ausprägungen der Startphase 1984/85 betrachtet und als Folgen die Dynamiken und Wechselwirkungen. wird hier ein Vertrauensverlust in Massenmedien und Politik gesehen (Rückwirkung auf Ursachen). Als Nebenfolge zweiter Ordnung. inwieweit die Ökonomisierung der Strukturen und die Kommerzialisierung der Inhalte in kausalem Zusammenhang damit stehen. für das Jahr 1984 und die Zeit von 1984 bis heute modelliert. Dabei werden die gesellschaftlichen Strukturierungsebenen (bezogen auf Massenmedien/Fernsehen) für die Zeit vor 1984. auf der Ebene der institutionellen Ordnung die dadurch bewirkte Normveränderung und auf der Ebene des teilsystemischen Orientierungshorizontes die durch Ökonomisierung bewirkte Verzerrung des Codes veröffentlichen / nicht veröffentlichen durch den Code zahlen / nicht zahlen. durch privat-kommerzielle Programme mehr Vielfalt und eine ausgewogenere Politikberichterstattung zu bekommen. in der das nicht-gewinnorientierte öffentlich-rechtliche System allein stehend war. Jahrgang 3/2001 werden muss. werbewirtschaftliches Interesse. Das Jahr 1984 wird als Beginn der Ökonomisierung gesehen. Als Nebenfolgen erster Ordnung werden auf der Ebene der Akteurkonstellation z. B. Formen und Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens 320 .M&K 49.und Akteurperspektive mit einer nach reflexiven Prozessen fragenden und Folgen abschätzenden Theorie reflexiver Modernisierung. die reflexive Wirkung zeigt. 4: Ursachen. werden dabei als Ursachen der Ökonomisierung gesehen. Abbildung 4 modelliert die bisher entwickelten Dimensionen und kombiniert dabei die Ökonomisierung des Fernsehens aus System. Vor 1984 wird hier von einer Prä-Ökonomisierung gesprochen.

In diesem Beitrag wurde argumentiert. um funktionsfähig zu bleiben. ökonomischer und kultureller Zusammenhänge sicher. dass es. Doch die Luhmann‘sche Extremposition wird sowohl in der Soziologie als nun auch zaghaft in der Kommunikations. dass Gesellschaft ein Mindestmaß an Integration benötigt. Uwe Schimank fordert: „Für die Betrachtung einzelner Teilsysteme käme es darauf an. doch ist Interpenetration bei Münch ein zentralerer theoretischer Baustein. so kann Ökonomisierung überhaupt keinen Einfluss auf massenmediale Prozesse haben. die institutionelle Ordnung Stück für Stück variiert wird und es so unter den Bedingungen fortgesetzter oder „entfesselter“ Ökonomisierung (Knoche 2001: 184) zu einer Veränderung des teilsystemischen Orientierungshorizontes kommt. die noch 1996 erheblich strenger im Luhmann’schen Kontext kommunikationswissenschaftlich arbeitete. Interpenetration stellt die gegenseitige Durchdringung politischer.und Medienwissenschaft verlassen. 172 – 174). Inzwischen macht sie für eine Analyse der Ökonomisierung der Massenmedien Münchs Interpenetrationsbegriff fruchtbar. dass die Ökonomisierung zunächst die Akteurkonstellation verändert. mit Schimank gesprochen. Zwar benutzt auch Luhmann teilweise den Interpenetrationsbegriff (Luhmann 1991. Dies lässt sich etwa an zwei Aufsätzen von Gabriele Siegert erkennen. dass es auch im Beziehungsgeflecht Massenmedien und Ökonomie zu Austauschprozessen und wechselseitiger Durchdringung der Systeme kommt (Siegert 2001. Als eine Folge dieser Verzerrung des Codes der Massenmedien wird ein Vertrauensverlust in das Expertensystem Massenmedien erkannt. Allerdings müssen hier noch empirische Nachweise erfolgen. und nicht bloß hier und da anekdotisch. Dies zeigt sich dergestalt. aus solchen Zusammenhängen zwischen der selbstreferenziellen 321 . um neben der sozialen und funktionalen Differenzierung zu erklären. wird sie auch langfristige Erfolgschancen auf weitere Veröffentlichung haben. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellationen ein ausreichend komplexes Analyseraster bietet. deren Ausdifferenzierung und weitere Evolution systematisch. zu einem Dirigieren von Codes oder gar zu einem Unterdrücken von Codes durch fremde Systeme kommen kann (hier wäre es die Unterdrückung des Codes der Massenmedien durch den Code der Wirtschaft). durch veränderte Akteurkonstellationen und strategische wie eigendynamische Prozesse. In diesem Aufsatz wird für den Fall der Entwicklung des Fernsehens der Begriff der Verzerrung vorgeschlagen: Fernsehformate (auch journalistische) werden zwar nach dem Prinzip veröffentlichen / nicht veröffentlichen codiert aber (zumindest auf privat-kommerzieller Seite) häufig durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt. den er unter anderem in seiner Theorie des Handelns entwickelt hat (1988.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens 4. der das wechselseitige Durchdringen von Systemen beschreibt. Münch greift auf den von Parsons stammenden Begriff zurück. Dieser Schwenk zu Münch und seinem Interpenetrationsmodell offenbart. die den Zusammenhang von Ökonomisierung der Massenmedien und Kommerzialisierung/Banalisierung der Inhalte genauer untersuchen und damit einer auf die Massenmedien (das Fernsehen) angewandten Theorie reflexiver Modernisierung Futter geben. 286-344). Dabei zeigte sich. da Wirtschaft und Massenmedien unterschiedliche Codes und generalisierte Medien haben. dass aber erst die Unterscheidung der drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. Ökonomische Entwicklungen führen allenfalls zu einer Irritation von Massenmedien. Praktisch gesprochen: Nur wenn sich die Sendung (Unterhaltungsserien wie auch Informationsmagazine) rechnet. Fazit Wird mit Luhmanns funktionaler/autopoietischer Systemtheorie argumentiert. 503 – 525). um die vielfältigen Prozesse der Ökonomisierung auf allen Ebenen und ihre Wechselwirkungen untereinander zu erfassen. anschließend.

Mit einer Einführung von Hans Joas. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Otfried. Massenmedien und Journalismus. in: Soziale Systeme.. S. Giddens. in: Klaus-Dieter Altmeppen (Hrsg. 251 – 272. Jg.): Ökonomie der Medien und des Mediensystems. Werner A.. Beyme. Frank Marcinkowski (1996): Konvergenz Revisited: Neue Befunde zu einer älteren Diskussion. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. in: Publizistik.) Baden-Baden: Nomos. 113 – 194. S.) (1996): Massenkommunikation V. 48. Meier (Hrsg. New York: Campus.. Anthony Giddens.. S. Nr. Nr. Bd. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Von der Moderne zur Postmoderne. Nr. in: Otfried Jarren. S. Scott Lash (1996): Reflexive Modernisierung. Klaus von (1992): Theorie der Politik im 20. 461 – 478.M&K 49. Thomas. 1. 79 – 95. Blöbaum. Aufl.) (2001): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. S. 419 – 428. Opladen: Westdeutscher Verlag. 49 Jg. Ulrich (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. Jahrhundert. Jg. Aretz. Klaus-Dieter (2001): Ökonomisierung aus organisationssoziologischer Perspektive. 22 – 41. (Schriften zur Kommunikationswissenschaft. Grundlagen. Werner A. Giddens. 2. Bruns. 49 Jg. 195 – 205. Anthony (1996): Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. Jahrgang 3/2001 Geschlossenheit ihrer Operationen auf der einen und fremdreferenziellen Effekten und Erwartungen auf der anderen Seite zu erklären. 180) Diese Forderung verdient weitere Beachtung. Andreas (1996): ‘Lost at sea’: Die Realität der Massenmedien. S. Otfried. Frankfurt. Jarren. Matthias Kohring (1996): Unterschiede. 41. 2. S. Klaus. 15 – 31. Ulrich. Meier (Hrsg. Ergebnisse und Perspektiven medienökonomischer Forschung. Publizistische und ökonomische Aspekte von Medienmärkten und Markthandeln. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1995. Jarren. in: Otfried Jar- 322 . 2. S. Formen und Folgen. Fernsehorganisationen zwischen publizistischen Zielvorstellungen und systemischem Eigensinn. Ausdifferenzierung und Verselbständigung.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Historische und organisationstheoretische Bedingungen am Beispiel ARD. Alexander. Jarren. Bernd (1994): Journalismus als soziales System: Geschichte. (Schriftenreihe Media Perspektiven. Gehrke. in: Zeitschrift für Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag. in: Medien & Kommunikationswissenschaft. Marie Luise Kiefer (Hrsg. Opladen: Westdeutscher Verlag. Ralf Hohlfeld (1995): Wege zur Theorie des Rundfunkwandels. Formen und Folgen. Gernot. Eine Kontroverse. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Anthony (1995): Konsequenzen der Moderne. Nr. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Romy (1994): Rundfunk-PR im Kontext. 2. Meier (2001): Ökonomisierung und Kommerzialisierung von Medien und Mediensystem. Bd. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Otfried (2000): Gesellschaftliche Integration durch Medien? Zur Begründung normativer Anforderungen an Medien. Brill. Literatur Altmeppen. Einleitende Bemerkungen zu einer (notwendigen) Debatte.“ (Schimank 1998. Anthony Giddens. Hans-Jürgen (1997): Ökonomischer Imperialismus? Homo Oeconomicus und soziologische Theorie.. Fröhlich. in: Ulrich Beck.. Der Beitrag der Medienunternehmen zur Ökonomisierung. in: Rundfunk und Fernsehen.) Opladen: Westdeutscher Verlag. 2. Anthony (1988): Die Konstitution der Gesellschaft. 44. Nr. Altmeppen. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. Nr. 14. 1. Klaus-Dieter (1996): Märkte der Medienkommunikation. die Unterschiede machen: Neuere Theorieentwürfe zu Publizistik. 26 Jg. 2. Anthony Giddens. Werner A. 4. Eine Kontroverse. Görke. Giddens. Eine Kontroverse. Jg. 12. Nr. Frankfurt am Main: Suhrkamp.. Beck. 19 – 112. Jg. Beck. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. in: Ulrich Beck. S. Berg..

Frankfurt am Main: Suhrkamp. 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp Luhmann.. in: Journal of Institutional and Theoretical Economics (JITE) / Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. Entstehung und empirischer Gehalt einer Hypothese.. S. in: Otfried Jarren. Luhmann. Opladen: Westdeutscher Verlag. New York: Campus. Aufl. S. Ulrich. 1. 7. Siegwart (1990): Homo Socio-oeconomicus: The Emergence of a General Model of Man in the Social Sciences. Grundriß einer allgemeinen Theorie. in: Zeitschrift für Soziologie. Meier (Hrsg. Udo Michael (1991): Zur Konvergenz öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme. Sarcinelli. Nr. Niklas (1985): Die Autopoiesis des Bewußtseins. Luhmann. Nr. 49 Jg. S. Jg. 39. 5.1 und ProSieben im Vergleich. 49 Jg. 2. 39. Opladen: Westdeutscher Verlag. Udo Michael (2000): Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen. Fritz W. 4. Politik und Massenmedien. 4. S. Frankfurt am Main.. Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons.. Frank (1996): Die Massenmedien der Gesellschaft als soziales System?.und Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. in: Soziale Welt. Münch. Nr. Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien. Nr. Niklas (1991): Soziale Systeme. 36. S. Zur Bedeutung symbolischen Handelns in der Wahlkampfkommunikation der Bundesrepublik Deutschland. in: Walter Hömberg. 1. Scharpf (Hrsg. S.): Medien-Transformation: Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. 727 – 748. Matthias. S. Heinz Pürer (Hrsg. Jg. S. Renate. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Nr. Anmerkungen zu einem analytischen Paradigma. 402 – 446. Ulrich (1987): Symbolische Politik. (1988): Differenzierung und Verselbständigung: zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme. RTL. Oder: Wie alle – reihum – Presse und Rundfunk bezahlen. Mayntz. in: Rundfunk und Fernsehen. 2. 83 – 96. 2. Frank (1993): Publizistik als autopoietisches System. 323 . in: Renate Mayntz. Niklas (1999): Funktion der Religion. 38. 2. Luhmann.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens ren. 2. 177 – 194. Ein systemtheoretischer Entwurf.. Marcinkowski. Werner A. Sarcinelli. Manfred (2001): Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. 2. 15 – 33. Georg (1996): Rationalisierung. Aufl. in: Media Perspektiven. Marcinkowski. Nr. Renate et al.. Nr. 28. Marie-Luise (1996): Das duale Rundfunksystem – wirtschaftstheoretisch betrachtet. Frankfurt am Main: Suhrkamp.. Meier (Hrsg. 125 – 152... Scharpf (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus. Lindenberg. Nr. Jg. Disziplinierung und Differenzierung. Formen und Folgen.. Detlef Matthias Hug (1997): Öffentlichkeit und Journalismus. ZDF. Brigitta Nedelmann (1987): Eigendynamische soziale Prozesse. Zum Zusammenhang von Sozialtheorie und Zeitdiagnose bei Jürgen Habermas. Jens Tenscher (2000): Vom repräsentativen zum präsentativen Parlamentarismus? Entwurf eines Arenenmodells parlamentarischer Kommunikation. Frankfurt am Main. Kiefer. Ein Review über einige Integrationstrends. Manfred (1993): Marktpublizistik. Bd. 145 – 158. 81 – 97. Jg. 278 – 296. S. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Krüger. Emile Durkheim und Max Weber.): Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Rühl.. Mayntz. Opladen: Westdeutscher Verlag. Knoche. 39 – 72. Nr.. in: Soziale Systeme. S. in: Medien Journal. 22). Kneer. SAT. S. 648 – 668.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Werner A. Nr. 93 – 113. Renate. Michel Foucault und Niklas Luhmann. 146 Jg. S. Jg. Helmut (1999): Annäherungen zwischen Handlungstheorien und Systemtheorien. Zur Notwendigkeit der Beobachtung gesellschaftlicher Interdependenz. Programmanalyse 1999: ARD. Fritz W. Nolte. Mayntz. Krüger. Formen und Folgen. S. Eine systemtheoretische Analyse. Konstanz: UVK. in: Publizistik. Kohring. 429 – 440. Jg. New York: Campus. in: Otfried Jarren. Richard (1988): Theorie des Handelns. Aufl. 4.

1 – 22. Formen und Folgen. Heinz-Werner (1998a): Medien in Deutschland. Nr.) 2. Nr. Rundfunkprogramme.. Stefan (1998): Fernsehen im Wandel. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn.M&K 49. S. Gabriele (2001): Ökonomisierung der Medien aus systemtheoretischer Perspektive. Schimank. Anmerkungen zur Rundfunkpolitik. Die zwei Seiten struktureller Dynamiken moderner Gesellschaften. 1. 1. S. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. 14. Uwe (1998): Code – Leistungen – Funktion: Zur Konstitution gesellschaftlicher Teilsysteme. in: Otfried Jarren.. 5. Jg. 4. Kapital. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. 421 – 434. Opladen: Leske + Budrich. 1. Publizistik zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Zielen. 49 Jg. Rundfunkrecht. 324 . Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Johannes (1993): System und Akteur.. Jg. Schumpeter.. Uwe (1988): Gesellschaftliche Teilsysteme als Akteurfiktionen. S. Siegert. Zins und Konjunkturzyklus. in: Soziale Systeme. November 1986 (BVerfGE 73. Josef (1952): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Konstanz: UVK. Schimank.. 619 – 639. Teil 1: Zum Rundfunkbegriff. Nr. Heinz-Werner (1998b): Medien in Deutschland. Teil 2: Privater Rundfunk. (UTB. Konstanz: UVK. in: Otfried Jarren (Hrsg. 73 – 100. Konstanz: UVK.) Siegert.): Medienwandel – Gesellschaftswandel? 10 Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Eine Bilanz. S. Uwe (1995): Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien. Organisation des Rundfunks. Zum Nutzen zweier soziologischer Paradigmen bei der Erklärung erfolgreichen Scheiterns. 35 – 50. Gabriele (1996): Die Beziehung zwischen Medien und Ökonomie als systemtheoretisches Problem. Kredit. Differenzierung und Ökonomisierung eines Mediums.). 3. Wehmeier. Stefan (2000): Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. Jg. S. S. in: Zeitschrift für Soziologie. Berlin: Vistas. Geschichte des Rundfunks. 74 – 93. Werner A. 1. Christian (2000): Zur politischen Ökonomie der Medien. in: Claudia Mast (Hrsg. Nr.): Markt – Macht – Medien.und Kommunikationsforschung. Eine Untersuchung am Beispiel des dualen Rundfunksystems. 1886. 23. 43 – 55. Nr. 2. Aufl. in: Soziale Systeme. 45. Roger Blum (Hrsg. Wien: Universitäts-Verlag. Rundfunktechnik. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Steininger. Berlin: Duncker & Humblot. Finanzierung des Rundfunks. 118) Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. 175 – 184. Nr.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Jg. (Original: 1911. Schimank. Band 2. 6. 167 – 176. 1993.): Zerfall der Öffentlichkeit? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Aufl. Uwe (2000): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung. Meier (Hrsg. Band 2 – Rundfunk. Bd. Jahrgang 3/2001 Kurt Imhof. Theis-Berglmair. Weyer. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg.. Schimank. Uwe (1985): Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung – Ein Diskussionsvorschlag. Stuiber. Konstanz: UVK. Schimank. Stuiber. 238). Anna Maria (1994): Medienwandel – Modellwandel? Reflexionen über die gesellschaftliche Komponente der Massenkommunikation. Weber. S. Konstanz: UVK. S. Februar 1991 (BVerfGE 83. S. 40..

BERICHTE Persönliche Homepages im WWW Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Nicola Döring Persönliche Homepages sind Webangebote. die Adresse zur Homepage. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. • „Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage“ berichtete die Berliner Zeitung im April 2001. but because I simply don’t mind being watched. wo sie heute mit sechs Katzen. Die vorliegenden theoretischen Beiträge konzentrieren sich darauf. • 1996 startete die damals 20-jährige Studentin Jennifer Ringley eine persönliche Homepage.“ (Storrer. seiner Schwester und seinen beiden Neffen. Log-File-Analysen. eine unzensierte Nonstop-Live-Übertragung von Videobildern aus ihrem Haus in Kalifornien. Zur Produktion. Der Aufsatz beschäftigt sich zunächst mit der Abgrenzung und Definition dieser personalisierten Form des Online-Publizierens und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz. Der Aufsatz berichtet die wichtigsten Befunde.und Gruppenkommunikation dienen. und zeigt Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung auf. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. einen Werbebanner mit dem Teaser „Click here to shoot your boss“). sondern in unterschiedlicher Weise auch einen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können. as you so desire. ein Online-Tagebuch und die legendäre JenniCam enthält. die von einzelnen Personen betrieben werden. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homepages referiert. or not. die durch Inhaltsanalysen. der vor Gericht immer seine Unschuld beteuert hatte. März 2001). It is more than a bit fascinating to me as an experiment. Bamber. dass überhaupt „ein verurteilter. die Gedichte. Klassifikation und Rezeption persönlicher Homepages liegen rund dreißig empirische Studien vor. das passt zu mir“.de) kommentiert.jeremybamber. I am not 325 . zur Heimstätte der virtuellen Existenz im Internet.com) ist momentan vom Provider gesperrt. habe der 57-jährige Wolfgang Thierse die von einer Agentur für ihn entwickelte Webpräsenz (www. „Auf der Visitenkarte des postmodernen Menschen darf sie eigentlich schon fast nicht mehr fehlen. mehrfacher Mörder aus dem Gefängnis heraus eine eigene Website betreiben kann“ (Birmingham Evening Mail. even (especially?) after five years. Freilich sind Internet-Nutzer und Visitenkarten-Besitzer sowohl global als auch national privilegierte Minderheiten – doch der Trend zur Veralltäglichung persönlicher Homepages ist unverkennbar.wolfgang-thierse. „Die Homepage ist nicht zu peppig. Es wird argumentiert. • Die Homepage von Jeremy Bamber (www. Der 39-jährige Engländer war vor 15 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden für die Morde an seiner Mutter. Doch Opferschutz-Vereinigungen protestierten – nicht nur gegen Inhalt und Aufmachung der Site (sie enthielt u. sondern auch dagegen. 1999: 2). einem Hund und ihrem Freund Dex lebt: „I keep JenniCam alive not because I want to be watched. So feel free to watch. wollte sich mit seiner Online-Darstellung des Falles an die breite Öffentlichkeit wenden und seinen Bemühungen um ein Revisionsverfahren Nachdruck verleihen.a. dass persönliche Homepages nicht nur der Individual.

1998. 1999: 31ff. „Renates Homepage“. LogFile-Analysen. Der Besitzstatus ist bei persönlichen Homepages fast durchgehend an personalisierten Seitentiteln und Überschriften abzulesen (z. 1. 1998. die durch Inhaltsanalysen. Jones. Tausende von Website-Besuchern verfolgen.M&K 49. B.. B. präsentiert Kapitel 3. während die kostenlose Übertragung alle 15 Minuten eine neue Aufnahme liefert. wie Ringley seit Jahren netzöffentlich „einfach sie selbst ist“. 1998. Gräf & Krajewski.at/praissakis/). „Unsere Familien-Homepage“). Döring. „Danielas Heimatseite“. eine Familie.” (www. B. 1997. 1999). mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. Liebes-. Gackenbach. In einschlägigen. Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung werden im Ausblick aufgezeigt (Kapitel 4). Trotzdem ist bislang wenig systematisches Wissen gesammelt worden über die Determinanten. 1999: 85.1 Definition der persönlichen Homepage Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote. Verlinkung eines Webangebotes in einem dezidierten Verzeichnis 326 . Die persönliche Homepage Wie ist die persönliche Homepage von anderen Web-Angeboten abzugrenzen? Welche Relevanz besitzt sie als Gegenstand in der Kommunikationswissenschaft? Welchen Beitrag leistet sie zur öffentlichen Kommunikation? 1. „Steppo’s kleine Homepage“. Wallace. Schlobinski & Siever. Eisenhardt“. „My Homepage“. Wenn statt einer einzelnen Person ein Freundes-. 1997. I am here simply to be me. „Homepage von Christoph G.) – nicht behandelt. Beck & Vowe. Der vorliegende Aufsatz definiert zunächst das Forschungsobjekt persönliche Homepage und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz (Kapitel 1). 1997.jennicam. Die Homepage der 34Jährigen bietet eine Mischung aus Informationstexten und Erfahrungsberichten zu diversen Themen und Details aus dem Alltag blinder Menschen (http://members. Sie umfasst eine Reihe theoretischer Beiträge (Kapitel 2). 2000) werden persönliche Homepages – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z. Sie ist leidenschaftlicher Theater-Fan und als Sekretärin bei der Steiermärkischen Landesregierung tätig. „Olli’s World“. Jahrgang 3/2001 here to be loved or hated. Merkmale und Konsequenzen dieser neuen Publikationspraxis. Wohngemeinschaft oder eine andere informelle Kleingruppe für das Webangebot verantwortlich zeichnet. „Christina’s Corner“. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homesites referiert. Die wichtigsten Befunde. im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Sammelbänden und Monografien zum Internet (z. oder Geschwisterpaar. • Petra Raissakis aus Graz kam drei Monate zu früh auf die Welt und wurde durch eine Augenschädigung im Brutkasten blind. wie vielfältig und weitreichend kommunikative und soziale Implikationen persönlicher Homepages sind. 1998. aber auch rund dreißig empirische Arbeiten. so handelt es sich um die Sonderform der kollektiven persönlichen Homepage. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden. Thimm. Rössler. „Sugianto’s Little Palace“. Runkehl. aon. Dominick. wobei man durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft Bilder im Minutentakt erhält. Neverla. die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden (vgl. Kiesler. Auch die Platzierung bzw. Clique. 285ff.com). Die vier Beispiele verdeutlichen. 1997.

Döring · Persönliche Homepages

persönlicher Homepages (z. B. zu finden bei www.yahoo.com, www.lycos.com oder www.web.de) ermöglicht eine einfache Identifikation von Webangeboten als persönliche Homepages. Die hier favorisierte kommunikationswissenschaftliche Definition der persönlichen Homepage verwendet den Besitzstatus bzw. die Sender-Rolle des Individuums als zentrales Kriterium und nicht etwa bestimmte Inhalte. Was eine Person über ihre Homepage der Netzöffentlichkeit mitteilt, ist vielmehr eine empirische Frage, die durch die Homepage-Forschung zu beantworten ist. Inhaltliche Beschränkungen (z. B. auf autobiografische Informationen), die in diversen Homepage-Definitionen zu finden sind und typischerweise inhaltlich und motivational auf eine Psychologisierung hinauslaufen (z. B. bei de Saint-Georges, 1998; Walker, 2000; Wynn & Katz, 1997), werden hier als eine vorschnelle Beschneidung des Gegenstands abgelehnt (vgl. Kap. 3.2). Wir sprechen von „persönlichen“ Homepages unabhängig davon, wie privat oder intim ihre Inhalte sind. Wenn das Web-Angebot einer Person auf berufliche Aktivitäten beschränkt ist oder ein unkommentiertes Software- oder Geschichten-Archiv enthält, so handelt es sich gemäß der hier vorgeschlagenen Definition dennoch um eine persönliche (also personenbezogene) Homepage. Als Synonym für „persönliche Homepage“ (personal homepage) wird im Deutschen – seltener im Englischen – auch der Begriff „private Homepage“ (private homepage) verwendet. Storrers (1999) Definition, der gemäß die privaten Homepages „der Selbstdarstellung als Privatmensch und als Teil der ,Internet-Gemeinde‘“ dienen, während man auf der persönlichen Homepage die „berufliche Rolle im ,real life‘“ darstellt, wird hier nicht übernommen, da sie vom üblichen synonymen Sprachgebrauch beider Begriffe abweicht und zudem inhaltlich nicht trennscharf ist. Als Gegenbegriff zur „persönlichen Homepage“ wird oft die „kommerzielle Homepage“ genannt. Diese Kontrastierung ist jedoch irreführend. Zwar sind Web-Angebote kommerzieller Unternehmen durch die am Besitzstatus orientierte Definition hier ausgeschlossen. Ob und wie Individuen ihre eigenen Online-Publikationen mit finanziellen Interessen koppeln, ist jedoch wiederum eine offene empirische Frage und sollte nicht durch definitorische Einengung vorentschieden werden. Die Erfahrung, in Eigenregie gefragten Content anbieten zu können, scheint anekdotischen Berichten zufolge manche Personen erst zu einer Semi-Kommerzialisierung ihrer persönlichen Homepages anzuregen, etwa indem sie bestimmte Bereiche (z. B. Bilder-Galerien) mit Passwort-Schutz versehen und nur kostenpflichtig Zugang gewähren, wie das beispielsweise die eingangs erwähnte Jennifer Ringley tut. Die persönliche Homepage ist gerade für jene Personen von besonderer ökonomischer Relevanz, die selbständig tätig sind und somit neue Möglichkeiten des Selbst-Marketing und der Self-Promotion finden (z. B. Künstler-Homepage: www.eviniessner.de). Von persönlichen Homepages (definiert über den individuellen Besitzstatus) sind als nicht-persönliche Homepages solche Web-Angebote abzugrenzen, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z. B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und somit nicht das Individuum als Sender agieren lassen. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. Abgesehen von diesen im Sonderfall auftretenden sozialen Einschränkungen unter-

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M&K 49. Jahrgang 3/2001

liegt jedes Homepage-Projekt technischen Restriktionen, die sich etwa aus den Vorgaben des Webspace-Anbieters (z. B. Speicherplatz-Beschränkung) und des verwendeten Web-Editors (z. B. voreingestellte Farbauswahl) ergeben und nur bei entsprechendem finanziellen Einsatz und fortgeschrittener Webkompetenz zu umgehen sind (vgl. Berker, 1999). Alle genannten Typen von Homepages sind jedoch auf technischer und textwissenschaftlicher Ebene gleichermaßen als elektronische Hypertexte zu kennzeichnen (Storrer, 2000). Obwohl von der persönlichen Home-„Page“ die Rede ist, meint man nicht nur die Startseite eines Webangebots, sondern die gesamte Web-„Site“, also alle inhaltlich zusammengehörigen Web-Seiten, die eine Person(engruppe) als ihre persönliche Homepage anbietet. Der korrekte Begriff „Homesite“ hat sich jedoch in der Homepage-Forschung nicht durchgesetzt und wird deswegen auch in dem hier vorliegenden Überblicksaufsatz nicht verwendet. Zudem ist zu beachten, dass „HomeSite“ bereits als Name eines bekannten Web-Editors aus dem Hause Macromedia & Allaire eingeführt ist und sich somit als Suchbegriff für inhaltliche Recherchen zum Thema „persönliche Homepage“ nicht eignet. 1.2 Kommunikationswissenschaftliche Relevanz der persönlichen Homepage Eine Kommunikationswissenschaft, die in Anlehnung an die anglo-amerikanische Tradition einen weitgefassten Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, der mediatisierte und nicht-mediatisierte Individual- und Gruppenkommunikation einschließt, hat keine Probleme, die persönliche Homepage als relevanten Forschungsgegenstand anzuerkennen. Denn als spezifische, in nennenswertem Umfang verbreitete (siehe Kap. 3.1.1) Variante der intra- und interpersonalen sowie intra- und intergruppalen OnlineKommunikation wäre sie per se untersuchenswert. Schließlich wissen wir noch immer zu wenig darüber, wie und mit welchen Konsequenzen sich Menschen das Internet und seine verschiedenen Kommunikationsdienste praktisch aneignen. Eine Untersuchung dieser Aneignungsprozesse, die am individuellen Verhalten und Erleben ansetzt, wird sich vor allem an sozial- und medienpsychologischen Theorien und Konzepten orientieren (vgl. Kap. 2). Eine Kommunikationswissenschaft, die den im deutschsprachigen Raum dominierenden publizistischen Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, wird die persönliche Homepage dagegen auf den ersten Blick eher als randständig – wenn nicht gar irrelevant – einordnen: Nicht von Institutionen und Unternehmen, sondern von Individuen produziert, nicht von einem Massenpublikum, sondern oft nur von einzelnen Interessenten(gruppen) rezipiert, leistet die persönliche Homepage allenfalls einen marginalen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation, mag man einwenden. Diese Einschätzung ist jedoch diskussionswürdig, wobei nicht nur empirische Argumente (z. B. tatsächliche Reichweite persönlicher Homepages), sondern auch theoretische und konzeptuelle Überlegungen (z. B. Verständnis von öffentlicher Kommunikation) ins Feld zu führen sind. Der vorliegende Aufsatz plädiert für eine Betrachtung persönlicher Homepages gerade auch innerhalb der am publizistischen Medienbegriff orientierten Kommunikationswissenschaft. 1.3 Persönliche Homepages und öffentliche Kommunikation Der Stellenwert der persönlichen Homepage im Bereich der öffentlichen Kommunikation ist bislang kaum explizit diskutiert worden. Die fehlende Auseinandersetzung mit

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Döring · Persönliche Homepages

dem Thema könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Kommunikationswissenschaftler/innen persönliche Homepages tatsächlich für einen irrelevanten Gegenstandsbereich halten. Die zurückhaltende Thematisierung könnte jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Homepage-Forschung erst etabliert und viele ihrer Beiträge durch sehr verstreute Publikationsorte und geringe wechselseitige Zitierung schwer zugänglich sind. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, den Forschungsstand zu persönlichen Homepages breiteren Kreisen innerhalb der Kommunikationswissenschaft bekannt zu machen, um damit einen dezidiert kommunikationswissenschaftlichen Diskurs zu persönlichen Homepages anzustoßen. Drei Thesen zur Bedeutung der persönlichen Homepage für die öffentliche Kommunikation könnten diesen zukünftigen Diskurs strukturieren. Sie werden im Folgenden anhand diverser Beispiele erläutert. These 1: Persönliche Homepages sind Medien der Massenkommunikation. Im Sinne einer publizistischen Egalisierung bietet das Internet die Möglichkeit, dass auch Einzelpersonen durch den Erwerb entsprechender Medienkompetenz bzw. die Inanspruchnahme einschlägiger Dienstleister zu vergleichsweise geringen Kosten professionelle Online-Publikationen erstellen und damit potenziell Massenpublika erreichen, was vormals nur institutionalisierten Medienanbietern möglich war. Zuweilen treten persönliche Homepages in ein Konkurrenz- oder Ergänzungsverhältnis zu herkömmlichen Massenmedien. Eine Vorreiterrolle nehmen hier Personen des öffentlichen Lebens ein, die via Homepage ihre ohnehin bereits etablierte mediale Präsenz direkt mitgestalten wollen. Prominente Beispiele sind etwa der Autor Stephen King, der in dem Bestreben, sich von Verlegern zu emanzipieren, den Fortsetzungs-Roman „The Plant“ von 2000 bis 2001 via Download über seine persönliche Homepage vertrieb und jede Woche mehrere Tausend Leserinnen und Leser fand (www.stephenking.com) oder die Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die auf den Vorwurf, ihre 1975 an der Universität Bremen eingereichte Dissertationsschrift sei nie publiziert worden, unmittelbar reagierte, indem sie das Dokument Ende 2000 auf ihre persönliche Homepage stellte (www. daeubler-gmelin.de). Mit Hilfe einer persönlichen Homepage wurde Anfang 2001 in der Joschka-FischerAffäre Mediengeschichte geschrieben (Welzel, 2001): „Bettina Röhl hat auf altem Photomaterial einen Polizisten-prügelnden Außenminister in spe erkannt und diese Nachricht an den Stern verkauft. Da man dort jedoch Bedenken hatte, als erstes Medium mit der Enthüllung der Fischerschen Vergangenheit aufzumachen, erschien nur ein 30-Zeiler im Stern. Eine Meldung, die es in sich hatte, denn sie nannte die Homepage-Adresse von Röhl und diese Homepage (www.bettinaroehl.de) wiederum zeigte die eigentlich altbekannten Photos, auf denen Fischer neu entlarvt worden war. Ein neuer Köpfe-Skandal war da, lanciert im Netz, und Röhls Homepage fand mit täglich 4000 Zugriffen, so ihre Aussage gegenüber politik-digital, regen Zulauf.“ Persönliche Homepages, die von Prominenten stammen, die brisante Inhalte anbieten, über die in den Massenmedien berichtet wird oder die aus anderen Gründen ein disperses Publikum anziehen, können unter Verbreitungsperspektive den Medien der Massenkommunikation zugerechnet werden, obwohl die Anbieter (bei unterschiedlichem Professionalisierungsgrad) als Individuen keine organisierten medialen Akteure sind.

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können Interessierte und Außenstehende (sofern sie online sind) das Kommunikationsgeschehen unbemerkt beobachten und sich bei Bedarf auch selbst beteiligen. www. B. Publikums.webring. cyberchicks. dass die Beteiligten ihre Homepages dauerhaft mit einem bestimmten Banner versehen (z. Fangemeinschaften oder Scientific Communities) werden im Netz breiteren Kreisen zugänglich. bietet durch ihren öffentlichen Charakter trotz Differenzierung neue Chancen gesellschaftlicher Integration: Gruppenspezifische Diskurse. wie sich die Position von Mädchen und Frauen in den Jugendkulturen Punk. Newsboards. www. Blue Ribbon Campaign«. Indem persönliche Homepages explizit bestimmte Zielgruppen adressieren. so dass wissenschaftliche Printmedien häufig nur noch mit zeitlicher Verzögerung das nachbereiten.popo. soziale Gruppen mit reger Binnenkommunikation geschaffen. Jahrgang 3/2001 These 2: Persönliche Homepages sind Medien der öffentlichen Gruppenkommunikation. auch wenn sie nur teilweise im Zuge intermedialen Agenda-Settings von den Massenmedien aufgegriffen werden.at/demo/) ist neben der netzöffentlichen Wirkung oft auch eine Resonanz in den Offline-Massenmedien angestrebt. B. Kundenbindung zu er- 330 . Community Organizer interessieren sich dafür. Legt man zugrunde. Computerspiele-Fans oder von Depression Betroffene. Gerade die Gruppenkommunikation im Netz. „Free Speech Online. Im Zuge der gesellschaftlichen Individualisierung und der Pluralisierung der Lebensmodelle werden Gruppenöffentlichkeiten als Teilöffentlichkeiten wichtiger.und House-Szene u. dass in den hochtechnisierten Ländern die Internet-Adoptionsrate die 50%-Schwelle teilweise bereits überschritten hat. Richard (2000) beschreibt. die den Mainstream-Medien fehlen.org/br/) oder an einem bestimmten Tag den Content ihrer Site sperren (z. Gruftie sowie Techno. die sonst selbstorganisiert entsteht. durch selbstbestimmte Webpräsenzen verändert und teilweise auch neue Stilbildungen hervorgebracht hat (z. Treffen von Selbsthilfegruppen.M&K 49.und Orientierungsfunktionen erfüllen.). Februar 2001. was in der Fachöffentlichkeit durch Online-Kommunikation bereits bekannt ist. netgrrls). man kann sich jeweils an den Quellen informieren und selbst partizipieren. a. können sich online in eine Liste eintragen und ersetzen ihre Startseite für 24 Stunden durch einen einheitlichen Banner. die sich beteiligen wollen. die darauf hinauslaufen. Internet-Demonstration gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ am 2. konstituieren sich teilweise aber auch erst im Netz (vgl. B. Bei politischen Kampagnen und Demonstrationen. B. so kann Online-Diskursen eine öffentliche Wirkung zugeschrieben werden. 1999: 369ff. Zeitschriften. initiieren und vorstrukturieren können. um damit bestimmte Zielgruppen anzuziehen. werden womöglich von den zahlreichen. die sich online informieren. B. wie sie öffentliche Gruppenkommunikation.bzw. B. qualitativ hochwertigen persönlichen Homepages ihrer Peer Communities stärker beeinflusst als von nicht-persönlichen Webangeboten oder Offline-Medien.com) und im Sinne von Crossmedia-Strategien zusätzliche Kommunikationswege integrieren (z. Da ein Großteil dieser intragruppalen Kommunikation netzöffentlich verläuft. Das Vorgehen bei einer Netzdemonstration ist einfach: Websites. Chat-Rooms. die sonst in nicht-öffentlichen oder schwer zugänglichen Räumen stattfinden (z. Die Netzöffentlichkeiten setzen teilweise auf bereits etablierte Offline-Netzwerke auf. sich untereinander nach Maßgabe thematischer Ähnlichkeit zu Webrings zusammenschließen (z.eff. werden soziale Netzwerke bzw. Events). Döring. die oft als Ursache von „Tribalisierung“ und Zersplitterung von Öffentlichkeit kritisiert wird. www. Im Bereich der Internet-Forschung finden die entscheidenden Diskussionen mittlerweile netzöffentlich statt über entsprechende Homepage-Publikationen und Online-Foren. weil sie spezifische Identifikations.

de). wenn auch kaum systematisch untersuchten Einfluss auf die Massenmedien haben persönliche Homepages im Kontext journalistischer Online-Recherchen. auf die man ohne ihre persönliche Online-Präsenz nie aufmerksam geworden wäre. was den Reiz authentischer persönlicher Homepages ausmacht und wie man dieses Format ansprechend umsetzt. wobei gecastete Diaristen gegen Honorar netzöffentlich über ihr „reales Leben“ schreiben. umso eher können entsprechende Vorgaben dahingehend optimiert werden. Die vom ZDF produzierte Web-Soap Etage Zwo drehte sich um fünf fiktionale Start-up-Unternehmer/innen.und Fachöffentlichkeiten (mit)konstituieren.de) als auch neue Akteure (z. das Genre „persönliche Homepage“ als Format zu übernehmen: Die Diary Entertainment GmbH produziert seit 1999 eine Diary-Soap (www.amazon. Je besser die kommunikativen Funktionen von persönlichen Homepages bekannt sind.diary. B.com) seine Kundschaft durch Leserrezensionen. www. These 3: Persönliche Homepages sind Medien der Individual. um damit weiteren Wareneinkauf anzuregen. öffentlichen Gruppenkommunikation aufgrund zu geringer direkter Rezipientenbeteiligung in Frage stellt.und Gruppenkommunikation und dienen den Massenmedien als Ressourcen. bleiben indirekte Effekte zu berücksichtigen. Die im November 2000 ehrgeizig gestartete Web-Soap wurde wie ihr RTL-Pendant Zwischen den Stunden jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestellt. die wöchentlich in dreiminütigen Video-Clips zu sehen waren sowie fortlaufend über ihre persönlichen Homepages und sonstigen Online-Aktivitäten präsentiert wurden. mag jedoch abgesehen von den kommerziellen Implikationen auch rezeptionstheoretisch interessante (und möglicherweise sogar wünschenswerte) Folgen haben. sie können zum intermedialen Agenda-Setting beitragen und sie werden im Rahmen des Community Building zur Vorstrukturierung von spezifischen (z. Bemerkenswert sind beispielsweise Versuche von Medienunternehmen und Medieninstitutionen. Die solitäre Buchrezeption in öffentliche Kommunikationskontexte einzubetten. Als Community Organizer betätigen sich sowohl herkömmliche Medienunternehmen mit ihren Online-Präsenzen (z. die über Medienproduzenten vermittelt werden. 2001b). Dies betrifft das Beschaffen von Ideen und Informationen sowie das Auffinden und Ansprechen von Interview-Partnern oder sonstigen Kontaktpersonen. B.de) nach dem Vorbild der auf persönlichen Homepages publizierten Online-Tagebücher (Döring. B. Im Rahmen des Community-Building werden den potenziellen Mitgliedern typischerweise Möglichkeiten eingeräumt.metropolis. dass aktive Teilöffentlichkeiten entstehen. 2001a). sind in dreierlei Weise für die Auseinandersetzung mit öffentlicher Kommunikation von Belang: Sie können relevante Teil. 331 . Einen möglicherweise sehr großen. www. Persönliche Homepages. ein persönliches Profil oder eine persönliche Homepage einzurichten.Döring · Persönliche Homepages höhen und zielgerichtete Werbemaßnahmen zu realisieren (Döring. So versucht der OnlineBuchshop Amazon (www. die im Kontext netzöffentlicher Gruppenkommunikation publiziert und rezipiert werden.sat1. Online-Foren und persönliche Profile in eine Kommunikationsgemeinschaft zu überführen. Vielleicht hatten die Medienproduzenten unter anderem nicht richtig erkannt. Selbst wenn man den direkten Beitrag persönlicher Homepages zur Massenkommunikation bzw. produktzentrierten) teilöffentlichen Kommunikationsprozessen eingesetzt.

Turkle. 2000. „Selbst“ der weitere Begriff (Greve. 332 . Während die Selbst-Aspekte zusammengenommen sämtliche auf die eigene Person bezogenen Inhalte und die auf ihnen operierenden Prozesse umfassen. Miller & Mather. 4). sondern als dynamische und multiple Struktur verstanden. 1997) oder Pastiche (Gergen. this can facilitate a sense of dialogue with oneself“ (Chandler & Roberts-Young. 1998. was das Gefühl von Selbstintegration und Selbstwirksamkeit fördern kann (Hevern. Theorien zur persönlichen Homepage Es ist ausdrücklich nicht das Ziel dieser Literaturübersicht. Lillie. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. Wynn & Katz. „multiples Selbst“. wobei die einzelnen Selbst-Aspekte dann die Stimmen in einem inneren Dialog darstellen (Hermans & Kempen. 1998. Den Konzepten „Patchwork-Identität“. 1995: 259. B. aufgreifen sollte. 1997) Variante unserer intrapersonalen Kommunikation dar. „Identität“ ist demnach der engere. 1993). Jahrgang 3/2001 2. Kap. sei es für eine begrenzte Lebensphase (z. 1997).1 Identitäts-Theorien Während der traditionelle Identitäts-Begriff von der Konstanz und Einheitlichkeit der Identität ausgeht. die sich aus diversen Selbst-Aspekten zusammensetzt (Hannover. 1991: 150) von unabhängigen und teilweise auch widersprüchlichen Teil-Identitäten verstanden. „dynamisches Selbst“ und „dialogisches Selbst“ gemeinsam ist der Fokus auf Konstruiertheit. 1999: 255ff. 1997) immer wieder neu zu konstruieren und aufeinander zu beziehen sind. sind mit Teil-Identitäten nur die besonders relevanten Selbst-Aspekte gemeint (vgl. sie wird durch Updates regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und vereint in ihrer Hypertext-Struktur durch interne und externe Links mühelos diverse disparate und diachrone Selbst-Aspekte und Teil-Identitäten (Chandler. Der Homepage-Bau fordert zum systematischen Beantworten der identitätskritischen „Wer bin ich?“-Frage auf und unterstützt die Internalisierung der jeweiligen Antworten. 1996). 1998: o. Wynn & Katz. 1998. Als Medium des Selbstausdrucks und der Selbstkonstruktion stellt die Homepage dementsprechend eine wichtige und potenziell heilsame (vgl. Pennebaker. die freilich vorliegende theoretische Beiträge kennen und ggf. S.). die in alltäglicher Identitätsarbeit (Keupp & Höfer. Döring. Die Theoriebildung in der sozialwissenschaftlichen Homepage-Forschung kreist bislang darum.M&K 49. wird postmoderne Identität als Patchwork (Keupp. Das multiple Selbst wird auch als dialogisches Selbst theoretisch modelliert. Analog wird auch das Selbst heute nicht mehr als homogenes und statisches Gebilde. die sich im WWW selbstbestimmt definieren und mit anderen Selbst-Aspekten verknüpfen lassen. Diese Aufgaben obliegen der zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Homepage-Forschung (vgl. ein bestimmtes kommunikationswissenschaftliches Homepage-Modell vorzuschlagen oder die im letzten Abschnitt entwickelten kommunikationswissenschaftlichen Thesen zur Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation theoretisch zu elaborieren und zu prüfen. Kein anderes Medium scheint so passungsgenau wie die persönliche Homepage die heutigen Anforderungen an Identitätsarbeit zu erfüllen: „Where webpages are experienced as being emotionally close to their authors as well as physically detached from them.). Veränderung und Vielfältigkeit. 2. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf unsere marginalisierten Teil-Identitäten. Eben diese Aspekte finden sich in persönlichen Homepages wieder: Die Homepage ist naturgemäß immer „under construction“. 2000). 1997).

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Studium, Schwangerschaft, Coming-Out, Bewältigung eines Traumas) oder für einen offenen Zeithorizont: „Die persönliche Homepage im Web ist […] die rund um die Uhr von überall her erreichbare Basisstation unserer Aktivitäten. Gut geplant und regelmäßig gepflegt repräsentiert sie unseren jeweils aktuellen Status als komplexes Individuum mit vielfältigen Beziehungen und Interessen. Sie unterstützt unsere Wünsche und Pläne für die Zukunft“ (Klinger, 2001). 2.2 Selbstdarstellungs-Theorien Da die persönliche Homepage im WWW veröffentlicht wird und potenziell ein großes und heterogenes Publikum erreicht, ist sie auch ein wichtiges interpersonales Medium der Eindrucksregulation (impression management) und Selbstdarstellung (self presentation). Wann immer andere Menschen unser Verhalten direkt beobachten oder davon Kenntnis erhalten können, achten wir darauf, welchen Eindruck wir hinterlassen (Leary, 1996; Mummendey, 1995). Aus Sicht des Impression Management sind nur Situationen „privat“, in denen wir allein und unbeobachtet sind. Alle anderen Situationen sind „öffentlich“, wobei je nach konkretem Adressatenkreis unterschiedliche Öffentlichkeiten zu unterscheiden sind. Wir bemühen uns in unserem öffentlichen Alltag generell um situationsadäquates Verhalten: Um nützliche Eindrücke zu erzeugen und schädliche zu vermeiden, setzen wir bestimmte assertive und defensive Techniken der Eindruckssteuerung ein. Dies können etwa Selbstlob oder Entschuldigungen sein, die man nebenbei im Gespräch äußert. In bestimmten Situationen tritt die Eindrucksregulation als explizite Selbstdarstellung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist etwa in Bewerbungssituationen, beim Blind Date oder beim biografischen Interview der Fall sowie in der medialen Kommunikation, die diesen Face-to-Face-Begegnungen vorausgeht oder nachfolgt (z. B. Bewerbungsunterlagen, Kontaktanzeige). Die Selbstdarstellungsforschung, die entscheidend von dem Soziologen Erving Goffman (1959) und seiner Metapher des „Theaterspielens im Alltag“ geprägt wurde, betont ausdrücklich die prosozialen Aspekte der Eindruckssteuerung und distanziert sich damit von dem negativ konnotierten Alltagsverständnis der Eindruckssteuerung als unfairer Manipulation und der Selbstdarstellung als egozentristischer Angeberei. Nach Jones (1990) sind vor allem fünf Selbstdarstellungs-Strategien zu unterscheiden: 1. ingratiation (sympathisch wirken), 2. intimidation (überlegen wirken), 3. self-promotion (kompetent wirken), 4. exemplification (moralisch vorbildlich wirken) und 5. supplication (hilfsbedürftig wirken). Für eine elaborierte Selbstdarstellung ist die persönliche Homepage gut geeignet (Chandler, 1998; Karlsson, 1998; Miller, 1995; Wynn & Katz, 1997): Man kann sich umfänglich und ungestört über sich selbst äußern, dabei auf diverse Modalitäten und Codes zurückgreifen, unterliegt in der Veröffentlichung keiner redaktionellen Kontrolle und erreicht mit vergleichsweise geringem Aufwand sowohl disperse als auch sehr kleine und spezialisierte Publika. Bisher war es wenigen ausgewählten Menschen vorbehalten, sich vor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen; heute stehen große Bühnen der Selbstdarstellung prinzipiell allen webkompetenten Menschen offen. Dabei kann es darum gehen, bestimmten Publika einen Eindruck von der eigenen Person und personalen Identität zu vermitteln (z. B. potenziellen Arbeitgebern, Chat-Freunden, Fachkollegen), um damit Kontaktchancen und Vernetzung zu verbessern (Erickson, 1996). Es kann aber auch Aufklärungsarbeit intendiert sein für eine bestimmte kollektive Identität bzw. soziale Gruppe, zu der man gehört und deren Bild in der Öffentlichkeit man beeinflussen möchte (Hevern, 2000). Während das Eindrucksmanagement

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bei der zeitgleichen Kommunikation (Face-to-Face, Telefon, Chat) flexibel und nuanciert auf Adressatenreaktionen eingehen kann, sind Webautoren mit einem chronischen Informationsmangel konfrontiert, sowohl was die Zusammensetzung ihres Publikums als auch deren Erwartungen und Bewertungen betrifft. 2.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation Bei der computervermittelten interpersonalen Kommunikation (CvK) tauschen räumlich getrennte Personen zeitversetzt oder zeitgleich digitale Botschaften (Texte, Bilder usw.) aus. Bislang ist die computervermittelte Kommunikation in der Praxis noch sehr textlastig, so dass sich CvK-Theorien auf die sozialen Konsequenzen einer digitalen Textkommunikation konzentrieren. Aus der Vielzahl der theoretischen Modelle, die jeweils einzelne Aspekte der computervermittelten Kommunikation in den Mittelpunkt stellen (siehe zum Überblick Döring, 1999: 209ff.), lassen sich zwei Kontroversen herauskristallisieren, die für persönliche Homepages besonders relevant sind: Zum einen die Frage nach der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit und zum anderen die Frage nach der Authentizität oder Inauthentizität netzbasierter Selbstaussagen. Das technikdeterministische Kanalreduktions-Modell geht davon aus, dass die webbasierte Selbstdarstellung letztlich immer als defizitär wahrgenommen wird und allenfalls blasse und unvollständige Personeneindrücke vermittelt. Gemäß dem nutzerzentrierten Modell der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) könnte eine elaborierte Website jedoch im Informationsgehalt mit einer persönlichen Begegnung mithalten. Denn das Modell der sozialen Informationsverarbeitung geht davon aus, dass Kommunikationspartner medienbedingte Informationsmängel erkennen und im Zuge ihres sozialen Austauschs aktiv durch Zusatzinformationen beheben. Die Theorie der hyperpersonalen Interaktion (Walther, 1996) sagt sogar voraus, dass bei einer positiven Einstellung auf Seiten der Rezipienten die Website als besonders evokative Informationsquelle andere Arten der Informationsgewinnung über eine Person übertreffen kann. Informationslücken werden nämlich gemäß dem Modell der hyperpersonalen Interaktion bei positiver Voreinstellung im Sinne von Wunschdenken gefüllt, so dass der Personeneindruck eine besonders positive Tönung erhält. Es werden im Einzelfall sogar Verliebtheitsgefühle als Folge der Homepage-Rezeption berichtet (vgl. Döring, 2000c). Prozesse der Eindrucksbildung beim Website-Besuch wären also mit der Eindrucksbildung bei anderen Formen der persönlichen oder mediatisierten Begegnung zu vergleichen (Sherman, End, Kraan, Cole, Martin & Klausner, 1999; Sherman, End, Kraan, Cole, Campbell, Klausner & Birchmeier, 2001). Dies gilt nicht nur für die Dimension der Informationsmenge bzw. sozialen Präsenz, sondern auch für die Authentizität. Bei der computervermittelten Kommunikation ist die Kontrolle über die Äußerungen erhöht: Wir können uns überlegter, selektiver und bei Bedarf auch anonymisierter präsentieren als in Face-to-Face-Szenarien und stehen nicht so stark unter Konfrontationsund Handlungsdruck. Dies kann einerseits zu erhöhter Selbstoffenbarung und Authentizität ermutigen (z. B. Selbst-Outing auf der eigenen Homepage), andererseits aber auch bewusste Maskerade und Täuschung begünstigen (z. B. gezielte Auslassungen oder Falschangaben). Indikatoren für den Grad der Authentizität einer Website sind subjektive Authentizitätsbewertungen der Besitzer und Besucher der Seite (Buten, 1996) sowie objektive Vergleiche mit anderen Informationsquellen über die dargestellte Person. Wo sich eine Homepage auf den Dimensionen Informationsgehalt und Authentizitätsgrad positioniert, ist dabei nicht vom Medium determiniert, sondern hängt wesentlich

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von unseren Nutzungsmotiven und Aneignungskompetenzen ab, die in den identitätsund selbstdarstellungsbezogenen Homepage-Theorien tendenziell hoch veranschlagt werden. 3. Befunde zur persönlichen Homepage Die meisten empirischen Arbeiten, die sich mit der Produktion, Klassifikation und Rezeption von persönlichen Homepages befassen, haben explorativen und deskriptiven Charakter. Hypothesenprüfende Studien auf der Basis der im vorigen Kapitel dargestellten Theorien sind bislang selten. 3.1 Produktion persönlicher Homepages Anhand der bisherigen Befundlage lassen sich sechs zentrale Fragen zur HomepageProduktion vorläufig beantworten. 3.1.1 Wer besitzt eine persönliche Homepage? Bevölkerungsumfragen zur Internetnutzung konzentrieren sich vorwiegend auf die Rezeption fremder Webangebote und vernachlässigen die Produktion eigener WWW-Seiten. So fehlen Fragen zu eigenen Web-Publikationen im GfK-Online-Monitor ebenso wie in den ARD/ZDF-Online-Studien. Die wenigen Daten, die über die Verbreitung des Homepage-Besitzes vorliegen, deuten darauf hin, dass bis heute nur eine Minderheit von maximal 10 Prozent der Vernetzten eine eigene Homepage betreibt: • Im SensoNet-Fragenspiegel (Giger, 1998) gaben von n=240 Befragungspersonen im deutschen Online-Panel 9 Prozent an, eine persönliche Homepage zu besitzen. • Doll, Petersen und Rudolf (2000) befragten Schüler/innen und Studierende aus Dresden und Halle schriftlich zu ihrer Internetnutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in einer Stichprobe von n=440 Gymnasiasten (16–17 Jahre) 9 Prozent eine eigene Homepage eingerichtet hatten und in einer Stichprobe von n=244 Studierenden verschiedener Fachbereiche 11 Prozent (E-Mail-Mitteilung von Jörg Doll vom 4. Juli 2000). • Thomas Berker (1999) ermittelte für die Universität Frankfurt am Main anhand einer Log-File-Analyse des Web-Servers, dass von den n=11.706 eingeschriebenen Nutzer/innen des Rechenzentrums nur n=409 (3,5%) eine Homepage angelegt hatten (Stichtag 1.3.1998). • Anhand von Linklisten kontrastierte Döring (2001c) die Zahl der registrierten Homepages an verschiedenen bundesdeutschen Hochschulen mit der Zahl der Studierenden, wobei sich im Mittel eine Homepage-Prävalenz von 2,1 Prozent ergab. Unter den Homepage-Betreibern scheinen sich besonders viele Studierende zu befinden: Buten (1996) zog eine Zufallsauswahl von n=422 persönlichen Homepages im USBundesstaat Pennsylvania und kontaktierte deren Besitzer/innen per E-Mail. Von den n=121 Respondenten waren 73 Prozent Studierende. Auffällig ist zudem, dass Homepage-Besitz unter männlichen Netzaktiven verbreiteter ist als unter weiblichen: Im Sample von Buten (1996) befanden sich 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre später stellten Miller und Mather (1998) bei einer Analyse sämtlicher im Yahoo!-Directory aufgelisteten Homepages fest, dass 75 Prozent von Männern stammten und 15 Prozent von Frauen (auf 10% der Homepages war keine eindeutige Geschlechtsreferenz zu finden). Obwohl der Anteil der Frauen unter den Studierenden bei rund 50 Prozent liegt, zeichnen sie nur

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495 27. Medienwissenschaft) erhöht die Wahrscheinlichkeit.M&K 49.000 25. Angesichts der Heterogenität der Stichproben und Erhebungsinstrumente lassen sich die Befunde nicht aggregieren.0%) (3.958 20. (Die anderen FPI-Skalen waren nicht Teil der Erhebung.0%) Homepages Frauen (% an HPs) 69 65 1 176 87 41 24 33 51 (13%) (10%) (03%) (19%) (20%) (06%) (08%) (13%) (12%) HU Berlin TU Berlin HS Bremen Universität Bremen Universität Gießen Universität Hannover Universität des Saarlandes TU Dresden Universität Jena Gesamt 34. „Leistungsorientierung“ und „Lebenszufriedenheit“ des Freiburger Persönlichkeits-Inventars FPI nicht signifikant von der statistischen Norm (Albat et al. Bundespolitik. 1997). 1: Homepage-Besitz bei Studierenden ausgewählter bundesdeutscher Hochschulen (Döring. Tab. 1998.1% 13% Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsfeldern (z. 1). sich eine Homepage einzurichten.) 3.6%) (1. Darüber hinaus sind eigene Netzkompetenz (Berker. Jahrgang 3/2001 für 13 Prozent der auf Hochschulservern zu findenden Homepages verantwortlich (siehe Tab. 2000). was eher von Vernachlässigung zeugt. 1999.500 17.111 14.4%) (5. ihre Homepage nach der Ersterstellung bereits mindestens einmal verändert zu haben und auch weitere Veränderungen zu planen.. Exhibitionismus-Verdachtes unterschieden sich die n=96 zufällig ausgewählten Homepage-Besitzer der Universität Hannover (96% Männer. „soziale Orientierung“. während nur eine kleine Minderheit von 7 Prozent oft oder sehr oft Updates machte (Albat et al. B.5%) (2. 4% Frauen. 68 Prozent der Respondenten von Buten (1996) arbeiteten mindestens einmal im Monat an ihrer Website. Stand: Mai 2000) Hochschule Studierende Homepages Studierende (% an Studierenden) 521 651 29 919 429 639 281 257 409 (1. „Gehemmtheit“. Trotz des populären Narzissmus.815 17.bzw. 1998). Von den n=96 zufällig ausgewählten studentischen Homepage-Besitzern an der Universität Hannover arbeitete laut Selbstauskunft die Mehrheit (56%) selten oder nie an der Homepage. Diesen Hinweisen auf intensive Homepage-Pflege steht der Befund von Berker (1999) gegenüber. Eine beträchtliche Bandbreite im tatsächlichen Homepage-Engagement 336 . Webdesign) oder Studienfächern (z. B. Durchschnittsalter: 26 Jahre) auf den Dimensionen „Offenheit“.0%) (0.692 2.700 6.1%) (2. dass 26 Prozent der Homepages an der Universität Frankfurt am Main laut Serverstatistik über ein ganzes Jahr hinweg völlig unverändert blieben..0%) (1. GVU. 1998).1.0%) (2. Homepage-Engagement im sozialen Netzwerk sowie die Beteiligung an Chat-Communities wichtige Prädiktoren eigenen Homepage-Baus (Karlsson.075 26. 2001c: 223.2 Wie intensiv werden persönliche Homepages gepflegt? 96 Prozent der n=110 von Killoran (1998) befragten Homepage-Besitzer (Angaben zur Stichprobenkonstruktion fehlen) gaben an.

zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Wartungshäufigkeit und Umfang der Website (Berker. 3. 2. Chandler.3). einander sogar teilweise direkt kopieren (Saint-Georges. Gedichte. Während die Update-Frequenz nicht mit der Bestehensdauer der Homepage korrelierte (Buten.1). Online-Tagebücher. 1998. B. das auf eine Homepage zugreift. mein Auto. Arbeitskollegen und Menschen mit ähnlichen Interessen bis zu unbekannten Zufallsgästen („browsers“) erstreckt. Aus textwissenschaftlicher Perspektive vollziehen die heutigen Homepage-Autorinnen und -Autoren gerade den Prozess der Konventionalisierung eines neuen Genres (vgl. mein Haustier. Döring. Miller. Karlsson. Kap. Abgesehen von solchen juristischen Implikationen ist ein Collage-artiger Produktionsprozess aus Sicht postmoderner Identitäts-Theorien durchaus als bedeutungsvolle Selbstkonstruktion zu lesen (siehe Kap.2). 1999). Selbst-Interviews. To-do-Listen. beim Bau ihrer persönlichen Homepage Elemente aus anderen Homepages zu übernehmen. 1. Zeichnungen usw. journalistische und künstlerische Textsorten an und weisen damit insgesamt einen hohen Grad an Identifizierbarkeit und Authentizität auf (vgl.4 An welche Publika richten sich persönliche Homepages? Die Befragungsstudie von Buten (1996) ergab anhand von sechs (nicht ganz trennscharfen) Kategorien. meine elektrische Eisenbahn.3. Miller. Kap. allerdings lässt sich anekdotisch auf manchen Homepages anhand einer „Update-History“ oder „What’s New“-Rubrik nachvollziehen. Urlaubsberichte. Eine Inhaltsanalyse von n=400 zufällig ausgewählten persönlichen Homepages von Studierenden an vier US-amerikanischen Hochschulen ergab.1. das sich vom engsten persönlichen Umfeld (Freunde. Miller & Mather. 2001c. die aufgrund von Sprachbarrieren ohnehin nur bedingt adressierbar ist. Sprüche. Kap.Döring · Persönliche Homepages bleibt festzuhalten.3 Wie werden Form und Inhalt persönlicher Homepage erzeugt? Sowohl beim Design als auch beim Content wird auf bestehende Homepages als Vorlagen und Materialressourcen zurückgegriffen: 95 Prozent der n=121 Befragungspersonen von Buten (1996) gaben an. In direkten Publikumsansprachen auf der Homepage (Döring. dass Homepage-Betreiber (zumindest auf Nachfrage) ein sehr heterogenes Publikum unterstellen. Dillon & Gushrowski. 1998). 3. Zudem werden im Bereich der Texte neben Fundstücken aus alten und neuen Medien (z. 1998. 2000). 2001c: 228) spiegelt sich diese Vielfalt wieder. Diese Textbeiträge lehnen sich an tradierte bürokratische. Das „Patchwork“-Publikum.. Witze) auch Eigenproduktionen angeboten. In/Out-Listen. 1995. 2. Hochzeits.1. 1998. 2000). welche Veränderungen wann vorgenommen wurden. 1999). Befragungen zur Art der Updates fehlen. 3. 1997. 1998). Erzählungen.3): Sozialstatistische Angaben. 1998. ist aus Selbstdarstel- 337 . 1997: 334ff. sind zu finden (Bates & Lu. indem sie sich inhaltlich und formal aneinander orientieren. Familie) über Netzbekanntschaften. tabellarischer und/oder narrativer Lebenslauf. dass 43 Prozent der Sites durch Verwendung von geschütztem Bildmaterial Copyright-Verletzungen begingen (Herbeck & Hunter. Walker. biografische. wobei tendenziell Mitglieder des eigenen sozialen Netzwerkes oder einer bestimmten Bezugs-Gruppe wichtigere Adressaten sind als die abstrakte Netzöffentlichkeit (vgl. mein Computer. Zitate. mein Saxophon – derartiges Inventar wird durch detaillierte Beschreibungen und kommentierte Foto-Dokumentationen vorgeführt (Bates & Lu. Zeugniskopien und Arbeitsproben.und Kinder-Fotos. Außerdem wird nicht selten die im Wort „Homepage“ steckende Metapher des elektronischen Zuhause aufgegriffen: Mein Fahrrad.

sind nicht zu vergessen (vgl. 2000. ich gebe es ja zu. 1997). Freiheit zur Kontaktaufnahme). dass die Homepage-Autorinnen jeweils ganz spezifische Zielgruppen im Blick hatten: In über der Hälfte der Fälle (57%) waren alle Interessierten unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung eingeladen. „social hypertext“). die eigene Web-Kompetenz zu verbessern oder um das organisatorische Motiv. in denen wir es mit kleineren und segregierteren Publika zu tun haben (siehe Kap. dass sich im Homepage-Bau die Motivation zu positiver SelbstKonstruktion (Self S-Motive) ebenso artikuliert wie die Motivation zur Kontaktaufnahme mit anderen (Other O-Motive). Schwule. wie der folgende Meta-Kommentar auf einer Homepage (zitiert nach Döring. 2000. bin ich heute wieder unkreativ!! Aber der Prof. Haase (1999) analysierte n=48 Homepages lesbischer Frauen. auch wenn man einen schlechten Tag hat. „knowledge net“) und Karlsson (1998. In 2 Prozent der Fälle wurden ausdrücklich Lesben. wie eine Autorin es mit aufklärerischem und publizistischem Impetus formulierte. 3.oder heterosexuell und 8 Prozent nur für Schwule und Lesben. würde ich nie auf die Idee kommen eine Homepage zu machen …ich habe auch gar keine Lust dazu … schon deshalb nicht. muss ein Landschaftsarchitekt kreativ sein können …aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter! Nun gut. humanen Vision vom WWW. die etwa auf schlichte Aufgabenerfüllung hinauslaufen. um das autodidaktische Motiv. mit der Webpräsenz Gewinne zu erzielen. 2000). „socio-textual networks“) hervorgehoben und entspricht letztlich jener nicht-kommerziellen. Der Hauptgrund für das Betreiben einer persönlichen Homepage ist aber nicht nur die Förderung der intra. was ich schreiben soll!!! Gott. 1996). Freiheit von Fremddefinition) und soziale Projekte (Motiv Zugehörigkeit. Nicht selten geht es auch um das ökonomische Motiv. Schließlich sind extrinsische Motive. Jahrgang 3/2001 lungs-Perpektive besonders schwer zu handhaben und weicht von Face-to-Face-Kontexten ab. egal ob homo. Nur bei 8 Prozent der Seiten wurde keine Zielgruppe spezifiziert. wie sie beispielsweise in ganz unterschiedlichem Zusammenhang von dem eingangs erwähnten Jeremy Bamber sowie von Petra Raissakis anstrebt werden. um einen ersten Eindruck 338 . 2. ebenfalls in Rechnung zu stellen (Befring. „social association“. wenn ich nicht müsste. weil ich nicht weiß.M&K 49. Bi. die sie eigentlich für Chat-Freunde entworfen hatten. 8 Prozent nur für Frauen. So berichteten etwa die von Chandler und Roberts-Young (1998) interviewten n=25 walisischen Jugendlichen. 1999. durch die Link-Sammlung auf der Homepage schneller auf bestimmte Webseiten zugreifen zu können (Buten. „am Leben einer Lesbe teilzuhaben“. Kennedy. Ebenso kennzeichnet Killoran (1999) persönliche Homepages anhand einer Inhaltsanalyse gleichermaßen als personale Projekte (Motiv Selbstkonstruktion. dass sie sich teilweise schämten. Die interpersonale Ausrichtung von Homepages wird auch von Dominick (1999: 655. hierzu Hevern. Erickson (1996. Hefele hat ja gesagt. Ausdrücklich „nur für Lesben“ waren 17 Prozent der Homepages vorgesehen.und intergruppalen Kommunikation. Groth (1998.5 Aus welchen Gründen werden persönliche Homepages erstellt? Hevern (2000) betont auf der Basis von n=20 Interviews mit schwulen und behinderten Homepage-Besitzern.und interpersonalen sowie intra.1. die der Web-Erfinder Tim Berners-Lee (2000: 226ff. wenn Mitschüler oder Lehrer ihre Homepages entdeckten. Auch politische Ziele und öffentliche Aufklärung. „linkage“ function). wobei sich anhand der Publikumsansprachen zeigte.) propagiert.und Transsexuelle angesprochen.2). 2001c: 229) eindrücklich illustriert: „Naja.

ist auch beim Homepage-Bau virulent: So berichteten die n=27 von Miller und Arnold (2001) interviewten. dazu auch Stern. 2000). oder Euch an meinem . 2001c: 229).6 Zeigen sich Geschlechtseffekte bei der Homepage-Produktion? Entgegen der im Zusammenhang mit „virtueller Identität“ verbreiteten These von der Maskierung und vom Geschlechterwechsel (vgl. Miller und Arnold (2000) sowie Miller und Mather (1998) darauf hin. deren Arbeitsbedingungen sich dank eigener Homepage nicht zuletzt durch die stärkere Unabhängigkeit von Männern deutlich verbessert hatten. Foto) präsentiert wie das Geschlecht (Döring. Die Feinanalysen von Karlsson (1998) und Stern (1999) verdeutlichen anhand der Homepages von n=2 schwedischen und n=10 nordamerikanischen Schülerinnen. Dominick (1999). Dabei wird kein anderer Selbst-Aspekt so häufig und so deutlich (Namensangabe.Döring · Persönliche Homepages von mir zu bekommen. wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. dass die Präsenz von Körperlichkeit auf der persönlichen Website Frauen nicht automatisch nur im Sinne ungewollter Sexualisierung viktimisiert.tabellarischen‘ Lebenslauf erfreuen!! Außerdem habe ich noch ein paar Links und E-Mail-Adressen für Euch!“ 3. sondern auch ein selbstbestimmter Beitrag zur Identitätskonstruktion sein kann (vgl. Macht und Autonomie. als Dozentinnen bzw. Schlapbach und Witschi (1998) zeigte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Homepages von Männern und Frauen. etwa wenn Männer ihren Status betonen. 2000b: 200ff. Hier sollten jedoch auf der Basis explorativer Studien nicht vorschnell affirmative Aussagen getroffen werden. nämlich die Kollision von Weiblichkeit mit Kompetenz. 339 . nüchterne oder technikbezogene Designs wählen und die neueste Netztechnologie einsetzen. wie sich subversive Gender-Konstruktionen qualitativ erschließen lassen. könnt ihr ja mal mein wunderhübsches Bildchen betrachten. unverfälschte Selbstdarstellungen. Die überwältigende Mehrheit der von Buten (1996) befragten Homepage-Besitzer bewertete sowohl die eigenen Homepages (91%) als auch die Homepages anderer Menschen (78%) als zuverlässige. authentische und nachprüfbare Informationen über die eigene Person zu liefern. Döring. Insgesamt beschrieben sie jedoch genau wie die n=17 von Kennedy (2000) per E-Mail befragten feministisch identifizierten Homepage-Autorinnen die Publikationsmöglichkeiten im Web als einen positiven Beitrag zur Emanzipation. 2000a). Döring. Kibby (1997) argumentiert.1. so deuten die Inhaltsanalysen von Befring (1997).) zeigt sich auf persönlichen Homepages eine große Bereitschaft. während Frauen mehr Publikumsansprachen und autobiografische Narrationen einbauen sowie eher auf florale Muster zurückgreifen. Vergleicht man nun die Homepages von Frauen und Männern. Professorinnen an englischen und nordamerikanischen Universitäten tätigen HomepageBesitzerinnen von der Sorge. Dasselbe Resümee zogen auch die von Podlas (2000) persönlich interviewten n=15 in der Sexindustrie tätigen Frauen. ihr als strukturell bedroht wahrgenommener professioneller Status könnte durch private Selbstdarstellung auf der Homepage unterminiert werden. Lauper-DelPonte. Das typische Selbstdarstellungs-Dilemma von hochqualifizierten Frauen. dass sich bekannte geschlechtsspezifische Kommunikationsstile im Netz reproduzieren. Die quantitative Inhaltsanalyse von Dubi. Ob und inwieweit der Online-Boom (semi-)kommerzieller Sex-Sites insgesamt geschlechtsspezifische Viktimisierung verstärkt oder reduziert.

Jahrgang 3/2001 3. 1999. Sowohl für die kulturelle Bewertung des Homepage-Phänomens als auch für die empirische Wirkungsforschung ist es entscheidend. ob das Webangebot u. wird doch immer wieder die gut gepflegte Website. so dass hier nur Klassifikations-Ansätze berichtet werden können. Obwohl die Heterogenität von persönlichen Homepages unbestritten ist.a. B. dass nur 42 Prozent der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten perAbb 1: Häufigkeitsverteilung von sechs Grundtypen persönlicher Homepages (HP) (Döring. 1996. 1997). als „typische Homepage“ postuliert (z. das gesamte Spektrum der verschiedenen Homepage-Varianten zu kennen. Einer inhaltlichen Betrachtung vorgeordnet sind grundlegende Differenzierungen gemäß Existenzform (Hompepage nicht abrufbar: „nominelle Homepage“ versus Homepage abrufbar: „faktische Homepage“) und Konstruktionsstatus (Vorankündigung einer Homepage: „projektierte Homepage“ versus Homepage mit substanziellen Inhalten: „realisierte Homepage“). für einzelne Homepage-Typen differenzielle Aussagen zu treffen. Wynn & Katz. Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring (2001c) jedoch. 2001c: 225) 340 . Bei den realisierten Homepages wiederum ist gemäß inhaltlichem Fokus zu unterscheiden. selbstbezogene Informationen enthält und somit explizit identitätskonstruierende und selbstdarstellerische Funktionen hat („expressive Homepage“) oder ob die Homepage auf eine Vorstellung der Person verzichtet und allein bestimmten Themen oder Services gewidmet ist („instrumentelle Homepage“). von Erickson. S. die schwerpunktmäßig der expressiven Selbstdarstellung gewidmet ist. um dann ggf. Wallace. 33.2 Klassifikation persönlicher Homepages Wechselt man von einer an den Homepage-Autorinnen und -Autoren orientierten Prozess-Perspektive zur Produkt-Perspektive so stellt sich die Frage. anhand welcher Attribute persönliche Homepages sinnvoll zu beschreiben und zu klassifizieren sind. Eine erschöpfende Taxonomie wurde bislang nicht entwickelt.M&K 49.

3. 1998. so wären Klassifikationen einschlägig. Software-Sammlungen. Bly. die im selben Bereich arbeiten (vgl. 2000: 106ff. eigene Kompetenzen) oder von Walker (2000) gemäß Darstellungsstil (1. 1. Originalität. Linkangebot. dass die meisten Seitenabrufe auf die Gruppe der sexualbezogenen Websites entfielen (24%). Online-Tagebücher usw. Tauscher und Greenberg (1997) verfolgten sechs Wochen lang das Surf-Verhalten von n=23 erfahrenen Web-Usern und stellten fest. die Positionierung in Suchmaschinen oder die Erwähnung in Massenmedien einschlägig. 2000) oder Kollegen zu finden. eigene Familie. wie sie etwa von Miller (1995) gemäß der dargestellten sozialen Rollen und Merkmale (1. Als Klassifikationskriterien wären dann etwa die Reichweite im Sinne von Seitenabruf-Statistiken. Cook. vgl. wenn sie bestimmte Services bieten (z. der Verlinkungsgrad.3).1. Aber auch zum Zweck der sozialen Vernetzung und Kooperation besteht im privaten wie im beruflichen Bereich Anlass. 1). Churchill & Sullivan. sondern vielmehr ein konkreter inhaltlicher Nutzen. 1998. 1999: 164). 3. B.). Wirth & Brecht. narrative) vorgenommen werden.Döring · Persönliche Homepages sönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen (siehe Abb. dass nur wenige Webseiten mehrfach aufgesucht wurden.2).3 Rezeption persönlicher Homepages Rezeptionsprozesse sind wesentlich seltener untersucht worden als Produktionsprozesse und konzentrieren sich im Wesentlichen auf vier Fragen. 3. wobei diese typischerweise zu den am häufigsten abgerufenen Webseiten der jeweiligen 341 . Textumfang. Groth.3. Kap. Navigation. 1999). eigene Interessen. Komplexität. wie sie auch zur Beschreibung nicht-persönlicher Homepages herangezogen werden (z. Auffälligkeit. wie ihn instrumentelle persönliche Homepages in Reinform liefern (siehe Kap. die technische und strukturelle Kriterien berücksichtigen. während die meisten Abrufe nur einmal (60%) oder zweimal (19%) erfolgten. Soll die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation untersucht werden (vgl. eigene Person. B. 2.1 Wie intensiv werden persönliche Homepages rezipiert? Berker (1999) wertete die Protokolldateien (20. In solchen Fällen steht dann auf Rezipientenseite nicht die Bildung eines Personeneindrucks vom Homepage-Betreiber im Zentrum. – 4. 3. relational. Archive mit erotischen Geschichten. die Beteiligung an Webrings. Sachund Fachinformationen. Persönliche Homepages auf kommerziellen Providerservern belegten jedoch mit 13 Prozent bereits den zweiten Platz bei allen Seitenabrufen der Frankfurter Hochschulangehörigen. Zudem ist die Art der Publikumsorientierung – z. categorical. B.). eigene Person als Organisationsmitglied. 3.2. persönliche Homepages aufzusuchen.1998) des Proxyservers der Universität Frankfurt am Main aus und stellte fest. Von den 23 Untersuchungsteilnehmern besaßen 18 eine eigene Homepage. Bickmore. Interessiert man sich dagegen für Fragen der Webkompetenz und Professionalisierung individueller Web-Autorinnen und -Autoren. Persönliche Homepages werden besonders dann zu beliebten Surfzielen. Adressierung von persönlichen Bekannten versus Unbekannten – ein Faktor (Walker. Interessiert man sich im Zusammenhang mit persönlichen Homepages für Effekte der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung. sollten auch instrumentelle Homepages in den Blick genommen werden. so sind Binnendifferenzierungen der Kategorie „expressive Homepage“ sinnvoll. 2. 4. sei es um Chat-Bekanntschaften besser kennen zu lernen (Karlsson. 5.

wie häufig und von welchen Rechneradressen aus einzelne Dokumente der eigenen Homepage von Besuchern heruntergeladen werden. welche Elemente der Liste auf einer guten persönlichen Homepage nicht fehlen dürfen. B. Grundinformationen über das Publikum können zudem selbstdarstellerisch ausgewertet werden (vgl. die einschätzen sollten. 2. organisatorische) Aufgaben erfüllen (vgl. Kurzbiografie. Kap. Die Popularität der eigenen Seite mag zu weiterem Homepage-Engagement anspornen. B. B.1. wie gut ihnen die Homepages gefielen. Inhaltsverzeichnis. dass Homepages neben der Selbstdarstellungs-Funktion auch noch ganz andere (z. Jahrgang 3/2001 Person gehörte. dass die Erwartungen der befragten Studierenden an gute persönliche Homepages mit der Häufigkeitsverteilung auf den vorfindbaren Homepages sehr gut übereinstimmten. mögen sie einen Ausbau des englischsprachigen Content in Erwägung ziehen. Nur bei 2 der 18 Homepage-Besitzer rangierte der Abruf der eigenen Seite nicht auf der Top 15-Liste. Sound-Files). die angeben sollten.2 Welche Erwartungen werden an das Genre „Persönliche Homepage“ gestellt? Dillon und Gushrowski (2000) analysierten mehr als 100 persönliche Homepages hinsichtlich einzelner Elemente (z. In einem Experiment konnten Dillon und Gushrowski (2000) die Validität der Genre-typischen Merkmale überprüfen: Sie legten Versuchspersonen acht Homepages als Stimulusmaterial vor. lässt sich mit WebstatistikProgrammen registrieren. die nur selten auf existierenden Homepages zu finden sind und deren Vorhandensein von den Homepage-Rezipienten (bislang) auch nicht erwartet wird (z. 3. Udate-Datum. 2000: 203) realisierte HP-Elemente % von n=100 Homepages E-Mail-Adresse Externe Links Willkommensgruß 1-4 Grafiken Biografische Angaben 82 68 67 60 56 erwartete HP-Elemente % von n=57 Befragten 86 72 51 52 49 342 .) und ihrer Auftretenshäufigkeiten. untypischen) Elemente in eine Rangreihe bringen. Kap.M&K 49. Diese objektive Rangreihe konnte durch die subjektiven Urteile der Rezipienten repliziert werden. 2: Genre-typische Merkmale bei persönlichen Homepages (Dillon & Gushrowski. Tab.3. weil sie über ihre externen Links als Sprungbrett für Webrecherchen genutzt wurde. E-Mail-Adresse. Diese Homepages ließen sich nach der Anzahl der auf ihnen realisierten Genre-typischen (bzw. Bei 9 Homepage-Besitzern war die eigene Homepage sogar die am häufigsten abgerufene Seite überhaupt. Von diesen Genre-definierenden Merkmalen sind Homepage-Elemente zu unterscheiden.2): Bemerken Homepage-Autoren etwa. 3. Dieser Befund bestätigt die bereits bei den Motiven zum Homepage-Bau getroffene Aussage. Fotografien. Wann. dass die eigenen Seitenabrufe nicht herausgefiltert werden und damit den Eindruck von der Popularität der eigenen Homepage deutlich verzerren. Anschließend legten sie die Liste der Elemente (ohne die Häufigkeitsangaben) einer Stichprobe von n=57 Studierenden vor. Gästebuch usw.5). Seitentitel. dass die eigene Homepage häufig von internationalen Rechneradressen abgerufen wird. Es stellte sich heraus. Die fünf wichtigsten Elemente sind in Tabelle 2 dargestellt. Ein Manko vieler kostenloser Webstatistiken besteht darin.

In der Homepage-Bedingung ist diese Diskrepanz offensichtlich besonders groß: Die meisten Homepage-Besitzer scheinen es selbstdarstellerisch darauf anzulegen. B. Sherman et al. die sich eben auch in Gästebüchern und per E-Mail anerkennend und unterstützend äußern und somit intendierte Identitätskonstruktionen bekräftigen (vgl. sympathisch (ca. 60%) oder kompetent (ca.und projektbezogenen Informationen zur Norm (vgl. Hevern. etwa indem Homepage-Besitzer in ihrem Willkommensgruß das Publikum gleich um Gestaltungsvorschläge bitten oder Homepage-Besucher per EMail oder per Gästebuch Mängel monieren und Wünsche (z.3 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von Face-to-Face-Eindrücken? Sherman et al. nach einem Portraitfoto) anmelden. 3. dass überwiegend mit interessierten Homepage-Besuchern zu rechnen ist. (1999) ließen n = 30 Versuchspersonen jeweils Teilmengen von 86 authentischen Homepages auf vier Dimensionen einschätzen: 1.4 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von den Erwartungen der Homepage-Besitzer? Unabhängig davon. Dies hat zur Folge. Wynn & Katz. Sherman et al. sondern zunächst provisorisch. Zudem könnte die homepagetypische einseitige Selbstoffenbarung eine Rolle spielen (vgl. 2001). 30%) zu wirken (Dominick. die man sonst nicht betrachtet hätte. Vollständigkeit des Eindrucks.3. wird die Publikation von arbeits. dass ein selbstwertschützender Positivitäts-Bias stärker zu Buche schlägt. wahrgenommene Ähnlichkeit und 4. 2000). die sie persönlich gut kannten. ob Personen sich Face-to-Face oder auf einer Homepage präsentieren – in beiden Konstellationen überschätzen sie den Eindruck.3): Der computervermittelte Personeneindruck ist weder per se negativ. 1998. noch per se positiv. 1997): Wenn Homepage-Besitzer Privates über sich offenbaren.Döring · Persönliche Homepages Wo persönliche Homepages im Berufsleben eine Rolle spielen. jedoch hinter den positiven Eindrücken über vertraute Personen zurückblieben. wenn im Experiment Homepages vorgelegt werden. auf denselben vier Skalen ein (einfaktorielles Messwiederholungsdesign). Kennedy. (1999) interpretieren diesen Befund als Falsifikation sowohl des Kanalreduktions-Modells als auch des Modells der hyperpersonalen Interaktion. 1999).3. so dass Informationslücken durch weitere soziale Kommunikation schrittweise geschlossen werden könnten. schließlich ist das WWW ein Pull-Medium. Der Mangel an unmittelbarem (und möglicherweise negativem) Feedback mag im Homepage-Szenario dazu führen. Tatsächlich kann das Ergebnis am besten mit dem Modell der sozialen Informationsverarbeitung interpretiert werden (siehe Kap. Zu Vergleichszwecken schätzten dieselben Versuchspersonen dann noch eine Person. Und dies ist auch nicht vollkommen illusorisch. dass sich die Personeneindrücke auf der Basis des Homepage-Besuches im Durchschnitt nicht signifikant von den auf der Basis flüchtiger Faceto-Face-Kontakte gebildeten Eindrücken unterschieden. 1999: 653) und überschätzen dabei. 3. 2000. Diese Form der Selbstselektion des Publikums entfällt. die sie nur flüchtig kannten. wie sympathisch und wie ähnlich sie von Homepage-Besuchern tatsächlich wahrgenommen werden (Sherman et al. 2. und eine Person. Sympathie. imaginieren sie aufmerksame und wohlgesonnene Adressaten. Groth... 343 . 2. 3. Gesamteindruck von der Person des Homepage-Besitzers. 1999. den sie bei anderen hinterlassen. Es stellte sich heraus. Homepage-Anbieter und Homepage-Besucher treten teilweise auch in Diskurse über die Seitengestaltung ein.

Andererseits gibt es jedoch die engagierten Homepage-Autorinnen und -Autoren. Selektion. andererseits aber auch eine kritische Reflexion über Sinn und Legitimität ihrer netzweiten Veröffentlichungen erkennen. dass sie sich mit dem Betreiben einer persönlichen Website psychologisch und publizistisch auf Neuland begeben.de anbietet. etwa in Form der legendären Party-Schnappschüsse. denen bewusst ist. Turkle. im kommerzialisierten WWW die Methoden des Selbst-Marketing zu parodieren. wie die Fülle der nominellen und projektierten sowie der seit Monaten und Jahren unveränderten Homepages zeigt. Gut übertragbar sind die Vorarbeiten der experimentellen Selbstdarstellungsforschung auf den Einsatz von persönlichen Homepages im Rahmen von Public Relations-Maßnahmen: Dass die persönliche Homepage von Wolfgang Thierse bei ihm selbst als Auftraggeber gut ankommt. Mit der sozialen Riskanz dieser kulturell unvertrauten Form von Selbstexpression setzen sie sich auseinander. Ausblick Wer eine persönliche Homepage anbietet.selbstironie. welchen Eindruck sie bei unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt. internen und externen Motiven zum Auf. vollzieht im WWW als Individuum den Rollenwechsel vom Rezipienten zum Produzenten eines öffentlichen Medienangebots. Auch publizistische Mängel – sowohl hinsichtlich Content als auch dessen Gestaltung – sind für engagierte Homepage-Anbieter/innen durchaus ein Thema: Versprechen zur Qualitätssteigerung werden abgegeben. Eine systematische Untersuchung der vielfältigen Bezüge zwischen persönlichen Homepages und öffentlichen Kommunikationsprozessen. Schätzungsweise 10 Prozent der Onlinerinnen und Onliner beteiligen sich bislang an diesem Unterfangen. ist jedenfalls noch offen. steht aus. Glaubwürdigkeit. Döring. Während Netzbefürworter die persönliche Homepage gern mit heilsamer Identitätsarbeit in Verbindung bringen (z. 1999. entdeckt Killoran (2000) subversives Potenzial darin. Es scheint lohnenswert. B. als man bislang meinte. wie sie in Kap. Jahrgang 3/2001 4. dass ein breites Spektrum an mehr oder minder profanen. Wie verbreitet und nachhaltig identitätssichernde und selbsttherapeutische Effekte des Homepage-Baus sind. der seine persönliche Homepage gleich unter der Domain www. 2001c). 1997: 72). Entschuldigungen vorgebracht und Publikumsrückmeldungen erbeten (Berker. monieren kritische Stimmen einen Zuwachs an belanglosem und geschmacklosem Datenmüll: „Was so teilweise ins Netz gespeist wird. Schließlich sind juristische und ethische Belange ein unterbeleuchtetes Feld. eine andere. Privatheit und Öffentlichkeit) in die Homepage-Forschung ist wünschenswert. 1. obwohl auf persönlichen Homepages häufig urheberrechtlich geschütztes Material verwendet und Privates über Dritte mitgeteilt wird. dient wohl mehr dem eigenen Ego. wie es etwa Alex tut. 1995: 259). Sie lassen in Befragungen sowie in MetaKommentaren auf ihren Homepages einerseits Enthusiasmus. Auch eine stärkere Integration einschlägiger kommunikationswissenschaftlicher Konzepte (wie z. Doch vielleicht sind Homepage-Betreiber in Wirklichkeit schlechtere Psychotherapeuten und bessere Publizisten.3 thesenartig entwickelt wurden. B.M&K 49. endlich auch jene Inhalte von persönlichen Homepages genauer unter die Lupe zu nehmen. ist aber für Dritte oftmals gelinde gesagt eine Zumutung ohne jeglichen Informationswert“ (Schierl.und Abbau von persönlichen Homepages führt. 344 . wobei Selbstironie ein verbreitetes Stilmittel ist. Während Rubio (1996) diesen Stil aus marxistischer Sicht als postmoderne Eitelkeit ablehnt. wobei die Beteiligung häufig ohne großes Commitment erfolgt. Nicht zu vergessen ist. ist eine Sache. die nicht der direkten Selbstdarstellung dienen und die Bestandteil gruppenöffentlicher Diskurse sind.

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entstanden in den vergangenen Jahren jedoch auch neue Formen von Avataren (vgl. „Stellvertretern“ im Netz. Oftmals dienen „intelligente“ Avatare als Helfer. 1996).M&K 49. 2000). Neben diesen instrumentellen Einsatzformen existieren aber auch Versuche. 1. S. die vollkommen von der Steuerung durch wirkliche Menschen abhängig ist. Avatare als „Stars“ oder „Marken“ aufzubauen. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der prognostizierten Evolution virtueller Akteure werden abschließend Desiderata für die künftige medien. Krotz. wie sie von Mediennutzer/innen wahrgenommen werden. Mit aufwendiger Technik wird das Aussehen der künstlichen Charaktere mittlerweile so „realistisch“ und attraktiv wie möglich gestaltet (vgl. Multi-User-Dungeons (MUDs.). insbesondere von Computerspielen und dem World Wide Web. so genannte Avatare. die in verschiedenen Medien erscheinen. Jahrgang 3/2001 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Mit der Verbreitung interaktiver Medienangebote sind auch virtuelle Charaktere. die sich als „Assistenten“. 2000. Dabei wird auf das Konzept der parasozialen Beziehungen von Horton & Wohl zurückgegriffen. Die Rede ist von „Avataren“. hin zum „virtual actor“ (Lombard & Ditton. Online-Spielen (Schmidt. Der Beitrag stellt das Phänomen „Avatare“ vor und diskutiert die Frage. die in verschiedenen Medienangeboten und Themenumfeldern präsent sind und die innerhalb bestimmter 350 . Bente & Otto. Anschließend werden zwei voneinander unabhängig durchgeführte Befragungsstudien vorgestellt. Virtual-Reality-Umgebungen aufsucht oder Computerspiele spielt. „Freunde“ oder „Stellvertreter“ anbieten. Avatare arbeiten zum Beispiel als automatische Assistenten auf Internetseiten. der dank „künstlicher Intelligenz“ selbstständig mit Mediennutzern „interagieren“ kann. 98) Avatare als „Stellvertreter. So stand der Begriff „Avatar“ zunächst ausschließlich für grafische Repräsentationen von Nutzern in Chat-Rooms (Trzka. o. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung interaktiver Medien. Abbildung 1). 1998) und Virtual-Reality-Umgebungen (Ueberhorst. die sie ins Leben gerufen haben“. Andere werden zu virtuellen „Stars“ aufgebaut. Ihre Evolution vollzog sich weg von der „elektronischen Marionette“ (Fritz. 1996). die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann. vgl. entstanden. S. stattfinden. trifft immer häufiger auf künstliche Personen. welche die Art und das Ausmaß der parasozialen Bindungen zwischen Mediennutzer/innen und verschiedenen Avataren beleuchten. 1995). 12). virtuelle Repräsentanten der materiegebundenen Wesen. Damit einher geht die Entwicklung und Veränderung der äußeren Erscheinung von Avataren. Avatare – die Bewohner der digitalen Welt Wer heute im Internet surft.und kommunikationswissenschaftliche Forschung diskutiert. etwa indem sie den Besuchern einer Webseite bei der Navigation assistieren oder den Kunden einer Internet-Bank als „Berater“ zur Seite stehen. S. Ursprünglich stammt der Begriff „Avatar“ aus dem Sanskrit und bezeichnet eine Gottheit. in dem Begegnungen in virtuellen Räumen mit Hilfe von Avataren. 1998). 1997. Im Kontext der Neuen Medien wurde er durch den Science-Fiction-Roman „Snowcrash“ von Neal Stephenson (1995) populär. Entsprechend definiert Döring (1999.

1998. vgl. Zum Aufgabenspektrum von Star-Avataren gehören unter Anderem Werbespots.co.com). wenngleich rudimentäre Formen der Interaktion bereits ohne menschliche Steuerung des Avatars möglich sind. unten: 2. dass die angeblichen Kommunikate des Avatars in Wahrheit von Redakteuren verfasst werden. wie die Nutzer interaktiver Medienangebote mit Avataren umgehen. Nach einer kurzen Einführung in dieses Konzept werden zwei unabhängig voneinander entstandene empirische Studien über parasoziale Beziehungen zu Avataren vorgestellt. Sie treten beide nicht nur in ihrer jeweiligen digitalen „Heimat“ auf. Blittkowsky. Die Fähigkeit.e-cyas. das die Relation zwischen Mediennutzern und Medienfiguren beschreibt und erklärt (vgl. so zum Beispiel in Musikvideos. Werden Avatare als echte Stars betrachtet.tombraider. Höflich. Fernsehshows oder Publikumszeitschriften. Kyoko Date (von www. 1999). ist in den meisten Fällen noch nicht sehr weit entwickelt und muss oftmals dadurch kompensiert werden. die „Arbeit“ als Fotomodell und Auftritte als Moderator(in) in unterschiedlichen Medienangeboten (Jöckel.com) Zielgruppen große Popularität erreichen sollen. die man bewundern und bejubeln kann? Oder gelten sie als virtuelle Abziehbilder. Von vollkommen selbstständigen virtuellen Figuren kann also noch keine Rede sein.horipro.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Abbildung 1: Populäre Avatare. mit Mediennutzern sozial zu interagieren. sondern erscheinen auch in Medienumfeldern. 1998). Fiktive Lebensläufe und Persönlichkeitsprofile sollen den virtuellen Stars „Charakter“ und „Tiefe“ verleihen. dass sich die bislang existierenden Avatare sehr deutlich von menschlichen Prominenten unterscheiden. Von links nach rechts: E-Cyas (von www. die üblicherweise Prominenten aus Fleisch und Blut vorbehalten sind. Schmidt. die erste Hinweise 351 . Bekannte und beliebte Avatare lassen sich von ihren Eigentümern für unterschiedlichste Zwecke einsetzen. Über diese Entwicklungen darf allerdings nicht übersehen werden.jp) und Lara Croft (von www. Als theoretischer Rahmen bietet sich das ursprünglich kommunikationswissenschaftliche Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen an. die zu „dumm“ und „unecht“ wirken. Beispiele sind die Computerspiel-Figur „Lara Croft“ und der Internet-Avatar „E-Cyas“ (Endo-Cybernetic Artificial Star. als dass man sie ernst nehmen könnte? Diese Fragen werden im Folgenden erörtert. 1997. Vor dem Hintergrund der Existenz und Evolution virtueller Akteure stellt sich die Frage.).

M&K 49. genannt „Persona“. Ihnen wird von den Personae des Medienangebots eine Rolle innerhalb des Geschehens nahe gelegt. den Eindruck eines positiven. 189). verwenden mimische und gestische Signale der interpersonalen Kommunikation. The member of the audience. Neben solchen direkt auf das (vermutete) Publikum bezogenen Interaktionsangeboten trägt auch die Kommunikation der Akteure innerhalb des Medienangebots zur Überwindung der Wahrnehmung medialer Vermittlung und damit zur Herstellung einer scheinbar sozialen Relation zwischen Persona und Rezipienten bei: „The most usual way of achieving this ambiguity is for the persona to treat his supporting cast as a group of close intimates. die in nicht-fiktionalen Fernsehsendungen agieren. 2. unten: 3. Para-sozial ist diese Form der Interaktion. 1956. laden die Zuschauer zur Teilnahme an der Interaktion ein und versuchen. Gleich. Fernsehen und Film) vermittelten Figur. die Personae also die Gegenwart und Aufmerksamkeit von Interaktionsteilnehmern nur antizipieren können. wie Quiz-Master. können die Zuschauer oder Hörer jedoch selbst entscheiden. wie die Erforschung virtueller Akteure und ihrer Bedeutung für die Rezipienten theoretisch und methodisch weitergeführt werden könnte (vgl. Lassen sie sich auf das Angebot ein. … tends to believe that this fellowship includes him by extension“ (Horton & Wohl. als ob sie sie sehen könnten. 1956/1986.). wie zum Beispiel durch Nahaufnahmen der Personae. dass Rezipienten mit einer medial (durch Radio. Die Rezipienten sind also ein eingeplanter Teil der medialen Inszenierung. 1997. geradezu freundschaftlichen Verhältnisses zwischen sich selbst und dem Publikum zu vermitteln. 41). die Illusion von Nähe zum Publikum zu erzeugen (vgl. 191) akzeptieren. 185).. S. Ob sie diese „appropriate answering role“ (Horton & Wohl. auch Meyrowitz. 1957) zurückgehende Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen beschreibt das Phänomen. 1956/1986.). weil die „Anwesenheit“ der Personae nur medial vermittelt ist. S. verhalten sie sich – so die Annahme – wie in einer sozialen Kommunikationssituation: Die Medienfiguren sprechen die Rezipienten an. Als Persona betrachteten Horton und Wohl hauptsächlich Menschen. Horton & Strauss. 1996). Attributionen. 1978). Darüber hinaus wird versucht. über Darstellungseffekte. sozial interagieren. S.1 Das interaktionistische Rezeptionsverständnis von Horton und Wohl und seine Weiterentwicklungen Das auf Horton und Wohl (1956. unten: 4. Verhaltensantizipationen und personenbezogene innere Verbalisierungen“ (Gleich. therefore. Zum Abschluss werden Perspektiven aufgezeigt. soziale Vergleiche und Validierungen. Ausgangspunkt der sozialen Interaktion zwischen Persona und Rezipienten ist die „illusion of a face-to-face relationship“ (Horton & Wohl. Ansager und Interviewer. erleben sie die Rezeption wie eine soziale Interaktion mit den Medienfiguren: Sie ist geprägt durch „Prozesse der Personenwahrnehmung und -beurteilung. 1956/1986. 352 . Obwohl die „Interaktionspartner“ durch die mediale Vermittlung voneinander getrennt sind. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen 2.. und weil es – zumindest bei den nicht-interaktiven Medien – keinen Rückkanal von den Zuschauern zu den Medienfiguren gibt. . S. In dieser Hinsicht ist der Umgang der Rezipienten mit Medienfiguren eine Spielart der normalen zwischenmenschlichen Interaktion (Horton & Wohl. Jahrgang 3/2001 zu der Frage liefern. inwiefern Mediennutzer Avatare schon heute als eigenständige soziale Persönlichkeiten auffassen und sie als Interaktionspartner ernst nehmen (vgl.

1996) oder einsame (Fabian. dass es durchaus sinnvoll. B. 1997) argumentieren jedoch wie Vorderer (1998). S. 1985). 1996). „zwischen unmittelbarer. 2. Hippel (1992) und Gleich (1996. Perse & Powell (1985) heißt „Parasocial Interaction Scale“. S. 1993) Rezipienten sogar als Ersatz für echte Sozialkontakte dienen. 1998. Rubin & McHugh. Aber auch wenn die Rezipienten die angebotene Rolle innerhalb der parasozialen Interaktion akzeptieren und selbst wenn ihnen die Medialität der Situation bewusst bleibt (Hippel. Dadurch eröffnen sich neue Wege. 1996). können die Zuschauer das „conversational give and take“ (Horton & Wohl. Denn die Schöpfer von Avataren versuchen. 1993.2. wenn nicht gar notwendig ist. die ihnen zugedachte Rolle zurückzuweisen. 11. Denn zum einen gehen mit der medialen Vermittlung der sozialen Situation bestimmte Beschränkungen und Eigenheiten der Interaktion einher. 1996.Begegnung‘ hinausgehende Bindung des Zuschauers an eine Persona als parasoziale Beziehung“ (Vorderer. So ist es den Zuschauern zum Beispiel möglich. liegt es nahe. Auch das am häufigsten verwendete Instrument zur Messung parasozialer Bindungen von Rubin. die beiden Begriffe inhaltlich voneinander zu unterscheiden. In echten Kommunikationssituationen sind solche Verhaltensweisen sanktioniert. 1987. Zapfe & Sudhoff. 1989). einseitiger Kommunikation mit Medienfiguren“ (Keppler. die soziale Situation zu „lesen“. misst aber zumindest auch in Teilen parasoziale Beziehungen (Gleich. Sowohl bei Horton und Wohl (1956) als auch im überwiegenden Teil der an ihnen orientierten kommunikationswissenschaftlichen Forschung wurden die Konstrukte „parasoziale Interaktion“ und „parasoziale Beziehungen“ nicht ausreichend präzise voneinander getrennt. sie als getreue Abbilder echter Menschen 353 . auch Vorderer & Knobloch. S. im Druck): Sie können das Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern bereichern und darüber hinaus für schüchterne (Vorderer & Knobloch. 1996). zweiseitiger Face-to-FaceKommunikation und mittelbarer. Aus einer Reihe parasozialer Interaktionen zwischen einem Rezipienten und einer Persona entwickelt sich in der Wahrnehmung des Rezipienten eine andauernde Beziehung zur Persona. Entsprechend wird „die unmittelbare. TV-Serien (Vorderer. 186) einer parasozialen Interaktion wie eine wirkliche soziale Situation erleben. Weil die Zuschauer aber wissen. In vielen Studien wurden die beiden Begriffe synonym verwendet (z. 698.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Insofern erscheint es notwendig. Hervorhebung im Original). dass die Personae ihre Reaktionen nicht registrieren. 1997). zum Beispiel durch eine kritische Abschätzung der Leistung einer Persona oder durch eine hämisch-herablassende Sichtweise „dilletantischer“ Auftritte von „Möchtegern-Stars“ (vgl. Wulff. Denn die über die einzelnen Rezeptionssituationen hinweg existierenden parasozialen Beziehungen gelten als ein zentrales Motiv für die regelmäßige Zuwendung zu bestimmten Medienangeboten wie Nachrichtensendungen (Rubin. 1996b) oder Talkshows (Trepte. während der Rezeption stattfindende . das Konzept auch auf virtuelle Akteure in den „neuen“ Medien anzuwenden.Begegnung‘ zwischen Rezipient und Medienakteur als parasoziale Interaktion bezeichnet und die über die einzelne . Hervorhebung im Original) zu trennen. 1956/1986. zum anderen spielt das Wissen um die Medialität der Situation für das Erleben der Zuschauer eine entscheidende Rolle (Wulff.Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Wenn die parasozialen Bindungen an Figuren aus „klassischen“ Medienangeboten eine so zentrale Rolle für die Zuwendung der Rezipienten zu diesen Angeboten spielen. Perse & Rubin. können sie bei parasozialen Interaktionen im Vergleich zu ortho-sozialen Interaktionen zusätzliche Freiheitsgrade ausnutzen und genießen. Perse & Powell.

Krotz (1996. 1950). Die Zielsetzung. ist es offensichtlich. sondern auch für „puppets … anthropomorphically transformed into . S. ist deutlich erkennbar. Robinson 1997). als Gegenstand von Beziehungshandlungen ausgewählt zu werden. wobei mittlerweile auch paraverbale Kommunikationsformen simuliert werden (Bente & Otto. Entsprechend lässt sich die eingangs formulierte Fragestellung präzisieren: Wie stellen sich parasoziale Beziehungen zu den heute existierenden Avataren dar? Welche Personen entwickeln besonders starke parasoziale Bindungen an Avatare? Gibt es Unterschiede zwischen Avataren und Fernsehfiguren bezüglich der Bindungsintensität und -qualität? Obwohl bereits Horton und Wohl (1956/1986. Schon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird an der kommunikativen Kompetenz von Computerprogrammen gearbeitet (Turing. das Verhalten von Mediennutzern gegenüber virtuellen Akteuren als parasoziales Beziehungshandeln zu konzeptualisieren und empirisch abzubilden. Die Erfolge dieser Bemühungen dokumentieren Evaluationsstudien wie die von Cassel und Vilhjálmsson (1999). Krämer & Buschmann.personalities‘“ angenommen haben. hat er die Chance. 1996. Was aber spricht dafür. Star-Avataren eine möglichst große Attraktivität für parasoziales Beziehungshandeln der Rezipienten zu verleihen. „natürliche“ Gesten. 1996. beispielsweise durch fotorealistische Gesichtszüge. 1999). mit ihm ähnlich wie mit einem Menschen zu interagieren (vgl.und Chat-Kommunikation (z. 89) weist darauf hin. Jahrgang 3/2001 zu gestalten. und dass der Zugang Horton und Wohls geeignet sei. Insofern scheinen die technischen Voraussetzungen für eine parasoziale Beziehung zwischen Mediennutzern und virtuellen Akteuren auf Seiten der Avatare gegeben zu sein (vgl. die direkte Ansprache der Nutzer oder durch E-Mail. Bente und Otto (1996) skizzieren die Möglichkeiten. B. dass schon schwache Anzeichen sozialen Verhaltens seitens eines Computers genügen. 1996. sollen sie als „Anbieter“ parasozialer Beziehungen fungieren. das Avatare überwinden müssen. um seine Nutzer zu veranlassen. sich der Interaktion mit den neuen Medien und ihren Personae zu nähern. Entsprechend hat es bereits einige Versuche gegeben. der mit weniger Konversationskompetenz ausgestattet war. Ein zweites Problem. B.) verstanden werden können. dass Avatare. Petersen. nonverbales Kommunikationsverhalten mit virtuellen Figuren zu simulieren und parasoziale Interaktionen zwischen VR-Nutzern und diesen 354 . dass sich durch Virtual-Reality-Technologien neue „Kommunikationsformen“ entwickeln. 1998). dass die noch immer deutlich als Computergraphiken erkennbaren Avatare im Auge des Betrachters als „Personen“ und nicht als „Dinge“ erscheinen? Reeves und Nass (1996) konnten zeigen. 1994. 186) parasoziale Bindungen nicht nur für menschliche Personae. in der Versuchspersonen einen Avatar mit weiter entwickelten Kommunikationsfähigkeiten „natürlicher“ fanden als einen virtuellen Akteur. Lombard & Ditton. auch Bente. damit parasoziale Bindungen zu den Mediennutzern entstehen. auch Moon & Nass. die als „Ausdifferenzierung zwischen sozialer und parasozialer Interaktion“ (ebd. Denn damit solche Bindungen zustande kommen. So könnte die Virtualität der Avatare ein erstes Hindernis für die Entstehung parasozialer Bindungen sein. Reilly. müssen die virtuellen Akteure zunächst einmal von den Rezipienten als „soziale Wesen“ eingestuft werden. Vilhjálmsson & Cassel. 1997). ist ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die ersten Erprobungen von künstlichen „Agenten“ in Virtual-Reality-Umgebungen (z. Snoddy. 2000). wesentlich stärkere Barrieren in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Rezipienten überwinden müssen als Personen aus dem Fernsehen. Bates. Nur wenn eine vergleichsweise „natürliche“ Form der Konversation mit einem virtuellen Charakter möglich ist.M&K 49. S.

angestrebt (Jöckel. also virtuelle Akteure. Diese Frage ist nach den Erkenntnissen der bisherigen Forschung relevant für das Ausmaß und die Qualität von parasozialen Beziehungen (Gleich. Methode In einer explorativ angelegten Online-Befragung wurde untersucht. ein nicht existierender Avatar („Leila Loo“) wurde aufgeführt. Und Rettberg (1999) befasst sich mit dem „Star-Kult“ um Lara Croft und führt die Popularität der Videospiel-Heldin auf die parasozialen Bindungen der Spieler zurück. 3. Die Kenntnis von Star-Avataren wurde mittels einer Liste von 15 virtuellen Akteuren abgefragt. 1996. die nicht als Assistenten oder Helfer. 1996. um die Sorgfalt der Teilnehmer bei der Kenntnisabfrage zu kontrollieren. [Name] ist attraktiv“ operationalisiert. Im Folgenden werden zwei Befragungsstudien vorgestellt. Denn es ist nach wie vor unklar. Studie 1 Fragestellung Im Mittelpunkt der Untersuchung standen so genannte Star-Avatare. Mit einer empirischen Untersuchung weisen sie nach. Zwei empirische Studien zu parasozialen Beziehungen mit virtuellen Akteuren Trotz der oben erwähnten theoretischen und empirischen Ansätze. wie viele Star-Avatare den Teilnehmern bekannt sind. Interaktionseffekte zwischen dem Geschlecht der Rezipienten und dem Geschlecht der Persona haben sich bereits in früheren Studien als relevant für das Ausmaß der parasozialen Bindungen erwiesen (Vorderer & Knobloch. ob „VR-Bewohner ebenso zu unserem Bekanntenkreis zählen [werden] wie wirkliche Personen“ (Bente & Otto. Diese bedeutende Rolle im Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern wird zumindest Fernsehcharakteren zugeschrieben (Gleich. 1997). 1997).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Figuren anzustoßen. 219). S. sondern als eigenständige Persönlichkeiten konzipiert sind. Daher sollte geprüft werden. Sie wurde mit dem fünffach gestuften Item „Ich finde.). ob sich eine empirische Anwendung des Konzepts der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Prominente als fruchtbar erweist und wie sich die parasozialen Beziehungen zu Star-Avataren darstellen. Außerdem sollte untersucht werden. Star-Avatare werden von ihren Schöpfern hauptsächlich für Maßnahmen im Bereich der Produktvermarktung und Kundenbindung eingesetzt (vgl. Weiterhin wurde erhoben. Außerdem bestand die Möglichkeit. bis zu drei weitere Avatare selbstständig zu ergänzen. 1996). die hinter den StarAvataren stehen. wie attraktiv der Avatar in den Augen der Teilnehmer ist. inwiefern sich weibliche und männliche Internetnutzer hinsichtlich der Beziehungsintensität zu „männlichen“ und „weiblichen“ Avataren unterscheiden. oben: 1. dass die Mediennutzer das Verhalten der virtuellen Akteure ähnlich wie das echter Interaktionspartner bewerten. ob sich dieses Muster auch in den Beziehungen zu Avataren wiederfinden lässt. 1997) und wird zweifelsohne auch von den Unternehmen. wobei 355 . das Konzept der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Akteure anzuwenden. Es stellt sich daher die Frage. steht die Forschung zur sozialen Bedeutung von Avataren noch am Anfang. und wie intensiv ihre parasoziale Bindung zu ihrem bevorzugten Avatar ausfällt. welche die parasozialen Bindungen an Avatare wie E-Cyas und Lara Croft beleuchten.

den nicht existierenden Kontroll-Avatar zu kennen. E-Cyas scheint insbesondere bei weiblichen Internetnutzern beliebt zu sein: 76 Prozent der Teilnehmer. und an dritter Stelle folgt das Fernsehen (49 Prozent). Kenntnis und Beliebtheit von Avataren. Perse & Powell. Insgesamt sind den Befragten durchschnittlich zwei Avatare (M = 2. „stimme voll und ganz zu“ bezeichnet waren. Sie ist ein häufig verwendetes. Ergebnisse Insgesamt nahmen 422 Personen an der Befragung teil. die restlichen Nennungen bezogen sich entweder auf weniger bekannte Star-Avatare oder aber auf Helfer-Avatare (vgl. allerdings um einige Items vekürzt und in Teilen umformuliert. Über einen als „Umfrage über Avatare“ betitelten Hyperlink konnten interessierte Personen zu dem Online-Fragebogen gelangen. jedoch sind Frauen in der Stichprobe im Vergleich zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie deutlich überrepräsentiert.60]). 63 Prozent waren ihm bzw.04 Mal [SD = 19.de. die ECyas als Lieblings-Avatar nannten. ihr im Internet begegnet. ausführlich zur Skalenbildung: Hartmann. Die Endpunkte der Likert-Skala waren mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. hingewiesen. Der Mittelwert liegt deutlich unter dem Skalenmittelpunkt (M = 1. Fasst man die Skala zu einem Mittelwert-Index zusammen. Parasoziale Beziehungen zu Avataren. die im vorliegenden Kontext nicht relevant sind.54 Mal [SD = 23. Am häufigsten wurden die StarAvatare Lara Croft (72 Prozent Bekanntheitsgrad). Deshalb wurden auch ihre sonstigen Angaben zur Kenntnis von Avataren nicht berücksichtigt. Auf die Befragung wurde in Internetangeboten.77. damit die Items besser auf den Kontext der Star-Avatare anwendbar waren (vgl. SD = .cycosmos.). Jahrgang 3/2001 die Endpunkte mit „stimme nicht zu“ bzw. 2000) beschrieben wird. „trifft voll und ganz zu“ benannt.80] in den vergangenen sechs Monaten). Am häufigsten begegneten die Befragten ihrem Lieblings-Avatar in „sonstigen“ Medienangeboten (durchschnittlich 16.82. 58 Prozent der befragten Personen waren weiblich. SD = 7. E-Cyas (68 Prozent) und E-ve (21 Prozent) genannt. Einer der Hauptkritikpunkte ist genau diese fehlende Differenzierung zwischen Interaktion und Beziehung. Die beiden am häufigsten ausgewählten Avatare 356 . Drei Viertel der Befragten hatten ihren Lieblings-Avatar im vergangenen halben Jahr in Zeitschriften angetroffen.80.20]) und im Internet (13. zum Beispiel auf www.94).06. 1985) eingesetzt. SD = 1. 19 Personen gaben an. wie sie in der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren & Gerhard. oben: 1. die eine thematische Nähe zu Avataren besitzen. waren weiblich (bei Lara Croft: 47 Prozent). 2001). Die Stichprobe war also selbst rekrutiert. so entspricht die Altersverteilung in der Stichprobe ungefähr der Verteilung in der Online-Nutzerschaft. ist somit also gut einsetzbar.35) bekannt.M&K 49. Vergleicht man die Stichprobe hinsichtlich dieser Merkmale mit der Gesamtheit der deutschen Internet-Nutzer. Zur Messung der parasozialen Beziehungen wurde eine modifizierte Variante der Parasocial-Interaction-Scale (Rubin. 41 Prozent männlich. Als Lieblings-Avatare wurden hauptsächlich Lara Croft (43 Prozent der Stichprobe) und E-Cyas (36 Prozent) ausgewählt. Skalenmittelpunkt = 3). Das Durchschnittsalter betrug etwa 23 Jahre (M = 22.29).25 Mal [SD = 23. Über alle genannten Lieblings-Avatare hinweg erreicht die Skala zur parasozialen Beziehung einen vergleichsweise hohen internen Reliabilitätswert (Cronbachs α = . ergibt sich eine sehr schwache durchschnittliche Beziehungsintensität. Dennoch wurde die Skala als Grundlage für die Messung parasozialer Bindung herangezogen. wenn auch wiederholt kritisiertes (Gleich. in „Software“-Programmen (14. der „Heimat“ von E-Cyas. 1997) Instrument zur Erfassung von parasozialen Interaktionen und Beziehungen.

77 .41 1. um sie/ihn noch besser kennen zu lernen Wenn ich [Name] begegne.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Lara Croft (M = 1. Personen. Vorderer. dann fühle ich mich wohl Auch wenn ich gerade nicht auf der Homepage von [Name] bin. Die Faktorenanalyse parasozialer Beziehungen ergab zwei Hauptkomponenten. betrachten also den Avatar als „echten“ Tabelle 1: Mittlere Zustimmung (auf einer Skala von 1-5). Gleich. versuche ich.98 1.81 . die hohe Werte auf dieser Dimension erreichen.74 Manchmal passiert es mir. Dimensionen der parasozialen Beziehung zu Avataren.50 1.19 . als wenn ich mit Freunden zusammen wäre.03 0. kann ich mir immer gut ein Bild über sie/ihn machen.86. wurden ausgeschlossen.85 2. in der die Medialität des Lieblings-Avatars von den Nutzern weitestgehend ausgeblendet wird.03 1.82 . B.77. ns) nur in geringem Maße.90 .73 . In verschiedenen Studien über parasoziale Beziehungen (z. 1997) hat sich die Skala zur Messung parasozialer Bindungen als mehrdimensional erwiesen.27 1.21 1.45 dargestellt. [Name] und ich sind uns ziemlich ähnlich Wenn ich [Name] sehe. würde ich [Name] gerne einmal persönlich kennen lernen 1. das Bild von [Name] zu Hause auf meinem Bildschirm zu sehen Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über [Name] stünde. 1996a.83 . Tabelle 1).56.69 . die keinem der beiden Faktoren trennscharf zugeordnet werden konnten.81 1.17 2.67 1.37 1. z.39 . wenn [Name] mal nicht wie gewohnt auf einem Internetangebot auftauchen würde Wenn es möglich wäre.29 1.91 1. 1998.59 .81) und E-Cyas (M = 1.84 0. Standardabweichungen und Faktorenladungen der Items auf den zwei Dimensionen parasozialer Beziehung. die zusammen 63 Prozent der Varianz aufklären. Visscher & Vorderer. um die inhaltliche Qualität der parasozialen Bindung an Avatare differenzierter erfassen zu können (vgl.53 357 . Item M SD Faktorladungen (n=320) Faktor Faktor 1 2 1. Fünf Items. Deshalb wurde auch in der vorliegenden Studie eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit VARIMAX-Rotation) durchgeführt. ist das jeweilige (Internet-) Angebot für mich attraktiver Mir würde sofort auffallen.10 1.70 2. dann würde ich mir dieses Internetangebot bestimmt anschauen Ich finde es angenehm. würde ich es auf jeden Fall lesen Wenn [Name] seine/ihre Meinung oder auch persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringt. SD = . über ihre/seine Persönlichkeit In manchen Situationen fühle ich mich an [Name] erinnert Wenn [Name] auf einem bestimmten Internetangebot auftauchen würde.29 1.70 .42 0. möglichst viel über [Name] zu erfahren. SD = .82 2. kommt es mir vor.12 1. Der erste Faktor umschreibt eine enge freundschaftliche Beziehung.85) unterscheiden sich hinsichtlich der mittleren Beziehungsintensitäten sowohl vom Gesamtmittelwert als auch untereinander (t(295) = . B. dass ich in Gedanken oder auch tatsächlich irgendetwas zu [Name] sage Ich glaube.33 1.24 . Es werden nur Faktorladungen >.

und die schwächsten Beziehungen innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer zu männlichen Star-Avataren (vgl. er erklärt 32 Prozent der Gesamtvarianz. Der Unterschied zwischen medialer (M = 2. männlichen Star-Avataren.99. Denn im Vergleich dazu spielt die Attraktivitätseinschätzung für die quasi-reale Beziehungsdimension eine geringere Rolle (r = .00) und quasi-realer (M = 1. wobei dessen oder deren Aussehen allein noch keine „Freundschaft“ oder enge Bindung verursacht.79. Das Item „Wenn es möglich wäre. welche die Vermitteltheit und Künstlichkeit des Avatars in den Vordergrund stellen. Der Faktor „mediale Beziehungsdimension“ erklärt 31 Prozent der Gesamtvarianz. SD = .07. Insofern macht sich die Abhängigkeit virtueller Akteure von ihrer medialen Vermittlung im empirischen Beziehungsmuster bemerkbar: Die parasozialen Bindungen zu Avataren sind eher durch das Bewusstsein der Medialität geprägt und besitzen kaum die Qualitäten einer „echten“ sozialen Beziehung. Die Mittelwerte der beiden Beziehungsdimensionen weichen kaum vom geringen Durchschnittswert der Gesamtskala ab. so ergeben sich vier mögliche Verknüpfungen. Cronbachs α = . Die zentrale Größe. SD = 1.83). Die Intensität der zwei extrahierten Beziehungsdimensionen lässt sich anhand der Mittelwerte der jeweils zugeordneten Items bestimmen. SD = .01). Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. vor Beziehungen von Frauen zu männlichen Star-Avataren. Demgegenüber entspricht der zweite Faktor einer medialen Beziehungsdimension. die hohe Werte auf der zweiten Dimension erreichen.00) als die quasi-reale Dimension (M = 1. Jahrgang 3/2001 Freund. zu nutzen. Der Faktor wird entsprechend als quasi-reale Beziehungsdimension bezeichnet. Tabelle 2).28.01). kann überhaupt erst der Wunsch entstehen. ist die mediale Beziehungsdimension ausgeprägter (M = 2.M&K 49. p < . die mediale Beziehungen zu Avataren fördert. Wer einen virtuellen Akteur als attraktiv beschreibt. Die Beziehung zum Avatar ist durch das Wissen um die Irrealität des Avatars geprägt: Er kann zwar interessant sein und zu wiederholter Interaktion einladen. Eine inhaltliche Verbindung zur medialen Beziehungsdimension könnte man darin sehen.46.49. würde ich [den Lieblings-Avatar] gerne einmal persönlich kennen lernen“ lässt sich im Rahmen dieses Faktors nur schlecht interpretieren. Eine Varianzanalyse bestätigt den Interaktionseffekt (F(1.56. Die Rolle des Geschlechts von Rezipienten und Persona.69. besitzen demzufolge Avatare eher ästhetische als soziale Qualität.53.333) = 1. SD = 1. p < .333) = 9. wenn man nur die Personen betrachtet. Die höhere Ausprägung der medialen Dimension findet sich auch wieder. SD = . Innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer die intensivsten Beziehungen zu weiblichen Star-Avataren. Für Personen. ist also motiviert.10. ist deren wahrgenommene Attraktivität. die sich für den gleichen Lieblings-Avatar entschieden. doch er bleibt an sein Medium gebunden. Etwas schwächere Beziehungen liegen ferner von Frauen zu weiblichen Star-Avataren vor. die Lara Croft als bevorzugten Avatar angegeben haben. dass das Item eine Differenzierung zwischen „persönlicher Bekanntschaft“ und „medial vermittelter Bekanntschaft“ impliziert: Weil der Lieblings-Avatar nur aus den Medien bekannt ist. Bei Befragten. SD = . dessen Virtualität einer engen Verbundenheit nicht im Wege steht.78) Beziehungsdimension findet sich ebenso bei dem männlichen Star-Avatar E-Cyas.86). Diese Medialität ist ein bewusst erlebter Bestandteil der Relation zum virtuellen Akteur. in denen der Avatar erscheint. die Medienangebote. ihn persönlich kennen zu lernen. p < . denn er umfasst Items. neigt auch zu intensiveren medialen Beziehungen mit ihm oder ihr (r = .02.50. Cronbachs α = .89) etwas intensiver ausfällt als die quasi-reale (M = 1. wobei die mediale Beziehungsdimension (M = 2. 358 .01). Vergleicht man die Intensität der Beziehungsdimensionen von Frauen und Männern zu weiblichen bzw.

86) n = 35 2. 1996) darstellt. jedoch nicht. sondern indem sie ästhetische Präferenzen bedienen. Zukünftige Untersuchungen müssen hier weitere Klärung erbringen. dass zu Avataren strukturell ähnliche Beziehungsmuster bestehen wie zu Fernsehfiguren. noch ergeben sich Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1.333) = . ns). wobei sie die Erscheinung der virtuellen Figuren sehr wohl als attraktiv empfinden können. Avatare sind also offensichtlich in der Lage. ns) können hingegen nicht ausgemacht werden. zum Beispiel das Modell eines schönen Menschen verkörpern. Anzahl der Fälle) 1. Tabelle 2: Intensität der medialen parasozialen Beziehung (Mittelwerte auf einer Skala von eins bis fünf) in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten und des Lieblings-Avatars.04) n = 107 Mediale parasoziale Beziehung zu weiblichen Avataren (M und SD.95) n = 107 1. Insofern legt die gefundene Zwei-Faktoren-Lösung nahe.333) = . was ebenfalls ein aus dem Fernsehbereich bekanntes Muster (Vorderer & Knobloch.10 (1. Es finden sich keine Hinweise darauf.00) n = 93 Männlich Weiblich Innerhalb der quasi-realen Beziehungsdimension findet sich dagegen weder ein Interaktionseffekt zwischen dem Geschlecht der Befragten und des Star-Avatars (F(1.89 (1. Dennoch gibt es Anzeichen dafür.333) = . ns) oder das Geschlecht des Avatars (F(1. Dafür spricht auch.26. indem sie starke parasoziale Beziehungen knüpfen. Diese Erkenntnisse können jedoch noch nicht als gesichert gelten. ns). weil die Mittelwerte der verschiedenen Avatare auf der Skala zu parasozialen Beziehungen sehr gering ausfallen.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare ns) und für das Geschlecht des Avatars (F(1. dass virtuelle Akteure bereits das Potenzial besitzen.333) = . die Vorderer (1998) vornimmt.30 (. Die Rezipienten wahren ihnen gegenüber eine gewisse Distanz. Medienpublika an sich zu binden – wenn auch nicht sehr fest –.03. Diskussion Die parasozialen Beziehungen der Befragten zu ihrem selbst ausgesuchten LieblingsAvatar sind nur schwach ausgeprägt. dass auch zu virtuellen Akteuren Ansätze parasozialer Beziehungen entstehen.61. Die Dimensionierung der parasozialen Beziehung in quasi-reale Beziehungsdimension einerseits und mediale Beziehungsdimension andererseits entsprechen recht gut der Einteilung. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen etwas intensiver zu sein scheinen als gleichgeschlechtliche.26. 359 . feste „Freunde“ von Internetnutzern zu werden. Geschlecht der Befragten Mediale parasoziale Beziehung zu männlichen Avataren (M und SD. Anzahl der Fälle) 2.75 (.

bei ihren sonstigen Medienauftritten wird sie dagegen als selbstständige Persona inszeniert. wurden einige Items so umformuliert. denn zum einen gehören die Tomb Raider-Spiele zu den meist verkauften Titeln weltweit. Sie könnte ebenso als beliebter und bewunderter „Star“ fungieren wie zum Beispiel die Action-Helden aus Kino oder Fernsehen. Sie dürfte neben dem Videospiel-Helden Mario die bekannteste virtuelle Figur sein. füllt dank ihrer „körperlichen“ Erscheinung ganze Bilderstrecken in Zeitschriften und ziert zahlreiche Fanposter (vgl. Perse und Powell (1985) in der modifizierten Form von Vorderer und Knobloch (1996) zum Einsatz. inwiefern die parasozialen Beziehungen zu einer – besonders bekannten – virtuellen Figur hinsichtlich ihrer Intensität und Qualität den parasozialen Bindungen zu einer besonders populären Fernsehfigur ähnlich sind.und Star-Avatar begriffen werden. Der Fragebogen wurde an 5000 Personen aus der Kundendatenbank eines großen ComputerspieleUnternehmens verschickt. Jahrgang 3/2001 Studie 2 Fragestellung Studie 2 konzentrierte sich auf einen einzigen virtuellen Akteur. auf den wortgleichen Internet-Fragebogen wurde im Anschreiben hingewiesen. Klimmt & Vorderer. Methode Im Rahmen einer größeren Studie über Computer.und Videospiele (vgl. Die Fragen konnten auf Wunsch auch online beantwortet werden. gibt „Interviews‘. der Lara Croft betraf. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden. dass Lara Croft den Mediennutzern und Computerspielern „Angebote“ für parasoziale Beziehungen unterbreitet. auch Klimmt. Er umfasste insgesamt elf Seiten. Lara Croft in der nächsten Tomb Raider-Folge wieder zu sehen“ (siehe Anhang). auch Rettberg. Insofern kann sie als Mischform aus Stellvertreter. Für den Durchlauf. In der Studie wurde deshalb ein Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft mit der Bindung an eine beliebte Figur aus Film oder Fernsehen angestellt. nannten anschließend ihre bevorzugte Figur aus Film oder Fernsehen und beantworteten dann die Skala erneut. [Name der Lieblingsfigur] in der nächsten Folge wieder zu sehen“ umformuliert in „Ich freue mich darauf. denn während des Computerspielens agiert sie unter der vollständigen Kontrolle durch die Spieler. Unter den Teilnehmern wurden zahlreiche Preise verlost. 2001) wurden die parasozialen Beziehungen zu Lara Croft und zu einer von den Teilnehmern genannten Lieblingsfigur aus Film oder Fernsehen erhoben. wie viele Tomb Raider-Titel die Teilnehmer besaßen und wie sie diese bewerteten. Zusätzlich wurde abgefragt.bzw.M&K 49. Durch die Modifikationen sollte die 20-Item-Skala speziell die Qualität der parasozialen Beziehungen besser erfassen. nämlich auf Lara Croft. dieses Mal in Bezug auf die genannte Film. „trifft voll und ganz zu“ bezeichnet. 360 . und zum anderen ist Lara Croft auch in zahlreichen anderen Medienangeboten in Erscheinung getreten: Sie „spielt“ in einem Musikvideo („Männer sind Schweine“) mit. die Protagonistin der mittlerweile fünfteiligen Computerspiele-Reihe Tomb Raider. Dazu kam die in der Forschung über parasoziale Beziehungen bewährte Skala von Rubin. Es liegt daher nahe zu vermuten. 1999). 2001. So wurde beispielsweise das Item „Ich freue mich darauf. dass sie besser zum Kontext der Computerspiele passten. Die Teilnehmer füllten die Skala zunächst in Bezug auf Lara Croft aus. Fernsehfigur. In beiden Varianten waren die Endpunkte der Likert-Skala mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw.

dass männliche Befragte starke Bindungen zu weiblichen TV-Figuren wie Pamela Anderson berichten.94) als auch im Durchlauf für die Lieblingsperson aus Film und Fernsehen (über alle genannten Figuren hinweg: Cronbachs α = . das Durchschnittsalter lag bei etwa 21 Jahren (M = 20. SD = 1. Wie schon in Studie 1 erreicht der virtuelle Akteur also nur einen geringen Wert in der Skala zur parasozialen Beziehung und bleibt zusätzlich auch deutlich hinter der Lieblings-TV-Figur zurück. Tabelle 3). nur knapp 15 Prozent der Teilnehmer besaßen kein eigenes Tomb RaiderSpiel.80) fällt geringer aus als zur Lieblingsfigur aus Film und Fernsehen (M = 2. Im letzten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und bestimmten in der bisherigen Forschung als zentral erachteten Merkmalen wie Dauer der „Bekanntschaft“ zur Persona betrachtet. Insofern war der Avatar Lara Croft in der Stichprobe sehr gut bekannt. Es folgten Al Bundy sowie Agent Moulder aus der Mystery-Serie „Akte-X“.60.80). zum Beispiel das Pokémon Pikachu und Marcel Reich-Ranicki.91 Jahre). jedoch liegen die Werte im Vergleich zu der Subgruppe mit weiblichen Lieblingsfiguren etwa einen halben Skalenpunkt niedriger – sowohl für die TV-Figur als auch für Lara Croft.90) ergeben sich akzeptable interne Konsistenzen. Vergleich von weiblichen und männlichen TV-Personen mit Lara Croft.76 Jahre.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Ergebnisse Insgesamt schickten 349 Personen den Fragebogen ausgefüllt zurück (Rücklaufquote: sieben Prozent). Die Beziehung zu Lara Croft fällt im Vergleich zu den weiblichen TV-Figuren deutlich schwächer aus. Da die überwiegende Mehrheit der Befragten männlich ist. Die Skalen zur parasozialen Interaktion erzielten zufriedenstellende Reliabilitätswerte. Anschließend wurden die Lieblings-TV-Personen nach ihrem Geschlecht getrennt betrachtet und die parasozialen Bindungen zu ihnen erneut mit Lara Croft verglichen. Sowohl für Lara Croft (Cronbachs α = .14. Die parasozialen Beziehungen zu weiblichen TV-Figuren erzielten den höchsten Wert im Indexvergleich.06. übertrieben weiblichen Aussehens von Lara Croft lag es nahe.01). SD = . Die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Teilnehmer war männlich. Im dritten Schritt wurde eine Subgruppe von TV-Personae Lara Croft gegenübergestellt. Unter den 131 genannten Personae befanden sich höchst unterschiedliche Charaktere. Die Auswertung beinhaltete vier Schritte. Zunächst wurden die Skalen zur parasozialen Beziehung zu Mittelwert-Indizes zusammengefasst und für Lara Croft und die genannte TV-Lieblingsfigur gegenübergestellt. Angesichts des betont bzw. indem das Geschlecht der TV-Person berücksichtigt wird (vgl. Das Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft (M = 2. Sie sind hinsichtlich ihrer Darstellungsform ähnlich „abstrakt“ wie die Computerfigur Croft und wurden deswegen einem gesonderten Vergleich unterzogen. und zwar die Gruppe der Zeichentrick-Charaktere. Bei den Personen. Mit Abstand am häufigsten genannt wurden Bart und Homer Simpson aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“. den Vergleich der parasozialen Beziehungen zu verfeinern. besteht dieser Abstand zwischen TV-Figur und Lara Croft ebenfalls. SD = 8.36) der zum Erhebungszeitpunkt erhältlichen vier Tomb Raider-Titel. Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen nannten 325 Teilnehmer.43. Vergleich der Indizes. die eine männliche TV-Figur bevorzugten. Rund 26 Prozent der Befragten nutzte das Internet zur Beantwortung. Insofern lässt sich 361 . konnte eine Geschlechterdifferenzierung auf Seiten der Teilnehmer nicht realisiert werden. Die Befragten besaßen im Durchschnitt zwei (M = 2. Vorderer und Knobloch (1996) fanden ebenfalls. Der Unterschied ist signifikant (t(321) = -11. SD = . p < .

66) nur geringfügig (t(84) = -1. Daher werden die parasozialen Beziehungen zu Zeichentrickfiguren (u.64 (47) α p < . SD = . nämlich zu Zeichentrickfiguren. SD = . der Dämonenjägerin übertroffen.01 die parasoziale Beziehung zu Lara Croft eher mit der zu einer weiblichen TV-Figur als mit der Bindung an eine männliche Figur vergleichen. die die Befragten besaßen. In der bisherigen empirischen Forschung über parasoziale Beziehungen (im Überblick: Gleich.49 (.01).77. Bei genauer Betrachtung erreicht Lara Croft nämlich bei den Items aus der Skala „… ist erotisch“ und „Ich finde … attraktiv“ die höchsten Werte und wird dort nur von jungen TV-Heldinnen wie Buffy. auch zu einer stärkeren Bindung an Lara Croft neigen.78) –10. die eine weibliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 48) Personen. zum Beispiel zwischen der parasozialen Beziehung und der Dauer der „Bekanntschaft“ mit der Persona (vgl. die eine männliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 274) 2. Homer und Bart Simpson. SD = . Dies gilt jedoch nicht im Vergleich zu einer Subgruppe von TV-Personae. p < . 1998) fanden sich immer wieder Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu TV-Personen und anderen Merkmalen. desto mehr Zeit hat sie auch mit Lara Croft verbracht. Vergleich der parasozialen Beziehungen zu Lara Croft mit den Beziehungen zu Zeichentrick-Figuren. Darüber hinaus wurde untersucht. ob Personen.24. Das von Vorderer und Knobloch (1996) berichtete Beziehungsmuster zwischen männlichen Rezipienten und weiblicher Persona scheint also auch auf Lara Croft zuzutreffen.09 (.07.78) t-Wert im Vergleich zu Lara Croft (df) –4. a. pflegt also eine länger andauernde „Bekanntschaft“ mit ihr. Zum Vergleich: Der Index-Wert der parasozialen Beziehung zu den übrigen (fotorealistischen) Personae (M = 2.77) 2. aufgeschlüsselt nach Geschlecht der genannten TV-Figur Mittelwert PSBIndex zu Lara Croft (SD) Personen. Im letzten Auswertungsschritt wurden daher die Zusammenhänge zwischen dem Index-Wert der parasozialen Bindung an Lara Croft und der Anzahl der Tomb Raider-Spiele. so ist zu vermuten. Vorderer.79. In dieser Subgruppe unterscheiden sich die Index-Werte für Lara Croft (M = 2. sowie der Bewertung dieser Spiele betrachtet. Perse & Rubin.54 (. Jahrgang 3/2001 Tabelle 3: Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und zur Lieblings-TVFigur. Korrelate von parasozialen Beziehungen zu Lara Croft. 1997.M&K 49. ns). Die Analyse dieser Zusammenhänge kann 362 . die auch Horton und Wohl (1956) schon postuliert hatten.01 2. Sie sind ebenfalls weniger genaue Abbilder von „echten“ Menschen. Lara Croft unterscheidet sich von TV-Personae durch ihre vergleichsweise unrealistische Erscheinung.18. 1989). Je mehr Tomb Raider-Spiele eine Person besitzt.96) Mittelwert PSBIndex zur TVFigur (SD) 2.97 (. Kenny und Stan aus South Park) mit den Bindungen an Lara Croft verglichen.77) liegt deutlich höher als der Wert für die Zeichentrickfiguren (t(317) = 6.31 (273) p < . Insofern lässt sich die parasoziale Bindung an Lara Croft eher mit der an Zeichentrickfiguren als mit der an TV-Personae aus Fleisch und Blut vergleichen. Insgesamt wählten 87 Befragte eine Zeichentrickfigur als Lieblings-Persona.77) und die Lieblings-TV-Figur (M = 2. die intensivere parasoziale Bindungen an TV-Figuren berichten.

Schließlich zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und der Beziehung mit der Lieblings-TV-Figur (r = . sondern gezeichnete Darstellungsform der Figur Croft macht sie hinsichtlich der Beziehungsintensität vergleichbar mit TV-Zeichentrickfiguren und unterscheidet sie deutlich von „echten“ TV-Personae. Wer sich also auf eine intensive Bindung an eine Fernsehfigur einlässt. deren Intensität mit den Bindungen zu Film. inwiefern sich das Verhältnis der Mediennutzer zum virtuellen Akteur Lara Croft mit dem zu einer TV-Persona vergleichen lässt. 1998.01). Vorderer. Die nicht fotorealistische. Ähnlich wie bei TV-Serienfiguren hängt auch bei Lara Croft das Ausmaß der parasozialen Beziehung mit der Länge des Kontakts zusammen. dass sich die gefundenen Intensitätsunterschiede zwischen Lara Croft und der Fernseh-Figur einebnen. fühlt sich auch eher dem virtuellen Akteur Croft verbunden. dass Computerspieler parasoziale Beziehungen zu einer virtuellen Akteurin entwickeln. Jedoch ist es durchaus denkbar.01). 1957) theoretisch und empirisch als fruchtbar. Für diese Bewertung spricht. Gleichwohl lassen sich Anzeichen zumindest für schwache Bindungen finden. Andererseits handelte es sich bei der Stichprobe um überwiegend intensive Nutzer von Tomb Raider-Spielen.01 und für Tomb Raider 4: r = . In der vorliegenden Studie war Lara Croft als Spiel-Figur vorgegeben worden und muss deswegen nicht zwangsläufig bei den Befragten so populär gewesen sein wie die selbst gewählte Lieblings-TV-Figur. p < .Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare weitere Hinweise zu der Frage liefern.60. nämlich die Dauer der Bekanntschaft und die positive Bewertung des Medienangebots.43. Auch die über 10er-Skalen erhobene Bewertung der Spiele weist einen deutlichen Zusammenhang mit der parasozialen Beziehung zu Lara Croft auf (für Tomb Raider 3: r = . Horton & Strauss. p < . p < . der Dauer der „Bekanntschaft“ und der Bewertung der Tomb Raider-Spiele finden. parasoziale Beziehungen anzubieten. Die Anzahl der von den Befragten besessenen Tomb Raider-Spiele korreliert relativ hoch mit der parasozialen Bindung (r = . 1956.42. dass diese Bindungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Fernsehcharakteren und vor allem von der von männlichen Mediennutzern empfundenen Attraktivität der weiblichen Persona Croft getragen werden. Schlussbetrachtung und Ausblick Um die Frage zu klären. 1998) deckt und dass sich in Studie 2 Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft. die als typisch für die Bindung an Personae gelten.48. So wirkt sich die wahrgenommene Attraktivität. 4. Insofern hat die Studie einige Hinweise darauf geliefert. Schließlich finden sich bei den parasozialen Bindungen an Croft Korrelate. sondern auch ihre Lieblings-Spiel-Figur aussuchen dürfen. Diskussion Die virtuelle Akteurin Lara Croft ist offensichtlich nicht in der Lage. die bereits bei TV-Heldinnen für intensivere Beziehungen sorgt. p < . was ebenfalls mit den Ergebnissen aus dem Fernsehbe- 363 . wie Mediennutzer mit virtuellen Akteuren umgehen. wenn sich die Befragten nicht nur ihre LieblingsTV-Figur. erweist sich der Zugang der parasozialen Beziehungen (Horton & Wohl. so dass insgesamt ein Vergleich zwischen Croft und Fernsehfigur auch nicht völlig unangemessen erscheint. auch auf die Relation zu Lara Croft aus. dass sich die Dimensionalisierung der in Studie 1 angewendeten Skala mit der Einteilung in anderen Untersuchungen zu parasozialen Beziehungen (Visscher & Vorderer.01). in dem die Persona auftritt.oder Fernsehfiguren vergleichbar ist.

Während ihre äußere Erscheinung also bereits auf die Zustimmung der Rezipienten trifft und zur Publikumsbindung beiträgt. In diesem Zusammenhang ist auch das Ergebnis plausibel. desto größere Erkenntnispotenziale bergen Untersuchungen darüber. aber auch für den Bereich der interaktiven Unterhaltung (Durkin & Aisbett. 1996). 1995). Vorderer. Für entsprechende Studien müssen allerdings neue Erhebungsinstrumente entwickelt werden. 1999). inwiefern das Instrument für die Anwendung auf virtuelle Akteure geeignet ist. dürften virtuelle Akteure der kommenden Generationen auch als Bezugsperson für stärkere parasoziale Bindungen in Betracht kommen. Klimmt. Perse und Powell (1985) wurde bereits im Kontext des ursprünglichen Einsatzgebiets. wird abzuwarten bleiben. Kritik geübt (Hippel. Es ist jedoch abzusehen. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen intensiver ausgeprägt sind als gleichgeschlechtliche. 2000. sind die Beziehungen zu Avataren weit entfernt: Die Bezugspersonen (die Avatare) sind dem Namen und dem Aussehen nach den Mediennutzern bekannt. Vorderer & Knobloch. wissen die Mediennutzer doch die ästhetischen Qualitäten virtueller Akteure zu schätzen. 1996. geprägt. 2001). Bente. als bewunderte Stars oder gar Freunde eignen sie sich weniger. 1997). Auf diese Weise für den Dialog mit den Mediennutzern gerüstet. 1989). wie sie typisch ist für Fans von TV-Stars (Leets. nämlich der TV-Figuren. ihren „Zielgruppen“ zu gefallen. 1999. bis zu welchem Maße sich die parasozialen Beziehungen zu ihnen tatsächlich denen zu menschlichen Prominenten angleichen werden. in der Perspektive der Rezipienten eine andere Kategorie darstellen als Figuren aus Film und Fernsehen. 1997. Die parasozialen Beziehungen sind wenig intensiv und von der Medialität. Jahrgang 3/2001 reich korrespondiert (Perse & Rubin. der Abhängigkeit des virtuellen Akteurs von der Darstellung in einer künstlichen Medienumgebung. An der in den vorgestellten Studien zugrunde gelegten Standard-Skala von Rubin. Gleich. Die beiden vorgestellten Befragungsstudien über parasoziale Bindungen an Avatare zeigen. Insgesamt scheinen also die heute verfügbaren Avatare in der Lage zu sein. wie sie heute im Internet und in Computerspielen zum Einsatz kommen. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Virtual-Reality-Systemen in zahlreichen Anwendungsbereichen sollte die medienpsychologische Forschung mit der Entwicklung insbesondere virtueller Charaktere Schritt halten. Entsprechend stellt sich die Frage. Je mehr und je komplexere Avatare die digitalen Welten bewohnen. 364 . 1992.M&K 49. werden Avatare auch ihre „inneren“ Fähigkeiten verbessern. Krämer & Buschmann. Es ergeben sich also in den Daten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Erkenntnissen der Forschung über parasoziale Beziehungen zu Fernseh-Personae. Dies gilt nicht nur. dass virtuelle Akteure. So wahren die Mediennutzer eine gewisse Distanz zu den „neuen Prominenten“ wie E-Cyas oder Lara Croft. Der Zusammenhang zwischen der Attraktivität des Avatars und der Stärke der „medialen“ parasozialen Beziehung wird in beiden Studien deutlich und ist auch aus der Forschung im Fernsehbereich bekannt (Gleich. dass virtuelle Akteure in Zukunft vor allem an Interaktionskompetenz gewinnen werden (Bente & Otto. den Rezipienten bzw. also kognitiv repräsentiert. sie besitzen jedoch nur eine geringe emotionale Relevanz. Von der geradezu überschwenglichen Bewunderung und Verehrung. Petersen. Weil jedoch mit verbesserten Konversationsfähigkeiten das Wissen der Rezipienten um die Virtualität von Avataren nicht gelöscht werden kann. DeBecker & Giles. wie Mensch und Avatar miteinander interagieren. Wenngleich Avatare für die Befragten beider Studien keine Bedeutung im Sinne von Freunden oder guten Bekannten haben. Bereits die hier beschriebenen ersten Annäherungen an parasoziale Beziehungen zu Avataren stießen an Grenzen der Skala.

(Hrsg. (2001). Sind Fernsehpersonen die „Freunde“ des Zuschauers? Ein Vergleich zwischen parasozialen und realen sozialen Beziehungen. Cassel. (1999). Gleich. Sozialpsychologie des Internet. Bente. Döring. Hartmann. Literatur Bates. die Rezeption der neuen Medien zu verstehen. U. K. H. Wege zu Nutzung und Wirkung (S.00).): Fernsehen als „Beziehungskiste“. (1999). 1956/1986. Online-Kommunikation. Eine empirische Untersuchung über parasoziale Beziehungen und Beziehungsqualitäten zu Star-Avataren wie E-Cyas oder Lara Croft. Petersen.). (1993). 217 – 242. (2000). Virtuelle Realität im Forschungseinsatz. Bericht und Bibliographie.05. montage/av. Göttingen: Hogrefe. Medienpsychologie. 2(2). das Konzept der parasozialen Beziehungen sowohl in theoretischer Hinsicht als auch mit Blick auf seine empirische Messung stärker an die Erkenntnisse der Sozialpsychologie anzubinden (zu dieser Forderung vgl. Opladen: Westdeutscher Verlag. The Role of Emotions in Believable Agents (Online).html (18.kr:8080/pubs/citations/journals/cacm/1994-37-7/p122-bates (18. C. Denn wer die Interaktion zwischen Mensch und Avatar untersucht.. 45 – 64. Eine empirische Untersuchung zu parasozialer Interaktion. Identitäten. (1999). Fully Embodied Conversational Avatars: Making Communicative Behaviors Autonomous. Autonomous Agents and Multi-Agent-Systems. J. 2(1). 338 – 349. Computerrahmen und die undifferenzierte Wirkungsfrage oder: Warum erst einmal geklärt werden muß. R. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen von Fernsehzuschauern mit Personen auf dem Bildschirm: ein theoretischer und empirischer Beitrag zum Konzept des aktiven Rezipienten. 185) wie beim Fernsehen. K. J.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare die zahlreiche Modifikationen unvermeidlich machten. (1999). Eimeren. 11(2). Fernsehen und Einsamkeit im Alter. 127 – 145. 1996. ARD/ZDF-Online-Studie 2000: Gebrauchswert entscheidet über Internetnutzung. (1992).12.or. & Otto. Landau: Verlag Empirische Pädagogik. 365 . T. I. Cyber-Starlets. Rössler. Schemata und Computerspiel. 225). was die Menschen mit dem Computer machen. 1997). G. In diesem Zusammenhang bietet es sich an. Fritz. [online]. In Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg. Durkin. J. (1998). & Vilhjálmsson. Unveröffentlichte Diplomarbeit an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. & Aisbett. sondern eine „direkte Interaktion mit wechselseitiger Kontingenz zwischen Mediennutzer und Bildschirmperson“ (Bente & Otto. (8). Parasoziale Interaktion. K. 47-64). montage/av. Echt virtuell. soziale Beziehungen und Gruppen. betrachtet keine „Intimacy at a Distance“ (Horton & Wohl. 8(3). Neue Einsatzgebiete für Avatare. Computer Games and Australians Today. T. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. 1(1). Blittkowsky. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S..). H.2000). (1993). Insofern kann das mittlerweile recht alte Konzept der parasozialen Beziehungen uns helfen. J. Eine Weiterentwicklung erscheint jedoch sowohl in theoretischer wie auch in methodischer Hinsicht dringend geboten. Media Perspektiven. Bente. In P. Virtuelle Realität und parasoziale Interaktion. 113-144). G. Hippel. A. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse. 1-28). (1994). K. Gleich. & Buschmann. Bonn. Medienpsychologie. U. Bemerkungen zu einer interaktionistischen Fernsehtheorie. 95 – 120. J. S. van & Gerhard. Gleich. (2000). R. (1996). (1997). Vorderer (Hrsg. Münster: LIT Verlag. B. Fabian. N. Available: http:// riss. o. 94-98/2000) (S. Sydney: Office of Film and Literature Classification. Nr. Krämer. (1996). Hippel. Höflich. H. 135 – 140. S. (1999). Verfügbar: http://rhein-zeitung. J. Ein Wirkungsvergleich videovermittelter und computersimulierter nonverbaler Kommunikation.keris. Computerspiele auf dem Prüfstand (Staffel 12. Parasoziale Interaktion als Spiel. N.-U. In P.de/old/99/09/23/internet/news1.

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S. Roters. & Cassel. in der für die Anwendung auf Lara Croft modifizierten Variante • Wenn ich Lara Croft auf dem Bildschirm sehe. S. Vorderer. 433 – 460. Mind. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. NJ: Erlbaum. J. Freunde in guten und schlechten Zeiten. 153 – 171).computerwoche. P. dass Lara Croft ähnliche Dinge wichtig sind wie mir.) (1996a). Ueberhorst. & Knobloch. 689 – 707). (Hrsg.). • Ich habe den Eindruck. Picard. Snowcrash.archiv/avatare/kyoko (03.02. • Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über Lara Croft stünde. Vorderer. Brinkmann. & Sudhoff.). wenn ich in der gleichen Situation wäre wie Lara Croft.cfm?path=http://www.). Themen. 201 – 216. würde ich es auf jeden Fall spielen.01. 453 – 469). Inszenierungsgesellschaft (S. als Freunde der Zuschauer. Bild. Zöllner (Hrsg. Eine explorative Studie über parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren. • Manchmal überlege ich mir. (1995). Vorderer. • Lara Croft ist erotisch. Avatar oder Agent. Visscher.de/archiv.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Stephenson. Vorderer. • Wenn Lara Croft eine Figur in einem anderen Spiel wäre. (1995). H. P. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen. N. S. • Ich würde Lara Croft gerne einmal persönlich kennen lernen. In H. • Ich leide mit. Fernsehen als „Beziehungskiste“. Verfügbar: http://www. P. 1996). Computing Machinery and Intelligence. (1998). Opladen: Westdeutscher Verlag. J. Trepte. Opladen: Westdeutscher Verlag.de/service. Methoden (S. Vilhjálmsson. dass ich Lara Croft vermisse. New York. (1998). wenn Lara Croft Probleme hat. Orientierung und Problembewältigung durch TVTalkshows: Empirische Ergebnisse und Erklärungsansätze. 269 – 277). Zillmann & P. (1998).html (19.2001).de/archiv/1995/41/index. wie ich mich verhalten würde. S. (1996). (1950).). Lara Croft in der nächsten „Tomb Raider“-Folge wiederzusehen. P. Bodychat: Autonomous communicative behaviors in avatars. München: Goldmann.). Turing. S. Parasoziale Beziehungen von Vielsehern zu Charakteren einer Daily Soap. Jurga (Eds. Parasozialität und Fernsehkommunikation. W. (im Druck). H. Anhang: Items zur parasozialen Beziehung (nach Vorderer & Knobloch. Die virtuelle Lotusblüte. H. (1996b). Vorderer (Hrsg. In Association for Computing Machinery (Hrsg. Opladen: Westdeutscher Verlag. Fernsehen als „Beziehungskiste“. Mahwah. Wulff. W. Zapfe. als wenn ich mit Freunden zusammen wäre. Interactive Entertainment and Beyond. 8(3). Fernsehforschung in Deutschland. S. (2000). (1998). 367 . M.. Media Entertainment: The Psychology of its Appeal (S. Proceedings of the Second International Conference on Autonomous Agents (S. dann fühle ich mich wohl.computerwoche. Derrick und Co. Unterhaltung durch Fernsehen: Welche Rolle spielen parasoziale Beziehungen zwischen Zuschauern und Fernsehakteuren? In G. würde ich es auf jeden Fall lesen. 8 (3). • Ich finde Lara Croft attraktiv. kommt es mir vor. Verfügbar: http://www. [online]. Vorderer. Parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren: Ergänzung oder Ersatz? Medienpsychologie. & Vorderer. 49. [online]. Akteure. • Ich freue mich darauf. Willems & M. 21 – 36). Zeitschrift für Medienpsychologie. • Es kommt sogar vor. A. 163 – 181. Medienpsychologie. Baden-Baden: Nomos. wenn ich Tomb Raider längere Zeit nicht gespielt habe. In P. A. P. Klingler & O.2000). Trzka. (1996). P. Vorderer (Hrsg. P. In D.

Freunden und Bekannten. • Wenn ich Probleme habe. • Manchmal vergleiche ich das Leben von Lara Croft mit dem Leben von Verwandten. wie z. • Ich bewundere Lara Croft. wie Lara Croft sich selbst in meiner Situation verhalten würde. • Manchmal vergleiche ich mein Leben mit dem Leben von Lara Croft. • Ich wäre gerne wie Lara Croft. überlege ich mir manchmal. 368 . • Auf Lara Croft kann man sich verlassen. • Ich empfinde Lara Croft als echte Person.M&K 49. dass ich Lara Croft etwas zurufe. B. Jahrgang 3/2001 • In besonders spannenden Situationen kommt es schon mal vor. • In vielen Punkten ähnelt das Leben von Lara Croft meinem Leben. „Pass auf“.

dass nichtkommerzielle lokale Hörfunkstationen nicht entstanden seien (1991: 355).2 Im Folgenden soll zunächst kurz die Entwicklung der freien Radios in der Bundesrepublik nachgezeichnet werden. eine Sprache des Alltags auch im Hörfunk zu verwenden und unterschiedliche subjektive Standpunkte zu Gehör zu bringen.Sprechen im freien Radio Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks Jan Pinseler In den 90er Jahren hat sich die Zahl der lizenzierten freien Radios in der Bundesrepublik Deutschland vervielfacht. das Medium Hörfunk zu „entzaubern“. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Diskussion inner. Aus der Kontrastierung dieser Ergebnisse mit konversationsanalytischen Studien zu 1 Vergleiche www. die strukturell die Form von Nachrichteninterviews haben. Nicht mitgezählt wurden Radiogruppen. Für die Hessische Landesmedienanstalt hat Merz (1998) die als nichtkommerzielle Radios in Hessen lizenzierten Sender untersucht.und außerhalb freier Radios über die Möglichkeiten und Potenziale freie Radios eingegangen. 2 Ausnahmen sind Weichler (1987). werden freie Radios zum Beispiel in Bayern und Sachsen wie private Hörfunksender behandelt und sind in einer schwierigeren rechtlichen Lage. Daraus folgt. sondern dass es aufgrund der größeren Nähe zur Alltagssprache auch anderen Personen möglich ist. Aus den Selbstbeschreibungen freier Radios und theoretischen Überlegungen aus ihrem Umfeld lässt sich ableiten. Einleitung Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios dreiundzwanzig freie Radios in der Bundesrepublik. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können.1 Die meisten dieser Radiosender haben erst in den letzten fünf bis acht Jahren eine Lizenz erhalten. werden sie von der Kommunikationswissenschaft fast vollständig ignoriert. 1. Hessen oder Niedersachsen nichtkommerzielle Lokalradios in den jeweiligen Landesmediengesetzen vorgesehen sind und dementsprechend viele solche Radiosender existieren.pdf (Stand: 28. verkennt jedoch deren Formen von Zugangsoffenheit und wird daher deren Senderealität nicht gerecht. 369 . die eher Gesprächen im Alltag ähneln. Kleinsteuber (1991).freie-radios. den Hörfunk selbstbestimmt als Kommunikationsmittel zu nutzen. die im Rahmen des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen senden. gibt für Deutschland den freien Radios eine Mitschuld daran. Während etwa in Baden-Württemberg. Daran schließt eine konversationsanalytische Untersuchung von Gesprächen in einem freien Radio an. Obwohl es freie Radios also seit einigen Jahren fast in der ganzen Bundesrepublik gibt. Dabei ist die Situation in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich. dass hier sowohl Gespräche möglich sind.de/bfr/bfr-karte. der die freien Radios in den Gesamtzusammenhang einer „Theorie alternativer Kommunikation“ einbindet und dabei eine detaillierte Bestandsaufnahme Freier Radios in der BRD bis Mitte der achtziger Jahre leistet. dass das Potenzial dieser Sender vor allem darin besteht. Februar 2001). dass die Besonderheit freier Radios darin besteht. der hauptsächlich einen internationalen Vergleich nichtkommerzieller Radios vornimmt. Vogel (1991) hat allgemein Formen der Bürgerbeteiligung am Rundfunk analysiert und geht dabei am Rande auch auf freie Radios ein. als auch Gespräche. Anhand einer konversationsanalytischen Untersuchung von Sendungen des coloRadio in Dresden wird gezeigt.

4 Vergleiche zum Beispiel Freies Sender Kombinat (1994). ein gemeinsames Senden zu befördern. Unterschiede bestehen jedoch auch innerhalb der nichtkommerziellen Lokalradios hinsichtlich ihres Selbstverständnisses. Mit Emanzipation ist dabei gerade keine medienpädagogische Erziehung zum richtigen Hören oder Senden gemeint. Ziel freier Radios ist nicht die vereinzelte Herstellung von Sendungen.M&K 49. die Möglichkeit. das Werbung sendet. inwieweit sich freie Radios in ihrer Praxis von anderen Hörfunksendern unterscheiden. Ihre Finanzierung versuchen die freien Radios zu einem großen Teil aus Mitgliedsgebühren und Spenden zu sichern. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. Dazu gehören einerseits schon länger eine ganze Reihe von Offenen Kanälen. bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten“ an die Öffentlichkeit zu bringen (Network Medien-Cooperative.4 „freies radio ist der versuch. Grothe & Müller (1994).und – vor allem – Hörfunksender entwickelt. Sie schließen Werbung als Einnahmequelle grundsätzlich aus. vgl. Das Ziel besteht darin. die über die auszustrahlenden Sendungen entscheiden. Die Strukturen freier Radios sollen dementsprechend zum einen die Zugänglichkeit und die Offenheit nach außen herstellen und zum anderen Einschaltmöglichkeiten schaffen. dass sie feste Strukturen haben. Freie Radios in den siebziger und achtziger Jahren wollten Medien der 3 Vergleiche zu Offenen Kanälen etwa Kamp (1989) oder Jarren. Eine Ausnahme ist Radio Z. 1987). Die Redakteure sollen miteinander über das kommunizieren und diskutieren. 370 . ziel ist dabei die emanzipation der hörenden und sendenden innerhalb der konventionellen medienlandschaft“ (Freies Sender Kombinat.1 Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen In der Bundesrepublik hat sich vornehmlich in den letzten fünf bis zehn Jahren eine sehr vielfältige Szene nichtkommerzieller lokaler Fernseh. Als die freien Radios in der alten Bundesrepublik entstanden. (1995) und Radio-Initiative Dresden (1994). Jahrgang 3/2001 Nachrichteninterviews einerseits und zu Gesprächen im Alltag andererseits soll schließlich abgeleitet werden. Freie Radios zeichnen sich – so kann aus ihren Selbstbeschreibungen gefolgert werden – in Abgrenzung zu öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sowie zu Ausbildungs. waren sie vor allem Ausdruck eines Bedürfnisses nach selbstbestimmten Medien. Freie Radios in der Bundesrepublik 2. 1994: 8). 1983: 134.3 haben nichtkommerzielle Lokalradios feste Redaktionen. sondern die gemeinsame Erstellung eines zusammengehörenden Produkts. was gesendet werden soll.und Universitätsradios dadurch aus. Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin. V. Während Offene Kanäle grundsätzlich offen für jede Sendung sind. die offen sind für Mitarbeit und diese zu ermuntern versuchen. sondern die prinzipielle Austauschbarkeit von Hörenden und Sendenden. dessen Ziel erklärtermaßen darin bestand. auch Weichler. das Medium Hörfunk eigenverantwortlich zu nutzen. Eine große abgrenzbare Gruppe machen die Radios aus. indem das Programm selbst klar und nachvollziehbar strukturiert ist. die sich selbst als „freie“ Radios bezeichnen und im Bundesverband Freier Radios (BFR) vereinigt sind. 2. andererseits eine Vielzahl nichtkommerzieller Lokalradios. ein medium aus seinem verwertungszusammenhang zu lösen.

wie etwa noch die Studentenbewegung. die Hausbesetzerbewegung und die Friedensbewegung. wo ihre unverstellte Alltagsrealität in den Programmen bleibt“ (Faecke & Haag. Sie alle kamen in den öffentlich-rechtlichen Sendern entweder gar nicht vor oder fühlten sich in ihren Anliegen ignoriert. 1983: 106 – 107). 2. und es wurde immer klarer. stand plötzlich zur Disposition. Network Medien-Cooperative. zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation. verzerrt oder falsch dargestellt (vgl. Anders (1956). dass es privat-kommerzielle Betreiber von Hörfunk und Fernsehen geben würde. jedoch kaum praktisch auf bundesdeutsche Verhältnisse übertragen. 1978: 5). Aus dieser Frustration bildete sich seit Mitte der siebziger Jahre auch eine alternative Medienpraxis heraus.6 Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht (nur) mit anderen Inhalten. nach eigenen Medien wurden immer lauter. sie brachen auch sehr weit gehend mit den Prinzipien. die „Bürger“ begannen sich zu wehren. 371 .Pinseler · Sprechen im freien Radio Gegenöffentlichkeit sein.7 Diese italienischen Erfahrungen wurden zwar theoretisch reflektiert. Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem. solche Meldungen. die in Italien bereits seit 1975 bestanden und großen Eindruck auf die westdeutsche Linke machten (vgl. Alternativen wurden überhaupt erst einmal denkbar. mit der die öffentlich-rechtliche Organisationsform als einzig mögliche Organisationsform von Rundfunk galt. Network Medien-Cooperative. Während Brecht und Benjamin einen Weg aufzeigten. da sie „sich ständig vergeblich fragen müssen. Enzensberger (1970/1997) und Negt/Kluge (1972) wichtig. wie bis dahin Radio gemacht wurde. die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören und in den Zeitungen nicht zu lesen waren. die bestehenden Medien zu verändern (vgl. allen voran Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano. Genannt seien hier die Anti-AKW-Bewegung. Parallel dazu hatte sich ab Mitte der siebziger Jahre in Westdeutschland die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks intensiviert. Diese versuchte. 1983: 110). die im Gefolge der Rebellion von 1968 entstanden waren und zunehmend erstarkten. Le Paige (1977) und Ruoff (1978).5 Die Forderungen nach einer unvermittelten Kommunikation. wie sich das Me- 5 Vergleiche zur Rolle der Kommunikation in den neuen sozialen Bewegungen auch Roth (1991). Für die Praxis westdeutscher freier Radios wurden vielmehr die kritischen Medientheorien von Brecht (1932/1975) und Benjamin (1934/1966). Ruoff. 7 Vergleiche FRED (1977). vergleiche auch Eco & Grieco (1978). Sie wollten unterdrückte Nachrichten verbreiten. Bedeutsam für die Wahrnehmung der italienischen freien Sender in der Bundesrepublik waren die „politisierten“ Radios. selbstbestimmte und selbst kontrollierte Strukturen für eine eigene Medienarbeit zu schaffen und nicht. Betroffen von der Nichtbeachtung durch die etablierten Rundfunkveranstalter sahen sich vor allem die neuen sozialen Bewegungen. Mit dieser Debatte wurde zum einen die Selbstverständlichkeit aufgebrochen. das lange Zeit kaum kritisiert wurde. Wichtigste Ziele dieser Radios waren dabei erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders. Zum anderen wurde aber auch die Frage gestellt. wer denn die ökonomische Kontrolle über die Sender ausüben solle. 6 Für einen Einblick in die Praxis von Radio Alice vergleiche Kollektiv A/traverso (1977). 1977: 110 – 111).2 Anspruch und Potenzial freier Radios Als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios können die radios libres gelten.

Botschaft. 9 Vergleiche auch Lovink (1992) und Agentur Bilwet (o. in dem Information zur Ware wird (1998: 71 – 79). unter denen von der Normalität abweichende Bedeutungen möglich werden (1998: 44 – 48). Kommunikationssituation und Code bestimme. dass erst das Zusammenspiel zwischen Adressat. Zweitens die Debatte um Sprache als Praxis. Insgesamt zeichnen sich diese kritischen Medientheorien durch eine sehr große Nähe zu den bestehenden Medien aus. kritisierte zum Beispiel die Amsterdamer Autorengruppe Bilwet um Geert Lovink: „Das Ziel bestand in Korrektur und Ergänzung“ (Agentur Bilwet. Er betont. Ziel künftiger Gegenöffentlichkeit müsse daher sein. J. so kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit in den 90er Jahren immer mehr in die Kritik und war immer weniger für die Praxis freier Radios handlungsleitend. 1983. richtigere.-gruppe (1998). Bedingungen zu schaffen. von Medienarbeitern aus diesen bürgerlichen Medien auf ihre Brauchbarkeit für deren Medienpraxis hin untersucht. wie eine Botschaft gelesen werde. wahrere Informationen zu verbreiten (1998: 66).a. Genau deshalb funktioniere der Versuch so selten. ist ein von Dieter Baacke (1974) herausgegebener Sammelband. ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und diese ständig korrigieren zu wollen. Gegenöffentlichkeit herzustellen (vgl. also um die praktische Bedeutung dessen. zur Diskussion um Einschaltquoten und Durchhörbarkeit im freien Radio auch Klug & Wenzel (1996). Das Konzept der Gegenöffentlichkeit orientiere sich an den bürgerlichen Medien. 1987).i. Und drittens die Debatte um die Informatisierung der Gesellschaft als kapitalistischem Prozess. versuchte insbesondere Enzensberger. Network Medien-Cooperative.8 War es in den 70er und 80er Jahren noch grundlegendes Prinzip freier Radios in der Bundesrepublik. da die Sprache selbst nicht nur ein Mittel. sondern wollten diese umgestalten oder einem emanzipatorischeren Gebrauch zuführen. da es sich auf die Inhalte von Kommunikation konzentriere und es in diesem Modell darum gehe. dass die repressive Form von Rundfunkästhetik in allen Formen von Radios stattfindet (Wenzel 1998a: 28). so die autonome a. Die Form des Gesagten sei aber genauso wichtig wie die Botschaft. In Anlehnung an die Semiotik und die Cultural Studies argumentieren sie. Darin werden Medientheorien.r.f. andere Inhalte über freie Radios zu transportieren.M&K 49. die die bürgerlichen Medien angreifen und kritisieren. das Medium durch Unterwanderung zu verändern. Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden. sondern „Machtformation“ sei (1998: 68). brachen mit diesen nicht grundsätzlich. In ihrer Auseinandersetzung mit der Praxis von Radio Alice in Bologna verwirft auch Katja Diefenbach (1998) das Modell der Gegenöffentlichkeit. Sendungen dieser Art informierten niemanden. sondern vereinheitlichten und verdichteten das Publikum. spiegele dessen Inhalte nur.k. in dem die Akteure selbst zu Wort kommen. Radio Alice habe drei wichtige Debatten eingeführt: Erstens die Debatte um das Radio als Sender der Bewegung. Weichler.9 Diese Strategie scheint auch weniger radikalen Vertreterinnen freier Radios die erfolgversprechendste: Das Konzept der Gegenöffentlichkeit.10 Aufgabe einer emanzipatorischen Radio- 8 Ein Beispiel. 1993: 44 – 45).). wie im Radio gesprochen wird. 372 . diese Theorien in diesem Sinne auch anzuwenden. 10 Vergleiche zu der Verdichtung und Vereinheitlichung des Publikums durch eine repressive Radioästhetik auch Wenzel (1998b). gehe vom Sender-Kanal-Empfänger-Modell aus. Jahrgang 3/2001 dium (Brecht) beziehungsweise der Autor (Benjamin) zu verändern hätten. In Anlehnung an Enzensberger (1997) unterscheidet Ulrich Wenzel zwischen einer repressiven und einer emanzipatorischen Radioproduktion.

Zusammenfassend lässt sich aus den angeführten theoretischen Überlegungen ableiten. Freies Radio bietet also keinen alternativen Journalismus an. wie Radio gemacht wird. nicht die Sprache des Geschäftsgebrauchs. der den Hörenden zwar sagt. dass sich auch die Sprache des freien Radios grundsätzlich von der anderer Radios unterscheidet. drittens. immer Recht habenden Mediums. in dem sie eine Sprache des Verstandes und des Gefühls ist. sondern muss es ihnen ermöglichen. Die Sprache des freien Radios ist daher. keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. je nachdem. Indem freies Radio vorführt. dass in der Soundso-Schule das Direktorzimmer besetzt gehalten wird. sondern es wird darüber von denjenigen berichtet. dass Jeder ein Experte des Alltags ist. Zudem zeigt freies Radio. der das Nicht-Ganz-Verstehen und das Missverständnis einkalkuliert. Diese Subjektivität wird vor den Hörenden nicht verschleiert. Freies Radio muss subjektiv sein. die Akteure dieser Ereignisse sind. es selbst sagen und sich beim Sprechen gleichzeitig über den Sender hören“ (1977:141). sondern Sinn rekonstruktiv zu befragen und gleichzeitig zu dekonstruieren“ (1998a: 28). wer gerade spricht. aus (1998: 7). auch die der Manipulation und Verzerrung. müsse sie sich fragen. Aber nicht subjektiv im Sinne einer redaktionellen Linie. was richtig und was falsch ist.Pinseler · Sprechen im freien Radio praxis wäre es hingegen. sondern wichtig ist. nimmt es dem Radio in seiner herkömmlichen Form die Aura des allwissenden. Erst dies ermöglicht eine produktive Auseinandersetzung mit den Inhalten des freien Radios. die die Aktion durchführen. sondern es erteilt diesen Kräften selbst das Wort. Der rednerische Gebrauch der Sprache sei die Sprache des Feierabends und der befreiten Zeit und müsse daher auch die Sprache des freien Radios sein. und einem rednerischen Gebrauch der Sprache. dass Jede Radio machen kann. in dem Sprache als Zeichen gebraucht wird. So sendet ein freies Radio keine abgeschlossenen Botschaften. die Sprache des Alltags. worin das emanzipatorische Potenzial freier Radios vor allem bestehen könnte: • Zum Ersten bietet freies Radio die Möglichkeit zur Entzauberung des Mediums Hörfunk. ihren Gegenstand möglichst genau und eindeutig zu bezeichnen. also „nicht Sinn zu stiften. Schon 1977 postulierte die FRED. daß die Schüler. sondern immer wieder subjektiv einen anderen Standpunkt einnehmend. • Zweitens kann freies Radio den Akteuren das Wort geben und durch die Einbeziehung der Hörer Debatten initiieren. Nur ein ungenauer Sprachgebrauch böte die Möglichkeit der Subversion und Abweichung. • So folgt dann viertens auch. Da Medienpraxis eine Dimension gesellschaftlicher Praxis sei. sondern Anstöße für eine Auseinandersetzung. • Eine solche Praxis hat zur Konsequenz. Freies Radio ist kein Stellvertreter gesellschaftlicher Kräfte. die italienische Vereinigung demokratischer Radiosender: „Es ist nicht wichtig zu berichten. Über Ereignisse wird nicht aus einem anderen Blickwinkel berichtet. Freies 373 . lebt ein freies Radio gerade von einem ungenauen Sprachgebrauch. dass Objektivität nicht die Zielstellung eines freien Radios sein kann. Während Letztere darauf angewiesen ist. nur eben anders als die anderen Radiosender. die Bedingungen des Sprechens und Hörens zu ändern. welchen Beitrag sie zur Überwindung des Kapitalismus leisten könne. Marcel Stötzler geht in seiner Analyse des Sprachgebrauchs im freien Radio von der Unterscheidung Humboldts zwischen einem Geschäftsgebrauch der Sprache. die weitergeführt werden muss. und entblößt damit seine Techniken. sich mit den Positionen der Sendenden auseinander zu setzen.

Gespräche im freien Radio: eine Konversationsanalyse 3. Der Kontext ist dabei in den Handlungen der an der Interaktion Beteiligten vorfindbar. Daraus lassen sich die 374 . Diese Methode ermöglichte es. den Schwerpunkt der Untersuchung also nicht auf die Inhalte der getätigten Äußerungen zu legen. vor allem die Organisation der in diesen Sendungen geführten Gespräche zu analysieren. wie diese Ordnung in den Gesprächen manifest wird (vgl. das zugrunde liegende System ist unabhängig vom Kontext des Gespräches. wie oben angenommen. Das heißt. 1991). Clayman & Zimmerman 1988: 80) und zu zeigen. sondern zu untersuchen. Psathas 1995: 2 – 3). Heritage & Greatbatch. Die Praktiken mittels derer alltägliche Gespräche geführt werden. in den Interaktionen ausgehandelte Ordnung ist. Jahrgang 3/2001 Radio macht gar keinen Journalismus. Aufgabe des Forschers ist es. dass die Ordnung in den Gesprächen eine von den Beteiligten jeweils situationsabhängig produzierte. Ursprünglich wurde die Konversationsanalyse von Harvey Sacks und Emanuel Schegloff in den 60er Jahren für die Analyse alltäglicher Gespräche entwickelt. Er wird in der Interaktion reflektiert und verändert (vgl. Sacks. Eine solche grundlegende Ordnung muss es geben. ob und wie sich das tatsächliche Programm eines freien Radios von dem anderer Sender unterscheidet. an der sich die Beteiligten auch selbst orientieren und die sowohl wiederholbar ist. Es kann hingegen grundsätzlich das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Macherinnen verändern.1 Methodisches Vorgehen Da dieses Potenzial ausschließlich auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu freien Radios gewonnen wurde. Heritage. passt sich aber in dem konkreten Gespräch dem Kontext an (vgl. wie Menschen in ihren alltäglichen Interaktionen Wirklichkeit reproduzieren. Heritage & Greatbatch 1991: 94). Institutionalisierte Interaktionen bauen auf diesen alltäglichen Praktiken auf und können durch ihre Abweichungen von diesen alltäglichen Praktiken beschrieben werden (vgl. Grundannahme der Konversationsanalyse ist daher. sind grundlegende Praktiken der Interaktion. indem die Rückkopplung der Hörer in die Sendungen eingeplant ist und der Sender selbst in der Verfügungsgewalt von Macherinnen und Hörerinnen liegt. Dazu wurden insgesamt zwölf aktuelle Informationssendungen der Monate Dezember 1998 sowie April und Mai 1999 bei coloRadio in Dresden mittels einer Konversationsanalyse untersucht. indem die Hörerinnen prinzipiell jederzeit zu Macherinnen werden können. muss dieses System von Gesprächsregeln gleichzeitig kontextfrei und kontextsensitiv sein. vor allem in dem von ihnen organisierten spezifischen Verhältnis von Hörern und Machern liegt. 3. als auch wiederholt auftritt. ob die Besonderheit freier Radios tatsächlich. soll im Folgenden empirisch überprüft werden. grundlegende Strukturen und Regelmäßigkeiten in sozialen Interaktionen zu bestimmen (vgl.M&K 49. diese Ordnung zu entdecken und zu beschreiben und sie vom konkreten Gesprächsgegenstand verallgemeinernd und abstrakt darzustellen (vgl. Ziel der Konversationsanalyse ist es. Schegloff & Jefferson 1974: 699 – 700). Dabei geht es ihr um die Frage. da prinzipiell die Interaktionsform Gespräch bei jeglichem Grad von Bekanntheit der Gesprächspartnerinnen und zwischen jeglichen Personen möglich ist. Insbesondere im angelsächsischen Sprachraum sind eine Reihe von konversationsanalytischen Studien zu Nachrichteninterviews unternommen worden. Um dies zu ermöglichen. Bergmann 1981: 16).

Heritage (1985) und Heritage & Greatbatch (1991). wie sich also die Institution freies Radio in den Sendungen durch die Handlungen der Beteiligten bildet. 3. wiederfinden. in dem sich die unterschiedlichen Systeme von Gesprächsorganisationen. zu erzeugen. den freies Radio darstellt. Die Interviewer enthalten sich sogar systematisch irgendwelcher Bewertungen. sie können sich selbst kein Rederecht zuweisen. um den speziellen Ausschnitt von Wirklichkeit und sozialer Ordnung. was sich immer dann deutlich zeigt. 4. So kann herausgearbeitet werden. dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme von Gesprächsorganisationen im freien Radio gibt. Im Nachrichteninterview gibt es lediglich Redezüge der Formen „Frage“ und „Antwort“. welche Alltagsmethodologie die Beteiligten verwenden. die in der Analyse vorgefunden wurden. Im Folgenden wird diese Vielfalt an einem Beispiel dargestellt. außer wenn mehrere Personen gleichzeitig interviewt werden. Die Interviewerinnen haben das Vorrecht. welche Regeln die Beteiligten für die Organisation ihrer Gespräche im freien Radio verwenden.Pinseler · Sprechen im freien Radio folgenden Unterschiede zwischen Nachrichteninterviews und Alltagsgesprächen beschreiben:11 1. Ist diese Alltagsmethodologie freigelegt. „ja“ oder „hm“ bestätigt wird oder gerade Gehörtes durch Äußerungen wie „gut“ oder „genau“ bewertet werden. 2. Die Interviewten können Gespräche weder eröffnen noch beenden. was ein freies Radio tatsächlich leisten kann. Interviewerin und Interviewter arbeiten also gemeinsam an der Produktion der Form „Nachrichteninterview“. Diese langen Redezüge erwarten Interviewerinnen auch von den Interviewten. Der Interviewte erkennt aber den einleitenden Charakter dieser Fragevorbereitungen und wartet deshalb mit seinem Redezug. In Nachrichteninterviews sind die einzelnen Redezüge meist sehr lang. Die folgenden Ausschnitte 11 Vergleiche zum Folgenden Heritage. wenn sie eine Frage nicht beantworten wollen. 375 . 3. bis eine Frage formuliert wurde. wenn die Interviewten nur ganz kurz antworten. dann können – auch im Vergleich mit Studien zum Sprechen im Alltag einerseits und zum Sprechen in Nachrichteninterviews andererseits – Schlussfolgerungen gezogen werden. wobei die Art des Redezuges für die Beteiligten vorher festgelegt ist: Die Interviewerin fragt und der Interviewte antwortet. sind diese Signale in Nachrichteninterviews kaum zu finden. Das Recht der Zuweisung von Redezügen ist extrem asymmetrisch verteilt. Clayman & Zimmerman (1988). Während in alltäglicher Kommunikation das Verständnis des Gesagten durch Äußerungen wie „ah“.2 Beispiele Die Untersuchung zeigt. Die Beteiligten vermeiden die Äußerung von Rezipientensignalen. Untersucht werden muss dazu die alltägliche Produktion der sozialen Wirklichkeit „freies Radio“. das Thema des Gespräches zu bestimmen. um im Frage-Antwort-Schema zu bleiben. Dann entsteht meist eine kurze Pause. Mittels der konversationsanalytischen Untersuchung der Sendungen bei coloRadio in Dresden sollte nun festgestellt werden. und Interviewte müssen große Anstrengungen unternehmen. ihre Frage einzuleiten und zu begründen. Sie bestehen aus vielen Einheiten. Dies hindert die Interviewerin jedoch prinzipiell nicht daran. die ohne Rezipientensignale aneinander gereiht werden.

als Gleichstellungsbeauftragte gewünscht hätten. 22. die wir uns fachlich und auch so von der zusammenarbeit der frauenprojekte her mit. hat. die auch eine bündnisgrüne ist. Ausschnitt: Stadtrat. 3. zumal zwei ausschüsse sich damit beschäftigt hatten im stadtrat. Elli-Moderatorin.dass dass genau sie (. der andere ausschuss hat die. dass die Analyse nur für dieses eine Beispiel vorgenommen wurde.] [und ] muss ne sehr große mehrheit geben. 10.98. und eh wir hatten eigentlich gehofft. dass wir im stadtrat dann noch mal darüber diskutieren können. das im Magazin. am 10. Elli: Vera: [a=ha.der eine ausschuss hat die kandidatin des oberbürgermeisters favorisiert. Für die Organisation des Gespräches spielt es – wie sich aus dem Vergleich mit anderen Gesprächen ergibt – keine Rolle. 26. seine Wunschkandidatin. 13. beschränkt sich die Darstellung der Ergebnisse im Folgenden auf ein Beispiel.) marianne schulz ist neue Gleichstellungsbeauftragte.. die frauenprojekte ham ne andere frau (-) favorisiert. 10. 25. eh ich sag ma. 21. in dem sich alle diese Systeme finden. 23. (. weil eben (. 5.-) 12 Die unterschiedlichen Systeme lassen sich an vielen Beispielen aus unterschiedlichen Sendungen zeigen. 27. dass es sich bei der Gesprächspartnerin um die Inhaberin einer (wenn auch sehr beschränkten) politischen Machtposition handelt. 31. 17. 14. die einen. 7. aber es war nich die frau. 19.) die meisten stadträte sich dann dazu gar nicht geäußert haben. 2. 38. aus meißen. Jahrgang 3/2001 stammen aus einem Interview.M&K 49. 16. doktor pino olbricht aus dresden. 18. 8. einer regelmäßigen Informationssendung auf coloRadio. 30. 12. und zu verschiedenen voten (-) gekommen sind. nich die idealfrau von (. marianne schulz. 15. 6. 4. und wie kam es jetz zu. und das wurde ganz schnell abgestimmt. und eh frau (.-) aber die diskussion hat=s nicht gegeben. Dezember 1998 ausgestrahlt wurde und in dem sich die Moderatorin mit einer Abgeordneten über eine Sitzung des Dresdner Stadtrates unterhält. 20. Um den inhaltlichen Kontext deutlich zu machen. 29. Ein Verzeichnis der verwendeten Transkriptionssymbole findet sich im Anhang.die jetz gewählt worden is. also es war (-) wir finden sie sympathisch.eine andere kandidatin favorisiert. Vera-am Telefon 1. 9. die de. 11. war vorschlag des obs.war aber nich.12.12 (01) Transkript: coloRadio-Magazin. 24. und (-) die frau. Elli: Vera: (.) in der abstimmung favorisiert wurde? genau. Das heißt jedoch nicht.) vielen frauen im stadtrat. 32. 376 .

und (. (02) Transkript: coloRadio-Magazin. dass sie nun doch mit ihrem Redezug zu Ende ist und gibt Elli die Chance. Ähnlich geht es auch erst einmal weiter. 37. 53. ich bin nun inzwischen mit dreiundreißig immer noch die jüngste stadträtin. die entscheidensten leute sind meistens männer.) den stadtrat schon als also so ein eh man sagt oft old men network. 46. Vera am Telefon 33. Die Überlappung in den Zeilen 01 und 02 zeigt dabei. Elli: (. Diese hatte lediglich drei Zeilen (Zeilen 30 – 32) für ihre Antwort benötigt. Vera produziert Redezüge.. 50. die im Prinzip schon für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. also einen sehr kurzen Redezug getan. ich glaube frauenpolitik is n thema was unheimlich eingefordert werden muss. Dies tut Elli dann auch und nutzt ihren Redezug für eine Nachfrage zu Veras Ausführungen. nu. dass Vera ruhig weiterreden soll (auch vorher ging es schon um das selbe Thema). 49. Vera: Elli: Vera: Die Pausen in den Zeilen 33 und 35 machen deutlich. Durch die stark fallende Intonation in Zeile 27 sowie den zusammenfassenden Satz in den Zeilen 25 bis 27 signalisiert Vera der Moderatorin. 45. also will sagen. Dies ist typisch zumindest für den ersten Teil des Gespräches zwischen Vera und Elli.Pinseler · Sprechen im freien Radio Bei diesem Transkriptausschnitt fällt zuallererst auf. was ich wirklich sehr schade fi(h)inde. 38.12. es gibt ja nun m=mehr leute die mit och ner gleichstellungsbeauftragten Zusammenarbeiten müssen. ich erlebe (. abstimmung. Bis hierhin sieht das Gespräch zwischen Elli und Vera wie ein ganz gewöhnliches Nachrichteninterview aus. obwohl sie in dem Moment — wie die Pause in Zeile 35 deut- 377 . 35. 10.-) ehm beschlussvorlage. Vera nutzt die Gelegenheit dann auch ausgiebig. 42. dass er mit einem verhältnismäßig langen Redezug von Vera. beginnt. 40. 48. sich selbst als nächste Sprecherin auszuwählen. 39. und damit gut. ja. ja. Elli weist sich dann aber selbst das Rederecht zu. es gibt relativ wenig frauen im stadtrat und noch relativ wenig jüngere frauen.) wie könnte man das in zukunft verhindern?=weil. die als Antworten gedeutet werden können und Elli unterlässt – von ihrem „aha“ in Zeile 01 einmal abgesehen – spontane Empfangsbestätigungen. 51. Der sehr lange Redezug von Vera besteht dann aus einer Vielzahl kleiner Einheiten. Elli produziert Redezüge. 44. 52. 36. 34. die diese aber nicht beantworten kann. die wollten einfach ne entscheidung treffen. 41. 47.98 Ausschnitt: Stadtrat (Fortsetzung) Elli Moderatorin. dass sie eigentlich auch noch gar nicht zum Ende gekommen war. Mit einem Rezeptionssignal zeigt Elli in Zeile 01 kurz an. 43. die als Fragen interpretierbar sind. dass Elli eigentlich eine längere Antwort von Vera erwartet hatte.-) also(. der interviewten Stadträtin.

also wir brauchen ja in jedem fall n neuanfang. coloradio macht mal eine sendung über gleichstellungspolitik in dresden. dass sie als Interviewerin das Recht und die Pflicht hat. die situation is da natürlich auch prekär. 71. die frauenprojekte ham darunter gelitten. und da auch in stadtrat kommen. man muss wirklich sehen dass jetzt mal jüngere frauen kandidieren. 62. 78. (-) dann dank=ich dir erst ma für heute. 80. 58. also mein vorschlag. 74. wie die Fortsetzung des Gespräches zeigt. 79. Jahrgang 3/2001 lich macht — gar nicht sofort etwas zu sagen weiß. 73. Sie formuliert deren Positionen noch einmal zusammenfassend (Zeilen 36 – 37) und gibt Vera damit die Möglichkeit.. und da power machen. 68. In diesem Fall „rettet“ sich Elli in eine Standardformulierung von Interviewern. o=[kay ] [okay. Damit erkennt sie an. 65. Fortsetzung) Elli-Moderatorin. 76. Elli: Vera: ja: [is auch ] [haha und] man muss. dass eine Interviewerin einem Interviewer eine Nachfrage stellt. das die Moderatorin gerne aufnimmt. 61. nich völlig erfolglos. In ihrem Redezug in den Zeilen 44 bis 53 führt sie stattdessen ein anderes Thema ein. 56. 60. 70. wenn niemand sonst redet. 67. Ausschnitt: Stadtrat (2. 59. das Rederecht zuzuweisen.] was gab=s sonst noch? das war=s eigentlich. 66. 72. 57.98. die es ihm ermöglicht. 69. gut. Vera-am Telefon 54. 64. 63. 10. also auch zu reden hat. 77. auf bald. indem sie der Interviewten eine kooperative Wiederholung13 anbietet. seine schon dargelegte Position noch einmal ausführlich zu erläutern.] Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: 13 Damit ist Heritages „cooperative recycle” gemeint (1985: 106 – 108). könnten wir uns drauf einichen. ham jetz auch eh im haushalt eh sehr sehr=sehr um ihre gelder ringen müssen. aber auch nich völlig erfolgreich. machst=u mit bei der sendung? gerne.M&K 49. ihre Äußerung noch einmal zu bekräftigen. das amt war lange unbesetzt. die Vera eigentlich nicht beantwortet.12. nun gut. 378 . Dies bedeutet. was sie auch tut (Zeilen 38 – 39). 81. (. 75. 55.-) [( ) ] [und ] von=ner öffentlichkeit her müssen wir auch power machen. tschü=[hüß ] [tschüß. (03) Transkript: coloRadio-Magazin. Darauf stellt Elli eine Frage nach der Konsequenz dieser Entscheidung.

das von den Regeln der Gesprächsführung her einem Nachrichteninterview sehr ähnlich ist. sie stimmt dieser auch noch explizit zu. Elli überlässt Vera wiederum den Redezug. coloRadio solle mal eine ganze Sendung der Gleichstellungspolitik widmen. Mit einer Pause (Zeile 59) zeigt sie der Moderatorin dann an. Insbesondere besteht es aus verhältnismäßig langen Redezügen. die jede für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. also insbesondere in Bezug auf die Regeln des Sprecherwechsels und des Rechtes der Redezugzuweisung. Die Selbstverständlichkeit mit der beide diese Selbstthematisierung des Senders behandeln — weder reagiert die Moderatorin in irgendeiner Art irritiert auf den Vorschlag der Interviewten. kurze Überlappungen und das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht mehr alleine bei der Moderatorin. verlässt also ihren neutralen Standpunkt als Moderatorin. Inhaltlich kehren die Gesprächspartnerinnen zwar noch einmal zum Interviewthema. ist die Reaktion der Moderatorin auf diesen Vorschlag. Mit dem Abschluss dieser Abmachung durch die Moderatorin in Zeile 74 erhält dieses Gespräch dann endgültig eine andere Struktur. der Sitzung des Stadtrates zurück. Die Interviewte hingegen tätigt ausschließlich Äußerungen. Vera solle sich an der Produktion dieser Sendung beteiligen — zeigt. Nicht nur akzeptiert sie die Themensetzung durch die Interviewte. Die Moderatorin reagiert darauf nicht sofort. in den Zeilen 55 bis 58 einen politischen Aufruf zu tätigen. was dazu führt. Interessant ist vor allem. die daraufhin noch einmal zum Handeln auffordert. Offensichtlich verfügen also die Beteiligten dieses Gespräches über die Fähigkeit. dass sich eher an den Regeln von Alltagsgesprächen orientiert. noch ist diese verwundert über die Idee Ellis. Offensichtlich wird hier dieses Wissen auch bei den Hörern vorausgesetzt. ob sich Vera denn an der Produktion einer solchen Sendung beteiligen würde (Zeile 72). übergegangen zu einem Gespräch. Noch erstaunlicher. Sie trifft Vorkehrungen. Dies nimmt wiederum Vera zum Anlass. Die an dem Gespräch Beteiligten enthalten sich der Äußerung von Rezipientensignalen. führen Elli und Vera nun aber ein Gespräch. die als Antwort interpretierbar sind. In ihrem Gespräch im Radio sind sie dann in der Lage. zwischen diesen beiden Gesprächsarten zu wechseln. ein Nachrichteninterview zu führen. dass sich das Gespräch nach den für Nachrichteninterviews üblichen Regeln richtet. was diese zusagt (Zeile 73). das eher nach den Regeln von Gesprächen im Alltag funktioniert. wenn Vera in den Zeilen 62 bis 64 vorschlägt. Die beiden Gesprächspartnerinnen sind also von einem Gespräch. dass es für beide nichts Außergewöhnliches ist. Diese beiden Pole kann man in Anlehnung an Atkinson (1982) als Orientierung auf eine formelle Interaktion und Orientierung auf eine informelle Interaktion bezeichnen. Es gibt vergleichsweise kurze Redezüge. Die Moderatorin tätigt ausschließlich Äußerungen. ebenso wie ein alltägliches Gespräch zu führen. Diese beinhalten jeweils mehrere Einheiten. dass sie ihren Redezug beendet hat. und dass Sendungen nicht von bezahlten Redakteurinnen. von der Form her. die als Frage interpretiert werden können. ohne dass bei einem einfachen Hören ein Bruch im Gespräch auffällig geworden wäre. Sie fragt nach. Die Beteiligten 379 .Pinseler · Sprechen im freien Radio In Zeile 54 beginnt Elli dann die Form des Interviews zu durchbrechen. Diesen Übergang haben sie völlig unauffällig und anstrengungslos bewältigt. dass sie hier im Radio das Radio selber thematisiert. ihre Neutralität aufrecht zu erhalten. sondern interessierten Laien produziert werden. dass in diesem Sender öffentlich über die Art und Weise der Produktion von Sendungen geredet wird. Dabei zeichnet sich die Orientierung auf eine formelle Interaktion dadurch aus. dass sowohl Moderatorin als auch die Interviewte gleichzeitig zu reden anfangen und sich somit ihre Äußerungen für einen kurzen Zeitraum überlappen (Zeilen 60 und 61). jedenfalls im Kontext eines Nachrichteninterviews.

dass ihnen die Existenz des mithörenden Publikums bewusst ist. in dem diese Gespräche geführt werden. dass sie selbst das Erfragte schon weiß. aber auch innerhalb eines Gespräches geschehen. das Gespräch zu eröffnen und zu beenden. zwischen diesen beiden Polen mühelos hin und her zu wechseln. Eine Orientierung auf eine informelle Interaktion zeichnet sich hingegen durch die folgenden Eigenschaften aus: Das Gespräch weist die für Alltagsgespräche typischen Merkmale auf. Die Moderatorin zeigt durch ihre Äußerungen.M&K 49. Es kommt zu vielen. die ansonsten sehr stark Gesprächen im Alltag ähneln. die Nachrichteninterviews sind. in der Institution „freies Radio“ mögliche kommunikativen Praktiken beschreiben: 1. Das Gespräch wird sowohl für die Beteiligten als auch für das mithörende Publikum geführt. 380 . Die Besonderheit von Gesprächen im freien Radio besteht also gerade in der Möglichkeit. da selbst in den Gesprächen. In einer Vielzahl von Beispielen lassen sich die verschiedenen Ausprägungen dieser Regeln sowie das Vorkommen von Zwischenstufen in den Gesprächen im Magazin von coloRadio zeigen. Sie sind allerdings nie völlig undeterminiert. 2. Ihr Gespräch zeigt aber auch. 3. und die Interviewte selber Themen setzen kann. Die Gesprächsbeteiligten lassen erkennen. Im freien Radio können Gespräche realisiert werden. Zusammenfassung Wie oben beschrieben. dass die Moderatorin aus einem Interesse für den Gesprächsgegenstand heraus fragt und ihr die Antworten nicht vorher bekannt sind. können Abweichungen vom Regelsystem für die Organisation von Gesprächen im Alltag zurückgeführt werden auf den institutionellen Kontext. die es den Beteiligten erlauben. Das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht ausschließlich bei der Moderatorin. um seine Neutralität zu wahren. dass der Interviewer keine Vorkehrungen mehr treffen muss. 4. Insbesondere sind die einzelnen Redezüge relativ kurz. Die an dem Gespräch beteiligten Personen zeigen durch Rezipientensignale ihrem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit und ihr Verstehen oder Nichtverstehen an. Zusammenfassend lassen sich damit folgende. und benutzt den Bezug auf die Hörerinnen für Fragebegründungen. Zusätzlich können im freien Radio aber auch Gespräche geführt werden. Das Gespräch wird ausschließlich für das mithörende Publikum geführt. die Rollen „Interviewer“ und „Interviewte“ zu verlassen. die also Personen die Gelegenheit geben. Ihr bleibt es aber vorbehalten. und die Redezüge der Beteiligten sind stärker als bei der formellen Orientierung aufeinander bezogen. wobei beide (oder alle) Gesprächspartner nicht aus ihren Rollen als „Interviewerin“ beziehungsweise „Interviewter“ fallen. Der Verlauf des Gespräches zeigt einen relativ hohen Grad an Spontaneität. Sogar innerhalb eines einzigen Gespräches ist es möglich. auf Fragen zu Geschehnissen und Einstellungen zu antworten. Dies kann von Gespräch zu Gespräch. dass von einer Orientierung zu einer anderen Orientierung gewechselt wird. Das Recht der Redezugzuweisung liegt ausschließlich bei der Moderatorin. Die Agierenden im freien Radio sind in der Lage. Dies bedeutet insbesondere. Jahrgang 3/2001 folgen in ihrem Gespräch im Wesentlichen einem vorher vor allem von der Moderatorin festgelegten Plan. Die Regeln des Sprecherwechsels sind in diesen Gesprächen in unterschiedlichem Ausmaß vorher festgelegt. zumindest das Recht der Eröffnung und der Beendigung von Gesprächen beim Moderator liegt. aber kurzen Überlappungen. zwischen diesen Gesprächsformen zu wechseln.

Für beide Rundfunkarten wie für andere freie Radios gibt es jedoch bis jetzt keine empirischen Daten.): Dialogforschung. Agentur Bilwet (o. Benjamin. in: Schröder. Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen. Wo vor allem der Anspruch nicht besteht. S. München.k. die sich nicht als freie Radios verstehen. Frankfurt am Main.) (1974): Kritische Medientheorien. Walter (1966): Der Autor als Produzent. Medienwirkungstheorie und Kommunikationsguerilla. In: British Journal of Sociology 33.: Versuche über Brecht.-gruppe (1998): What’s that Noise? Gegenöffentlichkeit. Die freien Radios können also eine wesentliche Bereicherung der Medienlandschaft sein. Da dort redaktionelle Strukturen – wenn überhaupt – nur in Teilbereichen existieren. Dies bedeutet. ermöglicht es auch denjenigen. Über Medien. wenn sie genau diese Art der Kommunikation in ihren Sendern befördern und nicht vorrangig alternativen Journalismus betreiben. die zum Vergleich herangezogen werden könnten. 44 – 59. scheint jedoch nicht zulässig.): Der Datendandy. Peter & Hugo Steger (Hrsg.a. Dieses gesellschaftskritische Potenzial können die freien Radios ihnen zurückgeben. Eine Verallgemeinerung der getroffenen Aussagen für nichtkommerzielle Radios. Mannheim. 101 – 119 Bergmann. J. als wenn sie ihre Gespräche nur über die Form des Nachrichteninterviews realisieren könnten. Günther (1956): Die Welt als Phantom und Matrize. ihre Meinungen im Rundfunk zu verbreiten. können Aussagen über Gesprächsorganisationen im Offenen Kanal immer nur in Bezug auf redaktionell zusammenhängende Programmteile gemacht werden. München. autonome a. werden dort aber häufig ihres gesellschaftskritischen Potenzials beraubt. S. die sonst kaum eine oder gar keine Chance haben. Maxwell (1982): Understanding Formality. Auf diesem Weg können sie das ihnen innewohnende Potenzial auch einlösen. in: klipp & klang radiokurse (Hrsg. wenn sie ein Sprechen im Radio aktiv befördern. sondern dass die Art.r. Für die freien Radios lässt sich konstatieren. da die untersuchten Formen von Gesprächen eng mit dem eingangs beschriebenen Selbstverständnis freier Radios zusammenhängen. 97 – 211. trotzdem Gespräche im freien Radio zu führen. Literatur Agentur Bilwet (1993): Medien-Archiv. scheint eine Verallgemeinerung für alle bundesdeutschen freien Radios aufgrund ähnlicher Praxis zumindest plausibel. eine andere als in professionellen Medien ist. Dieter (Hrsg. Düsseldorf.Pinseler · Sprechen im freien Radio Obwohl sich die Untersuchung auf Sendungen in einem freien Radio beschränkt hat. Atkinson. The Categorization and Production of ‘Formal’ Interaction. in: ders. Andere Themen kommen heute auch in anderen Medien vor. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse. ein Nachrichteninterview zu geben. 9 – 51. J. S. die nicht über die Kompetenz verfügen. da werden auch die im Programm vorfindbaren Gesprächsstrukturen andere sein. Technokultur. 86 – 117. das Beteiligung ermöglicht und herausfordert. Informationsfetisch. in: ders. Anders. Jörg R. zum einen das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Machern zu verändern und zum anderen vorrangig diejenigen zu Wort kommen zu lassen. die die Strukturen der Gespräche im freien Radio auszeichnet. wie Gespräche im freien Radio organisiert werden können. Bensheim & Düsseldorf. S.).: Die Antiquiertheit des Menschen. Ebenfalls nicht übertragbar sind die Ergebnisse dieser Untersuchung auf Offene Kanäle.i. issue 1. 381 . dass den dort Agierenden mehr Möglichkeiten der Äußerung zur Verfügung stehen. Konzepte und Kommentare. New Age. pp. Die größere Alltagsnähe. Baacke. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können.f.

Merz. klipp & klang Radiokurse (Hrsg. 250 – 258. Ulrich (Hrsg.M&K 49. Organisations. S. Roland. S. 20. Robert (1978): „… und da haben die Leute gemerkt. Torsten Grothe. Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg. Heritage. 63 – 79. Radio Alice (Bologna). Kleinsteuber. In: Hawkins.. Praxis einer subversiven Kommunikation. Dresden. 261 – 279. Enzensberger. Heritage. Cultural and Ideological Diversification. Zimmerman (1988): Discourse and Message Analysis. George (1995): Conversation Analysis. daß das Instrument wichtig und inte- 382 . Klug. in: alternative. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß. Arbeitsbuch für ein anderes Radio. Faecke. in: Media Perspektiven.): Advancing Communication Science. In: Boden. Pia (1998): Bürgerfunk zwischen Anspruch und Wirklichkeit.) (1991): Radio – das unterschätzte Medium. S. Teun A. Erfahrungen mit nichtkommerziellen Lokalstationen in 15 Staaten. Amsterdam. V. Kollektiv A/traverso (1977): Alice ist der Teufel. 95 – 117. 5. 114/115. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Grieco (1978): Independent Radio in Italy. Robert P. Roland (1991): Kommunikationsstrukturen und Vernetzungen in neuen sozialen Bewegungen. The Study of Talk-in-Interaction..) (1994): Form. Berlin. Frankfurt am Main. Zimmerman (eds. Kamp. 5. in: van Dijk. (Hrsg. in: alternative. 141 – 143. (ed. Oskar.): Talk & Social Structure.) (1989): Der Offene Kanal.Federazione Radio Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen Sender. H.. in: alternative. pp. The Micro-Structure of Mass Media Messages. Erfolge und Strukturen. John M. Suzanne Pingree (eds.) (1983): Frequenzbesetzer.). Negt. 114/115. Wer spricht für wen?. V. Thousand Oaks. H. 110 – 111. 2. 114/115. Lovink. Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien. FRED . (1994): Antrag auf Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms in Dresden. Jg. in: Roth. Hans J. H. München.: Gesammelte Werke. Steven Clayman. Struktur & Konzept. 127 – 134 Diefenbach. Die Radio-Zeitung von Flora. Berlin. Hugues (1977): Die „Freien Sender“ in Italien. Boston. Andreas. 77 – 109. Ulrich Wenzel (1996): Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden könnte. 1. 20. Jarren. John & David Greatbatch (1991): On the Institutional Character of Institutional Talk. Reinbek. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit. Bonn.) (1998): kurze Welle — lange Leitung. Bd. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. 18. Alexander Kluge (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung. Berlin. Wiemann. 122 – 132. Jahrgang 3/2001 Brecht. 130 – 135. Don H. Le Paige. H. H.und Programmstrukturen nichtkommerziellen lokalen Hörfunks am Beispiel Hessen. Mai ‘77. 5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. Umberto & Allen J. 20. Jg. 93 – 137. John. Roy Müller (1994): Bürgermedium Offener Kanal. Otfried. Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien. The Case of News Interviews. S. Jg.): Handbook of Discourse Analysis. Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg.. Heritage.. in: Cultures. pp. Bonn. Radio-Initiative Dresden e. (1995): In: Megahertz. S. Ruoff. Merging Mass and Interpersonal Processes. Peter & Gerd Haag (1977): Wer spricht für wen?. H. in: ders. S. Jg. Dieter Rucht (Hrsg. Studies in Ethnomethodology and Conversation Analysis. Deirdre. Rom (Auszüge). S. in: fsk-transmitter. Frankfurt am Main. Berlin. Roth. Psathas. Cambridge. Aspects of the Production of Talk for an Overhearing Audience. Don H. S. pp. Zürich. Hamburg.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Texte zur Radioarbeit. Eco. John (1985): Analyzing News Interviews. Geert (1992): Hör zu – oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien.

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Die asymmetrische Modellierung von System und Umwelt sperrt seiner Auffassung nach zu viele Fragestellungen aus bzw. dass sie (bereits) den Mainstream der Forschung ausmacht. dass sich die Mehrheit der WissenschaftlerInnen diesen Ansatz einverleibt hat und andere Paradigmen nur (noch) einen minoritären Status haben. Anfang des neuen Jahrzehnts ist die Zeit reif für eine Bilanz. 2000. Für Weber ist die Systemtheorie Luhmanns zu voraussetzungsreich und zugleich zu restriktiv. Ab Mitte der 70er Jahren knüpfte Siegfried Weischenberg daran an. Dominierendes Paradigma blieb jedoch die empirisch-analytische Verhaltenstheorie. den Mainstream zu bilden – man will doch lieber zur Avantgarde gehören. lässt sich nur schwer beurteilen. Die Systemtheorie hat sich zweifelsohne in der Journalismusforschung etabliert. dass sie einen wichtigen Platz einnimmt. Praktisch im Alleingang hat Manfred Rühl seit Ende der 60er Jahre die Systemtheorie in die Journalismusforschung eingeführt und in der Folgezeit einige Redaktionsstudien angeregt. und dafür eignen sich die drei im Folgenden näher vorzustellenden Publikationen. 2000. 12). die Defizite der Systemtheorie im empirischen Bereich zu beheben.LITERATUR Besprechungen Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Frerichs Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. wenn man die Studie in erster Linie als Versuch auffasst. aber von hier aus lassen sich viele Anstrengungen Webers plausibel machen. Zum einen wird der betreffenden Theorie damit zugeschrieben. Es mag eine eigenwillige Interpretation des gleichermaßen theoretisch ambitionierten wie empirischen Forschungsberichts sein. – 200 S. Ob sie diese tatsächlich dominiert.) Theorien des Journalismus. Weber deutet sichtbare Trends 384 . Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Die Monografie von Stefan Weber mit dem absichtlich doppeldeutigen Titel „Was steuert Journalismus?“ zeugt von einem Unbehagen mit einigen Prämissen und Konsequenzen von Systemtheorie und Konstruktivismus. Insbesondere stellt sich die Frage. vorentscheidet ihre Beantwortung. ISBN 3-89669-293-3 Einer Theorie zu bescheinigen. – 446 S. Wenn ein (soziales) System von vornherein als autopoietisch und autonom bestimmt wird. – 579 S. dann kann eben dies nicht mehr empirisch überprüft (und gegebenenfalls kritisiert) werden. Um es vorwegzunehmen: Die konstruktivistische Systemtheorie ist noch lange nicht am Ende ihrer Erklärungskraft. sich intern auszudifferenzieren. denn das würde bedeuten. Kritik konstruktiv zu verarbeiten und Fehler zu beheben. sondern etliche Dissertationen vertieften den systemtheoretischen Ansatz. ob die Entwicklung der mittlerweile etablierten Systemtheorie stagniert und einen saturierten Stillstand erreicht hat oder ob sie sich weiterentwickelt und möglicherweise sogar konkurrierende Paradigmen einbeziehen kann. ISBN 3-531-13341-1 Stefan Weber Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Konstanz: UVK. (Reihe Forschungsfeld Kommunikation. ISBN 3-531-13505-8 Martin Löffelholz (Hrsg. allerdings resultiert er daraus. Eine breite Übernahmewelle der Systemtheorie rollte erst im Gefolge des Funkkollegs „Medien und Kommunikation“ zu Beginn der 90er Jahre an. dass vor dem Aufkommen der Systemtheorie dieses Gebiet ziemlich untheoretisch beforscht wurde. Ein diskursives Handbuch Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. In der Journalismusforschung könnte man durchaus zu diesem Eindruck gelangen. Nicht nur Weischenberg selbst und nach wie vor Rühl blieben im Geschäft. ist ein ambivalentes Kompliment. 2000. 1. sondern durchaus in der Lage. zum anderen ist es nicht gerade intellektuell anregend. wie sie von den Mainzer Kommunikationswissenschaftlern Hans Mathias Kepplinger und Wolfgang Donsbach in zahlreichen Studien vertreten wurde.

wenn Autopoiese graduell verstanden wird: Es gibt dann ein Mehr oder Weniger. sonst würde er etwas anderes beobachten. 385 . Sie umfasst als Systemelemente neben Kommunikation (auf der gesellschaftlichen Ebene) auch Entscheidungen (auf der organisatorischen Ebene) sowie Handlungen und Erfahrungen (auf der Akteursebene) und ist insofern (vermeintlich?) empiriefreundlicher. weil nicht messbar. Dass Weber diesen Vorschlag ablehnt. sich mit der Empirieferne Luhmanns nicht abzufinden. Allerdings – und hier setzt meine Kritik ein – benennt Weber die Kosten dieser prämissenarmen Variante der Systemtheorie nicht. Neben der Ergänzung der Systemtheorie mit der Distinktionslogik geht es Weber auch darum.Besprechungen des Journalismus als Indizien für eine mögliche Entdifferenzierung des Journalismus. Dazu ergänzt er Luhmanns Systemtheorie mit Rodrigo Jokischs Distinktionstheorie. Wenn wir für die Erforschung des Journalismus mit einer (theoretischen) Distinktion starten.. was a) messbar ist und b) historisch-evolutionär differenziert werden kann. dass sie autopoietisch und autonom sind oder nicht (logische Dichotomie) und dass sie sich trotzdem entwickelt haben müssen (empirische Gradualität). den (radikalen) Konstruktivismus um eine non-dualistische Erkenntnistheorie zu erweitern. aber in Form der methodischen Operationalisierung auch das Zentrum. unempirisch. wie sollen wir dann Journalismus definieren (also aus seiner Umwelt ausgrenzen). Grundlage dafür war die grundlegende Differenz (in Jokischs Sinn nicht Unterscheidung) von Theorie und Empirie. S. Method(ologi)e. in den meisten Fällen nur deren Peripherie. Es mag sein. Armin. Autopoiese im theoretisch-logischen Bereich kann demzufolge nicht identisch sein mit Autopoiese im empirischen Bereich. Es ist wahrscheinlich eine Paradoxie in Luhmanns Theorie. dass Journalismus eher nach ökonomischen Profitabilitätskriterien seligiert als nach genuin journalistischen Kriterien. Die non-dualistische Philosophie Josef Mitterers will auf solche Polarisierungen 1 Vgl. Diese lässt offen. dass die Erfahrung die Welt erschafft. überschätzt meines Erachtens die Möglichkeiten der Empirie – darauf komme ich weiter unten zurück. Der Grund liegt darin. Diese Probleme lösen sich auf. sondern nur per plausibler Inferenz erfolgen kann. setzt er mit dieser Unterscheidung (und nicht Differenzierung?) die Autopoiese des Systems Journalismus voraus. sondern schon vorausgesetzt. für die Aufhebung seiner Autonomie und Autopoiese. dass der Konstruktivismus die Richtung des realistischen Dualismus nur umdreht. weil nicht evolutionär. Opladen. Ein anderer Vorschlag. Scholl. dass die (objektive) Welt die Erfahrungen schafft. Siegfried (1998): Journalismus in der Gesellschaft : Theorie. 51 ff. Weischenberg. Trotzdem ist die Motivation Webers. Der Verweis auf einen zirkulären Konstitutionsprozess von Theorie. aber der Umkehrschluss. ist meines Erachtens illusionär. wenn nicht asymmetrisch. weil in der Forschungspraxis die Zirkularität unterbrochen werden muss (und auch ständig wird!). aber meines Erachtens mit zu vielen theoretischen Folgekosten verbunden. Empirie und Praxis scheint mir für die Problemlösung nicht ausreichend. aber nicht aufhebt. um nur einige Faktoren zu nennen. Wenn Weber etwa beobachtet. lautete seinerzeit1. also perspektivisch einseitig bzw. und unzeitlich. ist aus seiner Position konsequent. Methodologie und Empirie. dass es soziale System gibt oder eben nicht. behauptet der Konstruktivismus. deren Überbrückung logisch nicht bruchlos. Sein Vorschlag: Wenn die theoretische Modellierung mit weniger Prämissen belastet wird. kann sie empirisch offener sein. Die (empirische) Erforschung von Journalismus setzt immer bereits ein (theoretisches) Vorverständnis von Journalismus voraus. Während im (hypothetischen) Realismus davon ausgegangen wird. die Anreicherung journalistischer Berichterstattung mit Unterhaltungselementen oder auch die organisatorische Vermischung der journalistischen Redaktion mit der Anzeigenabteilung. 147 ff. Jede Empirie belastet die Theorie mit logischen Problemen. verständlich. Diese Paradoxie auf Kosten der einen (nämlich theoretischen) Seite aufzulösen. Autopoiese und Autonomie sowohl theorielogisch als auch empirisch zu verstehen und die Begriffe damit zu verdoppeln. Luhmanns Autopoiese-Verständnis ist binär (dichotom). dass Luhmanns Systemverständnis zu wenig offen ist für empirische Forschung. mit dem Dilemma umzugehen. ob mit einer symmetrischen Differenz oder mit einer asymmetrischen Unterscheidung gestartet wird. eine völlig offene Theorie zu entwickeln. aus einer Richtung. Dazu zählen die zunehmende Orientierung am wirtschaftlichen Kriterium der Profitabilität.

Sein Vorschlag zur theoretischen Flurbereinigung mündet in eine zweifache Hierarchisierung der Modellierung von Systemen: Die interne Hierarchisierung sieht vor. Gesellschaft. danach Publizistik als Subsystem der Medienkommunikation gegen Öffentlichkeit und auf der gesellschaftlich konkretesten Ebene Journalismus gegen andere publizistische Formen (PR. während der repräsentationistische Journalist (etwa einer Qualitätszeitung) subjektiv wahrhaftig berichtet. Systeme auf mehreren Ebenen zu beobachten: Akteure bzw. Gemeinsam ist die (praktische) Ablehnung des Realismus. Allerdings sollte auch hier an mögliche Folgekosten gedacht werden. dass die Erfahrung die Welt erzeuge. Die Rede. Diese lässt 386 . auch keine bloße Umkehrung der realistischen Präferenz für die objektive Welt. Es ist kein performativer Widerspruch. Das Ziel besteht auch hier in der theoretischen Vorbereitung empirischer Forschung. nur aus verschiedenen Gründen? Der Streit zwischen Konstruktivisten und NonDualisten ist in (forschungs-) praktischer Hinsicht irrelevant.). Diese Verlagerung des Konstruktionsbegriffs in das subjektive Bewusstsein verschenkt jedoch seinen logischen Wert. Hierarchisierungen haben gegenüber additiv-heterarchischen Ordnungen den Vorteil. um damit ontologisierenden Vorstellungen zu entkommen. Deshalb bedeutet Heinz von Foersters Satz. Beobachter erster Ordnung sind dagegen in erster Linie Realisten. verschiedene Konstruktionsmechanismen (empirisch) zu erforschen. Marcinkowski. deswegen muss ihre Kontroverse auch unentscheidbar sein. während der Agnostiker und der Atheist beide ungläubig sind. dass sie unerkennbar ist. dass sie informativer und damit für Forschungszwecke konkreter sind.M&K 49. dass viele Konstruktivisten begrifflich dem Dualismus noch ein wenig verhaftet sind. Auf der obersten oder abstraktesten Ebene differenziert er das System Medienkommunikation gegen interpersonelle Kommunikation aus. Zur Realität wird eine konsequent agnostische Haltung eingenommen. denn wie sollte ich das wissen? Ziel einer solchen nochmaligen Radikalisierung des Konstruktivismus ist die Auflösung dieses konstruktivistischen Paradoxes und die Freisetzung des Konstruktionsbegriffs für die empirische Forschung. Über eine unerkennbare Wirklichkeit wird nichts gesagt. denn er unternimmt einen klassifikatorischen Ordnungsversuch zur Integration der verschiedenen systemtheoretischen Ansätze. Konstruktivismus ist der Startpunkt der Beobachtung (zweiter Ordnung). weil der Weltbegriff der Realisten und der (radikalen) Konstruktivisten völlig unterschiedlich ist. Jahrgang 3/2001 völlig verzichten. In diesem Zusammenhang ist die Analogie Webers zum Agnostizismus interessant: Ist der Agnostiker nicht doch ein praktischer Atheist. Die externe Hierarchisierung ordnet die unterschiedlichen Systemmodellierungen von Luhmann. Produkte (Texte). bleibt aber dort beste- hen. An diesem Punkt endet die theoretische Arbeit Webers noch nicht. ist deshalb nicht tautologisch. um ihn damit zu gradualisieren. Allerdings sehe ich in dem Ordnungsversuch einige konkrete Schwierigkeiten: Mit der abstrakten Modellierung des Systems Medienkommunikation handelt sich Weber auch noch die medienvermittelte Individualkommunikation (Telefon. E-Mails usw. Interaktionen. auch wenn dieser angeblich nur hypothetisch oder kritisch ist. bewusste Fälschungen (wie im Boulevardjournalismus) und dergleichen handelt. in zynischen oder selbstkritischen Momenten sind sie sich der Konstruiertheit ihrer Fakten bewusst. sondern es ist nur eine reflexive Selbstanwendung. dass alle Beobachtung Konstruktion sei. sondern dessen Produkt. Das Beharren von (vielen) Journalisten an der objektiven Wirklichkeit und der wahrheitsgemäßen Berichterstattung ist ein Beleg dafür. Werbung. der dazu dient. dass es sich dabei um Erfindungen. weil die Konstituenten der Konstruktion unterschiedlich sind. beraubt ihn seiner kritischen (soll man sagen dekonstruktivistischen?) Funktion und suggeriert. Konstruktivismus und Realismus bewegen sich demzufolge nicht auf einer logischen Ebene. Der Dualismus wird in der non-dualistischen Philosophie nur nach unten gereicht in den Bereich der Beobachtung erster Ordnung. nicht einmal. Unterhaltung usw. Kohring/Hug. Die Verlagerung des Konstruktionsbegriffes auf die Beobachtung erster Ordnung. Die non-dualistische Erkenntnistheorie ist wie der radikale Konstruktivismus eine typische Beobachtung zweiter Ordnung. Die Welt ist bei von Foerster nicht der Gegenpol zur Erfahrung. Ich stimme mit Weber überein. weil nur der Gläubige gläubig ist. wenngleich theoretisch interessant. dass diese Erforschung selbst wieder eine Konstruktion ist. Organisationen. Blöbaum und anderen Autoren.) ein.

sondern ist beidseitig und wechselseitig begründungsbedürftig. Seine Beobachtungen sind nicht streng methodisch kontrolliert. weil die Problembestimmungen zu unterschiedlich sind. Der Autor ist Journalistik-Wissenschaftler und tätiger Journalist. nicht nur zu anderen Ergebnisinterpretationen führt. Verschiedene Systemmodellierungen müssen wohl ferner heterarchisch bleiben. Die von Weber aufgeführten Autoren behandeln eben unterschiedliche Probleme. sondern Reinterpretationen des journalistischen Alltags aus der Perspektive des (radikalen) Konstruktivismus und der Chaostheorie. von den Befragten Einschätzungen zu verlangen. Die Kopplung wird nicht mehr einseitig wie im Kritischen Rationalismus zugunsten der Empirie interpretiert.Besprechungen sich in den disjunkten Untereinheiten der Publizistik und Öffentlichkeit nicht wiederfinden. sondern dass sich das Verhältnis von Theorie und Empirie ebenfalls verändert. Interessant ist dabei. Zwar ist es nicht prinzipiell falsch. 2. Weber stellt einige Fragen. dazu in der Lage seien. wonach theoretische Behauptungen verifiziert oder falsifiziert werden. allerdings dürfen diese nicht vage sein wie etwa die Frage danach. dass sich Frerichs explizit von Luhmanns Systemtheorie absetzt und soziale Systeme personal definiert. ob der Journalismus sich selbst steuert oder fremdgesteuert ist. weil diese scheinbar eher auf das Bewusstsein journalistischer Akteure zielen als auf systemische Parameter. Insofern muss ihre systemtheoretische Interpretation immer erst begründet werden. Besonders begründungsbedürftig sind mehrere Selbsteinschätzungsfragen. Insgesamt betont Weber mehrfach die Differenz zwischen tatsächlichen Phänomenen der Heteropoietisierung und dem subjektiven Bewusstsein. wie viel Prozent der behandelten Themen auf journalistischen oder virtuellen Quellen basieren. alle ambitionierteren Versuche nehmen logische Inkonsistenzen – meines Erachtens ohne Not – in Kauf. Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie – Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Einen empirisch wesentlich bescheideneren Anspruch als Webers Studie hat die Abhandlung von Stefan Frerichs über die journalistische Nachrichtenproduktion.und Fremdsteuerung weniger ein empirischer Befund als eine (sinnvolle) theoretische Behauptung. sondern auf der 387 . Außerdem macht Weber eine Menge von Aussagen über zeitliche Unterschiede. Umgekehrt sind einige systemtheoretische Interpretationen der Daten nicht zwingend. Dennoch gibt die Studie eine Menge von Indizien für die Richtigkeit systemtheoretischer Analysen. wenn beiden Subsystemcharakter zugeschrieben wird? Wieso wird ferner Öffentlichkeit in Publikum und andere Öffentlichkeiten und das Publikum wiederum in aktuelles und potenzielles Publikum unterteilt? Wieso wird dem Leistungssystem Journalismus ein aktuelles und ein potenzielles Publikum gegenübergestellt? Die hierarchische Klassifikation scheint logisch nicht zwingend zu sein. dass empirische Forschung. das die Journalisten davon haben. wenn sie aus systemtheoretischer Warte durchgeführt wird. So ist auch das Oszillieren zwischen Selbst. Mit dem Konstruktivismus verabschiedet er sich in struktureller Hinsicht von repräsentationistischen Vorstellungen. Inwiefern kann Öffentlichkeit Produkt von und gleichzeitig Bedingung für Publizistik sein. denn sie sind ja private Kommunikation. Der empirische Teil der Studie besteht aus einer standardisierten Befragung von 522 österreichischen Journalisten. aber eine Überbrückung dieser Differenz wird nicht argumentativ hergestellt. obwohl die Befragung eine Querschnittsuntersuchung ist. Damit argumentiert er a) nicht auf der Makro-Ebene funktionaler Gesellschaftssysteme. die ermitteln sollen. sodass ihre Modellierungen nicht ineinander überführbar und hierarchisierbar sind. Interessant erscheint aus einer Metaperspektive. asymmetrische Modellierung von System und Umwelt dem Kriterium logischer Konsistenz. wonach journalistische Nachrichten (mehr oder weniger gut) eine außerjournalistische Wirklichkeit abbildeten bzw. wenngleich nahe liegend. In prozessualer Hinsicht impliziert die Chaostheorie eine Abkehr von linearer Aussagenproduktion hin zu nicht-linearen Zusammenhängen bei der Entstehung von Nachrichten. Die expliziten Fragen nach Unterschieden zwischen früher und heute sind dagegen erneut eher vage und in ihrem Wert begrenzt. Wahrscheinlich genügt doch allein eine unterscheidungstheoretische. Die theoretische Modellierung muss allein dem Forschungszweck folgen. sondern könnten auch in einem verhaltenstheoretischen Kontext gestellt werden. Die Fragen sind nicht notwendig dem systemtheoretischen Paradigma verhaftet.

298 ff. vier privat-kommerziellen Hörfunksendern und von drei Nachrichtenagenturen der Beobachtung der stundenaktuellen Berichterstattung. Beide Kapitel sind so klar und übersichtlich geschrieben.und Erklärungsinstrument. was zunächst jedoch nur eine Begriffsübertragung und Beschreibung mit neuer Perspektive ist. Für die Untersuchung der Ereignisentwicklung und die „Überprüfung“ der chaostheoretischen Thesen sammelte er das vollständige Material von sieben Nachrichtenagenturen zu einem unerwarteten Ereignis. Die individualistische Ausgangsbasis des Konstruktivismus führt dazu. Im fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Leittheorien auf den Nachrichtenjournalismus angewendet. die in das gesamte Buch einführt. Deutlich wird aber auch der Mehrwert dieser Theorien gegenüber den bisher gehandelten Theorien. Geradezu nebenbei wird der im Konstruktivismus und in der Systemtheorie so wichtige Kopplungsbegriff präzisiert. Was noch fehlt. Jahrgang 3/2001 organisatorischen Meso-Ebene und konzipiert b) nicht Kommunikationen. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellung eines linearen Nachrichtenflusses und die Konzeption objektiver Nachrichten. Ebenfalls zu den Stützsteinen gehören die konstruktivistischen und chaostheoretischen Reinterpretationen der Nachrichtenproduktion. Damit wird die Theorieninnovation bis zum vorletzten Schritt vorangetrieben. Sie sind präziser und – der Autor weiß das aus seiner vielfältigen journalistischen Praxis – praxisnäher trotz ihres hohen Abstraktionsgrades. Auch dies ist ein Ausweis der Seriosität seines Vorgehens. dies allerdings nicht durch eine Definition. sondern eher um einen unsystematischen Vergleich. Frerichs gebraucht die Theoriebegriffe wie Unschärfe und Selbstorganisation nicht als schön klingende Wissenschaftsmetaphorik. Kooperation. sondern beschreiben eher die Operationalisierungsbereiche der einen Variablen Qualität der Nachrichtenkonstruktion. Kreativität und Kontrolle. die üblicherweise nur abgekürzt erwähnt werden. In diesen Kapiteln werden zudem populäre Missverständnisse korrigiert. Dem jeweils ersten. Als „Stützsteine“ bezeichnet er die folgende Kritik der klassischen Nachrichtenforschung. beschreibenden Teil folgt die Ableitung der Thesen. baut er die beiden „Ecksteine“ der Chaostheorie und des Konstruktivismus auf. Der Qualitätsbegriff als abhängige Variable wird selbst allerdings nicht definiert. der über die beispielhafte Illustration hinausgeht. die für sich genommen bereits eine Dissertation voll gerechtfertigt hätten. Dass dies nicht unproblematisch ist. Konsens.M&K 49. Konvention. Nach der „Grundsteinlegung“. welche die klassischen Theorien – diese freundlich einvernehmend – in die eigene Konzeption integriert. Auf diese Weise entsteht eine konstruktive Auseinandersetzung. Dies ist nicht die schlechteste Art. sondern Kognitionen und Handlungen als Basiseinheiten von Systemen. Alle Ausführungen werden ausführlich belegt und immer wieder durch Definitionen systematisiert. Mit dieser Methode identifiziert er 13 Arbeitsschritte von der ersten Ereigniswahrnehmung bis zur publizierten Nachricht und klassifiziert er die Redaktionsorganisationen. etwa dass Chaos mit Zufälligkeit und folglich mit Unerklärbarkeit gleichzusetzen wäre oder dass Konstruktion Beliebigkeit von Welterzeugung impliziere. ist eine Formalisierung der Thesen. Dem Autor gelingt es. bestimmte Prozesse der Nachrichtenentstehung chaostheoretisch zu interpretieren und daraus chaostheoretische Thesen abzuleiten. gleichermaßen induktiv und deduktiv zu Thesen zu gelangen. Immerhin bleibt Frerichs nicht bei seinen theoretischen Überlegungen stehen.bis dreitägiger Besuch bei den Nachrichtenredaktionen von acht öffentlich-rechtlichen. sondern konkret als Beschreibungs. dass auch informale Rollen und Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsfaktoren berücksichtigt werden (sollen). Oft argumentiert Frerichs mit bekannten Nachrichtentheorien gegen diese selbst. Darüber hinaus diente ein ein.) enthalten zumeist nicht Zusammenhangspostulate mehrerer Variablen. Der Autor definiert alle Begriffe sehr verständlich und hat dafür penibel recherchiert – sogar die vollständigen zweiten Vornamen der zitierten WissenschaftlerInnen. die einen echten empirischen Test ermöglicht. Die Thesen (S. Problematisch ist ferner die oben bereits erwähnte Unterstellung einer Emergenz vom 388 . dass man sie hervorragend als Lehrbucheinführung benutzen kann. Es handelt sich hierbei nicht um eine systematische Einzelfallstudie. sondern durch die qualitativen Auswirkungen der Kopplung: Koordination. werde ich weiter unten erörtern. Dennoch setzt hier die Kritik an Frerichs’ Vorgehensweise ein. sondern bemüht sich um eine explorative Empirie.

weil es von einem Praktiker stammt. als dies ohne Konstruktivismus und Chaostheorie und deren Übertragung auf die Redaktionsorganisation und die Nachrichtenkonstruktion möglich gewesen wäre. das wiederum als Teil des Systems Nachrichtenjournalismus angesehen wird. Für die Journalistik und Journalismusforschung bedeutet dies. Der Katalog. der sich die Mühe gemacht hat. Dies ist keineswegs ungewöhnlich. Allerdings geht sie weit über den Tagungsschwerpunkt hinaus und wird mit Sicherheit ein Standardwerk. Es trägt im Untertitel den verblüffenden Titel „Ein diskursives Handbuch“. um für die Praxis einen Nutzen zu erreichen. Dabei ist das Buch nicht neutral. bei der seinerzeit (Januar 1998) ebenfalls die Systemtheorie im Mittelpunkt gestanden hatte. Vielleicht sind nicht alle Arten von Journalismustheorien vertreten. von der Person auf das soziale System der (Nachrichten-)Redaktion. Wenn tatsächlich persönliche Charakteristika der Nachrichtenredakteure in einzelne Entscheidungen der Nachrichtenkonstruktion eingehen.Besprechungen System „Mensch“ bzw. ist die Konzentration auf systemisch-professionelle Eigenschaften der Journalisten und der Organisationen erforderlich. aber alle vertretenen erhalten genug Raum. ist nicht vorhersehbar – so müsste man mit dem Chaostheoretiker Frerichs gegen ihn selbst argumentieren. ausreichend beantworten zu können. die politische Einstellung usw. da diese Basistheorien selbst stets den Zusammenhang zur Ethik hergestellt haben. dass sie ihre normativen Vorschläge gut und verständlich begründen muss. dass trotz Makrostabilität (des Journalismus) Mikrodiversität (der Journalisten als Personen!) möglich und notwendig ist.): Theorien des Journalismus – Ein diskursives Handbuch Ein sehr ambitioniertes Buch zu den aktuellen Journalismustheorien hat Martin Löffelholz herausgegeben. um je individuell diejenigen zu identifizieren. dass sie nicht umkehrbar ist. Die Akzeptanz der Norm kann man – neben einer guten Begründung – dadurch steigern. alle möglichen individuellen Eigenschaften zu erfassen. die Mikrostrukturen der individuellen Persönlichkeit als Rauschen auszublenden und trotzdem die Makrostrukturen beobachten zu können. Der Grund dafür besteht darin. 3. wenn es die Umstände erlauben und die betreffenden Normanwender die Normbegründung als solche akzeptieren. deckt sich dabei durchaus in weiten Bereichen mit herkömmlichen Anforderungsprofilen. Allerdings ist deutlich zu trennen zwischen der Normbegründung und der Normdurchsetzung. will also sowohl den Stand des Theoriewissens kanonisieren als auch diskutieren. Welche Persönlichkeitsmerkmale im Einzelnen eine Rolle spielen bei der Nachrichtenkonstruktion. Dies lässt sich aus dem Entstehungskontext erklären. wie der Übergang von Person zu Organisation und zu Funktionssystem möglich sei. sondern hat quantitativ wie qualitativ eine klare Präferenz für systemtheoretische Ansätze. Es wäre schon forschungsökonomisch unmöglich. wenn man nachweisen kann. theoretisch zu arbeiten. Der Erkenntnisgewinn der Systemtheorie besteht gerade darin. wie wir von Habermas lernen können. sondern prinzipiell alle individuellen Eigenschaften – zurückführbar. den Frerichs zusammenstellt. ohne die Frage. so ist dies nicht mehr auf eben diese persönlichen Eigenschaften – und Frerichs meint hier nicht nur die berufsbezogenen. Frerichs stellt sich damit gegen das Verständnis von Luhmann und Rühl. Ein Buch wie dieses ist glaubwürdig und einer verständnisorientierten Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis förderlich. Da folglich nur wenige Variablen erhoben werden können. Emergenz ist gerade dadurch definiert. Eine Norm lässt sich nur dann durchsetzen oder anwenden. systematisch (= überzufällig) in systemische Abläufe hinein? Frerichs dehnt schließlich den Anspruch seiner Studie über den analytischen Wert aus und formuliert qualitätsbezogene und ethische Implikationen aus Chaostheorie und Konstruktivismus. die in bestimmten Situationen handlungsrelevant werden könnten. Persönlichkeitsmerkmale interferieren a) eher zufällig statt systematisch und b) eher punktuell statt generell. sondern in der Auswahl der relevanten Variablen: Wie weit reichen das Geschlecht. er ist jedoch theoretisch deutlich besser hergeleitet und besser an die Praxis angepasst. um Resonanz im Journalismus zu erreichen. Martin Löffelholz (Hrsg.als 389 . Und das ist einigermaßen gelungen. Das Hauptproblem besteht dann nicht in der Identifikation aller möglicher Einflüsse. dass die Norm auch funktioniert und nicht als bloßes Ideal unerreichbar ist. das sowohl für Einführungs. denn die Veröffentlichung basiert auf den Ergebnissen einer Tagung der DGPuK-Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“.

Dagegen stehen die Vertreter der Systemtheorie Rühl. Wenn beide als Leistungssysteme von Öffentlichkeit angesehen werden und beiden die Funktion der Herstellung von Öffentlichkeit zugeschrieben wird. Frank Marcinkowski und Thomas Bruns weisen darauf hin. aber auch. Bucher. Raabe und Weber. tut dem Artikel keinen Abbruch. Kohring und Görke mit beiden Beinen im Paradigma. Mit seinem Beitrag ist jedenfalls die theoretische Ausrichtung des Bandes markiert. auch anderen Ansätzen (Handlungstheorie und Steuerungstheorie) gerecht zu werden. Der Autor äußert seine Bedenken gegenüber einer Verunreinigung der Systemtheorie durch den theoriefremden Import empirischer Forschung. der Akteure als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Organismus versteht. organisatorischen und funktionalen Inter-Relationen von PR und Journalismus stellt den Versuch dar. wenn diese auf einen methodologischen Individualismus hinausläuft. die nicht der des Buches entspricht. Diese Eröffnungsbilanz ist deshalb unbedingt empfehlenswert für Einführungsseminare in die Journalismusforschung. Manfred Rühls zweite Einführung in die Theoriegeschichte kann durch diese Vorlage direkt auf den Wert der Systemtheorie bzw. Beginnen wir mit denjenigen Autoren. was sozialwissenschaftlich gesehen allemal anschlussfähiger ist als den Organismus einzubeziehen und die Akteure damit auf monadische Individuen zu reduzieren. Dieser Artikel fasst den Theorie. Dies gilt für die Aufsätze von Kepplinger. Dass der Autor dabei nur auf den Nutzen systemtheoretischen Denkens eingeht und die Kosten ziemlich pauschal abweist. weil die darin dargelegte Position im Wesentlichen der im oben besprochenen Buch entspricht. ist hervorragend als Einführungstext geeignet. damit setzt sich der Autor nicht auseinander. diesen zu begegnen. Der Artikel macht deutlich. Die Ausdifferenzierung in die drei Ebenen der interaktionalen. Martin Löffelholz thematisiert das Verhältnis von Journalismus und Public Relations als ko-evolutionäre Intersystem-Beziehung. sie birgt eine Menge kreatives Potenzial.und Empirie-Begriff ebenso hervorragend zusammen wie die Theoriegeschichte der Journalismus. dass er die unterschiedlichen systemtheoretischen Modellierungen von Journalismus. In einigen Fällen erweist sich bereits der Weg (der Argumentation) als das Ziel (der Rechtfertigung der Systemtheorie). die Matthias Kohring in die Systemtheorie Luhmanns gibt. dass sich die Systemtheorie um die Integration anderer Ansätze bemühen muss. Jahrgang 3/2001 auch für fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wertvoll ist. Esser und Haller. stellt sich allerdings die Frage nach ihrer Differenzierbarkeit. Auch die dritte „Einführung“. dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. insofern sind Görkes Ausführungen ein Beleg für die theoretische Flexibilität (nicht Immunität!) der Systemtheorie. Ferner kommt die Kritik aus einem anderen Paradigma zu Wort. von so genannten Supertheorien eingehen. Dafür geht Alexander Görke mehr auf die theoretischen Einwände ein und weist Wege. Der didaktische Wert wird noch gesteigert durch die zwölf eingebauten Textausschnitte. mit denen sich systemtheoretische Journalismusforscher beschäftigen. es geht in erster Linie um systemtheoretische Modellierungen des Journalismus. Für nicht sinnvoll halte ich den Akteursbegriff. denn sogar die meisten kritischen Artikel beziehen sich auf die Systemtheorie. Ob und wie empirische Forschung ohne methodische Individuen möglich überhaupt ist. Die folgende Auseinandersetzung erfolgt deshalb nach dieser selbst gewählten Ordnung. die ihrerseits ihre paradigmatische Herkunft verschweigt und zu dem Eindruck verleiten könnte. Welche Arten von Kritik werden in dem Buch an der Systemtheorie geübt? Da ist die Kritik zu nennen. Der Zusatznutzen dieses Artikels besteht darin. Der Herausgeber selbst eröffnet den Blick auf das gesamte Buch aus einer metatheoretischen und historischen Position. Auf Webers Aufsatz will ich nicht mehr gesondert eingehen. die im Rahmen der Systemtheorie argumentieren. Öffentlichkeit. dass die Ausdifferenzierung von Autopoiesis und struktureller Kopplung 390 . Publizistik und Massenmedien gegeneinander abwägt und insofern eine Art Flurbereinigung durchführt sowie den Blick frei macht für die nachfolgenden spezielleren Themen. etwa in den Aufsätzen von Klaus. Lünenborg oder Renger. dass sie über den oder jenseits der Paradigmen steht. denn die Einnahme einer MetaPosition kann an dieser Stelle des Buches (immerhin schon Kapitel 3) nicht mehr der Zweck sein.M&K 49. Akteure werden in der Handlungstheorie eher als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Handlung modelliert. Den anspruchsvollen Versuch der Paradigmenverbindung unternehmen Neuberger.

Die dringende Frage. Eine Alternative bietet vielleicht die nicht-kausale Interpretation bestehender statistischer Verfahren. von Handlungs. weil nur deren historische Entwicklung beschreibbar ist. Individuelle Hand- lungen und ihre Intentionalität müssen nicht mentalistisch interpretiert werden. Die handlungstheoretischen Gegenvorschläge zur Systemtheorie sind ihrerseits sehr heterogen.oder Mikroanalyse. auf den einzelnen Journalisten abzielen. diese Verfahren anzuwenden oder auch nur zu verstehen. Während die Systemtheorie Luhmannscher Prägung konsequent makroanalytisch vorgeht. Dazu setzt er sich sowohl vom zu engen Handlungsbegriff Luhmanns ab als auch von Akteurstheorien. wird am Schluss gestellt. denkbar wäre auch ein Bezug zu Achim Baums an Habermas angelegte Theorie journalistischen Handelns. Bernd Blöbaum nimmt in seinem Aufsatz eine evolutionstheoretische Perspektive ein und beschäftigt sich mit den Strukturen des Journalismus. was sicherlich berechtigt ist. Hejls konstruktivistisches Verständnis von synreferenziellen Organisationen anschließbar. um die scheinbar paradoxe Beziehung zwischen operativer Geschlossenheit und informatorischer Offenheit zu begründen. Hans-Jürgen Buchers Verknüpfung von Binnen. sondern haben indexikalischen Charakter und dienen der Rekonstruktion von Funktionen. Diese Konzeption ist an Peter M. sodass man auf die Systemfunktion immerhin indirekt schließen kann. die mehr den Handelnden als die Handlung im Fokus haben. weniger eine kategorische oder ontologische Differenz. kann aber nicht beantwortet werden. In eine ähnliche Richtung geht auch Klaus-Dieter Altmeppens Analyse des Entscheidungshandelns in Redaktionen als koordinierendes Handeln. Dies ist jedoch eher eine Frage der Referenz. unterscheidet Altmeppen zwischen Handlungsentwurf und Handlungsvollzug. wohingegen die Beiträge von Christoph Neuberger und Johannes Raabe stärker auf das Individuum. Das gilt auch für Raabes Versuch. Die Verknüpfung funktioniert allerdings nicht reibungslos. Beide Vorschläge lassen sich in erster Linie auf Organisationen beziehen. Allerdings fehlt derzeit die Kompetenz sozialwissenschaftlicher Empiriker. ob sich ein Strukturwandel irgendwann auf die Funktionserfüllung des Systems auswirkt. das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Phänomen Journalismus und dem (individuellen) Bewusstsein journalistischer Akteure im Anschluss an den Soziologen Wil Martens zu klären. Auch KlausDieter Altmeppen beschäftigt sich mit der funktionalen Autonomie des Journalismus.oder Systemebene. Die Integration des theoretischen Individualismus basiert nicht zuletzt auf einem Missverständnis vom Konstruktivismus: Kognitive Autonomie wird nämlich von Raabe fälschlicherweise als Abgeschiedenheit von sozialen Einflüssen interpretiert. Die Autoren verweisen auf neue statistische Methoden neuronaler Netze und auf Klassifikationsmodelle. dass Systemtheorie nur routiniertes Handeln erklären könne.und Systemtheorie wird argumentativ über Phänomene dritter Art – unbeabsichtigte Folgen individuellen Handelns – hergestellt. So gesehen ist etwa der Verweis auf logistische Regressionen als vermeintliche Verbesserung gegenüber linearen Regressionen einseitig. Neuberger reaktiviert die Akteurstheorie unter Bezugnahme auf Schimanks systembezogene Akteurskonstellation. dann ist eine auf Kausalität und Linearität begründete Empirie ungeeignet. bemühen sich die handlungstheoretischen Ansätze eher um eine Meso. sondern eine wissenschaftstheoretische Zuschreibung. aber damit noch nicht steuernd wirken. dass Akteur und/oder Bewusstsein zunächst zu trennen seien vom Sozialen. Die Systemtheorie hat durch die Konzepte der Interpenetration und der strukturellen Kopp- 391 . Meines Erachtens basiert diese Verbindung von Akteurstheorie und Systemtheorie jedoch auf dem Missverständnis.und Außenperspektive. Wenn die Beziehung von Massenmedien (Journalismus) und Politik in der Beschaffung und strukturellen Verfestigung von Irritationschancen und Resonanzhoffnungen besteht. Die Differenz der beiden Theorien sehe ich eher durch die unterschiedlichen Bezugsebenen bedingt. denn Kausalität ist diesen Methoden nicht inhärent. die als Rahmenbedingungen organisationellen Entscheidens limitierend. Sowohl Neuberger als auch Raabe scheinen davon auszugehen. bietet sich auf der strukturellen Ebene ein Einfallstor für externe Einflüsse.Besprechungen nötig ist. weil beide Verfahren an dem Prinzip der Kausalität festhalten. Während Bucher zwischen Handlungsmuster und vollzogener Handlung differenziert. die nicht im Widerspruch zu verschiedenen Abhängigkeiten auf organisatorischer Ebene steht: Da funktionale Teilsysteme der Gesellschaft von Organisationen abhängig sind.

schwer gemacht wird. dass Geschlechterdefinitionen nicht eindeutig seien und dass Geschlecht eine vieldimensionale Kategorie sei. unter denen sie entstehen. ohne den Preis der geringeren logischen Kohärenz zu nennen. dann müssen Sekundärdifferenzen eingeführt werden. Margret Lünenborg nennt als konkrete Forschungslücken. Den drei in diesem Band versammelten AutorInnen gemeinsam ist die Umstellung der Kommunikator.M&K 49. Warum sollte es mit systemtheoretischer Perspektive nicht möglich sein. dann ist dieser differenzlose Begriff seinerseits zu begründen bzw. die ihrer Meinung nach die Analyse der Machtverhältnisse ermöglichen. die einen Vergleich überhaupt erst möglich machen. dass Geschlecht ein sekundäres Merkmal darstellt oder dazu geworden ist. Ebenfalls grundlegende Kritik an der systemtheoretischen Modellierung des Journalismus üben mehrere Autoren. Möglicherweise sind dies Indizien dafür. so dass die Cultural Studies eher komplementär als kompetitiv zu verstehen wären. bleibt zu klären. dass dieser Ansatz sich weniger mit den journalistischen Aussagen und den Bedingungen. ob diese Interessenverschiebung nicht eher ein Ausweichen gegenüber der systemtheoretischen Journalismusforschung bedeuten. Allerdings gibt es Gegenbeispiele: Männer sind besonders im prestigearmen Sportressort sehr stark überrepräsentiert. Ebenfalls nicht erklärbar mit dieser Argumentationslinie ist der starke Anteil von Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit. Hier ist es in der Tat überlegenswert.auf die Publikumsperspektive. Frauen gelten als unterhaltungsorientierter als Männer und sind in Informationsressorts unterrepräsentiert. sondern mit Theorien im Bereich der Publikums. Aus diesem Grund bin ich skeptisch gegenüber derartigen Versuchen der Theorienintegration. Sollten sich Frauen auch in Männerdomänen etablieren können. wie sie von Löffelholz und Marcinkowski und Bruns angedacht werden. ohne den Gegenstand zu reontologisieren. beschäftigt. eine Metaperspektive hält sie dagegen nicht für möglich. Viel wichtiger erscheint mir dagegen die Kopplung von Theorie und Empirie als zwei nicht aufeinander zu reduzierende Programmtypen des wissenschaftlichen Systems. deren sich die Cultural Studies annehmen wollen. Jahrgang 3/2001 lung bereits den Weg der Verbindung vorgezeichnet. die scheinbar nicht aus der Perspektive eines bestimmten Paradigmas argumentieren. Es stellt sich dabei jedoch die Frage. weil diese nur für die Integrationsleistung werben. indem sie entweder vom psychischen oder vom sozialen System aus denkt und beobachtet. Dehnt man allerdings den Kulturbegriff so weit aus. Unterhaltungsjournalismus oder Unterhaltungsphänomene allgemein zu untersuchen? Dass kulturelle Unterschiede im Ländervergleich eine Rolle spielen. So benennt Rudi Renger das Interesse der Cultural Studies dahingehend. ist der Einzug von Frauen in die Nachrichtenredaktion besonders hart umkämpft. Insofern sehe ich auch die These. Insofern konkurrieren die Cultural Studies überhaupt nicht mit anderen Theorien der Journalismusforschung. Auch hier ist zu fragen. die ei- 392 . aber überkommene und gegenwärtige Funktionszuschreibungen überlagern. aber wie dominierend diese im Vergleich zu anderen Unterschieden sind. Dabei vereinseitigt sie konsequent den Blickwinkel. sondern vielmehr mit der Alltagsressource journalistischer Inhalte und dem kulturellen Handeln. sondern dass sich historisch gewachsene. sondern versuchen. Mehr auf Konkurrenz als auf Integration setzen die VertreterInnen kulturwissenschaftlicher Ansätze. ist plausibel. dass alles Kultur ist. so die Autorin. ob die Behebung vermeintlicher Lücken nicht auf einen ganz anderen Forschungsgegenstand hinausläuft.und Wirkungsforschung. Die Benennung offener Forschungs- felder ist jedenfalls kein hinreichender Grund für einen Theorienwechsel. während Machtfragen von der Systemtheorie ausgespart oder untergeordnet werden. durchaus nicht im Widerspruch zur konstruktivistischen Systemtheorie. Elisabeth Klaus reinterpretiert in ihrem Beitrag empirische Ergebnisse zur Geschlechterdifferenz im Journalismus aus der Sicht der Cultural Studies. vor allem die Vernachlässigung des Publikums und die Zentrierung auf politischen Nachrichtenjournalismus. die sich aus der Beziehung zwischen Text und Leser ergeben. Da Informationsjournalismus höher bewertet wird als Unterhaltungsjournalismus und höheres Prestige verspricht. ob ein methodologischer Individualismus ohne einen theoretischen Individualismus zu haben ist. dass Frauen nicht qua Geschlecht der Zugang zu bestimmten Berufssparten schwer fällt bzw. Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wäre auch der europäische Vergleich sinnvoll zu bewerkstelligen. dann spricht vieles für die These.

138) Was beinhaltet diese Forderung anderes als das Postulat der Reflexivität. Preise für Wissenschaftsfähigkeit zu verteilen: „Wer die Möglichkeit eines Vergleichs zwischen journalistischen Realitätsdarstellungen mit der entsprechenden Realität erkenntnistheoretisch bestreitet. ohne ständig dezisionistische (also nicht theorieimmanente) Begründungen anführen zu müssen. 134). zeigt allerdings. Man wird also die Systemtheorie nur mit anderen Supertheorien vergleichen können und dabei einen (zu legitimierenden) Standpunkt einnehmen müssen. was wohl deshalb eines besonderen Hinweises bedurfte. Umgekehrt fehlt den (rein) empirischen Theorien mittlerer Reichweite die Grundlagenlogik – hier zum Beispiel die Entwicklung einer Theorie des Vergleichs. denn oberhalb von Supertheorien kann niemand stehen. sondern theoretisch (also vor der empirischen Beobachtung) bestimmte Gleichsetzungen vorzunehmen. empirische Gegenstände auf der Basis einer einheitlichen methodischen Grundlage miteinander in Beziehung zu setzen. Hypothesen über künftige Ergebnisse und Veränderungen zu bilden. Autonomie und Autopoiesis unsortiert neben Personen (Journalisten). dass Systemtheorie als Supertheorie und Theorien mittlerer Reichweite auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Eine verblüffende Selbstbezichtigung finden wir in Kepplingers Problemaufriss des Journalismus: Der Autor ist seit Mitte der 80er Jahre Systemtheoretiker. was als Identisches und Differentes überhaupt beobachtbar ist. denn das käme einer Selbstimmunisierung und damit Untauglichkeit der Systemtheorie gleich bzw. die wis- 393 . 90) Wahrscheinlich führt dieses Wissenschaftsverständnis zu der Ansicht. Alles andere ist Vorspiegelung einer erkenntnistheoretisch naiv-realistischen Objektivität.Besprechungen gene Position jenseits von Paradigmen überhaupt zu markieren. dass eine Theorie einen abstrakten Theoriekern hat. S. dem Eingeständnis. Schuld an dieser Kluft sei in erster Linie die (System-)Theorie. impliziert nicht in einem Nullsummenspiel. dass sich zahlreiche Annahmen (hier: Hypothesen) nicht aus der Systemtheorie ableiten lassen – mit diesem an sich trivialen Pauschalurteil können Systemtheoretiker leben. bedeutet nicht nur. Einen Vergleichsmaßstab zu entwickeln. Einflüssen und Wirkungen (auf die Rezipienten) sowie Eigeninteressen (der Journalisten) platziert werden. Das „Eigeninteresse“ des Autors scheint darin zu liegen. die Systemtheorie sei nur ein Systemmodell.“ (S. Dort hatte er gefordert. Am Beispiel der vergleichenden Journalismusforschung bewertet Esser die diesbezüglichen systemtheoretischen Bemühungen als wenig empiriegesättigt. Auch Haller lehnt die Supertheorie Systemtheorie ab. die sich in die falsche Richtung entwickelt habe. eine Theorie solle als ihr eigener Gegenstand vorkommen? Gerade die Theorien mittlerer Reichweite vermögen dies im Unterschied zu Supertheorien (und dazu gehört nicht nur die Systemtheorie. Nur eine reflexive Theorie ist in der Lage. weil in seinem Theorien-Supermarkt systemtheoretische Konzepte wie System. also die Auffassung. ohne die überhaupt keine Differenzen beobachtet werden können. steht er doch selbst mit einem Bein hier und mit dem anderen dort. Vielmehr hängt der Empiriegrad einer Theorie von der jeweiligen Ausarbeitung in Bezug auf die Fragestellung ab. Der Autor beklagt sich über die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis („disparate Paradigmen“. So argumentiert auch Esser in seinem Artikel (S. er klassifiziert die Systemtheorie (abfällig?) als totale Theorie und führt aus: „Eine Theorie sollte immer Angaben über die Voraussetzungen und Randbedingungen enthalten. Die Tatsache. Als ob dies ein Merkmal einer Theorie an sich wäre. Ein Theorienvergleich aus einer Metaperspektive ist nicht möglich. unter denen die Aussagen gelten sollen und sie sollte die Möglichkeit zulassen.“ (S. bestreitet damit auch die Möglichkeit eines Vergleichs wissenschaftlicher Journalismusdarstellungen mit ihrem Gegenstand und stellt sich folglich außerhalb der empirischen Wissenschaft. Auf die daraus geschlossene reduzierte Leistungsfähigkeit der Systemtheorie und ihrer Restkategorisierung als bloßes Ordnungsschema wird man sich dagegen nicht einlassen können. Die Theoriebrille entscheidet folglich. 105). dass ihr deshalb der Empirieteil fehle. Dies scheint eine vornehme Reformulierung seines Redebeitrages auf der Tagung der Fachgruppe zu sein. weil sie praxisrelevante Aspekte des Journalismus ausblende. die Differenz von Identität und Differenz in den Griff zu bekommen. sondern zum Beispiel auch die Kritische Theorie) nicht und müssen – folgt man der Doktrin des Kritischen Rationalismus – sich selbst als Gegen- stand ausnehmen. Dies schmälert die Leistung einer Theorie mittlerer Reichweite nicht.

Bei den kulturwissenschaftlichen Ansätzen sind die Cultural Studies gleich mehrfach vertreten. Was Haller darüber hinaus mit der Synchronisation der formalen und materialen Bedingungen von Theorien meint. In dem Artikel werden Theorieversatzstücke von Habermas verwendet (S. um den als negativ bewerteten Folgen der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. den Siegfried J. Es geht um die Zurechtstutzung von Theorie zu einem logisch billigen Empirielieferanten.). wenn er ihm die Aufgabe zuweist. sie wollen die Qualitätsdebatte und die Ethikdebatte durch Ausdifferenzierung der Ebenen von den gesellschaftlichen Randbedingungen bis zu den journalistischen Akteuren voranbringen. anführt. Kommen wir abschließend zur Kritik des Bandes: Der Theorienüberblick ist auf keinen Fall vollständig. einen Binärcode für Journalismus zu formulieren. 116) der Studie „Journalismus in Deutschland“ zu verstehen bei gleichzeitiger Kritik ihrer systemtheoretischen Argumentationsbasis. damit sie empirisch überprüfbar sind. Schmidt entwickelt hat und der Journalismus als makroanalytische Handlungsrolle konzipiert. dass jede einzelne journalistische Entscheidung legitimiert werden soll. Eine verständigungsorientierte Herangehensweise halte ich für berechtigt und anstrebenswert. Weiterhin werden die im fünften Hauptkapitel behandelten ausgewählten Problemfelder 394 . dieser wird aber nicht zitiert. 114 f. sondern sollte kritische Impulse geben. und das auf der Basis eines erkenntnistheoretisch realistischen Empirieverständnisses. impliziert die Forderung doch ein unkritisches Plädoyer für angewandte Forschung. welche die Übereinstimmung zwischen den Kommunikationsabsichten der Journalisten und den Kommunikationserwartungen des Publikums ziemlich überzeichnet. Diese Amputation hat allerdings zur Folge. Öffentlichkeit herzustellen. auch nicht Gottschlich oder Baum. Die aus dieser normativen Sichtweise abgeleiteten Qualitätskriterien des Journalismus seien gegenstandsund publikationsbezogen. wenn man bedenkt. wohingegen der theoretisch ambitioniertere kulturelle Konstruktivismus. die das Konzept des verständigungsorientierten Handeln in die Journalismusforschung eingeführt haben. als dies im systemtheoretischen Rahmen erfolgte. Thorsten Quandts den Band abschließende Frage nach dem Ende des Journalismus durch die Herausforderungen der Online-Kommunikation macht ein ganz neues Fass auf und will nicht so recht zum Gesamtthema passen. So ist das vergiftete Lob an die „demoskopische Unternehmung“ (S. zu rechtfertigen (was man für weite Teile der PR-Forschung durchaus feststellen kann). Ähnlich argumentieren auch Hans Heinz Fabris und Barbara Thomaß. dass viele empirische Ergebnisse schlechter interpretierbar gewesen wären. So fehlt etwa der Ansatz der Münchner Schule um Wagner. einen dogmatischen Popperianer. sie hat jedoch mit purer Auftragsforschung nichts zu tun. den Baum im Anschluss an Habermas vertritt. Auch wenn dies nicht so gemeint war. den prägenden Charakteristika des Journalismus gerecht zu werden. Haller kritisiert die Unfähigkeit der Systemtheorie. Etwa so versteht auch Ulrich Pätzold die Aufgabe der Journalistik. deshalb eine provozierende oder distanzierende Haltung einnehmen sollen. kann man sich gut ausmalen. versuchen also. dass er als Gewährsmann Helmut Spinner. Dazu passt auch die harmonisierte Sichtweise vom Gegenstand der Journalismusforschung. weil sie die Praxis nur irritieren können. unberücksichtigt bleibt. deren Zielsetzungen außerwissenschaftlich bestimmt werden. Starkulla und deren Weiterführungen oder der kritisch-theoretische Ansatz. Die Ablehnung eines solchen Wissenschaftsverständnisses sollte nicht in die Richtung gedeutet werden. Hallers Gegenvorschläge laufen auf eine Entkleidung der (System-)Theorie von ihrem logischen Gehalt hinaus. denn der Autor ignoriert ziemlich konsequent die im Titel seines Aufsatzes selbst gestellte Frage und beschäftigt sich mehr mit dem Erklärungswert von Theorien der Wirkungsforschung. der „an den Realien“ vorbeiziele. Jahrgang 3/2001 senschaftliche Beschäftigung mit Journalismus hätte ihren Gegenstand. allerdings schließen sie kaum noch an den theoretischen Diskurs des gesamten Buches an. Die Sollvorstellungen resultieren aus der Kombination mit anderen benachbarten Wissenschaften und beschränken sich auf realisierbare Vorschläge. Er bringt Beispiele für vermeintlich fehlerhafte Zuordnungen und kritisiert systemtheoretische Bemühungen als abstrakten Griff ins Leere. Alle diese Bemühungen um Konkretisierungen sind nicht falsch. Horst Pöttker überträgt solche normativen Vorstellungen auf den Journalismus selbst. dass wissenschaftliche Bemühungen. die journalistische Praxis.M&K 49.

Ausgangspunkt der Projektarbeiten des DFG-Schwerpunktprogramms bildete die mittlerweile etablierte Überzeugung. Brandstetter. „dass sich das Selbstverständnis einer Kultur außerhalb Europas/Nordamerikas nicht nur in Texten und Monumenten formuliert. Außerdem scheint es eher ein heterogenes Restkapitel zu sein. Auch in dieser Doppelrolle zeigt sich der Kompromisscharakter des Buches in Konzeption (Handbuch und Diskurs) und Komposition (Grundlagenbeiträge und anwendungsbezogene Artikel). sondern auch (. 3. Und dazu ist das Buch bestens geeignet.) Inszenierung von Authentizität Tübingen: Francke. dafür ist die Qualität der Beiträge zu unterschiedlich. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt. sondern in theatralen Prozessen. wohingegen Quandts Frage nach dem Ende des Journalismus weniger als theoretische Herausforderung oder Weiterentwicklung denn als spezielles Problemfeld (des Online-Journalismus) anzusehen ist. die Überzeugung vom besonderen Charakter der europäischen Kultur in Frage. Formen der Performancekunst (Bormann.“ (11) Gleichzeitig stellen neuere Entwicklungen.“ (13) Grundlegende Aspekte der aktuellen Untersuchungen zur Theatralität seien: 1. Inszenierung. Korporalität und 4. Dabei nimmt der Herausgeber schon mutig Stellung in seinem hervorragenden einleitenden Aufsatz. – 366 S. Inszenierung von Authentizität in den Künsten. Die Einleitungen der Hauptkapitel durch Löffelholz und Quandt sind für eine Schnellorientierung hilfreich. Die Attraktion des Inszenierungsbegriffs liegt in seiner vielschichtigen Anwendbarkeit. scheint heute der Begriff der Inszenierung leisten zu sollen. 2. Performance. Dieses Problem der Unterscheidbarkeit bildet neben der „Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit“ (23) einen thematischen Schwerpunkt der laufenden Forschungsarbeiten. ISBN 3-7720-2941-8 Der vorliegende Sammelband präsentiert Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teil- projekten des seit 1996 bestehenden DFGSchwerpunktprogramms „Theatralität. Dennoch ist das Buch wichtig. so die Herausgeberin Erika Fischer-Lichte. aber fast immer zu brav formuliert. Inszenierung von Authentizität in den Medien und Inszenierung von Authentizität in fremden und vergangenen Kulturen. zwar sind viele AutorInnen sehr meinungsfreudig und regen damit möglicherweise einen Diskurs an. Aus ihrer Sicht wird eine Verlagerung der Anwendungsbezüge im Verlauf der historischen Entwicklung erkennbar: „Was im 17. als ob sie die folgenden Artikel jeweils rechtfertigen müssten. musikali- 395 . denn die Aufsätze von Lünenborg und Klaus sind teilweise grundlegend und gehören zu den Herausforderungen der Systemtheorie. Jahrhundert der Theaterbegriff bewerkstelligen sollte.) in theatralen Prozessen. aber die Auseinandersetzung ist nicht wechselseitig oder mehrzügig und in der Regel noch nicht einmal die eigene Position abwägend. Erika Fischer-Lichte arbeitet in ihrer den vorliegenden Sammelband einleitenden begriffshistorischen Übersicht grundlegende Aspekte des Inszenierungs. so dass ihre Auswahl etwas willkürlich erscheint. also auch innerhalb der Artikel nicht diskursiv angelegt. der nicht immer gelingt. „Unsere Gegenwartskultur konstituiert und formuliert sich zunehmend nicht mehr in Werken.. 2000. Vier Schwerpunkte strukturieren die Präsentation der Forschungsergebnisse in dem Buch: Begriffsgeschichte von Authentizität. Pätzolds Definition der Journalistik ist ebenfalls eher programmatisch als anwendungsbezogen. sondern scheinen vielfach automatisch erstellt worden zu sein und oft beliebig. Malkiewicz.. Wahrnehmung. Armin Scholl Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. das sich mit der zunehmenden Bedeutung theatraler Prozesse für die europäische Kultur auseinandersetzt.“ (11) was wiederum die Überzeugung von der Unterscheidbarkeit der europäischen Kultur brüchig werden lasse. um die Theoriedebatte auf hohem Niveau zu institutionalisieren. Ebenso sind die vielen handbuchtypischen Querverweise nicht immer hilfreich und notwendig. Reher) lassen sich ebenso analysieren wie filmische (Meyer).und Theatralitätsbegriffs heraus. Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“.Besprechungen nur sporadisch an die Theoriedebatte der vorigen vier Hauptkapitel zurückgebunden und die Dringlichkeit ihrer Bearbeitung wird nicht begründet. Mit dem Inszenierungsbegriff lassen sich Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Kultur beschreiben.

. wenn nicht gar in den meisten Berufen beobachtet werden. in der Medizin). Die in etlichen Studien gefundene hohe Arbeitszufriedenheit von JournalistInnen scheint gegen ihren vermehrten Burnout zu sprechen. Zeitdruck. die eine überproportionale Frequenz an Ausgebrannten aufweisen (z. Stress als komplexe. die jedoch wieder als Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten dienen können. Die nachweisbar umfangreichen und unregelmäßigen Arbeitszeiten. Die sich ständig aktualisierenden vielfältigen Inszenierungsformen in Politik. weshalb TV-JournalistInnen nicht einbezogen wurden. selbst in denen. Doch solche Befunde sind nur wenig aussagekräftig. Empirisch lediglich schwach belegt ist der Roman. willkürlich zusammengewürfelte Hypothesen geleitet. In Schweden hingegen unterscheidet sich die Mortalitätsrate der schreibenden Zunft nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt. Eine Mischung aus ethnologischen und kulturhistorischen Analysen kennzeichnet die Beiträge. der auf dem Höhepunkt der BSE-Krise Rindfleisch verzehrt. die sich mit der Inszenierung von Authentizität in vergangenen und fremden Kulturen befassen. obwohl beide Phänomene nicht gleichzusetzen sind. Den Fragebogen mit fünf. legen eine Bejahung dieser Frage nahe.M&K 49. Zum Beispiel beträgt einer Studie von 1983 zufolge die gemittelte Lebenserwartung von deutschen JournalistInnen lediglich 61 Jahre. immerhin drei Jahre mehr als die der Gastwirte. bieten sicherlich eine Vielzahl von Forschungsgebieten für die unterschiedlichen Disziplinen des Schwerpunktprogramms. – 142 S. Agentur. über den „Burnout“ im Journalismus Ursachen und Auswege Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Hier hätte statt der isolierten Untersuchungen die Fragestellung nach den Besonderheiten der europäischen Kultur stärker herausgearbeitet werden können. Jahrgang 3/2001 sche (Zenck) oder literarische (Neumann) Inszenierungen von Authentizität. ob die HörfunkjournalistInnen für öffentlich-rechtliche Sender oder private Anbieter arbeiteten. Sie zeigen. wobei nicht thematisiert wird. Kultur. und wann die Untersu- 396 . In den unterschiedlichen Schwerpunkten des Sammelbandes treten Bruchstellen zwischen den Disziplinen in Erscheinung. dass der Stress größer und der Burnout im Journalismus deshalb häufiger sind. Arbeitsunzufriedenheit und Burnout hängen zusammen.. Unklar ist auch. weil JournalistInnen zum einen psychische Abwehrmechanismen gegenüber größeren und kleineren Katastrophen entwickeln müssen und zum anderen bei ihnen durch die ständige Aktualisierung und Addition von Informationen eine kontextlose Sinnleere entstehen könnte. dessen Ursachenkomplexe und mögliche Gegenstrategien) sowie neun. Die Inszenierungen von Authentizität stehen im Zentrum der Untersuchungen. ISBN 3-531-13448-5 Sind JournalistInnen gestresster und früher „ausgebrannt“ als VertreterInnen anderer Berufsgruppen? Einige Fakten und Fiktionen. denn eine hohe Arbeitszufriedenheit kann in sehr vielen. Möglich ist auch. wie sich etwa durch den Einfluss der Medienvermittlung das Erscheinungsbild der Politik gewandelt hat: „Politik wird nur noch als symbolische Inszenierung in den Medien erfahrbar: Kohl und Mitterand Hand in Hand auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges von Verdun oder ein britischer Gesundheitsminister. weil sie zu gestresst waren.und Film-Mythos des unablässig rauchenden und Whisky oder andere Rauschmittel konsumierenden Reporters. Joan Kristin Bleicher Michael Bodin Ausgebrannt . wie das Sample zustande kam und ob die Nicht-BeantworterInnen vielleicht deshalb nicht geantwortet haben. dynamische und unangenehm erlebte Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist eine zentrale.“ (22) Inszenierungen ersetzen die Argumentationsführung verbaler Diskurse. 2000. aber auch in der Wirtschaft. Wissensdefizite und verschiedene soziale Stressoren (Stichwort „Redaktionsklima“) können zum Gefühl von Überforderung beitragen. Beide Ursachefaktoren bedingen möglicherweise Zynismus und Unempfindlichkeit. aber nicht die einzige Komponente im Burnout-Prozess. die Michael Bodin in seinem Buch zitiert. Michael Bodins eigene Untersuchung wurde durch drei Forschungsfragen (Ausmaß des Burnouts im Journalismus. B.und siebenstufigen Rating-Skalen beantworteten 66 von 213 angeschriebenen Zeitungs-.und HörfunkjournalistInnen.

New York. D. S. 62: „Prozentwerte geben an. Trotz aller inhaltlicher und formaler Kritik sollte man Bodins Buch dennoch nicht ignorieren. mit denen Fernsehen auf einer allgemeinen Ebene sozialwissenschaftlich untersucht werden kann. Graham Murdock (Bergen) folgt einem an Habermas orientierten Modell und sieht die umfassenden Funktionen der Öffentlichkeit mit ihren festgeschriebenen bürgerlichen Rechten durch eine „Politische Ökonomie des Populismus“ unterminiert. der Entstehung zahlreicher Teilöffentlichkeiten. haben die journalistischen Ansprüche nur einen geringen Einfluss auf den Burnout. B. Nach einer zumeist redundanten Methodendiskussion (z. Sabbatjahr. Doch im Vergleich zu anderen Sozialberufen ist das Ausgebranntsein im Journalismus eher unterdurchschnittlich verbreitet. flexible Arbeitszeiten. denn es bietet nicht nur einen Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze zu Stress und Burnout. dass die Daten bereits 1996 erhoben wurden. dass sich Bodin nicht auf die empirische Darstellung beschränkt. einen veränderten Führungsstil („primus inter pares“). P. doch sind die Korrelationen zwischen Burnout und Rückmeldung zu schwach. um klare Aussagen treffen zu können.Besprechungen chung überhaupt stattfand. Ausgebrannte erhalten zwar für ihre Arbeit wenig Feed-back. aber generell ist zu bemängeln. Jostein Gripsrud (Ed. – 209 S. etwa durch langfristige Planung. sondern auch relativ aktuelle. Dienst. So wäre es hilfreich gewesen. B.. Shoemaker. Knowledge. fehlende Zeitschriftenseiten und uneinheitliche Auflistung der Publikationen.. (1998): Journalismus in der Gesellschaft. 1998) oder das von Shoemaker & Reese (1991) zugrunde gelegt hätte. B. Job-Rotation. inner. Buchdopplungen. sondern auch aufzeigt. Reflexion. eine Chance für soziale. Partnerschaft. Reese. Was unter „Common Knowledge“ wirklich gemeint ist und wie dieser ja etwas schillernde Begriff zu fassen ist.) Television and Common Knowledge London/New York: Routledge. Mediation“ an der norwegischen Universität Bergen. Die Literaturliste von Bodin ist nachlässig: falsche Namenswiedergabe. Vom Allgemeinen zum Besonderen voranschreitend umkreist der Reader allerdings eher die eingangs umrissene Problemstellung. Obwohl wenig Recherchezeit und Zeitdruck Stress erzeugen. 1999. Lobenswert ist.“) präsentiert Bodin die hypothesenrelevanten Ergebnisse systematisch und übersichtlich. JournalistInnen mit hohen Burnout-Werten erleben zumeist beruflich-private Rollenkonflikte. St. Der Band liefert einen Überblick über mögliche Theorieansätze und Konzepte. ISBN 0-415-18929-2 Das Buch ist – bis auf drei Beiträge –das Ergebnis eines 1995 durchgeführten Colloquiums des Projekts „Rhetoric. wie man den Burnout im Journalismus in den Griff bekommen kann.und damit Forschungsanstöße. Zwar leidet jede/r fünfte Journalist/in an Burnout.und/oder Burnout-Erleben von JournalistInnen zu wenig systematisiert wurden. mehr Feedback von Vorgesetzten. wie groß der Anteil der Befragten (bezogen auf 100) ist. Theories of influences on mass media content. Bodins Ergebnisse vermitteln zwar zahlreiche Denk. Supervision (in Seminaren) sowie individuelle Gegenstrategien (z. als dass er sie wirklich ausführlich erörtert. Karin Böhme-Dürr Literatur: Scholl. empirische Daten. Opladen. A. dass die sozialisatorischen.. vor allem von den Publika. indem er in der von ihm konstatierten Partikularisierung der Öffentlichkeit. z. S. Scholl & Weischenberg.und Urlaubspläne. „in Bezug auf die Verlockungen des Aktualitäten-Konsums“). B. Sie können signifikant häufiger als ihre KollegInnen die Anforderungen an ihren Beruf nicht mit ihrem Privatleben (Familie. eher Frauen und insbesondere Agenturjournalist/innen. Im ersten Abschnitt werden Konzepte der Öffentlichkeit(en) (public sphere[s]) skizziert. vor allem Jüngere. J. Eine Gegenposition bezieht Daniel Dayan (Oslo). das Zwiebelmodell von Weischenberg (vgl.. Ein Satz im Vorwort legt die Vermutung nahe. bleibt letztlich unklar.und außermediären sowie die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Stress. kultu- 397 . Weischenberg. wenn Michael Bodin seinen Hypothesen z. Eine idealistische (pädagogisch motivierte) Berufsauffassung selbst ist offenbar kein Grund für Ausgebranntsein. die den Stellenwert des Burnout im Journalismus verdeutlichen. Freundschaft) vereinbaren.. (1991): Mediating the message.

dass dieser „Verarbeitungsprozess“ letztlich nur theoretisch gefasst wird. Dokumentationen. die er in den achtziger Jahren publiziert hat. Peter Larsen (Bergen) orientiert sich in seinem Ansatz. Dass umgekehrt für die Vermittlung von Wissenschaft im Fernsehen heute besondere Qualifikationen benötigt werden. und der Mangel zeigt sich besonders an der nur peripheren Beschäftigung mit dem großen 398 . Technik und Bewusstsein in einem Zusammenhang zu sehen. bedient er sich dabei seiner Produktionsanalysen von Wissenschaftsdokumentationen. auf die Traditionen der Genre.und Kulturwissenschaften kommenden Ansätze. eine Identität zu erhalten. dass er verschiedene Konzepte kurz skizziert und vier Trends im BBC-Fernsehdokumentarismus ausmachen kann. liefern einen explizit sozialwissenschaftlichen Einstieg. sieht Genre-Konstruktion (bzw. die sie in einen größeren Rahmen der Kontextualisierung mit unterschiedlichen Aneignungsformen einordnet.und Performance-Theorien bis zu Narrationstheorien reichen.und Formanalyse beziehen. Das ist bedauerlich. Die eher aus den Text. Sonya Livingstone (London) beschäftigt sich explizit mit der Wissensvermittlung und -erzeugung durch das Fernsehen und unterscheidet Wiedererkennen und Entdecken als zentrale Aktivitäten. Als Beispielmaterial. Klaus Bruhn Jensen (Kopenhagen) und David Morley (London) beschäftigen sich mit den Nachrichten. Morley vor allem mit der Herstellung eines Verständnisses von Welt durch die Nachrichten. vielleicht auch einmal problematisiert werden könnte. ist als Einsicht nicht besonders neu. in der Fülle der Ansätze aber auch einen gewissen Grad von Beliebigkeit aufweisen. wobei die Reisemetaphorik. die in einem „offenen Prozess“ die gesellschaftlichen Themen. Roger Silverstone (London) stellt Zugänge zur Produktionsanalyse vor. an Michel de Certeau und betrachtet Fernsehen unter dem Gesichtspunkt der Herstellung kultureller Räume. zu „Stories“ verarbeitet. weiterhin (zumindest medial vermittelt) in der Gemeinschaft zu leben. die jedoch breiter als durch einige plakative Beispiele nachgewiesen werden müsste. wie der unterschiedliche Habitus der beiden Gruppen mit der Struktur der Fernsehöffentlichkeit kollidiert. Spiel.M&K 49. So spannend Ellis’ Ansatz ist. die sich auf Textanalyse. Fernsehen. Der dritte Abschnitt betrachtet das Thema des Bandes stärker von den Produkten aus. Jahrgang 3/2001 relle und ethnische Minderheiten sieht. Fiction etc. Formatproblematik) und Wissenserzeugung in einem engen Zusammenhang. John Ellis (Bergen) sieht im Fernsehen eine Institution. Überraschenderweise gibt es hier keinen Verweis auf die Physiognomik. ist eine weitere These Gripsruds. die Kartensymbolik. Heuristisch ist ein solcher Ansatz interessant. die nicht zum akademischen Habitus gehören. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den soziokulturellen Funktionen der Medien. die den mimisch-gestischen Ausdruck einer Person im Fernsehen dokumentieren. Dass sich die Wissenschaften im Fernsehen unterschiedlich präsentieren und diese Differenz sich wiederum auf die gesellschaftliche Bewertung der Wissenschaft auswirkt. Dramaturgie. die hier von den verschiedenen Autoren zum Verhältnis von Fernsehen und Alltagswissen vorgestellt werden. Probleme etc. Jostein Gripsrud (Bergen) untersucht mit Blick auf Bourdieu die „Felder“. Anders Johansen geht mit Hilfe von Versuchsreihen. Vor allem die versprengt lebenden Mitgliedern einer Gemeinschaft erhalten durch die Medien die Chance. Ein klassisch hermeneutisches Problem also. die von allgemeinen Kulturtheorien über die Rhetorik. ohne jeweils Lösungen anzubieten.) und arbeitet verschiedenen Strategien und Formen heraus. Ellis diskutiert diese These anhand verschiedener Genres (Soaps. „Travel Stories“ etc. sind weitgehend ausgeblendet oder kommen nur sehr am Rande in den Blick. liegt nahe. „durcharbeitet“. Hier wird eine sonst im Buch seltene Konkretion erreicht. Die Zugangsweisen. weil dem analytischen Beobachter das „Rohmaterial“ für diese mediale Verarbeitung selbst immer nur in medialer Form präsentiert wird. die sich für Akademiker und Journalisten kulturell als Öffentlichkeit herausbilden. analytisch bleibt das Problem. aber die Reisetopik setzt ja wiederum ein bestimmtes Bild von Bewusstseinsorganisation voraus. John Corner (Liverpool) untersucht Dokumentationen und Suzanne de Cheveigné analysiert französische Wissenschaftssendungen. auf das aber nicht weiter eingegangen wird. sie „in Formen“ bringt. Sport. Corners Auseinandersetzung mit den Dokumentarismusdiskursen und den verschiedenen Stilen des Dokumentarismus mit Blick auf die BBC-Produktionen der neunziger Jahre führt immerhin dahin. Dies erklärt sich nicht zuletzt auch aus der wissenschaftlichen Herkunft der Referenten.

Sachen und Zusammenhängen orientiert haben. aber auch disparat“ zitiert die Herausgeberin eine Feststellung der DFG-Kommission Medienforschung. ist der Verzicht auf die Anwendung der Konzepte auf Beispiele. Ebenso nachteilig. interessante. ISBN 3-531-13346-2 Über wenige Themen ist seit der Ausbreitung des Fernsehens. die sie als geeignete Grundlage vor allem für Erwachsenenbildung und Schulunterricht empfiehlt. 399 . man könne die hier angesprochenen Konzepte problemlos auch auf deutsche Fernsehverhältnisse anwenden. Esther Lorenz. die einander sogar widersprächen. so kühl analysiert. aber auch so folgenlos gewarnt worden wie über Gewalt im Fernsehen und deren Wirkungen auf das Publikum. Medienforscher. Diese Vorgehensweise stärkt damit die mögliche Suggestion deutschsprachiger Leser. aber keineswegs voraussetzungslose Herangehensweise der einzelnen Autorinnen und Autoren. Medienpublikum. vor allem seit der Entstehung privater Programme so heftig gestritten. Programmplaner. ergänzt um ein Kapitel zu den drei Einflussfaktoren Kontrollinstanzen. der einerseits die Interdependenz verschiedener Teilsysteme des Mediums Fernsehen in den Blick nimmt und genauer untersucht. Dadurch bleibt vieles im Ungefähren. weil sie – ungeachtet hoher Reichweiten – nachteilige Auswirkungen auf ihre Produkte befürchtet. Marc Liesching. Werbung und Image. bleibt damit vielen deutschsprachigen Lesern eher unsichtbar. Lassen sich dieser Frage heute noch neue. andererseits Medienmanager. dass es Einflussfaktoren benennt. so ideologiebelastet spekuliert. durch deren Entscheidungsverhalten Gewaltdarstellungen entweder ermöglicht oder verhindert werden können. Dem setzt Claudia Mast einen Ansatz entgegen. Programmeinkäufer. Überzeugend begründet wird dieses Forschungsinteresse „hinter den Kulissen“ damit. Dabei kommen zuweilen unerwartete Erkenntnisse zu Tage. „die mit realistischer Aussicht auf Erfolg Entscheidungsprozesse wenn schon nicht modifizieren. Zum Zweiten durch die vorurteilsfreie. Wie sich diese Entscheidungsträger im Spannungsfeld zwischen Markt und Moral bewegen. Anette Scharf) Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Knut Hickethier Claudia Mast Programmpolitik zwischen Markt und Moral Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie (unter Mitarbeit von Karen Exner. die ihre sehr lesenswerten explorativen Studien präzise an Personen. „Die vorliegenden Forschungsarbeiten sind zwar thematisch vielfältig. Rundfunkunternehmen und Journalismus. den im Grunde nur Ellis anspricht. 1999. Dass gelegentlich mit bestimmten Kategorien Anderes gemeint ist als im deutschsprachigen Bereich. Bei knapper werdenden Werbegeldern und einem dadurch schärfer werdenden Wettbewerb um Werbeaufträge ist es also keineswegs zwingend. weiterführende Aspekte abgewinnen? Die von Claudia Mast vorgelegte Studie rechtfertigt ihr Erscheinen durch drei gewichtige Vorzüge: Zum einen durch die überzeugende Gliederung der Beschreibung von Entscheidungsprozessen über Gewaltdarstellungen in fünf ausgewählten Verantwortungsbereichen: Markt. So beispielsweise. Und zum Dritten durch den sowohl medientheoretischen als auch medienpraktischen – zugleich damit auch medienkritischen – Gehalt der Arbeit. leitende Redakteure sowie Vertreter von Aufsichts. dadurch entstehe insgesamt der Eindruck von bruchstückhaften. und zwar sowohl bei ARD und ZDF als auch bei sieben Privatsendern. zerstückelten Befunden. Drehbuchautoren. Claus Hoffmann. zwischen denen kein Zusammenhang bestehe. – 392 S. Produzenten.und Kontrollgremien. wurde für die Studie durch Gespräche mit 55 im Anhang namentlich genannten Experten ermittelt. so doch zumindest offenlegen können“. dass die Werbewirtschaft als wichtige Finanzierungsquelle vor allem für die privaten Fernsehanbieter gegenüber Gewaltdarstellungen eher negativ eingestellt ist. darunter Jugendschutzbeauftragte. Medienrecht. aber bei einem solchen Konferenzband wohl nicht anders möglich. Trotzdem ein lesenswerter Überblick. wenn diese in einem gewaltbesetzten Programmumfeld erscheinen: „Werbung wirkt sich eher regulierend in Richtung familienfreundliche Programme aus“. Produzenten und Kommunikatoren als Handelnde in einem medienspezifischen Interaktionsprozess begreift.Besprechungen Bereich der Fernsehfiktion. was sich nicht von allen Publikationen zum Thema Mediengewalt sagen lässt.

„Sie können die öffentlich-rechtliche Messlatte der moralischen Werte nicht so anlegen. die in früheren Zeiten der Volksreligion vorbehalten waren. Das Fernsehen sei im Verlaufe dieser Entwicklung zu einer Art Gnadenanstalt geworden.“ Gleichwohl verzichtet das Kapitel über den Verantwortungsbereich Medienrecht nicht auf eine umfangreiche Darstellung der juristischen Vorgaben und Kontrollinstanzen für das Programm. 2000. das belegbare Detailwissen muss ausgedeutet werden. Andererseits macht sich im journalistischen Bereich. Unfälle und ähnliche Themen gesetzt. Fortschreitende soziale Differenzierung sorgt nach seiner Ansicht dafür. Dargestellt werden auch die Aufgaben und Arbeitsweisen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.M&K 49. kommen muss. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. bei den Gewaltdarstellungen in Nachrichtensendungen etwa. Am Anfang hätten Privatsender. Dieser Gedanke einer religiösen Sinnhaftigkeit der TV-Unterhaltung ist keineswegs neu. dass Institutionen in ein Konkurrenzverhältnis treten. dass Redaktionen meinen. wobei die durch die EG-Fernsehrichtlinie von 1989 und durch die Vereinbarung des Europarates von 1989 aufgeworfenen Fragen ebenfalls berücksichtigt werden. Allerdings öffnet sich auf diese Weise auch der abschüssige Weg zur Spekulation. Doch Regelwerke helfen nicht viel weiter: „Jede Gewaltszene ist wieder neu und unterscheidet sich von der anderen. dem sowohl die geisteswissenschaftliche Hermeneutik als auch die (qualitative) Sozialforschung methodische Riegel vorzuschieben versuchen. auf bestimmte Bilder nicht verzichten zu können. 10) ISBN 3-87940-744-4 Die Wechselwirkungen zwischen dem Fernsehen und kulturellen Kontexten können als ein besonders schwieriges Gebiet der Kommunikationsforschung angesehen werden. Sie umfasst den Jugendschutz. Aufgaben neu verteilt werden und Spezialisierungen stattfinden. damit es „Sinn macht“. die straf. daß Sie Dinge gar nicht zeigen. der Wettbewerb zwischen den Programmveranstaltern dadurch nachteilig bemerkbar. Das ist ein sehr schmaler Grat. In diesem Bereich gibt es keine juristische Handhabe. dass mit allzu sensationellen Darstellungen auf Dauer keine Kompetenz zu gewinnen sei. Jahrgang 3/2001 dass es zu der oft beschworenen Spirale der Gewalt in fiktionalen Sendungen. daß Sie die Wirklichkeit schönen. doch habe man dort bald eingesehen. sondern da gibt es nur diesen sensiblen Umgang mit täglich neuen und anderen Szenen. Besonders in den 50er Jahren – worauf Knut 400 . auf dem Sie sich da bewegen“. dass das Fernsehen Angebote bereithält. je weniger der Analyse ein theoretisches Konzept zugrunde liegt und je mehr sich wissenschaftliches Tun auf einzelne Plausibilitätsbefunde verlässt. Reichertz’ Studie nimmt mit den Ausführungen zu funktionalen Äquivalenten und zur sozialen Differenzierung auf Denkfiguren des Strukturfunktionalismus Bezug. die andere zeigen“ wird ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zitiert: „Dann wird Ihnen nämlich vorgeworfen. also Filmen und Unterhaltungssendungen. mit der die komplexen Sachverhalte gesehen und dargestellt werden und vor allem durch das erkennbar starke. ihrer Mitautorinnen und Mitautoren. Dennoch überzeugt die Arbeit durch die Kohärenz. Manfred Jenke Jo Reichertz Die frohe Botschaft des Fernsehens Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion Konstanz: UVK. (Reihe: Passagen & Transdenzen. Die Gefahr allzu weit reichender Schlussfolgerungen ist umso größer. Mehr als andere Systeme ist Kultur im hohen Grade kohärent und erfordert daher den Vorgriff auf das Ganze. häufiger auf Gewalt. in der Sache begründete Engagement der Herausgeberin. Für medienwissenschaftlich und medienpraktisch Tätige mögen viele der in der Studie mitgeteilten Erkenntnisse und Einsichten nicht unbedingt neu oder überraschend sein. die Transzendenzbedürfnisse erfülle. Der Verfasser geht davon aus. da sie sich der empirischen Überprüfung weitgehend entziehen. um sich von ARD und ZDF abheben zu wollen und um beim Publikum Aufmerksamkeit erregen zu können. wenn diese in konkurrierenden Programmen gezeigt werden. – 277 S.und die zivilrechtlichen Bestimmungen und die Grundsätze für die Programmverantwortung bei den öffentlich-rechtlichen wie bei den privaten Anbietern.

189) sein? Reichertz kommt zu Schlussfolgerungen. meint Reichertz mit der Analyse der TrauRede nachweisen zu können.. dass ihr gekommen seid. war die Hochzeit zu den verschiedensten Epochen nicht privat. das Fernsehen sei für die Kandidaten eine heilige Instanz. Dass die Traumhochzeit derartigen Erwartungen nachkommt. das heißt für den Niedergang des Privaten. Der Ertrag der Studie ist allerdings eher bescheiden. zivilen Text. Handlungen kommt. sich selbst und den Partner in die Rolle glücklich Verheirateter zu bringen und damit andere Optionen auszuschalten. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Traumhochzeit. der Standesbeamte aus der Traumhochzeit.als auch Außendruck das Paar verbinden. ja die Show. Neben dem materiellen Zugewinn könnte die Definitionsmacht des Publikums als Mittel herhalten. bis zur Möglichkeit der Klage auf Schadensersatz (Kranzgeld).. die nach Ansicht des Verfassers ein eigenes Format darstellt. Im Zentrum der Überlegungen steht das „performative Fernsehen“. sich für die Traumhochzeit zu bewerben. wäre ein derartiger. die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu kontrollieren. nicht auf die Zuschauer. den großen Auftritt. nämlich das religiöse Bedürfnis. Im bürgerlichen Zeitalter hatte selbst das Eheversprechen dokumentiert zu werden. deren Logik man nicht kenne. so dass sowohl Innen. ergaben sich doch daraus. dass „es dort zu . Reichertz kennt diese Forschung. um quasi-liturgische Formen des Umgangs zustandekommen zu lassen. die 401 . Die Fernsehhochzeit kontrastiert nicht mit traditionellen Vermählungsritualen. ist die Traumhochzeit also ein eher ungeeignetes Beispiel. wie sie bei solchen Anlässen auch in ganz normalen Standesämtern üblich ist. Tatsächlich aber entscheidet sich Willi Weber.. Diese Deutung der zu Protokoll gegebenen Emotionen wird mit strukturell-funktionalen Argumentationen in einen Zusammenhang gebracht. Die Besonderheit dieser Sendungen ist darin zu sehen. Die Allgemeinheit werde aufgefordert. an dem in früheren Zeiten häufig als Vertreter des anonymen Teils der Öffentlichkeit auch völlig Fremde teilnahmen. mit dem Ziel der „Kontinuitätssicherung“ betriebener Aufwand etwas hoch. genauer. sie potenziert nur. mehr als 100 Seiten des Buches widmet er der von der niederländischen Moderatorin Linda de Mol moderierten Sendung für Heiratswillige. Für die tendenzielle Nivellierung von Intimgrenzen. setzt sich aber kaum mit ihr argumentativ auseinander. mag die Hoffnung auf Stabilität eine Bedeutung haben. ein „praktizierender Magier“ (S.Besprechungen Hickethier hingewiesen hat – war das Medium Fernsehen faszinierend genug. so wird argumentiert. Das Treueversprechen vor Zeugen. das feierliche Ritual. Wenig überzeugend ist die Schlussfolgerung. für einen schlichten. Mit „Herzlich willkommen“ begrüßt er das Brautpaar und fährt fort mit „Schön. um durch Potenzierung der Zahl von Zeugen zur Stabilität von Ehen beizutragen. Tatsächlich beziehen sich diese Erwägungen ja auf die Kandidaten. Für die 83 Paare. ziele auf die Exklusivität der Beziehung ab und regele den Umgang mit anderen. die Formate für performative Fernsehauftritte. Aber auch mit Blick auf aktuelle Erscheinungen wurden immer wieder Parallelen zwischen Fernsehnutzung und religiösen Praktiken herausgearbeitet. von ihr auserwählt zu werden und die Beziehung durch diese von außen kommende Macht heiligen zu lassen. die sich seit Beginn der Sendung im Jahre 1992 vor laufender Kamera das Jawort gaben. das Fest. Für Reichertz ist allerdings etwas anderes entscheidend. eine höhere Instanz anzurufen. was in der Hochzeit ohnehin schon angelegt ist. Dazu muss – von der makrosoziologischen Perspektive aus gesehen – die Öffentlichkeit der zivilen Trauung.“ Seine Rede ist nicht religiöser als die seiner TV-losen Kollegen. die schon bestehende Verbindung zwischen den Partnern werde durch das Fernsehen verklärt und ins Transzendente erhoben. Aus demselben Grunde. und auch eine banale Formulierung „das Schöne an dieser Sendung ist“ muss noch nicht auf den „Sendungscharakter“ seiner – zumal simulierten – Amtshandlung schließen lassen. der sich ebenso gut auf Hochzeitsbräuche allgemein beziehen könnte. Warum sollte Willi Weber aufgrund einer Ansprache. nämlich der Kontinuitätssicherung. Gemeint sind also die Beichtund Bekenntnis-Talkshows sowie Kontaktund Surprise-Shows. zahlreiche Folgen. Als Motiv für die Paare. die bei den Akteuren und den Beobachtern Affekte auslösen“ (S. 29). die Gesellschaft habe die FernsehTraumhochzeit geschaffen. den Vertrag. die in der Regel ohne Fernsehkameras stattfindet und im Grenzfall nur durch die beiden Trauzeugen hergestellt wird – ausreichen. Die Bewerbung zur Traumhochzeit folge einem irrationalen Impuls.

werden die religiösen Tendenzen ja wohl noch zunehmen. dass sich Traumpaare primär wegen der zu erwartenden Sachpreise und Geschenke. auch „Turnier“ und „Groschenroman“ (S. Im Augenblick ist davon aber nicht viel zu spüren. Die Arbeit konzentriert sich fast ausschließlich auf das Fernsehen und dort wiederum auf 402 . 45ff. dass das Medium und seine rheinisch-niederländischen Repräsentanten Wünsche erfüllen. die „(…) rechtlichen Rahmenbedingungen. 17). An anderer Stelle wiederum wird herausgearbeitet.) in der Untersuchung zum Tragen kommen. einer umfassenden Analyse zu unterziehen. wie Reichertz feststellt. So wird apodiktisch festgestellt. Die präzise und – wie in juristischen Arbeiten üblich – detaillierte Gliederung des Werkes verstärkt diesen Eindruck noch. zum Beispiel die. unter denen die Ausstrahlung des stereotypen Frauenbildes erfolgt bzw. wie er selbst zugibt. manchmal auch auf wunderbare Art und Weise. Gerade eine allgemein kulturwissenschaftliche Fragestellung bedarf einer stringenten Bearbeitung. Zuweilen. Diese Wiederholungen sind freilich nicht der Autorin anzulasten: Wer sich wie sie aufmacht. Die eher randständig behandelten SurpriseShows bieten gleichfalls nicht mehr Belege für die religiös-kirchlichen Funktionen dieser Fernsehformate. deren Wert auch im fünfstelligen Bereich liegen kann. ihr Treueversprechen vor einem Millionenpublikum abzugeben. Am wenigsten dürften es die von Reichertz zitierten Scheidungsziffern sein. Mit dieser Hypothese eröffnet die Autorin die Einleitung ihres ursprünglich an der Universität Augsburg als juristische Dissertation entstandenen Werks. 201). die sich wegen materieller Gewinne sogar mit völlig Fremden in einen Wohncontainer begeben. Auch die Frage „Halten die Ehen der Traumhochzeitspaare wirklich länger?“ (S. das auf fast 250 Seiten eine zermürbende Vielzahl von Feldern beschreibt. Der Verfasser vermag mit Hilfe seines Auswertungsverfahrens diese These ebenso wenig auszuschließen wie andere. wie die umfangreichen methodischen Überlegungen (S. geht der Autor. unter denen eine Regulierung des Fernsehfrauenbildes möglich ist (…)“ (S. die junge Paare ins Fernsehstudio bringen. 155) aus. dass bei der Traumhochzeit die „Erlebnisrationalität“ im Vordergrund steht. Es scheint. – 245 S. dass das Fernsehen ein funktionales Äquivalent für Pädagogik (!) sei. Überhaupt ist nicht nachvollziehbar. 18). Was ein vielfältiges Frauenbild anbelangt. 147). Schließlich gibt es genügend Freiwillige. die – in der Hoffnung auf Stabilisierung – die Paare bei Linda de Mol vorstellig werden lassen. Vielleicht sind es – genau so wie bei Big Brother – wenig religiöse Motive. 211) führt an die Grenze des empirisch Verkraftbaren. von einer „schlichten Hermeneutik“ (S. als wenn sich einem vorgegebenen Interpretationsschema auch widerständige Sachverhalte fügen müssen. für die „Traumhochzeit“ oder andere Formate des performativen Fernsehens melden. Aber wird damit ein grundlegender Funktionswandel im Kontext langfristiger sozialer Differenzierungsprozesse bestätigt? Zwischendurch ist performatives Fernsehen. zumal die – sehr hilfreichen – Zusammenfassungen am Ende der Kapitel jeweils wie Variationen desselben Themas anmuten. Reichertz nimmt zu viele Argumentationslinien auf und hinterlässt Verwirrung. dass es den Kandidaten nicht in erster Linie um materiellen Gewinn geht (S. so zum Beispiel bei der Interpretation des Interviews mit dem Kandidatenpaar Eva und Ralf. der darf sich auf traurige Déjà-vu-Erlebnisse gefasst machen. Klaus Plake Annette von Kalckreuth Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees Baden-Baden: Nomos 2000. Aber zwei Interviews mit Teilnehmern der Show können wohl nicht die Möglichkeit ausschließen. Jahrgang 3/2001 durch das Material und die Methoden nicht gedeckt sind.M&K 49. Auch das Bedürfnis nach Beachtung könnte die Kandidaten dazu veranlassen. wird der Rundfunk diesem Anspruch in seinen Programmen jedoch nicht gerecht“ (S. Mag sein. und zwar sowohl der männlichen als auch der weiblichen. auf denen es im Bereich des Rundfunks um die Gleichberechtigung der Geschlechter (tatsächlich oder vermeintlich) schlecht bestellt ist. ISBN 3-7890-6693-1 „Die Verpflichtung des Rundfunks zu Pluralität bindet ihn [daher] auch an die Darstellung und Vermittlung der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung. Wenn das Fernsehen die Kirchen beerbt.

so schildert es die Autorin im ländervergleichenden sechsten Kapitel. 23). Die Autorin schlägt dabei vor. Ziel der Untersuchung ist zu ermitteln. S. Struktureller Konservativismus des Systems sei zu beklagen. 57) könne hier dazu beitragen. selbst mit einigen Stereotypen leben. Dieses Kapitel ist eines der schwächeren des Buches. Kinder säßen „immer häufiger und länger“ vor dem Fernsehgerät (S. Sie kommt zu dem Schluss: „Nur durch eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Rundfunkfreiheit können die Defizite in der Wahrnehmung grundrechtlich geschützter Freiheiten für Frauen sichtbar werden“ (S. 22) kann. daneben fehlten Sanktionsmittel oder überhaupt die Kenntnis sanktionsfähiger Vorgänge. Frauen seien im Fernsehen „(…) in der Mehrheit sexuell attraktiv und provokativ angezogen(…)“ (S. wenn der Gesetzgeber ein Kriterium „geschlechtsspezifische Vielfalt“ entwickeln und regeln würde. die ihr kaum operationalisierbar und insofern ungeeignet für die Absicherung eines vielfältigen und gleichberechtigten Frauenbildes scheinen. Das Fazit der Autorin: Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Veranstalter stellt sie „(…) eine sehr begrenzte Sensibilisierung (…)“ (S. und auch die mangelnde Differenzierung der Darstellung von programmlicher und personeller Ebene im Unterkapitel „Die geschlechtsstereotype Darstellung von Frauen im Rundfunk“. 55). formalisierte (Beschwerde-)Verfahren der Aufsichtsinstanzen (Rundfunkräte und Landesmedienanstalten) und (tatsächliche oder vermeintliche) Defizite der Kontrolle unter die Lupe genommen. Die Wirkungsdebatte wird naturgemäß sehr verkürzt wiedergegeben. in dem die Ergebnisse zahlreicher mehr oder weniger einschlägiger Studien nur sehr knapp referiert werden können. wie Geschlechtsrollenklischees im Rundfunk durch rechtliche Steuerung – und zwar sowohl im Hinblick auf die programmliche als auch im Hinblick auf die personelle Ebene – vermieden werden können und „(…) die bestehende Bandbreite weiblicher Lebensrealitäten angemessen zum Ausdruck gelangen (…)“ (S. aber es habe sich ein Bewusstsein für das Thema entwickelt. sei es in Kanada. Wie und in welchem Maße dies bereits erfolgt. Grundrechtsgewährleistungen zu stören. 87). Die folgenden Kapitel sind weitaus erhellender. durch das Einbeziehen objektiv-rechtlicher Grundrechtsdimensionen zu begegnen. etwa der Aussage. 138) fest. nachdem sie im dritten Kapitel die entsprechenden normativen Grundlagen aufbereitet hat. im Bereich der privaten Veranstalter „(…) ein relativ diffuses Problembewusstsein (…)“ (S. Vorschläge für eine mögliche Ausgestaltung des gesetzlichen Rahmens macht die Autorin im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder. Ob man sich ein Pendant der kanadischen „Guidelines on Sex-Role Portrayal“. denn gerade „staatliche Abstinenz“ (S. trägt nicht zur Deutlichkeit bei. die besondere Problematik des Frauenbildes in der Werbung bleibt demnach unberücksichtigt. Frauenfördermaßnahmen. 91) oder „nicht umsetzbare[n] normative[n] Proklamation“ (die verschiedenen Gleichberechtigungsklauseln der Landesmediengesetze. wo die Regulierung von Geschlechtsrollenklischees bereits einen deutlichen Vorsprung habe. sondern auch mit der Repräsentanz von Frauen im Rundfunk befasst. die die Autorin im Anhang des Buches abdruckt.Besprechungen den Programmbereich. den „(…) Defiziten abwehrrechtlicher Grundrechtsdogmatik (…)“ (S. Zwar habe sich keines der in Kanada erprobten diesbezüglichen Regulierungsmodelle wirklich bewährt. Im ersten Kapitel „Das Frauenbild im Rundfunk und seine Wirkungen“ versucht die Autorin zunächst eine „Bestandsaufnahme der Stereotypisierung und Sexualisierung von Frauen im Rundfunk“ (S. wirklich wünschen sollte? Immerhin hat man es dort mit durchaus komplexen Leitlinien wie der folgenden zu tun: „Stereotyping in CBC programs is acceptable only when it is essential 403 . 52). Dabei weist sie nicht wenige der bestehenden gesetzlichen Grundlagen als „blutleere[r] Verweis[e]“ (das Gebot der Meinungsvielfalt. Von Kalckreuth hält es für zulässig (und wohl auch für geboten). Insbesondere die Programmnormen seien zurzeit in hohem Maße auf die Konkretisierung durch Rundfunkanstalten und Rundfunkaufsicht angewiesen. untersucht die Autorin für den öffentlich-rechtlichen (Kapitel 4) und den privaten (Kapitel 5) Rundfunk separat. 36) oder der – nicht zutreffenden – Behauptung. 97) zurück. das sich faktisch nicht nur mit der Darstellung. Das zweite Kapitel befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Implikationen für eine Regulierung von Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen. 156). Ganz anders dagegen. S. So muss dieses Kapitel. die sich beispielsweise als blind für die strukturelle Benachteiligung von Frauen erweise. Ausführlich werden hier redaktionelle Maßnahmen.

Sie schließt ihre Arbeit daher mit einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Vorschläge zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees ab. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. dass Kommunikationsphänomene zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen – und sich dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen. Es spricht aber für das Buch. um sich auszumalen. den diffusen Catch-All-Begriff „Amerikanisierung“ zu entwirren und von seinen negativen Konnotationen zu befreien. Subjekte und Gegenstände der Amerikanisierungsthese ausdifferenziert und sie mit Globalisierungs. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden in insgesamt sechszehn Beiträgen Ursachen. Zuletzt haben insbesondere der Bundestagswahlkampf 1998 und der nordrhein-westfälische Landtagswahlkampf 2000 in diesem Zusammenhang für eine Fülle meist kritischer und besorgter Medienstimmen gesorgt. Vordringlich scheinen ihr dabei der Erlass eines ergänzenden Programmgrundsatzes zur Herstellung geschlechtsspezifischer Vielfalt einschließlich der entsprechenden Konkretisierungen (in Form etwa von Richtlinien oder Strukturkonzepten) sowie das weite Feld der personellen Frauenförderung. Zulassungsverfahren grundsätzlich als öffentliche Anhörungen durchzuführen. in denen sich die Zuschauer „ein Bild über die Eignung des Bewerbers“ (S. Jahrgang 3/2001 to the realization of a program purpose. Die so genannte „Amerikanisierung“ der politischen Kommunikation ist einer dieser Fälle. die im Import von Wahlkampfelementen aus den USA das beginnende Ende der politischen Kommunikationskultur in Deutschland sahen. Christina Holtz-Bacha). Patrick Donges. wie Veranstalter und Regulierer auch hierzulande in endlosen Debatten die Frage der dramaturgischen (Nicht-)Notwendigkeit stereotyper Darstellungen diskutieren würden. deren Anspruch es ist. bemühen sich die seit Mitte der neunziger Jahre sprunghaft angestiegenen wissenschaftlichen Publikationen zumeist um eine differenziertere Analyse der vielfältigen Veränderungen der politischen Kommunikation in Deutschland. ISBN 3-531-13508-2 Nur selten passiert es. gäbe es eine entsprechende konkretisierende Vorschrift. muss denn auch nicht am Buch liegen. bis auf wenige Ausnahmen sorgfältig recherchierter und auch für NichtJuristen gut verständlicher Form. Präsentiert werden zunächst drei theoriegeleitete bzw. Symptome und Einzelphänomene der so genannten „Amerikanisierungsthese“ beleuchtet. dass es bei der Frage der „Amerikanisierung“ vor allem um den Grad der Professionalisierung moderner politischer Kommunikation geht. kleinere oder größere Schritte in eine andere Richtung zu tun. der wird ihn in diesem Buch nicht finden. Wer einen substanziellen Überblick über die entsprechende Forschung sucht. begriffsdefinitorische Beiträge (Klaus Kamps.) Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. die sich einen Überblick über die – mindestens aus weiblicher Perspektive oft mit Recht so bezeichneten – Schwächen des Systems verschaffen wollen – und über Möglichkeiten. Viele dieser Vorschläge wird man weitaus schneller gutheißen als umsetzen können.M&K 49. Eine gute Anschaffung ist es jedoch für diejenigen. Man muss der Autorin zugute halten. die „Amerikanisierung“ als moderne Form der Kolonialisierung betrachten.“ Viel Fantasie braucht man nicht. Als Einstieg zu empfehlen ist hier vor allem der Beitrag von Donges. 2000. Dass das Buch die Leser trotz dieser Fülle an Informationen recht ratlos zurücklässt.und Modernisierungsansätzen konfrontiert. Dagmar Schütte Klaus Kamps (Hrsg. – 340 S. Noch unklar 404 . andere wiederum scheinen schon recht weit von der Praxis entfernt – etwa der Gedanke. der die verschiedenen Implikationen. 199) machen können. Hier reiht sich der vorliegende Sammelband nahtlos ein. dass die Autorin auf allen Ebenen nach Lösungen des von ihr als Problem beschriebenen Phänomens sucht – und dies tut sie in sehr übersichtlicher. dass ihr dieses Problem wohl bewusst ist. Entgegen derartiger publizistischer Stereotype. Dabei wird deutlich.

ob die Amerikanisierungs.bzw. Dem umfangreichsten Abschnitt des Bandes sind fünf Beiträge zugeordnet. Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung des Autors. jedoch spielt der Aspekt der politischen Kommunikation in dem vergleichend angelegten und parteiengeschichtlich orientierten Beitrag von Christoph Strünck eine eher marginale Rolle. Innovativ ist jedoch ihr Ansatz. Angesichts solcher relativ stabiler Constraints stellt sich jedoch die Frage. B. „Spin Doctoring“ etc. Vowe/Wolling kontrastieren mit Blick auf Deutschland das Oberflächenphänomen „Amerikanisierung von Wahlkämpfen“ mit dem Konzept des politischen Marketings. eines Vorbildes einnähmen. „Importthese“ nicht prinzipiell auf die falsche Spur führt. Den umfassendsten Blick richten hierbei Miriam Meckel und Armin Scholl auf deutsche und amerikanische Journalismuskulturen. Als analytisch sinnvolle Alternative böte sich vor allem der im Band mehrfach angesprochene Modernisierungsansatz an. Allerdings wird nicht ganz deutlich. wie es die „Amerikanisierungsthese“ suggeriert. ob und wie man diesen messen kann. 405 .T. 52) kann nicht widersprochen werden. die sie anhand von Arbeits. Im ersten Abschnitt finden sich die Beiträge von Christina Holtz-Bacha (s. ob ein Vergleich zwischen den USA und Deutschland nicht zu immer demselben Ergebnis kommen muss. dass sich die interaktiven Potenziale des Netzes auf dem Rückzug befänden: virtuelle Gemeinschaften würden durch den virtuellen Markt ersetzt werden (S. die dann die Rolle eines Vorreiters und nicht. Langfristig sehen die Autoren angesichts kultureller Unterschiede keine „Amerikanisierung“. Frank Essers Fokus ist im Gegensatz dazu ausschließlich auf die USA gerichtet.Besprechungen ist jedoch. Ihrem Fazit einer „bedingten Amerikanisierung“ (S. Die Einzelbeiträge sind vier größeren Abschnitten („Wahlkämpfe und Strategien“. Der Abschnitt „Macht und Beobachtung“ umfasst drei Beiträge. Die Digitalisierung der Kampagne wird hier als ein wesentlicher Bestandteil der „Amerikanisierung“ herausgestellt. zwei einschlägige US-amerikanische Publikationen. wobei andere Bündelungen sicherlich auch denkbar und sinnvoll gewesen wären. wonach die zu beobachtenden Veränderungen der politischen Kommunikation ihre Ursache in sich wandelnden sozialen und medialen Rahmenbedingungen haben. „Entertainisierung“. ob es sich hier tatsächlich um ein „amerikanisches“. „Akteure und Medien“ sowie „Pop und Prognosen“) zugeordnet. Holtz-Bacha versucht dies anhand eines Vergleiches der politischen Kommunikationsberater in den USA und Deutschland sowie auf der Ebene der Kampagnenstrategien. Ebenso mit der Clinton-Administration beschäftigen sich Klaus Kamps und Heike Scholten. zu referieren. Leider beschränkt sich Esser vor allem darauf. sondern eher einen ökonomisch bedingten Trend zur Globalisierung. am Beispiel von Einzelfallanalysen (USA oder Deutschland) verschiedenen Facetten moderner politischer Kommunikation wie z. die sich mit „Akteuren und Medien“ beschäftigen.. Dieses können sie überzeugend als dauerhaftes Muster politischer Kommunikation skizzieren.T. In abgewandelter Form findet es sich auch in fast allen Beiträgen des Bandes wieder.). bleibt weitgehend unbeantwortet. „Personalisierung“.und Berufsrollen vergleichen. die kulturelle und strukturelle Adaptionsgrenzen formulieren. Als Bezugspunkt würde hier der – zeitlich variierende ( Grad der Modernität bzw. „Macht und Beobachtung“. 104). der Professionalität der politischen Kommunikation die USA als Vergleichsobjekt ersetzen. deren gemeinsamer Anker die Rolle des Journalismus darstellt. wo er die Professionalisierung der Politikvermittlung am Beispiel des „Spin Doctoring“ der Clinton-Administration beschreibt. in (empirisch) vergleichender Perspektive (USA und Deutschland). wenn auch die empirische Überprüfung anhand einer Befragung in Dresden nur exempla- rischen Charakter hat. Die Bedeutung des Internets für politisches Marketing unterstreicht Christoph Bieber mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000. deren Rezeption in Deutschland und der Diskussion um die Rolle der Medien wird Skandalisierung als weiteres Merkmal von „Amerikanisierung“ herausgearbeitet. Am Beispiel der so genannten „Lewinsky-Affäre“. Neben diesen einleitenden und grundlegenden Beiträgen widmet sich der Band z. kulturell spezifisches oder gar um ein „neues“ Phänomen handelt. z. Gerhard Vowe/Jens Wolling und Christoph Bieber. o. Inwieweit das Konzept des „Spin Doctoring“ auf andere Kontexte übertragbar ist. die Einblicke hinter die Kulissen politisch-medialer Interaktionen geben. die Notwendigkeit politischen Marketings aus Sicht der Nutzer und nicht – wie üblich – aus Sicht der Parteien zu begründen.

– 498 pp. wobei die Wahlparteitage von SPD. wobei die Beiträge von Stefanie Kuhne („Bilder-Krisen – Krisen-Bilder“) und Rudolf Maresch („Europa – mon amour“) den primären. dass sich das in diesem Fall wenig professionelle Kommunikationsmanagement kaum in der Presseberichterstattung niederschlägt. von denen der vorliegende Band wohl eigentlich Abschied nehmen will. dass es derzeit noch keinen common sense darüber gibt. was unter „Amerikanisierung“ zu verstehen ist. Auch der Blick Patrick Rösslers und Artur Meinzolts auf den „Pseudo-Wahlkampf“ im Vorfeld der deutschen Präsidentenwahl 1999 verdeutlicht. die im Ganzen deutlich machen. zeremonielle Strukturen von Parteitagen der Jahre 1999 und 2000 in den USA und Deutschland. Jens Tenscher Roberta E. Pearson / Philip Simpson (eds. und dass auch die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements nicht zwangsläufig in ein verstärktes Wissen über das Parlament münden. Tatsächlich geht es eben nicht um das Übertragen oder Kopieren. Post-Structuralism and Beyond (London/New York: Routledge 1992) den Anfang. Robert Stam. 194) von Parteien. In diesem Sinne spiegeln die Beiträge in ihrer Vielfalt der Perspektiven und der präsentierten Befunde die Komplexität eines sich im Fluss befindenden Forschungsgegenstandes.und kulturspezifische Veränderungen der politischen Kommunikation. dass zunehmende Transparenz des Parlaments dessen Effizienz eher blockiert. wodurch sich der Band auf jeden Fall zur kritischen Lektüre empfiehlt. die sich auf die Überprüfung des Transfers US-amerikanischer politischer Kommunikationselemente auf den deutschen Kontext beschränken. Leider schimmern durch beide Beiträge die zu Beginn formulierten. publizistisch verbreiteten Stereotype des modernen US-amerikanischen Imperialismus durch. deren Blick auf die expressive Seite von Parteien gerichtet ist. Jahrgang 3/2001 Anders ist dies bei Marion G. Im Beitrag JörgUwe Nielands wird dagegen wiederum ein größerer Bogen geschlagen. ISBN 0-415-16218-1 In den letzten Jahren sind mehrere Überblickswerke entstanden. ohne dass mit dem gewählten Instrumentarium die Ursachen dieser Veränderungen benannt werden könnten. Am deutlichsten wird hier der oben beschriebene Modernisierungsansatz vertreten und eine Absage an „Importthesen“ erteilt. Gewohnt detailreich vergleicht sie rituelle bzw. der die Verschmelzungen von Populärkultur und politischer Kommunikation sowie deren Auswirkungen für das Verständnis von Politik unter Jugendlichen betrachtet. gesellschafts.und Medienpersonalisierung. Hier irritieren insbesondere die essayistisch formulierten Bedenken Mareschs gegen das „amerikanische Interface“.) Critical Dictionary of Film and Television Theory London/New York: Routledge 2001. Insgesamt bietet der Band eine Fülle an unterschiedlichen Ansätzen und Einzelstudien.M&K 49. Überzeugend arbeitet der Autor zudem heraus. indem sie solche Studien in Frage stellt. In sechs Kapiteln gaben die Autoren einen konsistenten Überblick über Großbereiche der 406 . Einen Blick auf die Selbstdarstellung und das sich professionalisierende Kommunikationsmanagement des Bundestages wirft letztlich Stefan Marschall. auf politische Kommunikationsprozesse bezogenen Fokus des Bandes ausweiten. während der Grad der Privatisierung der Berichterstattung auf niedrigem Niveau verharrt. sondern um vielfältige modernisierungsbedingte. Structuralism. 260). Robert Burgoyne und Sandy Flitterman-Lewis machten mit ihrem nützlichen New Vocabularies in Film Semiotics. Die Autoren entdecken im Vergleich der Jahre 1977 und 1998 eine Zunahme an Symbolisierung und Hierarchisierung. Der letzte Abschnitt des Bandes beinhaltet drei Untersuchungen zum Komplex „Pop und Prognosen“. Dieses steht im Mittelpunkt der longitudinal vergleichenden Inhaltsanalyse von Frank Marcinkowski und Volker Greger zur Frage der „Personalisierung“ der TV-Nachrichtenberichterstattung. Hier führt die programmatische Frage des Bandes „Trans-Atlantik – Trans-Portabel?“ auf die richtige Spur. Die inhaltsanalytischen Befunde belegen vielmehr. Leider wird die Rolle des Fernsehens hierbei nicht untersucht. die die neuen Trends und Themen der Filmtheorie zusammenfassten. dass „Amerikanisierung“ kein allumfassendes Phänomen ist. denn „blindes Kopieren verbietet sich allemal“ (S. So zeigt sich eine „wechselseitige Verstärkung“ (S. Müller. CDU und FDP Ähnlichkeiten und eine Orientierung am US-Vorbild offenbaren.

Susan Haywards Key Concepts in Cinema Studies (London/New York: Routledge 1996) und das von Steve Blandford. John Hartley oder David Morley dagegen fehlen. unklar. aus denen die Film. Die Mischung der Zugänge ist nicht unproblematisch und führt immer wieder zu Überraschungen. Sie gliedert sich in die vier Unterbereiche Produktion.V. meist fünfseitigen Artikel. und das von Thomas Koebner herausgegebene Sachwörterbuch des Films (Stuttgart: Reclam i. Es ist durchaus unklar. auf Syntagma 407 . Von den Genres ist z. series. Psychoanalyse und Intertextualität. Freud oder Gadamer neben Gérard Genette. memory oder the popular). quiz shows. das hier anzuzeigen ist. Kulturtheorie oder Philosophie benennen. versucht nicht nur zu referieren. infotainment/infomercials. music and film.und Fernsehwissenschaft vorstellen. sondern auch einen eigenen inhaltlichen Akzent zu setzen.und Fernsehtheorie Modelle und Terminologien gewonnen hat. Feuilleton und Feature. So finden sich zwar Hinweise auf die linguistischen Größen Phonem und Morphem. die ausschließlich auf englischsprachige Texte verweisen. sind oft bis zur Oberflächlichkeit reduziert. fantasy. die eigene medienanalytische Zugänge fundiert haben. Die Liste ist sicherlich unvollständig. documentary. science fiction. mit den neueren Ansätzen zu einer Gender-Theorie des Kinos und des Fernsehens. romance. ob das Wörterbuch eher Genres der Film. live television. die auch über filmtheoretische Fragen informieren wollten: Frank E. Das Critical Dictionary. horror.und Fernsehtheorie. Kurze Zeit später entstanden gleich mehrere Lexika. drama. musical. Figuren wie John Berger oder Friedrich Nietzsche scheinen für eine Geschichte der Filmtheorie eher peripher zu sein. Text und Zuschauerschaft. situation comedy. Pudovkin. Peirce.Besprechungen Forschung wie Filmsemiotik. 80 Namen in die Liste des Wörterbuchs aufgenommen wurden – so ist John Fiske genannt. Brecht. die in der Medienanalyse einflussreich gewesen ist. Außerdem werden biografische Kurzeinträge angeboten. fehlen vollständig. faction. Roman Jakobson oder Ferdinand de Saussure. Barry Keith Grant und Jim Hillier herausgegebene The Film Studies Dictionary (London: Arnold 2001). Es folgen Nietzsche. die in Nachbardisziplinen verweisen und allgemeinere Konzepte der Soziologie. Narratologie. family melodrama. Die meisten Artikel umfassen kurze bibliografische Hinweise. Die Einträge sind zum großen Teil ungemein kurz gehalten und können darum nur selten über die Stereotypifizierung von Programm und Produktion wirklich Bericht ablegen. serial. die nicht nur wichtige Vertreter der Film. cop show/police drama. soap opera. Aufgelistet sind: chat/talk show. Die zweite und komplexeste Gruppe ist media systems benannt. sondern auch Theorieproduzenten.oder Postkolonialismus. queer theory oder auch das ältere marxistische base and superstructure. Auf diese diversen Felder beziehen sich vor allem die größeren. so bedeutende Programmgruppen wie Werbung. melodrama. Ähnliche Irritationen verursachen auch die Sachtermini. Nur der Sportartikel geht über fünf Seiten und gibt einen einigermaßen angemessenen Eindruck von der Komplexität der Materie. dance and film. Die dritte Großgruppe schließlich heißt media studies und benennt Felder wie cognitive theory. Magazinsendungen etc. Da stehen Namen wie Adorno. die oft nur sehr kurz erläutert werden (im Umfang von einer Viertelseite bis zu etwa einer Seite).oder der Fernsehgeschichte (und ihrer gegenwärtigen Praxis) verzeichnen will. Die Bezüge zu den Bezugswissenschaften. sport and television und western. Daneben verzeichnet das Wörterbuch eine Vielzahl von Stichworten. B. der aus der postkolonialistischen Diskussion bekannte Edward Said und der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris. die für Medienfragen zentral gewesen sind (Konzepte wie body.) wird den Reigen ergänzen. In deutscher Sprache erschien das von Rainer Rother koordinierte Sachlexikon Film (Reinbek: Rowohlt 1997). single play. Stärker als alle anderen Nachschlagewerke der letzten Jahre berichtet es vor allem von der in England geführten medientheoretischen Diskussion – mit ihren gesellschaftspolitischen Traditionen und Untertönen in der Tradition der Theorien Althussers und Gramscis. mit der massiven Zuwendung zu Fragen des Neo. John Reith (der erste BBC-Direktor). Nach eigenem Bekunden haben die Herausgeber den Zugang in drei große Felder gegliedert: Unter contexts verstehen sie solche Bezüge der Film. Marketing. nach welchen Kriterien die ca. Propp. der Internet-Philosoph Howard Rheingold. Beavers Dictionary of Film Terms – The Aesthetic Companion to Film Analysis (New York: Twayne Publishers 1994).

manche sind recht neutral (aber dennoch informativ. So zentrale Beschreibungsgrößen wie „Stil“ oder „Text“ werden nur kurz in einseitigen Artikeln vorgestellt und können die komplexen Arbeiten kaum repräsentieren. Überlegungen zur Bildkomposition.B. den Stoff wissenschaftlicher Arbeit am Gegenstand in Lehrbuchwissen umsetzen. diese Artikel machen den Wert des Wörterbuchs aus. Hans J.und Fernsehwissenschaft offensichtlich ein angemesseneres Mittel der Selbstdarstellung und -vergewisserung als ein glossarisches Verfahren. Lexika und Einführungswerke deuten darauf hin. die unter ihrem Rubrum entstanden sind. Ähnliches ließe sich sogar von einer Beschreibungssprache des Films selbst behaupten. Darum ist das Format der Enzyklopädie eher dem angemessen. Für die Kritik des enzyklopädischen Wörterbuchs zur Medienwissenschaft ist der Befund folgenreich. eingehender dargestellt werden. institution oder cult film and television). doch sind die produktiven Auseinandersetzungen um eine „Sprache des Films“ kaum in diesem terminologischen mickymousing wiederzugeben. auf Denotation und Konnotation. So findet die Kamera (als camera lens/camera style sowie als depth of field) zwar einen Eintrag. des Signifikativen etc.M&K 49. der noch dadurch verschärft wird. zum BildRahmen oder zur Bedeutung des off-screens gibt das Dictionary nur in äußerst verknappter und unbefriedigender Form (image. dass sich Wissenschaften konsolidieren. Wulff 408 . mise-enscène). Die Wissenschaften von Film und Fernsehen haben sich nicht so sehr terminologisiert als vielmehr diskursiviert. als die Mischform. B. und die Kontextualisierung der Gegenstände der Film. Von größerem Belang sind die langen Artikel: Hier können die verschiedenen histori- schen Stufen. Manche Artikel sind höchst informativ geraten (z. der psychoanalytisch vereinseitigte Artikel pleasure oder der ausschließlich auf Foucault eingeschränkte Absatz discourse analysis). Ein äußerst zwiespältiger Eindruck entsteht also. Terminologien der Beschreibung entstammen vielfach anderen Disziplinen – die Adaption der Modelle aus allgemeineren Theorien des Psychischen. doch fehlen in allen Fällen übergeordnete Artikel. was heute Film.und Fernsehwissenschaft in deren Horizont sind die Aufgaben. Differenzen zwischen den beiden Medien und auch mediengenealogische Informationen können in dieser Kürze nicht mehr artikuliert werden.und Fernsehwissenschaft ausmacht. Jahrgang 3/2001 und Paradigma. die anstehen. Weniger wäre mehr gewesen – mehr artikellange Nachzeichnungen von manchmal komplizierten und langwierigen Diskussionen sind in der gegenwärtigen Situation der Film. man nehme reading and reception theory). die das Dictionary anbietet. die Zeitbehandlung ist mit flashback erwähnt. Der 21-Zeiler framing bezieht sich auf Goffmans Rahmenanalyse. des Sozialen. die eine Diskussion oder ein Themengebiet durchlaufen haben. dass manche der kürzeren Artikel oft auf eine disziplinäre Sicht des Gegenstandes eingeengt sind (wie z. und auch die Montage ist genannt (als continuity editing sowie als point-ofview shot).

Edwin F. Angesichts der globalen Struktur des Netzes schlägt der Beitrag vor. – S. – S. 391 – 440 Die mit der Nutzung des Internet verbundenen Risiken im Hinblick auf Verletzungen des Copyright sind Gegenstand dieses Beitrags. – S. Bernhard: Ist der Journalismus autopoietisch?: Thesen und Anregungen zur Debatte über die Art der Steuerung und die Eigengesetzlichkeit eines sozialen Systems. 5 – 8 Brosius. Gerhard: Gratisverteilung von Tageszeitungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.und Handy-Rundfunks. Bernhard: Sind soziale Systeme autopoietisch?: Im Gespräch mit Humberto R. – S. Hans-Bernd. 52 – 58 Pörksen. Bernd: Autonom und abhängig: zur Autopoiesis des Journalismus. welche Möglichkeiten der Regierung zur Verfügung stehen. Natalie A. – S. Stephan: Die Umsetzung der Free-TVSchutzliste der TV-Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten.und Handy-Rundfunks?.: The talent agencies act: does one year really mean one year?. 30 – 51 Pörksen. McPherson. 345 – 389 Der Aufsatz setzt sich mit der Frage auseinander. Der Beitrag analysiert die Rechtsprechung des Supreme Court von 1986-1999 und kommt zu dem Ergebnis. wie Äußerungen etwa im politischen Kontext. Ziegler. Michael. bei der Internet Service Provider in das Verfahren einbezogen werden.) zu regulieren.: International take-down policy: A proposal for the WTO and WIPO to establish international co- 409 . Karl: Die Stimme erheben: Würdigung von Medienbischof Hermann Josef Spital. dispute resolution and the problem of cybersquatting. Glücksspiel u. 98 – 100 Schricker. das die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für Beschwerden über die Vergabe von Internet-Namen etabliert hat. Norman. – S. – S. enthalten sollten. das amerikanische Grundrecht der Kommunikationsfreiheit. wer du wirklich bist…“: was wir sehen. Dittl.: The „law that it deems applicable“: ICANN. – S. Maturana. 453 – 507 Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verfahren. Milagros: „Vice“ advertising under the supreme court’s commercial speech doctrine: the shifting CENTRAL HUDSON analysis. – S. solange sie der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher nicht irreführen. inwieweit damit ein faires und objektives Verfahren zur Verfügung steht. Der Verfasser untersucht die Frage zunächst anhand des Rundfunkbegriffes. Lars: „Zeig mir. Für sie sollten international einheitliche Verfahrensregeln verbindlich werden. Während die Frage insbesondere hinsichtlich des Internetradios schon als aufgeworfen gelten kann. den gleichen Schutz zu genießen. – S. 106 – 109 Communicatio Socialis Jg 34 (2001) Nr 1 Lehmann. im Folgenden geht er auf die Frage der Vereinbarkeit der Rundfunkgebühr mit höherrangigem Recht ein (dabei stellt sich insbesondere die Frage der Verhältnismäßigkeit einer Gebührenpflicht). Danach scheinen heute Werbeäußerungen für derartige Produkte. – S. als je zuvor. Der Beitrag zeichnet die Entstehung nach und diskutiert. Stacey H. Rivera-Sanches. Soma. wird sie sich bei den Mobilfunkangeboten mit Einführung der UMTS-Handys stellen. 93 – 97 Der Beitrag untersucht die Gebührenpflichtigkeit des Internet. die die Benachrichtigung über bekannt gewordene Copyright-Verletzungen. Walther: Massenmedien und Suizid: praktische Konsequenzen aus dem Werther-Effekt. John T. 101 – 106 Stahlschmidt. – S. Michael: Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in Österreich und die Rechtsfolgen bei Verletzungen. dass im Hinblick auf Werbung für schädliche Produkte ein erheblicher Wandel der Auffassung des Supreme Court zu beobachten ist. eine pragmatische Lösung anzustreben. 66 – 76 Kohring.Zeitschriftenlese Zeitschriftenlese AfP Jg 32 (2001) Nr 2 Tschentscher.. 59 – 65 Blöbaum. wenn wir Big Brother sehen: sieben Lesarten eines Medienereignisses. 441 – 452 King. Alkohol. Matthias: Autopoiesis und Autono- Comm/Ent Jg 22 (2000) Nr 3-4 Hoefges. die Verbreitung schädlicher Produkte (Tabak. Axel: Gebührenpflichtigkeit des Internet. Den Autoren zufolge erhält damit kommerzielle Kommunikation heute einen höheren Schutz durch das First Amendment.a. 9 – 29 Rademacher. Information ihrer Kunden über Copyrights usw. – S. pyright procedural guidelines for internet service providers. – S.

Für diesen Fall scheint die Annahmen der Theorie zu stimmen. Arielle: Reading Music Videos: A Study Among Israeli Adolescents. indem nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit der Durchführung des Entgeltgenehmigungsverfahrens als Amtsverfahren. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2001. Werbeagenturen und EDV-Dienstleistern beim Werkvertrag.. – S. Matthias: Die Nachrichten (wie die Vögel) von den Dächer verkünden … Anmerkungen zur Papstbotschaft anlässlich des Mediensonntags 2001. – S. Lammers. TKG und der subjektiven Rechte der Wettbewerber des marktbeherrschenden Unternehmens angesprochen. Stefan: Journalismus: autopoietisches System oder oszillierende Form?. Friedman-Pappo. and Health Promotion Efforts: A Longitudinal Study of Media Effects on Youth Binge Drinking. 371 – 386 Tidhar. Itzhak. Frank: „Vorvertragliche“ Vergütungsansprüche bei Webdesignern. – S. Sei-Hill: The Spiral of Silence in the 1948 Presidential Election. da sie jeweils erwartete. 225 – 231 „Zwischen Dezember 1997 und Ende 1998 stellte die Deutsche Telekom AG (DTAG) insgesamt drei Entgeltgenehmigungsanträge für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Peiser. Bosch. Papstbotschaft zum 35. „In der Entscheidung des VG Köln werden wesentliche Fragen des Drittschutzes des Entgeltgenehmigungsverfahrens gemäß §§ 24 ff. Glynn. 107 – 111 Die Predigt von den Dächern: das Evangelium im Zeitalter globaler Kommunikation.. 90 – 98 Marcinkowski. – S. Heckler. Ellen. – S. Frank: Autopoietische Systemvorstellungen in der Theorie der Massenmedien: Vorschläge und Einwände. Jan. Karsten: Television viewing and the temporal organization of daily life in households: A multilevel analysis. Glenn: Critiquing the Image: Testing Image Adwatches as Journalistic Reform. Social Norms. 357 – 370 Klengel. Jahrgang 3/2001 mie des Journalismus: zur notwendigen Unterscheidung von zwei Begriffen.9. bei der zur Überraschung aller Truman gewann.h. 387 – 405 Hijmans. – S. Jürgen Detlef W. Die Verfasser begrüßen den grundlegenden Ansatz des Verwaltungsgerichts hinsichtlich der drittschützenden Wirkung des Entgeltgenehmigungsverfahrens und entwickeln diesen fort. Renckstorf. trotz der erfolgten Antragsrücknahme über die TAL-Zugangsentgelte zu entscheiden. Vincent: Grounded theory in media research and the use of the Computer. Wolfram. Kim. Stets nahm sie diese Anträge kurz vor Ablauf der Entscheidungsfristen der Regulierungsbehörde (RegTP) wieder zurück. die Höhe der TAL-Zugangsentgelte festzusetzen.. Holger. Ed: Online Communities as Community Media: A Theoretical and Analytical Framework for the Study of Digital Community Networks. 213-219 Neumamnn. Frank. Dies hatte zur Folge. 181 – 207 Yanovitzky. 99 – 106 Kopp. wurde die RegTP auf die Klage eines Wettbewerbers der DTAG hin verpflichtet. – S. – S.M&K 49. – S. Jo: Mass Media. Peter. – S. 407 – 432 Computer und Recht Jg 17(2001) Nr 4 Alpert. 139 – 155 Anhand eines Datensatzes von der amerikanischen Präsidentenwahl von 1948. – S.9. wird die Theorie der Schweigespirale überprüft. 77 – 89 Weber. […]“ Mit der Entscheidung des VG Köln vom 7.2000 – 1 K 10354/98.. 112 – 114 Hollander.“ Communication Research Jg 28 (2001) Nr 2 McDonald. dass sich die RegTP außerstande sah. Andreas: Geltung des deutschen Strafrechts für vom Ausland aus im Internet angebotenes Glücksspiel: ein Beitrag zur Frage des Erfolgsorts bei abstrakten Gefährdungsdelikten und zugleich 410 . 208 – 239 Communications Jg 25 (2000) Nr 4 Huysmans. – S. – S. Peters. Chava E. dass die Entgeltgenehmigungsentscheidung aus ihrer Sicht negativ (d. Tobias: Rechtsschutz für Wettbewerber im Rahmen des telekommunikationsrechtlichen Entgeltregulierungsverfahren: zugleich eine Besprechung zu VG Köln vom 7. dass soziale Isolation Furcht im Hinblick auf die Äußerung abweichender Meinungen erzeugt und sich dies auf Wahlen auswirkt. die in diesem Beitrag besprochen wird.2000. Stryker. – S. zu niedrig) ausfallen würde. sondern darüber hinaus auch ein eigenes Antragsrecht der Wettbewerber gefordert wird. 156 – 180 Leshner. Daniel G. – S. Jochen: Explaining Individual Differences in Third-Person Perception: A Limits/Possibilities Perspective. Carol J.

H. complex epistemologies. das grundlegende Änderungen des Teledienstegesetzes (TDG) vorsieht. nachzuweisen. Darüber hinaus sind zahlreiche Änderungen des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) geplant. Eduardo: The origin and development of robotic art. 61 – 73 Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage. In den Beitrag wird der Inhalt dieses Gesetzes skizziert.12. Bock.2000 (CR 2001. die sich in Bewegung ausdrückt. einen Rahmen für die Beschreibung und das Verständnis solcher Kunstwerke zu geben und ergänzt seine Darstellung durch eine umfangreiche Chronologie zur Entwicklung dieser Kunstform.: Cyber. – S. – S. – S. 34 – 39 Anhand von drei Fallstudien zu Großereignissen stellen die Autoren verschiedene Elemente mobiler Kommunikation vor. Christopher: Digital dispute resolution: Internet Domain Names and WIPO’s Role. 11 – 16 Als „Königreich der Schatten“ beschrieb Maxim Gorki seine ersten Eindrücke von der Begegnung mit dem Medium Film im Jahr 1896. Federal Communications Law Journal Jg 53 (2001) Nr 2 Bell. Andreas. die sich als Kunstform etabliert. 249 – 259 Härting. Er versucht. die allerdings nicht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie stehen. Gerlach. die vor allem neoliberale und kapitalistische Elemente enthält. Andreas: Verbraucherschutz durch elektronische Agenten?: ein Plädoyer für die Reform des Gütezeichenrechts. 4. Das EGG ist ein Artikelgesetz. Für den Autor ist dabei das Erleben des „Groove“. Kac. Die Richtlinie soll durch ein Gesetz über rechtliche Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (Elektronischer Geschäftsverkehr-Gesetz – EGG) umgesetzt werden. Peter: Machines drumming. – S. 33 – 38 Lubitz. 46 – 49 Valsamis. die Beschreibung des alten „neuen“ Mediums Film durch die Zeitgenossen mit den Berichten zum Launch der virtuellen Nachrichtenpräsentatorin (Ananova) zu vergleichen. – S. 191 – 238 Dem Beitrag zufolge stellen sich staatlicher Regulierung von Kommunikation durch das Internet neue 411 . Hamilton. ein Zeitpunkt. 271 – 276 Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie erarbeitet. – S. an dem dieses Medium von technischer Perfektion weit entfernt war. – S. die für die Entwicklung von interaktiven computerbasierten Kunstwerken unerlässlich sind. Daniel: Mobile media: the convergence of media and mobile communications. Dabei werden die Möglichkeiten verschiedener Endgeräte und Übertragungsstandards und die jeweiligen Angebote diskutiert.12.Zeitschriftenlese eine Besprechung der Entscheidung des BGH vom 12. 25 – 33 Am Beispiel verschiedener Kinofilme. 243 – 248 Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage des Erfolgsortes bei abstrakten Gefährdungsdelikten und setzt sich mit der Entscheidung des BGH vom 12. – S. and the First Amendment: ruminations on public libraries’ use of Internet filtering software. Dabei wird versucht. Nilsson. – S. Olsson. Computer und Recht international Jg 2 (2001) Nr 2 Gibson. Nuldén.12. filtering. Raymond T. das Dargestellte mit theoretische Debatten zu verknüpfen. S.: Napster and the „New“ Old Copyright.2000. Lisa: „Ananova“ in The Kingdom of Shadows. 40 – 60 Die Autoren bemühen sich. – S. Niko: Gesetzentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie. nachdem die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz bereits am 1.: Filth. 76 – 113 Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der „Robotic Art“.2000 ein erstes Arbeitspapier vorgelegt hatten. – S. Neil. welche Auswirkungen der Einsatz automatischer Rhythmusgeräte auf die Entwicklung der Musik haben. die Entwicklung dieser Figuren im jeweiligen Kontext darzustellen. Sheeryl N. dass Literatur zur Unternehmensentwicklung in vielen Fällen „Anleihen“ bei der Kybernetik nimmt. die sich mit Hackern beschäftigen. Convergence Jg 7 (2001) Nr 1 Bode. wird versucht. bei der es um die Strafbarkeit der Verbreitung der Auschwitzlüge im Internet von einem im Ausland stehenden Server aus geht. Urban. Bernard W. 17 – 24 Der Autor beschreibt die Bedeutung von Programmierkenntnissen. – S. Andrew: Deeper conversations with interactive art: or why artists must program. Die Verfasserin versucht. Monica: Virtual practices. 39 – 45 Nimmer. – S. Stern. um das interaktive Potential dieser Kunstform auszuschöpfen. von besonderer Bedeutung. die unmittelbare körperliche Erfahrung. Markus: Jurisdiction and Choice of Law for Electronic Contracts: an English Perspective. Inc: business restructuring literature and/as cybertheory. und damit zur Bildung einer „Cybertheory“ beiträgt. 260 ff) auseinander. Hulsbus. – S.

Während es früher vornehmlich um die Frage ging. wie die „Publicly Switched Telephone Networks“ (PSTN) in das „network of networks“. – S. Law. Michael J. Amy Janan: Using the Extended Parallel Process Model to Prevent Firearm Injury and Death: Field Experiment Results of a VideoBased Intervention. 133 – 156 Roberto.: Shifting Voices. Singhal. Valerie. unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln der Staat beschränkend Informationsquellen regulieren konnte. Arvind. – S. S. – S. die auch zu neuen verfassungsrechtlichen Problemen führen. Jennifer: On-Line Interaction and Why Candidates Avoid It. – S. Howard. Dale E. 176 – 191 Bonnett. encryption policy. Der Beitrag merkt an.. – S. 111 – 132 D’Alessio. 239 – 280 Der Beitrag setzt sich mit einer Frage auseinander. Gary. unter welchen Bedingungen die Entwicklung von GII besonders erfolgversprechend erscheint. Noels. – S.: Protecting privacy and enabling pharmaceutical sales on the Internet: a comparative analysis of the United States and Canada. Hernan: Regulatory Reform in the Broadcasting Industries of Brazil and Argentina in the 1990s.. dass eine starke. Abschließend wird dargestellt. Black. dass dies vor dem First Amendment – dem Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit der amerikanischen Verfassung – zulässig ist. wie die Regeln zu beurteilen sind. Der Beitrag stellt die Konzeption vor und beschreibt die Akteure.. Es ist Rechtsstreit über die Frage entstanden. Nass. 3 – 37 Putnam. Meyer. die die Kompetenzabgrenzung zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Aufsicht im Telekommunikationsbereich zum Gegenstand hat. – S. and Paradoxical Communication. 56 – 78 Albada. Reneé A. Jake: Communication Media Use in the Grandparent-Grandchild Relationship. Der Beitrag kommt zu dem Schluss. Jahrgang 3/2001 Aufgaben. integriert sind und welche Folgen dies für die Telekommunikationsregulierung hat. 343 – 376 412 . tritt nun die Frage in den Blick. das Internet. die bei der Implementation eine zentrale Rolle erhalten. Journal of Communication Jg 50 (2000) Nr 4 Meyers. Tricia E. Linda L. Nicole A. 157 – 175 Galperin. – S. – S. and New Visions for Communication Studies. Clifford: Conceptualizing Sources in Online News. Dave. Jg 51 (2001) Nr 1 Barker. wie es verfassungsrechtlich zu bewerten ist. dass das Verständnis der Verschlüsselung und der rechtlichen Grundlagen in der Bevölkerung dafür eine zentrale Bedeutung erhält. 52 – 72 Sender. – S. Der Beitrag stellt dar.. der eine technikneutrale Wettbewerbssteuerung im Telekommunikationsbereich ermöglicht. Collective Efficacy. – S. dass öffentliche Bibliotheken über Filter-Software die Nutzung bestimmter Inhalte sperren. Der Beitrag thematisiert dies anhand der Frage. – S. im Beitrag ausgeführten Bedingungen. Thomas W. 31 – 55 Harwood. Oppositional Discourse.M&K 49. dass der Wandel der Politik der US-Regierung in diesem Bereich auf die Erkenntnis zurückzuführen ist. – S. Der Beitrag stellt dar. – S. Social Learning. mit Folgen für die Regulierungskompetenzen. Tanya L. 3 – 30 Papa. Der Beitrag mahnt einen regulatorischen Paradigmenwechsel an. Kelly Fudge: The Public and Private Dialogue About the American Family on Television. 79 – 110 Stromer-Galley. Giles. Shyam. Kimberly: The English-Only Movement: A Communication Analysis of Changing Perceptions of Language Vitality. – S.: Is ISP-Bound Traffic Local or Insterstate?. Consumers. allerdings nur unter bestimmten. Brashers. 38 – 51 Sundar. Jennifer: Majority-Minority Influence: Identifying Argumentative Patterns and Predicting Argument-Outcome Links. – S.S.: Connecting the world: the development of the global information infrastructure. and a Dominant Gay Habitus: 25 Years of the Advocate Magazine. der zu Internet Service Providern (ISP) entsteht. Anthony J. Hanner. 73 – 99 Yarbrough. Katherine: Gay Readers. Mike: Media Bias in Presidential Elections: A Meta-Analysis. als lokaler oder überregionaler Verkehr einzustufen ist. Rothstein. Sweety: Entertainment-Education and Social Change: An Analysis of Parasocial Interaction. inwieweit Datenverkehr. nach denen der Staat selbst Zugang zu Informationen schafft. Johnson. 315 – 342 Die International Telecommunications Union (ITU) hat dem Beitrag zufolge eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Global Information Infrastructure (GII) erlangt. Allen. 289 – 314 Die Verschlüsselungstechnologie ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Debatten über Sicherheit im Internet gewesen.: Taking Account of the World as it will be: the shifting course of U. nicht regulierte Verschlüsselungstechnologie für die Weiterentwicklung des Internet und der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche essentiell sein wird.

Teil I des Beitrags führte zunächst in Regelungshintergrund. Weintraub Austin. Urteil vom 18. – S. Konzeption und Zielsetzung des PostG ein. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der Beihilferegelung im EGV. – S. Hat der Gesetzgeber im Telekommunikationsbereich mit der Institutionalisierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) als obere Bundesbehörde und der Einräumung eines Weisungsrechts des Bundes- 413 .2000.Zeitschriftenlese Henning. wie das Übel in die Welt gekommen sei: durch ein Weib. Georg: Prozessuale Formvorschriften und der elektronische Rechtsverkehr. Teil II des Beitrags hat Tatbestand und Rechtsfolgen des § 32 PostG sowie einzelne Missbrauchstatbestände zum Gegenstand. 143 – 164 McCoy. 190 – 196 Borges. 121 – 142 Rössler. das alle Götter mit ihren Gaben ausgestattet hätten.. – S. Zvi. Der Beitrag setzt sich mit den europarechtlichen Entwicklungen auseinander und kommt dabei zu dem Schluss. 100 – 120 Andsager. D. Norbert: Die erweiterte Nutzung privater Grundstücke für Telekommunikationslinien. – S.: Questioning the Value of Realism: Young Adults’ Processing of Messages in Alcohol-Related Public Service Announcements and Advertising. Christopher: Ritual Transformation through Michael Jackson’s Music Video. – S. 233 – 237 „Obgleich zum Hörfunk und Fernsehen in den Gemeinschaftsverträgen der Europäischen Union bisher ausdrückliche Regelungen fehlen. um schließlich den Anwendungsbereich des §32 PostG zu bestimmen. Hans-Bernd: Do Talk Shows Cultivate Adolescents’ Views of the World?: A Prolonged-Exposure Experiment. Linda Jean: Deaf President Now!: Positive Media Framing of a Social Movement within a Hegemonic Political Environment. Nancy: A Division of Labor: Dividing Maternal Authority from Political Activism in the Kenyan Press. nicht nur die gewohnte Finanzierung über Gebühren. Bram Dov: The Specter of Diaspora: Transnational Citizenship and International Cinema. Chr.Büchse der Pandora“ Sinnbild für Unheil. – S. Julie L. In der Dichtung .“ Strunk. dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der gewohnten Form sehr wohl mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lässt. 238 – 241 „In der Antike war die geöffnete . Günther: Umstellung des Vertriebs auf das Internet: Betriebswirtschaftliche Motive und steuerliche Konsequenzen. stellte sodann die einzelnen Regulierungsinstrumentarien des PostG dar. – S.. – S. das aber den Deckel von einer Büchse hob. Mary E. 177 – 190 „§ 32 PostG sieht eine sektorspezifische Aufsicht über das Verhalten marktbeherrschender Postdienstunter- nehmen vor. Wilhelm: Die Regulierungsbehörde im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Weisungsunterworfenheit. – S. Brosius. – S. Yair: Joining Their Betters Rather than Their Own: Modern/Postmodern Rhetoric of Jewish Fundamentalist Preachers. – S. Neuman. Bruce E. sondern auch die bisherige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine verfassungsrechtlichen Aufgaben im dualen System der Bundesrepublik in Frage zu stellen. 184 – 199 Kommunikation & Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Habersack. aus der alle Übel herausgeflogen seien. 114 – 131 DeChaine. werden der Einfluss des Gemeinschaftsrechts und die Frage der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen. Wolfgang: Zusammenschaltung und Telekommunikations-Entgeltregulierung in der Krise?: Anmerkung zu VG Köln. 196 – 208 Wimmer. Peter: Psychological Escapism: Predicting the Amount of Television Viewing by Need for Cognition. – S.). – S. Dieter: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gebührenregelung unter dem Druck des Gemeinschaftsrechts. 132 – 146 Kensicki. 208 – 213 Spoerr. die geeignet ist. Robert: From Discourse to Golf Course: The Serious Play of Imagining Community Space.“ Eschweiler. Vorderer. 164 – 193 Journal of Communication Inquiry Jg 25 (2001) Nr 2 Abramson. Pinkleton. 213 – 216 Jg 4 (2001) Nr 5 Dörr. 147 – 166 Worthington.Werke und Tage“ erzählt Hesiod (um 700 v.12. – S. Mathias: Die besondere Missbrauchsaufsicht gemäß §32 PostG – Teil II.: Dark Alliance: News Repair and Institutional Authority in the Age of the Internet. 167 – 183 Bekerman. – S. Bernd. – S. Erica.. Patrick. 94 – 113 Lynch. – S.

Freizeit. – S. 206 – 209 und 220 – 222 Media Perspektiven (2001) Nr 3 Ridder. – S. 189 – 201 Digitales Fernsehen in Deutschland: Markt. allerdings verschieben sich die Marktanteilsverhältnisse der Programme. Dagegen wird die Informationskompetenz der Privatsender deutlich geringer bewertet.: Media and Democracy in the Phillipines. 162 – 175 „Auch wenn im Jahr 2000 durchschnittlich fünf Minuten länger ferngesehen wurde als 1999. 251 – 256 Mankowski.00 bis 19. Michael: Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen. 102 – 125 Steemers. Engel. – S. 183 – 189 und 199 Gloria. Klingler. 200 – 205 und 222 Barisoth. und auch die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte öffentlich-rechtlicher und privater Programme blieben bestehen. Bei den drei.“ ner Repräsentativbefragung in Hessen. Bewertungen: ARD-Studie „Repräsentativbefragung von Digital-TVNutzern“. Jeanette: Onlineaktivitäten der BBC: Gratwanderung zwischen Public-Service-Verpflichtungen und kommerziellen Zielen. John C. Christa-Maria. – S. – S. Ekkehardt: Aufmerksamkeit und Zuwendung beim Radio hören: Ergebnisse ei- Feierabend. Wolfgang. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung. ob rechtliche Eingriffsmöglichkeiten des zuständigen Ministeriums als Aufsichtsbehörde zulässig sind. 133 – 141 Behne. 191 – 196 Merrill.und ostdeutschen Bürger. dass Kinder mehr Zeit mit dem Fernsehen verbringen.bis 13-Jährigen. Simon.und Themeninteressen der ab 50-Jährigen: Ergebnisse der SWR-Studie „50+“ und weiterer Studien. Peter: Die „Biet & Flieg“-Entscheidung: Preisangaben und Internet?. während ab einem Alter von zwölf Jahren spezielle Kinderprogramme kaum noch gefragt sind. – S. Ooi: Civil Society. 242 – 250 Imping. So zeigten sich auch im vergangenen Jahr erneut die bekannten Unterschiede im Fernsehverhalten der west. – S.bis siebenjährigen Kindern belegt der Kinderkanal hinter Super RTL den zweiten Platz. …“ Grajczyk. glaubwürdig und anspruchsvoll. … Marktführer bei den Drei. Pohle. Jahrgang 3/2001 wirtschaftsministeriums (BMWi) im Telekommunikationsgesetz (TKG) bildlich gesprochen die . Bernhard: Massenkommunikation 2000: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich: Ergebnisse der 8. 202 – 219 414 . Neue Angebote führen also nicht generell dazu. Susanne: Tendenzen im Zuschauerverhalten: Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen im Jahr 2000. – S. Andreas. … Diesen unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten entsprechen auch die Images der Sender. Sek: Media and Democracy in Cambodia. …“ Vellen. Mustafa K. – S. Spaß und gute Laune. Kayser. Nutzerprofile. 257 – 259 Media Asia Jg 27 (2000) Nr 4 Anuar. Democracy and the Role of the Media in Singapore. – S. Klaus-Ernst: Musik-Erleben: Abnutzung durch Überangebot?: Eine Analyse empirischer Studien zum Musikhören Jugendlicher. Andreas. – S. 197 – 199 Giok-Ling.. – S. also um die sensible Frage. sie erscheinen kompetenter in Sachen Entspannung.00 Uhr auf Sendung ist. ProSieben und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Öffentlich-rechtliche Programme gelten als seriös. – S.Büchse der Pandora“ geöffnet und damit Raum für eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten in diesem volkswirtschaftlich wichtigen Bereich geschaffen? Oder ist insbesondere die im Schrifttum kontrovers diskutierte Frage eines Weisungsrechts im Einzelfall lediglich ein akademischer Streit ohne praktischen Bezug? In diesem Beitrag soll es um das Verhältnis der RegTP zum BMWi gehen. Sabine. gefolgt von RTL. der allerdings nur von 6. kann die Fernsehnutzung in den letzten Jahren insgesamt als stabil bezeichnet werden. und außerdem sind öffentlich-rechtliche Angebote im Westen Deutschlands beliebter als im Osten.M&K 49. Glenda M. Erik: Was Kinder sehen: eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei.: Malaysian Media and Democracy.bis 13-Jährigen bleibt SuperRTL. 142 – 148 (2001) Nr 4 Darschin. Walter. ihre tagesaktuelle Berichterstattung und ihre Professionalität werden geschätzt. Mädchen schalten öffentlich-rechtliche Programme eher ein als Jungen. Jan: Der Mobilfunkvertrag: Rechtsnatur und Gestaltung. – S. Schmitt. – S. Sibylle: Mediennutzung. 126 – 132 Oehmichen. RTL II. 176 – 188 „Die Fernsehnutzung von Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren hat sich in den letzten Jahren quantitativ kaum verändert.: Democracy and the Press: The Reality and the Press. – S.

8 – 13 Wiedemann. – S. – S. 19 – 22 Der Autor beschreibt exemplarisch.“ Erlinger. Die Kritik am eigenen Medium findet weder bei den Machern noch beim Publikum Beifall. 69 – 71 medien praktisch Jg 25 (2001) Nr 2 Aufenanger. Januar 2001: 1 BvR 2632/95. eine Eroberung und Inbesitznahme der Welt zu erproben. Januar 2001). Viva und andere Massenmedien grenzen sich „Experte“ von der breiten Konsumentenmasse ab. – S. – S. Sie müssen aber auch in und durch die Medien. Daniela: Von der Kunstkritik zum Medienjournalismus: Zur Geschichte der deutschen Medienberichterstattung. Der typische Digitalnutzer ist ein Pay-TV-Konsument. 4 – 7 Medien und besonders den sogenannten neuen Medien werden häufig pauschalisierend negative Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellt. Stefan: Wie die neuen Medien Kindheit verändern: kognitive. 18) Schmiderer. Pullich.a. Dieter: Brauchen Kinder Kindermedien?: ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Kindheiten im 21. Digitaluser besitzen außerdem eine überdurchschnittlich hohe formale Bildung und sind meistens berufstätig. – S. – S. die sich vorrangig auf bestimmte Altersgruppen orientieren. in dem sowohl anwendungsbezogene als auch analytische und konzeptionelle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden. der über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt. wenn es in der Bravo steht“: Medien über Medien in der Jugendkultur. Darüber hinaus werden Anregungen zur Planung und Realisierung von medienpädagogischen Projekten mit dem Computer gegeben. 81 – 83 „Für das in den 70er Jahren eingeführte Genre der medienkritischen Magazine im Fernsehen scheint heute kein Interesse mehr zu bestehen. Claudia: Sich in den Medien über Medien informieren: Fragen zur Medienseite der Süddeutschen Zeitung. Media Perspektiven Dokumentation (2001) Nr I Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland in der Fassung des fünften Rundfunkänderungsstaatsvertrages (in Kraft seit 1. – S. Demnach sind Männer und jüngere Altersgruppen unter den Digitalnutzern überrepräsentiert.a. wie sich Computer im Kindergarten integrieren lassen und schildert Erfahrungen aus verschiedenen Praxisprojekten. Leif: Fernstudium Medien (FESTUM): ein medienpädagogisches Zusatzstudium. – S. gesellig und an Technik interessiert ist. Norbert: Computereinsatz in Kindertagesstätten: Erfahrungen und Praxisvorschläge. Annette. 86 – 93 „In jugendkulturellen Szenemedien gibt es eine Sonderform von Medienreferenzen: Durch Bezugsrahmen auf Bravo.“ Schenk. kommunikativer und sozialer Fähigkeiten sowohl positive als auch negative Trends zur Veränderung von Kindheit durch Medien. das heißt mit der Einführung des privaten-kommerziellen Rundfunks in Deutschland hat sich auch die Medienkritik zumindest in der Presse etabliert. …“ Androutsopoulos. 74 – 78 „Mit den Veränderungen der Medienlandschaft. Der Beitrag gibt u. April diesen Jahres bietet das „Fernstudium Medien“ (FESTUM) der Fernuniversität Hagen Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. 1 BvR 622/99. 1 – 52 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Fernsehaufnahmen in Gerichtsverhandlungen und bei der Verkündung von Entscheidungen vom 24. – S.: Nutzung und Akzeptanz des digitalen Pay-TV in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage. 79 – 80 Vollberg. November 2000. Seit dem 1. Der Autor bricht diese Vorurteile auf und skizziert anhand kognitiver.“ Neuß. einen Überblick über das Curriculum des Zusatzstudiums. 14 – 18 „Natürlich brauchen Kinder Medien. medien + erziehung Jg 45 (2001) Nr 2 Pickl. 415 .“ (S. Juni 1988 in der Fassung vom 28. Jannis: „selbst. – S. 220 – 234 Ernst. kommunikative und soziale Einflüsse der Mediennutzung. – S.Zeitschriftenlese „… Die hier vorgestellte. aktiv. – S. Hans Dieter: Kinder. Chancen bekommen. Jahrhundert. Medien und Kultur: Überlegungen zu Aufgaben der Medienerziehung. 53 – 67 ARD-Richtlinien zur Sicherung des Jugendschutzes vom 22. aber insbesondere auch außerhalb der Medien. Michael u. im Auftrag der ARD-Medienkommission durchgeführte Repräsentativ-Befragung von rund 1000 Digital-TV-Nutzern ab 14 Jahren zeichnet ein Nutzerprofil des digitalen Fernsehens. Susanne: Der schwierige Umgang mit der Selbstreflexion: Wie berichtet das Fernsehen über das Fernsehen?. – S. 95 – 100 Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule scheitert häufig an der fehlenden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrenden. und das können auch Zielgruppenangebote sein.

Thomas: Angriff der Kontrolleure: Teil 1. – S.alten’ Medien das Internet zur Kenntnis genommen und es dargestellt haben. wird am Beispiel zweier Falldarstellungen illustriert. Stern und Focus zurückgegriffen.und WegSymbol in der Werbung: zur religiösen Grundierung der Warenästhetik. Während der Anwender die umfassende Übergabe aller sein Programm betreffenden Informationen anstrebt. 28 – 32 Anhand der Dimensionen Medienkunde. die Anstalten seien nicht im Hinblick auf den vollen Umfang ihrer Aktivitäten betraut und seien somit in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Multimedia und Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Boehme-Neßler. Bakardjieva. Jahrgang 3/2001 Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen: ein pädagogischer Blick auf das Fernsehangebot und die Nutzung durch die Kinder. Richard: The internet in everyday life: Computer networking from the standpoint of the domestic user. Zuweilen jedoch ist der angestrebte Rössler. Überraschend ist. so viel wie möglich geheim zu halten. 32 – 36 Den Ergebnissen aus dem DJI-Projekt „Lebenswelten als Lernwelten“ zufolge rangieren Medien hinter den Freizeitinteressen Sport und Bewegung. Leah A. Das Amsterdamer Protokoll über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schließt seiner Ansicht nach die Anwendung der Richtlinie auf die Anstalten nicht von vornherein aus: Die Rundfunkgebühren stellten staatliche Beihilfen dar. Mediennutzung. Doris: Medienwelten als Lernwelten: Ergebnisse eines Projekts des Deutschen Jugendinstituts. 54 – 59 Robert. wie sich die neuen Medien auf soziale Differenzierung und Pluralisierung von Lebenswelten auswirken Mitra. Karl-E. auch um vom Programmierer unabhängig zu sein. 49 – 66 In dem Text geht es um die Frage. – S. Maria. 23 – 28 Kohm. Der folgende Beitrag befasst sich mit Fragen des technischen und rechtlichen Schutzes des Programmierer-Know-hows. die bereits im Kindergarten zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen können. – S. ob nach der Änderung der Transparenzrichtlinie für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland die Pflicht zur getrennten Buchführung besteht. – S. welche Ethik braucht das Internet?. Dabei wird auf den Framing-Ansatz Bezug genommen und empirisch auf die Daten einer Inhaltsanalyse von Spiegel. – S. insbesondere für Immigranten aus und beschäftigt sich mit der Frage. 48 – 53 Buschmann. Schutz aus unterschiedlichen Gründen lückenhaft. 208 – 213 „Fragen der Offenlegung und Herausgabe des Source Codes gehören zu den grundlegenden Problemen des Softwarevertragsrechts. – S. Spiel. dass dem Computer – von den Jungen mehr als von den Mädchen – ein größeres Interesse entgegengebracht wird als dem Fernsehen. Stefan: Die Verfügbarkeit des Source Codes: Rechtlicher Know-how-Schutz bei Software und Webdesign. Die Programmvorlieben beim Fernsehen konzentrieren sich auf die Unterhaltungsangebote. 60 – 63 New media & society Jg 3 (2001) Nr 1 Lievrouw. Smith.“ von Hammerstein. wie die . Ananda: Marginal voices in cyberspace. da im Quelltext das Wissen und die Fähigkeiten des Programmierers kodifiziert werden.Voice in the Internet’ ausbilden. – S. Volker: Steueroase Internet?: Eine Einführung in steuerrechtliche Probleme im E-Commerce. um weiterhin „im Geschäft zu bleiben“.: Die Europäische TransparenzRichtlinie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland. Christian: National Roaming im UMTS-Markt. – S. Kellermann. Dies gilt insbesondere bei der Erstellung von Internetseiten. 29 – 48 Der Text geht der Bedeutung des Internet für Marginalisierte.: New media and the ‘pluralization of life-worlds’: A role for information in social differentiation. 214 – 218 Hain. – S. – S. gibt es das?: zur Diskussion eines neuen Medienphänomens. 219 – 224 Der Verfasser nimmt zu der kontrovers diskutierten Frage Stellung. Medienkritik und Mediengestaltung beschreibt der Autor Realisierungsmöglichkeiten von medienpädagogischen Projekten. – S. – S. Gerd: Das Exodus. – S. 67 – 83 416 . ob und wie sich über virtuelle Communities neue Reflektionsinstanzen und darauf aufbauend eine . ist es dessen Bestreben. – S. Sven: Internetsucht. 7 – 28 Die Autorin stellt auf der Basis neofunktionalistischer Konzeptionen Überlegungen dazu an. Roland: Medienkompetenz in Kindergarten: ein Begriff in der Anwendung. Patrick: Between online heaven and cyberhell: The framing of ‘the internet’ by traditional media coverage in Germany. Welche subjektive Bedeutung und welchen Informationswert diese für Kinder und Jugendliche haben können. Hausmanninger.M&K 49. 203 – 208 Ernst. Auch das KEF-Verfahren könne nicht zum Ausschluss der Geltung der Pflicht zur doppelten Buchführung im Hinblick auf die Anstalten führen.

Janne. Anhand von Umfrageund Inhaltsanalysedaten wurde überprüft. – S. 50 – 55 417 . 129 – 166 Venzin. wird immer dann. Trappel. stellt sich die Frage. – S. Stanley. Nevitte. 167 – 194 Tolley’s Communications Journal Jg 6 (2001) Nr 2 Spiller. Edmund: „. 13 – 28 Publizistik Jg 46 (2001) Nr 1 Averbeck. dass die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben. Neil. – S. 85 – 105 haben. Giuseppe: Das digitale Fernsehen und die Entwicklung der audiovisuellen Industrie Europas.quasi-ethnographischen’ Design der Frage nach. das Politikverständnis und die Einstellungen zum politischen System stellen ein komplexes kognitives Gefüge dar. Josef: Das Geschäft mit der Prognose. – S. Markus: The concept of foresight in times of uncertainty and ambiguity. 57 – 68 Public Opinion Quaterly Jg 64 (2000) Nr 4 Curtin. Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie: die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. Michael: High Technology Industries. Klaus. 20 – 36 „Die Befürchtung. wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Paolo: Hypermedia Analysis: Some insights from semiotics and ancient rhetoric. Richard. Terhi: The old and the new: Communications technology and globalization in Russia. Paolini. Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung. Richard: Insurance and the e-commerce revolution. verstärkt diskutiert. – S. Marco: A language for artificial agents. – S. Gidengil. Stefanie: Die Emigration der Zeitungswissenschaft nach 1933 und der Verlust sozialwissenschaftlicher Perspektiven in Deutschland. ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. Singer. Dabei stellte sich heraus. André.little behavior genres’.96 nach Holsti“: zur Reliabilität von Inhaltsanalysen und deren Darstellung in kommunikationswissenschaftlichen Fachzeitschriften. Lorenzo. Negative Wirkungen der Skandalberichterstattung konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. – S. Rantanen. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber. – S. 452 – 463 RTkom Jg 53 (2001) Nr 1 Wilmer. 1 – 19 Wolling. 33 – 53 Richeri. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren. Presser. 5 – 12 Kairo. einen negativen Effekt auf die Einstellung zum demokratischen System Studies in Communication Sciences Jg 1 (2001) Nr 1 Colombetti. 413 – 428 Todorov.“ Schrape. – S. 37 – 56 Lauf. dass neben anderen Faktoren die Nutzung bestimmter Zeitungen und die Nutzung von Informationsangeboten. den Volosinov verwendet hat.Zeitschriftenlese Die Autoren gehen auf der Basis kulturwissenschaftlicher Überlegungen und in einem . Thomas: Das neue Fernabsatzgesetz: ein Segen für den E-commerce?. Private Restraints on Innovation. – S. das sich als nicht unproblematisch erweist. – S. – S. – S. Nicholas: Information society theory as ideology: A critique. 429 – 451 Blais. dass durch politische Skandale der Demokratie Schaden zugefügt werden könnte. wie und wozu häusliche Internet-user das Internet nutzen und wie sie darin neue Sinnzusammenhänge für sich konstituieren. ein Begriff. – S. Eleanor: The effects of response rate changes on the index of consumer sentiment. Dies geschieht unter dem Begriff der . and EU Antitrust Law: the European Approach to Market Analysis of R&D Competition. – S. 1 – 32 Cantoni. – S. ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat. Elisabeth: Do people have feelings toward leaders about whom they say they know nothing!. Paulweber. Alexander: The accessibility and applicability of knowledge: predicting context effects in national surveys. 107 – 127 Garnham. die viele unpolitische Beiträge enthalten.

41 – 53 Hoogenboezem. 282 – 288 Schimmel. Adolf: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urheber- 418 . Peter: Convergence and Regulation: Deutsche Telecom’s Perspective. Elmar: Zum Sachstand in Sachen Urhebervertragsgesetz: ein Blick in die Werkstatt des Bundesministeriums der Justiz. 276 – 281 Reber. – S. 56 – 61 Norman. 300 – 305 Weber. Lidia: The impact of EU competition law on the financing of public service broadcasters. Peter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.: Convergence on the next generation Internet. Susan: The digital photograph: intellectual property of … whom?. Helen: Protecting the advertising functions of trade marks. Frank. Jaap: Convergence and Regulation: Comments and Recommendations. – S. – S. Opdemom. Günter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO). – S. Bertram: Broadcasting via Internet: New Models of Business and Financing. Nikolaus: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus rechtsvergleichender Sicht (Deutschland/USA). – S.und Fernsehproduzenten. – S. – S. Jahrgang 3/2001 Márton. 317 – 323 Trends in Communication Jg 31 (2001) Nr 7 Melody. V. – S. – S. Johannes: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Film. 306 – 310 Schaefer. 315 – 316 Spautz. – S. 39 – 45 Corbett.und Medienrecht Jg 45 (2001) Nr 4 Hucko. 7 – 13 Konert. V. – S.. 15 – 39 Pieper. 46 – 49 vertragsrechts: ein Beitrag aus der Sicht der Entwurfsverfasser. – S. Martin: Einige Bemerkungen zum Professorenentwurf für ein Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Landesgruppe der IFPI e. 273 – 275 Dietz. Wolfgang: Was sagt uns die „Zauberflöte“ zum Urhebervertragsrecht?: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Orchester Vereinigung e. – S. – S. William H.M&K 49. 55 – 68 Zeitschrift für Urheber. – S. 289 – 299 Kreile. Wolfgang: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht von Journalisten und Schriftstellern. – S. 311 – 314 Poll..

– Bochum: Bochumer Universitätsverlag. allgemein Medien Bildung Medien Ökonomie Medien Recht Rundfunk Werbung Publikum. Medienberufe Publizistische Persönlichkeiten Medieninstitute. Datenbanken Götz.und Kommunikationsberufe: über 180 Berufsporträts. – 420 S. – München: Fink. Olaf (Hrsg. 143) 21 Kommunikationswissenschaft und -forschung Medienwissenschaft: ein Handbuch zur Entwicklung der Medien und Kommunikationsformen: Teilband 2/ Leonhard. Larissa: Medien und Ethik: zur Organisation medientechnischer Entscheidungspro- zesse. (Berliner Arbeiten zur Bibliothekswissenschaft. 2001. 24 Medieninstitute. 2001.. Einstieg.und Weiterbildung. Lexika 12 Jahrbücher. Medienpädagogik und Wirtschaftsjournalismus: Probleme und Perspektiven der Vermittlung ökonomischer Themen. 2000. – Neuwied: Luchterhand. – Essen: Stamm Verlag. 2001.). 2001. Wiest. – Berlin: Logos Verlag. Datenbanken 51 Telekommunikation.und Kommunikationswissenschaft. – 670 S. 15/2) Mönchhalfen. – Aachen: Shaker. Die Zeitung zwischen Print und Digitalisierung/ Bucher. Mediennutzung Rezeptionsforschung Kinder Jugendliche Medien Literatur zu einzelnen Ländern 31 Kommunikation 32 Kommunikationspolitik 33 Lokalkommunikation. 1) Massow. 2001. Multimedia 61 Internationale Kommunikation 62 Europa Kommunikation 71 72 73 74 75 76 81 82 83 91 Massenmedien. Martin: Atlas neue Werbe. Martin: Die Berichterstattung über Bibliotheken in der Presse: eine computerunterstützte Inhaltsanalyse. Norbert: Weltkommunikation.KG. Medienberufe Journalistisches Schreiben für Wissenschaftler/ Wildt. 4) 22 Journalismus. – 115 S. – München: Econ & List. – 76 S. Heike: Wirtschaftsdidaktik. Bibliotheken. (Hochschulwesen) Krainer. Gaus. 2001. – 184 S. (Kommunikationsforschung aktuell. – 2 Bde Tätigkeitsbericht für die Jahre 1999 und 2000. Thomas: Ein automatisches Indexierungssystem für Fernsehnachrichtensendungen. (Handbücher zur Sprach. 2001. (Berichte aus der Informatik) 31 Kommunikation Bolz. Aus.). – Köln: IRÖ. über 700 Adressen. Püschel. Geschäftsberichte Stamm 2001: Leitfaden durch Presse und Fernsehen. Joachim-Felix (Hrsg. 2001. (Kopäd Medienethik. 2000. – 213 S. Geschäftsberichte 21 22 23 24 Kommunikationswissenschaft und -forschung Journalismus. – Berlin: Logos. – 330 S. Christoph: Marktforschung via Internet: eine Delphi-Studie zur Einschätzung zukünftiger Möglichkeiten kommunikativer Erhebungsinstrumente. 2001. Bundesländer 41 Massenkommunikation Politik 42 Massenkommunikation Gesellschaft 43 Massenkommunikation Kultur 12 Jahrbücher. – München: KoPäd Verl. – 156 S. 2001.). (Reihe Arbeitspapiere des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln. Informationsgesellschaft 52 Neue Technologien. – 259 S. 3) Kemp. Johannes. Bibliotheken. Hans-Jürgen. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. Ulrich (Hrsg. 419 . – 1788 S. – Berlin: Walter de Gruyter GmbH & Co. – 138 S.Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis 11 Bibliographien.

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These challenges are attributed to a new kind of networking logic. This new model accentuates. which are operated by individual persons. An article on the combination of system and actor (Ökonomisierung des Fernsehens. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit). It is argued that personal websites not only serve individual and group communication. The application of this perspective to communications research is taking place through the process of the economicisation of television that began in the year 1984. Stefan Wehmeier: Economicisation of television. Finally. 287 – 305 The article highlights some of the challenges facing broadcasting law as a result of new developments in information technology and media economics (“multimedia”). The answer to the new brand of networking logic is seen in a new organisational model. pp. pp. according to one of the article’s main theses. pp. the need to retain cultural and economic innovative capability including the accompanying requirements. which takes up systems-theoretical notions of “self-organisation”. 306 – 324 This article stands in the tradition of surmounting the dualism of systems and actor theory. but can also make a contribution to public communication in different ways.M&K 49. Reflections on a horizontal broadcasting order for the economy of attention (Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Nicola Döring: Personal websites on the WWW. institutional orders and actor constellations than by using a purely systems-theoretical perspective. The following consequences are identified: on the one hand. With exemplary reference to the economicisation of television the explanatory potential of an integrated systems/actor theory is also outlined for communications research. tends to make the possibility of sustaining the dual broadcasting system in its current form improbable in the long term. the article attempts to concretise in greater detail the implications of this model for the regulation of broadcasting. the distortion of the code of the functional system mass media by the code of economics. which. A number of premises of the systems-theoretical perspective that predominates in communications research are initially criticised and the integrated systems/actor perspective subsequently outlined on the basis of approaches developed since the midEighties by the Max Planck Institute for Social Research. It is argued that the dimensions and mechanisms of the structural change of television can be better exposed by a dovetailed observation of partially systemic horizons of orientation. first and foremost. The literature on personal 424 . Jahrgang 3/2001 English Abstracts Thomas Vesting: Broadcasting law faces the challenges of networking logic. on the other hand. The article begins with the delimitation and definition of this personalised form of online publication and discusses its relevance for communications research. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand). 325 – 349 Personal websites are web offerings. A critical overview of the state of research (Persönliche Homepages im WWW. a loss of trust by the population in the expert system of the mass media. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur).

The theoretical contributions presented focus on the fact that the personal website constitutes a construction of identity and a presentation of self via computer-mediated communication. two surveys which address the quality and intensity of parasocial relationships with avatars are presented. The article reports of the most important findings. Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer: Avatars: parasocial relationships with virtual characters (Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren). and outlines perspectives for future website research in the field of communications research. pp. 350 – 368 The rise of interactive media has fostered the development of virtual characters (“avatars”).websites. The concept of parasocial relationships (Horton & Wohl. due to the proximity to everyday language. A case analysis on the possibilities of alternative radio broadcasting (Sprechen im Freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks). pp. which were gathered via content analyses. classification and recipience of personal websites. 1956) is used as a theoretical framework. is subsequently discussed. With reference to a conversation analysis study of programmes broadcast on coloRadio in Dresden the article shows that the special characteristic of free radio is the fact that both discussions are possible which have the structural form of news interviews as well as discussions which tend to resemble discussions in everyday life. This article introduces the phenomenon “avatars” and discusses the question how virtual characters are perceived by media users. and experiments. to use a language of everyday life on radio too. This means that the topics voiced on free radio not only differ from those in other media. Based on the results of these studies and the anticipated future development of virtual characters. Their own self-descriptions and the theoretical reflections voiced in this environment indicate that the main potential of these radio stations is their ability to “demystify” the medium. Jan Pinseler: Talking on free radio. different persons are also given the possibility to use radio as a means of communication in a self-determined way. log file analyses. others are promoted as virtual stars and appear in various media. Some avatars are used as automatic personal assistants to visitors of websites. Subsequently. 425 . suggestions for further research are discussed. Approximately thirty studies exist on the production. 369 – 383 During the Nineties there was a sharp increase in the number of licensed free radio stations in the Federal Republic of Germany. which is sometimes hard to access. oral and written surveys. and to articulate a variety of subjective points of view. but that.

47.hartmann@hmt-hannover. W u l f f . Stefan W e h m e i e r . 30161 Hannover. E-Mail: wehmeier@rz. Universität Kiel. Universität Hamburg.vorderer@hmt-hannover. Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien. E-Mail: tilo. D-98684 Ilmenau. Heinrich-HeineUniversität.de Jens T e n s c h e r . TU Ilmenau.-Medienwiss. Universität Hamburg.pinseler@ gmx. Institut für Medien.de Dr. Universität der Bundeswehr Hamburg. Institut für Publizistik. Klaus P l a k e .uni-duesseldorf. 24118 Kiel.de Prof. 40225 Düsseldorf. E-Mail: plake@unibw-hamburg. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.uni-kiel.. E-Mail: fs5a097@uni-hamburg. E-Mail: scholl@unimuenster. 20148 Hamburg. 47.A. E-Mail: hwulff@litwiss-ndl.A. 04109 Leipzig. Universität Augsburg.de Prof. VonMelle-Park 6. M. Universität Leipzig. Hochschule für Musik und Theater Hannover. Thomas V e s t i n g . EMail: dschuette@lfr. Armin S c h o l l .D ü r r . E-Mail: peter.de Prof.de Dipl. Dr. Nicola D ö r i n g .uni-leipzig. Juristische Fakultät. Landesanstalt für Rundfunk. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. 2. 01099 Dresden. 40221 Düsseldorf. Augustusplatz 9-11.de Dr.de 426 . Tilo H a r t m a n n . Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Dr.und Kommunikationswissenschaft. Lehrstuhl für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie. E-Mail: Boehme-Duerr@philfak. M. Leibnizstraße 8. Dr. Hohenzollernstr. Postfach 700822. 48143 Münster.de Prof.de Manfred J e n k e . Hans J.hmt-hannover. Dr. 30161 Hannover.M&K 49. Karin B ö h m e . E-Mail: hickethier@snafu. E-Mail: christoph. Falkenweg 7. E-Mail: nicola.. 47. Institut für Medienwissenschaft. Hohenzollernstr. Postfach 10 05 65.Uni-Augsburg. Hohenzollernstr.und Medienwissenschaft. Hochschule für Musik und Theater Hannover. Joan Kristin B l e i c h e r . Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit/PR.-Medienwiss. Dr. 30161 Hannover.klimmt@ijk. Bispinghof 9-14. Knut H i c k e t h i e r . 20148 Hamburg. Hochschule für Musik und Theater. E-Mail: Thomas. VonMelle-Park 6.Vesting@Jura. Institut für Kommunikations. Institut für Germanistik II. Dagmar S c h ü t t e .net Prof. Westfälische-Wilhelms-Universität. Institut für Politikwissenschaft. E-Mail: jan. E-Mail: tenscher@uni-landau.und Kommunikationswissenschaft. Universitätsstr. Zollhof 2.de Dr.de Dr.de Jan P i n s e l e r . Universitätsstraße 1. Kaufhausgasse 9. Christoph K l i m m t . Dr.de Prof. Institut für Germanistik II. 76829 Landau. Universität Koblenz-Landau. Jahrgang 3/2001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Heftes PD Dr.doering@tu-ilmenau. Peter V o r d e r e r . 86135 Augsburg. 23683 Scharbeutz Dipl. Kamenzer Straße 19. 22039 Hamburg.

• Die Redaktion bietet außerdem die Möglichkeit zur Stellungnahme und Erwiderung zu publizierten Beiträgen der oben genannten Kategorien. Manuskripte. die Möglichkeit einer Erwiderung ein. Dabei können auch spekulative Betrachtungen fruchtbar sein.und Kommunikationswissenschaft. Im Sinne der Förderung des wissenschaftlichen Diskurses und der kumulativen Forschung sowie der Qualitätssicherung legt die Redaktion bei der Begutachtung von Beiträgen besonderen Wert darauf. die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. Datenbanken) zur Verfügung gestellt worden sind. um so die Voraussetzungen für Sekundäranalysen und Replikationen zu schaffen. Die Zeitschrift ist ein interdisziplinäres Forum für theoretische und empirische Beiträge aus der gesamten Medien. 427 . die zur Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ eingereicht werden. Literaturberichte/-aufsätze sollen Literatur bzw. eines ohne Anführung der Namen und Adressen. Autorinnen und Autoren empirischer Beiträge verpflichten sich mit der Einreichung des Manuskripts. den Zugang zu Datenbeständen. Formalien: • Manuskripte sind der Redaktion in dreifacher Ausfertigung zuzuschicken. die von Dritten (z. die verwendeten Daten bei wissenschaftlich begründeten Anfragen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten für weitere Analysen zur Verfügung zu stellen. B. der Autorin des Beitrages. Zugleich erklären sie sich bereit. einen theoretisch weiterführenden Argumentationsgang bieten. sind zwei Titelblätter erforderlich: eines mit Angabe des Titels und der Namen und Anschriften der Autorinnen und Autoren. werden im nächstmöglichen Heft publiziert. Die Redaktion räumt dabei dem Autor bzw. die den in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ üblichen inhaltlichen und formalen Standards entsprechen und geeignet sind. dass größtmögliche Transparenz hinsichtlich der verwendeten Daten hergestellt wird. Stellungnahmen und Erwiderungen. Für die Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ kommen folgende Textsorten in Betracht: • Aufsätze sollen ein Moment originärer theoretischer Leistung beinhalten bzw. dass sie die Art und Weise der Datenerhebung bzw. ausgewählte Literatur zu bestimmten Problemstellungen systematisch und vergleichend zusammenfassen und eine Übersicht über den Stand der Theorie und/oder Empirie geben. Unter der Rubrik Diskussion sollen Beiträge erscheinen. • • Berichte sollen Befunde zu einem ausgewiesenen Problem von theoretischer oder medienpraktischer Relevanz darstellen. die innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses Position beziehen und die Diskussion voranbringen können. auf den sich die Stellungnahme bezieht. • Da die eingereichten Manuskripte anonymisiert begutachtet werden. dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein und bis Abschluss des Begutachtungsverfahrens nicht anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. Das Manuskript selbst darf keine Hinweise auf die Autorinnen und Autoren enthalten.Hinweise für Autorinnen und Autoren Die wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bis Ende 1999 „Rundfunk und Fernsehen – Zeitschrift für Medien.und Kommunikationswissenschaft“) wird seit 1953 vom Hans-Bredow-Institut herausgegeben und redaktionell betreut. ausreichend dokumentieren.

evtl. 1990: 37 – 40) . Im Falle einer Entscheidung für Überarbeitung. Erscheinungsjahr und Seitenziffer im fortlaufenden Text – z.– DM. Weitere Sonderdrucke können bei Rückgabe der Fahnenkorrektur an die Redaktion schriftlich gegen Rechnung bestellt werden. Telefax: 21 04 27. Baden-Baden. Bearbeitungen. anderthalbzeilig beschrieben und mit ausreichendem Rand versehen sein. Printed in Germany. Karlsruhe 736 36-751 und Stadtsparkasse Baden-Baden. • Gliederung des Textes: Jedes Kapitel und Unterkapitel sollte mit einer Überschrift (in Dezimalzählung) versehen sein. Verlag und Redaktion haften nicht für Manuskripte. 76520 Baden-Baden. Jahrgang 3/2001 • Beizufügen ist eine kurze Zusammenfassung des Beitrags (max. Jahresabonnement 98. Neueinreichung oder Ablehnung legt die Redaktion die Gründe für ihre Entscheidung offen. Das Begutachtungsverfahren ist in der Regel sechs Wochen nach Eingang des Manuskripts abgeschlossen. 428 .– DM. . Jahresabonnement für Studenten 50. Versandkosten (inkl. Nomos Verlagsgesellschaft. 20148 Hamburg (Tel. • Für Hinweise und Literaturbelege bestehen wahlweise zwei Möglichkeiten: a) durch Angabe von Autor. Über eine Annahme des Manuskripts und den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion auf der Grundlage redaktionsinterner und externer Gutachten. Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich (4 Hefte jährlich). B. 0 40/45 02 17-41) Anschrift der Redaktion: Medien & Kommunikationswissenschaft Herausgegeben vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg ISSN 1615-634X Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Dem/der Autor/in wird die Redaktionsentscheidung schriftlich mitgeteilt. die unverlangt eingereicht werden. die dem Leser als selbständiger Text einen hinreichenden Eindruck vom Inhalt des jeweiligen Beitrags vermittelt. (Müller. insbesondere auch das Recht der weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege des fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. falls die Begutachtung längere Zeit erfordert. Mit der Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag von den Autorinnen und Autoren alle Rechte. MwSt). 15 Zeilen). die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist. b) über durchnumerierte Anmerkungsziffern. zugesandt. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Jede Verwertung. KG. Bestellungen nehmen der Buchhandel und der Verlag entgegen. Von jedem Originalbeitrag werden 20 Sonderdrucke kostenlos zur Verfügung gestellt. –. wobei der Text der Anmerkung auf der entsprechenden Seite aufgeführt wird. • Die Manuskriptseiten müssen im DIN A4-Format (einseitig). . Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen. Abbestellungen vierteljährlich zum Jahresende. Konto 5-002 266.– DM (gegen Nachweis). 2001. auch nur in Auszügen. Dazu werden die anonymisierten Gutachten. Übersetzungen. jeweils zuzügl. • Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett zu kennzeichnen. .000 Zeichen) nicht überschreiten. bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. wobei der vollständige bibliographische Nachweis über ein Literaturverzeichnis im Anschluss an den Beitrag erfolgt.: . . • Der Umfang der Beiträge soll 20 Manuskriptseiten (55. Postscheckk.M&K 49. Einzelheft 29. Verlag und Anzeigenannahme: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. Hans-Bredow-Institut Heimhuder Straße 21. werden die Autor/inn/en benachrichtigt. Telefon: (0 72 21) 21 04-0. Zahlung jeweils im Voraus an Nomos Verlagsgesellschaft.

M&K 2001/3 Medien & Kommunikationswissenschaft .

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